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bulletin Touristik-Magazin für PraktikerInnen

Dezember 2010/ Jänner 2011 Österreich Werbung www.austriatourism.com/bulletin

Erst zuhören, dann mitreden Wie Sie Social-MediaPlattformen richtig nutzen

plus: Markt Tschechische Republik Verkaufsförderung P. b. b.; 05Z036024M; Verlagspostamt 1040 Wien


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bulletininhalt

Dezember 2010/ Jänner 2011 Österreich Werbung www.austriatourism.com/bulletin

Touristik-Magazin für PraktikerInnen

Erst zuhören, dann mitreden Social Media: Das „Mitmach-Netz“ ist mittlerweile bevorzugter Aufenthaltsort der User-Gemeinde im WWW und damit zum bedeutenden Marktplatz avanciert. Wie Sie sich mit Ihrem Angebot ins neue Internet einklinken können, lesen Sie hier. Seite 14

ÖW-Verkaufsförderung Die neuen Marktplätze

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Markt Tschechische Republik Den Sommergast erobern

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außerdem: Demografischer Wandel

Seite 10

Job-Chancen im Tourismus Seite 11

Travel-Trends Neue Serie: Welt-Ideen

Seite 24

Architektur und Tourismus Die Moderne einbauen

Seite 26

Porträt Johannes Gutmann, Chef von Sonnentor

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Wellnessgäste

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Gästekarten-Systeme

Seite 12

Im besten Alter

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Umfrage: Mitten im Mitmach-Netz

Seite 18

ÖW-Markensymposium

Seite 20

Kurz notiert & Impressum

Seite 22

Seilbahnen in Zahlen

Seite 23

Sicherheit bei Kartenzahlung

Seite 25

6 Top-Tipps für Ihren persönlichen Gewinn

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ÖW-Verkaufsförderung

Die neuen Marktplätze Die Österreich Werbung präsentiert ein neues Gesamtkonzept mit drei Säulen zum Absatz touristischer Produkte. Text: Max Silber

er Verkauf und Vertrieb touristischer Produkte hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend geändert. Neue Vertriebskanäle, etwa über das Internet oder branchenfremde Anbieter, aber auch einschneidende Veränderungen auf der Reisemittlerseite, etwa durch die Konsolidierungswelle oder die Auflösung von Grenzen zwischen Veranstalter und Reisebüro, prägen die Herausforderungen. Außerdem führt das Kundenverhalten, das sich ständig ändert, zu immer rascheren Produktlebenszyklen und damit zur Notwendigkeit, zeitnah auf neue Trends in der Nachfrage zu reagieren. Diese Entwicklung hat natürlich Auswirkungen auf die Verkaufsförderungsplattformen der Österreich Werbung (ÖW), allen voran auf die

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Auf einen Blick atb_sales mit Fokus auf Verkauf, ab 2014, alle zwei Jahre • Weiterentwicklung der actb (wird 2012 zum letzten Mal stattfinden) • Konzentration auf das österreichische Angebot • Einkäufer, die Produkte nachfragen, treffen auf Aussteller mit entsprechenden Angeboten • Austragungsort Wien, Termin Ende Jänner atb_experience mit Fokus auf Produkterlebnis, Networking und Wissensaustausch, ab 2013, alle zwei Jahre • Ziel: das Produkt „Urlaub in Österreich“ spür- und erlebbar machen • Teilnehmer: Internationale CEOs, Produktentwickler, Meinungsbildner und Journalisten treffen auf die besten Köpfe des österreichischen Tourismus • Austragungsort in einem Bundesland (rotierend) mit anschließenden „Best of experiences“ in allen Bundesländern, Termin Mai/Juni Weitere Verkaufsförderungs-Plattformen • Innovative Formate wie der „Austria.Destination Summit“, Workshops in den Märkten und zahlreiche weitere Marktaktivitäten wie Studienreisen oder „familiarization trips“ nach Österreich

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actb, die größte touristische Fachmesse in Österreich. Eine Evaluierung durch die Universität St. Gallen bestätigt weiters einen zusätzlichen Reformbedarf: Die bestehende Kombination bei der actb aus Marktplatz und Networking ist nicht optimal. Außerdem bietet die – seit ihrem ersten Auftritt 1973 auch in die Jahre gekommene – Messe den internationalen Geschäftspartnern nicht genug Möglichkeiten zum konkreten Erleben des österreichischen Tourismusangebots, heißt es in dem Gutachten aus St. Gallen. Diesem Bedarf wurde bei der Weiterentwicklung Rechnung getragen. Das neue, zukunftsweisende Gesamtkonzept für den Absatz touristischer Produkte beruht auf drei Säulen und sieht auch in Zukunft eine „große“ jährliche ÖW-Verkaufsförderungsplattform mit Teilnehmern aus allen Herkunftsmärkten in Österreich vor:

atb_sales: der Handelsplatz In geraden Jahren ab 2014 veranstaltet die ÖW die atb_sales als exklusiven österreichischen Handelsplatz mit einem erklärten Fokus auf Verkauf. Durch eindeutige Kriterien sowohl für Einkäufer als auch Aussteller sowie entsprechende Gestaltung der Rahmenbedingungen wird die optimale Basis für konkrete Geschäftsanbahnung und direkte Geschäftsabschlüsse geschaffen. Die Messe wird weiterhin zum gewohnten Termin Ende Jänner in Wien stattfinden und sich auf das österreichische Angebot konzentrieren.

atb_experience: der Erlebnisraum In den ungeraden Jahren – beginnend mit 2013 – stehen bei der atb_experience Produkterlebnis, Networking und Wissensaustausch für Dezember 10/Jänner 11


Editorial

Dr. Petra Stolba

Foto: iStockphoto.com

Geschäftsführerin der Österreich Werbung

ausgewählte Entscheidungsträger aus den wichtigsten touristischen Herkunftsmärkten auf dem Programm. Internationale CEOs, Produktentwickler, Meinungsbildner und Journalisten treffen auf österreichische Meinungsbildner, Angebots- und Produktträger. Ein Generalthema bildet dabei die inhaltliche Klammer für alle Veranstaltungselemente. Ziel dieses neuartigen Formats ist es, das Tourismusland Österreich spür- und erlebbar zu machen – die Teilnehmer sollen die Vorzüge Österreichs persönlich erfahren und dieses „erlebte Urlaubsglück“ sowie neue Produktideen nachhause mitnehmen. Das in jeweils einem anderen Bundesland stattfindende zweitägige Programm mit anschließender Produkterfahrung, den so genannten „Best of experiences“-Reisen, in allen Bundesländern, wird im Mai bzw. Juni stattfinden. Von der atb_experience dürfen sich Österreichs Touristiker Verkaufsförderung, Impulse für Angebotsentwicklung und Berichterstattung in internationalen Medien erwarten.

Maßgeschneidert für Märkte Neben der atb_sales und atb_experience gibt es zahlreiche Veranstaltungen zur Verkaufsförderung, die von den ÖWBüros in den Herkunftsmärkten der Gäste organisiert werden und entweder in den Märkten selbst oder in Österreich stattfinden. Zu diesen Formaten, die jeweils auf eine Region oder einen Markt zugeschnitten sind, zählen zum Beispiel Workshops in den Märkten und zahlreiche weitere Marktaktivitäten, wie Studienreisen oder „familiarization trips“ nach Österreich. Die Schwerpunkte und die konkrete Ausgestaltung richten sich nach den spezifischen Marktgegebenheiten. Diese Formate werden laufend weiterentwickelt und den Bedürfnissen der nationalen und internationalen Partner angepasst. Innovative Formate wie der „Austria.Destination Summit“ werden zusätzlich verstärkt (etwa zwei pro Jahr). Bei diesen Schulungsprogrammen für Reisebüropartner stehen interaktive Ausbildung, Zusammentreffen mit den österreichischen Anbietern und das Produkterlebnis auf dem Programm. Ziel sind ausgebildete Österreich-Spezialisten in der jeweiligen Region.

Konzept mit Zukunft n den letzten Jahren hat sich der Verkauf im Tourismus grundlegend verändert. Neue Vertriebskanäle, sich auflösende Grenzen zwischen Reiseveranstalter und Reisemittler und nicht zuletzt ein sich laufend wandelndes Kundenverhalten haben die neuen Rahmenbedingungen geprägt. Die Österreich Werbung ist als nationale Markenund Marketingorganisation gefordert, ihre Aktivitäten diesen geänderten Rahmenbedingungen anzupassen. Dabei haben wir selbst nichts zum Verkaufen, wir können nur Begegnungsmöglichkeiten schaffen. Denn unsere wesentliche Aufgabe ist es, das österreichische touristische Angebot und die Marktnachfrage zusammenzubringen und dafür die am besten geeigneten Plattformen zu gestalten. Ich bin überzeugt, dass uns dies mit unserem neuen Gesamtkonzept für die Absatzförderung touristischer Produkte auch gelungen ist. Im Rahmen eines 3-Säulen-Modells setzen wir dabei auf zukunftsorientierte Plattformen: Mit der atb_sales werden wir künftig einen exklusiven österreichischen Handelsplatz mit Fokus auf Verkauf bieten. Bei der atb_experience bringen wir die wichtigsten Multiplikatoren aus den Herkunftsmärkten mit den interessantesten Angebots- und Produktträgern aus Österreich zusammen und machen das Produkt „Urlaub in Österreich“ für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer spür- und erlebbar. Die Verkaufsförderungsplattformen, die von unseren Büros weltweit organisiert werden, sind stark auf die Bedürfnisse einer Region oder eines Herkunftsmarktes zugeschnitten. Diese Formate werden von uns laufend weiterentwickelt und den Anforderungen der nationalen und internationalen Partner angepasst. Mit der Neukonzeption der Verkaufsförderungsplattformen setzen wir meiner Überzeugung nach einmal mehr neue Maßstäbe im Tourismus-Wettbewerb und ich bin sicher, dass wir damit unsere österreichischen Partner beim Verkauf ihrer touristischen Produkte bestmöglich unterstützen werden. Angesichts der rasanten Entwicklung auch im Verkauf und Vertrieb heißt es dennoch, ständig am Ball zu bleiben, um im internationalen Wettbewerb auch dabei weiterhin die Nase vorne zu haben.

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Markt Tschechische Republik

Foto: ÖW/Mooslechner

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Den Sommergast erobern Winterurlaub in Österreich hat auf dem tschechischen Markt die Top-Position erreicht. Nun gilt es, den Sommergast „abzuholen“ – und die Chancen dafür stehen hervorragend. Text: Susanna Gassner

Wie der Tscheche tickt • pragmatische Lebenseinstellung • zurückhaltend, beobachtet gerne und meidet Konflikte • agiert bedacht • beschwert sich kaum, aber sorgt für negative Mundpropaganda • gemütlich und gesellig • schätzt Informationsfülle, will viel entdecken • technisch interessiert und talentiert • zeigt Interesse für gemeinsame Kultur • Probleme werde gerne bei einem Glas Bier besprochen

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war haben die 10,5 Mio. Bürger der Tschechischen Republik in Sachen Auslandsreisen noch nicht mit allen ihren westlichen Nachbarn gleichgezogen, aber immer mehr Tschechen packen ihre Koffer für einen Urlaub jenseits der Landesgrenzen – Tendenz steigend. Heute unternimmt gut jeder zweite Tscheche einen Trip ins Ausland oder plant einen solchen in den nächsten drei Jahren. Damit weist der tschechische Markt die höchste Auslandsreiseintensität in Zentraleuropa auf. In absoluten Zahlen machen 5,1 Mio. Bürger Ferien im Ausland, um 14 Prozent mehr als noch vor sechs Jahren. Dies geht aus einer aktuellen Länderstudie hervor, die die Österreich Werbung auf dem tschechischen Markt heuer durchführen ließ. Das Urlaubsziel Österreich hat in der Tschechischen Republik schon eine große Fangemeinde: 16 Prozent der Tschechen, die Ferien im Ausland machen, haben Österreich in den vergangenen drei Jahren bereits einen Besuch abgestattet. Für 21 Prozent (1,1 Mio.) steht in den nächsten drei Jahren ein Trip nach Österreich auf dem Reisewunschzettel. Aus diesen

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Daten leitet sich Wachstumspotenzial für Österreich ab, schließlich liegt das Interesse an Österreich um einiges höher als die bereits gemachte Erfahrung.

Starkes Gästeplus Dass Österreich als attraktives Urlaubsland gilt, zeigt auch die Entwicklung der Ankünfte und Nächtigungen in den vergangenen sechs Jahren: Ihre Zahl hat sich von 2004 auf 2009 um jeweils 88 Prozent auf rund 560.000 Ankünfte bzw. knapp zwei Mio. Nächtigungen erhöht. Und dieser Aufwärtstrend hat auch heuer angehalten: In den ersten zehn Monaten nahmen die Nächtigungen um 1,3 Prozent und die Ankünfte um 2,7 Prozent zu. Der überwiegende Teil der tschechischen Gäste (68 % der Nächtigungen) verbringt in Österreich Winterferien. Mit seinen Schneesportdestinationen hat sich Österreich bei den Tschechen einen guten Namen gemacht, wie auch die ÖW-Länderstudie bestätigt: Rund drei Viertel der Gäste, die Österreich bereits kennen oder kennen lernen wollen, interessieren sich für einen Aufenthalt in der kalten Jahreszeit (1 Mio.). In den vergangenen Dezember 10/Jänner 11


sechs Jahren konnte Österreich seinen Marktanteil bei Urlaubern, die zum Wintersport ins Ausland fahren, von 40 auf 58 Prozent erhöhen. Aber die überwiegende Mehrheit (78 %) der Tschechen gibt der Sommersaison für Auslandsferien den Vorzug. 17 Prozent können sich für beide Saisonen erwärmen, vier Prozent zählen zu jenen Touristen, die nur im Winter ins Ausland verreisen. Und im Sommer liegen daher auch die großen Chancen für Österreichs Tourismus (Potenzial 4,8 Mio.), wenn auch noch der Fokus auf den Winter den Blick der Tschechen auf Sommerferien in Österreich ein wenig verstellt.

Sommersport punktet Ihren Urlaub in der warmen Jahreszeit verbringen die Tschechen am liebsten am Meer, um zu baden und Wassersport zu betreiben (50 %). Punkten können auch Erholung in der Sonne (45 %) und der Sommersporttrip (26 %). Österreichaffine Gäste zeigen im Sommer das größte Interesse an einem Sporturlaub (54 %). Je 25 Prozent wollen sich in der Sonne erholen, Wassersport an einem See betreiben, wandern oder Rad fahren. Alle anderen Urlaubsarten erreichen Werte von maximal 18 Prozent.

Die größten Potenziale für den Sommer in Österreich weisen die Segmente Sommersport mit Wandern, Radfahren, Wassersport am See und am Fluss sowie Baden auf. Diese Ferienarten wecken die Neugier der Tschechen. Erst wenige haben darin Erfahrung, aber ein großer Kreis an Personen interessiert sich dafür.

Sehr gutes Image Österreich genießt bei den Tschechen auf Auslandstrips ein sehr gutes Image. Sie vergeben bei fast allen abgefragten Kriterien teils deutlich bessere Bewertungen als die Westeuropäer im Durchschnitt. Österreich überzeugt vor allem mit seiner Landschaft, den Städten, dem Wintersport- und Wanderangebot, der Nähe, den Naturattraktionen und den qualitativ hochwertigen Unterkünften. Letztere erfreuen sich zwar eines hohen Maßes an Wertschätzung (81 %), aber nur 59 Prozent stufen sie als für sich passend ein. Hier dürfte die Angst vor zu hohen Preisen zum Ausdruck kommen. ÖsterreichKenner stellen den Unterkünften ebenfalls ein sehr gutes Zeugnis aus. An Schwächen heben die Tschechen am ehesten die mangelnde Schönwettergarantie hervor. Aber auch fehlende Bademöglichkeiten

Kleines Wörterbuch für Hoteliers Dobrý den! Guten Tag! Vítejte! Willkommen! Na shledanou! Auf Wiedersehen! Dobrou noc! Gute Nacht! Dobrou chut‘! Guten Appetit! Št’astnou cestu! Gute Reise! prosím bitte dˇekuji danke

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Markt Tschechische Republik

Kommentar

Ingrid Sieder Markt Managerin Tschechische Republik

Noch großes Potenzial it knapp zwei Mio. Übernachtungen in 2009 liegen die Tschechen bereits an der siebenten Stelle der wichtigsten Auslandsnationen. Im Winter stellt die Tschechische Republik sogar den sechstwichtigsten Markt. Wer hätte sich dies 1989 vorstellen können? Es ist bemerkenswert, was unsere nördlichen Nachbarn nach dem Fall des Eisernen Vorhangs geschaffen haben! Durch den Aufbau einer auf Export ausgerichteten Wirtschaft und einer starken und stabilen Landeswährung sicherte sich Tschechien nicht nur einen Platz im guten Mittelfeld der Europäischen Union, sondern entwickelte sich auch zu einem der größten Auslandsreisemärkte in Mitteleuropa. Der österreichische Tourismus profitiert neben den guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der geografischen Nähe besonders von der großen Vorliebe zur Natur, zu den Bergen und Seen sowie von einer spürbaren Begeisterung fürs Skifahren, aber auch fürs Wandern und Radfahren. Wie die Ergebnisse der brandaktuellen Länderstudie Tschechien zeigen, gibt es besonders im Bereich Sommer-Aktivurlaub ein sehr großes Wachstumspotenzial, das noch nicht ausgeschöpft ist. Allerdings ist das tolle Sommerurlaubsangebot bei Weitem nicht so bekannt wie die Skimöglichkeiten. Und das sollten wir ändern, finde ich! Mit der Bewerbung von interessanten Angeboten können alle Bundesländer neue Gäste aus Tschechien gewinnen, und die Gastgeber unter Ihnen, vielleicht sogar neue Freunde, denn spätesten bei einem gemütlichen Glas Bier wird sich zeigen, dass die tschechische der österreichischen Mentalität recht ähnlich ist …

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finden sich als Kritikpunkt, obwohl 68 Prozent der tschechischen Gäste Österreich als ein Land der Seen betrachten. Allerdings nur 44 Prozent nehmen diese Gewässer auch als warme Badeseen wahr, die sich zum Schwimmen eignen. Kritik wird auch an den Verständigungsmöglichkeiten und den Preisen laut.

Noch unbekannte Stärken Österreich-Kenner wissen, dass sich das Land gut für den aktiven Sport im Sommer eignet, und schätzen auch die Schlechtwetteralternativen. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis, die

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Verständigungsmöglichkeiten und damit im Zusammenhang stehend die Geselligkeit stufen sie weitaus höher ein als die Tschechen, die Österreich noch nicht besuchten. Diese dem Gros der tschechischen Auslandsurlauber noch unbekannten Stärken gilt es daher in der Kommunikation besser zu betonen. Im Vergleich zu den wichtigsten Mitbewerbern Italien, Kroatien und Slowakei schätzen die Tschechen Österreich als u. a. qualitativ hochwertiger, sicherer, sportlicher, kultivierter und natürlicher ein. Österreich gilt aber auch als teurer als die anderen drei Urlaubsdestinationen, hat aber den Vorzug, im Verhältnis zu Kroatien und Italien kaum „überlaufen“ zu sein. Eine schlechtere Einstufung erhält Österreich bei den Eigenschaften erlebnisreich, familienfreundlich, erholsam, genussvoll und traditionell. Die Österreicher gelten zudem als weniger sympathisch und gastfreundlich. Dies steht im Zusammenhang mit der Sprachbarriere, die Tschechen bei einem ÖsterreichUrlaub befürchten. In Kroatien und Slowenien besteht dieses Problem dank gemeinsamer slawischer Sprachwurzeln kaum.

Beliebteste Alpendestination Bei der Planung ihres nächsten Auslandstrips bleiben die Tschechen ihren bisherigen Lieblingsdestinationen treu: Kroatien, Österreich, Italien, Griechenland und die Slowakei stehen auch in den nächsten drei Jahren ganz oben auf der Liste der begehrtesten Reiseziele. Das einzige Land, für das die Tschechen steigendes Interesse melden, ist übrigens Spanien. Unter den Alpenregionen liegt Österreich in der Beliebtheitsskala auf Platz eins. 35 Prozent der Gäste, die jenseits der Landesgrenzen urlauben, ziehen in den nächsten drei Jahren Ferien in den österreichischen Bergen in Betracht. Auf Platz zwei und drei in diesem Ranking liegen Frankreich (20 %) und die Schweiz (17 %). Wenn unsere nördlichen Nachbarn ihre Auslandsreisen organisieren, nutzen 69 Prozent die Dienste eines Reisebüros, sei es um Pauschaltrips, Gruppenreisen oder nur Teilleistungen zu buchen. Zwölf Prozent reservieren ihre Reisen online. Österreich-Kenner hingegen buchen doppelt so oft online (24 %), beanspruchen aber ebenfalls in hohem Maße die Services des Reisebüros. Um Informationen über das Reiseziel einzuholen, sprechen Tschechen am liebsten mit Freunden und Verwandten (34 %), 27 Prozent holen sich Wissenswertes aus dem Internet, am liebsten über Reise portale und Websites von Reiseländern und Dezember 10/Jänner 11


Regionen, und 21 Prozent blättern in Katalogen von Reiseveranstaltern und Destinationsprospekten. Sowohl das Buchungs- als auch das Informationsverhalten machen deutlich, dass Touristiker bei der Bearbeitung des tschechischen Markts sowohl mit Veranstaltern kooperieren als auch Gäste in spe direkt ansprechen sollten. Tschechische Urlauber in Österreich geben täglich 109 Euro aus. Der westeuropäische Auslandsurlauber gibt im Schnitt 123 Euro aus. Die Gesamtausgaben betragen pro Person 571 Euro.

Wie Österreich duftet Um das Potenzial zu nutzen, über das der Sommerurlaub in Österreich mit seinen vielfältigen Möglichkeiten auf dem tschechischen Markt verfügt, plant die ÖW Prag im Frühjahr 2011 eine Cross-Marketing-Kampagne unter dem Titel „Ein Duft wie Urlaub in Österreich“. Herzstück der Aktion, die von April bis Juli 2011 läuft, sind ganzseitige Anzeigen in Opinion-LeaderMagazinen, die Duftproben (zum Öffnen oder Reiben ähnlich den Anzeigen von Parfümmarken) enthalten. Den Duft, den die Proben verströmen, gilt es, bei einem Gewinnspiel zu erraten. In Ergänzung zur Printkampagne erfolgt eine E-Marketingaktion, die Blogs zu Sommererlebnissen in Österreich miteinschließt. Im Segment der Wintersportreisen ist Österreich Marktführer in der Tschechischen Republik. Zur Absicherung dieser Position, aber auch um von der Marktdynamik (steigendes Einkommen der Zielgruppen) zu profitieren, stellt die ÖW weiterhin das Skifahrerlebnis in den Mittelpunkt ihrer Winterkampagne 2011. Zusätzlich wird die Kampagne um die Themen Wellness, Natur, Regeneration und Kulinarik angereichert. Kontakt: Ingrid Sieder, Markt Managerin Tschechische Republik, Tel.: +420 29 62 19 105, E-Mail: ingrid.sieder@austria.info

Wie Sie Ihre tschechischen Gäste begeistern • Begrüßen Sie den tschechischen Gast persönlich. • Laden Sie ihn zu einem Begrüßungsgetränk ein. • Bereiten Sie Informationsmaterial in tschechischer Sprache auf. • Lernen Sie einige Worte Tschechisch, Ihr Gast weiß Ihre Mühe zu schätzen. • Empfehlen Sie den unternehmungslustigen Tschechen Ausflüge in die Umgebung • Umfangreiche Packages gelten als einengend, geben Sie lieber Tipps für Zusatzangebote. • Beliebte Spezialangebote: Bieten Sie Sommer-Cards mit Ermäßigungen an. • Winter: Angebote inkl. Skipass sind sehr beliebt. • Bieten Sie Skipassermäßigungen an und kommunizieren Sie diese. • Heben Sie kostenlose Leistungen hervor (z. B. Gratisräder). • Beliebte Themen für den Small-Talk: Sport, gemeinsame Geschichte und Kulinarik

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Demografischer Wandel

Die Weltbevölkerung wächst und altert, wenn auch regional unterschiedlich. Wie diese Entwicklung den Tourismus beeinflusst, zeigt eine aktuelle Studie.

Text: Julia Faber

Foto: iStockphoto.com

Reisen boomt

is 2030 wächst die Weltbevölkerung von derzeit knapp sieben um über 20 Prozent auf etwa 8,3 Mrd. Menschen, allerdings nach Kontinenten unterschiedlich. Während Europa mit einem Rückgang um ein Prozent rechnen muss, wird die Bevölkerung Nord- und Südamerikas sowie Asiens um 17 bzw. 18 Prozent zulegen. In den sonstige Regionen – allen voran Afrika – erhöht sich die Einwohnerzahl beinahe um die Häfte (+47%). Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Studie „Demografischer Wandel und Tourismus“, die die World Tourism Organization (UNWTO) und die European Tourism Commission (ETC) 2010 durchführten.

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Viel mehr Menschen unterwegs

Weltbevölkerung Anteile nach Kontinenten 2010 2030 (in Prozent) Asien Europa Südamerika Nordamerika Sonstige

60 11 9 5 15

59 9 8 5 19

Mehr Infos Die Studie „Demographic Change and Tourism“ kann zum Preis von 75 Euro plus Versandkosten bei der ETC bestellt werden: www.etc-corporate.org Unterlagen des International Seminars on Demographic Change an der Modul University Vienna vom September können Sie kostenlos downloaden: www.modul.ac.at/tourmis

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Schon das globale Bevölkerungswachstum wird die Zahl der Auslandsreisenden deutlich erhöhen. Zusätzlich werden sich aufgrund des steigenden Wohlstands immer mehr Menschen Trips ins Ausland leisten können. 1980 reisten erst 6,2 Prozent der Weltbevölkerung, 2008 waren es bereits knapp 14 Prozent und 2030 sollten laut Studie 20 Prozent der Bevölkerung weltweit Urlaub jenseits der Landesgrenzen machen. Mit dem Anstieg der Quote der Auslandsreisen und dem Wachstum der Weltbevölkerung wird das Volumen an internationalen Trips kräftig zunehmen. Laut der „Tourism 2020 Vision“ der UNWTO dürften die internationalen Ankünfte rund um den Globus schon in zehn Jahren bei 1,6 Mrd. liegen (2010: rund 900 Mio.). Gleichzeitig mit dem Bevölkerungswachstum verändert sich dank höherer Lebenserwartung und sinkender Geburtenraten auch die Altersstruktur der Menschen: In den Neunzigerjahren hatte die Mehrheit ein Alter von unter 40 Jahren, 2010 liegt dieser Wert bei unter 65 und 2030 wird er bei unter 85 Jahren ankommen. Allerdings gibt es weltweit große regionale Unterschiede. Während die Bevölkerung in den Industriestaaten deutlich altert, weisen die Entwicklungsländer auch in Zukunft einen höheren Anteil jüngerer Menschen auf.

Damit vergrößert sich der Seniorenmarkt, wodurch sich für Touristiker neue Aspekte ergeben: • Gäste aus Industrieländern werden zwar älter, aber anders als die Senioren von heute wenden sie modernste Kommunikationstechnologien an. • Die ältere Generation wird zunehmend unternehmungslustig und will auf Reisen auch Neues erleben. • Da ältere Menschen auch kleinere Behinderungen aufweisen können, müssen Beherbergungsbetriebe und Transportunternehmen dies berücksichtigen z. B. beim Design ihrer Produkte wie bei der Ausbildung der Mitarbeiter. • Senioren werden, wenn sie nicht gerade auf ihre Enkelkinder aufpassen, verstärkt außerhalb der Schulferien verreisen. • Statt der Segmentierung potenzieller Gäste nach Alter sollte das Marketing die Lebenssituation und die Bedürfnisse der Zielgruppen berücksichtigen. Mit zunehmendem Wohlstand und einer auch noch in 20 Jahren jungen Bevölkerung werden die heutigen Entwicklungsländer in Asien und Südamerika zu wichtigen Quellmärkten. Diese neuen Gästegruppen werden im Vergleich zum Westeuropäer konservativere Urlaubsansprüche haben, zum Beispiel mehr Wert auf Geschichte und Kultur legen.

Komplexere Urlaubswünsche Der demografische Wandel führt auch zu neuen Familien- bzw. Haushaltsstrukturen, die Einfluss auf den Tourismus haben. So wird sich beispielsweise das Volumen der Singlereisen vergrößern, aber auch Patchwork-Familien oder Großeltern mit ihren Enkeln werden verstärkt Trips unternehmen. Die Produktentwicklung und das Marketing müssen daher in Zukunft eine komplexe Palette an Urlaubswünschen berücksichtigen. © UNWTO, 9284404610 Dezember 10/Jänner 11


Weiterbildung

Zum Bachelor in drei Semestern

Dr. Reinhold Mitterlehner

as IBS – Institut für berufsbegleitende Studien – bietet Touristikern ein neues Weiterbildungsprogramm, das sie in drei Semestern berufsbegleitend zum Bachelor führt. Das Studium, das in Kooperation mit der international anerkannten Hochschule Zittau/Görlitz in Deutschland auf dem Bildungscampus Bad Vöslau südlich von Wien durchgeführt wird, ermöglicht es den Teilnehmern, erstmals in Österreich bzw. in deutscher Sprache den europaweit anerkannten Titel „Bachelor of Arts, BA“ für Tourismusmanagement zu erlangen. Voraussetzung für die Aufnahme sind eine touristische Ausbildung sowie Berufserfahrung. Das Studium präsentiert sich als Mix aus Präsenz- und Fernstudium in drei Semestern. So müssen rund 20 Wochenenden (Freitagabend und Samstag ganztags) sowie zwei Intensivwochen als Anwesenheitszeit eingeplant werden.

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Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend

Neue Chancen im Tourismus

Foto: www.dreamstime.com

Als Vortragende wurden namhafte Experten aus dem Bereich Tourismus und Hotellerie gewonnen. „Wir legen auf die einschlägige Erfahrung und das Wissen unserer Vortragenden Wert, die dem Nachwuchs sowohl praktisches Rüstzeug als auch wissenschaftliches Knowhow auf ihren Karriereweg mitgeben sollen“, so Christa Lausenhammer, Geschäftsführerin und Direktorin von IBS.

Praxisnahes Studium Das Studium ist praxisnah angelegt und deckt die gesamte Bandbreite des touristischen Knowhows für Führungskräfte ab. So zählen beispielsweise empirische Sozialforschung, Tourismusmarketing, Destinationsmanagement, Management, E-Commerce, Investition und Finanzierung oder Reisevertragsrecht zu den Unterrichtsfächern. Die Studienkosten betragen 2.724 Euro pro Semester. Inklusive Prüfungsgebühr sind für das gesamte Studium insgesamt rund 8.600 Euro zu veranschlagen, wobei diese Fortbildungskosten steuerlich absetzbar sind. Derzeit absolvieren 30 Touristiker das Studium, das sehr individuell und auf die Bedürfnisse des Einzelnen ausgerichtet ist. Weitere Informationen unter www.karriereimtourismus.at

sterreich ist als Tourismusland bestens positioniert und genießt auch bei der Tourismusausbildung Weltruf. Einerseits gelangen immer wieder heimische Fachkräfte in internationale Spitzenpositionen, andererseits kommen zahlreiche ausländische Schülerinnen und Schüler sowie Studentinnen und Studenten in unser Land, um hier eine fundierte Ausbildung zu erhalten. Daher wollen wir die Öffentlichkeit noch stärker über die große Bedeutung der Tourismus- und Freizeitwirtschaft für Österreich informieren und deren vielfältige berufliche Chancen besser darstellen. Das neue Handbuch „Ein Job im Tourismus. Ausbildungsmöglichkeiten in Österreich“ richtet sich an alle bildungsberatenden Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie an deren Eltern. Es soll die Suche nach dem geeigneten Beruf erleichtern sowie die vielfältigen tourismusspezifischen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten aufzeigen: Von der Lehre mit Berufsmatura bis zum Universitätsstudium ist in Österreich alles möglich. Ich hoffe, dass das neue Handbuch noch mehr junge Menschen für einen Job im Tourismus begeistert. Denn qualifizierte und motivierte Nachwuchskräfte stärken nicht nur die Tourismusbranche, sondern die gesamte Wirtschaft. Die positiven Effekte des Tourismus auf Wachstum, Einkommen und Beschäftigung haben mit dazu beigetragen, dass Österreich besser durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise kommt als andere europäische Länder.

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Das Handbuch „Ein Job im Tourismus. Ausbildungsmöglichkeiten in Österreich“ ist in der TourismusServicestelle des BMWFJ kostenlos erhältlich. Eine Bestellung ist via E-Mail unter tourism@bmwfj.gv.at oder telefonisch unter 01/71100-5597 möglich, Download unter www.bmwfj.gv.at/tourismus.

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Gästekarten

Sesam, öffne dich! Die kleinen Plastikkarten mit dem Mehrwert für Gäste haben sich einen fixen Platz im Destinationsmarketing erobert. Was die smarten Cards können und welche technischen Trends sich hier abzeichnen, lesen Sie hier. Text: Julia Faber

nter touristischer Flagge sind in Österreich jede Menge Vorteilskarten im Einsatz. Sie alle vereint das Hauptziel, dem Gast attraktive Angebote und Service zu bieten. Im touristischen Marketingmix übernehmen die Karten unterschiedliche Aufgaben, hier die wichtigsten im Überblick: • der einheitliche Markenauftritt einer Destination • die Schaffung einer Marketingplattform für unterschiedliche Leistungsträger • die Vernetzung von Einzelunternehmen • eine höhere Auslastung • die Generierung von Marktforschungsdaten • die Kundenbindung

Foto: Best Health Austria

U Was Wellnessgäste wünschen ie Sauberkeit der Bade- und Saunalandschaft steht bei der Beurteilung von Wellnesshotels an erster Stelle – ein gepflegtes, hygienisches Erscheinungsbild zu jeder Tageszeit hat oberste Priorität im Wohlfühlurlaub. Einen regelmäßigen Check wert ist auch das Ambiente der Badelandschaft, der Ruheräume und Liegebereiche – sie liegen auf Platz zwei und drei. Ein freundliches und kompetentes Team in der Massage- und Kosmetikabteilung, das einladende Ambiente der Behandlungsräume sowie die Schnelligkeit und das freundliche Auftreten der Reservierung liegen in der Wichtigkeitsskala ebenfalls ganz oben. Um bei den Gästen zu punkten, lohnt weiters ein kritischer Blick auf die Attraktivität der Saunalandschaft, des Massage- und Kosmetikangebots und die Auswahl an Fitnessaktivitäten und -geräten. Und nicht zuletzt wird ein professioneller Umgang mit Beschwerden von den Gästen hoch eingestuft – und Investitionen in gut geschulte Mitarbeiter und Wiedergutmachungen sind ihr Geld wert. Best Health Austria erhebt laufend die Zufriedenheit der Gäste in den zertifizierten Betrieben und kann auf über 20.000 Kundenbewertungen zurückgreifen. Auch nicht zertifizierte Betriebe können sich mit den Daten benchmarken.

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Weitere Informationen unter office@besthealthaustria.com

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Der Erfolg einer touristischen Karte als eines der Tools im Marketingmix hängt vor allem von der Präsentation eines attraktiven Angebots und des damit verbundenen Zusatznutzens für den Gast ab. Seinen eigentlichen Wert fürs Tourismus-Marketing erhält das Plastikkärtchen erst dadurch.

Fülle an Modellen Neben diversen technischen Systemen steht Touristikern eine Reihe an Kartenfunktionen zur Verfügung. Die Auswahlpalette beinhaltet etwa Rabatt-, Bonus-, All-inclusive-Karten bzw. eine maßgeschneiderte Mischform aus mehreren Varianten. Welches Modell in einer Region, einem Ort oder einem Unternehmen zum Einsatz kommt, hängt von der Zielsetzung des Projekts ab: Im

Vordergrund steht freilich der Vorteil für den Gast, der als Mehrwert in Form einer finanziellen Ersparnis und/oder eines bequemeren Handlings auftritt. Die Vernetzung der Attraktionen und Betriebe sowie die gemeinsame Präsentation unter einem Kartendach stehen im Blickpunkt vieler touristischer Kartenmodelle. Vorteilsbroschüren dienen dabei als Kommunikationsmittel: Unter einem Kartendach vereinen sich unterschiedlichste touristische Leistungen und stärken den einheitlichen Markenauftritt einer Region. Den teilnehmenden Unternehmen bringen Destinationskarten die Chance der Kooperation sowie der Bündelung von Marketingaktivitäten. Die Betriebe erreichen neue Kundengruppen ohne Mehraufwand und schöpfen Vermarktungssynergien aus, um dadurch eine höhere Auslastung zu erreichen. Ihre Leistungen fließen dabei in Angebotspakete ein – oft auch bereits für Zielgruppen segmentiert – und werden über ein Netz von Verkaufsstellen vertrieben.

Daten generieren Dank moderner technischer Systeme lassen sich über die elektronische Kartennutzung an den einzelnen Terminals auch wertvolle Marktforschungsdaten generieren, die Touristiker für möglichst zielgenaue künftige Marketingaktivitäten nutzen können. Hier setzt beispielsweise die Kärnten Card an, die feratel, Spezialist für digitale Lösungen im Dezember 10/Jänner 11


Foto: dreamstime.com

Kommentar

Tourismus, 2010 mit einer neuen Software aufrüstete, um mehr und schnellere Information über das Kundenverhalten zu gewinnen. Auf Basis der erhaltenen Daten lassen sich noch während der Saison Angebotspakete schnüren oder gezielte Marketingaktionen z. B. zur Bewerbung schwächer ausgelasteter Ausflugsziele ins Leben rufen. Die Kärnten Card, die jährlich rund 200.000 Gäste nutzen, gibt es seit 15 Jahren. Sie ist eine der ältesten touristischen Karten Europas. Für Wolfgang Grandjean, Marketingleiter der Firma Wilken, die verschiedene Smart-CardLösungen im Programm hat, gehört die Zukunft jenen intelligenten Karten, die mit einem Abrechnungs- und Auswertungssystem im Hintergrund verbunden sind. So lassen sich die Daten beispielsweise zur Analyse der Besucherströme heranziehen oder zur Abrechnung der Leistungsträger untereinander nutzen. Für den Gast, aber auch für Destinationen bieten touristische Karten, die mit einem Chip ausgestattet sind, laut Monika Duchatczek, Geschäftsführerin des EDV-Dienstleisters Cards & Systems, fast unbegrenzte Möglichkeiten. Da sich auf den Chipspeicher eine Fülle von geldwerten Leistungen aufbuchen lässt, könnte eine solche Karte als „Sesam, öffne dich!“ für fast alle Freizeiteinrichtungen in einer Region dienen. Auch ermöglicht

der Chip berührungslosen Zutritt wie bei den Keycards der Seilbahnunternehmen. „Technisch ist alles machbar“, meint Duchatczek, „aber in der Praxis scheitert die flächige Vernetzung oft daran, dass die Betriebe mit unterschiedlichen Systemen ausgestattet sind, diese aber aus Kostengründen nicht vereinheitlichen wollen oder können.“ Bis vor wenigen Jahren haben sich Telekomindustrie und Anbieter von Kartensystemen viel von mobilen Lösungen versprochen, die die Leistungen einer touristischen Karte mit den Funktionen des Handys (Zutrittskontrolle, Ticketing, Bezahlen) verbinden. Über einige Pilotprojekte, so Duchatczek, sind diese mobilen Anwendungen jedoch nicht hinausgekommen. Der Grund dafür: Auf den handlichen Plastikkarten lässt sich das Angebot einer Region besser in Szene setzen als auf dem Mobiltelefon. Dazu kommt, dass Funknetze nicht 100-prozentig verfügbar sind.

Zur Kundenbindung Als Instrument der Kundenbindung, aber auch zur Vereinfachung von Abläufen setzt die Region Neusiedler See seit einigen Jahren ein GästekartenSystem mit integriertem Meldewesen ein: Dabei erfolgt mit dem elektronischen Meldeschein die direkte Eingabe der Gästedaten durch den Beherbergungs betrieb. Gekoppelt daran sind die automatische Produktion und der Ausdruck der Neusiedler See Card auf einer PVCKarte im Scheckkartenformat. Parallel dazu erfolgt die Übermittlung der Meldedaten an die zuständige Meldebehörde. In das Gästekarten-System ist ein Bonusprogramm integriert: Für jede Nächtigung in der Region Neusiedler See erhält der Gast einen Bonuspunkt, die 21. Nächtigung ist gratis.

Johann Schenner Obmann der Bundessparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich

Im besten Alter it 66 Jahren, da fängt das Leben an!“ Der Songtitel aus den 70er-Jahren könnte aktueller nicht sein. Was Udo Jürgens schon im zarten Alter von 43 wusste und mit 76 noch immer lebt, ist sozusagen zum Lebensmotto der so genannten „silbernen Generation“ geworden. Jung geblieben, fit, agil und mobil – im besten Alter eben – kaufkräftig und auch zahlungsbereit – wenn das Angebot passt. Wenn das Angebot passt … Das ist der springende Punkt. Statistiken prognostizieren, dass der Anteil der Über-60-Jährigen bis zum Jahr 2050 auf 34 Prozent ansteigen wird. Gleichzeitig ist bei sinkender Geburtenrate der Anteil der 20- bis 30-Jährigen stark rückläufig. Dieser gesellschaftliche Wandel bringt mit sich, dass sich schon jetzt und im Laufe der nächsten Jahre noch verstärkt neue Gästegruppen mit neuen Ansprüchen herausbilden werden. Vor allem die Best Ager, die Generation 60+ – oder wie immer man sie auch nennen mag – wird als attraktive Zielgruppe immer wichtiger werden. Diese Generation ist keineswegs „alt“. Ihr gefühltes Alter entspricht laut einer Umfrage dem tatsächlichen Alter minus 10 bis 15 Jahren. Damit gehen veränderte Lebensstile einher. In Zukunft geht es also nicht mehr um die Einteilung in bestimmte Altersgruppen, sondern um Menschen mit bestimmten Werten und Lebenseinstellungen, wo die Gesundheit im Mittelpunkt steht und die Natur an Bedeutung gewinnt. Und die „silberne Generation“ ist bereit, für hohe Qualität auch tiefer in die Tasche zu greifen. Nützen wir also das Potenzial und begegnen wir ihnen mit Angeboten, die ihren Bedürfnissen und Vorstellungen Rechnung tragen.

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Social-Media-Kommunikation

Erst zuhören, dann mitreden Social Media: Das „Mitmach-Netz“ ist mittlerweile bevorzugter Aufenthaltsort der User-Gemeinde im WWW und damit zum bedeutenden Marktplatz avanciert. Wie Sie sich mit Ihrem Angebot ins neue Internet einklinken können, lesen Sie hier. Text: Alexandra Gruber

Top-Websites Österreich 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

Google Facebook YouTube ORF.at Wikipedia Amazon derStandard.at Yahoo Twitter Ebay

Quelle: www.alexa.com

ls es das Social Web noch nicht gab, musste man noch einen Aufkleber am Autoheck anbringen: „I love Hinterstoder“ oder „Zillertal forever“ stand da. Heute reicht ein Klick auf den „Gefällt mir“-Button der Internet-Plattform Facebook, um dem gesamten Bekanntenkreis die persönliche Affinität zu einer Urlaubsdestination mitzuteilen. Das soziale Netzwerk Facebook gilt als ein Aushängeschild der „Social Media“ (soziale Medien), jener Internet-Plattformen mit dem Merkmal Interaktivität, die den statischen Sites bereits den Rang abgelaufen haben. Diese Entwicklung innerhalb des WWW bezeugt zum Beispiel das aktuelle Ranking der beliebtesten Websites der Österreicher. Gleich hinter Spitzenreiter Google reiht sich schon User Generated Content in Gestalt von Facebook und der Video-Site YouTube (siehe Kasten „Top-Websites Österreich“).

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Foto: dreamstime.com

Sozialisierung des Urlaubs Meinungen und Erfahrungen zum Thema Reisen sind omnipräsent im Social Web. Und von dem gigantischen Informationspool über Urlaubsdestinationen, Hotels & Co. macht bereits eine Mehrheit Gebrauch. Laut einer aktuellen Befragung des digitalen media centers besuchen knapp 58 Prozent der deutschen Internetuser im Rahmen ihrer Urlaubsplanung Bewertungsportale und soziale Netzwerke. Beinahe ebenso viele Gäste (57 Prozent) führt die Suche nach objektiver Darstellung auf interaktive Reiseportale und zu Blogs. Hingegen binden nur mehr 43 Prozent den guten alten Print-Reiseführer in ihre Recherchen mit ein.

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Die Gästescharen, die bereits im interaktiven Web unterwegs sind, formieren sich zu einem neuen, stark wachsenden Markt. Social Media empfehlen sich daher als überaus interessanter Kanal für die Unternehmenskommunikation. Die neue Medien-Kategorie folgt allerdings ihren eigenen, völlig neuen Regeln. Erstmals seit Bestehen der Massenkommunikation erreichen nicht nur Privilegierte wie Medien und Unternehmen eine breite Öffentlichkeit. Heute erlaubt es das soziale Netz beinahe jedem – mit Zugang zum Internet – mit seiner Stimme die Masse zu erreichen. An den virtuellen Stammtischen spricht man auch viel über Reisen und Urlaub. Wer als touristischer Anbieter mitreden will, sollte sich wohl dieser oder jener digitalen Runde anschließen sowie die Möglichkeit nutzen, in direkten Dialog mit den Gästen zu treten und die eigene Sicht der Dinge darzulegen.

Marken mit Fangemeinde Das Vorhaben, die Markenkommunikation durch Aktivitäten im neuen Web zu ergänzen, steckt allerdings noch in der experimentellen Phase. So mancher Entscheider aus der Branche hinterfragt den gegenwärtigen Enthusiasmus bezüglich des Markt-Werts von Social Media daher noch kritisch: Muss man denn wirklich überall dabei sein? Steht der hohe Arbeitsaufwand in Relation zum Gewinn? Sind manche Trends nicht genau so schnell wieder weg vom Bildschirm wie sie gekommen sind? „Ich verstehe die Skepsis, mit der viele Hoteliers und Marketingverantwortliche dem Social Web gegenübertreten“, notiert PR- und Web2.0-Spezialistin Karin Schmollgruber in ihrem Blog FastenYourSeatbelts.at. „Mit einer Ausnahme: Wenn es sich um eine Massenerscheinung handelt, dann ist es höchste Zeit, seine Bedenken über Bord zu werfen.“ Die Mitgliederzahlen von Facebook zum Beispiel (über eine halbe Milliarde weltweit) sind aus Schmollgrubers Sicht ein klarer Auftrag an Destinationen und Hoteliers, in diesem momentan führenden sozialen Netzwerk aktiv mitzumischen. Im Bereich der Network-Plattformen wie Facebook ist zu erwarten, dass diese künftig die Funktion von zentralen Drehscheiben im Internet übernehmen, kündigen die Autoren

der aktuellen internationalen Studie „Wave5 – The Socialisation of Brands“ der Werbeagentur Universal McCann an. Längst scharen nicht nur Personen, sondern auch Marken in sozialen Netzwerken Freundeskreise um sich. Weltweit folgen bereits 30 Prozent jener User, die in einem Social Network eingeloggt sind, Markenauftritten innerhalb der Netzwerke. 2009 waren es gerade 10 Prozent. Gleichzeitig ist der Zuspruch zur klassischen Firmen-Website übrigens global rückläufig.

Dialog auf Augenhöhe „Das neue Web ist bestimmt keine Modeerscheinung“, weiß Dieter Rappold, Gründer von vi knallgrau, einer Wiener Online-Agentur. „Es kann durchaus sein, dass die eine oder andere Seite wieder verschwindet, aber die Idee eines Dialogs auf Augenhöhe, auch zwischen Anbietern und Konsumenten, wird mit Sicherheit bleiben bzw. sich weiterentwickeln.“ „Twittern oder nicht twittern?“ – das ist eigentlich nicht die Frage, sondern: „Sollte man sich mit der Social-Media-Kategorie ‚MicroBlog‘ beschäftigen, die im Moment von der Plattform Twitter (mit 100 Mio. „Followers“ weltweit) am stärksten repräsentiert wird?“ Die neue Kommunikationsform via Micro-Botschaften wird sich vermutlich halten, ob die Plattform dafür nun Twitter heißt oder anders. Wie sonst in der Markenkommunikation üblich ist es auch im Social Web das erklärte Ziel, dort mitzumischen, wo sich die relevanten Dialoggruppen aufhalten. Um den richtigen Draht zu bestehenden und potenziellen Gästen

Wege zum Dialog Hier ein Auszug der verschiedenen SocialMedia-Aktivitäten der Österreich Werbung http://blog.austriatourism.com/ http://www.facebook.com/urlaub.in.oesterreich http://twitter.com/austriatourism http://www.youtube.com/austria http://www.flickr.com/photos/austriatourism

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Social-Media-Kommunikation sowie Multiplikatoren zu finden, empfiehlt es sich, zuerst das Geschehen im sozialen Netz unter die Lupe zu nehmen. Daniel Hoffmann, Gründer von socialmediablog.de, rät, Keywords und Domains zur eigenen Marke zu überwachen, um relevante Meinungen, Meinungsführer und Stimmungen aufzuspüren und zu analysieren. Durch gezieltes Monitoring lässt sich außerdem die Wettbewerbsposition effizient erfassen. Wer den „Klatsch“ über die eigene Marke im Web quantitativ und auch qualitativ erfassen möchte, kann aus einem großen Angebot an Monitoring-Tools wählen: von einfachen, kostenlosen Analysen wie z. B. Socialmention.com oder Socialwebsiteanalyzer.com bis zu kostenpflichtigem Monitoring, gestützt durch Experten-Auswertungen.

Vom guten Ton Sind diejenigen Plattformen eruiert, die das Zeug zum effizienten Kommunikationskanal haben, heißt es: dem Publikum zuhören. Gerade die geübten Marketing-Experten müssen sich im Social Web auf eine neue Sprache einlassen. Sämtliches Werbliche ist fehl am Platz, kommuniziert man doch auch als Urlaubsanbieter stets als Teil der Community – immer auf Augenhöhe mit den Kunden. Von Plattform

zu Plattform unterschiedlich gilt es, sich spezifisches Vokabular und eine spezifische Schreibweise anzueignen. „Es wird geplaudert, nicht verkauft“, heißt es dazu im Leitfaden „Social Media für die Hotellerie“ der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Die User suchen besonders im Social Web den Mehrwert in Form von Informationen. Die kritische Community akzeptiert nur Inhalte, die sich abheben – durch Relevanz für die Zielgruppe, Transparenz, Qualität des Inhalts und subjektive Perspektiven. „Im Grunde läuft die Kommunikation dabei wie im echten Leben: Lernt man jemanden kennen, der oder die ständig nur von sich selbst redet, wird man seiner ziemlich schnell überdrüssig“, so der ÖHV-Leitfaden zum richtigen Umgang mit Social Media. Von „dabei sein ist alles“ kann aber beim Thema Social Media keineswegs die Rede sein. Wer sich einmal eingeklinkt hat, etwa mit einer Fansite auf Facebook, mit einem TwitterAccount, mit einem YouTube-Channel usw., muss aktiv am Ball bleiben. Sämtliche dieser Kommunikationsplattformen leben von regelmäßigen Einträgen und möglichst zeitnahen Antworten auf Kommentare & Co. Das heißt: Für den Dialog im Social Web ist mit Arbeitsaufwand zu rechnen.

Rahmen definieren

Facebook-Fansite: Worauf es ankommt Gästebindung, Steigerung der Markenbekanntheit, Marktforschung: Die Facebook-Fansite erweist sich als vielseitiges Kommunikations-Instrument. Über den Erfolg beim Publikum entscheiden letztlich die Inhalte. • authentische Kommunikation statt Unternehmenssprache • Auftritts-Manual erarbeiten: § Konzept: Inhalte bzw. USP der Fanseite – sinnvolle Ergänzung des Kommunikationsmix mit „Geheimtipps“ aus der Region, Blick hinter die Kulissen, Veranstaltungen, Fotos, Videos § Mitarbeiter, die aktiv eingebunden sind als „Facebook-Beauftragte“: Wer postet und antwortet? § Leitfaden für Reaktionen auf Fragen, aber auch auf Beschwerden • zuhören: Gästewünsche und -beschwerden als Anregung für die Produktgestaltung • Dialog pflegen: „call to action“ – Anregung von Kommentaren; zeitnahe Reaktion auf Fragen u. a. • vernetzen: § Fans sammeln, z. B. Gäste persönlich auf FB-Fansite hinweisen, Gewinnspiele nur für Fans, Mailings § Lieblingsseiten auf der eigenen Fansite listen (z. B. Seilbahnen, Gastronomie) § FB-Link z. B. auf Webportal oder in E-Mail-Signatur Quelle: Annette Schwindt, schwindt-pr.com; Olaf Nitz, ÖW

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Da die Authentizität des Auftritts erstes Gebot ist, macht es keinen Sinn, die Kommunikation via Social Media auszulagern, so die WebExperten der Österreich Werbung. Es sollten diejenigen mitreden, die Einblick ins Geschehen haben. In welchem Rahmen der Auftritt in den Social Media stattfinden soll, legt am besten ein Manual fest: Welche Ziele wollen wir mit diesem oder jenem Einsatz erreichen? Wer postet? Welche Inhalte sind relevant? Wer antwortet? Wie gehen wir mit Kritik seitens der Community um? – denn auch damit ist zu rechnen – und zuletzt: Wie und auf Basis welcher Ziele erfolgt die Kontrolle der Maßnahmen? Mithilfe von externen Beratern lassen sich diese Eckdaten des Auftritts zielgerichtet festschreiben. Was Markenkommunikation im Social Web tatsächlich erreichen kann, hängt von der Plattform ab, auf der sie zum Einsatz kommt. Schließlich finden sich unter dem Oberbegriff Social Media verschiedenste Spielformen des User Generated Content. Neben den sozialen Netzwerken gibt es auch Blogs, Micro-Blogs, Foto- und Video-Portale und unzählige VariDezember 10/Jänner 11


anten an Websites mit Kommentarfunktion wie z. B. Reise- und Buchungsplattformen.

Empfehlungsmarketing „Gefällt mir“ „Wer ein paar einfache Grundregeln befolgt, verbessert erstens das Image seines Betriebs. Richtig angewendet optimiert gezieltes SocialMedia-Marketing zweitens die Suchergebnisse bei Google & Co.“, nennt Michael Mrazek, Leiter der Internetagentur ncm.at und Fachautor des Social-Media-Leitfadens der ÖHV, zwei Funktionen, für die sich wohl alle besucherstarken sozialen Medien eignen. Den Experten der ÖW zufolge erfüllt z. B. die Fanpage auf Facebook verschiedene Aufgaben: Sie eignet sich zunächst als effizientes Tool zur Gästebindung, denn mittels Facebook-Pinnwand lässt sich die Fan-Gemeinde regelmäßig, einfach und aktuell mit Informationen versorgen. Außerdem mutiert der FacebookAuftritt immer mehr zur Ergänzung des Webportals, sozusagen zum repräsentativen Zweitauftritt im WWW.

Hier erwarten bereits viele Gäste Geheimtipps und authentisch kommunizierte Neuigkeiten in geballter Form, aber auch die Meinung der anderen User. Durch die Vernetzung der Facebook-Community verbreiten sich die Botschaften nach dem Schneeballprinzip und erreichen im Bestfall ein Vielfaches der Fangemeinde. Voraussetzung für diese Form des Empfehlungsmarketings sind interessante Postings, die einen anerkennenden Klick auf den „Gefällt mir“-Button oder einen Kommentar auslösen. „Das Spannende ist, dass ich hier rund um die Uhr eine Fokusgruppe zur Verfügung habe, die ich in die Produktentwicklung integrieren kann“, nennt Dieter Rappold einen weiteren Vorteil von Facebook und verwandten Seiten. Zum Beispiel entwickelte Coca-Cola gemeinsam mit der FacebookCommunity die Geschmacksrichtung des neuen Produkts Vitamin Water. „Bei der Einbindung der Kunden warten noch gewaltige Möglichkeiten“, ist sich Rappold sicher.


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Social-Media-Kommunikation

Mitten im Mitmach-Netz Interviews: Alexandra Gruber, Claudia Lautenbach

Lukas Krösslhuber Geschäftsführer Kitzbüheler Alpen Marketing Foto: Johann Felsch

Matthias Wieser

Foto: www.fmtg.com

Auf einen Tratsch ins Facebook, ein kurzes Lebenszeichen auf Twitter absetzen oder sich doch besser auf Bewertungsplattformen engagieren? Wie sich Social Media für die touristische Sache einsetzen lassen, davon berichten hier Experten.

ozu noch selbst zusätzliche Inhalte produzieren, wo doch bereits so viel Interessantes über unsere Destination im WWW hochgeladen und geschrieben wird? Diese Frage brachte uns auf eine völlig neue Idee. Auf FrauHollesWelt.at, der Seite mit dem Untertitel „Kitzbüheler Alpen-Tratsch“, werden Blog-Einträge, Twitter-Nachrichten, Flickr-Bilder, YouTubeVideos, Content von Reiseplattformen, Meldungen von Online-Medien u. a. mit Bezug zur Destination Kitzbüheler Alpen automatisch zusammengeführt, thematisch sortiert und präsentiert. Nur fünf bis sechs Prozent der Meldungen sind eigener Content. Mit diesem First-Mover-Projekt konnten wir uns nicht nur in der Branche profilieren. Durch die objektive Darstellung stärken wir vor allem das Vertrauen unserer Gäste. Das digitale Panorama unserer Region kommt an, das zeigen zahlreiche Kommentare auf der Seite sowie persönliches Feedback.

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Online Marketing Manager Falkensteiner Michaeler Tourism Group elche Ziele lassen sich durch den Einsatz von Geld und Zeit in Social Media realisieren? Darüber sollten sich Hoteliers unbedingt klar werden, bevor sie loslegen. Face book etwa eignet sich zur Imagestärkung – und das nur, wenn spannende Botschaften und gute, innovative Produkte kommuniziert werden. Aber Facebook ist kein effizienter Verkaufskanal. Im konkreten Buchungsprozess spielen Social Networks im Moment keine Rolle. Dies ergab eine von Falkensteiner Hotels & Residences beauftragte Umfrage unter 3.500 Personen. Der Studie zufolge sind die Hotelwebsite und Bewertungsportale wie Holidaycheck nach den Suchmaschinen die wichtigsten Online-Kanäle für buchungswillige Gäste. Wer direkt Umsatz generieren möchte, muss dort ansetzen. Um das Empfehlungsmarketing zu forcieren, heißt es, die Gäste zu Bewertungen motivieren und das nicht nur online, sondern auch offline im persönlichen Kontakt. Das Feedback der Gäste von diversen Plattformen auf der eigenen Website zusammenzuführen festigt das Vertrauen neuer Besucher.

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Karin Schmollgruber Foto: www.passionpr.at

Geschäftsführerin passionpr.at

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iralität ist bekanntlich eines der Social-Media-Phänomene. Dennoch gibt es für die Verbreitung von Botschaften nach dem Schneeballprinzip absolut keine Garantie. Ob Fan, Follower, Leser oder Zuschauer, die gewünschten Zielgruppen sind nur dann mit an Bord, wenn Begeisterung für die Sache spürbar wird. Wenn Sie Ihre Destination zum offenen Gesprächsthema machen, müssen Sie außerdem aktiv um Gesellschaft werben, auch offline – im Callcenter, in der Tourismusinformation und via Mails. Übrigens: Wenn Sie unter die Blogger gehen, lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn nicht gleich Kommentare ins Haus flattern. Wie bei jedem Neustart braucht auch ein soziales Medium Zeit, sich zu etablieren. Es kann auch sein, dass Ihre Zielgruppe einfach gern passiv konsumiert. Für schnelle Kommentare eignet sich außerdem Facebook besser. Weisen Sie auf Ihrer „Fanseite“ auf jeden Blog-Eintrag hin!

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Foto: www.fuschlseeregion.com

Interview

Hildegund Schirlbauer Geschäftsführerin Fuschlsee Tourismus er erste Schnee ist heute in Fuschl gefallen – was sagt Ihr dazu?“ Mit Postings wie diesem informieren wir unsere Fan-Community via Facebook über Neuigkeiten aus der Region. Und unsere Nachrichten finden Gefallen. Nach gut einem Jahr freuen wir uns nämlich bereits über eine Fangemeinde von knapp 2.000 Personen. Unsere Anhängerschaft setzt sich aus Stammgästen ebenso wie aus potenziellen Urlaubern und Menschen aus der Region zusammen. Der große Vorteil: Es braucht nur sehr geringen Budgeteinsatz, um diesem interessierten Publikum in Echtzeit über das Tagesgeschehen zu berichten. Was bei den Fans besonders gut ankommt, ist der Einsatz von bewegten Bildern, wobei hier jedoch auf die Authentizität des Bildmaterials geachtet werden muss. Werblich gestaltete Videos sind im Social Web jedenfalls fehl am Platz. Wir durchforsten Videodatenbanken regelmäßig nach bestimmten Stichworten und laden gut gemachte Amateurvideos auf den YouTube-Channel „Salzkammergut“, bevor wir sie auf unserer Pinnwand verlinken.

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Reinhard Lanner Foto: Florian Lechner

Leiter Online Marketing SalzburgerLand Tourismus er Twitter-Account der Destination SalzburgerLand mutiert zum Tourismusinformationsbüro im Web. In aller Kürze richten Salzburgs Touristiker auf der virtuellen Gesprächsplattform Ankündigungen und Nachrichten aus ihrer Urlaubswelt an die Adresse der Follower. Diese dürfen die Twitter-Site ab sofort als Kanal für (An)Fragen zum Urlaub in Salzburg betrachten. Twitter weist eine sehr dichte Vernetzung mit dem Social Web auf. Die Botschaften, die auf Twitter geparkt sind, lassen sich daher ganz einfach auf vielen anderen Plattformen verbreiten. So landen die Tweets aus dem SalzburgerLand unter anderem auf großen digitalen Reise-Umschlagplätzen wie HolidayCheck und erreichen ein Publikum, das weit über die Gruppe der Follower hinausgeht. Die Facebook-Site SalzburgerLand ist ebenso Teil unserer Webkommunikation. Die unabhängigen Themenspezialisten, die hier neben den Touristikern posten, verleihen den Inhalten auf der Pinnwand den gewollten objektiven Anstrich: Im Winter geben eine Skilehrerin, eine Kinderbetreuerin, eine Free-Skierin sowie der Spitzensportler Felix Gottwald ihre Empfehlungen an die Fans weiter. Welche Inhalte Relevanz besitzen, dazu gibt es sowohl für Facebook als auch für Twitter einen Leitfaden, an dem sich die Akteure aus dem Salzburger Tourismus orientieren.

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Nähe erzeugen Olaf Nitz ist Teamleiter „Strategie Digitale Medien“ der Österreich Werbung und nicht nur in dieser Funktion überzeugter Verfechter von Markenkommunikation via Social Media. bulletin: In einem Vortrag prägten Sie den Begriff „digitale Nähe“ für die Kommunikation via Social Media. Was verstehen Sie darunter? Olaf Nitz: Aktuelle Trends in digitalen Kanälen erzeugen Nähe in verschiedener Hinsicht: Inhalte werden personalisiert und individualisiert, Content wird mit Geo-Codes angereichert und erzeugt damit einen lokalen Bezug, durch unterschiedliche Endgeräte wie Smartphones oder das iPad haben wir auch das Internet immer dabei. Somit werden digitale Kanäle immer präsenter, rücken immer näher. Welche Social-Media-Plattformen sollten Touristiker unbedingt als Sprachrohr nutzen? Das kommt auf die Zielgruppe und die Zielsetzung an: Als Touristiker sollte ich immer auf die Plattformen gehen, wo die Überschneidung mit meiner Zielgruppe am größten ist. Bei der GästeKommunikation ist dies aktuell zumeist Facebook. Für eine Presse- oder B2B-Kommunikation kann Twitter sehr interessant sein. Aus Ressourcengründen sollten die Aktivitäten fokussiert werden: also besser richtig auf Facebook als überall ein wenig. Was sind unverzeihbare Sünden bei der Kommunikation im Social Web? Ein großer Fehler ist sicherlich die falsche Ansprache – also hier genauso mit Gästen zu kommunizieren, wie wir es klassisch in PR und Marketing gelernt haben. Social Media ist menschliche Kommunikation, die auch mit einer entsprechenden Tonalität und Sprache geführt werden sollte, um nicht als Fremdkörper wahrgenommen zu werden und erfolgreich zu sein.

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ÖW-Markensymposium

Gelungene Begegnungen Der Begegnung mit dem Gegenüber und ihrer Qualität im Tourismus – diesem Thema widmeten sich hochkarätige Experten auf dem Markensymposium der Österreich Werbung. Das bulletin fasst zusammen. Text: Susanna Gassner

enschen reisen, um einander, aber auch sich selbst zu begegnen. „Österreichs Gastgeber verstehen sich bestens auf gelungene Begegnungen, lassen ihre Gäste teilhaben an der Lebensart dieses Landes und machen Lust auf neue Erfahrungen. Sie nehmen den Gast an, wie er ist, bieten ihm neue Perspektiven und erweitern seinen Erlebnishorizont. So begleiten die Gastgeber ihre Gäste auf dem Weg zu faszinierenden Urlaubserlebnissen und ermöglichen ihnen neue Erfahrungen, die sie verändern und in ihnen nachwirken“, eröffnete Petra Stolba, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, Mitte November das Markensymposium 2010. Knapp 200 Branchen- und Medienvertreter sowie interessierte Zeitgenossen folgten der Einladung der ÖW in das Dachfoyer der Hofburg Vienna, um das Thema „Der Wert der Begegnung. Wie Begegnung für den Tourismus nutzbar gemacht werden kann.“ zu diskutieren. Mit einem geistreichen Rückblick auf die Geschichte des Reisens, die ihren Anfang mit

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abenteuerlichen Weltumrundungen vor mehr als drei Jahrhunderten nahm, nähert sich Peter Sloterdijk, Philosoph, Essayist und Kulturwissenschafter, seiner Sicht des heutigen Tourismus. Anders als Phileas Fogg in Jules Vernes‘ „In 80 Tagen um die Welt“, der so Sloterdijk, „an der Welt vorbeifuhr“, wünscht sich der Urlauber des 21. Jahrhunderts „Begegnung“ – vielleicht auch als Rechtfertigung für seine Anwesenheit „in der Fremde“. Die Gastgeber wiederum befänden sich heute in der Phase der „autokongratulatorischen Mobilmachung“: Sie wissen um ihre Attraktivität Bescheid und wollen ihre Region angebotsreif an den Kunden übergeben. Die Destinationen versuchen daher, alle ihre Schätze touristisch zu kapitalisieren. „Aber wirkliche Liebhaber“, sagt der Philosoph mit einem Schmunzeln, „wollen nicht alles wissen.“ Daher Sloterdijks Imperativ an Österreichs Touristiker: „Seien Sie nicht allzu erfolgreich in der Vermarktung und lassen Sie ein Stückchen geheimes Österreich übrig!“

Das Miteinander „Das Ich und Du sind in das Leben eingewoben“, ist Caritas-Präsident Franz Küberl überzeugt und macht auch darauf aufmerksam, dass „der Sinn im Leben durch das Miteinander entsteht“. Wenn alles wirkliche Leben Begegnung ist, wie es der Religionsphilosoph Martin Buber formulierte, gilt es laut Küberl Grundfragen zu klären: Was ist das Gemeinsame, das Elementare, wie lassen sich Fremde integrieren? Er rät, sich an die „goldene Regel“ zu halten: „Was wir von anderen erwarten, das müssen wir auch ihnen gegenüber tun.“ Das Credo der Caritas ist die Hilfe zur Selbsthilfe, ein Prinzip, das auch im Tourismus seine Berechtigung findet.

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Wien – Einwanderungsstadt bereits während der Monarchie – profitiere bis heute von der Vielfalt der Kulturen, meint Danielle Spera, Direktorin des Jüdischen Museums in Wien. Begegnungen im Museum, sagt Spera, seien immer auch Begegnungen mit Kulturen, und verweist auf die Ausstellung ihres Hauses „Die Türken in Wien“, die die Geschichte der sefardischen Juden in der Bundeshauptstadt erlebbar macht. Jürgen Böhm, deutscher Internetpionier und Betreiber diverser Portale, weist auf die neue Art der Begegnung mit Gästen im virtuellen Raum hin: Mobile Endgeräte wie iPhone und iPad auf der einen Seite und Vernetzungsmöglichkeiten über Facebook & Co. auf der anderen Seite machen aus dem Internet das „Evernet“. Touristiker, die ihren Gästen im Cyberspace begegnen wollen, müssen sich fragen, in welchem „Modus“ sich der Besucher befindet. Sucht er angestrengt vor dem PC-Bildschirm oder liegt er entspannt auf dem Sofa und lässt sich von seinen mobilen Geräten unterhalten? Auf diese Modi der User müssen laut Böhm die Online-Informationen zugeschnitten werden. Voraussetzung dafür: das Nutzungsverhalten der Besucher kennen lernen.

Menschen bewegen „Nur wer versteht, was Menschen bewegt, kann sie auch bewegen“, ist Manfred Tautscher, Gesellschafter und Geschäftsführer des deutschen SinusInstituts, überzeugt. Das Marktfor-

schungsunternehmen beschäftigt sich mit den Lebenswelten der Menschen, ihrem Lebensstil, Werten und ihrer Einstellung. Daraus lassen sich Gruppen gleich Gesinnter mit ähnlicher Werteorientierung definieren, die so genannten „Sinus-Milieus“. Als Leitmilieus, sowohl von der Kaufkraft, der Reiseintensität als auch von ihrer Vorbildfunktion für andere Zielgruppen her, gelten die Etablierten, die Postmateriellen und die modernen Performer. Für die Marke „Urlaub in Österreich“ definierten Tautscher und seine Kollegen die „Established Postmaterialists“ als Zielgruppen in Österreich, Deutschland und anderen 16 Ländern. Denn diese zählen laut Tautscher zur „aufgeklärten Bildungselite mit vielfältigen intellektuellen Interessen“, die gerne und häufig reist und auch über das entsprechende Einkommen dafür verfügt. Konsumenten suchen Marken als „Fels in der Brandung“, um sich in der Informationsflut zu orientieren, meint Michael Scheuch, Bereichsleiter Brand Management der ÖW. Aber nur Marken, die als „verdichteter Ausdruck einer Spitzenleistung“ authentisch, spezifisch, emotional und relevant aufgebaut und kommuniziert werden, entwickeln Attraktivität und Anziehungskraft. Österreich positioniert sich als das Urlaubsland, das es versteht zu leben und das über hohe Kompetenz als Gastgeber verfügt. Begegnung mit dem Gast heißt für Scheuch einerseits seine Bedürfnisse frühzeitig zu erkennen und darauf einzugehen. Begegnung beginnt dabei

schon beim ersten Kontakt und endet nicht mit der Abreise. „Nutzen wir unsere Kompetenzen und Talente in der Begegnungsqualität und Urlaub in Österreich ist einzigartig anziehend“, sagt Scheuch.

Gäste glücklich machen Begegnung in der Praxis: „Nur der glückliche Gast bringt Geld und kommt wieder“, weiß Patricia Tomek, Geschäftsführerin des Hotel Schwalbe in Wien-Ottakring, das die Geschichte der Wiener Gastlichkeit und Wirtshauskultur „lebt“. Dies kommt sowohl im Ambiente der Räumlichkeiten, aber auch in der Begegnung mit dem Gast zum Ausdruck. Wenn der Gast abreist, hört er nicht nur ein herzliches „Auf Wiedersehen“, sondern Tomek begleitet ihn auf die Straße und winkt ihm nach. Andreas Gfrerer, Mitbesitzer und Geschäftsführer des arthotel blaue gans in der Stadt Salzburg, möchte mit zeitgenössischer Kunst, die in seinem über 600 Jahre alten Haus zu sehen ist, dem Gast einen Zusatznutzen bieten, denn, so merkt er an, „Architektur und Kunst sind mir oft zu mutlos in dieser Stadt“. Gäste kommen auch nach Österreich, weil sie etwas brauchen, etwas lernen wollen, glaubt Walter Lingg, Geschäftsführer des Hotel Krone in Au im Bregenzerwald. Um sie zufrieden zu stellen bedürfe es keiner großen Installationen, sondern Menschen, die Geschichten erzählen. Daher führt Lingg seine Gäste z. B. in die örtliche Käserei oder macht sie mit den Werken der barocken Baumeister aus Au bekannt. Lisl Wagner-Bacher vom Landhaus Bacher in Mautern in der Wachau möchte ihren Gästen Wohlgefühl „ohne aufgesetzte Masche“ vermitteln, wobei sie sich der Qualität als oberste Maxime verschrieben hat. „Wertschöpfung kann nur durch Wertschätzung entstehen“, erklärt Robert Rogner jun. vom Rogner Bad Blumau in der Steiermark und setzt sich daher intensiv mit den Bedürfnissen seiner Gäste auseinander.

Impressionen vom Markensymposium 2010

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Kurz notiert

Fotos: ÖW/Marion Carniel

Eindrücke vom ersten „Austria.Destination Summit“

Premiere für den „Austria.Destination Summit“ Der „Austria.Destination Summit“, eine neue Veranstaltung der Österreich Werbung zur Verkaufsunterstützung, hatte vergangenen November Premiere. Unter dem Motto „engage, explore, experience“ trafen 65 führende Reisebüropartner und Fachjournalisten aus Nordamerika und Australien auf 29 österreichische Partner. Den Auftakt des einwöchigen Programms machte der „Destination Day“ im Wiener MuseumsQuartier, der im Zeichen intensiver Produktschulung mit Präsentationen führender Destinationen aus ganz Österreich stand. Dabei hatten Österreichs Touristiker auch Gelegenheit, ihre Kontakte zur Reisebüroelite aus den beiden Kontinenten zu pflegen. Nach dem mehrtägigen Aufenthalt in Wien, der auch ein abwechslungsreiches Sightseeing-Programm beinhaltete, reisten die Gäste zum innovativen Produkterlebnis nach Salzburg und Innsbruck sowie nach Graz und ins Burgenland. Mit Fokus auf die Themen Kunst, Architektur, Musik und Wein/Kulinarik war es Ziel der „Study Tours“, die Vielseitigkeit Österreichs als Kulturdestination hervorzuheben.

Digitale Pisten-Informationen Ab diesem Winter zieht zeitgemäße Informations- sowie Unterhaltungsvermittlung in den Skiraum Kitzbühel ein. Erstmals in einem Wintersportgebiet implementierte feratel, Spezialist für digitale Lösungen im Tourismus, ein flächendeckendes Digital-Signage-Projekt. An insgesamt 31 Bildschirm-Standorten an stark frequentierten „Knotenpunkten“ bekommen die Wintersportler ein Infotainment-Programm aus maßgeschneiderten Inhalten serviert. Lift- und Pisteninformationen, Livebilder der Panoramakameras und Wetterdaten gelangen ebenso direkt zu den Gästen wie Veranstaltungshinweise oder Liveübertragungen, z. B. von Skirennen. www.feratel.at

Vom Aufschwung profitieren Von 17. bis 19. Jänner 2011 bietet der ÖHV-Kongress rund 600 Teilnehmern eine Plattform für Wissensaustausch und Begegnung. Tagungsort ist das neu gestaltete „Europahaus“

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in Mayrhofen im Zillertal. Im Zentrum des Gipfeltreffens der Hotelbranche in Österreich stehen der wirtschaftliche Aufschwung und die Frage „Mittendrin oder nicht dabei?“. Ein Impulsreferat von Wirtschafts- und Tourismusminister Dr. Reinhold Mitterlehner bildet den Auftakt zum Vortragsprogramm, das sich abzeichnende Trends und Entwicklungen aus der Perspektive der Hotellerie thematisiert. Ein Schwerpunkt beleuchtet neue Möglichkeiten des Vertriebs über mobile Endgeräte, sprich Smartphones. Anlässlich des internationalen Jahres der Jugend befasst sich der ÖHV-Hotelierkongress mit den Bedürfnissen dieser Zielgruppe, die als Trendsetter in den Vordergrund rückt. Anmeldung und Information: Das Programm des ÖHV-Kongress 2011 liegt dieser Ausgabe des bulletin bei. Mehr Informationen finden Sie unter www.oehv.at/kongress/2011.

Eine Institution feiert Geburtstag 1940 ging der erste Jahrgang des einstigen „Hochschulkurs für Fremdenverkehr mit Abschlussprüfung“ an den Start. 2010 präsentiert sich der „Universitätslehrgang Tourismuswirtschaft“ der Executive Academy der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) als zukunftsfähiges Weiterbildungsprogramm mit Schwerpunkt auf die Erfolgsfaktoren im Tourismus des 21. Jahrhunderts, nämlich Qualität, Service und erlebbare Kundenorientierung. Zur Feier des 70. Geburtstags des dienstältesten Lehrgangs an der WU fanden sich Anfang November zahlreiche renommierte Vertreter der Tourismusbranche im Festsaal der WU ein. Im Rahmen des Festakts ging auch die Verleihung der Urkunden an die 45 Absolventen der Klasse 2008 über die Bühne, die fortan den Titel Akademische Tourismusmanagerin bzw. Tourismusmanager führen dürfen. www.executiveacademy.at IMPRESSUM Herausgeber und Medieninhaber: Österreich Werbung, Margaretenstraße 1, A-1040 Wien, Tel.: 01/588 66-326, Fax: 01/588 66-266, Internet: www.austriatourism.com/bulletin Chefredaktion: Mag. Ulrike RauchKeschmann, E-Mail: ulrike.rauch-keschmann@austria.info Redaktion: Julia Faber, Mag. Susanna Gassner, Mag. Alexandra Gruber, Dr. Katja Horninger, Claudia Lautenbach, Max Silber Anzeigenmarketing: Gassner & Hluma Communications, Alsegger Straße 18/10, A-1180 Wien Layout: Greiner & Greiner/ Peter Schaberl, Cactus Design Gestaltung: Greiner & Greiner, Wolfgang Greiner Druck: Holzhausen Titelfoto: dreamstime.com

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Seilbahnen

Intelligente Karten sind Trumpfz

Hohe Investitionen Österreichs Seilbahnen befördern knapp 600 Mio. Gäste. Das entspräche einer Menschenkette, die 15 Mal die Erde umspannen könnte. Wussten Sie auch, dass ...

Foto: Nauderer Bergbahnen GmbH & Co KG

• die österreichischen Seilbahnen mit rd. 55 Mio. Skierdays jährlich mehr als ein Sechstel des Weltmarktes einnehmen. • ein Schneeaggregat rund 40.000 Euro kostet. Das entspricht den Kosten für einen Audi Q5. In einem Skigebiet mit ca. 250 Pistenkilometern stehen rund 70 solcher Aggregate. • die Seilbahnen in den letzten zehn Jahren fünf Milliarden Euro in Qualität, Sicherheit und Komfort für den Wintersportgast investiert haben.

• Österreichs Seilbahnen weltweiter Marktführer in Sachen Qualität der Anlagen sind. • die Seilbahnen 14.500 Mitarbeiter beschäftigen und durch die Bergbahn-Nutzer noch 63.600 zusätzliche Jobs außerhalb der Bergbahnen generiert werden. • der Skipass neben der Transportleistung noch weit mehr beinhaltet: § Unfallverhütung & Pistenrettung § Pistensicherung & Lawinenschutz § Informationen, Hinweistafeln, Leitsysteme, Webcams § Bereitstellung von Shuttles, Parkplätze, Zubringerdienste § Beschneiung § Pistenpräparierung • die Kosten für den Tages-Skipass in Österreich zwischen 26 und 44,50 Euro liegen und das Skigebiet für acht Stunden nutzbar ist (8.30–16.30 Uhr), wodurch sich ein Stundenpreis von nur 3,25 bis 5,56 Euro ergibt. • die 254 Seilbahnunternehmen im Betriebsjahr 2010 562 Mio. Euro investierten, davon § 51 Prozent in Komfort, Sicherheit, Neu- bzw. Umbau von Anlagen § 27 Prozent in Beschneiungstechnik § 22 Prozent in Pistenbau, Zutrittssysteme, Parkplätze und Zufahrtsstraßen, Gastronomie, Pistengeräte, Rodelstrecken etc.

Wilken SmartCard: Die intelligente Karte Wilken SmartCards sind intelligent! Sie sind Abrechnungsplattform für touristische Angebote, digitaler Meldeschein und ÖPNV-Ticket. Die Hintergrundsoftware macht sie smart: Integrierter Meldeschein Automatisierte Abrechnung Verkaufssteuerung und Controlling

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Travel-Trends

Foto: iStockphoto.com

Welt-Ideen Computer statt Fernseher Das Citizen Hotel in Sacramento/USA ersetzt den Fernseher im Hotelzimmer durch große Wand-Bildschirme, die mit Mac Minis verkabelt sind. Die Gäste können den eigenen Laptop getrost zuhause lassen und sich wie gewohnt in soziale Netzwerke einloggen oder über den eigenen Skype-Account mit den Lieben daheim chatten und telefonieren. Mittels Fernbedienung lässt es sich von Computer-, zu Fernseh- und Video-On-Demand-Funktion switchen. Bordkarten, Informationen und Fotos werden einfach auf dem Hoteldrucker in der Lobby ausgedruckt. www.citizenhotel.com

Flugzeug als Singlebörse Passagiere von Virgin America müssen künftig auch während des Fluges nicht auf Social Networking verzichten. Die Airline hat ein System eingeführt, mit dem die Fluggäste via Bluetooth von Sitz zu Sitz miteinander chatten können. Eine Gruppenfunktion, bei der sich beliebig viele Sitznummern zu einem Chat einladen lassen, ist ebenfalls integriert. In Kollaboration mit der Singlebörse Match.com bietet die Fluglinie auf ausgewiesenen Flügen auch die Partnersuche bzw. spezielle ChatDates über die Sitzreihen hinweg an. www.virginamerica.com

Wie die Reisenden selbst ist auch die Tourismusbranche ständig in Bewegung. Von dieser Ausgabe an serviert Ihnen das bulletin unter dem Motto „WeltIdeen“ die interessantesten und originellsten Trends aus dem globalen Reisegeschehen in Serie.

Black List für ungebetene Gäste Gegenstück zu Hotel-Bewertungsportalen: Das britische Web-Portal Guestscan ermöglicht es Betreibern von kleinen Hotels, Bed- & BreakfastHäusern und Campingplätzen, sich gegen „Nightmare-Guests“, sprich Albtraum-Gäste, zu wappnen. In einer nur für Mitglieder der Guestscan Association zugänglichen Datenbank notieren die Gastgeber die Namen von schwarzen Schafen unter den Gästen und dokumentieren deren schlechtes Benehmen. Das Fehlverhalten reicht von Nichtbezahlung über ungebührendes Benehmen gegenüber den Mitarbeitern bis zur Demolierung von Zimmern. Auch wer Handtücher oder Aschenbecher mitgehen lässt, riskiert es, im nächsten Urlaub an der Hotelpforte abgewiesen zu werden. www.guestscan.co.uk

Twitter-Training im Hotel Im All-inclusive-Ferienresort Casa Velas in Puerto Vallarta/Mexiko können die Gäste kostenlose Social-Media-Workshops besuchen, die an zwei Terminen in der Woche stattfinden. Unter der Sonne Mexikos lernen die Urlauber, sich auf Social-Media-Plattformen wie Twitter, Facebook und YouTube zu bewegen, Profile anzulegen sowie Fotos und Videos hochzuladen. Das Social-

Media-Trainings-Programm wurde aufgrund einer Umfrage unter Hotelgästen implementiert. 70 Prozent der Befragten im Alter von 18 bis 64 Jahren bekundeten Interesse an einem Blitzkurs für den richtigen Umgang mit sozialen Netzwerken. Den meisten Lernwilligen ist es dabei ein besonderes Anliegen, ihre Urlaubserfahrungen mithilfe von Bildern mit Freunden und Familie zu teilen. www.hotelcasavelas.com

Wann kommt der Bus wirklich? Steckt der Bus im Stau? Kommt er wirklich in den nächsten zwei Minuten? In Washington D.C. werden die Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs künftig jederzeit mithilfe ihres Handys herausfinden können, wo sich der erwartete Bus gerade befindet. Die Ortung der Fahrzeuge erfolgt über so genannte QR-Codes (engl. Quick Response, „schnelle Antwort“). Sämtliche Fahrzeuge sind mit GPS-Sendern ausgestattet. Die jeweiligen Koordinaten werden auf Aufkleber mit QR-Code übertragen, die an den Bus-Stationen der Stadt angebracht werden sollen. Ähnlich wie der Scanner an der Supermarktkassa erfasst die MobiltelefonKamera den zweidimensionalen Strichcode und ermöglicht es, den EchtzeitFahrplan abzulesen. www.qrarts.com Quelle: Executive Future Travel Trendreport by TrendONE

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Kreditkarten

Neue Sicherheitsstandards und Software-Lösungen schützen Touristiker wie Gast beim Bezahlen mit Kreditkarte vor Betrug. Das bulletin bringt einen Überblick. reditkartenbetrug hat neue Dimensionen angenommen: Statt das Plastikgeld zu stehlen, spionieren Kriminelle die Daten wie Kreditkartennummer, Ablaufdatum und Prüfnummer aus, um sie zu eigenen Zwecken zu verwenden. „Behilflich“ dabei sind u. a. unsichere Server oder das ungeschützte Abspeichern sensibler Informationen.

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Neue Standards als Schutz Um das Vertrauen der Konsumenten in die Bezahlform Kreditkarte zu stärken, aber auch um Hoteliers und Gastronomen zu schützen, haben die Kreditkartenorganisationen gemeinsame Sicherheitsstandards für den Umgang mit Karten- und Transaktionsdaten geschaffen. Diese so genannten „Payment Card Industry Data Security Standards“ (PCI) umfassen eine Reihe von verbindlichen Regeln für alle, die Kartendaten verarbeiten, speichern oder weiterleiten. Dazu zählen zum Beispiel die Installierung einer Firewall zur Absicherung des elektronischen Firmenzugangs, der Einsatz einer wirksamen Anti-Viren-Software oder die Übermittlung von Kartendaten mittels erprobter Verschlüsselungsmethoden. Touristikern rät Manfred Krüger, Vorsitzender der Geschäftsführung der ConCardis GmbH, einem Serviceunternehmen im Bereich des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, immer die neuesten Sicherheitstechnologien und -standards zu verwenden. Die Maxime dabei lautet: So wenig wie nötig Kartendaten speichern und so viele wie möglich verschlüsseln. Besonders gut sind Hoteliers und Gastronomen geschützt, die verbindliche Sicherheitsstandards wie PCI akzeptieren.

Chip erschwert Missbrauch Der zweite Pfeiler zur Verbesserung der Zahlungssicherheit und zur Verhinderung von

Foto: dreamstime.com

Sicher zahlen Missbrauch ist laut Krüger der EMV-Standard, den Europay, MasterCard und Visa gemeinsam entwickelt haben. Sein sichtbares Zeichen ist der zusätzliche Chip auf der Karte, der den Kartenmissbrauch erheblich erschwert, da die Daten dort fälschungs- und kopiersicher gespeichert werden. Allerdings ist noch eine Reihe von älteren Terminals im Einsatz, die nur den Magnetstreifen, nicht aber den Chip lesen und daher den Sicherheitsstandard nicht nutzen können, weiß Linus Bertsch, Geschäftsführer von Six Card Solutions, einem Technologieunternehmen für den kartenbasierten elektronischen Zahlungsverkehr. Bei Kreditkartenzahlungen, die elektronisch über ein Terminal am Point of Sale (POS) erfolgen, hielten sich laut Anna Ailes, Kommunikationsleiterin von Card Complete, dem österreichischen Anbieter u. a. von VISA und MasterCard, Betrügereien in engen Grenzen. Die größere Gefahr sieht Ailes beim OnlineShopping. Mit „Verified by VISA“ und „MasterCard SecureCode“ wurden jedoch Systeme geschaffen, die eine eindeutige Authentifizierung aller an einer Online-Transaktion beteiligten Personen ermöglicht. Durch die Eingabe eines persönlichen Passwortes beim Bezahlungsvorgang wird sichergestellt, dass der Besteller der rechtmäßige Besitzer der Kreditkarte ist. Konsumenten empfiehlt Ailes, ihre Kreditkartendaten nur verschlüsselt und keinesfalls z. B. in einem E-Mail zu übermitteln, wie es heute noch oft bei der Reservierung eines Hotelzimmers geschieht.

Sichere Software gefragt „Diese Art der Datenübermittlung“, meint Roland Toch, Geschäftsführer der Wirecard Central Eastern Europe GmbH, einem Anbieter von Zahlungslösungen im Internet, „wird bald der Vergangenheit angehören.“ Hoteliers werden neben dem PCI-Standard für die sichere Verwaltung ihrer Kundendaten bei Kreditkartenzahlung auch Reservierungen über eine Software abwickeln müssen, um ihre Gäste vor Betrug zu schützen.

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Foto: Lucia Degonda

Architektur und Tourismus

Das Gemeindezentrum im Vorarlberger Andelsbuch

Die Moderne einbauen Moderne Architektur auf hohem Niveau lässt touristische Räume jung und weltoffen aussehen. Ein Facelift oder Neubau lohnt den finanziellen Einsatz, denn immer mehr Gästen gefällt’s. Text: Alexandra Gruber

Architektur ist der Wille einer Epoche, die in Raum übersetzt wird. Ludwig Mies van der Rohe

urchscheinend, wie phosphorisierend hebt sich das Eis des Gletschers vom dichten Grau der Felsen und Moränen ab. Stararchitektin Zaha Hadid hatte Tirols typische hochalpine Topografie vor Augen, als sie den Zeichenstift zum Entwurf der Stationsgebäude der Hungerburgbahn in Innsbruck ansetzte. Wie Eis und Schnee schweben organisch geformte Dächer aus Glas über Mauern aus Beton.

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Von Wahrzeichen und Landmarks Das „bahnbrechende“ Projekt erregte nach der Eröffnung 2007 großes Aufsehen in den inter-

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nationalen Gazetten, angefangen bei der New York Times bis hin zu chinesischen Medien. Erst vor Kurzem reihte Tourism-Review.com, ein internationales Online-Magazin für die Tourismusindustrie, die Hungerburgbahn unter die „Zehn faszinierendsten Bahnhöfe der Welt“, gleich hinter den Hauptbahnhof Berlin und die Kuala Lumpur Railway Station. Felizitas Romeiß-Stracke, Hochschulprofessorin für Tourismusarchitektur, meint touristische Bauprojekte dieses Formats, wenn sie von „architektonischen Spektakeln“ spricht. Mit neuen Wahrzeichen, die bisher Dagewesenes in den Schatten stellen, lässt sich aus ihrer Sicht sogar die Mehrheit der Touristen begeistern. Aber auch kleine und feine Beispiele für kontemporäre Architektur, vom Hotel bis zur Brückenkonstruktion, erobern sich Stück für Stück die Gunst der Gäste. Laut einer Sonderauswertung der Deutschen Reiseanalyse 2008 der Forschungsgesellschaft Urlaub und Reisen schärfen Bildungsniveau, Einkommen und Reiseerfahrung den Blick für Gegenwartsarchitektur am Urlaubsort. „Besonders jene wachsenden Zielgruppen, die sich durch einen globalisiert-urbanen Lebensstil definieren, legen Wert auf Ambiente“, weiß Bibiane Hromas. Als Vorsitzende von platou – plattform für architektur im tourismus, ist sie mit der Aufgabe betraut, Tourismus, Architektur und Raumplanung in Österreich und darüber hinaus zu vernetzen.

Investitionen zahlen sich aus „Architektur macht Gäste“. Das belegt die gleichnamige Grundlagenstudie von platou über den Zusammenhang zwischen Architektur und Wirtschaftlichkeit im Tourismus. Befragt wurden dazu 300 innovative Bauherren aus dem Tourismus. Aus der Sicht von knapp 90 Prozent der Betreiber lohnte sich die Investition in eine anspruchsvolle, zeitgenössische Bauweise. Das Vorhaben, sich mittels Architektur vom Wettbewerb abzuheben und an Attraktion für neue Gästeschichten zu gewinnen, ging für über 95 Prozent auf. „Modernes Bauen auf Qualitätsniveau verleiht dem touristischen Angebot Profil, steigert dessen Wert und lässt sich als Thema der Marktkommunikation nutzen“, so ein Fazit der Studie (siehe Kasten „Architektur macht Gäste“). „Um im internationalen Wettbewerb nicht zurückzufallen, muss die Tourismus- und Freizeitwirtschaft auch in ländlich-alpinen Zonen auf die Ansprüche der Gäste reagieren. Aber bloß nicht mit kitschigen Scheinwelten, sonDezember 10/Jänner 11


dern mit echten Alternativen auf der Höhe der Zeit“, fordert auch der österreichische Architekturpublizist Walter Chramosta. Ganz im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit zeichnet der Staatspreis Architektur seit 2002 alle sechs Jahre vorbildliche Objekte mit Bezug zu Tourismus und Freizeit aus. 2008 konnte das Projekt „Dachpool und Studios“ im Hotel Schwarzer Adler in Kitzbühel die Expertenjury überzeugen, wobei „insbesondere der Mut zu dezidiert zeitgenössischer Formensprache, ohne Zitate an alpenländischen Klischees“ beeindruckte. Die Architekten tatanka ideenvertriebsgmbh sowie Gogl + Partner integrierten die Moderne in Form eines großzügig verglasten Dachgeschosses in den traditionellen Gebäudekomplex.

Schaffa, schaffa, Hüsle baua Holz und Glas, meist helle, leichte Konstruktionen, klare Linien, raffiniert und dennoch einfach: Seit Beginn der 1980er-Jahre entwerfen die Architekten der Bewegung „Vorarlberger Baukünstler“ unverkennbare Landmarks – mit Traditionsbezug, aber ohne Schnörkel. Längst ist das Architektur-Mekka Vorarlberg Reiseziel von Fachleuten aus aller Welt. Geschätzte 5.000 Übernachtungen resultieren jährlich aus diesem reinen „Architektourismus“. Als Zusatznutzen hat die markante Architektur überdies das Zeug dazu, den kulturinteressierten Feriengast zu begeistern. „Vorarlberg setzt zeitgenössische Architektur als wichtiges Thema im Tourismus-Marketing ein, unter anderem auch, um Markenwerte wie Weltoffenheit und Kulturverständnis zu transportieren“, sagt Christian Schützinger, Direktor von Vorarlberg Tourismus. Die Gäste-Broschüre „Architektur Land Vorarlberg“, ein Gemeinschaftsprojekt von Vorarlberg Tourismus und dem Vorarlberger Architektur-Institut, präsentiert einen Überblick über interessante Objekte im ganzen Land. Mit diesem Leitfaden in der Hand brechen die Gäste auf eigene Faust zur Sightseeing-Tour durch die bauliche Gegenwart auf. Als Nächtigungsstationen bieten sich 18 architektonisch wertvolle Hotelbetriebe an, die im Prospekt „Moderne Gastlichkeit“ aufgelistet sind.

„Architektouren“ im Netz Das „Architektourismus“-Angebot in Österreich beschränkt sich bisher meist auf Informationen zu sehenswerten Bauten und ausgearbeitete Tourenvorschläge, die Tourismus- und Architekturinstitutionen zur Verfügung stellen. Die

Spur der Objekte, die sich übers Land oder in der Stadt verteilen, nehmen die Gäste dann individuell auf. Das Architekturnetzwerk nextroom präsentiert zum Beispiel den Online-Guide „archtour“ (www.archtour.at). Auf der Plattform versammeln sich Routen durch verschiedene Ballungsräume der modernen Architektur in Österreich, inklusive Fachinformationen, Landkarten und praktischem Serviceteil zu Erreichbarkeit, Öffnungszeiten & Co. Hier zeichnet etwa das architekturforum oberösterreich einen Weg entlang der Donauufer in Linz vor, vom Schlossmuseum über das Ars Electronica Center zum Parkbad. Eine andere Route von archtour führt durch das Burgenland, wo selbstbewusste Architektur auf Wein trifft. Vom Hillinger in Jois bis zum Weingut von Johann Heinrich in Deutschkreutz künden neue Häuser des Weins von Aufgeschlossenheit. Auch in den Städten Wien und Salzburg sowie in Tirol und Vorarlberg lässt sich der Faden der zeitgenössischen Baukunst nachverfolgen. Organisierte Pauschalen finden die Gäste bisher nur vereinzelt vor. Etwa gibt es beim steirischen Tourismusverband Rebenland den Tagesausflug „Baukultur trifft Sauvignon“ zur visionären Weinarchitektur an der Südsteirischen Weinstraße zu buchen. Mit dem Bus geht es zu revitalisierten Kellern und rundum verglasten Verkostungsräumen, die zeitgenössische Baukunst mit dem Kulinarikthema Wein verbinden.

Architektur macht Gäste Wie Sie vorbildliche Architektur ins Marketing einbinden können: Der Marke Profil geben Über bauliche Gestaltung können Markenwerte erlebbar werden. Das Typische und Besondere, das Einzigartige und Unverwechselbare werden via architektonische Formen vermittelt. Wert des Angebots steigern Architektur ist ein starkes Ausdrucksmittel, das einerseits emotional wirkt und andererseits zur rationalen Auseinandersetzung einlädt. Gute Architektur steigert den kulturellen und den Erlebniswert des Angebotes. Thema für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit Tourismusbauten und -räume wirken als Botschaft, direkt oder via Fotos. Durch Stil und Qualität der Architektur werden bestimmte Kundengruppen angezogen. Über die Architektur und mittels Architektur können viele Geschichten erzählt werden. Der zeitgenössische Bau wirkt oft als „Aufreger“ und erzeugt hohe Medienpräsenz. Quelle: platou – plattform für architektur im tourismus

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Porträt

Innovation dank Leidensdruck Geschichtenerzähler, Biovermarkter und erfolgreicher Unternehmer: Johannes Gutmann exportiert aus dem Waldviertel Kräuter und Gewürze der Marke Sonnentor in mittlerweile 45 Märkte. Im bulletin-Interview erzählt der Firmenchef über seine innovativen Geschäftsideen. bulletin: Ihre Firma Sonnentor, die bäuerliche Biospezialitäten wie Kräuter und Gewürze verarbeitet und vermarktet, schreibt seit Jahren Erfolgsgeschichte. Was brachte Sie auf die Idee, sich in diesem Segment zu engagieren? Gutmann: Ich bin im Waldviertel im Herzen der Natur aufgewachsen. Als Kind sammelte ich mit meinem Vater schon Kräuter, mit denen wir unsere Kühe, aber auch uns selbst kurierten. Als ich arbeitslos war, habe ich Biobauern aus unserer Region kennen gelernt, die eine andere Einstellung zur Natur und einen anderen Zugang zur Landwirtschaft hatten, aber nicht verkaufen konnten. Also habe ich die Vermarktung in die Hand genommen und mich so positioniert, dass ich mich von der Konkurrenz deutlich unterscheide, etwa mit bunten Tees – und ich habe die Geschichte der Biobauern aus dem Waldviertel erzählt.

Foto: Sonnentor

Interview: Susanna Gassner

Johannes Gutmann Der gebürtige Waldviertler, Jahrgang 1965, absolvierte die Handelsakademie und arbeitete danach in der Brauerei Zwettl sowie im Waldviertel-Management. Seine weiteren beruflichen Schritte führten ihn zu einer Vermarktungsorganisation des Landes Niederösterreich. Dort befasste sich der heutige Unternehmer mit landwirtschaftlichen Sonderkulturen. Als Arbeitsloser gründete er 1988 die Firma Sonnentor in Sprögnitz. Zu den Hobbys des Firmeninhabers zählen Wandern und Malen.

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Sie gelten als innovativer Unternehmer. Wie wird man innovativ? Der Leidensdruck bringt die Innovation. Krisen zwingen zum Nachdenken über neue Wege und schaffen die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Sonnentor steht übrigens dafür, dass wir Neuigkeiten auf den Markt bringen und das ist einer der Gründe für unseren Erfolg. Wenn Sie an Ihre ersten Jahre als SonnentorGründer zurückdenken, wo lagen die größten Schwierigkeiten bzw. Widerstände? Vor allem Menschen aus meinem Bekanntenkreis haben die Sache schlechtgeredet, zum Beispiel war da zu hören „Bio braucht ja keiner“. Diese Unkenrufe haben mir einerseits sehr zugesetzt, mich andererseits aber auch motiviert. Wie lautet die Philosophie Ihrer Marke? In mein Leitbild habe ich geschrieben: „Leben und leben lassen“ und „Wertschöpfung ist gleich Wertschätzung“. Wer seinem Gegenüber, gleichgültig ob Angestellte, Lieferanten oder andere Partner, Achtung zollt und die Beziehungen zu den Menschen pflegt, wird auch wirtschaftlich Erfolg haben.

Sie verzeichnen jährlich Umsatzzuwächse im zweistelligen Bereich. Wie gelingt das? Im Prinzip durch laufende Überarbeitung bzw. Verbesserung des Systems und langfristige Beziehungspflege zu unseren Partnern verbunden mit ständiger Produktinnovation. Noch bevor die Umsatzkurve unserer Bestseller sinkt, müssen sie erneuert werden. Dabei erfinden wir das Rad nicht neu, aber wir streichen den Zaun sozusagen mit frischer Farbe an. Das kann zum Beispiel ein neuer Name für einen Tee sein, der Emotionen weckt und Zusatznutzen verspricht. Wir bringen jährlich etwa 20 neue Produkte heraus, davon entwickeln sich fünf zu Rennern, zehn laufen mit und fünf stampfen wir wieder ein. Auf welche Marketingtools setzen Sie? Wir konzentrieren uns auf ganz einfache Maßnahmen, nämlich auf Empfehlungsmarketing und Social-Media-Aktivitäten. In beiden Fällen kommt es uns zugute, dass wir auch Geschichten erzählen können – über das Waldviertel, seine Natur und seine Biobauern. Eine weitere wert(e)volle Marketingschiene ist für uns das Verschenken: Unsere Kunden kaufen unsere Produkte auch, um sie zu verschenken. Damit gelangen wir an neue Zielgruppen, die sich (noch) nicht für biologisch produzierte Tees und Gewürze interessieren. Daher entwickeln wir auch Produkte, die sich speziell als Präsente eignen wie beispielsweise unser Adventkalender, dessen 24 Fenster je einen Teebeutel enthalten. Sonnentor „engagiert sich sozial“ heißt es in einem Ihrer Pressetexte. Welche konkreten Maßnahmen setzen Sie hier beispielsweise? Ein Teil unserer Erlöse – im Rahmen von ausgewählten Produktaktionen – kommt österreichischen Organisationen wie den RoteNasen-Clowndoctors zugute, weil ich glaube, dass wir auch für Menschen, denen es nicht so gut geht, da sein müssen. Außerdem beschäftigen wir auch gerne ältere Menschen. Sogar 80-Jährige arbeiten bei uns. Dezember 10/Jänner 11


Foto: Sonnentor

Wie rechnen sich diese Investitionen? Im Durchschnitt nimmt jeder Besucher Tees und Gewürze im Wert von 15 Euro mit nachhause. Abgesehen davon, dass die Kräutererlebniswelt Umsatz generiert, erreichen wir auch Menschen, die nie einen Bioladen betreten würden. Und die Kunden nehmen auch Geschenke mit, wodurch wir wiederum neue Konsumentenkreise ansprechen.

Sie verfolgen eine nachhaltige, regionale Entwicklung. Was darf sich der Leser darunter konkret vorstellen? Wir wollen in erster Linie Menschen aus der Region beschäftigen, das gilt für unsere Mitarbeiter ebenso wie für unsere Lieferanten. Wie organisieren Sie Ihren Vertrieb? Unsere Produkte finden sich ausschließlich in Bioläden, Apotheken und anderen Fachgeschäften, aber nicht in Supermärkten. Im Ausland – derzeit bedienen wir 45 Exportmärkte – liefern wir nur an Biohändler. Außerdem haben wir 2008 damit begonnen, in Österreich Sonnentor-Läden im Franchising zu eröffnen. Derzeit gibt es diese Geschäfte in St. Pölten, Linz, Salzburg und in Wien. Ein Shop in Wr. Neustadt folgt in Kürze und im nächsten Frühjahr sperren wir voraussichtlich unser nächstes Geschäft in Wien auf. Ihr Kräutererlebnisgarten an Ihrem Firmensitz in Sprögnitz hat sich bereits zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt. Werden Sie dieses touristische Angebot weiter ausbauen? 2010 und 2011 werden wir eine Mio. Euro in die Erweiterung unserer Kräutersinneserlebniswelt investieren. Auf dem Plan steht z. B. die Errichtung von Duftinseln und anderer Attraktionen. Wir erwarten uns dadurch in den nächsten vier bis fünf Jahren eine Verdoppelung der Besucherzahl auf 50.000 Personen jährlich.

In welche Richtung wollen Sie Ihr Unternehmen weiterentwickeln? Die Beziehungspflege zu unseren Partnern wollen wir weiter ausbauen, um mehr Franchisepartner und mehr Biobauern in unsere Sonnentor-Familie zu integrieren. Ich glaube, dass wir derzeit erst bei 25 bis 30 Prozent unserer Möglichkeiten angelangt sind. Sie kooperieren auch mit der Österreich Werbung. Worauf fußt diese Zusammenarbeit? Wir sind ein kleines Steinchen in der Angebotspalette der Marke Urlaub in Österreich, in der Natur, Genuss und Nachhaltigkeit ebenso wie bei Sonnentor auch eine Rolle spielen. Die Österreich Werbung kann auf uns als Spezialist für das Kräuterthema zurückgreifen und uns als Duftbotschafter in ihre Kommunikation einbauen. Wo verbringen Sie Ihre Ferien am liebsten? Meine Frau und ich bleiben gern im Waldviertel, aber auch das Burgenland gefällt uns sehr. Und zum Wandern brechen wir gerne ins Salzkammergut auf. Wenn Sie einen Wunsch frei hätten ... ... wünschte ich mir, dass es so gut weitergeht wie bisher.

Sonnentor in Kürze Hauptprodukte: Kräuter, Kräutertees, Gewürze und Kaffee Standorte: Sprögnitz im Waldviertel (Firmensitz), Niederlassungen und Anbauprojekte in der Tschechischen Republik, Rumänien und Albanien Mitarbeiter: 135 in Österreich, 60 in der Tschechischen Republik Partner: 150 Biobauern Exportanteil: 75 %, größte Auslandsmärkte: Deutschland, Schweiz, Italien Umsatz im Geschäftsjahr 09/10: 20,5 Mio. Euro (+16 % gegenüber 08/09) in Österreich, 4,5 Mio. Euro in Tschechien (+15 % gegenüber 08/09) Marketingbudget: 5 % des Umsatzes geplante Investitionen 2010–2011: 4,5 Mio. Euro, davon 1 Mio. in die Kräutererlebniswelt und 3,5 Mio. Euro in die Betriebserweiterung www.sonnentor.com

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ÖW-Top-Angebote

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TopTipps Foto: dreamstime.com

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Settimana Verde™

Arabien für Einsteiger

Rumänien erfahren

Sichern Sie sich Ihre Teilnahme bei der integrierten Sommerkampagne „Settimana Verde™“ (Die grüne Woche) der ÖW Italien und seien Sie einer der zwölf Partner, der dem italienischen Gast sein Naturerlebnis-Angebot exklusiv präsentiert.

Nutzen Sie die größte Tourismusmesse im arabischen Raum, den ATM (Arabian Travel Market) von 2. bis 5. Mai 2011 in Dubai, um Kontakte zu touristischen Multiplikatoren und potenziellen Gästen zu knüpfen.

Gehen Sie auf Tour, um der Reisebranche im Westen und Norden Rumäniens Ihr Angebot vorzustellen. Von 13. bis 15. April 2011 findet in den Städten Timi oara, Cluj-Napoca und Bra ov die Workshopserie „Rumänien erfahren“ statt.

Ihre Vorteile: • Angebotspräsentation im Urlaubsjournal der ÖW (Auflage 100.000 Stk.) • Präsenz in den drei auflagenstarken Medien „Bell’Europa“, „In Viaggio“ und „I Viaggi del Sole“ • Versand Ihrer Presseinformationen im exklusiven Picknickkorb an Journalisten • Wirtschaftskooperationen mit der Kaufhauskette „Oviesse“ • Präsentation Ihres Angebots im Kunden-Newsletter an 17.000 Abonnenten

Ihre Vorteile: • Kontaktmöglichkeit zu 22.000 Entscheidern der Reisebranche im arabischen Raum • ansprechende Angebotspräsentation dank bewährtem ÖW-Standsystem mit eigenem Counter, Besprechungstischen sowie B2B-Café • zwei Buchungsmöglichkeiten: Einzeloder Kombi-Auftritt gemeinsam mit LTO bzw. Region

Ihre Vorteile: • persönliche Kontaktpflege zu den Entscheidern der rumänischen Reisebranche • Präsentation Ihrer Highlights in den noch kaum bearbeiteten Regionen Transilvania (mit den Städten Cluj-Napoca, Sibiu und Bra ov) und Banat (mit der größten Stadt Timi oara) • Präsentation Ihres Angebots im Workshop-Katalog für die lokalen Partner

Buchbar bis 20. Dezember 2010 ÖW Mailand, Kathrin Ploder Tel.: +39/02/467519-20 kathrin.ploder@austria.info

Buchbar bis 31. Dezember 2010 ÖW Dubai, Klaus Ehrenbrandtner Tel.: +971/4/3218861 klaus.ehrenbrandtner@austria.info

Buchbar bis 15. Jänner 2011 ÖW Bukarest, Gabriele Lenger Tel.: +40/372/06 89 71 gabriele.lenger@austria.info

Einzelauftritt € Teilnahme €

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9.500,–

Kombi-Auftritt €

2.850,– 3.900,–

Teilnahme ab €

1.000,– Dezember 10/Jänner 11


Sie brauchen eine maßgeschneiderte Marketingstrategie für Ihre Region? Eine umfassende PR-Betreuung? Oder Sie interessieren sich für ein Direct Mail an eine ausgewählte Zielgruppe? Greifen Sie zu und maximieren Sie Ihren Erfolg mit den Produkten der Österreich Werbung. Hier einige Top-Angebote, auf www.austriatourism.com finden Sie weitere Top-Tipps.

Foto: ÖW/Wolfgang Zajc

Foto: dreamstime.com

Foto: ÖW/Horvath

für Ihren persönlichen Gewinn

Destination Austria

Von Tokio bis Peking

Wintergeschichten

Begeistern Sie den australischen Gast sowie die lokale Reisebranche mit Ihrem Angebot. Mit Ihrem Auftritt in dem „Destination Austria Travel Manual“, dem wichtigsten Marketingtool der ÖW Sydney, erreichen Sie Ihre Zielgruppe punktgenau.

Nehmen Sie an der Workshopserie in Japan und China von 5. bis 12. April teil und überzeugen Sie die Tourismusbranche von Ihrem Angebot. Erstmals veranstaltet die ÖW China ihre Roadshow 2011 im Anschluss an den Superworkshop der ÖW Japan.

Holen Sie die deutschen Winterurlauber zu sich. Die Winterkampagne 2011/2012 „Österreich. Wo der Winter zuhause ist.“ der ÖW Deutschland bietet Ihnen den idealen Rahmen, um Ihre Winterhighlights flächendeckend zu kommunizieren.

Ihre Vorteile: • Präsenz Ihres Angebotes im „Destination Austria Travel Manual 2011“ (Auflage 6.000 Stück) • Schwerpunkt 2011: Kulturreisen im Spannungsfeld von Tradition und Moderne • Angebotspräsentation unter dem Markendach der ÖW

Ihre Vorteile: • knüpfen Sie Kontakte zu Multiplikatoren der japanischen und chinesischen Tourismusbranche • Versand Ihres Angebots an 1.600 Manager von Reisebüros und Reiseveranstaltern • Gesamtorganisation der Workshops durch die ÖW: Vorankündigung in den Austria Travel News, Einladung, Nachfassen • Teilnahme am Wien-Abend in Tokio

Ihre Vorteile: • flächendeckende Bewerbung Ihres Angebots am deutschen Markt: Ihr Angebot erreicht von Oktober 2011 bis März 2012 rund 23 Mio. potenzielle Gäste • crossmedialer Marketingmix: Anzeigen und Beileger, Medienund Wirtschaftskooperationen, Online-Maßnahmen, Pressearbeit • Sie profitieren vom jahrelangen Knowhow des Teams der ÖW am deutschen Markt

Buchbar bis 17. Dezember 2010 ÖW Sydney, Astrid Mulholland-Licht Tel.: +61/2/9299 3621 astrid.mulholland@austria.info

Buchbar bis 31. Dezember 2010 ÖW Tokyo, Norbert Lerch Tel.: +81/3/6804 2188 norbert.lerch@austria.info

Buchbar bis 29. April 2011 ÖW Deutschland, Erik Riegler Tel.: +49/30/219148-23 erik.riegler@austria.info

Insertion ½ Seite ca. € Insertion 1 Seite ca. €

1.940,– 2.665,–

Teilnahme Japan ca. € Teilnahme China €

3.000,– 2.000,–

Teilnahme ab €

3.900,– 31


32_Ins_cards_Bull0610_Layout 1 09.12.10 15:31 Seite 1

MEIN KARTENTERMINAL PASST GENAU ZU MEINEM GESCHÄFT Und zu meinen Kunden

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bulletin Dezember/Jänner 2010  

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