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Residenz Revue Maga zin der Atl a s S tif t ung

N R . 6 – S e p t e m b e r 2 016


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Von Gefahren, Un-Sicherheiten und Sicherheiten

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Vermögenssicherheit leicht gemacht

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Sicher unterwegs im öffentlichen Raum

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«Der sichere Ort Schweiz»

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Sicherheit Aus Hecken und Zäunen ist die Bildstrecke in der vorliegenden Residenz Revue konzipiert. Sie stehen als Symbole dafür, sich innerhalb von derartigen Abgrenzungen einem Gefühl der Sicherheit hingeben zu können.


I n ha l t

Liebe Leserin, lieber Leser

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ie vorliegende Ausgabe der Residenz Revue steht unter dem Leitthema «Sicherheit».

Dabei wollen wir «Sicherheit» im umfassenden Sinne beleuchten: die gesundheitliche, rechtliche, finanzielle und soziale Sicherheit sowie die Sicherheit im Strassenverkehr, die Sicherheit rund um das Leben in der Schweiz, etc. Wir haben verschiedene Berichte zusammengestellt unter anderem mit Beiträgen von Experten aus unterschiedlichen «Sicherheits»-Bereichen: Sicherheits- und Sozialpolitiker, Verkehrs- und Stadtplaner, Nachrichtendienst Experten, Juristen, und Finanzexperten. Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre! Ihre Atlas Stiftung

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R ESIDENZ R EV U E

Von Gefahren, Un-Sicherheiten und Sicherheiten

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iele fürchten sich vor Terror, Gewalt und Überfällen. Dabei sind andere Aspekte unserer persönlichen Sicherheit viel stärker in Gefahr.

Beim Wort «Sicherheit» denken wir meist zuallererst an Gewaltakte. Wir denken an Terror und Amok oder daran, überfallen zu werden. Die Angst vor Anschlägen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen, was verschiedene Studien und Umfragen zeigen: Wir fürchten um unsere Sicherheit. Doch Sicherheit beinhaltet viel mehr als nur den Schutz vor Angriffen; somit sollten uns Aspekte dieses Begriffs mindestens genauso wichtig sein. Oder, wie Ständerat Daniel Jositsch es im nachfolgenden Interview ausdrückt: «Wir fürchten uns vor dem Mann, der aus dem Gebüsch springt. Dabei sollten wir uns doch eher vor Elektrovelos in Acht nehmen».

Arten von Gefahren – Arten von Sicherheiten Die Bereiche, in denen wir um unsere Sicherheit fürchten, und jene, die tatsächlich eine Bedrohung für uns darstellen, nehmen wir in der Regel nur äusserst subjektiv wahr. Wir sehen im Fernsehen Anschläge und Attentate in den unmittelbaren Nachbarländern und fürchten, dies könne uns auch passieren, obwohl statistisch gesehen die Wahrscheinlichkeit, bei einem Anschlag ums Leben zu kommen, für uns Schweizer verschwindend gering ist. Viel wahrscheinlicher ist es, dass man im Strassenverkehr zu Schaden kommt – aber kaum jemand hütet sich davor, einen Fuss vor die Türe zu setzen, nur weil draussen Autos, Busse und Elektrovelos lauern.

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G efahre n u n d S i c herhei t e n

Es nützt nichts, sich Sicherheit vor den Menschen zu verschaffen, während die Beunruhigung hinsichtlich der Dinge in der Höhe und unter der Erde und überhaupt im unbegrenzten Raume bestehen bleibt. Epikur von Samos (341 - 271 v. Chr.), griechischer Philosoph

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Ab-sichern, ver-sichern Oft vergisst man auch, dass «Sicherheit» weit mehr umfasst als die körperliche Unversehrtheit. Sicher zu sein bedeutet nämlich auch abgesichert zu sein. Wer weiss, dass er auch morgen ein Dach über dem Kopf hat und sein Mittagessen bezahlen kann, fühlt sich sicherer – das lässt sich allein schon an den Worten erkennen, die wir benutzen, um solche Umstände zu beschreiben: «ab-sichern» und «ver-sichern». Die finanzielle Vorsorge begleitet uns ein Leben lang, und das Wissen darum, dass unser Geld gut aufgehoben ist, trägt massgeblich zu unserem Gefühl von Sicherheit bei. Gerade in diesem Bereich zeigt sich ausserdem, wie viel Einfluss wir selbst auf unser Sicherheitsgefühl haben können. Es lohnt sich, hin und wieder zu prüfen, ob man alle nötigen – und vor allem die richtigen – Versicherungen hat. Hat sich in den letzten Jahren die Lebenssituation – zum Beispiel durch einen Umzug in eine kleinere Wohnung – verändert, sollten die Versicherungen angepasst werden. Und auch bei der finanziellen Vorsorge sollte man regelmässige Anpassungen vornehmen, um optimal und dem Lebensalter entsprechend «ab-gesichert» zu sein und profitieren zu können. Dabei gilt allerdings: Augen auf! Denn wir müssen nicht nur um unsere eigene Sicherheit fürchten, sondern auch um jene unseres Geldes. In den vergangenen Jahren machten sogenannte «Enkeltrickbetrüger» immer wieder Schlagzeilen in den Schweizer Medien – Menschen, die sich als entfernte Verwandte

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oder Bekannte ausgeben und vorgeben, in finanziellen Schwierigkeiten zu stecken. Bevor man also jemandem sein Geld anvertraut, lohnt es sich daher, genau hinzusehen, nachzufragen und gegebenenfalls auch noch eine enge Vertrauensperson um Rat zu bitten.

Cyber-Sicherheit Noch besser aufpassen muss, wer in der digitalen Welt unterwegs ist. Email, Internet, E-Banking – all diese Dinge sind wahnsinnig praktisch und eine grossartige Hilfe in unserer modernen Welt. Sie stellen aber auch eine permanente Gefahr für unsere Sicherheit dar. Wer also im Umgang mit Computer und Co. unsicher ist – sprich: seine eigene Sicherheit nicht gewährleisten kann – sollte sich hier unbedingt Unterstützung holen.

Individuelle Sicherheit – ein Bauchgefühl? Sicherheit ist also viel mehr als nur unsere Angst vor Anschlägen und Überfällen. Sie ist eine persönliche Empfindung also quasi ein Bauchgefühl. Aber gleichzeitig ist Sicherheit auch ein Bündel von Massnahmen, welches wir selbst schnüren können, um unser Bauchgefühl zu verbessern. Die meisten dieser Massnahmen liegen in unserer Hand und wir können sie selber treffen. Es gibt aber auch Aspekte der Sicherheit, die wir nicht selbst unter Kontrolle haben und von der Polizei und vom Staat verantwortet werden. Obwohl wir in diesen Belangen nicht selbst aktiv werden können, dürfen wir unser Bauchgefühl immerhin damit beruhigen, in einem der sichersten Länder unserer Erde zu leben.


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Wir haben unsere Gedanken zum Thema Sicherheit aber auch die Aspekte der sozialen Sicherheit im Interview mit Daniel Jositsch, Rechtsprofessor und Ständerat des Kantons Zürich vertieft:

«Ich mache kein E-Banking» Was bedeutet Sicherheit für Sie? D. Jositsch: Sicherheit ist die Basis dafür, dass man Grundrechte wie zum Beispiel die Meinungsfreiheit überhaupt ausüben und ausleben kann. Das Gewährleisten der Sicherheit für die Einwohner ist wichtig für das Zusammenleben in einem Land. Als jemand, der lange in Kolumbien gelebt hat, weiss ich auch, wie es sich anfühlt, wenn diese Sicherheit nicht gewährleistet ist.

Autofahren. Die Wahrscheinlichkeit, durch einen Gewaltakt zu sterben, ist aber im Strassenverkehr weitaus am Grössten. Am zweithäufigsten sterben Männer am Wochenende «im Ausgang» zwischen ein und fünf Uhr morgens, und Frauen in Beziehungsdelikten. Unsere Ängste drehen sich jedoch hauptsächlich um Terrorismus und Überfälle, obwohl man sich viel eher vor Elektrovelos in Acht nehmen müsste. Kann die Sicherheit in der Schweiz noch weiter verbessert werden? Ein Bereich wird im Moment stark diskutiert; die präventive Gefahrenabwehr, zum Beispiel im Zusammenhang mit Terrorismus oder Amoktaten. Diese Prävention wurde bisher in der Schweiz vernachlässigt, auch wenn die Reaktionen auf eingetretene Ereignisse bis anhin immer gut waren. Zurzeit arbeiten wir an einem neuen Nachrichtendienstgesetz, das es in Zukunft möglich machen soll, solche Ereignisse im Vornherein zu unterbinden.

«Sicherheit hat sehr viel mit dem individuellen Gefühl zu tun.»

Ist die Welt heute ein sicherer Ort als früher? Die Welt wahrscheinlich nicht. Die Schweiz schützt die Sicherheit des Einzelnen aber gut, und dort, wo sie nicht jederzeit gewährleistet werden kann, gibt es klare Sanktionen, wenn jemand die Sicherheit eines einzelnen oder der Allgemeinheit in Gefahr bringt. Sind wir hier in der Schweiz also sicher? Sicherheit hat sehr viel mit dem individuellen Gefühl zu tun. Man hat viel mehr Angst vor dem Mann, der aus dem Gebüsch springt, als vor dem

Geht ein solches Gesetz denn nicht zu Lasten der individuellen Freiheit? Es gibt immer zwei Seiten – wenn sie einen Hag um den Garten machen, schützen sie ihren Garten, müssen aber jedes Mal das Gartentürchen aufmachen, wenn sie raus wollen.

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Das Bundeshaus – der Ort, an dem Gesetze für unsere Sicherheit diskutiert werden.

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Die Frage nach der Freiheit stellt man allerdings nicht mehr, wenn an einem Tag ein Mensch mit einem Maschinengewehr auf einem öffentlichen Platz um sich schiesst. Ein gutes Nachrichtendienstgesetz erlaubt ausserdem nur das Abhören und Ausspionieren jener, die als gefährlich eingestuft werden. Dass unbescholtene Bürger zu unrecht ausspioniert werden, muss möglichst ausgeschlossen werden.

Daniel Jositsch

Dennoch ist man gerade in der digitalen Welt nie vor Spionen und Datendieben sicher. Die digitale Welt bringt viele Gefahren mit sich. In dieser Hinsicht bin ich selbst sehr vorsichtig – ich mache nicht einmal E-Banking!

Text: Atlas Stiftung, Katharina Blansjaar

Daniel Jositsch ist Jurist und Professor für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Universität Zürich. Von 2007 bis 2015 war er Mitglied des Nationalrates und seit 2015 Mitglied des Ständerates und dabei engagiert in der Rechtskommission, in der sicherheitspolitischen Kommission und in der aussenpolitischen Kommission des Ständerates.

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Vermögenssicherheit leicht gemacht

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uch bei der Vermögenssicherheit gilt, wer früh mit der Planung anfängt, hat später weniger zu tun. Das bedeutet nicht, dass der Zug abgefahren ist, sollte man ihn im Alter von 55 Jahren verpasst haben. Es empfiehlt sich lediglich rechtzeitg erste Weichenstellungen vorzunehmen, um die Vorsorgegelder optimal ins Privatvermögen zu überführen, ohne dass unnötig hohe Steuern anfallen. Der Einstieg für die Planung der Vermögenssicherheit im dritten Lebensabschnitt beginnt in jedem Fall mit einer Übersicht über die individuelle Finanzlage. Erst dann kann ein Budget erstellt werden. Zu unterscheiden sind die liquiden und die gebundenen Mittel. Um überhaupt mit einer Anlagestrategie zu starten, sollte in diesem Planungsabschnitt eruiert werden, was zur Zeit für das tägliche Leben aufgewendet wird und was zukünftig aufgewendet werden soll. Sobald dieser Punkt sorgfältig abgeklärt ist, gilt es, die richtige Anlagestrategie zu finden. Speziell im Alter ist es wichtig, ein Liquiditätspolster zu schaffen, um unvorhersehbare Ausgaben für Hypothekarzinserhöhung, Reparaturen aller Art und Gesundheitskosten decken zu können. Je nach Vermögensgrösse werden die Gelder bereits für die Nachkommen angelegt und der Anlagehorizont geht über den eigenen Tod hinaus. Im Weiteren geht es darum, die individuelle Risikofähigkeit und Risikobereitschaft zu ergründen. Das daraus entstehende Risikoprofil ist ausschlaggebend für die Aufteilung des Vermögens nach verschiedenen Anlageklassen wie Liquidität, Obligationen, Immobilien, Aktien, Rohstoffe

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und Edelmetalle. Ein zusätzlicher Schritt ist es, die richtige Aktienquote festzulegen. Gelder, die nicht langfristig zur Verfügung stehen, gehören nicht an die Aktienmärkte. Ein breit diversifiziertes Aktienportfolio verspricht auf lange Sicht gute Erträge, birgt aber auch das Risiko von grösseren Kursschwankungen. Grundsätzlich sollte man nur in Gesellschaften und Finanzprodukte investieren, die man auch wirklich versteht. So die grundlegenden Empfehlungen von Andreas Liechti, Manager Key Clients der Zürcher Kantonalbank und Spezialist auf dem Gebiet der Vermögenssicherheit. Der Residenz Revue hat er einige weitere Fragen dazu beantwortet: Was sind die Vorteile eines Vermögensverwaltungsmandats? A. Liechti: Die zunehmende Komplexität an den globalen Finanzmärkten macht es immer schwieriger, Gelder in Eigenregie anzulegen. Mit einem Vermögensverwaltungsmandat müssen Sie sich nicht mehr um die täglichen Veränderungen an den Finanzmärkten kümmern. Legen Sie die Anlageentscheide in professionelle Hände. Dabei ist es wichtig, die Wahl des richtigen Anlagepartners zu treffen. Eine Vermögensverwaltung sollte nur an eine erstklassige Adresse delegiert werden z.B. eine vertrauenserweckende Bank mit möglichst guter Bonität. In einem persönlichen Gespräch legen Sie Ihr Anlageziel fest. Grundlage für die optimale Verwaltung Ihres Vermögens ist nicht nur Ihre Risikobereitschaft und Renditeerwartung, sondern auch Ihre Risikofähigkeit mit den gegenwärtigen und zukünftigen Verpflichtungen.


V erm ö ge n ssi c herhei t Wann raten Sie zu einem Abtragen der Hypothekarschulden und wann raten Sie davon ab? Die durchschnittlichen Hypothekarzinsen nach Abzug von Steuern belaufen sich auf ca. 1.2% pro Jahr Damit sich eine Hypothek lohnt, müssen Sie auf dem investierten Vermögen eine Rendite von über 1.2% pro Jahr erzielen. Mit vielen Anlagekassen wie Kontoguthaben, Obligationen, Leibrenten ist eine solche Rendite gegenwärtig nicht mehr zu erzielen. Folglich kann es ratsam sein, Schulden auf Immobilien abzutragen. Wird das Geld langfristig in ein höher rentierendes Wertschriftendepot investiert, sieht die Rechnung wieder anders aus. Es gilt jedoch zu beachten, dass amortisierte oder abbezahlte Hypotheken im Alter aus Tragbarkeitsgründen nicht einfach wieder erhöht werden können. Im Sinne einer Liquiditätsreserve ist es oftmals nicht geschickt die Hypothek gänzlich zu amortisieren.

Wann ist die Kreditkarte im Gebrauch ein sicheres Zahlungsmittel? Unterschreiben Sie Ihre Karte zur Sicherheit sofort nach Erhalt. Schreiben Sie Ihre Geheimzahl nicht auf. Merken Sie sich diese oder bewahren Sie sie an einem sicheren Ort auf. Lassen Sie sich bei der Eingabe Ihrer Geheimzahl niemals zusehen. Viele Menschen in fortgeschrittenem Alter zahlen auch heute noch aus reiner Gewohnheit häufig mit Bargeld. Oftmals stösst das bargeldlose Zahlen mit Kreditkarte ganz einfach auf Ablehnung. Dabei ist das Mitsichtragen von grösseren Bargeldbeträgen mit einem nicht unerheblichen Diebstahlrisiko verbunden. Bei Verlust der Kreditkarte, können Sie diese bei Ihrer Bank oder Kreditkartenfirma sperren lassen, bevor ein Schaden entsteht. Ungerechtfertigte Transaktionen können in der Regel innert einer bestimmten Frist beanstandet und rückerstattet werden. Ist das Bargeld einmal weg, ist es meistens unwiederbringlich verloren.

«Im Sinne einer Liquiditätsreserve ist es oftmals nicht geschickt, die Hypothek gänzlich zu amortisieren.»

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R ESIDENZ R EV U E Nicht nur Bargeld kann zu Diebesgut werden. Was man aus rechtlicher Sicht für die Vermögenssicherheit tun kann und wie man den Wolf im Schafspelz entlarvt weiss Catherine Grun Meyer, Rechtsanwältin und Partnerin bei Niederer Kraft & Frey: Wie erkennt man unseriöse Berater? C. Grun Meyer: Auch bei Beratern gilt das allgemeine Sprichwort, «Gelegenheit macht Diebe». Ein seriöser Berater zeigt sich von Beginn weg offen und transparent bezüglich des Umfangs seiner Leistungen, der Kosten dafür und informiert auch darüber, wie der Kunde oder Dritte seine Tätigkeit kontrollieren können. Schliesslich sollte ein seriöser Berater, sei es ein Anwalt, Treuhänder, Vermögensverwalter oder Steuerberater, grundsätzlich Mitglied des jeweiligen Fachverbandes sein. Leider schützt auch diese Mitgliedschaft wie auch die allfällige gesetzliche Aufsicht nicht immer vor Verfehlungen, aber sie ist zumindest ein Anhaltspunkt, dass die Berufsausübung seriös erfolgt. Was wären präventive Massnahmen, um nicht an Betrüger zu geraten? Zum einen ist es sicher von Vorteil, wenn schon die Struktur eines Beraters eine gewisse Kontrolle gewährleistet – «Einzelberatungsunternehmen» geben diesbezüglich eher weniger Sicherheit, obwohl auch von diesen die überwiegende Zahl gut und seriös arbeitet. Leider läuft auch der oft anzutreffende Wunsch von Kunden, dass sie nur einen Berater, der alles für sie macht, haben möchten, genau dieser Kontrolle zuwider. Ein Rat ist sicher, z.B. eine Generalvollmacht immer nur an zwei Personen auszustellen. Im Weiteren ist Vorsicht bei «Freundschaftsdiensten» oder Diensten gegen Entgelt «unter der Hand» geboten. Soweit es sich dabei nicht nur um kleine Gefälligkeiten handelt, gilt der Grundsatz, dass Tätigkeiten im Dienste eines anderen gegen Rechnung bezahlt werden sollen. Dies gilt übrigens auch für Pflege- und Betreuungspersonen; sobald man

merkt, dass jemand viel mehr Zeit als andere in gleicher Position investiert, allenfalls auch ausserhalb des Dienstplans, ist die Motivation dieser Person immer wieder zu hinterfragen. Spätestens wenn eine solche Vetrauensperson dann noch eigene finanzielle Engpässe oder Schwierigkeiten erwähnt, wäre es an der Zeit, Distanz zu schaffen. Sollte man jemandem, sei es ein Familienmitglied oder eine andere Person aus dem persönlichen Umfeld, in einer finanziell schwierigen Situation helfen wollen, ist dies mittels eines einfachen schriftlichen Vertrags festzuhalten und Geld ist grundsätzlich nur via Banküberweisung zu übermitteln und niemals bar zu übergeben.

«Auch bei Beratern zählt Gelegenheit macht Diebe.»

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Was sind die ersten einzuleitenden Schritte bei Verdacht auf Betrug? In diesem Fall sollte sofort Hilfe von aussen in Anspruch genommen werden, sei dies durch Amtsstellen oder Fachleute wie z.B. Anwälte oder Steuerberater. Diese Stelle sollte möglichst unabhängig sein. Sodann sind sofort sämtliche Vollmachten zu widerrufen und andere Möglichkeiten, wie die im Verdacht stehenden Personen an die Vermögenswerte der betroffenen Person kommen könnten, zu unterbinden z.B. Schlüssel zurückverlangen, Testament vernichten oder widerrufen.

niert das Betreuungsnetzwerk in der Schweiz gemäss meiner Wahrnehmung sehr gut; dies gilt insbesondere auch für die entsprechenden amtlichen Stellen, die zum Wohle und Schutz von betreuungsbedürftigen Menschen geschaffen wurden. Dies setzt aber natürlich voraus, dass diese Unterstützung von Betroffenen auch in Anspruch genommen wird.

Text: Tanja Bernold

Schliesslich ist anzufügen, dass die Zahl von Verfehlungen und Vertrauensmissbräuchen wohl im Verhältnis eher klein ist. Grundsätzlich funktio-

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Sicher unterwegs im öffentlichen Raum

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erade im sogenannten «öffentlichen Raum» fühlen sich Seniorinnen und Senioren oft unsicher. Nicht nur lärmige Jugendliche, geschickte Langfinger, dunkle Gassen und bedrohliche Menschenansammlungen stellen eine Herausforderung dar, auch ein zu hohes oder gar fehlendes Trottoir kann zur Behinderung werden.

Wer glaubt, es gehe heute in den Innenstädten viel hektischer zu und her als früher, der täuscht sich nicht. Das hat viele Gründe. Zum einen den ganz simplen, dass in den Stadtzentren heute mehr Menschen unterwegs sind als früher. Hinzu kommt, dass sich deren Gewohnheiten geändert haben. Mehr als früher ist man heute «einfach so» in der Stadt. Die Jugendlichen treffen sich auf Plätzen, die Erwachsenen bummeln an den Schaufenstern vorbei. Gegessen wird nicht nur in Restaurants, sondern auch auf der Parkbank oder gar im Stehen und Gehen. Das Leben ist schneller geworden, man hetzt von einem Termin zum anderen, die Trams sind zu Stosszeiten oft überfüllt, der Autoverkehr stockt und drängelt zur gleichen Zeit. Wer nicht in diesem Tempo und mit diesen Bedürfnissen unterwegs ist, gerät schnell zwischen die Fronten, oder kommt – im schlimmsten Fall – gar buchstäblich unter die Räder. Jeder zweite getötete Fussgänger in der Schweiz ist älter als 65 Jahre, und das, obwohl sich niemand besser an die Verkehrsregeln hält als Seniorinnen und Senioren. Doch mit zunehmenden Alter nehmen die Sehfähigkeit und das Gehör immer mehr ab, und Informationen werden vom Gehirn langsamer verarbeitet. Eine weitere Gefahr liegt darin, dass wer nicht so gut zu Fuss ist, vermehrt auf den Boden schaut und so den Überblick verlieren kann.

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Eine einfache Massnahme, die eigene Sicherheit im Verkehr zu verbessern ist, Stosszeiten zu meiden. Wer das Tram oder den Bus vor allem dann benutzt, wenn nicht gerade alle anderen auf dem Weg zur Arbeit sind, der findet meist leicht einen Sitzplatz und verirrt sich in häufig frequentierten Verkehrszentren wie dem Hauptbahnhof auch nicht so leicht. Doch auch wenn man nicht von anderen buchstäblich «überrannt» wird, hat man es in der Stadt nicht immer leicht, weil man eben einfach etwas langsamer unterwegs ist und nicht mehr ganz unbeschwert dreissig Stufen meistert.


S i c herhei t im ö ffe n t l i c he n R aum

Die Schweizer Städteplaner haben dieses Problem erkannt und setzen immer mehr auf bauliche Massnahmen, um älteren Menschen den Fussweg durch die Innenstädte zu erleichtern. Eine altersgerechte Wegführung, eine klare Signalisation und Beschilderung sowie eine gute Beleuchtung der von Seniorinnen und Senioren genutzten Wege führen zu mehr Sicherheit, sagt Christoph Gafner, Projektleiter im Winterthurer Tiefbauamt. Ausserdem verweist er auf die Nebeneffekte behindertengerechter Massnahmen: «Eine konsequente Anwendung behindertengerechten Bauens erlaubt auch betagten Menschen ein sichereres und möglichst hindernisfreies Begehen des Strassenraumes.» Wichtig für die

Sicherheit von Seniorinnen und Senioren sei zudem eine gute Erschliessung der Stadt durch den öffentlichen Verkehr. Doch neben den baulichen Massnahmen spricht Gafner noch eine zweite Komponente an. Zwar kann die Stadt – wie das in Winterthur zum Beispiel mit der Neugestaltung des Trottoirs zwischen der Residenz Konradhof und dem Bahnhof geschehen wird – die Zugänglichkeit zum öffentlichen Raum erleichtern, doch die persönliche Sicherheit hat noch viele weitere Facetten. «Auf Fussgängerwegen sollte man auch immer auf die soziale Kontrolle achten, das heisst darauf, dass eine Strecke gut frequentiert ist.»

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R ESIDENZ R EV U E Denn nicht nur der Strassenverkehr kann im öffentlichen Raum zur Gefahr werden. Ebenso in Acht nehmen sollte man sich vor Diebstählen und Übergriffen. Ein wenig gesunder Menschenverstand reicht hier oft schon aus, um das Risiko deutlich zu minimieren. «Nutzen Sie gut beleuchtete und frequentierte Wege», rät Christian Brunner, Leiter Verkehrslenkung der Stadtpolizei Winterthur. «Benutzen Sie im Zweifelsfall ein Taxi, und seien Sie abends nicht alleine unterwegs.» Zwar wirken die Städte durch bessere Beleuchtung von Unterführungen und engen Gassen den so gefürchteten «dunklen Ecken» entgegen, doch gilt gerade für jene, die nicht besonders wendig und kräftig sind: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Oft gibt es eine besser beleuchtete und stärker frequentierte Alternativroute, und oft findet sich auf Nachfrage eine nette Begleitung für den Heimweg.

Immer häufiger kommen zur Gewährleistung der Sicherheit in Stadtzentren auch Videokameras zum Einsatz. Christian Brunner begrüsst diese Entwicklung: «Aus Sicht der Polizei wären mehr Videokameras sinnvoll. Es werden auch in nächster Zeit Gesuche eingereicht, um den öffentlichen Raum besser überwachen zu können.» Jedoch ist eine Kamera an der Strassenecke noch lange kein Garant für Sicherheit im öffentlichen Raum, und schon gar kein Freipass zur Sorglosigkeit. Für die eigene Sicherheit ist nämlich jede und jeder auch selbst zuständig. Gerade wenn es um Diebstahl geht, kann man vieles tun, damit auch nach dem Einkaufen das Portemonnaie noch in der eigenen Tasche ist. Die Schweizerische Kriminalprävention hat dazu eine handliche Broschüre herausgegeben.

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«Sicherheit im Alter» gibt Tipps zum richtigen Umgang mit Handtasche, Portemonnaie und EC-Karte, und warnt auch vor Gefahren im privaten Raum, wie zum Beispiel Einbrechern oder Trickbetrügern. Hier gilt übrigens genauso wie in der Öffentlichkeit: Gemeinsam ist man stärker. Wer nicht allein unterwegs ist, kommt sicherer an sein Ziel, und wer sich auf seine Nachbarn verlassen kann, muss sich weniger vor Dieben und Betrügern fürchten. Wie schützt man sich im öffentlichen Raum vor Diebstahl? Tipps aus der Broschüre «Sicherheit im Alter»: • Tragen Sie nur wenig Bargeld auf sich. Zahlen Sie lieber mit Ihrer Kredit-, Ec- oder Post-Card. • Legen Sie Ihr Portemonnaie beim Bezahlen nie aus der Hand. • Lassen Sie sich nicht in Ihr Portemonnaie schauen. • Wenn Sie einen PIN-Code verwenden, dann achten Sie darauf, dass niemand Ihnen dabei zusehen kann. • Schreiben Sie den PIN-Code nicht auf bzw. bewahren Sie diesen getrennt von der Karte auf. • Sollten Sie Ihre Kreditkarte vermissen, informie- ren Sie umgehend Ihre Bank bzw. Post und lassen die Karte sperren. • Wird Ihre Karte von einem Bancomaten einge zogen, lassen Sie sie unverzüglich sperren. • Verteilen Sie Ihre Wertsachen auf verschiedene verschliessbare Innentaschen Ihrer Kleidung. • Tragen Sie Ihre Tasche immer verschlossen auf der Körpervorderseite oder klemmen Sie sie unter den Arm. Auch einen Rucksack können Sie vorne tragen. • Benutzen Sie auch Brustgürtel oder Geldgürtel, die Sie unter der Kleidung tragen. • Lassen Sie Ihre Tasche nie unbeaufsichtigt. • Seien Sie in einem Gedränge besonders wachsam, vor allem, wenn Sie angerempelt werden. Die Broschüre «Sicherheit im Alter» ist bei jedem Polizeiposten erhältlich und kann als PDF-Datei unter www.skppsc.ch heruntergeladen werden. Text: Katharina Blansjaar


S i c herhei t im ö ffe n t l i c he n R aum

«Sicherheit» in Ihrer Seniorenresidenz Zur Unterstützung Ihrer persönlichen Sicherheit bietet Ihnen Ihre Seniorenresidenz regelmässig Informationsanlässe an.

Residenz Spirgarten «PRÄVENTIONS-TRAINING» am 6. September 2016 in Zürich. Zur Vermeidung von Sturz- und Verletzungsgefahren in den öffentlichen Verkehrsmitteln. In Zusammenarbeit mit den Zürcher Verkehrsbetrieben (VBZ).

Residenz Konradhof «SICHERHEIT MIT EINEM VORSORGEAUFTRAG» am 27. Oktober 2016 in der Seniorenresidenz. Mit A. Toschini und E. Walker.

«BRANDALARM! WAS TUN?» am 14. September 2016 in der Seniorenresidenz.Verhaltensmassnahmen und Tipps bei Feueralarm in der Residenz.

Residenz Südpark «Sicherheit im Alter» am 21. September 2016 in der Seniorenresidenz. In Zusammenarbeit mit KESB Basel.

Weitere Informationen: www.residenz-konradhof.ch/aktivitaeten/anlaesse www.residenz-spirgarten.ch/aktivitaeten/anlaesse www.residenz-suedpark.ch/aktivitaeten/anlaesse

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«Der sichere Ort Schweiz»

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r muss es wissen! Peter Regli ehemaliger Direktor des Schweizer Nachrichtendienstes vertritt einen klaren Standpunkt, nach – wie während seinem Amt. So bezeichnet er unsere Schweiz stolz als einen sicheren Ort. Im selben Atemzug ist er aber auch dankbar dafür, dass wir bis heute von gravierenden negativen Ereignissen verschont blieben. Was bedeutet für Sie Sicherheit? P. Regli: Ein Mensch ist sicher, wenn er, ohne Angst und Einschränkungen jeglicher Art, frei leben kann. Alle Menschen in der Schweiz haben Anrecht auf Sicherheit. Neben der Selbstverantwortung jedes einzelnen Bürgers ist der Staat für die Sicherheit zuständig. Welchen Beitrag leistet die Armee zur Sicherheit? Unsere Milizarmee ist und bleibt die strategische Reserve der Landesregierung in allen Lagen. Im Falle der Bewältigung von komplexen Ereignissen, welche die nationale Sicherheit bedrohen, kommen die zivilen Behörden (Polizei, Grenzwachtkorps, Bevölkerungsschutz, Blaulichtorganisationen) nach rund 72 Stunden an die Grenzen ihrer Einsatzbereitschaft. Dann rufen die Kantone den Bundesrat um Hilfe. Die Armee kommt immer und sofort. Sie unterstützt, hilft, rettet, schützt und ist auch bereit zu kämpfen. Die heutige Welt ist ein Pulverfass, die Lunte brennt. Die allgemeine Bedrohungslage ist sehr komplex, unvorhersehbar und schwer zu beurteilen. In dieser Situation richtig zu regieren und einen Staat weise und vorausschauend zu führen, stellt sehr hohe Anforderungen an Politiker und Verant-

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wortliche aller Stufen. Man spricht heute von der „hybriden Bedrohung“ in welcher die Psychologie, die Medien, das Internet, extreme politische Ansichten und auch Militärpotentiale eine wichtige Rolle spielen. Der islamistische Terrorismus ist ein aktuelles Beispiel dafür. In dieser unsicheren Welt ist die auf 100‘000 Angehörige reduzierte Milizarmee unsere «Sicherheits-Nationalmannschaft», auf die wir sehr stolz sein dürfen. Nur die Besten werden heute Teil dieser Armee! „Dienen“ ist angesagt. Woran liegt es, dass viele junge Männer den Zivildienst dem Militärdienst vorziehen? Bundesrat und Parlament haben den Zivildienst in der Zwischenzeit zu einer Wohlfühloase gemacht. Wer nicht in der Armee dienen will und sich somit elegant dieser Bürgerpflicht entzieht, kann sich, ohne großen Aufwand und ohne Begründung, beim Zivildienst melden. Die Armee verliert jedes Jahr rund 6000 Angehörige an den Zivildienst. Während sich dienstwillige Männer und Frauen einer harten, entbehrungsreichen, Wind und Wetter ausgesetzten und Disziplin unterstehenden militärischen Ausbildung unterziehen, können die «Zivis» eine bequemere Art ihrer Dienstleistung wählen.


P ers รถ n l i c h

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Wie schätzen Sie die Terrorgefahr in der Schweiz ein? Der islamistische Terrorismus ist eine aktuelle, große Bedrohung für ganz Europa. Zurzeit gibt es, gemäß Nachrichtendienst des Bundes, keine Anzeichen, welche auf Anschläge in unserem Land hinweisen. Doch auch wir Schweizer können im falschen Moment am falschen Ort sein. Die Wahrscheinlichkeit, selber betroffen zu sein, ist allerdings klein. Wie, denken Sie, wirkt sich die Migrationsbewegung auf die Armee aus? Völkerwanderung und Migration sind ein strategisches Problem für ganz Europa und somit auch für die Schweiz. Die Armee ist ein Mittel unserer Landesregierung, um, wenn nötig, auch diese Herausforderung zu meistern. Im Falle der Migration sprechen wir von «subsidiärem Einsatz der Armee»

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zugunsten der zivilen Behörden, ganz konkret der Polizei und des Grenzwachtkorps. Die Armee-Verbände werden aufgeboten, wenn die zivilen Mittel der Kantone an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gelangen. Dies wäre z.B. der Fall, wenn plötzlich, in kurzer Zeit, tausende von Migranten im Sottoceneri über unsere Grenze treten würden. Neben der sichtbaren gibt es auch noch eine unsichtbare Bedrohung. Wie schützt sich die Schweiz vor solchen Gefahren? Infektionskrankheiten, auch erzeugt durch Viren oder biologische Agenten, können jederzeit auftreten und die Menschheit gefährden. Die Vogelgrippe, Pocken, SARS oder Ebola sind Beispiele dafür. Die frühe Entdeckung müssen wir spezialisierten Organisationen, wie zum Beispiel der WHO und den Nachrichtendiensten, überlassen. Eine rechtzeitige Information, auch über Schutzmaßnahmen, ist von


P ers ö n l i c h entscheidender Bedeutung. In der Schweiz sind wir diesbezüglich gut vorbereitet und haben auch erfahrene Spezialisten. Unsere Armee, mit ihren anerkannten Fachleuten im ABC-Kompetenzzentrum in Spiez, spielt im Sicherheitsverbund Schweiz eine sehr wichtige Rolle. Was kann ein Land gegen das Gefahrenpotenzial von Cyberkriminalität unternehmen? Der Cyberkrieg und somit auch die Cyberkriminalität sind ein sehr wichtiges Thema bei den Nachrichtendiensten. Neben einem neuen Gesetz benötigt der Dienst auch die notwendigen Spezialisten, welche als «Cyberkrieger» eingesetzt werden können. Diese hochqualifizierten Leute findet man aber nicht einfach auf der Straße. Das Land muss, über seine Dienste, die Lage permanent analysieren, die Täter identifizieren, deren Arbeitsmethoden und Mittel kennen lernen, um dann eine Abwehrstrategie definieren zu können. Dazu braucht es aber nicht nur technische Kenntnisse, sondern auch den politischen Mut am Cyberkrieg aktiv teilzunehmen. Was unternehmen Sie für Ihre persönliche Sicherheit täglich? Ich verfolge die Lage, beurteile sie und plane mein tägliches Leben danach. Vor Reisen ins Ausland analysiere ich mögliche Risiken und Gefahren vor Ort und teile meine Reiseroute danach ein. Absolute Sicherheit gibt es allerdings nicht. Unser Leben beinhaltet viel Positives, aber auch Risiken und Gefahren. Damit müssen wir heute und morgen leben lernen. Das Motto meiner Gattin und mir ist nunmehr: «carpe diem»!

«Ein Mensch ist sicher, wenn er, ohne Angst und Einschränkungen jeglicher Art, frei leben kann.»

Peter Regli

Interview: Tanja Bernold

Peter Regli ist ehemaliger Direktor des Schweizer Nachrichtendienstes im Range eines Divisionärs, Dipl. Ing. ETH Zürich und ehemaliger Militärpilot mit Jahrgang 1944.

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Trivia - wussten Sie schon, . . .

...dass Sicherheit den Schweizern heute wichtiger ist als Freiheit? Zwei Drittel der Befragten sind heutzutage gemäss der jährlichen Sicherheitsstudie der ETH bereit, Einschränkungen in ihrer persönlichen Freiheit in Kauf zu nehmen, wenn dadurch der Terrorismus bekämpft werden kann. Ganze 87 Prozent befürworten zu diesem Zweck das Sammeln von Daten über verdächtige Personen und den Einsatz der Armee zur Sicherung von Ruhe und Ordnung. Das sind deutlich höhere Werte als noch vor einigen Jahren.

...dass die Polizei in der Schweiz grosses Vertrauen geniesst? 88 Prozent der Schweizer, so zeigt eine Umfrage, vertrauen unserer Polizei. Besonders bei den Jungen ist dieser Wert in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Dieses Vertrauen in die Sicherheit zeigt sich auch in anderen Aspekten: Wir Schweizer fürchten uns im Allgemeinen nicht, im Dunkeln auf die Strasse zu gehen. 85 Prozent der Befragten gaben an, sich auch nach Einbruch der Dunkelheit auf der Strasse sicher zu fühlen.

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t rivia

...dass in der Schweiz die Diebstähle zurückgehen? 213‘173 Diebstähle wurden 2011 in der Schweiz verübt. Das entspricht im Durchschnitt einem Diebstahl alle 2.5 Minuten. Neuere Erhebungen zeigen, dass diese Zahl seither kontinuierlich abgenommen hat. 2014 wurden noch 186‘708 Diebstähle verübt, 2015 waren es nur 161‘660. Dennoch sollte man sich gut vor Diebstählen schützen, denn die Aufklärungsrate ist tief. Gerade einmal 18,2 Prozent der Diebstähle wurden 2015 aufgeklärt, bei den Taschendiebstählen waren es gar nur 3,6 Prozent. Text: Katharina Blansjaar

...dass die Schweiz eines der sichersten Länder der Erde ist? Gemäss der jährlich aktualisierten «Risk Map» gehört die Schweiz gemeinsam mit den skandinavischen Ländern zu den sichersten Orten auf unserem Planeten. Die Einschätzung berücksichtigt Aspekte wie Diebstahl, Überfälle, Sachbeschädigung, Betrug, Entführungen, Tötungsdelikte und Terroranschläge. Ganz unten auf der Liste finden sich Somalia, die Zentralafrikanische Republik, Afghanistan, Irak, Syrien, Jemen, Teile Pakistans, Libyens und der Ukraine sowie neu auch Burundi.

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Impressum Herausgeber & Redaktion Atlas Stiftung, www.atlas-stiftung.ch, 044 233 33 55 Konzept, Illustration & Gestaltung Dr. Helen-Deborah Maier Texte Atlas Stiftung, Tanja Bernold, Katharina Blansjaar Bilder Fotolia, Daniel Jositsch, Parlamentsdienste 3003 Bern, Peter Regli Auflage 2000; deutsch Bezug Seniorenresidenz Konradhof, www.residenz-konradhof.ch, 052 265 15 15 Seniorenresidenz Spirgarten, www.residenz-spirgarten.ch, 043 336 75 75 Seniorenresidenz Südpark, www.residenz-suedpark.ch, 061 366 55 55


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