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Susanne Fischer-Rizzi

himmlische dĂźfte Das groĂ&#x;e Buch der Aromatherapie


Dieses Buch ist eine vollständig überarbeitete, aktualisierte und neu gestaltete Ausgabe des 1989 unter demselben Titel im Hugendubel Verlag, München, erschienenen (insgesamt 17 Auflagen) und 2002 im AT Verlag neu aufgelegten Werks. 25. Auflage, 2011 © 2002 AT Verlag, Aarau und München Illustrationen: Peter Ebenhoch Gestaltung und Satz: metaphor, Heidy Schuppisser, Baden Druck und Bindearbeiten: Firmengruppe APPL, aprinta druck, Wemding Printed in Germany ISBN 978-3-03800-579-7 www.at-verlag.ch


INHALT

6 8 9 11 14 15

30 33 37 40 43 46 49 52 56 62 65 69 72 75 78 81 84 88 92 95 98 101 104 107 110 114 117

Vorwort Die Geschichte der Aromatherapie Der Geist in der Flasche Gewinnung der ätherischen Öle Reinheit Anwendung der ätherischen Öle

Angelika Bergamotte Cistrose Eisenkraut Eukalyptus Immortelle Jasmin Kamille Lavendel Lemongrass Melisse Minze Muskatellersalbei Myrte Neroli Orange Rose Rosmarin Sandelholz Schafgarbe Vetiver Ylang Ylang Ysop Zeder Zirbelkiefer Zitrone Zypresse

120 134 137 141 143

Weitere ätherische Öle Parfum – Gefühle mit Flügeln Ätherische Öle für die Schönheit Entzückendes für kleine Nasen Wohlgerüche für die Nase der Götter

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Ätherische Öle und Kontraindikationen Die verschiedenen Lavendelarten Verzeichnis der Aromapflanzen Aromapflanzen und ihre Pflanzenfamilien Therapeutischer Index Literaturverzeichnis Stichwortverzeichnis Bildnachweis


Vorwort

In diesem Buch möchte ich Sie einladen zu einer Reise ins Reich der Pflanzendüfte. Diese kennen zu lernen ist wie sich verlieben: sie berühren unser Herz, öffnen uns für die Schönheit, die uns umgibt, und schließen geheime Türen unserer Seelen auf. Plötzlich ist alles wie verzaubert … Lassen Sie sich von den edlen Pflanzendüften entführen in sonnige Orangengärten, süß duftende Jasminlauben, heilige Zypressenhaine oder würzig-frische Eukalyptuswälder. Lassen Sie sich berühren, erheitern, erfreuen… Ich möchte hier meine Dankbarkeit, die ich für die Pflanzendüfte empfinde, mit Ihnen teilen, ein Geschenk weitergeben, denn die Pflanzendüfte kamen zu mir wie eine Gabe des Himmels: »Ich habe ein altes Haus gekauft«, so erzählte mir eine Bekannte am Telefon, »im Keller steht alles voll mit Kräuterkram, denn das Haus gehörte einem plötzlich verstorbenen Heiler. Komm doch vorbei und schau, ob du etwas davon gebrauchen kannst.« Meine Bekannte wusste von meinem Interesse an Heilpflanzen und meiner Arbeit damit. So besuchte ich sie einige Tage später und wollte meinen Augen nicht trauen: Als sie die Türe ihres neuen Kellers für mich öffnete, tat sich vor mir ein komplett eingerichtetes Alchemielabor auf, eine Werkstatt zum Herstellen jeder Art von Pflanzenmedizin. Es gab Kräuter, Tinkturen, Pillen, Salben, alte Kräuterbücher … Während ich mir alles mit klopfendem Herzen anschaute, stieß ich auf einen Schrank, der viele besonders schöne Fläschchen enthielt. Jedes war mit einer Nummer gekennzeichnet, ohne weitere Beschriftung. Ich öffnete eines nach dem anderen, und die schönsten Düfte stiegen mir in die Nase. Über 50 verschiedene ätherische Öle waren es. Ich war sehr begeistert und packte diese Fläschchen als Erstes ein. Noch ahnte ich nicht, dass damit mein Abenteuer mit den köstlichen Pflanzendüften seinen Anfang nehmen sollte. Nirgends im Labor konnte ich jedoch den Schlüssel zur Erklärung der Zahlen finden, die die Fläschchen kennzeichneten. (Wenn Sie selbst einmal mit ätherischen Ölen experimentieren, werden Sie überrascht sein, wie schwer es ist, ein ätherisches Öl ohne Namen zu erraten.) Zu dieser Zeit, über fünfzehn Jahre sind seitdem verstrichen, gab es keine spezielle Literatur in deutscher Sprache über Wirkung und Anwendung ätherischer Öle. Der Begriff »Aromatherapie« war in Deutschland unbekannt. Es gab niemand, der diese spezielle Methode praktizierte und lehrte. So war ich auf mich selbst gestellt und begann, mit den 6 Vorwort

ätherischen Ölen zu experimentieren. Zuerst probierte ich sie an mir selbst, später in meinem großen Freundeskreis aus, den ich an meinen Schätzen teilhaben ließ. Wir testeten sie durch Verdampfen, Einreiben, Einnehmen und waren fasziniert von den wunderbaren Pflanzendüften. Viel Spaß hatten wir an unseren Experimenten, auch wenn so manches Missgeschick passierte. Wertvolle Erfahrungen waren jedoch immer damit verknüpft. Die ätherischen Öle brachten ein neues Element in unser Leben. Ja, manchmal empfanden wir es vergleichsweise so, als könnten wir nach Jahren des gewohnten Schwarzweißfilmes vielfältige Farben sehen. Die ätherischen Öle regten Freude, Begeisterung und die Selbstheilungskräfte unseres Körpers an. Später dann, in meiner Praxis als Heilpraktikerin, wendete ich die ätherischen Öle mit gutem Erfolg an. Ich hatte in ihnen ein Mittel gefunden, dort heilend zu wirken, wo in der Tiefe der emotionale Ursprung vieler Krankheiten liegt. Es gab zu dieser Zeit jedoch noch immer keine deutsche Literatur oder lehrende Aromatherapeuten hierzulande. Viele meiner Freunde, Bekannten und Patienten hätten gerne über die Wirkung und Anwendung der ätherischen Öle mehr gewusst. Deshalb entschloss ich mich, Ausbildungsseminare darüber anzubieten. Die Fläschchen des Heilers waren inzwischen leer geworden. Ich entdeckte beim Kauf neuer ätherischer Öle große Qualitätsunterschiede und widmete mich der Suche nach ätherischen Ölen von reiner Qualität. Mein Weg führte mich in südliche Gefilde, und ich durfte dabei viele wunderbare Menschen wie Anbauer, Sammler, Destilleure usw. kennen lernen. Meiner Nase folgend entdecke ich jeden Tag etwas Neues, die Freude darüber geht nicht aus. November 1988 Susanne Fischer-Rizzi


Vorwort zur überarbeiteten Auflage Nun sind seit dem ersten Erscheinen dieses Buches 22 Jahre vergangen. »Himmlische Düfte« hat viele angesprochen und berührt, in Deutschland, der Schweiz und Österreich hat dieses Buch der Aromatherapie mit den Weg geöffnet. Es ist zu einem Klassiker geworden. Die Aromatherapie und die Aromapflege haben in den Bereich der Krankenpflege und der Gesundheitspflege Einzug gehalten. Es gibt inzwischen viele gut ausgebildete Fachkräfte, welche die ätherischen Öle im Krankenhaus, im Pflegeheim, im Hospiz usw. mit Erfolg einsetzen. Es ist nicht mehr schwer, ätherische Öle guter Qualität zu finden. Ganz im Gegenteil – sie werden nun in großem Stil vermarktet. Die ätherischen Öle, kostbare Geschenke aus dem Pflanzenreich, werden mehr verbraucht als gebraucht und oft gedankenlos verschwendet. Nun, da die ätherischen Öle in unserem Leben ihren Platz gefunden haben, wünsche ich mir, dass sie weiterhin mit Dankbarkeit und Respekt behandelt werden und dorthin finden, wo sie Gesundheit, Wohlbefinden, Inspiration und Freude schenken. Dezember 2010 Susanne Fischer-Rizzi

Ätherische Öle sollten Sie zur Behandlung von Krankheiten nur unter Anleitung einer erfahrenen Therapeutin oder eines Therapeuten anwenden. Alle Ratschläge und Rezepte in diesem Buch wurden von der Autorin sorgfältig geprüft und erprobt. Trotzdem kann keine Haftung übernommen werden. Die im Buch beschriebenen Verfahren können eine Behandlung durch Ärzte oder Heilpraktiker bei ernsthaften gesundheitlichen Problemen nicht ersetzen.

Vorwort

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Die Geschichte der Aromatherapie Die Aromatherapie ist bereits im Altertum von Ägyptern, Griechen, Römern etc. praktiziert worden. Duftstoffe wurden zur Heilung, zur Mumifizierung, zur Parfümierung, für die Kosmetik und für spirituelle Zwecke verwendet. Im 10. Jahrhundert n. Chr. brachten die Araber die Kenntnis von der Destillation nach Spanien. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann die Geschichte der modernen Aromatherapie. Als Vater der modernen Aromatherapie gilt der französische Chemiker René-Maurice Gattefossé, der den Ausdruck Aromatherapie prägte und ihn als Titel seines 1937 erschienenen Buches verwendete. Er war besonders daran interessiert, wie die ätherischen Öle auf die Haut kosmetisch und medizinisch wirken. Dr. Jean Valnet, ein französischer Arzt, war von Gattefossés Buch sehr beeindruckt. Im Zweiten Weltkrieg gebrauchte Valnet als Sanitäter ätherische Öle, um Kriegsverletzungen zu desinfizieren und zu heilen. 1964 gab er sein Buch »Aromathérapie, Traitement des maladies par les essences des plantes« heraus. Valnet unterrichtete besonders Ärzte im Gebrauch der ätherischen Öle. In Frankreich wurde die Aromatherapie von Anfang an im Rahmen der Schulmedizin praktiziert. Von Frankreich aus erreichte die Aromatherapie England. Valnets Schülerinnen Marguerite Maury und Micheline Arcier führten dort die Aromatherapie ein. Sie erfreut sich heute großer Beachtung und Beliebtheit. Es gibt in England bereits viele Aromatherapeuten und etliche Schulen, wo man diese Heilkunst erlernen kann. Auch in vielen Kliniken wird sie bereits angewendet. In Italien beschäftigten sich in den Jahren 1920 bis 1930 Wissenschaftler besonders mit der Erforschung der psychologischen Wirkung der Essenzen. Dr. Renato Cayola und Dr. Giovanni Gatti veröffentlichten 1922 einen Artikel über die Wirkung der ätherischen Öle auf das Nervensystem. Die beiden Wissenschaftler untersuchten die Wirkung der ätherischen Öle hinsichtlich ihrer stimulierenden oder beruhigenden Kraft und stellten umfangreiche Messungen von Blutdruck, Atemfrequenz und Blutzirkulation an. Außerdem erforschten sie die keimtötende Wirkung ätherischer Öle. Professor Paolo Rovesti (1902 –1983) von der Universität Mailand unternahm ebenfalls Studien über die psychische Wirkung der ätherischen Öle. Er behandelte damit Patienten mit psychischen Störungen wie Depressionen und Angstzuständen. Er empfahl die Anwendung von Mischungen 8

Die Geschichte der Aromatherapie

Professor Rovesti

aus ätherischen Ölen. Zur Behandlung von Depression zum Beispiel verwendete er Jasmin, Sandelholz, Orange, Eisenkraut und Zitrone; für Angstzustände Bergamotte, Neroli, Zypresse, Petitgrain, Limette, Rose, Veilchenblätter und Majoran. Heute findet die Anwendung der ätherischen Öle bei interessierten Laien, bei Naturheilärzten, Heilpraktikern und in der Schulmedizin Beachtung. Aromatherapie wird in Krankenhäusern, Altenheimen, Hospizen usw. angewendet. Inzwischen liegen zahlreiche wissenschaftliche Studien vor, welche die therapeutische Wirkung der ätherischen Öle belegen. Eine Jahrtausende alte Therapieform mit Pflanzendüften hat in unseren modernen Zeiten ihren Platz gefunden.


Der Geist in der Flasche

Was sind ätherische öle? Den unsichtbaren und vergänglichen Duft der Pflanzen einzufangen und ihn, wann immer man will, einzuatmen, ist ein Wunsch seit Menschengedenken. Wie viele schöne Erinnerungen und Stimmungen sind mit Düften verbunden! Wie oft wünschte man sie einzufangen und sie dann irgendwann einmal wie einen Geist aus der Flasche zu befreien, der einen in jene Zeit, jene Situation, in jenes Schlafgemach eines Prinzen oder einer Prinzessin, in jenen zauberhaften Blumengarten heben könnte? Das riecht nach Magie. Doch es ist gelungen. Zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten der Welt sind Menschen hinter das Geheimnis gekommen, Pflanzen ihrer Düfte zu berauben und diese einzufangen wie einen Geist in der Flasche. Auf der Suche nach dem Stein der Weisen fanden die Alchemisten die Seele der Pflanzen, wie sie die ätherischen Öle nannten. Ätherisch heißt himmlisch. Und das sind sie wirklich, diese duftenden Kostbarkeiten. Sie wurden auch Essenzen genannt, denn sie sind das Essenzielle, die Seele der Pflanzen. Keine gleicht der anderen, und jedes ätherische Öl ist eine Duftpersönlichkeit. Die Essenzen beinhalten die Lebenskraft der Pflanzen in konzentrierter Form. Schauen wir uns die Pflanzen, die uns diese kostbaren ätherischen Öle schenken, näher an. Ihr Duft, das ätherische Öl, sitzt in winzigen Öltröpfchen in oder auf dem Pflanzengewebe. Bei einigen Pflanzen kann man die Öldrüsen sogar mit dem bloßen Augen erken-

nen, zum Beispiel in den Schalen der Orangen. Weshalb produzieren Pflanzen Duftstoffe? Früher hieß es, das seien lediglich Abfallprodukte des Pflanzenstoffwechsels. Doch davon spricht heute niemand mehr. Ätherische Öle spielen eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Pflanzen. Sie sind Energiespeicher, Informationsträger, Krankheitsschutz, Temperaturregler und vieles mehr für die Pflanzen. Besonders viel Duftstoff in der Blüte lockt entweder die Insekten an, welche die Blüte bestäuben sollen, oder hält Fraßfeinde ab. Heute wird diese Tatsache schon mit Erfolg zur Bekämpfung von Insekten verwendet, indem man sie in »Duftfallen« lockt. Als ich letzten Sommer in der Toskana abends bei geöffnetem Fenster eine ätherische Ölmischung abfüllte, kamen ganz besonders große Nachtfalter zum Fenster hereingeflogen und ließen sich an den Wänden und auf den Möbeln nieder. Diese spezielle Art der hereinflatternden Insekten reagierte sicherlich auf den Duftstoff. Die ätherischen Öle oder Essenzen schützen auch die Pflanze vor Bakterien und Pilzen. An anderer Stelle werden wir noch von der keimtötenden Kraft der Essenzen hören. Die verdunstenden ätherischen Öle schaffen ein geeignetes Mikroklima um die Pflanzenteile herum und schützen sie dadurch vor Hitze und Kälte. Der Duft dient auch zur feinstofflichen Kommunikation zwischen den Pflanzen. Die Duftstoffe können in verschiedenen Teilen der Pflanze konzentriert eingelagert sein: in den Blüten, wie bei Rose, Jasmin, Kamille; in den Blättern, wie bei den meisten Vertretern der Familie der Lippenblütler, zum Beispiel Salbei, Melisse, Thymian; in den Wurzeln, wie bei Kalmus, Angelika, Vetiver; in Früchten, wie bei Anis, Koriander, Kümmel; im Holz, wie bei Sandelholz, Zedernholz, Rosenholz; in der Rinde, wie beim Zimt; im Harz, wie bei Weihrauch, Myrrhe, Benzoe; in der äußersten Fruchtschale, wie bei allen Zitrusfrüchten. Man braucht eine sehr große Menge von Pflanzenmaterial, um ätherische Öle zu produzieren. Dies erklärt den oft hohen Preis für ätherische Öle wie z. B. von Melisse, Jasmin und Rose. Bietet eine Firma ätherische Öle, die normalerweise hochpreisig sind zu extrem niedrigen Preisen an, kann man davon ausgehen, dass dies synthetische Öle sind. Zum Aufbewahren der ätherischen Öle sollte man nie durchsichtige Flaschen verwenden. Ätherische Öle sind lichtempfindlich; ihre Qualität sinkt schnell, wenn sie dem direkten Licht ausgesetzt werden. Am besten Der Geist in der Flasche

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eignen sich braune oder blaue Flaschen. Wie lange halten sich ätherische Öle? Die ätherischen Öle werden bezüglich der Haltbarkeit in drei Gruppen unterteilt: Hochempfindliche Öle Diese Öle halten sich ab der Erstöffnung ca. 1 Jahr. Sie sollten kühl, jedoch nicht im Kühlschrank gelagert werden. Zu dieser Gruppe gehören ätherische Öle wie: – Nadelhölzer (Tanne, Fichte, Zirbelkiefer, Latschenkiefer …) – Kaltgepresste Zitrusschalenöle (Zitrone, Grapefruit Limette …) – Teebaumöl (Tea Tree) Mittelempfindliche Öle Diese Öle halten sich nach der Erstöffnung etwa 2 – 3 Jahre. Zu dieser Gruppe gehören vor allem die ätherischen Öle aus Gräsern (Zitronengras). Lange haltbare Öle Die ätherischen Öle dieser Gruppe haben eine Haltbarkeit von ca. 3 – 8 Jahren. Manche Öle aus Harzen halten sich sogar noch länger wie z.B. Weihrauchöl, welches eine Haltbarkeit von bis zu 20 Jahren hat. Bei dieser Gruppe handelt es sich um ätherische Öle aus Hölzern, Wurzeln, Blättern und Blüten (Sandelholz, Vetiver, Zeder, Lavendel). Überlagerung Werden ätherische Öle, besonders jene, die reich an Monoterpenen und Aldehyden sind, nicht korrekt gelagert (zu warm, zu viel Sauerstoff in der Flasche), bilden sie hohe Peroxidwerte und können die Haut angreifen. Dazu gehören Zitrusöle, Nadelbaumöle, Zitronengrasöle, Eukalyptusöle und Teebaumöl.

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Der Geist in der Flasche

Die Konsistenz der ätherischen Öle ist verschieden. Manche sind sehr flüssig, wie Lavendel, Zitrone oder Minze; andere wiederum zähflüssig wie Vetiver, Mimose oder Tonka. Wenn Sie ein zähflüssiges ätherisches Öl aus der Flasche entnehmen wollen, benützen sie am besten einen winzigen Glasspatel. Manche der zähflüssigen ätherischen Öle werden von den Firmen zum Verkauf mit Alkohol oder fettem Öl wie Jojobaöl gemischt, damit sie besser verwendbar werden oder auch nicht zu hochpreisig sind. Auch in der Farbe differieren die verschiedenen ätherischen Öle. Manche sind farblos und klar wie Lavendel oder Eisenkraut; andere sind dunkler bis braun wie Vetiver oder Patchouli. Deutsche Kamille (Blaue Kamille) und Schafgarbe sind tiefblau. Die ätherischen Öle sind nicht wasserlöslich, sie lösen sich jedoch in fettem Öl, in Alkohol, in flüssiger Seife und teilweise in natürlichen Emulsionen und Emulgatoren wie Milch, Sahne, Honig, Eigelb und für die Küche in Ahornsirup. Daraus ergeben sich verschiedene Anwendungsarten. Wenn man die ätherischen Öle kennen lernen und ausprobieren will, genügen für den Anfang fünf bis zehn verschiedene. Folgende gehören dazu: Lavendel, Minze, Eukalyptus; eines der vielen Zitrusfrüchte: Zitrone, Orange, Bergamotte, Mandarine, Limette, Grapefruit; eines der Nadelbäume: Weißtanne, Douglasie, Zeder; eines der süßen Blumen: Rose, Ylang Ylang, Neroli, Jasmin, Geranie; ein Gewürz: Fenchel, Koriander, Dill, Kümmel, Wacholderbeere; ein Holz: Sandelholz, Linaloeholz, Zedernholz; ein Harz: Weihrauch, Myrrhe.


Gewinnung der ätherischen Öle Die Geschichte der Gewinnung Wie kann man die winzigen, duftenden Tröpfchen des ätherischen Öls von den sie umgebenden Pflanzenteilen trennen? Wie werden sie aufbewahrt? Dieses Geheimnis scheint schon vor etwa 5000 Jahren gelöst worden zu sein. Seltsamerweise ging es immer wieder verloren und wurde dann wieder neu entdeckt. Archäologen fanden ein mesopotamisches Destilliergerät, das zur Herstellung von ätherischen Ölen diente. Es wird auf ein Alter von 5000 Jahren geschätzt. Auch von den Ägyptern wissen wir, dass sie schon 4000 Jahre vor der Zeitwende ätherische Öle verwendeten. Sie benützten vor allem die ätherischen Öle aus Zedernholz, Zimt, Terpentin, Dill, Basilikum und Koriander zur Mumifizierung, zum Heilen und für Kosmetik. Chinesen und Inder kannten ebenfalls den Gebrauch des Destilliergerätes. Sie stellten zu ältesten Zeiten ihrer Geschichte ätherische Öle her, vor allem Rosenöl, Kalmusöl und Andropogonöl. Griechen und Römer zehrten vom Wissen der Ägypter und deren Er-fahrung mit Heilpflanzen nach der Eroberung des ägyptischen Reiches. Doch dann scheint das Geheimnis verloren gegangen zu sein. Die ätherischen Öle verschwanden. Ende des 10. Jahrhunderts tauchten sie wieder auf, diesmal bei arabischen Ärzten und Alchemisten. Es heißt, der

Historisches alchemistisches Labor Schloss Heidelberg

bekannte arabische Arzt Avicenna (980 –1037) habe die Destillation entdeckt. Diese Kunst lehrten die Araber an den von ihnen gegründeten Universitäten in Spanien. Auch durch die Kreuzzüge kam das Wissen von duftenden Wässern und ätherischen Ölen nach Europa und verbreitete sich hier. Durch Mongoleneinfälle und später durch die Türken wurde es in den durch die Araber beherrschten Ländern wieder verdrängt. Die Destillierkunst war dort, wo sie aus dem Dunkel der Jahrtausende gehoben wurde, wieder versunken. Im 16. Jahrhundert erlebte sie in Deutschland eine Renaissance. H. Brunschwig, ein Straßburger Arzt, beschrieb in seinem »Buch der wahren Kunst zu destillieren« 25 verschiedene ätherische Öle. Der große Arzt und Alchemist Paracelsus (1493 – 1541) förderte und beeinflusste in besonderem Maße die Herstellung und den medizinischen Gebrauch der ätherischen Öle. In den Jahren 1500 bis 1730 lernte man bis zu 114 verschiedene ätherische Öle zu destillieren und medizinisch einzusetzen. In Kräuterbüchern wurden ihre Heilwirkungen beschrieben. Erst im 19. Jahrhundert begann man, sie aus dem Arzneimittelschatz durch die neu entstandenen chemischen Heilmittel zu verdrängen. Durch das neu entstandene Interesse an der Aromatherapie ist die Nachfrage nach reinen ätherischen Ölen gestiegen.

Alchemistische Geräte

Gewinnung der ätherischen Öle

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Gewinnung durch Wasserdampfdestillation Was war nun dieses Geheimnis, das im Laufe der Jahrtausende immer wieder neu entdeckt wurde? Es war einfacher Wasserdampf! Dieser kann den Pflanzen ihre Öltröpfchen entreißen und sie nach oben tragen. Wenn man in einem großen Bottich, Alambic genannt, zerkleinerte Pflanzen und Wasser erhitzt, löst der aufsteigende Wasserdampf die ätherischen Öle aus den Pflanzen. Ergiebiger ist es, wenn man die Pflanzen auf einen Rost legt und Wasserdampf hindurchleitet. Den mit ätherischen Ölen angereicherten Dampf fängt man in einem sich verjüngenden Rohr auf, das mit kaltem Wasser gekühlt wird, und leitet das Destillat in ein Auffanggefäß. Dort findet sich Wasser, auf dessen Oberfläche das leichtere Öl schwimmt. Nur in wenigen Ausnahmen ist das ätherische Öl schwerer und sinkt nach unten. Das Öl wird abgeschöpft oder mit einer venezianischen Flasche getrennt. Diese Methode wird Wasserdampfdestillation genannt und ist noch heute die gebräuchlichste, um ätherische Öle zu gewinnen. Das Destillieren der ätherischen Öle ist eine Kunst, die viel Erfahrung erfordert. Druck, Temperatur und Zeit müssen genau auf die zu destillierende Pflanze abgestimmt sein. Die Destillationstemperatur sollte 100 Grad Celsius nicht übersteigen. Die Destillationszeit kann von einer Stunde bis zu 100 Stunden dauern, wenn z. B. Sandelholz abdestilliert wird. Während der Destillation werden manchmal auch für bestimmte Öle, wie z.B. Ylang Ylang, Fraktionen abgenommen, wenn gewünschte Inhaltsstoffe zu bestimmten Zeitpunkten der Destillation frei werden. Hölzer, Rinden und Wurzeln werden vor

der Destillation zerkleinert, Blätter und Blüten werden unzerkleinert abdestilliert. Bei der Wasserdampfdestillation entstehen zwei Produkte: das ätherische Öl und das Hydrolat. Das Hydrolat, auch Destillationswasser genannt, enthält die wasserlöslichen Stoffe des Pflanzenmaterials. Es kann bis zu 3 Prozent ätherisches Öl enthalten. Auch Hydrolate werden in der Aromatherapie für Heilzwecke in der Pflege und in der Kosmetik verwendet.

Gewinnung durch Kaltpressung (Expression) Die Zitrusfrüchte lagern ihre ätherischen Öle in der Schale. Wir können die kleinen Ölbehälter sogar mit dem bloßen Auge erkennen. Wenn wir eine Orangenschale gegen die Flamme einer brennenden Kerze ausdrücken, verbrennt das ätherische Öl in hellen Flämmchen. Bis zirka 1930 wurden die Zitrusöle so hergestellt, dass man deren Schalen gegen einen Schwamm ausdrückte. Heute werden sie durch maschinelle, mechanische Kaltpressung gewonnen. Die Schalen werden fein zerkleinert und – mit wenig Wasser vermischt – ausgedrückt. Aus dem entstandenen Öl-Wasser-Gemisch wird das ätherische Öl mit einer Zentrifuge getrennt. Wichtig ist, dass für diesen Vorgang keine Hitze zu Hilfe genommen wird, weil dadurch wichtige Bestandteile des ätherischen Öls zerstört werden. Gerade bei Zitrusölen ist zu beachten, dass die Pflanzen und Früchte nicht gespritzt sind oder besser noch aus biologischem Anbau stammen, da bei der Pressung Insektizide und Herbizide aus der Schale ins Öl gelangen.

Gewinnung durch Enfleurage Schon im alten Ägypten hat man duftende Pflanzenteile in Öl oder Fett eingelegt. Dieses zieht die Duftstoffe an sich. Man erhält dadurch eine duftende Fettsalbe oder ein Öl. Die Trennung von beiden, von Duft und Fett, beherrschte man damals nicht. Aus dieser einfachen Methode wurde später die Enfleurage entwickelt, die man seit dem 19. Jahrhundert kennt. Sie wurde besonders für jene Pflanzen gebraucht, die sich mit der Methode der Wasserdampfdestillation nicht verarbeiten lassen, zum Beispiel Jasmin und Tuberose. Die empfindlichen, frisch gesammelten Blüten wurden in Schweine- und Rinderfett gedrückt, das man auf Glasplatten gestrichen hatte. Nach zwei Tagen wurden die Blüten durch neue ersetzt. Dieser Prozess zog sich über Wochen hin, so lange, bis sich das Fett mit dem Duftstoff der Blüten ganz vollgesogen hatte. Durch Alkoholextraktion wurde das ätherische Öl aus dem Duft12

Gewinnung der ätherischen Öle


Enfleurage mit Tuberose

Fett-Gemisch herausgelöst. Diese zeitaufwendige Methode lieferte sehr gute Öle. Sie wird heutzutage aber wegen der hohen Herstellungskosten nur noch sehr selten und meist zu Demonstrationszwecken, zum Beispiel in Duftmuseen, durchgeführt. Seit einigen Jahren wird die Enfleurage mit Palmfett statt mit Tierfetten ausgeführt. Es gibt zur Zeit aus dieser Produktion Enfleurageöle aus wunderbar duftenden Blüten wie Tuberose, Gardenia und Magnolie.

Die Resinoid-Herstellung Das Harz bestimmter Bäume wie Benzoe, Weihrauch, Myrrhe, Guajak, Styrax und Tolu wird mit Lösungsmitteln wie Chlorkohlenwasserstoffe (giftig) oder Alkohol angesetzt, erhitzt, verrührt und anschliessend extrahiert und gefiltert.

Lösungsmittelextraktion Für dieses Verfahren wird das Pflanzenmaterial in einem Behälter mit Lösungsmitteln wie Hexan, Toluol, Aceton, Methanol oder Ethanol (Trinkalkohol) vermischt und langsam erwärmt. Das Lösungsmittel wird anschließend unter Vakuum abdestilliert. Eine 100%ige Abdestillation der Lösungsmittel ist meist nicht möglich, deshalb muss auf Lösungsmittelrückstände kontrolliert werden. Durch Richtlinien sind Grenzwerte der Lösungsmittelrückstände festgelegt. Bei der Lösungsmittelextraktion entsteht zuerst ein »Concrète«, eine wachshaltige Paste. Diese wird mit Alkohol erwärmt und verflüssigt. Dann wird abgekühlt und gefiltert. Der Alkohol wird durch Destillation verdampft, und man erhält das »Absolue«. Auf diese Weise werden Blüten wie von Frangipani, Ginster, Jasmin, Lotus, Magnolie und Mimose verarbeitet. Gewinnung der ätherischen Öle

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Reinheit

Wenn Sie ätherische Öle für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden auswählen und kaufen, sollten Sie darauf achten, dass diese unbedingt den höchsten Ansprüchen von Qualität und Reinheit entsprechen. Nur dadurch können die ätherischen Öle ihre wunderbare heilende und belebende Kraft entfalten. Es folgen einige Kriterien, die die Reinheit und den Heilwert ätherischer Öle ausmachen.

Botanische Herkunft Um Verwechslungen auszuschließen, sollte die botanische Herkunft des ätherischen Öls auf dem Etikett korrekt und vollständig angegeben sein. Der botanische Name der Ursprungspflanze besteht aus dem Gattungsnamen (z. B. Rosmarinus) und dem Artnamen (z. B. offizinalis). Auf dem Etikett sollten beide Teile des botanischen Namens angegeben sein. Verwenden Sie nur authentische, genuine Öle, wenn möglich aus kontrolliert biologischem Anbau bzw. aus zertifizierter Wildsammlung. Die ätherischen Öle sollten auch chargenbezogen kontrolliert sein.

Geografischer Ursprung der Pflanze Ätherische Öle haben wie Weine ihre optimalen Anbaugebiete. Die Zusammensetzung der ätherischen Öle ist abhängig von Klima und Bodenverhältnissen. Der Händler sollte bemüht sein, ätherische Öle aus Gebieten mit besten Bedingungen zu beziehen. Bester Lavendel kommt zum Beispiel aus den höheren Gebirgslagen in Frankreich, wertvollstes Orangen- und Zitronenöl aus Sizilien, bestes Sandelholzöl aus Mysore. Der geographische Ursprung des ätherischen Öls sollte angegeben sein.

Extraktion durch Kohlendioxyd (CO2) Dies ist eine Methode, die man erst seit Anfang der 80er-Jahre entwickelte und seitdem verwendet. Kohlendioxyd oder Butan, die sich unter Druck verflüssigen, lösen die ätherischen Öle aus der Pflanze. Die so entstandenen ätherischen Öle weichen in ihren Bestandteilen teilweise von jenen ab, die durch Wasserdampfdestillation entstanden sind.

Deklaration Eine transparente Deklaration der ätherischen Öle erfordert neben dem deutschen und dem botanischen Namen der Ursprungspflanze folgende Angaben auf dem Etikett bzw. im Produktkatalog: 100 % naturreines ätherisches Öl, Angabe des Pflanzenteiles, aus dem das ätherische Öl gewonnen wurde, Herkunftsland, Gewinnungsverfahren, Art des Pflanzenanbaus, Angabe des Lösungsmittels bei Extraktion, Verdünnungsverhältnis bei teuren oder zähflüssigen ätherischen Ölen (z.B. Verdünnung mit Jojobaöl oder Alkohol in Prozent), Mengenangabe in ml, Chargennummer, Jahrgang (eventuell), Gefahrenstoffzeichen laut EU-Verordnung, Firmenname (Produkthaftung), Verwendungs- und Sicherheitshinweise (z. B. Zur Raumbeduftung und »Vor Kindern sicher aufbewahren«). Das Fläschchen sollte einen Tropfeinsatz und einen kindersicheren Verschluss aufweisen und wegen des Lichtschutzes aus Braun- oder Violettglas bestehen.

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Reinheit


Anwendung der ätherischen Öle Die ätherischen Öle bieten eine sehr große Vielfalt an Anwendungsmöglichkeiten. Die gebräuchlichsten sind in diesem Kapitel aufgeführt:

Die Duftlampe Eine Duftlampe ist ein Gefäß aus Keramik, Speckstein, Metall, Glas oder Porzellan mit einer Schale für Wasser, das durch eine Kerze oder Glühbirne erhitzt wird. Träufeln Sie einige Tropfen ätherischen Öls ins Wasser. Der aufsteigende Wasserdampf wird die Duftmoleküle in die Raumluft tragen. Die Anzahl der Tropfen ätherischen Öls in der Duftlampe richtet sich nach Raumgröße und Duftintensität des ätherischen Öls, normalerweise verwendet man 5 bis 10 Tropfen. Der Duft in einem Raum beeinflusst die Stimmung der Bewohner auf subtilste Weise. Verwandeln Sie Ihren Wohnraum – nach einem anstrengenden Arbeitstag – in einen Blütengarten. Oder laden Sie Ihre Gäste zu einem Fest in exotischen Holz- und Blumendüften. In einem Raum, der frisch riecht, lässt es sich konzentrierter arbeiten. Die ätherischen Öle können auch die Raumluft desinfizieren und die Ausbreitung von Krankheitskeimen verhindern. So eignet sich die Duftlampe auch zur Beduftung und Desinfizierung von Krankenzimmern und Wartezimmern. Auch im Bereich der Schule haben sich Duftlampen bewährt.

Ätherische Öle für die Duftlampe Im Wohnbereich: Öle mit harmonisierender Wirkung. Sie schaffen eine angenehme und freundliche Atmosphäre. Sie können einzeln oder in Mischungen verwendet werden. Bergamotte Eisenkraut Geranie Grapefruit Lavendel Mandarine Myrte

Neroli Orange Petitgrain Rose Vanille Zeder

Mischungen: Sonne auf Holz und Blumen – erheiternd Geranie 3 Tropfen, Rose 1 Tropfen Zeder 5 Tropfen, Sandelholz 2 Tropfen Morgentau – erheiternd Bergamotte 6 Tropfen, Neroli 2 Tropfen Geranie 2 Tropfen, Eisenkraut 1 Tropfen Relax – bei seelischer und körperlicher Verspannung Muskatellersalbei 2 Tropfen, Vetiver 1 Tropfen Zitrone 4 Tropfen Sunshine – erheiternd, antidepressiv Rose 3 Tropfen, Neroli 2 Tropfen Antistress Rose 2 Tropfen, Lavendel 4 Tropfen Kuss der Muse – warm, optimistisch stimmend Neroli 2 Tropfen, Tonka 1 Tropfen Rose 2 Tropfen Land in Sicht – antidepressiv, tröstend Neroli 2 Tropfen Grapefruit 8 Tropfen

Duftlampe

Anwendung der ätherischen Öle

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Im Arbeitsbereich: Ätherische Öle mit anregender, erfrischender, konzentrationssteigernder Wirkung beugen Müdigkeit vor. Bergamotte Eisenkraut Grapefruit Limette Minze Myrte

Speiklavendel Wacholder Weißtanne Ysop Zitrone Zitroneneukalyptus

Mischungen: K2 – erfrischend, anregend Bergamotte 5 Tropfen, Eisenkraut (Verbena) 2 Tropfen, Zirbelkiefer 3 Tropfen, Grapefruit 1 Tropfen Professor Bienlein – konzentrationsfördernd Ysop 5 Tropfen, Minze 1 Tropfen, Limette 1 Tropfen Im Wartezimmer – ausgleichend, erfrischend, desinfizierend Bergamotte 10 Tropfen, Zeder 3 Tropfen, Zitrone 3 Tropfen, Grapefruit 3 Tropfen, Myrte 2 Tropfen, Manuka 3 Tropfen Teamwork – konzentrationsfördernd, Zusammenarbeit fördernd Lemongrass 4 Tropfen, Limette 5 Tropfen, Myrte 4 Tropfen Im Schlafzimmer: Ätherische Öle mit beruhigender, schlaffördernder Wirkung. Für einen sanften Ausklang des Tages. Bienenwaben Geranie Lavendel Melisse Mimose Myrte

Orange Petitgrain Rosenholz Römische Kamille Vanille Zeder

Mischungen: Rosa Wolken – beruhigend Rose 2 Tropfen, Lavendel 7 Tropfen, Neroli 2 Tropfen Süße Träume – wonnig Orange 7 Tropfen, Tonkabohne 2 Tropfen, Zeder 4 Tropfen, Kardamom 1 Tropfen

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Anwendung der ätherischen Öle

Ätherische Öle mit sinnlicher Wirkung: Frangipani Rose Jasmin Safran Kardamom Sandelholz Labdanum Tonka Mimose Tuberose Moschuskörner Vanille Narzisse Vetiver Neroli Ylang Ylang Patchouli Zimt Mischung: Im Garten der schönen Li – betörend Ylang Ylang 2 Tropfen, Sandelholz 7 Tropfen, Tuberose 2 Tropfen Im Kinderzimmer: Kinder freuen sich besonders über schöne Düfte. Wie wäre es mit einer Mandarinen-Geburtstagsparty oder einer Gutenachtgeschichte mit passendem Duft? Düfte wirken beflügelnd auf die Phantasie. Lieblingsdüfte der Kleinen: Bienenwaben Orange Clementine Vanille Kakaoextrakt Zimt Mandarine Mischung: Biene Maja Mandarine 8 Tropfen, Bienenwaben 2 Tropfen Zur Unterstützung der Heilung: Bei Magen-Darmbeschwerden und Krämpfen Fenchel Römische Kamille Galbanum Koriander Bei Husten und Erkältung Cajput Niaouli Eukalyptus Salbei Manuka Teebaum Myrte Ysop Hustenmischung für Kinder: Thymian Linalol 4 Tropfen, Myrte 4 Tropfen, Zitrone 2 Tropfen


Weitere Möglichkeiten, einen Raum zu beduften Diffusionsgerät (Aerosol) Dieses Gerät wird elektrisch betrieben und vernebelt die ätherischen Öle aufs Feinste in der Raumluft. Besonders geeignet ist es zur Behandlung von Erkältungskrankheiten, aber auch zur Desinfektion von Räumen. Pro Behandlung verwendet man 2 bis 6 Tropfen ätherischen Öls. Im Krankheitsfall wird das Gerät einige Male pro Tag für etwa 8 bis 10 Minuten angestellt. Es gibt Geräte, die sich selbständig in bestimmten Intervallen ein- und ausschalten. Ätherische Öle, die sich besonders gut für die Behandlung mit dem Diffusionsgerät eignen: Eukalyptus radiata, Thymian Linalol, Lavendel, Zitrone, Meerkiefer, Weißtanne, Orange. Bei einem Aromafan werden die ätherischen Öle mit einem Ventilator in die Raumluft gebracht.

Im ganzen Wohnbereich: Zum Reinigen der Luft, nach starkem Rauchen, zum Desinfizieren nach Krankheiten. Die meisten ätherischen Öle haben eine starke keimtötende Wirkung und eignen sich deshalb zur Zimmerdesinfektion, auch zur Vorbeugung gegen Ansteckung (zum Beispiel in Grippezeiten) durch Stärkung der körpereigenen Abwehr. Reinigen der Luft, zum Beispiel nach Rauchen: Einzeln oder in Mischung Bergamotte Salbei Douglasie Teebaum Lavendel Zitrone Lemongrass Zirbelkiefer Manuka

Raumspray Raumsprays eignen sich sehr gut, um die Raumatmosphäre zu vitalisieren, um Gerüche zu neutralisieren und um die Raumluft zu desinfizieren. Man kann damit auch eine bestimmte gewünschte, duftende Stimmung schaffen. So eignen sich Raumsprays für Büros, Warteräume, Kongressräume, Empfangsräume, für Wohnräume, Fitnesszentren, Hotelzimmer und zum Erfrischen auf Reisen im Auto oder Flugzeug. Für ein Raumspray werden ätherische Öle in neutralem Alkohol oder in Hydrolaten verschüttelt. Alkohol von 45 bis 75 % wird auf 100 ml etwa 20 bis 25 Tropfen ätherisches Öl zugegeben und verschüttelt. In einem Hydrolat für ein Raumspray wie z. B. Lavendel-

Desinfizieren der Luft: Einzeln oder in Mischung Eukalyptus Thymian Nelke Zimt Rosmarin Zitrone Teebaum

Für Meditation und Sammlung: Einzeln oder in Mischung Benzoe Narde Elemi Rose Labdanum Wacholder Mastix Weihrauch Myrrhe Ysop Myrte Zeder Anwendung der ätherischen Öle

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hydrolat, Melissenhydrolat, Rosenhydrolat, können auf 100 ml ca. 10 Tropfen ätherischen Öls zugegeben werden. Vor jeder Anwendung wird die Flasche geschüttelt, damit sich die ätherischen Öle aufs Neue mit dem Hydrolat verbinden.

Inhalation Inhalationen werden vorwiegend zur Behandlung von Erkältungskrankheiten verwendet. Geben Sie in eine große Schüssel mit heißem Wasser einige Tropfen ätherischen Öls, ca. 3 bis 5 Tropfen je nach Stärke des Öls. Von Thymian sollten Sie nie mehr als 1 bis 2 Tropfen zugeben. Legen Sie ein großes Handtuch über Kopf und Schüssel, sodass der Dampf nicht entweichen kann. Schließen Sie die Augen und atmen Sie ungefähr 5 Minuten die aufsteigenden, duftenden Dämpfe ein. Bei akuten Erkrankungen sollten Sie die Inhalation 2- bis 3-mal täglich durchführen. Sie können auch ein Inhalationsgerät aus der Apotheke verwenden. Öle für Inhalationen Angelikawurzel Eukalyptus radiata Latschenkiefer Lemongrass Linalol Manuka Meerkiefer Myrte Niaouli

Römische Kamille Salbei Teebaum Thymian Wacholder Weißtanne Zeder Zirbelkiefer Zitrone

Mischungen: Erkältung Eukalyptus radiata 2 Tropfen, Latschenkiefer 2 Tropfen, Zitrone 2 Tropfen Grippe Manuka 3 Tropfen, Salbei 4 Tropfen, Thymian Linalol 1 Tropfen Grippe Angelikawurzel 1 Tropfen, Salbei 4 Tropfen, Wacholder 2 Tropfen Sinusitis Angelikawurzel 1 Tropfen, Rosmarin 3 Tropfen, Salbei 4 Tropfen, Zypresse 1 Tropfen, Thymian Linalol 2 Tropfen, Majoran 4 Tropfen, (reicht für 2 bis 3 Behandlungen)

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Anwendung der ätherischen Öle

Husten Thymian Linalol 1 Tropfen, Ysop 3 Tropfen, Salbei 2 Tropfen, Zirbelkiefer 2 Tropfen (für zwei Behandlungen) Gesichtsdampfbäder Sie werden genauso zubereitet wie die oben beschriebenen Inhalationen. Sie reinigen die Gesichtshaut besonders gründlich und eignen sich für fast alle Hauttypen. Wenn Sie zu geplatzten Äderchen neigen, sollten Sie auf diese Anwendung verzichten. Nach dem Dampfbad reinigen Sie Ihr Gesicht mit kaltem Wasser oder betupfen es mit Rosenwasser. Ätherische Öle für das Gesichtsdampfbad: Deutsche Kamille (blaue) Lavendel Römische Kamille Mastix Salbei Myrte Schafgarbe Neroli Zeder Trockene Inhalation Geben Sie auf ein Taschentuch 3 bis 5 Tropfen ätherisches Öl. Halten Sie es vor die Nase und atmen Sie tief ein. Sie können die gleichen ätherischen Öle wie zur Inhalation mit Wasser verwenden. Diese Methode eignet sich besonders gut zur Erfrischung auf Reisen, bei Müdigkeit oder Übelkeit. Einzeln oder in Mischung (einige Tropfen auf ein Taschentuch geben und einatmen): Angelikawurzel Limette Bergamotte Minze Eisenkraut Myrte Ingwer Niauli Lavendel Petitgrain Lemongrass Zitrone


Mischung: Cabrio – zur Erfrischung unterwegs Bergamotte 5 Tropfen, Lavendel 3 Tropfen, Petitgrain 3 Tropfen, Limette 2 Tropfen, Zitrone 1 Tropfen

In der Sauna Viele Saunaaufguss-Mischungen enthalten minderwertige oder synthetische Öle, Emulgatoren und Farbstoffe. Reine ätherische Öle können die entgiftende Wirkung der Sauna unterstützen. Geben Sie ca. 5 Tropfen eines ätherischen Öls oder einer Mischung auf eine Kelle Wasser und gießen Sie diese über die heißen Saunasteine. Bitte nie das Öl unverdünnt auf die Steine geben! Die ätherischen Öle sind leicht entflammbar. Ätherische Öle für die Sauna; für die Atemwege, zur Entgiftung und Abwehrsteigerung: Balsamtanne Salbei Cajeput Teebaum Douglasie Wacholder Eisenkraut Weißtanne Eukalyptus radiata Ysop Latschenkiefer Zeder Meerkiefer Zitrone Myrte Finnische Saunamischung Eukalyptus 4 Tropfen, Zitrone 6 Tropfen, Fichtennadel 8 Tropfen, Wacholder 2 Tropfen, Eisenkraut 2 Tropfen Alpine Saunamischung Weißtanne 6 Tropfen, Zirbelkiefer 5 Tropfen, Douglasie 5 Tropfen, Grapefruit 5 Tropfen Diese Mischung reicht für etwa 4 Anwendungen.

Kompressen Feucht-warme Kompressen haben eine entspannende und entkrampfende Wirkung. Sie öffnen außerdem die Hautporen, sodass die ätherischen Öle schneller und tiefer eindringen können. Geben Sie in eine Schüssel mit 1 Liter heißem Wasser 4 Tropfen ätherisches Öl, als Einzelöl oder als Mischung. Verrühren Sie zuvor das Öl mit einem Esslöffel flüssigem Honig. So vermeiden Sie, dass unverdünntes ätherisches Öl auf der Wasseroberfläche schwimmt und über das Handtuch auf die Haut kommt. Nun tauchen Sie schnell ein kleines Handtuch ein, wringen es aus und legen es auf den zu behandelnden Körperteil. Die Kompresse sollte, wenn sie auf Kör-

Kompressenanwendung

pertemperatur abgekühlt ist, abgenommen werden. Ideal auch zur Vorbehandlung vor einer Gesichtsmassage. Wunderbar entspannend bei Stress und Angespanntheit. Heiße Kompressen nicht bei geplatzten Äderchen anwenden! Sehr geeignet als Nackenkompresse vor einer Rückenmassage. Gesichtskompressen – zum Entspannen und Verwöhnen Geranie Rose Neroli Römische Kamille Rosenholz Ylang Ylang Als Einzelöle oder in Mischung. Heilende feucht-warme Kompressen Sie helfen bei krampfartigen Schmerzen im Magenund Unterleibsbereich. Auch bei Gallenkoliken haben sie sich bewährt oder zum Auflegen bei Abszessen und Ohrenschmerzen. Sie können Leber- und Gallenfunktion anregen oder entgiften. Sie werden zubereitet mit ätherischen Ölen aus: Basilikum Schafgarbe Rosmarin

Gallenkolik, Beruhigung Menstruationsbeschwerden Menstruationsbeschwerden, Gallenkolik, rheumatische Schmerzen, Leberschmerzen, Leberentgiftung Fenchel Blähungen, Magen-, Darmkrämpfe Römische Kamille Menstruationsschmerzen, Magen-, Darmkrämpfe, Abszesse

Anwendung der ätherischen Öle

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Majoran

Galbanum Mastix Immortelle

Menstruationsschmerzen, rheumatische Schmerzen, Wadenkrämpfe Abszesse, Geschwüre, Magen-, Darmkrämpfe Abszesse Gallenkrämpfe, Leberentgiftung

Kalte Kompressen Hierfür wird das ätherische Öl in Honig verrührt und in kaltem Wasser aufgelöst und die Kompresse kalt aufgelegt. Hilfreich bei Entzündungen, als Wadenwickel bei Fieber, Kopfschmerzen, Sonnenbrand, Schwellungen: Minze Lavendel Melisse Zitrone Eisenkraut Zitrone

Kopfschmerzen, Föhnbeschwerden Sonnenbrand, Kopfschmerzen Kopfschmerzen, Hitzewallungen Fieber, Juckreiz, Hitzewallungen, Schwellungen Fieber, Schwellungen Wadenwickel bei Fieber

Mischungen: Gesichtsmaske bei Akne 3 Esslöffel grüne Heilerde mit Wasser verrühren; Zypresse 1 Tropfen, Bergamotte 1 Tropfen, Deutsche Kamille 2 Tropfen mit dem dünnflüssigen Brei verrühren und auf die Haut auftragen. Heilerdeauflage Bei Prellungen, Quetschungen: 2 bis 3 Esslöffel Heilerde mit Wasser verrühren; Minze 2 Tropfen, Immortelle 4 Tropfen unterrühren und als Umschlag verwenden. Heilerdeumschlag Bei Verstauchungen, Verrenkungen 2 bis 3 Esslöffel Heilerde, 20 Tropfen Arnika-tinktur, 5 Tropfen ätherisches Wacholderöl, 5 Tropfen ätherisches Wiesenköniginöl auf eine breite Mullbinde streichen, auflegen und mit Binden fixieren; 2- bis 3-mal täglich erneuern. Bei Allergie auf Arnika lassen Sie bitte die Arnikatinktur weg.

Bäder Heilerde Heilerde eignet sich als heilende Grundlage für ätherische Öle, die in Umschlägen, Packungen, Kompressen, Gesichtsmasken verwendet werden. Sie wirkt entzündungshemmend und hat eine hohe Absorptionsfähigkeit, kann also Gift- und Schadstoffe aufnehmen. Sie fördert an den betroffenen Stellen verstärkte Durchblutung. Das Gewebe wird aktiviert, die Giftstoffe werden in den unteren Hautschichten durch das Gefäßsystem abtransportiert. Heilerde ist ideal zur Behandlung von Hauterkrankungen wie nässenden, juckenden Entzündungen, Ekzemen, Furunkeln, Allergien, schlecht heilenden Wunden, Sonnenbrand, Verbrennungen, rheumatischen Schmerzen und Hexenschuss. Aus Heilerde kann man Gesichtspackungen für Hautunreinheiten, Pickel oder Akne zubereiten. Sie können 2- bis 3-mal wöchentlich angewendet werden. Zubereitung: Verrühren Sie einige Esslöffel Heilerde mit Wasser oder einem passenden Kräutertee zu einem dünnflüssigen Brei. Jetzt können Sie etwa 5 Tropfen ätherischen Öls zufügen, je nach Zweck der Packung. Tragen Sie für eine Gesichtspackung den dünnen Brei auf die Gesichtshaut auf und lassen Sie ihn etwa 10 bis 20 Minuten einwirken. Gut abwaschen und mit einem Gesichtsöl oder einer Creme nachbehandeln.

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Anwendung der ätherischen Öle

»Baden hält Leib und Seele zusammen.« In unserer schnelllebigen Zeit haben wir nur noch Zeit für eine kurze Dusche. Baden in edlen Düften der Natur ist zum Geheimtipp geworden. Es ist eine der schönsten Anwendungsarten der Aromatherapie. Sie können sich Ihr ganz individuelles Lieblingsbad zusammenstellen, frei von Farbstoffen, synthetischen Emulgatoren, künstlichen Düften, und sich und andere verwöhnen, pflegen, heilen. Badefreuden für Leib und Seele, denn auch in der Badewanne haben die ätherischen Öle ihre wohltuende Wirkung auf unsere Psyche. Ätherische Öle vermischen sich nicht mit Wasser, deshalb enthalten die meisten im Handel angebotenen Badeöle synthetische Emulgatoren, das heißt Stoffe, die Öl und Wasser miteinander verbinden. Sie können sich Ihr Bad mit natürlichen Emulgatoren zubereiten, sodass sich die duftenden ätherischen Öle mit dem Wasser mischen. Gleichzeitig sind diese Emulgatoren sehr hautfreundlich. Honigbad Honig ist hautpflegend und entzündungshemmend. Er löst die ätherischen Öle im Wasser. Verrühren Sie 10 bis 15 Tropfen ätherisches Öl, je nach Duftintensität des Öls und nach gewünschter Wirkung, mit 3 bis 4 Esslöffel flüssigem Honig, zum Beispiel Akazienhonig. In die Badewanne geben und Wasser einlaufen lassen; oder erst später dem Wasser zufügen.


Sahnebad Baden Sie wie Kleopatra in Duft und Sahne. Der natürliche Emulgator Sahne ist ein Rückfetter und hindert das Austrocknen der Haut. Verrühren Sie 10 bis 15 Tropfen ätherisches Öl in 3 bis 4 Esslöffeln flüssiger Sahne. Statt Sahne können Sie auch Sojamilch oder Molke verwenden. Diese emulgieren jedoch etwas weniger gut. Schaumbad Verschütteln Sie ätherisches Öl in flüssiger Seifengrundlage. Es sollte eine nichtduftende Seifengrundlage sein, mit einem hautfreundlichen pH-Wert, wie sie in Naturkostläden oder Reformhäusern erhältlich ist. 4 bis 5 Esslöffel Seifengrundlage in einer Flasche mit ca. 10 bis 15 Tropfen ätherischem Öl verschütteln. Sie können eine klare Seifenflüssigkeit mit einem starken Tee aus Hibiskus oder Malve rosa oder blau färben, mit ätherischem Öl parfümieren und dann in eine schöne Glasflasche füllen. Ein schönes, individuelles Geschenk! Mit einer flüssigen Seifengrundlage können Sie sich auch ein duftendes Duschgel herstellen. Salzbäder Salzbäder können Gift- und Schadstoffe aus dem Körper ziehen. Sie wirken reinigend auf die Haut. Füllen Sie 1 bis 2 Hand voll Meersalz (aus dem Naturkostladen, Apotheke, Drogeriemarkt) in ein Schraubglas und beträufeln Sie das Salz mit 5 bis 10 Tropfen ätherischen Öls. Verschließen Sie das Glas gut und schütteln Sie es.

Für ein anregendes, entgiftendes Salzbad eignen sich ätherische Öle aus: Zitrone, Wacholder, Wiesenkönigin, Lavendel, Eukalyptus, Limette. Medizinisches Badesalz aus dem Toten Meer enthält viel Magnesium und Brom. Es wirkt deshalb außerdem stressreduzierend und entspannend. Nehmen Sie dieses Bad am Abend mit Lavendelöl. Kleiebäder Kleie macht das Badewasser angenehm weich, reinigt mild die Haut und macht sie samtigweich. Kleie ist ebenfalls geeignet zur Pflege von wunder und entzündeter Haut. Mischen Sie ca. 200 g Kleie mit 15 Tropfen ätherischem Öl. Breiten Sie dafür die Kleie auf einem Tablett aus. Beträufeln Sie diese mit dem ätherischen Öl. Nun wird alles gut durchgeknetet. Füllen Sie diese Mischung in ein kleines Stoffsäckchen, das Sie in die Badewanne hängen und lassen Sie das Wasser einlaufen. Kneten Sie während der Dauer des Bades das Säckchen immer wieder im Wasser. Badekleie erhalten Sie im Reformhaus oder im Naturkostladen. Hier einige Vorschläge für Bademischungen: die Öle können einzeln oder in Mischungen verwendet werden. Entspannendes Bad am Abend mit ätherischen Ölen aus Bergamotte, Bienenwaben, Geranie, Römische Kamille, Lavendel, Majoran, Mandarine, Melisse, Mimose, Orange, Rose, Rosenholz,, Sandelholz, Tonka, Vanille. Jeweils mit Honig, Sahne oder Seifengrundlage vermischen. Mischungen: Sweet Dreams Lavendel 10 Tropfen, Tonka 1 Tropfen, Rose 2 Tropfen Sultans Nächte Sandelholz 10 Tropfen, Orange 5 Tropfen Einfach loslassen Vetiver 2 Tropfen, Muskatellersalbei 2 Tropfen, Eisenkraut 3 Tropfen, Rosenholz 10 Tropfen Abendbad 1 Lavendel 15 Tropfen, Neroli 3 Tropfen Abendbad 2 Bergamotte 5 Tropfen, Sandelholz 10 Tropfen, Neroli 5 Tropfen Erfrischende und stärkende Bäder: Bergamotte, Douglasie, Eisenkraut, Lavendel, Limette, Meerkiefer, Myrte, Rosmarin, Wacholder, Weißtanne, Wiesenkönigin, Zirbelkiefer, Zitrone.

Anwendung der ätherischen Öle

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Kreislaufanregend, entgiftend und durchblutungsfördernd: Angelika, Balsamtanne, Rosmarin, Wacholder, Weißtanne, Wiesenkönigin, Zitrone. Tiger von Eschnapur – aufbauend, durchblutungsfördernd Wacholder 15 Tropfen, Angelikawurzel 1 Tropfen, Zitrone 4 Tropfen, Limette 3 Tropfen für ein Bad mit Honig verrühren. Ätherische Öle für ein hautpflegendes Bad Benzoe, Geranie, Jasmin, Karottensamen, Römische Kamille, Mastix, Mimose, Myrte, Neroli, Orange, Rose, Sandelholz, Weihrauch, Zeder Aphrodite – für schöne Haut Ylang Ylang 4 Tropfen, Karotte 4 Tropfen, Sandelholz 10 Tropfen, Neroli 1 Tropfen mit je 2 Esslöffeln Sahne und Honig verrühren. Ätherische Öle für sinnliche Bäder Jasmin, Mimose, Muskatellersalbei, Neroli, Patchouli, Sandelholz, Tonka, Vanille, Ylang Ylang Bad für zwei Tonka 2 Tropfen, Jasmin 4 Tropfen, Bienenwaben 2 Tropfen, Sandelholz 6 Tropfen, mit je 2 Esslöffeln Honig und Seifengrundlage gut verrühren. Bäder für Kinder mit ätherischen Ölen aus Bienenwaben, Römischer Kamille, Mandarine, Vanille Kinderbad Silvi Römische Kamille 3 Tropfen, Mandarine 4 Tropfen, Bienenwaben 2 Tropfen mit 3 Esslöffeln Honig verrühren. Ätherische Öle für ein Cellulitebad Wacholder, Fenchel, Orange, Zypresse, Rosmarin, Lavendel, Zitrone, Mastix Cellulitebad Wacholder 15 Tropfen, Orange 5 Tropfen, Zypresse 5 Tropfen, Salbei 5 Tropfen in zwei Esslöffeln Honig verrühren; zweimal wöchentlich; außerdem CelluliteMassageöl. Dazu diese Öle in 100 ml fettem Öl verschütteln. Besonders eignet sich hierfür Tigergrasöl (Tigergras, Centella asiatica, auch Hydrocotyle asiatica, wird in Sesamöl für dieses Mazerat eingelegt). Tigergrasöl ist erhältlich bei Firmen, die ätherische Öle und fette Öle anbieten. 22

Anwendung der ätherischen Öle

Sitzbäder Sitzbäder werden in einer Sitzbadewanne oder kleineren Wanne zubereitet. Sie sollen ganz speziell auf den Unterleib einwirken. Da sie gezielt diesen Körperbereich beeinflussen, sind sie sehr wirkungsvoll zur Behandlung von Menstruationsstörungen, Blasenentzündung, Hämorrhoiden, Unfruchtbarkeit usw. Lösen Sie 5 bis 6 Tropfen ätherisches Öl mit Honig und fügen Sie diese Mischung dem Badewasser zu. Ätherische Öle für Sitzbäder Myrte Hämorrhoiden Majoran krampfartige Regel, zu schwache oder ausbleibende Regel, Blasenentzündung Rosmarin krampfartige Regel, zu schwache oder ausbleibende Regel Römische Kamille krampfartige Regel, allgemeine Verspannung im kleinen Becken Schafgarbe unregelmäßige oder krampfartige Regel, stressbedingte Verstopfung Cistrose Blasenentzündung, krampfartige Regel Basilikum chronische Blasenentzündung Sandelholz Blasenentzündung Salbei Blasenentzündung Wacholder Verstopfung Zypresse Hämorrhoiden Mastix Hämorrhoiden Sitzbädern bei Blasenentzündung kann man noch den Absud von Schachtelhalm zugeben. Für Hämorrhoidenbäder wirken sehr unterstützend Eichenrinden- und Kastanienabsud (vgl. auch meine Bücher »Medizin der Erde« und »Blätter von Bäumen«). Fußbäder Fußbäder werden in einer großen Schüssel oder einer Wanne zubereitet. Kalte Fußbäder regen den Kreislauf an und sind herrlich erfrischend im Sommer bei schweren Füßen. Sie sollten jedoch nicht bei bereits kalten Füßen angewendet werden. Warme Fußbäder wirken sehr entkrampfend über Reflexbahnen auf viele Bereiche des Körpers. Sie helfen bei krampfartiger, zu schwacher oder ausbleibender Regel, bei Durchblutungsstörungen und bei Stressbeschwerden. Kneippsche Wechselbäder und Schiele-Fußbäder können durch den Zusatz von ätherischen Ölen in ihrer Wirkung verstärkt werden. Für ein Fußbad verwendet man 6 bis 10 Tropfen ätherisches Öl, das zuvor mit Honig oder Totes-MeerSalz vermischt wird.


Körper-, Massage- und Gesichtsöle

Angelikawurzel

Erkältung, Durchblutungsstörungen, niedriger Blutdruck, Arthritis, Rheuma Rosmarin kalte Füße, Menstruationsbeschwerden, müde Füße Salbei Fußschweiß Muskatellersalbei Fußschweiß Zypresse schwere Füße, Fußschweiß Bergamotte Fußschweiß Lemongrass Erfrischung im Sommer, schwere Füße Wiesenkönigin Arthritis, Rheuma, Erkältung Lavendel Schlaflosigkeit Zirbelkiefer Erkältung, Kreislaufschwäche, Schlafstörungen Wacholder Fußschweiß Immortelle kalte Füße, Schwellungen

Mit einigen ätherischen Ölen und einem fetten Öl können Sie ganz einfach individuelle Körper-, Massageoder Gesichtsöle mischen. Geben Sie 2 Esslöffel Basisöl in eine Schale. Ein paar Tropfen ätherisches Öl dazu, und schon ist ein Spezial-Massageöl gemischt. Die ätherischen Öle verbinden sich sehr gut mit den fetten Ölen. Das sind Öle, die zum Beispiel auf einem Stück Papier einen bleibenden Fettfleck hinterlassen. Sie bilden eine ideale Grundlage für die Anwendung ätherischer Öle auf der Haut. Diese sollten bis auf wenige Ausnahmen nicht unverdünnt auf die Haut aufgebracht werden. Die fetten Öle sollten unraffiniert und kaltgepresst sein, nur so enthalten sie ihre wertvollen Heil- und Pflegestoffe für die Haut. Vor allem Pflanzenöle mit einem hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren sind Träger wichtiger Heilstoffe und Vitamine, die die Funktionen der Haut wie Atmung, Lichtaufnahme und Wärmeregulierung unterstützen. Sie können die Haut regenerieren, ihren Stoffwechselprozess anregen und sie außerdem geschmeidig machen. Mineralöle hingegen behindern die Atmungsfähigkeit der Haut. Sie bilden eine undurchlässige Schicht auf der Haut, welche das Stoffwechselgeschehen hemmt. Die Haut kann ihre Feuchtigkeit nicht mehr speichern und trocknet langsam aus. Das Gefühl der Trockenheit auf der Haut bewirkt, dass ständig nachgefettet werden muss. So entsteht eine gewisse Abhängigkeit vom Produkt, zum Beispiel von Lippenbalsamen, die Mineralöle enthalten. Mineralöle sind Erdölprodukte und werden in der Kosmetik viel verwendet, da sie sehr preisgünstig und lange haltbar sind. Hier finden Sie eine Auswahl verschiedener fetter Öle. Sie können diese einzeln verwenden oder auch miteinander mischen. Süßes Mandelöl ist ein klassisches fettes Öl für Massagen. Schon die Römer in der Antike benutzten es für die Schönheitspflege und für die Behandlung von Verletzungen. Es pflegt und nährt die Haut, dringt sehr gut ein und eignet sich für jeden Hauttyp von der Baby- bis zur Altershaut. Mandelöl beruhigt Haut, die zu Juckreiz neigt und eignet sich besonders gut für empfindliche, trockene und spröde Haut. Mandelöl erhöht die Widerstandskraft der Haut. Haltbarkeit: ca. 1 Jahr. Haselnussöl eignet sich besonders gut für trockene und strapazierte Haut. Das Öl wirkt durchblutungsfördernd, nährend und ist leicht zusammenziehend. Es eignet sich besonders für trockene und reife Haut und ist sehr gut verträglich. Vorsicht bei Allergie gegen Haselnüsse. Haltbarkeit: wenige Monate. Anwendung der ätherischen Öle

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Jojobaöl wird aus den Samen eines bis zu drei Meter hohen Busches, der in der Wüste der USA, in Mexiko und in Wüstengebieten Australiens wächst, gepresst. Der Jojobabusch kann in reinen Wüstengebieten wachsen, da er Temperaturen bis zu 60° verträgt. Er hat bis zu vier Meter tiefe Pfahlwurzeln. Jojobaöl ist ein traditionelles Heilmittel der Indianer, die es für entzündete Augen, Halsentzündung, Hauterkrankungen und zur Haarpflege verwendeten. Jojobaöl ist eigentlich ein flüssiges Wachs. Es ist sehr beständig gegen Bakterien und hält sich dadurch sehr lange, es kann praktisch nie ranzig werden. Es sollte jedoch nicht länger als 2½ Jahre gelagert werden, da es sich chemisch verändert und weniger Heilkräfte besitzt. Als reines Massageöl eignet es sich nicht besonders, da es spreitet. Es verfestigt sich bei kühlen Temperaturen. Da es teuer ist, wird es oft gefälscht. Jojobaöl enthält entzündungshemmende Stoffe und ist somit ein Heilmittel bei entzündeter Haut. Auch bei Ekzemen und Psoriasis hat es sich als fettes Öl für eine Mischung mit ätherischen Ölen sehr bewährt. Jojobaöl kann empfindliche und trockene Haut widerstandsfähiger machen. Es beugt Faltenbildung vor und eignet sich als Zusatz für Narbenpflegeöle. Jojobaöl sollte jedoch nicht täglich auf die Haut aufgetragen werden. Es eignet sich als natürliches Hautöl für jeden Hauttyp. Es pflegt und nährt auf einzigartige Weise. Jojobaöl macht die Haut seidenweich. Weizenkeimöl wird aus den Keimlingen des Weizenkorns gepresst. Das orangefarbene Weizenkeimöl besitzt einen brotartigen Duft. Es ist stark fettend, sehr reich an Vitamin E. Weizenkeimöl ist sehr hautpflegend und hautregenerierend. Es eignet sich besonders zur Behandlung von reifer, müder Haut, es unterstützt die Heilung bei Psoriasis und bei Ekzemen. Weizenkeimöl wird erfolgreich als Massageöl zur Vorbeugung gegen Schwangerschaftsstreifen und zum Dammschutz bei der Geburt angewandt. Hierfür wird das Öl vor der Entbindung in den Damm (Perineum) einmassiert. Auch als Pflegeöl zur Behandlung von Krampfadern hat es sich bewährt. Weizenkeimöl ist nur wenige Monate haltbar.

Kokosöl ist bei Zimmertemperatur eine feste, weiße Masse mit einem leicht kokosartigen Duft. Sie verflüssigt sich, wenn man die Flasche auf die Heizung stellt oder in eine Schüssel mit heißem Wasser legt. Das Öl gibt der Haut Feuchtigkeit und ist besonders gut für trockene und rissige Haut. Besonders in Indien wird das Kokosöl zur Körperpflege, zur Massage (täglich bei Babys) und als pflegendes Haaröl verwendet. Da dieses Öl leicht 24

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kühlt und Entzündungen beruhigt, eignet es sich als Massage- und Körperöl für die warme Jahreszeit. Reines, kaltgepresstes Kokosöl ist selten erhältlich. Haltbarkeit: kaltgepresst 1 Jahr Johanniskrautöl (Mazerat) Für die Zubereitung dieses Öls werden frische Blütenknospen und das Kraut des Johanniskrautes in einem guten fetten Öl, meist Olivenöl, eingelegt und zwei bis drei Wochen an die Sonne gestellt. Diese Zubereitung nennt man Mazerat. Ein ganz besonders heilkräftiges Öl kann man sich herstellen, indem man nur Blüten verwendet. Das rubinrote Johanniskrautöl ist, äußerlich angewendet, ein wunderbares Mittel zur Behandlung von Wunden, Verbrennungen, Sonnenbrand, Hautgeschwüren, Nervenschmerzen, Hexenschuss, Ischias, Muskelkater und Verstauchungen. Es wird bevorzugt zur Breuss-Behandlung der Wirbelsäule verwendet. Je nachdem, für welche Heilanwendung Sie das Johanniskrautöl verwenden wollen, können Sie jeweils passende ätherische Öle zufügen. Nach einer Behandlung mit Johanniskrautöl sollten Sie die betreffenden Hautstellen für ca. 12 Stunden nicht direktem UV-Licht aussetzen. Es könnten Hautflecken und Hautreizungen ent-


stehen, da das Öl die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht. Haltbarkeit: 1–2 Jahre Olivenöl Dieses Öl wirkt desinfizierend, wundheilend, pflegend und schmerzlindernd. Es kann als fettes Öl für Mischungen verwendet werden, die zum Heilen und Pflegen entzündeter Haut und für Einreibungen bei rheumatischen Beschwerden dienen. Es hilft zur Behandlung von Ekzemen, Psoriasis und Verbrennungen, es pflegt Nägel und Haare. Der starke, typische Eigengeruch von kaltgepresstem Olivenöl ist für viele Menschen jedoch nicht angenehm. Haltbarkeit: 1 Jahr Distelöl (Safloröl) Distelöl wird aus den Samen der Färberdistel gepresst. In früheren Zeiten wurde diese Pflanze hauptsächlich als Färberpflanze angebaut. Heute dient sie vorwiegend zur Ölgewinnung. Das gelbliche Distelöl ist ein leichtes, nicht fettendes Öl, welches sehr schnell einzieht. Es eignet sich besonders gut zur Anwendung bei Mischhaut und fettiger Haut und hat sich zur Behandlung von Akne und Pickeln bewährt. Gerne wird es als Augenfältchenöl verwendet. Haltbarkeit: 1 Jahr Sesamöl Bereits in der griechischen Antike schätzte man das Sesamöl, da es kostbare Blütendüfte, die man ihm beimengt, besonders lange auf der Haut hält. So eignet sich dieses Öl als Grundlage für Parfumöle. Die Ayurveda-Medizin schätzt Sesamöl als erwärmendes, entgiftendes und entspannendes Mittel und verwendet es zur Behandlung von zahlreichen Erkrankungen. Sesamöl regeneriert die Haut, wirkt leicht durchblutungsfördernd und eignet sich deshalb gut zur Behandlung von reifer und müder Haut. Es hat durch seine Fettbegleitstoffe eine starke antioxidative Wirkung. Haltbarkeit: 1½ Jahre.

Massageöle Sportöle Ätherische Öle mit anregender, durchblutungsfördernder Wirkung bei Verspannungen, Muskelverhärtungen, für die klassische Massage: Rosmarin, Majoran, Wiesenkönigin, Zitrone, Lavendel, Galbanum, Wacholder, Eisenkraut (Verbena), Zirbelkiefer, Douglasie, Weißtanne, Fichtennadel. Sparta-Massageöl – bei Muskelverspannungen Wacholder 4 Tropfen, Wiesenkönigin 5 Tropfen, Zitrone 4 Tropfen, Rosmarin 2 Tropfen, Majoran 2 Tropfen mit 50 ml Mandelöl verschütteln. Öle für entspannende Massagen Ätherische Öle mit entspannender, beruhigender, ausgleichender Wirkung, für sanfte Massagen: Bergamotte, Bienenwaben, Geranie, Römische Kamille, Lavendel, Mandarine, Melisse, Mimose, Neroli, Opoponax, Orange, Petitgrain, Rose, Rosenholz Sandelholz, Tonkabohne, Vanille, Zeder. Amalfi – zur entspannenden Massage Sandelholz 10 Tropfen, Koriander 2 Tropfen, Römische Kamille 5 Tropfen, Rose 2 Tropfen auf 50 ml Sesamöl. Sinnliche Körper- und Massageöle Zum Wohlfühlen und zur Hautpflege, zur Partnermassage. Ätherische Öle mit sinnlicher Wirkung lassen uns unseren Körper lieben und pflegen: Frangipani, Jasmin, Kardamom, Magnolienblüte, Orange, Rose, Rosenholz, Sandelholz, Tonkabohne, Tuberose, Vanille, Vetiver, Ylang Ylang.

Weitere fette Öle, die als Grundlage für Mischungen mit ätherischen Ölen verwendet werden: Aprikosenkernöl, Aloe-Vera-Öl (Mazerat), Arganöl, Avocadoöl, Calendulaöl (Mazerat), Tigergrasöl (Mazerat), Erdnussöl, Kukuinnussöl, Macadamianussöl, Sonnenblumenöl, Traubenkernöl, Walnussöl.

Anwendung der ätherischen Öle

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Velvet Dreams Iris 2 Tropfen, Tonkabohne 2 Tropfen, Bienenwaben 6 Tropfen, Jasmin 1 Tropfen, Rose 1 Tropfen auf 50 ml Aprikosenkernöl. Lady Chatterly Jasmin 1 Tropfen, Moschuskörner 1 Tropfen, Sandelholz 5 Tropfen auf 50 ml Sesamöl. Massage- und Körperöl während der Schwangerschaft Zur Vorbeugung von Schwangerschaftsstreifen. Linaloeholz 15 Tropfen, Rose 3 Tropfen in 80 ml Haselnussöl und 20 ml Weizenkeimöl. Zum Entspannen und Sichfreuen. Mandarine 10 Tropfen, Neroli 5 Tropfen in 50 ml Mandelöl. Geben Sie in die Schwangerschaftsöle immer etwas Weizenkeimöl. Massageöl bei Cellulite Orange 15 Tropfen, Zypresse 8 Tropfen, Mastix 10 Tropfen auf 100 ml Distelöl. Zweimal wöchentlich einmassieren; dazu Cellulitebad.

Hydrolate Bei der Wasserdampfdestillation entstehen das ätherische Öl und das Hydrolat. Hydrolate werden auch Blütenwässer, Aquarome, Hydrosole oder Destillationswässer genannt. Sie sind wässrige Lösungen, die besonders die leicht wasserlöslichen, hydrophilen Moleküle beinhalten. Ätherische Öle hingegen bestehen aus den fettlöslichen, lipophilen Inhaltsstoffen der Pflanze. Hydrolate enthalten nur geringe Mengen an ätherischen Ölen. Zu Unrecht wurden sie als »Abfallprodukte« bei der Herstellung von ätherischen Ölen bezeichnet. Dies hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert und sie werden als wichtiger Teil der Aromatherapie neben den ätherischen Ölen geschätzt. Sie besitzen Heil- und Pflegewirkungen und wurden in der traditionellen Heilkräuterkunde speziell vom 14. bis 16. Jahrhundert oft verwendet. Danach gerieten sie in Vergessenheit und erleben nun wieder eine Renaissance. Hydrolate verkeimen schnell und sind deshalb nicht sehr lange haltbar. Vor der Erstöffnung der Hydrolatflaschen, bei kühler Lagerung, lichtgeschützt in dunklen Flaschen, halten sie sich bis etwa ein Jahr. Angebrochene Hydrolate halten sich im Kühlschrank 3– 6 Monate. Hydrolate, welche in Kupferdestillen herge26

Anwendung der ätherischen Öle

stellt wurden, sind erfahrungsgemäß doppelt so lange haltbar. Manche Firmen konservieren Hydrolate durch Zugabe von 14% Alkohol. Solche Hydrolate können jedoch die Haut austrocknen und werden deshalb zu bestimmten Anwendungsbereichen wie Augenkompressen oder zur Babypflege nicht empfohlen. Manche Firmen konservieren Hydrolate mit Algenextrakt. Diese können für die oben genannten Anwendungsbereiche verwendet werden. Von manchen Pflanzen sind Hydrolate erhältlich, von denen es kein ätherisches Öl gibt wie Hamamelishydrolat (Hamameliswasser), Kornblumenhydrolat, Wundkleehydrolat und Vogelmierenhydrolat. Beim Kauf von Hydrolaten ist es wichtig, auf die Qualität zu achten. Oft wird ätherisches Öl oder sogar synthetisches Öl in destilliertem Wasser verschüttelt und dies zum Bespiel als Rosenwasser oder Orangenblütenwasser verkauft. Diese Produkte haben nicht die beschriebenen Heil- und Pflegewirkungen. Besonders qualitativ hochwertige und besonders wirksame Hydrolate werden durch mehrere Destillationsvorgänge hergestellt (Kohobation). Hydrolate eignen sich besonders gut für: Kompressen, Gesichtswasser, zur Verarbeitung in Lotionen wie After Sun Lotion, Gels, Cremes, Aftershaves, Deos, Haarwässer, Raumsprays, Parfümsprays. Sie können auch in die Duftlampe gefüllt werden. Hydrolate wirken sanft, wegen ihres niedrigen Gehalts an ätherischem Öl eignen sie sich auch zur innerlichen Einnahme. Sie werden mit Wasser oder Tee verdünnt und teelöffelweise eingenommen (1–2 Teelöffel auf eine halbe Tasse Wasser oder Tee). Auf die Haut aufgebracht, zum Beispiel als Gesichtswasser oder als Einreibung, sind sie sehr gut verträglich und können den pH-Wert der Haut regulieren. Auch in der Küche sind sie vielseitig einsetzbar zum Aromatisieren von Gebäck, Süßspeisen, Drinks, Limonaden usw. Diese vielfältigen Anwendungsbereiche machen die Hydrolate immer beliebter. Die gängigsten Hydrolate Lavendelhydrolat Es eignet sich für alle Hauttypen, besonders zur Pflege von unreiner und fettiger Haut und zur Behandung von Akne. Es beruhigt gereizte und juckende Haut und wirkt reizmildernd bei Insektenstichen und bei Sonnenbrand. Hierfür wird es unverdünnt als Spray verwendet. Es dient außerdem zum Gurgeln bei Halsentzündung. In der Duftlampe oder als Raumspray wirkt es harmonisierend und desinfizierend auf die Raumluft und hilft bei Kopfschmerzen, nervöser Unruhe und bei Einschlafstörungen. Als Spray eignet es sich gut als Begleitung auf Reisen.


Rosenhydrolat Es eignet sich für alle Hauttypen, besonders gut zur Pflege von trockener und gereizter Haut. Rosenhydrolat beruhigt juckende Hautentzündungen und wirkt wundheilend bei Verbrennungen und Verbrühungen. Als Kompresse hilft es bei übermüdeten und gereizten Augen. Durch seinen angenehmen Duft und seine entzündungshemmende und hautpflegende Wirkung wird es gerne in der Naturkosmetik in Cremes und Lotionen verarbeitet. Pur als Spray oder als Grundlage für Naturparfums ist es sehr beliebt. In der Küche wird Rosenhydrolat zur Herstellung von Marzipan verwendet und zur Aromatisierung von Drinks, Süßspeisen und Eis. Melissenhydrolat Es hat entzündungshemmende, antivirale, schmerzlindernde und immunstimulierende Eigenschaften. Es wirkt leicht durchblutungsfördernd und wundheilend. Es eignet sich besonders für die Pflege unreiner und gereizter Haut. Als Kompresse wird Mellissenhydrolat zur Behandlung von Prellungen und Quetschungen eingesetzt. Als Spray oder in Cremes dient es durch seine beruhigende und antivirale Wirkung der Behandlung von Herpes. Es eignet sich pur als sanft desinfizierendes Rasierwasser. Melissenhydrolat kann innerlich eingenommen werden und wirkt dann beruhigend und stärkend bei psychovegetativen Herzbeschwerden und bei Stresssymptomen. Seine Wirkung auf die Psyche entfaltet das Melissenhydrolat in der Duftlampe oder als Raumspray. Hier hilft es bei Stresssymptomen, Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Nerolihydrolat (Orangenblütenwasser) Dieses Hydrolat hat entzündungshemmende und antivirale Eigenschaften. Durch seine mild adstringierenden Inhaltsstoffe wirkt es abschwellend auf die Haut. Da es leicht kühlend wirkt, kann es Hautentzündungen lindern. Es besitzt eine starke psychische Wirkung und wird als stimmungsaufhellendes und antidepressives Raumspray bei Schock, Prüfungsangst und nervöser Unruhe eingesetzt. Unvermischt als Spray ist es ein wunderbares Naturparfum oder dient als Grundlage für Parfums, die aus ätherischen Ölen hergestellt werden. Nerolihydrolat wird in der traditionellen Küche Siziliens als aromatische Zutat für verschiedene Gebäcke verwendet. Minzhydrolat Dieses Hydrolat wirkt entzündungshemmend, schmerzstillend, antiviral, wundheilend und kühlend. Es eignet sich als Gesichtswasser zur Pflege grobporiger Haut und erweiterter Äderchen. Pur als Spray ergibt es ein entzündungshemmendes, erfrischendes Rasierwasser. Als Spray oder zur Einreibung eignet sich Minzhydrolat

gut zur Behandlung von müden, geschwollenen Füßen, z. B. nach langem Stehen oder nach langen Wanderungen. Zusammen mit Melissenhydrolat als Spray wird es zur Behandlung von Herpes angewandt. Es eignet sich außerdem als Mundspray zur Zahnfleischpflege. Auf Reisen kann es erfrischen und innerlich eingenommen Reiseübelkeit lindern. In der Küche wird Minzhydrolat gerne zur Aromatisierung von Getränken wie Limonaden verwendet. Es wird hierfür mit Wasser oder Mineralwasser verdünnt. Kamillenhydrolat Dieses Hydrolat wirkt entzündungshemmend, keimtötend und antiviral. Es wird in Form von Sprays, Einreibungen und Kompressen zur Behandlung von Hautentzündungen, Ekzemen, Sonnenbrand, Akne, Psoriasis und Schnittwunden verwendet. Es eignet sich als Gesichts- und Rasierwasser und zur Säuglingspflege. Es wirkt ausgleichend und beruhigend auf das Nervensystem und kann als Spray oder in der Duftlampe bei Stress, Angst und nervöser Unruhe eingesetzt werden. Außerdem wird seine beruhigende Wirkung in der Säuglingspflege geschätzt (Zahnen, Einschlafstörungen, Durchfall). Rosmarinhydrolat Dieses Hydrolat wirkt entzündungshemmend, schmerzstillend, wundheilend und antiviral. Es wird deshalb zur Behandlung von Wunden, Haut- und Schleimhautentzündungen und zur Pflege von unreiner, schlecht durchbluteter Haut verwendet. Es eignet sich auch sehr gut als Rasierwasser, besonders bei entzündeter Haut. Innerlich eingenommen, 1 Teelöffel Hydrolat auf ein halbes Glas Wasser, wirkt es anregend auf den Kreislauf und hilft bei Blähungen, Krämpfen und Appetitlosigkeit. In der Duftlampe oder als Raumspray kann es die Luft reinigen und hat eine konzentrationsfördernde Wirkung. So beugt es Ermüdungserscheinungen, zum Beispiel im Büro oder auf Reisen, vor. In der Küche dient Rosmarinspray zum Beispiel zum Besprühen von Fleischgerichten wie Steaks, Lammbraten und Wildgerichten. Myrtenhydrolat Als »Engelswasser« ist das Myrtenhydrolat schon seit langem zu Schönheitspflege, besonders in Frankreich, bekannt. Es wirkt hautstraffend, hautregenerierend, antiviral, entzündungshemmend und antiallergisch. Es eignet sich zur Pflege aller Hautypen, jedoch besonders gut bei großporiger, geröteter, entzündeter, fettiger Haut. Es wirkt hautstraffend bei erweiterten Äderchen. Zur Augenpflege bei Augenentzündungen wird es als Kompresse verwendet. Bei Halsentzündungen kann es zum Gurgeln und als Rachenspray angewandt Anwendung der ätherischen Öle

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werden. Als Raumspray wirkt es desinfizierend und ausgleichend und schafft so eine harmonische Raumatmosphäre. In der Küche wird es zur Aromatisierung von Fleisch- und Fischgerichten verwendet. Immortellenhydrolat (Strohblumenwasser) Dieses Hydrolat wirkt entzündungshemmend, wundheilend, hautregenerierend, antiviral und antiallergisch. Es wird in Form von Kompressen oder Spray zur Behandlung von Haut- oder Schleimhautentzündungen, Akne, Wunden, Psoriasis, Neurodermitis, Schwellungen und Prellungen verwendet. Als Leberkompresse wirkt es leberstärkend. Seine beruhigende und ausgleichende Wirkung bei Stress, Angst und nervöser Unruhe entfaltet es in der Duftlampe oder als Raumspray. Weitere Hydrolate

Duftlampe zur Raumbeduftung ist Geranienhydrolat sehr beliebt. Es kann so eine harmonische Raumatmosphäre schaffen, es wirkt stimmungsaufhellend und antidepressiv. In der Naturkosmetik wird Geranienhydrolat zur Pflege von entzündeter, gereizter und geröteter Haut empfohlen. Hamamelishydrolat (Hamameliswasser) Dieses viel verwendete Hydrolat wirkt adstingierend, entzündungshemmend, hautberuhigend und wundheilend. Es dient zur Pflege von empfindlicher Haut und wird als Wundspray zur Behandlung von Wunden, Hautschürfungen und als Rasierwasser verwendet. In Salben eingearbeitet ist es hilfreich in der Behandlung von Hämorrhoiden. Es wird meist mit anderen Hydrolaten wie Lavendel- oder Melissenhydrolat vermischt, um eine angenehmere Duftnote zu erhalten.

Angelikahydrolat Dieses Hydrolat wirkt durchblutungsfördernd, entkrampfend und desinfizierend. Es dient zu Einreibungen bei Muskelverspannungen, Nervenschmerzen und Durchblutungsstörungen. Bei empfindlichen Personen kann es auf der Haut allergische Reaktionen verursachen. Machen Sie deshalb vor der Anwendung einen Hauttest in der Armbeuge. Nach der Anwendung auf der Haut sollte direkte Sonneneinstrahlung für ca. 5 Stunden vermieden werden. Angelikahydrolat eignet sich sehr gut als Raumspray. Seine desinfizierende und vitalisierende Wirkung eignet sich für die Raumbeduftung von Krankenzimmern und Wartezimmern. Innerlich eingenommen (1 Teelöffel auf 1/2 Glas Wasser) wirkt Angelikahydrolat verdauungsfördernd bei Blähungen, Verkrampfungen im Verdauungsbereich und bei Verdauungsschwäche. Es wirkt außerdem immunstimulierend und eignet sich deshalb zur Einnahme z. B. in Grippezeiten.

Holdunderblütenhydrolat Dieses Hydrolat ist sehr hautpflegend und verleiht der Haut neue Spannkraft. Es ist besonders geeignet für die Verarbeitung in Augenfältchencremes. Das Hydrolat wirkt außerdem entzündungshemmend und wird zur Pflege entzündeter Brustwarzen stillender Mütter verwendet. In der Küche eignet es sich zum Aromatisieren von Sorbets, Süßspeisen und Sektgetränken.

Cistrosenhydrolat Durch seinen fruchtig-blumigen Duft eignet sich dieses Hydrolat sehr gut als Grundlage für Naturparfums. Als Raumspray kann es die Raumluft desinfizieren. Cistrosenhydrolat wirkt entzündungshemmend, wundheilend und hautpflegend und wird deshalb zur Pflege von entzündeter und gereizter Haut verwendet. Es wird auch angewandt zur Pflege und Heilung der Haut bei Psoriasis und Neurodermitis (hierfür wird es zu gleichen Teilen mit Lavendel- und Immortellenhydrolat gemischt). Das Hydrolat hilft als Kompresse oder Spray bei Verstauchungen und Schwellungen.

Lindenblütenhydrolat Dieses blumig-duftende Hydrolat hat eine beruhigende, entzündungshemmende und leicht adstringierende Wirkung auf die Haut. Es dient als Gesichtswasser zu Pflege von großporiger, gereizter und entzündeter Haut. Es wirkt beruhigend in der Behandlung von allergischen Hauterkrankungen. Als Spray nach dem Waschen der Haare verleiht es blondem und brunettem Haar Glanz. Es eignet sich sehr gut als Naturparfum oder als Basis für Parfüms, die mit ätherischen Ölen hergestellt werden. In der Küche wird es zum Aromatisieren von Drinks und Süßspeisen verwendet.

Geranienhydrolat Durch seinen rosigen, warm-blumigen Duft eignet sich dieses Hydrolat besonders gut als Naturparfum oder als Basis für Parfums. Auch als Raumspray und in der

Pappelknospenhydrolat Pappelknospen werden seit jeher zur Behandlung von rissiger Haut und von Wunden verwendet. Das balsamisch duftende Hydrolat stabilisiert den Feuchtigkeits-

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Anwendung der ätherischen Öle

Kornblumenhydrolat Dieses Hydrolat wird aus den Blüten der Kornblume, einem bekannten ursprünglichen Ackerwildkraut, hergestellt. In der traditionellen Kräuterheilkunde wird das Kornblumenwasser seit langem sehr geschätzt. Es dient als Gesichtswasser zur Pflege von entzündeter, gereizter Haut. Als Kompresse wird es zur Behandlung von entzündeten Augen eingesetzt. Es dient als Haarwasser zur Pflege von grauem Haar.


mantel der Haut. Es wirkt entzündungshemmend, wundheilend und pflegend. Pappelknospenhydrolat eignet sich sehr gut zur Verarbeitung in Salben zur Pflege von Wunden und Hautschürfungen. Bei empfindlichen Personen können allergische Reaktionen auf Pappelknospenhydrolat auftreten. Machen Sie vor der Anwendung einen Hauttest in der Armbeuge. Salbeihydrolat Dieses Hydrolat wirkt adstringierend, entzündungshemmend und keimtötend. Bei grobporiger und fettiger Haut und bei Mitessern und Pickeln dient es zur Pflege als Gesichtswasser, bei übermäßigem Schwitzen als Körperspray. Bei Erkältungskrankheiten eignet es sich als wirksames Rachenspray. In der Küche eignet sich Salbeihydrolat zum Aromatisieren von Kartoffelgerichten, von Fleisch und Fisch. Schafgarbenhydrolat Dieses Hydrolat hat entzündungshemmende und wundheilende Eigenschaften. Es dient in Form von Spray, Kompressen und in Cremes zur Pflege von entzündeter, gereizter Haut und zur Wundheilung bei Wunden und Hautschürfungen. Es eignet sich als Rasierwasser bei entzündeter Haut.

die Raumatmosphäre zu vitalisieren und die Luft zu desinfizieren. Dies ist besonders heilsam bei Erkältungskrankheiten. Weißtannenhydrolat ist eine gute Basis für Rasierwasser und Deospray. Als Gesichtwasser dient es zur Pflege von reifer Haut. Es wirkt straffend und durchblutungsfördernd. Wundkleehydrolat Dieses Hydrolat hat sehr hautpflegende Eigenschaften, es wirkt entzündungshemmend, wundheilend und regenerierend. Es eignet sich für Naturkosmetikprodukte wie Cremes, Lotionen und Gesichtswässer und wird besonders zur Behandlung von unreiner Haut, Akne, entzündeter und gereizter Haut eingesetzt. Unverdünnt dient es als heilsames Wundspray. Zirbelkieferhydrolat Dieses Hydrolat hat desinfizierende und belebende Eigenschaften und wird deshalb gerne als Raumspray zur atmosphärischen Belebung verwendet. Es kann unangenehme Gerüche neutralisieren und lindert Erschöpfungszustände und Föhnbeschwerden. Im Schlafzimmer kann es die regenerativen Kräfte des Schlafes fördern. Das Hydrolat dient zur Einreibung bei Nervenschmerzen, Muskelschmerzen und zur allgemeinen Vitalisierung.

Vogelmierenhydrolat Die entzündungshemmenden, wundheilenden und regenerierenden Heilkräfte der Vogelmiere sind seit langem in der traditionellen Kräuterheilkunde bekannt und geschätzt. Vogelmierenhydrolat eignet sich als Gesichtswasser sehr gut zur Behandlung von entzündeter, geröteter Haut und zur Linderung von Akne und Neurodermitis. Als Spray hilft es bei der Heilung von Wunden und gegen Wundliegen. Wegwartenhydrolat Durch seine entzündungshemmenden und leicht adstringierenden Eigenschaften eignet sich dieses Hydrolat als Gesichtswasser zur Pflege von entzündeter und gereizter Haut. Als Kompresse wird es zur Behandlung von Augenentzündungen eingesetzt. Weißdornhydrolat Dieses Hydrolat wirkt auf der Haut leicht adstringierend, desinfizierend und reinigend. Es dient deshalb zur Pflege unreiner und fettiger Haut. Es unterstützt die Haut in ihrem Stoffwechselgeschehen. Innerlich eingenommen (1 Teelöffel auf ½ Glas Wasser oder Tee, einmal täglich) wirkt es blutdruckregulierend und herzstärkend. Weißtannenhydrolat Dieses Hydrolat eignet sich sehr gut als Raumspray, um Anwendung der ätherischen Öle

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Angelika

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Die wichtigsten ätherischen Öle Angelika


Auf den alten Handelsstraßen zwischen Morgen- und Abendland wurden viele Gewürze und Heilkräuter wie Nelken, Pfeffer, Muskat und Ingwer gen Westen befördert. Eines der wenigen Heilmittel jedoch, die das Morgenland von uns wünschte, war die Wurzel der Angelika. Früher war man im Osten genauso verrückt danach wie wir heute nach dem Ginseng. Man versprach sich viel von der Heilkraft der Angelika. Bei uns verlieh man dieser Pflanze den Namen Engelwurz, ja sogar Erzengelwurz, als Ausdruck großer Wertschätzung. Wahrlich ein dicker gesprochener Orden an der »Heldenbrust« der Engelwurz! Mutig und stark steht sie da, wenn man ihr in der freien Natur begegnet. Nichts kann sie umwerfen. Eine vor Kraft strotzende Pflanze, bis zu zwei Meter hoch, mit armdickem Hauptstamm und großen,weit ausladenden Blättern. Die kräftige Wurzel verankert sie tief in der Erde. Über allem thront eine grünlich-weiße Doldenblüte. Die Pflanze umgibt eine Aura von kräftigem, aromatischem Duft. »Gib nicht auf! Halte durch, noch ist nichts verloren! Habe keine Angst und baue dich auf! Du bist stark und nichts kann dich umwerfen!« Dies ist die Botschaft der Angelika, die sie in ihrem Duft übermittelt. Das ätherische Öl ist eine Hilfe für alle, die Angst haben, zaghaft und kraftlos sind, selten Entscheidungen fällen können und keine Standhaftigkeit zeigen; deren Nervensystem zerrüttet ist und die dringend einen Aufbau für Leib und Seele brauchen. Das ätherische Öl hilft bei jeder Art von Schwächezustand. Es gleicht einem »Superdünger« für mickrige Pflänzchen. Zur geistig-seelischen Stärkung verwendet man das ätherische Öl der Angelika in der Duftlampe (eventuell mit Zitrone oder Lemongrass vermischt). Bei Schwächezuständen gibt man einen Tropfen Angelikaöl unverdünnt in die Handfläche. Dann reibt man die Handinnenflächen schnell gegeneinander und hält sie vor Gesicht und Nase. Tief einatmen! Man spürt sehr bald die stärkende Wirkung. Nicht anwenden bei Neigung zu Allergie. Im Mittelalter war die Angelika eine viel verwendete Heilpflanze (vgl. auch mein Buch »Medizin der Erde«). Die Ärzte gebrauchten sie damals, um sich vor Ansteckung zu schützen. Vor allem war sie in Pestzeiten – so berichtet Paracelsus – eine unschätzbare Hilfe für den Arzt, der die Pestkranken besuchte. Auch das ätherische Öl trägt in sich die Kraft, vor Ansteckung zu schützen. Geben Sie einige Tropfen in das Wasser der Duftlampe, um sich zum Beispiel in Grippezeiten von Ansteckung zu schützen. Das ätherische Öl ist gut für jede Art von körperlicher Schwäche: nach Operationen, Geburt, bei Herzschwäche, Rachitis, langen, zehrenden und chronischen Krankheiten. Hierfür wird das ätherische Öl in der Duftlampe oder in Raumsprays verwendet. Angelika war im Mittelalter in allen lebensverlängernden Geheimmitteln

enthalten. Bitterstoffe, wie sie die Angelika viele enthält, spielen auch eine Rolle in der naturheilkundlichen Krebsvorsorge. Angelika ist eine altbekannte Magenbitterpflanze. Das ätherische Öl ist eine gut wirksame Medizin bei Magenschwäche, Verdauungsschwäche allgemein, Dyspepsie und Blähungen. Sie regt die Produktion von Verdauungssäften an und gilt als Hilfe bei nervöser Gastritis, ist also ein Heilmittel zur Behandlung von Magenerkrankungen. Sie wirkt heilend auf den Magen sowie zugleich beruhigend und ausgleichend auf das Nervensystem. Eine geniale Kombination, denn viele Magenerkrankungen sind nervlich bedingt. Die innere Einnahme von Angelikaöl sollte jedoch nur unter Anleitung von erfahrenen Therapeuten erfolgen. Verwenden Sie stattdessen Magenbitter, der Angelika beinhaltet. Sie können diesen auch selbst mit Angelikawurzeln herstellen (siehe mein Buch »Medizin der Erde«) Angelikaöl ist ein bewährtes Heilmittel bei Stirnhöhlenerkrankungen, Stockschnupfen und chronischem Katarrh. Hierfür gebraucht man das Öl zur Inhalation, in der Duftlampe und in Salben. Das ätherische Öl wirkt durchblutungsfördernd. Es wird bei Durchblutungsstörungen und Lähmungen, besonders der unteren Extremitäten, als Massageöl und in Voll- und Teilbädern verwendet (nach Kneipplehrer Pumpe). Das ätherische Öl aus Anglikasamen ist besonders wirksam in Massageölen zur Behandlung von Durchblutungsstörungen und Muskelverspannung. Nach neuesten Forschungen kann das

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