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AUGENBLICKE DER BEGEGNUNG DAS MILLSTÄTTER SEE REISEMAGAZIN

DER MILLSTÄTTER SEE. DAS JUWEL IN KÄRNTEN. WWW.MILLSTAETTERSEE.COM


© UbjsP - Fotolia.com

w w w . A R G E n t u r . a t

Gipfelsieg am Mount Kilimanjaro

Eine wahre Begebenheit Vor einigen Monaten kaufte ein Villacher Arzt Bergschuhe und speziell angepasste, podologische Aktiveinlagen bei „PERTL besser gehen” in Döbriach am Millstätter See. Damit ausgerüstet bestieg er das höchste Bergmassiv Afrikas, den Kilimanjaro. Am Gipfel des Kilimanjaros fragte man ihn: „Wie ist es möglich, dass du bei dieser Gewalttour keinerlei Fußprobleme hast?“ „Ich trage Bergschuhe und podologische Aktiveinlagen von Pertl in Döbriach“, war seine Antwort. Nur kurze Zeit später betrat ein Mann aus Kanada das Geschäft „PERTL besser gehen” in Döbriach. Als man ihn fragte, auf welche Empfehlung hin er aus Kanada kommt, meinte er: „Eigentlich komme ich nicht aus Kanada, sondern vom Gipfel des Kilimanjaros zu ihnen. Denn dort am Gipfel hat ein Expeditionsteilnehmer so von ihren Bergschuhen und podologische Aktiveinlagen geschwärmt, dass ich heute selber bei ihnen bin.“ Im kleinen Ort Döbriach am Millstätter See, bei „PERTL besser gehen”, freut man sich zu Recht, dass ihre Bergschuhe und podologischen Aktiveinlagen sogar Gesprächsthema am Gipfel des Kilimanjaros sind.

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R E I S E M AG A Z I N

editorial

Seite 1

w w w . A R G E n t u r . a t

EDITORIAL Berührung. Es gibt wenige Dinge, die

Wasser, Wiesen, Berge, Bäume

sein möchten, die eintauchen wollen,

für uns wichtiger sind als liebevolle

berühren uns auf ihre ganz spezielle

fühlen, atmen, riechen … sein.

Berührung. Ganz offenbar hat die

Art und Weise: drängen uns nicht,

Natur das lange vor den Menschen

werten nicht, lassen uns sein. Sie

Lassen Sie sich berühren und spüren

erkannt, denn die See- und Berg-

nehmen uns so, wie wir sind.

Sie das Leben – mit Haut und Haar.

berührungen® gibt es hier am Mill-

Auch die Menschen hier: unkom-

Hier am Millstätter See.

stätter See seit jeher. Die Römer und

pliziert, offen und entspannt.

Kelten waren die Ersten, die eintauchten in das klare Wasser, sich

Die Natur und die Menschen geben

treiben ließen. Sie fühlten das Gras

diesem Ort seine große, unverwech-

unter ihren Füßen, spürten die

selbare Seele. Sie machen ihn zu

Ihre Maria Wilhelm und das Team der

Felsen, atmeten den Duft der Wälder.

einem Refugium für alle, die lebendig

Millstätter See Tourismus GmbH

IMPRESSUM Herausgeber und Verleger: Millstätter See Tourismus GmbH, Marktplatz 14, 9872 Millstatt, T 0043(0)4766/3700-0, F 0043(0)4766/3700-8, info@millstaettersee.at, www.millstaettersee.com Konzeption: Millstätter See Tourismus GmbH Satz und Druck: Petz Druck Spittal 1142_12 Redaktion: Elisabeth Hewson, Bettina Benesch Fotos, sofern nicht anders angegeben: MTG GmbH - steve.haider.com

DRUCKL A N D

Sämtliche Änderungen vorbehalten. Keine Haftung für Satz- oder Druckfehler. Stand Juli 2012.

KAeRNTEN P E R F E CT PRI NT


inhaltsverzeichnis

R E I S E M AG A Z I N

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MTG GmbH - Foto-Riebler

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INHALTSVERZEICHNIS Den Kopf im Himmel, den Fuß im See Berge gibt es bald einmal. Und einen See. Aber wer je die Freundlichkeit dieser milden Natur erlebt hat, wird dieser Landschaft eine eigene Seele zuordnen.

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Vom Badeurlaub zum Urlaub am See

„Genuss & Kulinarik“

Kunst und Kultur rund um den Millstätter See

Seit 1869 der erste Urlauber Der Millstätter See ist geprägt per Eisenbahn an den Millstät- durch seine exquisite Fischter See gelangte, hat sich viel küche … getan …

Der künstlerische Kosmos am Millstätter See ist grenzenlos: Architektur, Malerei, Musik, Literatur. Kunst und Natur als wunderbare Verbindung …

Ab Seite 20

Ab Seite 22

Ab Seite 16


R E I S E M AG A Z I N

Geöffnet von 8.10. 30. 3. bis 2

www.minimundus.at

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Seite 3

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AUSFLUGSERLEBNIS

2012

MILLSTÄTTER SEE TRIP EXPERIENCE MILLSTÄTTER SEE | ESPERIENZA DI VIAGGIO MILLSTÄTTER SEE

Fischmuseum

200 m2 Ausstellungsfläche mit Riesenexemplaren heimischer See- und Flussfischpräparate.

Wildpark

Durchwandern Sie bequem den 11 ha großen Wildpark. 30 verschiedene Wild- und Haustierrassen - Streichelzoo - ein schöner Kinderspielplatz Buschenschank.

Grizzlywelt

• 8 Anlegestellen rund um den See • Fahrplanmäßiger Linienverkehr (Mai - Okt.) • Highlight-Fahrten mit Live-Musik (Juli - Sept.) • Chartern Sie Ihr Schiff für Hochzeiten, Geburtstags- oder Firmenfeiern von 30 - 300 Pers.

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Begehbare Leopardenhöhle, Wasserloch, original afrikanische Schnitzkunst, Videoraum.

Großer Kinderspielplatz Streichelzoo Buschenschank begehbare Kinderbärenhöhle Öffnungszeiten: 1. Mai bis 31. Oktober, 9.00 bis 18.00 Uhr, Oktober 9.00 bis 17.00 Uhr

. . . und so kommen Sie zu uns!

JAZZ ON THE BOAT

SUMMER NIGHT DANCING

Fr. 6. Juli, Mi. 1. August, Fr. 7. September

Mi. 18. Juli, Mi. 15. August

NOTTE ITALIANA

FIESTA MEXICANA

Mi. 11. Juli, Mi. 8. August

Mi. 25. Juli, Mi. 22. August

Alexanderhofstraße 104, A-9872 Millstatt, Tel. 04766-23939, Fax: 04766-3319, E-Mail: millstaettersee@schifffahrt.at, www.schifffahrt.at/millstaettersee

www.ARGE ntur.at

200 Präparate von in nordamerikanischer Wildnis lebenden Tieren auf 500 m2 Ausstellungsfläche.


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seeberührungen®

R E I S E M AG A Z I N

SEEBERÜHRUNGEN® DER MILLSTÄTTER SEE. SEIN WASSER BERÜHRT.

Spiegelglatt liegt er da, die letzten Dunstnebel ziehen über den See und das samtweiche, mineralstoffreiche Wasser lädt zum Baden ein. Wenn die Sonne hinter dem Weltenberg Mirnock aufgeht und der See erwacht, ist die beste Zeit gekommen, um gemeinsam hinauszuschwimmen und den Tag zu beginnen. Ihre Blicke schweifen vom See auf die umliegenden Berge mit ihren sanften Rundungen. Sie wissen: Dort will ich auch hin. Abends dann ist eine Insel für zwei mitten im Millstätter See für Sie reserviert. Länge: 13 km Breite: 1,6 km Tiefe: 150 m Wassertemperaturen im Sommer: 24-27 ° C


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bergberührungen®

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BERGBERÜHRUNGEN® DER MILLSTÄTTER SEE. SEINE NATUR BEZAUBERT. Einfach losgehen ... durch Sehnsuchtslandschaften wandern, die Augen über die grünen Berge schweifen lassen und durch die Kraft der Erde den Rhythmus des Millstätter Sees finden. Auf dem Millstätter See Höhensteig. Verborgene Bergberührungen®. Völlig unvermutet stoßen Sie hier auf einen rubinroten Stein – den Granat oder „Feuerstein der Liebe“, der Sie auf den Wegen begleitet. Das Granattor, hoch oben auf dem Grat des Höhenrückens der Millstätter Alpe, erzählt von Europas größtem Granatvorkommen im Inneren des Bergs und gibt den Blick frei, auf die saftig-grünen Almengründe der Nockberge, den Sportberg Goldeck und die schneebedeckten Gipfel der nahen Dreitausender. Wer weiterwandert, wird reichlich belohnt – mit einem Picknick der Mirnockbauern bei Sonnenuntergang auf dem Sternenbalkon, den Geschichten der „Hadischen Leit“ oder einem atemberaubenden Ausblick vom Gipfel des Weltenbergs Mirnock.


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die 7 orte

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DIE 7 ORTE RUND UM DEN MILLSTÄTTER SEE SAGENHAFTE ERLEBNISWELTEN, HISTORISCHE KULTURZENTREN UND ERHABENE NATURLANDSCHAFTEN WARTEN DARAUF, VON IHNEN ENTDECKT ZU WERDEN …

DÖBRIACH / RADENTHEIN

MILLSTATT

SEEBODEN

Sagenhafte Schätze

Geistiges Zentrum

Gärten für die Seele

Entlang der belebten Buchten Döbriachs befinden sich fünf öffentliche Strandbäder – ausgestattet mit flachen Sandstränden und einem abwechslungsreichen Angebot für Familien. Die nahe gelegenen Klettergärten „Breitwand“ und „Jungfernsprung“ bieten Mutigen die Möglichkeit, ihre Grenzen auszuloten. Ausgehend von der Nockstadt Radenthein geht es in das Tal der Mühlen und über verschiedene Wander- und Bikewege ins Reich des Granaten, des „Feuersteins der Liebe“ …

Millstatt ist der historisch bedeutendste Ort am See. Das Ortsbild ist einerseits geprägt durch historische Villen aus der Zeit der „Sommerfrische“, und andererseits durch das Benediktinerstift, mit dem bekannten Weltgerichtsfresko und dem Kreuzgang aus dem 12. Jahrhundert. Im Strandbad steht der denkmalgeschützte Sprungturm, der bereits 1926 erbaut wurde. Direkt daneben eröffnet mit Ende 2012 das erste Kärntner Badehaus seine Pforten und ermöglicht ganzjährig Seenwellness mit exklusivem Ausblick auf den Millstätter See.

Als Tor zum Millstätter See lädt der Ort mit seinen paradiesischen Parkanlagen wie dem Rosenpark, dem BaronKlinger-von-Klingerstorff-Park, dem Klauber- oder dem Blumenpark zum Lustwandeln ein. Die Faszination einer zeitlosen Lebensphilosophie sowie die Geheimnisse jahrtausendealter Gartenkunst lernen Besucher im Bonsaimuseum kennen. Auf der Burg Sommeregg, die auch das Foltermuseum beheimatet, reist man während der Ritterspiele direkt ins Mittelalter.


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die 7 orte

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SPITTAL AN DER DRAU

FERNDORF

FRESACH

Städtchen mit südlichem Charme

Ruhe tanken, Kraft schöpfen

Glaubenszentrum

Kulturelles Leben und südliches Ambiente verbinden sich in Spittal zu einer wunderbaren Symbiose. Schloss Porcia ist nicht nur Heimat der Gräfin Salamanca, deren Geist heute noch durch das Schloss wandeln soll, sondern auch Ort der kulturellen Begegnung. Modern interpretierte Theaterstücke bei den Komödienspielen Porcia, Vernissagen und gemütliche Jazzabende erwarten die Gäste. Und auch für Familien hat Spittal viel zu bieten: ausgelassen shoppen, gemütlich entspannen in der Drautalperle …

An den Orten der Kraft kann man sie spüren, die heilsamen Kräfte des Weltenbergs Mirnock. Ob auf einem der vielen gastfreundlichen Bauernhöfe der Mirnockbauern, bei einer Wanderung auf dem Kneipp-PanoramaRundweg oder bei einem Picknick auf dem Sternenbalkon bei Sonnenuntergang mit Blick auf den Millstätter See – in Ferndorf lässt es sich gelassen entspannen.

Fresach ist das Zentrum des protestantischen Glaubens. Nach einem Besuch des neuen Ausstellungsgebäudes, das sich diesem Thema widmet, lädt die Krebsenwandermeile zu einer Entdeckungstour in der Natur ein. Rasanter in Fahrt kommen die Gäste auf der Motocross- bzw. Gokartbahn. Im Naturmoor in Mooswald wird gekneippt und im Schlamm gewatet – da kommt Frische auf. Ob Franz Klammer, Weltmeister und Olympiasieger, der hier aufgewachsen ist, seine Abfahrtskräfte daher hat?

BALDRAMSDORF Goldene Zeiten Baldramsdorf liegt am Fuß des über 2.000 Meter hohen Goldecks und ist sommers wie winters idealer Ausgangspunkt für Aktivitäten auf dem Sportberg. Ob der Berg, wie die Sage berichtet, nach den einst dort lebenden Goldsuchern benannt ist? Eine andere goldige Geschichte – nämlich die des goldigen Bienenhonigs – kann man am Bienenlehrpfad auf dem Weg zur Ruine Ortenburg erleben.


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den kopf im himmel, den fuß im see

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Von hoch oben sehen wir alles ganz klein. Unsere ruhmreichen Momente und unsere Trauer

werden weniger wichtig. Was wir errungen oder verloren haben, bleibt unten im Tal. Vom Gipfel des Berges siehst du, wie groß die Welt ist und weit ihre Horizonte.

“ Paulo Coelho


den kopf im himmel, den fuß im see

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Kärnten Werbung - Zupanc

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Den Kopf im Himmel, den Fuß im See Wo Nocken locken und die Seele fliegen lernt


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MTG GmbH - Gerdl

den kopf im himmel, den fuß im see

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MTG GmbH Gerdl

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den kopf im himmel, den fuß im see

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BERGE GIBT ES BALD EINMAL. UND EINEN SEE. ABER WER SICH JE VON DER WEICHEN LUFT AUF DEM MIRNOCK STREICHELN LIESS, EIN HAUCH, DER DIE SEELE BIS ZUM HORIZONT TRÄGT, WER JE DIE FREUNDLICHKEIT DIESER MILDEN NATUR RUND UM DEN MILLSTÄTTER SEE EINGEATMET, ERSPÜRT UND ERLAUSCHT HAT, WIRD DIESER LANDSCHAFT EINE EIGENE SEELE ZUORDNEN. DIE JEDEN, DER DORT LEBT, ODER AUCH NUR KURZ VERWEILT, ZU EINEM EIN BISSCHEN FREIEREN MENSCHEN MACHT. DIE AUGEN EIN BISSCHEN STRAHLENDER, DEN BLICK EIN WENIG WEITER, DEN ATEM TIEFER, DAS ICH EIN WENIG DURCHLÄSSIGER, NATURKUNDIGER, NATURSPÜRIGER.

äre man vor über 20.000 Jahren hierher gekommen, hätte man bloß einige Felsspitzen aus einem Eismeer ragen sehen, vergleichbar einer niedrigen Wolkendecke: Bis zu einer Höhe von 1800 m türmte sich hier das Gletschereis, wälzte sich langsam zu Tal und schliff alles Kantige, Eckige, Widerborstige ab, ließ milde Rundungen und einen klaren See zurück, gab der Landschaft ihren Charakter. Wer heute über diese glatt geschliffenen Glitzerplatten emporsteigt, wie sie sich immer wieder zwischen Moos und Wurzeln, an Hängen und auf Almen zeigen – mit ihren oft eingesprenkelten Granaten, aus Magmahitze zu diesem blutroten Karfunkelstein gepresst – kann sie (be)greifen, diese schürfende Macht des „ewigen“ Eises.

W

Die Entdeckung der Langsamkeit Was schließlich die ersten Wanderer sahen, die sich hier ihren Lebensplatz suchten, vor etwa 4000 Jahren, war so verlockend, dass sie blieben: See, waldige Hänge und nutzbares Weideland. Sie hinterließen farnbedeckte Lichtungen und Wacholdergestrüpp, Edelkastanien und Roggen als Spur ihrer Besiedlung, gepflegte Wälder und später einen Handelsweg über den Millstätter Berg, von den Römern in ihrer Militär- und Geschäftstüchtigkeit angelegt. Doch noch vor fast 200 Jahren, als andernorts schon elegante „Sommerfrischen“ für Schön und Reich und Adelig entstanden, war es hier still und beschaulich. Der kauzige Hobby-Wan-

derer Kyselak, der als Beamter des Kaisers auch bei seinen Reisenotizen pingeliges Beamtentum beweist, beschrieb 1825 den Millstätter See mit seinen Bergen ringsum: „... schön umwaldet sind seine jenseitigen Begrenzungen; ohne Dorf, ohne Haus, nur hie und da ein schmaler Wiesenstreif, das hochstämmige Grün der Berge, welche sich weit hinein in den Seespiegel schattieren ...“. Aber dann kam die Eisenbahn und mit ihr der Fremdenverkehr auch in die abgelegeneren Landschaften. In Millstatt baute sich der Adel modernste Villen, schnörkelige Gründerzeit-Monumente sommerfrischeversessener Städter. Ganz kritiklos wollte man aber 1872 diese Gegend noch nicht gelten lassen, fand sie „nicht imponierend“, war aber


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den kopf im himmel, den fuß im see

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Wie schwebend kann man in die Weite blicken,

ein Stück Himmel und ein Stückchen Erde sein Eigen nennen, nach Stunden des Aufstiegs, müde vielleicht, durstig, hungrig, aber voller

tiefer Zufriedenheit.


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den kopf im himmel, den fuĂ&#x; im see

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den kopf im himmel, den fuß im see

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MTG GmbH - Robert Heuberger

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immerhin angetan von der „Einfachheit und Abgelegenheit“ und fand es hier doch wohltuender, verglichen mit der „lauten, grellen Schönheit“ anderswo.

Berührend weich Doch damals war das Naturverständnis ein völlig anderes als heute. Die Natur war „Wildnis“, feindlich, unheimlich, am besten aus gepflegter, geschützter Ferne zu betrachten. Berge hatten schroff zu sein, majestätisch, abweisend. Und das kann man rund um den Millstätter See nur schwer finden, muss dazu schon Höhepunkte ersteigen und den Blick in die durchaus faszinierende Ferne schweifen lassen. Hier ist man umhegt, umsorgt, beruhigt von den Anhöhen und Hochplateaus. Selbst das Goldeck, das Steilheit und mit über 2000 m durchaus hochalpines Bergerlebnis bietet, lässt mehr erfreuen als erschauern. Hier kann man sich auf die Natur einlassen. Und das Gefühl gewinnen, dass man aufgenommen wird in diese Eigenwelt zwischen Himmel und Erde. Wie schwebend kann man in die Weite blicken, ein Stück Himmel und ein Stückchen Erde sein eigen nennen, nach Stunden des Aufstieges, müde viel-

leicht, durstig, hungrig, aber voller tie-

schers Österreichs, wandert man durch

fer Zufriedenheit.

das Mölltal, über Heiligenblut bis zur Millstätter Alpe, über die Gerlitzen, an Ossiacher See, Wörther See und Faaker See vorbei, durch das Kanaltal nach Slowenien und zum Ziel.

Voller Düfte und Bilder, Erinnerungen schaffend, die einen später durch den Alltag tragen können: Da gibt es eine Welt außerhalb des Alltäglichen, manchmal Unerträglichen, die weiter ist, offener, milder, heller, und in der Kleinkram und Kleingeist verdunsten wie Nebelschwaden in den Tälern. Nicht nur hier. Aber hier ganz besonders.

Wer allerdings statt kompletter Herausforderung besondere Schönheit sucht, Kraft durch Entspannung, der sollte am besten die Etappen des Millstätter See Höhensteigs erwandern. Auf den Spuren der Säumer und Knappen, die ihre wertvollen Lasten nach Süden trugen.

Der Jakobsweg Mitteleuropas Sich selbst und seine Fähigkeiten auf dem Weg, der das Ziel ist, zu entdecken; in eigenen Schritten ein Stück Welt zu ergehen, vom Berg zum Meer, durch verschiedene Kulturen, von den Alpen bis zur Adria – in 38 Etappen gehört einem ein Stückchen vom Kontinent: Vom Fuße des Großglockners bis zum Mittelmeer führt der Alpe-AdriaTrail, eine Herausforderung. Wer sie annimmt, kreuzt auf 690 Kilometern Kärnten, Friaul-Julisch Venetien und Slowenien und taucht seine Füße schließlich in Triest ins Meer. Inmitten von Dreitausendern am Fuße der Pasterze beginnend, des größten Glet-

Weltenberg Mirnock Die Vorstellung vom Berg als Bindeglied zwischen Himmel und Erde, Göttern und Menschen, hat in allen Kulturkreisen eine jahrtausendealte Tradition. Berge wurden besonders dann verehrt, wenn geologische und geografische Besonderheiten hinzukamen. Am Millstätter See trifft dies auf den „Mirnock“ zu, von dessen Gipfel aus man bei guter Sicht 3 Welten überblicken kann – Kärnten, Slowenien und Italien. Am Mirnock soll es geheimnisvolle Erdkräfte geben, die die Vegetation beflügeln. Im Weirerbach am Fuße des Mirnocks gibt es ungewöhnlich große Steinkrebse, die generell sehr selten


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MTG GmbH - Robert Heuberger

Sportschule Lowa GmbH - Herbert Raffalt

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sind. Außerdem wachsen hier Kräuter von höchster Qualität, die pharmazeutisch eingesetzt werden. Auch das „Baumheiligtum“ – ein Baum mit 6 Stämmen – zeugt von überbordender Lebenskraft, die hier verortet ist. Ein Indiz dafür, dass schon die Kelten die Kraft des Berges erkannt hatten, ist der sogenannte „Menhir“, eine von Menschenhand gefertigte Steinkonstruktion, die den Blick eines hindurchschauenden Betrachters genau auf dem Gipfel des Mirnocks bündelt. Wer daran glaubt, wird sich bestätigt sehen. Wer es nicht tut, erlebt eine durchaus kraftgebende, weil fast unbeschreibliche schöne Landschaft, die Stimmungen hervorbringt, die keiner Religion bedürfen, um die Seele zum Schwingen zu bringen.

Almenwiesen mit ihrem heilsamen Speik und Quendel, dort lernt man Menschen kennen, die wissen, was wichtig ist: für Leib und Seele.

Was Berge zu Freunden macht

Immer wieder gibt es Idealisten, die sich dafür harte Arbeit antun. Nicht nur „in der Wolle gefärbte“ Senner und Sennerinnen, die ihre Familienalmen bewahren wollen. Auch eigens eingeschulte „Almlaien“ helfen oft mit, opfern drei bis vier Monate Sommer und Arbeitskraft von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang: eine wirklich

Wo gekocht und gekäst wird, wo duftende Kräuter von stämmigen Kühen zufrieden und genüsslich zermalmt werden, fröhlich plätschernde Brunnen Durst stillen und Füße kühlen und das klare Licht den Schatten wunderbar kühl macht, wo man am liebsten selbst hineinbeißen möchte in die grellgrünen

Da wird Brot gebacken und zur „Frigga“, einem Kärntner Holzfälleromelett, gelegt, oder dick mit Butter und dem körnigen „Harben Kas“ bestrichen, da schäumt das Bier und die Milch, labt Hollersaft oder Kräuterschnaps, alles begleitet von einem ehrlichen Lächeln. Noch ist man nicht Freund, noch ist man willkommener Gast. Aber dann wird geplaudert, geratscht, getratscht, und schon ist man fast Teil der Familie: Wortkarg ist man hier nicht, scheu und verschlossen. Kann man gar nicht sein, in dieser freundlichen Landschaft.

sinnvolle Fitness-Kur. Und Schlaftherapie. Aussteigerzufriedenheit auf Zeit: „Jemand, der längere Zeit auf einer Alm lebt, wird vom Konsumvirus geheilt. Was man nicht sieht, braucht man nicht. Viele Wünsche schlafen ein.“ Das weiß Franz Glabischnig, Bauer auf der Millstätter Alpe. Und wie man weiß: Wunschlos macht glücklich. Übrigens gibt es auch andere „Retter der Almen“, Mitglieder des örtlichen Alpenvereins, die sich der Wiesenrodung annehmen, der Abfallbeseitigung (manche Menschen lernen es wohl nie!) und Wiederherstellung von Zäunen und Scheunen. Freiwillig und unbezahlt. Aber nicht unbelohnt: Wer nach einem solchem Almtag abends mit Kollegen in der Hütte sitzt, todmüde und zufrieden, der hat wieder ein Stück von sich selbst gefunden. Ein sympathisches. So scheinen die Nocken um den See etwas Gutes in jedem hervorzurufen. Was gibt es besseres?


vom badeurlaub zum urlaub am see

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MTG GmbH - Udo Bernhard

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Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,

Das durch den sonnigen Himmel schreitet. Und schmücke den Hut, der dich begleitet, Mit einem grünen Reis.

“ Joachim Ringelnatz über Sommerfrische


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vom badeurlaub zum urlaub am see

Vom Badeurlaub zum Urlaub am See Die neue Art der Sommerfrische

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vom badeurlaub zum urlaub am see

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VON ZAUBERBERGEN WURDE SCHON GESCHRIEBEN, VON WALDHEIMATEN UND STILLEN WASSERN. LESEN IST LEBEN IM KOPF. WAS ABER, WENN AUCH DER KÖRPER LUST HAT AUF DAS PURE LEBEN, MIT HAUT UND HAAR UND ALLEM DRUMHERUM? ES IST NICHT LEICHT, EINEN PLATZ ZU FINDEN, DER MENSCHEN SO AUFNIMMT, WIE SIE SIND; DER SIE EINFACH LEBEN LÄSST, OHNE DRUCK UND OHNE ERWARTUNGEN.

So oder ganz ähnlich wird es dem ersten Urlauber hier gegangen sein. Sein Name ist nicht bekannt, wohl aber, dass er 1869 eine Fahrkarte löst für eine der ersten Eisenbahngarnituren, die sich aufmachen von Wien Richtung Süden. Endstation Villach. Dann weiter mit Pferdekutsche, Karren und Flachboot über einen See, zauberhaft funkelnd in der Abendsonne. Ein paar Fischerboote auf dem Wasser verstreut, wie die Sterne am Himmel. Und so landet der Urlauber in Millstatt – mehr zufällig als geplant. Reichlich

Tanz und Tee. Blütezeit der Sommerfrische. Bald bauen sie die ersten Villen, mit Vorliebe direkt am Wasser. Ihre Kultur, ihre Architektur, ihren Hofstaat nehmen sie mit – und holen damit Wien nahe an den See. Sie bleiben den ganzen Sommer und nehmen am Leben des Ortes nicht nur rege teil, sondern gestalten es mit, unterstützen die Entwicklung der Region mit Geld, Tatkraft, Kultur. Jeden Tag gibt es ein ausgewähltes Programm, mal aus Tanz und Tee, mal aus Spaziergängen, Wanderungen, Boots-

Landesarchiv Kärnten

Endstation Villach. Beginn des Zaubers.

BLÜTEZEIT

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ZAUBER

1885 flanieren bereits 900 Gäste rund um den See, 1903 sind es rund 1.200, die ihre Sommerfrische hier verbringen. Sie erkunden die Orte rundumher, spielen Karten, lachen, tanzen, betreiben Konversation. Einige erfrischen sich im See – züchtig bekleidet versteht sich. Es sind vorausschauende Bauern, Handwerker und Wirte, aber auch begüterte Urlauber, die die Gegend in den Jahren darauf als naturnahen Kurund Tourismusort etablieren: mildes Klima im Tal, polare Frische auf den Bergen, dazu laues Badewasser, gute Luft, schmackhafter Fisch, Pflanzen wie aus dem Bilderbuch, Begegnungen mit Fuchs und Hase während des abendlichen Spaziergangs. Für alle Sinne etwas. Ein Ambiente, das Bürger und Adelige vor allem aus Wien anzieht wie die Blüte den Schmetterling.

Landesarchiv Kärnten

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erschöpft, staubig von der langen Fahrt, hungrig. Spät abends bezieht er ein Zimmer im Gasthaus Trebsche, ganz nah am Ufer des klaren, warmen Millstätter Sees. Der liegt da, unberührt, scheint zu warten.

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wischen den Gipfeln von Mirnock, Goldeck und Tschiernock gibt es einen solchen Platz: den Millstätter See mit seinen sieben Orten Seeboden, Millstatt, Spittal an der Drau, Döbriach/Radenthein, Baldramsdorf, Fresach und Ferndorf. Wer das Leben dort einmal gefunden hat, der lässt es nicht mehr los. Lässt sich auch gar nicht mehr loslassen.

fahrten, Badestunden. Es gibt Ruderregatten, Feierlichkeiten zum Geburtstag des Kaisers und zu Maria Himmelfahrt. Für die Wintergäste legt man Rodelbahnen und Pisten an. Es entstehen mehr und mehr Villen, Pensionen, Hotels, Grand Hotels, Badehäuser, ein Jahrzehnt nach dem Ersten Weltkrieg auch der Sprungturm in Millstatt, nach wie vor eine Attraktion des Kurortes. Der Turm ist heute denkmalgeschützt, auch weil er für eine Epoche voller Umbrüche steht: erfolgreiche Jahre in den 1920er und -30er Jahren, dann Zweiter Weltkrieg, anschließend wieder Aufbau, Aufbruch – in das Wirtschaftswunder diesmal, das auch die Region einhüllt; behutsam, wie der milde Nebel den See, ganz früh am Morgen.


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IDYLLE Idylle heute. Wasser, Berge, Villen, Wald.

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Ronacher/M3D Animation

Wer ihn heute übrigens erleben möchte, den Nebel über dem See, fährt ganz früh am Morgen mit dem Mann hinaus aufs Wasser, der zeitlebens verbunden war mit der Gegend und den Menschen. Der Bootsbauer Gottlieb Strobl geht jede Woche zwei Mal buchtenwandern mit allen, die den See von seiner stillen Seite kennenlernen möchten: Um acht Uhr früh den Nebel mit der Nasenspitze spüren, die Holzboote riechen und das ruhige Wasser, auf dem sie dahingleiten, am dicht bewaldeten Südufer zwischen verschlungenen Zweigen. Dort, wo man ohne Boot niemals hinkommt. Eineinhalb Stunden später wieder an Land gehen und schauen: Was jetzt? Hinein vielleicht in eine der Villen, die immer noch hier stehen, ganz dicht am

Wasser, in ihrer Gründerzeithaut, die noch atmet wie damals. Geschickte Menschen haben die alten Häuser übernommen, den Staub ausgefegt, das Wesen herausgeputzt und damit idyllische Plätze geschaffen: die verrückt-moderne Villa Verdin mit ihrem außergewöhnlichen Service, die gutbürgerlich-heimelige Villa Waldheim mit ihren spontanen Hauskonzerten, die mondän-aristokratische See-Villa und viele andere. Von den Terrassen und Balkonen aus sieht man hinauf in die Unendlichkeit – und findet die Nocken, wie die Berge hier heißen: der Weltenberg Mirnock zu allererst, mit seiner einzigartigen mythischen Energie, oder Tschiernock, Hochpalfennock, Kamplnock, dann das Goldeck, Hausberg der Spittaler, und nicht zuletzt die Millstätter Alpe, aus der zahlreich blutrote Edelsteine austreiben wie sonstwo die jungen Tannen. Von Gipfel zu Gipfel bewandert man in insgesamt acht Einzeletappen oder 13

vom badeurlaub zum urlaub am see

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Tagesrouten den Millstätter Höhensteig. Natürlich muss niemand 13 Tage lang gehen – aber allein die Möglichkeit ist beeindruckend und schenkt einem das lang ersehnte Gefühl der Freiheit.

SOMMERFRISCHE Leben pur. Mit Haut und Haar. So wie hier überhaupt die Freiheit kaum größer sein kann: Täler, Hügel, Berge, Wasser, Wiese, Wälder, Hotelterrassen, Badestege, … – die moderne Sommerfrische lässt die Menschen ganz so leben, wie sie es brauchen. Und sie ist sich selbst nicht genug: Auch heute sind kluge Köpfe am Werk, die planen, diskutieren, handwerken. So eröffnet im September beispielsweise Kärntens erstes Badehaus in Millstatt, ein Passivhaus mit Pool, Sauna, Beauty- und Wellnessbereich. Errichtet im Gründerzeitstil steht das Haus teilweise im See, wie einst die ersten Badehäuser. Es setzt eine gute Tradition des Ortes fort: kein Zwang, kein Druck, nur dem Gefühl folgen, egal ob für zwei Tage oder zwei Monate. Der Millstätter See kennt keinen Kalender, keine Uhr, hält für alle das Gleiche bereit. Nämlich Leben pur, mit Haut und Haar.


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genuss & kulinarik

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GENUSS & KULINARIK AM MILLSTÄTTER SEE DER MILLSTÄTTER SEE IST GEPRÄGT DURCH SEINE FISCHKÜCHE. DOCH ABSEITS DES WASSERS GIBT ES EINIGE GEHEIMREZEPTE, VON DENEN MAN ANDERENORTS VERMUTLICH NOCH NIE ETWAS GEHÖRT HAT …

Fischküche zudem frei von jeglichen Umweltbelastungen, wie man sie häufig in Meeresfischen vorfindet. Aufgrund der Trinkwasserqualität des Sees sind auch die enthaltenen Fische von besonderer Güte. Einer der Hotspots der Kulinarik-Szene, Emanuel Stadlers Restaurant Metzgerwirt in Radenthein, hat ein leicht nachzukochendes Millstätter Fischgericht für Sie zubereitet:

Markus Koller-Fotolia.com

Vielzahl an Vitaminen und Mineralstoffen. Zudem schonen sie aufgrund ihres in der Regel niedrigen Fettgehaltes die Figur. Besonders gesund sind sie jedoch aufgrund der enthaltenen mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Die so genannten Omega-3-Fettsäuren senken bestimmte Blutfette, wie etwa die Triglyceride, und können sogar hohen Blutdruck (Hypertonie) positiv beeinflussen. Der regelmäßige Verzehr von Seefisch kann also die Einnahme so mancher Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel überflüssig machen. Fische aus dem Millstätter See sind

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Fische sind die absoluten Stars der Haute Cuisine des Millstätter Sees. Besonders die Reinanke (Renke), der Barsch und der Kärntner Låxn (Seeforelle) bilden die Basis für eine vielseitige Fischküche, wie man sie entlang der kulinarischen Topadressen des Millstätter Sees genießen kann. Die Fische werden frisch aus dem See gefangen und mit nachhaltig angebauten, regional verfügbaren Zutaten zubereitet. Doch der Genuss der Seefische ist nicht nur wohltuend für den Gaumen. Fische enthalten hochwertige und besonders leicht verdauliche Proteine sowie eine


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Millstätter-See-Barsch mit Polenta und Minzenpesto

ZUBEREITUNG Zutaten (für 2 Personen): Pesto: 0,1 dl Olivenöl 15 Pinienkerne 1 Büschel Pfefferminze Salz, Cayennepfeffer Muskatnuss Fisch: 30–35 dag Barschfilets etwas Olivenöl 8 gewaschene Salzkapern 2 geviertelte kleine Tomaten Cayennepfeffer etwas Mehl Polenta: 1 dl Milch 100 g Maisgries Salz Muskatnuss

1. Das Pesto Zutaten in einen Mixer geben und vermengen 2. Der Fisch Evtl. verbliebene Gräten mit einer Pinzette entfernen. Auf der „Hautseite“ in Mehl tauchen und mit Cayennepfeffer würzen. Vorerst noch kein Salz verwenden!!! Ein wenig Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Barschfilets bei kleiner Flamme ca. 5 Minuten bruzzeln lassen. Zu den fertig gebratenen Filets kommen schließlich noch die vorbereiteten Kapern und Tomaten. Den Fisch darin wenden und anschließend warm stellen.

3. Die Polenta Die Milch erhitzen, etwas Salz hinzugeben und den Maisgries bei kleiner Hitze langsam einrühren. Sobald der Gries aufquillt, Topf zudecken und ziehen lassen. 4. Anrichten Polenta in die gewünschte Form bringen (z. B. Nockerln) und anrichten, die Fischfilets an Tomaten-Kapern-Gemüse dazu setzen und mit dem Pesto verfeinern.

Viel Freude wünscht Emanuel Stadler Der Metzgerwirt

Tipp! Für ein besonders saftiges Ergebnis salzen Sie den Teller und nicht den Fisch. Es genügt, beim Aufgabeln des Fisches durch das Salz zu streichen.

Übrigens: Gemeinsam essen ist ein unausgesprochenes Ja zueinander!


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kult(o)ur

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KUNST & KULTUR AM MILLSTÄTTER SEE Es gibt Orte, die scheinen wie gemacht für große Kultur: Keller beispielsweise, Hausboote, riesenhafte Würfel, Schlossbrunnen. Kultur ist längst nicht mehr nur im Museum – sie ist überall; atmet, spricht, singt, klingt, schillert in tausend Farben wie Brokat an Kaisers Kleidern. Besonders hier am Millstätter See, an dem Kulturschaffende seit 6.000 Jahren aktiv sind.

Steinzeit, Kelten und Römer

Für einen Maler gibt es

nichts Schwierigeres, als eine Rose zu malen, denn dazu muß er zuerst alle Rosen vergessen, die jemals

gemalt worden sind.

Henri Matisse

Kelten und Römer waren die Ersten, die sich von Wasser, Wald und Bergen inspirieren ließen, Tempel bauten und Thermenanlagen, Städte schufen für bis zu 30.000 Einwohner. Viele hundert Jahre später folgten wiederum Meisterwerke: Das Stift Millstatt und das Renaissanceschloss Porcia beispielsweise. Die Kultur heute macht mit neu-

artigen Bausteinen weiter: Sie lassen sich nicht anfassen, nicht aufschichten und verputzen – und doch werden aus ihnen Schlösser und Tempel; Kunstwerke aus Buchstaben, aus Noten und Farben. Facettenreich und einprägsam wachsen sie weit ins Leben der Menschen.


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Tourismusbüro Spittal

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AUSFLUGSTIPPS

Kunst, wie hingestreut Und manche wachsen auch mitten in die Landschaft. SoART Millstatt zum Beispiel, architektonisch umgesetzt von Hans Hollein, der Gebäude geplant hat wie das Museum Moderner Kunst in Frankfurt oder das UC Chicago, Zentrum für Kunst und Theater. SoART, das ist eine Ansammlung geometrischer Körper, die wie hingestreut wirken: ein Würfel, gerade aufgestellt, einer leicht nach vorn gekippt, ein Fünfeck mit Pyramidendach. Sie ermöglichen es Künstlerinnen und Künstlern, neue Arbeiten zu entwickeln und auszuführen. Jeder der drei Kuben für einen Künstler, eine Künstlerin; mit Küche, Wohnzimmer, Bett, komplett. Dazu Strandbad und Restaurant auf dem Gelände. Abends schimmert das Licht durch die transluzenten Fassaden, macht die Würfel zu mächtigen Leuchtkörpern am Wasser, weithin sichtbar bis ans andere Ufer des Millstätter Sees.

Nasse Füße

Kultur im Keller

Kunst am Millstätter See geschieht heute nicht nur an seinem Ufer, sondern auch an Orten, die eigentlich für andere Dinge geeigneter scheinen: im Brunnen des Schlosses Porcia beispielsweise, in dem sich eine Schauspieltruppe mit Slawomir Mrozeks „Auf hoher See“ heuer möglicherweise nasse Füße holen wird. Das Stück wird im Rahmen der Komödienspiele Porcia gegeben, die alljährlich im bezaubernden Ambiente des Schlosshofs stattfinden; dieses Jahr noch bis 31. August. Auch Lachen im Keller ist erlaubt: Unter diesem Motto treffen sich EnsembleMitglieder und Zuschauer einmal pro Woche im Ortenburgerkeller des Schlosses. Programmgestaltung nach Lust und Laune.

Einen Keller anderer Art, einen echten nämlich mit allerlei Kram, bespielen Künstler im Rahmen des diesjährigen Nightwalks Millstatt. Aber nicht nur der Keller wird zur Bühne: In der fünften Auflage des Nightwalks besucht das Publikum zu Fuß, ganz persönlich und hautnah all jene Plätze, die man untertags gar nicht bemerkt – vielleicht gar nicht bemerken möchte. Unplätze eher, wie eben der Keller, das gesperrte Disco-Hausboot oder das Geschäftslokal ums Eck, verlassen, aufgegeben von Management und Mitarbeitern. Es gibt Poesie, Performance, kritische Texte, witzige und nachdenkliche auch, dazu stimmige Beleuchtung, Installationen. Wer den Nightwalk geht, weiß nie, was als Nächstes kommt. Wie das Leben, so die Kunst. Oder umgekehrt?


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Komödienspiele Porcia

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Tourismusbüro Spittal

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Ohren offen, das Herz auch

Es ist ein grenzenloser Kosmos am Millstätter See: Architektur, Malerei, Musik, Literatur machen unverkennbar auf sich aufmerksam, wollen hinaus, fließen, rauschen, donnern fast, verschaffen sich Gehör. Dazu der See, die Berge, Wiesen, Bäume: Sie sind Muse, gleichzeitig Kontrastprogramm und die Bühne für all die elementaren Werke, die hier entstehen. Kunst und Natur als wunderbare Verbindung – gemacht, um Töne, Ideen, Bilder weit hinaus zu tragen aus Kellern und Museen. Dorthin, wo sie gehören: ins Leben der Menschen. Mitten hinein.

Nockalm Quintett

Musik ist überall rund um den See. Beim Nockalmfest an der Millstätter Strandpromenade, beim Chorwettbewerb in Spittal zum Beispiel. Oder im Stift und der Stiftskirche Millstatt. Hier lauscht man noch bis Oktober Chorund Orchestermusik, wippt zum Jazz und lässt sich ein kleines bisschen entführen in eine Welt, die ganz aus Klang ist; in der Ohren und Herz so offen sind wie sonst nur vor dem Weihnachtsbaum.

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Ganz zielstrebig geht jedenfalls Julia Malischnig ihren Weg. Auch sie kann dieses Jahr ein Jubiläum feiern: Seit fünf Jahren folgen ihr internationale Gitarrenmeister und -meisterinnen nach Millstatt zum Festival La Guitarra esencial. Anfang August geben Künstler und Künstlerinnen über fünf Tage hinweg Konzerte und Workshops, virtuos und leidenschaftlich, wie das Leben selbst. Malischnig bringt große Persönlichkeiten an einen kleinen Ort, darunter Paco Peña und Zoran Dukic, ebenso die Chansonnière und Moderatorin Heilwig Pfanzelter.


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camp ROYALreXkt das Sportresort di am Millstätter See

• Surf- und Segelkurse • 2 Tennisfreiplätze igranulatplätzen • Tennishalle mit 3 Gumm and erw uld Bo & • Kletterwand ze lät allp eyb oll • Beachv t Ringo, • Wassersportstation mi g und Wasserski ilin asa Par Bananaboot, ih • Boots- und Fahrradverle rarot Inf d un • Hallenbad, Sauna Unterkünfte e ert isw pre d un • moderne • Café inkl. Seeterrasse

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für Jung und Alt in Döbriach am Millstätter See „Dass es so etwas gibt!“

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Dem Edelstein auf der Spur


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