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Festung Europa, die tödliche Grenze Gentechnikfreies Osttirol IM JAHR 2007 BESCHLOSSEN WIR, DAS THEMA GENTECHNIK MIT PRODUZENTINNEN UND KONSUMENTINNEN IN DEN GEMEINDEN ZU DISKUTIEREN. BEI EINEM VORTRAG VON DIPL. ING. DR. JOSEF HOPPICHLER (BOKU WIEN) UND DURCH DEN FILM „LEBEN AUßER KONTROLLE“ VON BERTRAM VERHAAG HOLTEN WIR UNS DAFÜR WICHTIGE INFORMATIONEN. IN 15 GEMEINDEN UND GRUPPEN ZEIGTEN WIR DEN FILM UND NUTZEN DIE MÖGLICHKEIT, POLITISCHE UND WIRTSCHAFTLICHE ZUSAMMENHÄNGE ZU ERLÄUTERN UND ZU DISKUTIEREN.

Beim Weltflüchtlingstag

DIE REGIONALGRUPPE ATTAC VORARLBERG, AMNESTY INTERNATIONAL, DIE STADTBÜCHEREI UND DER WELTLADEN DORNBIRN MACHTEN AM 20. JUNI 2007 IN DORNBIRN MIT ZWEI VERANSTALTUNGEN AUF DEN WELTFLÜCHTLINGSTAG AUFMERKSAM.

Die „Drifters“ (die Getriebenen) von John Gillard - aus Bodenseeschwemmholz gefertigte Figuren – bildeten den Mittelpunkt einer Kunstinstallation. Sie befanden sich hinter einem symbolischen Grenzzaun aus Baugittern. Die BetrachterInnen standen so direkt vor der Festung Europa mit ihrer tödlichen Grenze - mitten in der Europapassage von Dornbirn. AktivistInnen von ai und unserer Gruppe händigten den PassantInnen Folder mit der Aufschrift „Glückwunsch! Sie sind auf dem richtigen Kontinent geboren!“ aus. Die PassantInnen waren eingeladen, mit uns ins Gespräch zu kommen und zu diskutieren. Den Abschluss des Aktionstages bildeten Lesebeiträge in der Stadtbücherei, vorgetragen von VertreterInnen der veranstaltenden Organisationen. Die Lesung wurde durch Gitarrenmusik emotional verstärkt. Nach Schätzungen des UNHCR gibt es weltweit ca. 9 Mio. Flüchtlinge; die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Unser Ziel war es, auf die Situation der Flüchtlinge in Afrika und an den Grenzen Europas aufmerksam zu machen: Die Wirtschaftspolitik von EU und USA zerstört die Grundlagen für Entwicklung und Fortschritt in Ländern des Südens und verursacht so Migrationsströme. Flüchtlinge sind oft jahrelang unterwegs, um nach Europa zu kommen; Unzählige fi nden den Tod, bevor sie europäischen Boden erreichen. Menschenrechte gelten an den Grenzen der Festung Europa nicht – mit allen Mitteln soll verhindert werden, dass für die Wirtschaft „unerwünschte“ Menschen legal nach Europa kommen. Doris Zucalli, Attac Vorarlberg

Wir gründeten die Initiative „Gentechnikfreies Osttirol“, an der verschiedene Vereine und Gruppen aus dem Bezirk teilnehmen. Dr. Stefan Merkac, Biobauer aus Kärnten, berichtete, dass es in Kärnten gelungen war, den Paragraph der Koexistenz im Gentechnik-Vorsorgegesetz um vieles zu erschweren; auch Südtirol hätte dies bereits erreicht und somit hoffen beide Länder auch in Zukunft die Gentechnikfreiheit in der Landwirtschaft zu garantieren. Die Lage Osttirols zwischen Südtirol und Kärnten spricht dafür, dass wir uns diesem Vorhaben anschließen. Zu unserem Informationstag kamen auch Teilnehmerinnen aus Nordtirol, die inzwischen den Verein „Zivilcourage“ gegründet haben. Christian Felber stellte im Mai sein Buch „50 Vorschläge für eine gerechtere Welt“ vor; eine weitere Veranstaltung, mit der wir Attac-Themen in Osttirol bekannt machten. 2008 wollen wir der Tiroler Landesregierung eine Unterschriftenliste übergeben, in der wir vorschlagen, den Paragraph bezüglich der Koexistenz auch aus dem Tiroler Vorsorgegesetz zu streichen und die Kennzeichnung für gentechnikfreie Lebensmittel zu verbessern. Bei unseren monatlichen Stammtischen planen und evaluieren wir unsere Aktivitäten und diskutieren die wichtigsten Themen von Attac. Christa Kandler, Attac-Osttirol

Attac Jahresbericht 2008  

das siebte Jahr