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Radio für Rebellen

radio%attac berichtet über das, was globalisierungskritische Herzen bewegt. Am 26. November 2007 brachte es seine 250. Sendung. Pannen gehören dazu: Dass ein Bericht einfach nicht fertig wurde und die Technik partout nicht mitspielte, passierte in den vergangenen fünf Jahren, in denen es radio%attac gibt, dreimal. Angesichts der vielen Sendungen - radio%attac feierte kürzlich seine 250. Sendung - ist diese Ausfall-Bilanz spitze. radio%attac sendet wöchentlich eine halbe Stunde auf mehr als zehn freien Radiostationen in Österreich, der Schweiz und Deutschland. Sogar zu Weihnachten und Silvester. Zeitweise wurde die komplette Sendung sogar auf Slowenisch übersetzt.

Dass es radio%attac bereits so lange gibt und die Sendung auch über die Grenzen Österreichs erfolgreich läuft, ist einer Handvoll Menschen zu verdanken, die daran glauben, dass auch Medien neu gestaltet werden müssen und können. So ist auch die Praxis bei radio%attac selbst ein Versuch, dies zu tun: Themen werden demokratisch ausgewählt, es gibt keine/n klassischen ChefredakteurIn, der/die allein über Sen­ dungsinhalte entscheidet, und zwei Drittel der radio%attac MitarbeiterInnen sind Frauen.

Die Themen und Menschen, über die radio%attac berichtet, müssen in Mainstream-Medien oft vergeblich gesucht werden. radio%attac ist es ein Anliegen, die Hegemonie der globalen und österreichischen Medienmaschinerie zu brechen – wenn auch nur im Kleinen. Vor allem aber will es seinen HörerInnen, also Menschen, die sich gegen eine neoliberale Globalisierung auflehnen und die Welt ein Stück lebenswerter und gerechter machen wollen, interessante und aktuelle Informationen bieten. Das Repertoire an Hörbeiträgen ist mittlerweile beacht­ lich und spiegelt die stürmischen Zeiten einer jungen Bewe­ gung. Die Beiträge reichen von Berichten über die wichtigsten internationalen Treffen wie das Weltsozialforum in Brasilien und Indien, die europäischen Sozialforen und den Latein­ amerikagipfel in Wien, über Interviews mit herausragenden Persönlichkeiten wie den französischen Bauernführer José Bove, Attac-Ikone Susan George, dem Schriftsteller Robert Menasse und dem Wissenschaftler Elmar Altvater, bis hin zu Reportagen über philippinische Reisbauern und -bäuerinnen, die Wasserprivatisierung in Delhi und Demokratieformen in Ghana. Vor allem neue Ideen wie etwa das bedingungslose Grundeinkommen, Finanztransaktionssteuern und das parti­ zipative Budget sind ein Steckenpferd von radio%attac. Viele der Beiträge stehen auf der Internetseite www.radioattac.at zum Download bereit.

Fünfter Geburtstag Der Impuls zu radio%attac entstand ursprünglich auf der ersten Attac-Sommerakademie im Tiroler Stainach, und in den darauffolgenden Monaten formierten sich erprobte Jour­ nalistInnen und Medien-affine Menschen zu radio%attac. Die erste Sendung war schließlich am 13. Februar 2003 auf Radio Orange zu hören!

ATTAC VON INNEN

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Attac Jahresbericht 2008  

das siebte Jahr

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