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Inhalt

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Einleitung

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Was unterscheidet einen Druck von einem gemalten Bild? Welche Materialien lassen sich zum Drucken verwenden? Druckfarben selbst herstellen Werkzeuge selbst herstellen Gut zu wissen

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Stempeldruck

24 25 26 27 28 29 30 32 34 35 36 37 38

Stempel selbst herstellen Farbkissen selbst herstellen Fingerdruck GemĂźsedruck Filzstempel oder Textilstempel Gummistempel Moosgummi- oder Formydruck Polystyrol- oder Styropordruck Schwammdruck Kantendruck Materialstempel Rolldruck oder Rapportdruck Drucken mit Modelliermasse

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Hoch- und Tiefdruck mit verschiedenen Werkstoffen und Techniken

42 44 46 48 50 52 53 60 66 72 76 77 78 79 80 83 84 89 90 93 94

Hochdruck Tiefdruck Pflanzendruck, Naturdruck Leimdruck Klebebanddruck Kordel- oder Schnurdruck Collagrafie, Materialdruck Kartondruck, Pappschnitt Schablonendruck Foliendruck Schrotdruck, Punktierstich Kaltnadel Radierung ohne Ă„tzen Mezzotinto Linolschnitt Holzschnitt, Holzstich, Metallschnitt Mehrfarbendruck mit einer Platte Mehrfarbendruck mit Puzzleteilen Mehrfarbendruck mit mehreren Platten Frottage oder Abrieb Reliefdruck


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Mit UV-Licht belichten

98 Anthotypie 100 Glasklischee-Verfahren 102 Fotopolymer-Druck

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Lithografie

118 120 122

Litho-Monotypie Litho-Sketch-Karton Litho-Polyesterplatte oder Prontoplatte

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Siebdruck oder Serigrafie

128 133 134

Siebdruck – Vorarbeiten Siebdruck mit geschnittenen Schablonen Siebdruck mit gemalten Schablonen

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Monoprints

144 145 146 148 153 154 156 164 166

Umdrucktechnik, Transferdruck Wachspapierdruck, Enkaustik-Druck Seifenblasendruck Marmorieren Walzendruck Chine collĂŠe Monotypie Viscosity-Druck Variationen

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Anhang

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Literaturverzeichnis Glossar Register


Was unterscheidet einen Druck von einem gemalten Bild? Drucken ist eine Technik der Vervielfältigung. Es gibt nicht nur ein Original, sondern mehrere, je nach Art des Druckstocks. Deshalb wird Druckgrafik oft geringer geschätzt als eine Zeichnung, von der es nur ein Unikat gibt. Wohl zu Unrecht, denn der Künstlerdruck ist das Resultat eines überlegten und oft langen schöpferischen Prozesses. Durch die besonderen Möglichkeiten, die verschiedene drucktech­ nische Verfahren bieten, lassen sich Ergebnisse erzielen, die auf keine andere Weise erreicht werden können. Bei einem Druck wird die Farbe nicht direkt mit dem Stift oder Pinsel auf Papier oder Leinwand aufgetragen, son­dern über einen Träger, den Druckstock. Dieser muss meist erst angefertigt werden. Eine Platte wird bearbeitet durch Ätzen, Ritzen, Kratzen, Schaben, Schnitzen, Kle-

ben, Aufschichten oder eine Kombination dieser Tech­ niken. Durch das Entfernen oder Auftragen von Material entstehen verschiedene Ebenen, aus einer Fläche wird ein Relief mit Höhen und Tiefen. Der eingefärbte Druckstock überträgt das darin oder darauf angefertigte Bild auf Papier oder einen anderen Träger. Ein kleiner Stempel lässt sich leicht auf das Papier drücken. Von einem größeren Druckstock wird ein sogenannter Abzug gemacht, indem man mit einem Reiber, zum Beispiel einem Handreiber mit Filzunterlage, einem Löffel, einem Falzbein oder einer Walze, mit Druck über das Papier reibt oder fährt. Oder man verwendet eine Druckpresse, mit der sehr viel mehr Druck erzeugt werden kann als von Hand. Einige Techniken ergeben einmalige Drucke, Unikate. So die Monotypie, der Abklatsch, das Marmorieren oder die Frottage. Achtung: Ein Abdruck erscheint bei den meisten Druck­techniken seitenverkehrt.

Farbplatte, auf der die Abdrücke von einem Schwamm für einen Schwammdruck sichtbar sind.

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Was unterscheidet einen Druck von einem gemalten Bild?


Welche Materialien lassen sich zum Drucken verwenden? Druckstock Als Druckstock können beliebige Gegenstände und Ma­­te­ri­alien dienen, die entweder eine strukturierte Ober­­fläche besitzen oder sich bearbeiten lassen: Karton, Well- oder Mikrowellpappe, plastifizierter Karton oder mit Selbstklebeoder Weichmetallfolie beschichteter Karton, Getränke­ packungen (Tetra Pak), Verpackungsmaterialien verschiedenster Art, Moosgummi, Poly­styrol, Isoliermatten, Schaumstoff, Kunststoff- oder Metallplatten, Draht, Alu-, Klarsichtoder Frischhaltefolie, Klarsichthüllen, Model­liermasse, Linoleum, Holz und Holzplatten, Korkzapfen, Korkplatten, Gemüse, Pflanzen, Krimskrams aller Art. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Trägerplatten Bei einigen Techniken benötigt man eine Unterlage, um Folien, Schablonen oder verschiedene Materialien auflegen bzw. aufkleben zu können. Die Anzahl der geplanten Drucke ist mit entscheidend für die Wahl der Trägerplatte, die zum Druckstock wird. Karton und Holz können sich bei Feuchtigkeit verziehen. Für größere Auflagen sind Kunststoff- oder Metallplatten zu empfehlen. Sie sind strapazierfähiger, lassen sich meist gut reinigen und eventuell wieder verwenden. Die Struktur der Trägerplatte, zum Beispiel eine Holzmaserung oder ein Gewebe, wird beim Drucken unter Umständen sichtbar. Eine Maserung kann ein zu­ sätzliches Bildelement sein.

Stifte, Stäbchen, Radierwerkzeuge Um die verschiedenen Materialien, die als Druckstöcke dienen, bearbeiten zu können, braucht man Werkzeuge, mit denen man rillen, ritzen, kratzen, schaben, stechen oder eingravieren (radieren) kann.

Farbplatte mit Farbwalze (oben). Stifte, Stäbchen, Rädchen, Radierwerkzeuge (unten).

Dazu dienen alle möglichen Stifte wie Radiernadel, Stricknadel, Nagel, Ahle, Schraubenzieher, Bleistifte, Kugel­ schreiber, Wattestäbchen, Schere, Schnitzwerkzeug, Messer, Cutter, Schneiderrädchen usw. In der Werkzeugkiste oder im Nähkästchen finden sich bestimmt verschiedenste dafür brauchbare Geräte.

Farbplatte Auf die Farbplatte wird Farbe ausgestrichen oder -gerollt, um einen Stempel oder eine Farbwalze einzufärben. Geeignet sind Platten mit einer glatten Ober­fläche aus einem Material, das die Farbe nicht aufnimmt: Platten aus Metall, Kunststoff, dickem Glas, Acryl­glas, Keramikfliesen, Klarsicht­ folie, Klarsichthüllen, Backblech o. a.

Welche Materialien lassen sich zum Drucken verwenden?

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Farbwalze

Farbwalzen und Malerrollen.

Mit der Walze kann eine dünne Farbschicht auf den Druckstock aufgetragen werden. Sie lässt sich auch ver­wenden, um einen Abzug (Handdruck) zu machen. Dazu wird mit etwas Druck über das auf dem einge­färbten Druckstock liegende Papier gerollt. Am besten eignen sich Walzen aus Polyurethan oder Weichgummi, erhältlich in Geschäften für Künstlerbedarfsartikel. Es gibt auch sogenannte Malerrollen in unterschied­ lichen Qualitäten aus Schaumstoff, Kunststoff oder als »Fell«-Walze. Alle Walzen lassen sich auch statt eines Pinsels als Malwerkzeug verwenden (siehe Walzendruck, Seite 153).

Spachtel Spachtel.

Ein gutes Werkzeug, um die Farbe auf der Farbplatte auszustreichen. Es gibt Kunststoffspachtel, aber auch aus­ gediente Kreditkarten, alte Spielkarten, ein dicker Karton, Teig- oder Metallspachtel sind durchaus geeignet.

Farbtampon, Filztampon

Farb- und Filztampons.

Diese Tampons eignen sich gut, um Farbe auf einen unebenen Druckstock aufzutupfen oder einen Druckstock für den Tiefdruck einzufärben. Vor allem bei unregelmäßigen Druckstöcken geeignet. Zum Herstellen eines Farbtampons siehe Seite 19.

Schwamm Ein Schwamm kann wie ein Farbtampon verwendet werden, um einen Druckstock einzufärben. Mit Farbe getränkt, dienen Schwämme als Farb- oder Stempelkissen (siehe Seite 25). Schwämme sind auch als Stempel geeignet (siehe Schwammdruck, Seite 34). Schwämme.

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Welche Materialien lassen sich zum Drucken verwenden?


Zum Blankwischen des Druckstocks (beim Tiefdruck) Zeitungen, Seidenpapier, Gaze, Tücher.

Abriebwerkzeuge für den Handdruck Diese Werkzeuge werden benötigt, um einen Abdruck ohne Druckpresse herzustellen. Mit Druck reibt oder rollt man damit über das Papier, um die Farbe vom Druckstock auf das Papier zu pressen. Als Handreiber dienen zum Beispiel Filzreiber (siehe Seite 19), Reispapierreiber, Falz­ bein, Löffel, Bürste, Polierstein, Stopfkugel, Farbwalze, Rundholz, Flasche, Nudelholz o. a. Oder man reibt ganz ein­ fach mit dem Handballen über das auf den einge­färb­ten Druckstock gelegte Papier.

Aufhängevorrichtung für bedrucktes Papier

Farb- und Stempelkissen (oben). Abriebwerkzeuge: Farbwalze, Löffel, Bürste, Filzreiber, Reispapier­ reiber, Rundholz, Nudelholz (unten).

Farbkissen, Stempelkissen Sowohl gekaufte Stempelkissen wie auch selbst gefertigte Farbkissen aus mit Farbe getränktem Filz oder Schwamm (siehe Seite 25) sind ideal, um kleine Gegenstände für den Stempeldruck einzufärben.

Eine Wäscheleine oder ein Wäscheständer kann von Vorteil sein. Ölhaltige Farbe und Farbe mit Verzögerer kann nämlich mehrere Tage zum Trocknen benötigen.

Zum Sauberhalten von Händen, Kleidern und Arbeitsplatz Handcreme (vor der Arbeit eingecremte Hände lassen sich danach einfacher reinigen), Handschuhe, Schürze oder alte Kleider, Zeitungen, Lappen, pflanzliches Speiseöl (als Alternative zu Terpentinersatz, um ölhaltige Farbe von Materialien und Händen zu entfernen).

Pinsel Flachpinsel, um Stempel oder Druckstock einzufärben.

Welche Materialien lassen sich zum Drucken verwenden?

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Welche Materialien lassen sich zum Drucken verwenden?


Papier für Hochdruck Es gibt eine große Auswahl an Papieren, die sich in Textur und Gewicht unterscheiden, die Farbe unterschiedlich aufnehmen und somit die Wirkung des gedruckten Bildes beeinflussen. Für die Hochdrucktechniken (siehe Seite 42) lassen sich viele Papierarten verwenden, besonders ge­ eignet sind aber saugfähige, schwach geleimte Papiere. Für einen Handdruck, das heißt einen Druck ohne Druckpresse, eignet sich ein dünneres Papier mit einer glatten (aber nicht glänzenden) Oberfläche besser als ein festes. Mit der Druckpresse entsteht viel mehr Druck, somit kann auch festes, schweres Papier verwendet werden.

Papier für Tiefdruck

Tipps für die Papierwahl

ƒƒ Wasserlösliche Farben können dünnes Papier wellig machen. Je fester das Papier ist, desto weniger neigt es jedoch dazu. Um das Wellen des Papiers zu vermindern, kann die Rückseite des frisch bedruckten Papiers mit Wasser aus der Sprühflasche befeuchtet werden. So dehnt sich das Papier beim Nassmachen gleichmäßiger aus und zieht sich dann beim Trocknen langsamer wieder zusammen. ƒƒ Die fast trockenen Drucke auf eine flache Unterlage zwischen Backpapier (Silikonpapier) legen und beschweren. So können sie glatt gepresst werden, ohne zusammenzukleben. ƒƒ Das dünne Japanpapier Shaji wird speziell für wasserhaltige Farbe hergestellt und wellt sich kaum. ƒƒ Billiges Papier ist oft holz- und säurehaltig und vergilbt schnell. ƒƒ Hochglanzpapier stößt die Farbe ab. Geeignete Papiere

Zeichenpapier Büttenpapier Ingrespapier

Briefpapier, Schreibmaschinenpapier Druckpapier, auch für Inkjet- oder Laserdrucker Linoldruckpapier Japan-, China-, Siampapier Selbstgeschöpftes Papier Kraftpapier, Packpapier Karton Geschenkpapier Butterbrotpapier, -beutel unbedrucktes Zeitungspapier Seidenpapier Haushalts-, WC-Papier

Das Papier für Tiefdruck (siehe Seite 44) muss weich, vo­luminös und saugfähig sein und braucht eine bestimmte Reißfestigkeit, da es angefeuchtet werden muss, um weich zu werden. In feuchtem Zustand lässt es sich nämlich besser in die Vertiefungen des Druckstocks pressen. Das Druck­papier soll feucht, aber nicht zu nass sein, sonst stößt es die ölhaltige Farbe ab. Hartes Papier kann durch Bürsten aufgeraut werden. Geeignete Papiere

spezielles Tiefdruckpapier Hadernpapier glattes Aquarellpapier Löschpapier Japan-, China-, Siampapier Japankarton Bütten-Karton Ingrespapier selbst geschöpftes Papier Haushalts-, WC-Papier

Welche Materialien lassen sich zum Drucken verwenden?

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Papier anfeuchten

Wasserlösliche Farben

Zum Anfeuchten des Papiers gibt es mehrere Me­thoden:

wasserlösliche Linoldruckfarben Pigmente, mit Gummi arabicum angerührt (siehe Seite 17) Tempera, Guache, Plakatfarben Acrylfarben Fingerfarben Pulverfarben Stempelkissen Tinte, Tusche Japanaquafarbe wasserlösliche Tiefdruckfarben

Gut ist es, wenn das Papier 1–2 Tage vor dem Drucken vorbereitet werden kann: Papier einige Minuten in eine flache Wanne oder Schale legen, dann herausziehen, etwas abtropfen lassen und zwischen Löschpapier legen. Den Stapel in Plastik ein­ packen, damit die Feuchtigkeit gut in das Papier einziehen kann. Nicht verwendetes Papier wieder aus der Plastikfolie nehmen und trocknen lassen. Bleibt es zu lange feucht, entstehen oft Stock­flecken. Um das Papier am Drucktag anzufeuchten, folgt hier die Express-Variante: Druckpapier zwischen Papierlagen legen, die vor­her genässt wurden. Das Papier kann auch mit einer Sprüh­flasche besprüht und zwischen trockene Papierlagen ge­legt werden. Den Stapel beschweren und ruhen lassen. So kann die Feuchtigkeit ins Druckpapier eindringen. Für die Zwischenlagen immer unbedrucktes Papier ver­wenden, denn bei Zeitungspapier besteht die Gefahr, dass es abfärbt.

Farben Im Handel ist eine breite Palette von unterschiedlichen Farb­ typen erhältlich. Es gibt spezielle Druckfarben auf Öl- oder Wasserbasis. Für den Hochdruck sind nebst den Druckfarben auch andere Farben auf wasserlöslicher wie ölhaltiger Basis verwend­­bar. Für den Tiefdruck sind Tiefdruck-Druckfarben am ge­eig­­­netsten. So wie die Wahl des Papiers die Wirkung des Drucks beeinflusst, so hat auch jeder Farbentyp einen anderen Charakter.

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Tipps für die Farbenwahl

ƒƒ Farben trocknen schnell aus auf der Farbplatte. Werden einige Tropfen Trocknungsverzögerer, Glyzerin oder Spülmittel beigemischt, bleiben die Farben länger feucht. Sie können auch einmal mit Wasser aus einer Sprühflasche angesprüht werden. ƒƒ Acrylfarben werden wasserfest, wenn sie trocken sind; Werkzeuge und Flecken an Kleidern also sofort ab­ waschen. ƒƒ Mit Glyzerin können Farben transparenter gemacht wer­ den, sodass lasierend gedruckt werden kann. ƒƒ Mit Deckweiß kann eine lasierende Farbe deckend gedruckt werden, sie verliert dabei aber ihre Leuchtkraft. ƒƒ Mit Tinte getränkter Filz ist ein gutes Stempelkissen, es entstehen aquarellartige Drucke (siehe Seite 28). Achtung: Tinte ist wasserlöslich. ƒƒ Tusche ist in wasserlöslicher und wasserfester Form erhältlich und kann mit destilliertem Wasser oder Alkohol verdünnt und gelöst werden. ƒƒ Wasserlösliche Farben können das Papier wellig machen, wenn die Farbe trocknet. ƒƒ Beim Holzdruck kann das Holz aufquellen. Für japanische Holzdrucke werden aber oft Japanaquafarben (Aquarell­ farben) verwendet.

Welche Materialien lassen sich zum Drucken verwenden?


Welche Materialien lassen sich zum Drucken verwenden?

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S


S t empel d r u ck Stempeldruck

Stempeln ist eine alte, sehr ursprüngliche Form der Vervielfältigung, die aber durchaus raffiniert eingesetzt werden kann. Ein Stempel hat eine abgeflachte, aber struktur­gebende, reliefartige Seite; er muss handlich sein, damit man ihn mit gleichmäßigem Druck auf Papier oder einen anderen Stoff drücken kann. Das Relief kann ein einfaches Motiv sein oder ein feingliedriges, komplexes Werk.

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Stempel selbst herstellen Heute ist im Fachhandel ein reichhaltiges Angebot an Stempeln, Farbkissen mit Spezialfarben und vielem Zubehör zur Stempelherstellung und zum Embossing (Reliefoder Prägedruck) erhältlich. Ein Stempel kann aber mit einfachen Mitteln auch selbst hergestellt werden: ƒƒ Ausgeschnitten aus Filz, Leder, Radiergummi, Fahrradschlauch, Korkplatte, Karton, Moosgummi usw. Die Materialien lassen sich mit einem Stift einkerben, ein­rillen oder -ritzen, Details einschneiden oder ausstanzen. Mit doppelseitigem Klebeband oder mit Leim können Sie die Stempel auf einen handlichen Träger aufkleben, z. B. auf Holzklötzchen, Flaschendeckel, Dosen. ƒƒ Aufgebautes Relief. Zeichnen Sie mit Leim, Pluster­ farbe (siehe Leimdruck, Seite 48), Reparatur-Fertig­ spachtel aus der Tube oder einer anderen hart werdenden Paste ein Motiv auf einen Träger. Die Paste kann dafür in einen Spritzsack gefüllt werden. Schnüre oder andere Materialien aufkleben. ƒƒ Geschnitzt oder modelliert. Auch aus Radiergummi, Gemüse, Holz, Linoleum, Polystyrol, Wachs, Kork oder Knetmasse lassen sich tolle Stempel formen. ƒƒ Eingebrannt in Formy und Moosgummi. Diese beiden Materialien können mit dem Föhn erwärmt werden. Drücken Sie in den warmen Stoff ein schönes Relief ein und lassen es anschließend erkalten. Wird das Material wieder erwärmt, fällt es in die Urform zurück und kann wieder verwendet werden. ƒƒ Gegossen. Probieren Sie einmal Stempel aus Gips, Kunstharz, Wachs, Latex oder flüssiger Modelliermasse aus (muss je nach Fabrikat im Ofen gebrannt werden). ƒƒ Materialstempel. Viele Gegenstände und Naturma­te­rialien eignen sich als Materialstempel, ohne dass sie bearbeitet werden müssen.

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Stempel selbst herstellen

Diverse Stempel mit Kork, Fimo, Leder, Filz, Moos­gummi, GlasRollstempel mit Gum­miband umwickeltem Kork, Rad eines Spielzeugautos, mit Wolle um­wickelter Schaumgummi.

ƒƒ Stempelwürfel. Ein Bauklötzchen lässt sich leicht in ei­nen Stempelwürfel umwandeln: Indem jede Seite an­ders bearbeitet wird, erhält man sechs Stempel in einem. ƒƒ Roll-/Wiegestempel. Üblicherweise ist die Druck­­fläche bei einem Stempel eben. Versuche lohnen sich aber auch mit einem Wiege- oder Rollstempel. Dafür wird eine abgerundete Fläche oder ein Rolle beklebt oder bearbeitet. Einige der später beschriebenen Drucktechniken können in der Miniaturform auch als Stempeldruck angewendet werden. Bedingung ist, dass aus dem Material ein Re­ lief herausgearbeitet werden kann, bei dem die höher ge­lege­nen Partien eingefärbt werden können. Es handelt sich hierbei zum Beispiel um die Hochdrucktechniken Pflanzendruck/Naturdruck, Klebebanddruck, Kordel- oder Schnurdruck, Schablonendruck, Linol-, Metall- und Holzschnitt oder Solarplattendruck.


Farbkissen selbst herstellen Farbkissen aus Filz ƒƒ Stücke einer Filzplatte mit Tinte oder Tusche tränken und in eine flache Metallschachtel legen. ƒƒ Tinte bleibt wasserlöslich. Eingetrocknete Farbkissen können mit Wasser besprüht oder mit Tinte neu ein­ gefärbt werden. ƒƒ Tusche trocknet nach einiger Zeit ein. Wird der Filz vor dem Tränken mit Glycerin bestrichen und dieses in den Stoff hineingedrückt, bleibt das Farbkissen länger feucht. ƒƒ Mit einzelnen in unterschiedlicher Farbe getränkten Filzstücken lässt sich eine ganze Farbpalette herstellen.

Farbkissen aus Schwamm ƒƒ Einen Schwamm anfeuchten, Wasser gut ausdrücken und in eine Dose legen. Mit wasserlöslicher Farbe (Tinte, Tempera- oder Gouachefarbe) tränken. Acryl-­und Dispersionsfarbe eignen sich nicht, da sie aus­härten.

Farbkissen aus Filz.

ƒƒ In einer geschlossenen Dose kann das Farbkissen einige Tage aufbewahrt werden. Dann sollte der Schwamm ausgewaschen werden, sonst beginnt er zu schimmeln.

Stempelkissen auffrischen ƒƒ Herkömmliche Büro-Stempelkissen lassen sich mit Tinte oder spezieller Stempeldruckfarbe wieder auffrischen.

Stempelkissen, Pigment­farbkissen und Farbkissen aus Filz.

Farbkissen selbst herstellen

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Fingerdruck.

Fingerdruck Fingerkuppe, Handkanten oder ganze Hände sind wunderbare Stempel. Sie sind beweglich und somit veränder­bar, immer verfügbar und ohne Bearbeitung spontan einsetzbar. Es ist erstaunlich, welch unterschiedliche Abdrücke ent­stehen, je nachdem, mit wie viel Druck oder mit welchem Bewegungsablauf die Finger auf das Papier gedrückt werden. Material ƒƒ wasserlösliche Farbe mit Spachtel, Farbplatte und Farbwalze oder ein Farbkissen ƒƒ Papier

Drücken Sie einen Finger in einen mit Farbe getränkten Schwamm oder Filz (Farbkissen). Oder Sie rollen etwas Farbe mit einer Walze dünn auf einer Farbplatte aus. Zum Stempeln Finger erst in die

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Fingerdruck

Farbe drücken, dann auf das Papier. Experimentieren Sie bei dieser Art des Aufdrucks etwas: Fingerkuppen, ein seit­licher Abdruck, seitlich beginnen, bei der Kuppe endend, mit sanftem oder festem Druck, das Aneinanderreihen mehrerer Abdrücke …; es gibt viele Variationen, die er­forscht werden können. Tipp Saubere Hände: Werden die Hände vor der Arbeit mit Handcreme eingecremt, sind sie nachher leichter zu reinigen. Schöner Abdruck: Für einen präzisen Abdruck braucht man nur wenig Farbe. Wird sie direkt aus dem Farbtöpfchen genommen, ist meist so viel Farbe auf dem Finger, dass die Abdrücke zu Klecksen werden, die Struktur des Fingers ist dann nicht mehr sichtbar. Weniger ist mehr.


Gemüsedruck Aus Kartoffeln und anderem Knollengemüse lassen sich mit einfachen Messern verschiedenste Stempel schnitzen. Viele Gemüsearten können mit ihren Abdrücken durchaus verblüffen, ohne dass sie großartig bearbeitet werden müssen. Es eignen sich die meisten Früchte und Gemüse, die eine gewisse Festigkeit und wenig Saft haben. Ganz frisch geschnittenes Gemüse enthält noch viel Wasser, was aquarellartige Abdrücke ergibt. Leicht angetrocknete Früchte und Gemüse ergeben z. T. intensiver strukturierte Muster als ganz frische. Material ƒƒ wasserlösliche Farbe, Farbplatte, Farbwalze ƒƒ Pinsel oder Farbtampon

Gemüsedruck mit Kartoffel, Apfel und Lauch.

ƒƒ Messer oder Cutter ƒƒ Papier ƒƒ geeignetes Gemüse: Kartoffel, Karotte, Kohlrabi, Sellerie, Rettich, Radieschen, Zwiebel, Lauch, Weißkohl, Blumenkohl, Peperoni, Champignon, Maiskolben, Apfel, Birne usw.

Diese Liste ist unvollständig, weitere Versuche lohnen sich!

Schneiden Sie das Gemüse in handliche Stücke. Die Faser­ struktur eines Gemüses ergibt oft ein reizvolles Muster, das sich variieren lässt, indem es längs- oder quergeschnitten wird. Achtung: Zackenmesser hinterlassen ihre Spuren. Aus Kartoffeln oder anderem festem Gemüse können einfache Formen geschnitzt werden. Rollen Sie nun etwas Farbe mit einer Walze dünn auf einer Platte aus, Gemüsestücke erst in die Farbe drücken, dann auf das Papier. Die Farbe kann auch dünn mit einem Pinsel oder Farbtampon aufgetragen werden. Tipp Farbe: Für den Gemüsedruck immer wasserlösliche Farbe nehmen, der Gemüsesaft stößt ölhaltige Farben ab.

Für den Druck geeignetes Gemüse (links) und der Arbeitstisch (rechts).

Gemüsedruck

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Hochdruck Der Hochdruck ist das älteste und bekannteste Druckverfahren. Vor der Erfindung der Druckpresse wurde jede Seite eines Buches von Hand geschrieben. Mit der Presse entstand eine rationelle Vervielfältigungsmöglichkeit, die seit Jahrhunderten ein wichtiger Erwerbszweig ist. Deshalb wird der Hochdruck auch Buchdruck genannt. Beim Hochdruck sind die zu druckenden Partien erha­ben, das heißt erhöht. Entweder wird ein Motiv als Relief herausgehoben oder auf eine Platte aufmontiert; die Partien, die nicht eingefärbt werden sollen, werden abgetragen oder vertieft. Die Druckfarbe wird nur auf die hoch gelegenen Partien aufgetragen. Die Vertiefungen bleiben farbfrei.

Druckstock einfärben Je nach Beschaffen­heit des Druckstocks gibt es unterschiedliche Methoden, diesen einzufärben. Für einen Druck braucht man nur wenig Farbe; denn zu dick aufgetragen deckt die Farbe Strukturen und Linien im Druckstock zu, und es entstehen Farbkleckse. Um dies zu verhindern, wird die Farbe mit einem Spachtel erst auf einer Farbplatte ausgestrichen, mit einer Farbwalze dünn ausgewalzt und mit einem der nachfolgenden Werkzeuge auf den Druckstock übertragen.

Mit einer Farbwalze wird Farbe auf einer Plexiglas-Farbplatte ausgerollt.

ƒƒ Farbwalze: Die Walze gleichmäßig einfärben, indem sie mehrmals über die Farbplatte gerollt wird. Mit sanftem Druck wird sie dann über den Druckstock gerollt, wobei die Farbe nicht in die Vertiefungen gedrückt werden soll. ƒƒ Schwamm: Farbe mit einem Schwamm auftupfen. ƒƒ Farbtampon: Unregelmäßige Gegenstände mit einem Farbtampon betupfen. ƒƒ Stoffbausch: Farbe mit einem zu einem Bausch oder Ballen geformten Stück Gaze in den Druckstock ein­reiben. ƒƒ Farbkissen: Stempel oder kleine Gegenstände lassen sich in ein Stempelkissen, in einen mit Farbe getränkten Schwamm oder Filz drücken (siehe Seite 25). ƒƒ Flachpinsel: Farbe mit dem Pinsel auftragen.

Farbe auf der Farbplatte ausstreichen (links), ausrollen (Mitte) und auf Druckstock übertragen (rechts).

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Hochdruck


Drucken auf Papier Für einen Handdruck wird der eingefärbte Druckstock auf eine saubere Unterlage gelegt und mit dem zu bedruckenden Papier bedeckt. Die Farbe muss mit Druck auf das Papier gepresst werden. Der größte Druck wird mit der Druckpresse erzeugt. Es gibt aber verschiedene Möglichkeiten des Handdrucks: ƒƒ Handreiber: Mit dem Handreiber mit Druck in Längsund Querstrichen über das Papier streichen. ƒƒ Walze: Mit einer sauberen Farbwalze, Flasche, Rolle, einem Nudel- oder Rundholz mit Druck über das Papier rollen. ƒƒ Falzbein: Die Kante eines Falzbeins, festen Kartonstreifens oder Spachtels über das Papier ziehen. ƒƒ Löffel: Mit kreisenden Bewegungen über das Papier reiben. ƒƒ Bürste: Mit der Bürste kann das Papier aufgeklopft oder aufgerieben werden. ƒƒ Eigenes Körpergewicht: Druckstock und Papier zwischen zwei Brettern oder festem Karton auf den Boden legen, vorsichtig darauf herumtreten. Darauf achten, dass nichts verschoben wird. ƒƒ Druckpresse: Drucken mit der Druckpresse ergibt einen satten Abzug. Mit keiner anderen Methode kann so viel Druck erzeugt werden wie mit der Presse.

Drucken mit dem Handreiber …

Tipp Papier arretieren: Das Papier auf den Druckstock legen und leicht anklopfen. So haftet es an der Farbe und verrutscht beim Reiben weniger. Druckpapier schonen: Um das zu bedruckende Papier beim Abreiben zu schonen, kann auf einem darüber ge­legten Papier gerieben werden.

… und dem Falzbein.

Hochdruck

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Tiefdruck Beim Tiefdruck wird eine Gravur eingestochen, -geritzt, -geschnitten oder -geätzt. Der ganze Druckstock wird eingefärbt und die Oberfläche wieder blank gewischt, sodass nur in den Ritzen Farbe verbleibt. Mit großem Druck wird das Papier auf den Druckstock gepresst, damit es die Farbe aus den Vertiefungen aufnehmen kann.

Druckstock einfärben Etwas Farbe in einen Teller oder auf eine Farbplatte geben. Mit einem Filztampon (siehe Seite 19) oder zu einem Bausch geformtem Stück Stoff wenig Farbe aufnehmen und auf den Druckstock tupfen oder mit einem Karton oder Kunststoffspachtel aufstreichen und gut in die Vertiefungen einarbeiten. Wird der Druckstock nur partiell eingefärbt, ist das beim Abzug ersichtlich, denn es bleibt beim Blankwischen immer etwas Restfarbe (der sogenannte Plattenton) auf dem Druckstock. Die Oberfläche mit Gaze, zusammengelegtem Zeitungsoder Seidenpapier (nicht zerknüllen, um den Druckstock

nicht zu zerkratzen) wieder blank wischen. Die Gaze kann gestärkt oder um einen Holzblock gewickelt sein. Man wischt möglichst flach und ohne Druck, um die Farbe nicht wieder aus den Vertiefungen herauszunehmen. Wischblatt häufig wechseln, sonst wird die abgewischte Farbe wieder aufgestrichen. Für die letzten Wischstriche mit dem lockeren Handballen über den Druckstock streifen. Für den Tiefdruck werden ölhaltige Farben verwendet, da auf feuchtes Papier gedruckt wird. Es gibt spezielle Kupferdruckfarbe. Diese ist aber oft etwas zäh. Durch Zugabe von etwas Offsetpaste, Vaseline, einem Tropfen Leinöl oder speziellem Kupferdrucköl wird sie geschmeidiger, lässt sich so besser verstreichen und auch wieder abwischen. Auch Wärme macht die Tiefdruckfarbe geschmeidig. Dazu kann der Druckstock während des Einfärbens auf eine Wärmeplatte gelegt werden. Auf tiefste Temperatur einstellen, damit man sich beim Blankwischen nicht die Hände verbrennt. Neuerdings sind auch wasserlösliche Tiefdruckfarben auf Ölbasis erhältlich. Sie sind geschmeidiger, und der Druckstock lässt sich damit einfach und in kurzer Zeit ab­wischen. Die Arbeitsgeräte können mit Wasser und Seife

Der Druckstock wird mit dem Filztampon eingefärbt (links). Mit lockerer Hand werden letzte Farbreste von der Oberfläche abgewischt (rechts).

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Tiefdruck


Ein Blick auf den gedruckten Abzug.

gereinigt werden, die Farbe trocknet auf dem Papier wasserunlöslich auf. Das Papier kann später für ein weiteres Überdrucken nochmals gewässert werden.

Drucken auf Papier Die beim Hochdruck beschriebenen Techniken des Handdrucks können auch beim Tiefdruck angewendet werden, doch für ein gutes Druckergebnis ist eine Druckpresse von Vorteil. Denn das vorher angefeuchtete Papier muss in die Vertiefungen gepresst werden, um die Farbe heraus­­zu­ziehen. Das erfordert viel Druck, der manuell kaum zu erzielen ist. Steht jedoch keine Presse zur Verfügung und man muss auf Handdruck ausweichen, ist das Falzbein wohl die effektivste Methode: Eingefärbten Druckstock auf einer sauberen Unterlage platzieren. Ein angefeuchtetes Papier (siehe Seite 14) über den Druckstock legen, zum Schutz mit einem zweiten Papier bedecken. Mit dem Falzbein abreiben. Damit sich das bedruckte Papier beim Trocknen nicht wellt, kann es zwischen Seiden- oder Löschpapier gelegt und beschwert werden.

Die Filzauflage wird nach dem Drucken aufgeklappt.

Tipp

Der Druckstock kann mit Petroleum, Terpentin oder Terpen­ tinersatz gereinigt werden. Das Vorreinigen mit Speiseöl verringert den Verbrauch von Lösungsmittel. Das Papier für den Tiefdruck immer anfeuchten, damit es weich wird und die Farbe aus den Vertiefungen herausholen kann, ohne zu reißen. Achtung: Ist es aber zu nass, wird die fettige Farbe abgestoßen.

Tiefdruck

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Pflanzendruck, Naturdruck Pflanzen und Hölzer mit ihren vielfältigen Oberflächenstrukturen animieren schon seit Jahrhunderten immer wieder zur Verwendung als Druckstock. Blattrippen und Adernetze ergeben sehr reizvolle Abdrucke, Vorderund Rückseite jeweils ein anderes Bild. Bereits das Sammeln und Vorbereiten der Natur­mate­rialien stellen sinnliche Tätigkeiten dar. Pflanzen, vor allem Blätter und Blüten, lassen sich besser drucken, wenn sie leicht angetrocknet sind. Dafür werden sie zwischen Papierlagen gelegt, mit Büchern beschwert und kurz gepresst. Achtung: Sind sie jedoch ganz durchgetrocknet, kön­nen sie leicht zerbrechen.

Material ƒƒ Blätter, Pflanzenteile, Rinde usw. ƒƒ Zeitungspapier ƒƒ Gewicht zum Pressen ƒƒ Kerze, Öllampe oder Farbe mit Spachtel, Farbplatte, Farbwalze oder Farbtampon ƒƒ Papier ƒƒ Fixierspray ƒƒ Pinzette ƒƒ Handreiber oder Druckpresse ƒƒ dünne Gummimatte oder dickes Löschblatt ƒƒ feuchtes Papier

Strohhalme, aufgeklebt auf einen mit Schellack bestrichenen Karton. Druck (links) und Druckstock (rechts).

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Pflanzendruck, Naturdruck


Einfärben Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Pflanzen einzu­ färben. ƒƒ Man kann sie über eine rußende Kerze oder Öllampe halten. Dafür sollte die Pflanze allerdings noch ziemlich frisch sein. Mit Fixierspray kann dann der fertige Druck auf dem Papier noch fixiert werden. ƒƒ Farbe auf einer Farbplatte auswalzen, Pflanze darauf­ legen, vorsichtig andrücken und mit einer Pinzette aufnehmen. ƒƒ Mit der Farbwalze oder dem Tampon einfärben.

Drucken ƒƒ Die eingefärbte Pflanze auf einer sauberen Unterlage positionieren und Papier auflegen. Handdruck: Mit dem Falzbein oder dem Handreiber abreiben. Oder mit der Druckpresse drucken.

Prägedruck ƒƒ Pflanzenblatt (evtl. eingefärbt) auf eine dünne Gummimatte oder ein dickes Löschblatt legen. Mit feuchtem Druckpapier bedecken und mit der Druckpresse drucken. ƒƒ Die konturenreichere Rückseite gibt ein ausgeprägteres Abbild der Rippenstruktur. Es empfiehlt sich, auf feuchtes Papier zu drucken, da trockenes Papier zu Falten neigt. Tipp

Zarte Pflanzenteile können mit einer Pinzette oft besser aufgenommen werden als mit dem Finger.

Ein gedrucktes Blatt wird mit einer Pinzette entfernt.

Pflanzendruck, Naturdruck

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Leimdruck Mit dem Leimstrahl aus einer Plastikspritzflasche lässt sich gut zeichnen. Der Leim härtet reliefartig aus und lässt sich in angetrocknetem Zustand einritzen und einkerben. Im 15. Jahrhundert war der sogenannte Samtdruck eine geläufige Technik. Der Leim wurde mit feinen Textilflöckchen bestreut, die ihm eine samtige Textur verliehen. Auch mit eingestreutem Sand oder Körnern kann eine interessante Struktur erzeugt werden. Verschiedene Leime und Plusterfarben.

Material ƒƒ Leim zum Malen: wasserfester Leim, Heißklebepistole, Fixogum, Silikon-Dichtungsmasse,

die Plusterfarbe auf, und es kann anschließend eingefärbt und gedruckt werden.

Kartuschen-Handspritze, Malmedium oder Plusterfarbe ƒƒ Trägerplatte ƒƒ Sand, Körner o. a. ƒƒ Farbe mit Spachtel, Farbplatte, Farbwalze oder Farbtampon ƒƒ Papier ƒƒ Handreiber oder Druckpresse

Lassen Sie wasserfesten Leim auf eine Trägerplatte fließen, so wie man eine Torte verziert. Leim aushärten lassen. Druckstock mit dem Farbtampon oder der Farbwalze einfärben, auf einer sauberen Un­terlage positionieren und Papier auflegen. Mit dem Handreiber oder der Druckpresse drucken. Auch ein »Zeichnungs«-Versuch mit der Heißklebepistole oder Fixogum (Rubbergum) lohnt sich. Statt Leim kann auch Silikon-Dichtungsmasse aus einer Kartuschen-Handspritze oder ein Malmedium verwendet werden (siehe Collagrafie Konturenlinien, Seite 55). Oder man zeichnet mit Plusterfarbe. Das ist eine dick­ flüssige Acrylfarbe, die einen speziellen Blähton ent­hält. Ist die Zeichnung gut durchgetrocknet (nach ca. 6 Stunden), kann sie mit einem Föhn erhitzt werden. Dabei bläht sich

Tipp Zeichnungshilfe: Wird eine transparente PVC-Folie als Trägerplatte verwendet, kann ein Bild als Zeichnungshilfe unterlegt werden. Den Druckstock nach dem Waschen mit einem Tuch abtrocknen. Leim, der zu lange nass bleibt, kann anschwellen. Relief: Druckstock mit ausgeprägtem Relief (mit dicken Leimstrichen) auf feuchtes Papier drucken, dann faltet sich das Papier weniger.

Leimdruck: Druck (oben) und Druckstock (unten).

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Leimdruck


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Kreppklebeband auf Tetra Pak.

Klebebanddruck Ein Klebeband ist nicht nur zum Kleben da. Vor allem das Kreppklebeband oder Maler-Abdeckband nimmt mit seiner Struktur die Farbe gut auf und eignet sich so wunderbar zum Drucken. Material ƒƒ Kreppklebeband oder Maler-Abdeckband ƒƒ Trägerplatte ƒƒ Farbe mit Spachtel, Farbplatte, Farbwalze oder Filztampon ƒƒ Papier ƒƒ Handreiber oder Druckpresse

Druck mit Maler-Abdeckband, auf Tetra Pak aufgeklebt. Für jeden Druck wurden einige Klebebandstreifen ausgewechselt oder entfernt.

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Klebebanddruck

Kleben Sie Klebeband-Motive auf eine Trägerplatte auf. Der so entstandene Druckstock kann für Tiefdruck oder mit der Farbwalze für Hochdruck eingefärbt werden – oder einer Kombination von beidem. Nun kann gedruckt werden. Bei Tiefdruck mit der Druckpresse auf feuchtes Papier drucken. Durch teilweises Entfernen oder frisches Aufkleben von Klebeband kann der Druckstock immer wieder verändert und neu gedruckt werden.


Druck mit Maler-Abdeckband, auf eine Aluminiumplatte aufgeklebt.

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Register Abrieb  93 Abriebwerkzeug  11 Absprung  131, 133 Additive Collagrafie  56 Agar-Agar  159, 160, 161 Alaun  150, 168 Alufolie  74, 75 Anthotypie  98 Aquatinta Screen  103, 105, 111, 113, 114, 115 Aquatintastruktur  55 Ätzen  33 Auswaschschablone  134 Belichtungstest  103 Belichtungsrahmen  102 Beschichteter Karton  63 Blinddruck  94 Camaieu-Schnitt  92 Chine collée  154 Clair-Obscur  92 Collagen-Intaglio  115 Collagrafie  53 Digitale Bildbearbeitung  104 Drucken auf Papier  43, 45 Drucken mit gegossenen Platten  24, 37, 159f. Drucken mit Modelliermasse  38f. Druckfarbe selbst herstellen  17f. Druckstock einfärben  42, 44 Enkaustik-Druck  145 Entwicklerlösung  109, 114 Fahrradschlauch  24, 29 Falzbein  43, 45, 94f., 144, 158 Farben  14ff. Farbkissen  11, 25, 169 Farbplatte  9, 169 Farbtampon  10, 19

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Register

Farbwalze  10 Fettkreide  135 Fingerdruck  26 Filzreibe  11, 19 Filztampon  10, 19 Filzstempel  25 Fimo  38, 39 Fingerfarbe  14, 18 Flächenschnitt  32 Flüssigaquatinta  114, 115 Foliencollage  64 Foliendruck  72 Formy  24, 30 Fotopolymer-Druck  102–115 Frottage  93, 95 Gelierdruck  159ff. Geliermittel  159f. Gelatineplatte  159ff. Gemüsedruck  27 Gesso  169 Gips  24, 37, 56 Glasklischee-Verfahren  100 Graupappe  62 Gravieren  33, 169 Graviernadel  19 Gummiring  29 Gummistempel  29 Handdruck  11, 13, 43, 45 Handreiber  11, 19 Hochdruck  13, 14, 16, 17, 42–95 Holzschnitt  83 Holzstich  83 ImagOn Folie  102, 108ff. Indirekter Reliefdruck  95 Intagliotypie  108 Irisdruck  88 Kaltnadel  63, 77 Kantendruck  35 Kartondruck  60

Klarsichtfolie  9, 21, 80, 99 Klebebanddruck  24, 50 Klebefolienschnitt  64 Klecksbild  158 Knitterform  73 Knitterstruktur  145 Kreppklebeband  50, 156 Kordeldruck  52 Kratzzeichnung  80, 100, 124, 145 Kunstharz  24 Laminieren  108 Latex  24, 136 Lavierung  92, 111 Leder  19, 24 Leimdruck  48 Linolschnitt  80, 82, 83, 137 Linolstich  82 Litho-Monotypie  118 Litho-Polyesterplatte  122 Litho-Sketch-Karton  120ff. Malleim  54ff. Marmorieren  148ff. Marmoriergrund  148, 150, 152 Materialdruck  53, 54, 62, 93, 104 Materialstempel  24, 32, 36 Mehrfarbendruck mit einer Platte  84 Mehrfarbendruck mit Puzzle­ teilen  89 Mehrfarbendruck mit mehreren Platten  90 Metallschnitt 83 Mezzotinto  79, 113 Mezzotypie  113, 114 Modelliermasse  24, 38, 39, 160 Monotypie  88, 137, 156, 159 Moosgummidruck  9, 24, 30, 69, 171 Moosgummistempel  30, 163


Naturdruck  24, 46, 100 Negativform  66, 70, 134 Ölfarbe selber herstellen  152 Painting Fluid  153 Papier  13 Pappschnitt  60, 62, 86, 90 Passepartout  153, 154, 171 Pastel Intaglio  111 Pektin  159, 160 Pflanzendruck  46 Pinselätzung  114, 115 Plastikfolie  69, 73 Plastilin  38, 39, 160 Platte entfetten  109 Plexiglas  53ff., 80f., 156 Polyblock  32, 80 Polymerton  38 Polystyrol  32f., 171 Positivform  66, 70, 139 Pustedraht  146, 147 Prägedruck  24, 47, 94 Prontoplatte  122 Puzzleteile  60, 89 Punktierstich  76 Punzenstich  76, 171 Rapportdruck  37 Radiergummi  29, 35, 111 Radiernadel  19, 62f., 76ff., 171 Radierung ohne Ätzen  78 Rakel  108, 109, 110, 121ff. Reduktionsschablone  137 Reliefdruck  94ff. Rohacellplatte  80 Rolldruck  37 Rollstempel  24, 37 Sand  48, 55, 115 Schablone  66ff., 127, 130ff., 137 Schablonendruck  24, 66, 69, 70 Schellack  53, 60, 61, 128, 136, 172

Schnitzen  32, 33, 38, 80ff. Schnurdruck  24, 52, 95 Schrotdruck  76, 82,84 Schrumpffolie  75 Schwamm  10, 25, 34, 42 Schwammdruck  34 Schwarzlinienschnitt  82, 92 Seifenblasendruck  146 Seifenblasenrezepte  146 Serigrafie  127 Sgraffito, Sgraffiti  8, 100, 124 Siebdruck  127–141 Siebdruckfarbe  130, 138, 141 Siebdruck-Monotypie  137ff. Siebdruckpaste  130, 138, 141 Siebdruckrahmen  128, 138 Siebfüller  134ff., 172 Solarätzen  104ff. Solarplatte  102ff. Spachtel  10 Spachtelmasse  56 Spritztechnik  66, 70, 103 Stempeldruck  23–39 Stempelkissen  11, 25 Strukturpaste  53, 56 Styropordruck  32f. Substraction  55 Textilstempel  28 Tiefdruck  13, 14, 16, 17, 44–95 Trägerplatte  9, 20 Transparentfolie  100, 104, 106 Transferdruck  144 Tusche  14 Tuscheauswaschung  84 Tuschelavierung  124 Überrolltechnik  95 Umdruck  156, 157 UV-Licht  96–117 Variationen  26, 60, 166

Verlorene Platte  86, 137 Vinyl-Bodenplatte  80 Viscosity-Druck  164f. Wachs  20, 24, 134, 145 Wachspapierdruck  145 Wachsradierung  145 Walzendruck  153 Weichplastik  80 Weißlinienschnitt  82 Wellpappe  9 Werkzeuge selbst herstellen  19 Zeichenflüssigkeit  135 Zeitschrift  65, 144 Z’Acryl  102

Register

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9783038005728