Issuu on Google+

Underwater Naturalist

Specialty Course Instructor Outline GERMAN VERSION

Product No. 70235G (Rev. 05/05) Version 1.04


Wichtiger Hinweis Bevor du mit der Werbung für einen PADI Spezialkurs beginnst oder einen solchen Kurs durchführst, musst du brevetierter PADI Specialty Instructor für diesen Bereich sein (Ausnahmen: AWARE Programm und Tarierung in Perfektion, siehe PADI Instructor Manual).

PADI® Spezialkurs Unterwasser Naturalist Kursausarbeitung für den Instructor (Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline) © PADI 1990 – 2005 Translation by PADI Europe, 2006 Alle Rechte vorbehalten. Teile des Anhangs dürfen von PADI Mitgliedern für den Gebrauch in PADI Kursen vervielfältigt werden, nicht aber zum Zwecke des Verkaufs oder zur Gewinnerzielung. Ohne die ausdrückliche schriftliche Genehmigung von PADI dürfen keine anderen Vervielfältigungen angefertigt werden. Übersetzung und Vertrieb durch PADI Europe AG, Oberwilerstrasse 3, CH-8442 Hettlingen, Schweiz unter Genehmigung von PADI Worldwide Corp., 30151 Tomas Street, Rancho Santa Margarita, 92688-2125, California, USA Product No. 70235G (Rev. 5/05) Version 1.04

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 


I.

Kursstandards und Kursüberblick Dieser Spezialkurs stellt eine Einführung in die Umgebung und das Leben unter Wasser dar, um Tauchern dabei zu helfen, einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit dem vielfältigen aquatischen Leben zu entwickeln. Der Kurs soll eine sichere und unter Supervision verlaufende Einführung in die Unterwasserwelt sein. Spass und Sicherheit sollen beim Training im Vordergrund stehen. Die empfohlene Mindestdauer des Kurses beträgt 12 Stunden, gleichmässig verteilt auf Theorie und praktisches Training im Wasser.

A. Voraussetzungen

Um am Spezialkurs „Unterwasser Naturalist“ teilnehmen zu können, muss man: 1. Als PADI (Junior) Open Water Diver brevetiert sein oder ein qualifizierendes Brevet besitzen. 2. Mindestens 10 Jahre alt sein. Der im Rahmen des PADI Adventures in Diving Programms als Abenteuertauchgang erfolgte Tauchgang „Unterwasser Naturalist“ kann als erster Tauchgang auf diesen Spezialkurs angerechnet werden; dies liegt im Ermessen des Instructors, der den Spezialkurs durchführt.

B. Supervision

Dieser Spezialkurs kann von einem PADI Underwater Instructor im Lehrstatus (oder einem PADI Instructor einer höheren Stufe) durchgeführt werden, der als PADI Underwater Naturalist Specialty Instructor brevetiert ist. Das maximale Verhältnis („Ratio“) Tauchschüler zu Instructor für Freiwasser-Trainingstauchgänge beträgt acht Tauchschüler je Instructor (8:1)* oder vier Tauchschüler je „zertifiziertem Assistenten“ (4:1).

Hinweis * Bei Tauchgängen, an denen 10-und 11-jährige Kinder teilnehmen, ist direkte Supervision durch den Instructor erforderlich, bei einer maximalen Ratio von 4:1, wobei nicht mehr als zwei dieser vier Taucher 10 oder 11 Jahre alt sein dürfen.

Der Instructor muss bei jedem Abenteuertauchgang – d.h. dem ersten Freiwassertauchgang dieses Spezialkurses – der tiefer als 18 Meter durchgeführt wird, die direkte Supervision über die Tauchschüler ausüben, und zwar mit einer Ratio von maximal acht Tauchschülern je Instructor (8:1), solange nicht alle Taucher, die an diesem Tauchgang teilnehmen, den Abenteuertauchgang „Tieftauchen“ erfolgreich abgeschlossen haben. Diese Ratio kann durch den Einsatz von „zertifizierten Assistenten“ nicht erhöht werden.

C. Überlegungen zum Freiwassertraining

Der Spezialkurs „Unterwasser Naturalist“ muss 2 Freiwasser-Trainingstauchgänge beinhalten, die an einem Tag durchgeführt werden können. Es wird empfohlen, jedoch nicht verlangt, dass die Tauchschüler mit unterschiedlichen Formen der Unterwasser-Umgebung in einem bestimmten geografischen Gebiet vertraut gemacht werden (Riff, felsiger Grund, sandiger Grund usw.). Nach jedem Freiwasser-Trainingstauchgang müssen die Tauchschüler ihren Tauchgang in ihr persönliches Logbuch eintragen. Es wird empfohlen, aber nicht verlangt, dass die Freiwasser-Trainingstauchgänge in einer Tiefe von 6 – 12 Metern stattfinden. Für PADI Open Water Diver oder Tauchschüler mit einem qualifizierenden Brevet beträgt die empfohlene maximale Tauchtiefe 18 Meter für beide Freiwasser-Trainingstauchgänge.

Hinweis • Für 12-14 Jährige beträgt die Tiefe beim Abenteuertauchgang – d.h. beim ersten Freiwassertauchgang dieses Spezialkurses – maximal 18 Meter; wenn sie zuvor am Abenteuertauchgang „Tieftauchen“ teilgenommen haben, sind es maximal 21 Meter. • Für 10-11 Jährige beträgt die maximale Tiefe 12 Meter. Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 


Freiwasser-Trainingstauchgänge dürfen auch bei Nacht erfolgen, und zwar mit Tauchern, die am Abenteuertauchgang „Nachttauchen“ des Adventures in Diving Programms oder am ersten Tauchgang des Spezialkurses „Nachttauchen“ teilgenommen haben, oder die einen qualifizierenden Nachweis über Erfahrung im Nachttauchen erbringen können. An Nachttauchgängen dürfen 10- und 11-Jährige nicht teilnehmen. Training im Schwimmbad bzw. begrenzten Freiwasser kann nach Ermessen des Instructors erfolgen, der den Spezialkurs durchführt. Zum Zwecke der Eingangsbeurteilung kann der Instructor vor Kursbeginn eine Lektion im Schwimmbad bzw. im begrenzten Freiwasser durchführen, die eine Wiederholung von Tauchfertigkeiten beinhaltet. Die PADI Skill Evaluation oder das Scuba Review Programm eignen sich dafür besonders gut.

D. Kursüberblick Bei der Durchführung des PADI Spezialkurses „Unterwasser Naturalist“ müssen folgende Bestandteile enthalten sein: 1. Planung, Organisation, Verfahren, Techniken, Probleme und Gefahren des Tauchens in verschiedenen Unterwasser-Umgebungen. 2. Grundlegender Überblick über die Systematik der wesentlichen UnterwasserLebensformen – „Reiche“: Pflanzen- und Tierreich; „Klassen“ (Pflanzen) und „Stämme“ (Tiere). 3. Auf Fakten basierende Informationen zur Widerlegung von Mythen über potenziell gefährliche Lebensformen. 4. Überblick über das Zusammenspiel und die Verbindung von UnterwasserLebensformen. 5. Verantwortungsvoller Umgang des Menschen mit dem Leben unter Wasser. 6. Tauchtechniken, die dazu beitragen, Lebensformen am Grunde zu schützen und Störungen des Lebens unter Wasser auf ein Minimum zu beschränken.

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 


II. Brevetierungsverfahren Der brevetierende Instructor erhält die „Underwater Naturalist“ Specialty Brevets, indem er die ausgefüllten und unterschriebenen PICs an seine PADI Zweigstelle schickt. Der Instructor, der das letzte Freiwassertraining mit einem Tauchschüler durchführt, ist damit der brevetierende Instructor. Dieser muss sicherstellen, dass alle Brevetierungsanforderungen erfüllt wurden.

Übersicht Kursstandards Brevetvoraussetzung: PADI (Junior) Open Water Diver oder qualifizierendes Brevet Mindestalter: 10 Jahre Empfohlene Kursdauer: 12 Stunden Minimum Freiwassertraining: 2 Tauchgänge Anzahl Tauchschüler je Instructor: 8:1* Minimum Tauchlehrerstufe: PADI Underwater Naturalist Specialty Instructor * Bei Tauchgängen, an denen 10-und 11-jährige Kinder teilnehmen, ist direkte Supervision durch den Instructor erforderlich, bei einer maximalen Ratio von 4:1, wobei nicht mehr als zwei dieser vier Taucher 10 oder 11 Jahre alt sein dürfen.

Freiwasser-Trainingstauchgänge dürfen auch bei Nacht erfolgen, und zwar mit Tauchern, die am Abenteuertauchgang „Nachttauchen“ des Adventures in Diving Programms oder am ersten Tauchgang des Spezialkurses „Nachttauchen“ teilgenommen haben, oder die einen qualifizierenden Nachweis über Erfahrung im Nachttauchen erbringen können. An Nachttauchgängen dürfen 10- und 11-Jährige nicht teilnehmen.

III. Ausrüstung und Materialien

[Hinweis für den Instructor: Standard-Ausrüstung siehe PADI Instructor Manual, Allgemeine Standards und Verfahren.]

A. Instructor 1. Ausrüstung. a. Verbindliche Ausrüstung. • Erste Hilfe Materialien und Erste Hilfe Ausrüstung • Recreational Dive Planner – eRDP/Table oder Wheel • Schreibtafel und -stift • Komplette Instrumente einschliesslich der Möglichkeit zur Überwachung von Tiefe, Zeit und Richtung. Tauchcomputer können verwendet werden. Es wird nachdrücklich empfohlen, dass Taucher mit Computer zusätzliche Instrumente zum Messen von Zeit und Tiefe beim Tauchgang als Backup mitführen. • Boot oder Boje, der örtlichen Umgebung angemessen, mit beschwertem Abstiegs- / Aufstiegsseil (13 mm Durchmesser empfohlen) oder eine andere Vorrichtung, die sich für einen Sicherheits-Stop eignet b. Empfohlene Ausrüstung. • Erste Hilfe Kit, Taschenmaske und Notfall-Sauerstoffgerät • Boot oder Surfboard für schnellen Transport an der Oberfläche • Wasserfeste Büchlein oder Tafeln zur Bestimmung der Unterwasserlebewesen und/oder lasse die Tauchschüler Skizzen auf ihren U/W Tafeln von den Pflanzen und Tieren anfertigen, die sie während des Tauchgangs sehen, um diese nach dem Tauchgang zu bestimmen. • Lupe

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 


2. PADI Materialien. a. Verbindliche Materialien. • Instructor Manual • Underwater Naturalist Specialty Instructor Outline – für Überweisungen und Adventures in Diving Programm Anrechnungen, und falls der Instructor diese Specialty Stufe direkt bei PADI beantragt hat • PIC Umschläge b. Empfohlene Materialien. • Logbuch (Adventure Log empfohlen) • Student Record File Mappe • Dive Roster Tafel Referenzmaterialien • Adventures in Diving Manual • Die Enzyklopädie des Sporttauchens • AWARE Our World, Our Water Manual • Andere Pubikationen mit Informationen über die örtliche Unterwasser Flora und Fauna Anerkennungsmaterialien • Specialty Diver Zertifikate • Specialty Aufnäher „Underwater Naturalist“

B. Tauchschüler 1. Ausrüstung. a. Verbindliche Ausrüstung. • Recreational Dive Planner – eRDP/Table oder Wheel • Schreibtafel und -stift • Komplette Instrumente einschliesslich der Möglichkeit zur Überwachung von Tiefe, Zeit und Richtung. Tauchcomputer können verwendet werden. Es wird nachdrücklich empfohlen, dass Taucher mit Computer zusätzliche Instrumente zum Messen von Zeit und Tiefe beim Tauchgang als Backup mitführen. • Taucherwerkzeug oder -messer (wenn gesetzlich erlaubt) zum Zerschneiden von Leinen und Seilen, insbesondere aus monofilem Material (einfaserige Chemiefasern, wie zum Beispiel Polyamid oder Polyester). b. Empfohlene Ausrüstung. • Wasserfeste Büchlein oder Tafeln zur Bestimmung der Unterwasserlebewesen • Lupe 2. PADI Materialien. a. Verbindliche Materialien. • keine b. Empfohlene Materialien. • Adventures in Diving Manual • Die Enzyklopädie des Sporttauchens • AWARE Our World, Our Water Manual • Andere Pubikationen mit Informationen über die örtliche Unterwasser Flora und Fauna • Adventure Log Specialty-Einlage

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 


IV. Entwicklung der theoretischen Kenntnisse Der nachfolgende Text soll dir als Manuskript für deinen Vortrag dienen. Hinweise oder Kommentare für den Instructor sind in [eckige Klammern] gesetzt.

A. Vorstellung, Kursüberblick und Begrüssung zum Kurs 1. Vorstellung. a. Staff. [Hinweis für den Instructor: Stelle dich und deine Assistenten vor.] b. Tauchschüler. [Hinweis für den Instructor: Lasse die Tauschschüler sich selbst vorstellen und erklären, warum sie sich für die Unterwasserwelt interessieren. Breche das Eis und sorge für eine entspannte Atmosphäre.] 2. Kursziele sind: a. Deine theoretischen Kenntnisse über die aquatische Lebenswelt (Pflanzen und Tiere) zu entwickeln und dir zu vermitteln, wie man verantwortlich und sicher mit im Wasser lebenden Organismen in Interaktion tritt. b. Dich zu ermuntern, eine persönliche Ethik zum Erhalt und zum Schutz von Wasserlebewesen zu entwickeln. c. Dir die Organisation, die Planung und das sichere Durchführen von Nachttauchgängen zu ermöglichen. d. Deine Fähigkeiten und Tauchfertigkeiten unter Supervision zu verbessern. e. Dich zur Teilnahme an weiteren Spezialkursen zu ermutigen. 3. Kursüberblick. a. Lektionen im Unterrichtsraum. [Hinweis für den Instructor: Du kannst die theoretischen Informationen auch im Rahmen des Briefings vor dem Tauchgang vermitteln, am Ufer oder auch auf einem Boot. Hältst du Lektionen im Unterrichtsraum, nenne den Tauchschülern Uhrzeit, Datum und Ort.] Es wird während dieses Kurses ____ [Anzahl] Lektionen im Unterrichtsraum geben. Die Themen sind: • Einführung in die Unterwasserwelt • Unterwasser Mythen, und wie der Mensch aquatische Organismen wahrnimmt • Überblick über aquatische Lebewesen und deren Beziehungen untereinander • Verantwortliche Interaktion des Menschen mit aquatischen Lebewesen b. Freiwasser-Trainingstauchgänge. Es werden während dieses Kurses 2 Freiwasser-Trainingstauchgänge durchgeführt. [Hinweis für den Instructor: Nenne den Tauchschülern Uhrzeit, Datum und Ort der Tauchgänge und gib ihnen weitere logistische Informationen.] • Tauchgang # 1: Ihr werdet Gelegenheit haben, in eurer Gegend häufig vorkommende Wasserlebewesen zu identifizieren und Tauchtechniken zu praktizieren, welche dazu beitragen, dass ihr auf die aquatische Umgebung NICHT negativ einwirkt. • Tauchgang # 2: Ihr werdet Beispiele von Beziehungen zwischen im Wasser lebenden Organismen und Beispiele negativer Einflüsse des Menschen auf die örtliche Unterwasserwelt kennen lernen. Ferner werdet ihr weitere Zeit haben, die Tauchtechniken, die ihr in Tauchgang # 1 entwickelt habt, zu verbessern, um negative Auswirkungen auf die Unterwasserwelt zu verhindern. c. Schwimmbadtraining (Schwimmbad bzw. begrenztes Freiwasser / „confined open water“). [Hinweis für den Instructor: Falls du Training im Schwimmbad bzw. im begrenzten Freiwasser planst, nenne den Tauchschülern Uhrzeit, Datum und Ort.] d. Beurteilung der Leistung. [Hinweis für den Instructor: Du musst sicherstellen, dass alle Leistungsanforderungen erfüllt wurden. Die Fertigkeiten beurteilst du während der Freiwasser-Trainingstauchgänge durch direkte Beobachtung. Die Beurteilung der theoretischen Kenntnisse kann durch Diskussionen mit den Tauchschülern und mündliche Fragen erfolgen. Sage deinen Tauchschülern, in welcher Form ihre Leistung in diesem Spezialkurs beurteilt wird.]

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 


4. Brevetierung. a. Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses erhältst du das PADI Specialty Brevet „Underwater Naturalist“ („Unterwasser Naturalist“). b. Dieses Brevet bedeutet, dass du qualifiziert bist: • Freiwassertauchgänge als Unterwasser Naturalist zu planen, zu organisieren und durchzuführen. Die Bedingungen bei solchen Tauchgängen müssen mit denjenigen vergleichbar sein, unter denen deine Ausbildung stattgefunden hat, oder sie müssen besser sein. • Deine Master Scuba Diver Stufe zu beantragen, wenn du PADI Advanced Open Water Diver bist (oder über ein qualifizierendes Brevet einer anderen Tauchausbildungsorganisation verfügst) und PADI Rescue Diver bist (oder über ein qualifizierendes Brevet einer anderen Tauchausbildungsorganisation verfügst) und 4 weitere PADI Spezialbrevets hast (zusätzlich zum Specialty Brevet „U/W Naturalist“). Ausserdem musst du den Nachweis von 50 geloggten Tauchgängen erbringen. 5. Kursanforderungen. a. Kosten des Kurses. [Hinweis für den Instructor: Erkläre sämtliche Kurskosten.] b. Benötigte Ausrüstung. [Hinweis für den Instructor: Erstelle eine Liste mit sämtlicher Ausrüstung, welche die Tauchschüler benötigen, und erkläre diese.] c. Materialien, die im Kurs verwendet werden. [Hinweis für den Instructor: Erstelle eine Liste mit sämtlichen Materialien, welche die Tauchschüler benötigen, und erkläre diese. Sage den Tauchschülern, welche Literatur für den Kurs verlangt und welche empfohlen wird.] d. Anwesenheitspflicht. 6. Papierkram. a. Bezahlung der Kursgebühr, Kursanmeldung; PADI-Formulare: Standard-Verfahren für sicheres Tauchen – Einverständniserklärung, Erklärung zum Gesundheitszustand / Ärztliches Attest, Haftungsausschluss und Risikoübernahmeerklärung. [Hinweis für den Instructor: Die PADI Student Record File Mappe enthält all diese Formulare. Hast du bereits eine komplette Mappe eines Tauchschülers, denke daran, dass neue Kopien der Formulare ausgefüllt werden müssen. Du kannst entweder eine neue Student Record File Mappe anlegen oder einzelne Kopien verwenden, die du in die bestehende Mappe hinzufügst. Beachte hinsichtlich des Haftungsausschlusses die Sonderregelung von PADI Europe.]

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 


B. Einführung in die Unterwasserwelt [Hinweis für den Instructor: Der folgende Abschnitt soll den Kursteilnehmern verdeutlichen, dass die Unterwasser-Umgebung verschieden ist von der Überwasser-Umgebung. Durch das Vergleichen und Gegenüberstellen der Charakteristika dieser beiden Umgebungen soll der Unterschied deutlich werden.]

Lernziele

Am Ende dieses Abschnitts wirst du folgendes können: • Die Begriffe „Ökologie“ und „Ökosystem“ definieren. • Mindestens drei physikalische und strukturelle Unterschiede zwischen den Ökosystemen Land und Wasser nennen. Hinweis für den Instructor Vor dem Erläutern dieser Informationen lies den Abschnitt: „Die Unterschiede zwischen aquatischen und terrestrischen Ökosystemen“ in PADIs Enzyklopädie des Sporttauchens. Kursteilnehmer, die eine eigene Enzyklopädie haben, können auf diesen Abschnitt verwiesen werden.

1. Was ist „Ökologie“ und was ist ein „Ökosystem“? – Dies sind zwei Begriffe, die wir lernen müssen, bevor wir beginnen. a. Ökologie – Das „Studium der Beziehungen der Lebewesen zu ihrer Umgebung“. b. Ökosystem – „Der Gesamtkomplex der Lebewesen und ihrer Funktion in ihrer Umgebung als eine Einheit.“ Beispiel: Terrestrisches Ökosystem (Land) – Aquatisches Ökosystem (Süsswasser und Salzwasser). [Vgl. Adventures in Diving Manual] 2. Diskussion mit den Kursteilnehmern: Unterschiede zwischen den Ökosystemen Land und Wasser. Hinweis für den Instructor Diese einführende Diskussion legt den Grundstein für das Verstehen der Natur der Unterwasserwelt und seiner Bewohner. Beginne die Diskussion mit der Frage, welche Unterschiede zwischen Land und Wasser bestehen. Durch diese einführende Frage werden die Teilnehmer ermuntert, Kommentare abzugeben, und sie werden verbal einbezogen. Der Instructor erleichtert die Diskussion durch Auflisten der Äusserungen der Teilnehmer an einer Tafel und teilt diese in zwei Spalten ein: Land bzw. Wasser. Diese Übung erfüllt als Zweck drei Dinge: 1) Sie lässt die Teilnehmer über die aquatische Umgebung nachdenken, durch Vergleichen mit etwas, das ihnen vertraut ist (Land); 2) Sie ermutigt die Teilnehmer, von Kursbeginn an verbal teilzunehmen; 3) Das Thema des Diskussionsgegenstandes erlaubt es den Tauchern im Kurs, an der Diskussion teilzunehmen und etwas beizusteuern. Um die Diskussion zu vertiefen, besprich mit den Teilnehmern die folgenden Informationen, die du ihnen ALS KOPIEN austeilst. Hinweis für den Instructor: Rest dieses Abschnitts als KOPIEN austeilen!

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 


============ U/W Naturalist TEILNEHMERKOPIE – ANFANG ============

LAND – PHYSIKALISCHE CHARAKTERISTIKA 1. Dichte des Mediums • Luft ist 800 mal weniger dicht als Wasser. 2. Luftbewegung • Die einzigen Organismen, die ihren Nachwuchs durch die Luft verbreiten, sind Pflanzen mit winzigen leichtgewichtigen Sporen, Pollen und Samen. • Die Ausbreitung von Landtieren über grosse Entfernungen hinweg ist beschränkt (sie kann nicht durch Luftbewegung erfolgen); dies bewirkt kleine, geographisch isolierte und ausgeprägte Populationen. 3. Eindringendes Licht • Sonnenlicht erreicht jede Landumgebung (mit Ausnahme von Höhlen) mit ausreichender Intensität, was das Wachsen und Blühen von Pflanzen ermöglicht. 4. Lichtabsorption • Luft verändert nicht signifikant die Spektraleigenschaften des Lichts. 5. Gravitation (Schwerkraft) • Die Auswirkungen der Schwerkraft werden von allen an Land lebenden Pflanzen und Tieren empfunden. • Zum Ausgleich der Auswirkungen der Schwerkraft, müssen Landorganismen Energie aufwenden, um Skelettstrukturen wie Holz, Fasern, Knorpel und Knochen zu erzeugen, um eine aufrechte Position / Haltung einnehmen zu können. • Landtiere müssen ihre Masse mit jedem Schritt, den sie tun, gegen die Schwerkraft hochheben. Dies erfordert eine enorme Menge an Energie nur für die Fortbewegung. 6. Der biochemische Aufbau von an Land lebenden Organismen • Das prozentuale Verhältnis von Kohlenhydraten zu Fett ist bei Landorganismen sehr hoch; dies spiegelt ihren Energiebedarf wider. 7. Sauerstoff • Sauerstoff ist relativ gleichmässig über die Erde verteilt und hat einen Anteil von ungefähr 21% an der Luft. • Atmosphärischer Sauerstoff befindet sich in gasförmigem Zustand.

LAND – STRUKTURELLE CHARAKTERISTIKA 1. Die Rolle dominanter Pflanzen • An Land sind die dominanten Pflanzen grosse, blühende langlebige Pflanzen. • Durch ihre Grösse (die ein Ergebnis ihres Bedarfs nach einer massiven skelettartigen Struktur ist, wie etwa bei Bäumen deren Stamm, um aufrecht zu stehen), lassen sie sich nicht so einfach aus der Umgebung entfernen. Dies macht das Ökosystem „Land“ pflanzendominant und relativ stabil, verglichen mit aquatischen Ökosystemen. • An Land kontrollieren langlebige Pflanzengemeinschaften die kurzlebigeren Tiergemeinschaften. • Pflanzen sind die dominante Form des Lebens an Land. Bei Ökosystemen an Land neigen wir dazu, in pflanzlichen Kategorien zu denken: Rotholzwald, Wiesengebiet, Eichenwald usw.

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 10


2. Nahrungsketten • An Land sind die Nahrungsketten kurz, aufgrund der Grösse von vielen Landpflanzen, die nur durch meist grössere Pflanzenfresser wie Hirsche, Elche, Zebras und andere gefressen werden können. • Eine typische Nahrungskette an Land könnte folgendermassen aussehen: Gras wird durch eine Antilope gefressen, und die Antilope wird von einem Löwen gefressen. D.h., es gibt 3 Glieder in dieser Nahrungskette.

WASSER – PHYSIKALISCHE CHARAKTERISTIKA 1. Dichte des Mediums • Wasser ist 800 mal dichter als Luft. • Grosse und kleine Organismen können mühelos über einen langen Zeitraum im Wasser schwimmen bzw. treiben. • Dieses besondere Charakteristikum begünstigt die Entwicklung einer ganzen Gemeinschaft von Organismen, genannt „Plankton“ (wörtlich übersetzt heisst dies: „Wanderer“); es sind einzigartige Organismen im aquatischen Reich. 2. Wasserbewegung • Die Anwesenheit von Plankton erlaubt es den filtrierenden Tieren, wie Schwämmen, Röhrenwürmern, Korallen und anderen, festzusitzen. Diese festsitzenden („sessilen“) Tiere sind fortwährend von nahrungsreichem, d.h. planktonreichem Wasser umgeben, das durch die Wasserströmungen in gleichmässiger Bewegung ist. • Strömungen im Wasser sorgen für die weite Verbreitung der Larven (Jungen) von beiden, den festsitzenden und den frei schwimmenden Wassertieren und Wasserpflanzen. 3. Eindringendes Licht • Sonnenlicht durchdringt Wasser bis zu einer durchschnittlichen Tiefe von nur etwa 180 Meter. • Dies begrenzt Pflanzen auf die oberen Sonnenlichtschichten der Ozeane und Seen der Welt. • Einige in grösseren Tiefen lebende Gemeinschaften sind von chemo-synthetischen Energiequellen (Bakterien) abhängig, statt von photo-synthetischer Energiezufuhr (Pflanzen), um die Lebensgemeinschaft mit „Brennstoff“ zu versorgen. 4. Lichtabsorption • Im Wasser wird Licht unterschiedlich absorbiert. Das rote Ende des Spektrums wird bereits im flachem Wasser absorbiert, Blau und Grün dringen bis in die grössten Tiefen vor. • Verschiedene Pflanzen nutzen unterschiedliche Teile des Lichtspektrums für die Photosynthese. Im Wasser ist dies für die vertikale Ausbreitung von Pflanzen entscheidend. 5. Gravitation (Schwerkraft) • Im Wasser wird die Schwerkraft durch den Auftrieb, den ein Objekt durch die Wasserverdrängung erfährt, ausgeglichen. • Aquatische Organismen müssen nicht soviel Energie aufbringen, um schwere Skelette aufzubauen, wie etwa an Land das Holz in Pflanzen oder die Knochen in Tieren. • Die vertikale Bewegung durch das Wasser erfolgt völlig mühelos – für Landtiere ist dies schwierig.

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 11


6. Der biochemische Körperbau von Organismen • Weil sie zum Leben weniger Energie benötigen, sind im Wasser lebende Organismen normalerweise hoch Protein haltig und weisen wenig gespeichertes Fett auf. • Ausnahmen sind Meeressäugetiere, wie Seelöwen, Robben, Delphine und Wale, die früher Landlebewesen waren und vollständig zu einem rein aquatischen Leben zurückgekehrt sind. 7. Sauerstoff • Im Wasser ist Sauerstoff ungleichmässig verteilt, dessen Quantität von Ort zu Ort variiert. Wellenumspültes Küstenwasser ist reich an Sauerstoff, stehende Schlammzonen sind arm an Sauerstoff. • Einige Wasserlebewesen haben Kiemen entwickelt, um Sauerstoff aus dem Wasser aufzunehmen (z.B. Fische, Langusten, Hummer usw.). • Meeressäugetiere müssen zur Sauerstoffaufnahme an die Oberfläche.

WASSER – STRUKTURELLE CHARAKTERISTIKA 1. Die Rolle von Wasserpflanzen • Die meisten Wasserpflanzen sind klein, von grösstenteils mikroskopischer Form; sie treten normalerweise in grosser Zahl auf, abhängig von der Jahreszeit. • Die kleine Grösse der Wasserpflanzen korrespondiert mit kleinen Pflanzenfressern; die am reichlichsten vorhandenen sind „Copepoden“ (kleine Krebstiere). Dieses winzige Garnelen ähnliche Tier stellt ein entscheidendes Glied in der Nahrungskette des Wassers dar, da es ein Tier ist, das pflanzliche Energie in tierische Energie umwandelt. • Aufgrund ihrer kleinen Grösse können die meisten Wasserpflanzen schnell und leicht aus ihrer Umgebung entfernt werden, was aquatische Ökosysteme instabil und „zerbrechlich“ macht. • Langlebige tierische Populationen kontrollieren kurzlebige Pflanzenpopulationen dadurch, dass sie diese fressen und auf diese Weise aus dem Ökosystem entfernen. • Tiere sind die dominante Lebensform in aquatischen Ökosystemen. Bei Ökosystemen im Wasser neigen wir dazu, in tierischen Kategorien zu denken: Korallenriff, Muschelbank, Austernriff usw. 2. Nahrungsketten • Die Nahrungsketten im Wasser sind länger als die an Land, da die geringe Grösse von Wasserpflanzen es einer grösseren Anzahl von Tieren erlaubt, diese zu fressen. • Eine typische Nahrungskette im Meer kann folgendermassen aussehen: Phytoplankton (Plankton aus Pflanzen) wird von Ruderfusskrebsen („Copepoden“) gefressen; diese werden von einem Hering gefressen; der Hering wird von einem Tintenfisch gefressen; und dieser wiederum wird von einem Hai gefressen. In dieser Nahrungskette gibt es 5 Glieder.

============= U/W Naturalist TEILNEHMERKOPIE – ENDE =============

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 12


C. Unterwasser Mythen, und wie der Mensch aquatische Organismen wahrnimmt Lernziele

Am Ende dieses Abschnitts wirst du folgendes können: • Zwischen einer offensiven und einer defensiven Reaktion unterscheiden. • Einen genauen Blick für potenziell gefährliche Wasserlebewesen entwickeln. • Drei Formen auflisten, wie Taucher das aquatische Leben wahrnehmen. 1. Potenziell gefährliche Wasserlebewesen – das „Verbrecheralbum“ der Wasserlebewesen. a. Einführung. • Absicht dieses Abschnittes: Dich mit genauen Informationen über potenzielle Gefahren zu versorgen, die einige Wasserlebewesen für den Menschen darstellen und um damit Mythen und falschen Wahrnehmungen bzgl. einiger Tiere, wie etwa Haien, den Boden zu entziehen. • Problematik: Arten, die als gefährlich abgestempelt wurden, sind einfach ein Teil der U/W Welt – und weder besser, noch schlechter als andere Arten (weder gut, noch schlecht). • Die Herausforderung: Davon abzukommen, ein Urteil über den Charakter eines Organismus zu fällen und ihn statt dessen wie jede andere Art anzusehen, die versucht, in der Unterwasserwelt zu überleben. • Die wirkliche Gefahr einer Verletzung: Dieser Abschnitt betont, welche wirkliche Gefahr besteht, durch einen im Wasser lebenden Organismus ernsthaft verletzt zu werden. b. Potenziell gefährliche Wasserlebewesen. [Hinweis für den Instructor: Beginne die Lektion, indem du die Kursteilnehmer aufforderst, die gefährlichsten im Wasser lebenden Tiere aufzulisten, die ihnen einfallen. Die Liste wird etwa folgendermassen aussehen:] • Haie • Barrakudas • Muränen • Stachelrochen • Quallen • Tintenfische • Killerwale (Orcas) • Alligatoren / Krokodile • Schlangen 2. Es gibt drei Hauptpunkte hinsichtlich eines Angriffs durch irgendein wildes Tier (wildes Landoder Wassertier): a. Tiere greifen selten an, es sei denn, sie werden provoziert. Angriffe sind gewöhnlich die Antwort auf eine Aktion oder Reaktion. Solche Reaktionen lassen sich gewöhnlich charakterisieren als Verteidigung bzw. als Offensive (wie beim Fang von Beute). Die meisten Angriffe durch Wasserlebewesen auf Taucher werden durch das Verhalten des Tauchers ausgelöst, auf welches das Tier nur reagiert (z.B.: Man wird von einer Muräne gebissen, wenn man blindlings nach einer Languste greift, die in eine Spalte flüchtet). Wenn diese Aussage richtig ist, dann können nahezu alle Angriffe vermieden werden, allein durch das richtige Verhalten eines Tauchers auf ein potenziell gefährliches Tier. Um das richtige Verhalten für ein bestimmtes Tier zu bestimmen, sind verschiedene Schritte erforderlich: • Die korrekte Identifizierung des Tieres, wenn es zum erstenmal gesichtet wird. • Kenntnis des Ausmasses der Gefährlichkeit eines potenziellen Angriffes / Kontaktes mit dem Tier. • Kenntnis der korrekten Massnahmen, um sicherzustellen, dass kein Kontakt erfolgt oder eine Attacke nicht durch eigene Aktionen provoziert wird.

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 13


b. Es gibt keinen konkreten Beweis, dass Tierattacken gegen Menschen aus tierischer „Böswilligkeit“ erfolgen oder von Tieren regelrecht geplant werden. Wilde Tiere greifen aus einem der folgenden vier Gründe an (oder Kombinationen davon): • Um sich Nahrung zu verschaffen (Jagdverhalten). • Um sich selbst gegen eine tatsächliche oder empfundene Gefahr zu verteidigen. • Um ein Territorium, Weibchen oder den Nachwuchs zu verteidigen. • Tiere greifen manchmal aus Versehen an, indem sie Annahmen treffen / Handlungen ergreifen, die darauf basieren, wie sie ein fremdes Objekt erkennen und wie dieses reagiert. (Ein gutes Beispiel hierfür ist die Weise, wie ein Hai einen Surfer wahrnimmt; wenn Arme und Beine im Wasser herum baumeln, sieht die Silhouette des Surfers für den Hai aus wie eine an der Oberfläche schwimmende Robbe oder Schildkröte.) c. Angriffe von aquatischen Lebewesen gegen Menschen erscheinen uns: • schlimmer und erschreckender als Angriffe gegen Menschen durch Landtiere, weil wir im Wasser um vieles verwundbarer scheinen. • schlimmer, weil die Tiere uns unvertrauter sind als ihre an Land lebenden Gegenstücke. [Hinweis für den Instructor: Du kannst den Kursteilnehmern gegenüber auch hervorheben, dass der Mensch an Land die Tiere, die er fürchtet, erfolgreich getötet oder unter Kontrolle gebracht hat. Unter Wasser haben wir nicht eine solche Kontrolle, welche scheinbar die Situation noch verschlimmert.] 3. Menschliche Wahrnehmung von Wasserlebewesen. Die folgenden Informationen behandeln die Hauptarten von Vorstellungen, die der Mensch von Wasserlebewesen hat: a. Als gefährlich und schädlich. [Hinweis für den Instructor: Diese Information soll als gedankliche Brücke zur vorherigen Besprechung potenziell gefährlicher Meereslebewesen dienen.] • Diese Vorstellung ist weit verbreitet und wird sowohl auf Tiere angewandt (z.B. Haie) als auch auf die aquatische Umgebung im allgemeinen. (Der Glaube, dass irgend etwas dort draussen im Ozean lauert, was dich „packen“ will, und dass dies allgemein ein ungastlicher und gefährlicher Platz ist.) • Ungenaue Wahrnehmungen und Eindrücke durch Übertreibungen von dem, was wirklich geschah. („Der Hai war über 20 Meter lang!“ – In Wirklichkeit war er nur 1,5 Meter lang.) • Ungenaue Wahrnehmungen und Eindrücke von dem, was sich tatsächlich ereignete, als es zu dem Zusammentreffen mit einem Wasserlebewesen kam. („Der Hai griff mich direkt an, kaum dass wir ihn im Boot hatten!“ – In Wirklichkeit zappelte der Hai ziellos hin und her und landete zufällig in dieser Richtung.) • Falsche Darstellungen von aquatischem Leben durch Bücher oder Filme in theatralischer und dramatischer Aufmachung (ein Beispiel ist die Filmserie „Der Weisse Hai“). b. Als harmlose, lebende Objekte, die aus der Nähe Ähnlichkeit mit vertrauten (Land-) Tieren haben. • Beispiele sind der Einsiedlerkrebs, Fische, Delphine und Wale. Die beiden zuletzt erwähnten werden sogar als wohlwollende Lebewesen mit einer höheren Intelligenz als Menschen angesehen. • Im allgemeinen haben Tiere, die in diese Kategorie fallen, Augen. Sie zeigen ein komplexes Verhalten, das uns anspricht, aber da sie im Wasser leben, umgibt sie eine Aura des Mystischen und Unbekannten, besonders, wenn man sie mit einem Haushund oder einer Hauskatze vergleicht. • Unkenntnis und Unwissenheit bewirken Zweifel und Verwirrung (z.B.: Sind Fische wirklich Tiere?) [Hinweis für den Instructor: Eine gute Frage an die Kursteilnehmer an dieser Stelle ist: Was ist die Definition für ein Tier? – Ein Organismus, der sich bewegen kann und die Fähigkeit zum nicht-photosynthetischen Metabolismus besitzt.]

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 14


c. Als leblose Objekte. • Organismen ohne Augen, die hauptsächlich in der festsitzenden Form leben („sessil“) und nur wenige Verhaltensweisen zeigen (wenn überhaupt), werden eher als nichtlebende, leblose Objekte empfunden, denn als lebende Mitglieder einer aquatischen Gemeinschaft. • Beispiele für solche Tiere beinhalten die Schwämme, Seescheiden, Seesterne, Seeigel und Seewalzen („Seegurken“). • Einige als „lebende Organismen“ erkannte Tiere geraten in diese Kategorie, wenn sie ihre äussere Erscheinung bei nachhaltiger Belästigung ändern. (Z. B. hört der Kugelfisch auf, ein Fisch zu sein, nachdem er solange traktiert wurde, bis er sich „aufbläst“; ab diesem Zeitpunkt wird er oft als lebloses Objekt angesehen – wie ein Ball.) • Über die Tiere in dieser Kategorie wird im allgemeinen nicht nachgedacht, dass sie sehr wichtig sind. Das Problem ist, sie scheinen nicht in direkter Beziehung zu einigen der anderen lebendigen und vertrauten Tiere des Riffs zu stehen. Der Punkt ist jedoch, dass sie ein Teil des Ökosystems sind und dass sie eine wichtige Rolle für dessen Gesundheit und Überleben spielen, genau wie z.B. Wale und Delphine es tun, nur in einer unauffälligeren Weise. d. Als hätten sie menschliche Charakteristika. • Hierzu tragen Veränderungen der natürlichen Erscheinung von Lebewesen bei, durch welche diese ein menschlicheres Erscheinungsbild bekommen. • Beispiele beinhalten Tiere, die menschliche Kleidung angezogen bekommen (Schimpansen in Anzügen, Delphine mit Blumenkränzen und Sonnenbrillen). Die meisten Arten dieser Präsentationen zielen auf den Humor des Zuschauers, indem man das Tier in eine Situation oder ein Szenario bringt, in das es offensichtlich nicht gehört und folglich kein normales Verhalten zeigen kann. Alltägliche Verhaltensweisen und Aktivitäten wirken auf diese Weise lustig auf uns Menschen, wie z.B. etwas Essen (der Schimpanse tritt bei einer Teeparty im Zirkus auf) oder ein Kunststück vorführen (der Seelöwe als Musiker). • Diese Portraitierungen von aquatischen Lebewesen vermitteln Menschen ein ungenaues Bild vom wirklichen Charakter eines Tiers und nehmen ihnen den Blick dafür, wie eine bestimmte Spezies wahrgenommen werden sollte. • Das Präsentieren von Tieren als ein unperfektes Abbild von uns selbst beeinträchtigt die Erkenntnis, dass alle Spezies auf diesem Planeten als Lebewesen auf der gleichen Stufe stehen und daher alle mit Respekt und Würde behandelt werden sollten. • Es gibt auch praktische Gründe dafür, weshalb Tiere nicht ungenau porträtiert werden sollten. Zum Beispiel sieht ein Kind, wie der Seelöwe dem Trainer auf Kommando einen „Kuss“ gibt. Es ist dann jedoch nicht in der Lage, den Unterschied zwischen einem abgerichteten Seelöwen und einem frei lebenden (möglicherweise verletzten) Seelöwen am Strand zu begreifen. Das Kind könnte ernsthaft verletzt werden, falls es versucht, den wilden Seelöwen zu küssen.

D. Überblick über aquatische Lebewesen und deren Beziehungen untereinander Lernziele

Am Ende dieses Abschnitts wirst du folgendes können: • Zwischen wirbellosen Tieren und Wirbeltieren unterscheiden. • Aquatische Mitglieder vom Stamm der Wirbellosen und vom Stamm der Wirbeltiere erkennen. • Den Begriff „Symbiose“ definieren und mindestens je ein Beispiel für die symbiotischen Formen des Mutualismus, des Kommensalismus und des Parasitismus in der aquatischen Umgebung nennen. 1. Wasserpflanzen – Phytoplankton, Algen und Blütenpflanzen. Sie sind Produzenten, denn sie nutzen Sonnenlicht und Kohlendioxid, um Nahrungsmaterial zu produzieren. Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 15


a. Phytoplankton – pflanzliches Plankton (Plankton bedeutet „Wanderer“). • Typische Einzeller, mikroskopisch klein; im Wasser treibend. • Findet man in der Oberflächenschicht der meisten Wassermassen. • Steht am Beginn der Nahrungskette. • Ohne das Phytoplankton wäre die Unterwasserwelt ohne Leben. b. Algen. • Häufig als „Seegras“ bezeichnet, existiert in Süsswasser und in Salzwasser. • Algen haben keine echten Wurzeln, Stengel, Blätter oder Blüten. • Wurzelähnliche Strukturen (oder Haftorgane) verankern die meisten Arten am Riff. Wasser wird durch alle Teile der Pflanze aufgenommen. • Einige halten sich durch gasgefüllte Blasen in aufrechter Haltung und bilden Unterwasserwälder (z.B. „Kelpwälder“). Bestimmte Arten dehnen sich aus einer Tiefe von 30 Metern bis zur Oberfläche aus. Wiederum andere sind sehr klein. • Es gibt drei Hauptklassen von grösseren, festsitzenden Algen (genannt „Makroalgen“) – Rotalgen, Braunalgen („Tange“) und Grünalgen. • Die Fortpflanzung erfolgt durch Sporen und die Produktion von Eiern und Spermien. • Sie werden von vielen Tieren als primäre Nahrungsquelle „abgeweidet“. c. Blütenpflanzen (genauer: „Samenpflanzen“) – Seegras, Brandungsgras, Schildkrötengras. • Wird oft fälschlicherweise für Seetang gehalten; jedoch sind es echte blühende Pflanzen, die Samen produzieren. • Normalerweise in flachem Wasser zu finden, oft auf sandigen Böden. • Sie werden von vielen Tieren als primäre Nahrungsquelle „abgeweidet“. 2. Wassertiere. Hinweis für die Kursteilnehmer Die verschiedenen Tiergruppen werden eingeteilt in sogenannte „Stämme“ – dies bedeutet, dass sie gemäss dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft auf eine Weise eingeteilt werden, die ihre Verwandtschaft miteinander aufgrund der Evolution darstellen soll. Ein „Stamm“ ist ein Hauptzweig oder eine Gruppe von Tieren, die bestimmte ähnliche Charakteristika besitzt. Die einfachsten Organismen stehen zu Beginn, aufsteigend zu den komplexeren. Am Anfang stehen die Wirbellosen (Tiere ohne Rückgrat), gefolgt von Wirbeltiergruppen (jene Tiere, die ein Rückgrat besitzen). Diese nachfolgende Darstellung ist keinesfalls vollständig; sie beinhaltet nicht jede Tiergruppe. Die aufgeführten Tiergruppen werden jeweils beschrieben hinsichtlich 1) Körperaufbau und -form, 2) Entwicklungsgeschichte, 3) Nahrungsaufnahme und Verteidigung.

a. Schwämme (Stamm „Porifera“ – dies bedeutet Porenträger). • Körperaufbau und -form: Körper unsymmetrisch (keine rechte oder linke Seite – keine identifizierbare Symmetrie), durchzogen von Poren und Kanälen; das feine Gewebe wird gestützt von kleinen, nadelähnlichen Strukturen (Skelettnadeln) oder Fadenstrukturen. Keine identifizierbaren Organsysteme. • Entwicklungsgeschichte: Die Fortpflanzung erfolgt durch Eier und Spermien sowie durch Knospung (Ausbildung von kleinen Fortsätzen, die einfach abbrechen, vom Wasser weggetragen werden, sich vielleicht an einem geeigneten Untergrund ansiedeln und zu einem neuen Schwamm heranwachsen). Einige Schwämme, die ihre Eier und Spermien in das Wasser entlassen, sehen wirklich aus, als ob sie Rauch ablassen. • Nahrungsaufnahme und Verteidigung: Wasser, das mikroskopisch kleines Plankton enthält, wird gefiltert. Primäre Verteidigung: die scharfen, nadelähnlichen Strukturen (Skelettnadeln) machen Schwämme ungeniessbar für die meisten anderen Tiere.

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 16


b. Korallen, „Anemonen“ [besser: Blumentiere bzw. Blumenpolypen, siehe Enzyklopädie, Kapitel Vier], Quallen (Stamm „Cnidaria“ – „Nesseltiere“; dies verweist auf die einzigartigen Nesselzellen, „Cnidoblasten“ genannt). • Körperaufbau und -form: radialsymetrisch (dies bedeutet, dass die Körper aussehen wie die Speichen eines Rades); es gibt zwei verschiedene Körperformen: der Polyp (sieht aus wie eine Seeanemone) und die Meduse (sieht aus wie eine Qualle). Sie besitzen einen Nahrungs-/Verdauungstrakt mit nur einer Öffnung, Mund / After sind von Tentakeln umgeben, die Nesselzellen tragen. Anemonen nehmen, wenn sie erwachsen sind, die Polypenform an. Korallen sind Kolonien von Anemonen mit einem zusätzlichen inneren kalkartigen (harten) Skelett. Quallen nehmen als Erwachsene die Medusenform an. Die Organsysteme sind sehr einfach. • Entwicklungsgeschichte: Die Fortpflanzung erfolgt durch Knospung und Zellteilung (das Tier teilt sich in zwei Tiere). Die Männchen entlassen Spermien in das Wasser, die von den Weibchen zum Befruchten der Eier aufgenommen werden; die befruchteten Eier werden als mikroskopische Larven in das Wasser entlassen. Diese siedeln am Grund an und setzen sich dort fest (diejenigen, die als erwachsene Tiere die Polypenform annehmen) oder verwandeln sich als erwachsenes Tier in eine Qualle (diejenigen, die als erwachsene Tiere die Medusenform annehmen). • Nahrungsaufnahme und Verteidigung: Alle sind Fleischfresser. Sie fangen die Beute mit ihren mit Nesselzellen besetzten Tentakeln. Kleinere Arten ernähren sich von Plankton; grössere Spezies, wie Quallen, ernähren sich von Fischen. Primäre Verteidigung: mittels der Nesselzellen an den Tentakeln und am Körper. c. Ringel- / Gliederwürmer (Stamm „Annelida“ – dies bedeutet Ring oder Segment; der ganze Körper dieser Würmer besteht sozusagen aus Ringen, die Anfang und Ende der Segmente bilden). • Körperaufbau und -form: Dieser Stamm beinhaltet solche Würmer wie Röhrenwürmer und Borstenwürmer. Alle sind bilateral symmetrisch (dies bedeutet, sie besitzen eine echte rechte und linke Seite - wie wir Menschen). Aquatische Würmer haben Körper, die in sich wiederholende Segmente unterteilt sind, und sie haben gewöhnlich Sinnesorgane und Kiefer ausgebildet, um die Beute zu fangen. Organsysteme sind vorhanden. • Entwicklungsgeschichte: Es gibt zwei hauptsächliche Lebensformen in diesem Stamm. Diejenigen, die am Meeresgrund festsitzend leben (dies nennt man „sessil“ leben), bilden gewöhnlich eine Art von Röhre oder Gang; die andere Gruppe durchstreift das Meer frei herumkriechend. Die Fortpflanzung kann auf verschiedene Weise erfolgen: 1) Ein erwachsenes Tier teilt sich in zwei Hälften (Querteilung); 2) Ein kleiner Teil des Körpers des erwachsenen Wurmes bricht ab und wächst zu einem neuen Individuum heran; oder 3) Die Würmer entlassen Spermien und Eier in das Wasser (gewöhnlich Tausende gleichzeitig). Die Befruchtung findet extern im freien Wasser statt. Die daraus entstehenden mikroskopischen Larven durchlaufen verschiedene Stadien, bevor sie sich als erwachsene Tiere auf dem Meeresgrund niederlassen. • Nahrungsaufnahme und Verteidigung: Praktisch sind alle Gliederwürmer Räuber auf die eine oder andere Art. Die festsitzenden röhrenbildenden Formen ernähren sich hauptsächlich durch das Herausfiltern von kleiner Planktonbeute aus dem Wasser. Freilebende Formen suchen aktiv nach Beute wie andere Würmer, kleine Garnelen und Krabben und sogar kleinen Schnecken. Einige weiden auf Schwämmen und Korallen. Röhrenbildende Formen ziehen sich zur Verteidigung in ihre Röhren oder Gänge zurück; Freilebende Formen benutzen Stacheln, Kiefer und ihre Fähigkeit, sich schnell einzugraben, als Verteidigungsmechanismus. d. Schnecken, Nacktschnecken, Muscheln, Oktopus und Tintenfisch (Stamm „Mollusca“ – die Klasse der Schnecken z.B. heisst „Gastropoda“, d.h. Bauchfüsser; Oktopus und Tintenfisch gehören zur Klasse der „Cephalopoda“, d.h. Kopffüsser).

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 17


• Körperaufbau und -form: Es gibt bei diesem Stamm fünf Hauptkörperaufbauten. Allen gemeinsam ist das Charakteristikum, in erster Linie bilateral symmetrisch zu sein, mit einem grossen, fleischigen Fuss als vorstehendem Teil des Körpers, und sie haben ein hartes, einzelnes, spiralförmiges Gehäuse (Schnecken), eine Serie von überlappenden Platten (Käferschnecken), oder ein symmetrisches Paar von Schalen (Muscheln). Organsysteme sind vorhanden und sind gut ausgebildet. Die fünf Körperaufbauten sind: 1) Schnecken und Nacktschnecken, welche einen grossen Fuss besitzen und meistens ein spiralförmiges Gehäuse. 2) Käferschnecken, welche einen grossen Fuss und acht sich überlappende Platten als Schale besitzen. 3) Muscheln und Austern mit einem Grabfuss und zwei Schalen. 4) Oktopusse und Tintenfische, deren Fuss sich zu acht oder mehr saugnapfbewehrten Armen entwickelt hat, wobei die Schale grösstenteils reduziert oder nicht vorhanden ist. 5) Kahnfüsser (Scaphopoden), auch Grabfüsser genannt, haben eine langgezogene, röhrenförmige und spitz zulaufende Schale, die an beiden Enden offen sind. An der grösseren Öffnung tritt ein konischer Fuss hervor, der nur zum Graben verwendet werden kann. • Entwicklungsgeschichte: Die Entwicklung variiert deutlich bei jeder dieser vier Gruppen, aber bei dem grössten Teil erfolgt eine sexuelle Fortpflanzung, entweder durch die Abgabe von Eiern und Spermien in das Wasser, wo die externe Befruchtung erfolgt, das Legen von befruchteten Eiern, deren Befruchtung im Körper erfolgte, oder das „Ausbrüten“ von Eiern, die im Körper von erwachsenen Tieren befruchtet wurden, wie z.B. beim Oktopus. Larven, die aus irgendeiner dieser Methoden entstehen, werden für einen gewissen Zeitraum Teil des Planktons, bevor sie sich am Grund niederlassen und zu erwachsenen Tieren werden. • Nahrungsaufnahme und Verteidigung: Auch dies variiert deutlich bei jeder der Gruppen. Die meisten Schnecken weiden Pflanzen oder festsitzende Tiere wie Schwämme und Korallen ab. Nahezu alle Muscheln und ihre Verwandtschaft sind Planktonfiltrierer, während Oktopusse und Tintenfische aktive Jäger sind, auf der Jagd nach Fischen, Krabben und Muscheln. Verteidigungsmechanismen reichen vom Farbwechsel beim Oktopus, bis zu einer eleganten wellenförmigen Bewegung einer schwimmenden Nacktschnecke, die vor einer angreifenden Krabbe flieht. e. Langusten, Garnelen, Krebse, Krabben (Stamm „Arthropoda“ – dies bedeutet Gliederfüssler). • Körperaufbau und -form: Die aquatischen Mitglieder dieses grossen Stamms (der auch die Insekten einschliesst) gehören zur Klasse der Crustacea. Alle sind bilateral symmetrisch, und der Körper ist bedeckt von einem harten zusammengesetzten Panzer (deshalb der Name Gliederfüssler). Es gibt zwei Hauptformen des Körperbaus: den Garnelen-Typ und den Krabben-Typ (im Prinzip eine Garnele, mit unter die Unterseite des Körpers geschlagenem Schwanz). Organsysteme sind vorhanden, mit einem einfachen Kreislaufsystem. • Entwicklungsgeschichte: Alle Crustaceen durchlaufen eine Serie von Entwicklungsstadien, von einer kleinen mikroskopischen Larve bis zum erwachsenen Tier. Die Fortpflanzung erfolgt geschlechtlich, gewöhnlich durch Kopulation. Die Weibchen entlassen Tausende von befruchteten Eiern oder tragen diese mit sich herum, bis sie schlüpfen. Die Larven durchlaufen bis zu zwölf Zwischenstadien, bevor sie ausgewachsen sind. Wachstum wird sichtbar durch eine periodische (aber gleichmässige) Häutung der harten Schale. • Nahrungsaufnahme und Verteidigung: Die meisten Crustaceen sind Aasfresser und fressen beinahe alles. Einige sind mehr spezialisiert und ernähren sich von Pflanzen; andere, wie grosse Krabben, überwältigen ihre Beute, wie z.B. Schnecken, und zerbrechen die Schalen mit ihren massiven Scheren. In erster Linie besteht ihre Verteidigung daraus, dass ihr Körper von einer harten Schale bedeckt ist, sie besitzen gut entwickelte Sinnesorgane und sind sehr zurückhaltend.

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 18


f. Seesterne, Schlangensterne, Haarsterne, Seeigel, Seewalzen (Stamm „Echinodermata“ – dies bedeutet Stachelhäuter). • Körperaufbau und -form: Dieser Stamm wird durch fünf Klassen vertreten, die alle im Meer vorkommen. Sie stellen alle eine Form von Radialsymmetrie als erwachsene Tiere dar, obwohl die Larven alle bilateral symmetrisch sind. Alle Klassen haben Röhrenfüsschen – einzigartige Strukturen, die ihnen helfen, sich über den Boden zu bewegen. Die meisten haben verschiedene Arten von Stacheln, die in ihr Fleisch eingebettet sind und ihre Struktur unterstützten oder, wie bei Seeigeln, als Verteidigungsmechanismus dienen. • Entwicklungsgeschichte: Die Stachelhäuter pflanzen sich in erster Linie geschlechtlich fort. Männliche und weibliche Tiere lassen Eier und Spermien millionenfach in das Wasser ab; die Befruchtung findet ausserhalb des Körpers im Wasser statt. Die mikroskopischen Larven durchlaufen eine Serie von Verwandlungen, bevor sie sich am Meeresgrund niederlassen. • Nahrungsaufnahme und Verteidigung: Die meisten sind Fleischfresser. Seesterne ernähren sich von Muscheln und anderer, sich langsam bewegender Beute. Seeigel sind Pflanzenfresser, sie weiden Meerespflanzen ab. Seeewalzen („Seegurken“) sind entweder Filtrierer oder Aasfresser. Sie verlassen sich auf ihre harte, stachelige Körperoberfläche als Verteidigung. Der ganze Stamm zeigt eine grosse Kraft zur Regeneration (wenn z.B. ein Stück eines Seesternarms abbricht, wird daraus ein komplett neues Tier - mit anderen Worten, es ist zweifelhaft, dass man ein solches Tier tötet, indem man es in Teile bricht). g. Seescheiden (diese Klasse gehört zum Unterstamm der „Tunicata“ – der Manteltiere). • Körperaufbau und -form: Seescheiden sind eine Gruppe, die zwischen den echten Wirbellosen (Tiere ohne Wirbelsäule) und den Wirbeltieren (Tiere mit Wirbelsäule) eine Verbindung herstellt. Im Larvenstadium ähneln sie kleinen Kaulquappen, mit einem Schwanzansatz an ihrer Wirbelsäule. Wenn sie sich weiterentwickeln, verschwindet der Schwanz, und die Larve lässt sich auf den Meeresgrund hinab, haftet sich fest und nimmt die erwachsene Form an – eine asymmetrische, schwammähnliche Kreatur, die sackähnlich aussieht mit zwei vorspringenden „Siphons“. Es gibt beides, Einzeltiere und Kolonieformen (die Schwämmen besonders ähneln). • Entwicklungsgeschichte: Die Fortpflanzung erfolgt durch Knospung oder durch die Abgabe von Spermien in das Wasser, welche von den weiblichen Tieren aufgenommen werden, um die Eier zu befruchten. Die Eier entwickeln sich zu kleinen kaulquappenähnlichen Larven, die sich schliesslich ihren Weg zum Meeresboden suchen, wo sie sich anhaften, den Schwanz zurückbilden und die Erwachsenenform annehmen. • Nahrungsaufnahme und Verteidigung: Alle Seescheiden sind als erwachsene Tiere Filtrierer. Sie verteidigen sich in erster Linie dadurch, dass sie ein hartes Äusseres haben (den „Mantel“). h. Rochen, Haie (Stamm „Chordata“, Klasse „Chondrichthys“ – dies bedeutet Knorpelfische). • Körperaufbau und -form: Diese Gruppe von Fischen wird dadurch charakterisiert, dass sie ein internes Skelett aus Knorpel und nicht aus Knochen besitzt. Sie haben auch einzigartige Schuppen, Kiemenstrukturen und Zähne. Es existieren hauptsächlich zwei Körperformen: Rochen, welche dorsoventral abgeflacht sind (abgeflacht von oben nach unten); und Haie, welche einen stromlinienförmigen, röhrenförmigen Körper besitzen. • Entwicklungsgeschichte: Rochen und Haie vermehren sich geschlechtlich. Eine Kopulation findet statt, und entweder werden die Eier in einem Eibehälter, der mehrere befruchtete Eier enthält, abgegeben (wie bei den meisten Rochen), oder es werden einige Dutzend Junge lebend geboren (wie bei den meisten Haien).

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 19


• Nahrungsaufnahme und Verteidigung: Alle Rochen und Haie sind Fleischfresser, zu deren Beute alles gehört; von der Muschel (Rochen) über andere Fische bis hin zu Säugetieren (in erster Linie Robben und Seelöwen). Die Beute wird durch scharf ausgebildete Sinne geortet: mittels Geruch, über mechanische Reize (einschliesslich elektrischer Stimulanz) und durch Sehen. Die Beute wird überwältigt und gefressen, durch Angriffe mit wiederholtem Zubeissen mit dem gut bewaffneten Maul und kräftigen Kiefern. Zu den Verteidigungsstrategien zählen die Flucht durch schnelles Schwimmen und das Verstecken (wie bei Rochen). i. Knochenfische (Stamm „Chordata“, Klasse „Osteichthyes“ – dies bedeutet Knochenfische). • Körperaufbau und -form: Die Knochenfische werden dadurch charakterisiert, dass sie ein inneres Skelett aus echten Knochen besitzen. Alle Fische können definiert werden als im Wasser lebende kaltblütige Wirbeltiere, die zeitlebens Kiemen und Glieder in Form von Flossen besitzen (diese Definition schliesst Haie und Rochen mit ein). Alle Fische sind bilateral symmetrisch und haben komplette Organsysteme. Die Körperoberfläche besteht aus Schuppen (es gibt verschiedene Typen). Fische zeigen eine enorme Mannigfaltigkeit bezüglich Körperform, Grösse und Farbe. • Entwicklungsgeschichte: Alle Fische pflanzen sich geschlechtlich fort. Einige befruchten ihre Eier durch Kopulation; andere Laichen, indem sie Eier und Sperma ins Wasser abgeben, wo es zur Befruchtung kommt. Jungfische schlüpfen mit oder ohne Dottersack. Die meisten durchlaufen verschiedene Entwicklungsstadien, bevor sie die Erwachsenenform erreichen. Einige Fische unternehmen lange Wanderungen, von Süsswasser zum Salzwasser und von Salzwasser zum Süsswasser. • Nahrungsaufnahme und Verteidigung: Fische ernähren sich von einer grossen Auswahl von Nahrung, von Pflanzen bis hin zu anderen Fischen. Kopf, Kiefer, Aussehen und Gebiss reflektieren im allgemeinen, wovon ein Fisch sich ernährt. Die Verteidigungsmechanismen variieren von der Tarnung bis zum Fliegen. j. Wasserschildkröten (Stamm „Chordata“, Klasse „Reptilia“). • Körperaufbau und -form: Wasserschildkröten unterscheiden sich von Landschildkröten dadurch, dass sie einen stromlinienförmigen Panzer besitzen und nicht in der Lage sind, den Kopf in den Panzer zurückzuziehen; die vorderen Gliedmassen sind zu starren Flossen und die hinteren Gliedmassen zu „Paddeln“ abgewandelt. • Entwicklungsgeschichte: Wasserschildkröten pflanzen sich geschlechtlich fort; innere Befruchtung findet statt, wenn Männchen und Weibchen kopulieren. Weibliche Meeresschildkröten verlassen das Wasser gewöhnlich bei Nacht, um am Strand ein Nest zu graben, einige Hundert lederartige Eier zu legen und ins Meer zurück zu kehren. Einige Wochen später schlüpfen die Jungen und begeben sich ins Meer. Erwachsene Tiere unternehmen weite Wanderungen, um genau an den Strand zurückzukehren, an dem sie geboren wurden, um dort ihre Eier abzulegen. • Nahrungsaufnahme und Verteidigung: Wasserschildkröten ernähren sich von einer Vielzahl von Organismen und Pflanzen – von Quallen bis zu Hartkorallen – die sie mit ihrem schnabelförmigen Maul abbeissen. Sie verteidigen sich mit ihrem harten Panzer und durch rechtzeitiges Fliehen. Die grösste Gefahr für die Meeresschildkröten besteht dann, wenn die geschlüpften Jungen das Nest verlassen, um sich schnell ins Wasser zu begeben. Zu diesem Zeitpunkt sind sie sehr klein und Jägern wie Vögeln, Krabben und Strandsäugetieren schutzlos ausgeliefert. k. Andere aquatische Reptilien – Krokodile, Alligatoren und Wasserschlangen (Stamm „Chordata“, Klasse „Reptilia“). • Körperaufbau und -form: Variiert je nach Typ. Meistens mit speziellem, zum Schwimmen abgeflachtem Schwanz. • Entwicklungsgeschichte: Die Fortpflanzung ist geschlechtlich, und die Befruchtung erfolgt im Körperinnern. Krokodile und Alligatoren legen ihre Eier in Nester aus verrottendem Pflanzenmaterial. Fast alle Arten von Seeschlangen halten die Eier in ihrem Körper zurück bis zum Schlüpfen – und gebären lebende Junge.

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 20


• Nahrungsaufnahme und Verteidigung: Krokodile, Alligatoren und Seeschlangen ernähren sich von Fischen. l. Manatis / „Sirenen“ / „Seekühe“ (Stamm „Chordata“, Klasse „Mammalia“ – Säugetiere). • Körperaufbau und -form: Seekühe sind echte Säugetiere; sie sind Warmblüter, säugen ihre Jungen, haben Haare und gebären ihre Jungen lebend. Sie sind gross (bis zu 4 Meter lang), haben kleine Augen, keine hintere Gliedmassen (diese wurden ersetzt durch ein einzelnes grosses „Paddel“) und paddelähnliche Flossen als vordere Gliedmassen. • Entwicklungsgeschichte: Seekühe pflanzen sich geschlechtlich fort, Kopulation bewirkt interne Befruchtung. Normalerweise wird ein einzelnes Kalb geboren. • Nahrungsaufnahme und Verteidigung: Seekühe sind ausnahmslos Pflanzenfresser, sie ernähren sich nur von Wasserpflanzen, wie zum Beispiel der Wasserhyazinthe. Ihre Verteidigung ist in erster Linie ihre Grösse, aber auch ihr einfaches Leben an Standorten, wo nur wenige grosse Räuber existieren (Mangrovensümpfe, flache Wasserwege im Landesinnern). m. Delphine (Stamm „Chordata“, Klasse „Mammalia“ – Säugetiere). • Körperaufbau und -form: Delphine sind echte luftatmende Säugetiere. Ihre hinteren Gliedmassen wurde von einem horizontal abgeflachten Schwanz ersetzt („Fluke“ genannt); die vorderen Gliedmassen wurden zu starren Flossen. Die Atmung erfolgt durch eine Atemöffnung, die sich an der höchsten Stelle am Kopf befindet. Sie sind im wesentlichen haarlos und sind umgeben von einer dicken Schicht von Fett, um sie vor Kälte zu schützen. • Entwicklungsgeschichte: Delphine pflanzen sich geschlechtlich fort. Interne Befruchtung findet durch Kopulation statt, gewöhnlich wird nach einer Tragzeit von 11 Monaten ein einzelnes Kalb geboren. Es gibt eine starke Bindung zwischen Kuh und Kalb. Die meisten Delphine sind gesellig und bilden kleine bis grosse (einige Hundert) soziale Gruppen, auch Herden genannt. • Nahrungsaufnahme und Verteidigung: Delphine ernähren sich hauptsächlich von Tintenfischen und Fischen in Schwärmen, wie dem Hering, welche sie mit ihrem Maul fangen. Ein gemeinsames Jagen kann auftreten. Sie verteidigen sich dadurch, dass sie in Gemeinschaft leben (in sog. Schulen) sowie mittels ihrer Fähigkeit, mit grosser Geschwindigkeit zu schwimmen. Sie können eine Gefahr auch auf eine grössere Entfernung durch ihre hochentwickelten Sinnesorgane feststellen, insbesondere durch Verwendung des Schalls. 3. Beziehungen Hinweis für den Instructor Die Informationen, die hier präsentiert werden, sind besonders wichtig, weil Freiwassertauchgang Zwei des Kurses die Beobachtung der nachfolgenden Beziehungen zum Gegenstand hat.

a. Jäger-Beute-Beziehung – bei der ein Tier ein anderes Tier als Nahrung zu sich nimmt. Beispiele: Robben ernähren sich von Fischen, Papageienfische ernähren sich von Korallen, Süsswasserkrebse ernähren sich von tierischen Überbleibseln am Grund. b. Drei Formen der Symbiose – „Symbiose“ ist definiert als die Beziehung von Tieren verschiedener Spezies, die in einer engen Gemeinschaft zusammenleben. • „Mutualismus“ – Beide Spezies leben zusammen und profitieren von dieser Verbindung. Beispiel: Der Clownfisch, der in der Seeanemone lebt; die Anemone versorgt den Fisch mit Schutz, während der Fisch die Anemone mit Nahrungsbissen füttert. Ein örtliches Beispiel für Mutualismus ist:

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 21


• „Kommensalismus“ – Eine Spezies profitiert eindeutig von dem Zusammenleben, während die andere keine Vorteile hat oder sogar geschädigt wird. Beispiel: Der Pilotfisch folgt dem Hai; der Pilotfisch ernährt sich von Nahrungsbissen, die der Hai beim Fressen verliert, während der Hai weder davon profitiert noch geschädigt wird. Ein örtliches Beispiel für Kommensalismus ist:

• „Parasitismus“ – Eine Spezies lebt als Parasit auf oder in der anderen (dem sogenannten „Wirt“). Der Parasit verschafft sich Nahrung auf Kosten des Wirtes; die Nahrungsreserven des Wirtes, seine Widerstandskraft gegenüber Krankheiten und seine allgemeine Lebenskraft werden vermindert. Der Wirt kann infolge einer Infektion, durch Hunger oder durch Räuber sterben, aber nicht direkt durch den Parasiten. Beispiel: parasitische Ruderfusskrebse („Copepoden“) auf der Haut des Fisches. Ein örtliches Beispiel für Parasitismus ist:

E. Verantwortliche Interaktion des Menschen mit aquatischen Lebewesen Lernziele

Am Ende dieses Abschnitts wirst du folgendes können: • „Passive“ Interaktion mit aquatischen Organismen pflegen. • Erklären, wie und wann man aquatische Lebewesen berührt oder sie anfasst. • Darlegen, weshalb Taucher es vermeiden sollten, auf Wasserlebewesen zu „reiten“. • Erklären, wie und unter welchen Bedingungen Taucher verantwortlich Wasserlebewesen fangen können. • Erklären, wie man verantwortlich Fische oder andere Wasserlebewesen füttert. • Die richtigen Tauchtechniken anwenden, um ein Aufwirbeln des Grundes zu vermeiden und Störungen der Wasserlebewesen auf ein Minimum zu reduzieren. Hinweis für den Instructor Dieser Teil ist eine Einführung der Teilnehmer in die verschiedenen Formen, wie Menschen (insbesondere Schnorchler und Sporttaucher) direkt und indirekt auf die natürliche Umgebung einwirken können. Das Hauptziel dieser Lektion ist es, ein Bewusstsein bei den Teilnehmern für die Notwendigkeit einer Ethik zu entwickeln, wie wir die Wasserlebewesen und die aquatische Umgebung sehen, um sie zu schützen. Um einen solchen Blick anzunehmen, müssen wir erstens der Erhaltung der aquatischen Umgebung in seinem natürlichen Status die höchste Priorität geben und zweitens unsere Aktivitäten kontrollieren, wenn wir die aquatische Umgebung betreten, um auszuschliessen, dass negative Schäden für die Umwelt eintreten. Einfach gesagt bedeutet dies eine Einstellung, dass die aquatischen Lebewesen unseren Respekt verdienen und dass unser Handeln darauf ausgerichtet sein sollte, die aquatische Umgebung in ihrem natürlichen Zustand für zukünftige Generationen zu erhalten. 1. Diskussion mit den Kursteilnehmern. [Hinweis für den Instructor: Beginne eine Diskussion zur Frage, welche Arten von Aktivitäten unter Wasser vorkommen können. Dabei sollten Beispiele einbezogen werden, bei denen Interaktion mit Wasserlebewesen stattfindet, wie auch Beispiele ohne Interaktion.]

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 22


2. Typische Antworten europäischer Taucher: a. Suche nach Wracks b. U/W Fotografie / U/W Video c. Bergen von Artefakten d. Nachttauchen e. Tieftauchen f. Fische beobachten g. Fische füttern h. Berufliches Tauchen i. Forschungstauchen (Evtl. Sammeln von Muscheln, Sammeln von tropischen Fischen oder gar das in Europa verpönte Harpunieren.) 3. Diejenigen Antworten, die eine Interaktion bedeuten: [Hinweis für den Instructor: Isoliere von der Liste der Antworten jene Aktivitäten, die Wasserlebewesen und Taucher betreffen. Diese Liste sollte die folgenden Aktivitäten beinhalten – basierend auf der obigen Liste.] a. U/W Fotografie / U/W Video b. Fische beobachten c. Fische füttern (Evtl. Sammeln von Muscheln, Sammeln von tropischen Fischen oder gar das in Europa verpönte Harpunieren.) 4. Formen der Interaktion zwischen Taucher und Wasserlebewesen: a. Passive Interaktion. • Diese Form hat die geringsten Auswirkungen auf die aquatische Umgebung. • Diese Interaktionsform kann uns reich belohnen, aufgrund der Vielzahl von Pflanzen und Tieren, die unter Wasser zu beobachten sind. • Es gibt vier Kategorien von Beobachtungen unter Wasser, die Wasserlebewesen mit einbeziehen: 1) Beobachtung eines einzelnen Tieres. Solche Beobachtungen sind die Beobachtung der Bewegungen, die Nahrungsaufnahme, der Bau einer Behausung oder eines Nestes oder andere einzigartige Verhaltensweisen des Organismus‘. 2) Beobachtung einer Gruppe von Tieren der gleichen Spezies. Solche Beobachtungen sind: das Beobachten von Fischen, die Fressen, sich bewegen, ihr Territorium verteidigen, Werbungsrituale sowie andere einzigartige Verhaltensweisen dieser Spezies. 3) Beobachtungen, bei denen zwei oder mehr Tiere von verschiedenen Spezies miteinander in Interaktion stehen. Solche Beobachtungen können mit einbeziehen: gemeinsames Fressen, symbiotisches Verhalten zwischen verschiedenen Spezies, territoriale Verteidigung eines Gebietes, Jäger-Beute-Interaktion sowie andere Verhaltensweisen, die sich zeigen, wenn zwei oder mehr Spezies miteinander in Interaktion stehen. 4) Beobachtungen von Interaktionsformen zwischen Tauchern und Wasserlebewesen. Diese können ein territoriales Verhalten einschliessen, das die Fische zeigen, wenn ein Taucher in ihr Gebiet eindringt. Es kann die Reaktion eines Tieres auf den Taucher sein, der ihre Umgebung stört (z.B. ist das Fressverhalten die Reaktion der meisten Fische, wenn ein Taucher einen Stein umdreht und die potenzielle Beute offenlegt); oder man beobachtet, wie ein Barrakuda einen Taucher beobachtet, und anderes. b. Das Berühren und Anfassen von Wasserlebewesen. • Dies sollte nur unter Anleitung von Personen erfolgen, die darin ausgebildet sind, mit Wasserlebewesen sicher und verantwortlich umzugehen. Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 23


c.

d.

e.

f.

• Das Berühren und Anfassen von Wasserlebewesen sollte niemals irgendein natürliches Verhalten unterbrechen oder stören. • Nicht alle Tiere können auf sichere Weise angefasst oder berührt werden, auch wenn dies zufällig geschieht. Jeder Kontakt mit bestimmten Tieren kann deren Gesundheit ernsthaft beeinträchtigen. Dies trifft im besonderen zu, wenn Fische berührt werden, deren Körper von einer schützenden Schleimschicht umgeben wird (welche sie gegen Hautinfektionen schützt), die verletzt werden kann, auch wenn man sie vorsichtig berührt. • Das Berühren und Anfassen von Wasserlebewesen sollte einer Person eine positive, einprägsame Erfahrung vermitteln, und sollte mit neuen Einsichten in die Naturgeschichte der Tiere einher gehen, ohne deren Gesundheit zu beeinträchtigen. Das „Reiten“ von Wasserlebewesen. • Es gibt keinerlei Umstände, in denen das „Reiten“ eines Wasserlebewesens zu irgendeinem Vorteil für das Tier führt. • Aquatische Tiere wie Schildkröten, Rochen, Mantas, Haie, Delphine und Wale sollten niemals verfolgt oder gequält werden, in der Absicht, auf ihnen zu reiten. • Nur unter extrem seltenen Bedingungen kann es in Betracht kommen, auf einem Wasserlebewesen zu reiten. Solche Umstände treten nur unter kontrollierten Bedingungen auf, mit in Gefangenschaft lebenden, trainierten Tieren, und nur unter Aufsicht von dazu speziell ausgebildetem Personal. Das Fangen von aquatischen Lebewesen für den menschlichen Verzehr. • Das Fangen von Hummern / Langusten und andere Formen der Gefangennahme von Tieren für den menschlichen Verzehr darf ausschliesslich innerhalb der gesetzlichen Bestimmungen erfolgen. Solche Bestimmungen regeln Grösse und Fangmenge, die Gebiete, in denen man Fischen kann, Schonzeiten und weitere Vorschriften. Diese Bestimmungen dienen dazu, Gesundheit und Balance der Gemeinschaft der Unterwasserlebewesen sicherzustellen. • Wasserlebewesen, die nach ihrem Fang vermessen werden, dürfen während der Prozedur nicht verwundet oder geschädigt werden. • Denke immer daran, jede Form der Entnahme aus der aquatischen Umgebung hinterlässt immer Auswirkungen auf die restliche Gemeinschaft der Organismen innerhalb der Umgebung. Den Schaden sieht man vielleicht nicht sofort, und vielleicht nicht so offensichtlich (wie es das Entfernen des letzten männlichen Barsches von einem Riff wäre). Das Sammeln von Wasserlebewesen. • Ganz generell gilt: Das Entfernen von lebenden Wasserorganismen aus ihrer Umgebung zum Zwecke des Anlegens einer persönlichen Sammlung sollte unbedingt unterlassen werden. • In einigen Gebieten, wie etwa in Unterwasserparks, ist es schlichtweg illegal, irgend etwas aus der Umgebung zu entfernen, egal ob organisch oder anorganisch. • Was tropische Fische und Muscheln anbetrifft, so sind solche Exemplare in Zoohandlungen und im Grosshandel erhältlich, die eine Lizenz haben, diese einzusammeln, zu züchten und zu vertreiben. Tiere sollten nur von solchen Händlern gekauft werden, die bei Fang und Handel nachweislich verantwortungsvolle und legale Methoden anwenden. Fütterung von Fischen und anderen Wasserlebewesen. • Fische und andere Formen von Wasserlebewesen sollten nur mit Nahrung gefüttert werden, die man in die aquatische Umgebung mitbringt. Ein Wasserlebewesen sollte nicht gefangen und getötet werden, um ein anderes damit zu füttern (wie beim Füttern von Fischen mit Seeigeln). • Das Füttern von Fischen sollte mit Zurückhaltung erfolgen und ausschliesslich in Gebieten, wo eine solche Interaktion nicht das natürliche Verhalten der Tiere beeinflusst, wie das normale Fressen und das Paarungsverhalten. Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 24


• Das Füttern mehrerer Fische an der gleichen Stelle über einen langen, regelmässigen Zeitraum, verändert dramatisch das natürliche Verhalten dieser Fische und kann sie auf diese Weise dem Sammeln oder Fangen preisgeben. • Eine Fischfütterung kann eine lohnende Erfahrung sein, durch die man neue Einsichten in das natürliche Verhalten von einigen Fischen gewinnt, wenn es in einer verantwortungsvollen Art und Weise erfolgt. g. U/W Fotografie / U/W Video. • Das Fotografieren und Filmen von Wasserlebewesen ist vielleicht die am meisten lohnende Erfahrung beim Tauchen. • Wenn man diese Aktivitäten mit genügend Vorsicht betreibt, haben sie nur geringe Auswirkungen auf die aquatische Umgebung, wenn überhaupt. • U/W Fotografen müssen ihre Tarierungsfertigkeiten entwickeln und die komplette Kontrolle über ihre Körperlage haben, wenn sie sich Wasserlebewesen nähern, besonders in der Nähe des Grundes, wo festsitzende Organismen, wie Korallen, aus Versehen beschädigt werden können. • U/W Fotografen sollten niemals irgendein aquatisches Lebewesen fangen, jagen, reizen oder auf die eine oder andere Art traktieren, um eine Aufnahme zu bekommen. 5. Tauchtechniken, um am Grund lebende Organismen zu schützen und um Störungen der Wasserlebewesen zu minimieren. a. Sichere herumbaumelnde Tauchausrüstung. Solche Ausrüstungsteile können empfindliche am Grund lebende Organismen schädigen, indem sie gegen sie schlagen oder über sie schleifen. • Finimeter. Mit speziellen Halterungen, Clips oder Klettband am Jacket sichern. Niemals am Bleigurt befestigen. • Alternative Luftversorgung (besonders Oktopus-Automaten). Mittels spezieller Befestigung am Jacket sichern. Der Ort der Befestigung sollte innerhalb des gedachten Dreiecks zwischen dem Mund und den unteren Rippen liegen; niemals am Bleigurt befestigen. b. Neutrale Tarierung, horizontale Ausrichtung und Flossenbewegung. • Sei im Wasser neutral austariert. Dies wird dir helfen, Abstand vom Grund zu halten. • Wenn du dich während des Abstiegs dem Grund näherst, positioniere dich horizontal (Position mit ausgebreiteten Armen). Diese Übung wird dir helfen, deine Flossen vom Grund fernzuhalten und dich dazu bringen, neutrale Tarierung vorzunehmen. • Reduziere in Grundnähe die Flossenbewegungen auf ein Minimum. Vermeide es, die Flossen kraftvoll zu bewegen. Versuche, dich für kurze Entfernungen mit den Händen vorwärts zu bewegen, wenn du in Grundnähe bist. Wenn es nötig ist, grössere Entfernungen zurückzulegen, benutze deine Flossen, und halte einen Mindestabstand zwischen dir und dem Grund von 1 Meter ein. c. Bewege dich langsam durch das Wasser, und atme langsam, um Störungen der Wasserlebewesen zu minimieren.

F. Zusammenfassung – Während dieses Kurses haben wir: 1. Einen Überblick über die aquatische Umgebung erhalten. 2. Die Mythologie und das menschliche Wahrnehmungsvermögen in Bezug auf die Wasserlebewesen untersucht. 3. Aquatische Lebewesen betrachtet und Beziehungen zwischen aquatischen Lebewesen untereinander untersucht. 4. Verantwortliche Interaktionsformen mit Wasserlebewesen diskutiert sowie Tauchtechniken kennen gelernt, die dabei helfen, Störungen der aquatischen Lebewesen auf ein Minimum zu reduzieren.

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 25


V. Überlegungen zum Freiwassertraining – U/W Naturalist [Hinweis für den Instructor: Um die Ausführungen kurz zu halten, werden im folgenden nur Punkte aufgeführt, die speziell bei diesem Spezialkurs besonders zu beachten sind. Für allgemeine Punkte, die generell immer bedacht werden sollten, wie etwa ein sorgfältiges Briefing, das Einhalten der Nullzeitgrenzen und des Sicherheits-Stops usw. schaue bitte in dein PADI Instructor Manual.] A. Erkläre die Verfahren für Einstiege / Ausstiege sowie die Abstiegs- und Aufstiegstechniken, die die Tauchschüler bei diesem Tauchgang anwenden werden. B. Sage deinen Tauchschülern, mit welchem Flaschendruck sie ihren Aufstieg zum SicherheitsStop beginnen sollen. C. Halte deine Assistenten an, den Tauchschülern dabei zu helfen, Organismen zu finden, sie mit Namen zu identifizieren, auf einzigartiges Verhalten hinzuweisen und auf interessante Interaktionsformen aufmerksam zu machen. D. Beide Tauchgänge sind U/W Touren zur Beobachtung. Ermutige alle Teilnehmer zu verantwortungsvoller Interaktion mit Lebewesen, denen sie begegnen. Ausserdem sollten sie während des Tauchgangs: 1. Neutrale Tarierung aufrecht erhalten. 2. Ihren Körper vom Grund fernhalten (besonders Knie und Hände). 3. Herumbaumelnde Schläuche sichern und mit den Flossen Abstand von den aquatischen Lebewesen halten. 4. Sich langsam bewegen und langsam atmen, um Störungen der U/W Lebewesen zu minimieren. E. Ermutige die Tauchschüler zur Verwendung örtlicher Bestimmungstafeln oder zum Anfertigen von Skizzen auf ihren U/W Schreibtafeln. Wiederhole örtlich vorkommende aquatische Lebewesen; benutze dazu Bücher, Kopien oder anderes Referenzmaterial. F. Wenn der Tauchgang in Süsswasser stattfindet, darf die verlangte Zahl der zu identifizierenden aquatischen Tiere und Pflanzen verringert werden, wie in den Leistungsanforderungen festgelegt. G. Tauchgang Nr. 2 fordert von den Tauchschülern, so viele Beispiele von Symbiosen und Jäger-Beute-Beziehungen wie möglich zu identifizieren und zu beobachten. Besprich Beispiele von Beziehungen, die möglicherweise während des Tauchgangs in der örtlichen Umgebung zu sehen sind. Nenne den Tauchschülern Beispiele, wonach sie Ausschau halten sollten. H. Tauchgang Nr. 2 fordert von den Tauchschülern, so viele Nachweise wie möglich für Einwirkungen des Menschen auf die örtliche Wasserumgebung festzustellen. In einigen ursprünglichen Gegenden kann dies schwierig sein. Wenigstens ein Beispiel sollte sich jedoch immer finden lassen. Nochmals: Nenne den Tauchschülern Beispiele, wonach sie in der örtlichen Umgebung Ausschau halten sollten. Beispiele können sein: 1. Fische kommen direkt auf die Taucher zu. (Ursache: regelmässiges Füttern) 2. Ängstliche Wasserlebewesen. (Ursache: Harpunieren in diesem Gebiet) 3. Verletzte Lebewesen. (Ursache: Taucherflossen, Bootsanker) 4. Abfälle oder Umweltverschmutzung. (Ursache: verschieden). 5. Umgedrehtes Gestein. (Ursache: Taucher haben z.B. nach Muscheln gesucht)

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 26


VI. Freiwassertraining

Zum Zwecke der Eindeutigkeit werden beide Freiwasser-Trainingstauchgänge in allen Bestandteilen vorgestellt. Spezifische Fertigkeiten und Verfahren, die nur den jeweiligen Tauchgang betreffen, erscheinen in Fettdruck.

A. Freiwasser-Trainingstauchgang Eins Leistungsanforderungen

Am Ende dieses Tauchgangs wirst du folgendes können: • Auf passive Weise aquatische Lebensformen beobachten. • Tauchtechniken anwenden, die dazu dienen, am Grund lebende Organismen zu schützen und Störungen aller Wasserlebewesen zu minimieren. • Mindestens zwei örtlich vorkommende Wasserpflanzen erkennen und mit ihrem umgangssprachlichen oder wissenschaftlichen Namen bezeichnen (im Süsswasser mindestens eine Pflanze). • Mindestens vier örtlich vorkommende im Wasser lebende wirbellose Tiere erkennen und mit ihrem umgangssprachlichen oder wissenschaftlichen Namen bezeichnen (im Süsswasser mindestens zwei Tiere). • Mindestens fünf örtlich vorkommende Wirbeltiere erkennen und mit ihrem umgangssprachlichen oder wissenschaftlichen Namen bezeichnen (im Süsswasser mindestens zwei Wirbeltiere). 1. Briefing a. Beurteilung der Tauchbedingungen. b. Einrichtungen am Tauchplatz. c. Einstiegsstelle und zu verwendende Einstiegstechnik. d. Ausstiegsstelle und zu verwendende Ausstiegstechnik. e. Bodenbeschaffenheit, interessante und hilfreiche Informationen über den Tauchplatz – gib einen Überblick über die örtlichen Wasserpflanzen, wirbellosen Tiere und Wirbeltiere. f. Tiefenbereiche am Grund. g. Geplantes Luftverbrauchs-Limit. h. Abfolge des Trainingstauchgangs – gib einen Überblick über die Aufgaben und die Planung des Freiwasser-Trainingstauchgangs Eins. • Tauchtechniken anwenden, die dazu dienen, am Grund lebende Organismen zu schützen und Störungen aller Wasserlebewesen zu minimieren. • Mindestens zwei (im Süsswasser eine) örtlich vorkommende Wasserpflanzen erkennen und mit ihrem Namen bezeichnen. Die Pflanzen können Algen oder Blütenpflanzen sein. • Mindestens vier (im Süsswasser zwei) örtlich vorkommende im Wasser lebende wirbellose Tiere erkennen und mit ihrem Namen bezeichnen. Die Tiere dürfen beliebig den folgenden Stämmen bzw. Klassen entstammen: 1. Schwämme 2. Korallen, Anemonen, Quallen 3. Gliederwürmer 4. Schnecken, Muscheln, Oktopus, Tintenfische 5. Langusten / Hummer, Krabben, Garnelen, Süsswasserkrebse 6. Seesterne, Seeigel, Seegurken, Schlangensterne 7. Seescheiden

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 27


2.

3.

4.

5.

6.

• Mindestens fünf (im Süsswasser zwei) örtlich vorkommende Wirbeltiere erkennen und mit ihrem Namen bezeichnen. Diese Tiere dürfen beliebig den folgenden Stämmen bzw. Klassen entstammen: 1. Rochen und Haie 2. Knochenfische 3. Meeresschildkröten, Amphibien, Schlangen 4. Seekühe 5. Delphine 6. Robben i. Spezielle Kommunikationstechniken U/W und an der Oberfläche. j. Was zu tun ist, wenn die Gruppe oder der Tauchpartner verloren gehen. k. Was im Falle eines Notfalls zu tun ist. l. Einteilung der Buddy-Teams. Vor dem Tauchgang a. Vorbereiten der persönlichen Tauchausrüstung. b. Falls angebracht, Vorbereitung der zusätzlichen Luftversorgung für den Sicherheits-Stop. c. Bestimmung der Nullzeitgrenze für den Tauchgang. d. Anlegen der Tauchausrüstung. e. Sicherheitscheck zur Kontrolle der Ausrüstung – achte auf herumbaumelnde Ausrüstung, die am Grund lebende aquatische Lebewesen stören oder schaden könnte. f. Angemessener Einstieg für die örtliche Umgebung. g. Aufrechterhalten des Kontakts zum Tauchpartner an der Oberfläche. Abstieg a. Einstellen und Start des Zeitmessinstruments. b. Auf Buddy achten. c. Neutrale Tarierung aufrecht erhalten. d. Auf Grund achten; unbeabsichtigten Kontakt vermeiden. e. Bewege dich nahe dem Grund so, dass keine Sedimente aufgewirbelt werden. Aufgaben Freiwasser-Trainingstauchgang Eins a. Tauchtechniken anwenden, die dazu dienen, am Grund lebende Organismen zu schützen und Störungen aller Wasserlebewesen zu minimieren. b. Mindestens zwei (im Süsswasser eine) örtlich vorkommende Wasserpflanzen erkennen und mit ihrem Namen bezeichnen. Die Pflanzen können Algen oder Blütenpflanzen sein. c. Mindestens vier (im Süsswasser zwei) örtlich vorkommende im Wasser lebende wirbellose Tiere erkennen und mit ihrem Namen bezeichnen. d. Mindestens fünf (im Süsswasser zwei) örtlich vorkommende Wirbeltiere erkennen und mit ihrem Namen bezeichnen. Aufstieg a. Zeit und Flaschendruck vor dem Aufstieg notieren. b. Aufstieg mit neutraler Tarierung mit max. 18 Meter / Minute. c. Sicherheits-Stop 5 Meter / 3 Minuten. Nach dem Tauchgang a. Nach dem Auftauchen „OK“ zum Boot / Ufer (falls angemessen). b. Angenehme, positive Tarierung herstellen. c. Angemessener Ausstieg. d. Check-in beim Divemaster (falls angemessen). e. Hilfestellung beim Ablegen der Ausrüstung des Tauchpartners. f. Verstauen der Ausrüstung (falls angemessen). Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 28


7. Debriefing a. Beurteile die Leistung der Tauchschüler, mache Vorschläge zur Verbesserung und gib den Tauchschülern positive Verstärkung. b. Probleme, die während des Tauchgangs aufgetreten sind und solche, die bei zukünftigen Tauchgängen vermieden werden müssen. c. Vergleiche die von den Tauchschülern gefundenen, beobachteten und mit ihren Namen bezeichneten örtlichen Pflanzen und Tiere. d. Diskutiere die Art und Weise, wie ein Taucher passiv mit der Umgebung in Interaktion treten kann. e. Diskutiere die Zweckmässigkeit von verschiedenen Techniken, um Störungen aquatischer Lebewesen zu minimieren. f. Bestimmen und Notieren der Wiederholungsgruppe am Ende des Tauchgangs. g. Logbucheintrag (Instructor unterschreibt).

B. Freiwasser-Trainingstauchgang Zwei Leistungsanforderungen

Am Ende dieses Tauchgangs wirst du folgendes können: • Auf passive Weise aquatische Lebensformen beobachten. • Tauchtechniken anwenden, die dazu dienen, am Grund lebende Organismen zu schützen und Störungen aller Wasserlebewesen zu minimieren. • So viele Beispiele von Symbiosen und Jäger-Beute-Beziehungen wie möglich identifizieren und beobachten. • In der örtlichen Unterwasserumgebung so viele Schäden wie möglich feststellen, die durch Menschen verursacht sind, und mögliche Gründe bestimmen. 1. Briefing a. Beurteilung der Tauchbedingungen. b. Einrichtungen am Tauchplatz. c. Einstiegsstelle und zu verwendende Einstiegstechnik. d. Ausstiegsstelle und zu verwendende Ausstiegstechnik. e. Bodenbeschaffenheit, interessante und hilfreiche Informationen über den Tauchplatz – gib einen Überblick über die örtlichen Wasserpflanzen, wirbellosen Tiere und Wirbeltiere. f. Tiefenbereiche am Grund. g. Geplantes Luftverbrauchs-Limit. h. Abfolge des Trainingstauchgangs – gib einen Überblick über die Aufgaben und die Planung des Freiwasser-Trainingstauchgangs Zwei. • Tauchtechniken anwenden, die dazu dienen, am Grund lebende Organismen zu schützen und Störungen aller Wasserlebewesen zu minimieren. • So viele Beispiele von Symbiosen und Jäger-Beute-Beziehungen wie möglich identifizieren und beobachten. (Wiederhole die unterschiedlichen Arten von Symbiosen: Mutualismus, Kommensalismus, Parasitismus.) • In der örtlichen Unterwasserumgebung so viele Schäden wie möglich feststellen, die durch Menschen verursacht sind, und mögliche Gründe bestimmen. i. Spezielle Kommunikationstechniken U/W und an der Oberfläche. j. Was zu tun ist, wenn die Gruppe oder der Tauchpartner verloren gehen. k. Was im Falle eines Notfalls zu tun ist. l. Einteilung der Buddy-Teams.

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 29


2. Vor dem Tauchgang a. Vorbereiten der persönlichen Tauchausrüstung. b. Falls angebracht, Vorbereitung der zusätzlichen Luftversorgung für den Sicherheits-Stop. c. Bestimmung der Nullzeitgrenze für den Tauchgang. d. Anlegen der Tauchausrüstung. e. Sicherheitscheck zur Kontrolle der Ausrüstung – achte auf herumbaumelnde Ausrüstung, die am Grund lebende aquatische Lebewesen stören oder schaden könnte. f. Angemessener Einstieg für die örtliche Umgebung. g. Aufrechterhalten des Kontakts zum Tauchpartner an der Oberfläche. 3. Abstieg a. Einstellen und Start des Zeitmessinstruments. b. Auf Buddy achten. c. Neutrale Tarierung aufrecht erhalten. d. Auf Grund achten; unbeabsichtigten Kontakt vermeiden. e. Bewege dich nahe dem Grund so, dass keine Sedimente aufgewirbelt werden. 4. Aufgaben des Freiwasser-Trainingstauchgangs Zwei a. Tauchtechniken anwenden, die dazu dienen, am Grund lebende Organismen zu schützen und Störungen aller Wasserlebewesen zu minimieren. b. So viele Beispiele von Symbiosen und Jäger-Beute-Beziehungen wie möglich identifizieren und beobachten. c. In der örtlichen Unterwasserumgebung so viele Schäden wie möglich feststellen, die durch Menschen verursacht sind, und mögliche Gründe bestimmen. 5. Aufstieg a. Zeit und Flaschendruck vor dem Aufstieg notieren. b. Aufstieg mit neutraler Tarierung mit max. 18 Meter / Minute. c. Sicherheits-Stop 5 Meter / 3 Minuten. 6. Nach dem Tauchgang a. Nach dem Auftauchen „OK“ zum Boot / Ufer (falls angemessen). b. Angenehme, positive Tarierung herstellen. c. Angemessener Ausstieg. d. Check-in beim Divemaster (falls angemessen). e. Hilfestellung beim Ablegen der Ausrüstung des Tauchpartners. f. Verstauen der Ausrüstung (falls angemessen). 7. Debriefing a. Beurteile die Leistung der Tauchschüler, mache Vorschläge zur Verbesserung und gib den Tauchschülern positive Verstärkung. b. Probleme, die während des Tauchgangs aufgetreten sind und solche, die bei zukünftigen Tauchgängen vermieden werden müssen. c. Vergleiche die von den Tauchschülern gefundenen Symbiosen und Jäger-BeuteBeziehungen. d. Diskutiere die am Tauchplatz von Menschen verursachten festgestellten Schäden und die möglichen Gründe dafür. e. Bestimmen und Notieren der Wiederholungsgruppe am Ende des Tauchgangs. f. Logbucheintrag (Instructor unterschreibt). g. Vervollständigen des Papierkrams für die Brevetierung.

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 30


Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 31


Name ________________________________________________________________ Datum ________________

Unterwasser Naturalist Wiederholungsfragen An den Tauchschüler: Beantworte die folgenden Fragen, und bringe das ausgefüllte Blatt zur nächsten Lektion mit. 1.

Definiere die Begriffe „Ökologie“ und „Ökosystem“. Ökologie:

Ökosystem:

2.

Führe drei physikalische bzw. strukturelle Unterschiede zwischen terrestrischen und aquatischen Ökosystemen auf. 1. 2. 3.

3.

Bestimme die häufigste Ursache für „Attacken“ von im Wasser lebenden Tieren.

4.

Beschreibe eine korrekte Sichtweise gegenüber potenziell gefährlichen Tieren im Wasser.

5.

Liste vier falsche Vorstellungen auf, die manche Menschen von im Wasser lebenden Tieren haben. 1. 2. 3. 4.

6.

Erkläre, wie eine passive Interaktion mit Organismen im Wasser erfolgen kann.

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 32


7.

Erläutere, wie und wann du auf verantwortungsvolle Weise im Wasser lebende Tiere berühren und mit ihnen umgehen kannst.

8.

Erkläre, weshalb du auf im Wasser lebenden Tieren nicht „reiten“ solltest.

9.

Erläutere, wie man auf verantwortungsvolle Weise Fische und andere im Wasser lebende Organismen füttern kann.

10. Beschreibe die Tauchtechniken, die du praktizieren solltest, um die am Grund lebenden Organismen vor Schaden zu bewahren und Störungen der gesamten Unterwasserwelt zu minimieren.

Erklärung des Tauchschülers: Die von mir nicht oder falsch beantworteten Fragen wurden mir erklärt, und ich verstehe sie jetzt.

Unterschrift _____________________________________________________ Datum _________________

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 33


Name ________________________________________________________________ Datum ________________

Unterwasser Naturalist Wiederholungsfragen – Antwortschlüssel – An den Tauchschüler: Beantworte die folgenden Fragen, und bringe das ausgefüllte Blatt zur nächsten Lektion mit. 1.

Definiere die Begriffe „Ökologie“ und „Ökosystem“. Ökologie „Studium der Beziehungen von Lebewesen zu ihrer Umgebung“ Ökosystem „Gesamtkomplex von Lebewesen und deren Funktion in ihrer Umgebung als Einheit“

2.

Führe drei physikalische bzw. strukturelle Unterschiede zwischen terrestrischen und aquatischen Ökosystemen auf. 1. (Die Antworten der Tauchschüler werden variieren.) 2. 3.

3.

Bestimme die häufigste Ursache für „Attacken“ von im Wasser lebenden Tieren. Selbstverteidigung des Tieres (defensive Reaktion).

4.

Beschreibe eine korrekte Sichtweise gegenüber potenziell gefährlichen Tieren im Wasser. Tiere greifen ohne Provokation äusserst selten an, sie attackieren nicht aus Bösartigkeit. Da der Mensch im Wasser so verletzlich ist, erscheinen Attacken von Tieren im Wasser schlimmer als sie sind. (Die Antworten der Tauchschüler können variieren.)

5.

Liste vier falsche Vorstellungen auf, die manche Menschen von im Wasser lebenden Tieren haben. 1. Tiere sind gefährlich und bösartig. 2. Tiere sind harmlos – wie Haustiere. 3. Es sind zum Teil gar keine Tiere, sondern leblose Objekte. 4. Tiere haben menschliche Charakteristika.

6.

Erkläre, wie eine passive Interaktion mit Organismen im Wasser erfolgen kann. Reines Beobachten hat die geringste Auswirkung auf das Leben im Wasser. Unterlassen werden soll das Berühren und Anfassen von Tieren, das „Reiten“ auf Tieren, das Harpunieren, das Sammeln und das Füttern von Tieren. Sichere herumhängende Ausrüstung und praktiziere gute Tauchtechniken.

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 34


7.

Erläutere, wie und wann du auf verantwortungsvolle Weise im Wasser lebende Tiere berühren und mit ihnen umgehen kannst. Dies sollte nur durch Personen erfolgen, die sich mit den jeweiligen Organismen genau auskennen. Solche Handlungsweisen sollten die natürlichen Verhaltensweisen (z.B. die natürliche Nahrungsaufnahme) nicht beeinträchtigen.

8.

Erkläre, weshalb du auf im Wasser lebenden Tieren nicht „reiten“ solltest. Es gibt keinerlei Umstände, unter denen dies einem Tier gut tut.

9.

Erläutere, wie man auf verantwortungsvolle Weise Fische und andere im Wasser lebende Organismen füttern kann. Futter zum Tauchgang mitbringen, sparsam füttern, nicht regelmässig am selben Platz füttern.

10. Beschreibe die Tauchtechniken, die du praktizieren solltest, um die am Grund lebenden Organismen vor Schaden zu bewahren und Störungen der gesamten Unterwasserwelt zu minimieren. Neutral tariert – horizontale Position, guter Abstand zum Grund. Flossenbewegungen auf ein Minimum beschränken – vorsichtige Flossenschläge. Für stärkeres Schwimmen mit den Flossen grösseren Abstand zum Grund halten.

Erklärung des Tauchschülers: Die von mir nicht oder falsch beantworteten Fragen wurden mir erklärt, und ich verstehe sie jetzt.

Unterschrift _____________________________________________________ Datum _________________

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 35


PADI Abenteuertauchgang Training Record Abenteuertauchgang:

UNTERWASSER NATURALIST Überblick

• Besprechung der Wiederholungsfragen • Briefing • Anlegen der Ausrüstung • Sicherheitscheck zur Kontrolle der Ausrüstung • Einstieg • Abstieg • Anwendung von Tauchtechniken, um am Grund lebende Organismen zu schützen und Belästigungen des aquatischen Lebens zu minimieren

• Bestimmung von Wasserpflanzen • Bestimmung und Beobachtung von im Wasser lebenden wirbellosen Tieren • Bestimmung und Beobachtung von im Wasser lebenden Wirbeltieren • Aufstieg – Sicherheits-Stop • Ausstieg • Debriefing • Logbucheintrag – „Training Record“

Instructor-Erklärung

„Ich bestätige, dass der Taucher die Wiederholungsfragen dieses PADI Abenteuertauchgangs zufriedenstellend beantwortet und die Leistungsanforderungen erfüllt hat (wie im PADI Adventures in Diving Program Instructor Guide beschrieben). Ich bin PADI Instructor im Lehrstatus, mit aktueller Erneuerung meiner PADI Mitgliedschaft.“ Instructor Name

Instructor Unterschrift

Vorname

PADI-Nr.

Nachname

Tauchgang beendet: Datum

Tag/Monat/Jahr

Instructor Kontakt-Information (DRUCKSCHRIFT bitte) Strasse / P.O.Box PLZ / Stadt Land Telefon / FAX / email

Erklärung des Tauchers

„Ich bestätige, dass ich alle Leistungsanforderungen dieses Abenteuertauchgangs erfüllt habe. Mir ist bewusst, dass es zum Thema „U/W Naturalist“ noch mehr zu lernen gibt, und dass die Teilnahme am PADI Spezialkurs „U/W Naturalist“ sehr empfohlen wird. Ich bestätige auch, dass ich mich an PADIs „Standard-Verfahren für sicheres Tauchen“ halten werde.“ Unterschrift Taucher

Datum

Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 36

Tag/Monat/Jahr


PADI Specialty Training Record

U/W Naturalist (Underwater Naturalist)

Ich bestätige, dass dieser Taucher an sämtlichen Theorie- und/oder Schwimmbadlektionen (Schwimmbad bzw. begrenztes Freiwasser), wie in der PADI Kursausarbeitung für den Instructor für den Spezialkurs U/W Naturalist beschrieben, in zufriedenstellender Weise teilgenommen hat. Ich bin PADI Specialty Instructor im Lehrstatus für diesen Spezialbereich, mit aktueller Erneuerung meiner PADI Mitgliedschaft. Instructor Name PADI Nr. Instructor Unterschrift

Tauchgang 1

Abschlussdatum

Freiwasser-Tauchgänge

Ich bestätige, dass dieser Taucher den Tauchgang 1, wie in PADIs standardisierter SpezialkursAusarbeitung U/W Naturalist beschrieben, zufriedenstellend absolviert hat, einschliesslich: • Anwendung von Tauchtechniken, um am Grund lebende Organismen zu schützen und Belästigungen des aquatischen Lebens zu minimieren • Auffinden und Identifizieren von mindestens 2 lokalen Wasserpflanzen (1 im Süsswasser) • Auffinden und Identifizieren von mindestens 4 in lokalen Gewässern lebenden wirbellosen Tieren (2 im Süsswasser) • Auffinden und Identifizieren von mindestens 5 in lokalen Gewässern lebenden Wirbeltieren (2 im Süsswasser) Ich bin PADI Specialty Instructor im Lehrstatus für diesen Spezialbereich, mit aktueller Erneuerung meiner PADI Mitgliedschaft. Instructor Name PADI Nr. Instructor Unterschrift

Abschlussdatum

Tauchgang 2 Ich bestätige, dass dieser Taucher den Tauchgang 2, wie in PADIs standardisierter SpezialkursAusarbeitung U/W Naturalist beschrieben, zufriedenstellend absolviert hat, einschliesslich: • Anwendung von Tauchtechniken, um am Grund lebende Organismen zu schützen und Belästigungen des aquatischen Lebens zu minimieren • Identifizieren und Beobachten von Symbiosen und Räuber-Beute-Beziehungen • In der örtlichen Unterwasserumgebung so viele Schäden wie möglich feststellen, die durch Menschen verursacht sind, und mögliche Gründe bestimmen Ich bin PADI Specialty Instructor im Lehrstatus für diesen Spezialbereich, mit aktueller Erneuerung meiner PADI Mitgliedschaft. Instructor Name PADI Nr. Instructor Unterschrift Abschlussdatum Ich bestätige, dass ich alle Leistungsanforderungen für diesen PADI Spezialkurs U/W Naturalist erfüllt habe. Ich bin angemessen darauf vorbereitet, in ähnlichen Gebieten und Bedingungen zu tauchen, wie während meines Kurses. Ich bestätige, dass ich mich an PADIs „Standard-Verfahren für sicheres Tauchen“ halten werde. Taucher Name Taucher Unterschrift

Datum Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 37


Underwater Naturalist Specialty Course Instructor Outline 38


UW Naturalist_70235_G