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Februar 2014

— N° 05 Z V AS s e d in z a g a D as M

Sport & Wissenscha

ft

Sportlichkeit im Erbgut

REPOR TAGE

Abenteuer Kajak


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Editorial

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Das GO! ist im AppStore und auf asvz.ch/go erhältlich.

AUGEN-CLICK04

75 Jahre ASVZ

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Vom Studententurnen zum Hochschulsport

Inside

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Trainingsleiter Running

Reality Check

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Wettkampf mit Vorgesetzten

8 FRAGEN

Der Tradition verpflichtet – offen für Neues 13

an Sean Simpson, Coach der Schweizer Eishockey-Nati

SCOREBOARD 75 Jahre in Bewegung

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SPORT &  WISSEnSCHAFT Trainieren lohnt sich!  Der geborene Athlet 

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Let's Talk about 19 SPORT VERBINDET 21 ASVZ Community

Winter-Universiade 2013

Drei Zürcher Studierende machen den Spagat zwischen Studium und Spitzensport VERBALSPORT

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SPOTLIGHTS

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PRO & KONTRA

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Velo-Ergometer

Abenteuer Kajak

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Vom Anfänger auf dem Zürichsee bis zu ersten Wildwassererfahrungen im ASVZ-Lager

ASVZ Sport von  A bis Z

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Das Wichtigste  in Kürze

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IMPRESSUM

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Titelbild: Kondi in den späten 1940-er Jahren an der Rämistrasse 80

2014 feiert der ASVZ einen runden Geburtstag: Er wird 75! Ein stolzes Alter, und wir freuen uns, dass der ASVZ noch immer topfit ist. Seine Fitness hat sich der ASVZ in jahrelan­ gem Training erworben. Seit 75 Jahren arbeiten wir daran, allen unseren Besucher­ innen und Besuchern ein attraktives Angebot bereitzustellen. Auch für uns gilt die ­Devise «use it oder lose it», darum versuchen wir Jahr für Jahr, unser Angebot weiter zu verbessern. Dabei pflegen wir Bewährtes und versuchen gleichzeitig, neue Trends zu erkennen und manchmal auch selbst zu s­ etzen. Ganz beson­ ders freue ich mich über unser neustes Angebot «Functional Movement Training». Neugierig ­gemacht? Kennen lernen! Das Jubiläum werden wir auf vielfältige Art begehen und dabei Sport anders als vom ASVZ gewohnt erlebbar machen. Einen V ­ orgeschmack liefern die Seiten 6 bis 11. Vor allem aber wollen wir im Jubiläumsjahr mit vollem Einsatz das machen, was wir die letzten 75 Jahre gemacht haben: allen ­unseren Besucherinnen und Besuchern ein vielfältiges Sportprogramm von hoher ­Qualität und guter Verfügbarkeit anbieten. Von einem dieser Angebote handelt auch die Reportage in diesem Heft: Kajak im Grundkurs und im Lager in Slowenien. Der grösste Teil un­ serer Sporttreibenden ist zwar im individuellen Training und in den geleiteten Trainings aktiv, aber wer einmal einen Kurs oder ein Lager mit­ gemacht hat, der weiss, dass es dort neben dem rein sportlichen Erlebnis eine ganze Menge weiterer Erfahrungen zu machen gibt. Ich wünsche allen ASVZ-lerinnen und ASVZ-lern viele besondere Erlebnisse und ­Erfahrungen im Sport und durch den Sport – im Jubiläumsjahr und noch viele Jahre mehr! Lorenz Ursprung, Direktor ASVZ


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Augen-Click

Augen-C lic gesucht k ! M ehr Info

s: S. 27

«Point-of-view»: Raphael Lötscher, Turmspringen, Freibad Würenlos Forstwart und Trainer für Wettkampf Judo Foto: 4. August 2012, ca. 15.00 Uhr


Inside

Ursula Keinath-Janser (links) und Mona Stockhecke (rechts) bringen ihre Trainingsleiterkollegen gerne zum Lachen.

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Mehr als nur Trainingsleiter Sie sind Gleichgesinnte, Freunde und oft auch eine eingeschworene Truppe: ASVZ-Trainingsleiterteams wie im Running haben auch neben der Leitertätigkeit gemeinsam viel Spass. «Unser Running-Leiterteam ist wie eine gros­se Familie», sagt Trainingsleiterin Ursula Keinath-Janser. Eine Art «Familiengründung» sei bei einem aussergewöhnlichen Lauferlebnis geschehen, der Grischa-Tour, die sie zusammen mit ihrer Leiterkollegin Mona Stockhecke vor rund zwei Jahren organisiert hatte. Die beiden erinnern sich: «Dreissig Laufkilometer durchs Bündner Gebirge reichten uns Ausdauerfans nicht aus. Und so liefen wir flotten Schrittes weiter, bis wir mitten in der pittoresken Bergwelt zufälligerweise in eine bunt geschmückte Goa-Party gerieten.» Da sei die ASVZ-Runninggruppe wie eine verschwitzte Sportlerfamilie empfangen worden. Von diesem Erlebnis schwärmen die beiden Trainingsleiterinnen bei unserem Trainingsbesuch heute noch. Dass grundverschiedene Menschen mehr als nur Trainingsgenossen sein können, zeugt von einem speziellen Gruppengefühl. «Das verbindende Element ist bei uns die gemeinsame Leidenschaft fürs Laufen», glaubt Ursula Keinath-Janser. Bei der ASVZ-Trainingsleitergemeinschaft Running sei diese Gemeinsam-

keit vorhanden, obwohl charakterstarke Persönlichkeiten mit verschiedensten sportlichen und beruflichen Hintergründen zum Team zählen. Zurzeit stehen im ASVZ 27 RunningTrainingsleitende im Einsatz, die neben den elf wöchentlichen Lauftrainings auch Einsteigerkurse, Laufwochen, Erlebnisreisen, Marathonprojekte, Spezialanlässe wie den Vollmondlauf, den «Run-to-the-Thermalbad» oder als diesjähriges Highlight den Gottardo2014 – einen Mehretappenlauf von Zürich nach Bellinzona – leiten. Die meisten unter ihnen sind zufällig zum Team gestossen, etwa als Ersatz bei einem Leiterausfall, als ein begnadeter Wettkampfläufer für die Leitung der Leistungsgruppe gesucht wurde oder als ein Organisator für eine Laufwoche gefragt war. Motivation, Herzblut und Engagement sind bei den Running-Trainingsleitenden überdurchschnittlich hoch. «Ich schätze es als Trainingsleiterin, die Überleitung vom Leistungs- zum Breitensport zu schaffen und mein Know-how weiterzugeben», erklärt Mona Stockhecke, selbst eine starke Marathonläuferin, und Ursula Keinath-Janser ergänzt: «Wir

leben nicht nur nach dem Motto ‹Gring abe u seckle›, wir interessieren uns auch für andere Sportarten.» So ersetzte die quirlige Truppe beispielsweise auch schon mal ein Lauftraining durch eine Cross-Fit-Lektion. Laufen wird im ASVZ nicht nur als Training, sondern vor allem auch als Erlebnis inszeniert. Ans gemeinsame Weihnachtsessen oder an den Grillplausch lädt das Leiterteam heute auch die Trainingsteilnehmenden ein, sodass daraus mittlerweile beliebte Grossanlässe geworden sind. An oberster Stelle steht bei Leitern wie Teilnehmenden aber dennoch das Lauferlebnis, wie Stefan Schefer, selbst eine prägende Figur des aktuellen Leiterteams, sagt: «Wir loten auch einmal gemeinsam unsere Grenzen aus. Wenn auf einer mehrtägigen Tour die Beine schwer werden, lernt man einander auf eine besondere Art kennen und schätzen.» Bräuchte die initiative und diskussionsfreudige Trainingsleitergemeinschaft Running noch ein gemeinsames Motto, hätten wir einen Vorschlag: Laufen, Lachen und Leidenschaft. Weitere Infos: asvz.ch/running

Lisa Gubler, Alumna der Sprach- und Literaturwissenschaft, Universität Zürich


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(ASVZ) 75 Jahre ist es her, dass der Akademische Sportverband Zßrich aus der Taufe gehoben wurde. Viel ist in dieser Zeit passiert – immer gleich geblieben ist im ASVZ aber das oberste Ziel, den Studierenden den besten Sportzugang zu ermÜglichen.


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1977 wurde das Sport Center Polyterrasse eröffnet, und von Anfang an fluteten die Kondianhänger die Turnhalle. Daran hat sich bis heute nichts geändert.


Im Zweiten Weltkrieg wurden während der Anbauschlacht an der Rämistrasse 80 auf dem Sportplatz Kartoffeln angebaut. Seit 1964 hüllt während der Wintermonate eine Ballonhalle den Hartplatz ein.

D

as erste Trainingsprogramm des frisch gegründeten Akademischen Sportverbands Zürich las sich im Wintersemester 1939/40 im Vergleich zum heutigen Sportfahrplan mit rund 120 Sportangeboten doch ziemlich anders: Für die Studierenden, Hörer und Assistenten der ETH und der Universität Zürich wird mit Beginn am 31. Oktober 1939 folgendes Programm angeboten: Für Studen-

Sports Café Wann 12. Juni bis 13. Juli 2014

msJubiläu ts even

Wo BQM, Kultur Café & Bar unter der Polyterrasse Was Während dem Sportgrossereignis des Jahres, der Fussball-

Weltmeisterschaft in Brasilien, verwandelt sich das BQM in ein lebhaftes Sports Café. Auf grossformatigen Screens zeigen wir insbesondere die WM-Spiele, aber auch sonst wird Sport das Ambiente und Angebot im BQM vier Wochen lang prägen. Für die Begegnungen der Schweizer ­Nationalmannschaft haben wir uns zudem ein spezielles Rahmenprogramm ausgedacht.

Schwinget@Polyterrasse Wann Mittwoch, 24. September, bis Freitag, 26. September 2014 (Mi/Do: 16.00–19.00 Uhr, Fr: 15.00–20.00 Uhr)

ten dienstags und donnerstags je ein eineinhalbstündiges Konditionstraining (allgemeine Körperschule) und freitags zwei Stunden Spiel, jeweils in der Turnhalle Sihlhölzli unter der Leitung von Karl Schmid und Werner Teucher. Für Studentinnen freitags eine Stunde allgemeine Körperschule und Spiele in der Turnhalle Hohe Promenade unter der Leitung von Lili Fenner. Für die getrennt turnenden Männer und Frauen gilt die gleiche, einmalige Einschreibegebühr pro Semester von Fr. 1.– sowie die Beachtung der Kleidungsvorschrift des ASVZ: «Kurze Sporthosen mit Leibchen, Gummi-Turnschuhe.»

Vier Direktoren - kontinuierliche Arbeit Das sogenannte «Studententurnen» der Anfangsjahre hat der ASVZ in den vergangenen 75 Jahren kontinuierlich zum angesehenen Hochschulsport ausgebaut, der heute nicht nur im nationalen, sondern auch im internationalen Vergleich zu den Besten zählen darf. Der Weg bis dahin war für die drei bisherigen ASVZ-Direktoren Tscharli Schneiter, Urs Freudiger sowie Kaspar Egger und den heutigen Amtsinhaber Lorenz Ursprung (siehe Interview) nicht immer nur einfach, wie ein Blick in die Verbandschronik zeigt. Bereits die Startstunden, nämlich der Zusammenschluss der Akademischen Sportkommission mit der Sportplatz-Kommission im Jahr 1939 zum neuen ASVZ mit dem Ziel, die Errichtung eines hochschuleigenen Sportplatzes auf der Allmend Fluntern zu erwirken, erwiesen sich als Geduldsprobe. Denn bis zur Eröffnung der Hochschulsportanlage (HSA) Fluntern im Jahr 1974 dauerte es schlussendlich sagenhafte 35 Jahre. Bereits drei Jahre später folgte die Einweihung der HSA Polyterrasse und 1979 turnten die ersten ASVZ-Sportler in der HSA Hönggerberg. Bis zur Eröffnung der HSA Irchel dauerte es dann nochmals bis 1984.

Menschen und Sport im Zentrum Wo Sport Center Polyterrasse Was Schwingen gehört zur Schweiz wie das Fondue – es hat Tradition. Im ­Jubiläumsjahr erhält es deswegen Eintritt in den ASVZ. Drei Tage lang führen wir auf der Polyterrasse urchige Swissness mit internationalem akademischem Geist zusammen. Gemeinsam mit dem Zürcher KantonalSchwingerverband bieten wir Sessions an, in denen probeweise selber ins Sägemehl gestiegen werden kann. Die Mutigsten werden aufgefordert, sich für das Studi-Schwinget zu melden. Und am Freitagabend demonstrieren vier «Böse», wie man die besten dieses Fachs nennt, ihren Traditionssport.

«Dass der ASVZ heute so gut dasteht, ist das Verdienst all jener, die sich in den vergangenen Jahren dafür eingesetzt haben», blickt ASVZ-Direktor Lorenz Ursprung mit Stolz auf die vergangenen 75 Jahre und die Arbeit seiner Vorgänger zurück. Die ASVZ-Geschichte sei deshalb stets auch eine Geschichte von und für Menschen, wie er betont: «Im ASVZ wird es immer in erster Linie um Menschen und Sport gehen. Das mag manchmal etwas langweilig klingen, aber wie die Beispiele des Konditionstrainings und mancher anderer Disziplinen zeigen, haben unsere Sportlerinnen und Sportler an diesen bereits traditionellen Angeboten immer noch viel Freude.» Tat-


9 sächlich stehen viele seit Jahrzehnten im ASVZ-Programm figurierenden Sportangebote heute noch ganz weit oben in der Beliebtheitsskala. Aber auch jüngere Disziplinen wie Yoga, Muscle Pump, Pilates und Cycling Classes haben sich sehr erfolgreich auf den vordersten Rängen der beliebtesten Sport­ arten etabliert. Den unangefochtenen Spitzenreiter Kondi besuchen über ein Viertel aller Sportlerinnen und Sportler, die wöchentlich in den Sport Centern in geleiteten Lektionen trainieren. Dabei stünden ihnen täglich bis zu 100 Trainings zur Auswahl. Das gemeinsame Schwitzen und Schnaufen unter der Anleitung von motivierenden Konditrainerinnen und -trainern vermag die Massen seit den Anfängen des ASVZ zu begeistern – und ein Ende ist nicht abzusehen. Die Konditrainer bilden dabei nur einen Teil der heute über 1000 nebenamtlichen Trainingsleiterinnen und -leiter, die unter der Führung von vier Hochschulsportlehrerinnen und neun Hochschulsportlehrern (vor 50 Jahren waren es noch 32 Trainingsleiterinnen/-leiter und drei Hochschulsportlehrer) sowie unterstützt von gut dreissig Angestellten im administrativen Bereich für einen möglichst reibungslosen Trainingsbetrieb im ASVZ sorgen. Dass einige von ihnen schon über zwanzig oder gar schon dreissig Jahre im unermüdlichen Einsatz stehen, zeigt eindrücklich auf: Sport erhält tatsächlich jung!

Die Volleynight gehört im ASVZProgramm zu den Klassikern. Ob 1982 (oben) oder 2013 (unten) – die Begeisterung ist früher wie heute gross.

Klassiker: SOLA und Ruderregatta UNI-POLY Die SOLA-Stafette ist ein weiteres Beispiel dafür, welche Anziehungs- und Ausstrahlungskraft der ASVZ heute weit über die Kantonsgrenze hinaus hat. Zu dem alljährlichen Grossanlass strömen jeweils an einem Samstag im Mai mehr als 12 000 Läuferinnen und Läufer zusammen und treten in rund 900 Teams zum Staffellauf rund um Zürich an. Bereits die erste Austragung vom 11. Mai 1974 fand im damaligen Jahresbericht als «grosser Erfolg» Erwähnung. Es waren 21 Mannschaften an den Start gegangen. Der ständige Zuwachs führte 2013 dazu, dass die Teilnehmerzahl erstmals begrenzt werden musste. Bereits knapp dreissig Jahre vor der ersten SOLA-Stafette wurde 1945 ein anderer Traditionsanlass ins Leben gerufen: Die Ruderregatta UNI-POLY, ein Duell zwischen den Spitzenruderern der ETH Zürich und der Universität Zürich, veranstaltet vom ASVZ. Weltweit ist der Rudersport im akademischen Umfeld fest verwurzelt. Im ASVZ spiegelt sich diese Tatsache auch darin, dass von seinen insgesamt zwanzig Mitgliedervereinen deren vier Ruderclubs sind.

Neue «ASVZ-Freunde» Im laufenden Jubiläumsjahr wird bestimmt jeder, der mit dem ASVZ verbunden ist, die eine oder andere Gelegenheit erhalten, seine Erfahrungen und Erinnerungen mit anderen auszutauschen. Denn bereits laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, um das Jubiläum in kleineren und grösseren Anlässen gebührend zu feiern. Schon gestartet ist die Gründung einer ASVZ-eigenen Alumniorganisation unter dem Namen «ASVZFreunde». Ihre Mitglieder erhalten das Jahr über Informationen zum ASVZ und können sich über dessen Online-Community miteinander austauschen, egal wo auf dieser Welt sie sich gerade aufhalten, wie Direktor Lorenz Ursprung erklärt: «Damit besteht die Chance, dass man beispielsweise auch bei

«Zeitzeugin» Erika Giger wurde 1939 geboren – im selben Jahr also, in dem der ASVZ g ­ egründet wurde. Sie war in den 60erund 70er-Jahren wissenschaftliche ­A ssistentin der Biochemischen Institute von Universität und ETH ­Zürich. Die ASVZ-Card besitzt sie zwar erst seit 2011. Über ihren Mann, der an der ETH ­Zürich Chemie studiert und 1971 dissertiert hat, und über ihren Sohn, der Mountainbike als Sportart im ASVZ eingeführt hat und nach wie vor Touren leitet, ist sie aber schon lange mit dem ASVZ ­verbunden. Ihre aktuelle ­Lieblingsdisziplin ist das Krafttraining, das sie einmal wöchentlich im Sport Center Hönggerberg betreibt.


Wo heute im Restaurant uniTurm an weiss gedeckten Tischen Speisen über die Messer­klingen springen, wurden bis Mitte der Neunziger im Fechtsaal noch Florett, Degen und Säbel geschwungen.

«Sport & ...» Die etwas andere Vortragsreihe,

msJubiläu ts even

anregend und bewegend Wann Jeweils an drei Dienstagabenden im Frühjahrs-

und Herbstsemester, immer von 18.00–19.30 Uhr (Türöffnung 17.30 Uhr) Wo Dozentenfoyer, ETH Zürich Was Der ASVZ lässt Exponenten aus Literatur, Wirtschaft, Politik, ­Technik

und anderen spannenden Wissenschaftsbereichen aufs Podium steigen. Die hochkarätigen Referentinnen und Referenten spannen in ­ihren Vorträgen auf unterhaltsame Weise den Bogen zum Sport und ­bieten nicht alltägliche Einblicke in ihre Wirkungsfelder. Die Vorträge sind öffentlich und der Eintritt ist frei. Im Anschluss laden wir zu einem kleinen Apéro.

Das Duell der Hochschulen Wann Sonntag, 4. Mai, bis Samstag, 10. Mai 2014 (während der offiziellen Öffungszeiten) Wo Sport Center Polyterrasse, Hönggerberg, Irchel

und Fluntern sowie CAB, Rämi 80 und PH Zürich Was Wer ist sportlicher: die ETH Zürich oder die Universität Zürich? Die beiden Zürcher Hochschulen haben eine Wette abgeschlossen und treten zum Duell an. Während einer Woche sammeln Studierende und Mitarbeitende im ASVZ «Bewegungszeit». Wir zählen zwar nicht die ­einzelnen Schweisstropfen, aber jede Besucherin und jeden Besucher. ­Dabei gibt es attraktive Preise zu ­gewinnen: Täglich wird nach dem ­Zufallsprinzip ein Tagespreis verlost. Mitmachen lohnt sich also doppelt!

einem längeren Auslandaufenthalt den Kontakt zum ASVZ nicht verliert und nach der Rückkehr wieder aktiv bei uns einsteigen kann.»

Jubiläums-Festivitäten Im Frühjahrs- und Herbstsemester lässt der ASVZ im Dozentenfoyer der ETH Zürich Exponenten aus Literatur, Wirtschaft, Politik und Technik zum Thema Sport zu Wort kommen. Im Mai machen die ETH Zürich und die Universität Zürich im vom ASVZ organisierten Hochschulduell die sportliche Vormachtstellung unter sich aus. Während der Fussballweltmeisterschaft in Brasilien von Mitte Juni bis Mitte Juli verwandelt der ASVZ das Kulturcafé BQM an der Polyterrasse zur veritablen Sportbar mit Live-Viewing. Eines der letzten Highlights im Jubiläumsjahr setzt im September, nach guter Schweizer Tradition, das Schwinget@Polyterrasse (mehr Infos in den Boxen auf diesen Seiten). Dass sich der ASVZ auch in den kommenden Jahren fortschrittlich entwickeln wird, lässt der Tatendrang, mit dem die ASVZVerantwortlichen unter der Leitung von Lorenz Ursprung derzeit ans Werk gehen, kaum bezweifeln. Bereits sind weitere Neubauten in Winterthur in Planung. Auch in Wädenswil soll per Herbstsemester 2014 ein Kraft-/Cardioraum aufgehen. Und auch die Angebotspalette wird laufend nach dem Motto «Innovation trifft Tradition» angepasst. Damit der ASVZ auch in den nächsten 75 Jahren die meistbesuchte Sporteinrichtung im Kanton Zürich bleibt. Die besten Voraussetzungen dazu wurden seit 1939 geschaffen. Mehr Infos zum Jubiläum: asvz.ch/75jahre Nike Panitsas, Kommunikation ASVZ, Leiterin GO!-Redaktionsteam Simone Eder, Kommunikation ASVZ, Stellvertretende Leiterin GO!Redaktionsteam Fotos: Adrian Villiger, www.adrianvilligerfotografie.com Historische Bilder aus dem ASVZ-Archiv


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Der heutige Kraftraum «Fit» im Sport Center Poly­terrasse diente 1978 dem Ausdauertraining – für überwie­gend männ­liche Sportler.

Die einzelnen Elemente des Kletterfelsens auf dem Gelände des Sport Centers Fluntern sind noch dieselben, seine ­Gestalt hat sich über die Jahre (oben 2013, unten 1992) verändert.

«Hochschulsport ist immer zwanzig»

Lorenz Ursprung, 48, ist seit Juli 2012 ASVZ-Direktor, hat 20 Jahre aktiv Volleyball gespielt und ist heute oft und gerne polysportiv unterwegs.

Lorenz Ursprung, was bedeutet dir das 75-Jahre-Jubiläum des ASVZ?

Welchen Stellenwert geniesst der Hochschulsport heute?

Ich bin dankbar dafür. Denn dass der ASVZ heute so stark dasteht, ist das Verdienst all jener, die sich in all diesen Jahren für ihn eingesetzt haben. Wir spüren heute eine sehr gros­ se Unterstützung durch die Zürcher Hochschulen, für die wir den Sport organisieren dürfen. Dieser Rückhalt ist aber nicht von heute auf morgen entstanden, sondern kontinuierlich über 75 Jahre gewachsen. In diesem Sinne ist es mir auch wichtig, dass wir das Jubiläum dazu nutzen, uns drei wichtige Fragen zu stellen: Woher kommen wir? Wo stehen wir heute? Und wohin wollen wir zukünftig gehen?

Ganz zu Anfang stand der Wettkampfsport im Zentrum, später richtete sich der Fokus auf den Ausgleich zum kopflastigen Studium. Danach kam eine Phase der Gesundheitsförderung und heute kommt dem Hochschulsport wieder eine neue Bedeutung zu: Er soll in Zeiten der Individualgesellschaft vermehrt zum sozialen Austausch beitragen und persönliche Begegnungen ermöglichen, sei das in den Lektionen, in der Garderobe oder bei anderen ASVZ-Aktivitäten. Daneben ist eine Rückkehr zum Leistungsgedanken zu beobachten.

Wie lautet deine persönliche Zukunftsvision für den ASVZ?

Weil er etwas Eindrückliches über den ASVZ aussagt: Die Studierenden, die neu an die Hochschulen und somit zu uns kommen, sind im Durchschnitt zwanzig Jahre alt. Unsere Kunden wechseln ständig und sie sind immer jung. Entsprechend muss unser Angebot zeitgemäss sein. Das heisst nicht, das wir nicht auch denjenigen etwas bieten wollen, die ­länger bei uns bleiben – ganz im Sinne des Austauschs und des lebenslangen Sport­ treibens.

Jeder, der in Zürich sein Studium abschliesst und ins Arbeitsleben übertritt, hat dank den vielfältigen Erfahrungen im ASVZ die Sportarten kennen gelernt, die ihm entsprechen und Spass machen, und damit die Basis für seine sportliche Zukunft gefestigt. Weiter räumt er dem Sport im Leben den Platz ein, der ihm gebührt. Diese Vision ist aber nicht neu und wir müssen uns deswegen auch nicht neu erfinden: Der ASVZ bietet weiterhin Sport in einem modernen Umfeld und mit hoher

Qualität an.

Warum gefällt dir der Satz «Hochschulsport ist immer zwanzig»?


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Reality Check

Gewinnen lassen oder abservieren? Wie soll mit Vorgesetzten im Sport umgegangen werden? Ganz klar: Besiegen, sofern man denn kann! Wer hat im Beruf das Sagen? Natürlich die Vorgesetzten. Ihr Amt verleiht ihnen das Recht aufs letzte Wort, respektive auf die Entscheidung. Verständlich, dass angesichts dieser Machtverteilung im vor allem sportlich ambitionierten Nachwuchs schon mal die Lust aufkeimen kann, den Konkurrenzkampf auf ein anderes Terrain zu verlagern. Die Fantasie malt sich dann in bunten Farben aus, wie man es ihm oder ihr auf Gras, Hallenboden oder im Wasser so richtig zeigt. Bloss – empfiehlt sich das? Ist es der Karriere dienlich, Chefs im Trikot alt aussehen zu lassen? Urs Riedener, Ausdauersportler und CEO von Emmi Schweiz, meint, Sportler sollten immer die bestmögliche Leistung zeigen: «Ein richtiger Sportler spielt fair, gewinnt fair – wenn er denn kann –, und er verliert fair.» Er selbst habe das immer so gehalten und sei damit gut gefahren. Der Marathonsieg, den er seinem VR-Präsidenten 2010 im Fotofinish abgerungen hat, scheint ihm karrieremässig jedenfalls nicht geschadet zu haben. «Im Wettkampf darf man ruhig Härte und Durchsetzungskraft zeigen», pflichtet ihm Flavio CalligarisMaibach bei, ebenfalls Marathonläufer und Marketingdirektor der St. Galler Swisshaus AG, «unabhängig davon, wie kompetitiv der Vorgesetzte ist.» Auch Läufer Urs Ackermann, Pressesprecher der Zürcher Kantonalbank, hält es für verfehlt, sein sportliches Licht unter den Scheffel zu stellen. Schliesslich sei das Mitmachen wichtig und Sport solle ja primär Spiel, Spass und Erholung bieten: «Entscheidend ist nicht, wer den Sieg davonträgt, sondern in welchem Geist das sportliche Tun abläuft.» Bloss: Welcher Geist ist der richtige? Gerade unter Berufskollegen ist dieser ja mitunter sehr sportlich, will heissen: ausgeprägt wettbewerbsorientiert. So mischt sich hin und wieder ungesunder Ehrgeiz ins an sich gesunde sportliche Treiben. Deshalb empfiehlt es sich

für karrierebewusste Nachwuchskräfte, Anlass, Rahmenbedingungen und Atmosphäre eines Wettkampfs genau abzuwägen, bevor man hemmungslos zu siegen beginnt. Calligaris-Maibach rät zu Fingerspitzengefühl in Bezug auf Situation und involvierte Persönlichkeiten: «Übertriebenen Ehrgeiz zu zeigen und den Chef beim lockeren Jogging während eines FirmenEvents abzuhängen, ist wohl nicht förderlich für die Karriere.» Die Gefahr besteht, dass der vor versammelter Mitarbeiterschaft deklassierte Chef seine Blamage nicht so schnell vergisst und irgendwann zur Revanche bläst – im betrieblichen, nicht im sportlichen Umfeld. Aufs Bauchgefühl setzt auch Ackermann und lässt seinen Vorgesetzten spontan hin und wieder kurz vor der Ziellinie den Vortritt: «Wenn die Höflichkeit nicht aufgesetzt wirkt und der Schalk zuvorderst sitzt, spricht nichts gegen diese kleine, noble Geste.» Weil es im Alltag allerdings ohnehin stets nach dem gleichen Prinzip abläuft – Chefs vorne und danach lange, lange niemand – wird der Firmensporttag oft zum Ventil. Egal, ob Skitag oder Firmenolympiade, die Belegschaft beschliesst geschlossen, «die da oben» auf keinen Fall gewinnen zu lassen. Oder es ihnen zumindest richtig schwer zu machen. Weil aber Vorgesetzte eben auch Gewinnertypen sein wollen, arten betriebliche Sportanlässe des Öfteren zu höchst ungesunden Veranstaltungen aus. Da wird von Kaderpersonen berichtet, die am Benefizanlass nach 64 Laufrunden fast gewaltsam von der Tartanbahn geschleift werden mussten. Oder von Gelenkbrüchen an Fitness-Workshops sowie Herzattacken am Wellness-Wandertag. Kaum verwunderlich, dass Ackermann es als sportlicher Sparringpartner als vornehmste Pflicht betrachtet, seine Vorgesetzten vor dem Siegen um jeden Preis zu schützen, wie er sagt: «Allerdings mit wenig Erfolg.» Von Katrin Piazza, freie Mitarbeiterin NZZ Campus


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8 FRAGEN

SEAN SIMPSON, 53 Jahre, Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft. Wohnort: Kanton Zug Maximalanzahl Liegestütze, die man/frau schafft: viele! (schmunzelt) Persönliche 100-m-Sprint-Bestzeit: 11,2 Sekunden, aber das ist schon eine ganze Weile her.

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 o haben Sie zuletzt W das Rennen gemacht?

Ich denke, die Weltmeisterschaft 2013 der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft in Schweden und Finnland war eine ganz tolle Sache. Unsere Finalteilnahme mit dem Endspiel gegen Schweden war nicht nur für mich und meine Mannschaft, sondern auch für das ganze Schweizer Volk ein riesiger Erfolg. Unser zweiter Schlussrang hat schliesslich das ganze Land zusammengebracht.

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 elche Sportart üben Sie W nebst Eishockey aus und warum gerade diese?

Beruflich bin ich Eishockeyspieler, aber als Ausgleich spiele ich gerne Golf, da es so völlig anders ist als mein Beruf. Eishockey ist eine Mannschaftssportart, die man im Winter spielt. Golf hingegen ist eine lustige Einzelsportart für den Sommer und ist zudem viel ruhiger als Hockey. Ich brauche diese Abwechslung.

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Was für ein «Sport-Typ» sind Sie?

Für mich zählt im Sport ganz allgemein, dass ich in irgendeiner Form involviert bin, egal in welcher Funktion. Das heisst, ich schaue gerne zu, bin ein leidenschaftlicher aktiver Sportler und liebe zudem meinen Job als Trainer.

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 uf welche persönliche Leistung A sind Sie besonders stolz?

Ich habe in meiner jahrelangen Karriere im Sport schon viele Meistertitel geholt. Besonders stolz bin ich aber heute darauf, dass ich innert zwanzig Jahren nur vier Arbeitgeber hatte. Dies ist sehr ungewöhnlich in meinem Beruf, denn Trainer wechseln meistens rasch die Stelle. Einerseits hatte ich bei dieser Konstanz natürlich Glück, andererseits zeigen meine wenigen Wechsel aber auch, dass ich meinem Team gegenüber sehr loyal bin. Darauf bin ich stolz.

Eishockey WM 2013: Schweden–Schweiz; Trainer Sean Simpson (SUI) bei einer Unterbrechung.

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 aben Sie schon H einmal gefoult?

Sicher habe ich auch schon gefoult, aber ich war immer ein sehr ehrlicher Spieler und bekam im Vergleich zu anderen Eishockeykollegen in meiner aktiven Zeit wenige Strafminuten. Heute bin ich, glaube ich sagen zu dürfen, auch ein fairer Trainer. Ich bin meinen Spielern gegenüber offen und ehrlich und sage, was ich meine, auch wenn es im Moment unangenehm erscheint und vielleicht auch nicht schön ist. Kommunikation ist eine grosse Stärke von mir.

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 em möchten Sie eine W gelbe oder rote Karte geben – und warum und wofür?

Da ich bei den Menschen gerne die positiven Seiten sehe, verteile ich nur sehr ungerne Strafen. Momentan fällt mir daher gerade niemand ein, dem ich eine gelbe oder rote Karte geben möchte.

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 as haben Sie vom Sport fürs W Leben gelernt, das Sie gerne weitergeben möchten?

Der Sport ist eine sehr gute, wenn nicht die beste Lebensschule. Wie im Leben gibt es auch im Sport gute und schlechte Zeiten. Im Sport lernt man, mit Siegen und Niederlagen umzugehen, was ja auch im Leben sehr wichtig ist. Diese Erkenntnis, so einfach sie klingen mag, gebe ich gerne weiter.

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 elche Ziele möchten W Sie noch erreichen?

Für mich und meine Familie wünsche ich mir, dass wir glücklich und gesund bleiben. Meinen Beruf möchte ich weiterhin mit Freude ausüben und neue Erfolge erreichen. Im Sport arbeitet man ja immer für den Erfolg und die Leistung. Obwohl ich schon viel erreicht habe, suche ich daher immer nach neuen Herausforderungen. Man muss immer nach vorne schauen und dabei hundertprozentigen Einsatz zeigen.  Kathiana Meyer, Alumna der deutschen Sprachund Literaturwissenschaft, Universität Zürich


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ASVZ Leben

WinterUniversiade 2013 Vom 11. bis 21. Dezember bot die WinterUniversiade im norditalienischen Trentino mit insgesamt 66 Wettbewerben das sportliche Highlight des Winters 2013 – mit guter Schweizer Beteiligung.

Matteo Rezzonico

Cross-Country Skiing

Der 21-Jä hrige Tessiner fuhr früh er bereits ein Jahr lang in der Profiliga. Die Teiln ahme an der Universiade sah er als grosse Ehre. Seine Begeister ung wurde allerdings durch den Druck des Informatikstudiums an der ETH etwas gedä mpft. Insbesondere im ersten Jahr seien die Kurse sehr anspruchsvoll, meinte ­Matteo. Entsprechend schwierig sei es auch, weder Training noch Studium zu vern achlässigen. Die Priorität liegt für ihn ­zurzeit aber ganz klar bei Letztere m. Deswegen hat er sein ­urspr üngliches Ziel einer Profi karr iere auch bis auf Weiteres aufgegeben. Seine Leidenschaft für Cross-Countr y Skiing ist aber nach wie vor gross. Leider reichte es Matteo in Trentino nicht für eine Plat zier ung in den Top Ten. Nun muss er zugunsten des Studiums spor tlich erst einm al einen Gang herunterscha lten und einige Rennen ausl assen, doch sein nächstes grosses Ziel hat er bereits klar vor Augen: die Schweizermeister scha ften Ende März in Leysin.

Mit acht Medaillen und zehn Top-Ten-Platzierungen übertrafen die 59 Athletinnen und Athleten der Schweizer Delegation in Trentino an der alle zwei Jahre stattfindenden WinterUniversiade die Zielsetzung des Schweizer Hochschulsport-Verbandes (SHSV) von drei Medaillen und fünf Diplomen. Sie traten in den Sportarten Curling, Eiskunstlauf, Nordische Kombination, Ski Alpin, Freestyle Skiing, Ski Nordisch, Skispringen und Snowboarden an und massen sich bei bestem Wintersportwetter mit über 2500 Studierenden aus mehr als 50 verschiedenen Nationen. SHSV-Geschäftsführer Leonz Eder (siehe Interview) freute sich über die Leistung: «Die Universiade als zweitgrösster Winter-Multisportevent der Welt ist ein wichtiger Schritt in der Sportkarriere von Nachwuchstalenten.» Das bestätigt auch der Medaillenspiegel: Russland ging aus Trentino als klarer Abräumer mit unglaublichen 50 Medaillen heim. Eine Ansage für die nahenden Olympischen Winterspiele. Christina Graf, Studentin der Publizistikwissenschaften, Universität Zürich

«Universitätssport deckt ein grosses Bedürfnis ab.» Leonz Eder


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Silvan Jäger

Freestyle Skiing

Die Begeisterung für Sport wird bei Silvan Jäger, derzeit im Mas terstudium für angewandte Psychologie an der ZHAW, auch im Berufsziel Spor tpsychologe deutlich . Seine Vorfreude auf die Universiade war enorm und er sah darin eine grosse Chance, sein Können zu beweisen und bisherig e Leistungen gar zu übertreffen. Die Leidensc haft für Freestyle Skiing konnte der 25-Jährige bisher relativ gut mit dem Fachhochschulstudium vere inbaren – auch wenn die akademischen Leis tungen manchmal Abstriche erlit ten ­hätten, wie er selbst zugibt. Mit der Platzierung in Trentino auf Rang acht und somit unter den Top Ten ist Silvan sehr zufrieden und hat sein persönliches Ziel klar erreicht . Künftig möchte er vor allem sein e sportlichen Kenntnisse weitervermitteln und die Freude am Freestyle Skiing mit anderen teilen. Zudem plant Silv an, weiterhin an Wettkämpfen und vielleicht sogar nochmals an eine r Universiade teilzunehmen.

dungs- und Begegnungsmöglichkeiten von unschätzbarem Wert statt. Diese Kombination von Sport, Kultur und Bildung ist wohl die entscheidende Stärke des Hochschulsports generell und der Universiade im Besonderen.

Woher kommt Ihr Engagement für den Hochschulsport?

Leonz Eder, Geschäftsführer des Schweizer Hochschulsport-­ Verbandes (SHSV) und Vizepräsident der International University Sports Federation (FISU), steht GO! Rede und Antwort. Leonz Eder, was macht die Anziehungskraft der Universiaden aus? Die Universiade als zweitgrösster MultisportEvent der Welt bietet leistungssportorientierten Studierenden wertvolle Erfahrungen und ist ein wichtiger Schritt in der Sportkarriere von Nachwuchstalenten. Dank kulturellen Rahmenprogrammen finden zudem auch Bil-

Der Sport nahm in meinem Leben schon immer eine zentrale Stelle ein, und die Tätigkeit im Hochschulsport-Verband empfand ich als Hochschulsportlehrer stets als Bereicherung meines Berufsalltags. Meine Liebe zum Sport entwickelte sich schon früh, angefangen beim Kunstturnen, über Handball und Volleyball bis hin zu Ausgleichssportarten im Freien, die mich heute primär begeistern.

Warum halten Sie die Förderung des Hochschulsports für wünschenswert? Hochschulsport offeriert Interessierten ungeahnte Möglichkeiten und öffnet auch bislang wenig Begeisterten die Türe zum Sport. Nebst dem Ausgleich zum sitzlastigen Studium können durch Spiel und Sport neue Kontakte geknüpft und gemeinsame Momente erlebt werden. Die allseits hohen Teilnehmerzahlen belegen, dass Hochschulsport ein grosses Bedürfnis abdeckt.

Nora Baumann

Curling

Die Publizistik-Studentin an ­ der Uni Zürich und begeister te Curling-Spielerin freute sich ungemein auf die Teiln ahme an der U ­ niversiade. Vor allem, weil sie wegen einer Prüfung bein ahe hätte absagen müssen. Es sei eben manchm al schon anstrengend, Spor t und Studium unter einen Hut zu bringen, meint die ­21-Jährige. Ihr Rezept: Sie versucht , die trainingsintensive Winters aison auszugleichen, indem sie im Sommer umso mehr Fächer bele gt. In Trentino gewannen Nora und ihr Team die ausgezeichnete Bron zemedaille. Das nächste Ziel der ambitionierten Spor tlerin sind gleich zwei Goldmedaillen, näm lich sowohl an den Mixedwie auch den Damen-Schweize rmeisterschaften.


75 JAHRE

IN BEWEGUNG

Das Interesse am ASVZ ist auch 75 Jahre nach seiner Gründung ungebrochen hoch. Und obschon die Besuchszahlen wie auch die Anzahl angestellter Trainingsleiter und angebotener Sportarten seit 1939 massiv zugenommen haben, mussten die Semesterbeiträge bis heute um lediglich CHF 24.– erhöht werden.

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Infografik: Partner & Partner

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Sport & Wissenschaft

Trainieren lohnt sich! Jost Hegner, Verfasser des neuen ASVZ-Flyers «Training», was bringt dessen Lektüre? Bei Kraft- und Ausdauertraining lohnt es sich, die biologischen Aspekte von Belastung und Erholung zu berücksichtigen und die Trainingsprinzipien zu befolgen. Der Flyer zeigt auf, wie die Erkenntnisse aus Biologie, Medizin und Trainingswissenschaft in der Praxis umgesetzt werden.

Wer soll sich vom Flyer angesprochen fühlen? Der Flyer richtet sich an alle, die daran interessiert sind, ihre Belastungstoleranz und ihre Leistungsfähigkeit zu verbessern oder zu erhalten.

Weshalb soll ich den Anweisungen folgen, anstatt Sport so zu treiben, wie es mir gefällt? Sport soll in erster Linie Freude machen und das natürliche Bedürfnis nach Bewegung befriedigen. Wenn wir jedoch gewisse Ziele er-

reichen und möglichst viel aus dem Training herausholen wollen, lohnt es sich, die Trainingsprinzipien zu befolgen.

Macht das Training denn noch Spass, wenn man all die Prinzipien verinnerlichen muss? Sport und auch der Alltag machen mehr Spass, wenn wir leistungsfähiger und belastbarer sind, und das hängt eben schon davon ab, wie wir trainieren und ob wir die Trainingsprinzipien befolgen.

Welche Fehler werden bei der ­Trainingsplanung am häufigsten ­begangen? Wer Sport als Freizeitaktivität treibt, bezieht seine Motivation oft aus den Fortschritten, die er macht, indem er regelmässig und kontinuierlich trainiert. Dabei müssen die individuellen Voraussetzungen akzeptiert und berücksichtigt werden. Die häufigsten Fehler sind Unter- und Überforderung, mangelnde Kontinuität und Regelmäßigkeit, Verbissenheit und Monotonie und vor allem auch Missachtung der Bedürfnisse nach Erholung und Regeneration.

Wie weiss ich, ob ich nicht zu schwach oder zu stark trainiere? Im Leistungs- und Hochleistungssport gleicht das Training einer Gratwanderung: Wird zu wenig und/oder zu wenig intensiv trainiert, stagniert die Entwicklung der Leistungsfähigkeit; wird zu viel oder zu hart trainiert, bleiben die Fortschritte ebenfalls auf der Strecke. Ein Übertraining ist in der Regel nicht die Folge von zu hartem Training, sondern von mangelnder Regeneration. Wenn wir uns eine halbe Stunde nach dem Training müde, aber nicht ausgelaugt fühlen und wenn wir am nächsten Tag bereit sind für neue Trainingsreize, sind wir auf dem richtigen Weg.

Wie häufig sollte man deiner Meinung nach trainieren? Die Trainingshäufigkeit hängt von den Ambitionen und den Zielen ab. Wer Sport treibt, um gesund und fit zu werden oder zu bleiben, trai-

Der Flyer «Training» kann kostenlos an allen Auskunftsstellen des ASVZ bezogen werden.

Jost Hegner, dipl. Naturwissenschaftler und eidg. dipl. Turn- und Sportlehrer II, Autor des Buches «Training fundiert erklärt», �. Auflage, Ingold Verlag, ����

niert drei bis fünf Mal pro Woche. Wer wenig Zeit hat, sollte zwei bis drei Mal pro Woche ein Fitnesstraining absolvieren, und wer meint, gar keine Zeit zu haben, soll sich wenigstens im Alltag so viel wie möglich bewegen: zu Fuss gehen oder mit dem Velo zur Arbeit fahren, den Lift und die Rolltreppe meiden und jeden Tag ein paarmal richtig zum Atmen kommen. Denn Bewegungsmangel ist gefährlicher als ein massvolles Übergewicht!

Wird der Regenerationsprozess nach dem Training mit Bier gefördert oder gehemmt? Der Flüssigkeitsverlust sollte nach dem Training so schnell wie möglich ersetzt werden. Der optimale Drink enthält – entsprechend den Angaben von Paolo Colombani im ASVZ-Flyer «Ernährung» – pro Liter Wasser etwa 1 g Salz, 50 g Maltodextrin und 30 g Haushaltzucker. Alkoholhaltiges Bier sollte nicht anstelle von besser geeigneten Getränken konsumiert werden.

Gibt es ein Universaltraining, das den gesamten Organismus anspricht? Die meisten Aktivitäten, die der ASVZ anbietet, sprechen den ganzen Organismus an und fördern sowohl die Leistungsfähigkeit wie auch die Belastungstoleranz. Im Vordergrund stehen Trainings, in denen die Kraft und die Ausdauer sowie die Beweglichkeit und die koordinativen Fähigkeiten ausgewogen beansprucht werden, zum Beispiel Konditionstraining, Bodyfit, Pilates und Muscle Pump.


Sport & Wissenschaft

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Der geborene Athlet Was macht einen Weltklasseathleten aus? Werden diese geboren, oder kann jeder mit tausenden von Trainingsstunden an die Welt­ spitze kommen? Die Gentechnologie versucht Antworten zu geben.

In gewissen Sportarten sind einzelne Länder auffallend erfolgreich: Kenianische Läufer dominieren den Marathon und Jamaikaner die Sprints. Der Einfluss der Gene wird in der ­Wissenschaft darum viel diskutiert. Einige Autoren sehen gar keinen Einfluss der Gene auf unsere Fähigkeiten. Nach Ericsson ist zum Beispiel die Fähigkeit eines Violinisten allein von der Anzahl seiner Übungsstunden abhängig. Viele Daten sprechen aber klar gegen diese Theorie. Erhebungen aus den USA zeigten: Sportler erreichten die Weltspitze mit ganz unterschiedlichem Aufwand. Bouchard bestätigte diesen Effekt in einer berühmten Studie: Trotz identischem Training steigerten einige Probanden ihre Ausdauer deutlich, während andere fast keine Anpassung zeigten. Zu dieser Streuung können einerseits äussere Faktoren (Ernährung, soziales Umfeld usw.) führen, andererseits aber auch innere, genetische Unterschiede. Ein Beispiel dafür: das biologische Geschlecht. Frauen haben im Mittel ein kleineres Herz und weniger Muskelmasse als Männer. Dies soll nicht wertend gemeint sein, sondern als konkretes Beispiel für den Einfluss der Gene auf unsere Physiologie und letztlich die Leistungsfähigkeit. Normalerweise ist der Einfluss eines einzelnen Gens aber enorm klein, da meist erst mehrere hundert oder tausend Gene zusammen eine einzelne körperliche Eigenschaft bestimmen. Die Forschung hat erst damit begonnen, diese komplizierten Interaktionen zu verstehen. Ein gut untersuchtes Beispiel ist das ACE-Gen, das in der Bevölkerung in zwei Formen vorkommt: Die eine scheint die Ausdauerfähigkeit positiv zu beeinflussen. Diese Genvariante war in

einer Gruppe von Extrem­bergsteigern übermässig stark vertreten, wie Montgomery bereits vor 15 Jahren publizierte. Probanden mit dem vorteilhaften Gen profitierten zudem stärker von einem Trainingsprogramm. Um solche Erkenntnisse in der Praxis nutzen zu können, ist es wichtig zu verstehen, wie sie zustande kommen. In Studien werden meist grosse Gruppen miteinander verglichen. Auch wenn sich diese im Mittel durch den Einfluss eines Gens leicht unterscheiden, ist die Streuung innerhalb einer Gruppe trotzdem viel grösser. Das untersuchte Gen erklärt also nur einen winzigen Teil der Unterschiede. Obwohl solche Resultate für die Wissenschaft wertvoll sind, ist der Nutzen in Form eines Gentests für einzelne Sportler zurzeit höchst fragwürdig. Trotzdem locken kommerzielle Anbieter Eltern heute mit Gentests für deren Kinder, um eine optimale Förderung zu ermöglichen. Anstatt viel Geld für eine solche Analyse auszugeben, kannst du dich ebenso auf folgende Faustregel stützen: Zähle, wie viele Mitfahrende du beispielsweise auf einer ASVZ-Rennradausfahrt abschütteln kannst und subtrahiere die Anzahl deiner Trainingsjahre. Glückwunsch, falls die Zahl positiv ist. Zusammenfassend lässt sich sagen: Bei einem Weltklasseathleten kommen eine Vielzahl von Faktoren zusammen. Ohne hartes Training wurde noch niemand Olympiasieger. Mit den richtigen Genen scheint das gleiche Training aber besser zu wirken. Es braucht beides. Thomas Maier, MSc ETH Bewegungswissenschaften, ASVZ-Trainingsleiter Langlauf

Jeder Sport hat seinen eigenen Slang. Um welche Sportart handelt es sich bei diesem Dialog?* «Hey, müsst ihr gegen den Seed 2 antreten?» «Ja, aber wir sind noch nicht sicher, über wen wir spielen. Der Kleinere ist nicht sehr hoch, aber seine Cuts sind mühsam und er ist schwer zu lesen.» «Ich weiss, aber da er nicht wirklich Line schlagen kann, könntet ihr in Diagonal doppeln, oder?» «Auch wenn er Line nicht hart angreifen kann, ganz offen zu lassen ist uns ein zu grosses Risiko. Ich stehe einfach weiter ins Feld, dann sollte ich die holen können. Oder kann man seinen Partner mit JumpFloats an die Linie ein bisschen kitzeln? Bei dem Wind sollte das doch klappen.» «Ihr könnt es ja mal probieren. Wenn er einen schlechten Tag hat, ist das sicher eine gute Variante. Im Angriff ist er aber sehr variantenreich.» «Trotzdem, solange wir unser ­Side-Out machen, kann ja nichts passieren. Die müssen meine Pokes auch zuerst zurückbringen.» «Ja ja, nur mit Pokes kommst du aber nicht weit. Viel Erfolg auf ­jeden Fall.»

Reto Saurenmann, Masterstudent der Wirtschaftswissenschaften, Universität Zürich * Lösung auf Seite 31


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Auf Kurs in Richtung Zukunft?

Als globaler Entwickler von Energie- und Transportinfrastrukturen bieten wir Dir die Gelegenheit, die Gegenwart zu gestalten und dabei die Zukunft, Deine Zukunft, nicht aus den Augen zu verlieren.

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sport Verbindet

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Die ASVZ Community beantwortet (fast) alle Fragen «Vor zwei Tagen bin ich über die Community zu einer Mitfahrgelegenheit ins Skicamp gekommen. Und ich habe dank ihr sogar mehr über den süssen Konditrainer in Erfahrung gebracht»: Bei dieser kürzlich in der Umkleidekabine des ASVZ mitgehörten Konversation verstehe ich nur Bahnhof. Also nichts wie nach Hause und die ASVZ-Website unter die Lupe genommen. Nach kurzer Suche werde ich unter dem Reiter «Community» fündig und lese da im Chat Folgendes: Tischtennisspieler201 will abnehmen und sucht Gleichgesinnte. Die Anfrage bekommt sechs Herzchen und sieben Feedbacks. Stephan sucht körperbewusst­ seinstrainierende Personen für spirituellen Austausch. Hierfür gibt es keine Herzchen, aber vier Kommentare. Und Calikusu erntet für ein simples «Heeeeey» vier Herzchen und drei Kommentare. Andere Community-Mitglieder suchen Sparringpartner, Namen von

Songs, die grosse Liebe oder man outet sich ganz einfach als Neuling im Netzwerk. Sogar Tipps zum Überwinden des frühmorgendlichen inneren Schweinehundes gibt es. Die ASVZ Community scheint die direkte und neuste Austauschplattform für Anliegen rund um das Thema Sport zu sein. Das will ich mir etwas genauer anschauen. Das Login ist in Sekundenschnelle erstellt. Ich muss lediglich meine E-Mail-Adresse eingeben und ein Passwort merken. Weitere Angaben sind keine erforderlich. Nun zu meinem Anliegen: Ich finde, meine Form lässt mittlerweile sehr zu wünschen übrig. Also wende ich mich an die angehenden Sportlehrer der Community und bitte sie um Rat bezüglich der Optimierung meines Kraft- und Ausdauertrainings. Denn ich weiss nicht, wie viele Wiederholungen mit welchem Gewicht am besten dazu geeignet sind, Fett zu verbrennen und Muskeln aufzubauen. Meine Anfrage wird innerhalb von 24 Stunden mit fünf Ratschlägen belohnt. Justme rät mir zu einem Beratungstermin im ASVZ und empfiehlt mir ein ganzheitliches Training mit wechselnden Trainingseinheiten. Ich solle «zwischen intramus-

kulärer Koordination (viel Gewicht / 4 – 6 ­ iederholungen), Hypertrophie (normales W Gewicht / 8 – 10 Wiederholungen) und muskulärer Ausdauer (wenig Gewicht / 12 + Wiederholungen) alternieren». Tönt gut, allerdings habe ich noch nie von diesen Ausdrücken gehört. Wellenreiter176 bemerkt, «dass ich wohl alles gleichzeitig will». Ja klar, ich bin auch auf der Suche nach dem effizientesten Training! GYMnasiast empfiehlt mir acht bis zwölf Wiederholungen, «ansonsten wirst du bald aussehen wie ein Marathonläufer». Ich finde, die sehen meistens ganz toll aus. Auf jeden Fall besser als Bodybuilder. Wellenreiter176 meldet sich im Chat nochmals und findet «heftig und kurz völlig schwachsinnig». Er rät mir zum Aufbau der Grundausdauer «bei 60 – 70 % der maximalen Herzfrequenz». Viele gute Tipps, die ich da in der Community erhalte. Nur bin ich jetzt doch ein wenig verwirrt. Dankbar nehme ich da den letzten Ratschlag von Sporty entgegen: Er rät mir, einen Beratungstermin im ASVZ zu vereinbaren, um mir Tipps von Profis zu holen. Diana Romagnoli, Alumna der Publizistikund Medienwissenschaften, Universität Zürich

Sportlich vernetzt In der neuen ASVZ Community kannst du dich zu allen Fragen, die dich und Gleichgesinnte bewegen, austauschen. Hier treffen sich Sportlerinnen und Sportler, ASVZ-Rookies und -Oldies, Individualisten und Teamplayer, die ganze bunte Mischung aus dem ASVZ. Teile auch du deine Tipps und ­vernetze dich sportlich! Auch über die kostenlose mobile ASVZ-App kannst du dich auf Wunsch mit der gesamten Community vernetzen. Hol dir die neuste Version auf dein Smartphone (iPhone oder Android)! asvz.ch/community


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Sibylle Oeschger (Bild), 24, Interaction Designerin ZHdK ÂŤIm Kajak kann ich mich dem eigenen Schwierigkeitsgrad stellen und entsprechend selber fordern. Cool ist auch, dass man sich damit so in der Natur bewegt.Âť


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Abenteuer Kajak

en Wie fühlt es sich an, das Kajakfahr von Grund auf zu erlernen? GO!-Mitarbeiter Urban Fetz und rt – Thomas Borowski haben es ausprobie und im ASVZ-Grundkurs sowie ues im Kajaklager in Slowenien ihr bla Wunder erlebt.

D

ie glasklare Wassermasse der Soča drückt mich und mein umgekipptes Kajak mit aller Wucht gegen die Felswand. Eigentlich wäre in dieser Situation, in der man als Anfänger hilflos unter seinem Boot im Wasser hängt, der Anblick der slowenischen Unterwasserwelt an sich etwas Wunderbares, wenn da nicht die einsetzende Atemnot und das dringlich aufsteigende Bedürfnis wäre, jetzt wieder möglichst rasch an die sauerstoffreiche Oberfläche des doch ziemlich kalten Gebirgsflusses zu gelangen. Eine Hand umklammert das Paddel, während die andere im Durcheinander der umherwirbelnden Luftbläschen automatisch nach dem Griff der Spritzdecke sucht. Denn auch wenn Paddelinstruktor Dieter mit seinem Kajak wie immer rasch zur Stelle ist und mich und mein Boot vor zu langem Tauchen oder Davontreiben bewahrt, ist man als Kajakfahrer in solchen Extremsituationen ein Stück weit immer auch auf sich alleine gestellt. Ein kräftiger Ruck am Verschluss, und schon kann ich aus meinem Boot aussteigen und, an die Oberfläche strampelnd und nach Luft schnappend, an Land schwimmen. Genau so haben wir den Notausstieg unter Wasser zuvor gefühlte hunderttausend Mal eingeübt – und ich bin im Moment sehr froh darüber. Alles nochmals gut gegangen. Hätten Redaktionskollege Urban und ich gewusst, wie viele solcher begeisternder, nasser, lustiger oder auch ziemlich ermüdender Erlebnisse uns das Abenteuer Kajak beschert, hätten wir an der letzten Redaktionssitzung wohl kaum so eifrig dafür plädiert, im Juli 2013 den ASVZ-Grundkurs und im darauffolgenden August das beliebte Kajak-Camp in den Slowenischen Alpen für diesen Bericht besuchen zu dürfen. Aber wie sportliche Männer im mittleren Alter so sind ... Dabei fing doch eigentlich alles so gemütlich an.

Aller Anfang ist leicht Die erste Stunde des sechs Lektionen umfassenden KajakGrundkurses findet im ASVZ-Wassersportzentrum Tiefenbrunnen an einem lauen Sommerabend statt. Kursleiter Christoph begrüsst unsere kleine Schar Männlein und Weiblein, und kaum haben wir uns umgeschaut, sitzt jeder das erste Mal in einem Kajak und dümpelt auf dem spiegelglatten Zürichsee. Rasch weicht das kipplige Anfängergefühl einer ersten Vertrautheit mit dem sehr mobilen Bootsuntersatz. Im rund 15 bis


Vom See auf den Fluss Kamen wir auf dem See nur vor Hitze ins Schwitzen, gesellt sich auf dem rasch dahinfliessenden Fluss schon beim Anblick der eine oder andere Angstschweisstropfen dazu. Nur schon der Einstieg in die wackligen Kajaks wird vor den Augen zahlreicher Badegäste zur Mutprobe. Kaum sitzt man dann sicher im Boot, wird dessen Ende unweigerlich in die Strömung gezogen. Wer jetzt sein Boot nicht sauber aufkantet und mit Gewichtsverlagerung von der Strömung wegdreht, den bringt der Fluss unweigerlich zum Kentern. Aber auch diese Schwierigkeit verliert nach ein paar nassen Momenten an Gewicht. Und schon bald gleiten wir in unserer Anfängergruppe scheinbar schwerelos mit der Flussströmung davon und ein Hochgefühl macht sich bei allen von uns breit. Ja, genau so haben wir uns Kajakfahren vorgestellt.

Im Kajak­ lager wird ­immer in Gruppen ­gefahren und aufeinander aufgepasst.

20 Kilogramm schweren Kajak sitzt man bequem in seinem gepolsterten Schalensitz. Die Einstiegsöffnung ist durch eine um den Bauch befestigte Spritzschutzdecke verschlossen und das Doppelpaddel liegt gut in der Hand. Gegen Unterkühlung schützt ein Neoprenanzug, vor Beulen der Helm und vor dem Untergang die obligatorische Schwimmweste. Erste Kennenlernübungen wie der richtige Paddelschlag, das einfache Vorwärts- und Rückwärtsfahren sowie das gezielte Manövrieren und Lenken gehen uns allen in den ersten beiden Lektionen rasch von der Hand – auf dem ruhigen Zürichsee. Und jeder von uns lernt nach dem zumeist unfreiwilligen Kentern gezwungenermassen, was es heisst, unter Wasser den Notausstieg zu bewerkstelligen und dabei garantiert die eine oder andere Spülung der Nasen- und diversen Nebenhöhlen zu erhalten. Mit lauem Seewasser ist das alles halb so schlimm. Richtig lustig wird das Ganze dann in den nächsten zwei Lektionen. Die bringen wir nämlich auf der Limmat beim ASVZKajakzentrum Werdinsel hinter uns.

«Das Element Wasser gibt beim Paddeln vor, was ­möglich ist und was nicht. Und mit dem Kajak kommt man an Orte, die man zu Fuss nie erreichen würde.» Lisa Huber, Lagerteilnehmerin

Das sichere Ein- und Ausfahren in die Strömung und in ruhige Kehrwasser gehört in den folgenden Lektionen auf der Limmat und beim abschliessenden Intensivwochenende auf der Reuss und der Thur zum Standardprogramm des Grundkurses. Denn Kajakfahren beim ASVZ bedeutet keineswegs, einen Fluss auf direktem Weg von A nach B abzufahren. Nein, dazwischen liegen mindestens so viele – auf alle erdenklichen Arten zu befahrende – Kehrwasser, Gumpen und Steine, wie das Alphabet Buchstaben hat. Und eines lernt man als Paddelnovize schnell: Der Kajakfahrer an sich ist von verspielter Natur. Er lässt keine Gelegenheit aus, sein Sportgerät aus Hartplastik möglichst elegant und immer mit viel Akrobatik durch ein Gewässer zu steuern. Zu dieser wichtigen Erkenntnis aus dem Grundkurs gesellen sich noch zwei weitere: Gutes Kajakfahren ist nicht nur eine Frage der Kraft, sondern vor allem der Geschicklichkeit, was sich darin zeigt, dass beim ASVZ rund die Hälfte der Kajakanfänger weiblich sind. Und Kajakfahrerinnen und -fahrer pflegen untereinander eine freundschaftliche Geselligkeit, wie sich beim gemeinsamen Wurstbraten am Ende des Grundkurses und bei der Vorbesprechung des bald folgenden ASVZ-Kajak-Camps in Slowenien zeigt.

Lagerleben wie in der Grossfamilie Der Eintritt in das Kajak-Camp Ende August auf dem slowenischen Campingplatz Toni im alpinen Dreiländereck SlowenienÖsterreich-Italien gestaltet sich für uns deshalb, nach 10-stündiger Fahrt wenig überraschend, wie die Aufnahme in eine Grossfamilie. Jeder der rund 30 Campteilnehmer gesellt sich nach dem Aufbau seines Zeltes früher oder später auf den zentralen Lagerplatz zum gemütlichen Stelldichein. Hier wird einem rasch klar, dass nicht nur alle den Lagerleiter Dieter Metzler (siehe Interview Seite 25) kennen, sondern dass viele der Paddler schon länger miteinander befreundet sind. Bei den gemeinsamen Essen, die während der ganzen folgenden Woche von uns selbst in kleinen Kochgruppen geplant, eingekauft und zubereitet werden, ist man aber auch als Neuling rasch in die eingeschworene Paddlergruppe integriert. Ein gutes Gefühl, Teil dieser Gemeinschaft auf Zeit zu sein. Und das wird sich in den nächsten Tagen noch verstärken. Denn auch wenn wir im Kajak auf den beiden Wildwasserflüssen Soča und Koritnica als Individualsportler fahren, sind wir auch immer als Gruppe unterwegs, die zueinander schaut und sich gegenseitig absichert.


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Sicherheit geht beim Paddeln über alles. Deshalb wird unsere vierköpfige Anfängergruppe bei den täglichen zwei Ausfahrten immer von einem oder zwei Leitern begleitet. Ihre Schwimmwesten sind mit Abschleppseilen versehen, mit deren Hilfe sie unsere gekenterten Boote anhaken und sicher an Land ziehen können, was bei den ersten zu meisternden Stromschnellen ziemlich oft der Fall ist. Hier lernen wir auch, was es heisst, ein sogenanntes «brain freeze» zu erhalten. Diese kurz anhaltenden Kältekopfschmerzen treten immer dann auf, wenn unsere Köpfe in das rund 12 Grad kalte Wasser eintauchen. Nur gut, dass dies glücklicherweise immer seltener der Fall ist. Kollege Urban und ich machen es uns trotzdem zum Spass, unsere interne Tagesrangliste zu führen, wer von beiden am meisten kentert und danach unter Wasser aussteigen muss oder es schafft, sich an der Bootsspitze unserer Instruktoren festzuhalten und mit einem beherzten Hüftknick wieder aufzurichten. Am Ende des ersten Tages steht der Score bei 5:5. Verbesserungspotenzial ist eindeutig vorhanden. Wenn da nur nicht diese müden Arme wären!

Das KajakCamp Toni in Bovec im Norden Sloweniens, die Basis des ASVZ-Lagers.

Kajakfahrer sind gesellige Menschen Erholung bringt das gemütliche Lagerleben, das sich rasch einspielt: Tagsüber wird in zwei Einheiten jeweils am Vor- und Nachmittag gepaddelt, dazwischen und am Abend gibt es gesellige Mahlzeiten als Picknick am Flussufer oder auf dem Campingplatz. Angereichert wird das lockere Freizeitprogramm mit Volleyballspielen, erholsamen Massagen oder einfach nur faulem Nichtstun sowie verschiedenen Ausflugsmöglichkeiten am paddelfreien Mittwoch. Zwei fixe und wahre Highlights dieser Tage sind aber die gemeinsamen Nachtessen und das anschliessende Zusammensitzen am Lagerfeuer. Wäh-

«Kajak ist ein Sport, der fordert» Seit vier Jahren ist Dieter Metzler (Bild oben), 39, im ASVZ als Kajak-Trainingsleiter tätig. Für den selbstständigen Filmemacher und Bienenzüchter ist das Socˇa-Lager, das er leitet, ein Highlight des Jahres. Dieter, was sind im Socˇa-Lager deine grössten ­Herausforderungen? Wichtig ist mir, dass die Stimmung harmonisch ist. Weiter kommt es mir sehr darauf an, dass alle in die richtige Leistungsgruppe eingeteilt sind. Es soll jeder und jede gefordert, aber nicht überfordert werden, das erfordert Fingerspitzengefühl. Und organisatorisch ist die Anreise mit mehreren Bussen auch eine Challenge.

Was sind für dich die wichtigsten Aspekte des ­Kajaklagers? Meist sehe ich hier bei allen kanutechnisch grosse Fortschritte. Zudem gehört im Lager, wie beim ASVZ-Kajaksport allgemein, der soziale Aspekt dazu. Das gilt auch für unser Mittwochtraining im Kajakzentrum auf der Zürcher Werdinsel, zu dem im Sommer bis zu 30 Leute kommen.

Was für eine Faszination übt Kajakfahren auf dich aus? Kajak ist ein physischer und psychischer Sport, der fordert. Ich mag es, die Kräfte des Flusses zu spüren und sie für mich zu nutzen. Das ist übrigens auch im Leben eine gute Philosophie; sich nicht gegen die Kräfte zu wehren, sondern sie für sich zu nutzen. Für mich hat Kajakfahren viele Parallelen zum Leben.

Aber Kajakfahren ist nicht ganz ungefährlich?

Fotograf Urban Fetz (links) und Autor Thomi Borowski (rechts) im ASVZ-Kajakzentrum Werdinsel.

Kajakfahren wird oft als Extrem- oder Risikosport angeschaut, zu dem auch Rafting gezählt wird. Dies gibt unserem Sport einen falschen Ruf. Aber zugegeben, Schürfungen und blaue Flecken gehören dazu, und es gibt auch mal eine gebrochene Nase oder eine ausgekugelte Schulter. Trotzdem: Beim Fussball oder Skifahren passieren viel mehr Unfälle!


Verbalsport

rend die Kochgruppe jeweils versucht, mit ihrem Menü das meist vorzüglich mundende vom Vortag zu überbieten, machen bereits die ersten Paddelgeschichten des Tages die Runde. Je länger der Abend dauert, desto wilder werden die Erzählungen und entsprechenden Kommentare. Am Lagerfeuer folgen dann die letzten Ausschmückungen der Erlebnisse, die mit Geschichten aus vergangenen Soča-Lagern angereichert werden. Und wie man da als Lagernovize so ermattet dabeisitzt und horcht, lernt man: Der Kajakfahrer an sich ist auch ein fantasievoller Geschichtenerzähler. Die Lagerstunden vergehen wie im Fluge, und jeden Tag lernen wir unter versierter Anleitung neue Techniken: Immer mehr können wir die Strömung des Flusses lesen, spüren den Wasserlauf, traversieren ihn vorwärts und rückwärts und bekommen so ein gutes Gefühl für das nasse Element. Fühlt man sich einmal müde, wird man in der Gruppe gleich wieder dazu angespornt, die Fahrtechnik doch noch auszuprobieren. Frust und Lust liegt nahe beieinander. Die Entwicklung des eigenen Könnens wird zum täglichen Ansporn. Denn die Fortschritte der anderen Paddler bekommt man ja unmittelbar mit, was einen selbst motiviert. Sibylle aus unserer Anfängergruppe bringt es beispielsweise fertig, ganze Tage zu paddeln, ohne einmal zu kentern. Logisch, dass sie noch während der Woche in die nächstbessere Gruppe wechseln darf. Auch das ist ein gutes Prinzip im ASVZ-Kajaklager: Jeder wird nach seinen Fähigkeiten gefordert und gefördert. Urban und ich bleiben bis am Ende der Lagerwoche in der Anfänger-«Entlein»-Gruppe, wo wir auch viel Spass haben. Denn die noch anfangs der Woche durchlebten Angstmomente bei zahlreichen Kenterungen haben mittlerweile dem spielerischen Durchfahren derselben Flussstellen Platz gemacht. Wir haben in erstaunlich kurzer Zeit gelernt, was die Faszination Kajakfahren ausmacht. Und das Allerbeste daran: Zum Abschluss des Soča-Lagers erhalten auch wir unsere persönliche ASVZ Kanu Card, die uns den Zugang zum Kajak-Angebot erlaubt, und das ist gut so. Denn auch wenn es mit der Eskimorolle bisher noch nicht geklappt hat – eines Tages schaffen wir auch die noch! Mehr Infos: asvz.ch/kanu Thomas Borowski, Alumnus der Publizistikwissenschaft, Universität Zürich Fotos: Urban Fetz

Glückliche Paddler am Ende des ­Kajaklagers.

Dr. Dre Goes Fitness Dalia Hamdy Sie kommen in diversen Farben daher: ­Pink, Blau, Grün, Weiss oder klassisch in Schwarz. Man sieht sie überall. Sie sind das Markenzeichen eines jeden coolen urbanen Bewohners. Selbst vor den Türen der Fitnesscenter und vor der friedlichen Stille der Natur machen die überdimensionalen Ohrwärmer mit einem schlichten «b» darauf nicht Halt. Die Rede ist von den Noise Cancelling Headphones. Zu Deutsch: Kopfhörer, die jegliche akustischen Störfaktoren – den kläffenden Hund, die Ausführungen des Dozenten oder das Gebimmel eines herannahenden Trams – ausblenden. Ich bin mein eigener DJ und bestimme, was mein Trommelfell in Schwingung versetzt. So weit, so gut. Die alltäglichen Anwendungsgebiete erscheinen mir plausibel. Aber was haben die Kopfhörer beim Sport verloren? Klar, mit Unterstützung der zwei monströsen Teller auf den Ohren lässt es sich besser in der abgeschirmten Klangwelt trainieren. Kein nervendes Laufbandquietschen, kein Gestöhne der Mittrainierenden und kein Vogelgezwitscher, das die Konzentration stört. Es gibt nur die brennenden Muskeln und die Beats. Was will der stil- und körperbewusste Sportler des 21. Jahrhunderts mehr? Aber mal ehrlich, die Kopfhörer haben doch auch Nachteile: Ihre Atmungsaktivität lässt zu wünschen übrig, und das Zusatzgewicht bringt Gewichtsfetischisten ins Schwitzen. Alles egal, für ein bisschen Coolness nimmt der Homo Urbanus so einiges in Kauf, immer getreu dem Motto: «style before performance».


spotlights

Gottardo 2014 Laufend

über die Alpen

SOLA-Startplätze zu gewinnen Hauptsponsorin Migros verlost zwei Startplätze für die 41. Austragung der SOLA-Stafette am 17. Mai 2014. Sende bis spätestens am 28. Februar 2014 eine E-Mail an sponsoring@mgb.ch, in der du dein Team vorstellst und den Grund nennst, warum Migros genau euch unterstützen soll! Die Siegerteams erhalten neben dem Startplatz auch eine Einladung an den Pasta-Plausch.

asvz.ch/sola

Neues Testangebot zur Beur teilung von Bewegungsmustern

Asymmetr ien können neu mit Bew egungseinschränk ungen und acht men t Scre en (FMS), sich tbar gem einem Test , dem Func tional Move hender Ausw ertung prec ents und st gste egun Bew em werden. Nach dies Func tional Movemen t Training wird in einer geleiteten Lekt ion, dem beite t. Der Test kann ab sofort (FMT ), an den Schw achs tellen gear absolvier t werden. Die Trainings ASVZ des nern bei vers chie denen Part t. stat finden im Spor t Cent er Flun tern

Acht traumha fte Etappen wart en darauf, von jeweils bis zu 24 geüb ten Läuf erinnen und Läuf ern unter die Füss e genommen zu werden. Die ASVZ-Trainingsleit enden Herm ann Hegner und Yonc a Krahn führ en die RunningProjektgr uppe «Got tardo 2014» in zwei Teilen vom 1. bis 3.8. von Züric h über Zug, Seew en und Erst feld bis Gösc henen, dann vom 12. bis 15. 9 . 2014 weit er hinauf zum Gott hard-Hos piz und über Osco sowie Bias ca bis zum Ziel in Bellinzona. 205 Kilometer und 7300 Höhenme ter liegen zwis chen dem Star t in Züric h und dem Ziel in Bellinzona. Anmeldungen werden bis am 1. 6.  2014 an allen ASVZ-Schalter n entgegengenommen.

asvz .ch/runningprojekte

CRAFT-Velobekleidung: ASVZ-Edition Rechtzeitig zum Saisonstart 2014 kannst du deine Veloreifen in neuem Dress zum Glühen bringen. ewz und ASVZ bieten dir im Rahmen ihrer Partnerschaft das passende zweiteilige Outfit der Marke CRAFT. Trägerhose und Shirt für Männer bzw. Velohose und Shirt für Damen kosten im Set (nicht einzeln erhältlich) CHF 159.–. Die limitierte Sonderanfertigung kann ab sofort am Schalter im Sport Center Polyterrasse erworben werden. Die topfunktionale Bekleidung ist in den Grössen S – XL erhältlich. Es hat, solange es hat!

asvz.ch/velo

asvz .ch/testangebot

Actionfoto AugenClic ge s u c h t auf S k . 4

Sende un s dein Ac tionf ot o im «P oin t-o f-v iew »-Modu als o aus deiner Pe s, rspek tiv e beim Sp or ttr eiben . Die be st e Ein send ung wird im näch st en GO! in der Rubr «A ugen-C lic k» ve ik rö ffent lic ht und mi t CHF 50 .– belohnt Es können nur ho . ch for ma tige Bilde r mi t dr uc kfähiger Au flö sung berück sic ht igt werden . Ein sendungen un ter Angabe von Na me , Hoch sc hule, St udiengang , Se me st er so wie Or t, Da tum und Zeit der Au fnahme bis 31 . 0 3. 20 14 an:

au genclick@as vz

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Pro & Kontra

Pro Ursula Keinath-Janser

53 Jahre, ASVZ-Trainingsleiterin Running und neuerdings mit Hang zu radelndem Wellnesstraining

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Kontra Thomas Borowski

47 Jahre, gern rennender und nicht sitzender Freizeitsportler, Alumnus der Publizistikwissenschaft

Eigentlich sehe ich es ein: Wieso soll man laufend ein Ausdauertraining absolvieren, wenn es sitzend auch geht? Jahre jogge ich nun schon durch dunkle Wälder, über rutschige Quartierstrassen und steile Trails oberhalb der Waldgrenze. Und absolviere des Öfteren ein ungewolltes Intervalltraining, um den Zähnen eines aufgebrachten Hundes zu entkommen. Dauernd auf der Hut vor Gefahren. Das sind rückblickend: viel Stress und wenig Wellness! Und überhaupt, wo bleibt da die Effizienz?

«Wir sitzen uns krank»: So lautet das Fazit einer neuen Studie, die das deutsche Meinungsforschungsinstitut Forsa nach der Befragung von 1000 Personen zu deren Bewegungsgewohnheiten verfasst hat. Von den Befragten fühlten sich mit ihrem eigenen Bewegungspensum nur jene wohl, die pro Tag nicht mehr als sechs Stunden sitzen müssen. Erschreckend daran: Der durchschnittliche Arbeitnehmer (und vermutlich auch der Studierende) sitzt sieben Stunden am Tag!

Hand aufs Herz: Ist Joggen nicht ein zeitlicher Luxus, den ich mir eigentlich gar nicht leisten kann? Da ist das Training auf dem VeloErgometer doch viel effizienter: Auf ihm kann ich Sport treiben, Musik hören und gleichzeitig ein Fachwerk in Hörbuchform verarbeiten. Oder so nebenbei die Zeitung lesen und dabei die Unfallstatistik der Rennvelofahrer unter die Lupe nehmen und gleichzeitig feststellen, dass das Training auf dem Ergometer die Gefahren des hektischen Strassenverkehrs von mir fern und mich fit hält.

Und da will mir die Fitnessindustrie weismachen, dass das VeloErgometer des ASVZ (das mit den bequemen Sitzschalen) eine tolle Sache sein soll? Dass ich nicht lache! Schon das Gerät selbst verrät bei genauerer Betrachtung seine trügerische «Sportlichkeit». Die Rückenlehne ist Sofa-gleich hochgezogen, um Couchpotatoes das gewohnte Ambiente zu vermitteln. Die Digitalanzeige dient während des Sports gleichzeitig als Halterung für die Lektüre. Ein Witz! Dass das Ding nicht auch noch den Rücken massiert oder bei Bedarf ein kühlendes Getränk serviert, ist eigentlich verwunderlich.

Auch als Liebhaberin der Natur brauche ich nicht auf sie zu verzichten, denn das aufgebockte Zweirad bietet sie meist mit tollem Ausblick und das, ohne Wind und Wetter ausgesetzt zu sein. Das Ergometer in seinem störungsfreien Trainingsumfeld garantiert Wellness pur. Ich wähle einfach das passende Training und radle im Flow der regelmässigen Umdrehungen durch das Programm, das im Display schreibt: «Wellness für ein langes Leben». Trainieren ohne Velohelm, mit der Lieblingsmusik im Ohr und einem Buch auf dem Lenker ist doch die zeitlich perfekte Optimierung der Work-Life-Balance. Am Ende des Trainings analysiere ich die erreichten Trainingsziele und wünsche mir insgeheim das einfache Laufleben durch mystische Wälder zurück.

Weil die Hersteller des Wohlfühlgerätes selbst scheinbar wenig von dessen Anziehungs- und Wirkungskraft überzeugt sind, haben sie zu einer schlauen und gleichzeitig perfiden List gegriffen: Ich nenne sie die «illusorische Digitalanzeige». Denn wann immer das Velo-Ergometer nicht benutzt wird, blinkt seine Leuchtlaufschrift Plattitüden in den Raum: «Wellness – der neue Lebensstil, Wellness für ein langes Leben, Wellness bedeutet mentale Balance, Wellness bedeutet mehr Vitalität, Wellness in motion ...» Und während ich auf dem Velo-Ergometer sitze und mir die Sätze merke, trete ich instinktiv in die Pedale. Und plötzlich fällt mir auf, wie verdammt bequem man auf dem Ding doch sitzt – und bei genügendem Strampeln bestimmt auch bald schwitzt.


ASVZ-Sport von A bis Z Je nach Sportart stehen verschiedene Angebotsformen zur Auswahl: Geleitete Trainings werden durch eine Lehrperson unterrichtet (i.d.R. keine Anmeldung erforderlich)  Individuelle Angebote können zu den angegebenen Zeiten/Öffnungszeiten eigenständig ­genutzt werden (i.d.R. keine Anmeldung erforderlich)  urse/Lager dienen der Ausbildung K (i.d.R. anmelde-/kostenpflichtig)  vents/Spielturniere E (i.d.R. anmelde-/kostenpflichtig)

NEU

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Flag Football  Flamenco Fussball  Geräteturnen  Gleitschirmfliegen  Golf  Handball Hochtouren Höhlenadventure Iglubau Inlineskating  Jazz Dance Jonglieren Judo  Ju-Jitsu/Selbstverteidigung Kanu S. 22 Karate-Do  Kickboxen Kinesiologie  Kitesurfen  Klettern  Konditionstraining  Kung Fu Langlauf S. 14 Manege Massage  Meditation & Achtsamkeit Modern Dance  Mountainbike Muscle Pump  NIA  Orientierungslauf  Paddeln Parkour Pilates  Poweryoga QiGong  Ragga Rennvelo Rowing Class  Rückenfit

Bootcamp  Mit den wärmeren Temperaturen kommen noch mehr BootcampLektionen in den ASVZ. asvz.ch/bootcamp

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Immer Mittwochs von 12.00 – 12.55 Uhr im Sport Center Hönggerberg. asvz.ch/danceaerobic

Afro Dance  Aikido  Airboard  Akrobatik Alexander F.M. Technik  Antara Aqua Fitness  Artistik  Autogenes Training  B-Balance Badminton  Ballett  Barre à Terre Basket­ball Bauchtanz Beach Soccer Beachvolleyball  BigAir BodyART Body Balance  Body Combat Bodyfit 50plus Bodyforming Bogensport

Boxen Breakdance Capoeira Cardio Circuit  Chi Ball  Circuit  CrossFit  Cycling Class  Drytooling Eishockey S. 13 Fechten  Feldenkrais  Fitboxen

Fit & Funky – Danceaerobic

Schwimmen  Segeln Seniorensport Shin Aiki  Shotokan Karate Skifahren S. 15 Ski-/Snowboard-/Freeridetouren Slacklinen Snowboard  Snowkiten Squash  Standard- / Latintänze Standup Paddeln  Step Aerobic Stepptanz Street Dance  Stretch&Relax  T-BOW Taekwondo  Tai Chi Tango Tauchen Telemark Tennis Tischtennis  Tone & Stretch Touch Rugby  Trampolin  Triathlon  Trommeln TRX Suspension Training Ultimate Frisbee  Unihockey Unihockey 50plus Wakeboard  Wandern  Wasserski Wasserspringen  Wellenreiten  Windsurfen Yoga Zumba

Running  Noch bis am Freitag, 21. März 2014 kannst du dein 14-köpfiges Team online für die SOLA-Stafette am 17. Mai 2014 anmelden. asvz.ch/sola Salsa  Schneeschuhwandern 

Eine gute Orientierungshilfe bietet auch die kostenlose ASVZ-App für ­Android und iPhone sowie die Website asvz.ch mit der integrierten ­Suche und den Shortlinks für alle Sport­arten wie z. B. asvz.ch/tennis


Das Wichtigste in Kürze

Ready, Steady, 1 2 3 4

Mitmachen

GO!

• ETHZ-, UZH-, ZFH-Studierende: Ganz einfach mit einer gültigen Legi. • Andere Kategorien siehe asvz.ch/teilnahme

Mitnehmen • Deine gültige Legi bzw. deinen Ausweis mit gültiger ASVZ-Berechtigung. • Ein Schloss für den Garderobenkasten, da keine Sporttaschen und Strassenkleidung in die Sporträume mitgenommen werden dürfen.

Lektionen • L  ektionen wie etwa das Kondi finden während des gesamten Semesters statt und sind kostenlos. Du kannst jederzeit einsteigen und auch wieder aufhören und brauchst dich nicht anzumelden.

Kurse / Lager

Herausgeber Akademischer Sportverband Zürich (ASVZ) Redaktionsteam  Nike Panitsas (Leitung), Thomas Borowski (Textchef), Urban Fetz, Gianfranco Acocella (Art Direction und Bildredaktion) Bildnachweis Illustration: Hans-Peter Furrer (03), Adrian Villiger, (03, 07–11), Nick Soland (15), iStock (06, 12, 19), Urban Fetz (03, 22–26), zVg (Titelseite, 03, 06–11, 14, 18, 27, 30)

Stundenausfälle

Konzept, Gestaltung & Produktion Partner & Partner, www.partner-partner.ch

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• Freie Hallen und Räume in unseren Sport Centern kannst du ausserhalb von Lektionen/Kursen nutzen, um individuell Sport zu treiben, siehe asvz.ch/anlagen

Sponsoren:

Auflage  82 000 Ex.

Mitarbeiter dieser Nummer Thomi Borowski, Simone Eder, Kaspar Egger, Urban Fetz, Christina Graf, Lisa Gubler, Dalia Hamdy, Ursula Keinath-Janser, Thomas Maier, Kathiana Meyer, Nike Panitsas, Katrin Piazza, Diana Romagnoli, Reto Saurenmann, Lorenz Ursprung

• Über Stundenausfälle informieren wir dich auf asvz.ch sowie über die kostenlose App für iPhone und Android.

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• K  urse und Lager sind in der Regel kostenpflichtig und finden über einen bestimmten Zeitraum statt, weshalb du dich dafür an einem der ASVZ-Schalter anmelden musst. • Für Auskünfte über freie Plätze gib einfach die betreffende Sportart im Suchbalken auf asvz.ch ein und du erhältst alle dazugehörigen Kurse und Lager inklusive der Anzahl freier Plätze aufgelistet. • Auch die kostenlose App für iPhone und Android zeigt dir die freien Plätze an. • Informiere dich auf asvz.ch/anmeldung über Termine, darüber, welche Unterlagen du für eine erfolgreiche Anmeldung benötigst und was es darüber hinaus zu beachten gibt.

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Impressum

Freie Hallen/Räume

Fundgegenstände • In jeder Sportanlage kannst du dich an den Hausdienst wenden.

Beratungsdienstleistungen und Testangebot • Im ASVZ kannst du Beratungen in den Bereichen Sport, Ernährung, Medizin, Gesundheit und Psychologie buchen. • Wir bieten diverse Tests in den Bereichen Herz-Kreislauf, Kraft, Körperform und Bewegungsapparat. • Informationen findest du auf asvz.ch/ratgeber

Redaktionssekretariat Margrit Saxer, ASVZ GO!, ETH Zentrum, 8092 Zürich T 044 632 42 09, margrit.saxer@asvz.ch

Korrektorat/Lektorat Die Orthografen GmbH, www.orthografen.ch Druck Merkur Druck AG, www.merkurdruck.ch GO! GO! erscheint zweimal jährlich kurz vor Semester­beginn und wird an sämtliche Studierende der UZH, ETHZ und ZFH verschickt. Die nächste Ausgabe erscheint in der Woche 37/2014

Krankenkassenbeitrag • Auf asvz.ch/qualitop findest du alle entsprechenden Informationen.

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GO! N°5  

GO! ist das Magazin des Akademischen Sportverbandes Zürich (ASVZ). Es erscheint zweimal jährlich kurz vor Semesterbeginn und wird an sämtlic...