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Das Patientenmagazin Ihrer Radiologiepraxis | 01/2012

Radialog Fußball-EM Bildgebende Diagnostik auf der Reservebank

Seite 04

Große Datenmenge – so werden radiologische Aufnahmen archiviert

Radiologienetz

Seite 09

Früherkennungsmaßnahmen, die von der Krankenkasse gezahlt werden

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Bild: Bongarts/Getty Images

Ab Seite 06

Seite 12

Verdienen Radiologen eigentlich zu viel Geld? Ein Hintergrundbericht.

Radialog online unter www.radiologie.de


02 Einblick

Gemeinsam stark für die Patienten Oberstes Ziel des Radiologienetz, einem bundesweiten Zusammenschluss unabhängiger Radiologen, ist die optimale Versorgung der Patienten. Information Mehr Infos zum Radiologienetz finden Sie auf www.radiologie.de

D

ie im Radiologienetz zusammengeschlossenen Radiologen und Nuklearmediziner bieten ihren Patienten medizinische Versorgung auf hohem Niveau. Im Mittelpunkt der Bemühungen steht das Wohl der Patienten. Notfalldiagnostik, Teleradiologie, Zweitmeinungsverfahren, gemeinsame Fortbildungen, Früherkennungsuntersuchungen und vieles mehr dienen dazu, unnötige Eingriffe zu vermeiden und die richtige Therapie frühestmöglich einzu-

leiten. So hat die Gruppe ein kostenloses, unabhängiges Informationsportal für Patienten und Zuweiser unter www.radiologie.de aufgebaut. Hier stehen alle Informationen rund um die radiologischen Untersuchungen und Therapien inklusive der Möglichkeit, einen ärztlichen Experten kostenfrei um Rat zu fragen. Durch die Selbstverpflichtung der Mitgliedsradiologen zur Einhaltung anspruchsvoller Qualitätskriterien sowie die Einführung Radiologie spezifischer

Qualitätsmanagementsysteme und Qualitätszertifizierungen der Praxen soll kommuniziert werden: Das Radiologienetz verpflichtet sich ohne Wenn und Aber dem Oberziel der diagnostischen Qualität. Das Feedback unserer Patienten bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Bei einer deutschlandweiten Studie zur Patientenzufriedenheit 2009 erhielten die 89 teilnehmenden Praxen von über 11.000 Patienten die Durchschnittsnote 1,5.

Radiologienetz • Mitgliedspraxis des Radiologienetz

Alle Informationen (Kontaktdaten, Leistungsspektrum, Internetseite) zu den einzelnen Praxen im Radiologienetz finden Sie auf www.radiologie.de unter „Den richtigen Radiologen finden“ – Ihre Radiologensuche!


03 Bald startet eines der beiden großen sportlichen Veranstaltungen des Jahres: die Fußball-Europameisterschaft. Welche Bedeutung die bildgebende Diagnostik für den Sport hat, steht ab Seite 06.

Liebe Patientinnen, liebe Patienten I

n der neuen Ausgabe Ihrer Patientenzeitschrift „Radialog“ haben wir für Sie viele interessante Beiträge zusammengestellt. Das Radiologienetz, das aus 360 niedergelassenen Radiologen und Nuklearmedizinern in 100 Praxen und 70 Krankenhäusern bundesweit besteht, möchte durch den „Radialog“ einen Beitrag zur Qualität der Kommunikation zwischen Praxis und Patienten leisten. Gerade in unseren zumeist großen Praxen mit durchschnittlich 40 Mitarbeitern ist es nicht immer einfach für uns, unsere Patienten näher kennenzulernen und Ihnen die persönliche Zuwendung zuteil werden zu lassen, die Sie von Ihrem Hausarzt vielleicht gewohnt sind. Mit „Radialog“ haben wir daher einen ganz eigenen Weg gewählt, Ihnen verschiedene Themen rund um die Radiologie verständlich zu präsentieren. Um einen Verdacht diagnostisch abzusichern oder überhaupt auf irgendwelche Anzeichen einer Erkrankung zu stoßen, werden wir von einer Hightech-Apparatur unterstützt. Die technischen Entwicklungen bieten dabei immer mehr Möglichkeiten, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und schon die Diagnose schonend – nämlich ohne körperliche Eingriffe – stellen zu können. In unserem Leitartikel (ab Seite 6) zeigen wir auf, dass die Hightech-Diagnostik sowohl im Freizeitals auch im Profisport immer mehr zum Einsatz kommt und in der Sportmedizin zu zeitnahen, zuverlässigen Diagnosen führt. Mit ihrer Kampagne „Medizin mit Durchblick“ wollen die radiologischen und nuklearmedizi-

nischen Fachgesellschaften verständlich den wichtigen Beitrag Ihrer Fachgruppen für die Patientenversorgung verdeutlichen. Lesen Sie hierzu das Interview mit Professor Forsting auf Seite 11. Frühzeitiges Erkennen von Krankheiten erhöht oftmals die Heilungschancen. Daher zahlen die gesetzlichen Krankenkassen eine Reihe von Vorsorgeuntersuchungen für ihre Versicherten. Informieren Sie sich auf Seite 9. Den Radiologen von Radiologienetz ist es ein Anliegen, das immer wieder in den Medien erzählte „Märchen vom Radiologen als Großverdiener“ unter den Ärzten zu enttarnen und Verständnis bei ihren Patienten für die – teilweise recht angespannte – Lage der ambulanten Radiologie zu wecken. Mehr dazu auf Seite 12. Auf Seite 13 haben wir wie immer medizinische und radiologische Kurzmeldungen. Dieses Mal mit dabei: die Internetseite www.washabich.de als pragmatischer Beitrag für eine verbesserte Kommunikation zwischen Patient und Arzt. Hierzu dient im übrigen auch das „Wörterbuch der Radiologie“, das Sie mit der Postkarte auf der letzten Seite bei uns bestellen können. Nehmen Sie auch an unserem Gewinnspiel teil und stecken Sie sich diese Zeitschrift gerne als Ihr persönliches Exemplar ein. Ihre Radiologen im Radiologienetz

Fokus Besteht der Verdacht einer Erkrankung des Nervensystems, kommt die Neuroradiologie zum Einsatz. Seite 05

Titelgeschichte Durch die Radiologie erhalten Freizeit- und Profisportler schnelle und zuverlässige Diagnosen. ab Seite 06

Vorsorge Viele Vorsorgeuntersuchungen werden von den Krankenkasbezahlt EINE – hier eine SIEsen SEHEN Übersicht. WIR SEHEN WALNUSS?

EINEN SCHLAGANFALL. Seite 09

Um Krankheiten zu erkennen, braucht man einen speziellen Blick. Radiologen und Strahlenmediziner nutzen hierfür modernste medizinische Verfahren, wie zum Beispiel die Magnetresonanztomographie, die bei einem Schlaganfall zum Einsatz kommt. Erfahren Sie mehr über Diagnose- und Behandlungsmethoden der Radiologie unter: www.medizin-mit-durchblick.de

Hintergrund Die Deutsche Röntgengesellschaft startet eine Informationskampagne. Der Präsident erzählt, warum. Seiten 10 – 11 594x841_DRG_Schlaganfall.indd 1

26.10.11 11:43

Hintergrund Sind Radiologen wirklich die Topverdiener unter den Ärzten? Dieser Beitrag räumt mit Vorurteilen auf. Seite 12

Rezept Das radiologische Schwarz-Weiß-Menü mit Lösungsmittel und Entwickler. Seite 14

Impressum Herausgeber: Radiologienetz, Ringstraße 19 B, 69115 Heidelberg, Telefon 06221-5025-0, www.radiologienetz.de, Redaktion: Dr. M. Kreft (verantwortlich), Dr. J. Schmidt-Tophoff, E. Jugel, L. Schwarzweller, Fotos: Trurnit, Curagita, Grafik: A. Sonnberger, Verlag: Trurnit & Partner Verlag GmbH, Putzbrunner Str. 38, 85521 Ottobrunn, www.trurnit.de


04 Fokus

Immer und überall verfügbar Radiologische Aufnahmen müssen archiviert werden – auch, um sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder nutzen zu können. Das geschieht heute alles digital. Und auch das Versenden der Bilder geht dank modernster Technik schneller als früher. Ein Vorteil, der vor allem auch der Teleradiologie zugutekommt.

I

Zur Aufgabe der Praxis gehört nicht nur das Erstellen radiologischer Bilder, sondern auch deren Archivierung.

n der Radiologie ist moderne Technik nicht wegzudenken: Jeder kann die Großgeräte sehen (und hören), mit denen die radiologischen Bilddaten erzeugt werden. Die Erzeugung dieser Bilder markiert aber nur den Beginn eines Hightech-Prozesses, der unbemerkt von den Patienten im Hintergrund abläuft. Denn: Nachdem die Bilder erzeugt worden sind, bringt das Aufnahmegerät (z. B. der Computertomograph, kurz CT) sie in ein digitales Standardformat, das radiologische Systeme weltweit kennen und nutzen – das DICOM-Format. Die Aufnahmen werden zum Arbeitsplatz des befundenden Arztes gesendet. Dieser kann an einem speziellen Computer mit hochauflösenden medizinischen Monitoren, deren Bildqualität jeden Monat aufwendig überprüft wird, die medizinische Beurteilung durchführen. Oft kommen noch am Bildschirm Messungen und Bemerkungen hinzu, oder einzelne Bildserien werden zu dreidimensionalen Ansichten weiterverarbeitet. Auf dieser Grundlage erstellt der Radiologe seine Diagnose, die er dem Patienten im Arztgespräch erläutert und seinem anfordernden Kollegen

im Arztbrief mitteilt. Die fertig bearbeiteten Bilder werden in einem digitalen Archiv abgelegt. Von dort aus können sie jederzeit wieder abgerufen werden. Muss ein Patient beispielsweise zu einer Nachkontrolle, bekommt der Arzt die Bilder der vorangegangenen Untersuchung zum Vergleich an seinen Arbeitsplatz geschickt. Aus diesem Grund werden die Bilder auch lange aufbewahrt – mindestens zehn Jahre, häufig aber auch 30 Jahre oder länger.

Radiologen in Bereitschaft Da die Bilddaten einer radiologischen Untersuchung recht umfangreich sein können, werden in einer durchschnittlich großen radiologischen Praxis täglich Daten im Umfang von ein bis zwei DVDs erzeugt, die über Jahrzehnte sicher aufbewahrt werden müssen. Hat man früher vorwiegend Magnetbänder, CDs oder DVDs verwendet, werden die Bilddaten heute zunehmend verschlüsselt in Rechenzentren außerhalb der Praxis gelagert. Dort lassen sie sich zuverlässiger und kostengünstiger aufbewahren. Je nach Untersuchungsart und Ergebnis werden Bilder an Kollegen zur Zweitbefundung weitergeleitet. Manche zuweisenden Ärzte erhalten dafür eine CD mit den Bildern einer Untersuchung. Zunehmend verschicken Ärzte die Daten aber auch elektronisch, sodass sie rasch und ohne Handarbeit beim Kollegen ankommen. Ähnliche Verfahren der Datenübermittlung werden auch in der sogenannten Teleradiologie verwendet. Vorrausetzung für die Teleradiologie ist das digitale Standardformat DICOM. Diese findet meistens nachts und an Wochenenden statt, wenn beispielsweise Unfallpatienten in einem Krankenhaus eingeliefert werden, das nachts keinen Radiologen in Bereitschaft hat. In diesem Fall werden die Bilder über eine speziell gesicherte, abgenommene und genehmigte Datenverbindung zu einem andernorts in Bereitschaft stehenden Radiologen geleitet, der nach wenigen Minuten einen ersten Befund liefert. So kann auch in ländlichen Gegenden sichergestellt werden, dass die Unfallchirurgie radiologische Unterstützung erhält, ohne dass Schwerverletzte wie früher zum nächsten großen Krankenhaus transportiert werden müssen. Diese teleradiologische Hightech Versorgung wird übrigens oft von niedergelassenen Radiologen geleistet, die ansonsten ihrer Praxistätigkeit nachgehen.


05 Die Neuroradiologie beschäftigt sich unter anderem mit dem Gehirn. Modernste Technik ermöglicht detailgenaue Aufnahmen.

Der Blick ins Nervensystem Ob Parkinson, Alzheimer oder Schlaganfall: Das Aufgabengebiet der Neuroradiologie umfasst die Diagnostik aller Erkrankungen und Veränderungen des Nervensystems.

Information Alles rund um die Radiologie gibt es auf www.radiologie.de

N

eben der Erstellung radiologischer Aufnahmen von Gehirn und Rückenmark (einschließlich seiner Nachbarstrukturen) beschäftigt sich die Neuroradiologie auch mit der Behandlung und Therapie der entsprechenden Befunde. Dazu gehören minimal-invasive therapeutische Behandlungen von gefäßbedingten Blutungen sowie von Durchblutungsstörungen des Gehirns und des Rückenmarks. Aber auch die

CT-gesteuerte Infiltrationstherapie zur Rückenschmerzbehandlung ist Teil dieses Schwerpunkts der Radiologie. „Die technischen Weiterentwicklungen insbesondere im Bereich der Kernspintomographie ermöglichen eine immer schnellere und detailliertere Klärung von Erkrankungen des Gehirns und Rückenmarks – und das unter größtmöglicher Schonung des Patienten ohne Verwendung von Röntgenstrahlen“, erläutert Dr. Till Diergarten, Tutt-

Besondere Schwerpunkte der Neuroradiologie sind: • Schlaganfall-Diagnostik • Bildgebung bei Rückenmarksund Wirbelsäulenerkrankungen • Gefäßdiagnostik • Diagnostik und Nachsorge bei Tumoren des zentralen Nervensystems

• Bildgebung bei Erkrankungen im Bereich der Hals-Nasen-Ohren- und Augenheilkunde • Bildgebung bei Multipler Sklerose bei Erstdiagnose und im Verlauf zur Therapie-Kontrolle • Hypophysen-Bildgebung bei hormonellen Störungen, Kleinwuchs, Riesenwuchs etc.

• Epilepsieabklärung

• Hirnnerven-Diagnostik, z. B. bei Trigeminus-

• Demenz-Diagnostik

Neuralgie, Tinnitus, Gesichtslähmung etc.

linger Neuroradiologe aus dem Radiologienetz. Es ist nicht nur möglich, die Nerven morphologisch darzustellen, sondern auch Stoffwechselvorgänge und Nervenfunktionen im Gehirn zu untersuchen.

Die richtige Methode Die wichtigsten Untersuchungsmethoden in der Neuroradiologie sind die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT). Die CT kommt als erste Untersuchung bei Hirnverletzungen, Bewusstseinsstörungen und akuten Schäden an der Wirbelsäule zur Anwendung. Die Methode ist schnell und zuverlässig und sowohl für die Notfalldiagnostik als auch zur Diagnostik vieler Erkrankungen des Nervensystems (Kopf, Wirbelsäule, Rückenmark oder Nerven) hervorragend geeignet, zum Beispiel bei Schlaganfällen, Hirnblutungen oder Unfällen. Vorteile der Computertomographie bestehen in der kurzen Untersuchungsdauer, der hohen Aussagekraft bei Notfalluntersuchungen und der größeren Verfügbarkeit. Im Gegensatz zur MRT können auch Patienten mit Herzschrittmachern und sonstigen metallischen Fremdkörpern untersucht werden. Die MRT gehört zu den wichtigsten Untersuchungsmethoden in der Neuroradiologie. Sie erlaubt sehr detaillierte Einblicke in das Gewebe und die Organe, sodass bereits kleinste Veränderungen und Funktionsstörungen erkannt werden können. Besonders kommt die MRT bei Untersuchungen des Gehirns, der Augen, der Wirbelsäule und des Rückenmarks sowie als MR-Angiographie der hirnversorgenden Gefäße zum Einsatz, so zum Beispiel zur frühzeitigen Erkennung von Schlaganfällen, zur Diagnostik bei Gehirntumoren, Demenz, Gehirnhautentzündung, Epilepsie und Folgeschäden nach Unfällen. In der interventionellen Neuroradiologie kommen innovative, gering invasive Behandlungsverfahren auch in der Schmerztherapie zum Einsatz, zum Beispiel bei der Behandlung von Erkrankungen des Gefäßsystems von Hirn- und Rückenmark.


06 Titelgeschichte

Fußball-EM: Bildgebende Diagnostik auf der Reservebank Vor einer Sportverletzung gibt es keinen 100-prozentigen Schutz – vor allem im Profisport. Hier helfen radiologische Diagnoseverfahren dabei, schnell die richtige Hilfe einzuleiten, wie das Beispiel des Fußballer-Nationalspielers Bastian Schweinsteiger zeigt.

B Zerrung oder Bänderriss? Die MRT führt zu zuverlässigen Diagnosen.

eide Spieler steigen in die Luft, um den anfliegenden Ball zu köpfen. Sie prallen zusammen. Im ersten Moment eine ganz normale Situation, wie sie in 90 Minuten auf dem Fußballfeld öfter vorkommt. Doch während der eine sofort weiterläuft, fällt der andere mit schmerzverzerrtem Gesicht auf den Boden. Er wird vom Platz getragen. Es ist Bastian Schweinsteiger beim Champions-League-Spiel gegen Neapel im November 2011. Die Diagnose: Schlüsselbeinbruch. Das Aus für die Saison 2011. Wenige Zeit nach seiner Rückkehr Anfang 2012

musste Schweinsteiger einen erneuten Rückschlag einstecken – er hatte sich bei einem Bundesligaspiel das vordere Außenband am Sprunggelenk gerissen. Die Folge: eine Woche Gips und anschließend weitere Ruhe. Und das im Jahr der Fußball-Europameisterschaft, die am 8. Juni beginnt. Ein Horror für jeden Nationalspieler. Wie gut, dass mithilfe der bildgebenden Diagnostik Verletzungen schnell erkannt und die richtige Therapie zügig eingeleitet werden kann. Gerade Fußballer setzen sich aufgrund des sportlichen Einsatzes einem erhöhten Risiko für Verletzungen

Bild: sportgraphic/fotolia


07 aus: von Brüchen von Schultergelenk oder Nasen- und Jochbein über Muskelfaserrisse oder Muskelzerrung bis hin zu einer der häufigsten Verletzung im Fußball, dem Bänderriss.

Kombinierte Diagnostik Eine Sportverletzung ist eine der häufigsten Gründe für den Besuch beim Radiologen. Bei vielen Verletzungen sind mehrere radiologische Untersuchungen notwendig. So wird bei einem Erwachsenen, der beispielsweise als Folge eines schweren Sturzes einen Bruch des oberen Schienbeins hat, zuerst ein Übersichtsröntgenbild angefertigt. Danach müssen die Bänder und Sehnen des Kniegelenks begutachtet werden, dazu ist eine Magnetresonanztomographie (MRT) notwendig. Stellt sich dabei heraus, dass ein Kreuzband gerissen ist, kann danach zur Operationsplanung als weitere Untersuchung eine Computertomographie (CT) ergänzt werden, die das Gelenk in 3-D-Technik darstellt. Anhand dieser Methode können Radiologen und Unfallchirurgen die Verletzung des Patienten detailliert besprechen

Info Die radiologischen Diagnoseverfahren • Magnetresonanztomographie (MRT) Mithilfe starker Magnetfelder und Radiowellen werden in kurzer Zeit präzise Schichtaufnahmen nahezu jeder Körperregion angefertigt – auch von Gewebeteilen. Die MRT ist strahlungsfrei und damit ein sehr schonendes Verfahren. • Computertomographie (CT) Ein Röntgenstrahl kreist spiralförmig um den Patienten. Alle Schichten des Körpers werden scheibenförmig

Die häufigsten Sportunfälle

abgebildet. Das Ergebnis sind überlagerungsfreie Querschnittsbilder von Knochen und Weichteilen. • Röntgen Röntgenstrahlen sind elektromagnetische Wellen, die weiches

Gehirnerschütterung Jochbeinbruch Nasenbeinbruch Rippenbruch/ Rippenprellung Bauchmuskelzerrung

Gewebe durchdringen, aber von Knochen absorbiert werden. Das Röntgen kommt insbesonders bei Knochen- und Skelettverletzungen sowie für Untersuchungen des Brustkorbs zum Einsatz.

Sportverletzungen – so kann es passieren Leistenzerrung

• Dehnbelastungen können Verletzungen von Muskeln, Sehnen und Bändern verursachen.

Adduktorenzerrung Muskelzerrung/Muskelfaserriss

• Druckbelastungen können zu Verletzungen des Gelenkknorpels, Meniskus oder der Knochen führen. • Biegebelastungen können Ursache von Knochen-

Meniskusschaden Bänderdehnung/Bänderriss Knorpelverletzung

brüchen sein. • Drehbelastungen können ebenfalls Knochenfrakturen und Ligamentverletzungen

Achillessehnenriss Ermüdungsbruch

nach sich ziehen. • Scherkräfte können die Gelenkoberflächen schädigen.


08 Titelgeschichte Bild: Bongarts/Getty Images

die Beine kann im schlimmen Fall den Riss der Achillessehne verursachen. Aber auch der Skifahrer, der in einer Kurve das Gleichgewicht verliert, stürzt und sich dabei die Rippe prellt, hat sich eine Akutverletzung zugezogen. Ein typischer Überlastungsschaden ist der Ermüdungsbruch. Er wird auch Stressfraktur genannt und entsteht durch eine lang andauernde, wiederholte Belastung der knöchernen Strukturen. Er kann aber auch durch wenige sehr hohe Überlastungen verursacht werden. Zunächst winzig kleine Frakturen vergrößern sich dabei zu Rissen und am Ende zum Bruch des betroffenen Knochens. Am häufigsten betroffen sind Fuß und Unterschenkel.

Zwischenstation Radiologie Wer so viel Sport treibt wie Bastian Schweinsteiger, der kann sich auch mal verletzen. Die Radiologie hilft, Verletzungen zu diagnostizieren und damit die richtige Therapie einzuleiten. und Chancen und Risiken des weiteren Vorgehens, etwa einer Operation, abwägen. Vorteil der CT ist die rasche Verfügbarkeit. Der Nachteil liegt in der Strahlenbelastung, die jedoch bei den neuen Gerätegenerationen immer mehr minimiert wird. Die MRT bietet hingegen den Vorteil, dass vor allem Bindegewebe, Muskulatur, Sehnen und Bänder sowie das Innere der Knochen genau beurteilt werden können, während die CT vor allem die äußere Knochenschicht besser darstellt. Bei Bastian Schweinsteiger wurde mittels MRT diagnostiziert, dass der Bruch sich nahe dem Schultereckgelenk befindet und die Bänder ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurden. Anhand der Diagnosebilder wurde entschieden, dass Schweinsteiger operiert werden muss. Dabei wurde ihm eine Metallplatte eingesetzt, um eine größtmögliche Stabilität und eine baldige Beweglichkeit zu gewährleisten.

Verletzungsarten Bei Sportverletzungen unterscheiden die Experten zwei Grundarten: Akutverletzungen und Überlastungsschäden. Akutverletzungen entstehen zum Beispiel, wenn Fußballspieler von ihrem Gegner gefoult werden – der Tritt von hinten in

„Gerade chronische Schmerzen und Überlastungen, die vom Sport ausgelöst werden, sind ein Fall für die Radiologie“, betonte Dr. Wolfgang Krampla, Radiologe und Privatdozent am Donauspital Wien, beim 92. Deutschen Röntgenkongress in Hamburg. „Vor allem Sportverletzungen bei Hobbysportlern können erst mithilfe der Magnetresonanztomographie richtig diagnostiziert werden.“ Die Bedeutung der Radiologie für die Sportmedizin war deshalb eines der Schwerpunktthemen des Kongresses 2011, den die Deutsche und die Österreichische Röntgengesellschaft gemeinsam ausrichten. „Vor allem gesundheitliche Schäden durch Überlastungen der Knochen und Gelenke werden in der Sportmedizin häufig lange Zeit nicht erkannt“, so Krampla. Bei einer Schambeinentzündung beispielsweise oder der Überlastung einer Muskelsehne im Knie kombiniert mit einer Schleimbeutelentzündung liefert die MRT die nötigen Bilder, um die richtige Diagnose zu stellen.

Sporttreiben mit Bedacht Bei aller Vorsicht: Verletzungen wird es, insbesondere im Profisport, immer geben. Dank der sich weiterentwickelnden Technologien in der bildgebenden Diagnostik werden Sportler immer präzisere Diagnosen erhalten. Das ist wichtig für die weitere Therapie und den schnellen Heilungsprozess. Das gilt für Profis wie Bastian Schweinsteiger, die ihr Geld mit dem Sport verdienen. Aber auch für Freizeitsportler, die einfach nur schnell wieder ihrem Hobby nachgehen wollen.

Diagnostik von Sportverletzungen Die bildgebende Diagnostik dient dazu,

Wenn Weichteile betroffen sind, nutzt der

sehne oder Rotatorenmanschette) können

einen aufgrund der Symptome begründeten

Radiologe, abhängig von der Körperregion,

damit relativ leicht untersucht werden.

klinischen Verdacht auszuschließen oder zu

Sonographie oder Magnetresonanz-

Die MRT kommt zum Einsatz, wenn

bestätigen. Dazu hat der Arzt vorher auch

tomographie (MRT). Vorteil der Sonogra-

darüber hinaus Strukturen innerhalb der

den Verletzungsvorgang analysiert.

phie ist der geringere Untersuchungsauf-

Gelenke (beispielsweise Menisken oder

Röntgenaufnahmen stellen Verletzungsfol-

wand. Besonders oberflächennahe Mus-

Kreuzbänder) und der Knochenmark-

gen und Fehlstellungen der Knochen dar.

keln und Sehnen (zum Beispiel Achilles-

raum dargestellt werden.


09 Gesetzlich Versicherte können auf ein umfangreiches Angebot an Früherkennungsuntersuchungen zurückgreifen, die ab einem bestimmten Alter von der Krankenkasse übernommen werden.

Bild: Jupiter Images

Je früher, desto besser Wie lange ist die letzte Vorsorgeuntersuchung her? Viele scheuen sich davor, die Vorsorgeangebote in Anspruch zu nehmen. Information Eine Übersicht radiologischer Untersuchungsmethoden zur Früherkennung gibt es auf www.radiologie.de

G

Check-up 35

esetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Reihe von Vorsorgeuntersuchungen, bei denen es anhand von Studien einen Nutzenbeleg gibt. Versicherte müssen dafür keine Praxisgebühr bezahlen. Folgende freiwillige Früherkennungsuntersuchungen können von Frauen und Männern in Anspruch genommen werden:

Schwerpunkte sind die Früherkennung von Herz-, Kreislauf- und Nierenerkrankungen sowie Diabetes. Der Arzt misst den Blutdruck und lässt eine Blut- und Urinprobe untersuchen. Den Gesundheits-Check-up kann jeder Versicherte ab 35 Jahren im Zwei-Jahres-Rhythmus in Anspruch nehmen.

Darmkrebsvorsorge

Hautkrebs-Screening

Man unterscheidet zwei Stufen. Versicherte können im Alter von 50 bis 55 Jahren einmal jährlich den Test auf verborgenes Blut im Stuhl durchführen. Ab dem 55. Lebensjahr besteht Anspruch auf zwei Dickdarmspiegelungen (Koloskopien) im Abstand von zehn Jahren. Diese ist derzeit die sicherste Methode, um bösartige Wucherungen in einem sehr frühen Stadium zu erkennen. Alternativ kann der zuvor beschriebene Test auf verborgenes Blut im Stuhl gewählt werden. Wird in der Stuhlprobe Blut entdeckt und eine Darmspiegelung ist erforderlich, übernimmt die Kasse die Kosten dafür.

Nach einer standardisierten Untersuchungsmethode sieht sich der Arzt den gesamten Körper an, um krankhafte Hautveränderungen zu entdecken. Die Vorsorgemaßnahme kann jeder gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre durchführen lassen.

Krebsvorsorge für Frauen Weitere Krebsfrüherkennungsuntersuchungen gibt es speziell für Frauen. Der Arzt führt eine gezielte Anamnese durch. Durch einen Abstrich (Pap-Test) werden Zellen vom Gebärmutterhals entnommen. Die Zellen werden auf Auffälligkeiten hin überprüft, um krankhafte

Veränderungen frühzeitig zu entdecken. Frauen ab 20 Jahren können die Untersuchung einmal jährlich beanspruchen. Erweitert wird der Umfang dieser Vorsorge ab 30 Jahren auf die Brustkrebsfrüherkennung. Dabei werden beide Brüste und die Lymphknoten durch den Arzt kontrolliert und abgetastet. Die Mammographie-Untersuchung dient ebenfalls zur Früherkennung von Brustkrebs. Die weibliche Brust wird geröntgt, um veränderte Zellstrukturen erkennen zu können. Die Mammographie-Untersuchung kann von Frauen zwischen 50 und 70 Jahren alle zwei Jahre im Rahmen des bundesweiten Screening-Programms in Anspruch genommen werden.

Krebsvorsorge für Männer Die spezielle Krebsvorsorge für Männer beinhaltet die Untersuchung der Prostata und der Genitale. Mit der Tastuntersuchung kann der Arzt eine Erkrankung des Genitals oder der Prostata frühzeitig erkennen. Männer ab 45 Jahren können diese Vorsorgemaßnahme jährlich wählen.


10 Hintergrund Die neue Kampagne der Deutschen Röntgengesellschaft will in der oft undurchsichtigen Welt der Radiologie besseren Durchblick verschaffen.

Medizin mit Durchblick DRG-Präsident Professor Dr. Michael Forsting zur Informationsinitiative „Medizin mit Durchblick“ Professor Forsting, was genau ist „Medizin mit Durchblick“? Forsting: Eine Informationsinitiative, deren Name Programm ist. Besseren Durchblick schaffen in der für viele Menschen eher unbekannten und undurchsichtigen Welt von Röntgenstrahlen & Co. Es ist ein Schritt in einen Prof. Michael Forsting, Präsident der Deutschen Röntgengesellschaft, ist einer der Initiatoren der gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit.

Bereich der Medizin, mit dem zwar viele Menschen schon mal in Berührung gekommen sind, aber den sie meistens nicht aktiv wahrgenommen haben. Ein Einblick hinter die Kulissen, wenn man so möchte. Was heißt das konkret? Forsting: Wir präsentieren Informationen rund um Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie. Eine Posterserie mit faszinierenden radiologischen Bildern, die das eigentliche Motiv erst auf den zweiten Blick erkennen lässt und die Leistungen der Mediziner in Diagnose und Therapie verdeutlicht, dazu Broschüren und eine CD-Hülle. In vielen Praxen und Kliniken kann man diese Materialien auch schon entdecken. Eine neue Homepage ist auch an den Start gegangen: medizin-mit-durchblick.de präsentiert die Untersuchungs- und Behandlungsmethoden der strahleneinsetzenden Medizin mit vielen Bildern, Filmen und verständlichen Erklärungen. Was war der Anstoß für Sie, diese Kampagne zu starten und wer macht alles mit? Forsting: Bei einer Umfrage, die die DRG im vergangenen Herbst gestartet hat, kam heraus, dass nur 37 Prozent der Befragten die Röntgenaufnahme als eine radiolo-


11

SIE SEHEN EINE EHEN WALNUSS? WIR SNFALL. EINEN SCHL AGA k. Radiologen und einen speziellen Blic zum Beispiel erkennen, braucht man ische Verfahren, wie izin Um Krankheiten zu med te erns mod en hierfür zum Einsatz kommt. Strahlenmediziner nutz einem Schlaganfall bei die , phie iolo ogra ztom der Rad gie unter: die Magnetresonan andlungsmethoden r Diagnose- und Beh Erfahren Sie mehr übe urchblick.de www.medizin-mit-d

Eines der KampagnenPlakate, das seit Ende November in den Wartezimmern deutscher Radiologen zu sehen ist.

26.10.11 11:43

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gische Leistung identifizierten. Schnittbildverfahren wie die Computertomografie oder die Magnetresonanztomografie, gängige Leistungen unserer Disziplin, wurden nur zu 13 Prozent mit dem Radiologen in Verbindung gebracht. Diesem Informationsmangel wollen wir Abhilfe schaffen und zeigen: Die Radiologie ist eine Schlüssel-

disziplin in der Patientenversorgung, rund 80 Prozent aller schwerwiegenden Erkrankungen werden durch die medizinische Bildgebung diagnostiziert. Vielen Dank für das Gespräch!

Medizin mit Durchblick — Deutsche Röntgengesellschaft startet Informationskampagne Fasziniert für die medizinische Bildgebung und

onkologie umfangreiches Informationsmaterial für

unterstreicht zugleich die diagnostische Kompetenz

Praxisbetreiber und Institutsleiter zur Verfügung. Das

der Radiologie: die Plakatserie der Deutschen Rönt-

Infopaket enthält neben den Plakaten unter anderem

gengesellschaft. Die Fachgesellschaft stellt in Koope-

eine Flyerserie, die über die verschiedenen Disziplinen

ration mit der Deutschen Gesellschaft für Nuklear-

der Strahlenmedizin, die Untersuchungsmethoden

medizin und der Deutschen Gesellschaft für Radio-

und technische Hintergründe informieren.

Information Auf dieser Seite startet parallel zur Plakat-Kampagne das Informationsangebot im Internet: www.medizin-mitdurchblick.de


12 Hintergrund

Sind Radiologen Topverdiener? Immer wieder beschäftigt sich die Presse mit dem Einkommen niedergelassener Ärzte1 und erstellt zugehörige Rankings. Der Radiologe erscheint seit Jahren meistens auf den vordersten Plätzen. Ist dies auch gerechtfertigt?

O

bwohl sich nahezu all diese Artikel auf seriöse Primärquellen beziehen – in der Regel das Statistische Bundesamt – sind die Schlüsse, die daraus gezogen

werden, nicht richtig. Die Daten, auf die diese Artikel zurückgreifen, stammen aus dem Jahr 2007 – sind also bereits vier Jahre alt. Während bei Arbeitnehmern die Einkommen in diesem Zeitraum im Rahmen von Lohnerhöhungen zumindest an die Inflationsentwicklung angepasst werden, ergibt sich bei den niedergelassenen Radiologen ein ganz anderes Bild. Zwischen 2007 und 2009 sind die Einnahmen aus der Untersuchung von Kassenpatienten um durchschnittlich 13 Prozent bzw. 57.000 Euro pro Jahr gesunken2. Dies liegt jedoch

nicht daran, dass die Radiologen weniger Kassenpatienten untersuchen – vielmehr ist die Leistungsmenge im gleichen

kredit, bei dem Zinsen und Tilgungsleistungen von ihm privat

Zeitraum (insbesondere aufgrund der Substitution strahlen-

getragen werden und nicht Teil der Praxiskosten sind.

belasteter Untersuchungen durch die strahlenfreie Kernspin-

Eine angemessene Verzinsung des eingesetzten Kapitals

tomografie) weiter gestiegen.

ist ebenso außerhalb der Betrachtung wie das unterneh-

Honorar ist nicht gleich Einkommen

merische Risiko – zum Beispiel, wenn ein Gerät kaputtgeht

Zudem sind Einnahmen (bzw. Umsatz/Honorar) nicht mit Ein-

die spezifische Situation des Radiologen nicht berücksichtigt

kommen bzw. Verdienst gleichzusetzen. Die Betriebskosten

und die Einnahmen weiter sinken. Diese Risiken kommen in

einer radiologischen Praxis liegen bei fast 80 Prozent der

den vorhandenen betriebswirtschaftlichen Szenarien zu kurz.

Einnahmen – es verbleibt somit ein Verdienst von ca. 20 Pro-

Würden sie berücksichtigt, wäre es verständlich, warum Radio-

zent der Einnahmen. Radiologenpraxen haben Kostenstruk-

logen höhere Einnahmen haben sollten als andere Ärzte: Sie

turen, die die öffentlichen Statistiken nicht wiedergeben.

benötigen für Investitionen in ihre Hightech-Geräte viel mehr

Viele Journalisten, die nicht tief in der Materie verwurzelt sind,

Kapital als ihre Kollegen anderer Arztgruppen.

übernehmen unkritisch deren Daten, ohne sie auf betriebswirtamt benutzten Systematik bleiben die kalkulatorischen Kosten

Radiologen verdienen effektiv weniger als andere

einer Praxis außen vor. Diese spielen jedoch speziell in der

Viele jedoch leben von der Substanz, ohne es selbst zu

Radiologie eine wesentliche Rolle: So führten zum Beispiel

ahnen. Das zeigt die Notwendigkeit einer sauberen Bilanzie-

Honorareinbußen aus den letzten Gesundheitsreformen dazu,

rung und einer anderen öffentlichen Darstellung.

dass Geräte länger genutzt wurden, als es dem üblichen

Die vom Radiologienetz Deutschland herausgegebene Studie

Investitionszyklus entspricht.

„CuraSEQUENZ“ hat sich diese Mühe gemacht und kommt

Für eine Ersatzbeschaffung müssen Rücklagen gebildet wer-

zu dem Ergebnis, dass das tatsächliche Einkommen von

den, die nicht für den Privatkonsum zur Verfügung stehen.

Radiologen, unter Berücksichtigung der Kapitalkosten, mit

Dieser nur bei Gerätemedizinern auftretende Sachverhalt wird

dem anderer Ärzte gleichauf liegt. Kapitalrisikofreie leitende

von den Statistikern fälschlicherweise nicht beachtet.

Angestellte in der Industrie (Durchschnitt: 132.000 Euro bzw.

Hohe Investitionskosten

kaufmännische Leiter 157.000 Euro)3 oder Geschäftsführer von

Weiterhin sind die erheblichen Investitionen zu nennen, die

schnitt: 132.000 Euro)4 verdienen dabei deutlich mehr.

schaftliche Fakten zu prüfen. In der vom Statistischen Bundes-

und ersetzt werden muss oder dass eine Honorarreform

vergleichbaren GmbHs mit 20 bis 30 Beschäftigten (Durch-

der Radiologe – im Gegensatz zu seinen „sprechenden“ Kollegen – beim Einstieg in eine Praxis tätigen muss. Dieser kostet ihn etwa 800.000 Euro, was annähernd seinem Anteil am Gerätepark entspricht. Die erforderlichen Mittel finanziert er in der Regel über einen langfristigen privaten Bank-

Siehe z.B. Der Spiegel 35/2010 „Ärzteeinkommen stark gestiegen“ D atenbasis: Statistisches Bundesamt 2007 und AOK Zahlen und Fakten 2010/2011 3 Vgl. Kienbaum Management Consultants, Leitende Angestellte, 2011 1

2

4

Vgl. Kienbaum Management Consultants, Geschäftsführer, 2011


13

Bild

nen urzem kön iten. Seit K e k en. h rd e lic g w ö t übersetz renzten M e g h e c b n ra u p S e ndliche et und sein e in verstä Das Intern he Befund sc in zi d e auch m

Was fehlt mir eigentlich? W

er kennt das nicht? Man liest medizinische Artikel oder bekommt beim Arzt seinen Befund mitgeteilt und versteht nicht so wirklich, um was es geht. Bei manchen Patienten stellt sich das Gefühl ein, blind ausgeliefert zu sein, ohne beurteilen zu können, was das „Ärzte-Latein“ wirk-

lich bedeutet. Diesem Problem wurde seit Kurzem Abhilfe geschaffen: Auf washabich.de können Patienten ihre Befunde anonymisiert hochladen und in laienverständliche Sprache übersetzen lassen. Dresdner Medizinstudenten starteten dieses Portal, um die Medizin für Patienten transparenter zu ge-

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stalten. Innerhalb von 24 Stunden kann man seinen übersetzten Befund passwortgeschützt lesen. Da die Medizinstudenten die Übersetzungen ehrenamtlich übernehmen, ist dieser Service kostenfrei. Das Gute daran ist, dass beide Seiten profitieren: Die Patienten können endlich ihre Befunde verstehen. Für die Studenten ist es eine gute Vorbereitung auf den Arbeitsalltag. Denn: Durch die Erklärung der Befunde bilden sich die Studenten weiter und eignen sich immer mehr Fachwissen an. Wer Fragen speziell zu radiologischen Untersuchungen hat, kann sich auf dem Portal radiologie.de informieren oder direkt einen Experten kontaktieren. Weitere Informationen im Sinn eines Ratgebers zum Einsatz des adäquaten bildgebenden Verfahrens bietet auch die Seite anforderungsratgeber.de

England: 25 Jahre Filzstift im Bauch!

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weiß den vermissten Stift. So wurde nach 25 Jahren endlich der verschluckte Filzstift entfernt. Und was denken Sie? Der Stift war tatsächlich noch voll funktionstüchtig. Die Lektion dieser Ge-

schichte ist: Manchmal sollte man seinem Partner oder Patienten Glauben schenken, egal wie unwahrscheinlich es sich anhören mag! Denn es gibt bekanntlich nichts, was es nicht gibt ... Bild: JiSIGN/fotolia

nglaublich, aber wahr: Vor 25 Jahren verschluckte eine Frau aus Versehen einen Filzstift. Jedoch glaubte ihr niemand – weder ihr Mann noch ihr Arzt. Nachdem die Röntgenbilder unauffällig waren, schickte man die Frau nach Hause. Laut dem „British Medical Journal“ (BMJ) klagte die heute 76-jährige Patientin ein Vierteljahrhundert später über Durchfall und Gewichtsverlust. Ursachenannahme war eine Entzündung im Dickdarm. Eine Computertomographie zur Abklärung der Beschwerden zeigte plötzlich schwarz auf


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„Radiologisches Schwarz-Weiß-Menü mit Lösungsmittel und Entwickler“ Zutaten Vorspeise 2 Scheiben Schwarzbrot, etwas Butter, Mandeln und Walnüsse Hauptspeise (für zwei Personen) 2 x 200 g Steinbeißerfilet ½ Knollensellerie 100 g schwarze Belugalinsen 100 ml Schlagsahne ½ Zitrone 100 g Pinienkerne 100 g Parmesan 1 Sherry-Glas Trüffelöl Nachspeise Schwarze frische Beeren (Brombeeren, Schwarze Johannisbeeren), Walnüsse, Puderzucker, Vanilleeis, Crème Fraîche, Quark Lösungsmittel und Entwickler Grappa von Antinoni de Vin Santo

Zubereitung Vorspeise Zwei Scheiben Schwarzbrot mit Butter bestreichen und in vier Ecken schneiden, Mandeln und Walnüsse dazu reichen. Hauptspeise Sellerie weich dünsten, mit Salz, Pfeffer, Zitrone und Schlagsahne zu einem

Püree verarbeiten und warm stellen. Trüffelpesto: Parmesan, Pinienkerne und Trüffelöl zu einem Pesto verarbeiten, kurz leicht kochen (ca. 10 Minuten) und warm stellen. Fisch leicht salzen und pfeffern, mit Mehl bestäuben und in neutralem Öl braten. Nach fünf bis zehn Minuten vorsichtig wenden. Anrichten: Gegarte Belugalinsen und Selleriepüree mischen und auf einem Teller anrichten. Das Fischfilet mittig auf das Püree legen und mit dem Trüffelpesto beträufeln.

Nachspeise Beeren auf einem flachen Teller mit Puderzucker bestäuben; wahlweise mit Eis oder Schmand und/oder Pudding servieren. Hat es Ihnen geschmeckt? Für Kritik oder Anregungen zu dem Gericht, oder falls Sie uns ein radiologisches Gericht vorschlagen möchten, schreiben Sie uns eine E-Mail an kochrezepte@radiologienetz.de Wir freuen uns über Ihr Feedback!

Männer riechen anders als Frauen Tiere produzieren Geruchsstoffe, um Partner anzulocken oder vor Gefahr zu warnen. Auch wir Menschen bilden solche Pheromone auf der Haut. Allerdings wirken Körpergerüche auf Frauen völlig anders als auf Männer. Das ergab eine Studie aus dem Jahr 2010 der Universitätskliniken Aachen und München. Mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie wurde zunächst untersucht, wie der Körperge-

ruch von Menschen, die Angst haben, andere Personen beeinflusst. In einer weiteren Studie untersuchten die Forscher die Wirkung der Gerüche auf Männer und Frauen. Das Ergebnis: Männlicher Körpergeruch, der von Angst gepägt ist, hat für Männer und Frauen einen entgegengesetzten Effekt: Auf Männer wirkte er (in niedriger Dosis) alarmierend, für die Frauen wirkte er dagegen beruhigend.


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Was zum Rätseln

Diagnose

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Radiologie

Zwei der abgebildeten Motive sind Bilder aus dieser Ausgabe. Finden Sie das Paar und tragen Sie das gesuchte Lösungswort auf der Postkarte ein!

Bewegung Gesundheit

Glück

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Radiologie-

Wörterbuch für Einsteige r

Ernährung Lösungswort:

Mitmachen und gewinnen! Ein guter und vertrauter Kontakt zu unseren Patienten ist uns wichtig – Ihre Meinung ebenfalls! Füllen Sie aus diesem Grund nebenstehende Postkarte aus und helfen Sie uns, unsere Leistungen weiter zu optimieren. Lösen Sie zudem das Rätsel und tragen Sie das Lösungswort auf der Postkarte ein. Mit etwas Glück können Sie eine radiologische Lupe gewinnen. Einsendeschluss ist der 30. September 2012. Vielen Dank für Ihre Unterstützung und viel Erfolg!

In diesem Büchlein steckt viel drin: die wichtigsten radiologischen Begriffe einfach und verständlich erklärt.

✁ In welcher Praxis waren Sie?

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Das Lösungswort:

Radiologie-Wörterbuch für Einsteiger 1. Die Teilnahme von Gewinnspielvermittlern oder sonstigen juristischen oder natürlichen Personen, die selbst automatisierte und /oder massenhafte Anmeldung von Gewinnspielteilnehmern vornehmen, vornehmen lassen oder vermitteln, ist ausgeschlossen. 2. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Richtig trainieren und Typberatung für Körper und Seele Spaß haben Nordic Walking ist eine hervorragende Ausdauersportart, bei der gleichzeit auch die Muskeln gestärkt werden. Vier Walking-Experten gehen im Basic-Kapitel fundiert, animativ und unterhaltsam in die Grundtechniken und Ausrüs-tung des Nordic Walking ein. Die verschiedenen Trainingsprogramme berücksichtigen die individuellen Bedürfnisse der unterschiedlichen Walking-Typen. Vom Aufwärmen, über Muskeln kräftigen, dehnen, ausschreiten bis hin zu Stöcke einsetzen und richtig atmen – mit etwas Übung schafft es jeder, die Bewegungen des Nordic Walking zu koordinieren und das Beste für sich rauszuholen. Fortgeschrittene Walker erfahren in einem Extra-Kapitel, wie sie noch mehr Gas geben können. Auch Stockspele und Laufgruppenübungen werden vorgestellt. Nordic Walking, Andreas Helmkamp/Norbert Mack/ Dr. Mathias R. Schmidt/Norbert Winski, Gräfe und Unzer, aus der Reihe GU Feel Good! ISBN 978-3-8338-0493-9, 5,90Euro

Im Bewusstsein des eigenen Körpers liegt die Chance sich selbst zu verstehen, zu akzeptieren und von innen heraus stark zu werden – darum geht es Ruediger Dahlke in seinem neuesten Buch. Dahlke glt als Vordenker auf dem Gebiet der Psychosomatik und ist bekannt durch seine Theorien für ganzheitliche Krankheitsdeutung. In „Der Körper als Spiegel der Seele“ betrachtet er den Menschen vom Scheitel bis zur Sohle. Denn: Der Körperbau lässt seiner Meinung nach Rückschlüsse auf das Seelenleben zu. Was bedeutet ein breiter Unterkiefer? Und welche Rückschlüsse lassen lange Beine zu? Wer wissen möchte, wo seelische „Entwicklungspotenziale“ liegen, der sollte sich eingehend im Spiegel betrachten, den Dahlke im vorhält. Weg vom Zeitgeist-Ideal empfiehlt der Autor wohlwollende Selbstreflexion. Der Körper als Spiegel der Seele, Ruediger Dahlke, Gräfe und Unzer, ISBN 978-3-8338-0722-0, 19,90 Euro

✁ Entgelt zahlt Empfänger

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Radialog 01/2012