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Weltkulturerbe Wachau

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Spitzer Graben Die Ortschaft Elsarn markiert das obere Ende des Weinbaugebiets Wachau. An den Hängen der Hügel treffen Wein- und Marillengärten und Wald aufeinander. Hier, am Trenning, befindet sich mit 575 m Seehöhe auch der höchstgelegene Weingarten Niederösterreichs. Rund um Mühldorf verlaufen außerdem einige Mountainbiketouren. Die Weinsteintour führt nach der Devise „Zwischen Wein und Stein“ von den Weinbergen der Wachau über die Gipfel der angrenzenden Berge durch die Wälder des südlichen Waldviertels.

Kirchen am Fluss Burg Oberranna beeindruckt mit ihren märchenhaften Türmen, der mächtigen Ringmauer, dem Burggraben und ihrer Lage in Obstgärten hoch über dem Spitzer Graben. Ein Kleinod ist die romanische, dem Hl. Georg geweihte Kapelle. Sie ist ein seltenes Beispiel eines Bautypus mit zwei Querschiffen, zwei Vierungstürmen und einer westseitigen Krypta. Von den Türmen ist heute nur mehr der Ostturm erhalten. Bemerkenswert im Kircheninneren sind die wuchtigen Kapitelle. Eines davon – das berühmte „Würfelkapitell“ – zeigt eine Jagdszene. Die Wohnburg aus Ritterszeiten wurde vor einigen Jahren behutsam renoviert und als Hotel wiedereröffnet.

Pilgern in der Wachau Ein Geheimtipp ist der barocke Kalvarienberg in Unterranna. Jederzeit frei zugänglich. Unweit davon, am nördlichen Rand des Naturparks Jauerling, liegt auch die reich ausgestattete Wallfahrtskirche von Heiligenblut.

Struktur & Organismus Einen Marillengarten zu pflegen und die Früchte zu edlen Bränden, Säften und Marmeladen zu verarbeiten, ist die Kunst der Familie Kausl. Wie es ist, wenn sich zeitgenössische Kunst inmitten der Tradition behauptet, zeigt eine Ausstellungsreihe im Rahmen von Wachau 2010plus. Vier Künstler und Künstlerinnen werden jedes Jahr eingeladen, eine Woche lang als „Artists in Residence“ zwischen den Obstbäumen im „Atelier Marillengarten“ zu arbeiten. Ihre Arbeiten sind jeweils von Anfang Mai bis Ende Oktober zu besichtigen. www.st-or.at

Wissenswertes Die erste Raiffeisenbank Der Spitzer Graben ist das Tal der Superlative. Neben den höchsten und steilsten Weinterrassen der Wachau findet sich hier auch die erste und damit älteste Raiffeisenbank Österreichs. Ein Meilenstein der bäuerlichen Geschichte: In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die revolutionäre Genossenschaftsidee des Friedrich Wilhelm Raiffeisen auch in Österreich aufgegriffen. 1886 entstand die erste Raiffeisenbank in Mühldorf in der Wachau – 13 Jahre vor Gründung des Österreichischen Raiffeisenverbandes.

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