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oder einfach so lange, bis du fühlst, dass sich etwas verändert, zum Beispiel indem ein Gefühl der Bestärkung in dir entsteht. Nimm alles, was sich ereignet, wahr und werte nicht. Versuche, auch mit geschlossenen Augen Bilder, Farben oder sonstige Eindrücke zu erhaschen. Wundere dich nicht, wenn Erinnerungen aufsteigen: an Plätze deiner Kindheit, an Tiere, Speisen, Zustände, Menschen – auch verstorbene. Sie alle stehen dir nun zur Verfügung. Mit ihrer Kraft kannst du dich erneut verbinden. Welche Wesen zeigen sich dir? Welche Tiere, Pflanzen, Elemente, Mineralien? Wo und wie spürst du, dass die Kräfte dich berühren? Vielleicht durch einen Windhauch, einen Lichtstrahl, ein Vogelzwitschern, durch Regen, der fällt, einen Duft, der aufsteigt? Durch eine Körperempfindung wie Gänsehaut, Schmerz, Wärme, Kälte, Wohligkeit, Lust? Durch Freude, Neugierde, neuen Mut? Schließe das Ritual ab, indem du dich bedankst, den Kreis öffnest und heraustrittst. Nimm dir Zeit, den Boden unter deinen Füßen zu spüren, den Himmel über dir. Vielleicht kannst du dich gehalten fühlen – von Himmel und Erde. Schreib deine Erfahrungen auf und gib ihnen dadurch noch mehr Bedeutung. Im Schreiben kannst du dir auch klarer darüber werden, wie du das Ritual fortan durchführen willst und mit welchen Kräften du dich wirklich tief verbinden willst.

Die Angst als schützende Begleiterin Eine Krankheit, eine Krise hat unser Leben erschüttert. Nichts ist mehr so, wie es zuvor war. Wir fühlen uns der gewohnten Sicherheit entwurzelt, aus unserer Mitte, aus unserem Gleichgewicht gerissen. Die Nerven liegen blank, ruhelos tigern wir umher oder igeln uns ein, wälzen uns schlaflos durch die Nacht, warten auf den nächsten Schicksalsschlag. So kann Angst aussehen. Im Grunde genommen ist Angst eines der wichtigsten Gefühle. Seit Urzeiten warnt sie uns vor Gefahr und befähigt uns zu Höchstleistungen. Das Gehirn schüttet Botenstoffe wie die Stresshormone Adrenalin und 44

9783038006633  
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