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MAGAZIN Sommer 2012

Abenteuer

auf weißen Gipfeln, steilen Trails und an wilden Wassern

HOCHGENUSS

bei zünftigem Almwandern, Familienausflügen und einheimischer Kost

WOHLBEFINDEN

an allen Kraftplätzen im Tal, die Höhepunkte inklusive mit der Ötztal Premium Card

oetztal.com soelden.com obergurgl.com


RUBR I K T I TE L Haiming-Ochsengarten Sautens Oetz Umhausen-Niederthai Längenfeld Huben Gries Sölden Hochsölden Zwieselstein Obergurgl-Hochgurgl Vent

liebe gäste, ERNEUERUNG ist ein unaufhörlicher Prozess bei uns im Ötztal. Wie das Wasser der Ötztaler Ache bleiben wir ständig im Fluss, um neue Impulse für die erholsame Sommerfrische in den Bergen zu geben. Das jüngste Produkt unserer gemeinsamen Anstrengungen: Die Ötztal Premium Card, die Sie mit der Buchung in 95 Partnerhotels preiswert erwerben können, um alle Höhepunkte des Ötztals inklusive zu erleben. Die heilsamen Kräfte des Wassers nützt neuerdings auch Umhausen mit seinem modernen Kurzentrum, in dem sich Therapiebedürftige kurieren und Gesunde verwöhnen lassen können. EIGENINITIATIVE trägt reiche Früchte - das zeigt beispielhaft Längenfelds Therme Aqua Dome: Nicht einmal sieben Jahre sind seit der Eröffnung vergangen, schon wird wieder gebaut: ein neuer Hoteltrakt mit Seminarräumen und Spa auf dem Dach, den Sie bereits im nächsten Sommer nutzen werden können. Erfolgreich geht auch die AREA 47 ins

dritte Jahr ihres Bestehens, das Veranstaltungsprogramm für abenteuerlustige, aber auch für gemütliche Sportsfreunde ist reichhaltiger denn je. ERHALTUNG unserer Landschaft und Kultur bleibt eines unserer wichtigsten Ziele. Für die Schätze unserer Heimat, zum Beispiel für die Reinheit unserer Bergluft und unseres Wassers, wie für Ihre Freude und Ihren Genuss an unserem Tal sind viele Ötztaler am Werk, im Alpenverein und im Naturpark, auf den Bauernhöfen und Almen, in den Musikkapellen oder in den Museen, aber auch hinter den Kulissen großer Veranstaltungen, wie des Radmarathons oder der Oldtimer Rallye Ötztal Classic. Nur dank all dieser freiwilligen und professionellen Helfer kann das Ötztal bleiben, was es ist: DER HÖHEPUNKT TIROLS, an dem wir Sie wie jeden Sommer aufs Herzlichste willkommen heißen!

Oliver Schwarz, Geschäftsführer Ötztal Tourismus

Bei der Armelen-Hütte auf 1.747 m in der Almenregion Hochoetz

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Inhalt ÖTztAL KRAFTWASSER

Ötztal. Der Höhepunkt Tirols.

06 – Ötztal-Flash 08 – Die Wildeste in ganz Tirol

Bergbahnen

12 – Auf höhenflug

Kraftplätze

14 – In Himmelsaugen schauen

Tierleben

20 – Die grauen eminenzen 21 – schäfchenweich wohnen

Gratwandern

22 – Himalayische Aussichten

quellenkunde

24 – Die Kraft aus der Tiefe

Genuss

26 – gegen die zeit 28 – Natürlich süSS

Abenteuer Bergführer

30 – Wasserspass mit kribbelfaktor 32 – Gipfelsturm mit geleit 33 – Immer dem pfeil nach

Oldtimer

34 – Veteranen mit Kurvengeist

Mountainbike

36 – mit dem meister auf den Trails

Radmarathon

40 – Ohne Helfer keine Chance

Wildwasser heilwasser Kultur

41 – Ein rauschendes fest 42 – Neuer gesundbrunnen 44 – Lippen-bekenntnis 46 – Martina, die hose reisst

Die OrtE

Herausgeber: Ötztal Tourismus, 6450 Sölden Konzept Inhalt: media von mersi Redaktionsbüro, Wien Konzept Layout: Zimmermann Pupp Werbeagentur, Innsbruck Redaktion: Isolde v. Mersi, Carmen Fender, Yvonne Auer Art Director: Julian Sprengel Fotoredaktion: Yvonne Auer Anzeigenleitung: Yvonne Auer Bildnachweis: ÖTZTAL TOURISMUS – Bernd Ritschel – Ernst Lorenzi – Foto Nösig – Rudi Wyhlidal – Anton Klocker – Mathias Burtscher – Stephan Krabacher – Laurin Moser – Philipp Horak – Cyrus Saedi – Michael Pruckner – Bruno Rettenbacher – Manfred Stromberg – Bernhard Spöttel – Jürgen Skarwan – Uwe Fischer – Guido Mangold – Simone Kammerlander – Ewald Schmid – G. Ecker – Alexander Lohmann – Jens Klatt – Markus Greber – Otto Hausegger, Aqua Dome, Bergbahnen Sölden (Markus Geisler), Tourisvis, Archiv Riml, Area 47 (Rudi Wyhlidal), Künig GmbH – Die Kurzentren, Musikkapelle Längenfeld, HTB (Thomas Auer), Pro-Vita-Alpina, Heimatmuseum Längenfeld Auflage: 45.000 D/GB Druck: Druckerei Berger Offenlegung lt. § 15 Mediengesetz: Eigentümer zu 100 % und Herausgeber ist Ötztal Tourismus, Gemeindestr. 4, 6450 Sölden, T +43 (0) 57200, info@oetztal.com, Direktor Mag. Oliver Schwarz

Auf dem Knappenweg hoch über Oetz

48 – Dorfleben zwischen Blüten- und Gipfelmeer


ötztal-Flash Ötztal & iOetztal – Mobile App

670 m

Kostenloses Mobile App: mobile.oetztal.com für iPhone, Blackberry, Android und alternative Weblösungen für Handys mit Internetzugang

ÖTZTAL BAHNHOF

Altes Wissen

DAS ÖTZTAL IM SOCIAL NETWORK Facebook, Youtube und Twitter sind die virtuellen Wege, die Sie ins Ötztal führen. Hereinspaziert und bleiben Sie dran, wir bauen unsere Kommunikation über Social-Media-Kanäle weiter aus.

Bestens ergänzt der restaurierte Gedächtnisspeicher im denkmalgeschützten „Schmiedlas Haus“ das Ensemble historischer Gebäude des Ötztaler Heimat- und Freilichmuseums in Lehn bei Längenfeld. Zwischen Juni und September wird dort die traditionelle Lebens- und Arbeitswelt des Ötztals erforscht, dokumentiert und anschaulich gemacht. www.oetztal-museum.at

1.538 m

812 m 820 m

Ötztaler Wasserläufer Dem Lauf des Wassers folgen Wanderer jetzt besonders bequem auf einem der sechs Wanderwege des Ötztaler Wasserläufers. Ausgangspunkt der leichten bis mittelschweren Touren sind Oetz, Umhausen und Längenfeld in der vorderen Talhälfte, in der hinteren Sölden, Vent und Obergurgl. Naturjuwelen säumen die Wege: Stille Wasser, wie die unzähligen Hochgebirgsseen, der Piburger See oder die alten Bewässerungswaale, wilde Wasser, wie der Stuibenfall oder die Ötztaler Ache, aber auch Heilwasser, wie die Schwefelquelle von Längenfeld. www.oetztal.com

1.036 m

Radeln Light

1.550 m

E-Bikes sind dem sanften Umgang mit der Natur genauso förderlich wie dem Wiedereinstieg in den Radsport und dem Genussbiken. Die Sportfachhändler im Tal bieten (Leih-)Modelle für jeden Bedarf, auch für jene, die ihre Mountainbike Partner elektrisch unterstützt begleiten wollen. Zeit- und kraftsparende Aufstiegshilfe zu herausfordernden Singletrails für Sportliche ist die neue Gaislachkoglbahn in Sölden. www.oetztal.com/biken

Ötztal Premium Card Bergbahnen, Busse oder die Timmelsjochstraße, geführte Wanderungen, Besuche in Bädern, in der Therme Aqua Dome oder der Area 47 - das alles und noch mehr Höhepunkte des Ötztaler Urlaubsangebots können Sie mit der neuen Premium Card vom Anreisetag an genießen. Sie bekommen die Karte bei Buchung in einem der 91 Partnerhotels. Den Folder mit dem Verzeichnis der Unterkünfte und Vergünstigungen gibt es kostenlos in allen Informationen des Ötztal Tourismus. Für alle Gäste ohne Quartier in Partnerbetrieben ist selbstverständlich die käuflich erwerbbare Ötztal Card für 3,7 oder 10 Tage weiter der Schlüssel zu vielen Vergünstigungen. www.premiumcard.oetztal.com

1.569 m 1.180 m

Edle Steine Mineralien und Kristalle sind die faszinierendsten Schätze der Alpen. Sie funkeln und glitzern um die Wette bei der Nord-Südtiroler Mineralienbörse im Obergurgler Piccardsaal. Mehr als 20 Hobbysammler aus Nord- und Südtirol und einige Gäste aus Deutschland stellen im Juli ihre Pretiosen zur Schau. Zu kaufen gibt es Mineralienschmuck, zu bestaunen die Kunst des Mineralienschleifens. www.obergurgl.com

1.180 m

Rundes erlebnis Ein Rundum-Programm für Körper und Geist bietet das neu gestaltete Wegenetz „Umhausen rund um“. Der Waalweg erzählt von der Wassernutzung. Am Steppsteig lernt man Neues über den Wald. Der Wienersteig macht den Umgang mit Naturgefahren anschaulich. Alle Pfade führen auf etwa 1.050 m um das Dorf. Schautafeln, ein Naturlehrpfad und Spielplätze laden zum Verweilen ein. www.umhausen.at

2.090 m 1.377 m

Höchster KraxelspaSS Klettern im Bann der Gletscherwelt ist in Obergurgl so aussichts- wie erlebnisreich. Zum Einstieg in den Klettersteig Obergurgl im naturgeschützten Zirbenwald führt eine spektakuläre Hängebrücke. Der Ausstieg liegt - praktisch für Zaungäste - am Wanderweg. Gut ausgestattet mit Tritthilfen und zwei markierten Notausstiegen, aber doch recht anspruchsvoll ist der herrliche Panorama-Klettersteig Schwärzenklamm. www.oetztal.com/klettern

1.427 m

Coole Kultur Die Gletscher sind das aktuelle Thema des Kulturprogramms im Rahmen des traditionellen Freiluft-Bildhauersymposiums ARTeVENT. Eine Buchausstellung, Konzerte, Lesungen und Vorträge in Vent widmen sich allen Facetten des ewigen Eises im Natur- und Kulturraum Ötztaler Alpen. Der Termin: 5.08.2012 bis 24.08.2012. www.vent.at/artevent

2.154 m 2.509 m

1.900 m

1.930 m


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RUBR I K T I TE L

RUBR I K T I TE L

Die Wildeste in ganz Tirol Die Ötztaler Ache prägt als pulsierende Lebensader zusammen mit der imposanten Bergwelt das Aussehen, den Charakter und die Identität des Ötztals. Text: Lutz Bormann

Die Wellerbrücke über die Ötztaler Ache bei Habichen/Oetz

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K r af t wass e r

K r af t wass e r

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n Oetz ist es brütend heiß. Die Gletscherschmelze im Hochsommer und ein paar starke Regenfälle haben den Fluss bedrohlich anschwellen lassen. Vor lauter Sand und Geröll brodelt die Ötztaler Ache hellbraun unter der Wellerbrücke am südlichen Ortsende von Oetz. Die neue Holzbrücke ist eine von 40 Brücken über die verschiedenen Wasserläufe im Ötztal. Über die Fluten sind Drahtseile gespannt. An ihnen hängen die Torstangen für die Kanu-Wildwassertage Ende August. Zu gefährlich für die Wassersportler? „Nein, gerade recht für die Profis“, meint ein Einheimischer. Auf einer offiziellen Internet-Seite des Landes Tirol kann man den täglich um mehr als einen Meter schwankenden Pegel an den Messstellen Huben, Tumpen und Brunau verfolgen. Am kühlen Morgen fließt wenig Wasser, am frühen Nachmittag lassen die schwitzenden Gletscher die Ache anschwellen. Die Ursache für die starken Schwankungen liegt weit oben in den Bergen: Das Einzugsgebiet der Ötztaler Ache umfasst 171 Gletscher und reicht vom Gipfel der Wildspitze mit 3.774 m Höhe bis zur Mündung auf 670 m am Inn.

schichte der Ötztaler Ache und ihre Eskapaden. Längst ist die Ache kein Wildfluss mehr. „Sie ist bereits zu 75 Prozent reguliert. Teilweise sofort sichtbar wie bei Tumpen, wo mit großem Aufwand die Ufer befestigt wurden, teilweise im Verborgenen, wenn es um die Geschieberegulierung geht. So betrachtet gibt es im ganzen Alpenraum kaum echte Wildflüsse.“, sagt der Fachmann. Seine Bilanz: „Aber mit Sicherheit ist die Ötztaler Ache der wildeste Fluss Tirols und es bedarf großer Anstrengungen, die Wassermassen durch diese eine Ader abfließen zu lassen. Am 24. August 1987 waren es 380 Kubikmeter pro Sekunde, also fast zehnmal so viel wie bei ‚normalen Hochwassern’ zur Schneeschmelze. Das war zu viel!“ Oft leidgeprüft, ist man im Ötztal dennoch stolz auf den Wasserreichtum. Der Stuibenfall, ein Steilabbruch, über den der Horlachbach von Niederthai nach Umhausen fällt, ist nachts beleuchtet und touristisch erschlossen. Die schönsten Bergseen verbindet eine 4-Seen-Wanderung hoch über Längenfeld, professionelle Anbieter veranstalten Canyoning-Abenteuer für Anfänger und Könner.

Bis die Ache ihre Fluten in den Inn trägt, hat sie das Wasser von mehr als 50 Wildbächen eingesammelt. Im Winter fließen am Messpunkt bei Längenfeld gerade mal zwei Kubikmeter Wasser pro Sekunde vorbei, zur Schneeschmelze im Mai etwa 40! Ihren Namen trägt sie erst ab Zwieselstein, wo sich die Gurgler Ache und die Venter Ache zur Ötztaler Ache vereinigen. Bis sie ihre Fluten in den Inn trägt, hat sie das Wasser von über 50 Wildbächen eingesammelt. Ein Blick auf den Zusammenfluss macht deutlich, dass die aus dem Langtal abfließende Gurgler Ache wesentlich weniger Wasser führt als die Venter Ache. Folgt man deren Lauf weiter hinauf Richtung Ötztaler Gletscherwelt, so erlebt man einen der schönsten und ökologisch wertvollsten Wildflüsse Tirols. Das Gefälle ist enorm, und so brodelt und tost der Gebirgsbach spektakulär wie in einer Klamm unter den beiden Brücken bei Winterstall durch. Im Bergsteigerdorf Vent blickt man von der Ortsbrücke auf einen kraftvoll rauschenden Gebirgsbach. Hier beginnt ihr 13 Kilometer langer Oberlauf, bestehend aus der Rofenache und der Niedertaler Ache. Alle Verästelungen dieser hochalpinen Zubringer gehören zum großen Organismus der Ötztaler Ache. Irgendwann findet man ihre Ursprünge ganz oben, bei den Gletscherzungen in den Ötztaler Alpen, an herrlichen Bergseen in den Stubaiern, wie beispielsweise dem Winnebachsee. Welch eine Idylle! Hier auf 2300 Meter Höhe ist es noch ruhig, es rinnt, rieselt und gluckst unter dem Blockwerk am See. Den herrlichen Ausblick von hier oben ins Herz der Stubaier Alpen haben bereits vor über 3.000 Jahren Hirten genossen, die nachweislich unter großen Versturzblöcken am See bei bescheidenem Komfort hausten, um ihr Vieh zu hüten. 800 Höhenmeter springt der Winnebach hinab über Blockwerk und Schotter, bei Hochwasser mobilisiert er Unmengen von Geschiebe. Im Talort Gries vereint er sich mit dem Fischbach, dem gefährlichsten Wildfluss des Ötztals, der das hochalpine Sulztal und dessen mächtige Gletscherwelt östlich von Gries entwässert. Fels und Wasser, die beiden Hauptdarsteller der Naturlandschaft in den Zentralalpen, formen ein faszinierendes System. „Urgestein“, hier sind es Gneise, Granite, Quarzite, schiefrige Gesteine und Hornblende, verwit-

Die Einheimischen begegnen dem Wasserreichtum mit Faszination und Respekt.

Blick ins Hauertal hoch über Längenfeld

tert mechanisch. Es zerbröselt, bildet Blockwerk, Schotter, sandige Ablagerungen, die in den hochalpinen Talböden fruchtbare Almen entstehen ließen. Nirgendwo sonst als im Alpenbogen gibt es so viele und so hoch gelegene dauerhafte Siedlungen. Die Furcht erregende Kehrseite zeigt das System bei Hochwasser durch Schneeschmelze und Starkregen. Dann entwickeln die Geschiebemassen eine Eigendynamik, die zu Extremsituationen führt. Im Ötztal sind deren katastrophale Auswirkungen bis zurück ins 17. Jahrhundert dokumentiert. Das letzte „Jahrhundert-Hochwasser“ ereignete sich am 24. und 25. August 1987. Nach einem Erdrutsch im Venter Tal brach die aufgestaute Ache schlagartig los und richtete in Sölden schwerste Schäden an. Die Ötztaler Ache ging über die Ufer, zerstörte eine Brücke und riss Straßenteile mit sich. Im Bereich der Ferdinandsbrücke zwischen Längenfeld und Umhausen forderte die Katastrophe 13 Todesopfer. Ist die Ötztaler Ache zu wild für ein dicht besiedeltes Tal? Muss sie mit Beton gebändigt werden? Ist sie den Wildbächen und Hangwässern bei Hochwasserereignissen nicht gewachsen? Reinhard Böss vom Bezirksbauamt Imst ist Leiter der Schutzwasserwirtschaft und kennt die Ge-

Bach nahe der Stableinalm bei Vent

Der Fischbach bei Längenfeld

Bei Umhausen hat man einen künstlichen Badesee angelegt, im Funpark Huben können Kinder auf dem Spielplatz „Wasser und Steine“ das nasse Element erleben. Hinter dem MPreis-Gebäude am Südende von Sölden wurde eine Hängebrücke über die Ötztaler Ache gespannt, ein atemberaubendes Klamm-Erlebnis! Doch die größte Inszenierung hat die Ache selbst bewerkstelligt: Bolzengerade hat sie das längste Seitental des Inns von Süden nach Norden geformt, mit weiten fruchtbaren Talböden und fünf Geländestufen. Wie durch einen Kanal ziehen manchmal ungehindert die warmen Südwinde ins Tal, stauen sich und heizen es besonders im Norden auf. Während Hochgurgl oder Vent klimatisch am Polarkreis liegen, wachsen in Haiming, Sautens und Oetz nahe der Mündung Äpfel, Wein und Edelkastanien wie auf der Südseite des Alpenhauptkamms. Begeisterung, Faszination, aber auch Respekt bringen die Einheimischen ihrer Ötztaler Ache entgegen, auch sprachlich. Niemand käme auf die Idee, sie als „die Ötz“ zu verkürzen.

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B e r g b ah n e n

B e r g b ah n e n

Auf Höhenflug

Im rauchblauen Kokon durch schneeweiße Wolken: Eine Berlinerin schwebt mit den Gaislachkoglbahnen in den Sölder Himmel und zur Erde zurück. Text: Inge Ahrens

Gondel auf dem Weg zur Bergstation der Gaislachkoglbahn

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as Eingangsgebäude der Sölder Gaislachkoglbahn gleicht einer riesigen durchsichtigen Puppe, aus der ihr Schmetterling bereits geschlüpft ist. Sanft summend drehen sich drinnen die großen Kabinen und warten: auf mich! Schmatz, schließt sich die Tür, und mit einem kleinen Schwung geht es mit einem Mal Umsteigen hinauf in den Ötztaler Himmel. Zuerst steil bergan und dicht über der schmalen Waldschneise. Sobald eine Alm sich ausbreitet, wird es tief unter der Gondel. Dann scheint es so, als säße man in einer Hollywoodschaukel, flöge ein Stück näher zum Gaislachkogl, 3.040 Meter hoch. Der Tag hatte nass begonnen. Tief flockten die Wolken ins Tal, und über der schnellen Ache hing wolliger Dunst. Wie weggewaschen war ihr kühles Grün. Nein, kalt ist es nicht an Maria Himmelfahrt Mitte August. Nur der Regen rinnt. Jetzt nadelt er leise krachend die Kabine und perlt von ihrem Kunststoffkleid. Unter mir Flechten, Beeren und Föhren, Moos und Gestein. Ein paar nackte Schafe kuscheln sich aneinander.

an langen Gräsern hängen noch die Regentropfen wie Glasperlen. Haflinger am steilen Hang schütteln ihre weißblonden Mähnen. Die Gaislachkoglbahn mitsamt ihrem delikaten Insektenpanzer hat der nasse Nebel verschluckt. Der ist mittags zum Glück verschwunden, und die restlichen Wolken hat die Sonne gefressen. Nur über dem Tal liegt noch ein feiner Weichzeichner.

Blick aus der Gondel auf Sölden

„Det is ne Wolke“, sagt der Berliner, wenn ihm etwas besonders gut gefällt. Det is ne Wolke, sagt der Berliner, wenn ihm etwas besonders gut gefällt. Ganz Sölden und die Luft darüber ist heute eine Wolke. Oben an der Bergstation lassen mich gefühlte null Grad schaudern. Kein Ausblick auf Gaislachsee und Sonnengarten. Wo sind sie bloß, die schönen Berge? Nur ab und zu reißt die Gardine auf und gibt spröde kupfergrüne Hänge frei. Also schnell wieder rein in die rauchblaue Kabine, der Sitz ist noch warm von Rauffahrern. Oder gibt’s etwa eine Sitzheizung? Eine Etage tiefer zur Mittelstation auf 2.174 m. Da ist es wärmer. Das Grauvieh auf der Alm läutet zur Einfahrt mit seinen großen Glocken. Glockenblumen blühen, und

Mittelstation der Gaislachkoglbahn

Statt Aussichten bescheren die Wolken Einsichten: Bergbahnen können zauberleicht und luftig aussehen. Ich sitze wieder im großen Kokon, höre das Summen der Stahlseile über mir und gleite abwärts ins Tal über resedagrüne Flechten auf riesigen Geröllhängen, über quietschgrüne Wiesen, Fichten und einen winzigen See, auf dem ein Angler im Schlauchboot sitzt und seine Angel ins Wasser tunkt. Die Berge geben sich leider verschnupft. Statt grandioser Weitsichten spendieren sie architektonische Einsichten: Bergbahnen und ihre Garagen müssen keine Betonklötze sein. Sie können auch zauberleicht und luftig aussehen. Aaahhhh, jetzt kann ich auch die Gletscher auf der anderen Talseite wieder sehen. Det is wirklich ne Wolke!

Kühner Ästhet Johann Obermoser ist in Tirol das, was man gemeinhin als profiliert bezeichnet. Der Innsbrucker Architekt hat in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens Meisterschaft darin bewiesen, zeitgenössischen Ansprüchen an funktionelles Bauen gerecht zu werden. Seine Kunst: eine individuelle Handschrift, geprägt von hoher ästhetischer Qualität. Sie macht ihn erfolgreich. Ob Bauten der öffentlichen Hand, gewerbliche Immobilien oder Supermärkte: Wenn’s gut werden soll, engagieren die Bauherren Johann Obermoser. In die Reihe seiner Referenzobjekte dürften sich nach dem fulminanten Erfolg mit der Gaislachkoglbahn nun auch vermehrt Seilbahnen reihen. „Gute Architektur ist nicht nur für den Bauherrn eine Visitenkarte, sondern auch für den Seilbahnproduzenten”, so Obermoser.

Rekordverdächtig schweben Außergewöhnliche Architektur und technische Geniestreiche – längst muss ein Seilbahnneubau mehr können, als nur Menschen zu transportieren. Die Gaislachkoglbahn erfüllt alle Ansprüche an Ästhetik, Funktionalität und Komfort mit Bravour. Gleichzeitig setzt sie neue Branchenrekorde. Fahrgäste steigen im Tal in die leistungsstärkste Einseilumlaufbahn der Welt (Transportkapazität: 3.600 Personen pro Stunde). Den Weg von der Mittelstation zum Berg legt man mit der höchstgelegenen 3-S-Bahn der Welt zurück. Vom Einstieg auf 1.400 m Seehöhe bis auf über 3.000 m dauert die Fahrt rund 12 Minuten. Die Stütze vor dem Gipfel misst in Höhe und Länge jeweils 50 Meter. Ob die gigantische Stahlkonstruktion womöglich die größte ihrer Art ist, vermögen nicht einmal die Techniker letztgültig zu sagen. Beeindruckend ist sie allemal.

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K r af t p l ä t z e

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ie 4-Seen-Wanderung wäre wohl nur selten begangen, gäbe es nicht den Wanderbus. Mit ihm erreichen die Wanderer von Längenfeld aus in wenigen Minuten die Baumgrenze, starten an der Leckalm auf knapp 1.900 m Höhe oder fahren weiter zur Stabele- und Innerbergalm, wo man essen, trinken und einen ruhigen Tag genießen kann. Von dort geht es in Serpentinen flott bergwärts. Kurz vor dem Plattachsee auf 2.500 m lohnt sich eine kurze Rast. Das Gelände ist flach wie ein Tablett und gibt den Blick zurück auf die gesamten Stubaier Alpen frei. Auf älteren Karten wendet sich der Weg Richtung Norden, doch die neue Beschilderung führt sicher nach Süden zum Kreuzjöchel auf 2.621 m hinauf. Der anschließende Abstieg zum Weißensee ist für unsichere Geher teilweise mit Drahtseilen versichert. Still liegt er da, in einer Bergnische, die ihn vor allen Geräuschen abschirmt. Der Blick streift über den weiten Kessel von Felderkar und Innerberg unter den schattigen Steilhängen des Geigenkamms. Durchatmen, ja, und aufatmen, denn die Topografie verrät, dass es jetzt nur noch bergab gehen kann. Nach ein paar Steilstufen quert man die Bergflanke. Wenn hier ein Gewitter einfliegt, kann man ruhig querfeldein zur Innerbergalm absteigen. Was wäre das Wandern ohne Gegenanstiege? Die Spitzigseen vor den wilden Felsabbrüchen lohnen die kurze Mühe. Dann folgt der kurze Weg zum letzten See mit der nicht bewirtschafteten, während der Saison aber immer geöffneten Hauerseehütte. Der Hauersee ist einer von über hundert Bergseen im Ötztal, die während der Eiszeit von Gletschern ausgehobelt wurden und sich später mit Schmelzwasser füllten. Wollgras wächst in den verlandeten Zonen, im Frühjahr blüht es malerisch.

In himmelsaugen schauen Die Hochgebirgsseen sind im Ötztal leichter zu erreichen als man denkt - Wanderbus und Hüttentaxi kürzen die Wege zu den Juwelen der Bergwelt ab. Text: Lutz Bormann

Wer in den Spiegel eines Bergsees schaut, fühlt sich dem Himmel nah, atmet auf und atmet durch Nun läuft man keinesfalls ins Hauertal, sonst droht der lange Abstieg bis Längenfeld. Also geht man ein kurzes Stück denselben Weg zurück und zweigt dann nach rechts über einen langen Bergrücken zur Innerbergalm ab. Kurz nach vier sammelt der Wanderbus die Jochbummler wieder ein. Welch ein runder Tag im Hochgebir-

Kristallblau schillert der Wannenkarsee (2.639 m) oberhalb von Sölden

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Der Piburger See in Oetz, der w채rmsten Badesee Tirols.


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K r af t p l ä t z e

UNTERWEGS MIT PROFIS.

r das kten Partner fü fe er p re Ih r. re n h ebildet in alle Unsere Bergfü sg au s n te es B . bnis re Gäste große Bergerle leiten sie unse eg b n te ar rt o tals. alpinen Bergsp unkten des Ötz zu allen Höhep BERGSPORT &

Der stille See auf dem Achsellehn im Wandergebiet Umhausen

ge mit vier Himmelsaugen – dem Wanderbus sei Dank. Wer länger bleibt und die Ötztal Card erwirbt, fährt übrigens immer gratis mit. Mehrmals täglich fährt der Wanderbus von Längenfeld hinauf zum Bergdorf Gries. Am Ortsende wendet man sich auf der Straße den Hotelbauten von Winnebach zu und verschwindet hinter ihnen in einem schönen Bergwald, der immer wieder den Blick auf die tosenden Fluten des Winnebachs freigibt. Wer den letzten Bus nimmt, kommt gegen halb acht Uhr abends ans Ziel – und ahnt noch nicht, welch glückliche Wahl er mit der Winnebachseehütte getroffen hat. Michael Riml ist ein Hüttenwirt wie aus dem Bilderbuch, ständig auf Achse, immer präsent und dabei die Ruhe selbst. Nach dem opulenten Abendessen kann man auf der Terrasse den grandiosen Sternenhimmel bewundern, dazu rauscht der Abfluss des angrenzenden Winnebachsees, der die Wasserkraftturbine antreibt und so die Hütte mit Strom versorgt. Die Zimmer sind teilweise renoviert und blitzsauber. Nur auf die Schnarcher hat der Hüttenwirt keinen Einfluss. Am Morgen ist nach 500 Höhenmetern das Zwieselbachjoch auf 2.868 m erreicht. Vorhang auf für ein Faszinosum! Das weit ausladende Zwieselbachtal präsentiert sich als Almidyll im XXL-Format. Stundenlang begleitet man die Mäander und Verästelungen des Zwieselbachs und gelangt schließlich zur Schweinfurter Hütte.

236416 T +43 (0) 5254 er-soelden.com hr ue gf er .b w ww

Info Wanderbus Im Busfahrplan Regio Ötztal sind alle Buslinien, Wanderbusse und Hüttentaxis verzeichnet. Die Hüttentaxis erschließen nicht öffentliche Fahrstraßen. Voranmeldung in allen Informationen des Ötztal Tourismus bis spätestens 16:00 Uhr des Vortages. Ötztal Tourismus: T +43 (0) 57200

EINKEHR-TIPPs Stabele-Alm (1.908 m) Gemütliches Wanderziel mit ausgezeichneter Küche. Eine der beliebtesten Hütten im Ötztal. www.gstreinshof.com/stabelealm winnebachseehütte (2.362 m) Außerordentlich gut geführte DAV-Schutzhütte. Idealer Stützpunkt für ambitionierte Bergsteiger auf dem Ötztaler Adlerweg. www.winnebachseehuette.com

Kraft strömt dort, wo sich Himmels- und Wasserblau verbinden. Frühere Verschnaufpausen kann man bei der Sennhütte einlegen, spätere auf einer der beiden Horlachalmen oder der Larstigalm. Für den romantischen Schlussakkord sorgt der mächtig donnernde Horlachbach. Sein Rauschen klingt den Wanderern noch lang im Ohr nach.

LE SÖLDEN

ERLEBNISSCHU

Schweinfurter Hütte (2.036 m) Gute Lage, gute Küche – von Niederthai aus ein idealer Familienausflug in 2 Std. und strategisch guter Stützpunkt für Adlerweg, Ötztal Trek und zahlreiche Gipfelziele. schweinfurter-huette@aon.at


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Ti e r l e b e n

Ti e r l e b e n

Die Grauen eminenzen

Schäfchenweich wohnen

Weit jenseits der Baumgrenze verrichtet das Tiroler Grauvieh im Ötztal sein Tagwerk, weidet unzugänglichste Grasflecken ab und erhält so die einmalige Hochgebirgslandschaft.

Im Ötztaler Schafwollzentrum in Umhausen wird die Schur von Alpenschafen zu kostbaren Teppichen und flauschigen Designerlampen verwoben.

Text: Isolde v. Mersi

Text: Inge Ahrens

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ing, dinggeling, ding. Hell wie der Morgen im Hochgebirge ist, klingen die Glocken, die mich aus dem Schlaf im Obergurgler Hotelbett holen. „Singeisen“ sagt man zu den Kuhglocken - was für ein netter Name für einen Wecker! Die „Grauelen“ ziehen pünktlich um sieben Uhr los aus ihren Ställen, trotten zu den Almweiden am Fuß der Gletscher, grasen zwischen Felsbrocken die würzigsten Almgräser und -kräuter. Abends um 18 Uhr führt die innere Uhr die grauen Kühen zurück in die Ställe. „Das Tiroler Grauvieh ist berggängig und weidetüchtig, es braucht keine Hirten“, erklärt Erich Scheiber, Hotelier in Obergurgl, Grauvieh- und Haflingerzüchter und seit mehr als 40 Jahren Obmann des Tiroler Grauviehzuchtverbands. Geschäftsführer Otto Hausegger ergänzt: „ Als Nebenerwerbsbauern brauchen die Tiroler Landwirte eine robuste Rinderrasse, die wenig Arbeit macht.“ Im Ötztal weiden die pflegeleichten „Grauelen“ auf allen Almwiesen. Trotzdem gilt die uralte alpine Rasse als gefährdet. „Manche Bauern meinen halt, dass ausländische Hochleistungsrinder mehr Milch und Fleisch bringen“, entrüsten sich die beiden Fachmänner. Und überzeugen mich gleich vom Gegenteil. „Dass die grauen Kühe bessere Milch geben, ist wissenschaftlich belegt“, sagt Hausegger. Erich Scheiber legt nach: „Und wir haben es von Forschern und Feinschmeckern schwarz auf weiß, dass das Fleisch der grauen Almochsen im Vergleich mit dem anderer Rassen im Spitzenfeld liegt.“ Die Fachliteratur werde ich später lesen. „Gemma Grauelen schauen“, bitte ich die Herren. Für mich sind die Kühe mit den feucht schimmernden Augen und dem Fell in allen Schattierungen von Edelweiß- über Silber- bis Dunkelgrau die schönsten Rasenmäher der Welt. Und die unverzichtbarsten Kulturlandschaftspfleger, wie wir beim Ausflug hoch hinauf zum Langtaler und Gurgler Ferner beobachten können. Weit oberhalb von 2.000 m halten die Tiere den Grasbewuchs auf schroffsten Steilhängen kurz. Das könnte kein Schnitter packen. Abends, im Stall von Erich Scheiber, kann ich die Schönheitskönigin „Enzian“, ihre „Hofdame“ und das sonstige Gefolge zwischen den Hörnern kraulen. Später, beim Abendessen im Hotel der Familie Scheiber, probiere ich die Butter aus Grauviehmilch. Es ist, als würden mit ihr alle Aromen der Hochalmen gleichzeitig auf der Zunge zergehen.

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olle weckt Gefühle. Der eine denkt an schmuseweiche Wärme, dem andern sträuben sich in Erinnerung an kratzige Leibchen die Nackenhaare. Die Wolle der Tiroler Bergschafe und Steinschafe ist eher rau und drahtig. Ein Pullover muss also nicht sein. Im Schafwollzentrum der Familie Regensburger werden daraus und aus der Schur weiterer sieben Alpenschafrassen wunderschöne Teppiche, daumendicke Dochtwolle, Filze und eine von Designern inspirierte Lampe im Zopfmusterstrickkleid. Im Familienunternehmen Regensburger auf der Lehnpuit am Horlachbach von Umhausen klappern die Webstühle. Kunden mit Sinn für Tradition lassen sich hier ihren Teppich nach Maß fertigen. Johannes Regensburger (70), Firmeninhaber in zweiter Generation, übernahm 1964 mit 23 Jahren das väterliche Unternehmen und führt es mit seinen drei Söhnen in die Moderne. Nachhaltigkeit ist gefragt. Johannes Regensburger verarbeitet daher ausschließlich Wolle aus dem Alpenraum und setzt auf Handarbeit. Zehn Schafrassen, darunter das Schweizer Jura- und Walliser Schwarznasenschaf, spenden ihre Wolle zum edleren Wohnen. „Ihre Verschiedenartigkeit macht unsere Produkte unverwechselbar“, darauf ist Johannes Regensburger stolz. Die „Schweißwolle“ wird in Umhausen gewaschen, gekämmt und zu Dochtwolle und Teppichen verarbeitet. Aus den vielfarbigen Filzen der Werkstatt machen Partnerunternehmen Pantoffeln, Wolldecken oder Matrazenvliese. Natürlich ließe sich kratzige Wolle mit Chemie geschmeidiger machen. Aber das würde Johannes Regensburger niemals tun. „Alles soll schön authentisch bleiben.“ Das Schafwollzentrum hat einen großen Schauraum. Dort können Besucher einkaufen, ihren persönlichen Teppich in Auftrag geben. Gerade entwickelt Johannes Regensburger eine Auflage für eine Gesundheitsliege, und seine zukünftige Schwiegertochter Manuela tüftelt an einer eigenen Designlinie.

INFO Ötztaler Schafwollzentrum Lehnpuit 2-4 Umhausen T +43 (0) 5255 5293 www.schafwolle.com

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g r a t wa n d e r n

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670 m ÖTZTAL BAHNHOF

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Moos Alm 1448 m StabeleBrunnenberg Alm 1972 m Kleble Alm 651 1983 m Stallwies Alm 1842 m

Hochtour von Vent zur Hochvernagtspitze (3.535 m)

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Naturpark Ö tztal

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Hochvernagtwand 3433 m

Hochvernagtspitze 3535 m

Ötztal Trek: Etappe 12,13,14 und 15! Details im Folder Ötztal Trek erhältlich in allen Informationen des Ötztal Tourismus

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Braunschweiger Dawa, dem Nepali auf Besuch in den Hütte Fluchtkogel geben wir uns alle Mühe, das tau2759 m P i t z t a l e r J ö c h l Alpen, betreten. Die Gewohnheit, dass alpensendfach gezackte Panorama zu erläutern – und Gaislachkogl Gh. Silbertal ländische Bergsteiger von Reisen in den Himaübersehen dabei nicht, dass Dawas Blick gleich 3058 m Bodenegg 1982 m Schwarzkogl Grubenkopf Gaislach Alm laya die bunten Fahnengirlanden mitbringen Rotkogeljochhütte Wassertalkogl an der weißen Pyramide der Weißkugel hän3016 m Gh. Sonneck 2821 m 2662und m auf ihre heimischen Gipfel tragen, scheint gen bleibt. „Dheri ramro chha“, sehr schön sei 3252 m Löple Alm Heide Alm Rotkogl Goldegg Alm 2947zu m überraschen. Gebetsfahnen an Dawa nicht die, murmelt er anerkennend und scheint schon 1912 m exponierten Orten sind in seinem Kulturkreis Puitkogl über einen „kleinen Umweg“ nachzudenken. Rettenbach Alm 644 642 2145 m eine Selbstverständlichkeit. 11 3343 m Worauf wir diskret das Interesse in die entgeHühnersteig´n 2000 m Außergewöhnlich findet er indes die rundum gen gesetzte Richtung lenken. Dort nämlich Mittelberg hochalpine Szenerie. „Nur“ 3.498 Meter hoch ragt nicht 1736 m weniger prächtig die Wildspitze über Gampe Alm Sonnblick 2000 m 2090 m ist der Fluchtkogl - und dennoch umgeben von Gletscher, Jöcher und Grate. Der höchste Gipfel Grieskogl Hochsölden der Ötztaler soll der krönende Abschluss unserer weiten Gletscherfeldern. Im Himalaya hingeMandarfen Innerer Hohe Geige 2911 m 1670 m 2.090 m ersten gemeinsamen Alpen-Exkursion werden. genWartkogl reichen die Anbauterrassen und Weiden bis 3392 m 2692 m Zwischen hier und dort liegt allerdings noch über dreieinhalbtausend Meter. Auf Eisfelder ein langer Marsch: hinab zur Vernagthütte, hinstößt man erst viel weiter oben. Die Ötztaler Optik also passt für ein Hochgebirge nach nepa- auf zum Brochkogeljoch und über den Westgrat auf den felsigen Südgipfel. Dass auch dort Gelesischen Kriterien. Und dass auch hierzulande betsfahnen im Wind flattern, ist wahrscheinlich. Wegstrecken lang und die Höhenmeter reichAbsolut unrealistisch dagegen ist Dawas hinlich bemessen sein können, haben wir Dawa tersinnige Überlegung, ob wir vielleicht bei der bereits auf der Etappe zwischen der SimilaunVernagthütte ein paar Burschen als Träger für hütte und dem Hochjochhospiz vorgeführt. die schweren Rucksäcke anheuern könnten. So Im Brandenburger Haus, dem urgemütlichen ganz wie im Himalaya ist es dann doch nicht in Außenposten der Zivilisation inmitten einer arkden Ötztaler Alpen. tisch anmutenden Eiswildnis, wäre er dann am liebsten für ein paar Tage geblieben. Der nepaHeiligkreuz

Lenzen Alm 1896 m

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Fundstelle "Ötzi"

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Guslarspitzen Brandenburger Haus 3147 m Hochjoch Hospiz 3272 m 2413 m Kesselwandspitze Gusl a r f e r n e r3414 m Wildspitze Fluchtkogl 3774 m Vernagt Hütte Breslauer Hütte 3497 m Gh. Rofenhof 2848 m 2755 m Gh. Geierwallihof 2014 m

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Innere Quellspitze 3514 m

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Grieskogl 3107 m Nederkogl 3163 m

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Langtalereck Hütte 2430 m

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Hangerer 3020 m

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osferner Text: Birgit Antes

Vorderer Diemkogl 3368 m

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Ein Nepalese unterwegs in den Alpen, der müsste sich vorkommen wie in einem Miniaturgebirge – dachten wir. Hochwildehaus R o t m o o ziemlich sjoch Eiskögele Der Freund aus dem Himalaya zeigt sich jedoch beeindruckt r n 2866 m er 3233 m von einer gemeinsamen Etappe auf dem ÖtztalR oTrek. tmo

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Hintere Schwärze 3624 m

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Auf dem Weg zum Fluchtkogl (3.497 m)

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Die strahlende Weißkugel (3.793 m)

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Q u e ll e n k u n d e

Q u e ll e n k u n d e

Die Kraft aus der Tiefe Das schwefelhaltige Wasser von Längenfeld wirkt entspannend und wohltuend seit mehr als 400 Jahren. Auch wenn es heute statt in hölzerne Tröge in edel gestylte Becken fließt. Text: Isolde v. Mersi

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lles läuft rund, seit ich aus dem Ötztalurlaub zurück bin. Kann es sein, dass mein Wünschen im „Raum der glückhaften Segnungen“ des Aqua Dome geholfen hat? Ein Schamane hat ihn eingerichtet und einmeditiert. Ich habe mich dort auf ein Wasserbett gelegt und auf Wunscherfüllung konzentriert - angestiftet von einer sanften Stimme aus dem Off. Schön war’s, fast ein wenig feierlich und sehr exklusiv, denn hierher kommen mit Aufpreis nur die VRPs, sprich: die Very Relaxed Persons. Ihnen stehen dafür dann auch eine tolle VIP-Lounge mit Meerwasseraquarium und etliche weitere Extraverwöhnsachen offen. Wenn ich jetzt am Arbeitsplatz die Augen schließe, dann tauchen auch noch andere Bilder auf: Erinnerungen ans schwerelose Schweben im Solebecken im Freien, mit aus der Froschperspektive atemberaubenden Ausblicken auf Gipfel, die an einem heißen Augusttag an einem unglaublich blauen Himmel kratzten. „Seinen Bedürfnissen entsprechend schafft der Bauer sich auch die Bäder - die Leibesverpflegung muss massenhaft sein, Messe und Rosenkranz dürfen nicht fehlen, und dann hat er genug, wenn er nichts weiter zu thun braucht, als auf der Bank zu liegen und …Karten zu spielen“. So müssen wir uns das „Tiroler Badeleben“

nach einem Bericht von anno 1872 vorstellen. Zu jener Zeit gab es in Längenfeld ein schlichtes Bauernbadl, 1589 tauchte es erstmals in einem Schriftstück auf. Hermann Lunger, Geschäftsmann und ehemaliger Obmann des örtlichen Tourismusverbands, hütet viele alte Schätze, Bücher und Bilder, Urkunden und Verträge. Gesammelt hat er sie während der beinahe 20 Jahre, die es gebraucht hat, das schwefelhaltige Heilwasser wieder nutzbar zu machen. „Das alte hölzerne Bauernbadl brannte 1875 ab. Aber 1894 erstand es wieder neu als elegantes Kurhotel. Ich erinnere mich an dieses Haus, das 1980 abgerissen wurde, als Tanzlokal. Die Quelle war schon in den 1960er Jahren beim Bau eines Entwässerungsgrabens versiegt“, erzählt Lunger. Als Tourismusobmann nahm er 1986 die Suche nach der verschütteten Quelle wieder auf, mit Hilfe von Wissenschaftlern und Wünschelrutengängern. Die erste Therme Tirols wird noch größer und schöner. Seine Vision: „Ins alte Bad kamen Berühmtheiten wie die Dichter Morgenstern, Ringelnatz oder Trakl. Meine Mitstreiter und ich wollten

Längenfeld wieder zu einem besonderen Ort machen.“ Mehr als zehn Jahre später, nach einer Bohrung auf 1.865 m Tiefe, fand man in Längenfeld 67 Grad heißes Schwefelwasser. „Tirol schlägt Wellen“ titelte die ZEIT unmittelbar vor der Eröffnung des Aqua Dome im Jahr 2004. Eine Gruppe von Investoren hatte 73 Millionen Euro für die erste Therme Tirols ausgegeben. In sie fließen heute 90 Prozent des heilkräftigen Quellwassers. Darin pritscheln 300.000 Tagesgäste pro Jahr. Für die Saunalandschaft regnet es internationale Auszeichnungen. Und nun fließen weitere 20 Millionen Euro in die Erweiterung des Hotels. „Bis zum Ende dieses Jahres werden wir 60 neue Zimmer und Suiten, fünf Seminarräume und auf dem Dach einen eigenen Spa-Bereich für Hotelgäste bekommen“, freut sich die Geschäftsführerin Bärbel Frey. Hermann Lunger fährt mich zum Quellgelände unter den Felsen. Es ist ein stiller Kraftplatz. Pläne, das alte Naturbadl neu zu inszenieren und dort das Wissen über die alpinen Badetraditionen lebendig zu halten, sind schon weit gediehen. Vielleicht begünstigt der schamanistische „Raum der glückhaften Segnungen“ drüben im Aqua Dome ja auch ihre Realisierung.

Info

AQUA DOME Tirol Therme Längenfeld Oberlängenfeld 140 6444 Längenfeld T +43 (0) 5253 6400 www.aqua-dome.at

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G e n u ss

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Gegen die Zeit

Die Geschichte von Jakob Prantl und seiner Almwirtschaft der anderen Art. Text: Andreas Wenderoth

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st es nicht merkwürdig“, denkt sich Prantl, „dass die Menschen so leben, dass sie ständig erholungsbedürftig sind? Die Menschen leben häufig gegen ihre Natur.“ Die Touristin aus Moskau hatte im letzten Jahr in den Sternenhimmel geschaut und geweint, als sie zum ersten Mal merkte, wie laut ihre Stadt wirklich war. Und was mit ihr geschah, wenn man all die vom Menschen geschaffenen Geräusche einfach abzog. Als der Vollmond ganz still über den Berg trat und silbernes Licht über die Hänge rieselte, war etwas in ihr passiert. „Hier ist sie in sich gekommen“, sagt Prantl. Dabei ist Sölden ja eher ein Synonym für die inszenierte Fröhlichkeit als ein Ort der Innerlichkeit. Die Kneipen heißen hier beziehungsreich „BlaBla“, „Bierhimmel“ oder „Hasenhütte.“ Ebenso laute wie seichte Schunkelmusik treibt zielgerichtet in alkoholische Erlösung. Lädt ein Platz zum - überwiegend schlechten - Essen ein, wird darauf mit einer riesigen Aufschrift „Hungry?“ oder „Mjamjam“ hingewiesen, ganz so, als seien die Gäste ohnehin nicht in der Lage, zusammenhängende Sätze zu verstehen. Nein, dies ist nicht die Welt des Jakob Prantl. Sicher, auch er war einmal jung, hat das, was man intensives Leben nennt, genossen, fuhr stets jenseits der Pisten, einmal sogar unfreiwillig 100 Meter auf einer Lawine, die ihn Demut lehrte. Viele Vaterunser hat er gebetet, dass seine Kinder vernünftiger würden als er selbst. Aber nun, 48-jährig, mit gereiftem Geschmack und Lebensalter, möchte er diesen Teil des Tals gern hinter sich lassen. Prantl, einer von 23 Almwirten im hinteren Ötztal, macht es anders als seine Kollegen, die den Touristen dieselbe dröhnende Hüttengaudi bieten wollen wie unten im Tal. In Prantls „Gampe Thaya“ sind die Klänge gedämpft, man betrinkt sich nicht, sondern schaut in den ausklingenden Tag. „Mir ist´s lieber, wenn die Leute auf den Bänken sitzen,

dazu sind sie ja da.“Jakob Prantl, verheiratet seit 26 Jahren, drei Kinder. Ein eigener Kopf. Macht Hauswurst, getrocknetes Rindfleisch, 50.000 Liter Milch. Wohnt im Tal und bewirtet oben auf der Alm die Gäste. Pfeift auf den Ertrag, wenn´s ihm gegen den Strich geht. Hat grad die Terrasse um 20 Sitzplätze reduziert, weil es ihm unübersichtlich wurde. Findet nicht schlimm, wenn die Hütte mal eine Woche nicht vermietet ist. „Die braucht ja auch einmal eine Erholung.“ Nebel liegt im Tal als er an diesem frühen Morgen, den grünen Lodenhut mit der Bussardfeder tief ins Gesicht gezogen, in den Jeep steigt und sich über enge Serpentinen den Berg hochschraubt. „Der Herrgott hat schon gewusst, wen er hier heraufschickt.“ Bei 2.000 Höhenmetern ist das Ziel erreicht. Drüben der alte Schmugglerweg und die Zollstation, die Gaislachkoglbahn und die Alm, wo seine Mutter geboren wurde. Ein Tannenhäher schreit über den Wipfeln. Prantl zieht die frische Bergluft in seine Lungen, lässt den Blick schweifen auf die drei Dreitausender, die jetzt blau aus ihrem Schatten hervortreten und sagt: „Der Herrgott hat schon gewusst, wen er hier heraufschickt.“ Er schließt die Tür zur Alm auf und schaut auf das Schild an der Wand der Stube:„Der Gast hat sich stets so zu verhalten, dass sich der Wirt wohl fühlt.“ Lange hat er kämpfen müssen für ein Konzept, an das anfangs nicht mal seine eigene Familie glaubte. Hat sich einfach geweigert, Pommes und Frankfurter Würstchen auf die Karte zu nehmen, obwohl die Gäste das wollten - aufstanden und gingen. „Ich verkauf alles, aber nicht mich selbst“, hat Prantl gesagt, blieb stur und bot weiterhin ausschließlich einheimische Kost. Den Kakao gibt´s bei ihm nicht mit Wasser, sondern mit Kuhmilch, obwohl das anfangs vielen nicht zusagte.

Aber es geht ihm ja auch nicht um die Zustimmung eines jeden. 1982 begann der gelernte Zimmermann Jakob Prantl, der zuvor mit seiner Frau ein Hotel geführt hatte, die verlassene Alm zu renovieren. Sorgte dafür, dass man von der Ofenbank an schartigen Tischen vorbei durch winzige Fenster bald wieder hinausschauen konnte, auf Kühe und Tal. Schleppte Baumaterial in 2.000 m Höhe und stellte, weil ihm Verkitschtes ein Greuel ist, zur Gampe ein neues Gebäude mit moderner Architektur - die aneckte. Eine Küche aus Edelstahl hinter einer riesigen Glasfront, damit er sich wohl fühlt und die anderen ihn sehen können. „Das soll bäuerliche Idylle sein?“, fragten sich die Einheimischen. Einen Traditionsbruch haben sie ihm vorgeworfen, hinter vorgehaltener Hand. Nur ist Prantl eigentlich viel traditioneller als sie. Tradition gefällt ihm allerdings nur, wo sie echt ist. Prantl ist ein Visionär des Rückschritts, jedenfalls, wenn er denkt, dass er nach vorn führt. Prantl bereitet sein Sauerkraut für die Gäste vor. Natürlich per Hand, so wie er es von seinem Großvater gelernt hat. Den anderen Almwirten ist es zu mühsam, es passt nicht mehr in die Zeit. Am Anfang haben sich seine Frau und die Kinder beschwert, weil das Hobeln doch sehr in die Schultern geht. Überall zwickt und zieht es dann tagelang. „Genau das ist der Unterschied“, hat er ihnen erklärt. „Um genau das ist das Kraut besser!“ Aus der Küche holt Prantl ein schweres Holzbrett und das lange Messer, schleift es am Stein, schließt den Schuppen auf, in dem 700 Kilo Kohlköpfe lagern, und wuchtet eines der riesigen Lärchenholzfässer auf den Platz unter dem Holzkreuz als wäre es ein Streichholz. Frau und Tochter arbeiten zu. Die äußeren Blätter für die Schweine vom Nachbarn, „der Kreislauf muss ja stimmen“, Köpfe halbieren, Strunken heraus, dann auf den 40 Jahre alten Hobel. Anpressen, immer wieder hin und her. In 13 Sekunden wandert der halbe Kopf durch das Schneidwerk ins Fassinnere. Kräutersalz, Wacholder und Lorbeer schichtweise obendrauf. Wie viel wovon? „Der Papa ist das Maß“, sagt seine Tochter. Ein schönes Kraut werden die Gäste bekommen.

Info

GAMPE THAYA Gampealm 1 6450 Sölden T +43 (0) 664 2400246 gampethaya@riml.at www.gampethaya.at

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Natürlich süSS

Die fleißigsten Bewohnerinnen des Ötztals, die Bienen, verwandeln die Fülle der Landschaft und Blumen vom Augenschmaus in puren Gaumengenuss. Text: Ursula Scheiber

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it offenen Augen und Ohren durch die Natur wandern und dabei die Welt bis ins kleinste Detail bewundern: Wer diese Kunst des Müßiggangs kennt, nimmt sofort die Bienen wahr, im Flug von Alpenrose zu Himbeere, von Erika zu Löwenzahn. In der so oft betitelten Kargheit der alpinen Landschaft finden sie eine Vielfalt an Labe- und Sammelstationen. Der Honig, das süße Elixier der Natur, wird im Ötztal schon lange geschätzt. Beinahe jeder Bauernhof beherbergte früher ein paar Bienenvölker, in Strohkörben, meist unweit der eigenen Obstbäume und des Bauerngartens. Der gesunde Süßstoff aus dem Bienenreich gehörte zur Selbstversorgung dazu. Sein Stellenwert zeigte sich etwa daran, dass er ein besonderes Gericht zieren durfte: Das Nuischmalz, eine feste Creme aus Butter, Mehl und Milch, mit Honig übergossen vielerorts noch heute von den Ötztaler Bäuerinnen zum Kirchtag zubereitet. Dass die Bienen mehr als nur Honig liefern, zeigt ein Besuch in der Ötztaler Gebirgsimkerei der Familie Klotz in Längenfeld. Eine Vielfalt an Produkten steht im Hauseingang bereit, vom Cremehonig bis zum Honig-Nüsse-Mix, von Bienenwachskerzen bis zum Honigwein. Marcel Klotz ist seit über 30 Jahren Imker, seine Frau

unterstützt ihn tatkräftig bei diesem Hobby. Eine zeitintensive, doch schöne Tätigkeit, sind sich die beiden einig, sei es doch ein Arbeiten mit der Natur, dem Rhythmus von Bienenvolk und Jahreszeiten folgend. Zum Nektarsammeln fliegen die Ötztaler Bienen bis auf 2.000 m Höhe. Auf bis zu 2000 m Seehöhe stehen die Bienenstöcke der Familie, das Resultat ist ein echter Gebirgshonig. „Die Kulturlandschaft im Ötztal ist frei von großen Industrieanlagen und von Monokulturen. Dieses gute Umfeld drückt sich natürlich in der Qualität des Honigs aus“, preist Marcel Klotz die Vorzüge des Ötztaler Bienenprodukts. So weckt zu Hause am Frühstückstisch jeder Löffel aus dem Honigglas auch noch im tiefsten Winter süße Erinnerungen an den Bergsommer in Tirol.

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Sommer

in der Almenregion Hochoetz

• Familienwandern Gepflegtes Wegenetz - vom kinderwagentauglichen Forstweg bis zur beeindruckenden Gipfelwanderung

SommerhighlightS 2012

• Genusswandern Atemberaubende Panoramablicke, idyllische Almwiesen, urige Einkehrmöglichkeiten, Tiroler Gastlichkeit

15. 07. 2012 rAdio U1 mUsikANtENtrEFFEN

• Erlebniswandern Knappenweg, Besinnungsweg und Rundwanderweg Rotes Wandl

19. 08. 2012 Alm- & BErGFEst

03. 06. 2012 VolksmUsik Am BErG

29. 07. 2012 AlphorNtrEFFEN

16. 09. 2012 oktoBErFEst

• NEU: Aussichtspunkt Zugspitzblick

Einkaufstipp Weitere Imker-Adressen finden sich in der Broschüre „Eppas Guets. Bäuerliche Produkte und Direktvermarkter im Naturpark Ötztal“, erhältlich in allen Informationen des Ötztal Tourismus und beim Naturpark Ötztal, www.naturpark-oetztal.at

Betriebszeiten Acherkogelbahn 02. 06. - 14. 10. 2012, tgl. von 09:00 - 12:00 und 12:45 - 16:30 Uhr. Mittagspause von 12:00 - 12:45 Uhr

Almenregion Hochoetz A-6433 Oetz Angerweg 13 T +43 (0) 5252 6385 F +43 (0) 5252 6385-15 info@hochoetz.at

hochoetz.at


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Abenteuer

Abenteuer Wer sich jetzt wundert, wofür Schwimmkenntnisse in einer Schlucht gut sein sollen, wird schnell einsichtig. Die sogenannten Wasserrutschen, vom Wasser glatt geschliffene Furchen im Fels, können direkt hinabgerutscht werden. „Die Arme über der Brust kreuzen, den Kopf hochhalten und immer mit den Beinen voran rutschen“, erklärt der Guide noch einmal die optimale Körperhaltung, während die ersten Erfahrenen schon unter lautem Jubeln in die Tiefe sausen. Bei den geführten Raftingtouren ist Sicherheit das oberste Gebot.

WasserspaSS mit Kribbelfaktor

Für alle „Bodenständigen“, die sich nicht die Felswände hinabstürzen wollen, hat die Area 47 ebenfalls zahlreiche Highlights zu bieten. Eines davon ist eine Raftingtour unter der Führung ausgebildeter Raftingguides. Hier kann man sich in die Fluten des Inn oder aber der direkt am Gelände vorbeilaufenden Ötztaler Ache wagen. Vor dem Vergnügen steht jedoch die Pflicht: In einem Materialzelt werden alle Abenteurer mit Neoprenanzügen, Helmen und Schwimmwesten ausgestattet. Dann heißt es umziehen – und das ist gar nicht so einfach. „Oh, Mann, sind die Anzüge eng“, „Ich glaub, ich hab ’ne zu kleine Größe bekommen“ oder „Kann mir mal jemand helfen, ich kann mich kaum noch bewegen“, hört man es aus den Umkleidekabinen jammern. Gelächter schallt über den Platz. Hat sich eine Raftinggruppe dann wieder komplett versammelt, sind die Sicherheitseinweisungen durch den Guide fällig. Ohne Schwimmweste und Helm kommt hier keiner aufs Wasser. Nach einer kurzen Busfahrt kann es dann losgehen, das sportliche Erlebnis mit Kribbelfaktor. „Auf dem Wasser werdet ihr mich kennenlernen, da wird mein Ton auch mal militärisch“, stellt Christian Schnöller, Marketingleiter der Area 47, klar und erntet dafür Gelächter. Hin und wieder fährt auch er, ebenfalls ausgebildeter Raftingguide, mit Gästen einige Touren. An der ersten Stromschnelle prasseln dann die Befehle: „Gleichzeitig paddeln!“, „Rechts paddeln!“, „Links paddeln!“, „Alle!“ – dann ist es geschafft. Ruhig treibt das Schlauchboot wieder durchs Wasser. Keiner ist über Bord gegangen – Glück gehabt. Nass sind jedoch alle geworden. Da meist in einem Verbund aus mehreren Booten gefahren wird, ist man in den ruhigen Flussabschnitten vor Attacken der anderen Raftinggruppen nicht sicher. Wasserschlachten und Enterversuche müssen sein als Spaß und Entspannung vom Nervenkitzel. So mancher bekommt nach einem kleinen Schubs unvermutet eine spontane Abkühlung im Fluss. „Wir haben schon so unsere Möglichkeiten, um die Leute schwimmen zu schicken“, lacht Schnöller. Dennoch bleibt immer wieder Zeit, um die herrliche Natur vom Wasser aus zu bewundern und zu staunen, sobald die nächste Flussbiegung ein weiteres Panorama freigibt. In der Area 47 locken dann die heißen Duschen und das Lakeside-Restaurant. Von der Terrasse aus kann man anderen Wagemutigen zusehen, die sich mit Snowboards oder BMX-Rädern von der Sprungschanze in den See stürzen. Und nebenbei überlegen, welcher Adrenalinkick es als nächster sein darf.

Beim Canyoning in den Klammen oder beim Rafting in den Fluten von Inn und Ötztaler Ache werden Abenteuerhungrige mit allen Wildwassern gewaschen. Text: Nadine Kühn

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in kurzer Schrei gellt durch die Höllwiesenklamm: Der erste Teilnehmer der Canyoning-Tour hat die steil abfallende Felswand mit einem Sprung ins kühle Nass des Baches unterhalb eines Wasserfalls überwunden. Ein bisschen Mut gehört schon zu solch einem Sprung aus vier bis fünf Metern Höhe, mitten hinein in die sprudelnden Wasser. Wer sich jedoch nicht überwinden kann, der wird abgeseilt, vom staatlich geprüften Canyoning-Guide, ohne den keine Gruppe in die Schlucht geht. Abseilen ist auch an manchen anderen haarigen Stellen in der Klamm notwendig. „Es ist wie beim Klettern, nur dass man den Fels nicht erst hinaufsteigen muss“, stellt Carolin fest. In der Tat sind Teilnehmer mit Klettererfahrung im Vorteil. Sie kennen sich mit dem Umklinken der Sicherungsseile und dem Abseilen in der Wand bereits aus. Alle anderen erhalten vor Beginn der Tour eine Einführung.

AREA 47 Outdoorplayground

Info

Der Reiz am Canyoning ist die Selbstüberwindung.

Area47 Canyoning erfreut sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit und ist im Ötztal aufgrund der natürlichen Gegebenheiten für nahezu jeden machbar. Der Reiz an dieser, lange Zeit als Trend- und Extremsportart geltenden Aktivität liegt in der ungewöhnlichen Perspektive auf die Natur, der Teamerfahrung und am Kick der Selbstüberwindung. Das Begehen der Schluchten als Extremsportart zu bezeichnen, hält Dr. Lois Amprosi, der das „Feelfree“-Nature Resort leitet und seit über 20 Jahren maßgeblich an der Einführung von Sicherheitsstandards beteiligt ist, besonders für das Ötztal für übertrieben. Natürlich, so räumt er ein, müssten aber die Teilnehmer eine gute Kondition und körperliche Verfassung, Trittsicherheit und gute Schwimmkenntnisse mitbringen. Nur so könnten die Risiken minimiert werden.

–> www.area47.com

Canyoning und Raftingtouren organisieren u. a. auch die Anbieter:

Rafting auf der Ötztaler Ache

Canyoning in der Auer Klamm

Feelfree Touristik Platzleweg 5, 6433 Oetz, –> T +43 (0)5252 60350 Faszinatour Abenteuerreisen Alte Bundesstraße 27, 6425 Haiming, –> T +43 (0) 5266 87188 Wasser-c-raft Ambach 29, 6433 Oetz, –> T +43 (0)5252 6721 Die drei haben sich zusammengeschlossen und bieten Touren unter der Plattform www.outdooroetztal.com an.

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B e r gf ü h r e r

B e r gf ü h r e r

Aufstieg zur Liebener Spitze von Obergurgl-Hochgurgl

Mit dem GPS-Gerät auf der Hohen Geige

Gipfelsturm mit Geleit

Immer dem Pfeil nach

Bergwanderer ohne alpine Erfahrung kommen mit einem Bergführer ganz hoch hinaus.

Mit den GPS-Daten von mehr als 150 Wanderrouten hat man das Ötztal selbst im Nebel im Blick.

Text: Stefan Herbke

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nirschend beißen sich die spitzen Stacheln der Steigeisen in das harte Gletschereis. Keinen Millimeter rutschen die Schuhe auf dem hart gefrorenen Untergrund. Das beruhigt Willy. Mit Steigeisen an den Bergschuhen ist er noch nie gelaufen. Auch einen Sitzgurt hat der 62-jährige Belgier, der bereits zum 15. Mal seinen Urlaub im Ötztal verbringt, noch nie getragen – und mit einem Seil gesichert war er auch noch nie. Leicht durchhängend läuft der Strick nach hinten zu Andreas, Manuela und Uli, während vorne Martin das gleichmäßige Tempo vorgibt – und als Bergführer gleich noch einen Tipp parat hat. „Schaut, dass alle Zacken im Eis greifen und versucht etwas breiter zu gehen, damit ihr nicht an der Hose hängen bleibt“. Für die Gäste von Martin Gstrein ist dieser Tag etwas ganz Besonderes, schließlich steht heute mit der Wildspitze der höchste Berg der Ötztaler Alpen auf dem Programm. Der 3.772 m hohe Gipfel ist technisch zwar nicht allzu anspruchsvoll, doch alle Anstiege führen über teils spaltige Gletscher, die nur mit entsprechender Ausrüstung und Erfahrung zu begehen sind. Willy, Andreas, Manuela und Uli lieben zwar die Berge und sind in ihrem Urlaub im Ötztal jeden Tag beim Wandern, allerdings nur auf den ge-

fahrlos zu gehenden Wegen und Steigen. Auf denen haben sie bereits zig Hütten abgelaufen und einige aussichtsreiche Gipfel bestiegen. Doch vergletscherte Berge waren bisher tabu, dafür fehlte allen die Erfahrung. Die hat dafür der Ötztaler Bergführer. Seine Sicherheit und Ruhe strahlt auf die Gruppe aus. Und so stapfen die Gäste nach einer kurzen Eingewöhnungsphase fast schon routiniert mit den Steigeisen über den Taschachferner und genießen eine für sie gänzlich ungewohnte Bergund Gletscherwelt, die sie bisher nur von unten bewundern konnten. Mit jedem Meter Richtung Gipfel wird der Ausblick größer – und die Luft dünner. „Geht langsam, aber gleichmäßig“ erklärt Martin den Trick, wie man auch in diesen Höhen möglichst Kraft sparend läuft, schließlich möchte er seine Gruppe sicher und vor allem vollzählig auf den Gipfel bringen. Mit Erfolg, alle stehen nach einem letzten Steilstück stolz neben dem neuen Gipfelkreuz der Wildspitze. Für Martin Alltag – und dennoch freut er sich: „Es ist immer wieder schön, wenn die Leute etwas erleben, was über ihre Vorstellungen hinausgeht“. Und für Willy, der schon seit seinem ersten Besuch im Ötztal wenigstens einmal auf dem höchsten Gipfel Tirols stehen wollte, ist ein Traum in Erfüllung gegangen.

Text: Stefan Herbke

D Bergführer Umfangreiches Hochtourenprogramm: www.activsport-alpin.at www.alpinerlebnis.at www.alpinsport-center.at www.alpin-guide.at www.bergfuehrer-obergurgl.at www.bergfuehrer-soelden.com www.bergfuehrer-vent.at www.rockynature.at www.vacancia.at www.x-alptours.at

as ging schnell. Noch vor wenigen Minuten strahlte die Sonne vom Himmel, jetzt stecken wir mitten in der weißen Suppe. Dichter Nebel wabert über den Kesselwandferner, wie von Geisterhand wurde der Traumblick auf die Gipfel der Ötztaler Alpen durch Einheitsgrau ersetzt. Die alten Spuren sind im Schnee nur schwer zu erkennen, eine sichere Orientierung ist nicht mehr gewährleistet. Und das auf dem riesigen Kesselwandferner mit seinen weiten Firnfeldern – bei falscher Routenwahl landet man hier schnell im spaltengefährdeten Bereich. Schwer zu sagen, wie lange die Nebelbank noch die Sicht versperrt. Abwarten müssen wir nicht. Dank GPS behalten wir den Durchblick. Auf dem Display sehen wir exakt unseren Standort und die Linie des dazugehörigen Tracks, dessen Daten wir bei der Vorbereitung der Tour zum Brandenburger Haus „downgeloaded“ haben. Die GPS-Daten dieser, 150 weiterer Wander- und rund 70 Biketouren finden sich auf www.oetztal, einer umfangreichen Datenbank, die laufend erweitert wird. Moderne Zeiten: Statt mit Karte und Kompass mühsam seinen Standort und den möglichen Weiterweg zu ermitteln, geht das mit einem GPS-Gerät in wenigen Sekunden, selbst

bei dichtem Nebel. Dennoch, den gesunden Menschenverstand sollte man auf keinen Fall ausschalten. Wo bei der Aufzeichnung des Tracks auf einem Gletscher ideale Verhältnisse herrschten, kann schon ein Jahr später ein Spaltenlabyrinth das Vorankommen erschweren. Und wer auf einem deutlich sichtbaren Weg unterwegs ist, muss den nicht gleich verlassen, nur weil der GPS-Track etwas daneben verläuft. Abweichungen von wenigen Metern kommen vor, speziell in engen Tälern. Abgesehen davon erleichtern GPS-Gräte die Orientierung und die Tourenplanung enorm, schon bei der Vorbereitung kann man sich ein Höhenprofil anschauen und die Route auf Google Earth erkunden. Wer einmal in 3D seine Tour verfolgt und am Gipfel den virtuellen 360-Grad-Rundblick genießt, der wird regelrecht süchtig. Man hört nicht mehr auf, die Gegend zu erkunden und die Berge aus einer ganz neuen Perspektive zu sehen. Zurück zum Kesselwandferner: Mit Blick auf den Pfeil im Display des GPS-Geräts setzen wir unsere Route fort. Schon bald tauchen im Nebel die ersten Felsen auf, die zum wenige Meter oberhalb stehenden Brandenburger Haus hinaufführen. Ab hier sind wieder Wegspuren zu erkennen – das GPS hat uns sicher durch den Nebel geleitet.

INFO GEOCACHING Für die Angehörigen der ständig wachsenden Geocaching-Community wurden im Ötztal neun inhaltlich zusammenhängende Caches verteilt, die unter www.geocaching.com zu finden sind. Wer mindestens fünf davon findet, bekommt den Ötztaler Geocoin.

Info GPS Bis zum Sommer 2012 werden von fast allen Wander- und Radtouren im Ötztal die GPS-Daten erhoben und auf der Seite www.oetztal.com/biken und www.oetztal.com/wandern online gestellt. Die Daten stehen im Standardformat GPX zum Download bereit und können im Anschluss auf ein mobiles GPS-Gerät geladen werden. Eine Vorauswahl der Touren nach Kriterien wie Schwierigkeitsgrad, Dauer und Startpunkt ist möglich.

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O ld t i m e r

Timmelsjoch Hochalpenstraße

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Veteranen mit Kurvengeist

2.509 m

Das Chrom glitzert und die Lacke glänzen, wenn im August mehr als 70 auf Hochglanz polierte Automobile zur Ötztal Classic vorfahren, einem Oldtimer-Wettbewerb der Extraklasse.

Tales wartet ein neuer Horizont

Am Ende des

Text: Bruno König

S

ie sind zwar noch nicht zu sehen, doch der Geruch von Benzin und verbranntem Öl hängt schon in der Luft. Und endlich rollen alle Edelveteranen an, die bei der Gaislachkoglbahn in Sölden zum Start der Ötztal Classic antreten. Der Wettbewerbsteilnehmer hat 24 Wertungsprüfungen auf 210 Kilometern Fahrt durch das Ötztal zu absolvieren. Sie führt durch faszinierende Landschaften, unter anderem auf den 2.880 m hohen Rettenbachgletscher, den höchsten Punkt Europas, der auf einer Asphaltstraße mit dem Auto erreichbar ist. Aufs Startsignal warten mehr als 70 historische Fahrzeuge, das älteste ist ein Rolls Royce 210 aus dem Jahr 1936. Edle Raritäten sind auch ein BMW R71 Baujahr 1938 und ein Bentley Special Speed von 1948. Ihre Konkurrenten im Wettstreit um die Trophäe sind mehrere Jaguar ETypes, ein Ford Mustang oder auch ein VW Bulli T1. All diese liebevoll gehegten Wagen mit ihrer großen Tradition begeistern die Zuschauer. Tausende Oldtimerfans finden sich zum alljährlichen Höhepunkt der Ötztal Classic ein, zum Rundstreckenbewerb durch den historischen Ortskern von Oetz, wo sich die bemalten Fassaden uralter Häuser aufs Schönste in den glänzenden Karosserien spiegeln. Zwei Tage dauert es, bis alle Etappen gefahren sind, am Rettenbachgletscher und am Timmelsjoch, in Vent und Oetz, in Kühtai, in Längenfeld und Umhausen, in Niederthai und in Gries im Sulztal. Zu den Wertungsprüfungen gehören beispielsweise das Einhalten von genauen Durchschnittsgeschwindigkeiten oder das Einhalten von Zeitvorgaben. Gewinner ist nicht der schnellste Fahrer, sondern der präziseste, sprich: derjenige, der am Ende, nach allen Wertungsfahrten, der vorgegebenen Idealfahrzeit am nächsten kommt. Manche Teilnehmer peilen diese Vorgabe sehr ehrgeizig an. Schließlich zählt die Ötztal Classic mittlerweile auch zur österreichischen Staatsmeisterschaft für klassische Automobile. Doch die meisten Fahrer freuen sich einfach daran, ihre in die Jahre gekommenen Fahrzeuge in der wunderbaren Kulisse der Ötztaler Alpen zu bewegen. Und genießen die Gastfreundschaft, mit der sie überall empfangen werden. Die Grieser Ortsbäuerinnen servieren Kaffee und Kuchen, in Niederthai warten „Kiachl mit Kraut“ als Stärkung auf den Tross, und in Oetz klingt der erste Wettbewerbstag mit einem festlichen Classic-Abendessen im Hotel Kassl aus.

Mach’ d Info ÖTZTAL CLASSIC Teilnahmeberechtigt sind alle klassischen Automobile bis Baujahr 1980. Die Fahrzeuge müssen zum Straßenverkehr zugelassen sein. Streckenverlauf, Termin 2012 und weitere Teilnahmedetails unter www.oetztal-classic.at.

Steg

Er ie Timmelsjoch fahrung Schmuggler

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Fernrohr

Granat


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Mo u n t ai n b ik e

Mo u n t ai n b ik e

MIT DEM MEISTER AUF DEN TRAILS Als Alpinski-Rennläufer hat der Haiminger Charly Markt Söldens Pisten geschätzt. Als Cross-Country-Profi begeistert den Champion die Vielfalt der hochalpinen Sölder Trails. Text: Manfred Stromberg

M

ein Fotorucksack wiegt mehr als das Felt Mountainbike von Charly Markt. Wohl deshalb hat der CrossCountry-Weltcup-Profi bereitwillig zugestimmt, mit der Gondel zur Mittelstation der Gaislachkogelbahn zu schweben. Charly Markt ist österreichischer Staatsmeister im CrossCountry und fuhr im vergangenen Jahr die bisher beste Saison seiner Karriere. Seit 2007 ist der ehemalige Skirennfahrer Profi. Seit er sein Betriebswirtschaftsstudium abgeschlossen hat, kann er sich voll aufs Mountainbiken konzentrieren. In diesem Jahr will er bei der Olympiade in London dabei sein. „Besser geht immer“, meint er. Charly schiebt seine Rennmaschine aus der Gondelstation. „Da ist ein lässiger Trail, den könnten wir eigentlich auch noch mitnehmen. Das mache ich immer, wenn ich genug Zeit für die Runde habe“, ist sein spontaner Einfall. Zuerst habe ich Bedenken wegen der zusätzlichen Aufwärtsmeter, doch Charly überzeugt mich mit der Aussicht auf eine weitere Gondelfahrt. Da lasse ich mich nicht zweimal bitten und wir rollen zum Trail zur Goldeggalm. Fantastisch: Der Trail windet sich in vielen kleinen Kurven den Hang hinab und hat viel Flow. An Charlys Fahrtechnik zeigt sich sofort, dass er

Im Sölder Lieblingsrevier findet der Profi alles für den Leistungsaufbau. in den Bergen aufgewachsen ist. Die Steilstücke meistert er souverän, mit komplett ausgefahrenem Sattel, wie es für XC-Profis üblich ist. Ich schieße ein paar Fotos, Charly schießt dafür immer wieder bereitwillig um die Kurven. Bei der nächsten Gondelfahrt erzählt Charly, dass er Mountainbiken ursprünglich als Sommertraining für seine Skikarriere begonnen hat. Der frühere FIS TopTen Super-G-Fahrer hat viel auf Ski in Sölden trainiert, doch als er dann ganz aufs Mountainbike wechselte, blieben ihm Sölden und das Ötztal erhalten. In seinem Lieblingsrevier findet er alles, was er zum professionellen Leistungsaufbau braucht: flache und steile Strecken und die optimale Infrastruktur. Seit 2010 hat Charly im Felt-Ötztal-X Bionic-Team auch seine Teamheimat gefunden. Heimat bekommt für einen World-Cup-Profi durchaus eine neue Bedeutung – Trainingslager und 20 bis 25 Rennen pro Jahr lassen Charly bald ein Drittel des Jahres unterwegs sein. Da freut er sich aufs Zuhause, die Freundin und Familie – und auf die guten Bedingungen zum Fahren.

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e r u t n e v d a fun and d a r g n e t i e r b . 7 4 m a

Mo u n t ai n b ik e

Das Outdoor Highlight im Ötztal.

Die Ötztaler Profis Charly Markt und Simon Scheiber

Auf dem Weg von der Gondelbahn zum Traileinstieg genießen wir das wunderschöne Panorama. Naturgenuss spielt immer eine große Rolle im Mountainbiken, auch wenn man wie Charly einem strikten Trainingsplan folgen muss. Wir biegen links in den Trail zur Rettenbachalm ein. Größtenteils sanft bergab folgen wir ihm am Hang entlang, einige kurze Anstiege fordern uns aus dem Sattel in den Wiegetritt. Immer wieder muss ich den Fahrfluss unterbrechen, um die vielen schönen Ausblicke zu fotografieren. Ein tolles Steinfeld mit dem mäandernden Trail und Blick auf den Rettenbachferner ist ein tolles Motiv und erstklassiger Pausenort. Wanderer schauen sich Charlys Kurvenfahrten interessiert an. „Viele Trails im Ötztal sind für Wanderer und Mountainbiker gemeinsam ausgewiesen, das bedarf natürlich gegenseitiger Rücksichtnahme“, meint Charly und lässt eine Familie auf dem Trail passieren. Nach dem kurzen Asphaltanstieg zur Rettenbachalm geht es kurz steil bergauf zu einem zügigen Singletrail. Danach, auf der Forststraße nach Hochsölden, erzählt Charly mir, dass der Anstieg von der Gaislachalm, den er mir erspart hat, „nicht ohne, ganz schön steil“ sei. Er selbst macht ihn jedoch gerne zweimal als Trainingseinheit – und vor allem, um den lustigen Downhill zu fahren. Ich danke derweil im Stillen den Sölder Bergbahnen für ihre Existenz und Radmitnahme. Beim Sonnblick geht es auf dem Bergrücken wieder in den Wald hinein Richtung Haimbachalm. Ein kurzes Stück Asphalt, und wir biegen schon wieder ab in einen dieser typischen Sölder Singletrailträume: fester Boden, enge Kehren und gut umschiffbare Steine in Verbindung mit spaßigen Kurven. Zufrieden rollen wir in Sölden ein. Charly wirkt entspannt nach der Tour ohne Wettkampfstress. Nach einem Blick auf die Uhr hat er es aber dann doch wieder eilig: „Ich habe noch einen Massage-Termin, jetzt muss ich aber los!“, ruft er und springt ins Auto. Bei allem Spaß für einen Profi kurz vor den Weltmeisterschaften gibt´s nur knappe Freiräume. Und natürlich keine Gondeln für Anstiege.

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Rad m a r a t ho n

W ildwass e r

Start in Sölden

Der Stuibenfall. Tirols größter Wasserfall (159 Meter)

Ohne Helfer keine Chance Rund 800 freiwillige Helfer machen den Ötztaler Radmarathon zu einer der perfektesten Rennrad-Veranstaltungen Europas. Text: Michael König

E

rschöpft sitze ich auf einer der zahlreichen Bierbänke der letzten Verpflegungsstation, die ihrem Namen nach rund 200 Kilometern und drei Hochgebirgspässen so gar keine Ehre machen – Bier trinkt mitten im Anstieg auf das Timmelsjoch, den vierten und letzten Höhepunkt des Ötztaler Radmarathons, eh keiner. Ich strecke die frisch massierten Beine in die Hochgebirgssonne, nehme einen tiefen Schluck klaren Wassers, beiße beherzt in ein fast mundgerechtes Stück Kuchen, schließe für einen Moment die Augen und freue mich, dass ich es bald geschafft habe. „Ich bin seit heute Mittag um 12.00 Uhr am Massieren, das ist meine erste Pause. Ich kann dir sagen, mir schmerzen die Hände wie euch die Beine“, weckt mich eine unbekannte Stimme aus dem Sekundenschlaf. Im ersten Moment kann ich sie nur der Red Bull-Dose zuordnen, die gerade vor meiner Nase tanzt. Ich greife zu und lerne so Hubert kennen, den jetzt ehemaligen Besitzer der Dose. Hubert setzt sich neben mich für eine kurze Pause. Seit zehn Jahren ist er Jahr für Jahr beim Ötztaler Radmarathon im freiwilligen Einsatz, hilft nicht nur den müden Beinen, wieder Mut zu fassen: „Klar, wir massieren vor allen Dingen und fast ohne Pause, aber wir schauen

auch ein bisschen, wie und wo wir der müden Psyche ein bisschen helfen können.“ Für einen Moment kränkt mich das ein bisschen, fühle ich mich doch durchaus noch im Stande, auch die letzten 400 der 5550 Höhenmeter zu knacken, die der Ötztaler Radmarathon zu bieten hat. Bin dann aber doch ein wenig geehrt, denjenigen kennenzulernen, der die Organisation des Massageteams beim „Ötzi“ leitet. „Es ist schon erstaunlich, die Jungs und Mädels sind seit Samstagmorgen im Start- und Zielbereich in Sölden am Massieren und sind heute in aller Herrgottsfrüh hier hochgefahren, um alles aufzubauen. Der Spirit beim „Ötzi“ stimmt einfach. Jetzt ist es 16.30 Uhr und die Laune könnte nicht besser sein“, begeistert sich Hubert. „Schau mal, wie ausgelassen hier alle sind und wie gut die Stimmung ist. Der Spirit beim ‚Ötzi’ stimmt einfach. Das liegt natürlich auch an den Fahrern, die fast durch die Bank richtig, richtig nette Menschen sind“, meint der Masseur. „Durch die Bank passt ja ganz gut“, denke ich, nehme einen tiefen Schluck und beobachte, wie sich ein Teilnehmer von der einen Massagebank rollt, nur um gleich darauf die nächs-

te nebenan wieder zu besteigen. Für einen kurzen Moment ist das Szenario wie eingefroren, dann erschallt lautes Gelächter, nach dem sich alle Köpfe drehen. „Siehst du, das ist genau das, was ich meine. Da fällt die Arbeit doch leicht von der Hand, auch wenn hier alle gerade mal ihre Kosten decken – mal ganz abgesehen davon, dass das ganze Wochenende dem Ötztaler Radmarathon geopfert wird“, freut sich Hubert. Und meint schließlich: „Macht aber nichts, denn eigentlich sind ja fast alle, die entlang der Strecke wohnen, irgendwie an diesem Ereignis beteiligt.“ Zehntausende bewerben sich Jahr für Jahr auf einen der 4000 Startplätze. „Kein Wunder bei dem freundlichen Personal“, denke ich, als Hubert mich die ersten Meter anschiebt und mir so die letzten Kilometer hinunter nach Sölden ein klein wenig leichter macht.

Helfer an der Strecke

Ein rauschendes Fest

Bei einer geführten Laternenwanderung kann man den Stuibenfall als Naturwunder der Nacht erleben.

D

er größte Wasserfall Tirols zieht täglich große Besucherscharen an. Sie begeistern sich, wenn das Sonnenlicht einen Regenbogen in den Wasserstaub zaubert. Doch am Abend wird es ruhig ums wilde Wasser, den benachbarten Klettersteig, den Gasthof Stuibenfall und die Wanderwege. Nachts ist der Wasserfall von Mitte Mai bis Ende Oktober beleuchtet – eine strahlende, einsame Naturgewalt in voller Pracht. Einsam? Nicht ganz! Ab Mitte Juni kann man sich mittwochs einer geführten Laternenwanderung anschließen. Treffpunkt ist das Freizeitgelände mit Badesee, Ötzidorf und Kneippanlage am südlichen Ende von Umhausen. Die Begleiterin verteilt die Petroleum-Laternen und erläutert die Wanderung. Schwindelfrei, ausdauernd und auch im Dunkeln sicher zu Fuß sollten die Nachtwanderer sein. Mit den Lampen in der Hand verschwinden die Teilnehmer im düsteren Wald und steigen auf dem Waalweg auf zum Rastplatz am Fuß des Stuibenfalls. Der Weg ist so gut gepflegt und präpariert, dass man auch an einem verregneten Tag komfortabel Tritt behält. Nur bei Starkregen oder Gewitter wird die Tour sicherheitshalber abgesagt. Welch ein Empfang nach einer halben Stunde Gehzeit: In das Tosen des Wasserfalls mischt sich die musikalische Unterhaltung einer Ziehharmonika-Spielerin! Bald wandert die Gruppe weiter bis zur ersten der fünf Aussichtsplattformen. Dort liegt die Mitte des Stuibenfalls auf Augenhöhe. Zwischen 600 und 2000 Liter pro Sekunde donnern hinab. In den Wassernebeln siedelt eine ganz eigene Alpenflora. In der Dunkelheit wirken die Wasserspiele wie ein Thriller. Man kann sich kaum losreißen vom Anblick des stürzenden Wassers. Nach knapp zwei Stunden endet die Tour wieder am Kneipphäusl. Doch die magischen Eindrücke wirken noch lange nach, weit in die Träume hinein.

Text: Lutz Bormann

Der Stuibenfall und Umhausen bei Nacht

Der Stuibenfall vor dem Talgrund von Umhausen

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h e ilwass e r

Mehr Vielfalt für Ihre Gesundheit! Das neue Kurzentrum am Waldesrand oberhalb von Umhausen

Neuer Gesundbrunnen Umhausens radonhaltige Quelle speist seit wenigen Monaten ein neues, modernes Kurzentrum. Text: Isolde v. Mersi

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uf seinem Weg durchs Gestein reichert sich Wasser mit unterschiedlichsten Substanzen an. Tief unter Umhausen liegt eine Quelle mit 200 Millionen Kubikmetern Radonwasser. Verdünnt nach allen Regeln der Heilkunst, wird es in die Becken der Therapieabteilung im neuen Kurzentrum am Waldesrand hoch über dem Dorf gepumpt. Betreut von Ärzten und medizinisch geschultem Fachpersonal können Kurgäste dort Linderung von Leiden wie Atemwegserkrankungen oder Rheuma und Gelenksschmerzen finden. Die Wasserkuren ergänzen Therapien in der Kältekammer, Moor- und Fango-Anwendungen oder Elektrotherapie. „Unsere Kurabteilung spielt alle Stücke, aber wir sehen uns auch als Gesundheitshotel für die Generation ab 45 Jahren, die sich im Urlaub etwas Gutes tun will“, sagt Hoteldirektor Michael Rupp. Für diese Zielgruppe gibt es separat einen opulenten Badebereich ohne Radonwasser, mit ganzjährig beheiztem Außenbecken und Saunen, Dampfbädern und Solebad. Und gleich hinter dem Hotel schönste Ötztaler Natur pur - zu erkunden auf dem Umhauser Naturlehrpfad oder Höhenweg, auf den Pfaden nach Niederthai oder zum Stuibenfall.

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K u lt u r

G ENU S S

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Der Diamant der Alpen.

Schriftsteller Hans Haid im Dialektgespräch mit einer Ötztalerin

Lippen-Bekenntnis Der urigste Dialekt Tirols verbindet Alt und Jung und stiftet Identität.

Text: Ursula Scheiber

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chon mal was von „Kachen“ gehört? Oder wissen Sie, wo es langgeht, wenn von „döbn“, „ohn“ und „deet“ die Rede ist? Mit „Kachen“ sind im Ötztal die „Kirschen“ gemeint und die Wörter „oben“, „hinunter“ und „dort“ könnten die Auskunft eines Einheimischen auf die Frage nach dem Weg sein. Was beim ersten Hinhören eigenartig klingt, ist es auch. Denn die Ötztaler Mundart ist eine eigentümliche Sprachform, die über 700 Jahre lang beinahe unverändert geblieben ist. Sie ist die Besonderheit der Kultur des Tals, ein verbindendes Erkennungsmerkmal seiner BewohnerInnen. Die Eigenart der Ötztaler Mundart erklärt sich darin, dass sie zu einer der altertümlichsten Sprachformen im deutschsprachigen Alpenraum zählt. Wörter sind über die Jahrhunderte gleich geblieben, manches erinnert an das Mittelhochdeutsche, die Sprache des Mittelalters. Die lange gemeinsame Geschichte ist auch der Grund, warum die ferneren südlichen Nachbarn im Schnalstal oder Passeiertal die Ötztaler besser verstehen als die direkten AnrainerInnen in den Nordtiroler Tälern. Prof. Dr. Hans Haid, Volkskundler und Schriftsteller aus dem Ötztal, war einer der ersten, der die Besonderheit seiner Muttersprache erkannte. In Forschungsprojekten widme-

te er sich der Würdigung der Ötztaler Mundart, für ihn ein „Überbleibsel einer einstmals hochstehenden Volkskultur“. Mit seinen mehrfach publizierten Gedichten pflegt und erhält Hans Haid das mündliche Kulturgut auch in schriftlicher Form. „Ich bin ein immaterielles Kulturerbe.“ Die sprachlichen Besonderheiten sowie das Alter waren für die UNESCO ausschlaggebend, die Ötztaler Mundart 2010 in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufzunehmen. Seitdem bekennen sich Alt und Jung noch selbstbewusster zu ihrer Mundart, die den Alltag der Menschen im Tal nach wie vor prägt. Sogar eine eigene Facebook-Seite wurde für den „Ötztaler Dialekt“ aufgeschlagen, mit über 2200 Freunden und einer interaktiven Rubrik „Mein Lieblingswort im Ötztaler Dialekt“. „Oftor geahn mor geahn geahn“ – Was so viel bedeutet wie: Na dann los! Ein paar Wörter Ötztalerisch zu lernen lohnt sich. Damit das „Wie bitte“ im Kontakt mit den Einheimischen in Zukunft zu einem verständnisvollen „Sall wöll“ wird.

Auszug aus einem Gedicht von Hans Haid: grantenwossr trinkn oftr wöll wearchte seahn olm sella güete granten drhoamat kimm decht tüe a raschtle hintrn ööfn dinnan margn ischt olles güet sall wöll und nö a bussle drau preiselbeerwasser / trinken / dann wohl / wirst du sehen / immer solche / gute preiselbeeren / daheim / komm doch / ruh dich aus / hinter dem ofen / dort / morgen ist alles / gut / das wohl / und noch einen kuss / drauf

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K u lt u r

K u lt u r

Martina, die Hose reiSSt! Musikkapellen, wie die von Längenfeld oder Huben, sind das soziale Netz ihrer Gemeinde. Die Tradition schafft Zugehörigkeit und verbindet Generationen.

Die Musikkapelle Oetz im historischen Dorfzentrum

Text: Inge Ahrens

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enn der Marsch erklingt, ist die Musik in Bewegung. Die weißen Hahnenfedern hinterm grünen Hutband wippen unternehmungslustig über den senfgelben Kopfbedeckungen der Musikanten. Schmuck sehen sie aus: die Frauen in ihrer Ötztaler Tracht, die Männer in den braunen Lodenjoppen und rauledernen Kniebundhosen. Die Marketenderinnen marschieren in der vordersten Reihe, Seite an Seite mit dem Stabführer. Sie haben ihr „Panzele“ umgehängt, ein Holzfässchen mit Marillenschnaps. Damit halten die Trachtenmädel die Musiker während der Verschnaufpausen bei Laune. Der Marsch ist der Rhythmus, wo jeder mitmuss. Das Tempo bestimmen die Schlagzeuger, ohne sie stünde die Marschmusik einfach still. Auch wenn die Trachtenkapellen heute ganze Opern spielen könnten, kommen sie doch ursprünglich vom Militärischen her. Die Schützen von Längenfeld

Musik ist allgegenwärtig in der Dorfgemeinschaft. Musik wird von Generation zu Generation vererbt. Die Musikkapellen sind die Säulen von Brauchtum und Festen im Jahreslauf. Wer das Glück hat, an einem Bilderbuchsonntag einen Trachtenumzug im Ötztal zu erleben, der lernt viel über die Liebe der Menschen zu ihren Traditionen, insbesondere zur Musik. Er sieht Großväter konzentriert das Flügelhorn blasen, Väter die Trompete spielen, Töchter die Querflöte und als Schlusslichter die Buben Schlagzeuge und Trommeln schlagen. „Hellau, mein Land Tirol, du bist uns alles wert“: So ziehen ganze Familien oder Dorfgemeinschaften musizierend vorbei. Viele sind von klein auf mit einem Instrument verbunden. Die Freude an der Musik und am Musizieren hat in Tirol längst dazu geführt, dass es mehr Musikkapellen als Gemeinden gibt. So heißt es jedenfalls in einer alten Broschüre der Musikkapelle Längenfeld. Musik ist allgegenwärtig. In vielen Familien spielte schon der Urgroßvater ein Instrument, der Opa, dann der Vater, die ganze Kinderschar. Manche sind bereits 50 Jahre lang in einer der Musikkapellen aktiv. Musik wird vererbt. Die Musikkapelle Längenfeld ist mit ihren 177 Jahren die älteste im Ötztal. Die Hubener ist nur halb so alt. Im 19. Jahrhundert noch wurden die Längenfelder „Türkische Bande“ genannt wegen ihrer Trommeln, Tschinellen und Triangeln, lauter Instrumente, die man den Türken zurechnete. Vor

Die Musikkapelle Längenfeld

allem kirchliche Feste und Prozessionen untermalten sie mit solchem Dschingderassabumm. Später kamen dann Schützenfeste dazu und irgendwann immer mehr touristische Ausgelassenheiten zur Freude der Feriengäste. Die Zahl der Musikanten wuchs, auch die Vielfalt ihrer Instrumente. Die Musikkapelle Längenfeld bestand bei ihrer Gründung 1835 aus gerade mal zehn bis 15 Mann. Das waren pure Enthusiasten, die wenig hatten und sich ihr Musikinstrument vom Munde absparten. Um miteinander zu spielen, legten sie zu Fuß lange Wege vom Berg in das Tal zurück. Heute ist die Musikkapelle Längenfeld auf 56 Musiker angewachsen. 23 von ihnen sind Frauen, plus vier Marketenderinnen. Huben, ein Weiler der Gemeinde Längenfeld, hat seit 1925 seine eigene Musikkapelle. Allein 55 von 800 Hubenern machen Musik. 22 sind Frauen, plus fünf Marketenderinnen. Werner Klotz hält als Obmann der Hubener Kapelle alle Fäden in der Hand. Er kam als Kind zur Musik, wie seine vier Brüder und davor der Vater. Der Altersdurchschnitt sowohl der Längenfelder als auch der Hubener Kapelle ist mit gerade mal Mitte zwanzig herrlich jung. Seit Gründung der Musikschule 1975 können sich Kinder bereits ab sieben Jahren musisch bilden lassen und als Teenager dann zur Kapelle stoßen. „Ohne Frauen wären wir allerdings nicht mehr spielfähig“, gesteht Florian Klotz, Trompeter bei den Längenfeldern und ihr Kapellmeister. Er kam mit zehn Jahren in die Musikschule. Noch bis in die 80er Jahre soll es mancherorts verpönt gewesen sein, Frauen mitspielen zu las-

sen. Heute ist das Musizieren gerade auch für Mütter ein wunderbarer Ausgleich. Die Marketenderinnen, die ursprünglich für das leibliche und auch medizinische Wohl der Soldaten sorgten, „sollen in erster Linie schön aussehen“, sagt eine. „Wenn irgendwo die Hose reißt, ist Martina zur Stelle“, freut sich Florian Klotz. Die Marketenderin Martina ist nämlich Schneiderin. Die Musikkapellen von Längenfeld und Huben rücken bis zu hundert Mal im Jahr zum Spiel aus. Mit so vielen Instrumenten, dass sie orchestertauglich sind. Wie Martina haben natürlich auch alle anderen Musiker noch ihre Brotberufe. Die Musikkapellen von Längenfeld und Huben rücken bis zu hundert Mal im Jahr zum Spiel aus. „Im Prinzip sind wir jeden dritten Tag unterwegs“, erzählt Florian Klotz. Wenn der Kapellmeister den Taktstock hebt, verbinden sich Blech-, Holz- und Schlaginstrumente zu einer festlich schwungvollen Melodie. Und wer selbst nicht spielt, der läuft mit und mit ihm die Sommergäste. Die Märsche sind ein starkes Element im musikalischen Gebinde. Ansonsten besteht das Repertoire aus einem bunten Mix von volkstümlicher, Marsch- und auch klassischer Musik, von Polka, Walzer und auch Filmmusik. Was als Blaskapelle begann, ist längst orchestertauglich. So viele Instrumente laufen mit. Trompeten, Flügelhörner, Posaunen, Tubas, Klarinetten und Hörner – wo früher nur Blech erklang, sind heute auch Oboen und Querflöten zu hören, das Ma-

rimbaphon, und auch schon mal eine E-Gitarre, wenn’s passt. Kommt die Musik in Bewegung, wird’s tänzerisch. Mal ziehen die Bläser vor, dann die Flötenspieler, die Schlagzeuger. „Show“ nennt das Florian Klotz. „Früher mussten die Musikanten abtreten, wenn die Formation nicht durchs Tor passte.“ Heute wird’s passend gemacht. Die Hubener Musiker haben ihre eigene Choreographie. Erst formieren sie sich im Kreis zu zwei Mühlrädern und verwandeln das ganze in ein H für Huben. Dazu spielen sie „Aber bitte mit Sahne.“ Soviel zur Tradition. Für den Hubener Werner Klotz ist die Musik ein sehr starkes Bindeglied. „Man ist aufgehoben in der Gemeinschaft. Unser Ältester ist 74. Er spielt das Flügelhorn und läuft immer noch mit.“ Ronald Holzknecht, der Obmann der Musikkapelle Längenfeld, geht mit seinen Mitspielern am Ende eines jeden Schuljahres in die Schulen, um immer neue Kinder für Instrumente zu begeistern.

Weitere Informationen auf: www.mk-oetztal-bahnhof.at www.mkhaiming.at www.mk-oetz.at www.mk-umhausen.at www.mk-laengenfeld.at www.musikkapelle.huben.at www.mksoelden.at

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Dorfleben zwischen Blüten- und Gipfelmeer

Umhausen-niederthai. Erholung im Takt der Natur. Der Tradition begegnen. Oben, die Bergterrasse Niederthai. Unten im Tal, das Ötzi-Dorf, Klettergärten für jeden Schwierigkeitsgrad und viel starkes Wasser. Der Stuibenfall ist Tirols mächtigster Wasserfall. Im neuen Kurhotel erwachen die Lebensgeister.

670 m ÖTZTAL BAHNHOF

1.538 m

812 m 820 m

1.550 m

1.036 m

1.180 m

670 m – 2.150 m

Längenfeld. Die Kraft des Wassers.

1.569 m

1.180 m

2.090 m 1.377 m 1.427 m

2.154 m 2.509 m 1.900 m

1.930 m

Wellness in den Bergen. Internationales Höhenbewegungszentrum. Kräfte sammeln in Längenfelds Wohlfühltempel, der Therme Aqua Dome. Dem Himmel und der Natur gleich nah sein, im Berg- und Wallfahrtsdorf Gries.

Haiming-Ochsengarten. Ferien unterm Apfelbaum.

Sölden. hotspot der Alpen.

Obstbäume in Hülle und Fülle am Eingang des Tales. Stete Begleiter auf Fuß- und Radwanderungen in lieblicher Landschaft. Das Bergdorf Ochsengarten verzückt mit urigen Almen und prächtigen Aussichtsbergen.

Zur Bestform finden. Ambitioniert, modern, unternehmungslustig und immer in Aktion sein. Und mit der futuristischen Gaislachkoglbahn hinauf zu den BIG3-Plattformen.

Sautens. Hochprozentig Urlauben.

Obergurgl-hochgurgl. Der Diamant der Alpen.

Wo das Ötztal beginnt, herrscht mildes Klima. Üppig gedeihen die Obstbäume. Edelbrenner machen das Beste daraus: Klare Brände, die müde Wanderer und Radler stärken.

Genuss und Qualität. Top-Komfort auf höchster Ebene, der für alle leistbar ist. Die Atmosphäre gediegen, authentisch, ruhig. Pollenfreie Luft atmen beim hochalpinen Wandern.

Oetz. Familienurlaub in bunter Dorfkulisse.

Vent. Das Bergsteigerdorf.

Auf den bemalten Fassaden im Ortskern zeigt sich die Geschichte. Die Almenregion Hochoetz gibt sich sportlich, der Piburger See im Grünen kuriert den Alltagsstress.

Am Fuß der 3.774 m hohen Wildspitze, des alpinen Höhepunkts Tirols. Pfarrer Senn hat hier den Alpintourismus ins Rollen gebracht. Die „Geierwally“ wurde hier inszeniert.


Die höhepunkte auf einen blick.

Haiming Ochsengarten

Sautens

EVENTS: „Volksmusik am Berg“ Almenregion Hochoetz 03.06.2012 MUSIK: Gilbert Live in Concert / Area47 16.06.2012 KINDER: Naturpark-Familienfest Umhausen-Niederthai 15.07.2012

INFORMATION Haiming 6433 Oetz T +43 (0) 57200 800 F +43 (0) 57200 801 haiming@oetztal.com www.hochoetz.at

INFORMATION SAUTENS 6432 Sautens T +43 (0) 57200 600 F +43 (0) 57200 601 sautens@oetztal.com www.hochoetz.at

INFORMATION Ochsengarten 6433 Ochsengarten T +43 (0) 57200 820 F +43 (0) 57200 821 ochsengarten@oetztal.com www.hochoetz.at

KULTUr: ARTeVENT – Thema Gletscher – Vent 31.07. – 21.08.2012 EVENT: 7. ÖTZTaler COUNTRYFEST – Sautens 03. – 04.08.2012

Oetz

Umhausen Niederthai

WANDEREVENTS: Gletscher-Panoramamarsch 29.07.2012 (von Gries nach Niederthai) Gletscherflohmarsch 05.08.2012 (von Obergurgl nach Vent)

Sport: HC Cross-CountryRennen in Haiming 20. – 22.04.2012 Zum ersten Mal kommt die Hors Category (HC) der Mountainbiker zu einem Wettbewerb nach Haiming-Ochsengarten. HC-Rennen liegen nur eine Kategorie unter den Weltcuprennen, die Spitzensportler werden für Spannung sorgen.

EVENT: Ötztaler Radmarathon 26.08.2012 Der Ötztaler Radmarathon ist Kult. Seit mehr als 30 Jahren treffen sich Radsportfans aus mittlerweile 31 Nationen zum wohl härtesten Radmarathon der Alpen. 5.500 Höhenmeter und 238 Kilometer sprechen für sich.

INFORMATioN Oetz 6433 Oetz T +43 (0) 57200 500 F +43 (0) 57200 501 oetz@oetztal.com www.oetz.com www.hochoetz.at

INFORMATION Umhausen 6441 Umhausen T +43 (0) 57200 400 F +43 (0) 57200 401 umhausen@oetztal.com www.oetztal-mitte.com

Infopoint Ambach 6433 Oetz T +43 (0) 57200 700 F +43 (0) 57200 701 infopoint@oetztal.com www.oetztal.com

INFORMATION Niederthai 6441 Umhausen T +43 (0) 57200 420 F +43 (0) 57200 421 niederthai@oetztal.com www.oetztal-mitte.com

Längenfeld

INFORMATION LÄNGENFELD 6444 Längenfeld T +43 (0) 57200 300 F +43 (0) 57200 301 laengenfeld@oetztal.com www.laengenfeld.com

Sölden, Hochsölden Zwieselstein

INFORMATION Huben 6444 Längenfeld T +43 (0) 57200 320 F +43 (0) 57200 321 huben@oetztal.com www.laengenfeld.com

INFORMATION Sölden 6450 Sölden T +43 (0) 57200 200 F +43 (0) 57200 201 info@soelden.com www.soelden.com

INFORMATION Gries 6444 Längenfeld T +43 (0) 57200 330 F +43 (0) 57200 331 gries@oetztal.com www.laengenfeld.com

Vent EVENT: ADIDAS SICKLINE 04. – 07.10.2012 Zum 6. Mal in Folge treffen die besten Slalomfahrer des Kajaksports auf die weltbesten Extrempaddler. Alle haben nur ein Ziel vor Augen: auf der legendären Wellerbrückenstrecke in Oetz den begehrten Weltmeistertitel zu ergattern.

INFORMATION Obergurgl-Hochgurgl 6456 Obergurgl T +43 (0) 57200 100 F +43 (0) 57200 101 info@obergurgl.com www.obergurgl.com

INFORMATION VENT 6458 Vent T +43 (0) 57200 260 F +43 (0) 57200 261 vent@oetztal.com www.vent.at


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