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Das Patientenmagazin Ihrer Radiologiepraxis | 01/2011

Radialog Gesunde Gefäße – gesunde Beine Mit moderner Gefäßdiagnostik arterielle Erkrankungen frühzeitig entdecken.

Seite 04

Wenn Kinder zum Radiologen müssen – Bär und Hase dürfen mit

Radiologienetz

Seite 05

Warum fühlen wir mit? Kernspintomographie lüftet das Geheimnis

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Ab Seite 06

Seiten 10 und 11

Anzeichen und Maßnahmen gegen schleichenden Knochenschwund

Radialog online unter www.radiologie.de


02 Einblick

Gemeinsam stark für die Patienten Oberstes Ziel des Radiologienetzes, dem bundesweiten Zusammenschluss unabhängiger Radiologen, ist die optimale Versorgung der Patienten. Information Mehr Infos zum Radiologienetz finden Sie auf www.radiologie.de

D

ie im Radiologienetz zusammengeschlossenen Radiologen und Nuklearmediziner bieten ihren Patienten medizinische Versorgung auf hohem Niveau. Im Mittelpunkt der Bemühungen steht das Wohl der Patienten. Notfalldiagnostik, Teleradiologie, Zweitmeinungsverfahren, gemeinsame Fortbildungen, Früherkennungsuntersuchungen und vieles mehr dienen dazu, unnötige Eingriffe zu vermeiden und die richtige Therapie frühest-

möglich einzuleiten. So hat die Gruppe ein kostenloses, unabhängiges Informationsportal für Patienten und Zuweiser unter www.radiologie.de aufgebaut. Hier stehen alle Informationen rund um die radiologischen Untersuchungen und Therapien inklusive der Möglichkeit, einen ärztlichen Experten kostenfrei um Rat zu fragen. Durch die Selbstverpflichtung der Mitgliedsradiologen zur Einhaltung anspruchsvoller Qualitätskriterien sowie die Einführung

Radiologie spezifischer Qualitätsmanagementsysteme und Qualitätszertifizierungen der Praxen soll kommuniziert werden: Das Radiologienetz verpflichtet sich ohne Wenn und Aber dem Oberziel der diagnostischen Qualität. Das Feedback unserer Patienten bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Bei einer deutschlandweiten Studie zur Patientenzufriedenheit 2009 erhielten die 89 teilnehmenden Praxen von über 11.000 Patienten die Durchschnittsnote 1,5.

Radiologienetz • Mitgliedspraxis

Alle Informationen (Kontaktdaten, Leistungsspektrum, Internetseite) zu den einzelnen Praxen im Radiologienetz finden Sie auf www.radiologie.de unter „Den richtigen Radiologen finden“ – Ihre Radiologensuche!


03 Kinderradiologie: Bei kleinen Patienten kommt es auf viel Gefühl und die richtige Untersuchungsmethode an

Eine optimale Versorgung und hohe Qualität der Diagnose – dafür tritt das Radiologienetz ein.

Seite 04

Gefäßdiagnostik: Arteriosklerose ist weiter auf dem Vormarsch. Aber man kann etwas dagegen tun. Seite 06

Liebe Patientinnen, liebe Patienten S

ie halten die neue Ausgabe Ihrer Patientenzeitschrift „Radialog“ in den Händen. Auch in dieser Ausgabe haben wir für Sie wieder zahlreiche interessante Beiträge zusammengestellt – von Vorsorgethemen über Hintergrundberichte bis hin zu Neuigkeiten aus der Radiologie. Das Radiologienetz, das aus 360 niedergelassenen Radiologen und Nuklearmedizinern in 100 Praxen und 70 Krankenhäusern bundesweit besteht, möchte durch den „Radialog“ einen Beitrag zur Qualität der Kommunikation zwischen Praxis und Patienten leisten. Um einen Verdacht diagnostisch abzusichern oder überhaupt auf irgendwelche Anzeichen einer Erkrankung zu stoßen, werden wir von einer Hightech-Apparatur unterstützt. Die technischen Entwicklungen bieten dabei immer mehr Möglichkeiten, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und schon die Diagnose schonend – nämlich ohne körperliche Eingriffe – stellen zu können. In unserem Leitartikel „Blick durch die Gefäße“ (ab Seite 6) stellen wir Ihnen die radiologischen Möglichkeiten der Gefäßdiagnostik zur frühzeitigen Erkennung von Gefäßerkrankungen vor. Besonders von Vorteil sind hierbei die bildgebenden Verfahren Kernspintomographie und Computertomographie aufgrund der unübertreffbaren Qualität der Darstellung von Weichteilen. Spezielle Technologien ermöglichen die Darstellung kompletter Gefäßsysteme in nur wenigen Minuten.

Osteoporose: Ein Überblick der Möglichkeiten zur Früherkennung poröser Knochen

Somit können drohende Gefäßverengungen, die unter anderem zu Herzinfarkt führen, frühzeitig erkannt und behandelt werden. Eine weitverbreitete Krankheit in Deutschland ist die Osteoporose, schätzungsweise jede dritte Frau und jeder fünfte Mann ab 50 Jahren ist betroffen. Auf den Seiten 10 und 11 stellen wir Ihnen Möglichkeiten der Früherkennung von porösen Knochen sowie vorbeugende Maßnahmen vor. Eine Weltpremiere wurde in der Universitätsklinik Charité in Berlin gefeiert. Erstmalig wurde eine Geburt im Kernspintomographen aufgezeichnet. Man erhofft sich genauere Erkenntnisse zum Geburtsablauf, um bei Komplikationen besser und schneller eingreifen zu können. Mehr dazu können Sie auf der Seite 14 lesen. Auf Seite 4 werfen wir einen Blick in die Kinderradiologie. Lesen Sie auch mehr über den Entdecker der Röntgenstrahlen und seine mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Nachfolger (Seite 13). Nehmen Sie den Radialog mit nach Hause und lassen Sie uns gerne bei Gelegenheit über die aktuellen Themen ins Gespräch kommen.

Seiten 10 – 11

Fokus: Brustkrebsfrüherkennung

Seite 12

Fokus: Die fünf Nobelpreisträger der Radiologie

Entwurf blau-aubergine

Seite 13

Kurz gemeldet: Neuigkeiten aus der Radiologie.

Ihre Radiologen im Radiologienetz

Radiologienetz

Seite 14

Impressum Herausgeber: Curagita AG, Ringstraße 19 B, 69115 Heidelberg, Telefon 06221-5025-0, www.radiologienetz.de, Redaktion: Dr. M. Kreft (verantwortlich), Dr. J. Schmidt-Tophoff, E. Jugel, Fotos: Trurnit, Curagita, fotolia Grafik: A. Sonnberger, Verlag: Trurnit & Partner Verlag GmbH, Putzbrunner Str. 38, 85521 Ottobrunn, www.trurnit.de


04 Fokus

Bär und Hase sind auch dabei Das Lieblingskuscheltier unter dem Arm und Mama gleich nebenan. Kinderradiologen müssen vor allem zwei Dinge können: Ihren kleinen Patienten die Angst nehmen und für den noch im Wachstum begriffenen Organismus besonders schonende Verfahren auswählen.

K

inder sind keine kleinen Erwachsenen. Gerade in der Radiologie gilt es, genau hinzusehen. Welche Abweichung auf den Bildern ist für das Alter der kleinen Patienten normal, welche deutet auf eine Verletzung oder Krankheit hin? Kinderradiologen drücken zusätzlich zu ihrer Facharztausbildung noch einmal drei Jahre die Schulbank. Neben der Radiologie bringen sie auch überdurchschnittlich gute Kenntnisse in der Kinderheilkunde mit.

Schonende Verfahren

Gerade bei Kindern kommt es in der Radiologie darauf an, alles genau zu erklären. Das weckt Interesse und nimmt die Angst.

Sie sind mit den wachstumsbedingten Besonderheiten der kleinen Patienten ebenso vertraut wie mit den im Kindesalter abweichenden Krankheitsbildern. Dazu kommt, dass Kinder, wenn sie mit akuten Verletzungen in die Praxis kommen, oft nicht sagen können, wo genau

In Zukunft noch schonendere Verfahren Bereits heute werden viele Untersuchungen

Dr. Klaus Mott, Facharzt für diagnostische

in der Kinderradiologie mit Hilfe der Sono-

Radiologie im Ärztehaus am Klinikum Lahr.

graphie und der Magnetresonanztomo-

Aber auch die weiter fortschreitende

graphie durchgeführt. „Gerade auf diesem

Reduzierung der Strahlendosis wird den

Gebiet werden wir in Zukunft viele Neu-

Einsatz der digitalen Röntgentechnik bei

entwicklungen erwarten können“, sagt

Kindern erleichtern.

es wehtut. Nun sind eine schnelle Diagnose sowie die richtige Untersuchungsart gefragt. Denn gerade Kinder fühlen sich in der ungewohnten Umgebung unwohl und haben Angst. Da die Strahlen, die bei bildgebenden Verfahren eingesetzt werden, für den kleinen Organismus besonders belastend sind, führen die Kinderradiologen heute viele Untersuchungen mit Ultraschall (Sonographie) durch. Vorsichtig fährt der Arzt mit dem Gerät über die betroffene Stelle. Einige Verletzungen, wie zum Beispiel einfache Knochenbrüche, lassen sich auf diese Weise sehr gut erkennen. Auch Aufnahmen mit einem MRT (Magnetresonanztomographen) kommen häufig zum Einsatz, erfordern aber etwas Geduld bei den kleinen Patienten. Eher selten wird der Computertomograph (CT) benutzt. „Aufgrund der

Bei Babys und Kleinkindern kommt am meisten der Ultraschall, die sogenannte Sonographie, zum Einsatz.


05 Strahlenbelastung wird das CT bei Kindern vorwiegend in der Tumordiagnostik angewandt“, erläutert Dr. Klaus Mott, Facharzt für diagnostische Radiologie aus dem Radiologenteam Ortenau im Ärztehaus am Klinikum Lahr.

Wenn der Befund nicht eindeutig ist oder wenn nur das Röntgenbild Aufschluss über eine Krankheit geben kann, werden Röntgenbilder angefertigt. Selbstverständlich dürfen Mama und Papa oder das Lieblingskuscheltier dabei sein. Können die Kleinen vor lauter Angst gar nicht still halten, dann halten die Eltern sogar Händchen. „Dazu bekommen sie einen Bleihandschuh angezogen, der die Röntgenstrahlen fernhält“, sagt Dr. Klaus Mott. Um die Strahlenbelastung für die Kinder so gering wie möglich zu halten, sind besondere Schutzmaßnahmen zu treffen: Es werden Zusatzfilter vor den Röhren des Röntgengerätes montiert, hoch verstärkende Folien verwendet, ein kleiner Bildausschnitt gewählt und mit einer geringeren Strahlendosis die Bilder aufgenommen. Neben diesen besonderen Maßnahmen kommt es aber bei jedem Besuch letztendlich auf das Feingefühl des Radiologen an. Denn: Je wohler sich die kleinen Patienten fühlen, desto weniger Angst haben sie vor den Geräten und der jeweiligen Untersuchung.

Fotos: iStock

Besonderer Schutz

MRT zeigt Gefühle Ein schmerzverzerrtes Gesicht, eine Träne kullert die Wange hinunter, ein Schluchzen! Ob im Film oder in der Realität: Ist jemandem etwas Leidvolles zugestoßen, fühlt man mit ...

Doch warum empfinden wir Mitgefühl, sobald wir sehen, dass jemandem Unrecht getan wird, er sich verletzt oder eventuell durch Unwetter sein Hab und Gut verliert? Empathie ist die Grundlage dieser spontanen Reaktionen. Dies ist die Fähigkeit, sich in andere einzufühlen und das Erlebte nachzuempfinden, ohne es selbst erleben zu müssen. Sie ist eine der grundlegendsten Eigenschaften des Menschen. Empathie befähigt uns, Beziehungen aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Dennoch wissen wir recht wenig darüber. Die Neuropsychologin Tania Singer präsentierte bei der Wissenschaftskonferenz „Falling Walls“ ihre Forschungsergebnisse zu diesem Thema. Bei der Versuchsreihe wurde mittels Kernspintomographie (MRT) festgestellt, dass das Gefühl Mitleid dieselben Hirnregionen aktiviert wie der tatsächliche Schmerz. Wichtig ist Tania Singer die Unterscheidung zwischen Empathie und Mitgefühl: Empathie als Fähigkeit, sich in andere einzufühlen und Mitgefühl als positive Emotion, die die Sorge um andere umfasst und eine Motivation zum Handeln beinhaltet. Tatsächlich

fand sie heraus, dass Empathie und Mitgefühl trainierbar sind und diese auch auf Kommando abgerufen werden können. Buddhistische Mönche beispielsweise trainieren die Kontrolle über die Emotion Mitgefühl. Wird von ihnen verlangt, Mitgefühl zu zeigen, machen sie das. Diese Erkenntnisse können genutzt werden, um langfristig ein Training zu entwickeln, das für Konfliktlösungen zum Beispiel an Schulen eingesetzt werden kann. Möglicherweise wirkt sich ein Training für mehr Mitgefühl auch bei der Resozialisierung von Straftätern positiv aus. Die Folge solcher Trainings könnte eine moralisch bessere „Welt“ sein.

Information Allgemeine Infos zur Magnetresonanztomographie und anderen Untersuchungsmethoden: www.radiologie.de

Die Magnetresonanztomographie (MRT) Die Kernspin- oder auch Magnetresonanztomographie ist ein schonendes Untersuchungsverfahren, das ganz ohne Röntgen- und radioaktive Strahlen auskommt. Stattdessen kommen starke Magnetfelder und Radiowellen zum Einsatz. Mittels MRT lassen sich in kurzer Zeit präzise Schichtaufnahmen nahezu jeder Körperregion anfertigen.


06 Titelgeschichte

Blick durch die Gefäße Moderne Gefäßdiagnostik kann helfen, Arteriosklerose frühzeitig zu entdecken. Oft dauert es nämlich Jahre, bis erste Symptome auftreten. So wie bei Klaus Benser: Er rauchte, trieb kaum Sport und machte sich wenig Gedanken um die Folgen. Bis die Schmerzen anfingen.

Ab und zu eine Zigarette, das muss schon mal drin sein“, dachte sich Klaus Benser. Sport lag dem 56-Jährigen damals nicht wirklich. Dazu hatte der Betriebswirt auch überhaupt keine Zeit. Er liebte seinen Job und arbeitete sehr viel – auch gerne mal am Wochenende, wenn es sein musste. Stress steckte er locker weg. Doch die viele Arbeit bedeutete auch, wenig Zeit für Familie, aber vor allem für sich selbst zu haben. Bis vor einem Jahr war das kein Problem für Klaus Benser. Damals ging alles sehr schnell: Der

stechende Schmerz im rechten Oberschenkel wurde von Tag zu Tag schlimmer, manchmal konnte er nicht einmal mehr gehen. „Dies auf verengte Adern zurückzuführen, daran hätte ich nicht im Traum gedacht“, erinnert sich Benser. „Mein Hausarzt hat mir schließlich dringend geraten, meine Um die Gefäße zu schützen, ist regelmäßige Bewegung wichtig – egal ob eine Runde gemütlich joggen oder Fahrrad fahren.

Gefäße überprüfen zu lassen und einen Termin beim Internisten vereinbart.“

Was macht die Gefäße krank? Stress, Nikotin, kaum Bewegung – rückblickend weiß Klaus Benser heute, dass er viel dafür getan hat,


07 um sein Risiko für Gefäßerkrankungen eklatant zu erhöhen. Für Verengungen an Schlagadern in Becken und Beinen (Periphere Arterielle Verschlusskrankheit) ist der Auslöser die Arteriosklerose. Die Folge: Durchblutungsstörungen, die unbehandelt zu großen Schmerzen führen können. Sind gar Herz und Gehirn betroffen, kann dies im Extremfall zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen.

Ar teriosklerose entwickelt sich völlig unbemerk t langsam über Jahre und Jahrzehnte. An erster Stelle der Ursachen steht das Lebensalter, denn der Alterungs-

Foto: Kurhan/fotolia

Zeichen richtig deuten

Wer seinen Blutdruck kennt, kann schneller auf Veränderungen reagieren. Deshalb lohnt es sich, den Blutdruck regelmäßig zu messen und die Werte zu notieren.

prozess fördert die Entstehung der Erkrankung. Beeinfl ussbare Risikofaktoren sind: Rauchen, cholesterin- und kochsalzreiche Ernährung, Stress, Bluthochdruck, Diabetes und Bewegungsmangel. Auch die genetische Disposition spielt eine Rolle. So ist beispielsweise die Menge des Cholesterin-Transporteiweißes Lipoprotein a erblich bedingt und wird nicht durch einen gesunden Lebensstil beeinflusst. Als Klaus Benser beim Facharzt war, nahm dieser zunächst eine Blutprobe,

um den Fettstoffwechsel und die Zuckerwerte zu kontrollieren. Er prüfte den Blutdruck an Armen und Beinen und maß den Puls in Kniekehlen und Fußgelenken. Anschließend wurden die Beine mittels Doppler-Sonografie untersucht. Diagnose: PAVK oder Periphere Arterielle Verschlusskrankheit in der Oberschenkelarterie des rechten Beines.

Vorstoß zur Engstelle Zur Absicherung der Diagnose und der richtigen Therapieentscheidung

Verschlusskrankheit – die Warnzeichen ● Im Stadium I verläuft die Erkrankung beschwerdefrei. ● Im Stadium II, wenn der Adernquerschnitt auf Werte unter 50 Prozent verringert ist, kommt es zu Be-

Foto: Kurhan/fotolia

schwerden. Bei normalem Gehen

IIb (unter 200 Meter). ● Im Stadium III leidet der Patient auch bei Passivität unter Schmerzen, die Ernährung des Gewebes ist aber noch nicht gestört. ● Im Stadium IV kommt es zum

treten Muskelschmerzen auf. Je

Ruheschmerz mit einer Störung der

nach Länge der Gehstrecke ohne

Gewebeernährung. Das Gewebe

Schmerzen teilt man in Stadium IIa

stirbt ab, es entstehen Wunden, die

ein (über 200 Meter) und Stadium

schlecht oder nicht heilen.


08 Titelgeschichte

Foto: BSIP/CCN

Arteriosklerose entsteht langsam und bleibt lange Zeit unbemerkt. In Deutschland leiden etwa 20 Prozent der Menschen über 55 Jahre an dieser Erkrankung.

wurde Klaus Benser zum Radiologen überwiesen. Die exakte Lage und das Ausmaß der Engstelle in Klaus Bensers Bein wurde per kernspintomographischer Angiographie ermittelt. Die MRT-Angiographie ist ein bildgebendes Verfahren, mit dessen Hilfe Blutgefäße dargstellt werden. Um die Blutgefäße vom Umgebungsgewebe abzuheben, ist die Gabe eines Kontrastmittels notwendig. Alternativ kann auch die Computertomographie zum Nachweis von Gefäßerkrankungen eingesetzt werden (CT-Angiographie).

Genaue Diagnostik durch bildgebende Verfahren Mittels moderner bildgebender Diagnostik (Kern-

Darstellungen verarbeitet, die es dem Radiologen

spin- oder Computertomographie) kann das gesamte

ermöglichen, auf dem Bildschirm dem Lauf der Blut-

Gefäßsystem auf krankhafte Veränderungen unter-

bahnen zu folgen und selbst kleinste Veränderungen

sucht werden. Dabei können bestimmte Blutbahnen,

frühzeitig zu identifizieren. In vielen Fällen kann die

z. B. Gehirn- und Kopfarterie oder auch die Schlag-

radiologische Diagnostik invasive und damit den

adern des Bauches und der Beine, genau ins Visier

Patienten belastende Eingriffe wie Katheter-Unter-

genommen werden. Mit Hochleistungsrechnern wer-

suchungen ersetzen.

den die gewonnenen Bilddaten zu plastischen 3-D-

Sowohl die CT- als auch die strahlungsfreie MR-

Um verengte Gefäße zu behandeln, gibt es drei Möglichkeiten: die Einnahme von Medikamenten, eine Ballonaufweitung mit Stent oder eine Bypass-Operation. „Da ich rechtzeitig den Arzt aufgesucht habe, genügte bei mir eine Behandlung mit Medikamenten“, sagt Klaus Benser. „Allerdings habe ich mein Leben etwas umgekrempelt. Den Zigaretten habe ich abgeschworen und ich mache immerhin zweimal die Woche Sport. Denn so etwas möchte ich nämlich nicht noch mal durchmachen.“

Gehirnarterien Halsschlagadern

Bauchschlagader

Foto: Dr. Christian Georg, Karlsruhe

Angiographie sind Standardverfahren zur Darstellung der Blutgefäße und zur Früherkennung von Durchblutungsstörungen. Damit können arteriosklerotische Ablagerungen, aber auch Aussackungen von Gefäßen (Aneurysmen) in einem Stadium erkannt werden, in dem sie noch keine weiteren Beschwerden

Oberschenkelarterien

verursachen. Gleichzeitig können Behandlungen eingeleitet werden, noch bevor ernsthaftere Probleme und Komplikationen (z. B. Schlaganfall, Herzinfarkt etc.) auftreten. Neben der Früherkennung von Gefäßveränderungen werden Kernspin- und die Computertomographie auch eingesetzt bei der Nachuntersuchung von Eingriffe wie eine Stentimplantation oder eine By-

Unterschenkelarterien

Foto: Siemens, Healthcare

Patienten, um zu überprüfen, ob beispielsweise pass-Operation erfolgreich waren. Welche Methode letztendlich zum Einsatz kommt, hängt von der genauen Fragestellung ab und wird durch den Radiologen und den behandelnden Facharzt situativ ent-

Darstellung der Aorta (Hauptschlagader) mittels CT-Angiographie

schieden. Weitere Informationen zu den bildgebenden

Verfahren finden Sie auf www.radiologie.de

Darstellung der Gefäße mittels Ganzkörper-MRT


09

Tipps für gesunde Gefäße

Information

Man muss nicht tatenlos zusehen, wie Venen und Adern sich verengen. Im Gegenteil, schon ein paar Maßnahmen schützen die Gefäße vor einer Erkrankung.

A

rteriosklerose wird durch einige Risikofaktoren beschleunigt. 80 Prozent der Deutschen haben erhöhte Cholesterinwerte, 50 Prozent leiden unter erhöhtem Blutdruck. Arteriosklerose entsteht zumeist durch ein Zusammenspiel unterschiedlicher Verhaltensweisen: wenig Bewegung, falsche Ernährung und genetische Veranlagung. Während man gegen Letzteres wenig machen kann, gibt es für die ersten beiden Faktoren Gegenmittel. Hier ein paar Tipps:

Gesunde Ernährung

stattdessen mit Kräutern und Gewürzen das Gericht abschmecken?

Sport Die Gefäße kann man im wahrsten Sinne des Wortes trainieren. Besser dreimal die Woche 20 bis 30 Minuten Bewegung, als keine Bewegung. Je nach Fitnesszustand gibt es eine Fülle von Sportarten, mit denen man die Muskulatur und damit die Durchblutung fördert: Joggen, Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren sind gute Ausdauersportarten. Aber auch Wandern und Gymnastik aktivieren die Muskelpumpe. Wichtig ist, dass es Spaß macht und man sich nicht überlastet. Ein positiver Nebeneffekt: Regelmäßige Bewegung verhindert Übergewicht, was nicht selten Auslöser für Bluthochdruck, Zuckererkrankung oder hohe Cholesterinwerte ist.

Venenfreundliches Verhalten Das A und O einer abwechslungsreichen und vor allem gesunden Ernährung sind viele Vitamine – insbesondere Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12. Sie sind in Obst, Kohlgemüse, Fenchel, Nüssen und Vollkornprodukten enthalten. Diese Vitamine helfen dabei, HerzKreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Menschen mit erhöhtem Cholesterinwert sollten möglichst wenig Cholesterin zu sich nehmen, Empfehlung: weniger als 300 Gramm pro Tag. Grundsätzlich gilt: Beim Kochen anstelle von tierischem Fett lieber pflanzliche Öle (zum Beispiel Olivenöl) verwenden. Besonders mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3 wirken wie eine Schutzhülle für gesunde Gefäße. Und warum nicht auf Salz verzichten und

Neben einer gesunden Ernährung und regelmäßiger Bewegung gibt es noch weitere Maßnahmen, wie man seine Gefäße gesund hält: • Den Zigaretten entsagen: Das Rauchen ist eines der höchsten Risikofaktoren für Herz- und Kreislauf-Erkrankungen. Je höher dabei der Zigarettenkonsum, desto höher das Risiko. • Blutdruck messen: Wer seinen Blut-

druck kennt, kann schneller auf erhöhte Werte reagieren. Denn langanhaltender Bluthochdruck kann die Gefäße zerstören • Füße drehen: Wer lange sitzen muss, beispielsweise in der Arbeit oder bei Besprechungen, sollte regelmäßig mit den Beinen wippen und die Füße kreisen.

Alle Infos rund um Arteriosklerose, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten gibt es auf www.radiologie.de


10 Vorsorge

Ein harter Knochen Wussten Sie, dass ein poröser Knochen bereits beim Niesen brechen kann? Die Ursache: Osteoporose. Die Krankheit tritt vor allem bei älteren Menschen auf. Doch gegen den schleichenden Schwund der Knochenmasse kann man etwas tun ...

S

chätzungen zufolge leidet in Deutschland fast jede dritte Frau und ungefähr jeder fünfte Mann über 50 Jahre unter Osteoporose. Diese Menschen haben eines gemeinsam: Ihre Knochenmasse ist vermindert, die Mikroarchitektur ihrer Knochen hat sich verschlechtert. Die Folge: Die Knochen werden brüchig. Dabei kann nicht nur ein einzelner Knochen betroffen sein, sondern das gesamte Skelett. Wie bei vielen chronischen Erkrankungen zeigt die Osteoporose keine Frühsymptome. Häufig wird die Krank-

Die Röntgenaufnahme der Wirbelsäule zeigt einen Bruch des zweiten Lendenwirbels (siehe Pfeil).

heit erst erkannt, wenn ein Knochen gebrochen ist. Die Frakturen treten meistens an der Wirbelsäule und der Hüfte auf. Ist die Erkrankung fortgeschritten, kann es schon durch minimale äußere Einwirkungen zu einem Knochenbruch kommen – das Hochheben einer Einkaufstasche oder eine Niesattacke werden zur Gefahr.

Nicht nur Frauensache Am meisten betrifft die Krankheit Frauen während und nach den Wechseljahren, wobei Osteoporose aber nicht nur eine reine Frauenkrankheit ist. Männer erkranken zwar seltener, stellen aber bereits 20 Prozent aller Osteoporosepatienten. Wird die Erkrankung jedoch früh festgestellt und behandelt, so können die gravierenden Folgen weitgehend vermieden werden. Einer Osteoporose kann der Arzt mit verschiedenen Methoden auf die Spur kommen: Neben klinischen Untersuchungen, laborchemischen Parametern und Röntgenuntersuchungen stehen auch densitometrische Verfahren zur Bestimmung der Knochendichte zur Verfügung. Die Knochendichte per Ultraschall zu bestimmen, zum Beispiel an der Ferse und am Unterarm, eignet sich nach derzeitigem Wissensstand und nach der Auffassung des Dachverbandes der deutschsprachigen osteologischen Fachgesellschaften nicht zur Beurteilung der Osteoporose.

Risikofaktoren Da im Durchschnitt etwa 40 Prozent aller Frauen in ihrem Leben eine osteoporosebedingte Fraktur erleiden, ist eine frühzeitige Bestimmung der Knochendichte sinnvoll. Risikofaktoren zur Entwicklung einer Osteoporose sind unter anderem kalziumarme Ernährung, Vitamin-D- und K1-Mangel, zu wenig Bewegung und verstärkter Alkoholkonsum. Ein weiterer Auslöser kann die Verminderung der weiblichen Hormone in der Menopause (Wechseljahre) sein. Stoffwechselerkrankungen wie Schilddrüsen-Fehlfunktionen und bestimmte Medikamente können ebenfalls das Entstehen einer Osteoporose begünstigen. Für wen eine Knochendichtemessung


11 Kalziumreiche Ernährung und Vitamin D sind wichtige Bausteine für die Knochen. Joghurt und Milch, Soja und Sesam, Brokkoli und Grünkohl enthalten viel Kalzium. Vitamin D bildet der Körper selbst, wenn er ausreichend Sonnenlicht erhält.

nicht übernommen. Der Patient kann sie jedoch auf Wunsch als Selbstzahler oder IGeL-Leistung (individuelle Gesundheitsleistung) in den dafür ausgestatteten radiologischen Praxen durchführen lassen.

Foto: © fritzi braun / Fotolia.com

Täglich bewegen

sinnvoll ist, entscheidet in der Regel der behandelnde Arzt. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür bei Patienten, die bereits eine Fraktur ohne ein nachweisbares adäquates Trauma (Unfall)

erlitten haben und bei denen gleichzeitig ein begründeter Verdacht auf Osteoporose besteht. Fehlen diese Voraussetzungen, wird bei gesetzlich versicherten Patienten die Knochendichte-Messung

Der Grundstein für die Osteoporose wird bereits in der Kindheit gelegt. Falsche Ernährung beeinfl usst die Mineralisation des wachsenden Knochens negativ, zieht aber auch bei Er wachsenen ein erhöhtes Osteoporoserisiko nach sich. Fehlende sportliche Betätigung und Bewegungsmangel sind ebenfalls wichtige Risikofaktoren für das Entstehen einer Osteoporose. Regelmäßige und tägliche Bewegung ist eine der wichtigsten Säulen in der Prävention und Therapie. Wer sich nicht bewegt, verliert fünf bis zehn Prozent Muskel- und Knochenmasse pro Jahr. Hat der Arzt eine Osteoporose festgestellt, steht eine Vielzahl an Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Diese müssen immer an die individuelle Situation des einzelnen Patienten angepasst werden und mit dem jeweiligen behandelnden Arzt abgestimmt sein.

Krankheit früh erkennen Mit einer Röntgenuntersuchung wird eine Osteoporose nur

sollten Skelettanteile mit hohem Anteil an spongiösem

erkannt, wenn die Knochenmasse bereits um 30 bis

Knochen (zum Beispiel Wirbelkörper, Hüftknochen), da

40 Prozent vermindert ist, oder sogar schon Brüche aufge-

diese am frühesten und stärksten betroffen sind und sich

treten sind. Zur Früherkennung ist eine Röntgenaufnahme

hier auch die folgenschwersten Brüche ereignen. Basierend

daher nicht geeignet. Die Knochendichte lässt sich mithilfe

auf der derzeit gültigen Definition der WHO liegt eine Osteo-

densitometrischer Verfahren ermitteln, die den Mineralsalz-

porose vor, wenn die ermittelte Knochendichte um mehr als

gehalt der Knochen bestimmen. Dazu zählen die DEXA-

2,5 Standardabweichungen vom durchschnittlichen statis-

Methode und schnittbildgestützte Techniken wie die quan-

tischen Mittelwert gesunder 30-Jähriger nach unten

titative Computertomo graphie (Q-CT). Gemessen werden

abweicht (T-Score < -2,5 SD).


12 Fokus Übersicht der Untersuchungsmethoden zur

Erkennung von Brustkrebs Mammographie Die Mammographie ist die spezielle Röntgenuntersuchung der Brust. Mit einer besonders „weichen“, d.h. niederenergetischen Röntgenstrahlung werden die Drüsenstrukturen der Brust dargestellt. In der Diagnostik von Brustkrebs (Mammakarzinom) eignet sich die Mammographie vor allem zur Früherkennung von Tumoren, weil auf dem Mammographie-Bild schon sehr kleine, nicht tastbare Knoten sichtbar sind.

Risikofaktoren vermeiden Frauen können das Risiko von Brust-

Die Mammographie kommt zu folgenden Zwecken zum Einsatz: • Früherkennung bei Verdacht auf Brustkrebs • bei Risikopatientinnen (z.B. Brustkrebsfälle in der Familie) • als Screening-Mammographie alle zwei Jahre für Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren (bundesweites Mammographie-Screening-Programm) • gezielte Abklärung auffälliger Befunde, z.B. Knoten, Verhärtung, Ausfluss aus der Brustwarze • im Rahmen der Nachsorge bei Patientinnen mit Brustkrebs.

krebserkrankungen nach den Wechseljahren selbst beeinflussen!

E

ine Fall-Kontroll-Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Universitätsklinikums Hamburg fand heraus, dass es neben den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren wie Familiengeschichte oder früher Zeitpunkt der ersten sowie später Zeitpunkt der letzten Regelblutung, auch beeinflussbare Faktoren gibt. An der Studie nahmen knapp 10.000 Frauen teil. 30 Prozent aller Fälle von Brustkrebs nach den Wechseljahren können durch mehr Bewegung und einen Verzicht auf Hormonersatztherapie bei Wechseljahrbeschwerden vermieden werden. Alkoholkonsum und Übergewicht wurden ebenfalls ausgewertet, haben jedoch nur einen geringen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko. 19,4 Prozent aller Fälle von Brustkrebs nach den Wechseljahren waren laut den Berechnungen auf Hormonpräparate und 12,8 Prozent auf mangelnde Bewegung zurückzuführen. Somit sind beide Einflussgrößen zusammen für etwa 30 Prozent aller Krebsfälle verantwortlich. Die unveränderlichen Faktoren, welche von den Frauen nicht beeinflussbar sind, bedingten insgesamt rund 37 Prozent aller Brustkrebserkrankungen. „Das heißt, dass zwei Faktoren, die jede Frau selbst in der Hand hat, für vergleichbar viele Fälle von Brustkrebs nach den Wechseljahren verantwortlich sind wie die nicht beeinflussbaren Faktoren“, sagt Studienautorin Karen Steindorf.

Ultraschall Eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) ist ein schmerzloses bildgebendes Verfahren, mit dem man mittels Ultraschallwellen, das heißt ohne Verwendung von Strahlen, verschiedene Organe und Körperregionen untersucht. So kann der Ultraschall sogar in der Schwangerschaft gefahrlos eingesetzt werden. Die Sonographie kommt vor allem bei (jüngeren) Frauen mit dichtem Drüsengewebe und zumeist ergänzend zu einer eine Verdachtsdiagnose abklärenden Mammographie zum Einsatz.

Kernspintomographie (MRT) Mithilfe der Kernspintomographie, die keine Röntgen- oder radioaktiven Strahlen einsetzt, sondern ein starkes Magnetfeld und Radiowellen, lassen sich in kurzer Zeit eindrucksvolle Schichtaufnahmen nahezu jeder Körperregion abbilden. Die MRT wird in der Brustkrebs-Diagnostik zumeist als Zusatzmethode eingesetzt, zum Beispiel bei einem Knoten, der sich mittels Ultraschall (Sonographie) und Röntgen der Brust (Mammographie) nicht ausreichend beurteilen lässt oder im Rahmen der Nachsorge bei Brustkrebspatientinnen.


13

Bahnbrechende Erfindungen

Bei diesem Gemälde handelt in der Szene es sich um ein bekannt als B-FreE. Es existiereUnikat des Streetartkünstle dieser Serie. rs Marcus Dörr, n lediglich 360 Dargestellt individuelle sind 5 Nobelpr Ausführungen eisträger in der Radiolog ie. feel d iffren t

Kunstwerk Das Bild links unten zeigt eine Collage

Vita des Künstle rs: Marcus Dörr (*1975) lernte war Marcus Dörr von Streetarvon 1994 bis 1997 Siebdru gründete er cker. Schon 1997 die Agentur t und der Kunst mit als Teenage Sprühdo Künstler zum r Beruf. Er gestalteartmos4 und machte sein sen fasziniert. Deshalb Sprühdose Hobby als freischa te fortan zahlreic als auch mit he Werbefl ffender den werk unterm auerte Marcus in seiner Ausbildung erlernte ächen – sowohl mit der Gestaltung Dörr durch n Techniken. in Frankfurt ein Studium am Main. an der Fachob Sein Handerschule für Seine Werke: 2005 künstlerische Gestaltung der und Frankfu rt/Gallus sowie Bahnhöfe Neu-Isenburg, Hauptbahnhof. Dillenburg der Busines 2006 s Lounge im Frankfurter Gestaltung von 2007 Innenraumgest 10 Getränkemärkten für 2007 Coca-Cola. altung der VELTINS Gestaltung eines -Arena in 2008 Wandgestaltungüber 1000 qm großen KraftwerBottrop. 2009 kes für die Mainova Umgestaltung für Mercedes-Benz in AG. Frankfurt. der Lego VIP Lounge der Allianz Arena in München.

Bild 01 von

360

der fünf Nobelpreisträger. Das moderne Kunstwerk stammt vom Streetartkünstler

Die Möglichkeit, Knochen durch die Haut sichtbar zu

Marcus Dörr (geboren 1975). Der gelernte Siebdru-

machen, versetzte die Welt in Staunen und eröffnete eine

für Streetart und die Kunst mit Sprühdosen. 1997

völlig neue Sichtweise auf den menschlichen Körper.

I

m November 1895 entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen im Physikalischen Institut der Universität Würzburg die später nach ihm benannten Röntgenstrahlen. Die erste Aufnahme zeigte die Hand seiner Frau. Eine Revolution auf dem Gebiet der medizinischen Diagnostik nahm ihren Ausgang. Plötzlich konnte man ins Innere schauen, ohne invasive Eingriffe in den Körper vornehmen zu müssen. Diese wissenschaftliche Leistung wurde vor über 100 Jahren, am 10. Dezember 1901, mit der Verleihung des ersten Nobelpreises für Physik an Wilhelm C. Röntgen gewürdigt. Dieser ersten Auszeichnung folgten zwei weitere Nobelpreise für bahnbrechende Erfindungen in der radiologischen Diagnostik. Die Entwicklung der Computertomographie (CT) geht zurück auf den Physiker Allan M. Cor-

cker interessierte sich schon in seiner Jugend sehr gründete er die Agentur artmos4 und machte sein Hobby zum Beruf. Seither ist er als freischaffender Künstler tätig. Das Gemälde ist ein Unikat. Es existieren nur 360 individuelle Ausführungen dieser Serie.

mack und den Ingenieur Sir Godfrey N. Hounsfield. Cormack veröffentlichte erst die theoretischen Grundlagen der CT, Hounsfield griff diese Anregungen auf und entwickelte die technischen Grundlagen für die Umsetzung der Theorie in die Praxis. Ziel war es, neue Methoden zu finden, das Körperinnere darzustellen. Die Idee: Röntgenstrahlen auf vier Achsen per Computer auszuwerten und Schichtaufnahmen zu erhalten. Cormack und Hounsfield erhielten gemeinsam 1979 „für ihre Entwicklung der Computer assistierten Tomographie“ als der größten Revolution der Röntgendiagnostik (nach

Entwurf blau-aubergine

der Entdeckung der Röntgenstrahlen selbst) den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Paul Christian Lauterbur und Peter Mansfield erhielten 2003 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für ihre Entdeckungen im Zusammenhang mit dem Einsatz von Magnetresonanz bei der Abbildung unterschiedlicher Strukturen. Paul Lauterbur entdeckte die Möglichkeit, zweidimensionale Bilder zu erstellen – durch die Einführung sogenannter Gradienten, die die Stärke des Magnetfeldes veränderten. Peter Mansfield entwickelte den Prozess der Ausnutzung von Gradienten im Magnetfeld weiter. Seine Erkenntnisse führten schließlich zur modernen Magnetresonanztomographie (MRT), einem bildgebenden Verfahren ohne Einsatz von Röntgenstrahlen. Alle fünf Wissenschaftler haben erheblich zur Weiterentwicklung der bildgebenden Diagnostik beigetragen. Die Radiologie ist damit der am meisten ausgezeichnete medizinische Fachbereich. Von den Innovationen profi tieren Patienten durch immer zuverlässigere Diagnosen. Am 10. Februar 2011, dem Todestag des Entdeckers der sensationellen Strahlen, hat die European Society of Radiology zum ersten Mal den European Day of Radiology veranstaltet. Insgesamt 19 europäische Nationen beteiligten sich mit Veranstaltungen rund um die Radiologie.


14 Kurz gemeldet

„Baby born“ im MRT E

Sagittale (seitliche) Ansicht – Kind im Geburtskanal unmittelbar vor der Geburt

rstmalig zeichnete ein Kernspintomograph (MRT) die Geburt eines Kindes auf. In einem offenen Hochfeld-MRT brachte eine Mutter in der Universitätsklinik Charité in Berlin ihr Kind zur Welt. Durch die Dokumentation des Geburtsablaufs erhofft man sich kritische Phasen einer Geburt in Zukunft früher und besser einschätzen zu können. Bislang hatte man Detailkenntnisse zur Geburtsmechanik allein durch Tastuntersuchungen gewonnen. Durch die Aufzeichnung im MRT konnten die Ärzte erstmals genau sehen, wie sich ein Kind in den Geburtskanal einpasst. Eine wahre Bilder-Geburt.

Sehr gute Note!

D

ie Auswertung unserer kleinen Umfrage in der Herbstausgabe des „Radialog“ attestiert ein klares Interesse der Patienten an der Zeitschrift. Über die Durchschnittsnote 1,5 freuen sich die radiologischen Praxen. Ziel dieses Mediums ist es, die Patienten kurzweilig und kompetent über Themen rund um die Radiologie zu informieren. Durchweg gaben die Patienten zur Antwort: „Ich würden den Radialog wieder lesen“ und schätzen die zweimal jährlich erscheinende Zeitschrift als gute Ergänzung zum sonstigen Leseangebot im Wartezimmer.

Patienten schätzen Radiologie Zur Durchführung radiologischer Untersuchungen geht die deutliche Mehrheit der Befragten am liebsten zum Radiologen. Dies ist das Ergebnis einer deutschlandweiten Studie zur Patientenzufriedenheit, an der 11.000 Patienten im Radiologienetz im Jahre 2009 teilnahmen. Die Patienten erwarten beim Radiologen modernere Technik und bessere Diagnosen als bei ihren behandelnden Ärzten und nehmen dafür auch Wege und Wartezeiten in Kauf. Vorurteile gegen die sogenannte Apparate-

medizin scheinen nicht vorhanden zu sein – was auch eine aktuelle Studie des infas Instituts, Bonn, bestätigt. Im Gegenteil: Die Befragten fanden mit großer Mehrheit, dass die Radiologen die Ursache für Beschwerden finden und dadurch die Weichen für die weitere Therapie stellen. Der Zulauf zu radiologischen Diagnosemethoden schlägt sich in neueren Studien in jährlichen Zuwachsraten von fünf Prozent bei den CTund sieben Prozent bei den MRT-Untersuchungen in Deutschland nieder.

Anforderungsratgeber

D Der Anforderungsratgeber ist eine hilfreiche Möglichkeit für Ärzte und interessierte Laien, sich mit den verschiedenen radiologischen Untersuchungsmethoden besser vertraut zu machen.

er Anforderungsratgeber Radiologie ist nicht nur für Ärzte gedacht, sondern auch für interessierte Laien. Er erklärt die bildgebenden Verfahren (Röntgen, Ultraschall, CT, MRT, Nuklearmedizin und PET), die am besten für eine bestimmte Erkrankung geeignet sind. Ziel ist es, • die Patientenversorgung zu optimieren • die Zusammenarbeit mit den zuweisenden Ärzten zu stärken und zu verbessern • unnötige Kosten zu vermeiden. Unterteilt wird der Fragebogen in die verschiedenen Körperregionen wie Kopf, Wirbelsäule, innere Organe, Skelett und Muskulatur. Weitere Kapi-

tel widmen sich Themen wie Trauma, Tumore und spezifische Erkrankungen bei Frauen und Männern oder in der Kinderheilkunde. Der allgemeine Teil enthält Faustregeln für die Überweisung an die Radiologie allgemein, die Mammographie, MRT und CT. Der Anforderungsratgeber basiert auf den europäischen Leitlinien zur Anforderung von bildgebenden Verfahren. Es gibt ihn in digitaler und gedruckter Form. Mehr Infos finden Sie auf www.radiologie.de oder fordern Sie den Ratgeber einfach per Mail unter info@radiolgie.de an.


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Sudoku zum Tüfteln Lösen Sie unser Sudoku und gewinnen Sie einen von zehn digitalen Bilderrahmen. Sudoku ist ein japanisches Logikrätsel. Ziel ist es, die Kästchen mit den Ziffern 1 bis 9 so zu füllen, dass jede Ziffer in jeder Spalte, in jeder Zeile und in jedem Block genau einmal vorkommt. Einfach Sudoku ausfüllen, die Zahlen in den farbig markierten Kästchen addieren, die Lösungszahl auf der Postkarte eintragen und abschicken. Unter allen Einsendungen verlosen wir zehn digitale Bilderrahmen. Wir wünschen Ihnen viel Glück!

Gehirn-Jogging für jedermann Sudokus und Kreuzworträtseln stimulieren das Gehirn. Darüber hinaus sind sich die Forscher aber auch einig, dass gezielte Gehirn-Jogging-Übungen genauso gute Effekte erzielen. Mehr dazu gibt es auf www.radiologie.de

Kunstwerk zu gewinnen Ein guter und vertrauter Kontakt zu unseren Patienten ist uns wichtig – Ihre Meinung ebenfalls! Füllen Sie aus diesem Grund nebenstehende Postkarte aus und helfen Sie uns, unsere Leistungen weiter zu optimieren. Unter allen Einsendungen verlosen wir eine Collage mit fünf Nobelpreisträgern der Radiologie (siehe Seite 13). Lösen Sie zudem das Sudoku und tragen Sie die Lösungszahl im dafür vorgesehenen Kästchen ein. Mit etwas Glück können Sie einen von zehn digitalen Bilderrahmen gewinnen. Vielen Dank für Ihre Unterstützung und viel Erfolg!

✁ In welcher Praxis waren Sie?

Was könnte die Praxis besser machen?

Ihre Meinung zur Zeitschrift „Radialog“:

Ich möchte folgendes Material kostenlos bestellen:

Radiologienetz

Individueller Röntgenpass zur Dokumentation radiologischer Untersuchungen Radiologie-Wörterbuch für Einsteiger

Die Lösungszahl aus dem Sudoku lautet:

1. Die Teilnahme von Gewinnspielvermittlern oder sonstigen juristischen oder natürlichen Personen, die selbst automatisierte und /oder massenhafte Anmeldung von Gewinnspielteilnehmern vornehmen, vornehmen lassen oder vermitteln, ist ausgeschlossen. 2. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Gesundheit für Herz Heiteres aus der Medizin und Gefäße Herzinfarkt und Hirnschlag – beides sind Folgen der Arteriosklerose, einer fortschreitenden Erkrankung der Blutgefäße, die gerade in den Industrieländern weitverbreitet ist. Fast jeder zweite Todesfall geht auf das Konto von Krankheiten des Kreislaufsystems. Dabei ist Arteriosklerose kein unabwendbares Schicksal und auch keine Alterserscheinung, mit der man sich abfinden muss. Meistens lassen sich die Ablagerungen in den Arterien vermeiden oder zumindest verringern, denn die Arteriosklerose ist nur zu etwa einem Drittel auf genetische Faktoren zurückzuführen. Wie sieht der Lebensstil aus, der die Gefäße schont? Er ist keineswegs von Entbehrungen gekennzeichnet, sondern führt zu mehr Beweglichkeit, Ausgeglichenheit und neuen Geschmackserlebnissen. Arteriosklerose – die stille Gefahr, von der Schweizerischen Herzstiftung, Verlag Hans Huber, ISBN 978-3-456-84697-2, 14,95 Euro

Hans Bankl wurde mit 31 Jahren der jüngste Pathologie-Dozent Österreichs und wurde weit über seinen beruflichen Umkreis hinaus für seine skurrilen und nachdenklich stimmenden Medizingeschichten bekannt. Wie genau verhält sich Quantität zu Qualität des menschlichen Leichnams? Wem gehört ein Verstorbener? Er entlarvt die Mär vom Hippokratischen Eid und berichtet über die Ungerechtigkeit in der Heilkunde. Bankl sammelte Hunderte von Krankenberichten und Autopsie-Dokumenten berühmter Persönlichkeiten – vom Obduktionsprotokoll Kaiser Maximilians II. bis zur Verlautbarung über den Tod Leonard Bernsteins. Zahlreiche überlieferte Bonmots berühmter Ärzte geben dem Buch den morbiden Humor, den man Pathologen gemeinhin unterstellt, denn „als Pathologe ist man gewohnt, dass sich keiner bedankt“. Der Pathologe weiß alles ... aber zu spät, von Hans Bankl, RadiologieWörterbuch für Einsteige Goldmann-Verlag, r ISBN 978-3-442-15216-2, 7,50 Euro

In diesem Büchlein steckt viel drin: die wichtigsten radiologischen Begriffe einfach und verständlich erklärt.

✁ Entgelt zahlt Empfänger

Absender Vorname, Name Straße, Hausnummer PLZ E-Mail

Ort

Antwort Radiologienetz Ringstraße 19 B 69115 Heidelberg

Sagen Sie uns, was Sie denken! Ihre Meinung zählt! Helfen Sie uns, unseren Service zu verbessern, indem Sie die Fragen auf der Postkarte beantworten und diese einfach in den Briefkasten werfen. Das Porto übernehmen wir für Sie! Der „Radialog“ soll als Brücke zwischen Patient und Radiologe dienen. Sehen Sie das Heft als Anregung, mit uns über die Inhalte zu reden. Vermissen Sie ein bestimmtes Thema? Wie gefallen Ihnen die Themen? Zögern Sie nicht, uns Ihre Meinung zu sagen!


Radialog 01/2011