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Es lohnt sich, vor diesem Schwellenpunkt zu verweilen, sich und auch die Naturkräfte zu fragen: Bin ich willkommen? Die Antwort kann sich als Windstoß zeigen, als Geräusch, Tier, Wechsel des Lichts. Sie kommt als Regenschauer, als Bild. Oder als Gefühl, eine Zustimmung zu erhalten. Allein dieses behutsame Vorgehen, dieses Hinhorchen und Hinschauen hat schon heilende Wirkung. Es gilt auch die Abmachung: Hinter dieser Schwelle beginnt der Heilraum. Alles, was Ihnen nun gegenübertritt, hat seine heilende Bedeutung. Das Blubbern im Teich und der Schrei des Vogels, der Wuchs der Pflanzen und die Form der Felsen, der Duft der Blumen und die Weichheit des Moosplatzes, auch der verstauchte Fuß, der Wespenstich und die zufällige Begegnung mit anderen Menschen – all dies steht unweigerlich in Zusammenhang mit Ihrem Heilungsweg.

Eine Schwelle setzen und überschreiten Setze oder entdecke ganz bewusst eine Schwelle, die du nun mit der Absicht überschreiten willst, Heilkraft zu finden. Halte vor dieser Stelle inne und spüre nach, ob du im Naturraum dahinter willkommen bist. Vielleicht brauchst du vor dem Eintritt eine Reinigung. Welches Element hilft dir dabei – Wasser, Erde, Rauch? Überschreite dann die Schwelle und tu deine Absicht kund. Mit Worten, Gedanken, einem Lied oder wie immer du das tun möchtest. Begehe nun deinen Heilungsweg. Sei dir bewusst, dass du von der alltäglichen Welt in deinen besonderen Heilraum eingetreten bist. Alles, was dir nun begegnet, hat eine besondere Bedeutung: Es bringt Heilkraft oder eine Botschaft. Du kannst am Ende deines Aufenthalts wieder über diese Schwelle in deinen Alltag zurückkehren oder an einem anderen Ort eine Ausgangspforte entdecken oder gestalten. Wenn du willst, kannst du an jedem Tag deines Aufenthalts in der Natur die Schwelle überschreiten. Damit markierst du deine Bereitschaft, dich auf einer noch tieferen Ebene auf deine Heilung einzulassen.

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