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Inhaltsverzeichnis 11

Vorwort Entdecken Sie die Vielfalt Graubündens

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Einführung So macht das Wandern Spass

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Die Wanderungen und Varianten nach Schwierigkeitsgrad

Bündner Oberland – An der Quelle 26

Vom Oberalppass zum Piz Cavradi Am Ursprung des Rheins

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Vom Garveragrat zur Greina-Hochebene Vom Wasser zum Strom

34

Hoch über Disentis Quellen der Kraft

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Von Trun nach Rueun An der Quelle der Bündner Geschichte

Von Ilanz bis Bonaduz – Der Berg im Tal 46

Rund um den Flimserstein Das Erbe der Zyklopen

51

Rheinschlucht Abheben über dem Canyon

57

Tenna Der Bergsturz aus der Vogelperspektive


Zwischen Vorderrhein und Hinterrhein – Auf Walserspuren 62

Rund um das Bärenhorn Auf Säumerpfaden hinein in Walsertäler

66

Safiental Wo die letzten Walser wohnen

71

Vals, Zervreila Vom Wasser geprägt

Misox und Calancatal – Italien in der Schweiz 79

Sentiero Alpino Calanca Gratwegs ins Misox

83

San Bernardino Bekannt, aber unentdeckt

89

Val Cama Natur pur

94

Val Calanca Wilde Wunderwelt

Domleschg und Schams – Schutz und Trutz 102

Domleschg Auf den Spuren des Jörg Jenatsch

109

Viamala Schlucht des schönen Schreckens

114

Schams Kulturelle Faszination im Val Schons


Bündner Herrschaft und Churer Rheintal – Der Süden im Norden 122

Malans, Vilan, Seewis Berg und Bahn

126

Malans, Fläsch, Regitzerspitz Über den Nebeln

131

St.Margrethenberg, Vazer Alp, Calanda Auf zum höchsten Churer

136

Rund um den Dreibündenstein Zum Hochsitz des Bündnertums

Prättigau – Das Nischenreich 142

St. Antönien Kleine grosse Wanderwelt

148

Sassauna und Prättigauer Höhenweg Unter steilen Flühen

153

Furna und Hochwang Von wilden Chrachen und sanften Ebenen

Schanfigg – Mittendrin 160

Zwischen den Fideriser Heubergen und dem Fondei Rund um das Mattjisch Horn

165

Zwischen Arosa und Tschiertschen Von den «Churfirsten» zu den Churer Alpen


170

Sapün und Mederger Flue Bei den Walsern

175

Zwischen Aroser Rothorn und Erzhorn Im Reich der armen Minen

Albula – Auf der Durchreise 182

Bergün, Val Tuors, Val Tisch Bahnwunder Albula

187

Rund um den Piz Ela Das Echo vom Ela

191

Im Umkreis der Keschhütte Kesch und mehr

Avers, Julier, Maloja, Bergell – Scheidewege 198

Septimerpass Am Nabel der Welt

203

Avers Nischenwelt

208

Bivio Babylon in den Alpen

212

Oberengadin Himmel auf Erden

218

Bergell Geadelte Berge


Bernina und Puschlav – Schöne Aussichten 224

St. Moritz, Fuorcla Surlej und Val Roseg Willkommen auf dem Logenplatz

229

Vom Piz Languard zum Piz Lagalb Che bella vista!

234

Bernina und Puschlav Auf besten Wegen ins Veltlin

Landschaft Davos – Tal der Täler 242

Zwischen Vereina und Flüela Obendrüber statt untendurch

247

Dischma und Sertig Von der Enge in die Weite

251

Monstein Rückblicke und Ausblicke

Die Nationalparkregion – Geschützt und ausgesetzt 258

Schweizerischer Nationalpark Ein Park für alle

263

Unterengadin Ein Tal im Durchzug

268

Müstair Wo Natur und Kultur verschmelzen

273

S-charl Ein entdecktes Kleinod


Nirgends sieht man den Biancograt der Bernina so schรถn wie auf der Fuorcla Surlej.

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Vom Wasser zum Strom

Vom Garveragrat zur Greina-Hochebene Strom ist ein zweideutiges Wort. Wer an den Rhein denkt, sieht breite Kähne tiefe Wasser durchpflügen. Wer aber die vielen kleinen und kleinsten Täler vor Augen hat, die den jungen Rhein mit ihren Wassern speisen, sieht Staumauern emporragen und hört Turbinen dröhnen, zum Beispiel im Val Nalps oder beim Lukmanierpass. Denn Strom aus Wasserkraft ist ökologisch, sofort verfügbar und vergleichsweise günstig. Nur prägt er die Landschaft in einer Art und Weise, die den Landschafts- und Umweltschützern mehr als ein Dorn im Auge ist. In die Geschichte eingegangen ist das Ringen um die Greina-Hochebene. Zwei Gesellschaften wollten sie schon 1957 hinter einer 80 Meter hohen Staumauer versenken. Es dauerte 29 Jahre, bis das Baukonsortium unter dem enormen Druck der von der Schweize30


Links: Der Lai da Laus ist ein beliebtes Familienausflugsziel. Rechts: Nur wenige Menschen verlieren sich auf dem breiten Gratkamm des Garveragrats.

rischen Greina-Stiftung (SGS) sensibilisierten Öffentlichkeit den Verzicht auf das Greina-Projekt und damit auf genau 0,3 Prozent der Strom-Landesversorgung bekannt gaben. Zu den Nutzniessern gehören nicht nur die Natur, sondern auch die Standortgemeinde Lumnezia, die vom Bund auf Jahrzehnte hinaus jährlich einen sechsstelligen Frankenbetrag als Entschädigung erhalten. Und nicht zuletzt profitieren die Hütten und Talorte vom Wanderparadies Greina. Zum Beispiel die Terrihütte, die auf der Bündner Seite den Pfortendienst zur Greina-Ebene versieht. Von hier aus lässt sich der Bündner Teil der Greina entdecken. Man wird sich dabei nicht unbedingt an die rotweiss-rot markierte Hauptpiste halten, sondern versuchen, in den canyonartigen Einschnitten vorwärtszukommen. Und man wird erfahren, wie sich plötzlich die Farbe und die Qualität des Gesteins radikal verändern: von schwarz zu ocker, von schiefrig zu brüchig. Zerklüfteter Dolomit steht im Kontrast zum fast schwarzen Kalkschiefer und lässt erfahren, was die Greina ausser einer lieblichen Schwemmebene auch ist: ein wildes Hochtal mit einem fast kontinentalen Mikroklima, gleichsam eine Hochgebirgstundra im Miniformat. Um auf der Bündner Seite zu bleiben, bietet sich nach dem genussvollen Durchschreiten der Greina-Ebene die Besteigung der Fuorcla Sura da Lavaz an (Achtung: bei ausgeapertem Gletscher Steigeisen notwendig). Hinten wartet sodann die frisch renovierte Medelserhütte und ein Abstieg wahlweise nach Curaglia oder ins Val Sumvitg. Eine dritte Bedeutung erhält das Wort «Strom» für all diejenigen, die von einem Unwetter betroffen wurden. Wir wissen es: Rinnsale werden innert Stunden zu reissenden Bächen. Besonders gefährlich sind von einem Grat eingekesselte Geländemulden wie die Alp da Laus unter dem Garveragrat. Sie ist zwar von ausserordentlicher Schönheit, zwingt die Menschen 31


des Dörfchens Laus aber zu aufwendigen Schutzbauten. Das soll aber den Genuss nicht schmälern, den einzigartigen und wenig bekannten Garveragrat vom Lai da Laus aus zu besteigen. Am besten im Rahmen einer Rundwanderung der Superlative mit fesselnden Tiefblicken in die Surselva, mit stotzigen Bergwegen und ausgedehnten Heidelandschaften, mit röhrenden Hirschen und pfeifenden Murmeltieren – kurz: mit allem, was die Natur Graubündens zu bieten hat.

Wanderung 1 s Von Laus über den Lai da Laus nach Cavardiras Charakter: Leichte Wanderung auf meist guten Wegen. Warum nicht am Lai da Laus ein Feuer machen und eine währschafte Wurst bräteln? Schwierigkeit: T2 Wanderzeit: 3 Std. Höhendifferenz: Aufstieg: 350 m, Abstieg: 500 m Route: Mit dem Alpentaxi (Telefon 081 936 44 44) nach Laus. Von dort auf dem Fahr- oder dem

Wanderweg zum Lai da Laus. Weiter westwärts Richtung Caischavedra und auf dem Fahrweg mit einer Abkürzung bei Aclas da Cavardiras hinunter nach Cavardiras. Von dort mit dem Postauto nach Disentis. Variante: Mit dem Alpentaxi direkt bis knapp unterhalb des Lai da Laus (45 Min. kürzer).

Trun Ilanz Sumvitg Cumpadials Surrein Laus Cavardiras

Runcahez Piz Muraun

3

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Piz Vadraus

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Piz Cavel

Piz Tgietschen

Terrihütte Piz Greina

Piz Medel

Passo della Greina

Piz Uffiern Piz Cristallina

32

Capanna Scaletta

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Medelserhütte

Alp Rentiert

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Piz Cascheglia Alp Lavaz z Fuorcla da ava Lavaz l L Va

Piz Zavargia

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Curaglia

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Piz Nadels

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Soliva

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Andermatt

Alp Nadels

Alpe da Laus Lai da Laus t a gr TenigerGarvera 2 bad Funtauna Roduna

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Disentis

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Wanderung 2 ss Lai da Laus–Garveragrat–Cavardiras Charakter: Eine unbekannte Panorama-Rundwanderung, die jedes Wandererherz höher schlagen lässt. Geheimtipp! Schwierigkeit: T3 Wanderzeit: 6–7 Std. Höhendifferenz: Aufstieg: 850 m, Abstieg: 1300 m Route: Zum Lai da Laus (siehe Wanderung 1) und ostwärts auf dem Wanderweg Richtung Con-Tenigerbad. Von Con aus auf dem Gratrücken des Garvera zuerst durch Wald, dann durch Erlengebüsch und Heidelbeerstauden auf Wegspuren zum höchsten Punkt. Abstieg zur Alp Soliva (P. 2178), dann nordwestwärts auf dem Wanderweg Richtung Caischavedra/Cavardiras. Dieser Weg führt teilweise durch steiles Gelände und mündet dann in den Fahrweg, der zur Postautohaltestelle Cavardiras hinunterführt. Variante: Vom Garveragrat Abstieg über die Alp Soliva hinunter nach Fontauna Roduna und über Soliva nach Curaglia (1 Std. kürzer, Weg bis Fontauna Roduna befahrbar). Wanderung 3 sss Curaglia–Fuorcla da Lavaz–Tenigerbad Charakter: Gebirgige Passwanderung mit lohnendem Hüttenaufenthalt. Schwierigkeit: T2 Wanderzeit: Curaglia–Medelserhütte: 4 Std. Medelserhütte–Tenigerbad: 3½–4 Std. Höhendifferenz: 1200 m Route: Von Curaglia durch das lang gezogene Val Plattas zur Medelserhütte. Man überschreitet die Fuorcla Lavaz und gelangt über die Alp Lavaz und die Alp Rentiert hinunter nach Tenigerbad. Varianten: – Zwei- oder Dreitagestour: Von Runcahez über Crest la Greina zur Terrihütte. Von dort auf der Greina-Ebene zum Passo della Greina, wo der blau-weiss-blau markierte Weg zur Fuorcla Sura da Lavaz abzweigt. Über den Glatscher da Lavaz hinunter ins Val Lavaz und in einer Gegensteigung links hinauf zur Medelserhütte. Entweder über Alp Lavaz und Alp Rentiert nach Teniger-

Alp Soliva, im Hintergrund ein Teil der Medelsergruppe.

bad oder durch das Val Plattas nach Curaglia (Hüttenzustiege: T2, mittlere Etappe: T4–T5/ WS; Höhendifferenz: 1700 m; Wanderzeit: Runcahez–Terrihütte: 3½ Std., Terrihütte–Medelserhütte: 5–6 Std., Medelserhütte–Curaglia: 2½–3 Std. bzw. Medelserhütte– Tenigerbad: 3½–4 Std.). – Abstieg vom Passo della Greina zur Capanna Scaletta und weiter nach Pian Geirett (Alpenbus nach Campo Blenio: www.autolinee.ch). Ausgangspunkte Cavardiras (1132 m): Anreise von Disentis mit Postauto oder Auto. Laus (1250 m): Anreise von Disentis oder Sumvitg mit Auto oder Alpentaxi, Telefon 081 936 44 44. Tenigerbad/Runcahez (1305 m): Anreise von Surrein mit Auto oder Alpentaxi (Telefon 081 936 44 44 ), im Sommer auch GreinaSpezialbuskurse (www.busalpin.ch) Unterkunft und Verpflegung unterwegs Terrihütte (2170 m), Telefon 081 943 12 05, www.terrihuette.ch Medelserhütte (2524 m), Telefon 081 949 14 03, www.medelserhuette.ch Karten Landeskarte 1:25000, 1233 Greina Landeskarte 1:50000, 256 Disentis 33

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