GuKS - November-Dezember 2018

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GEMEINDE UNTER DEM KREUZ DES SÜDENS MENNONITEN BRÜDER GEMEINDEN PARAGUAYS

Jahrgang 52 November - Dezember 2018 Nr. 6

Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist ein jeder, der aus dem Geist geboren ist. Joh. 3:8


Zu dieser Nummer

IMPRESSUM Herausgeber: Vereinigung der Mennoniten Brüder Gemeinde Paraguays Schriftleitung: Randy Sawatzky Editionsrat: Alfred Neufeld, Gabriela Penner, Manuel Eckert, Theodor Unruh und Delbert Warkentin Layout: Manuel Eckert Anschrift: Gemeinde unter dem Kreuz des Südens C.d.C. 1154 Asunción - Paraguay Tel/Fax: (595) 021 481-081 E-Mail: secretaria@ahm.org.py Mitarbeiter: Exekutiv Direktor: Theodor Unruh Jugendarbeit: Randy Sawatzky Frauenarbeit: Doris Neufeld, Eleanore Unruh, Norma Bergen und Edeltraud August Missionsförderer: Eldon August Missionsgemeindebegleitung Alto Parana: Esteban Dietrich Gemeindegründung in den Gutenbergschulen: Horst Uwe Bergen Schulen: Horst Uwe Bergen I.B.A.: Victor Wall Campus Gutenberg: Theodor Unruh Öffentlichkeitsarbeit: Delbert Warkentin Administration: Clemens Rahn Die Vereinigung in den Sozialnetzwerken:

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2 - GUKS Nr. 6 - 2016

Wiedergeburt durch den heiligen Geist in eine neue Gemeinschaft Liebe Leser, es freut mich, Sie zu grüßen. Sie halten die 6. Ausgabe der GuKS (Gemeinde unter dem Kreuz des Südens) in der Hand. Die letzte Zeitschrift in diesem Jahr. Das bedeutet, dass wieder ein Jahr voller Aktivitäten zu Ende geht. Neben vielen Aktivitäten hoffe ich, dass auch Momente der Ruhe, Stille und Tiefgang in diesem Jahr präsent waren. Welches sind Erfahrungen mit Gott oder Bibelverse, die in diesem Jahr ihren Glauben neu belebt haben? In der AHM (Asociación Hermanos Menonitas) ist in diesem Jahr auch vieles gelaufen, und einiges ist ja durch GuKS in Ihr Haus gekommen. Auch auf den nächsten Seiten gibt es wieder einen kleinen Einblick in unsere gemeinsamen Werke und Gemeinden. In der Rubrik An(ge)dacht, haben wir in diesem Jahr Eigenschaften oder Aktionen des Heiligen Geistes kurz angedacht. Auf der folgenden Seite ist der letzte Beitrag zu diesem Thema. Es geht um Folgendes: Wie geschieht Wiedergeburt? Wer bewirkt sie? Das neue Kind wird in eine neue Familie hineingeboren? Ich wünsche uns, dass wir die Abrundung des Jahres und die Vorweihnachtszeit ruhig erleben. Gottes Segen. Randy Sawatzky Schriftleiter


AN(ge)DACHT NEUE

GEBURT

GEPLANT?

Heutzutage kann man größtenteils planen, wann und wo sein Kind geboren werden soll. Als unser jüngster Sohn, Sebastian, in Schottland geboren werden sollte, gab man uns die Möglichkeit zu wählen, ob er zuhause oder im Krankenhaus zur Welt kommen sollte. Im Hospital stand die Wahl zwischen „normale“ Geburt oder Geburt im Wasser. Meine Frau Rut hatte eine Geburt im Wasser für unseren Sohn Sebastian ausgesucht und sich dafür eingeschrieben. Nach vielen Planungen kam der Tag der Geburt. Wir kamen jedoch nicht bis zum Krankenhaus. Sebastian kam im Auto auf dem Weg zum Krankenhaus zur Welt. Was ich hiermit sagen will ist, wir können vieles zur Geburt unserer Kinder planen aber gleichzeitig können wir schön überrascht werden. Im Fall unserer Glaubensgemeinschaften: Wie ist es mit der geistlichen Geburt in die Gemeinschaft? Sollten oder können wir die Geburt neuer Mitglieder der Glaubensgemeinschaft planen? Anhand der Begegnung von Jesus mit Nikodemus möchte ich einige Gedanken hervorheben. Der Schreiber des Johannesevangeliums verbindet das Ereignis zwischen Jesus und Nikodemus (Joh. 3:1-15) mit dem, was in Jerusalem passierte (Joh. 2:23-25). Johannes präsentiert Jesus als denjenigen, der die Absichten der Menschen kennt (2:24). Johannes stellt klar: um Gottes Reich zu sehen und darin einzutreten, müssen wir laut Jesus, neu geboren werden (Joh. 3:3u5). Was ist das Reich Gottes? Das Reich Gottes ist nicht unbedingt ein Ort, sondern vielmehr ist es eine neue Regierungsform und eine neue Art, wie sich Personen begegnen. Jesus kam, um dieses Reich Gottes einzuleiten und lud Menschen ein, ihre Prioritäten auf die wirklich wichtigen Dinge zu richten, nämlich Gott und den Nächsten zu lieben. Diese Regierungsform wird als eine neue Glaubensfamilie präsentiert, wo die Mitglieder sich als Brüder und Schwestern im Vertrauen begegnen

und in Abhängigkeit von Gott und untereinander leben. Das Johannesevangelium sagt uns in Kapitel 3, Vers 8. Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist ein jeder, der aus dem Geist geboren ist. Schauen wir uns mal einige Grundideen dieses Verses an. 1. „Der Wind bläst, wo er will“. Es ist interessant, dass hier das Bild vom Wind gebraucht wird. In diesem Text haben Wind und Geist dieselbe Bedeutung. Auch im hebräischen hat der Begriff für Geist (ruah) den Klang von Wind. Der Ausdruck „weht wo er will“ zeigt uns die Freiheit des Geistes. Ebenso beschreibt es die Freiheit des Geistes nach seinem Willen und Gefallen zu wirken. Es hängt nicht von uns ab. 2. „du hörst sein Sausen“ Dieser Ausdruck zeigt die Resultate des Wirkens des Geistes und Resultate der Wiedergeburt in unserem Leben. So wie wir die Effekte des Windes in unserem Haar, auf der Haut, an den Ästen der Bäume, usw. spüren und sehen können, so sollte es uns auch möglich sein, die Veränderungen zu erkennen, die der Heilige Geist gewirkt hat und noch immer wirkt. Diese Veränderungen geschehen sowohl in unserem Leben, als auch im Leben anderer Personen. 3. “aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt“. „Du weißt nicht“ ist eine gute Ermahnung bzw. Erinnerung, an uns, die wir so schnell über andere urteilen. Ebenso ist es auch eine Mahnung an diejenigen, die das Wirken des Heiligen Geistes manipulieren und kontrollieren wollen. Das heißt, wir können den natürlichen Prozess der geistlichen Geburt nicht vorhersagen, kontrollieren oder manipulieren. 4. „So ist ein jeder, der aus dem Geist geboren ist“. Es ist unglaublich wichtig, uns immer wieder zu erinnern, dass der Geist Gottes die Wiedergeburt hervorruft. Wenn wir an Jesus, dem Sohn Gottes glauben, können wir von neuem geboren werden (Joh. 1:1213). In dieser neuen Glaubensfamilie werden wir nicht durch Fleisch und Blut (Eltern oder Leiter), sondern durch Gott geboren. Oft wollen wir die Prozesse

beschleunigen, die Bekehrung oder die Wiedergeburt programmieren. Manchmal kann man folgende Bemerkungen hören wie: „Ah, seit mehreren Monaten kommst du schon nicht mehr zur Kirche, du solltest dich bekehren…taufen…“ „Ah, du bist ja schon über 20 Jahre alt, du solltest…“ Für alle, die wir in verschiedenen Bereichen in der Gemeinde arbeiten, ist es wichtig, dass wir uns dessen bewusst sind und nicht die Prozesse beschleunigen oder das Wirken des Geistes programmieren wollen. Vor allem nicht bei Personen, die ihre ersten Schritte auf dem Glaubensweg in Gottes Reich machen. Dasselbe gilt auch für Familienväterund Mütter, deren Söhne und Töchter im Kontext des „geerbten Glaubens“ aufwachsen. Vers 8 erinnert uns “aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. Daher liegt es an uns, den Personen zu helfen, damit sie in Richtung Kreuz gehen. Denn es ist Gottes Wunsch, dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben (Joh. 3:16). Christus ist das Zentrum und wir gehen durch die Leitung des Heiligen Geistes zu diesem Zentrum. Unterwegs versuchen wir Jesu Werke und sein Leben nachzuahmen. Helfen wir doch den Menschen, alle Bereiche ihres Lebens auf Christus auszurichten. In den verschiedenen Gruppen in der Gemeinde können wir Gelegenheit zum Lesen, Nachdenken, Diskutieren und Analysieren schaffen. Dieses mit dem Ziel, Jesu Leben zu verstehen und uns Jesus zum Vorbild zu machen. Als seine Nachfolger sollten wir kreative Möglichkeiten suchen, um Jesu Vorbild praktisch in unserem Leben anzuwenden. Dadurch wird unser Zeugnis ein Instrument, gebraucht vom Heiligen Geist, um andere Personen heranzuziehen, die auch Teil der neuen Familie im Glauben sein wollen. Rafael Zaracho Lehrer, IBA.

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Events

Tauffeste 2018 MBG Blumental

MBG Volendam

MBG Filadelfia 4 - GUKS Nr. 6 - 2018


Ost MBG Filadelfia

MBG Concordia

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Gemeindebegleitung

Regionale Frauenrüstzeit 2018 im Chaco Unter dem Motto „Frauen begegnen Jesus“ fand am 22. und 23. September auf dem Freizeitgelände Flor del Chaco die regionale Frauenrüstzeit der vier MBGs aus dem Chaco statt. Daran nahmen dieses Mal gut 75 Frauen teil. So entstand eine bunte Mischung von Frauen verschiedenen Alters, mit verschiedenen Lebenserfahrungen und doch „EINS“ in Christus. Geplant und organisiert wurde die Rüstzeit von einem Team, das jeweils aus zwei Vertretern jeder Gemeinde bestand und von Frau Doris Neufeld aus Friedensruh, Fernheim, angeleitet wurde. Bei warmen Wetter wurden die Frauen am Samstagmorgen auf dem grünen Freizeitgelände freundlich empfangen. Mit sehr passenden Liedern leitete ein Lobpreisteam die Frauen darin an, Gott anzubeten und sich auf eine Begegnung mit ihm

einzulassen. Danach brachte Frau Eleanore Unruh den ersten Vortrag. Sie sprach über die Dinge, die uns hindern, Jesus zu begegnen, wie Angst, Bequemlichkeit, zu viel Arbeit, Verletzungen oder der Wunsch nach Anerkennung von Menschen etc. Gott ist souverän und er begegnet uns WO er will, WANN er will und WIE er will. Wir können diese Begegnung

mit Jesus nicht bewirken, aber wir können den Rahmen dazu schaffen. In der darauffolgenden Tererepause ging es allgemein lustig zu. Die meisten Frauen nutzten diese Pausen zu ausführlichen, manchmal ernsthaften und manchmal auch ganz entspannten Gesprächen im Tererekreis oder mit einzelnen Freundinnen, für die im Alltag oft die Ruhe und Zeit fehlt. Die leckeren Mahlzeiten wurden von einem Küchenteam, bestehend aus 6 Frauen, vorbereitet und von den Freizeitteilnehmerinnen in vollen Zügen genossen. Am Samstagnachmittag beteiligten sich alle Frauen an einer Bibelarbeit über die Begegnung Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen. Es ging vor allem darum, dass die Frauen sich so gut wie möglich in diese Geschichte hineinfühlen und für ihr persönliches Leben etwas daraus mitnehmen sollten. Jesus begegnete der verachteten Samariterin mit Liebe und Wertschätzung und schenkte ihr das echte Lebenswasser. Jesus möchte auch meinen Lebensdurst von Grund auf stillen, der durch nichts und niemand auf der Welt gestillt werden kann! Am Samstagabend konnten die Frauen am Lagerfeuer über persönliche Begegnungen mit Jesus aus ihrem Alltag berichten. Sehr viele Frauen beteiligten sich daran und erzählten von ganz persönlichen Erfahrungen. Dieser Abend war wohl für die meisten

berührend und ermutigend zugleich. Nach der Zeugnisrunde wurde noch ein sehr bewegender Film mit dem Titel „Wie auch wir vergeben“ gezeigt. Die Teilnahme an der Präsentation war freiwillig. Einige Frauen saßen lieber weiterhin im Mondschein oder gingen auch schon schlafen. Nach einer Lobpreiszeit am Sonntagmorgen sprach Frau Sari Eitzen über die Begegnung Jesu mit Maria und Martha. Dabei ging es nicht darum, die eine oder die andere Schwester zu verurteilen, sondern uns selbst zu fragen, welches unsere Prioritäten sind. Jesus wünscht sich bedingungslose Hingabe, ungeteilte Aufmerksamkeit. Dabei ist „Stille Zeit“ keine Pflichterfüllung, sondern eine Einladung! Wir dürfen uns auch fragen, ob wir unseren Selbstwert aus unserer Leistung und unserer Arbeit beziehen, oder ob wir ihn uns von Jesus schenken lassen. Mit einem gemeinsamen Mittagessen schloss die Rüstzeit ab. Viele Frauen haben auch auf dieser Rüstzeit eine Begegnung mit Jesus erlebt, und sie kehrten wohl einerseits etwas müde und dennoch gestärkt in ihren Alltag zurück. Karin Vogt MBG Neuland

Der fünfte Jahrestag der Gemeinde La Mies Campo 9 Am 7. Oktober 2018 feierte unsere Gemeinde ihr 5-jähriges Bestehen. Die Planung und Vorbereitung war ein schönes Erlebnis. Die Zusammenarbeit und die Begeisterung der Leute war schon ein großer Segen. An der Feier nahmen ungefähr 410 Personen teil. Davon waren ungefähr

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die Hälfte Besucher aus Asunción (130), Santaní (85) und Estanzuela (5). Mit großer Begeisterung feierten wir diesen Tag mit einem abwechslungsreichen Gottesdienst, gemeinsamem Mittagessen und Sport. Wenn wir zurückschauen, wie

diese Gemeinde anfing und wie sie sich entwickelt hat, stimmt es uns dankbar. Wir bestaunen das Wirken Gottes und das ständige Wachstum, das wir erleben. Viele Veränderungen haben stattgefunden. Viele Personen und Familien haben eine Transformation erlebt. Es hat sich


eine Gruppe gebildet, in der es viele Gaben und Möglichkeiten gibt. Mit 75 Mitgliedern und einer gesamten Gruppe von etwa 110 Personen, haben wir eine multikulturelle Gemeinde. Leute aus verschiedenen Hintergründen und Nationalitäten bilden eine auffallend bunte Gruppe. Eine andere interessante Eigenschaft ist, dass die Mehrheit aus jungen Familien besteht. Gleichzeitig bringen diese positiven Eigenschaften auch einige Herausforderungen mit sich. Die Zusammenarbeit mit der Gutenbergschule steigert sich und bringt für unsere Gemeinde neue

Aufgaben, wie z.B. auch die geistliche Betreuung der Schüler durch die Gemeinde. Wenn wir an die Zukunft denken, haben wir eventuelle Herausforderungen wie: 1. Die Größe unseres Auditoriums. Vielleicht müssten wir unseren Versammlungsort verlegen. 2. Wir brauchen mehr Mitarbeiter für die Kleingruppen, den pastoralen Dienst, Musik, Sonntagsschule und Jugendarbeit. Für uns als Pastorenfamilie ist es eine wunderbare Zeit gewesen. Wir haben viele wunderbare Momente und Zeiten gehabt. Ständig haben wir neue Kontakte und Möglichkeiten. Auch kämpfen wir mit Begrenzungen. Dieses macht

uns abhängiger von Gott. Besonders dankbar sind wir auch für die ständige Begleitung der Vereinigung, besonders durch die Person von Horst Uwe Bergen. Mit Vertrauen auf Gott schauen wir in die Zukunft und sind Gott von Herzen dankbar für alles, was er in diesen ersten 5 Jahren gewirkt hat. Larry Siemens Pastor, La Mies Campo 9

Ordinationsfeier MBG Neuland

Tauffest in der MBG Neuland

Am 21. Oktober hatten wir das Vorrecht eine Predigerordination zu feiern. Osvaldo und Andrea Schapansky waren bereit, sich für den “Dienst am Wort”, wie Heinz Dieter Giesbrecht es nannte, ordinieren zu lassen. Die Gemeindeband leitete den Gottesdienst mit Preludio und allgemeinem Gesang ein. Osvaldo brachte sein “Berufungszeugnis”. Während seines Studiums am Bibelseminar Bonn hatte er die Gelegenheit an einer Predigerkonferenz teilzunehmen. Hier bekam er die eigentliche Berufung für den Predigtdienst. Wichtig war ihm aber auch, das diese Berufung von der Gemeinde bestätigt wurde. Die Predigt brachte Theodor Unruh und vermittelte uns viel Information über die Arbeit der Vereinigung. Den Ordinationsakt leitete Heinz Dieter Giesbrecht. Nach dem Segensgebet wurden Grüsse von einigen Gemeinden abgegeben. Für die MBG Neuland ist dieses ein wichtiger “Predigerzuwachs”.

Am Mittwoch, den 3. Oktober hatten wir den Zeugnisabend von 3 Taufkandidaten und 2 Personen, welche um die Aufnahme baten. Se brachte überzeugt und klare Zeugnise, sodass die Gemeinde auch mutig zustimmen konnte, für die 2 Aufnahmen und die 3 Personen zur Taufe und Aufnahme in die Gemeinde. Am Sonntag, den 7. Oktober feierten wir dann das Tauffest mit vielen Besuchern. Das Thema der Predigt war Nachfolge: Folgen hat Folgen. (Text Markus: 10:17-31) Mit der Aufnahme der Neugetauften und das Abendmahl schloss die Feier in der Kirche. Danach wurde noch in Tererérunden und beim Mittagessen weiter die Gemeinschaft gepflegt. Wir freuen uns sehr zu den 5 neuen Mitglieder in der Gemeindefamilie Edwind Wölk Gemeindeleiter

Finanzieller Fortschritt beim Campus IBA Bau 4,4%

45,3%

50,3% Versprochen Verfügbar Fehlt bis zum Umzug

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Concordia Brückenbauer Im Jahr 2015 fand die letzte Rüstzeit für die älteste Gruppe (50 Jahre und darüber, oder 25 Jahre oder mehr veheiratet) der Concordia Gemeinschaft statt. Die Rüstzeiten dauerten zwei Tage. Für viele in dem Alter war es sehr schwer so lange Programme zu haben. Da entstand die Idee, einen Seniorenkreis zu gründen und mehrere, aber kürzere Treffen im Jahr zu organisieren. Norbert Thielmann und Theodor Löwen wurden beauftragt, ein Projekt auszuarbeiten und es beiden Gemeinden der Concordia Gemeinschaft vorzulegen. Gesagt getan. Das Projekt wurde beiden Gemeinden vorgelegt und es wurde auch angnommen. Ein paar wichtige Aspekte sind: 1. Der Name: “Concordia Brückenbauer”. Dabei hat man an Brückenbauen zwischen Gemeinden, zwischen Generationen, zwischen Kulturen, zwischen Menschen und zwischen Zeit und Ewigkeit gedacht. 2. Träger: Die Träger des Seniorenkreises CONCORDIA BRÜCKENBAUER sind die beiden Concordia Gemeinden, Mennoniten Gemeinde (MG) und Mennoniten Brüder Gemeinde (MBG) von Asunción. 3. Vision: Ganzheitliche Wahrnehmung und Begleitung der Senioren in unserer Gemeinschaft und sinnvolle Berücksichtigung in den Gemeindeaktivitäten, um ihren Reichtum an Wissen und Erfahrungen zu nutzen und die

eigene Dignität des Alters zu fördern. 4. Mission: - Seelsorgerliche Begleitung durch persönliche Besuche, Anrufe, Gestaltung von Treffen (Programmen) und gemeinsamen Aktivitäten. - Förderung von Beschäftigung (Hobbys) und verschiedene Aktivitäten (Arbeiten, Spielen, Singen, Essen usw.) - Freiraum schaffen, um für andere da zu sein. - Hilfestellung, um mit Schwierigkeiten des Älterwerdens fertig zu werden. (Einsamkeit, alles nimmt ab, Krankheit, Altenheim, usw.) - Ermöglichung, missionarisch tätig zu sein. Jede Gemeinde hat drei Ehepaare ernannt, welche das Team bilden, welches sich selber organisiert. Die erste Sitzung des Teams war am 25. August 2015 und das erste Treffen der Concordia Brückenbauer war am 6. Oktober desselben Jahres. Seitdem gibt es jeweils ein Treffen am ersten Samstag des Monats um 16:00 Uhr mit anschließendem Vesper. Auf der Liste sind 125 Personen im Alter von 65 und darüber. Davon sind 11 Personen, die aus verschiedenen Gründen nicht teilnehmen können und es gibt auch solche, die nicht teilnehmen wollen. Besonderes in diesem Jahr: • Die Concordia Brückenbauer haben ein Stipendium für 4 Schüler aus der Kolonie Nueva Durango übernommen, die in Sommerfeld

(Campo 9) im Colegio El Sendero das Abitur (Bachillerato) machen. • Die Concordia Brückenbauer haben die Kantate “Also hat Gott die Welt geliebt” eingeübt und am 8. Oktober in der Kirche vorgetragen. • Ab 2019 wird ein Seniorenbetreuer Ehepaar (Seniorenpastor) halbzeitig angestellt, im Einverständnis der beiden Gemeinden, die auch die Kosten übernehmen. Äusserungen der Brückenbauer: • Jetzt müssen wir einen Monat warten bis es wieder ein Treffen gibt. • Ich liebe die Asuncioner Gemeinschaft. Zusammen bilden wir einen Kreis. Die Brückenbauer Treffen sind immer ein Höhepunkt, das liebe ich. • Wir empfinden eine sehr angenehme Freundlichkeit vom Brückenbauer Team, denn eure Programme sind ausgefüllt von verschiedenen Beiträgen, die für uns ein wahrer Segen sind. Das ist ein hoch wichtiger Beitrag für schöne Momente in diesem Alter. Theodor Löwen MBG Concordia

Gemeindegründungsprojekt in Hernandarias Während 2017 haben wir gebetet, dass Gott uns ein neues Missionswerk zeigen sollte. Nach vielem Suchen und Umschauen, fiel uns Hernandarias als eine Stadt mit stetigem Wachstum auf. Wir sahen die Möglichkeit, dort das erbetene Gemeindegründungsprojekt

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zu beginnen. Im Gebet und im Gespräch mit der AHM (Asociación Hermanos Menonitas) zog Adrián González nach Hernandarias, um dort mit der Arbeit zu beginnen. Adrián ist Glied unserer Gemeinde in Ciudad del Este (CDE) und Absolvent des IBA.

Das erste Ziel ist, Kontakt mit neuen Personen zu machen, aber auch die Beziehung zu den Familien zu stärken, die schon Mitglieder unserer Gemeinde in CDE sind. Vor Ort hatte Pastor Adrián dann einen engeren Kontakt zu diesen Familien,


um ihnen durch Bibelstudium in den Häusern und durch Besuche Mut zu machen, bei diesem neuen Projekt mit anzupacken. Geplant war, im Juli mit monatlichen Gottesdiensten zu beginnen und dann die Anzahl dieser zu steigern. Gleichzeitig experimentiert man mit verschiedenen Uhrzeiten (vormittags oder nachmittags). Am 29. Juli veranstalteten wir den ersten Gottesdienst mit den Geschwistern aus Hernandarias zusammen mit den Mitgliedern aus CDE, um diesen Beginn zu feiern. Insgesamt nahmen 42 Personen an dieser Feier teil. Ab November planen wir monatlich zwei

Gottesdienste anzubieten. Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir noch keine Bekehrungen. Jedoch sehen wir verschiedene Möglichkeiten, um die Personen aus der Umgebung zu erreichen und Kontakt mit ihnen aufzunehmen. Anfänglich arbeitete Pastor Adrián alleine in dem Werk. Er hat Ende Juni Paola Avezada geheiratet, die sich dieser Arbeit anschließt. Gleichzeitig sind die beiden auch die Jugendleiter der Jugendgruppe in CDE. In Zusammenarbeit mit Paola suchen wir nach einer Möglichkeit, Kinderstunden (Hora Felíz) mit den Kindern der Nachbarschaft zu organisieren. Das Ziel ist, die Kinder und durch sie ihre Eltern zu erreichen. Außerdem haben wir in Aussicht, in Schulen mit Vorträgen den Kontakt zu den Jugendlichen aufzubauen. Kürzlich hat das Pastorenehepaar bei einem Finanzkurs in Asunción teilgenommen. Dieses befähigt sie, denselben Kurs in Hernandarias

anzubieten. Dadurch erhoffen wir uns noch mehr Kontakte und Beziehungen. Wenn man ein neues Missionswerk beginnt, bringt das viele Herausforderungen mit sich. Doch wir sehen einen großen Vorteil darin, dass das Pastorenehepaar in Hernandarias wohnt. Zudem ist es positiv, dass die Muttergemeinde relativ nahe (16 Kilometer) gelegen ist, um das Projekt in den verschiedenen Aktivitäten mit Mitarbeitern zu unterstützen. Wir bitten um Gebet für Adrián und Paola, sowie für diese Gemeindegründung in Hernandarias. Julio Oyanguren Pastor Familia Cristiana Ciudad del Este

Vereinigungsleitung- Übergangszeit Nachdem unser Vereinigungsleiter, Theodor Unruh dem Vorstand mitgeteilt hat, dass er nach 11jähriger Leitung die Aufgabe abgeben möchte, um sich ganz der Leitung des Campus Gutenberg widmen zu können, wurden Horst Dieter Janz und Horst Bergen beauftragt, die Suche eines neuen Vereinigungsleiters anzuleiten. Wir sind Gott dankbar, dass wir in Zusammenarbeit mit dem Vorstand der Vereinigung, dem Ältestenrat und den sieben Gemeinderäten den Prozess der Suche eines Vereinigungsleiters durchführen durften. Eldon August ist bereit, diesen Dienst/ Posten des „Vereinigungsleiters“ (Exekutivdirektor und Vereinigungspastor; siehe Profil und Arbeitsbeschreibung, Internes Reglement S. 16-19), zu übernehmen. Gemeinsam hat man sich auf ein Übergangsjahr (2019) geeinigt. Theodor Unruh ist bereit, die Verantwortung bis zur Delegiertenkonferenz, Ende April 2019, zu übernehmen. Für den Teil der Glaubenskonferenz macht sich der Ältestenrat verantwortlich. Ab Ende April übernimmt Horst Dieter Janz die Leitung der Vereinigung. Horst Bergen ist sein Gehilfe und leitet die Exekutive. Während des Übergangsjahres arbeiten sie eng mit dem austretenden Leiter (Theodor Unruh), dem zukünftigen Leiter (Eldon August) und dem Administrator Clemens Rahn zusammen. Für das kommende Jahr, also 2019, bleibt Eldon August weiter der Missionsförderer der Vereinigung und wird nach Möglichkeit seine Doktorarbeit größten Teils abschließen. Ab 2020 würde er dann als Vereinigungsleiter einsteigen. Wir möchten uns bei den Gemeinderäten für die Gebete und die Unterstützung bedanken. Gleichzeitig bitten wir, das Übergangsjahr in Fürbitte und tatkräftiger Mitarbeit zu begleiten. Freundlich grüßend,

Horst Dieter Janz Leiter des Vorstandes der Vereinigung

Horst Uwe Bergen Leiter des Ältestenrates

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Mitarbeiter ausrüsten

STUDIEREN, UM ZU (ver)DIENEN Wie heißt du und kannst du etwas von dir erzählen? Ich heiße Laura Aquino de Bordon und bin seit 11 Jahren mit Juan Bordon verheiratet. Wir haben einen dreijährigen Sohn, in dessen Leben Gott Großes getan hat. Bei ihm wurde nämlich ein Tumor in der oberen Lippe festgestellt. Dieser Tumor wurde im Hospital Garrahan in Argentinien erfolgreich entfernt. Das war eine Zeit, wo wir die Gesundheit und das Leben neu schätzen gelernt haben. Ich diene in einer Gemeinde als Leiterin in der Jungschararbeit.

Was war deine Motivation, Sozialarbeit an der FAHCE zu studieren?

Von klein auf hat mich meine Mutter gelehrt, den Bedürftigen zu helfen und Kranke zu besuchen. Wir haben uns Zeit genommen, am Samstag alte Menschen, die alleine wohnten, in unserer Umgebung zu besuchen, ihre Häuser zu putzen, für sie zu kochen und sie zu baden. Das haben wir mit einer großen Liebe gemacht. Auch brachten wir bedürftigen Menschen Lebensmittel, obwohl wir selber nicht viel hatten. Mit 12 Jahren habe ich begonnen in der Gemeinde mitzuhelfen, indem ich erst mit Kindern und dann mit Jungscharlern arbeitete. 5 Jahre habe ich in einer Siedlung in Ipane mit Kindern gearbeitet, den Müttern dieser Kinder das Lesen und Schreiben beigebracht und mit den Kindern gelernt, obwohl ich dazu noch keine Ausbildung hatte, aber den starken Wunsch, den Menschen zu dienen. In dieser Zeit hörte ich durch die Sendungen von OBEDIRA von der FAHCE und sah die Möglichkeit, meine Träume zu erfüllen, meine Arbeit zu verbessern und Lehrerin zu werden, was ich mir von klein auf gewünscht hatte. Als ich mich eingeschrieben hatte, wurde die Lehrerausbildung auf nationaler Ebene suspendiert. Um das mühsam gesparte Geld von 6 Monaten Arbeit, das ich schon eingezahlt hatte, nicht zu verlieren, habe ich mich

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umgeschaut, was es noch an der FAHCE zu studieren gab. Dabei wurde ich mit der Fachrichtung Sozialarbeit bekannt. Nachdem ich sie näher kennengelernt hatte, wusste ich, dass es genau das war, was ich gesucht hatte. Es passte genau zu mir: organisieren, leiten, planen, keine Routine, Veränderung, Arbeit in den verschiedenen Bereichen des Lebens sowie Erziehung, Kindheit und Gesellschaft. Ich stellte fest, dass es der Beruf war, der genau für meine Persönlichkeit und Lebenserfahrung zugeschnitten war. Ich nahm mir vor, das Studium zu machen und auch zu beenden. Ich muss zugeben, dass es ohne das Stipendium vom Campus Gutenberg nicht möglich gewesen wäre, dieses Ziel zu erreichen.

Welches sind Werte, die du als Student im Unterricht beobachtet hast und an welche besonderen Erfahrungen aus deiner Studienzeit kannst du dich erinnern?

Die Erinnerungen, die sich in meinem Gedächtnis festgesetzt haben, sind einmal die Diensthaltung, die Zusammenarbeit und die Exzellenz. Angefangen von dem Leitsatz der UEP „Studieren um zu dienen“, und den Dozenten mit langjähriger Erfahrung, Arbeitspersonal und Leiter, wie Dr. Alfred Neufeld, Roland Funk und Lic. Rodrigo Acevedo haben mein Leben geprägt. Sie lebten diese Werte aus und das ermutigte mich, sie auch in meinem Leben zu praktizieren und zu verstärken, da ich sie ja schon von zu Hause mitbekommen hatte. Sie sollten Teil meiner Persönlichkeit werden und damit wollte ich meine Mitmenschen anstecken. Ich habe sehr viele gute Erinnerungen, aber besonders möchte ich die Unterrichtsstunden in den Fächern Neues und Altes Testament mit dem Lehrer Carlos Barreto hervorheben, wo ich Gott besser kennen lernen durfte und diese Kenntnis mit meinem Beruf in Verbindung bringen konnte. Auch die

Stunden im Fach Psychologie mit Yamili Filártiga halfen mir, mich selber und meine Mitmenschen besser zu verstehen, sowie die Bedeutung des Mitgefühls für meine Mitmenschen. Dann möchte ich auch die hohen Anforderungen der Dozenten betonen, sowie die Gruppenarbeiten, wo ich lernte flexibler und toleranter zu werden. Von meinem Vater hatte ich gelernt, hohe Ansprüche an mich zu stellen und das erwartete ich auch von meinen Mitmenschen. Aber auch die Momente, in denen wir gegenseitig unsere Nöte und Sorgen mitteilten, haben meinen Charakter geformt, mich gelehrt meine Mitmenschen zu lieben und die Nöte meiner Klassenkameraden wahrzunehmen und ihnen mit meinen Gaben zu dienen. Das alles waren wertvolle Lern- und Lebenserfahrungen.

Was machst du heute beruflich?

Ich muss zugeben, dass Gott meine Träume nicht vergessen hat. Ich wollte Lehrerin sein, aber Gott hat mich noch eine Stufe weiter geführt, als ich erwartet hatte. Heute bin ich seit drei Jahren Dozentin an meiner geliebten Fakultät, dem UEP Campus Gutenberg, seit 2018 Koordinatorin im Fachbereich Sozialarbeit und Tutorin für Abschlussarbeiten. Außerdem bin ich Sozialarbeiterin im Colegio Alberto Schweizer. Ich habe in verschiedenen Erziehungsinstitutionen gearbeitet. Der Herr hat mir die Möglichkeit gegeben, in drei Bereichen der Sozialarbeit grundlegend und aufbauend mitzuwirken und zwar im Komitee für Stipendien an der UEP und dem Colegio Alberto Schweizer, sowie der Therapeutischen Gemeinschaft “El Camino“. Mehr als nur eine professionelle Arbeit ist es ein Dienst, eine Gelegenheit von der Liebe Jesu zu reden und durch meinen Beruf, den ich liebe, meinen Nächsten zu dienen und dadurch einen Beitrag zur Veränderung anderer zu leisten.

Laura Aquino


Worte des Vereinigungsleiters Im Jahre 1999 wurde ich als Delegierter für unsere Gemeinde ernannt und damit auch Mitglied der Asociación Hermanos Menonitas. Seit 2003 durfte ich aktiv in der Vereinigung mitarbeiten, erst in meiner Funktion als Gemeindeleiter der MBG Filadelfia und dann als vollzeitiger Vereinigungsleiter. In den vergangenen 20 Jahren habe ich in vielerlei Weise das Wirken Gottes in unserer gemeinsamen Arbeit erfahren. Als Vereinigung sind wir gewachsen und in den verschiedenen Arbeitsbereichen breiter und grösser geworden. Gott hat uns reichlich gesegnet und wir haben viel Grund dankbar zu sein. Wenn ich aber an die Zukunft denke, dann haben wir viele Herausforderungen. Ich möchte im Folgenden fünf davon erwähnen: 1. Verstehen, was Gott von uns haben möchte Für uns als Vereinigung wird es auch in der Zukunft eine Herausforderung sein, auf Gott zu hören und zu verstehen, was er uns sagen möchte. Wir haben in unserem Land viele offene Türen und viele Möglichkeiten, neue Arbeitsbereiche anzufangen. Es ist nicht immer so ganz einfach zu erkennen, ob wir durch die offenen Türen hindurchgehen sollen oder nicht. Wir sind immer wieder in der Gefahr, dass wir uns von unseren Gefühlen, den menschlichen Nöten, den Erwartungen der Mitmenschen oder von den Angeboten des Moments leiten lassen, statt gemeinsam solange auf Gott zu hören, bis wir ihn ganz klar verstanden haben. 2. Die Einigkeit und Zusammenarbeit als Gemeinden erhalten Eine zweite Herausforderung wird sein, die Einigkeit der Gemeinden zu bewahren. Wir leben in einer Zeit, wo jeder unabhängig sein möchte. Als einzelne Gemeindeglieder und als einzelne Gemeinden haben wir viele Projekte, die uns wichtig sind. Es ist vielfach auch einfacher meine eigenen Projekte durchzuführen, als die langsamen Prozesse in der gemeinsamen Arbeit abzuwarten. Je mehr wir unseren eigenen Projekten nacheifern, wenn die auch sehr gut sind, desto mehr schwächen wir unsere gemeinsame Arbeit. Gemeinsam können wir aber oft viel mehr machen. Unsere 57 jährige Vereinigungsgeschichte hat uns gezeigt, dass wir gemeinsam viel stärker sind, als jede Gemeinde für sich. 3. Die enge Beziehung zwischen den Gemeinden und unseren Institutionen behalten Unsere gemeinsamen Institutionen können leicht eine eigene Dynamik entwickeln. Leicht kann

es passieren, dass sie sich von den Gemeinden distanzieren. Es wird auch in Zukunft eine ganz große Herausforderung sein, die Gemeinden und die Institutionen der Vereinigung ganz eng zusammenzuhalten. Wenn wir dieses nicht schaffen, werden unsere Institutionen wohl noch gute Sozialprojekte sein, aber nicht mehr evangelistische Werkzeuge der Gemeinden. 4. Unsere spanischsprachigen Geschwister und Gemeinden in unsere Vereinigungsarbeit integrieren In unseren Gemeinden haben wir immer mehr spanischsprachige Glieder. Dann haben wir auch über 20 spanische Tochtergemeinden, die zu unserer Vereinigungsfamilie gehören. Wir werden immer mehr zu multikulturellen Gemeinden und wir sind eine multikulturelle Gemeindefamilie. Vielfach fühlen sich unsere spanischen Geschwister aber noch nicht wirklich Teil der Vereinigung. Sie gehören dazu, sind aber nicht wirklich Teil davon. Werden wir es schaffen, sie voll in unsere Vereinigung zu integrieren? Wir haben in den letzten Jahren im Vereinigungsvorstand oft über diese Frage gesprochen. Wir haben bis jetzt aber noch keine ideale Lösung gefunden. In Zukunft müssen wir gemeinsam einen Weg finden, wie wir die Integration sinnvoll gestalten können. 5. Unsere jungen Leute für die Vereinigungsarbeit motivieren Es ist immer wieder eine Freude, wenn junge Leute mit Begeisterung in die Vereinigungsarbeit einsteigen, aktiv bei den Delegiertenkonferenzen dabei sind, bei Awake mitmachen, interkulturelle Erfahrungen machen oder Missionseinsätze im Rahmen der Vereinigung durchführen. In den vergangenen Jahren haben wir gezielt Möglichkeiten geschaffen, damit unsere jungen Menschen positive Erfahrungen in der Vereinigung machen konnten. Für uns als Gemeinden wird es eine Herausforderung sein, unsere jungen Leute für die gemeinsame Arbeit zu begeistern und ihnen ganz gezielt den Wert der Vereinigungsarbeit zu zeigen. Nur so werden wir auch in Zukunft diese gemeinsame Arbeit machen können. Ich wünsche uns als Vereinigung viel Mut und die Fülle des Geistes, um immer wieder die rechten Entscheidungen zu machen. Könnten wir auch in Zukunft gemeinsam unseren missionarischen Auftrag in Paraguay und über unsere Grenzen hinaus erfüllen. Theodor Unruh Vereinigungsleiter

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Gemeinden der AHM

Gottes Geschichte mit unserer Gemeindefamilie 70 Jahre MBG Volendam Viel Schweres hatten die Volendamer schon auf der Flucht aus der Ukraine erlebt, in den Flüchtlingslagern im zerbombten Deutschland, den drei Monaten Zeltlager in Buenos Aires und dem Aufenthalt in der ‘Escuela Agrícola’ von San Lorenzo, weil in Paraguay 1947 die Revolution tobte. Anfänglich wollten wohl alle Flüchtlinge gemeinsam ansiedeln. Aber dann ergab es sich so, dass zwei Drittel der Gruppe in den Chaco zog und die Kolonie Neuland gründete. Am 9. November 1947 fand unter Bäumen auf dem Gelände des Koloniesägewerks die Gründungsgemeindestunde der MBG Volendam mit etwa 35 Gliedern statt. Da die meisten Dokumente auf der Flucht verlorengegangen waren, erzählte jeder seine Bekehrung, Taufe und bisherige Gemeindezugehörigkeit. David Fast wurde zum vorläufigen Leiter ernannt. Aber schon auf der 2. Gemeindestunde, am 30. November, wurde ihm bewusst, dass er die Aufgabe nicht alleine tun könne. So bat man die Prediger der MBG Friesland um Hilfe. Daraufhin kam Johann Goerzen aus Friesland regelmäßig nach Volendam, um die Gemeinde zu begleiten. Heinrich Loewen aus Volendam wurde ihm als Gehilfe zur Seite gestellt. Als dann am 9. November 1948 die ‘zweite Volendamer Gruppe’ dazukam, bekam die Gemeinde Zuwachs von ca. 40 Gliedern, unter ihnen Prediger Franz Janzen, der ab 1949 die Leitung übernahm. Im Februar 1952 weihte man eine schöne eigene Kirche ein und hatte bereits 9 Tauffeste gefeiert. Mitte Juni wanderten Janzens aus, und der junge Bruder Adolf Reimer wurde zum Leiter bestimmt. Ab 1954 haben Geschwister H.C. Borns aus Kanada tatkräftig mitgearbeitet. Bis 1956 hatte die Gemeinde etwa 100

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Glieder. Von 1957-1967 gab es eine schwere Krise, da die Wirtschaftslage sehr schwierig wurde und immer mehr Geschwister nach Kanada und Deutschland abwanderten. Ab März 1961 halfen Geschwister Erich Giesbrechts aus Fernheim in Gemeinde und Sekundarstufe mit, sowie ab Oktober 1962 auch Geschwister Martin Augusts. Zum Jahresschluss 1962 berichtet Erich Giesbrecht: “Die Gemeinde zählt jetzt 62 Glieder, hat einen ordinierten Prediger, drei angestellte Diakone, drei Bibelschüler und 12 Sänger.” 1966 sank die Gliederzahl auf 42, und die MB Konferenz sowie die Friesländerprediger mussten in der Leitung aushelfen. Am 21. Januar 1968 wurde das junge Volendamer Ehepaar Walter Epps, die eine dreijährige Ausbildung in ITE, Curitiba, gemacht hatten, als Gemeindeleiter eingesetzt. Am 16. November wurden sie als Prediger ordiniert und Geschwister Bernhard Rempels als Diakone. Im September 1972 beschloss Familie Epp auszuwandern. Die Gliederzahl war mittlerweile auf 40 gesunken. Martin August war bereit, ab 1973 wieder auszuhelfen. Heinrich Bärg hatte die Gemeindeleitung. Im Jahr 1975 gingen Geschwister Gerhard Sawatzkys ins IBA, weil sie eine starke Berufung in die Mission fühlten. Sie hatten schon gemeinsam mit den Pätkausbrüdern eigenständig angefangen, evangelistische Besuche in den zum Teil entlegenen Nachbarschaftsorten zu machen. Nun beschloss die Gemeinde, diese Arbeit zu ihrem Missionsprojekt zu machen und Gemeindegründungen in Escalera und San José zu beginnen. Ab Anfang 1977 halfen Geschwister Jakob G. Penners in Gemeindeleitung und Seelsorge mit. Ab dem 1. Juli 1979 wurde Gerhard Sawatzky zum Leiter

ernannt. Gemeinsam mit Gerhard und Heinrich Bärg haben sie in den folgenden 25 Jahren die Gemeindearbeit gefördert. Danach kamen Eldon und Edeltraud August, und heute sind es Anton und Adelina Sawatzky. Heute gibt es am 1. Sonntag im Monat spanische Gottesdienste. Die Jugendarbeit wird auf KfK Ebene gemacht. Sehr beachtlich ist, dass diese kleine Gemeinde schon jahrelang fünf Missionsgemeinden in Escalera, San José, Santa Clara, Campo Vírgen und Calle San Antonio betreut. Die MBG Volendams hat keine einfache Geschichte hinter sich, hat aber viel Geld und Liebe in die Mission investiert. Neben Gerhard Sawatzky haben besonders die Familien Warkentin, Bärg und Rempel mitgewirkt. Die Existenz der Gemeinde war immer wieder gefährdet durch die kleine Anzahl der Glieder und die daraus erfolgende schwache Kinder- und Jugendarbeit. Aber auf die Geschichte des geistlichen Lebens in Volendam und der Mission in den umliegenden Paraguayerdörfern hat die MBG einen unauslöschlichen Einfluss ausgeübt. Wir als Vereinigung wollen weiter an der Seite dieser tapferen Gemeinde gehen, von ihr lernen und nach Bedarf helfen. Gemeindeleiter: Johann Goerzen (1947-1949); Franz Janzen (19491954); Adolf Reimer (1954-1962); Erich Giesbrecht (1962-1963, 20022004); Martin August (1963-1965, 1973-1974); Heinrich Bärg (19651968, 1972-1973, 1974-1978); Walter Epp (1968-1972); Jakob G. Penner (1978-1979); Gerhard Sawatzky (1979-1983, 1985-1989, 1994-2001, 2007); Heinrich Bärg (1983-1985); Gerhard Bärg (19891991); Peter Warkentin (1991-1994); Vorstand (2006); Eldon August (20082016) und ab Juni 2016 Anton Sawatzky. Im Dezember 2017 hatte die MBG Volendam 44 Glieder. Alfred Neufeld