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STUDIE ERFOLGSFAKTOREN FÜR DEN TOURISMUS IN DEN ÖSTERREICHISCHEN SEENREGIONEN KURZFASSUNG von Kohl & Partner

Anbieter: Kohl & Partner Tourismusberatung GesmbH Bahnhofstraße 8 9500 Villach, AUSTRIA Tel. 0043 (0)4242 21123 Fax 0043 (0)4242 29553 E-Mail: office@kohl.at www.kohl.at

Ergeht an: Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend zH Mag. Anton Zimmermann Stubenring 1 1011 Wien

Projektleitung: Mag. Gernot Memmer

Datum: 13. Februar 2012


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INHALTSVERZEICHNIS 1. ZIELSETZUNGEN ....................................................................................................................... 3 2. METHODE ................................................................................................................................ 4 3. ANALYSE DER TOURISMUSENTWICKLUNG IN DEN ÖSTERREICHISCHEN SEENREGIONEN...................... 4 4. SWOT-ANALYSE FÜR DIE ÖSTERREICHISCHEN SEENREGIONEN ........................................................ 6 5. ERFOLGSFAKTOREN .................................................................................................................. 8 5.1. Überblick ............................................................................................................................ 8 5.2. Beispielhafte Darstellung zu den Erfolgsfaktoren aus der Langfassung der Studie: Saisonverlängerung / Ganzjährigkeit an den Seen ................................................................... 9 5.3. Überblick zu allen in der Langfassung der Studie erläuterten Best-Practice-Beispielen ................... 11 6. VON ERFOLGSFAKTOREN ZU STRATEGISCHEN HANDLUNGSFELDERN .............................................. 12 7. 9-PUNKTE-PROGRAMM ............................................................................................................ 14 Es wird darauf hingewiesen, dass in dieser Studie alle Formulierungen geschlechtsneutral verwendet werden.


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1. ZIELSETZUNGEN Die österreichischen Seen sind eine wichtige Ressource im heimischen Sommertourismus. Insbesondere die natürliche Schönheit, das touristische und kulturelle Angebot, die Kulinarik, die Gastfreundschaft und die hervorragende Wasserqualität werden von Gästen aus dem Inund Ausland geschätzt. An einigen österreichischen Seen hinkt jedoch die touristische Entwicklung jener des Winterund Städtetourismus in Österreich hinterher. Einzelne Destinationen zeigen jedoch, dass Seentourismus nach wie vor Potenzial hat – zB durch Saisonverlängerung – und mit einem zeitgemäßen Angebot entsprechend viele Besucher gewonnen werden können. Für den Tourismus in den österreichischen Seenregionen sollen von Kohl & Partner, im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend, in der Studie untersucht werden: • Problemfelder • Best-Practice-Beispiele • Erfolgsfaktoren • Wege, wie das touristische Potenzial besser genutzt werden kann.

Quelle: Österreich Werbung

Die Studie wurde von Kohl & Partner Tourismusberatung GmbH unter der Projektleitung von Mag. Gernot Memmer, Bereichsleiter für Destinationsmanagement, erarbeitet. Seitens des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend wurde die Studie von Mag. Anton Zimmermann und Mag. Alexandra Dörfler begleitet.


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2. METHODE Bei der Bearbeitung der Studieninhalte wurde wie folgt vorgegangen: • 18 Expertengespräche durchgeführt mit nationalen und internationalen Vertretern von Seendestinationen, Meinungsbildnern, Leistungspartnern wie Beherbergungs- oder touristischen Infrastrukturbetrieben. • 14 österreichische Seenregionen untersucht Stichprobenuntersuchung für die touristische Entwicklung und Kennzahlen im Vergleich der Seenregionen zu Österreich Gesamt. • 28 Best-Practice-Beispiele erhoben einschließlich 14 Best-Practice-Beispiele im Detail. • Sonderauswertung von T-MONA (Tourismus Monitor Austria) beauftragt zur Einbindung der Gäste-Sicht in Österreichs Seenregionen im Vergleich 2004 – 2006 – 2008 – 2011. • Fachtouristische Bewertung von Kohl & Partner

3. ANALYSE DER TOURISMUSENTWICKLUNG TOURISMUSENTWICKLUNG IN DEN ÖSTERREICHISCHEN SEENREGIONEN Um den Status Quo der Tourismusentwicklung darzustellen, wurden die österreichischen Seenregionen von Kohl & Partner angeschrieben. Auf Basis der übermittelten statistischen Tourismusdaten wurde eine Stichprobe aus 14 Seenregionen zusammengestellt. Diese bilden die Grundlage für die Auswertungen der Ist-Situation mit entsprechenden Rückschlüssen. Um Besonderheiten bzw. Abweichungen aufzuzeigen, wurde ein Vergleich mit der österreichischen Tourismusentwicklung insgesamt durchgeführt.

Stichprobe für die Analyse der Tourismusentwicklung: 14 Seenregionen in Österreich

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

Wörthersee Klopeinersee Millstättersee Villach - Faaker - Ossiachersee Zell am See (ohne Kaprun) Attersee Traunsee

8. 9. 10. 11. 12. 13. 14.

Inneres Salzkammergut mit Hallstättersee Mondsee St. Wolfgang Ausseerland Bodensee-Vorarlberg Neusiedlersee Achensee

Abb. 1. : Übersicht zur Stichprobe zur Analyse der Tourismusentwicklung


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Erkenntnisse aus der Analyse 1. Tendenziell höherer Anteil an nicht gewerblichen Betten in den österreichischen Seenregionen. Österreichs Seenregionen weisen im Sommerhalbjahr einen Anteil von 41 % an nicht gewerblichen Betten auf (Österreich gesamt: 39 %). 2. Auch in Österreichs Seenregionen wurden in den letzten 10 Jahren Zunahmen beim 4-/5-Stern-Anteil und Abnahmen beim 2-/1-Stern, 3-Stern-Anteil und Anteil an Ferienwohnungen verzeichnet (fortlaufender Strukturwandel). Der Anteil an 4-/5-SternBetten ist in den österreichischen Seenregionen im Sommerhalbjahr mit 21 % etwas kleiner als in Österreich insgesamt. 3. Auffallend hoher Rückgang bei der Bettenzahl in den österreichischen Seenregionen in den letzten 10 Jahren. Während die Bettenzahl in Österreich insgesamt im Sommerhalbjahr in den letzten 10 Jahren stagnierte (–0,9 %), wurde in Österreichs Seenregionen ein Bettenrückgang von –12,6 % im Sommerhalbjahr verzeichnet. 4. Rückläufige Nächtigungsentwicklung seit dem Jahr 2003 und somit entgegengesetzte Entwicklung zur österreichischen Nächtigungsentwicklung insgesamt. Bei den Nächtigungen wurde seit 1996 ein Rückgang von rund 10 % verzeichnet. Im selben Zeitraum wurde in Österreich insgesamt ein Nächtigungszuwachs von rund 10 % erreicht. 5. Nicht alle österreichischen Seenregionen weisen eine negative Nächtigungsentwicklung auf. 6. Rund 1/4 der Gesamtnächtigungen in Österreich im Sommerhalbjahr wird in den Seenregionen verzeichnet. 7. Überwiegender Anteil der Übernachtungen im Juli und August (43,1 %) – wenig Veränderungen der Monats-Verteilung der Nächtigungen in den letzten Jahren. Insgesamt werden in den Seenregionen 74,2 % der Übernachtungen im Sommerhalbjahr (Mai–Oktober) verzeichnet. Stetige Zunahmen auf niedrigem Niveau im Dezember sichtbar. 8. Höherer Anteil an österreichischen Gästenächtigungen und weniger internationaler Gäste-Mix in Österreichs Seenregionen. Der Anteil an österreichischen Gästenächtigungen in Österreichs Seenregionen liegt bei 41 % (Österreich insgesamt: 32 %). Der Anteil an internationalen Gästenächtigungen (außerhalb A und D) liegt in Österreichs Seenregionen bei 23 % im Sommerhalbjahr (Österreich insgesamt: 30 % außerhalb A und D). Der Anteil an österreichischen Gästen ist in den letzten 10 Jahren konstant geblieben. Während der Nationalitäten-Mix in Österreich insgesamt in den letzten 10 Jahren internationaler geworden ist, ist dieser in den Seenregionen konstant unter 25 % geblieben. 9. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt mit 3,7 Tagen in den österreichischen Seenregionen im österreichweiten Durchschnitt, ist aber in den letzten 15 Jahren stärker gesunken. Der Trend zum Kurzurlaub setzt sich in Österreichs Seenregionen noch stärker durch Im Vergleich zum Österreich-Durchschnitt gleiches Niveau der Auslastung der Betriebe in Seenregionen im Sommerhalbjahr (55 Vollbelegstage) und deutlich niedrigere Auslastung im Winterhalbjahr (43 Vollbelegstage). 10. Sehr geringe Investitionstätigkeit zur Entwicklung der sommergeprägten Regionen (ÖHT Sonderauswertung 2011) und Missverhältnis zwischen Investitionstätigkeit und Nächtigungsvolumen österreichischer Seenregionen. 11. Tendenzieller Zusammenhang zwischen hohen Grundstückspreisen und negativer Bettenentwicklung.


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4. SWOT SWOT--ANALYSE FÜR DIE ÖSTERREICHISCHEN ÖSTERREICHISCHEN SEENREGIONEN SEENREGIONEN Aufbauend auf den Expertengesprächen und den Analyseergebnissen erstellte Kohl & Partner eine zusammenfassende SWOT-Analyse (Stärken-/Schwächen-/Chancen-/RisikenAnalyse) für die österreichischen Seenregionen:

Abb 2: SWOT-Analyse


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Die herausragenden Stärken der österreichischen Seenregionen werden vor allem in folgenden drei Aspekten gesehen:

Herausragende Stärken der österreichischen Seenregionen

In Berg-/Naturlandschaft und kulturellen Gegebenheiten eingebettete, überschaubare, saubere Seen mit Badetemperaturen

Hohe Dichte an Seen mit unterschiedlichen Charaktereigenschaften (vom Steppensee bis zum alpinen See)

Hohe Begegnungsqualität (Gastlichkeit, Herzblut der Unternehmerpersönlichkeiten)

Abb 3: Herausragende Stärken

Quelle: Österreich Werbung


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5. ERFOLGSFAKTOREN 5.1. Überblick Die Erfolgsfaktoren für den Tourismus in den österreichischen Seenregionen basieren auf • Erkenntnissen der Analyse der Tourismusentwicklung • Marktforschungsdaten der Urlauber in den österreichischen Seenregionen • Nationalen und internationalen Best-Practice-Beispielen • Erfahrungswerten und fachtouristische Bewertung von Kohl & Partner Um die Erfolgsfaktoren konkret und praxisnah darzustellen, werden für jeden Erfolgsfaktor Best-Practice-Beispiele auf Ebene der Destinationen und der Leitbetriebe (Hotel- und Infrastrukturbetriebe) erläutert. Die ausgewählten Best-Practice-Beispiele haben sich entweder anhand der Expertengespräche, der Analyse der Tourismusentwicklung in den Seenregionen bzw. aufgrund der fachtouristischen Erfahrung von Kohl & Partner als „Best Practice“ herauskristallisiert.

Sieben Erfolgsfaktoren für den Tourismus in den österreichischen Seenregionen im Überblick

1

Hin zur Saisonverlängerung bzw. Ganzjährigkeit an den Seen und weg vom 43% -Anteil der Übernachtungen konzentriert im

2

Hin zur Profilierung und Imagestärkung der Seenregionen und weg von profillosen Gemischtwarenangeboten

Juli und August.

an den Seen.

3

Hin zu innovativen, auch allwettertauglichen Produkten für Urlaub am See und weg vom reinen Badeurlaub.

4

Hin zu nachhaltigen Produkten, die auf Kultur/Tradition und Besonderheiten der Seenregion aufbauen und weg von

5 6 7

fehlender Nachhaltigkeit.

Hin zur passenden Inszenierung am See durch Aufwerten der Berührungspunkte von Land und See und weg von atmosphärisch störenden oder fehlenden Inszenierungen.

Hin zur Bündelung der Kräfte, sowie Vernetzung der Angebote in der Seenregion , um Finanzierungsschwächen zu reduzieren und weg vom Einzelkämpfertum. Hin zu höchster Begegnungsqualität und höheren Anteil an gewerblichen bzw. qualitätszertifizierten Betrieben und weg vom Qualitätsverlust in den Seenregionen.

Abb. 4: Sieben Erfolgsfaktoren für den Tourismus in den österreichischen Seenregionen

7 Erfolgsfaktoren für den Tourismus in österreichischen Seenregionen


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5.2. Beispielhafte Darstellung zu den Erfolgsfaktoren aus der Langfassung der Studie: Saisonverlängerung / Ganzjährigkeit an den Seen Aus der Praxis …

„Der See ist in der Hauptsaison Hauptdarsteller und in den Nebensaisonen Nebendarsteller bzw. Kulisse für weitere Angebote und Aktivitäten rund um den See“ Gernot Riedel, Wörthersee Tourismus Gesellschaft

Erfolgsfaktor:

Eine positive touristische Entwicklung, gemessen in Übernachtungszahlen, konnten in den letzten Jahren insbesondere jene Seenregionen verzeichnen, die in den letzten Jahren saisonverlängernde Angebote bzw. Produkte entwickelt haben wie zB der Neusiedlersee, der Zeller See, der Achensee. Mit Ganzjährigkeit im Extremfall, aber Saisonverlängerung in jedem Fall, soll die Abhängigkeit in Österreichs Seenregionen ausschließlich von den Monaten Juli und August entzerrt werden. Um die Saisonverlängerung umzusetzen, müssen saisonverlängernde Produkte (auf Destinationsebene und auf betrieblicher Ebene) umgesetzt werden, die ein attraktives Angebot um den See bzw. am See ermöglichen.

Quelle: http://www.wolfgangseer-advent.at/, http://www.monte-mare.de/de/tegernsee.html


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Best-Practice-Beispiel Destination: Wolfgangseer Advent, A (Österreich)

Saisonverlängerung, Ganzjährigkeit an den Seen Best-Practice-Beispiel Destination: Wolfgangseer

Advent, A

Quelle: http://wolfgangseer-advent.at/

Die Region Wolfgangsee mit den drei Gemeinden St. Gilgen, St. Wolfgang und Strobl gilt als „Best Practice“ für Saisonverlängerung. Das Thema „Advent am See“ wird einheitlich vermarktet, und somit bietet die Region seit dem Jahr 2003 ergänzend zum Sommerangebot auch ein attraktives (Vor-)Winterangebot.

Warum Best Practice? •

Saisonverlängerung und Steigerung der Nächtigungen und der Wertschöpfung für die Region

Kooperation aller drei Gemeinden und Partner rund um den See, zB sehr gute Integration der Schifffahrt

Inszenierte Highlights wie zB Krippendorf mit über 50 verschiedenen Krippen, 250 m² große Plattform mit Adventhütte direkt über dem See, Laternenstraße, Advent-Bastelstube, Schwimmendes Friedenslicht mit einer 19 m hohen Laterne – als einzigartiges Symbol des Wolfgangseer Advents.

Messbare Ergebnisse In der Wertschöpfungsstudie der Universität Krems wurden im Jahr 2006 die wirtschaftlichen Effekte berechnet: •

2003 erstmals durchgeführt, Zeitraum: 5 Adventwochenenden

30 Tsd. zusätzliche Übernachtungen für die Region

250 Tsd. bis 300 Tsd. Besucher pro Adventsaison

20 Tsd. beförderte Passagiere der Wolfgangseer Schifffahrt

Bereits 2006 (3 Jahre nach Einführung): 10 Mio. Euro Wertschöpfung

2

2

Quelle: Wertschöpfungsstudie http://www.wirtschaftinderregion.at/wir/projekte/WolfgangseerAdvent.php, 16. 11. 2011


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5.3. Überblick zu allen in der Langfassung der Studie erläuterten Best-PracticeBeispielen Erfolgsfaktor

1. Hin zur Saisonverlängerung bzw. Ganzjährigkeit an den Seen und weg vom 43 %-Anteil der Übernachtungen im Juli und August.

Best-Practice-Beispiel Destination

Best-Practice-Beispiel Betrieb

Wolfgangseer Advent, A

Seesauna Tegernsee, A

Weißensee, A

Fuschlseebad, A Bodensee Therme Überlingen, D

2. Hin zur Profilierung und Imagestärkung der Seenregion und weg von profillosen Gemischtwarenangeboten an den Seen. 3. Hin zu innovativen, auch allwettertauglichen Produkten für Urlaub am See und weg vom reinen Badeurlaub.

4. Hin zu nachhaltigen Produkten, die auf Kultur/Tradition und Besonderheiten der Seenregion aufbauen und weg von fehlender Nachhaltigkeit. 5. Hin zur passenden Inszenierung am See durch Aufwerten der Berührungspunkte von Land und See und weg von atmosphärisch störenden oder fehlenden Inszenierungen.

6. Hin zur Bündelung der Kräfte, sowie Vernetzung der Angebote in der Seenregion, um Finanzierungsschwächen zu reduzieren und weg vom Einzelkämpfertum. 7. Hin zu höchster Begegnungsqualität und höheren Anteil an gewerblichen bzw. qualitätszertifizierten Betrieben und weg vom Qualitätsverlust in den Seenregionen.

Achensee, A

Romantik Hotel im Weißen Rössl, A

Gardasee, A

St. Martins Therme & Lodge, A

Neusiedlersee, A

Naturbadestrand Mythenquai am Züricher See, CH

Millstättersee, A Velden am Wörthersee, A

Frauenbadi/Barfußbar, Zürich, CH

Weißensee, A

Vila Vita Pannonia, A

Ausseerland, A

Projekt Kärntner Badehaus, A

Wörthersee, A

Kollers Hotel, A

Bodensee A/D/CH

Mole West Neusiedlersee, A

Stadtstrände zB Wien, Paris, Berlin

Eventhotel Scalaria Wolfgangsee, A

Zell am See-Kapruncard, A

MHK – Millstättersee Hotels, A

Tegernsee, A

Tourismus-Qualitätsinitiative Kärnten, A

Wörthersee-SegelKlassifizierung, A

Tab. 1: Überblick Best-Practice-Beispiele

In der Langfassung der Studie werden für alle Erfolgsfaktoren 28 Best-Practice-Beispiele erläutert (einschließlich 14 Best-Practice-Beispiele im Detail).


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6. VON ERFOLGSFAKTOREN ZU STRATEGISCHEN HANDLUNGSFELDERN Für jedes strategische Handlungsfeld werden Ziele und beispielhafte Projekte dargestellt. Die Auswahl an Projekten ist als erste Ideensammlung zu verstehen. Die einzelnen Projektideen sind von jeder Seenregion im Hinblick auf Seentypologie und regionsspezifische Zielen zu überprüfen und weiterzuentwickeln. In der Langfassung der Studie werden zu allen sieben strategischen Handlungsfeldern Ziele und Projekte ausgeführt. In der Kurzfassung der Studie wird beispielhaft das strategische Handlungsfeld: Innovative Produktentwicklung erläutert:

Strategisches Handlungsfeld

Ziele

Quelle: Österreich Werbung

Innovative Produktentwicklung angehen

 Alle zwei bis drei Jahre größere innovative Produkte entwickeln und umsetzen und jährlich kleinere Innovationen umsetzen.  Bei Innovationen vor allem auch auf die saisonverlängernde und allwettertaugliche Eignung achten.  Der innovativen Produktentwicklung folgen die Definition der Zielmärkte und die Anpassung des Produkts an den jeweiligen Markt.  Produktentwicklung zur Seentypologie passend vorantreiben (zB Aktiv-See Produktentwicklung BIKE, Wandern, Outdoor Fitness/Bewegung am See etc.).  Produktentwicklung für Urlaub am See forcieren (zB über SeenWellness, Romantik am See, Aktiv am See...).


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Projektideen

Die Projektideen zur innovativen Produktentwicklung sind vor dem Hintergrund der 5 Seentypologien zu sehen: Besonders relevant für folgende Seentypologie (  – sehr relevant,  – relevant)

Projektideen

Saunaschiffe, Wellnessschiffe

AktivSee

FamilienSee



Lifestyle& SzeneSee



GenussSee



Natur Pur mit Traditionen am See



Moderne, trendige Wassersportarten







Produktentwicklung BIKE (lückenlose Rundwege um den



























See, Radwege in der Seenregion, Kombination mit Schifffahrt, Mountainbiken, E-Bike, Bike-Betriebe, geführte Bike-Touren, BikeVeranstaltungen)

Produktentwicklung Wandern & Laufen (Wanderwege um den See / in der Seenregion, See-Trails, Laufstrecken/Nordic Walking um den See, Wander-/Lauf-Betriebe, geführte Touren und Veranstaltungen, Triathlon-Angebot, Winterwandern, Langlaufen, Eislaufen)

Produktentwicklung Klettern (Kletterangebote,



Kletterangebot am/im See, Hochseilgarten, Kletter-Veranstaltung, Kletterschule …)

Produktentwicklung Romantik (Kuscheltage am See,







Seen-Wellness, Romantikzimmer, Dinner auf dem Floß …)

Wetterunabhängige, ganzjährige Infrastruktureinrichtung direkt am See (zB





















Badehaus/Seesauna, Wassererlebnislandschaften, Fitnesseinrichtungen am See)

Highlight-Veranstaltungen, die saisonverlängernd wirken, das Profil der Seenregion stärken und buchbare Produkte hinzufügen



Familienerlebnis-Park zB Kinder-Freizeitpark, Walderlebniswelt, Natur-Aktiv-Park etc.



Hausboote Innovationsworkshops in der Seenregion























unter Beteiligung der Bevölkerung / Leistungsträger / Meinungsbildner

Themenschwerpunkt Seen im Rahmen eines Innovationsworkshops der Österreich Werbung Tab. 2: Projektideen zur innovativen Produktentwicklung

Quelle: www.monte-mare.de/de/tegernsee.html


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7. 9-PUNKTEPUNKTE-PROGRAMM Die Empfehlungen der Studie werden zu einem 9-Punkte-Programm verdichtet. Dies stellt das Leitprinzip für die touristische Absicherung und Weiterentwicklung der österreichischen Seenregionen dar.

Punkt 1: Vom reinen Badeurlaub zu Urlaub am See Österreichs Seenregionen entwickeln sich gezielt vom reinen Badeurlaub hin zu qualitätsorientiertem Urlaub am See weiter. Dabei stehen Produkte im Vordergrund, die saisonverlängernd, allwettertauglich und nachhaltig sind. Sowohl auf Ebene des Bundes, der Länder, in den Seenregionen und in den Betrieben wird darauf besonders Wert gelegt.

Punkt 2: Klares Profil für Urlaub am See Jede Seenregion entwickelt ein klares Profil für den möglichst unverwechselbaren Urlaub am See. Die Verantwortung dafür liegt bei der touristischen Organisation der Seenregion. Das Profil muss gut abgestimmt sein mit der Landesmarke. Produkte und Events setzen am Profil an und stärken dieses. Zudem ist auch die betriebliche Profilierung der Beherbergungsbetriebe am See wesentlich.

Punkt 3: Innovative Leuchtturmprodukte Erfolgreiche, innovative Produkte stellen die Basis für eine erfolgreiche Vermarktung dar. Österreichs Seenregionen setzen dabei auf Leuchtturmprodukte, die das Rundum-Angebot am See stärken und Buchungsanreize bieten. Die regionale Produktentwicklung ist vorrangig Aufgabe der touristischen Organisation der Seenregion. Dabei werden die Betriebe bzw. Leistungspartner mit eingebunden. Impulsgeber für Leuchtturmprodukte sind neben den regionalen touristischen Organisationen auch die Landestourismusorganisationen.

Punkt 4: Imagekampagne für trendigen Urlaub am See in Österreich Der Seentourismus ist ein sehr wesentliches Element des österreichischen Tourismus. Eine österreichweite Imagekampagne der Österreich Werbung soll, in Anknüpfung an das große Sehnsuchtspotenzial See, den Urlaub am See wieder trendiger machen.

Punkt 5: Internationalisierung Österreichweit gesehen sprechen die Seenregionen zukünftig auch verstärkt die internationalen Märkte an (mit Deutschland), um die teilweise extreme Abhängigkeit vom österreichischen Nahmarkt zu verringern. Dabei werden Kooperationen bei Kampagnen der Landestourismusorganisation und der Österreich Werbung genutzt, um Synergien in der Marktbearbeitung sicherzustellen. Die Produkte in den Seenregionen müssen entsprechend den Bedürfnissen der Märkte angepasst werden.

Punkt 6: Moderne touristische Organisationen unter Einbindung der Wirtschaft Die touristischen Organisationen in den Seenregionen entwickeln sich weiter zu modernen Destinationsmanagement-Organisationen. Dabei wird die Wirtschaft aktiv eingebunden. Mit gebündelten Kräften (v. a. Know-how, Budgets) sollen die Finanzierungsschwächen gegenüber alpinen Destinationen mit starken Investoren (zB Bergbahnen) verringert werden.


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Punkt 7: Angebotsvernetzung / Kooperationen der Betriebe, zB über Card und Angebotsgruppen Die Vernetzung der Angebote in der Seenregion beispielsweise über eine All-InclusiveGästecard schafft Mehrwert für den Gast (Angebotsüberblick zur Region, kalkulierbarer Urlaub, höherer Erlebnisfaktor) und mehr Nachfrage und Umsätze für die Betriebe. Insbesondere in Nebensaisonen kann somit auf das Rundum-Angebot der Seenregion aktiv hingewiesen werden. Angebotsgruppen sowohl auf regionaler als auch auf Landesebene sowie Vermieterpools in der Seenregion können Angebote zu Kerngeschäftsfeldern der Destination bündeln (zB Seen-Wellness-Betriebe, Winter-Romantik-Betriebe etc.) und buchungswirksame, saisonverlängernde Produkte schaffen.

Punkt 8: Regelung zur Verbauung und für Zweitwohnsitze Bei weiteren Verbauungen an den Seen wird darauf Wert gelegt, dass freie und öffentliche Zugänge zum See erhalten bleiben und die Architektur und Gestaltung der Uferbereiche und Ortskerne zur Region passen. In Bezug auf die Errichtung von Haupt-, Zweitwohnsitzen und Mixed-use-Konzepten mit kalten Betten wird ein gesundes, ausgewogenes Verhältnis zwischen Gästebetten und Zweitwohnsitzen in den Seenregionen sichergestellt. Dabei soll von Bund und Land gemeinsam eine entsprechende (gesetzliche) Regelung ausgearbeitet werden, die die Umwidmung von touristischen Gewerbegrundstücken am See in privat genutzte Immobilien verhindert bzw. behindert (vgl. Südtirols Regelung in Bezug auf die Kapazitätsgrenzen bei Bettenerweiterungen).

Punkt 9: Förderung von qualitätssteigernden Maßnahmen und Innovationen in den Seenregionen Österreichs Seenregionen tragen einen beträchtlichen Teil zum Tourismus in Österreich bei. Derzeit besteht ein Missverhältnis zwischen der österreichweiten Investitionstätigkeit in Seenregionen und deren Nächtigungsaufkommen. Über entsprechende Innovationen und den Qualitätstourismus muss die Wettbewerbsfähigkeit in den Seenregionen sichergestellt werden. Sowohl die Qualität der Hardware des touristischen Angebots als auch eine besonders hohe Begegnungsqualität müssen Österreichs Seenregionen auszeichnen. Entsprechende Förderprogramme sollen dazu beitragen, dass motivierte Betriebe zur qualitätssteigernden, innovativen, nachhaltigen und saisonverlängernden Produktentwicklung unterstützt werden.

Erfolgsfaktoren - Kurzfassung  

für den Tourismus in österreichischen Seenlandschaften