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reisemagazin

Hubert Egender

winter 12/13

Ausgabe o7 | € 5,50 | www.bregenzerwald.at

mit seiner Tochter Andrea bei der Wildfütterung

Trendsport Telemarken Der Clan der Bischöfe Wildfütterung im Geheimen Urlaub am Bauernhof Das HMBC-Tagebuch Vom Wälderhaus lernen Leben am Berg


stay uniqu HATS&CAPS

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Editorial Herlinde Moosbrugger ist ­Geschäftsführerin von Bregenzerwald Tourismus

Servas!

Form im Wald: Mehr über dieses Objekt erfahren Sie auf Seite 50

Die erste Auskunftsstelle Das Informations- und Service-Center in Egg berät Sie über alle Belange des Bregenzer­ waldes und über Ihren Urlaub. Hier finden Sie u.a. einen frei zugänglichen Internet-­ Terminal, eine Vorverkaufsstelle für den 3-­Täler-Skipass sowie eine Ausgabestelle für die Bregenzerwald Gäste-Card. Bregenzerwald Tourismus Impulszentrum 1135, 6863 Egg Vorarlberg, Österreich T +43 (0)5512 2365 F +43 (0)5512 3010 info@bregenzerwald.at www.bregenzerwald.at Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr Samstag und Feiertag von 8 bis 13 Uhr

Reisebegleiter Bregenzerwald Parallel zu diesem Magazin erscheint halb­ jährlich (­Winter/Sommer) der Reisebegleiter Bregenzerwald mit allen Informationen zum Tourismusangebot der Region. Im Sommer von Wandern (inklusive ­kleiner Wanderkarten) über Outdoor-Aktivitäten, ­Programm mit Kindern, Kultur, Baukunst und Kulinarik bis zum Wohlfühl-Angebot. Im Winter von Ski alpin, Langlauf, ­Snowboarding, Winterwandern bis zu Kultur, Baukunst, Kulinarik und Wohlfühlen. Ihr persönliches Exemplar des­ Reisebegleiters erhalten Sie kostenlos bei ­Bregenzerwald ­Tourismus.

AutorInnen dieser Ausgabe Florian Aicher: Architekt und Autor im Allgäu Milena Broger: Studentin in Regensburg Martin Hartmann: Kulturredakteur beim ORF Vorarlberg Toni Innauer: Olympiasieger im Skispringen, Sportexperte und Unternehmer Carina Jielg: Kulturredakteurin beim ORF Vorarlberg Irmgard Kramer: Schriftstellerin im Bregenzerwald Isabella Natter-Spets: Leiterin des designforum Vorarlberg Peter Natter: Autor und Philosoph in Dornbirn Silke Ritter: Journalistin im Bregenzerwald Armin Thurnher: Chefredakteur der Wochenzeitschrift „Falter“ in Wien

Fotografie Adolf Bereuter, im Bregenzerwald gebürtig, arbeitet als freier Fotograf. Die Qualität seiner Bilder, sein Auge für Lichtstimmungen, seine Hingabe an einen Auftrag, sein Interesse an den Menschen, die er fotografiert, und sein einfühlsamer Umgang mit ihnen machen ihn zum idealen Porträtisten der Menschen und Landschaften des Waldes. Dazu muss er in freier Natur oder in fremden Räumen arbeiten. Dort stellt er, wenn nötig, auch Möbel um: „Nicht er­schrecken, ich stelle alles wieder so, wie es vorher war“, sagt er dabei. Dass ihm das gelingt, ist nicht zuletzt auch ein Beweis für sein fotografisches Gedächtnis.

Wenn wir uns hier schon begegnen, möchte ich mich nach dem kleinen „Servus“ (hieß einmal „Diener“) einer großen Frage widmen: Was bedeutet Begegnung? Für mich ist es der Kontakt mit dem Einzigartigen – sei es ein Mensch, eine Landschaft oder ein Gegenstand. Deshalb kann es für mich niemals ­Routine sein. Begegnungen beglücken, wenn sie ­gelingen. Und man verzweifelt, wenn sie scheitern. Urlaub gibt uns die Zeit, es auf B ­ egegnungen ankommen zu lassen – selbst mit dem ­eigenen Partner. Daher ist Urlaub auch die Zeit des Glücks oder der Krise. Auf Reisen lebt man im Begegnungsluxus – und zahlt dafür einen Preis. Übrigens eine der wenigen Ausgaben, die sich n ­ achhaltig ­lohnen, wie man später merkt, wenn man noch seinen Enkeln davon erzählen kann. Warum ermöglicht uns Urlaub so auf­ regende Begegnungen (selbst mit der ­eigenen Beziehungskrise)? Weil aus freier Tätigkeit und aus freien Stücken heraus ­Überraschungen entstehen. Und dem Überraschenden ­begegnet man im Alltag seltener als dem Gewohnten. In der Überraschung erfahren wir uns selbst ­wieder neu. Nun gibt es ein paar Regeln, denke ich, die bei Begegnungen eingehalten werden sollten: Sie verlangen die Kunst der ­Konzentration (die man im Urlaub gottlob eher aufbringen kann). Sie brauchen das Gütesiegel der Unregel­ mäßigkeit – das gilt auch für Handwerks­ produkte und regionale Lebens­mittel von ­Bauern. Und Begegnungen leben von ­Respekt. Wir können nicht über die anderen ­verfügen wie in einer beruflichen Situation. Das ermöglicht Unverfälschtheit. Der Mensch, dem ich begegne, ist ebenso unantastbar wie der flüchtige Augenblick im Naturgeschehen. Und Begegnungen leben von Erzählungen. ­Menschen lieben und brauchen Geschichten, damit das Ganze einen Sinn macht. Wir im Bregenzerwald möchten Ihnen Raum für beglückende Begegnungen schaffen und hoffen, dass dieses Magazin einen Beitrag dazu leistet.

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München Lindau

Bodensee Bregenz Zürich Dornbirn Vorarlberg

Bregenzerwald Vorarlberg – Österreich

Österreich Austria

Feldkirch

Bludenz Innsbruck Wien

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Widderstein 20 km

Mohnenfluh 2.544 m

2.533 m

Zitterklapfen 2.403 m

Braunarlspitze 2.649 m

Hoher Ifen 2.230 m

Warth

Damüls

Diedamskopf 2.090 m

Schröcken Kanisfluh 2.044 m

Schoppernau

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Sibratsgfäll

Schnepfau

Bregenzera

Niedere 1.711 m

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Bizau

Mellau Reuthe Bezau

Andelsbuch

Hittisau

Egg Schwarzenberg Bödele 1.139 m

Lingenau Krumbach Riefensberg

Langenegg Doren Alberschwende

Sulzberg

Achrain-Tunnel

Pfänder 1.062 m

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Inhalt

Freiraum: Viel Platz für ­einzigartige Lebensvorstellungen

Winter 2012/13

Trendsportart Telemarken Kniefall am Berg 8 Die Schneekanonen in Damüls-Mellau: Schneeflöckchen, Weißröckchen 14

8

Berge, Wald und Täler voll ­Persönlichkeiten, Sonne und Sportmöglichkeiten

Bodenständige Tradition, verbunden mit weltläufiger Kultur Damüls, des Landes höchster BischofSitz. Ein Porträt des Bischof-Clans 18

Urlaub auf einem Bauernhof, der nach einem Brand neu erstanden und mittlerweile preisgekrönt ist 26

Wildfütterung mit dem Hirschrufmeister Hubert Egender 22

22

26

Menschen, die ihr Leben nach eigenem Sinn gestalten

Baukunst nachhaltig, ökologisch, effizient und schön

Armin Thurnher über bunte Kleidung auf den Pisten 30

Der Energiepionier Siegfried Steurer erklärt, was man wohn- und energietechnisch vom Wälderhaus lernen kann 36

Marianna Moosbrugger kreiert aus Wolle eine Welt von Filz 32 Bandmitglied Andreas Broger schreibt das HMBC-Tagebuch 34

36

32 Kolumnen:

Gastlichkeit und Kochkultur, traditionelle Speisen und Rezepte

Aus der Luft gegriffen 17 G’hörig Wälderisch 27 Alphabet des Waldes 31 Wink aus Wien 33 Felder und Wälder 43 Design im Wald 50

Inspektor Ibele genießt das Hotel Krone in Au 42 Berghild Innauer, Wirtin am Sonderdach, über ihr Leben am Berg 44

Service:

Buchbare Angebote 48 Tipps der Redaktion 51

44

Impressum: Herausgeber und Medieninhaber: Bregenzerwald Tourismus GmbH, Impulszentrum 1135, 6863 Egg, Österreich Konzeption/Redaktion: Fuchs & Partner, Wien Konzeption/Gestaltung: Frank Broger, Andelsbuch Fotografie: Adolf Bereuter Fotoredaktion: Margret Broger Druck: Druckhaus Gössler, Bezau

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Viele fleißige Hände und kreative Köpfe in der Region schaffen gemeinsam das Reisemagazin Bregenzerwald. Die Besonderheit: Das Druckhaus Gössler ermöglicht, dass sogar Druck und Fertigung in Bregenzerwälder Händen bleiben. Druckvorstufentechnikerin Alexandra kontrolliert aufmerksam und darf als erste reinschnuppern – wenn das Reisemagazin zum Lesen und Staunen bereit liegt, haben wir voller Stolz unser Werk getan.

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Kniefall am Berg „Nein, diese Bindung ist nicht kaputt“, steht auf ­ seinem Shirt. Er sei der Matze aus Dresden und werde mir ­Telemarken zeigen. Na bravo.

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Matze heißt eigentlich Matthias Breiler und kommt schon das neunte Jahr zum Telemarken in den Bregenzerwald

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Matze im Schnee: Es freut manch 颅finsteres Herz, wenn der hauptberufliche Kripo-Mann zu Fall kommt

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Auch Achim ist bei der Kripo und ein begnadeter Telemarker

Tipp: 3-Täler-Skipass Der 3-Täler-Skipass gilt für 28 Skigebiete im ­Bregenzerwald, im Großen Walsertal, im Lechtal, in ­Balderschwang (Allgäu) sowie für die Skibusse. Zur Wahl stehen Skipässe für 2,5 bis 21 Tage, Wahlabos für 2, 5 und 8 Tage sowie Saisonkarten. Information 3-Täler-Infocenter Impulszentrum 1135, 6863 Egg, Vorarlberg T +43 (0)5512 2365-30 info@3taeler.at www.3taeler.at

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Saisonzeiten

Daten & Fakten Skiregion Bregenzerwald

Nebensaison: Saisonstart bis 21. Dezember 2012 13. bis 25. Jänner 3. bis 15. März 7. April bis Saisonschluss 2013

14 Skigebiete 91 Anlagen – davon 1 Großkabinenbahn 4 Seilbahnen 31 Sessellifte 55 Schlepplifte und Übungslifte 273 km präparierte Pisten – davon 101 km blaue 136 km rote 36 km schwarze Pisten

Hauptsaison 22. Dezember 2012 bis 12. Jänner 2013 26. Jänner bis 2. März 2013 16. März bis 6. April 2013


Matze, Achim und Susette können nicht nur ­Verbrecher fangen und die besten ­Rippchen am Tannberg zubereiten – sie sind auch ­begnadete Telemarker Telemarker. Sind das nicht Langläufer, die sich auf die Piste verirrt haben und vor jeder Tanne einen Knicks machen? Oder habe ich schon wieder einen Trend verpasst? Snowboarden soll ja out sein. Freeriden in. Und ich daneben. Seufzend packe ich meine alten Ski ein und fahre an drei Meter hohen Schneewänden vorbei nach Warth-Schröcken auf den Salober. Der Himmel ist nivea­ blau. Die aufgehende Sonne malt die Berggipfel honiggelb. Wow! Ich bin verabredet mit Jürgen Strolz, dem einzigen amtlich geprüften Telemarken-Skilehrer weit und breit (die Ausbildung wird in Wien angeboten, wenn sich genügend Teilnehmer dafür interessieren – das kann Jahre dauern). Jürgen ist Besitzer des Restaurants „Holzschopf“ in Nesslegg. Er müsse jetzt zu seinen Skischülern, aber im Sport Jug warte sein Chefkoch auf mich. Ich habe keinen Hunger, will ich ihm hinterherrufen, als plötzlich ein junger Mann mit erstaunlich leuchtenden Augen vor mir steht. „Nein, diese Bindung ist nicht kaputt“, steht auf seinem Shirt. Er sei der Matze aus Dresden und werde mir Telem­arken zeigen. Na bravo. Das ist, wie wenn ich einem ­Russen das ­Wodkatrinken beibringen wollte, denke ich und schüttle noch zwei Hände; sie gehören Achim und Susette, beide aus Wuppertal, beide bei der Kripo. Gut, denke ich, wenn das mit dem Telemarken in die Hosen geht, kann ich wenigstens fragen, was

mir beim Tatortschauen immer so einfällt, oder einfach nur Rezepte austauschen mit Matze, der eigentlich Matthias Breiler heißt und die neunte Saison hier arbeitet, inzwischen auch im Sommer. Ich lasse mir eine Ausrüstung verpassen. Telemarken gefällt mir jetzt schon, denn die Schuhe sind beweglich, weich und warm. Normale Ski mit Spezialbindung, die sich auch zum Tourengehen eignen – wie praktisch. Stöcke habe ich. Mehr braucht man nicht. Matze, Achim und Susette können nicht nur Verbrecher fangen und die besten Rippchen am Tannberg zubereiten – sie sind begnadete Telemarker. Ihre Bewegungen sind elegant, kraftvoll und anmutig. Jetzt will ich auch. Bei der ersten Fahrt kurve ich in Parallelschwüngen talabwärts; man kann die Ferse heben, muss aber nicht. Ich bemerke kaum einen Unterschied, nur dass ich den Oberkörper nicht zu weit nach vorne lehnen darf. Auf dem Sessellift plaudert sich’s gut: Achim war Ende der Neunzigerjahre mit Freunden in Chamonix, als sie in einer Auslage antiquierte Telemarken-Ski und -Lederschuhe sahen. Sie zahlten fünfzig Mark und probierten – schnell war ihnen klar: Diese ursprüngliche Art des Skifahrens ist das einzig Wahre. Telemarken ist übrigens eine Region in Norwegen, wo der Skipionier Sondre Norheim mit seinem neuen Stil die Öffentlichkeit begeisterte. Um eine Verwechslung mit dem Parallelschwung zu vermeiden, der aus dem heutigen Oslo kam, erhielt die Technik mit der freien Ferse 1888 den Namen „Telemark“. Achim machte Urlaub im Bregenzerwald und steckte Jürgen Strolz an, der sich extra ausbilden ließ. Dann kam Matze. Gemeinsam gründeten sie den

Verein der Tannberger Telemarker. „Freunde ohne feste Bindung“ nennen sie sich auf www.telemarker.at. Jetzt wird’s ernst: Ich muss tief in die Knie, den Berg anbeten – das aufgestellte Knie gehört zum Talski, Belastung in der Mitte. „Quergänge“ nennt Matze die erste Übung. Himmel, ist das anstrengend! Meine Oberschenkel glühen. Als mir nach drei Abfahrten der erste Schwung gelingt, juchzt es mir, ich lande im Schnee und lache. Ein Unbekannter telemarkt neugierig heran. Das ist der Kellner vom „Holzschopf“, erklärt Matze schmunzelnd. Das Virus breitet sich aus. Ich bin infiziert, fühle mich frei und beweglich und voller Energie. Irmgard Kramer

Tipp:

Telemarken Telemarken heißt die Disziplin, die für ­staunende Blicke sorgt. Es ist die Eleganz, die Kombination aus Kraft und Koordination, die beim Skifahren mit der freien Ferse begeistert. Wer damit beginnen oder einfach nur ein neues Fahrgefühl ausprobieren möchte, ­wendet sich am besten an die Tannberg Telemarker – „Freunde ohne feste Bindung“. ­Dieser Verein veranstaltet regelmäßig zahlreiche Events und Workshops mit Technikschulungen und Anfängerkursen durch geprüfte TelemarkLehrer der Skischulen. Informationen unter: www.telemarker.at info@telemarker.at Telemark-Ausrüstung kann man bei Sport Jug in Warth-Schröcken direkt an der Talstation beim Salober ausleihen. Sport Jug 6767 Warth T/F +43 (0)5583 39 827 T +43 (0)676 667 02 86 Mail: info@sport-jug.at www.sport-jug.at

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Schneeflöckchen, Weißröckchen …

„… wann kommst Du geschneit?“, heißt es im Kinderlied. Darauf wissen die Schneemacher im Skigebiet DamülsMellau die Antwort. Und fragen nur noch: Wie hätten Sie es denn gerne?

Star Wars? Kampfstern Galactica? ­Armageddon? Nein, eine Schneekanone im Skigebiet Damüls-Mellau

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Bis zu sechs verschiedene Schneesorten kann der Beschneier Hubert Moosbrugger aus 61 „Schneeerzeugern“ auf die Piste schießen „Wir stecken das Geld in unsere Lifte und Pisten“, sagt Markus Simma, Betriebsleiter der Damülser Seilbahnen. Daher versprüht sein Büro an der Talstation des Uga-Liftes den herben Charme eines der Siebzigerjahre für Beamte im niederen Dienst. „Aber irgendwann wird vielleicht auch hier renoviert“, fügt er verschmitzt hinzu. Simma war bereits dabei, als 1989-90 die ersten Beschneiungsversuche mit einer geliehenen Schneekanone und einer Feuerwehrpumpe gemacht wurden. „Damals waren nicht alle begeistert, die allgemeine Akzeptanz der Beschneiung ist erst nach sehr schlechten Wintern gekommen.“ Nicht nur das Beschneien soll den Gästen einen schönen Skiurlaub

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ermöglichen. Auch möglichst viele verschiedene Pisten tragen zum Skivergnügen bei. Daher schlossen 2010 die Orte Damüls und Mellau ihre Skigebiete zusammen. Das brachte ihnen im Ski-Guide des ADAC die Auszeichnung „Top-Skigebiet 2010“ in der Kategorie „Aufsteiger des Jahres“. Im gesamten Skigebiet Damüls-Mellau hält man 61 „Schneeerzeuger“ – Turmkanonen, Schneelanzen und mobile Schneekanonen. Sie werden aus einem See mit 110.000 Kubikmeter Wasser gespeist, der 2007 fertiggestellt wurde. 60 Hektar Pisten sind mit Druckleitungen versehen. Das Schneemachen kostet pro Jahr rund 450.000 Euro. Beschneit werden darf ab e ­ rstem November, wenn es die T ­ emperatur zulässt. Dann wird auf Vorrat beschneit, schließlich kann niemand sagen, wie viel natürlichen Schnee der Winter bringen wird: „Das ist wie eine Lebensversicherung, die schließt man ja auch ab, solange man lebt“, erklärt Simma. „Wenn wir nicht beschneien

und es käme kein natürlicher Schnee, ­könnten wir das nie mehr aufholen.“ Für ihn zählen „Beschneier, die Tag und Nacht bereit sind, bei oft widrigen Umständen hervorragenden Schnee zu machen“. Einer dieser Beschneier ist Hubert Moosbrugger – 50 Jahre alt, drahtig, fester Händedruck. Dass er viel im Freien arbeitet, sieht man ihm an. Rund um die Uhr haben zwei ZweierTeams Dienst, um im ganzen Skigebiet die Kanonen zu kontrollieren. „Manche Jungen meinen, das sei ja ein lockerer Job, ein bisschen Ski-Doo ­fahren.“ Doch wenn Moosbrugger tagsüber unterwegs ist, fährt er nie mit dem Ski-Doo: „Das ist mir zu gefährlich. Es könnten ja plötzlich Skifahrer um die Ecke biegen.“ Lange Zeit im Freien sein, Tag und Nacht, bei eisigen Temperaturen, oft allein. „Mi iert daas nüüd“, meint ­Moosbrugger, was so viel bedeutet wie „Mich stört das nicht“. Früher schaute er oft im Tal in Au bei sich zu Hause auf sein Thermo­meter:


Aus der Luft gegriffen wir nie schaffen“, meint Simma mit ungewohnter Demut. Was ein Beschneier fürchtet (außer Wassermangel im Herbst)? Eine gebrochene Leitung oder eine Leitung, die nicht mehr mit der Schneekanone verbunden ist. Denn dann schießt das Wasser mit 40 bar in die Winterlandschaft, formt Seen und wird zu Eis. Das passiert zum Glück nicht oft.

Und so sieht das Ergebnis der Arbeit von Schneekanonen am Morgen aus

„Wunderbar, Temperatur passt, also hinauf auf den Berg zum Beschneien. Dann stehst du oben – und es ist zu warm. Föhn.“ Seit kurzem kann er auf seinem Computer zu Hause die Temperaturen am Berg ablesen. Die gesamte Anlage der 61 Schnee­ erzeuger ist vernetzt und jede Schneekanone einzeln steuerbar. Bis zu sechs verschiedene Schneesorten kann eine einzelne Kanone produzieren. Luftfeuchtigkeit und Temperatur werden überwacht. Der Kunstschnee ist eher kugelförmig, er bildet keine Kristalle. Hubert Moosbrugger nimmt eine Handvoll Schnee, formt einen Ball daraus und presst ihn zusammen, bis das Wasser herausläuft. „Genau das passiert bei Kunstschnee schneller als bei natürlichem. Wenn er zu nass ist, dann gibt es Eisplatten auf der Piste – und das wollen wir auf jeden Fall verhindern.“ Wollen sie etwa auch die sechseckigen Kristalle des natürlichen Schnees nachmachen? „Ich glaube, das bleibt Petrus vorbehalten, das werden

Ob überhaupt beschneit werden kann, hängt nicht nur von der Temperatur ab, sondern auch von der Luftfeuchtigkeit – diese beiden Werte ergeben zusammen die „Feuchtkugeltemperatur“. Je niedriger die vorhandene Luftfeuchtigkeit, desto besser ist das tendenziell fürs Beschneien. So ergeben +1° Celsius und 22 Prozent Luftfeuchtigkeit -3,1° Feuchtkugeltemperatur. Im Skigebiet Damüls-Mellau wird ab -2° beschneit. Ein halbes Grad auf oder ab kann dabei entscheidend sein. Auch wenn die Schneekanonen heutzutage viel können, so stört sie doch der Wind. Denn sie können die Windrichtung nicht messen und sich danach ausrichten. „Dann kann es sein, dass sich die Kanone selbst einschneit“, erklärt Moosbrugger. „Schon nach zwei Stunden hast du eine meterdick vereiste Schneekanone – das geht sehr schnell. Und dann muss man das Eis weghacken. Oder sie schneit einen Buckel, eine Erhebung, die für die Skifahrer am nächsten Morgen zur unwillkommenen Sprungschanze wird.“ Gegen Ende der nächtlichen Schneeproduktion wird oft noch ein ganz l­ eichter, trockener Pulverschnee ­ausgebreitet. „Der ist griffiger und schöner zum Fahren, außerdem schaut er gut aus.“ Schließlich fährt das Auge der Skifahrer mit. Nun aber muss ­Moosbrugger zurück zur Arbeit. Er stapft Richtung Skilift. Was macht er eigentlich im ­Sommer? „Was schon – Schneekanonen warten.“ Martin Hartmann

Olympiasieger im Skispringen, Sportexperte und Unternehmer ­(www.­innauerfacts.at) – Toni Innauer aus dem Bregenzerwald schreibt über sportliche Aspekte der Region

Die Luft, mein Element Waldreichtum sorgt für eine besonders gute Luft. In einer Region mit dem Namen „Bregenzer­wald“ ist es nicht nötig, Luft zu bewerben: Viel Wald – viel Photosynthese, und von der lernt man schon in der Schule. „Der ­Bregenzerwald befindet sich fast vollkommen in einem Schonklima. Wetterreize werden da besser abgefedert“, erklärt der ORF-Meteorologe Rainer Schultheis. Mit „Grün statt Grau“ empfiehlt er die Region als wohltuende Abwechslung zum städtischen Belastungsklima. Mein auf 1200 Metern Seehöhe gelegener Geburtsort, das Sonderdach, zeichnet sich durch einen geringfügig niedrigeren Sauerstoffpartial­ druck aus, was Anpassungsphänomene fördert. Die hätten mich eigentlich für den Ausdauersport prädestiniert. Immerhin sind die „hoch geborenen“ und an Höhenlagen gewohnten Kenianer besonders gute und ausdauernde ­Läufer. Sie können nämlich in den Niederungen besonders viel Sauerstoff „verstoffwechseln“. „Train low and sleep high“, lautet ein Prinzip des Höhentrainings. Demgemäß absolvierte ich acht Schuljahre in Bezau und täglich mindestens zwei Fahrten mit der Kabinenseilbahn. So wurde die Luft mein Medium. Mich faszinierte das Abheben, das Schweben, der Blick auf die Baumwipfel sowie das immer kleiner werdende Dorf und das „Entrücken“ selbst, ein Zustand da oben, als ob die Zeit stehen bliebe. Was ich später auf den großen Skischanzen erlebte, begann in dieser Gondel: Ein paar Meter in der Luft hängen, um dann rechtzeitig für eine glückliche Landung loszulassen. Dem Element Luft und seinen Eigenheiten kamen wir als Buben mit forschender Begeisterung und auf verschiedenen Wegen nahe. Mit Pfeil und Bogen, Riesenseifenblasen, Modellfliegern, Kinderdrachen, Peitschen und selbst geschnitzten Weidenpfeifen. Vor allem aber im Winter mit den Skiern. Meine spätere Lebensaufgabe habe ich, inspiriert vom nur Spürbaren zwischen den festen Dingen, aus der Luft gegriffen: Wie verlängere ich den Abstand zwischen Absprung und Landung?

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Des Landes höchster Bischof-Sitz Tourismus oder nicht ­Tourismus ist für Damüls keine Frage. Er trägt auch zur Identität des Dorfes bei Es schneit sogar im Rheintal, als ich an einem sibirisch kalten Morgen ins Postauto steige, um nach Damüls zu reisen. Das Postauto ist zwar kein Postauto mehr, aber das mit der Reise hat schon etwas an sich. Ich werde viel von der Welt sehen heute: ihr schneereichstes Dorf zum Beispiel. Ich will einen wichtigen Mann in Damüls ­treffen. Dass er der Boss ist, steht dann, wenig überraschend, gleich auf seinem kurzärmeligen T-Shirt. Ich schaue ein bisschen alt aus in meinem dicken Norweger-Pullover. Sei’s drum. Es ist ja auch ein rechter Jungspund, der mich freundlich im Gemeindeamt empfängt. Stefan Bischof, Jahrgang 1976 und seit April 2010 Bürgermeister da heroben, ist ein Damülser Ureinwohner und ein politischer Quereinsteiger.

Bischofs Beichte: Das sagt Bürgermeister Stefan Bischof im Blitzinterview Wälder oder Walser? Walser. Darf auch sein, oder? Sommer oder Winter? Winter. Eh klar. Fisch oder Fleisch? Fleisch. War zu erwarten. Berg oder Meer? Berg. Echt, oder? Pfarrer oder Arzt? Arzt. Das Hemd ist näher als der Rock. Damüls oder Mellau? Damüls. No na. Bilgeri oder Felder? Felder. Das freut mich.

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699 Jahre sind es her, seit die ­Walliser Walser sich im Jahr 1313 hier angesiedelt haben. Bis 1806 mit eigener Gerichtsbarkeit. Von da her könnte sich der Name Bischof ergeben haben: Von den „Bei-Schöffen“ nämlich. Alle Bischöfe mit einem „f“ wurzeln in Damüls, vom Dompfarrer bis zum AltLandesrat. Meine Großmutter väterlicherseits, Afra, gehört auch dazu. Es ist keine zwei Generationen her, da herrschte noch bittere, chronische Armut im winzigen Dorf. Um die 320 Einwohner sind es heute. Es waren schon einmal mehr, aber nicht viel mehr. Zur Hochsaison, im Winter, wenn Hotels, Gasthöfe und Privatzimmer ausgebucht sind, wächst die Bevölkerung auf gut 2.500 Menschen an. Dass die zahlreichen Gästebetten voll belegt sind, ist seit der Zusammenlegung der Skigebiete von Mellau und Damüls Alltag. Dementsprechend euphorisch, bei aller Bodenständigkeit, kommt der Gemeindechef auf das Thema. Sein Unverständnis angesichts einseitiger Gegenargumente zeigt er erfreulich gelassen, wenn auch unmissverständlich. In seinem Mund wird das Projekt zur größten Selbstverständlichkeit zwischen Bodensee und Hochtannberg oder gleich zwischen Nord- und Südpol. Und das im besten, nachhaltigen Sinn! Dabei sind die Schatten, über die so ein richtiger Damülser manchmal springen muss, recht lang. Vor allem liegen sie im Winter etliche Wochen hindurch über dem Dorf. 160.000 Winter-Nächtigungen werden es heuer sein. Eines Tages will man bei 200.000 ankommen. Stefan Bischof kann dem touristischen Höhenflug viel Erfreuliches abgewinnen. Er selbst ist in einer Frühstücks­ pension groß geworden. Heute steht er, nach einem Intermezzo als

Geschäftsführer von Damüls-Faschina Tourismus, an der Spitze des Walserdorfes. Dabei kommen die Bischofs mehrheitlich aus der Landwirtschaft. Doch gibt es kaum noch Nur-Bauern im Dorf; man vermietet Gästezimmer, arbeitet bei den Seilbahnen. Überhaupt: die Damülser ­Seilbahnen. Zu dreißig Prozent im Besitz der Gemeinde als größter Eigentümerin, sorgten sie nach dem Krieg, in den Fünfzigerjahren, mit kräftiger Unterstützung kapitalkräftiger Bregenzer für den Aufschwung.


Auf dem Weg zur Messe in der Dorfkirche von Damüls: die Ministranten Leo Feurstein und Elias Frieh

Der Tourismus, das betont der Gemeindevater nachdrücklich, sei ein Segen für die Gemeinde. Er ­bietet immer mehr jungen Familien die Basis, um sich ein Leben im Dorf aufzubauen. Die Gäste sind ein Phänomen, das zwar da und dort an der Identität der kleinen Walsersiedlung nagt, aber unter dem Strich ist der ­Tourismus ebenso ein ihre Identität ermöglichendes Element. „Wie vergrößere ich den Kindergarten?“ – das ist eine der Hauptaufgaben für Stefan Bischof. Der Geburtenrekord

im Jahr 2011 gibt ihm die Ziele vor. Dass er sich auch noch um eine neue Friedhofsordnung kümmern muss, weil die Pfarrstelle nicht mehr besetzt ist, zeigt zusätzlich die Bandbreite der „bischöflichen“ Agenda. Der letzte Bischof als Bürgermeister amtierte übrigens von 1936 bis 1938. Die Bischofs agieren eher in der zweiten Reihe, in den Vereinen, der Skischule, der Feuerwehr, der Musik, als Kassier im Snowboardverein; unauffällig, aber verlässlich, so wie

Wetterwart Matthias Bischof, der seit dem 11. Jänner 1979 täglich die Schneehöhen misst (im Winter wenigstens – denn Damüls hat auch einen schönen Bergsommer!). Das schneereichste Dorf der Welt soll schneereichstes Dorf bleiben. Die Aussichten, dass dabei auch die Kirche im Dorf bleibt, sind gut: Sie steht seit dem späten 15. Jahrhundert an Ort und Stelle, ein Schmuckstück, weitum bekannt vor allem durch ihre Fresken, die „Armenbibel“. Peter Natter reisemagazin bregenzerwald · 19


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Vor der Dorfkirche von Damüls haben die Bischöfe Aufstellung genommen: ein großer Clan im ­schneereichsten Dorf der Welt

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Auf Schneeschuhen mit dem Hirschrufmeister Schneeschuhe sind ein wunderbares Sportgerät, um unwegsames Gelände zu erkunden. Aber Achtung: In Wald und Feld steht das Wild und will seine Ruhe Klirrend kalt, meterhoch Schnee, ein echter Winter eben. Ich bin mit Schneeschuhen auf dem Pirschpfad oberhalb von Schönenbach in Richtung Ifen. Es ist nicht ungefährlich hier in diesem alpinen Gelände. Vor mir schlurft der Jäger Hubert ­Egender. Sein Gebiet umfasst in etwa 1.000 Hektar, die jährliche Mindestabschussrate sind 45 Hirsche, 5 Gams (wie ­Gämsen in der Jägersprache heißen), 20 Rehe, Niederwild wie Hasen und Raubzeug wie Füchse und Dachse. Alle zwei Wochen macht er sich mit seinen Schneeschuhen auf den Weg zur Wildfütterung. Sie ist auch unter Jägern nicht ganz unumstritten. Gefüttert wird zum Schutz des Waldes, besonders die Gams, die im Winter von weit oberhalb der Baumgrenze in tiefere Gebiete flüchten, wo sie den Jungwald zerfressen.

„Ruhe fehlt ihnen da oben“, meint Hubert Egender. „Die intensive Nutzung der alpinen Regionen stört das Wild, es flüchtet. Durch sein Fluchtverhalten verbraucht es zu viel Energie, die es momentan aus seiner Umgebung nicht holen kann. Deshalb wird gefüttert.“ Um die Ruhe nicht zu stören, bewegen wir uns ganz leise – langsam und bedächtig geht es auf ­Schneeschuhen durch den knirschenden Schnee. Mit Begeisterung, aber nur flüsternd, erklärt Hubert, wie er als Jäger „seine“ Tiere hegt und pflegt. Dazu gehört eine gehörige Portion Idealismus. „Im Sommer wird die Bergwiese geheut, Freunde und Familie helfen mit. Das besonders wertvolle Gras ist Nahrung für die Hirsche, Rehe und Gams während des Winters. Alles wird noch von Hand gemacht und direkt am Berg in einem Stadel getrocknet. So erspare ich mir das Tragen zur Fütterungsstelle im Winter. Ich muss dann nur noch das Heu für das Wild in die Raufe ziehen – und kann die Tiere beim Fressen beobachten.“ Bei minus 20 Grad warten wir in einem Versteck auf die Zeit zum Äsen, wie die Jäger das Fressen nennen. Fast

Das Heu fürs Wild wird im Sommer auf den Bergwiesen gemacht. Egenders Tochter Andrea hilft dabei

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minutengenau springt ein Rudel Gams heran. 15 Stück fressen regelmäßig an der Futterstelle, meistens etwas vor den Hirschen. Ich bin beeindruckt. Bei Einbruch der Dämmerung ­lassen sich endlich Hirsche sehen. Vorsichtig, aber majestätisch brechen sie aus dem Wald und nehmen den Weg zur Futterstelle, die Gams machen Platz. Knackend krachen ihre Geweihe aneinander, allerdings nur spielerisch, es ist Winter und keine Brunftzeit. Mit einem tiefen Röhren ruft der Platzhirsch zum Essen. Die Szene hinterlässt einen tiefen Eindruck, alle Kälte ist vergessen. Hubert kennt seine Hirsche. Alle haben Namen, damit kann er sie rufen. Zur Brunftzeit hat er immer ein ­kleines Ochsenhorn dabei, um sie anzusprechen, wie das in der Jägersprache genannt wird. Er trägt den Titel eines Vorarlberger Hirschrufmeisters. Lachend erklärt er: „Eigentlich wurde ich aus Jux angemeldet und als dann die Meisterschaft kam, war ich zuerst eher skeptisch. Die Disziplinen waren nicht ganz einfach. Dargestellt beziehungsweise gerufen werden musste ein alter Hirsch, der mit einigen Stück Kahlwild abseits des Rudels steht. Dann ein junger, suchender Hirsch und zum Schluss ein Ruf-Duell zweier Hirsche. Dabei sollten die zwei Stimmen deutlich unterscheidbar sein. Das ist mir besonders gut gelungen.“ Mit größter Vorsicht, um ja kein ungewöhnliches Geräusch zu machen, schnallen wir die Schneeschuhe an und schlurfen wieder ins Tal. Das Wild ist eben scheu. Hat man es einmal an der Futterstelle gestört, dauert es lange, bis es sich untertags wieder sehen lässt. Mit Schneeschuhen zieht man praktisch geräuschlos seine Spur. Und Ruhe im winterlichen Wald weiß das Wild zu schätzen – also tun wir ihm doch den Gefallen. Silke Ritter


Der Jäger Hubert Egender füttert im ­Winter das Wild. Auf Schneeschuhen kommt der Vorarlberger Hirschrufmeister fast geräuschlos durch den Wald reisemagazin bregenzerwald · 23


Das besonders wertvolle Gras ist ­Nahrung für die Hirsche, Rehe und Gams während des Winters. Alles wird noch von Hand gemacht und direkt am Berg in einem Stadel getrocknet

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Den Himmel verwässert Ein Brand legte den gesamten Hof der Schweizers in Schutt und Asche. Beim Neubau hat Heidi gleich für Zimmer ihrer künftigen Gäste gesorgt

Leben am Bauernhof: Aaron, Florian, Johanna und Jonas mit ihrer Mutter Heidi Schweizer

Heidi Schweizer bietet auf ihrem Hof einen ausgezeichneten „Urlaub am Bauernhof.“ Dabei hatten sie und ihre Familie um ihre Existenz hart zu kämpfen Tipp:

Die Welt am Bauernhof Rund 10 Prozent der Bregenzerwälder ­Bevölkerung lebt von und mit der Landwirtschaft – sei es im Voll- oder im Nebenerwerb. Dementsprechend viele Möglichkeiten für „Urlaub am Bauernhof“ gibt es. Das Leben im Rhythmus der Natur, mit den Menschen und Produkten der Region, ist vor allem für den Nachwuchs ein abwechslungsreiches Erlebnis und eine wertvolle Erfahrung. Bäuerinnen und Bauern lassen sich dafür einiges ­einfallen – vom gemeinsamen Brotbacken über das Erlernen kunsthandwerklicher Fähigkeiten bis hin zu Abenteuer­ wanderungen.

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Lachend poltern Kinder zur Tür herein. Ihre Wangen sind rot vor Kälte. Sie schütteln sich Schnee von den Mützen und rennen hungrig in die Küche. Vorbei an goldglänzenden Kuhglocken mit neuen Riemen. Vorbei an einem Gemälde, das im Eingangsbereich des Bauernhofs daneben hängt. Alles ist neu hier. Nur das Gemälde nicht – es zeigt Bauernhöfe, eine Kapelle, eine Straßenlaterne und Wald. Auch der Hof, in dem es nun hängt, ist darauf dargestellt. Genau dieser Hof? Nein, das Bild hat eine schreckliche Geschichte. Heidi Schweizer hat es 1994 malen lassen und ihrem Mann

Johann zum dreißigsten Geburtstag geschenkt. An einem Freitag im September 2005, das jüngste der vier Kinder war noch ein Baby, brannte der Hof in der Parzelle Schwarzen bis auf die Grundmauern ab. Im Löschwasser schwamm ein Gemälde mit dem Gesicht nach unten. Heidi zog es heraus, löste es vorsichtig aus dem Rahmen, die Farben waren blass, aber noch da. Ihr Bauernhof existierte nur noch auf diesem Gemälde. Neun Familienmitglieder und das Vieh, welches zu dieser Zeit glücklicherweise auf dem Vorsäß war, mussten eine Herberge finden. Aber wenn Gott eine Tür zuschlägt, geht irgendwo eine andere auf. Durch die große Nachbarschaftshilfe fanden


G’hörig Wälderisch alle Familienmitglieder in zwei Wohnungen eine Unterkunft auf Zeit. Johann beginnt nach wenigen Tagen von modernen Wirtschaftsräumen zu träumen und Heidi gräbt einen geheimen Wunsch aus: Sie möchte Gäste beherbergen, wie sie das als Kind zu Hause in Schoppernau erlebt hatte. In Gedanken malt sie schon die Wände ihrer Ferienwohnungen aus: „Morgentau“ soll grün werden, wie die Hoffnung, und vier Personen Platz bieten, eine große Glasschiebetüre soll hinausführen auf eine sonnige Holzterrasse. Die Ferienwohnung „Bergblick“ soll in sanften Brauntönen leuchten und rollstuhlgerecht sein. „Sonnenaufgang“ ist der richtige Name für die dritte Wohnung. Heidi hört schon Frühstücksgeschirr klappern – frische

gleichgestellten Beruf haben will. Der Bruder nimmt ein Jahr Urlaub, um zu helfen. Johann fängt sofort an, Holz zu schlägern – 250 Bäume sind nötig für Wohnhaus, Stall und Heubergehalle. Einige Tannen bekommt er geschenkt. Die besten Pflöcke lässt er zu Schindeln spalten und trocknen. Im November beginnt der Aushub. Aufgeregt verfolgen Heidi und Johann, wie ihre Träume Wirklichkeit werden.

Birgit Rietzler, Dichterin im Bregenzerwald, stellt hier typisches „Wälderisch“, die lokale Mundart, vor

Subor ’butzot

Im Wold si ma übordoare süborle, hoßt as.

Im Bregenzerwald sei man außerordentlich reinlich, heißt es.

Und: Bim Butzo söt as oam enscht sin.

Und: Zum Putzen sollte man den nötigen Ernst haben. Mit am höttlato Butzhöttl faut ma drum

Als zur Schubertiade im Frühling die ersten Mauern aus dem Boden wachsen, wollen Gäste bereits Zimmer ­mieten. Heidi hat noch keine Ahnung vom Schreiben eines Angebots oder einer Reservierungsbestätigung. Laufend besucht sie Kurse und macht sich mit dem Computer vertraut.

gär ned escht a.

Mit einem lappigen Putzlappen fängt man ­deshalb gar nicht erst an. Weossod eor, was a

Butzhöttl-Party ischt?

Wisst ihr, was eine Putzlumpen-Party ist? Das ischt a Party för Lüt, wau för an ghöriga Butzhöttl ghörig eoz zahlod und doföar an Aubod lang umasus butz-goats seolb ­gmachots Züg eossod und trinkod und ’s dobi butz-luschtiga hind.

Das ist eine Party für Leute, die für einen guten Putzlumpen gutes Geld zahlen und dafür einen Abend lang saugutes Selbstgemachtes essen und trinken und es dabei sehr lustig haben. Winn as oas am näschto Tag halb butzt, well ma mit Butz und Schtiel alls geosso und trunko hat, wau ma oam uftischot hat, dinn faut ma am beschto glei a butzo, dinn wiod as oam wiedr butz-vögele-wohl.

Johanna, Aaron und Florian mit ihrem Vater Johann Schweizer

Wenn es einem am nächsten Tag sehr schlecht geht, weil man alles ausgegessen und ­getrunken hat, was einem aufgetischt wurde, dann fängt man am besten gleich an zu putzen. Dann wird man schnell wieder putzmunter wie ein Vögelchen. Winn numan in Schuohno übor da frisch-

Milch, Eier vom Stall, selbst gemachte Erdbeermarmelade, Bergkäse auf dem Tisch. Irgendwo lacht ein Kind, weil ein Kälbchen an den Fingern leckt, ein anderes darf auf dem Traktor mitfahren. Ein älterer Herrn läuft barfuß durch den Schnee, seine Frau fotografiert glitzernde Eiszapfen. Vielleicht wäre es überhaupt eine gute Idee, sich besonders um Gäste über fünfzig zu bemühen. Sie spricht ihre Wünsche laut aus. Johann unterstützt sie, findet es gut, dass sie einen ihm

Im Oktober 2006 ziehen die Kühe ein, im November die Familie, zu Silvester die ersten Gäste. Heidi liebt ihre neue Arbeit. Heute hat der Ferienhof ­Schweizer vier Blumen und vier Edelweiß – die höchste Auszeichnung für „Urlaub am Bauernhof“-Betriebe. Das Löschwasser hat den Himmel auf dem Bild zwar verwässert, aber trotzdem erinnert es Heidi und Johann Schweizer voller Stolz daran, dass sie in einem Jahr geschafft haben, was keiner für möglich hielt. Irmgard Kramer

butzoto Bodo tappot, dinkt minge Butzfrou: Deom söt ma doch grad oane butzo!

Wenn jemand in Schuhen über den frisch geputzten Boden spaziert, denkt manche Putzfrau: Dem sollte man doch wirklich eins hinter die Löffel geben! Dass trotz allom Butzo allad alls wiedr ­dräckig wiod, künnt ou deon gröschto Butzteifl butz-budl-varruckt macho.

Dass trotz allem Putzen immer alles wieder schmutzig wird, könnte auch den größten Putzteufel „putz-pudl-verrückt“ machen!

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Der Ferienhof der Schweizers hat vier Blumen und vier Edelweiß – die höchste Auszeichnung für „Urlaub am Bauernhof“-Betriebe

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Das Bunte – Pflicht im Weißen? Unserem Autor sticht diesmal die farbige Bekleidung der Pistenmode-Aficionados ins Auge. Was ihn an seine b ­ unten Zeiten erinnert Es muss mit dem Alter des Kolumnisten zu tun haben, dass ihm Sentenzen aus grauer Vorzeit einfallen, wenn ihm ein Thema aufgegeben wird. Graue Vorzeit und das Thema Pistenmode – wie passt denn das zusammen? Kinder sind verführbar durch Buntes,

und so wollten auch wir in grauer Vorzeit das Bunte haben, jedes Jahr neues Buntes, das Selbergestrickte wurde zähneknirschend übergezogen, und die Eschenski waren zwar Standard, aber schon kam Aufregenderes auf, aus Plastik, Metall und Fiberglas. Den penzenden Kindern gab die ­Mutter folgende Lebensweisheit mit: „Schau dir einmal die Fabrikanten­ kinder an. Die erkennst du daran, dass sie nicht nach der buntesten Mode angezogen sind. Die haben immer die ältesten Sachen, gerade weil sie sich jedes Jahr die neuesten leisten könnten.“ Ich befolgte den Rat; er war lehrreich, wenngleich wenig tröstlich. Da waren sie tatsächlich, die reichen Gören, in ausgewaschenen Anoraks, getragen in der dritten Generation, und auch ihre Väter genierten sich nicht, total außer der Mode daherzukommen, in Pluderhosen und Windjacken. Sie wetteiferten mit den Liftwarten, wer das weniger modische Gewand trug. Der Liftwart ist in der Regel ein ehrenwerter Landwirt – mein liebster trug den schönen Namen Liebreich –, der sich in der W ­ intersaison etwas dazuverdient. Gern trägt er im ledrigen Antlitz vergessene Sonnenbrillenmodelle. Ich habe den Verdacht, dass es nicht nur der Geiz der Bauern ist, der sie ­derart unmodisch daherkommen lässt. Vielleicht sind es die Seilbahngesellschaften, die Liftwarte dazu anhalten, sich möglichst unmodisch zu k ­ leiden, damit noch der am un-­buntesten gekleidete Tourist (in der Regel, obwohl kein Fabrikant, ich) sich damit trösten kann, dass es auf dem Hang noch ein paar Unmodischere gibt als ihn.

Eine Grafik des im Bregenzerwald geborenen Künstlers Tone Fink

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Das Bunte war und ist nicht nur Pflicht im Weißen, es dient auch als Erkennungszeichen: Rote Anoraks, das sind meist die feschen Teufel von der Skischule. Früher war drunter immer ein


Alphabet des Waldes roter Pullover mit aufgenähtem Bundesadler und man wusste, was so eine beadlerte Brust zu bedeuten hatte. Schutz war weniger angesagt in diesen Zeiten, Schönheit ging vor. Wie wir auf den Sesselliften zitternd froren in schwarzen, hautengen Stretchskihosen! Egal, Hauptsache, die wohlgeformten Oberschenkel zeichneten sich ab. Die Farbe blieb dem Anorak und der Mütze vorbehalten. Ja, ich gestehe, auch ich war ein Skilehrer, Hilfsskilehrer zwar nur, nicht staatlich geprüfter, aber den roten Anorak hatte ich, und wer wollte da schon genauer hinsehen, wenn die Form der Oberschenkel passte. Sind die Menschen schlauer geworden? In einem gewiss: Komfort geht vor, auch Sicherheit. Niemand friert mehr auf dem Lift. Dafür sorgen weltraumgetestete Materialien. Was mit der Beschleunigung und Glattpräparierung der Pisten und der Taillierung der Ski an Tempo dazukommt, auch für die, die es nicht beherrschen, kompensiert man mit Helm, Rückenschutz und dergleichen. Schon gibt es den Nostalgie­ski aus Esche, für harte Burschen gewiss auch mit Fangriemenbindung – Risiko muss sich wieder lohnen, notfalls mit Hals- und Beinbruch! Dafür lockt die Werbung: „Keine bunten Prints, kein Schnickschnack, nur pures Holz strahlt uns in einem Honigton freudig an.“ Dankbar gedenke ich angesichts dieses freudigen Honiggedöns der Folgen meiner unflexiblen Backen-­Seilzugbindung. Auf dem sogenannten Märzenfeld unweit des Vaterhauses in Bregenz bohrte sich der Ski nach einem Schanzensprung (gestandene Weite zirka vier Meter) in einen Maulwurfshügel und verpasste mir einen Bänderriss. Der Hausarzt schiente das Bein an Mutters Bügelbrett, sechs Wochen lag ich zu Hause und brachte mir in dieser Zeit selbst das Lesen bei.

Mit einer Sicherheitsbindung wäre ich vielleicht Analphabet geblieben und hätte niemals jene fantastischen Anzeigen zur Skimode lesen können, in denen immer wieder die Funktionalität der Sachen, die Intelligenz der Gewebe, das Systemische an der Körper­belüftung, die Hebung des Sicherheitsstandards betont wird. „Erst danach sollten Sie Ihren Blick aufs Design werfen!“ Selbst der Helm, an dessen Existenz seinerzeit nicht einmal Abfahrer dachten, wirkt zwar als Markenerkennungszeichen im Fernsehen, auf das der zusehende Patriot regelmäßig hingewiesen wird: „Der mit dem gelben Helm“ gewinnt immer. Aber die Begründung für den Helm lautet ganz anders: Er ist wärmer als eine Kappe. Niemals kalte Ohren dank Helm! Schließlich die Skischuhe. Das Herz bricht einem, wenn man sich ­zwischen Hard- und Softboots entscheiden muss. Nie wieder wird die Familie, vom Skitag im Bregenzerwald zurückgekehrt, in der Küche gemeinsam die klammen Zehen auftauen, nachdem sich endlich die vereisten Schnürsenkel gelöst haben. Damit wir uns nicht missverstehen: Ich erfreue mich des gestiegenen Komforts, man spürt weder Wind noch Wetter, der Schnee ist nicht kalt, der Sturz nicht mehr gefährlich, die Fingerchen immer rosig warm. Gott sei Dank vergisst man all das, wenn man wieder auf 2.000 Meter Höhe steht und ins Tal schaut. Mode hin, Technik her: Ein guter Schnee, ein feiner Hang, und man kommt dem Gefühl zu fliegen, zu schweben, den Körper fast schwerelos zu machen, ziemlich nahe. Das war in grauer Vorzeit so, das ist in bunter Gegenwart so: Es zählt nicht, wie man aussieht, sondern wie man fährt. Daran wird keine Pistenmode etwas ändern. Armin Thurnher

Reinhard Johler ist Bregenzerwälder und lehrt als Professor am Ludwig-Uhland-­Institut für Empirische Kulturwissenschaft der U ­ niversität Tübingen

Weiber sind keine Wieber Weiber – das ist im Bregenzerwald keine ­positive Bezeichnung. Sie meint ein wenig abwertend die Frauen von außerhalb des Tales. „­Wieber“ ­dagegen, im Dialekt ausgesprochen, sind die verheirateten Wälderinnen. Die ­unverheirateten ­heißen im vorderen und mittleren Bregenzerwald „Schmelga“, im hinteren „Motla“. In den Walser­gemeinden nennt man sie „Maigge“. Im Bregenzer­wald sind die „Wieber“ seit eh und je besonders wichtig. Das hat vielerlei Gründe. So waren sie vergleichsweise wenig in die bäuerliche Arbeit eingebunden. Im Stall fand man sie kaum und in der den Bregenzerwald dominierenden Alp- und Milchwirtschaft waren wenige Frauen beschäftigt. Nur beim Heuen war die Hilfe der Frauen unabkömmlich. Die „Wieber“ waren selbstbewusste Herrinnen des Hauses. Als ­Stickerinnen – später als „Stückleausschneiderinnen“ – sorgten sie für ein wichtiges Nebeneinkommen. Und als Wirtinnen waren und sind sie zentral für den Tourismus im Tal. Kein Wunder, dass diese „Wieber“ ihren Stolz seit eh und je beim sonntäglichen Kirchgang mit ihrer schönen schwarzen ­Bregenzerwäldertracht zum Ausdruck bringen. Der Legende nach hat diese Tracht den ­Wälderinnen einen heldenhaften Sieg eingebracht. Als schwedische Truppen im 17. Jahrhundert Vorarlberg besetzt hielten, versuchte ein kleiner Trupp plündernd den Bregenzerwald heimzusuchen. Dort waren Frauen und Mädchen, mit Sensen und Heugabeln bewaffnet, mutig in den Kampf gezogen. Die schwedischen Soldaten hielten die in weiße Juppen gekleideten Frauen für himmlische Wesen. So wurden sie auf der „Roten Egg“ geschlagen. Den Sieg nahmen die Wälderinnen als Geschenk des Himmels und gelobten, die nur den himmlischen Mächten zustehenden weißen ­Kleider in schwarze – die bis heute getragenen ­Trachten – zu tauschen. Seither wird den Wälderinnen beim Opfergang in der Kirche das Recht zugestanden, vor den Männern zu gehen. Und die „­Wieber“ in Bregenzerwäldertracht haben nicht zufällig ihren Männern diese Geschichte oft und mit Stolz erzählt. Deswegen wird das nächste Mal auch von der Tracht die Rede sein.

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Aus Wolle eine Welt Filzen kann die Seele entlasten wie bei jener Filzerin, die ihre Wut auf die Schwiegermutter in Filzpatschen hüllte

Marianna Moosbrugger vereint in ihrer Filzwerkstatt fünf Gewerbe, begeistert den Architekten Peter Zumthor, wird in Zürich geschätzt und gibt ihr Wissen weiter „Manchmal ist Arbeiten auch einfach: ein bisschen nach­ sinnen, schauen und ruhig dasitzen.“ So sitzt sie auf einer Bank in einem hellen Raum, neben einem riesigen Regal, das überquillt vor Farbe: Wollknäuel in Senfgelb, Eigelb, Sonnengelb, ­Schichten in Petrol, Dunkelblau, Grün, verschiedene Rottöne. Satte, warme, weiche Farben, lose Wollbälle, in die man gerne die Hände stecken möchte, dann die Arme und die Nase. „Ich mag die Nähe zur Wolle“, sagt Marianna Moosbrugger, „ich brauche aber auch Distanz.“ Der Liebe wegen ist Marianna Moosbrugger einst von Egg nach Au gezogen. „Da denkt man, das ist eh nur innerhalb des Bregenzerwaldes, aber es sind verschiedene Welten.“ Sie fühlte sich fremd ‚dohinna‘, im hinteren Teil des Tales, zudem war ihr Mann beruflich viel unterwegs. Sie suchte Anschluss und Beschäftigung. „Es war eine Nachbarin, die mir riet, einen

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Filzkurs in der Schule zu besuchen.“ Also wurde zu Hause im eigenen Waschbecken experimentiert. Sich Wissen zu diesem alten Handwerk anzueignen, war Anfang der Neunzigerjahre schwierig. Internet gab es noch nicht und auch keine Bücher zum Thema. Filzen war noch lange nicht in Mode. Irgendwie hat Moosbrugger dann von Filztreffen in der Schweiz erfahren. „Ich bin nach Lugano gefahren für ein Wochenende. Jedes Jahr folgten weitere Kurse. Im Dorf bin ich damals als schräger Vogel angeschaut worden. Mein Mann hat mein Tun aber immer gutgeheißen und ich habe weitergemacht. 2000 schließlich habe ich mit einer dreijährigen Filzausbildung in Dänemark begonnen. Dort ist es ein angesehenes Handwerk und es gab für jedes Jahr einen anderen Schwerpunkt. Danach hatte ich genug. Kein Filz. Keine Wolle. Abstand für ein ganzes Jahr.“ Dann war klar: Entweder ganz oder gar nicht. Eine Werkstatt musste her und ein Gewerbe sollte angemeldet werden. Die Werkstatt zu bauen war einfach, „ich musste nur meinen Mann überzeugen, dass wir, sollte die Sache schiefgehen, den ausgebauten Keller als Alterswohnung nutzen

könnten“ – aber das Gewerbe anzumelden, entwickelte sich zum Spießrutenlauf. „Ich wurde von einem Amt zum nächsten verwiesen, von der Arbeiterkammer zur Wirtschaftskammer und zurück. Niemand fühlte sich zuständig. Die einen sagten, wenn ich ­Patschen fertige, benötige ich den SchuhmacherGewerbeschein, die anderen, wenn ich Ledersohlen anbringe, den Lederverarbeiter, den Damenschneider für Schals, den Hutmacher für Hüte und so weiter. Da habe ich aufgegeben. Zwei Jahre später, also vor fünf Jahren, habe ich mir gedacht: Ich will legal als freischaffende Filzhandwerkerin in Vorarlberg arbeiten, das muss doch möglich sein. Ich hab nochmal angerufen. Wieder musste ich warten. Irgendwann landete ich bei einer Sekretärin und erzählte ihr von meinem Anliegen. Sie meinte, sie werde sich darum kümmern. Ich dachte, es werde nun wieder nichts geschehen, aber binnen einer Woche war mein Gewerbe angemeldet. Die Sekretärin hatte bereits vor Jahren bei mir Filzsachen gekauft, sie hat das möglich gemacht.“ Seither bietet Moosbrugger in ihrer Werkstatt Filzprodukte aller Art zum Verkauf und Kurse nach Anfrage an. Herz und Hände schlagen beziehungsweise reiben und rollen aber vor allem


und Hüte, die inzwischen auch in einer exklusiven Kunst-Boutique in Zürich zu haben sind und gebe Erfahrung weiter.“ Filzen ist für Marianna Moosbrugger Beruf und Entspannung zugleich. „Manchmal hole ich mir hier in der Werkstatt auch einfach Kraft. Ich kann dann eine Auszeit vom Denken nehmen“. Oder man kann der Wolle auch so manche Gedanken einfach überlassen. „Ich hatte einmal eine Kursteilnehmerin, die machte Patschen für ihre Schwiegermutter. Als sie fertig war, meinte sie, sie sei nun ihre ganze Wut auf sie losgeworden. Die sei nun gut verpackt im Filz.“ Carina Jielg

Nach Kursen in Lugano und einer dreijährigen ­Ausbildung in Dänemark beherrscht Marianna ­Moosbrugger ihr Handwerk meisterlich

Wink aus Wien

für jene Dinge, die sie selbst entwickelt und bei Ausstellungen und Messen präsentiert. Kunst-Stücke eben. Riesige, voluminöse, braunweiche, bauchige Vasen etwa. Oder Lampenschirme aus stark gekräuselter englischer Wolle. Die hat der Schweizer Architekt Peter Zumthor gesehen und für sein eigenes Wohnhaus gekauft. „Er wollte, dass ich weitere Lampen für eine italienische Designfirma herstelle – quasi serienmäßig. Das hätte wohl viel Ruhm und Geld gebracht, aber ich habe mich dagegen entschieden“, erzählt Moosbrugger. „Lieber lasse ich mir immer wieder etwas Neues, Eigenes einfallen und bleibe hier bei meiner Wolle. Mache Patschen

Bernhard Böhler aus Bizau ist Direktor des Dommuseums in Wien. Er spannt den Bogen ­zwischen Hauptstadt und Bregenzerwald

Ein Staatsmann aus dem Wald In der Josefstadt vor der nach Plänen des Barockbaumeisters Johann Lucas von Hildebrandt erbauten Piaristenkirche liegt der JodokFink-Platz. Jodok Fink (geboren 1853 in Andelsbuch und gestorben ebendort 1929) kann als eine der größten politischen Begabungen ­gelten, die der Bregenzerwald jemals hervorbrachte. Als neuntes Kind einer Bauernfamilie geboren, schloss er sich später der Christlichsozialen Partei an. Nach Stationen in der Gemeinde- und Landespolitik wurde er 1897 Mitglied des Abgeordnetenhauses des Reichs­ rates in Österreich-Ungarn. Während des Ersten Weltkrieges war er als Direktor des k.k. Amtes für Volksernährung für die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln verantwortlich. In „Deutschösterreich“ avancierte er zum Vizekanzler. Während Staatskanzler Karl Renner von Mai bis September 1919 die Friedensverhandlungen in St. Germain führte, nahm Fink die Regierungsgeschäfte in Wien wahr und bemühte sich um einen Ausgleich zwischen den Parteien. Noch lange nach dem Bruch der großen Koalition im Juni 1920 und dem Verlust seiner Regierungsfunktion konnte Fink als „Ministermacher“ im Hintergrund die Fäden ziehen. Im Gegensatz zum konfliktorientierten Ignaz Seipel, der von 1921 bis 1930 Obmann der Christlichsozialen Partei und während dieser Zeit auch mehrfach Bundeskanzler war, galt Fink als „Brückenbauer“ über alle ideologischen Grenzen hinweg – dies, obwohl sich die politische Situation in Österreich infolge häufiger Regierungswechsel im konservativen und deutschnationalen Lager und instabiler parlamentarischer Mehrheiten zunehmend radikalisierte. Was seinen Charakter auszeichnete und für jenen des Bregenzerwälders gleichsam prototypisch erscheint, waren seine Bescheidenheit und seine Geradlinigkeit. Er war kein gewaltiger Rhetoriker, aber jedes seiner Worte hatte Gewicht. Vor allem besaß er das bemerkenswerte Talent, in schwierigen, noch so verwickelten politischen Fragen eine erstaunlich einfache und zweckmäßige Lösung vorzuschlagen.

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Das HMBC-Tagebuch Andreas Broger, Mitglied des aus dem Bregenzerwald stammenden Holstuonar­musig­ bigbandclubs, schreibt ein Tagebuch der Band, aus dem wir hier Auszüge bringen 13. Jänner

Erster Gig im neuen Jahr: Im Komma in Wörgl. Ich, Batle, Phil und Stefan Höfel fahren im Zug von Wien nach Wörgl. Die Stimmung gut, wir nüchtern und ausgeruht, der Zug voll. Allerhand Diskussionsbedarf (Zimmer für Familie, Zimmer für Freundinnen etc.)

15. Jänner, 0.30 Uhr

Fahrt um 10.30 nach München. 2 Stunden Probe für unser Kinderkonzert am Sonntag. Ein technisches Problem mit unserer neuen Funkanlage, so dass der Soundcheck erst Stunden später stattfinden konnte und Martin wieder ziemlich fertig war. Beim Konzert war alles reibungslos. Die Leute waren sehr nett im Volkstheater. Das Konzert war echt witzig. Wir waren bester Laune. Jetzt sind wir gespannt, wie unser Kinderkonzert morgen ankommt!

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16. Jänner

Das Kinderkonzert war super, danach gemütliches Kaffeetrinken mit allen außer Philipp. Wir brauchen dringend eine Jahreshauptversammlung! Ich, Stefan und Martin fahren noch in der Nacht nach Hause, der Rest bleibt in München und fährt am nächsten Tag nach Wien. Ich komme um 3 Uhr in Mellau an, bei minus 12 Grad …

20. Jänner, 16 Uhr

Gestern Nürnberg, heute Bamberg, morgen und übermorgen St. Ulrich in Greith (in der Steiermark). Das Konzert gestern war gut. Heute machten wir in Nürnberg eine Videoaufnahme für die „Taschenkonzerte“. Mittlerweile ist es unmöglich, als Außenstehender im Bandbus mitzufahren und alles zu verstehen, was da geredet wird. Dafür gibt es schon zu viele selbst erfundene Wortkreationen, die nur wir verstehen. Wir haben tolle Angebote für Rom und Bremen. Der einzige Diskussionspunkt war, ob wir fahren oder fliegen sollen. Außerdem haben wir die Probentermine reserviert und einen Termin für die Jahreshauptversammlung gefunden. Noch dazu ist die Stimmung in der Band sehr gut!


27. Jänner, 16.15 Uhr

Bin im Zug von Wien nach Innsbruck. Obwohl wir zu dritt von Wien unterwegs sind, sitzt jeder in einem anderen Zug. Gestern hatte ich ein gutes Gespräch mit Philipp. Wir haben ein Angebot aus dem Kosovo. Ich freue mich schon auf heute, das Konzert in Innsbruck ist ausverkauft. Ich hatte Mühe, meine Verwandten auf die Gästeliste zu bekommen.

22. Februar

9. Februar

Wir proben im Studio, damit wir noch die Kaiser-Hymne aufnehmen können. Guildo Horn wird sie singen. Kurz proben wir auch Philipps neue Nummer, die super ist, aber wir können uns noch nicht auf ein Arrangement einigen.

Aufzeichnung von „Wir sind Kaiser“ im Odeon in Wien. Bei der Durchlaufprobe gibt es Probleme: Alle Jingles sind laut Regisseurin zu lang und ­müssen gekürzt werden. Laut Rudi Roubinek hätten sie max. 30 Sekunden dauern sollen, jetzt max. 10 Sekunden. Wir kürzen noch in der Durchlaufprobe und müssen uns danach gemeinsam Spickzettel schreiben, damit wir uns die gekürzten Versionen merken können. Jetzt sind alle noch nervöser als vorher wegen der ­Sendung. Alles klappt und danach brauchen wir alle erstmal was zu trinken. Kaiser-Darsteller Robert Palfrader setzt sich zu uns und der Abend wird noch ziemlich lang …

Fotos: holstuonarmusigbigbandclub

7. Februar

Proben für „Wir sind Kaiser“. Endlich klappt es, nachdem wir schon öfters absagen mussten. Wir wurden genau instruiert, wie unser musikalisches Programm auszusehen hat. Wir versuchen alles so gut wie möglich zu machen, unsere eigenen Sachen können wir deshalb kaum proben.

15. Februar

Jahreshauptversammlung bei Stefan. Wir müssen uns neu einigen wegen der Gagenverteilung. Als das vorbei ist, gibt’s Sekt, weil wir alle froh sind, dass wir nicht mehr übers Geld reden müssen.

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Vom W盲lderhaus lernen Der Installateur Siegfried Steurer hat sich im Bregenzerwald einen Namen als Energiepionier gemacht

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Das alte Wälderhaus von ­Siegfried Steurer in Schwarzenberg – mit ­fachlichem Rat und viel Eigenarbeit saniert. Die Fassade wurde gedämmt und mit neuen Schindeln versehen

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„Heute lese ich in der Zeitung zur Zukunft der Technik im Haus von ‚modernen Heinzelmännchen‘: Automatisierung, Handy-Steuerung, Smart Houses, die Häuser übernehmen das Denken – das sind Märchen für Fortgeschrittene!“ Man begegnet ihnen im Bregenzer­wald immer wieder: Menschen, die sich mit eigenen Ansichten und starker Überzeugung an die Arbeit gemacht haben, dafür ­belächelt wurden und heute als Pioniere anerkannt sind. Als Siegfried Steurer beim Vater als Installateur anfing, ging man vom Schwarzenberger Zuhause zu dritt auf Montage. Heute steht er einer ­18-köpfigen Belegschaft vor. 2008 wurde sein neues Geschäftshaus ­fertig – verkehrsgünstig an der Hauptstraße der ­Talschaft gelegen: Lager, Werkstatt und Büro. Seit zwanzig Jahren ist Steurer seiner Leidenschaft für Haustechnik treu. Schon früh erkannte er Energie als Zukunftsthema und begann, es für sich zu entfalten. Anfangs schulten ihn die Baustellen, später zahlreiche Fortbildungskurse über den aktuellen Stand der Technik. So wurde er zum Experten und durch den Mut des Tüchtigen zum führenden Pionier auf dem Gebiet Heizung, Lüftung und Sanitär. Er hat in dieser Zeit all die ­Wellen energietechnischer Entwicklungen erlebt, angefangen bei den Solarkollektoren, dann Biomasse, Wärmepumpen, ­kontrollierte Lüftung und die Photovoltaik. „Auch wenn es im Berufsalltag oft untergeht, es hat sich viel getan. Der Energieverbrauch ist sehr deutlich gesunken.“ Sein Jahresarbeitspensum umfasst etwa 70 Wohnhäuser, eine ­Handvoll Wohnanlagen und Gewerbebauten. Dazu kommen zahlreiche Sanierungen. Auch ungewöhnlich große

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Die ehemalige Tenne ist mit ­Vorraum, Küche, Essplatz und großzügiger ­Verglasung zum Garten im Süden der neue Lebensmittelpunkt im Haus

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Projekte werden bewältigt. Planung und Ausführung liegen in einer Hand, bei aller Professionalität darf sich keine Routine einschleichen. Jedes Projekt ist eine Herausforderung und wird von Grund auf durchdacht. Typisch für einen Wälder: Siegfried Steurer hat die Bodenhaftung bewahrt.

hinreichend Komfort soll es bieten. „Man hat’s ja zum Leben, das ist der Reiz hier – die Kinder huschen raus und rein. Hier liegt nicht alles im rechten Winkel und die Sachen kriegen Lebensspuren – das war ja vor uns schon so, das alte Holz hat da einiges zu erzählen.“

Damian, Jelena, Julian, Samira und Tatiana mit ihren Eltern Siegfried Steurer und Veronika Dietrich in ihrem Bregenzerwälder Haus Dazu passt – und überrascht dann doch: Er bewohnt mit seiner Frau und fünf Kindern ein altes Wälder Bauernhaus am Waldrand. Vor einigen Jahren hat er es erworben, mit fachlichem Rat und viel Eigenarbeit saniert. Der Strickbau des Wohnteils blieb erhalten, die Fassade wurde gedämmt und mit neuen Schindeln versehen. Dach, Tenne und den Bergeraum über dem alten Stall hat Steurer neu aufgerichtet. Die ehemalige Tenne ist mit Vorraum, Küche, Essplatz und großzügiger Verglasung zum Garten im Süden der neue Lebensmittelpunkt im Haus. Der vormalige Bergeraum dient als Reserve für später. Zur Begrüßung entschuldigt Steurer manch Unaufgeräumtes – die Frau sei für einige Tage auf Fortbildung und der Familienvater stoße halt an seine Grenzen. Doch selbstverständlich finden sich ein sonniger Platz und Ruhe für ein Gespräch. Gebrauchen müsse man es doch erstmal, das Haus, und

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So ist das mit Pionieren wie Steurer: Selbstdenker sind es, die vom eigenen Erleben ausgehen. Von daher stammen seine Grundsätze: Sorgsam mit Ressourcen umgehen. Keine Energie verschwenden. Und wie damals ruft er auch heute noch Staunen hervor, wenn er „Unerhörtes“ ausspricht: „Wir erleben einen Zwiespalt. Deutlich weniger Heizenergie wird mit immer teureren Apparaten zur Verfügung gestellt. Die Häuser brauchen ein Drittel der Energie, die Technik ist um 20 bis 40 Prozent teurer. Energie sparen reicht nicht, man will noch Energie verkaufen. Das geht an dem vorbei, was ein Haus sein soll. Dabei ersticken die Leute an den Kosten für ein einfaches Haus.“ In den Köpfen sei einiges in Unordnung geraten. Schon die Begriffe und wie damit umgegangen wird zeigten das an: „Passivhaus, +Haus, ­Minergie-Haus, 3-Liter-Haus – jeder kommt mit was anderem daher. Wenn

ich entsprechend installiere – auf dem Dach, im Garten –, erziele ich freilich tolle Werte. Das ist aber keine Kunst. Bei vielen der gepriesenen Häuser weiß ich als Installateur schon bei der Besichtigung: Damit ist’s nicht weit her. Da werden die guten Werte einer Wand gegen riesige Glasflächen aufgerechnet – doch im Gesamten und tatsächlich gemessen liegen die Werte eines Hauses über dem, was versprochen wurde. Das ist weit verbreitet und fast eine Mode.“ Und es wird noch mehr versprochen: „Heute lese ich in der Zeitung zur Zukunft der Technik im Haus von ‚modernen Heinzelmännchen‘: Automatisierung, Handy-Steuerung, Smart Houses, die Häuser übernehmen das Denken – das sind Märchen für Fortgeschrittene! Ich halte das für einen Wahnsinn. Mein Ziel hingegen lautet: Je einfacher, desto besser. Ein gutes, dichtes Haus mit Komfort und schlanker Technik. Richtige Größe, nicht jeder Raum gleich warm, der Keller kalt. Große Fenster zur Sonne hin und die anderen bescheiden wie im Wälder­haus. Dann ist die Haustechnik um eine Welt einfacher und günstiger.“ Die Architektur eines Hauses spielt also eine große Rolle – und der Baustoff. „Die Debatte um den ­LifeCycle Tower bringt Impulse und ­wichtige Fragen nach Stoffen und ­Energieströmen. Dabei liegt Holz ziemlich gut. Auch im Betrieb: Bei uns ist Stückholz durchaus ein Thema – damit könnten wir uns von langen ­Energieströmen abkoppeln. Auch stellt sich die Frage: Brauchen wir alles, was uns angedient wird? Da ist sie wieder: die Frage nach den Ansprüchen.“ Die Zukunft? „Der Verbraucher muss sein Wunschprogramm richtig ein­stellen. Nach einem halben Berufs­leben als Pionier meine ich: ­Innovation ja! Aber auch den gesunden Menschen­verstand einschalten und weg von übertechnisierten ­Systemen! ­Einfach auch von einem Wälderhaus ­lernen – bei heutiger Bautechnik würde ein Kachelofen mit Solar­boiler ausreiFlorian Aicher chen.“


Tatjana und Damian beim Kachelofen in der Stube

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Inspektor Ibele jauchzt in der Krone Au Unseren Inspektor Isidor Ibele von der Kripo Bregenz hat es diesmal nach Au verschlagen, wo er in der Krone einkehrt

Ibeles Feuer Eine Geschichte vom Erben

Es war natürlich alles andere als ein Unfall. Das weiß Kriminalinspektor Isidor Ibele. Seine Erfahrung sagt es ihm ebenso wie die Faktenlage. Ein Unfall schaut nicht nur anders aus, ein Unfall hat auch eine andere Geschichte. Jetzt aber ist Isidor Ibele von der Kripo Bregenz froh, wieder herunten zu sein im Tal. Wahrlich anstrengend genug war die unfreiwillige Kletterpartie über die Klüfte und Grate der Mittagsfluh. Nach sechs Stunden Stapferei durch meterhohen Schnee fallen dir ganz von selbst Alternativen noch zum romantischsten Naturschauspiel ein.

Den Winter austreiben? Ist das nicht irgendwie Schnee von gestern? Funkenhexen gegen Schneekanonen? Das ergibt genau so wenig einen Sinn wie die eigenartigen Testamente, die im Ländle seit Monaten auftauchen und Richtern, Rechtspflegern und Anwälten zu so riesigen wie dubiosen Erbschaften ­verhelfen. Schließlich passiert am Funkensonntag das Unglaubliche. Inspektor Ibele stößt bei ­seinen Ermittlungen auf Geständnisse, die mehr ­Verwirrung als Klarheit bringen. Und er trifft längst verschollene Bekannte. Eine Funkenhexe, die keine ist, ein Toter in der Karrenseilbahn und eine Museumsbahn im Schneechaos halten Ibele auf Trab. Ein breit gefächertes Panorama allzu menschlicher Leiden­schaften und Sehnsüchte breitet sich vor dem philosophierenden Inspektor aus. ­Zwischen Modedesignerinnen, frustriertem Geldadel und abgehalfterten Playboys sucht Ibele nach der Lösung des Rätsels. Was aber ist eine ­vegetarische Metzgerei? Peter Natter wurde 1958 in Alberschwende geboren. Studium der Philosophie und ­Romanistik in Wien und Tours. Philosoph, ­Proustianer, Lektor. Nach dem belletristischen Erstling „Die Axt im Wald“ ist „Ibeles Feuer“ sein zweiter Roman. Hardcover | Schutzumschlag 13,5 x 21,5 cm | 144 Seiten ISBN 978-3-99018-044-0

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Schon taucht der rote Turm des so schmucken wie wehrhaften Auer Kirchleins auf. Direkt daneben befindet sich Ibeles Ziel: die Krone in Au. Vor der Tür wartet bereits der Wirt, Walter Lingg, einer, der von sich behauptet, es gerne zu tun. Worum es sich auch handeln mag: Man glaubt ihm auf den ersten Blick. So viel gelassen Weltmännisches, so viel bodenständige Eleganz zwischen den von allen Seiten heranrückenden Felswänden tun extrem gut. Ibele wird die Nacht im Reich der Familie Lingg verbringen. Damit gewinnt er ein schönes Stück Zeit, in erster Linie aber freut er sich auf die Inspiration, mit der er in der Krone rechnen darf. Auch wenn der große Naturbadeteich, den Ibele von einem Sommeraufenthalt her kennt, in winterlicher Starre liegt, und der Inspektor, weil gerade nicht Freitag ist, auf den Genuss eines Orgelkonzerts in der barocken Kirche verzichten muss, wartet dennoch jede Menge Wohlsein auf seinen strapazierten Körper und die nicht minder malträtierte Seele.

Der besänftigende Effekt stellt sich ein – lange bevor sich Ibele darum zu bemühen braucht. Nach wenigen Minuten in der Obhut all der liebenswürdigen jungen Damen und Herren, die Birgit und Walter Lingg zur Seite stehen, ist sich Ibele zu seiner Überraschung dessen bewusst, wie schnell er seinen Alltag hinter sich gelassen hat und zum Gast geworden ist. Dazu trägt die Architektur der Krone ihren Teil bei. Erstaunlich, wie hier die Proportionen und die Materialien stimmen und wie ausgewogen die Balance zwischen Ausblick und Einblick, zwischen großzügigen Räumen und stillen Winkeln gehalten ist. Obwohl die Sonne längst hinter den mächtigen Bergen verschwunden ist, flutet durch riesige Fenster viel Licht in die Halle. Licht von unbeschreiblichem Glanz. Droben, in der weitläufigen Lounge im ersten Stock, in die Walter Lingg seinen Gast entführt, um ihm die Geschichten der Talschaft zu erzählen, knistert das Kaminfeuer, erfüllen gedämpfte Gespräche der auf eleganten Möbeln oder alten Wälder-Sofas ruhenden Müßiggänger den Raum. Nach dem ständig auf Konfrontation ausgerichteten Tagewerk tut Ibele diese Atmosphäre, in der sich Vertrauen, Gemütlichkeit und Wohlbehagen vermischen, unendlich wohl. Wie eine alte Haut löst sich nach und nach das Tretmühlenhafte von Beruf und Alltag von ihm; übrig bleibt Ibeles philosophische Ader. So gewinnt der Inspektor mit jedem Schritt, den er bald darauf in Richtung Krone Sky Spa unternimmt, um dort herauszuschwitzen, was sich wieder einmal an Ballast in ihm angesammelt hat, an Fröhlichkeit, an Weltvertrauen und Lebensmut. Umso mehr, als er sich zuvor im Hallenbad mit einigen zügig geschwommenen Längen das Gefühl für sich selbst zurückgeholt hat. Natürlich ist es dann schon spät, als er auf der Liege aus traumreichem Schlaf erwacht, wo


Felder und Wälder Birgit Feierl-Giedenbacher schreibt über den ­berühmtesten Autor aus dem Bregenzerwald, Franz Michael Felder.

Felder über den Winter

Einen Pernod vor sich, träumt Inspektor Ibele in der Bar der Krone in den Abend hinein er sich gerade ein halbes Stündchen seligen Schlummers erwartet hat. Und natürlich weiß er spätestens jetzt, wo am nächsten Morgen der Hebel anzusetzen ist. Denn es war kein Unfall! Da erinnert sich der frankophile ­Isidor an den Pernod. Er war als

Aperitif-Empfehlung dem fünfgängigen Abendmenü vorangestellt. Und spätestens das unbeschwerte Geplapper der Gäste in der kleinen Bar, unter ihnen auffallend viele und muntere Franzosen, hebt ihn weit hinaus über seine letzten Grübeleien – dorthin, wo eine Krone schwebt. Peter Natter

In Felders Erzählungen werden die Winter im Bregenzerwald als schneereich und bitterkalt beschrieben. Eingeläutet wird er von „heftigen Stürmen“, die „mit immer mächtigerer Stimme“ das Ende des schönen Herbstes verkünden. Dann aber zieht, mit der Schneedecke, Stille ein und das Feld „mit all seinen Hügelchen und Gräben glich einer großen, mit weißem Moos bedeckten Ebene“: „Bei jedem Fußtritt fallen hundert und tausend der von der Kälte in den Schnee geschnittenen Rosetten und den Eisfiguren in den Fenstern ähnliche Gebilde knisternd und klirrend zusammen. Das war dann aber auch so ziemlich alles, was man hörte, denn die Bäche schlichen unter der eisigen Decke geräuschlos dahin und Menschen und Tiere waren froh, daß sie in ihren Wohnungen bleiben konnten“, lesen wir in einem Roman Felders. Die Winter dauern lange und die ­Vorräte, die das Jahr über angehäuft wurden, müssen nun Mensch und Vieh durch die karge Zeit bringen: Am 28. November 1866 schreibt Felder in einem Brief: „Die Wege sind verschneit (in unserm Dorf hat’s 4 Fuß Schnee)“; einen Brief vom 29. März 1865 schließt er: „Erfreue bald mit einer Antwort Deinen mit Schnee umgebenen, von Heukummer geplagten, abgemagerten, nur in der Treue starken Freund.“ Andererseits findet Felder aber in genau diesen langen und dunklen Stunden jene Zeit, in der er lesen und seinen Schreibarbeiten nachgehen kann. Der Schriftsteller mit der großen Beobachtungs- und Formulierungsgabe vergisst aber auch nicht darauf hinzuweisen, dass die lange Arbeitspause, die den fleißigen Bauern durch den Winter zwangsweise auferlegt wird, sich mithin als kommunikative und soziale Bewährungsprobe entpuppt: Zwar habe man „Zeit, über vielerlei nachzudenken und zu reden, aber auch mancher Hauskrieg entsteht zwischen ­Eheleuten, die, als sie sich ewig banden, nicht an den Winter dachten, sondern nur prüften, ob Hofstatt sich zu Hofstatt finde, und denen nun das Gemüt mit dem tränennassen Schnupftuch durch all die schönen Verstandsrechnungen ­hindurchfährt.“

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Leben am Berg Sie hat von der großen Welt geträumt und auch viele ihrer Orte bereist – doch um der Familie willen ist Berghild Innauer im Wirtshaus am Sonderdach geblieben Ich möchte euch die Geschichte vom Sonderdach erzählen, einem, nein, dem Ort meiner Kindheit. Mindestens zweimal im Jahr konnte ich hier einige Tage Ferien verbringen. Im E ­ lternhaus meines Vaters, der Sonnalp. Hier durfte ich wach bleiben, bis mir die Augen zufielen, am Abend mit m ­ einen ­Freunden durchs frisch gemähte Heu tollen und mit dem Geschirr ­meiner Großmutter und den Zutaten von ­Mutter Natur kochen – auch wenn es nicht wirklich essbar war. Das Sonderdach in einer alten Ansicht: das Haus rechts unter der Gondel ist Innauers Mein Vater hat mir Geschichten von einem kleinen Füchschen erzählt und manchmal, wenn es am Abend ganz still wurde am Sonderdach, habe ich sie gesehen, die Tiere aus dem Wald, ob Reh, Fuchs oder Hase. Wildkatzen habe ich versucht zu zähmen, ohne Erfolg. Raupen haben wir ­gesammelt, schwarz-orangefarbene. Vor den Bergmulchen hatte ich Angst, aber mein Bruder fing sie ein. Bei Regen haben wir große Schnecken geholt. Im ­Winter hatten wir eigene Pisten und ­Schanzen. Ich war ängstlich, bin nie gesprungen – aber gern habe ich dem Vater bei seinen Kindheitsgeschichten zugehört, wie er hier mit Toni Innauer Schanzen gebaut hat. Sogar über Hausdächer konnten sie springen. Es sind Kindheitserinnerungen, unbeschwerte, vom Sonderdach. Das ist ein kleines Vorsäß über Bezau und die Mittelstation der Sonderdach-Bahn zur Bergstation Baumgarten. Im Mai beziehen einzelne Bauern für vier Monate im Jahr ihre urigen Vorsäßhütten. Und ein Restaurant gibt es hier auch, geführt von der Schwester von Toni Innauer, Berghild. Obwohl das Sonderdach nur per Seilbahn

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erreichbar ist – ich weiß, kaum vorstellbar in der heutigen Zeit – wohnt Berghild ganzjährig hier oben. Früher gab es zwei Wirte hier oben: den Innauer und den Broger,­meinen Großvater. Die beiden haben um die Touristen gekämpft und waren lebenslang zerstritten. Heute ist die Sonnalp, wo einst Konrad Broger seine Gäste mit rauschenden Festen und seiner Ziehharmonika unterhalten hat, eine Unterkunft für Selbstversorger.

Auch Berghild erinnert sich ihrer Kindheit: Ihre Eltern arbeiteten hart. ­Zwischen den Pensionsgästen blieb nicht viel Zeit für die Familie. ­Hektisch war es, daher hat sie selbst in ihrem Zimmer Bücher verschlungen, um dem stressigen Alltag ihrer Familie zu entgehen. Eine Krankheit ihrer ­Mutter brachte sie dazu, im Gasthaus die Lehre zur Kellnerin zu machen und es dann in den Neunzigerjahren selbst zu übernehmen. Davor war sie ein Jahr im Ausland, Au-pair in Paris und quer

Das Berghaus Innauer von Alois Innauer gibt es noch immer, seine Tochter Berghild bewirtet nun hier. Mittwoch ist Ruhetag, an allen a ­ nderen Tagen verwöhnt sie ihre Besucher mit traditionellen Speisen. Viele Gerichte hat ihre Mutter eingeführt, als sie noch in der Küche regierte. Für Berghild sind sie auch heute nicht von der Karte wegzudenken. Die ­traditionelle Bregenzerwälder Hafersuppe etwa. Aber auch ein einfaches Wienerschnitzel tischt sie ihren Stammgästen auf – und jenen Besuchern, die seit der Errichtung der neuen Seilbahn vermehrt den schönen Ort entdecken.

Berghild Innauer und ihre Schwester Anna in der Küche des Gasthauses


Stärke bis heute. Täglich tut sie ihre Arbeit, auch wenn sie sich selbst nicht als perfekte Wirtin sieht. Früher hat sie jeden November große Reisen unternommen, um Abwechslung zu genießen. Heute liest sie und unternimmt an freien Tagen mit ihren Freundinnen Berg- und Langlauftouren. Eine meiner besten Erinnerungen an meine Kindheit auf dem Sonderdach ist der Duft von Berghilds hausgemachtem Strudel. Topfenstrudel und Apfelstrudel mit viel Vanillesauce – bis heute habe ich sie in der Nase. Manchmal durfte ich zu ihr hinüberlaufen und mir ein Stück Torte kaufen. Die Prinzregententorte ist mein Liebling. Berghild hat mir erlaubt, das Rezept zu verraten, auch wenn man diese himmlische Süßigkeit am besten auf ihrer Sonnenterasse genießt. Milena Broger

Koch-Tipp:

Berghilds Prinzregententorte: Ein Stück Tortenbiskuit: 5 Eier getrennt / 100 g Kristallzucker / 100 g Staubzucker / 200 g Mehl / Vanillezucker / 1 Messerspitze Backpulver / 9 EL heißes Wasser

Aus dem Eiklar und dem Kristallzucker einen festen Schnee schlagen. Die Eidotter mit ­heißem Wasser so lange schaumig schlagen, bis eine feste, schaumige Masse entsteht. Den Staubzucker und Vanillezucker unter die Dottermasse rühren. Mehl und Backpulver ­sieben und vorsichtig mit dem Eischnee unter die Masse heben. In einen gefetteten und gestäubten Tortenring füllen und bei 180 °C backen. Auskühlen lassen und in 6 dünne Böden teilen.

Berghild Innauer beim Backen ihrer legendären Prinzregententorte durch Frankreich unterwegs, ehe sie auf das Sonderdach zurückkehrte. Ihre Geschwister haben ihre Pläne verwirklicht und sind schon in ­jungen Jahren talwärts gezogen. „Meine Schwester Waltraud wollte Kindergärtnerin sein, mein Bruder Sigi war Koch in der Gams in Bezau und genoss das

Dorfleben. Und der Toni war Sportler.“ Für ihre Schwester, ’s Annele, die seit der Geburt am Down-Syndrom leidet, blieb das Sonderdach die Heimat. Berghild pflegt ihre Schwester und ermöglicht ihr so, auf dem Sonderdach zu leben. Man muss schon stark sein, um seine Jugendpläne der Familie zu opfern und Berghild beweist diese

Für die Creme: 100 g Butter / 80 g Staubzucker / 100 g Zartbitter­ kuvertüre / Vanillepudding aus ½ Liter Milch

Die Butter mit dem Zucker schaumig rühren. Die Schokolade lippenwarm schmelzen und mit Butter und dem kalten Pudding glatt rühren. Fertigstellen: Die Tortenböden mit der Creme bestreichen und übereinanderschichten. Die Torte mit Marillenmarmelade einstreichen und mit Schokoladenglasur überziehen und kalt stellen.

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Wälderness im Hirschen Das kunst.hotel nach waelder.art Hirschen in Schwarzenberg hat eine eigene Musikschiene mit dem Titel „Wälderness”. Hier treten international angesagte, vor allem junge Musiker und Bands auf. Im Bild die Gruppe „Parimohr“ mit ­Florian Punzenberger, Manuela Moosbrugger, Elisabeth Sturm, ­Philipp Lingg und Nikolaus Küng (von links nach rechts). www.hirschenschwarzenberg.at

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Bregenzerwald Tourismus: Buchbare Angebote

Buchung, Info: T +43 (0)5512 2365 http://winter.bregenzerwald.at

SKI Bregenzerwald Sonntag bis Donnerstag oder Donnerstag bis Sonntag im Bregenzerwald urlauben: Dazu gibt es den 3-Täler-Skipass für drei abwechslungsreiche Skitage. Der Skipass gilt sowohl für alle Skigebiete im Bregenzerwald als auch für die Skibusse.

Termine: 10.1. – 7.4.13 (ausgenommen 7. – 17.2.13)

Leistungen: _ 4 Übernachtungen von Sonntag bis Donnerstag oder 3 Übernachtungen von Donnerstag bis Sonntag in einer Unterkunftskategorie nach Wahl in ausgewählten Partnerbetrieben; _ 3 Tage 3-Täler-Skipass; _ SKI-Bonus – 1 Skitag geschenkt: Wenn Sie dieses Package von Sonntag bis Donnerstag buchen, übernachten Sie viermal und zahlen nur für drei Nächte.

ab € 207 im Doppelzimmer in der Frühstückspension

Preis pro Person: ab € 284 im Doppelzimmer im Hotel mit Halbpension

ab € 189 in der Ferienwohnung ohne Verpflegung

SKIwoche Bregenzerwald Sie verbringen eine genussvolle Skiwoche im Bregenzerwald, übernachten siebenmal in einer Unterkunft nach Wahl und zahlen nur für sechs Nächte. Inkludiert sind außerdem der 3-Täler-Skipass für fünf abwechslungsreiche Skitage und eine geführte Schneeschuhwanderung.

Termine: 12.1. – 6.4.13 (ausgenommen 9. – 16.2.13)

Leistungen: _ 7 Übernachtungen in einer Unterkunftskategorie nach Wahl in ausgewählten Partnerbetrieben; _ 5 Tage 3-Täler-Skipass; _ 1 geführte Schneeschuhwanderung mit Rodelpartie inkl. Leihausrüstung; Ticket für die Bahnfahrten; _ SKI-Bonus – 1 Skitag geschenkt: Sie übernachten siebenmal und zahlen nur für sechs Nächte.

ab € 403 im Doppelzimmer in der Frühstückspension

Preis pro Person: ab € 506 im Doppelzimmer im Hotel mit Halbpension

ab € 367 in der Ferienwohnung ohne Verpflegung

Aktion „Kinderschnee“ Bei der Aktion „Kinderschnee“ bekommen ­Kinder von 3 bis 6 Jahren den Skipass gratis und können außerdem einen 4-tägigen Skikurs kostenlos besuchen. Leistungen: _ 7 Übernachtungen in einer Unterkunft nach Wahl; _ 6 Tage 3-Täler Skipass für Kinder von 3 bis 6 ­Jahren (Jahrgänge 2007/2008/2009); _ 4-Tage-Skikurs für Kinder von 3 bis 6 Jahren

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Termine: 12. – 19.1.13 | 2. – 9.3.13 | 9. – 16.3.13 Preis für 2 Erwachsene und 2 Kinder: ab € 950 im Hotel mit Halbpension ab € 420 in der Ferienwohnung ohne Verpflegung


Bregenzerwald Tourismus: Buchbare Angebote

Buchung, Info: T +43 (0)5512 2365 http://winter.bregenzerwald.at

Skitouren Schnupperpauschale Bei einfachen Geländefahrten mit kurzen Anstiegen erlernen Sie die Gehtechnik mit Touren­skiern und Fellen, Schnee- und Lawinenkunde, den Umgang mit einem VerschüttetenSuchgerät sowie sicheres Abfahren in allen Schneearten. Weitere Skitouren-Angebote: Skitouren für Fortgeschrittene Skitouren Wochenende Ski Safari (Bregenzerwald-Arlberg-Kleinwalsertal)

Leistungen: _ 4 Übernachtungen mit Halbpension; _ Wellnessangebot (Sauna, Dampfbad); _ 3 Schulungs-/Tourentage mit diplomierten Berg- und Skiführern; _ Ergänzung der Notfallausrüstung; _ Transfer zu den Tourenausgangspunkten; _ Skipässe; Touren-Tee Termine: 13. – 17.1.13 | 20. – 24.1.13 | 3. – 7.2.13 Preis pro Person: ab € 519 im Doppelzimmer im ****Hotel Gasthof Schwanen Bizau ab € 607 im Einzelzimmer im ****Hotel Gasthof Schwanen Bizau

NATUR.Schnee spüren Bei einer Schneeschuhwanderung mit ­Talabfahrt per Rodel erleben Sie die Winternatur im Bregenzer­wald auf besondere Weise. Vorteilhaft: Wenn Sie von Sonntag bis Donnerstag urlauben, schenken wir Ihnen zudem eine Übernachtung. Leistungen: _ 4 Übernachtungen von Sonntag bis Donnerstag oder 3 Übernachtungen von Donnerstag bis Sonntag in einer Unterkunftskategorie nach Wahl in ausgewählten Partnerbetrieben; _ 1 geführte Schneeschuhwanderung mit Rodelpartie inkl. Leihausrüstung; _ Ticket für die Bahnfahrten; _ Winter-Bonus – 1 Tag geschenkt: Wenn Sie dieses Package von Sonntag bis Donnerstag buchen, übernachten Sie viermal und zahlen nur für drei Nächte.

Termine: 10.1. – 7.4.13 (ausgenommen 7. – 17.2.13) Preis pro Person: ab € 232 im Doppelzimmer im Hotel mit Halbpension ab € 155 im Doppelzimmer in der Frühstückspension ab € 137 in der Ferienwohnung ohne Verpflegung

NATUR.hautnah erleben In Egg hat Ingo Metzler den ersten begehbaren Stall in Vorarlberg gebaut. Hier üben Sie sich im Melken von Kühen und Ziegen, machen selber Käse und speisen Käseköstlichkeiten. Besondere Natur-Impressionen erleben Sie bei der Schneeschuhwanderung mit Talfahrt per Rodel. Zudem schenken wir Ihnen einen ganzen Wintertag!

Termine: 10. – 14.3.13 | 17. – 21.3.13 | 24. – 28.3.13 (min. Teilnehmerzahl: 6 Personen)

Leistungen: _ 4 Übernachtungen von Sonntag bis Donnerstag in einer Unterkunftskategorie nach Wahl; _ Erlebnistage bei Ingo Metzler (Melken, Käse­ buffet, Sennschule, Käsknöpfle-Partie); _ 1 geführte Schneeschuhwanderung mit Rodelpartie inkl. Leihausrüstung; _ Ticket für die Bahnfahrten; _ Winter-Bonus – 1 Tag geschenkt: Sie übernachten viermal und zahlen nur für drei Nächte.

ab € 239 im Doppelzimmer in der Frühstückspension

Preis pro Person: ab € 316 im Doppelzimmer im Hotel mit Halbpension

ab € 221 in der Ferienwohnung ohne Verpflegung

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Form im Wald

Isabella Natter-Spets vom designforum Vorarlberg schreibt über altes und neues Design im Bregenzerwald Sie gleicht dem Probierlöffel eines Riesen oder einem ­unwuchten Suppenteller mit Griff. Sie ist aus einem Stück grünem Ahornholz ­gefertigt und ein wichtiges Utensil des ­Bregenzerwälder Senns – außerdem auch ein Archetyp der Wälder Form­ gebung: die Sennkelle. Aber schön der Reihe nach. Wenn beim Käsen der sogenannte Käsebruch (eine bröcklige, puddingartige Masse, die nach monatelanger Reifung zum Bregenzerwälder Bergkäse wird) aus dem Sennkessel gehoben und in die Form gepresst wird, bleibt im Sennkessel die Molke zurück. Sie wird noch einmal erhitzt, denn zu diesem Zeitpunkt enthält sie noch rund ein Prozent Fett, das der Senn nicht verlieren will. Dieses wird händisch von der Oberfläche

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abgeschöpft – eine Tätigkeit, die nach einem besonderen Werkzeug verlangt: der Sennkelle. Sie nimmt sich in ihrer Form beeindruckend aus: eine etwa 35 bis 40 Zentimeter breite Kelle in schöner, organischer Form mit kurzem, gut handbreitem Stiel, der in einen beinahe keck anmutenden Aufhänger mündet. Gefertigt wird die Sennkelle aus einem Stück und in Ahorn. Keine zufällige Materialwahl, sondern eine auf Trial-and-Error basierende: Ahorn ist ein hartes Holz mit sehr feinen engen Jahresringen, die gewölbt wachsen, was der Form der Sennkelle entgegenkommt. Eine gute Sennkelle hat laut dem 77-jährigen Alfred Bechter, der sich nach 53 Jahren Käseherstellung als „Senn im Ruhestand“ bezeichnet, die Form einer flachen, rund vierzig Zentimeter breiten Schale. Sie ist nach allen Seiten abgerundet, dünnwandig und geschmeidig. Wichtig sei außerdem,

dass der Griff oval, keinesfalls aber rund ist. Das ermögliche es, die Sennkelle auch bei hoher Gewichtsbelastung gut zu führen. Auf den Alpen sei sie täglich im Einsatz, ein Alltagsgegenstand also, aber für den Senn trotzdem etwas sehr Wertvolles. Auch wenn der Verwendungszweck der Sennkelle – das Abschöpfen des „Vorbruchs“ – ein sehr spezieller ist, so ist die Sennkelle doch beinahe selbsterklärend: Die flache, rund Kelle, der handliche Griff und der Aufhänger, der zugleich verhindert, dass die Kelle aus der Hand rutscht, ergeben das, was man heute „intuitive Formgebung“ nennt. Und damit ist die Sennkelle nicht nur ein Arbeitsutensil für den Senn, sondern auch ein Archetypus von Bregenzerwälder Formgebung und Handwerk. In ihrer Schnörkellosigkeit, der konsequenten Orientierung am Verwendungszweck und der stimmigen Materialisierung bringt diese Formgebung früher wie heute sinnige Ergebnisse hervor.


Tipps der Redaktion: BERGGUT – Gutes aus dem Bregenzerwald Ein richtig gutes Brot mit Bauernbutter und Bergkäse, ein flaumiger ­Kaiserschmarren mit Eiern von glücklichen Hühnern, ein saftiges Schnitzel vom Alpschwein: Regionale Köstlichkeiten stellen ausgewählte Bregenzerwälder ­Berggasthäuser ins Rampenlicht. Denn Frisches und naturnah Erzeugtes schmeckt einfach besser und kurze Lieferwege schonen die Umwelt.

BERGGUT Bregenzerwald

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BERGGUT will auch auf die umfassende Bedeutung von regionalen Produkten aufmerksam machen. Diese Produkte sichern die Existenz der Landwirtschaft. Die Bäuerinnen und Bauern wiederum sichern die Erhaltung und Pflege der sensiblen Bergnatur.

Lindau Bod

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Sulzberg Riefensberg

Bregenz Doren

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Langenegg

1 Almhotel Hochhäderich Alpenarena Hochhäderich Hittisau T +43 (0)5513 8254-0 www.alm-hotel.at

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Hittisau

Alberschwende Lingenau Egg

CH Dornbirn

Schwarzenberg

2 Bergrestaurant Simma Bergbahnen Mellau, Roßstelle T +43 (0)5518 2761 oder 2760 www.restaurant-simma.at

Sibratsgfäll

Andelsbuch

3 Panoramarestaurant Bergbahnen Diedamskopf Au-Schoppernau T +43 (0)5515 4110-0 www.diedamskopf.at

Bezau

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Bizau

Mellau

Schnepfau

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Damüls

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4 Berggasthof Elsenalpstube Damülser Seilbahnen, Uga-Express T +43 (0)5510 297 www.elsenalpstube.at

3 Schoppernau

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Warth 5 Schröcken

5 Hochalphütte Steffisalpbahn Warth T +43 (0)5583 4250 www.jaegeralpe.at

Tipp: MundART Acht ausgezeichnete Häuser des Bregenzer­ waldes haben viel Gemeinsames: die ­Tradition als Gastgeber, die Liebe zu ­ehrlicher Küche und die Überzeugung des sorgfältig ­Gemachten. Ob heimisch oder international, sie schöpfen vielfältig aus der Natur.

Gasthof Adler Schwarzenberg T +43 (0)5512 2966 www.adler-schwarzenberg.at

Hotel Krone Au T +43 (0)5515 2201 www.krone-au.at

Hotel Gams Bezau T +43 (0)5514 2220 www.hotel-gams.at

Hotel Post Bezau T +43 (0)5514 2207-0 www.hotelpostbezau.com

Wer die Natur kennt, versteht mehr von Essen und Trinken. Wer den Dialekt ehrt, bewahrt die Wurzeln Und wer die Frische liebt, beehrt die MundART Restaurants.

Hotel Gasthof Hirschen Schwarzenberg T +43 (0)5512 2944-0 www.hirschenschwarzenberg.at

Hotel Das Schiff Hittisau T +43 (0)5513 6220 www.schiff-hittisau.com

Gasthof Krone Hittisau T +43 (0)5513 6201 www.krone-hittisau.at

Restaurant ­­Schulhus Krumbach T +43 (0)5513 8389 www.schulhus.com

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Tipps der Redaktion: Skifahren Was den Bregenzerwald als Skiregion auszeichnet, sind seine variantenreichen Skigebiete für Könner und für Einsteiger, für Familien und für Sportler. Die ­Entfernungen zwischen den Skigebieten sind angenehm kurz. Für die bequeme und umweltfreundliche Anreise sind Skibusse im Einsatz.

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Bregenz Doren Langenegg

1 Damüls-Mellau-Faschina 2 Gondelbahnen 14 Sesselbahnen 4 Schlepplifte 4 Übungslifte 1 Seillift 6 Förderbänder

Hittisau

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Sibratsgfäll

Andelsbuch

Länge der Abfahrten: 109 km davon: 28 km blaue Pisten 50 km rote Pisten 10 km schwarze Pisten 21 km Skirouten

Bezau

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Warth 2 Schröcken

Damülser Seilbahnen T +43 (0)5510 600 Schneetelefon: +43 (0)5510 600-14 www.seilbahnendamuels.at Bergbahnen Mellau T +43 (0)5518 2222 Schneetelefon: +43 (0)5518 2222-23 www.bergbahnenmellau.com 2 Warth-Schröcken 11 Sesselbahnen 4 Schlepplifte

3-Täler-Skipass Wer Wert auf viel Abwechslung legt, für den ist ab 2,5 Skitagen der 3-Täler-Skipass die beste Wahl. Er gilt für insgesamt 37 ­Skigebiete im Bregenzerwald, im Großen Walsertal und Tiroler Lechtal sowie als Fahrkarte für die Skibusse, die die Skigebiete in den 3 Tälern bequem miteinander ­verbinden.

52 · reisemagazin bregenzerwald

Länge der Abfahrten: 66 km davon 30 km blaue Pisten 17 km rote Pisten 9 km schwarze Pisten 10 km Skirouten Skilifte Warth GmbH & Co T +43 (0)5583 3601-0 Schneetelefon: +43 (0)5583 3601-11 Skilifte Schröcken Strolz GmbH T +43 (0)5583 4259-0 Schneetelefon: +43 (0)5583 2255 www.warth-schroecken.at


3 Au-Schoppernau Diedamskopf 2 Gondelbahnen 2 Sesselbahnen 4 Schlepplifte

Länge der Abfahrten: 40 km davon: 13 km blaue Pisten 11 km rote Pisten 7 km schwarze Pisten 9 km Skirouten Bergbahnen Diedamskopf Au-Schoppernau T +43 (0)5515 4110-0 Schneetelefon: +43 (0)5515 4110-99 www.diedamskopf.at 4 Alberschwende 1 Sesselbahn 6 Schlepplifte

Länge der Abfahrten: 18 km davon: 4 km blaue Pisten 14 km rote Pisten Liftbetriebe Alberschwende T +43 (0)5579 4233 Schneetelefon: +43 (0)5579 4323 www.alberschwende.at 5 Egg-Schetteregg 1 Sesselbahn 5 Schlepplifte

Länge der Abfahrten: 10 km davon: 5 km blaue Pisten 5 km rote Pisten

6 Schwarzenberg-Bödele 1 Sesselbahn 8 Schlepplifte

8 Hittisau-Riefensberg Hochhäderich 1 Sesselbahn 4 Schlepplifte

Länge der Abfahrten: 24 km davon: 9 km blaue Pisten 12 km rote Pisten 3 km schwarze Pisten

Länge der Abfahrten: 9 km davon: 4 km blaue Pisten 3 km rote Pisten 2 km schwarze Pisten

Schwarzenberg Tourismus T +43 (0)5512 3570 Schneetelefon: +43 (0)5572 7321 www.boedele.info

Alpenarena Hochhäderich T +43 (0)5513 8254-0 Schneetelefon: +43 (0)5513 8254-51 www.alpenarena.com

7 Andelsbuch-Bezau Niedere 1 Großkabinenbahn 2 Sesselbahnen 4 Schlepplifte 1 Übungslift 1 Förderband

9 Riefensberg-Hochlitten 3 Schlepplifte 1 Übungslift

Länge der Abfahrten: 15 km davon: 5 km blaue Pisten 9 km rote Pisten 1 km schwarze Piste

Länge der Abfahrten: 4,4 km davon: 4,4 km blaue Pisten Skilifte Hochlitten T +43 (0)5513 8312-2 Schneetelefon: +43 (0)5513 8239 www.skilifte-hochlitten.com

Bergbahnen Andelsbuch T +43 (0)5512 2540 Schneetelefon: + 43 (0)5512 2540 www.bergbahnen-andelsbuch.at Seilbahn Bezau T +43 (0)5514 2254 Schneetelefon: +43 (0)5514 2254 www.seilbahn-bezau.at

Egger Liftgesellschaft T +43 (0)5512 4750 Schneetelefon: +43 (0)5512 4750-13 www.schetteregg.at reisemagazin bregenzerwald · 53


Tipps der Redaktion: Die Sennereiläden des ­Bregenzerwaldes In den Talsennereien des Bregenzerwaldes wird im Winter nach alter Tradition Bergkäse und eine Vielzahl an Milchprodukten hergestellt. Die silofreie Milch aus dem Bregenzerwald wird fast zu 100 Prozent in der Region selbst ­weiterverarbeitet. Der Verkauf direkt an der Produktionsstätte lässt die Ursprünglichkeit bereits ­erahnen. So wird der Einkauf in den größeren und kleineren Läden ein Erlebnis.

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5 Sennerei Andelsbuch Hof 366, 6866 Andelsbuch T +43 (0)5512 2507 Di, Fr und Sa von 8.00 bis 12.00, Fr von 14.00 bis 18.00

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7 Sennerei Huban, Doren Huban 139, 6933 Doren T +43 (0)5516 2001 Mo bis Sa von 8.30 bis 11.30, Fr von 15.00 bis 18.00

Hittisau

Lingenau 4 Sibratsgfäll

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CH Dornbirn

6 Sennerei Hittisau Platz 190, 6952 Hittisau T +43 (0)5513 2786 Mo bis Sa von 8.00 bis 12.00, Do und Fr von 14.30 bis 17.00

14 Sulzberg

Alberschwende

8 Sennerei Kriechere, Bezau Kriechere 136, 6870 Bezau T +43 (0)664 1236798 Mo bis So von 8.00 bis 12.00 und 18.00 bis 19.30, Fr und Sa 17.00 bis 19.00

5 Andelsbuch 8 11 Bezau Bizau

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9 Sennerei Langenegg Berkmann 116, 6941 Langenegg T +43 (0)5513 6190 Mo bis Fr von 8.30 bis 11.30 und von 15.00 bis 18.00 Sa von 7.30 bis 11.30 und von 15.00 bis 17.00

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Tipp für Kinder: Bauernhof begreifen Das Projekt NATURHAUTNAH ­ermöglicht es, das Thema Bauernhof und alles was dazu­gehört zu begreifen. Im ­imposanten Kuh-Laufstall und dem turbulenten ­Ziegen-Tollhaus mit Besuchergalerie über die Kleintier-Kuschel-Zone gibt es für Kinder allerhand zu entdecken und zu erfahren. Information & Buchung Metzler Käse - Molke GmbH Bruggan 1025 6863 Egg T +43 (0)5512 3044 www.molkeprodukte.com

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4 Dorfsennerei Sibratsgfäll Dorf 132, 6952 Sibratsgfäll T +43 (0)5513 2442 Mo bis So von 8.30 bis 11.00 und 18.30 bis 19.30

1 Alpenkäse Bregenzerwald Sennerei Schwarzenberg Hof 651, 6867 Schwarzenberg T +43 (0)5512 2984 Mo bis Fr von 8.30 bis 11.30 Fr von 16.00 bis 18.00 Sa von 8.00 bis 11.30

Bergkäserei Schoppernau Unterdorf, 6886 Schoppernau T +43 (0)5515 30151 Mo bis Sa von 8.30 bis 11.30 2

Bio Sennerei Langen Reichgarten 41, 6934 Langen b. Bregenz T +43 (0)664 9728088 Di bis Sa von 9.00 bis 12.00 und Mo, Mi und Fr von 14.30 bis 18.00 3

10 Sennerei Lingenau Hof 28, 6951 Lingenau T +43 (0)5513 6420 Mo bis Sa von 8.00 bis 12.00 und Mo bis Fr von 17.00 bis 18.00 11 Sennerei Oberdorf, Bezau Mittlere 119, 6870 Bezau T +43 (0)5514 2632 Mo bis Sa von 7.00 bis 12.00 und 18.00 bis 20.00 Fr von 16.00 bis 20.00 12 Sennerei Rehmen, Au Rehmen 38, 6883 Au T +43 (0)5515 2959 Mo bis Sa von 7.00 bis 11.00, Sa von 17.00 bis 19.00 13 Sennerei Schnepfau Kirchdorf 123, 6882 Schnepfau T +43 (0)5518 2820 Mo bis So von 8.30 bis 11.00 und 18.00 bis 19.30 14 Sulzberger Käserebellen Dorf 2, 6934 Sulzberg T +43 (0)5516 21351 Mo bis Fr von 9.00 bis 12.30 und 13.00 bis 18.00 Sa von 8.00 bis 12.30, Sonn- und Feiertag 13.00 bis 18.00


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Tipps der Redaktion: Kulturelle Treffpunkte Die Museen im Bregenzerwald sind Kleinode und die beste Adresse für all jene, die gern mehr über das Tal, seine Bewohner, Geschichte und Gegenwart erfahren möchten. Höchst variantenreich ist das Programm von Musik bis Kabarett auf den ­Kleinkunstbühnen, in den Wirtshaussälen und anderen kulturellen Treffpunkten. Überschaubar und in kleinem Rahmen wird Musikalisches, Literarisches und ­Originäres einem bunt gemischten Publikum dargeboten.

2 Angelika Kauffmann Museum Schwarzenberg Brand 34, 6867 Schwarzenberg T +43 (0)5512 26455 www.angelika-kauffmann.com Öffnungszeiten: 30. November 2012 – 6. Jänner 2013 Fr – So 14.00 – 16.00 Uhr. Führungen nach Vereinbarung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

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3 Franz Michael Felder Museum Schoppernau Unterdorf 2b, 6886 Schoppernau T +43 (0)5515 2495 www.au-schoppernau.at Öffnungszeiten: Mo 16.00 – 18.00 Uhr Do 9.00 – 11.00 Uhr Fr 17.00 – 19.00 Uhr So 9.30 – 11.30 Uhr

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4 Wälderness – Hirschens feiner Musiksalon kunst.hotel nach waelder.art Gasthof Hirschen Hof 14, 6867 Schwarzenberg T +43 (0)5512 2944 www.waelderness.at

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1 Frauenmuseum Hittisau Platz 501, 6952 Hittisau T +43 (0)5513 6209-30 www.frauenmuseum.at Öffnungszeiten: Do 15.00 – 18.00 Uhr, Fr, Sa und So 10.00 – 12.00 und 14.00 – 17.00 Uhr sowie nach Vereinbarung unter T +43 (0)664 88431964

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5 Schwarzenberger Advent 29. November – 16. Dezember 2012 Schwarzenberg Tourismus T +43 (0)5512 3570 www.schwarzenberg.at 6 Bahnhof Andelsbuch kulturverein bahnhof T +43 (0)664 2507789 www.bahnhof.cc 7 Lesesalon Krone Hittisau Am Platz 185, 6952 Hittisau T +43 (0)5513 6201 www.krone-hittisau.at 8 Adventsvierklang im Hotel Post Bezau Hotel Post in Bezau T +43 (0)5514 2207 www.hotelpostbezau.com

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