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Kärnten Magazin 2011

Extra!

sten Die be ipps -T n e t n en! Kär itnehm M m zu

Ein Meer von Seen inmitten der Alpen Sonnige Geheimtipps plus Karte Urlaubsregionen

Die Naturflüsterer Auf leisen Sohlen in Naturparadiesen

Affen, Schätze, Luna Loop Abenteuerliche Ausflüge mit Kids

Urlaubsinformation Kärnten Casinoplatz 1 A-9220 Velden Tel.: +43(0)463/3000 Fax: +43(0)4274/52100-50 E-Mail: info@kaernten.at www.kaernten.at

Lokalaugenschein: Spitze der Genüsse Idyllische Strandbars und originelle Höfe

Mir zuliebe Zum Glück gibt’s Selfness


Editorial.

Liebe Leserin, lieber Leser! Der Winter ist Schnee von gestern: Wenn die Natur endlich wieder zu sprießen beginnt und die Tage länger werden, sind wir jedes Jahr aufs Neue verzaubert. Das Herz der AlpenAdria-Region, der Schnittpunkt dreier Kulturen, präsentiert sich in der warmen Jahreszeit, die hier übrigens schon lange vor dem meteorologischen Sommeranfang am 21. Juni beginnt, besonders charmant. Die vielen glasklaren Seen und unzähligen Flusskilometer erfrischen und machen Kärnten zum Seenland. Die stolzen großen wie der Wörthersee, Millstätter See, Faaker See, Ossiacher See, Weissensee und Klopeiner See genauso wie die feinen kleinen, der Keutschacher See, Längsee, Rauschelesee oder der Pressegger See tragen ihren gewichtigen Teil zur „Seensucht“ bei. Das südlichste Bundesland Österreichs ist aber auch ein stolzes, wunderbar-wanderbares Land der Berge, in dem die Alpengourmets nicht zu kurz kommen. Köstliche Rezepte und Genussgeschichten verführen zum Nachkochen.

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Auch der Wörthersee hat seine Gloriette, genauer die „Hohe Gloriette“. Und die KärntnerInnen waren schon immer immens stolz auf den kleinen, weißen Säulenpavillon, einen der schönsten Aussichtspunkte am Wörthersee oberhalb von Pörtschach. Den Blick über den prominenten See und die dahinter liegenden Karawanken lieben nicht nur Romantiker. Schon seit über 100 Jahren.

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Und so wären wir auch schon mittendrin in der nächsten Ausgabe des Kärnten Magazins. Mittendrin auch in der Lebenslust der Kärntner, die man spürt, die ansteckt und die, neben vielen anderen Faktoren, die Lebens- und Urlaubsqualität dieses sonnigen Landes ausmacht. Die vielen positiven Rückmeldungen zu unserer ersten Ausgabe, dem Wintermagazin, freuen uns sehr und sind zugleich Ansporn, in dieser Intensität weiterzurecherchieren. Gerne, denn wie viele können schon behaupten, in einem Urlaubsland zu arbeiten? Und so sind wir auch diesmal unserer Tätigkeit mit ehrlicher Freude nachgegangen. Wir haben für Sie Kärntner Kraftplätze aufgespürt, waren auf vielen Kärntner Bergen und rund um Seen unterwegs, haben viele Interviews geführt und wieder wertvolle Tipps gesammelt. Herzlich

April bis Oktober 2011 Über 100 x freier Eintritt in Kärntens schönste Ausflugsziele.

Interessensgemeinschaft Kärnten Card Betriebe Kohldorfer Straße 98, 9020 Klagenfurt am Wörthersee Tel.: +43 (0) 463 / 90 88 88

w w w. k a e r n te n c a r d . a t

Free entry to over 100 of Carinthia’s most beautiful destinations. Ingresso libero ad oltre 100 delle mete turistiche più belle della Carinzia.

Barbara Kuttnig im Namen der Redaktion Heute liegt auf der „Hohen Gloriette“ Musik in der Luft und auch weiterhin der Wörthersee zu Füßen. Denn Spaziergänger entschweben mit den Klängen von Brahms von einer gemütlichen Relaxliege aus in andere Sphären. Den sagenhaften Ausblick gibt’s natürlich auch heute noch. Nicht weniger beeindruckend als damals.

PS: Freuen Sie sich schon jetzt auf das Wintermagazin 2011/12 mit vielen Tipps rund um das sanfte Wintererlebnis in Kärnten.

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Sonnenstunden zwischen Alpen und Adria.

Wahre Schönheit, keine Illusion: der Südosten Kärntens im Spiegel des Turnersees. Nur einen Steinwurf von seinem großen Bruder und einem der beliebtesten Familien-Urlaubsziele, dem Klopeiner See, entfernt.

Sommerurlaub in Kärnten hat Tradition. Das sanfte Erleben der Natur, das Entdecken der vielen Seen und Berge und die kulinarischen Genüsse waren schon damals ein unvergessliches Erlebnis, als Urlaub noch „Sommerfrische“ hieß. Und so kommt es nicht selten vor, dass die erholungsbedürftigen Gäste von heute die urlaubshungrigen Kinder von damals sind. Verblasste Erinnerungen weichen farbintensiven, authentischen Abbildungen des südlichsten Bundeslandes Österreichs, die man mit nach Hause nimmt. Für sich und die nächste Generation.

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46–49

29–31

Die Naturflüsterer

29–31

Fest im Sattel

Fest im Sattel. Die schönsten Radtouren und abwechslungsreichsten Routen am Drauradweg, entlang von Seen, auf Bergen, über Stock und Stein.

32–33 Dem Himmel so nah.

12–18

Naturerlebnis Mountainbiken: vom Millstätter See aus in die Nockberge.

34–35 Ein Meer von Seen inmitten der Alpen

Extra!

WanderWunder. Kärnten – wanderbares Multitalent

ählter ausgew nk erln e t p e Rez hma nd ner Sc Kärnt Sammeln u . m n zu oche Nachk

mit Lehrwegen, Glückshormonen und Heilkraft.

36–39 So schmeckt der Süden. Appetit auf Aromen zwischen Alpen und Adria.

Inhalt.

40–41 Spitze der Genüsse. Zwischen idyllischen Strandbars und originellen Höfen – Einladung zum Lokalaugenschein.

4–5

20–21

42–45

Sonnenstunden

Die Kunst der Rute.

Freiheit und Adrenalin pur.

zwischen Alpen und Adria.

Die stillsten Paradiese für Fische und Petrijünger.

Funsportarten mit Erlebnisfaktor für Freigeister.

10–11

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46–49

Lenz mit Lust.

Kärnten-Insider.

Die Naturflüsterer.

Frühlingsgefühle und Aufbruchsstimmung

Österreichs bekanntester Asia-Koch Wini Brugger,

Auf leisen Sohlen in den natürlichsten Regionen unterwegs.

südlich des Alpenhauptkammes.

Chefredakteurin Petra Percher und Burgherr Graf Karl Khevenhüller-Metsch im Portrait.

12–18

52–55

50–51 Ein Gästebett je Lesachtaler.

Ein Meer von Seen inmitten der Alpen.

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Mondäner Wörthersee, naturbelassener Weissensee,

Weltoffene Patrioten.

gemütlicher Klopeiner See, mystischer Millstätter See,

Die KärntnerInnen gelten als ein sehr

52–55

familiärer Faaker See und kultivierter Ossiacher See.

kontaktfreudiger Menschenschlag in den Alpen.

Affen, Schätze, Luna Loop.

Plus: Geheimtipps für Badefreunde.

Einblicke in eine besondere Lebensart.

Abenteuerliche Erlebnisse für die ganze Familie.

Affen, Schätze, Luna Loop

Wo Tourismus und Landwirtschaft gemeinsame Wege gehen.

58–59 Winzer schlagen Wurzeln

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24–25

56–57

Von Zipflstutzn und

Kunst trifft mitten ins Herz.

Energie geladen.

sagenumwobenen Unterröcken.

KünstlerInnen, Museen und Ausstellungen

Kraftplätze und energetische Tankstellen.

Trachtiges von der Gailtalerin.

mit internationaler Bedeutung.

27 Kärntner Landesausstellung 2011. 500 Jahre protestantisches Abenteuer in Fresach.

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, Kärnten Leinen-Rucksack er unt dunkelblau, EUR 29,- at www.kaernten-shop. Kärnten magazin 7


Kärnten Kompass

76–77 IMPRESSUM Herausgeber, Medieninhaber und Verleger: Kärnten Werbung GmbH, Casinoplatz 1, 9220 Velden, Austria, Tel.: +43(0)4274/52100, Fax: +43(0) 4274/52100-50, E-Mail: info@kaernten.at, www.kaernten.at. Ein Unternehmen der KÄRNTNER LANDESHOLDING GRUPPE (KLH-GRUPPE)

So schmeckt der Süden

36–39

Chefredaktion: Barbara Kuttnig, www.txtbuero.at Redaktion: Mike Diwald, Wolfgang Kofler, Christina Berger, Sebastian Lindemeyer, Isabella Schöndorfer, Karin Waldner-Petutschnig, Gilbert Waldner Lektorat: Josef G. Pichler

70–71

Konzeption, Layout und Grafik: Freddy Mautendorfer, Claudia Zarfl, www.mautendorfer.at

Kärntens geschützte Natur hautnah erleben.

Druck: Carinthian Druck, Klagenfurt

Naturparadiese, die man aufspüren sollte. Bildnachweise und Fotografen: Titelbild: Daniel Zupanc, Seite 3: (1) Werbeagentur Mautendorfer, (2) Franz Gerdl, Seite 4-5: Daniel Zupanc, Seite 10-11: (1, 3) Daniel Zupanc, (2) Katschberg Tourismus, Seite 12-13: Franz Gerdl, Seite 14-15: (1) Martin Steinthaler, (2) Franz Gerdl, (3, 4) Wörthersee Textstudio, Seite 16-17: (1, 7) Martin Steinthaler (2, 5) Franz Gerdl, (3) Region Klopeiner See – Südkärnten, (4) Region Millstätter See, (6) Region Villach, Seite 18: Franz Gerdl, Seite 19: Christina Berger, Seite 20-21: (1) Martin Steinthaler, (2) Die Forelle, (3) Julia Lorber, Seite 22-23: (1) Michael Inmann, (2) Alexander Chitsazan, (3) Karl Khevenhüller-Metsch, (4) Franz Gerdl, Seite 24-25: klz/Erwin Hirtenfelder, Helmuth Weichselbraun, Seite 27: (1) Lutz Lehmann, (2) Marte, Seite 28-29: Ferdinand Neumüller, Seite 30-31: (1) Daniel Zupanc, (2) Franz Gerdl, (3) Movelo GmbH, (4) Uwe Geissler, Seite 32-33: (1, 3) Franz Gerdl, (2) Neugarten Almseehütte, Seite 34-35: (1) Region Katschberg/Rennweg, (2) Michael Rauschendorfer, (3) Wikimedia Commons, Seite 36-37: (1) Franz Gerdl, (2, 3) Ferdinand Neumüller, Seite 38-39: (1, 2) Ferdinand Neumüller, (3) Heinz Grötschnig, Seite 40-41: (1, 2) Heinz Grötschnig, (3) Region Millstätter See, Seite 42-43: Outdoorpark Oberdrautal, Seite 44-45: (1, 3, 4) Outdoorpark Oberdrautal, (2) Jauntal Bungy – Gerhard Grabner, Seite 46-47: Martin Steinthaler, Seite 48-49: (1) Region Naturarena Kärnten, (2) Michaela Theurl, (3) Bad Kleinkirchheim Tourismus, (4) NationalparkRegion Hohe Tauern, Seite 50-51: (1) Hans Guggenberger, (2, 4) TVB Lesachtal, (3)Michael.meyer-foto.com, Seite 52-53: (1) Svenja Gaubatz, (2, 4) Kärnten Werbung, (3) arco GmbH, Seite 54-55: (1) Region Lieser-/Maltatal, (2) Europas 1. Babydorf Trebesing, (3) Region Katschberg/Rennweg, (4) Fa. Hochhinauf (Walter Hanzlik), (5) Erlebnispark Presseggersee, (6) VAUDE/Tobias Hauser, Seite 56-57: (1) Kärnten wasser.reich., (2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9) Geomantie Kärnten, Seite 58-59: (1, 2) Martin Steinthaler, (3) www.weinauskaernten.at, Seite 62-63: (1) iStockphoto, (2) Biohotel Daberer, (3) Römerbad Bad Kleinkirchheim, (4) Hochschober, Seite 64: (1) Klagenfurt Tourismus, (2, 3) Karin Waldner-Petutschnig, Seite 65: (1) Klaus Paier, (2) Karl-Heinz Miklin, Seite 67: Kärnten Werbung, Seite 68-69: Michael Rauschendorfer, Seite 70-71: (1) Bad Kleinkirchheim Tourismus, (2) NationalparkRegion Hohe Tauern, (3) Outdoorpark Oberdrautal, (4) Nationalparkregion Hohe Tauern, Seite 72-73: (1, 2) Franz Gerdl, (3) Klagenfurt Tourismus, (4) Kärnten Werbung, Seite 75: Michael Rauschendorfer, Seite 76-77: (1) Daniel Zupanc, (2) Kärnten Werbung, (3, 4) Franz Gerdl, Seite 78-79: (1) Martin Steinthaler, (2) Kärnten Werbung/Rodach, (3) Daniel Zupanc, (4) Franz Gerdl, Seite 83: (1) Kärnten Werbung, (2) Destillerie Jesche, (3) Tubbs-Snowshoes, (4) Martin Steinthaler, (5, 6) Kärnten Werbung, (7) Franz Gerdl, (8) Edward Gröger, Seite 84: Franz Gerdl Kärnten-Karte: Kartographie Moser, ®1976, Joost Elffers, Tangram, Dumont-Buchverlag, Köln

Klagenfurt am Wörthersee

72–73 Stille Einkehr und lauter Feste.

58–59

Geselligkeit, Gesang und Genuss prägen

Winzer schlagen Wurzeln.

Tradition und Zeitgeist. Plus: Eventkalender.

Kärntner Weinbauern kredenzen edle Tropfen mit Tradition.

75 Wenn es plätschert, sprudelt und fließt.

60–61

Wasser.reiche Erlebnisreisen auf den Spuren des Wassers.

Die 10 Must-Haves für den Sommerurlaub in Kärnten.

76–77

Heiße Trends 2011: worauf Sonnenhungrige, Bergfexe,

Kärnten Kompass.

Durchblicker, Biker und Bücherwürmer abfahren!

Der Wegweiser in das südlichste und sonnigste Bundesland zwischen Alpen und Adria.

62–63 Mir zuliebe.

78–79

Viele Wege führen zum Glück, einer davon heißt Selfness.

Kärntens Sommerregionen. Sonnig und aktiv, natürlich und bewegend:

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Kärntens Sommerregionen im Überblick.

Köstlicher Seitensprung. Anregender Tagesausflug von

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Klagenfurt über Ljubljana nach Triest.

Katalogshop Ausführliche Informationen zu

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Kärntner Regionen und Angeboten.

Erscheinungstermin: Jänner 2011

Echos aus Illyrien.

Das Kärnten Magazin erscheint zweimal jährlich.

Kärntner Jazzer mit vielen Tönen und zwei Sprachen.

Die Kärnten Werbung kann für allfällige Fehler keine Haftung übernehmen. Sämtliche Rechte und Änderungen vorbehalten. Alle Angaben Stand Dezember 2010.

66–67

Digitale Heiratsanträge und Bärengeburtstage

Grenzenlose Freiheit.

und Reggae auf Kärntnerisch.

Wo Motorradurlauber auf Touren kommen.

Plus: Kärntens digitale Lesezeichen.

82 Von Bloggern und Faia Salamandan.

68–69 Von glänzenden Augen und karnischen Höhenwegen. Leuchtende Zwei-Tages-Tour durch Kärntens Bergwelt. Kärnten magazin 9


Lenz mit Lust.

Fliegt Gedanken, fliegt! Kreative Pause am Ossiacher See.

1

Wer hat den größten Palmbuschen? Palmweihe in Katschberg-Rennweg. 2

g wird. Wenns Frühlin rten, e sind, die za im Ke en Die erst prossen; es himmer aufg garten. im goldnen Sc ssen im Baum ro Ka r de en st er e di d schon sin scharten ögel wieder Die Wanderv n Stelle, te al r de an umgarten. zusamm sich Kapelle im Ba ein auch die t m im st ld und ba neuen Arten d plauscht in Der Lenzwin ärchen, dersamen M Baumgarten. die alten, wun e Pärchen im st er s da t m äu tr n ße au und dr 1926) Rilke (1875 – Rainer Maria

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des Alpenhauptkammes so durch ein vergleichsweise besseres Wetter. Wenn sich das schlechte Wetter doch durchsetzen sollte, ist das später der Fall und es wird auch früher wieder schön.“ Es greent so green am Klopeiner See.

Während sich andere Regionen noch im Winterschlaf befinden, räkelt sich in Kärnten schon die Natur. Der Ballast der kalten Monate wird über Bord geworfen und die Türen im Süden stehen weit offen für Frühlingsgefühle und Aufbruchsstimmung. Text Barbara Kuttnig

Die Sehnsucht nach erstem, zarten Vogelgezwitscher setzt sich durch. Und mit ihr meistens auch der „Zauberstab des Frühlings“, wie der Spargel mit seinem unverwechselbaren Geschmack und seiner angeblichen Wirkung auf die Liebeslust noch genannt wird, der im Kärntner Lavanttal schon früher aus der

Erde äugt als im restlichen Österreich. Apropos Lust: Wenn die Sonne schon die kühlen Nasen wärmt, es ringsum grünt und blüht und wenn Frühlingsduft in der Luft liegt, kommen Wissenschafter zu unterschiedlichen Erkenntnissen, was die Lust im Lenz betrifft. www.lavanttalerspargel.at

Lass die Sonne rein. Für die einen sind die Hormone verantwortlich, für die anderen sind es rein subjektive Empfindungen. Wie auch immer, das Doping aus der Natur nehmen wir wohlwollend entgegen. Und mit ihr die längeren Tage und mit ihnen das Sonnenlicht als unbestritten wichtigsten Impulsgeber für die Hochgefühle. Was das Wetter betrifft, hat Dr. Franz Stockinger, Leiter der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik Kärnten, eine einfache Erklärung für das südliche Wetterphänomen: „Der Alpenhauptkamm hat bei Schlechtwetterfronten aus dem Westen für Kärnten eine abschwächende Schutzfunktion. Wir profitieren im Süden

Von Palmeseln und Osterböllern. Mit dem Frühling beginnt auch die Zeit der Frühlings- und Osterbräuche. Am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond ist es dann endlich so weit und ganz Kärnten zelebriert dieses Fest mit viel Brauchtum und religiösen Gesten. So werden am Palmsonntag Palmbuschen in die Kirche getragen und geweiht. Wer an diesem Tag als Letzter aufsteht, muss sich übrigens als Palmesel bezeichnen lassen. Am Ende der Karwoche, am Karsamstag, werden die Osterkörbe, prall gefüllt mit Schinken, Reinling, Rindszunge, Selchwürsten, bunten Eiern und Kren in der Kirche geweiht und gleich anschließend zu Hause mit der Familie verzehrt. In der Nacht auf den Ostersonntag wird mit dumpfem Klang der Böller und unzähligen Osterfeuern die Auferstehung Christi gefeiert.

Tee-Time am Klopeiner See. Machen Sie Ihr Spiel im Golfpark Klopeiner See/Südkärnten. Die Spielsaison dauert hier wegen der optimalen Wetterbedingungen um einiges länger. Die, die es ruhiger angehen möchten, genießen die Ruhe der Vorsaison. Jetzt ist die beste Zeit für ausgedehnte Spaziergänge rund um die vielen Seen, für Radtouren an der frischen Luft oder für Entspannung in einem der vielen Wellnesshotels in Kärnten, die im kritischen Relax-Guide übrigens ganz besonders gut abschneiden. www.relax-guide.com

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Ein Meer von Seen inmitten der Alpen. Der Kärntner Sommer ist vorne blau oder türkis, im Mittelfeld zart- bis dunkelgrün und im Hintergrund hellgrau: So sieht der Blick über die Seenlandschaften im sonnigen Süden Österreichs aus. Text Isabella Schöndorfer

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Mit dem Sommer an Bord die Seele baumeln lassen vor dem Pyramidenkogel, der den Wörthersee vom Keutschacher 4-Seen-Tal trennt.

Eingebettet zwischen grünen Hügeln, im Süden flankiert von den schroffen Kalkzähnen der Karawanken und geprägt von einem mediterranen Klima mit konstant angenehmen Temperaturen und südlich-heiterer Atmosphäre genießt er als Schauplatz ebenso unterhalt- wie erholsamer Sommerfrische einen beinahe legendären Ruf. 3

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Sommer, Sonne, Seegeschichten. 17 Kilometer lang, bis zu 1600 Meter breit und im Sommer meist 26 Grad warm: Der Wörthersee ist nicht der größte, aber der beliebteste See Österreichs. Text Isabella Schöndorfer

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Einer der Gründe für die Anziehungskraft des Sees liegt in seiner Vielfalt: Jeder Ort hat seinen eigenen Charme: Da ist das quirlig-trendige Velden mit Spielcasino und TV-erprobtem Schlosshotel, mit seinem familiären Nachbarort Schiefling. Da sind ruhige Naturoasen wie Krumpendorf, Techelsberg und Moosburg, idyllische Schönheiten wie das HochzeitsMekka Maria Wörth, das Camping-Dorado „4-Seental Keutschach“ oder das sportliche Pörtschach, seit Jahren Schauplatz des TV-Publikumshits „Starnacht am Wörthersee“. Und am Ostende liegt die Landeshauptstadt Klagenfurt, die dem See mit Mega-Events wie dem Ironman Austria und dem Beach Volleyball Grand Slam, aber auch durch Musicals und Popkonzerte auf der Wörtherseebühne eine neue Note verliehen hat. Hier öffnet auch das berühmte Klagenfurter Strandbad jeden Mai seine Tore. Das größte Binnenstrandbad Europas besuchen an heißen Tagen bis zu 15.000 Badehungrige. Zwischen weiß leuchtenden Umkleidekabinen und hinter sattgrünen Wiesen blitzt der türkisfarben leuchtende See zum mächtigen Eingangsgebäude herüber. Doch bevor ans Eintauchen ins frische Nass überhaupt zu denken ist, muss erst einmal ein passender Platz für Handtuch und Liege gefunden werden. Das ist auf mehr als 40.000 Quadratmetern parkähnlicher Liegewiesen mit unterschiedlichen Klima- und Sozialzonen gar nicht einfach:

Weil Motorbootfahren am Wörthersee teuer – die auf 338 beschränkten Lizenzen werden mittlerweile um bis zu 250.000 Euro gehandelt – und nicht besonders umweltfreundlich ist, haben die (lizenzfreien) Elektroboote den See erobert: Sie haben allerdings nichts mehr mit den Verleih-EBooten früherer Jahrzehnte zu tun, sondern sind schön, schnell und wasserskitauglich – wie Julika, das schnellste Elektromotorboot Europas aus der Bootswerft von Wolfgang Schmalzl in Velden. 4

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Das fröhliche Plätschern unter den Holzbohlen lädt zum erfrischenden Sprung in den See ein.

Sonne pur oder lieber im gemütlichen Halbschatten unter den zahlreichen Bäumen? Nahe dem 300 Meter langen Sandstrand? Oder vielleicht auf den sonnenwarmen Holzbohlen der drei Badestege, die jeweils 150 Meter weit in den See hineinführen? Doch Vorsicht, auch hier gibt es Unterschiede: Sportler zeigen den Sixpack vorwiegend auf dem „KAC-Badesteg“ (benannt nach dem vor allem im Eishockey erfolgreichen Klagenfurter Athletiksport Club), neben dem Sportbad und der Riesenwasserrutsche. Die Schönen und Besseren bevorzugen den „Mittelbadesteg“, die Geläuterten ziehen sich auf den ruhigeren „Bootssteg“ zurück. Sonnenhungrige, die nahtlose Bräune bevorzugen, können sich in einem von zwei FKK-Sonnenbädern räkeln. Jede Menge Events und Wörthersee-Impressionen auf www.tv.kaernten.at

Am Wörthersee kommt man sich oft vor wie im Kino. Kein Wunder, ist doch Österreichs bekanntester See seit mehr als einem halben Jahrhundert nicht nur Kulisse, sondern auch Hauptdarsteller in mehr als 100 Filmen und Fernsehserien. Seine Filmkarriere begann 1948 mit dem unvergessenen Hans Moser als „Der Herr Kanzleirat“, um über Klassiker der seichten Muse wie „Die Rose vom Wörthersee“ und „Hilfe, ich liebe Zwillinge“ bis zu erfolgreichen TV-Serien wie „Ein Schloss am Wörthersee“ das oft belächelte, oft bewunderte Genre des Wörtherseefilms zu begründen. Pate standen deutsche und österreichische Schauspielgrößen wie Uschi Glas, Roy Black, Georg Thomalla, Peter Weck und Gunther Philipp, später auch Thomas Gottschalk oder Mike Krüger. Erraten: „Die Supernasen“, 1983. á

Von der schweißtreibenden Seite erleben den sonnigen Süden Österreichs jedes Jahr die mehr als 2000 Teilnehmer am „Kärnten Ironman“, vielleicht nicht dem härtesten, aber sicher schönsten Triathlon der Welt. In der fahlen Morgendämmerung starten die eisernen Männer und Frauen beim Klagenfurter Strandbad, um 3,8 Kilometer zu schwimmen, 180 Kilometer Rad zu fahren und 42,2 Kilometer zu laufen; Seriensieger Mario Vanhoenacker brauchte 2010 knapp über acht Stunden. Wer das für viel zu langsam hält oder um eine Selbsterfahrung reicher werden will: Die nächste Chance gibt’s am 3. Juli 2011. Infos unter: www.events.kaernten.at

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Natürliche Ursprünglichkeit, gediegene Gemütlichkeit und entspannt kultivierte Lebensart sind an den Kärntner Seen zuhause. Gepflegte Spazier- und Wanderwege führen zu idyllisch gelegenen Buschenschänken und Wirtshäusern mit regionalen Köstlichkeiten und beinah kitschig schönen Ausblicken. 1

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Wörthersee

Weissensee

Der Mondäne, der die Neigungsgruppe „Reich und schön“ an seinen Ufern versammelt.

Der Naturbelassene, dessen stille Buchten zum Abtauchen einladen.

ber rblick ü Den Übe Seen 0 0 2 d der m das Lan en Sie a n behalt e rt a k im Süde en it der Se 9 7 – besten m 8 Seiten 7 auf den unter Internet und im t n ernte .a www.ka

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Klopeiner See

Millstätter See

Der Gemütliche, in dem sich die ganze Familie wohlfühlt.

Der Mystische, dessen vom Mirnock hinab verlaufenden Energielinien spannende Seeberührungen® versprechen.

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Das Zusammenspiel von Bilderbuchseen und Bühnenbildbergen erreicht bei der richtigen Sonneneinstrahlung einen Kitschfaktor, der manchmal an der Wirklichkeit des Eindrucks zweifeln lässt. Im späten Nachmittagslicht glitzern unzählige Lichtreflexe auf den Wellen vor dem dunklen Band der Wälder und dem fernen Leuchten der Felswände im Norden und Süden. Die Zwischenräume sind prall gefüllt mit bäuerlicher Kulturlandschaft, die vor Gesundheit, Geschichte, Genüssen und Gelegenheiten nur so strotz. Wasser ist an der Riviera Österreichs ein natürlicher Lebens- und Bewegungsraum von besonderer Vielfalt: In den Seen kann man planschen, schwimmen, tauchen und allerlei wohlschmeckenden Fisch fangen. Auf ihnen kann man segeln, surfen, rudern, Wasserski mit einem, zwei oder keinem Ski fahren oder beim Parasailing den imposanten Ausblick vom Gleitschirm in die umliegenden Alpen genießen. Und an den Seeufern kann man sonnenbaden, radeln, laufen, golfen, reiten, walken, an der Strandbar chillen, romantisch zu Abend essen, verliebt im Mondschein spazieren oder bei heißen Rhythmen abfeiern bis zum nächsten Morgen.

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Faaker See

Ossiacher See

Der Kultige, um den jährlich zehntausende Harleys aus der ganzen Welt kreisen.

Der Kultivierte, an dessen Ufern seit über 40 Jahren der Carinthische Sommer aufgeigt.

Dabei hat jeder der großen Kärntner Seen seine eigene Persönlichkeit bewahrt. Am mondänen Wörthersee, dem größten Kärntner See (1940 Hektar), versammeln sich die Reichen und Schönen, um in angesagten Restaurants oder privat in teuren Villen unter ihresgleichen zu sein. Nur hier gibt es für sie die Chance, ihren gesellschaftlichen Status auch zu Wasser zu lassen und den Sommer per Motorboot von der Seeseite zu erleben, wo er noch ein Stückchen exklusiver ist. Ganz anders der mystische Millstätter See, der mit 141 Meter tiefste See in Kärnten: Vom angrenzenden Mirnock her verlaufen geomantische Energielinien und schaffen geheimnisvolle Orte der Kraft. Wer an ihre energiespendende Wirkung glaubt, findet sicher einen der begehrten roten Granate, die man auch in der Region zu besonders kraftvollen Schmuckstücken schleifen lassen kann. Noch wertvollere Pretiosen tragen eventuell die Damen anlässlich der Konzerte des Carinthischen Sommers am kultivierten Ossiacher See, dem das beinahe 1000 Jahre alte Stift Ossiach eine besondere Note verleiht. Ihn zeichnen reges Leben, großzügige Uferzonen auch für Camper sowie die Nähe zur heimlichen Landes-

hauptstadt Villach und ihrer shoppingfreundlichen City aus. Ein echtes Kontrastprogramm ist der abgeschiedene, naturbelassene Weissensee, der auf 930 Metern höchstgelegene der großen Kärntner Seen. Die stillen Buchten des fjordartigen Gewässers laden zum Verweilen und Fischen bei klarstem Wasser ein, und ein paar Mal im Jahr fährt der Bürgermeister mit dem Genussfloß über den See und macht Grillparty – frischer kann Fisch nicht sein. Deutlich lauter geht es am Faaker See zu, der in malerischen Farbtönen am Fuße des schroffen Mittagskogels liegt – zumindest Anfang September, wenn sich zehntausende Harleyfahrer zur European Bike Week treffen. Den Rest des Jahres ist der Faaker See samt seiner idyllischen Insel eine ebenso familiengerechte Badewanne wie der Klopeiner See, der wärmste der Kärntner Badeseen, der in der zweiten Julihälfte, wenn es in Kärnten traditionell am heißesten ist, bis zu 28 Grad erreicht. á

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Geheimtipps für Badefreunde. Pressegger See bei Hermagor, der Familienspielplatz: Der erste Kärntner Erlebnispark lockt mit einer Kombination aus Action, Natur und Badespaß.

Von Zipflstutzn und sagenumwobenen Unterröcken.

Längsee, liegt zu Füßen des Stifthotels, Bildungshauses, Seminarzentrums und Urlaubsdomizils Stift St. Georgen, für viele ein Ort religiöser Kraft. Turnersee, der kleine Bruder des Klopeiner Sees, bietet mit seinem Schilfgürtel, den Seerosenfeldern und Edelkrebsen ein einmaliges Naturerlebnis – und für Familien einen beachtlichen Vogelpark samt Streichelzoo und Kindererlebnisspielplatz. Gesunde Bewegung und Erholung zwischen Berg und See.

Trotz ihrer ausgeprägten und unterschiedlichen Persönlichkeiten haben die Kärntner Seen allerdings auch zwei Gemeinsamkeiten: Sie verfügen dank einer liebevollen Laune der Natur über eine ausgeklügelte natürliche Solarheizung: Die mediterrane Sonneneinstrahlung schafft gemeinsam mit der geringen Durchflutung und der – zum Leidwesen der Segler und zur Freude der Sonnenanbeter – kärntentypischen Windarmut eine fünf bis acht Meter dicke, stabile Warmwasserschicht. Und sie sind voller Trinkwasser: Das verdanken sie einer Großinvestition in den 70er Jahren, als alle Badeseen von Ringkanalisationen umschlossen und damit als Symbol gelebter Nachhaltigkeit bewahrt wurden. Der offizielle Seenbericht 2010 bewertet die Wasserqualität aller jährlich überprüften Badeseen als „sehr gut“. Dennoch sind die Kärntner Seen in den vergangenen Jahren auf den Hund gekommen: Hund und Herrl – oder Frauerl – können an vielen Stellen in Kärnten gemeinsam ein erfrischendes oder ertüchtigendes Bad nehmen. Etwa bei der Hundewiese zwischen dem Strandbad und Maria Loretto oder beim Hundestrandbad an der Sattnitz. Der nahe geleKärnten magazin 18

gene Forstsee in der Nähe von Pörtschach steht neben Nacktbadern auch Hundeliebhabern offen, der Hafnersee bietet sogar zwei Hundebadeplätze in der Nähe des Volleyballplatzes. Auch am Keutschacher See, am Völkermarkter Stausee, am Freibacher Stausee im Rosental und am Weissensee sind badende Hunde gerne gesehen. Am Millstätter See haben das Strandbad Messner am Südufer, der Gasthof Laggerhof in Rothenthurn und Komfortcamping Burgstaller eigene Badebereiche für Hunde und ihre Menschen, und am Ossiacher See sind Vier- und Zweibeiner beim Strandhotel Rondo willkommen. Aber auch unter der Wasseroberfläche sind Kärntens Seen immer ein Erlebnis. Ob Schnuppertauchen, Tieftauchen, Nachttauchen, Erlebnistauchen, Schmucktauchen, ob für Kinder oder Große, ob für Anfänger oder Fortgeschrittene – zum Thema Wasser gibt es nichts, was es in Kärnten nicht gibt. Tauchereltern freuen sich sogar über die Nachwuchspflege: Kids ab acht können am Wörthersee in einem Pool sichere erste Erfahrungen unter Wasser machen. Alle Kärntner Badeseen auch unter www.baden.kaernten.at

Keutschacher See, das Aushängeschild des „4-Seentals Keutschach“: 70 Prozent der Gemeindefläche sind Naturschutzgebiet, und am Südufer erfreuen sich Fans nahtloser Bräune an Europas größtem Binnen-FKK-Gelände. Feldsee und Afritzer See versprechen am Rande des Nationalparks Nockberge Erfrischung für Rad- und Wandersportler und Petri Heil für Fischliebhaber. Gösselsdorfer See, mit dem Boot den Wasserweg durch das Schilf mitten im Naturschutzgebiet erkunden. Maltschacher See, eingebettet in der Hügellandschaft Mittelkärntens, ist ein vom Massentourismus verschontes Naturjuwel für die ganze Familie.

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Text Christina Berger

„Den Mana tuat’s den Kopf verdrahn und schöne Aug’n machen, bis sie als a ganzer ganz damisch san ... jo die Gailtalerin, ... die Gailtalerin ...“, sang schon Wolfgang Ambros über die Gailtalerin, und was die Frau aus dem Gailtal so anziehend macht, ist wohl mitunter ihre Tracht. Farbenfroh und plissiert fällt sie aus dem Kärntner „Trachten-Rahmen“ und so begaben wir uns auf die Spuren dieser für eine Kärntner Region typischen, aber beinahe schon kosmopolitischen Tracht und ihrer Entwicklung. Die „Souvenir-Tracht“. Die Untergailtaler Festtagstracht entstand aus den „sauren Wiesn“, berichtete uns Frau Fischer, die mittlerweile einzige Erzeugerin dieser Tracht. Die sauren Wiesen begünstigten die Pferdezucht und so waren die Männer des Gailtals mit ihren Pferden zwischen Nürnberg und Cemona unterwegs, um Waren aller Art in Fässern zu transportieren. Von ihren Reisen brachten sie den Gailtalerinnen Souvenirs aus allerlei Ländern, die heute Bestandteile der Festtagstracht sind. Was allerdings heute „original“ ist oder getragen werden soll, war nicht immer so. Getragen wurde, was gefiel, oder was man selbst erzeugte, oder eben was von den Händlern mitgebracht wurde. Auch heute noch, berichtet uns Frau Fischer, ist die Gailtaler Tracht eine „Klaubertracht“, Stoffe für die Schürzen aus Frankreich, oder Tücher aus Russland und der Ukraine verhelfen der Tracht zu ihrem farbenfrohen Aussehen, so zeigt der plissierte Rock, speziell die Rocklänge und das Plissee deutlich einen Einfluss aus dem slawischen Raum.

Heute typisch für das traditionelle „Bandlgwand“ (die Gailtalertracht besitzt keine festen Verschlüsse, sondern wird lediglich mit Bändern gehalten und gibt somit auch die Möglichkeit, die Tracht weiterzuvererben, ohne dass große Änderungen an der Tracht vorgenommen werden müssen) der Gailtalerin sind, der aufwendig von Hand plissierte Rock mit grünem Saum, der große Unterrock, eine baumwollene Unterhose mit Spitzenrand, eine gestärkte Bluse, eine plissierte Wollstoff-Schürze und eine weitere glatte Schürze, ein Kopftuch, ein Brusttuch und die aufwendig gestrickten „Zipflstutzn“, das mit Röschen und Rüschen verzierte Strumpfband, der Federkielgürtel und die bestickten schwarzen Stoff- oder Lederstiefel.

Der sagenumwobene Unterrock. Wie schon eingangs erwähnt, halten sich ganze Legenden um den Unterrock der Gailtalerin. Wie viele Unterröcke trägt sie denn unter ihrem Kittel? Sieben, oder gar dreizehn? Frau Fischer hat das Geheimnis gelüftet und verraten, dass es sich nur um einen handelt, dieser aber enthält ganze 12 Meter gestärkten Stoff. So steht sie nun da die Gailtalerin, prächtig geschmückt und geputzt, und hinterlässt einen überaus lebensfrohen und weltoffenen Eindruck. Bleibt zu hoffen, dass diese Tracht uns noch lange, lange Zeit erhalten bleibt und unser Auge erfreut. Foto: Christina Berger Model: Heidi Leitner

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Wie geräuschvoll die Stille am Ufer ist. Das Lüftchen, das die Wasseroberfläche kräuselt und mit den Blättern spielt; das vielstimmige Konzert der Insekten; der ferne Schrei der Enten. Wenn das Getöse des hektischen Alltags zurückbleibt, kommen die leisen Töne der Natur hervor. Und lassen beinahe vergessen, dass in dieser friedlichen Idylle ein lautloser Kampf tobt, fintenreich und geduldig: Mensch gegen Schöpfung, Verstand gegen Instinkt, Mann gegen Fisch. Text Isabella Schöndorfer

Die Kunst der Rute.

ns: Tipp für Camping- & Grill-Fa Frische Kärntner Fische jeden Donnerstag und Samstag von 7.30–12.30 Uhr bei der „Grabenquell-Forelle“ von Familie Rogatschnig in der Nordhalle des Benediktiner rt enfu Klag in markts

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Beinahe unsichtbar und scheinbar absichtslos verbindet ein dünnes Kunststoffgarn die kaum aus dem Ufergebüsch ragende Angelrute und den im Köder verborgenen Haken. Siegt die Fresslust des Fisches über seine Vorsicht, ist das Abendessen gesichert. Geht es in der eingeschworenen Gemeinschaft der Fischer in erster Linie um den Fang oder um das Erlebnis unverfälschter, urwüchsiger Natur? Die Frage stellt sich nicht: Wer beginnt, die Natur zu verstehen und die Fische zu kennen, dem gelingt es immer öfter, den unsichtbaren Gegner zu überlisten.

Paradies für Fische – und ihre Jäger. Kärnten, das Land der tausend Gewässer, verheißt Petrijüngern jede denkbare Art des Angelvergnügens, ob in träge dahinströmenden Flüssen, quirligen Bächen, versteckten Teichen, imposanten Seen, vom Ufer oder vom Boot aus, im Tal oder auf 2000 Metern Seehöhe, mit dem Blinker, dem Boilie oder der Fliege. Verschiedene Fischarten, Ausrüstungen, Fischplätze und Fangbedingungen machen den sonnigen Süden zur abwechslungsreichsten Fischregion im Alpenraum.

Fischen im Fjord. Eines der schönsten Reviere ist der fjordähnliche und unverbaute Weissensee: 22 Fischarten – von der Reinanke und Seeforelle bis hin zu Hecht und Karpfen – und Seetiefen zwischen 5 und 99 m laden zu allen Variationen des Angelns ein. Zahlreiche Beherbergungsbetriebe sind besonders fischerfreundlich und bieten ein Frühaufsteherfrühstück, hauseigene Fischerboote, Einfriermöglichkeiten für den Fang und – anglerseelisch besonders wichtig – Fischerstammtische zum fachlichen und persönlichen Austausch, wobei Vorkenntnisse in Anglerlatein erwünscht sind. Wer es lieber sportlich hat, ist im Mai hier richtig, wenn das internationale Angeln um die „Goldene Forelle vom Weissensee“ ausgetragen wird.

Fischen im Fjord: Martin Müller ist am Weissensee eine Art menschlicher Hecht im Karpfenteich, in dem neben Schleie, Zander und Seesaibling auch noch 20 weitere Fischarten leben. Dass die Forelle Müllerin nach ihm benannt ist, leugnet der Fischexperte hartnäckig – tatsächlich kommt die Bezeichnung vom Mehl, in dem der Fisch vor dem Braten gewendet wird.

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Die Bachforelle, eine der schönsten Herausforderungen für Herz, Erfahrung und Geschicklichkeit auf der dicken Seite der Rute.

Giganten der Tiefsee. Vor allem Karpfenfischer lieben den 1000 Hektar großen Ossiacher See, in dessen Tiefen eine starke Karpfenpopulation zuhause ist. Jedes Jahr werden zahlreiche Exemplare über 20 Kilogramm gefangen. Die beste Zeit dafür sind der Frühling und besonders der Herbst, wenn sich die Fische die Reserven für den langen, kalten Winter anfressen. Und weil ein ausgewachsener Karpfen vor allem in Schilfnähe viel Vergnügen im Drill verspricht, sollte man eine lange Schlagschnur, eine gute Schnur und eine kräftige Rute mithaben.

Fliegenbinden einmal anders. Ganz anders die kunstvolle Jagd mit der Fliege, etwa an der Gail und der oberen Drau: Der künstliche Köder – nur wenige Gramm schwer, oft selbst gebunden und dem echten Insekt verblüffend ähnlich – wird mit der eleganten Fliegenrute und einer ausgeklügelten Wurftechnik punktgenau den Bach- und Regenbogenforellen präsentiert. Eine Natursportart, die suchtbildend wirkt, warnen überzeugte Angler: „Fliegenfischen ist keine Frage von Leben oder Tod – es ist viel wichtiger.“ http://kaernten.anglerinfo.at

Tipp. Der Völkermarkter Stausee gehört zu den fischreichsten Gewässern Kärntens und hat sich zu einem äußerst beliebten Natur- und Anglerparadies entwickelt. Mehr unter www.angeltreff.org Kärnten magazin 21


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Wini Brugger, Österreichs bekanntester Asia-Koch, arbeitete über 15 Jahre lang als Starkoch in Asien. Der Kärntner dreht kulinarische Filme über Thailand, Vietnam und Israel und ist mit seinen Restaurants Indochine und XO Noodles in Wien erfolgreich.

Wenn die gebürtige Klagenfurterin Petra Percher nicht gerade bei den Fashion Weeks in Paris, Mailand oder New York ist, zieht es die Chefredakteurin des Lifestylemagazins Schaufenster der Tageszeitung „Die Presse“ immer wieder nach Kärnten.

Gibt es ein persönliches Ritual, wenn Sie nach Kärnten heimkommen? Ja, vor lauter Freude hupe ich jedes Mal ganz laut.

Gibt es einen Kärntner Lifestyle? Wie würden Sie diesen beschreiben? Kärntner sind freizeitverliebt, natur-urban und italienischer als überall anders in Österreich. Der Stil: sporty-chic.

Gibt es den „Kärntner Geschmack”? Woran erkennt man ihn? Das ist ganz einfach: an den Grundprodukten wie Fleisch, Butter, Milch, Käse, die allesamt aus der Region kommen. Wenn man die Kuh nicht kennt, so kennt man meist den Bauern, der die Produkte hergestellt hat. Ihre kulinarische Kärnten-Kindheitserinnerung? Abgeröstete Käsnudeln mit Endiviensalat, gemacht von der Mama. Diese Speise habe ich sogar ins Asiatische übersetzt. Essen mit Aus- und Weitblick, wo geht man da hin? Zum Kollerwirt auf den Tanzenberg (Affelsdorf 3, 9063 Tanzenberg), auf die Nockalmhütte in St. Oswald (Nockalm, 9546 Bad Kleinkirchheim) und in den Kirchheimerhof in Bad Kleinkirchheim (Maibrunnenweg 37). Wo kaufen Sie Kärntner Produkte für Ihr Restaurant in Wien ein? Ich kaufe das Limousin-Rind aus Bad Kleinkirchheim, Huchen, Forellen und Saibling vom Millstätter See und Saiblingskaviar vom Sicher in Tainach (Mühlenweg 2, 9121 Tainach). Welches kulinarische Mitbringsel aus Kärnten raten Sie uns? Den Kärntner Reinling, Kärntner Speck und Glundner Käse. Drei Dinge, die man in Kärnten unbedingt gemacht haben sollte? Schwimmen im Wörthersee, Almabtrieb in Bad Kleinkirchheim, wandern und zünftig jausnen in den Nockbergen.

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Wer sind Kärntens bekannteste DesignerInnen? Momentan schaut die Szene außerhalb der Landesgrenzen gerade auf die Villacherin Christina Berger. Sie macht bewusst schrille Mode für sexy, intelligente, gefühlvolle Leute mit Humor, wie sie sagt (Shop: Castellezgasse 22/9, 1020 Wien). Wohin gehen Sie shoppen, wenn Sie in Kärnten sind? Zum Grüner in Klagenfurt. Trifft den Zeitgeist seit Jahren (Burggasse 15–17). Was ist Ihre kulinarische Kärnten-Kindheitserinnerung? Am Benediktinermarkt in Klagenfurt mit Opa erst frisch gepressten Karottensaft trinken, dann Käsnudeln oder Maischerln essen. Kärntner Regionen mit Potenzial? Im Sommer der Wörthersee, weil das Wasser nirgendwo auf der Welt schöner ist. Bad Kleinkirchheim, wenn es in Kärnten so etwas wie „Little Kitzbühel“ gibt, dann dort. Kärnten bei Regen? Erst ins Museum Moderner Kunst Klagenfurt (Burggasse 8) oder wahlweise mit Oberhammer, dem Künstler ohne Vornamen, in seinem Atelier „Antik für Stilaugen“ in der Lidmanskygasse 10 über Gott und die Welt plaudern. Dann ums Eck ins Kaffee Domgassner gehen zum Zeitunglesen (Domgasse 12). Den schönsten Blick auf Kärnten hat man ... ... während der zehnminütigen Gondelfahrt auf die Gerlitzen.

Weltoffene Patrioten.

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Graf Karl Khevenhüller-Metsch ist Burgherr und Adeliger und könnte somit auf jeden Fall als Märchenprinz durchgehen. Bis vor nicht sehr langer Zeit lebte er noch in Madrid. Heute ist er Eigentümer und Geschäftsführer der Burg Hochosterwitz in Kärnten. Auf der Burg Hochosterwitz soll es einen Kraftplatz geben. Man sagt dem ganzen Felsen der Burg Hochosterwitz nach, dass er ein Kraftplatz ist. Von Fachleuten wird behauptet, dass auf Kraftplätzen meist Kultstätten und Kirchen gebaut worden sind, und dass sie oftmals von Gebäuden umbaut worden sind. Für unsere Burg stimmt das jedenfalls. Wo genau befindet sich dieser Kraftplatz? Man kann davon ausgehen, dass der Burghof und der Kirchenplatz derartige Kraftplätze sind. Tatsache ist, dass schon die Kelten auf dem Berg ihre Kultstätte hatten. Wo ist Ihr persönlicher Kraftplatz in Kärnten? Der Wörthersee hat eine ganz besondere Aura. Durch seine Wasserfarbe und das Ambiente hat man ein fast mediterranes Gefühl. Ihr Lieblingslokal im Sommer? Das Gipfelhaus am Magdalensberg (Magdalensberg 16, 9064 Pischeldorf). Was kann man in Kärnten an einem verregneten Sommertag unternehmen? Kultur und Geschichte Kärntens erleben, Burgen und Schlösser besuchen. Ihr absoluter Geheimtipp? Die Burg Hochosterwitz bei Nacht. Die Stimmung, die sich durch die Beleuchtung ergibt, ist einfach unbeschreiblich. Der schönste Platz in den Bergen? Die Görlitzenalm in Bad St. Leonhard im Lavanttal. Nirgendwo ist die Kärntner Natur und Ruhe für mich schöner und besser zu spüren.

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Zukunft braucht Herkunft: Die Kärntner sind stolz auf ihre gewachsenen Traditionen und nehmen sie gerne mit vom Gestern ins Morgen.

Der unüberhörbare Dialekt, das sonnig-südliche Gemüt und die Liebe zu ihrer schönen Heimat kennzeichnen die Kärntner: Die Herren gelten als charmant, sportlich und humorvoll, die Damen zählen zu den feschesten und kontaktfreudigsten in den Alpen. Doch was macht die besondere Lebensart der Kärntner aus?

Die hohen Berge ringsum und das milde Klima haben jahrhundertelang dazu geführt, dass sich in der idyllischen Landschaft ein eigener Menschenschlag entwickelt hat. Der 1992 verstorbene Schriftsteller Humbert Fink, ein begeisterter Wahlkärntner und Mitinitiator des international beachteten Ingeborg-BachmannPreises, glaubte an eine Melange deutscher, mediterraner und slawischer Eigenschaften und analysierte einmal, die Kärntner Seele sei „zwischen sanguinischem Gemüt, melancholischer Sensibilität und stolzem Trotz“ hin und her gerissen. Weniger ernst interpretierte der bekannte österreichische Arzt und Neurologe Erwin Ringel die Kärntner Seele als „freiheitsliebend, leichtlebig und offen auch in Sachen Liebe“ – eine Beschreibung, der bei einer Umfrage des Klagenfurter Humaninstituts im Jahr 2004 fast 90 Prozent der Befragten „sehr“ oder immerhin „ein wenig“ zustimmten. Bei der Frage nach der allgemeinen Befindlichkeit der Kärntnerinnen und Kärntner siegte „Lebens-Lust“ deutlich mit 41 Prozent über „Alltags-Frust“ mit 28 Prozent. Ganz groß sind die Kärntnerinnen und Kärntner in Verbalerotik und beim Anbandeln, meinen wenigstens 81 Prozent eben dieser Kärntnerinnen und Kärntner.

Viele Generationen an Kärntnern hatten die kargen Alpen im Rücken und die mediterrane Fülle vor Augen. Geht doch die Geschichte des Landes zurück bis zum Norischen Eisen, dessen Spuren noch mancherorts zu finden sind, und schon vor mehr als tausend Jahren (976 n. Chr.) wurde das Herzogtum Kärnten für viele hundert Jahre selbstständig. Seine Nachfahren sind heute noch stolz auf ihre Heimat – und freuen sich doch über ihre Nachbarn zwischen Alpen und Adria, was besonders in der vielfältigen, mit slawischen und italienischen Einflüssen kokettierenden Kärntner Küche und in den berühmten, oft lustigen, manchmal melancholischen Kärntner Liedern zum Ausdruck kommt. „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, denn böse Menschen kennen keine Lieder“, sagt ein bekanntes Sprichwort. So gesehen sind die Kärntner wirklich gute Menschen. Deshalb haben wir nachgefragt: Was macht die Besonderheit des Landes aus? Und wo sind seine schönsten Verstecke? Neugierig? – Dann einen Blick nach links auf Seite 22 werfen! Viele weitere Facetten über das KärntnerSein finden Sie im eMagazin unter: www.newsletter.kaernten.at oder im Reisetagebuch auf: www.blog.kaernten.at

Text Isabella Schöndorfer

Weitere Kärnten-Insidertipps auf www.insiderei.com

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Ausstellungen 2011: Von 1. Mai bis 31. Oktober klapprigen Volkswagens – Kunst gönnten. Sein erstes Bild von Arnulf Reiner sparte er sich vom Mund ab und stotterte es in monatlichen 300-Schilling-Raten ab. Mit dem Liaunig-Museum, das außen und innen für Staunen sorgt und allenthalben Architekturpreise einheimste, hat sich der Industriemagnat einen Lebenswunsch erfüllt. Daher bestimmt er auch die Regeln. Das Privatmuseum ist nur gegen Voranmeldung und ab 12 Jahren zugänglich. Warum auch nicht? Er hat alles selbst geschaffen. Kein einziger Steuer-Cent steckt in seiner Aufsehen erregenden Kunsthalle. www.museumliaunig.com

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Präsentiert das OEvre Werner Bergs in vorher nie gekannter Geschlossenheit: Das Wener Berg Museum in Bleiburg.

Kunst trifft mitten ins Herz. Text Elisabeth Tschernitz-Berger

Große Kunst würde man in dem kleinen Ort Neuhaus/Suha kaum vermuten. Ja schon, es gibt dort ein geschmackvoll saniertes Schloss und ein klangvolles Oktet Suha, das jeden Juni ein vielsprachiges Konzert im Schlosshof liefert, aber warum pilgern seit zwei Jahren Kunstsinnige aus ganz Europa – 2010 waren es fast 9000 – zu dem wenige hundert Seelen zählenden Südkärntner Ortsflecken? Ein Betonhals mit imposanter Glasfront gibt die Antwort. Er schießt unvermittelt aus der Landschaft über die Landstraße mitten ins Herz der Kunstbeflissenen. Das Privatmuseum, eine extravagante Schöpfung der Wiener Architektengruppe

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„querkraft“, beherbergt über 2000 Werke der Sammlung Liaunig – wohl die größte Zusammenschau der wichtigsten Maler und Bildhauer der Nachkriegszeit. Wer Kunst von Maria Lassnig, Hermann Nitsch, Cornelius Kolig, Bruno Gironcoli, Arnulf Rainer, Tony Cragg, Hans Staudacher, Herbert Boeckl, Hans Bischoffshausen und als Kontrapunkt die größte Sammlung von Goldobjekten der Akan genießen will, ist daher in Neuhaus/Suha richtig. Der Kärntner Industrielle Herbert Liaunig, der 24 Unternehmen erfolgreich saniert hat, ist ein Besessener. Er war einer der seltenen Studenten, die sich – statt eines

Die kunstsinnige Ader Südkärntens gibt in Bleiburg/Pliberk ein weiteres kraftvolles Lebenszeichen von sich. Sie pulsiert in der Stadt mit ihren bunten Häusern. Bleiburg begründete die Schaffenskraft zweier Künstler, die es über Kärntens Grenzen zu Weltruhm gebracht haben: Kiki Kogelnik und Werner Berg. Nach der Sonderausstellung anlässlich des 75. Geburtstages der multikulturellen Kiki Kogelnik im Vorjahr, werden heuer Werner Bergs Malereien mit moderner Kunst aus der Sammlung Leopold verglichen. Im Skulpturengarten finden sich Skulpturen des Wegbegleiters Werner Bergs, Othmar Jaindl. Die Hommage an Werner Berg, Kiki Kogelniks Geburtshaus und ein von ihr gestalteter Brunnen am Hauptplatz adeln Bleiburg als Kleinstadt der großen darstellenden Künstler (1. Mai bis 31. Oktober 2011). www.wernerberg.museum

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„Progression und Signal“, geschaffen 1967 von Hermann Painitz, einer der viel beachteten österreichischen Künstler im Museum Liaunig.

Literaturhauptstadt. Höhepunkt der „Tage der deutschsprachigen Literatur“ sind die Lesungen und Diskussionen zum Ingeborg-Bachmann-Preis. Tage der deutschsprachigen Literatur: 7. bis 10. Juni 2011 www.bachmannpreis.eu

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Mit dem Museum Liaunig gelang ein Lückenschluss innerhalb der österreichischen Museumslandschaft.

In Gmünd lief es andersrum. Nicht die mittelalterliche Oberkärntner Stadt entdeckte die Künstler, sondern umgekehrt. Gmünd ist ein gutes Pflaster für Kreative, die dort nach Herzenslust werken, schaffen, forschen und ausstellen dürfen. Die Stadt ist stolz auf ihr buntes Künstlervolk, man restaurierte alte Ställe, Wohn- und Lagerhäuser und bietet sie als Ateliers an. Man organisiert anspruchsvolle Rahmenprogramme und Ausstellungen (im Vorjahr war Paul Flora dran). Fritz Russ und Birgit Baumann leben in einer Gmünder Künstlerkolonie. Russ macht aus allem, was andere weggeworfen haben, Kunst. Aus verrosteten Ketten, Sensenblättern, Nägeln und Mistgabeln. Daraus entstand unter vielen anderen Dingen der markante Stier, der an der Tauernautobahn einen Anstoß für einen Abstecher nach Gmünd geben will. In der Hinteren Gasse wechselt eine Ausstellung die andere ab – kürzlich war die Kärntner Malerin und Literatin Ronny Goerner dort – und in der Konditorei Nussbaumer am Hauptplatz rollen Konditoren die wunderbarsten Schokolade-Trüffel. Auch das ist irgendwie Kunst. www.gmuend.at Nicht immer wird Kunst vom Volk verstanden. Die Bewohner von Steindorf am Ossiacher See nannten das lange Jahre unvollendete „Steinhaus“ des Kärntner Architekten Günther Domenig respektlos „Steinernes Ungetüm“. 31 Jahre lang würfelte Domenig Kuben, Pyramiden, spitze Winkel, kristalline Elemente durcheinander und am Ende zu einer HausStruktur zusammen. Das Steinhaus wirkt wie eine eigenständige Landschaft, eine skurrile Landschaft aus Stein, Glas und

Beton. Die von Domenig geplante Werkstätte für Architektur war eigentlich ein Open-end-Vorhaben, das unerwartet im Jahr 2008 seine Vollendung fand. Längst haben sich die Anwohner mit dem Steinhaus ausgesöhnt. Es ist eine unkonventionelle Begegnungsstätte geworden. Literaturlesungen, Jazz-Sessions und kleinere Konzerte erfüllen die Pilgerstätte für Architekten und Künstler mit Leben. Heute wird es auf der Homepage von Steindorf als Attraktion gehandelt, was es ja auch ist. www.steindorf.at Die andere Seite des Ossiacher Sees ist überflutet von traditionellen, experimentellen, innovativen Tönen. Das hochwertige Kulturfestival Carinthischer Sommer ist ein Mix aus Bekanntem und Unbekanntem. Hier ist Platz für Erstaufführungen und die jährliche Uraufführung einer Kirchenoper. Im Vorjahr war es die „Die Geburt des Täufers“, 2011 setzt Milhauds die Tradition mit der „Heimkehr des verlorenen Sohnes“ fort. Angesichts der Qualität und Vielfalt überrascht es nicht, dass sich das Programm wie das Who is Who der Weltelite moderner und klassischer Musik liest: Gottfried von Einem, Zubin Metha, Riccardo Muti, Gideon Krämer, Rudolf Buchbinder, Giora Feidman sind nur einige der Großen, die den Carinthischen Sommer gekrönt haben. Vielfältig wie das Programm sind auch die Spielstätten: Die barocke Stiftskirche, das Steinhaus von Günther Domenig, die Burgruine Glanegg sind genauso Aufführungsorte wie das Villacher Kongresshaus. Für 2011 vormerken: 10. Juli bis 19. August. www.carinthischersommer.at

Festival der Alten Musik. Die Trigonale ist ein kleines, aber feines Festival „Alter Musik“ und dabei gar nicht verstaubt. Der Klang alter Instrumente versetzt in vergangene Zeiten. Trigonale 2011: 9. bis 18. September www.trigonale.com Sakrales und Weltliches. Die Akustik der Stiftskirche, ein faszinierender Mix aus Altem und Neuem, aus Sakralem und Weltlichem, machen den Reiz der Musikwochen Millstatt aus. Musikwochen Millstatt 2011: 30. April bis 2. Oktober www.musikwochen.com Theater im Stiftshof. Komödienspezialitäten einer komischen und erstaunlich professionellen Laiengruppe werden im Stiftshof Eberndorf serviert. Südkärntner Sommerspiele 2011: 1. Juli bis 12. August www.sks-eberndorf.at Komödiantisches in Spittal. Im Arkadenhof des Renaissanceschlosses Porcia in Spittal paart sich Heiteres und Nachdenkliches in der großen Komödie. Komödienspiele Porcia 2011: 15. Juli bis 31. August www.komoedienspiele-porcia.at Kostbarkeiten und Musik in St. Paul. Das Benediktinerstift St. Paul beherbergt sakrale Kunstschätze von unschätzbarem Wert. Der St. Pauler Kultursommer begleitet die Ausstellung mit bunter Musikuntermalung. Schatzhaus Kärnten 2011: 1. Mai bis 30. Oktober St. Pauler Kultursommer 2011: 11. Juni bis 12. August www.stift-stpaul.at

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Kärntner Landesausstellung 2011. 500 Jahre protestantisches Abenteuer. 1

Jugendliche führen als Kulturvermittler durch die Landesausstellung

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Dialog der Generationen. Sie drücken fleißig und freiwillig die Schulbank, sind für ihre Ausbildung in ganz Kärnten unterwegs und fiebern dem großen Tag der Eröffnung entgegen: Rund 100 Jugendliche ab 16 Jahren lassen sich in einem einzigartigen Projekt zu Kulturvermittlern ausbilden, sind jetzt Experten in Sachen Protestantismus in Kärnten. „Ich erkenne erst jetzt, wie stark allein Klagenfurt durch die Reformation im 16. Jahrhundert geprägt wurde“, berichtet die 17-jährige Anna von ihrer „Schulung“ durch Landesarchivdirektor Dr. Wilhelm Wadl, „die Spuren zu finden, die 500 Jahre Protestantismus in Kärnten hinterlassen haben, ist toll!“ Pfarrer Lutz Lehmann, der Ideengeber zu dieser Initiative: „Ich freue mich besonders über die Chance zum Dialog der Generationen, die wir mit diesem Projekt bekommen! Die Jugendlichen sind aus vollem Herzen dabei und stecken uns alle mit ihrer Begeisterung an!“

Diözesanmuseum neu in Fresach – das Siegerprojekt im Entwurf

Fresach, der Heimatort des Schi-Kaisers Franz Klammer wird 2011 zum kulturellen Zentrum Kärntens. Besonderes Highlight und erstmalig in Österreich: Jugendliche führen durch die Landesausstellung.

Landesausstellung 2011. Auftakt für neues Museum. Das historische Toleranzbethaus aus dem 18. Jahrhundert ist das Herz der Schau in dem beschaulichen Ort Fresach am Fuße des Mirnocks: Neben dem Toleranzbethaus, wo seit Jahrzehnten das evangelische Diözesanmuseum untergebracht war, entstand ein wegweisender Neubau des Architektenbüros „Marte.Marte“Auftaktort für die Kärntner Landesausstellung 2011, der ab 2012 als neues Diözesanmuseum und Veranstaltungszentrum dienen wird. Die Geschichte des Pro-

testantismus in Kärnten wird in vier Teilen erzählt: Der immer wieder neu zu reformierenden Kirche („ecclesia semper reformanda“) ist ebenso ein Schwerpunkt gewidmet wie den Themen Toleranz und Dialog, Mehrheiten – Minderheiten und dem wachsenden Druck auf die Gläubigen während der Gegenreformation. Abwechslungsreiches Programm. Übrigens lag Fresach seinerzeit für Bücherschmuggler direkt auf ihrer Route (die von Schärding in OÖ bis an die slowenische Grenze führte); mehr über diesen abenteuerlichen „Weg des Buches“ kann man im Rahmen der sehenswerten Schau ebenso erfahren wie Interessantes über bedeutende evangelische Kulturschaffende (etwa die Dichter Otto Bünker und Gerhard Glawischnig). Zudem erwartet Besucher während der Landesausstellung ein Kulturprogramm, das mit großartigen Konzerten und Theaterinszenierungen aufwarten wird. Neue Seiten schlagen die Ausstellungsmacher auch in Sachen Nachhaltigkeit auf: Was kann jeder Einzelne tun, um in seinem Handeln glaubwürdig zu bleiben, wie können wir aus der Geschichte lernen? Wertvolle Leihgaben aus ganz Europa stellen dabei die Sammlung des Diözesanmuseums Fresach in einen weiträumigen, spannenden Zusammenhang. Landesausstellung Fresach 2011 „Glaubwürdig bleiben – 500 Jahre protestantisches Abenteuer“ 7. Mai bis 31. Oktober 2011 Geöffnet: täglich 10–18 Uhr www.landesausstellung011.at

Text Karin Waldner-Petutschnig

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Entlang der Kärntner Lebensader verläuft der Drauradweg R1 von Osttirol bis nach Slowenien. In einigen Jahren soll er bis zur Mündung der Drau in die Donau und irgendwann weiter zum Schwarzen Meer führen.

Fest im Sattel.

Genussradler, Rennmaschinen und Mountainbiker kommen hier in die Gänge: Kärnten bietet abwechslungsreiche Routen an Seen und Flüssen, Bergen und Hügeln oder über Stock und Stein − allein, mit Gleichgesinnten oder mit der ganzen Familie. Text Isabella Schöndorfer

Die Drau ist Kärntens größte Lebensader und durchquert das ganze Land von Westen nach Osten. 366 Kilometer zieht sich der Drauradweg R1 vom Ursprung der Drau im Südtiroler Toblach bis ins slowenische Marburg − je nach Kondition und Abstecher-Anfälligkeit angesichts der kulturellen, kulinarischen und natürlichen Verlockungen am Wegesrand bedeutet das zwischen vier und sieben Tage im Sattel. Alle Abschnitte sind aufgrund der geringen Höhenunterschiede bestens für das Raderlebnis mit der ganzen Familie geeignet. Die Strecke lässt sich selbstverständlich in fahrerisch leicht verdauliche Häppchen portionieren oder auch einzeln genießen, indem man den jeweiligen Ausgangspunkt mit dem Zug ansteuert. In Etappen aufgeteilt liegen zwischen Toblach und Lienz 48 km, von Lienz nach Spittal sind es 79 km, weiter nach Villach 40 km. Bis Völkermarkt sind es 87 km, auf der Schlussetappe nach Marburg sind rund 112 km zu bewältigen. Und wenn wirklich einmal etwas kaputt gehen sollte, gibt es flächendeckend Reparatur- und Shuttledienste, die im Notfall auch gleich das Ersatzrad mitbringen, wie zum Beispiel www.das-radl.at (von Spittal bis Rosegg) oder www.kaerntenshuttle.at (von Villach bis Lavamünd). Entlang der gesamten Strecke sorgen die speziell beschilderten Drauradweg-Wirte für radlergerechte Verpflegung, Betreuung und Unterkunft für Mensch und Fahrzeug. á Kärnten magazin 28

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Auch die Region Millstätter See/Nockberge/Bad Kleinkirchheim setzt voll auf das E-Bike: Neben geführten E-Bike-Touren bietet die Sportschule Krainer in Feld am See gemeinsam mit anderen Unternehmen auch 50 Stromräder und ein 1100 Kilometer langes Radwegenetz für jeden Anspruch, der Kärntnerhof in Bad Kleinkirchheim stellt ebenfalls Elektroräder zur Verfügung. Der Energy Park des JUFA Campus Futura in Bleiburg ist für sein zukunftsweisendes Konzept der Elektromobilität mit Fahrrädern, Segways und Scootern sogar für den österreichischen Klimaschutzpreis 2009 nominiert worden. Unterschätzen sollte man EBikes nicht: Kürzlich unterbot ein ungeübter Hobbyradler mit dem E-Bike die

Gemütliches Genussradeln entlang der Fluss- und Seeufer in Kärnten: Selbstverständlich gibt’s modernste Fahrräder samt Sicherheitsausrüstung auch zum Ausborgen. Die regionalen Köstlichkeiten für’s Picknick mit Blick auf den idyllischen Turnersee liefert der nächste Bauernmarkt.

Bestzeit des Radprofis Christian Pfannberger auf der Glocknertour um fast eineinhalb Minuten. Wer im Sattel trotzdem weniger auf Watt & Volt, sondern mehr auf Adrenalin, Endorphin & Co. steht, kommt in Kärnten auch nicht zu kurz: Kärntens Alpinlandschaft hat für jede Kondition und jede Portion Mut eine Strecke parat, die an die Grenzen geht. Wenn man anstatt der grobstolligen MTB-Reifen lieber glatte dünne Rennreifen singen hört, ist man in Kärnten genauso richtig: Bereits 1987 war die Region Villach-Faaker See Austragungsort der Straßen-Weltmeisterschaft. Auf ihren Spuren und im Gefolge der Österreich-Radrundfahrt bieten sich in

Kärnten heute noch zahlreiche Streckenabschnitte, auf denen schon die besten der Welt unterwegs waren – von wunderschönen Rennradstrecken nach Slowenien und Italien bis hin zur berühmtberüchtigten Glockneretappe, auf der sich abseits der Rundfahrt und ohne Zeitmessung jeder mit ausreichendem Willen und genügend Kondition zum Glocknerkönig krönen kann. Eine Karte mit 18 Streckenvorschlägen, ausgewählt vom Radprofi Paco Wrolich, bringt Rennradfahrer auf Touren. Die Königsetappe: die Glockner-Tour mit 124 Kilometern Streckenlänge und 3066 Metern Höhenunterschied. Die Karte ist kostenlos bei der Wörthersee Tourismus GmbH erhältlich.

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Aber nicht nur der große Fluss, auch die gut ausgebauten Radwege rund um die großen Kärntner Badeseen laden zum Seenschnuppern mit der Familie ein. Das gemütliche, muskelbetriebene Cruisen auf zwei Rädern eröffnet ungeahnte Einund Ausblicke auf die wunderschönen Villen im Stil der berühmten WörtherseeArchitektur, auf die versteckten Oasen der Reichen und Schönen an der österreichischen Riviera, auf die stille Schönheit der Seeufer. Besonders angenehm ist ein Radausflug am Wörthersee und am Ossiacher See: Bei jeder Schiffsanlegestelle kann man mit dem Ausflugsdampfer wieder zum Ausgangspunkt zurückfahren,

wenn man die Kräfte schonen will oder die Einkehr in der schattigen Buschenschank zu ergiebig ausgefallen ist. Eine gesunde Premiere ist 2011 das tägliche Aktivprogramm „Seen Fitness“ am Klopeiner See, das von leichten Radtouren über Nordic Walking bis zur ambitionierten Mountainbike-Tour reicht und den Ruf Kärntens als bestes Outdoor-Fitnesscenter der Alpen unterstützen soll. Eine moderne Attraktion sind dabei die Elektrofahrräder (Pedelecs), die von vielen Hotels und Pensionen ihren Gästen angeboten werden. Das Land Kärnten hat mit einem groß angelegten Ausbau-

programm für Stromtankstellen und einer Förderaktion für E-Fahrräder der neuen Elektromobilität den Weg geebnet, die vor allem für den sauberen Kärntner Tourismus von großem Interesse ist. Für das engagierte Projekt „Velden fährt elektrisch!“ wurde die Wörthersee-Metropole sogar vom Umweltministerium ausgezeichnet: Die Klimabündnisgemeinde vermietet zahlreiche Elektrofahrräder, aufgetankt wird während der Jausenpause, auch einige Ausflugsziele in der Umgebung bieten Lademöglichkeiten an, wie etwa der Tierpark Rosegg.

Zahlreiche Labestationen kümmern sich um das Wohl von Mensch und Maschine, hier die Almwirtschaft am Karnischen Radweg, im Hintergrund der Dobratsch.

Mit modernen E-Bikes wird der Ausflug in die Nockberge rund um Bad Kleinkirchheim zum kräfteschonenden Ausflug für die ganze Familie.

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Auch für das Rennrad hat Kärnten viel zu bieten: Hier fuhren schon die Stars der Straßen-Rad-WM 1987. Und am 20. Mai 2011 kommt der Giro d’Italia, das zweitgrößte Radsportereignis der Welt, nach 40 Jahren zurück auf den Großglockner mit einer Bergankunft auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (2.369 m).

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MTB-Fahrerlebnisbericht: vom Millstätter See ins Herz der Nockberge. Von Döbriach startend geht es entlang des Riegerbachweges gemütlich bis nach Radenthein. Dort ein kurzes Stück den Anstieg entlang der Kleinkirchheimer Bundesstraße bis zur Abzweigung Obertweng. Dann folgt man immer der gelben Nockbike-Beschilderung, man befindet sich nämlich auf der Tour 14 „Rund um den Priedröf“, detailliert beschrieben im Tourenportal auf www.kaernten.at oder im Nockbike-Führer.

Dem Himmel so nah.

Jetzt beginnt das eigentliche Mountainbiken, entlang alter Karrenwege geht es hinauf nach Bad Kleinkirchheim und St. Oswald, mitten hinein ins Herz der Nockberge. Bis vor hundert Jahren zogen noch Ochsen schwer beladene Fuhrwerke dort hinauf, heute schinden sich hier die Mountainbiker, dass die Lunge brennt und die Oberschenkel dick werden. Ab St. Oswald geht es wieder leichter, der schwach ansteigende Forstweg bringt uns in die sanften Kuppen des Nationalparks Nockberge, der sich von der Brunnachhöhe auf über 1.900 m Seehöhe wie grüne Inseln im steinernen Meer vor unseren Augen ausbreitet.

Wenn es eine nahezu perfekte MTB-Tour gibt, führt sie vom Millstätter See in die Nockberge. Die Vielfalt an Streckenabschnitten, der Wechsel der Herausforderungen, der Reichtum an Belohnungen durch Ausblicke und Anblicke – wie ein persönlich erlebter Werbespot für die Sportart. Mountainbiking at it’s best.

Nun folgt das Highlight der Tour: Über die St. Oswalder Bockhütte geht es auf Single-Trails bergab zur Langalmhütte und weiter entlang des Rossbaches durch das Langalmtal. Insgesamt rund 10 km Downhillspaß enden sodann in Radenthein, von dort kann man entweder ohne weitere Höhenmeter wieder am Riegerbachweg oder aber über die Orte der Kraft am Mirnock zum Ausgangspunkt Döbriach biken. Ein abschließendes Bad im Millstätter See lässt die Strapazen rasch verblassen, und übrig bleibt ein unvergessliches Naturerlebnis auf dem Mountainbike.

Text Isabella Schöndorfer

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Geheimtipp auf 1620 Metern Seehöhe: Beim Neugartenstüberl auf der Gerlitzen gibt’s nicht nur jeden Freitag Nachmittag den Bauerngrill mit Hexenfeuer, sondern auch die weltweit einzigartige lebende Speisekarte: Jede Kuh der Herde macht Werbung für eines der vielen Schmankerln des Hüttenwirts Johann Maier. Details unter www.neugarten-almseehuette.at

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Viele weitere Informationen zum Thema Radfahren, über Strecken und Ausflugsziele gibt es unter www.touren.kaernten.at, www.iphoneapp.kaernten.at, www.rad.kaernten.at und www.drauradweg.com

Die runden Kuppen der Nockberge sind für das MTB ein ideales Biotop.

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sönlich hat seine Finger im Spiel! Zum eindrucksvollsten Zeitpunkt, während der Schneeschmelze in den Monaten Mai und Juni, geht’s los vom Parkplatz direkt an der Mölltal-Bundesstraße zwischen Döllach und Heiligenblut! Leichtes Wandern über 100 Höhenmeter strengt nicht an, aber festes Schuhwerk ist dennoch empfehlenswert. Trittsicher sollte man dann beim Aufstieg zur Aussichtskanzel sein, die nichts für Kleinkinder ist. Nach eineinhalb Stunden stellt man fest: Der Weg war das Ziel! Tosende Wassermassen beeindrucken mit ungestümer Naturgewalt. Zurück am Ausgangspunkt stärken wir uns in der „Hexenstube“.

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Auf das Wandervergnügen in der freien Natur folgt die wohlverdiente Einkehr in einer der vielen urigen Hütten und Almwirtschaften, wo bei einer zünftigen Jause und einem gespritzen Most – einem vergorenen Obstsaft – die Lebensgeister rasch wieder erwachen.

WanderWunder. Kärnten kann alles. Für Wanderfreunde jeglicher Art ist der freundliche Flecken Land quasi ein Multitalent: vom Softwandern für Familien über ansprechende Touren für Motivierte bis hin zur körperlichen Herausforderung für die, die es wirklich wissen wollen. Text Isabella Schöndorfer

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Wandern entspannt. Eins sein mit der Natur birgt etwas Besonderes. Und manchmal auch etwas Verborgenes. „Lernen fürs Leben“ ermöglichen die zahlreichen Lehrwege im Nationalpark Hohe Tauern, die gemeinsam mit den speziell ausgebildeten Nationalpark-Rangern viel Wissenswertes über den Natur- und Kulturraum vermitteln. Es sind „Fenster zur Natur“, die zeigen, was dem vorübereilenden Auge sonst verborgen bliebe. Einige dieser Wege befinden sich im Tal und sind leicht begehbar, andere führen durch die Almregion bis hinauf zu den Gletschern. Eine sagenumwobene Wanderung fesselt Wandersfrau und Wandersmann an die umgebenden Naturschönheiten des Jungfernsprungs. Denn der Teufel höchstper-

Eine lieblichere Schönheit ist das weite Rosental, in dem die seltene CarnicaBiene und damit auch ein köstlicher Honig zuhause ist. Entlang der Drau und den großen Stauseen führt ein Wanderund Radweg, der immer wieder unerwartete Ein- und Aussichten in die Kulturlandschaften rundum öffnet. Zwei Etagen höher zeigen die hellen Felswände der Karawanken und der Koschuta weithin ein grenzüberschreitendes Wandergebiet an, das jedem Qualitätsanspruch hinsichtlich Schwierigkeit, landschaftlichem Reiz und Kulinarik gerecht wird. Weiter auf dem Weg nach Südkärnten erheben sich der Hochobir mit seinen riesigen Tropfsteinhöhlen und das PetzenMassiv hoch und teils schroff über das sanfte Unterland. Tausend Höhenmeter über dem Alltag wird die Stimmung unbeschwert, und die Glückshormone fließen in Strömen: besonders rund um Bad Kleinkirchheim im Nationalpark Nockberge, wo Naturverliebte im Duft des Speiks, einer seltenen Pflanze mit großer Heilkraft, über üppige Almen auf den grünen, baumlosen Nocken lustwandern – und nach vollbrachter Tour die strapazierten Muskeln in einer der berühmten Thermen lockern und den Wandertag gemütlich ausklingen lassen können.

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Umgeben von den beiden Nationalparks Hohe Tauern und Nockberge liegt die vielfältige Gebirgslandschaft des Katschbergs zwischen Kärnten und Salzburg. 200 km markierte Wanderwege zwischen 900 und 3.100 m Seehöhe führen nicht nur zu bezaubernden Plätzen und urigen Almen, sondern so manchen Wanderer auch wieder zur inneren Balance.

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Der Karnische Höhenweg führt in acht bis elf Tagesetappen 155 Kilometer entlang der Grenze zwischen Kärnten und Italien und ist Teil der Via Alpina. Hier der Blick kurz vor dem Wolayer See auf die Seewarte.

nten.at Der Wasser-Wunder-Weg Jungfernsprung virtuell auch auf www.touren.kaer und in der Kärnten-APP unter www.iphoneapp.kaernten.at Kärnten magazin 35


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So schmeckt der Süden.

Wie man sich Kärnten am besten einverleibt? Bei einer kulinarischen Rundreise, die Appetit macht auf die Aromen zwischen Alpen und Adria! Text Karin Waldner-Petutschnig

Der ganze Duft der Alpen wird regelmäßig im Kräuterdorf Irschen von fleißigen Händen geerntet.

Längst zählt die Kärntner Käsnudel zum kulinarischen „Kulturgut“. Doch das war nicht immer so. Die erste Begegnung mit der regionaltypischen Spezialität hatte es für so manchen Sommerfrischler vergangener Jahrzehnte in sich: Auf den ersten Biss in den verlockenden Teigkrapfen folgte oft Überraschung – „Wie schmeckt denn das?!“ Wenn aber frische Minze und Keferfil (Kerbelkraut) einmal in der Bröseltopfenmasse ihr Aroma entwickeln, Kärnten magazin 36

zweigt so mancher Genießer schnell von eingeübten Geschmacksbahnen ab und geht auf lustvolle Entdeckungsreise in die Welt der Kräuter und Gewürze. Auch dass der mit Rosinen und Zimt pralle Reinling, jenes süße Hefegebäck, in Kärnten mit Vorliebe zum Osterschinken oder zur Kirchtagssuppe aus dreierlei Fleischsorten verzehrt wird, ist für viele ein besonderer, beinahe exotischer Geschmack.

Wenn der Vater mit dem Sohne ... Den Geschmack ihrer Region in die Kochtöpfe ihres Lokals zu holen, ist auch erklärtes Ziel eines erfolgreichen KochDuos im Lavanttal: Gemeinsam rücken Vater und Sohn Josef Trippolt aus, um Wiesenkräuter, Pilze und Beeren rund um Bad St. Leonhard zu sammeln, gemeinsam stehen sie hinter dem über 30 Jahre alten Herd in der Küche ihres Lokals „Zum Bären“ mitten am Hauptplatz des beschaulichen Orts. Ihr Werdegang hätte aber unterschiedlicher nicht sein können. Während Vater Sepp sich als Autodidakt vom Fleischhauer zum Spitzenkoch wandelte, durchlief Seppi junior die gastronomische Edelschmiede „Arlberg Hospiz“ und reiste um die Welt, immer die heimatliche Gaststube als Ziel vor Augen. Hier gaben dann bald die Aromen des Alpen-Adria-Raumes den Geschmack vor – frische Produkte und Gewürze aus der Umgebung, aber auch feine Olivenöle und vielfältige Pasta-Gerichte aus der

Nachbarschaft. Natürlich darf bei so viel Genuss auch ein „Schnapsl“ zur Abrundung nicht fehlen – am besten ein Schluck vom himbeersaft-roten, hoch aromatischen Zirbengeist, der aus den violetten Zapfen des begehrten Nadelbaums gemacht wird. Von den Kärntner Nockbergen bis zum steirischen Zirbitzkogel findet sich nämlich der größte zusammenhängende Zirben-Bestand Europas! Ebenfalls in den Nockbergen ist eine weitere aromatische Spezialität beheimatet: Der Speik, eine unscheinbare weiß blühende Blume, birgt mit seinen Wurzeln einen unterirdischen Schatz. Das darin enthaltene ätherische Baldrianöl macht ihn begehrt – es gibt sogar ein eigenes Gerät, das sogenannte „Speikkramperl“, mit dem man die Wurzel ausgräbt, um sie zu verarbeiten und zu exportieren. Mit seinem scharfen Aroma wurde Speik nicht nur dafür benutzt, Motten aus dem Kleiderschrank fernzuhalten, sondern ihm wurden auch heilende Eigenschaften attestiert: Bei Magen- oder Gliederschmerzen, Schwindelgefühl, Zahnweh u. a. m. kam die Pflanze aus Kärnten zum Einsatz. Heute ist sie geschützt und darf nur noch von einigen wenigen Bauern gesammelt und ausschließlich von den Stuttgarter Rau-Werken zu Speik-Seife, Handcreme etc. verarbeitet werden. Honigduft und Hadnsterz. Würzige Aromen aus der unverbrauchten Kärntner Landschaft prägen naturgemäß auch die Küchen des Landes. An Lieferanten erstklassiger regionaler Produkte mangelt es ambitionierten Wirten nicht, besteht doch Kärnten aus köstlichen 12 Genussregionen, die vom Lavanttaler Apfelmost bis zum Glockner-Lamm, vom

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Gailtaler Almkäse bis zum Metnitztaler Wild, vom Nockberger Almrind bis zum Mittelkärntner Blondvieh, vom Kärntner Laxn bis zum Rosentaler Carnica-Honig u. a. m., zahlreiche typische Leckerbissen bereithalten. So bietet die Wirtegemeinschaft „Rosentaler Reigen“ für Schleckermäulchen gleich vielfältige Gerichte mit CarnicaHonig an, außerdem kann man bei den 13 Mitgliedsbetrieben den Honig direkt erwerben. Die Carnica-Biene ist ja eine besonders widerstandsfähige und unaggressive Bienenrasse, auf deren Kultivierung sich Südkärntner Imker spezialisiert haben. Eine kulinarische Reise durch das Rosental könnte so etwa im Alt-Kärntner Gasthof Antonitsch in Glainach bei Ferlach (direkt am Drauradweg) beginnen, wo Wirtin Gundi Schaschl-Petritsch eine zeitgemäß verfeinerte, traditionelle Küche pflegt – legendär sind hier nicht nur die Käsnudeln, auch für den Hadnsterz mit Häferlkaffee oder das feine Kirchtagsschnitzel kommen die Gäste gerne. Was auch an dem schönen Gastgarten und dem hauseigenen Weinkeller liegen dürfte! Ein paar Kilometer drauaufwärts empfiehlt sich ein weiterer wunderschöner Gastgarten unter Kastanienbäumen für eine gemütliche Einkehr: Ruth Male, ehemalige Lehrerin und Wirtin aus Leidenschaft, tischt im Gasthaus Ogris in Kappel an der Drau mit Können und Gastfreundschaft nicht nur Honigspezialitäten, sondern auch ihre berühmten Backhendln auf. Auf der Vis-á-vis-Seite der Drau liegt der Plöschenberg, der einen grandiosen, sehenswerten Blick hinunter ins Rosental bietet – kein Wunder also, dass die Aus-

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Ob Fische aus den heimischen Gewässern oder Almkäse aus den Bergen – heimische Produkte stehen bei den Wirten hoch im Kurs!

sichtsterrasse des Landgasthofs Plöschenberg neben den kulinarischen Spezialitäten ein besonderes Gustostück für Feinschmecker darstellt. Die Brettljause schmeckt hier zum Panoramablick gleich noch einmal so gut, doch die Wirtefamilie Niemetz bemüht sich als „Kärntner Spargelwirt“ geradezu naturgemäß in vielfältiger, immer wieder überraschender Weise um die Tisch- und Weinkultur. Ein Kräuterwanderweg, ein Naturlehrpfad, ein Kinderspielplatz in Tischnähe u. a. m. machen das Lokal zu einem beliebten Familien-Ausflugsziel. Und gleich ein zweites Gasthaus Ogris lädt beim Rosentaler Reigen ein – in Ludmannsdorf findet man das dreisprachige Dorfwirtshaus „Gasthaus-Gostilna-Trattoria Ogris“, das mit hausgemachten Nudelvariationen und Fischspezialitäten aus heimischen Gewässern auf eine große Stammgäste-Schar zählen kann. á

Jeden Donnerstag und am Samstag verdient der Bauernmarkt am Klagenfurter Benediktinerplatz durchaus das Attribut „Alpen-Adria“, findet man doch neben luftgeselchtem Gurktaler Speck, Schaf- und Ziegenkäse oder Lavanttaler Spargel auch frische Meeresfische und Zitrusfrüchte aus Italien, BärenfleischSpezialitäten und Cremeschnitten aus Slowenien u. v. m.

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Die besten Adressen. Zum Bären Hauptplatz 7, 9462 Bad St. Leonhard www.zumbaeren.at Tel.: +43(0)4350/2257 Di–Sa 11–14 und 18–21 Uhr

10 Profi-Tipps für die Speisekammer. Apfelmus von lauwarmen Bratäpfeln mundet besonders fruchtig, auch wenn es durch das Braten der Äpfel eine etwas dunklere Farbe hat. Reinigt man den Brotkasten zweimal in der Woche mit Essigwasser, halten sich die Backwaren darin länger frisch und nehmen keine Fremdgerüche an. Wenn Eiweiß beim Schlagen nicht steif werden will, fügt man am besten eine Messerspitze Salz und einige Tropfen Zitronensaft hinzu. In der Schale gekochte Erdäpfel lassen sich leichter schälen, wenn sie unmittelbar nach dem Abgießen mit kaltem Wasser abgeschreckt wurden. Beim Kochen von Kohl empfiehlt sich das Mitkochen einer großen harten Brotkruste. So wird der stechende Kohlgeruch reduziert. Frische Kräuter wie Petersilie, Kresse oder Schnittlauch lassen sich besonders bequem mit der Schere schneiden. Kühlschränke kann man von Zeit zu Zeit „geruchreinigen“, indem man einen Teelöffel fein gemahlenen Kaffee auf einer Untertasse für einen Tag lang in den Kühlschrank stellt. Mandeln lassen sich leicht abziehen, wenn man sie zuvor kurz mit sehr heißem Wasser übergießt. Altösterreichische Salatmarinaden schmecken noch besser, wenn sie, anstelle von Zucker, mit einem Schuss Himbeersaft oder etwas Apfelmus abgerundet werden. Schmeckt Senf zu scharf, so lässt er sich durch einen Schuss Apfelsaft, Weißwein oder Bier leicht abmildern. (aus: H. u. W. Tschemernjak/Ch. Wagner, Kärntner Küche, Carinthia Verlag)

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Gasthaus Antonitsch Glainach 12, 9170 Ferlach Tel.: +43(0)4227/2226 Di–So ganztägig warme Küche Jän–März geschlossen Gasthaus Ogris Kappel an der Drau 12 9162 Strau Tel.: +43(0)4227/22 12 Gasthaus/Gostilna/Trattoria Ogris 9072 Ludmannsdorf www.gasthaus-ogris.at Tel.: +43(0)4228/2249 Mo Ruhetag, Okt. geschlossen Landgasthof Plöschenberg Plöschenberg 4, 9071 Köttmannsdorf www.ploeschenberg.at Tel.: +43(0)4220/2240 Feb–Dez, 11.30–20 Uhr, Mo Ruhetag Gasthaus Stefaner Suetschach 33 9181 Feistritz im Rosental www.gasthausstefaner.at Tel.: +43(0)4228/2135 Di, Mi Ruhetag Kulturwirtshaus Bachler Silberegger Straße 1, 9330 Althofen www.bachler.co.at Tel.: +43(0)4262/3835 So ab 16 Uhr Ruhetag Gasthaus Liegl St. Peter bei Taggenbrunn 2 9313 St. Georgen am Längsee www.gasthof-liegl.at Tel.: +43(0)4213/2124 Di, Mi Ruhetag Landhaus Kellerwand Sissy Sonnleitner Mauthen 23 9640 Kötschach-Mauthen www.sissy-sonnleitner.at Tel.: +43(0)4715/269 Mo, Di Ruhetag Mi–So 12–14.30, 18–21.30 Uhr

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Alberta Liegl, unterstützt von Tochter und Ehemann, kocht in St. Georgen am Längsee verfeinerte, gediegene Regionalküche.

Die Sonne des Südens lässt Obst und Gemüse in Kärnten besonders aromatisch reifen.

Nicht nur das gemütliche Gasthaus Stefaner mit seinen diversen Spezialitätenwochen, den Kirchtagsgerichten und einem eigenen Catering-Service lohnt den Abstecher in das Bilderbuch-Dorf Suetschach bei Feistritz; ein Krampus- und ein Schmiedemuseum sowie die alljährlich stattfindenden „Suetschacher Malerwochen“ bieten neben dem kulinarischen auch Kultur-Genuss. Ebenfalls Grenzüberschreitende in Sachen Genuss sind Gottfried Bachler und seine Frau Ingrid aus Althofen. Geschmackliche Inspirationen für ihr Kulturwirtshaus finden sie nämlich nicht nur im nahen Süden, sondern auch in Frankreich, wo sie besonders gerne auf kulinarische Entdeckungsreise gehen. Die liebevollen Käsepräsentationen im Hause Bachler sind ein Erlebnis für sich: Der Wirt und diplomierte Käse-Sommelier fährt zum Dessert mit seinem Käsewagen vor, und los geht’s mit dem Erklären der einzelnen Spezialitäten aus Kärnten, Frankreich und dem restlichen Europa, mit dem Schnuppern, Schauen und schließlich Verkosten der edlen Produkte. ... und die Mutter mit der Tochter. Ob unter der alten Linde im Gastgarten, im Salettl oder im urigen Weinkeller – der Gasthof Liegl nahe dem Längsee ist ein Landgasthof ganz nach dem Geschmack qualitätsbewusster Genießer: Die eigene Landwirtschaft liefert die Grundprodukte, die Familie – allen voran Mutter Alberta und Tochter Elisabeth – steht hinterm Herd, und der neu ins Leben gerufene Hofladen lädt dazu ein, die hausgemachten Genüsse mit heim zu

nehmen. Selbst gebackenes Brot mit diversen Aufstrichen, Haussulz, Blutwurststrudel und mehr locken als Gruß aus der Küche und stimmen auf verfeinerte, gediegene Regionalküche ein. Hat die kulinarische Kärnten-Rundreise mit Vater und Sohn im Lavanttal begonnen, so findet sie nun ihren Abschluss am anderen Ende des Landes, bei Mutter und Tochter Sonnleitner am Eingang zum Lesachtal. Hier werkt mit Sissy Sonnleitner

seit Jahren nicht nur die Grande Dame der heimischen Gastronomie, sondern auch eine Pionierin der Alpen-Adria-Küche hinter dem Herd. Sie hat den Begriff der „karnischen Aromen“ geprägt, die für sie ihre Heimat im italienisch-kärntnerischen Grenzgebiet „zum spannendsten kulinarischen Landstrich Österreichs“ machen. Mit Tochter Stefanie steht ihr inzwischen kongeniale Unterstützung zur Seite, und gemeinsam präsentieren sie immer neue Kostproben, vom Gailtaler Speckröllchen

mit Oberskren bis zur „Lachsforelle in saòr mit Polenta“. Am Gartnerkofel in unmittelbarer Nähe blüht übrigens eine der seltensten Blumen der Welt: Die blaue Wulfenia wächst nur hier in den Karnischen Alpen und (eine Unterart) im Himalaya und ist strengstens geschützt. So pilgern seit Jahren nicht nur Feinschmecker hierher ins Kärntner Gailtal, sondern auch Botanikfreunde aus aller Welt!


Extra-Tipp: Dinner for two. Da wo tagsüber Wasserschifahrer anlegen, lässt es sich abends überaus romantisch speisen: Das 20 m2 große Holzfloß mitten am Millstätter See wird dann mit Palmen, einem Tisch für zwei, weißer Tischwäsche und edlem Geschirr geschmückt; per Motorboot werden die Gäste auf ihre Insel gebracht, ein Kellner des Hotels Koller betreut sie dann den Abend über mit einem achtgängigen Menü.

Spitze der Genüsse. Gekocht wird in den folgenden Lokalen natürlich überall sehr gut! Die besondere Würze geben ihnen aber die außergewöhnliche Lage und Originalität. Ein Lokalaugenschein. Text Karin Waldner-Petutschnig

Exklusiv!

Zur Romantik pur benötigt man nicht einmal den allabendlichen Sonnenuntergang, denn auch ohne Alpenglühen in Cinemascope findet man atemberaubend idyllische Plätze an Kärntner Seen und in der Bergwelt. Essen am Wasser. Einer der Sehnsuchtsorte am Wörthersee ist zweifellos das „Seerestaurant Kropfitschbad“ der Familie Wieser, das feine Alpen-Adria-Küche bietet. Und das auf einer Seeterrasse mit offenem Kamin, Tischen am Holzsteg umgeben von Schilf und Wasser und einem grandiosen Blick über den See mitten hinein in die Karawanken!

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Auf der anderen Seite des Sees lockt in Reifnitz die Strandbar „LakeSide“ zum Anlegen und Genießen – von Mai bis September gibt’s hier ab mittags köstliche Kleinigkeiten, mediterrane Kost – und freie Sicht auf die Wörthersee-Society, die hier gerne mit dem Boot vorfährt. Spitzenküche serviert mit einer Traumaussicht findet man auch an anderen Kärntner Seen, so etwa in der „Götzelstube“ des Hotels Karnerhof am Faaker See. Postkartengleich ist der Blick von der Terrasse auf den türkisgrünen See, über den der mächtige Mittagskogel zu wachen scheint. Der mit zwei Gault-Millau-Hauben gekrönte Küchenchef Thomas Guggenberger garantiert schon seit Jahren beständige Qualität an einem Ort, der mindestens vier Hauben verdienen würde!

Der Herkuleshof am Danielsberg im Mölltal bietet uriges Ambiente und Spitzenküche.

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Nicht weit entfernt, in Ossiach, der Heimstatt des traditionsreichen Kulturfestivals „Carinthischer Sommer“, findet man das nächste Pflichtziel für Seeromantiker: Aus der 900 Jahre alten, einstigen „Stiftsschmiede“ – direkt neben dem Stift Ossiach am See gelegen – hat Hausherr Gerhard Satran jun. (bekannt auch von der Burgruine Finkenstein) ein atmosphärisches Fischrestaurant gemacht. Wer das Speisen direkt am Wasser liebt, wird sich auf der traumhaften Seeterrasse wohl fühlen, die Innenräumlichkeiten beeindrucken durch historisches Gemäuer und eine offene Feuerstelle. Freunde von heimischen Süßwasserfischen können hier aus dem Vollen schöpfen – bei einer köstlichen klaren Fischsuppe mit Safran oder fangfrischen Fischen, die oft direkt in der

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Kulinarische Geheimtipps auch unter: www.blog.kaernten.at in der Kategorie Essen und Trinken historischen Esse mitten im Gastraum zubereitet werden. Historisch, wenn auch nicht ganz so alt, ist auch die entzückende Jahrhundertwende-Villa „Villa Verdin“ am Millstätter See. Neben dem Hotel lädt hier das abendliche À-la-carteRestaurant zum stilvollen Speisen am See – eine Portion Kitsch und Kunst inklusive. Originelle Einkehr. Mit Kitsch, Kunst und Kuriositäten kann auch der rund 500 Jahre alte „Kleinsasserhof“ aufwarten. Der liegt zwar nicht an einem See, sondern hoch über dem

Drautal, doch der Weg auf den Berg lohnt sich in vielfacher Hinsicht: Buddhakopf, Glaskugeln und Hergottswinkel, Antiquitäten und Raritäten machen das Wirtshaus garantiert zum originellsten in ganz Kärnten. Herrlich konservativ ist hier nur die Küche, die vor allem mit Obst und Gemüse, Kräutern und Fleisch vom eigenen Hof arbeitet. Geprägt ist sie noch von den Rezepten der legendären Tante Trudi, ausgeführt wird sie von Waltraud und Josef Gasser, die ihr idyllisches Sammelsurium ständig erweitern und bei Feinschmeckern aus Nah und Fern beliebt sind. Mit Kristallluster und offenem Kamin, edlem Tischdesign und einer wöchentlich wechselnden Speisekarte voll kreativer Schmankerln empfiehlt sich der ebenfalls hoch gelegene „Herkuleshof“ am Danielsberg für einen Besuch. Schon allein die Anfahrt durch das Mölltal ist ein Erlebnis, liegt doch der Danielsberg wie ein Kegel mitten in der Landschaft, gekrönt durch das Georgskirchlein, das diesen Wallfahrtsort bestimmt.

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Speisen am Wasser in einem 900 Jahre alten Gebäude: die Stiftsschmiede am Ossiacher See

Ein Stück weiter flussaufwärts findet man direkt am Eingang zum Nationalpark Hohe Tauern das urige Landgasthaus „Zur guten Quelle“, das im ersten Stock auch Haubenküche auftischt. Ausgesuchte regionale Produkte, g’schmackige Koch-

kunst und das anheimelnde Ambiente machen die Einkehr bei Dietmar Fröhlich (einem ehemaligen Schiffskoch!) in Obervellach zum Naturerlebnis in vielfacher Hinsicht. Abschließend geht’s wieder zurück Richtung Landeshauptstadt. Nicht am See, sondern im Norden, auf halbem Weg nach St. Veit, lohnt sich ein Besuch von Tanzenberg mit seinem Schloss – wegen der herrlichen Aussicht über das geschichtsträchtige Zollfeld und der wunderbaren Kirchen-Fresken des Kärntner Slowenen Valentin Oman. Und der nur ein paar Schritte entfernt liegende „Kollerwirt“ liefert zum Kunstgenuss gleich die kulinarische „Begleitmusik“: In der einstigen Mostschank tischt die Familie Kaiser heute im gemütlichen Gastgarten und im heimeligen Stüberl verfeinerte Kärntner Küche in köstlicher Qualität auf. Gemütlich ist auch die Einkehr ein paar Kilometer weiter im Wirtshaus „Kunsthandwerk“ zwischen St. Veit und Feldkirchen: Die Gewölbe des liebevoll adaptierten Forsthauses aus dem 17. Jh. sind ebenso einladend wie der gepflegte Innenhof und der kunstsinnig gestaltete Garten. Hier weiß Patron Hannes Magnet mit Küchenhandwerk und Kochkunst zu punkten, die künstlerische Hand von Wirtin Angelika setzt dieses kulinarische Gesamtkunstwerk passend in Szene. Kärnten magazin 41


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Wandern mit Panorama: über Stock und Stein im Outdoorpark Oberdrautal. Nervenkitzel pur beim Klettern in der Pirkner Klamm.

Freiheit und Adrenalin pur. 2

Alles im Fluss beim Kanuwandern auf der Drau.

Funsportarten für Freigeister müssen neben dem Spaßauch den Erlebnisfaktor mitbringen. Wir waren draußen unterwegs und haben wahrhaft einiges erlebt!

Um ein Gefühl für die Materie zu bekommen, starten wir mit Bouldern. Die viel zu kleinen Kletterschuhe gibt es in der Boulderhalle meistens zum Ausborgen. Dass sie drücken, muss sein. Damit man sicheren Halt auf dem Untergrund findet, sagt der Trainer. Ich sage: Augen zu und durch. Den Magnesiasack liehen uns Freunde, die Turnhose und das T-Shirt haben wir selbst mitgebracht, sowie halbwegs gute Nerven. Denn wenn man sich Griff für Griff nach oben hantelt, braucht man neben Kraft die Gewissheit, dass man sich der Bouldermatte, die sich zusehends von einem entfernt, auch wieder sanft nähern wird. Nachdem uns das relativ gut geglückt ist, verlassen wird den Parcours nahezu überstürzt und überlassen das Feld denjenigen, die wöchentlich dafür stundenlang trainieren. Denn die Herausforderungen dieser Disziplin liegen auf der Hand, die, bei dem Gewicht, das sie zu tragen hat, übrigens ganz schön zu brennen beginnt. Da bei den bis zu sieben Meter hohen Etappen auf ein Sicherheitsseil gänzlich verzichtet wird, ist das Verletzungsrisiko der Athleten im Gegensatz zum regulären Klettern doch stark erhöht, was uns einigen Respekt zollen lässt. Wir begeben uns in den Outdoorpark Oberdrautal, nicht nur das ideale Umfeld für ausgedehnte Wandertouren – von leicht bis anspruchsvoll – sondern auch für den Einstieg in den Klettersport. Nicht zufällig ist eines der Kärntner Aushängeschilder, Olympiasieger Fritz „The Cat“ Strobl, nach Gerlamoos in der Gemeinde Steinfeld zurückgekehrt, um hier die „Auszeit in der Natur“ zu genießen.

Die Natur versteht gar keinen Spaß, sie ist immer wahr, immer ernst, immer streng; sie hat immer recht, und die Fehler und Irrtümer sind immer die des Menschen.

Text Barbara Kuttnig

Johann Wolfgang von Goethe Klettern, Begegnung mit sich selbst. Kärnten magazin 42

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Sie könnten Ihre Kletterkarriere im Outdoorpark Oberdrautal, genauer gesagt im Hochseilgarten in Greifenburg, starten. Erste wichtige Griffe werden hier unter professioneller Anleitung gelernt und geübt. Mit der Übung des Hochseilgarten-Parcours geht es dann zum ersten Mal in die „echte“ Natur: Schnupperklettern auf dem Fels der Kofl-Kletterwand in Irschen steht auf dem Programm. Ein einzigartiges Kletterabenteuer im Outdoorpark Oberdrautal ist der Klettersteig durch die Pirkner Klamm (Schwierigkeitsgrad C). Zahlreiche Seilbrücken über den tosenden Wildbach bieten ständigen Nervenkitzel. Für ein Gipfelerlebnis sollte man auf den Hochstadel, einen imposanten Berg der Lienzer Dolomiten, der vom Talboden weg ganze 2.000 Höhenmeter in den Himmel ragt. Der abenteuerliche Aufstieg mit einigen leichten Kletterpassagen geht über den Südwestgrad. Mit der Maus ist der Hochstadel übrigens leichter erreichbar: auf dem Kärntner Internetportal www.touren.kaernten.at einfach „Hochstadel“ eingeben und vorab schon die Gedanken wandern lassen.

suchen. Mit erfahrenen Guides geht es sicher durch die Wellen und Walzen. Schwierigkeitsgrad 4, Streckenlänge: 14 km, Dauer mit Transfer: ca. 5 Stunden, Kinder ab 16 Jahren. Im „Camp Vancouver“ mit kleinen Holzblockhütten, die nur mit Stockbetten ausgestattet sind, finden Sie eine einfache und billige Unterkunft, in die Sie sich nach dem Feiern am Lagerfeuer zurückziehen können. Das reichhaltige Frühstück können Sie dann im „Canadahaus“ in Ruhe genießen.

Alles im Fluss. Dem Kanuwanderer zeigt sich die Kärntner Landschaft in einer völlig neuen, ständig wechselnden Perspektive. Im Oberdrautal zahlt es sich ganz besonders aus. Denn dort, wo sich einst der Urkontinent und das Meer begegneten, liegt jetzt eine der schönsten Flusslandschaften der südlichen Alpen. Der Oberlauf der Drau ist heute einer der letzten naturbelassenen Flüsse der Alpen. Ein neues Drau-Kanucamp in Dellach ist zentrale Anlaufstelle für Kanutouren auf der Drau und bietet eine tolle Möglichkeit für einen Zwischenstopp und ein wohlverdientes Picknick. Auf der rund 66 km langen unverbauten Flussstrecke zwischen Oberdrauburg und Sachsenburg vermitteln die atemlose Stille und ungeahnte Ruhe bei der Befahrung dieses energischen Gewässers den nachhaltigen Eindruck von der Urkraft der Natur, der wir uns nur zu oft unterordnen müssen. Das Kanuwandern ist in jedem Alter möglich. Die wichtigste Grundvoraussetzung für alle ist aber sicheres Schwimmen. Den Rest erfährt man bei drauactiv, die mit qualifizierten FlusswanderBegleitern vor Ort sind. Literaturinteressierte erfahren auch einiges über den Dichter im Kanuboot, Herbert Rittlinger. Der Idealist und Reiseschriftsteller unternahm vor 70 Jahren seine erste Kanufahrt auf der Drau und hatte eine Vision von einer unverbauten, frei fließenden Gletscherdrau, die heute teilweise Wirklichkeit ist. Sein Reisebericht „Drei Mädchen und ein Mann“ lieferte die Vorlage für das Buch „Das baldverlorene Paradies“, das 1943 erstmals erschienen ist und die faszinierende Wasserreise auf der Drau begeistert beschreibt.

Felsenlabyrinth. Über wackelige Blöcke geht’s in Tröpolach in Richtung einer zerklüfteten Turmlandschaft. Weiter über eine Seilbrücke erreicht man den Hauptturm, soferne man die Schwingungen in luftiger Höhe übersteht. Jetzt erreicht man Felsklüfte, Spalten und Höhlen, über Seil-, Dschungel- und Netzbrücken. Wer das gesicherte Outdoor-Abenteuer sucht, ist hier genau richtig und sollte sich je nach Geschmack und Geschick für eine der markierten Routen, oder eine Kombination der Routen untereinander entscheiden. Die gelbe Runde etwa ist für jene Leute, die das Felsenlabyrinth ohne Ausrüstung durchwandern möchten. Bei der blauen Runde geht es um Klettersteig-Schnuppern mit leichten Abstiegstellen, Klettersteigen und Pfaden auf festem Boden. Bei dieser Runde durchklettern Sie auch einige Höhlen. Bei zwei davon heißt es Bauch einziehen, soferne vorhanden natürlich! Bei der roten Runde passiert man schon anspruchsvollere Klettersteigpassagen bis ca. 20 m Höhe mit Überhangsblöcken, Seilsicherung und spezifischer Sicherungstechnik am Fels. Grün steht für Nervenkitzel pur in schwindelerregender Höhe!

Info.

Du Tarzan, ich Jane! Auf der Tressdorfer Alm am Nassfeld ist nicht nur im Winter die Hölle los. Denn dort warten Hochseilgarten, Schluchten, Klettersteige und Kletterfelsen auf große und kleine Outdoor-Fans. Ganz Mutige schweben – gut gesichert – auf der Flying-FoxMeile wie einst Tarzan von Baum zu Baum. Für Kinder gibt es hier einen eigenen Parcours. Ausrüstung (Klettersteiggurt, Karabiner, Helm, Seilrolle) und gründliche Einschulung in die Klettersteigtechnik durch geprüfte Guides inklusive!

K

lettern: Outdoorpark Oberdrautal A-9771 Berg im Drautal 121 Tel. +43(0)4712/532-18 www.oberdrautal.info

Die Brücke zum Abenteuer. Wer will, kann hier sogar heiraten. Denn 1993 trauten sich weltweit erstmals zwei, und sie trauten sich auch, sich am Bungyseil das Jawort zu geben. Respekt haben wir aber auch allen anderen 34.000 Personen gegenüber, die sich bisher in Österreichs erstem Bungy-Sprungzentrum am Seil in die Tiefe stürzten. Der älteste Wagemutige war übrigens 87 Jahre alt. Prickelnd und herausfordernd ist das Gefühl, auf der höchsten Eisenbahnbrücke Europas zu stehen, bereit zum außergewöhnlichsten Sprung deines Lebens. Das perfekt ausgebildete Team und zertifizierte Sicherheit garantieren, dass nichts passiert. Man muss sich übrigens nicht nur für den Sprung entscheiden (und sich dann auch überwinden), sondern auch für eine der Sprungtechniken. Zur Auswahl stehen Einzelsprünge mit und ohne Eintauchen, Tandemsprünge, Nachtsprünge und andere exotische Varianten wie „Hot Rocket Bungy“, „Bridge Running“ oder „Jungle Swing“.

Die Guides passen auf: Rafting auf der Drau. 1

Sicherheit steht beim Klettern an erster Stelle.

Rock & Rafting. Die erfahrenen Guides steuern die Raftboote sicher die 12 Flusskilometer vom Camp bis zum Ausstieg in Kolbnitz. Schwierigkeitsgrad 2–3, Streckenlänge: 12 km, Dauer mit Transfer: ca. 2 Std., Kinder ab 3 Jahren. Unterwegs können besonders Mutige von einer 4 Meter hohen Brücke in die Fluten der Möll springen. Wem das noch zu wenig Adrenalin ist, sollte es auf der Isel ver-

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Kanu:

Sei so frei beim Bungy Jumping im Jauntal.

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Stollenbiken am Klopeiner See. Das Besondere am Stollenbiken ist es, acht Kilometer in kompletter Dunkelheit mit dem Bike unterwegs zu sein. Ausgerüstet nur mit einer Stirnlampe. Bis jetzt haben das schon einige tausend Biker versucht und auch wieder den Weg aus dem Stollen gefunden. Stollenbiken ist das perfekte Regenwetterprogramm, auf Wunsch inkl. Stollen-Barbecue. Veranstalter Christian Pongratz vom Sportcenter Klopeiner See hatte nur einen „schwarzen Tag“ im Stollen, nämlich „als mir in der Mitte des Stollens die Kette gerissen ist, worauf ich das Bike vier Kilometer ins Freie schieben musste.“

drauactiv Emberger Alm 4 A-9761 Greifenburg/Berg Tel. +43(0)664/1301320 www.drauactiv.at

R

afting: Raft Camp Obervellach Paul Pristavec Tel. +43(0)4782/2727 A-9821 Obervellach www.sporterlebnis.at

F

lying Fox und Felsenlabyrinth: NTC Sport Sölle Tröpolach 155 A-9631 Tröpolach Tel. +43(0)4285/7100 www.soelle.at

B

Auch Stollenbiker brauchen Pausen. 4

ungy Jumping: Jauntal Bungy Eis 81 A-9113 Ruden 24h-Hotline: +43(0)4234/222 www.bungy.at

Stollenbiken: Sportcenter Klopeiner See Christian Pongratz Klopeiner-See-Straße 14a A-9122 St. Kanzian Tel. +43(0)4239/3245 www.stollenbiken.at

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Die Natu

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Text Barbar

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Kennen Sie das Gefühl? Es ist plötzlich leise. So leise, dass es einem richtig bewusst wird. So leise, dass man nichts hört. Außer Stille. Die Ohren und man selber müssen sich erst wieder daran gewöhnen. Aber keine Sorge, das geht ganz schnell. So schnell, dass man die Stille nicht missen möchte. Sie wird nur unterbrochen von Rädern, die sich am Schotter fortbewegen. Von Grillen, die im Uferbereich zirpen. Von Vögeln, die sich was zwitschern. Vom Plätschern beim Schwimmen. Vom Ein- und Auftauchen der Ruder der urigen Holzboote. Motorboote sind hier nämlich verboten, um nicht zu sagen verpönt. Die Rede ist vom Weissensee, der nicht zufällig auch der „Spielplatz der Natur“ genannt wird. Hier geht es leiser zu, aber auch langsamer, genüsslicher, alles in allem intensiver. Man dringt in einen Lebensbereich ein, den man als Urlaubsgast nicht mehr oft serviert bekommt. Hier stimmen die Rahmenbedingungen und die Einstellung der Gastgeber und aller Beteiligten, die diese Art von Tourismus, ein Wort, das für diese Art von Auszeit eigentlich völlig unpassend scheint, noch zu 100 %. Man urlaubt im Heilklima, in einer kürzlich zum Naturpark erklärten Region, ausgezeichnet mit dem „Europäischen Preis für Tourismus und Umwelt“.

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Ein Blick auf dich l Schönheit und ich seh so vie heit so viel Schüchtern eit nh so viel Ausgelasse so viel Mut. rde ich erst sehen we Was nen Blick riskiere? wenn ich noch ei “ Peter Turrini aus

„Ein paar Schritte

zurück

mich h näherte elt auf. Ic W e en.“ u lt e e n k e ic mir ein ch entw g a n in g d n n 86 u u N „ ptember 17 ch nach ise I, 7. Se gen, die si nische Re ir b lie e ita G , n en e Alp d n Goethe,

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Über die

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Die Natur am Weissensee gibt das Ruder nicht aus der Hand.

Gestrandete Gäste. Eine weitere Besonderheit am Weissensee ist die Tatsache, dass hier jeder Gastgeber seinen Gästen einen hauseigenen, kostenlosen Badestrand bieten kann. Er liegt entweder direkt vor der Haustüre oder wenige Gehminuten entfernt. Zwei Drittel des Seeufers sind naturbelassen und unverbaut, die beste Basis für Urlaubsidylle, die ihresgleichen sucht. Idylle, wie man sie zum Beispiel im „vier sternelandgenusshotel die forelle“ finden kann. Nicht zu vergessen die frischen und gesunden Kreativspeisen aus der Region, vom Hausherrn und Haubenkoch Hannes Müller selbst zubereitet. Verzehrt wird in der ersten Reihe fußfrei, nur ein paar Meter vom Weissensee entfernt.

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Hüttenwirtin mit Horizont. Eine ganz andere Besonderheit findet man hier unumstritten in Person von Almut Knaller mit ihrem Motto „Nur wer sich bewegt, kann was bewegen.“ Und sie bewegt sich ordentlich die unkonventionelle Hüttenwirtin, die „die Naggler Alm zur Alm.ut“ auf 1.300 Metern Seehöhe bewirtschaftet. Wer weiß, was ihn oben erwartet, sprintet die 400 Meter über den im Tal eingebetteten Weissensee in Windeseile hinauf. Weniger Eilige bevorzugen die Weissenseebergbahn, denn die Bergstation befindet sich nur einen 10-minütigen Fußmarsch von der Hütte entfernt. Wie auch immer, oben angelangt, gibt’s Köstliches aus der „Kärntner Kuchl“. Unbedingt probieren sollte man den berühmten Schwarzbeerschmarrn, den Gailtaler Almkäse und die Almlimo. Bei Almut gibt’s aber weit mehr als nur regionale, biologische und fair ge-

handelte Produkte, die genau so schmecken. Almut ist ein wohltuender Farbklecks in der sattgrünen Landschaft, bei der man sich sofort so fühlt, als würde man sie schon seit Jahren kennen. Aber wer kennt sie wirklich so genau, die Almut, die als Tochter einer der ersten Biobauern Kärntens mit jungen Jahren auszog, um die harten Bedingungen der Kakao-Bauern in Ghana unter die Lupe zu nehmen? Nach einem einjährigen Aufenthalt als Deutschassistentin in Derry/ Nordirland führte sie ihr Weg zurück an den „Gralhof“, ihr Elternhaus, welches sie mit viel Begeisterung und Liebe 7 Jahre lang gemeinsam mit ihren Eltern führte. Während ihr Bruder Michael die Nachfolge im elterlichen Betrieb antrat, packte Almut wieder die Reiselust. Ein Jahr lang reiste sie mit Rucksack von Thailand über New York nach Argentinien, Bolivien und Peru. Bereichert durch zahlreiche Begegnungen und wunderschöne Naturerlebnisse kehrte sie wieder an den Weissensee zurück. Gut so, wir wollen die Almut und ihre Küchenerlebnisse nämlich nicht mehr missen. Und ihre Kulturwiese mit angenehmer Volksmusik, Jazz- und Bluessounds, die ins Ohr und unter die Haut gehen. www.naggleralmut.at Österreichs 1. Nationalpark. Zuerst hört man nur das dumpfe Läuten der Kuhglocken. Man riecht nur das duftende Heu. Man sieht nur die bunten, weiten Blumenwiesen mit seltenen Alpenblumen. Und die Gämsen und Murmeltiere. Alles wie früher. So stellt sich der Nationalpark Hohe Tauern dem Wanderer vor. Mit Sicherheit das beeindruckendste, größte und lebendigste „Großraummuseum ohne begreifbaren Rahmen“. Mit rund 350 Almen und 91.000 Hektar Almfläche hält der Nationalpark Hohe Tauern die höchste Almendichte aller Nationalparks, auf die die Bauern stolz sind. Mit gutem Grund, leisten sie doch Tag für Tag ihren wichtigen Beitrag zur Erhaltung der wertvollen Kulturlandschaft. Das Schutzgebiet erstreckt sich über weite alpine Urlandschaften wie Gletscher, Felswände und Wiesen sowie über die über Jahrhunderte sorgsam und mühevoll gepflegten Almlandschaften.

Almut Knaller, Hüttenwirtin mit Herz und Hirn. 2

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Sanft, sanfter, am sanftesten: Nationalpark Nockberge. “Großraummuseum” Nationalpark Hohe Tauern.

Alles in allem Entschleunigung, die dem Körper und der Seele völlig neue Perspektiven eröffnet. Neue Perspektiven sehen besonders Kinder, die von den sogenannten Nationalpark-Rangern sehr viel lernen können. Gemeinsam wird die Natur erlebt, beobachtet und begriffen, mystische Kraftquellen und geheimnisvolle Orte entdeckt. Man wandert auf jahrtausendealten Pfaden, man entdeckt auf Pilgerrouten, Säumerpfaden, Knappensteigen, Almwegen, Pässen und Alpenübergängen reiche Spuren der Vergangenheit. Nebenbei gelingt es den Nationalpark-Rangern so, ein starkes Bewusstsein für den Nationalpark als wertvollen, schützenswerten Lebensraum zu schaffen.

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Der Nationalpark Hohe Tauern. Gesamtfläche: 1.834 km2 Felsen: 266 Berggipfel über 3.000 Meter Wasser: 551 Seen, 279 Bäche, 26 bedeutende Wasserfälle,10 Klammen Eis: 140 Quadratkilometer Gletscherfläche, 342 Gletscher, u. a. Pasterze mit knapp 19 Quadratkilometer der größte Gletscher der Ostalpen Flora und Fauna: rund 1.900 Käfer, mehr als 1.200 Schmetterlingsarten, 41 Heuschreckenarten, neun Fischarten, 114 Brutvogelarten, 4.000 Pilze, 52 Säugetierarten, mehr als 1.300 Gefäßpflanzenarten, rund 1.150 Flechten Gefährdete Arten: Steinadler, Bartgeier, Steinwild, Hochmoorgelbling, Schwarzer Apollo, SkabiosenScheckenfalter Mineralien: mehr als 200 Mineralien Infrastruktur: rund 3.400 km Wanderwege, rund 60 Lehrpfade und -wege, zahlreiche Nationalparkhäuser, Infostellen und Besuchereinrichtungen

Sagenhaft sanft. Der Bach rauscht, die Vögel zwitschern, das Holz am Boden knackst. Die Kärntner Nockberge zählen zu den interessantesten und ältesten Gebirgsformationen Europas. Denn die sanft gerundeten Berge und Kuppen, liebevoll Nocken genannt, stehen im Gegensatz zu den schroffen Hochgebirgsformen der im Westen angrenzenden Hohen Tauern, der Niederen Tauern im Norden und der Karawanken und Karnischen Alpen im Süden. 60 Millionen Jahre Geschichte, die im heutigen Nationalpark Nockberge, der sich auf einer Fläche von 184,3 km² erstreckt, münden. Er ist Lebensort für Mensch, Flora und Fauna. Mit wertvoller Kultur- und Naturlandschaft, Bräuchen, Sagen und Eigenheiten der Nockberge. Vor Ort im Nationalpark werden den kleinen und großen Stars der Tier- und Pflanzenwelt eigene Erlebnisprogramme gewidmet, die Entdeckungsreisen über Stock und Stein zum Inhalt haben. Sie heißen etwa „Fotoreisen“, „Grüne Inseln im Steinernen Meer“, „Kleine Kräuterkunde damals und heute“, „Dem Wasser auf der Spur“, „Wildtiere in der Morgendämmerung“, „Zirbenwanderung auf der Turracher Höhe“ oder „Schätze der Natur.“ Speik – ein stiller Star. Nicht zufällig wird der herb-würzige Speik, der sich ebenso wenig zufällig den Nationalpark Nockberge als Lebensort ausgesucht hat, das „Gold der Nockberge“ genannt. Seit Jahrtausenden wird die wertvolle Pflanze gehandelt und für Schönheitsanwendungen verwendet. Wer auf Speikspuren duftwandeln möchte, kann dies bei den Speik-Spaziergängen entlang der Nockalmstraße oder am Speiktrail in der Innerkrems.

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Ein Gästebett je Lesachtaler.

Die beliebteste Wanderung im Lesachtal: Wolayersee mit Wolayerseehütte.

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Von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt: das Lesachtaler Brot.

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Sie klappern nicht nur, sondern sind auch voll funktionsfähig: 5 jahrhundertealte Mühlen in Maria Luggau.

Wer in Kötschach-Mauthen nicht nur das Ende des Gailtales erreicht zu haben meint, findet etwas versteckt eine wenig einladende Abzweigung nach rechts ins Lesachtal. Ein paar Hundert Meter weiter die ersten engen Kehren nach oben – weh dem, der hier auf einen Lastwagen trifft! Als Willkommensgruß geht diese Straße bestimmt nicht durch. Lesachtal den Lesachtalern. Soll sie auch gar nicht! Die Lesachtaler haben ihre eigenen Vorstellungen vom Tourismus: Lesachtal zuerst den Lesachtalern und dann den Urlaubern! Überrollt werden von Sommer- und Winterfrischlern will man hier nicht. Damit das für alle Ewigkeiten so bleibt, haben sich die Ortschaften mit ihren knapp 1.500 Einwohnern auf eine einfache Formel geeinigt: Pro Einwohner ein Gästebett, also maximal 1.500. Wirtschaftlich uninteressant für talfremde Hotelbetreiber, ganz zu schweigen internationale Konzerne. Im Lesachtal machen ausschließlich die Einheimischen den Tourismus; fast durchwegs Landwirte, die ihre stattlichen Höfe als Pensionen und Hotels mit jedem Komfort betreiben: Hans Windbichler beispielsweise hat aus seinem alten Getreidespeicher („Troadkasten“) in Obergail eine wildromantische Ferienwohnung geKärnten magazin 50

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Blick auf Obergail mit den Karnischen Alpen im Hintergrund, die die Grenze zu Italien bilden.

bastelt. Das kleine Häuschen geht über drei Etagen und spielt alle Stückerln in Sachen technischer Ausstattung. Der Flachbildschirm bleibt aber meist ausgeschaltet – mit dem spektakulären Blick bis tief in den Osten Kärntens können Pro7 und RTL nicht mithalten. Kein Tourismus ohne Landwirtschaft und umgekehrt. Ein Großteil der Lesachtaler Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft und ist stolz drauf. Die Menschen sehen sich als Bewahrer alter Werte und Traditionen, beseelt vom Wunsch, das Tal ihren Nachfahren so zu übergeben, wie sie es von ihren Vätern übernommen haben. Aber nur weil man Brot nach uraltem Rezept bäckt und am Abend miteinander in der Stube die überlieferten Volksweisen singt, heißt das noch lange nicht, man hätte das Internet-Zeitalter verschlafen. Im Gegenteil: Gerade aufgrund der Begrenztheit ihres geografischen Horizonts sind die Menschen im Lesachtal gewohnt, weit über den Tellerrand hi-

nauszuschauen, und gewillt, die Welt mitzugestalten. So wurde aus dem 200 Jahre alten Tuffbad in einem Seitengraben des benachbarten St. Lorenzen ein Almwellnesstempel ersten Ranges gemacht. Mit einer Auslastung, von der die großen Brüder in den riesigen Thermenressorts nicht einmal träumen dürfen. Lesachtaler Brot als Weltkulturerbe. Und auch sonst ist das Tal großer Söhne (und Töchter), die den Ruf ihrer Heimat in die Welt hinausgetragen haben. So laut, dass sogar die UNESCO davon Wind bekommen und – um es kurz zu machen – das Lesachtaler Brot zum Weltkulturerbe erklärt hat. Wobei: Das Lesachtaler Brot gibt es eigentlich gar nicht. In jeder Familie kommen ein bisserl andere Gewürze und Mischungen in den Teig; das Rezept wird von Generation zu Generation weitergegeben und eifersüchtig gehütet. Überzeugen kann man sich von diesen feinen Geschmacksnuancen beim alljährlichen Lesachtaler Brotfest in Liesing (3. und 4. September 2011). www.brotfest.at

„Natur pur!“, „... wo die Zeit stehen geblieben ist!“ – lauten nur einige jener Allgemeinplätze, zu denen Autoren von touristischen PR-Texten gerne greifen, um die Ursprünglichkeit einer Ferienregion verbal zu erfassen. Wodurch sich ihr Einsatz für das einzige Tal Europas, das sie wahrscheinlich verdienen würde, eigentlich verbietet. Das Lesachtal! Text Mike Diwald

Gefeiert wird auch ein paar Kilometer weiter westlich in Maria Luggau, wo die Bauern seit jeher ihr eigenes Korn vermahlen. Fünf alte Wassermühlen sind erhalten geblieben, die vom Mühlenverein liebevoll betreut werden. Sie funktionieren wie eh und je und stehen im Mittelpunkt des Mühlenfestes am 7. August. Weil der Mensch bekanntlich nicht vom Brot allein lebt, kommt obendrauf der weithin gerühmte Lesachtaler Speck. Außerdem sollte man im Lesachtal unbedingt „Schlipfkrapfen“ und als Nachspeise „Stockblattlan“ (Germteig mit einer Fülle aus Dörrbirnen und Mohn) gekostet haben. Abseits der Gaumenfreuden zählt im Lesachtal der Ohrenschmaus zu den herausragendsten (volks)kulturellen Errungenschaften: Vier große Blaskapellen rekrutieren ihre jeweils 40 bis 50 Mitglieder aus 1.500 Einwohnern. Zählt man die kleineren Ensembles und diversen Chöre dazu, ergibt dies einen Anteil von annähernd 20 Prozent an der Bevölkerung, der in irgendeiner Musikformation tätig ist. Ach ja: Schlagerstar Alexandra Lexer hat ihr musikalisches Handwerk bei der Trachtenkapelle Liesing gelernt, ehe sie von dort in die Shows zu Silbereisen, Borg und Co. aufrückte. Also doch: „Natur pur!“ Womit verbringt der Lesachtal-Urlauber aber nun abseits des „Musi-Losens“ und Essens seine Zeit? Er nutzt, was es dort so reichlich gibt – die Natur! 300 markierte Wanderwege führen zu Gipfelkreuzen

jenseits der 2000er Marke. Die Bauern/Wirte/Hoteliers kennen jeden Steig und marschieren ihren Gästen gerne voran. Kein Wunder, dass einer der Vermieter in Obergail seinen Hof in „Wanderniki“ umbenannt hat. Bei seinen Touren darf das Flügelhorn nie fehlen und wenn Nikolaus „Niki“ Lanner an der Spitze seiner Gästeschar den Berggipfel erreicht hat, schmettert er stets ein beherztes „In die Berg’ bin i gern“ Richtung Tal. Natürlich tut er das auch beim Wanderopening (2. bis 4. Juni), das alljährlich die Wandersaison einläutet, selbst wenn zu diesem Termin der Schnee noch mehr als deutlich von oben runterleuchtet. www.wanderopening.at Die unbestritten beliebteste Tour des Lesachtals ist jene zum Wolayersee. Von Birnbaum fährt man ins Wolayertal, wo man sein Fahrzeug am Parkplatz bei der Hubertuskapelle stehen lässt. Weiter geht’s zu Fuß und in etwa 3 Stunden gelangt man zu dem auf 1.960 m gelegenen See und der nebenan befindlichen Wolayerseehütte. Übrigens kommen auch die Mountainbiker im Lesachtal immer mehr auf den Geschmack: Lange Zeit dachten sie offensichtlich, die hohen Berge seien für sie und ihre Bikes nicht zu bezwingen. Schmarrn! Die Bauern und das Vieh müssen ja auch irgendwie rauf zu den bewirtschafteten und kultivierten Almen. Dazu brauchen sie Forststraßen, und im Lesachtal hat keiner was dagegen, wenn diese von Mountainbikern benützt werden. Allzu viele sind’s ohnedies nicht, weil das Lesachtal noch immer ein Geheimtipp ist und ewig bleiben wird. Dafür sorgt die Gästebetten-Selbstbeschränkung! Kärnten magazin 51


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Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere

Aus der Verhaltensforschung. Normalerweise ignorieren Tiere das eigene Spiegelbild oder sie halten es für einen fremden Eindringling, auf den sie aggressiv oder unterwürfig reagieren.

Experimente verzichtet. Mark Twain

Makaken zeigen ein anderes Verhalten: Malt man ihnen einen Punkt auf die Stirn, wundern sie sich über den ungewohnten Anblick im Spiegel und berühren die Markierung. Diese Tiere erkennen also eindeutig ihr eigenes Spiegelbild.

Tipp: Hochosterwitz.

Die kinderwagentaugliche mittelalterliche Burg Hochosterwitz (Burg-Aufzug vorhanden) thront auf einem 175 m hohen Dolomitfelsen östlich von St. Veit an der Glan. 14 Tore, ein Burgrestaurant mit Rittersälen und ein Burgmuseum mit sehenswerten Rüstungen machen die stolze Burg zu einem der beliebtesten Ausflugsziele Kärntens.

Wald-Attraktionen auf drei Ebenen am Klopeiner See. Rutschen, balancieren und hüpfen auch unter www.walderlebniswelt.at

www.burg-hochosterwitz.com

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Gib dem Affen keinen Zucker! Bei diesem Makaken wird jedem warm ums Herz.

Affen, Schätze, Luna Loop. Uns laust der Affe, wir stürzen uns in Schluchten und erleben den Wald aus der Vogelperspektive. Auf unserer abenteuerlichen Reise quer durch Kärnten mit kleinen und großen Kindern. Text Barbara Kuttnig

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Von weithin sichtbar: die Burg Hochosterwitz, eine von Österreichs Traumburgen. Auch online zu bewundern unter www.tv.kaernten.at

„Nicht in die Augen schauen!“, bittet uns Max gleich zu Beginn, der uns mit einer Gruppe von anderen Makaken-Fans durch das Abenteuer Affenberg führt. Die Tiere fühlen sich dadurch provoziert und bedroht. Bei den süßen Fratzen mit ihren Kulleraugen fällt uns das schwer, obwohl wir es natürlich nachvollziehen können, und wir halten uns strikt daran. Die anderen Spielregeln, an die wir uns beim hautnahen Besuch der 131 Japanmakaken mitten in Kärnten halten, lauten, nicht berühren und nicht füttern. Max hat aber einige Bananen- und Apfel-Leckerlis eingesteckt. Wir machen uns nichts vor, nicht nur, weil sich die Affen für ihre Genträger interessieren, verfolgen sie uns, sondern natürlich auch wegen der gewohnten Belohnungen. „Das ist Jackson!“, stellt uns Max einen seiner Schützlinge vor, der sich gerade von Baum zu Baum hantelt und uns völlig unbeeindruckt sein leuchtend rotes Hinterteil zeigt.

Aber dann: Max legt einen Apfel in ein Futterrad mit Labyrinth. Nach kurzer Zeit hat Jackson das Rad so lange hin- und hergedreht, bis der Apfel herausfällt. Unglaublich, wie intelligent diese Tiere sind. Für die kleinsten Knirpse bis zu den Urgroßeltern ist diese Führung gleichermaßen geeignet wie erlebnis- und lehrreich. Wir haben durchwegs das Gefühl, wir erleben die „131 Kollegen“ in freier Natur, obwohl wir uns in einem Gehege aufhalten, das immerhin etwa 4 Hektar groß ist. Wir erfahren viel über die Verhaltensweisen der pelzigen Tiere, ihr ausgeprägtes Sozialverhalten und die strenge Rangordnung innerhalb der jeweiligen Gruppe. Abgeleitet davon lernen wir aber auch vieles über das Imponiergehabe und das Balzverhalten des Homo sapiens, was uns schmunzeln lässt. Mit der Kärnten Card ist die Führung übrigens gratis und leicht zu finden sind die Affen am Fuße der ehrwürdigen Burgruine Landskron sowieso:

Minimundus – die große kleine Welt in Klagenfurt am Wörthersee.

Autobahn A2 Richtung Villach, Abfahrt Villach/Ossiacher See. Hier einfach der Ausschilderung Richtung Burg Landskron folgen und sich bei der Fahrt in Richtung Affenberg für den PKW (geringe Mautgebühr) oder die Füße entscheiden. Abenteuer Affenberg 9523 Landskron Tel.: +43(0)4242/430375 www.affenberg.com Donnerwetter! Von den Affen geht’s mit affenartiger Geschwindigkeit ca. eine Stunde lang weiter in Richtung Salzburg zur Schatzsuche in vier magische Welten. Die Rede ist vom „Schatz der Donnerschlucht“, den es in der Innerkrems zu bergen gilt. Mitten im Nationalpark Nockberge auf 1.500 m Seehöhe ranken sich viele Sagen um Nockzwerge und Drachen. Dabei sind die Nockberge selbst schon sagenhaft genug:

Natur, so weit das Auge reicht. Wege, Pfade und Steige führen bestens beschildert ins Wanderglück, auf Wunsch auch per GPS. Die Ausrüstung, die wir für unsere Schatzsuche benötigen, erhalten wir beim Zwergensee. Dort gibt es auch einen Kiosk, eine urige Grillhütte und einen Kletterfelsen. Wir schnappen uns den Schatzjägerhut mit passender Jacke, Kompass, Schutzsteine gegen die Waldgeister, die magische Brille zum Entschlüsseln der Rätsel auf den Rätselbäumen und eine Schatzkarte. Die spannende Reise durch die Zwergen-, Drachen-, Elfen- und Schlangenwelten kann losgehen. Zu viel wollen wir nicht verraten, nur so viel: Wir wurden fündig und es hat großen Spaß gemacht! Ermäßigter Eintritt mit der Kärnten Card! Die Donnerschlucht 9862 Innerkrems 7, Tel.: +43(0)4736/2110 á www.donnerschlucht.at Kärnten magazin 53


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Kinderwagentaugliche Drachenschlucht. Nur 24 Kilometer von der Donnerschlucht entfernt gibt es schon die nächste Schlucht zu erforschen: Auf dem drei Kilometer langen Erlebniswanderweg der Drachenschlucht in Europas 1. Babydorf, in Trebesing, erwarten Familien kinderwagentaugliche (!) Überraschungen. Das Lieser-Maltatal heißt eben nicht zufällig das Familiental. Mit den Shuttles geht’s ab dem Zwergennest in Trebesing zum Eingang der Märchenwandermeile. Von der längsten Hängebrücke der Alpen mit einer Spannweite von 175 m haben wir ja schon viel gehört, aber wenn man sie vor sich sieht, ist man wirklich beeindruckt, erst recht die Kleinen! So beeindruckt wie von den Drachen „Schluchti“ und „Meilino“, der Hexe „Kniesebein“, der Urschmiede, den Einkehrmöglichkeiten, dem Rotwildgehege am Altersberg und dem Kinderbauernhof. Freier Eintritt mit der Kärnten Card!

Schwein gehabt auf der Märchenwandermeile. 2

Europas 1. Babydorf. Neben den vielen Familienattraktionen und der wunderbaren Natur müssen noch die vielen kinderlieben Gastgeber in Trebesing erwähnt werden, allen voran der Gründer des 1. Babydorfes und Windelwirt Siggi Neuschitzer. Sie haben ihre Unterkünfte über Jahre und konsequent zum Paradies für Kinder und Eltern ausgebaut. Mit In- und Outdoorpools, Abenteuerspielplätzen und Babybetreuung ab dem 7. Lebenstag. www.drachenschlucht.com

Höher hinauf und hoch hinaus in Ledenitzen.

Selbsterfahrung hoch über dem Faaker See. Bevor wir uns in die letzte Schlucht unserer Familien-Abenteuer-Tour, die Tscheppaschlucht, stürzen, geht es noch einmal hoch hinauf: Wir fahren auf die Taborhöhe über dem Faaker See, der uns als fünftgrößter See Kärntens in sattem Türkis zu Füßen liegt. In einem wunderschönen Stück Mischwald finden wir den Waldseilpark „Hochhinauf“ mit 6 Parcours und 60 Übungen. Ein Walderlebnis für jung und alt, nur schwindelfrei sollte man sein, da nützt auch die beste Sicherheitsausrüstung mit Klettergurt und Helm nichts. Nur ganz Kleine unter 1,40 Metern Körpergröße müssen leider noch warten, bis sie gewachsen sind. Den Wald aus einer Perspektive von 2 bis 20 Metern Höhe zu erleben, ist ein Eindruck, den wir so schnell nicht vergessen werden und den wir in den Schulaufsätzen unserer Kids zu Recht wiedergefunden haben. Das intensive Erlebnis fördert mit Sicherheit das Vertrauen innerhalb der Familie.

Kärnten Card. Clevere Familien bezahlen nur 1 x und genießen 100 x freien Eintritt in Kärntens schönste Ausflugsziele sowie diverse Ermäßigungen.

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Waldseilpark Hochhinauf 9581 Ledenitzen, Tel.: +43(0)699/18601607 www.hochhinauf.at

www.kaerntencard.at

Hautnahe Erlebnisse in der Tscheppaschlucht. Nach einem Tag Entspannung begeben wir uns in die Rosentaler Tscheppaschlucht nahe Ferlach, der südlichsten Stadt Österreichs. Hier erleben wir beim Wandern die urgewaltige Kraft der stürzenden Wasser und die leuchtende Pracht seltener Pflanzen. Vom feuchten Dunst umnebelt geht’s vorbei an tosenden Wassern und Wasserfällen. Ein gut gesicherter Steig führt über Holzstege und Brücken durch die Schlucht. Der Tschaukofall donnert mit 26 Metern Fallhöhe in die Tiefe. Ein tolles Erlebnis „back to the roots“ waren auch die 300 Meter am neuen Barfußparcours, wo man Erd-, Stein- und Waldböden hautnah zu spüren bekommt. Oder wissen Sie, wie sich ein Tannenzapfen, Moos und Holz unter den Fußsohlen anfühlen? Die Balancierstation förderte zu Tage, dass sich junge Beine länger aufrecht halten können als die älteren. Wanderschuhe sind empfehlenswert! Freier Eintritt mit der Kärnten Card! www.tscheppaschlucht.at

Hex Hex: Märchenhaftes Spektakel im Wald.

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Mit Indiana Jones und Schuhgröße 26 am Katschberg. Der Katschberg mit seinen 1.640 m Seehöhe liegt quasi um die Ecke, nur 26 Kilometer entfernt. Umgeben vom Naturpark Nockberge und dem Nationalpark Hohe Tauern entdecken Natururlauber ein 200 km umfassendes Wandernetz bis in 3.076 m Höhe. Mit familienfreundlichen Wegen, die auch für Schuhgröße 26 geeignet sind, einfachen Grasbergen, saftigen Almen, aber auch markanten Tauerngipfeln. In den ursprünglichen und teilweise fast unberührten Landschaften gehen Wanderer gern auf „GPS-Schatzsuche“. Bei der Aineck-Talstation fasst man das GPS-Gerät aus und fährt per Bahn aufs Aineck. Dort erhält man die GPS-Koordinaten der ersten Schatztruhe, die man ins Gerät eingibt. Die Pfeile am Display lotsen Indiana Jones’ Erben zur Truhe. Wer schlussendlich drei Gegenstände aus den Truhen erobert hat, darf sich als Finisher der GPS-Schatzsuche bezeichnen und sich über die kleinen Geschenke freuen. www.katschi.at

Die Türen für die kleinen Hausherren am Pressegger See stehen offen.

Fahrt in die Magengrube. Am nächsten Tag geht’s weiter zum 75 km entfernten Pressegger See. Im 1. Kärntner Erlebnispark kommen kleine und große Abenteurer vor einer einzigartigen Naturkulisse voll auf ihre Kosten, auch wenn der Himmel einmal nicht ganz blau ist. Mit Vollgas geht’s rein ins Erlebnis, alles darf ausprobiert werden, denn in der Tageskarte sind der Eintritt in die Badezone inkludiert, die Benützung fast aller Geräte und sogar eine Stunde Tennis auf einem der fünf gepflegten Sandplätze. Unsere Jungastronauten heben ab beim Luna Loop, jumpen mit dem Nautic Jet, bändigen den Butterfly und reiten auf dem Kometen. Wir gehen es gemütlicher an und schweben mit dem Sky Dive lautlos über den gesamten Park. Auf die Kleinsten warten im Kleinkinderparadies spezielle, kindergerechte Spielgeräte darauf, entdeckt zu werden: Mini-Häuschen und Mulden-Bagger, Schienen-Tretautos und sogar eine aufregende Kinder-Hupfburg. Stärkungen gibt’s im See-Restaurant.

Buchtipp: Kinderleicht über Stock und Stein 55 Kinderwagen-Wandertouren in Kärnten Elke Oberhauser, Nicole Richter Verlag Heyn ISBN: 978-3-7084-0342-7

1. Kärntner Erlebnispark, Pressegger See 9620 Hermagor, Tel.: +43(0)4282/3388 www.erlebnispark.cc GPS-Entdeckungsreise zu Drachen und Elfen am Katschberg.

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Beeindruckende 26 Meter Fallhöhe: Tschaukofall in der Tscheppaschlucht.

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Energie geladen.

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Dort wo drei Kulturkreise zwischen Alpen und Adria aufeinandertreffen, bezeugen Geschichte und Gegenwart eine besondere Konzentration von Kraftplätzen. Kärnten ist reich an energetischen Tankstellen!

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Text Barbara Kuttnig

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6 (1) Briccius-Plattform, (2) Kärntner Stonehenge im Klagenfurter Europapark, (3) Team der geomantischen Steinsetzung, (4) Briccius Heilwasser, (5) Bricciuskapelle in Heiligenblut, (6) Auch Kühe fühlen sich wohl auf der Saualpe, (7) Frau Kalb bei der Arbeit, (8) Steinsetzung, (9) Kosmogramm Kärnten magazin 56

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Sie bezeichnet sich selbst als Geomantin, Künstlerin, Schamanin, Autorin, Selbstversorgerin und Professorin. Wenn Sie urbildliche Kräfte in der Landschaft aktivieren und dabei mit den eigenen Kräften in Resonanz treten, Belebung, Entspannung und Freude erleben möchten, dann sind Sie bei Frau Kalb goldrichtig. Sie reist mit Ihnen zu Kraftorten, die Kraft schenken und heilen sollen. Die Reisen tragen klingende Namen wie „Wiedergeburt der Drachin“ (Reifnitz), „Auf den Spuren der Hildegard von Stein“ (Stein im Jauntal) oder „Die weiße Berggöttin Kärntens“ (Hemmaberg). Tel. +43(0)0660/8113048, www.sagenwanderungen.at Geomantische Entdeckungsreisen durch Pörtschach am Wörthersee bietet Geomantin und diplomierte Breema-Praktizierende Maria Schleicher an. Wer sich auf neue Wege des Kennenlernens einlassen möchte, meldet sich für das Üben geomantischer Wahrnehmungen in Körper, Seele und Geist an. Voraussetzungen in beiden Fällen: Neugier, Offenheit, Experimentierlust, wetterfeste Ausstattung, feste Schuhe, Jause, Getränke, Sonnenschutz. Tel.: +43(0)0699/10096317 Gemeinsame Zeichen setzten die beiden energiegeladenen Damen über ihren „Verein Geomantie Kärnten“ bei ihrer geomantischen Steinsetzung ähnlich des Steinkreises „Stonehenge“ in England. „Wir sehen das als Akupunktur der Erde“, so Kalb. á

Zwölf Künstler aus Österreich, Deutschland, Slowenien und der Schweiz haben sich mit Hammer und Meißel im Europapark in Klagenfurt am Wörthersee, konkret in der Nähe des Spielplatzes, verewigt. 13 Säulen aus Krastaler Marmor wurden mit Kosmogrammen versehen. „Kosmogramme stehen für eine universelle Sprache, die in die Landschaft und auf die Menschen wirken“, so Kalb.

Geomantie wird die Kunst der Landschaftssymbolik genannt. Die Geopunktur, eine Art „Akupunktur der Erde“, steht für eine „Steinsetzung“ in Kreis-, Spiral- oder Sternform. Älteste Kultstätte Oberkärntens. Bereits von Weitem sichtbar erhebt sich der kegelförmige Danielsberg am Beginn des unteren Mölltales. Er besteht aus besonders hartem Gestein, sodass die eiszeitlichen Gletscher ihn nicht hinwegschleifen konnten. Am Berg findet man die älteste Kultstätte Kärntens – den Schalenstein. Lohnenswert ist auch eine Besichtigung der Kapelle zum Heiligen Daniel. Man fährt von Kolbnitz im Mölltal (Gemeinde Reißeck) in Richtung Danielsberg (beschildert) bis zum markierten Startpunkt des Naturlehrpfads im Ortsteil Preisdorf. Klimaschützer reisen bequem mit dem Nationalpark-Wanderbus, Auskünfte und Anmeldungen unter Tel.: +43(0)664/6202325. www.outdooractive.com

Briccius Heilwasserweg. Die Bricciuskapelle in Heiligenblut, 1271 erstmals erwähnt, zieht seit jeher Menschen aus allen Himmelsrichtungen an. Das Wasser der Quelle, die direkt unter der Kirche entspringt, verspricht Abhilfe bei Augenleiden. Erfrischend kühl und klar sprudelt es hervor und erzählt von Briccius, dem Namensgeber der Kapelle, dem Schutzheiligen für Reisende und Soldaten. Vom Ort aus braucht man ca. eine Stunde, bis man über den „Haritzersteig“ zur kleinen Kapelle gelangt. Auf dem Weg dorthin gibt ein kleiner Kräutergarten noch so manch unbekanntes Wissen über Heilpflanzen preis. Rechtsdrehendes Augenwasser. Die kleine Bergkirche in Altersberg, nur wenige Kilometer nördlich von Spittal an der Drau, auf einer Höhe von 940 Meter gelegen, wird von vielen Menschen aus der Umgebung, und auch von weiter her, wegen ihrer Quelle, die ebenfalls bei Augenleiden helfen soll, aufgesucht. Geweiht ist die Kirche der hl. Lucia. Die heilsame Quelle befindet sich für Besucher kaum ersichtlich im Inneren der Kirche unter einer kleinen hölzernen Falltüre. Das Wasser steht ca. 1 Meter tief und wird von der Messnerin mit einem großen langen hölzernen Schöpfer aus der Tiefe geholt und gleich abgefüllt. „Alle möchten sie ein Fläschchen dieses besonderen Wassers, das rechtsdrehend und sehr lange haltbar sein soll, mit nach Hause nehmen“, so die Messnerin.

Weltenberg Mirnock am Millstätter See. Am Schnittpunkt zweier geomantischer Linien, der sogenannten Kloster- und der Kultlinie, liegt der Weltenberg Mirnock, zwischen dem unteren Drautal im Südwesten und dem Gegendtal im Nordosten. Die starke Erdstrahlung ließ dort eine siebenstämmige, gewaltige Fichte entstehen. Die Energie des Mirnocks verleiht nicht nur Bäumen und anderen Lebewesen besondere Kraft, auch den Heilkräutern bekommt sie sehr gut. Gesehen haben sollte man auch die steinzeitliche Kultstätte, den Lochivisier-Stein „Menhir“. Ewige Jugend von der Saualpe. Dem Jungbrunnen auf der Saualpe wird schon seit Jahrhunderten heilende und verjüngende Wirkung nachgesagt. Von Eberstein im Görtschitztal aus geht es nach St. Oswald und dann weiter hinauf, bis man an der „Druckerhütte“ vorbeikommt. Von hier aus der Straße weiter folgend, bis nach einer leichten Rechtskurve eine Forststraße nach links in den Wald abzweigt. Zu Fuß geht es nun entlang der gut ausgebauten Forststraße weiter. Bereits hier gibt es eine rot-weißrote Markierung. Dieser einfach folgen bis zur ersten Gabelung (links halten), bergab zur zweiten Gabelung (rechts halten). Von hier aus dem noch immer rot-weiß-rot markierten Weg folgen, der direkt am rechts vom Weg gelegenen Jungbrunnen vorbeiführt. Den Schluck eiskaltes Wasser hat man sich redlich verdient. Und ewige Jugend erst recht!

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Winzer schlagen Wurzeln. Reben spielen im Genussland Kärnten eine immer größere Rolle. Die Kärntner Weinbauern kredenzen Tropfen mit Tradition. 2 Text Karin Waldner-Petutschnig

Wer würde vermuten, dass die älteste sehr anschaulich das Schicksal des WeinKellergasse Österreichs in Kärnten beheibaus in Kärnten illustriert: matet ist? Genau genommen soll sie sich Dornröschenschlaf. im Unterkärntner Sittersdorf befinden, Mehr als 1000 Jahre lässt sich die Weinwo frei stehende Weinkeller seit 1560 bautradition in Kärnten zurückverfolgen, überliefert sind und man stolz darauf ist, doch im 19. Jahrhundert setzten Klimadass „Sittersdorfer Rötel“ einst sogar von wandel und Pilzkrankheiten („Falscher den Habsburgern nach Spanien und in die Toskana gebracht wurde. Hatte man damals wohl eher Rund um die „Eulen nach Athen“ getragen, Bezirksstadt so ist der Weinbau heutiger Wolfsberg hat die Prägung ein wahres PionierWiederbelebung der Weinbautradition Abenteuer. Zwar entdecken Kärntens begonnen. immer mehr Kärntner ihre önologische Passion, doch die internationale Weinwelt nimmt die Produzenten im Süden Österreichs nur zögernd war. Bald dürften sie aber nicht mehr zu übersehen sein, zählt der Landesweinbauverband doch mittlerweile rund 200 Mitglieder. Sein Obmann Horst Wild weiß, dass „an die 100.000 Flaschen jährMehltau“) dem Kärntner Wein so zu, dass lich“ abgefüllt werden und aus vielen er für einige Jahrzehnte von der Weineinstigen Hobbywinzern ernst zu nehlandkarte Österreichs völlig verschwand. mende Weinspezialisten geworden sind, Alte Flur- und Ortsbezeichnungen (wie die wesentlich mehr als bloß „Garagenetwa „die Winza“/der Weinberg am Faaweine“ keltern. Obmann Wild, eigentlich ker See) geben heute noch Zeugnis von Versicherungskaufmann, ist einer der der traditionsreichen Weinbau-Vergansechs Winzer, die gemeinsam den Weingenheit ab. Den Dornröschenschlaf des garten mit der wohl schönsten Aussicht Weinbaus in Kärnten beendete 1972 der im Lande bewirtschaften: Hoch über dem damalige Leiter der ObstbauversuchsanWörthersee liegt die „Ried Seewiese“, lage St. Andrä, Herbert Gartner, der als das Weingut der Stadt Klagenfurt, das Kärnten magazin 58

Erwin Gartner aus dem Lavanttal setzt die Pionierarbeit seines Vaters eifrig fort.

Erster – „aus biologischem Interesse“, wie er betont – im Lavanttal wieder Wein anbaute. Hier nahm das Kärntner Weinwunder seinen Anfang. Heute gilt das Lavanttal nicht nur als „Obstgarten Kärntens“, sondern auch als wichtigste Weinbauregion des Landes. Im Hause Gartner ist inzwischen mit der nächsten Generation der erste Vollerwerbsweinbauer tätig. 1 Pionierarbeit. Juniorchef Erwin Gartner setzt die Pionierarbeit seines Vaters eifrig fort: „Es fällt ungefähr doppelt so viel Regen, wie die Reben brauchen. Wir müssen ausprobieren, welche Trauben in welchem Mikroklima am besten gedeihen!“ Eine Arbeit, die Früchte trägt: 2010 hat der Sauvignon Blanc Weingartjörgl der Familie Gartner bei der Austria Wine Challenge mit 89,8 von 100 möglichen Punkten eine Silbermedaille erhalten. Am Lavanttaler Weinlehrpfad kann man auf großen Schautafeln viel über die Entwicklung des Weinbaus in Kärnten lernen. Wer sich ein Bild von dem engagierten Jungwinzer Gartner machen möchte, schaut am besten einmal bei www.tv.kaernten.at hinein – im Beitrag „Weinerlebnis im Lavanttal“ sieht man ihn bei der Arbeit, d. h. bei der Weinlese. Mit einem sogenannten Refraktometer misst er den Zuckergehalt der Traube.

Eine Tätigkeit, die auch Sem Kegley wohl vertraut ist. Der Texaner mit dem markanten, grauen Pferdeschwanz, wird oft als interessantester Winzer des Landes bezeichnet. Am Südhang des Ulrichsberges betreibt der ursprüngliche Oboist und Spezialist für alte Musik gemeinsam mit seinem Geschäftspartner, Primararzt Georg Lexer, den mit 6,5 ha größten Weingarten Kärntens – und produziert Jahr für Jahr mehrfach ausgezeichnete Kreszenzen. Der Künstler unter den heimischen Winzern setzt dabei hauptsächlich auf Weißwein-Sorten: Chardonnay, Sauvignon Blanc und Kerner. Sortenvielfalt. Ebenfalls Chardonnay, Weißburgunder, Sauvignon Blanc und Grüner Veltliner, aber auch die Rotweine Zweigelt, Blauburger und Merlot bauen Andrea und Alfred Riedel (Produzent der JacquesLemans-Uhren) mit Blick auf die Burg Hochosterwitz an. Und ebenso wie Kegley werden sie dafür mit guten Bewertungen im Gourmet-Führer Gault-Millau belohnt. Rund 30 bis 35 Winzer zählt man heute zum Kreis derer, die Qualität produzieren. Und diese wird auch kontrolliert. Der Arbeitskreis „Wein aus Kärnten“ gehört zum Landesweinbauverband Kärnten. Alle Weine, die auf der Website www.weinauskaernten.at gelistet werden, entsprechen einem Qualitätswein nach

dem österreichischen Weingesetz und wurden bei den halbjährlichen Selektionsverkostungen positiv beurteilt. Die Nachfrage nach den raren Tropfen ist oft größer als die Produktion. Interessenten kosten sich am besten durch die heimische Gastronomie-Szene (erfreulich viele Kärntner Wirtshäuser bieten bereits Kärntner Wein an), klopfen direkt bei den Produzenten an (siehe Liste) oder suchen eine der vertrauenswürdigen Vinotheken auf (siehe Liste). Das bacchantische Erlebnis wird den Alpen-Adria-Nachbarn Steiermark, Friaul und Slowenien in nichts nachstehen, auch wenn es derzeit noch unter „Geheimtipps“ rangiert! Kärntner Weinbauregionen. 5 Weinbauregionen unterscheidet man in Kärnten. Die derzeit wichtigste Region ist das Lavanttal. Hier fand die jüngste Weinbaugeschichte ihren Neuanfang, hier gibt es auch einen Weinlehrpfad. Sittersdorf ist jene Region, die den Weltruf des Kärntner Weines begründete. Die Umgebung von St. Veit an der Glan und dem Längsee verzeichnet in den letzten beiden Jahren den größten Zuwachs an Rebflächen. Der Weinbau lebt in dieser Region nach einer Pause von mehreren Jahrhunderten nun wieder auf. Die Weinbautradition von FeldkirchenOssiacher See belegen Ortsnamen wie „Stöckelweingarten“. 2002 wurde hier der erste regionale Weinbauverein Kärntens gegründet, der heute über 40 Mitglieder zählt.

Bezugsquellen: Vinothek Jäger, Klagenfurt: Händler mit dem größten Kärntner-Wein-Sortiment, www.delijaeger.com Alpe-Adria-Weindepot: Spezialist für Weine aus der Alpen-Adria-Region, hat ausgewählte Kärntner Winzer im Sortiment, Filiale in Wien (Am Hof), www.wein-online.at Feinkost Ertl: Edelgreißler Herwig Ertl bietet Weine der Gailtaler Winzer Werner Holzfeind und Roland Pulsinger, www.kaeseschokolade.at Ingrid Bachler: Kärntens Parade-Sommeliere betreibt mit ihrem Mann im gemeinsamen Kulturwirtshaus eine urige und kompetente Vinothek mit empfehlenswerten Kärntner Tropfen, www.bachler.co.at Weinagentur Jordan: Die Weinagentur Günther Jordan aus Himmelberg hat so wie die Edel-Brennerei Pfau einen Verkaufsshop direkt auf dem Gelände der Schleppe-Brauerei in Klagenfurt – Kärntner Wein ist natürlich mit im Programm! www.weinagentur-jordan.com Außerdem: Es lohnt sich, die Augen offen zu halten, auch die Weinabteilungen der großen Supermärkte (z. B. Weinwelt Interspar, Metro, Wein & Co.) in Kärnten bieten immer wieder heimischen Wein an!

Über dem Wörthersee liegt das 1,2 Hektar große Weingut der Stadt Klagenfurt, auf dem rund 2600 Rebstöcke hervorragenden Wein liefern. Die Weinbauern am See, in Karnburg, Moosburg und Viktring zählen ebenfalls zur Weinbauregion. Außerdem: Sogar in Oberkärnten, im Mölltal, in Kötschach-Mauthen und in Hermagor experimentieren einige Winzer höchst erfolgreich mit dem Weinanbau.

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Weinbau in Kärnten – ein immer häufiger anzutreffendes Bild.

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Die 10 Must-Haves für den Sommerurlaub in Kärnten. Heiße Trends 2011: worauf Sonnenhungrige, Bergfexe, Durchblicker, Biker und Bücherwürmer abfahren!

www.dasMeisterstueck.at

Spaß, aber sicher!

1.

Götter, Gräber und Geschichte.

Kleine Wasserratten schwören auf die NIVEA SUN Kids Swim & Play Lotion. Mit innovativer Formel für extra lang anhaltenden wasserfesten Sonnenschutz.

Für Durchblicker.

Die Skinfit-Kombi Aero Top mit Aero Rock ist die perfekte Funktionsbekleidung für großartige Naturerlebnisse, ohne auf schönes Design verzichten zu müssen.

4.

www.skinfit.eu

3.

www.elmoto.com

Im Museumsshop der Keltenwelt in Rosegg findet man neben Literatur zum Thema Urgeschichte, Archäologie und Kelten auch Keltenwelt-Schokolade und -Poloshirts sowie Schmuckstücke mit keltischen Symbolen repliziert nach original Funden.

„Platy SoftBottle“ von Platypus Kein Hiking & Biking ohne die wiederverwendbare Flasche. Nach dem Entleeren einfach zusammenfalten und später wiederbefüllen. Sehr angesagt! Und außerdem genau das Richtige für die Umwelt!

2.

Fit mit Skinfit.

6.

Unter Strom.

Das E-Bike ELMOTO verändert Mobilität im urbanen Raum. Emmissionfreier, umweltfreundlicher Fahrspaß im Trenddesign!

www.keltenwelt.at

Die sportliche TAGHeuer Sonnenbrille macht einiges mit: kein Wunder, Bügel aus Beta-Titanium und Brillenscheibe aus unzerbrechlichem Polyamid.

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7.

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Besser entfalten!

8.

Ein hohes Maß an Alltagstauglichkeit verbunden mit mini Packmaß und maxi Fahrvergnügen: Das durchdachte Brompton Faltrad RD6 wird in fünf einfachen Schritten auf- und abgebaut.

Fotos: 1. Nivea, 2. TAGHeuer, 3. Skinfit, 4. Manufactum, 5. Pago, 6. Keltenwelt, 7. ID-Bike GmbH, 8. Platypus, Cascade Designs, 9. Gabriela Beyer, Verlagsgruppe Styria GmbH & Co KG, 10. Pleamle GmbH

9.

www.manufactum.at

10.

Hax’n talwärts.

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Lemon Lime. Die Erfrischung der Saison mit dem exotischen Geschmack von Zitronen und Limonen und einem belebenden Hauch Lemongrass. Der angenehm saure Geschmack gepaart mit dem vollen Aroma sonnengereifter Früchte erfrischen Körper und Seele gleichermaßen. Der ideale Begleiter zu sommerlichen Gerichten. Auch exzellent in Kombination mit Wodka.

www.pago.cc

„Altes Wissen neu entdecken“ dank der Autorin Michaela Türk. Liebevolle Portraits von Heiligenblut bis Wolfsberg. Ein Muss für jeden Bücherwurm am Badesteg!

www.styriabooks.at

Itsy Bitsy Teenie Weenie. Die Blümchen-Kollektion, Pleamle genannt, ist in Kärnten längst Kult. Der kesse Bikini macht eine richtig gute Figur, ohne auf seine trachtigen Wurzeln zu vergessen.

www.pleamle.com

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r öme ins R . n e hr heim e fü We g e i n k i r c h l Alle ad K in B

bad

Mir zuliebe. Auf der Suche nach dem Glück ist der Weg, den Hans & Co zu bewältigen haben, ein weiter. Oder auch nicht. Eigentlich führt der Weg nämlich auf direktem Wege zu ihnen selbst. Stellen sich also zwei Fragen: Wie weit ist man weg von sich selbst und wie findet man zurück? Text Barbara Kuttnig

Sucht man den Begriff Selfness im Internet, wird man überrollt von fast 100.000 Einträgen. Aber was steht eigentlich hinter dem englischen Begriff, dessen „Vaterschaft“ dem renommierten Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx zugeschrieben wird? Der Weg zur dauerhaften Selbstveränderung. Die neue Selfness-Welle löst nicht ab, sondern baut auf dem wohlbekannten WellnessBegriff auf, der für die Sehnsucht steht, Wohlstand, Lebensqualität und persönliche Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als eine Leidenschaft zur Ehrlichkeit und das Wissen, das man an sich selbst arbeiten muss, um wirklich glücklich zu sein. Und zwar von innen heraus. Das betrifft Bereiche wie gesunde Ernährung, Fitness, den positiven Umgang mit dem sozialen Umfeld, die Fähigkeit, bis ins hohe Alter Lernprozesse zuzulassen und entscheidungsfreudig auch Krisen zu meistern. Sich passiv „bewellnessen“ zu lassen, reicht schon längst nicht mehr auf der Suche nach dem Glück. In Kärnten hat man diese Bewegung längst erkannt. Feinsinnige Hoteliers bieten bereits vielfältige Coachingvarianten und hilfreiche Voraussetzungen an, den Weg zu sich zu finden. Kärnten magazin 62

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Eins mit der Natur und mit sich. Im Yogaraum des Biohotels Daberer in St. Daniel.

Über den Dingen. Auf 1.763 Metern Seehöhe im Hotel Hochschober auf der Turracher Höhe zum Beispiel wird man dazu motiviert, seine eigenen Sinne zu öffnen. Und genauso offen für alle Eindrücke nimmt man dann ohne zu viel sportlichen Ehrgeiz erstmals wieder Impulse wahr: Die tausenden blühenden Almblumen, die genüssliche Tasse Tee im vierstöckigen Chinaturm oder das See-Bad im ganzjährig auf 30 Grad erwärmten Bergsee. Stop statt standby. Warme Farben, schöne Stoffe und viel Holz begrüßen uns im Biohotel Daberer in St. Daniel, wo drei Lilien im RelaxGuide sowie das „Best Health Austria Zertifikat“ beste Behandlungsqualität im NaturSpa garantieren. Allerdings nicht, ohne dass vorher die Bedürfnisse und Zielvorstellungen bezüglich Ernährung und Fitness ermittelt wurden. Der Yogaund Pilatesraum lässt durch die riesige Fensterfront tief in die herrliche Naturlandschaft inklusive plätscherndem Bach blicken. Hinein in die gute Stube. Im Almdorf Seinerzeit, in dem man in einer eigenen Hütte, gebaut ausschließlich aus naturbelassenen Materialien, wohnt, ist auch sonst alles authentisch: die Ofenbank und der Küchenofen in der Stube, das Badezimmer mit der Holzbadewanne, die Tempi im Naturpool, aber auch die Kräuterbehandlungen, die auf bewährten Heilmethoden basieren. Getrost kann man hier den Alltag vergessen und zu zweit bei Kerzenschein im duftenden Heubad versinken. Und in sich selbst.

Feuer gefangen. Wetterfester Urlaub kombiniert mit atemberaubendem Panorama verwöhnen im Mountain Resort Feuerberg auf der Gerlitzen hoch über dem Ossiacher See. Herrliche Bergwelt, behagliche Räume und Spas mit Spirit geben den Rhythmus für Entspannung, Bewegung und Inspiration über den Wolken vor. Zur Selbstfindung tragen bei: der Ruheraum „Wolke 7“, die Himalya Salzsauna und natürlich die Wasserwelt mit einzigartiger Alpentherme bei herrlichen 32 Grad Wassertemperatur.

Thermenspa(ss). Die vier Kärntner Thermen sind sowieso ein ganzjähriger „Dauerbrenner“: Bad Kleinkirchheim mit den zwei Thermen Römerbad (Neueröffnung 2007) und Therme St. Kathrein, kann auf eine knapp 1000-jährige Geschichte verweisen, in deren Mittelpunkt immer das heilende Thermalwasser der Region stand. www.badkleinkirchheim.at In Bad Bleiberg heilen neben der Therme auch noch zwei Heilklimastollen, die Linderung bei Stress und Allergien versprechen. www.bad-bleiberg.at Das Schwefelwasser im Gesundheitsre-

Baden anno dazumal. Mitten in den Nockbergen, direkt an der Nockalmstraße auf 1.694 Metern Seehöhe, wird eine Tradition bewahrt, die bereits 300 Jahre alt ist. Im Karlbad, dem ältesten Bauern-Heilbad Österreichs von Familie Aschbacher, werden wie anno dazumal Quarzkonglomerate über einem großen Feuer erhitzt und in wassergefüllte Holztröge gekippt. So kommt das eiskalte, leicht radon-, schwefel- und eisenhältige Gebirgswasser aus der nahen Quelle auf 40 und noch mehr Grad Hitze. Wenn die Kugelsteine den Kurgästen Platz machen, wird baden gegangen. Die verbrauchten Kalorien kann man sich hinterher bei der deftigen Hausmannskost im Karlbad wieder zuführen. Anfahrt über die Nockalmstraße von Innerkrems kommend oder von Radenthein aus.

sort Bad St. Leonhard wirkt sich positiv auf den Stütz- und Bewegungsapparat aus. www.badsanktleonhard.at Im Sommer 2012 eröffnet mit der neuen Kärnten-Therme

Warmbad

Villach

Österreichs modernste Erlebniswelt. 11.100 m2 Entspannung pur erwartet dann die badefreudigen Gäste.

Orient trifft Okzident auf der Turracher Höhe.

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Köstlicher Seitensprung.

Echos aus Illyrien.

Klaus Paier 2

Am Schnittpunkt unterschiedlicher Kulturkreise entsteht befruchtende musikalische Begegnung. Der Jazz in Kärnten ist ein gutes Beispiel dafür.

Genuss ohne Grenzen verspricht ein Tagesausflug von Klagenfurt über Ljubljana nach Triest. Eine Anregung.

Text Gilbert Waldner Text Karin Waldner-Petutschnig

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Benediktinermarkt Klagenfurt

9 Uhr: Den morgendlichen Altstadtbummel durch Klagenfurt beschließt eine Runde über den Benediktinermarkt, südlich des Neuen Platzes. Der Bauernmarkt jeden Donnerstag und Samstag zieht Händler aus dem gesamten Alpen-AdriaRaum an: Da duftet der luftgeselchte Speck aus dem Gurktal mit dem frischen Sauerkraut um die Wette, dort konkurriert der Gailtaler Almkäse mit Montasio aus dem Friaul, ein wenig weiter bietet ein Slowene Obst und Wein aus der Gorisˇka Brda, ein Italiener Fische von der Adria an. Welche bessere Einstimmung für einen Tagesausflug über die Grenze könnte es geben?

12 Uhr:

Über den Loiblpass geht’s dann geradewegs in die slowenische Hauptstadt Ljubljana (Achtung: Vignettenpflicht). Das historische Zentrum ist geprägt durch die Architektur des berühmten Otto-Wagner-Schülers Jozˇe Plecˇnik. Hat man beim Presˇeren-Platz (benannt nach dem slowenischen Nationaldichter France Presˇeren) die „Drei Brücken“ über den Fluss Ljubljanica einmal erreicht, kann man auch nicht mehr den Wochenmarkt übersehen, der durch seine Lage am Flussufer mit seinen Kolonnaden, die zahlreichen Lokale und das bunte Angebot zu Recht als einer der schönsten Bauernmärkte Europas gilt! In einem der zahlreichen Gastgärten lässt sich leicht ein Plätzchen für einen Mittagsimbiss finden – bevor es wieder weiter Richtung Süden geht. 2

10 Uhr: Los geht’s Richtung Süden, ins Rosental hinunter, wo unterwegs noch die imposante Hollenburg zu einem Zwischenstopp einlädt: Innenhof, historische Stallungen und der Söller mit seinem grandiosen Rundblick sind öffentlich zugänglich. Das nahe gelegene Schloss Ebenau in Weizelsdorf lohnt ebenfalls einen Abstecher – zeitgenössische Kunst wird hier im stilvollen Ambiente präsentiert. Kärnten magazin 64

ähnlich hochgehalten wie in Wien. Ein „caffé“ auf der Piazza Unitá, quasi dem Wohnzimmer der Triestiner, ist also Pflicht! Ob man danach noch durch die Altstadt bummeln möchte, ein Museum besichtigen oder sich einfach nur auf einer der Molen die Meeresluft um die Nase wehen lässt, ist wohl nur eine Geschmacks- und Zeitfrage. 3

Nachmittags-Stimmung in Triest

18 Uhr: Anschließend sollte man noch die Straße nach Prosecco nehmen und von dort irgendwo in den Karst abzweigen, wo die Luft nach Macchie und Kräutern duftet und urige Buschenschenken, sogenannte „osmizze“, zum Tagesausklang laden – mit Wein der Region, selbst gemachtem Käse und Salami, mit Honig und Nüssen.

Zentrum von Ljubljana

20 Uhr: Erreicht man dann bei Hereinbre15 Uhr: Über die Autobahn erreicht man schließlich bei Opicina Triest – und das Meer. James Joyce und Italo Svevo fühlten sich hier heimisch, Claudio Magris und Veit Heinichen leben heute hier, und die Kaffeehauskultur wird in dieser Stadt

chen der Dunkelheit wieder die Autobahn und lässt den Golf von Triest hinter sich, schließt sich der Kreis: Über Udine und das Kanaltal ist man in zwei Stunden wieder in Kärnten.

Über einem vertrackten Marschrhythmus erhebt sich dunkel-melancholisch eine Bassklarinette. Einzelne Phrasen werden als Echo zurückgeworfen. „Echoes of Illyria“ nennt der aus Bleiburg in Kärnten stammende Saxophonist und „Jazz-Professor“ an der Hochschule in Graz KarlHeinz Miklin seine Interpretation der musikalischen Wurzeln dieses Landes auf einer im Jahr 1986 erschienenen Platte. Die Illyrer, jene sagenumwobenen Stämme, die an der Wende vom zweiten auf das erste Jahrtausend am Westbalkan und an der Adria siedelten, sieht er stellvertretend für das bunte Völkergemisch, das auch in Kärnten seine kulturellen Fußspuren hinterließ und diese ganz spezielle melancholische Stimmung in der Musik begründete. Wolfgang Puschnig. Der international bekannte und aus Klagenfurt stammende Saxophonist Wolfgang Puschnig ist ein Meister dieses Metiers. In seinem Projekt „Alpine Aspects“ kontrastierte er Alpenländisches mit der Musik von Freejazz-Ikone Ornette Coleman. Puschnig war tragende Säule in stilbildenden Ensembles wie der Band von Carla Bley oder – übrigens gemeinsam mit seinem Freund, dem Villacher Pianisten Uli Scherer – im Vienna Art Orchestra. Er unterrichtet in Wien an der Uni für Musik und Darstellende Kunst.

Die jüngere Generation der Kärntner Jazzmusiker ist fast durchwegs in der vom steirischen Posaunisten Erich Kleinschuster am Klagenfurter Konservatorium gegründeten Jazzabteilung ausgebildet worden. Dazu gehört auch der aus dem Lavanttal stammende Akkordeonist Klaus Paier, der über den argentinischen Tango und in zahlreichen Duoprojekten zu einer Intensität des Ausdrucks fand, die weit über die Grenzen des Landes hinaus strahlt. Zweisprachige Jazzmusiker. Diese von Miklin angesprochene kulturelle Vielfalt der Geschichte, reflektierende besondere musikalische Qualität hat vor allem im slowenisch-deutschsprachigen Unterkärnten überdurchschnittlich viele talentierte Jazzmusiker hervorgebracht: den Gitarristen Primus Sitter, den Pianisten Tonc`´ Feinig, den Schlagzeuger Emil Kris`´tof. Sie sollten in den Ankündern der Jazzveranstalter (siehe Auswahl im Infoblock) auch nach folgenden Namen von Kärntner Ausnahmemusikern fahnden: den Saxophonisten Michael Erian, Felician Honsig-Erlenburg, Lukas Gabric, dem aus Arme- nien stammenden Pianisten Karen Asatrian, den Bassisten Stefan Gfrerrer, Lukas Kranzelbinder und Stefan Thaler, dem Trompeter Daniel Nösig, den Gitarristen Martin Koller und Thomas Wallisch, den Schlagzeugern Reinhold Schmölzer und Klemens Marktl.

Karl-Heinz Miklin

Orte des Jazz Jazzclub Kammerlichtspiele in Klagenfurt www.jazz-club.at Musikforum Viktring in Klagenfurt www.musikforum.at RAJ in Klagenfurt www.innenhofkultur.at Theatercafé in Klagenfurt Theatergasse 9 Tel.: +43(0)463/513748 Bluesiana Rock Café Velden www.bluesiana.net STEP in Völkermarkt www.bystep.at Altes Brauhaus in Bleiburg www.brauhaus.breznik.at Kongresshaus Millstatt Gitarrenfestival www.laguitarraesencial.com Amthof Feldkirchen www.kultur-forum-amthof.at Blick über die Grenze: Tarvis, Piazza Unitá d'Italia www.nobordersmusicfestival.com

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Frühstücken am Wörthersee. Mittagessen in Slowenien. Einen perfekten Nachmittags-Espresso in Italien. Und am Abend wieder zurück in Kärnten. Nur eine der vielen Möglichkeiten, die sich in Österreichs südlichstem Bundesland auftun, wenn man mit dem Motorrad unterwegs ist. Man muss aber gar nicht grenzüberschreitend Gas geben: Kärnten selbst bietet so viele wunderbare Täler und Berge, so viele erstklassig asphaltierte Straßen, an denen sich fast unzählige erstklassige Gasthäuser und Jausenstationen befinden, dass sich – fasst man all diese Faktoren zusammen – in Mitteleuropa nur schwer eine Region finden lässt, die geeigneter für einen einspurigen Urlaub wäre. So gesehen scheint es nur allzu verständlich, dass sich die amerikanische Edel-Motorradmarke Harley Davidson ausgerechnet Kärnten für ihre jährliche „European Bike Week“ ausgesucht hat, die seit mittlerweile 14 Jahren von bis zu 70.000 Bikern aus aller Welt besucht wird. Anfang September bildet sie am herrlichen Faaker See den ultimativen Höhepunkt einer Motorradsaison, die hierzulande – je nach Hartnäckigkeit des Winters – im April beginnt und bis Ende Oktober dauert. Der nachhaltigste und für Urlauber erfreulichste Nebeneffekt der „Bike Week“: Zahlreiche Gastronomiebetriebe im ganzen Land haben Motorradfahrer als freundliche und liebenswerte Urlaubsgäste für sich entdeckt. Die Initiative „Motorradland Kärnten“ sei hier federführend erwähnt, nähere Informationen unter www.motorrad.kaernten.at Zurück zu unserer Geschichte: Es würde Bücher füllen, wenigstens einen Großteil der empfehlenswerten Routen in und um Kärnten herum aufzulisten. Wir haben uns hier für drei Routen entschieden, die Ihnen einen kleinen Überblick über die Möglichkeiten geben sollen, die Kärnten für Motorradfahrer auf Lager hat. Die Touren binden die Nachbarbundesländer Salzburg und Steiermark sowie die benachbarten Staaten Italien und Slowenien mit ein, um jenem legendären Freiheitsgedanken, den so viele Motorradfahrer als oberstes Prinzip Kärnten magazin 66

nien – in einen ganz besonderen Ort: Kobarid. Dort gibt es bemerkenswert viele kleine Lokale, in denen sich vorzüglich Mittagessen lässt. Nun fahren wir das Soc`´atal aufwärts, zurück nach Bovec, diesmal biegen wir aber nach rechts ab und erreichen via Podklanec den Vrs`´ic`´Pass – und der hat es in sich! Dieser Pass weist knapp 50 wilde Kurven auf, dazu lässt der Straßenbelag teils zu wünschen übrig – Stichwort: Kopfsteinpflaster. Wenn Sie denken, die Bergfahrt war anstrengend, dann haben Sie keine Ahnung, wie anspruchsvoll sich erst die Talfahrt gestaltet! In Kranjska Gora angekommen, geht es Richtung Österreich. Dabei ist noch der Wurzenpass zu überqueren, der im Vergleich zum Vrs`´ic`´ aber ein Kinderspiel ist. Am Fuße angekommen biegen wir rechts Richtung Villach.

Grenzenlose Freiheit. Beeindruckende Bergstraßen. Traumhafte Täler. Supersaubere Seen. Dazu das milde Klima in Österreichs Süden und die Nachbarschaft zu Italien und Slowenien: Können Sie sich eine Region vorstellen, die geeigneter für einen Motorradurlaub wäre als Kärnten? Text Wolfgang Kofler

sehen, so gerecht wie möglich zu werden. Und die Touren sind als Tagestripps gedacht, also ohne Übernachtungen kalkuliert. Sie sollen leidenschaftliche Fahrer ansprechen, führen also nicht mittels Kompromiss-Streckenführung von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, sondern fokussieren auf die Strecken selbst – und natürlich vor allem auf die atemberaubenden Landschaften. Die Zeitangaben basieren auf exaktem Einhalten der Geschwindigkeitsbeschränkungen und lassen Zeit für Pausen. Also: Sturzhelm auf und los geht’s! DIE NATIONALPARK-TOUR. Ausgangs- und Endpunkt: Feldkirchen Länge: ca. 190 Kilometer Landschaftliches Highlight: Nationalpark Nockberge Verlauf: Von Feldkirchen fahren Sie über die Turracher Landesstraße (B95) Richtung Turracher Höhe. Achtung: Die Straße lädt zum Schnellfahren ein – das weiß aber auch die Kärntner Polizei! Nach Himmelberg, Gnesau und der Abzweigung nach Bad Kleinkirchheim (ignorieren!) kommt linkerhand ein kleiner „Bonustrip“, die Straße zur Falkertspitze. Dieser nette, kleine Anstieg ist sehr empfehlenswert, da er frisch asphaltiert, kur-

venreich und wenig befahren ist. Ein paar Minuten rauf, oben auf der „Heidialm“ einen Kaffee trinken und wieder runter. Weiter geht es Richtung Turracher Höhe. Nach der Ortschaft Ebene Reichenau biegen wir links auf die Nockalmstraße ab. Sie ist mautpflichtig (Tageskarte für Motorräder: 8 Euro, Stand 2010) – aber jeden Cent wert! Achtung: Die Straße ist von Anfang November bis Ende April nicht geöffnet. Zudem dürfen Motorräder von 18 bis 8 Uhr grundsätzlich nicht fahren. Nun folgen knapp 35 Kilometer höchster Motorradspaß! Die Straße führt durch wunderbare Landschaften, die Asphaltdecke ist erstklassig, Leitschienen sind ein Fremdwort! Nehmen Sie sich unterwegs Zeit, legen Sie sich ins Gras und genießen Sie das Panorama. Die Nockberge sind Wellness pur für gestresste Seelen ... Am Ende der Nockalmstraße (Innerkrems) biegen wir nach rechts, holpern ein paar Kilometer auf schlechtem Asphalt Richtung Steiermark und biegen dann wieder nach rechts ins kleine, kaum bekannte Thomatal ab. An dessen Ende befinden wir uns wieder auf jener B 95, auf der wir die Tour begonnen haben. Bei Predlitz geht es noch mal nach rechts, zurück Richtung Kärnten. Die Straße auf die Turracher Höhe weist winterbedingte Schäden auf, Vorsicht also. Nach einer kurzen

Bei aller Leidenschaft für das Motorradfahren – ohne Gesetze geht es nicht. Achten Sie daher auf die geltenden Geschwindigkeitsbeschränkungen (in Stundenkilometern, Angaben ohne Gewähr): Stadt Österreich Italien Slowenien

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außerorts bzw. Schnellstraßen 100 90–110 90–100

Autobahn 130 130 130

In Österreich und in Slowenien dürfen Autobahnen nur mit Vignette benützt werden – das gilt auch für Motorräder. Als Richtwerte (Stand 2010): In Österreich kostet eine 10-Tages-Vignette 4,50 Euro, eine 2-Monats-Vignette 11,50 Euro, eine Jahresvignette 30,40 Euro. Slowenien: 7,50 Euro (7 Tage), 25 Euro (halbes Jahr) bzw. 47,50 Euro (Jahr).

Pause am idyllischen Turracher See (Tipp: eine Fahrt mit dem Nockyflitzer, einer spektakulären Sommerrodelbahn) geht es wieder talwärts. Bei bis zu 23 Prozent Gefälle verlängerte Bremswege einkalkulieren! Wenn wir Ebene Reichenau erreicht haben, fahren wir die Turracher Straße zurück nach Feldkirchen. DIE DREI-LÄNDER-TOUR. Ausgangs- und Endpunkt: Villach Länge: ca. 300 Kilometer Landschaftliches Highlight: das Soc`´ atal Eine Tour, die einen binnen weniger Stunden durch drei Länder führt: Österreich, Italien, Slowenien – typisch für die Möglichkeiten, die man von Kärnten aus hat. Die Tour führt Sie durch das wunderschöne Soc`´atal, macht einen Abstecher nach Italien und bringt Sie über einen der

anspruchsvollsten Pässe der Region ... Verlauf: Wir verlassen Villach über die Kärntner Bundestraße Richtung Arnoldstein, um vor Tarvis die italienische Grenze zu überqueren. Der komplett renovierte Tarviser Markt, einst berühmt für seine Lederwaren, ist immer noch einen Besuch wert. Via SS 54 geht es nach Cave del Predil und zum Lago del Predil. Die Straße ist zwar teils eng und düster, aber in Top-Zustand. Über den Predilpass erreichen wir Slowenien. Nun geht es hinab ins wunderschöne Soc`´atal bis nach Tolmin. Dort halten wir uns Richtung Kanal, was in diesem Fall ein Ortsname ist. In Kanal gibt es ein paar kleine Kaffeehäuser, perfekt für eine Pause. Weiter geht es nach Gorizia, der Grenzstadt, über die wir zurück nach Italien fahren. Über die SS 56 und die SS 356, via Cividale und SS 54 fahren wir wieder nach Slowe-

Mehr Touren unter www.motorrad.kaernten.at und www.iphoneapp.kaernten.at! Die aktuelle Motorradlandkarte finden Sie unter: www.kaernten.at

DIE GROSSGLOCKNER-TOUR. Ausgangs- und Endpunkt: Spittal an der Drau. Länge: ca. 330 Kilometer Landschaftliches Highlight: Der Großglockner, Österreichs höchster Berg Verlauf: Von Spittal über Seeboden via Katschberg-Bundesstraße (B99) fahren wir über den Katschberg nach St. Michael in Salzburg. Unterwegs passieren wir Gmünd, das für sein sehenswertes PorscheMuseum bekannt ist. Wir bleiben auf der B99, fahren nach Obertauern, einem Schigebiet, in dem schon die Beatles geurlaubt haben. Weiter geht es über Radstatt, St. Johann und Bischofshofen Richtung Bruck an der Großglocknerstraße. Der gesamte Streckenabschnitt verläuft auf exzellent ausgebauten Straßen, eine perfekte Vorbereitung für den Großglockner. Der ist zwar mautpflichtig (Tageskarte: 18 Euro, Stand 2010), aber auch in jeder Hinsicht außergewöhnlich: 48 Kilometer lang geht es bis auf rund 2500 Meter hinauf. Die Panorama-Übersichten, die Sie hier teilweise haben, sind in Mitteleuropa einzigartig. Achtung: Die Abfahrt auf Kärntner Seite ist etwas schwieriger, da es hier teils schlechten Asphalt gibt. Unsere Prognose: Wenn sie Heiligenblut erreicht haben, werden Sie sich wünschen, dass es noch nicht vorbei ist, wetten ...? Die Heimfahrt führt über Winklern und die Mölltal-Bundesstraße nach Spittal. Kärnten magazin 67


hohen Felsbrocken, der inmitten einer Almwiese steckt und wie ein Klavier aussieht, zur anderen Seite des Sees. Dort sieht man noch die Schützengräben, in denen sich italienische Soldaten versteckten und erbitterte Gefechte mit den Österreichern auf der anderen Seeseite führten.

Eisk alte Erfrischung nd am Wegesra Spätsommerliche Impressionen vom Karnischen Höhenweg

Eindrucksvolle Kulissen im Valentintal

Von glänzenden Augen und karnischen Höhenwegen. Text Sebastian Lindemeyer

Grüne Wiesen und steile Felsen säumen den Weg

„Die Leute, die einem hier entgegenkommen, haben dieses gewisse Leuchten in den Augen“, erzählt Bergführer Sepp Brandstätter. Ob ich das Leuchten morgen Abend auch haben werde? Unsere Zwei-Tages-Tour durch Kärntens Bergwelt, auf der wir einen kleinen Teil des Karnischen Höhenwegs begehen, startet an der Unteren Valentinalm (1220 m). Das heutige Ziel: die Alpenvereinshütte am Wolayersee. Ich bin gespannt auf die vielen Eindrücke, nehme meinen Rucksack auf, Sepp leint seinen kalbgroßen Hund an und dann kann es losgehen. Leicht bergan führen die ersten Meter auf einer befestigten Forststraße, optimal um gemütlich seinen Schritt zu finden. Als wir den dunklen Mischwald hinter uns lassen und uns der nun schmalere Weg durch die saftigen Wiesen bis zur Oberen Valentinalm führt, offenbart sich mir erstmals die Ursache des Augenleuchtens, von dem unser Begleiter sprach. Keine

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Wolke trübt den Himmel, weit öffnet sich das Tal hinauf bis zum Valentintörl, eingerahmt von den imposanten Steilwänden der Karnischen Alpen. „Auf dem Kamm entlang der Gipfel verläuft die österreichisch-italienische Grenze“, erklärt Sepp und nimmt seine Wanderstöcke aus dem Rucksack. Wir lassen das selbst gebaute Schaufelrad eines Bauern, der mit einer pfiffigen Hydraulikanlage das eiskalte Wasser über 300 Höhenmeter auf die Almwiesen pumpt, hinter uns und lauschen den Erzählungen über die geologischen und geschichtlichen Besonderheiten des Karnischen Höhenwegs: „1915 begann hier der Gebirgskrieg und man legte Versorgungswege an, die später zu Wanderwegen restauriert wurden. Das Besondere aber ist das Gestein: Vor 350 Millionen Jahren war dies hier alles unter Wasser. In den Kalkfelsen am Wegesrand findet man eingeschlossene Korallen, Muscheln und Tintenfische“, weiß unser Bergführer und zeigt uns in einem Stein die gut sichtbaren Umrisse eines vielarmigen Meeresbewohners. Ich versinke in Gedanken und male mir aus, wie sich die fast 3000 Meter hohen Berge damals aus dem Meer erhoben. Plötzlich reißt mich lautes Gepfeife und Getrappel aus meiner Traumwelt. Ich drehe mich um und traue meinen Augen nicht. Sechs Pferde samt Reiter jagen an uns vorbei – dabei geht es steil bergauf über steiniges Gelände. Nur wenige Minuten dauert das beeindruckende Schauspiel, bis die Pferde um eine Kuppe biegen und wir sie aus dem Blickfeld verlieren. „Wahnsinn, das nenne ich Reitkunst“, denke ich kurz, als Sepp plötzlich mit zwei alten Freunden, die uns entgegenkommen, kärntnerisches Liedgut durch das Tal schmettert. Nach einer kur-

Mehr Informationen unter www.bergleben.de/kaernten

zen Pause und herzerfrischenden Scherzen zwischen drei Bergsteigern, die den Karnischen Höhenweg besser als ihre Westentasche kennen, steigen wir durch die noch dichte Flora hinauf zum Valentintörl (2138 m). Auf den letzten Höhenmetern wird es karger und kühl, die Sonne versteckt sich aber nur kurz hinter den hoch aufragenden Felsbergen. Nach etwa drei Stunden sehr gemütlichen Gehens sind wir am Scheitelpunkt unserer ersten Tagestour angekommen. Vom Valentintörl hätten wir die Chance, den Weg zur Hohen Warte (2780 m) anzutreten, dem Hauptgipfel der westlichen Karnischen Alpen. Doch uns reicht die entspannte Tour hinab zum Wolayersee, den wir über ein großes Restschneefeld und von Felsbrocken gesäumte Wege vorbei an pfeifenden Murmeltieren knapp 45 Minuten später erreichen. 1960 Meter hoch liegt dieser wunderschöne Bergsee, an dessen Ufer wir unsere Füße kurz abkühlen. Wenige Meter laufen wir noch zur See-Nordseite und stehen schon auf der Terrasse der Wolayerseehütte, auf der wir uns mit Blick auf die grauen Wände der Seewarte (2595 m) Radler und Kuchen gönnen. Im Sommer ist die Hütte von Mitte Juni bis Anfang Oktober hervorragend bewirtschaftet, über 50 Betten stehen zur Verfügung. Auch wir haben uns hier angemeldet und ich beobachte die vielen Wanderer, bei denen man nach einem fantastischen Tag nicht lange suchen muss, um das Leuchten in den Augen zu finden. „Kommt, wir machen noch einen kleinen Gang“, sagt Sepp. Wir lassen uns überreden und laufen vorbei am Klavierfelsen, einem zehn Meter

Doch unser Guide hat ein anderes Ziel, und zwar die Rifugio Lambertenghi. Gehen die Italiener für Apfelstrudel und Radler auf die österreichische Seite, findet man hier die Österreicher sitzen und leckersten Cappuccino trinken. Kaffee ist aber nicht unser Wunschgetränk, wir bestellen einen vollmundigen Rotwein zu einem Spottpreis. Als die Karaffe leer ist bestellen wir noch eine. Und dann noch eine. Fast kommen wir zu spät zum geschmackvollen Abendessen zurück auf die Wolayerseehütte. Am Ende des Tages, nachdem die Sonne sich hinter den Berggipfeln verabschiedet hat, fallen wir müde und glücklich in die Betten, Weil unsere Zwei-Tages-Tour eigentlich nur eine Eineinhalb-Tagestour ist und wir am Nachmittag wieder den Heimweg antreten müssen, brechen wir pünktlich um sieben Uhr auf. Die reguläre Etappe des Karnischen Höhenwegs würde uns von hier zum Hochweißsteinhaus führen. Wir aber lassen Seewarte, Hohe Warte und Seekopf hinter uns und steigen zunächst über Felswege, nach der oberen Wolayeralm über steile Schotter- und Waldwege, vorbei am eindrucksvollen Hilden-Wasserfall ab bis hinunter zur Hubertuskapelle. Hier werden wir abgeholt und rumpeln mit dem Jeep zurück in das Lesachtal Richtung Kötschach-Mauthen. Etwas müde lehne ich meinen Kopf gegen die Fensterscheibe und blicke zurück zu den Bergketten der Karnischen Alpen. Sehen kann ich es nicht, aber ich weiß, es ist da: Das Leuchten in meinen Augen.

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Atemberaubende Landschaften mit allen Sinnen erleben und genießen; den Zivilisationsalltag zurücklassen; von speziell ausgebildeten Guides die Wiederentdeckung der Natürlichkeit erlernen: Das versprechen sechs Kärntner Regionen mit der Initiative „Natur erleben“, die Outdoor-Liebhaber mit buchbaren Urlaubspaketen mitten hinein in die unverfälschte Welt der Schutzgebiete, Natur- und Nationalparks führt.

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Text Isabella Schöndorfer

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Kärntens geschützte Natur hautnah erleben.

(1) Des Speiks wohltuende Kräfte genießen. (2) Das Reich des Steinbocks entdecken. (3) Forscherinstinkt wecken beim Drauwandern.

Mehr naturbelassene Informationen unter www.naturerleben.kaernten.at

Den Mythos Großglockner erleben ambitionierte Wanderer beim höchsten buchbaren Urlaubsangebot Österreich, denn auf 1900 Höhenmeter vom Parkplatz bis zum Glocknergipfel kommt für jeden der Moment des Zweifels: an der Kraft, am Wetter, am Können, an sich selbst. So überwältigend die Auseinandersetzung mit dem höchsten Berg Österreichs auch sein mag: Was neben den Gipfelfotos bleibt, ist die unschätzbare Erkenntnis, nicht nur dem Himmel, sondern auch sich selbst ein Stück nähergekommen zu sein. Kärnten magazin 70

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Der Blick vom Glocknergipfel auf 3.798 m über die Glocknerscharte und den Kleinen Glockner.

Der unverzichtbare Begleiter auf der vertikalen Reise ins Ich ist der Toni. Denn auf diesem Weg braucht es nicht nur den festen Griff für den Fels, sondern auch die richtige Hand für die Seilgefährten. Toni Sauper ist staatlich geprüfter Berg- und Skiführer und als TauernAlpin-Botschafter der wichtigste Brückenbauer zwischen den sattgrünen Tälern und dem schroffen, respekteinflößenden Gipfel. Denn der Glockner hat für alle, die ihn besteigen, eine Erkenntnis auf Lager. „Jeder, der da mitgeht, stellt fest, dass er Erleb-

nisse vorfindet, mit denen er nicht gerechnet hat“, sagt der Toni. „Da findet schon eine Auseinandersetzung mit sich und dem Berg statt. Die Teilnehmer sind nicht länger Betrachter der Natur, sondern mittendrin im Geschehen; mit ihren eigenen Gefühlen und auch Ängsten.“ Das ist auch bei den anderen Naturerlebnissen so, etwa mit dem Kanu oder dem Fahrrad im Outdoorpark Oberdrautal, einem der letzten naturbelassenen Flussabschnitte der Alpen mit schroffen Fels-

türmen am Fuße der Kalkgebirge, ausgedehnten Auwäldern und seltenen Orchideenarten auf den Schotterbänken der einmündenden Gebirgsbäche. Oder beim Genussflößen auf dem unberührten Weissensee, wo die beeindruckende Umgebung mit Köstlichkeiten der regionalen Küche unterstrichen wird, wie man sie so nicht noch einmal findet. Im GeoPark Karnische Alpen machen 80 natürliche Schauplätze auf geführten Geotrails 500 Millionen Jahre Alpenent-

stehung erlebbar. Das Naturparadies Südkärnten verzaubert mit seinen mehr als 2000 Tier- und Pflanzenarten über und unter der Wasseroberfläche im Sablatnigmoor oder in der größten Tropfsteinhöhle Kärntens im Obir-Massiv. Zur Deutung des Vogelflugs lädt das Urlaubsangebot „Der Flug der Vögel“ in den Naturpark Dobratsch ein. Direkt in seinem Herzen und den zahlreichen nicht flugfähigen „Wildtieren auf der Spur“ ist man hingegen bei der Gämsen-Beobachtung entlang des Geolehrpfades. In den sanf-

ten Nockbergen wächst die geheimnisvolle Zirbe, deren typischer Duft im Zirbenholzzimmer den Kreislauf nachweislich entlastet. Erholung für Leib und Seele versprechen auch die „Speik-WohlfühlWochen“ rund um ein wirksames, aromatisch duftendes Alpenpflänzchen.

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Österreichs größtes Lifestyleund Society-Ereignis findet alljährlich am Wörthersee statt: die Fête Blanche.

Köstlich festlich. Eventkalender. Ironman, 3. Juli 2011, www.ironmanaustria.at Beachvolleyball, 2.–7. August 2011, www.beachvolleyball.at Kärnten läuft, 21. August 2011, www.kaerntenlaeuft.at Fête Blanche, 22. Juli 2011, www.feteblanche.at Altstadtzauber Klagenfurt, 26.–27. August 2011, www.stadtrichter.at Harley Treffen, 6.–11. Sept. 2011 European Bike week, www.europeanbikeweek.com World Bodypainting Festival Pörtschach, 27. Juni–3. Juli 2011, www.bodypainting-festival.com Villacher Kirchtag, 31. Juli–7. August 2011, www.villacherkirchtag.at Vierbergelauf, 6. Mai 2011, www.vierbergelauf.at Kranzelreiten Weitensfeld, Pfingsten www.weitensfeld.at/tourismus/ brauchtum/kranzelreiten.html Gailtaler Kirchtag mit Kufenstechen und Lindentanz, Pfingstmontag, www.feistritz-gail.gv.at Kulinarische Feste: Mostbarkeiten, 7. bis 8. Mai 2011, www.mostbarkeiten.at Gailtaler Speckfest, Anfang Juni, www.hermagor.at Salamifest im Jauntal, Anfang August im Stiftshof Eberndorf, www.salamigenuss.at Oberdrauburger Kärntnernudelfest, Anfang August www.kaerntnernudel.at Fischfest, Mitte August, www.feld-am-see.at Polentafest, Anfang Oktober 2011, www.polentafest.at

Voll im Bilde über Kärntner Feste und Szene-Treffen ist man mit den Videos auf www.tv.kaernten.at

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Österreichs größtes Brauchtumsfest macht jeden August die ganze Draustadt zur Bühne: der Villacher Kirchtag.

Stille Einkehr und lauter Feste. Feste feiern, wie sie fallen. In Kärnten wird die „Gaude“ großgeschrieben: Geselligkeit, Gesang und Genuss prägen Tradition und Zeitgeist. Text Karin Waldner-Petutschnig

Kärntner verstehen es, zu feiern. Nicht nur auf dem sportlichen Sektor geht es buchstäblich rund, aber vor allem hier: So kommen jährlich hunderttausend begeisterte Fans zum Beachvolleyball Grand Slam ins Klagenfurter Strandbad, die sich unter der Ägide des Kärntner EventGurus Hannes Jagerhofer längst zu einer der Top-Veranstaltungen am See entwickelt hat. Ebenso viele Zuseher feuern die Athleten beim „Kärnten Ironman Austria“ an. Die weltbesten Triathleten kämpfen dabei um das begehrte Hawaii-Ticket, die Weltmeisterschaft der Triathleten – rund 2200 Sportler sind hier jedes Jahr dabei. Sie stammen aus über 40 Nationen und bewältigen 3,8 km schwimmen, 180 km Rad

fahren und 42,2 km laufen. Ein Halbmarathon entlang des Wörthersees wartet bei „Kärnten läuft“ auf die Sportbegeisterten. Jedes Jahr machen rund 7000 Menschen aus verschiedensten Nationen mit. Kultig und cool. Mehr als 50.000 Besucher pilgern jedes Jahr zu den Partys und Clubbings, Modeschauen und Konzerten, Dinners und Cocktails rund um den Wörthersee, die unter dem Motto Fête Blanche veranstaltet werden. Der Dresscode dabei: sexy und ganz in Weiß. Seit den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts feiert der Wörthersee dieses mittlerweile größte Lifestyle- und Society-Event Österreichs, das im legendären Drop In als Fest für einige wenige begonnen hatte.

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Beachvolleyball am Wörthersee

Zum Sommerausklang, wenn der See sich von seiner schönsten Seite zeigt, hat auch die Stadt Klagenfurt einiges an Freiluftunterhaltung zu bieten. Jedes Jahr Ende August bespielt der Verein der „Klagenfurter Stadtrichter“ die historische Innenstadt mit einem abwechslungsreichen Kleinkunst- und Showprogramm: Der „Altstadtzauber“ mit seinen unzähligen Bühnen und Künstlern in der Innenstadt zählt schon seit Jahren zum Klagenfurter Event-Jahreslauf. An den Wörthersee, genauer gesagt nach Pörtschach, ziehen heuer die KörperMaler zu ihrem weltweiten Treffen, das in den vergangenen Jahren am Millstätter See beheimatet war: Das „World Bodypainting Festival“, bei dem sich Bodypainting-Künstler aus der ganzen Welt versammeln, findet heuer Ende Juni/Anfang Juli in Pörtschach statt. Eine ganz andere Karawane von Fans aus aller Welt zieht das traditionsreiche „Harley-Davidson-Treffen“ am Faaker See an: Die „European Bike Week“ mit schrillen Motorrad-Freaks und sanften Rockern bietet ein buntes, individuelles Bild, zu dem das sonore Blubbern der Motoren den Soundtrack liefert. Man muss es einmal gesehen haben, um zu verstehen, was dieses Treffen – so „kultig“ macht! Stille Traditionen. Neben den lauten Tönen und oft schrillen Events sind es aber auch die stillen Traditionen des Landes, das harmonische Miteinander der Bevölkerung, die zur

Begleitmusik des Sommers in Österreichs Süden werden. Vieles davon orientiert sich am kirchlichen Jahreslauf: Da sind etwa die typischen Osterfeierlichkeiten mit Speisensegnung bzw. „Fleischweihe“ (einzigartig in Österreich: Am Karsamstag wird ein Korb mit Schinken, bunten Eiern, Reinling zur Weihe in die Kirche gebracht, bevor man sich das alles bei der Osterjause schmecken lässt; übrigens: Das süße, mit Rosinen gefüllte Hefegebäck Reinling wird hier traditionellerweise zum Osterschinken verspeist!) oder der „Vierbergelauf“ am zweiten Freitag nach Ostern („Drei-Nagel-Freitag“), bei dem ein 53 km langer Pilgerweg über vier Berggipfel bewältigt werden muss (Magdalensberg, Ulrichsberg, Veitsberg, Lorenziberg). Es heißt, wer dreimal an dieser Wallfahrt teilgenommen hat, hätte sich seinen Platz im Paradies gesichert! Zwei authentische Bräuche, die nicht nur Volkstanz-, sondern auch Pferdefreunden gefallen dürften, sind das Kranzelreiten in Weitensfeld und der Kirchtag mit Kufenstechen und Lindentanz in Feistritz im Gailtal – beide Feste sind alljährlich am Pfingstwochenende zu erleben. Kulinarische Feste. Österreichs größtes Brauchtumsfest macht Anfang August ganz Villach zur Bühne: Beim „Villacher Kirchtag“ wird aufgetanzt, g’sungen und g’spielt – und das eine ganze Woche lang! Der große Trachten-Festumzug und mehr als 100 Brauchtumsveranstaltungen ziehen jedes Jahr zig-tausende Besucher, vermehrt auch aus dem italienischen Raum in die

Body-Painting-Festival

Draustadt – und ganz Kärnten feiert mit. Kulinarisch steht der Villacher Kirchtag ganz im Zeichen der Kirchtagssuppe, die jedes Wirtshaus, das etwas auf sich hält, auf der Speisekarte hat und der sogar ein eigener Wettbewerb gewidmet ist! Aber auch das restliche Jahr über werden regionale Spezialitäten mit Festen, Prämierungen und Märkten gewürdigt, hier ein paar kleine Appetithappen, die KärntenBesucher und -Freunde auf den Geschmack bringen könnten: Von den Mostspezialitäten im Lavanttal über das Speckfest im Gailtal bis zum Salamifest im Drautal und dem Oberkärntner Nudelfest reicht die Chronologie der Genüsse, nicht zu vergessen das Polentafest in Nötsch, das Fischfest in Feld am See, und, und, und, . . . Allen Festen gemeinsam sind die Präsentationen der kulinarischen Köstlichkeiten durch regionale Produzenten, Gastronomiestände, Musik und Unterhaltung – und natürlich finden sich dort auch viele typische Spezialitäten, die sich als kulinarische Mitbringsel für Daheimgebliebene eignen!

Damen-Hama irt mit V-Ausschnitt untsh ppenstick, in SchwdarzWaod Weiß, um EUR 22,- uner www.kaernten-shop.atter Kärnten magazin 73


Wenn es plätschert, sprudelt und fließt. Wasser.reiche Erlebnisreisen auf den Spuren des Wassers. Text Barbara Kuttnig

Wer zu meditativer Ruhe marschiert, alleine, mit PartnerIn oder Familie, lüftet zahlreiche Geheimnisse rund um das „blaue Gold“. Egal ob man als Radfahrer, Wanderer, Feinschmecker, Kunst- oder Kulturliebhaber unterwegs ist. Wasser marsch! Besucherstrom. Mit einer Staumauerhöhe von 200 Metern ist die Kölnbreinsperre im Maltatal die größte Talsperre Österreichs. Der Skywalk, eine neue Aussichtsplattform, bietet Schwindelfreien sensationelle Einund Tiefblicke. Beeindruckend auch das neue 4-D-Kino für alle Sinne und der Ausstellungsbereich zu den Themen Wasser, Stein und Energie. Öffnungszeiten: Mai bis Oktober, Führungen: Zu jeder vollen Stunde von 10 bis 17 Uhr.

Radentheiner Blutstropfen. Nur wenige Gehminuten vom Zentrum der Stadt entfernt findet man im Granatium eine neue Erlebniswelt rund um den „Stein der Liebe und der Leidenschaft“. Selbst ernannte Kumpel schlagen die Granatsteine selbst aus dem Felsen. Seinen Fund darf man natürlich behalten und auf Wunsch schleifen lassen. Öffnungszeiten: 18.4.–31.10., täglich von 10 bis 18 Uhr. Das Tor zur Anderswelt. Wer Sagenhaftes erleben möchte, sollte sich auf den Weg nach Döbriach am Millstätter See machen: Im Sagamundo, dem „Tor zur Anderswelt“, erlebt man eine Art „Wendezeit“ in eine informative Erlebniswelt mit Hexen, Zwergen und Riesen. Öffnungszeiten: 17.4.– 9.10., täglich von 10 bis 18 Uhr, Führungen: auf Anfrage.

Wanderbarer Almbrunnsteig. Der Almbrunnsteig auf der Lammersdorfer Alm beleuchtet auf acht StatioTurm mit Wurm. nen die Bedeutung des Wassers in der Am Tor zum Oberen Mölltal spielte Almwirtschaft. Startpunkt ist die Lamder Mautturm von Winklern seit jeher Kumpel auf der Suche mersdorfer Hütte auf einer Seehöhe eine wichtige Rolle. Seit seinem nach Granaten in Radenthein. von 1644 Metern. Gleich gegenüber Umbau schlängelt sich der Tauernbefindet sich die Almsennerei, in der es köstlich nach diversen wurm Carintius um das mittlerweile stolze Kulturzentrum, und Käsespezialitäten duftet. Jawohl, Käse kann duften! Frei zubeobachtet Besucher dabei, wie sie den Geschichten der Fabelgänglich von Mai bis Oktober (abhängig von der Witterung). wesen lauschen. Zudem werden im Sommer unter dem Titel „Kultur im Turm“ Lesungen und Konzerte organisiert. ÖffnungsSchwimmende Feuerinsel im Millstätter See. zeiten: Mai–Oktober, täglich von 9 bis17 Uhr. Führungen: nach Umgeben von See, Bergen und Sand kommt im Kap 4613 richVoranmeldung. tiges Sommerfeeling auf. Das vielseitige Angebot reicht vom FeuerschalenDinner über den Captain’s Brunch bis hin zum PickIn Kärnten hat man den Wert des Lebenselixiers rechtzeitig ernick, und das alles mitten im See. Öffnungszeiten: ganzjährig. kannt und deshalb unter dem Namen Kärnten wasser.reich individuelle Spurensuchen zu Gletschern, Flüssen und Seen geschaffen. Naheliegend bei 1.270 stehenden Gewässern, 8.000 Das Prinzip aller Dinge ist Flusskilometern, 60 Heilquellen und Gletschern. Dass Kärnten das Wasser, denn Wasser ist alles das Bundesland Österreichs mit den saubersten Badeseen ganz Europas ist, wurde durch die Europäische Kommission bestätigt. und ins Wasser kehrt alles zurück. Thales von Milet (ca. 625–547 v. Chr.), griechischer Philosoph

Weitere Veranstaltungen und Erlebnisreisen: www.wasserreich.at

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Anreise.

Aktiv zwischen Bergen und Seen.

Kärnten Kompass. Der Kärnten Kompass weist Ihnen den Weg. Damit Sie auf einen Blick wissen, in welche Richtung es geht. Im südlichsten Bundesland Österreichs, dem sonnigsten der Alpen-Adria-Region. 2

Ursprünge.

Wichtigste Städte.

Der Name Kärnten (Karantanien) stammt aus dem Keltischen. Karantanien (slowenisch Karantanija, auch Korotan) war ein im 7. Jahrhundert nach Christus entstandenes slawisches Fürstentum. Schon Kelten und Römer wussten die Vielfalt der Landschaften, die Thermen und die Orte mystischer Kraft zu schätzen.

Kärntens Hauptstadt ist Klagenfurt am Wörthersee (www.klagenfurt-tourismus.at) mit etwa 94.000 Einwohnern, die größten Zentren sind Villach, St. Veit, Spittal an der Drau und Wolfsberg, die älteste Stadt heißt Friesach.

Kärnten ist ein Paradies für Wanderer, Nordic Walker und Biker. Kein Wunder, ist doch die unglaublich vielfältige Topografie der Gipfel für alle Sportlichen: Zwischen Hochgebirge, mittelgebirgigen Almlandschaften und sanften Ebenen wird alles geboten! Die vielen Radrouten entlang der unzähligen Gewässer fügen sich harmonisch in das sanft-alpine Urlaubsbild ein.

Mit dem Auto. Von Osten über Wien auf die A2 Südautobahn, von Süden über Laibach und die A11 Karawankenautobahn oder Udine und die A2 Südautobahn, von Norden über Salzburg und die A10 Tauernautobahn (mit dem zweiröhrig ausgebauten Katschbergtunnel). Um die Tauernautobahn mit dem Tauerntunnel zu umgehen, gibt es die Möglichkeit der ÖBB Autoschleuse Tauernbahn zwischen Böckstein und Mallnitz.

Mit dem Flugzeug. Flughafen Klagenfurt/Kärnten www.klagenfurt-airport.com Air Berlin: von Hamburg, Düsseldorf und Berlin. www.airberlin.com

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Unser Land im Dreiländereck.

Shopping.

Kärnten ist Österreichs südlichstes Bundesland und liegt mitten im AlpenAdria-Raum. Es erstreckt sich auf 9.536 km² südlich des Alpenhauptkammes und grenzt an Slowenien und Italien. Die ca. 560.000 EinwohnerInnen sind offene Menschen mit mediterranem Lebensgefühl. Den Schnittpunkt der drei Kulturkreise markiert das Dreiländereck bei Arnoldstein.

Klagenfurt, Villach, St. Veit und Spittal bieten Einkaufslustigen viel Auswahl: vom Krämerladen bis zur Designerboutique. Die Einkaufszentren City Arkaden in Klagenfurt (120 Shops) sowie Atrio (85 Shops) in Villach komplettieren das Shoppingparadies. www.city-arkaden.at www.atrio.at

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Germanwings: von Köln/Bonn. www.germanwings.com Austrian Airlines: von Wien. www.aua.com

Lebensqualität zwischen Alpen und Adria.

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Kärnten gilt als Land der Berge und Seen: 93 seiner Berggipfel sind über 3.000 Meter hoch, der Großglockner ist mit 3.798 Metern der höchste Berg Österreich. 1.270 Seen, davon 44 kontrollierte Badessen, 8.000 Flusskilometer, 60 Heilquellen und 43 Süßwasser speichernde Gletscher machen Kärnten zum wasserreichsten Bundesland. Die Nähe zum Mittelmeer, die überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden und die grünsilberne Bergkulisse machen Kärnten zudem zum Herzen der Alpen-Adria-Region.

Sommer-Brauchtum. Zu Ostern verschmelzen mit lodernden Feuern heidnische und christliche Bräuche. Jedes Jahr zu Mariä Himmelfahrt wird die Marienstatue aus der Hauskapelle St. Josef über den Wörthersee geführt. Mit dem Villacher Kirchtag zelebrieren die Draustädter den Höhepunkt ihrer Brauchtumswoche. Kulinarische Feste, vom Speckfest in Hermagor, dem Kräuterfestival in Irschen, dem Fest um den Hadn in Neuhaus, dem Salamifest in Eberndorf, bis zum Kärntnernudelfest in Oberdrauburg, sind besonders beliebt.

Klima.

Portraits.

Sein mildes Klima und die überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden verdankt Kärnten der Lage im Alpen-Adria-Raum. Kein Wunder, dass Diex, der sonnigste Ort Österreichs mit mehr als 2.300 Sonnenstunden pro Jahr, mitten in Kärnten liegt. Der Alpenhauptkamm hat bei Schlechtwetterfronten aus dem Westen zudem eine abschwächende Schutzfunktion.

Kärnten hat nicht nur sportliche Größen wie die Billard-Weltmeisterin Jasmin Ouschan hervorgebracht, sondern auch viele literarische Größen wie Ingeborg Bachmann, Gert Jonke oder Peter Handke. Im frühen 20. Jahrhundert der Bildenden Kunst war der Nötscher Kreis u. a. mit den Malern Franz Wiegele und Anton Mahringer mit seiner europäischen Ausrichtung tätig. Der gebürtige St. Veiter Starkoch Wolfgang Puck hat es zu über 70 Restaurants in den USA geschafft. Und einer der bedeutendsten Komponisten und Sänger, Udo Jürgens, der auf dem Magdalensberg aufwuchs, verkaufte bislang mehr als 100 Millionen Tonträger.

Genuss für Alpengourmets. Die Alpen-Adria-Genussküche ist gekennzeichnet durch alpine Bodenständigkeit, aber auch durch Einflüsse der mediterranen Küche. Gehen Sie auf Ihre ganz persönliche Entdeckungsreise durch die Genussregion Kärnten und erfreuen Sie sich an fangfrischen Kärntner Laxen, Lamm aus der Glocknerregion und Almrindern aus den Nockbergen.

Kärnten Card. Die Kärnten Card ist der Schlüssel für 100 x freien Eintritt in Kärntens schönste Ausflugsziele. 1 Wochenkarte EUR 34,00 (Erwachsene), EUR 14,00 (Kinder). Für Kinder unter 6 Jahren und ab dem 3. Kind gratis! www.kaerntencard.at

Lufthansa: von München. www.lufthansa.com Ryanair: von London. www.ryanair.com

Flughäfen in der Nähe: Flughafen Wien www.viennaairport.at Flughafen Graz www.flughafen-graz.at Flughafen Salzburg www.salzburg-airport.at Flughafen Laibach/Slowenien www.lju-airport.si

Mit der Bahn. Entspannt mit der Bahn oder mit dem Autozug (Terminal Villach) in Ihren Urlaubsort. Detaillierte Anreisemöglichkeiten finden Sie auf der Website der Österreichischen Bundesbahnen ÖBB und der Deutschen Bahn DB. www.oebb.at, www.bahn.de Änderungen vorbehalten.

Alle Informationen für en Ihren Weg nach Kärnt finden Sie unter : .at www.anreise.kaernten www.flug.kaernten.at


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Kärntens Urlaubsregionen. 11 10 6

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Region Wörthersee www.woerthersee.com

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Villach-Warmbad / Faaker See / Ossiacher See Tourismus www.region-villach.at

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Nassfeld-Hermagor-Pressegger See/Weissensee/Lesachtal – Kärntens Naturarena www.naturarena.com

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Der Millstätter See. Das Juwel in Kärnten. www.millstaettersee.at

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Outdoorpark Oberdrautal www.oberdrautal.info

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Nationalpark-Region Hohe Tauern Kärnten www.nationalpark-hohetauern.at

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Klopeiner See – Südkärnten www.klopeinersee.at

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Bad Kleinkirchheim/Nockberge www.badkleinkirchheim.at www.nockberge.at

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kärnten:mitte www.kaerntenmitte.at

10 Lieser-Maltatal – das Familiental www.familiental.com

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Tourismusregion Katschberg-Rennweg www.katschberg-rennweg.at

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Carnica-Region Rosental www.carnica-rosental.at

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Lavanttal www.rmlav.at

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Stopp im Katalogshop. Sie möchten noch ausführlichere Informationen über einzelne Kärntner Regionen oder Unterkünfte? Dann wählen Sie einfach Ihre gewünschten Kataloge, indem Sie sie ankreuzen und per Fax unter +43(0)4274/52100-50 oder Post (Urlaubsinformation Kärnten, Casinoplatz 1, 9220 Velden, Austria) anfordern. Natürlich auch gern telefonisch unter Tel.: +43(0)463/3000 oder online. In dem Fall einfach auf den Servicebereich von www.kaernten.at klicken. (Der Umwelt zuliebe bitte maximal 3 Kataloge bestellen.)

Kärntens kulinarische Sonnenseiten. Genuss-Wirte. Wollen Sie Kärntens Gemütlichkeit und kulinarische Sonnenseiten kennenlernen? Dann kehren Sie ein bei einem der vielen Genuss-Wirte, die Sie im ganzen Land finden. Achten Sie auf das Zeichen und lassen Sie sich mit Feinheiten verwöhnen, zubereitet aus Produkten mit garantierter Qualität und Herkunft aus Kärnten! Guten Appetit!

Kärnten Familie

Rad- und Bergerlebniskarte

Camping

Golfland Kärnten

Urlaub am Bauernhof

Kärntner Privatvermieter

NassfeldHermagorPressegger See/ Weissensee/ Lesachtal – Kärntens Naturarena

NationalparkRegion Hohe Tauern Kärnten

Bad Kleinkirchheim/ Nockberge

Tourismusregion KatschbergRennweg

Lieser-/ Maltatal – das Familiental

VillachWarmbad/ Faaker See/ Ossiacher See Tourismus

Region Wörthersee

Lavanttal

Der Millstätter See. Das Juwel in Kärnten.

kärnten:mitte

Outdoorpark Oberdrautal

Carnica-Region Rosental

Klopeiner See – Südkärnten

Klagenfurt

Genuss-Partner Handel. Ein kulinarisches Souvenir von Ihrem Kärnten-Urlaub für zu Hause. Das wär’ doch was! In ganz Kärnten finden Sie Geschäfte, Bauernläden und Handelspartner, die Produkte mit garantierter Qualität und Herkunft aus Kärnten führen. Dieses Zeichen zeigt Ihnen den Weg zu unseren Partnern. Genuss-Produzenten. Die kulinarischen Köstlichkeiten aus dem Genussland Kärnten sind „Stars“ unseres Landes. Sie geben Ihnen einen Eindruck von Kärntens Bäuerinnen und Bauern und ihren Traditionen, mit denen diese regionalen Produkte hergestellt werden. Erleben Sie ein Stück Kärnten bei unseren Buschenschenken, Ab-Hof-Verkäufern und Bauernmärkten und genießen Sie, was Boden, Sonne, glasklares Wasser und fleißige Hände hier gedeihen lassen.

Vorname

Familienname

www.genusslandkaernten.at

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Straße / Hausnummer PLZ / Ort

Land

E-Mail

Telefon


Kärntens digitale Le sezeichen.

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Weitere praktische KärntenLinks, die Sie unbedingt kennen müssen: www.newsletter.kaernten.at Hier stehen saisonale Kärnten-E-Magazine zum Downloaden bereit. www.touren.kaernten.at Sie entscheiden sich für eine der vielen Touren in Kärnten und erfahren alles über Schwierigkeitsgrad, Streckenlänge, Dauer, niedrigsten und höchsten Punkt, beste Jahreszeit, etc. Oder Sie wählen nach individuellen Bedürfnissen wie Wandern, Radfahren, Laufen, Kultur, Einkaufen, Motorsport etc. Eine äußerst praktische Website für Bewegungslustige.

www.tv.kaernten.at In diesem Kärnten-Video-Portal erhält man einen Überblick über neue, Top- und meistgesehene Videos, Ausflugsziele, Events und sehenswerte Reportagen.

www.iphoneapp.kaernten.at Mit der Kärnten-App haben Sie Ihren persönlichen Kärnten-Tourenguide in der Hosentasche: Holen Sie sich die schönsten Kärntner Touren, Kartenmaterial und die wichtigsten Infos wie Essen und Trinken, Unterkünfte, Kultur etc. jetzt kostenlos auf Ihr iPhone!

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Von Bloggern und Faia Salamandan.

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Hochprozentiges. Schnäpse vom Jesche, Ortner und Pfau.

Spurensuche. Wintersport abseits ausgetretener Pfade.

In der letzten Ausgabe kündigten wir die lustigsten Kärnten-Blogs an. Erfahren Sie hier in den Online-TagebuchAuszügen unserer Blogger mehr über kulinarische Heiratsanträge und einen bärigen Geburtstag. Immer mehr„Facebooker“ verfolgen die akustischen Mundartund virtuellen Spuren der Band „Faia Salamanda“.

Über den Wolken. Schneeschuh-Trekking-Kurs im Nationalpark Hohe Tauern. ©TUBBS-Snowshoes

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Panorama. Über die aussichtsreichsten Pisten und Skitouren zu mir selbst.

Text Barbara Kuttnig

Heiratsantrag am Wörthersee. Von goucho. Das Telefon klingelte und ein Herr mit angenehmer Stimme meldete sich. „Ich bräuchte einen mobilen Mietkoch für meinen Heiratsantrag.“ Meine Frage: Wo denn? „In Pörtschach am Wörthersee.“ Welches Menü, war auch schnell besprochen. Von Carpaccio vom Rind, über Sorbet vom Aperol bis Goldbrasse mit Polentatalern und italienischem Gemüse. Dann war nur noch die Frage offen, welche Möglichkeiten ich zum Kochen habe. Leider war gar nichts vor Ort. Nur ein Steg und der Wörthersee. Wieder eine neue Herausforderung für den mobilen Koch. Alles zusammengepackt und aufgekocht, jedenfalls hat sie zum Schluss „Ja“ gesagt. Ob es jetzt mein Essen war oder der Wörthersee? Happy Birthday Kenny. Von Stefanie Krause. Der bei Villach in Kärnten lebende Braunbär Kenny feierte seinen 18. Geburtstag und durfte sich über viele Geschenke freuen: über die vielen Glückwünsche und Geschenke in Form von bärengerechten Leckerlis wie Datteln und Feigen in Herzform und Glückwunschkarten.

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Seelenwärmer. Kärntner Winterrezepte. 5 6

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e Inklusiv

aves Must-H die 10 interurlaub nW für de Kärnten. in

EntSPAnnung.

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Thermengenüsse und Aufgüsse, Treatments und Träume.

Mehr ungewöhnliche Blogs aus Kärnten gibt’s unter www.blog.kaernten.at Reggae auf Kärntnerisch. Faia Salamanda ist ein talentierter Musiker nicht aus – wie man vermuten könnte – Jamaika, sondern aus dem Gurktal, der es versteht, die Kärntner Mundart mit positiven Reggae-Grooves so zu vereinen, dass seine Musik dadurch in dieser Form noch nie gehörte internationale Qualität und damit auch Ohren erreicht. Lieder und Texte stammen aus seiner eigenen Feder und multikulturelle Gastmusiker unterstützen seine Botschaft: One Love! Virtuelle Freunde findet die Band im Facebook unter „Faia Salamanda & Band“ oder auf www.tv.kaernten.at www.faiasalamanda.at

Familienzauber. Der Natur auf der Fährte.

Schneekönige. Pistenpioniere erzählen aus ihrem ereignisreichen Leben.

Das Wintermagazin erscheint im September 2011. Kärnten magazin 83


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