Page 1

Dry Suit Diver

Specialty Course Instructor Outline GERMAN VERSION

Product No. 70233G (Rev. 05/05) Version 2.04


Wichtiger Hinweis Bevor du mit der Werbung für einen PADI Spezialkurs beginnst oder einen solchen Kurs durchführst, musst du brevetierter PADI Specialty Instructor für diesen Bereich sein (Ausnahmen: AWARE Programm und Tarierung in Perfektion, siehe PADI Instructor Manual).

PADI® Spezialkurs Tauchen im Trockentauchanzug Kursausarbeitung für den Instructor (Dry Suit Specialty Diver Course Instructor Outline) © PADI 1990 – 2005 Translation by PADI Europe, 2006 Alle Rechte vorbehalten. Teile des Anhangs dürfen von PADI Mitgliedern für den Gebrauch in PADI Kursen vervielfältigt werden, nicht aber zum Zwecke des Verkaufs oder zur Gewinnerzielung. Ohne die ausdrückliche schriftliche Genehmigung von PADI dürfen keine anderen Vervielfältigungen angefertigt werden. Übersetzung und Vertrieb durch PADI Europe AG, Oberwilerstrasse 3, CH-8442 Hettlingen, Schweiz unter Genehmigung von PADI Worldwide Corp., 30151 Tomas Street, Rancho Santa Margarita, 92688-2125, California, USA Product No. 70233G (Rev. 5/05) Version 2.04

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 


I.

Kursstandards und Kursüberblick Dieser Spezialkurs stellt eine Einführung in das Tauchen im Trockentauchanzug dar, um Taucher mit Fertigkeiten, Wissen, Techniken, Planung und Organisation, Problemen, Gefahren und Vorteilen des Tauchens mit Trockentauchanzügen vertraut zu machen. Der Spezialkurs Tauchen im Trockentauchanzug soll eine sichere und unter Supervision verlaufende Einführung in das Tauchen mit Trockentauchanzügen sein. Spass und Sicherheit sollen beim Training im Vordergrund stehen. Die empfohlene Mindestdauer des Kurses beträgt 24 Stunden, wobei der Schwerpunkt auf der Verwendung von Trockentauchanzügen liegt – Funktionsprinzipien, Pflege, Tauchtechniken.

A. Voraussetzungen Um am Spezialkurs „Tauchen im Trockentauchanzug“ teilnehmen zu können, muss man: 1. Als PADI (Junior) Open Water Diver brevetiert sein oder ein qualifizierendes Brevet besitzen. 2. Mindestens 10 Jahre alt sein. Der im Rahmen des PADI Adventures in Diving Programms als Abenteuertauchgang erfolgte Tauchgang im Trockentauchanzug kann als erster Tauchgang auf diesen Spezialkurs angerechnet werden; dies liegt im Ermessen des Instructors, der den Spezialkurs durchführt.

B. Supervision Dieser Spezialkurs kann von einem PADI Underwater Instructor im Lehrstatus (oder einem PADI Instructor einer höheren Stufe) durchgeführt werden, der als PADI Dry Suit Diving Specialty Instructor brevetiert ist. Das maximale Verhältnis („Ratio“) Tauchschüler zu Instructor für Freiwasser-Trainingstauchgänge beträgt acht Tauchschüler je Instructor (8:1)* oder vier Tauchschüler je „zertifiziertem Assistenten“ (4:1). Hinweis * Bei Tauchgängen, an denen 10-und 11-jährige Kinder teilnehmen, ist direkte Supervision durch den Instructor erforderlich, bei einer maximalen Ratio von 4:1, wobei nicht mehr als zwei dieser vier Taucher 10 oder 11 Jahre alt sein dürfen. Der Instructor muss bei jedem Abenteuertauchgang – d.h. dem ersten Freiwassertauchgang dieses Spezialkurses – der tiefer als 18 Meter durchgeführt wird, die direkte Supervision über die Tauchschüler ausüben, und zwar mit einer Ratio von maximal acht Tauchschülern je Instructor (8:1), solange nicht alle Taucher, die an diesem Tauchgang teilnehmen, den Abenteuertauchgang „Tieftauchen“ erfolgreich abgeschlossen haben. Diese Ratio kann durch den Einsatz von „zertifizierten Assistenten“ nicht erhöht werden.

C. Schwimmbadtraining (Schwimmbad bzw. begrenztes Freiwasser) Tauchschüler, die vor ihrer Anmeldung zu diesem PADI Dry Suit Diver Spezialkurs noch nie einen Trockentauchanzug verwendet haben, müssen an einer Schwimmbad-Trainingslektion im Trockentauchanzug teilnehmen. Dieses Training im Schwimmbad (bzw. im begrenzten Freiwasser) muss vor dem ersten FreiwasserTrainingstauchgang dieses Spezialkurses abgeschlossen sein. Die Durchführung von zusätzlichem Training im Schwimmbad bzw. im begrenzten Freiwasser liegt im Ermessen des Instructors, der den Kurs leitet. Es wird nachdrücklich empfohlen, jedoch nicht verlangt, dass die Teilnehmer denselben Typ Trockenanzug im Schwimmbad wie im Freiwasser benutzen.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 


Nach dieser Schwimmbadlektion müssen die Teilnehmer folgendes können: 1. Einen Trockentauchanzug an- und ausziehen – falls für diesen Typ Trockentauchanzug erforderlich, mit Hilfe eines anderen Tauchers. 2. Das Verfahren zur Kontrolle der Tarierung an der Oberfläche demonstrieren, wobei du mit einem Trockentauchanzug, einem Unterziehanzug und der kompletten Tauchausrüstung ausgerüstet bist. 3. Neutrale Tarierung demonstrieren, indem du am Grund für 1 Minute auf den Flossenspitzen, oder, wenn erforderlich, einem anderen Kontaktpunkt des Körpers, balancierst. 4. Neutrale Tarierung demonstrieren, indem du in der Nähe des Grundes für 1 Minute schwebst (ohne mit den Flossen zu schlagen oder mit den Armen zu rudern). 5. Den Inflatorschlauch des Trockentauchanzugs vom Lufteinlassventil unter Wasser mit Handschuhen abkoppeln und wieder ankoppeln. 6. In der Nähe des Grundes die Fähigkeit demonstrieren, neutrale Tarierung aufrecht zu erhalten, wenn das Lufteinlassventil und das Luftauslassventil des Trockentauchanzugs gedrückt (also offen) sind. 7. Einen Aufstieg vom Grund unter Aufrechterhalten der neutralen Tarierung mit einer Aufstiegsgeschwindigkeit von nicht mehr als 18 Meter pro Minute durchführen. 8. Eine Technik demonstrieren, wie überschüssiges Gas aus den Füssen des Trockentauchanzugs entfernt wird. 9. An der Oberfläche das Tauchgerät und das Gewichtssystem ab- und wieder anlegen.

D. Überlegungen zum Freiwassertraining Für Trainingszwecke wird ein „Trockentauchanzug“ definiert als jeglicher Tauchanzug, der verhindert, dass Wasser in den Anzug eindringen kann und bei dem die Möglichkeit besteht, Luft in den Anzug einzublasen und abzulassen. Der Spezialkurs „Tauchen im Trockentauchanzug“ muss 2 Freiwasser-Trainingstauchgänge beinhalten. Nach jedem Freiwasser-Trainingstauchgang müssen die Tauchschüler ihren Tauchgang in ihr persönliches Logbuch eintragen. Für PADI Open Water Diver oder Tauchschüler mit einem qualifizierenden Brevet beträgt die empfohlene maximale Tauchtiefe 18 Meter für beide Freiwasser-Trainingstauchgänge. Hinweis • Für 12-14 Jährige beträgt die Tiefe beim Abenteuertauchgang – d.h. beim ersten Freiwassertauchgang dieses Spezialkurses – maximal 18 Meter; wenn sie zuvor am Abenteuertauchgang „Tieftauchen“ teilgenommen haben, sind es maximal 21 Meter. • Für 10-11 Jährige beträgt die maximale Tiefe 12 Meter. Freiwasser-Trainingstauchgänge dürfen auch bei Nacht erfolgen, und zwar mit Tauchern, die am Abenteuertauchgang „Nachttauchen“ des Adventures in Diving Programms oder am ersten Tauchgang des Spezialkurses „Nachttauchen“ teilgenommen haben, oder die einen qualifizierenden Nachweis über Erfahrung im Nachttauchen erbringen können. An Nachttauchgängen dürfen 10- und 11-Jährige nicht teilnehmen.

E. Kursüberblick Bei der Durchführung des PADI Spezialkurses „Tauchen im Trockentauchanzug“ müssen folgende Bestandteile enthalten sein: 1. Planung, Organisation, Verfahren, Techniken, Probleme und Gefahren des Trockentauchens. 2. Korrekte Verfahren der Tarierungskontrolle. 3. Training von Ab- und Aufstiegstechniken. 4. Regelmässige, vorbeugende Wartung und Funktionskontrollen des Trockentauchanzugs durch den Benutzer. Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 


II.

Brevetierungsverfahren Der brevetierende Instructor erhält die „Dry Suit Diver“ Specialty Brevets, indem er die ausgefüllten und unterschriebenen PICs an seine PADI Zweigstelle schickt. Der Instructor, der das letzte Freiwassertraining mit einem Tauchschüler durchführt, ist damit der brevetierende Instructor. Dieser muss sicherstellen, dass alle Brevetierungsanforderungen erfüllt wurden.

Übersicht Kursstandards Brevetvoraussetzung: PADI (Junior) Open Water Diver oder qualifizierendes Brevet Mindestalter: 10 Jahre Empfohlene Kursdauer: 24 Stunden Minimum Freiwassertraining: 2 Tauchgänge Anzahl Tauchschüler je Instructor: 8:1* Minimum Tauchlehrerstufe: PADI Dry Suit Diving Specialty Instructor * Bei Tauchgängen, an denen 10-und 11-jährige Kinder teilnehmen, ist direkte Supervision durch den Instructor erforderlich, bei einer maximalen Ratio von 4:1, wobei nicht mehr als zwei dieser vier Taucher 10 oder 11 Jahre alt sein dürfen.

Freiwasser-Trainingstauchgänge dürfen auch bei Nacht erfolgen, und zwar mit Tauchern, die am Abenteuertauchgang „Nachttauchen“ des Adventures in Diving Programms oder am ersten Tauchgang des Spezialkurses „Nachttauchen“ teilgenommen haben, oder die einen qualifizierenden Nachweis über Erfahrung im Nachttauchen erbringen können. An Nachttauchgängen dürfen 10- und 11-Jährige nicht teilnehmen.

III.

Ausrüstung und Materialien

[Hinweis für den Instructor: Standard-Ausrüstung siehe PADI Instructor Manual, Allgemeine Standards und Verfahren.]

A. Instructor 1. Ausrüstung. a. Verbindliche Ausrüstung. • Erste Hilfe Materialien und Erste Hilfe Ausrüstung. • Recreational Dive Planner – eRDP/Table oder Wheel. • Schreibtafel und -stift. • Komplette Instrumente einschliesslich der Möglichkeit zur Überwachung von Tiefe, Zeit und Richtung. Tauchcomputer können verwendet werden. Es wird nachdrücklich empfohlen, dass Taucher mit Computer zusätzliche Instrumente zum Messen von Zeit und Tiefe beim Tauchgang als Backup mitführen. • Trockentauchanzug mit Unterziehanzug (falls für den verwendeten Typ von Anzug erforderlich). Zum Zwecke des Trainings ist ein Trockentauchanzug definiert als jede Art von Tauchanzug, der so konstruiert ist, dass er kein Wasser eindringen lässt und der mit einem Inflator / Deflator ausgestattet ist, mit dem sich Luft in den Anzug blasen bzw. Luft aus dem Anzug ablassen lässt. Ausserdem muss der Anzug mit einem Luftablassventil ausgestattet sein, mit dem sich der Anzug manuell entlüften lässt. • Trockentauchanzugzubehör, wie für die örtliche Tauchumgebung und die Tiefe angemessen – Kopfhaube, Füsslinge und Handschuhe (nass oder trocken). • Boot oder Boje, der örtlichen Umgebung angemessen, mit beschwertem Abstiegs- / Aufstiegsseil (13 mm Durchmesser empfohlen) oder eine andere Vorrichtung, die sich für einen Sicherheits-Stop eignet. Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 


• Zusätzliche Bleigewichte – kleine Gewichte, um den Tauchschülern zu helfen, sich richtig auszutarieren und am Ende des Tauchgangs ihren Sicherheits-Stop zu machen. • Werkzeug-Kit. b. Empfohlene Ausrüstung. • Erste Hilfe Kit, Taschenmaske und Notfall-Sauerstoffgerät. • Boot oder Surfboard für schnellen Transport an der Oberfläche. • Zusätzliche Bleigewichte. • Halsmanschettenring (um noch nicht angepasste Latex-Halsmanschetten anzuprobieren). • Talkum für Hals- / Handgelenk-Manschetten. • Pflege- und Wartungsmaterial: Talkum, Wachs für Reissverschluss, Zahnbürste. • Reparatur- / Klebe-Kit nach Empfehlung des Herstellers. • Ersatzteil-Kit. 2. PADI Materialien. a. Verbindliche Materialien. • Instructor Manual. • Dry Suit Diver Specialty Instructor Outline – für Überweisungen und Adventures in Diving Programm Anrechnungen, und falls der Instructor diese Specialty Stufe direkt bei PADI beantragt hat. • PIC Umschläge. b. Empfohlene Materialien. • Dry Suit Diver Manual. • Dry Suit Diving DVD / Video – Taucher- und Profi-Version. • Grossformatige Demoversion des RDP – Tabelle / Wheel. • Logbuch (Adventure Log empfohlen). • Student Record File Mappe. • Dive Roster Tafel. Referenzmaterialien • Adventures in Diving Manual. • Die Enzyklopädie des Sporttauchens. Anerkennungsmaterialien • Specialty Diver Zertifikate. • Specialty Aufnäher „Dry Suit Diver“.

B. Tauchschüler 1. Ausrüstung. a. Verbindliche Ausrüstung. • Recreational Dive Planner – eRDP/Table oder Wheel. • Schreibtafel und -stift. • Komplette Instrumente einschliesslich der Möglichkeit zur Überwachung von Tiefe, Zeit und Richtung. Tauchcomputer können verwendet werden. Es wird nachdrücklich empfohlen, dass Taucher mit Computer zusätzliche Instrumente zum Messen von Zeit und Tiefe beim Tauchgang als Backup mitführen. • Taucherwerkzeug oder -messer (wenn gesetzlich erlaubt) zum Zerschneiden von Leinen und Seilen, insbesondere aus monofilem Material (einfaserige Chemiefasern, wie zum Beispiel Polyamid oder Polyester).

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 


• Trockentauchanzug mit Unterziehanzug (falls für den verwendeten Typ von Anzug erforderlich). • Trockentauchanzugzubehör, wie für die örtliche Tauchumgebung und die Tiefe angemessen – Kopfhaube, Füsslinge und Handschuhe (nass oder trocken). b. Empfohlene Ausrüstung. • Zusätzliche Bleigewichte. • Halsmanschettenring (um noch nicht angepasste Latex-Halsmanschetten anzuprobieren). • Talkum für Hals- / Handgelenk-Manschetten. • Pflege- und Wartungsmaterial: Talkum, Wachs für Reissverschluss, Zahnbürste. • Reparatur- / Klebe-Kit nach Empfehlung des Herstellers. • Ersatzteil-Kit. 2. PADI Materialien. a. Verbindliche Materialien. • keine. b. Empfohlene Materialien. • Dry Suit Diver Manual. • Dry Suit Diving DVD / Video. • Adventures in Diving Manual. • Die Enzyklopädie des Sporttauchens. • Adventure Log Specialty-Einlage.

IV.

Entwicklung der theoretischen Kenntnisse Der nachfolgende Text soll dir als Manuskript für deinen Vortrag dienen. Hinweise oder Kommentare für den Instructor sind in [eckige Klammern] gesetzt. Dieser Icon verweist während des Vortrages auf andere Unterrichtsmaterialien, einschliesslich dem PADI Dry Suit Diver Manual, dem Dry Suit Diving Video sowie andere Materialien. Hinweise bei diesem Icon enthalten Vorschläge, wie du diese Materialien als Teil deines Vortrags oder deiner Wiederholung einsetzen oder darauf verweisen kannst. Auch wenn die Tauchschüler das Video beim Selbststudium ansehen, verstärkt das nochmalige Zeigen von bestimmten Ausschnitten an den vorgeschlagenen Stellen die Lerninhalte, und es fördert das Behalten und das Verständnis.

A. Vorstellung, Kursüberblick und Begrüssung zum Kurs 1. Vorstellung. a. Staff. [Hinweis für den Instructor: Stelle dich und deine Assistenten vor.] b. Tauchschüler. [Hinweis für den Instructor: Lasse die Tauschschüler sich selbst vorstellen und erklären, warum sie sich für das Tauchen in einem Trockentauchanzug interessieren. Breche das Eis und sorge für eine entspannte Atmosphäre.] 2. Kursziele sind: a. Deine theoretischen Kenntnisse über das Tauchen im Trockentauchanzug zu entwickeln. b. Mit falschen Vorstellungen über das Tauchen im Trockentauchanzug aufzuräumen. c. Dir die Organisation, die Planung und das sichere Durchführen von Tauchgängen im Trockentauchanzug zu ermöglichen. d. Deine Fähigkeiten und Tauchfertigkeiten unter Supervision zu verbessern. e. Dich zur Teilnahme an weiteren Spezialkursen zu ermutigen.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 


3. Kursüberblick. a. Lektionen im Unterrichtsraum. [Hinweis für den Instructor: Du kannst die theoretischen Informationen auch im Rahmen des Briefings vor dem Tauchgang vermitteln, am Ufer oder auch auf einem Boot. Hältst du Lektionen im Unterrichtsraum, nenne den Tauchschülern Uhrzeit, Datum und Ort.] Es wird während dieses Kurses _____ [Anzahl] Lektionen im Unterrichtsraum geben. b. Freiwasser-Trainingstauchgänge. Es werden während dieses Kurses 2 Freiwasser-Trainingstauchgänge durchgeführt. [Hinweis für den Instructor: Nenne den Tauchschülern Uhrzeit, Datum und Ort der Tauchgänge und gib ihnen weitere logistische Informationen.] • Bei jedem der Trainingstauchgänge wirst du einfache Aufgaben zum Tauchen im Trockentauchanzug durchführen, die dich mit den Techniken des Tauchens im Trockentauchanzug vertraut machen und bei denen du Erfahrung im Gebrauch eines Trockentauchanzuges sammelst. • Jeder Trainingstauchgang erfolgt unter Supervision eines PADI Instructors (und „zertifizierter Assistenten“), wobei Spass und Vergnügen im Vordergrund stehen. c. Schwimmbadtraining (Schwimmbad bzw. begrenztes Freiwasser / „confined open water“). [Hinweis für den Instructor: Falls du Training im Schwimmbad bzw. im begrenzten Freiwasser planst, nenne den Tauchschülern Uhrzeit, Datum und Ort.] d. Beurteilung der Leistung. [Hinweis für den Instructor: Du musst sicherstellen, dass alle Leistungsanforderungen erfüllt wurden. Die Fertigkeiten beurteilst du während der Freiwasser-Trainingstauchgänge durch direkte Beobachtung. Die Beurteilung der theoretischen Kenntnisse kann durch Diskussionen mit den Tauchschülern und mündliche Fragen erfolgen. Sage deinen Tauchschülern, in welcher Form ihre Leistung in diesem Spezialkurs beurteilt wird.] 4. Brevetierung. a. Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses erhältst du das PADI Specialty Brevet „Dry Suit Diver“. b. Dieses Brevet bedeutet, dass du qualifiziert bist: • Freiwassertauchgänge in einem Trockentauchanzug zu planen, zu organisieren und durchzuführen. Die Bedingungen bei solchen Tauchgängen müssen mit denjenigen vergleichbar sein, unter denen deine Ausbildung stattgefunden hat, oder sie müssen besser sein. • Deine Master Scuba Diver Stufe zu beantragen, wenn du PADI Advanced Open Water Diver bist (oder über ein qualifizierendes Brevet einer anderen Tauchausbildungsorganisation verfügst) und PADI Rescue Diver bist (oder über ein qualifizierendes Brevet einer anderen Tauchausbildungsorganisation verfügst) und 4 weitere PADI Spezialbrevets hast (zusätzlich zum Specialty Brevet „Dry Suit Diver“). Ausserdem musst du den Nachweis von 50 geloggten Tauchgängen erbringen. 5. Kursanforderungen. a. Kosten des Kurses. [Hinweis für den Instructor: Erkläre sämtliche Kurskosten.] b. Benötigte Ausrüstung. [Hinweis für den Instructor: Erstelle eine Liste mit sämtlicher Ausrüstung, welche die Tauchschüler benötigen, und erkläre diese.] c. Materialien, die im Kurs verwendet werden. [Hinweis für den Instructor: Erstelle eine Liste mit sämtlichen Materialien, welche die Tauchschüler benötigen, und erkläre diese.] d. Anwesenheitspflicht.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 


6. Papierkram. a. Bezahlung der Kursgebühr, Kursanmeldung; PADI-Formulare: Standard-Verfahren für sicheres Tauchen – Einverständniserklärung, Erklärung zum Gesundheitszustand / Ärztliches Attest, Haftungsausschluss und Risikoübernahmeerklärung. [Hinweis für den Instructor: Die PADI Student Record File Mappe enthält all diese Formulare. Hast du bereits eine komplette Mappe eines Tauchschülers, denke daran, dass neue Kopien der Formulare ausgefüllt werden müssen. Du kannst entweder eine neue Student Record File Mappe anlegen oder einzelne Kopien verwenden, die du in die bestehende Mappe hinzufügst. Beachte hinsichtlich des Haftungsausschlusses die Sonderregelung von PADI Europe.]

B. Warum dir unter Wasser kalt wird Lernziele

Am Ende dieses Abschnitts wirst du folgendes können: • Erklären, warum dir bei der gleichen Temperatur im Wasser schneller kalt wird als an der Luft. • Acht Faktoren angeben, die beeinflussen, ob du unter Wasser frierst. • Erklären, was „Hypothermie“ ist. • Erklären, warum selbst eine leichte Hypothermie für Taucher ein ernsthaftes Problem darstellen kann. 1. Wasser und Wärme. a. Wasser ist einer der besten Wärmeleiter von allen natürlich vorkommenden Substanzen. dichter als Luft (etwa 800-mal dichter). b. Ein guter Wärmeleiter bedeutet, dass die Substanz im Vergleich zu einem schlechten Wärmeleiter eine grössere Menge Wärme absorbieren muss, um die eigene Temperatur zu erhöhen. Und ebenso muss sie im Vergleich zu einem schlechten Wärmeleiter eine grössere Menge Wärme abgeben, damit die eigene Temperatur sinkt. Wasser leitet Wärme ungefähr 25-mal schneller als Luft, weil es eine entsprechend grössere Menge an Wärme absorbiert als Luft mit der gleichen Temperatur. c. Selbst bei einer Temperatur von 27° Celsius, also in Wasser, das wir als „warm“ empfinden, verliert der ungeschützte Körper Wärme sehr schnell – schneller, als der Körper sie ersetzen kann. Sogar Temperaturen um die 34° Celsius empfinden wir schon nach kurzer Zeit als „kalt“. d. Tauchanzüge halten dich nicht wirklich warm, aber sie verlängern den Zeitraum, bis du zu frieren beginnst. Wartest du lange genug, wirst du in den meisten Fällen auch in relativ warmem Wasser auskühlen. Aber mit einem angemessenen Tauchanzug kannst du den Tauchgang beenden, bevor du so viel Wärme verlierst, dass es dir unangenehm wird. 2. Acht Faktoren beeinflussen, ob du unter Wasser frierst. a. b. c. d.

Die Wassertemperatur. Die Dauer des Aufenthalts im Wasser. Der Kälteschutz, den dir dein Tauchanzug und die darunter getragene Kleidung bietet. Die Fähigkeit des Körpers, Wärme zu produzieren. Die Muskelmasse des Körpers und der Stoffwechsel erzeugen Wärme. Menschen mit grösserer Muskelmasse frieren meist nicht so leicht, aber der gesamte Stoffwechsel und sogar, ob du hungrig bist, führen dazu, dass deine Fähigkeit schwankt, Wärme zu produzieren. e. Die Menge an Körperfett. Fetthaltige Gewebe fungieren als natürliche Isolierung und helfen dem Körper, die Wärme zu halten. f. Das Verhältnis von Körperoberfläche zu Körpermasse. Leichte / grosse Taucher kühlen schneller aus als schwere / kleine Taucher bei sonst gleichen Gegebenheiten.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 


g. Akklimatisierung. Du passt dich physisch und psychisch an die Temperatur des Wassers an, in dem du gewöhnlich tauchst. Beispiel: Taucher, die an kalte Gewässer gewöhnt sind, empfinden tropische Gewässer als warm, und es reicht ihnen ein dünnerer Tauchanzug als die Divemaster vor Ort, die an tropische Temperaturen gewöhnt sind und das Wasser als kalt empfinden. h. Aktivität. Taucher, die sich längere Zeit an einer Stelle aufhalten, frieren üblicher Weise schneller als Taucher, die sich ständig bewegen und dadurch Wärme produzieren. 3. Frieren unter Wasser. a. Kühlst du unter Wasser zu sehr aus, geht der Spass am Tauchgang verloren, aber du kannst auch in sehr kaltem Wasser das Frieren vermeiden. b. Ausser dem sich-unwohl-Fühlen kann das Frieren unter Wasser auch ein echtes Sicherheitsproblem sein. c. Unser Körper funktioniert mit einer Körperkerntemperatur von etwa 37° Celsius in einem sehr begrenzten Temperaturbereich von plus/minus 4° Celsius. Damit wir uns wohl fühlen, muss der Wärmeverlust mit der Wärmeproduktion im Körper ausgeglichen sein. Dies ist vielleicht nicht immer möglich, aber du kannst den Wärmeverlust so weit verlangsamen, dass du auch eine längere Zeitspanne nicht frierst. d. Hypothermie (Definition: verringerte Körperkerntemperatur / „Unterkühlung“). Die meisten Taucher verlassen das Wasser, bevor eine schwere Hypothermie auftritt, weil sich der Taucher im Wasser ohnehin nicht mehr wohl fühlt. e. Aber auch eine leichte Hypothermie kann gefährlich sein. 1. Anzeichen und Symptome: unkontrolliertes Zittern, Taubheitsgefühl und Blaufärbung der Haut, Müdigkeit und allgemeine Erschöpfung. Zu den Anzeichen und Symptomen einer schweren Hypothermie zählt: Aufhören des Zitterns, Benommenheit, Bewusstlosigkeit und eventuell sogar der Tod. 2. Eine fortschreitende Unterkühlung kann die Fähigkeit eines Tauchers, Entscheidungen zu treffen sowie seine Kraft und Ausdauer einschränken, was wiederum zu anderen Notfällen führen kann.

!

Hinweis für den Tauchschüler Behandle Zittern als Warnsignal. Beginnst du unkontrolliert zu zittern, beende den Tauchgang, verlasse das Wasser und wärme dich auf.

C. Trockentauchanzüge und Nasstauchanzüge Lernziele

Am Ende dieses Abschnitts wirst du folgendes können: • Die drei Haupttypen von Tauchanzügen nennen, die von Sporttauchern getragen werden. • Erklären, wodurch sich Nass- und Trockentauchanzüge in ihrer Art der Isolierung unterscheiden. • Drei Vorteile und drei Nachteile von Trockentauchanzügen im Vergleich zu Nasstauchanzügen nennen. • Sechs Faktoren aufzählen, die bei der Auswahl eines Tauchanzugs zu berücksichtigen sind. 1. Anzugtypen. a. Tropen-Overalls. 1. Leichte, einteilig Anzüge, meist aus einem dehnbaren Material wie etwa aus Lycra®. 2. Bieten eher Schutz vor Sonnenbrand und Hautabschürfungen als vor Wärmeverlust unter Wasser.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 10


3. Einige Typen bieten einen gewissen Kälteschutz unter Wasser, was für tropische Gewässer zusätzlichen Komfort bedeutet. Einen zusätzlichen Kälteschutz bieten sie jedoch, wenn sie unter einem Nasstauchanzug getragen werden, wobei sie auch Wasser an Stellen verteilen, die ansonsten vielleicht nur wenig mit Wasser in Berührung kämen und somit weniger Kälteschutz hätten. b. Nasstauchanzüge. 1. Hergestellt aus geschäumtem Neopren mit geringer Dichte. Der Neoprenschaum beinhaltet geschlossene Zellen, was bedeutet, dass die Blasen im Schaum nicht miteinander verbunden sind. Aus diesem Grund nehmen diese Blasen kein Wasser auf wie etwa Schwämme, die man zum Baden verwendet. Geschäumtes Neopren enthält eingeschlossene Stickstoff- oder Luftblasen, die beide gute Kälteisolierung bieten. 2. Steigst du ins Wasser, gelangt Wasser zwischen Anzug und Haut und wird dort eingeschlossen. Mit deiner Körperwärme erwärmst du das eingeschlossene Wasser, wobei es zu keinem weiteren Wärmeverlust kommt, weil kein Wasseraustausch mit dem dich umgebenden Wasser stattfindet. Der Neoprenschaum kann seine Isolierungswirkung entfalten und verringert den Wärmeverlust. 3. Je dicker das Neopren, umso besser isoliert der Nasstauchanzug. Ein darunter getragener Tropen-Overall bietet zusätzliche Isolierung. Eine genaue Passform ist wesentlich, weil zirkulierendes Wasser die Wärme abtransportiert und die Effektivität des Anzugs beeinträchtigt. Aus diesem Grund bieten Massanzüge die beste Isolierung. c. Trockentauchanzüge. 1. Werden aus verschiedenen wasserdichten Materialien gefertigt (mehr dazu später) und sind mit einem speziellen wasserdichten Reissverschluss ausgestattet. 2. Luft oder ein anderes Gas, das in den Trockentauchanzug eingeblasen wird, wird im Anzug eingeschlossen. a. Luft leitet Wärme wesentlich schlechter ab als Wasser. Die eingeschlossene Luft kann daher als Isolierung wirken. b. Das Gas Argon leitet im Vergleich zur Luft etwa nur halb so viel Wärme ab und isoliert daher noch besser. Aus diesem Grund verwenden einige Taucher Argon für ihren Trockentauchanzug. (Mehr dazu später.) 3. Entweder isoliert der Anzug selbst (wie ein Nasstauchanzug) oder – was gebräuchlicher ist – du trägst wärmende Unterwäsche und einen Unterziehanzug in deinem Trocki. Das eingeschlossene Gas (Luft oder Argon) wirkt zusätzlich isolierend. Die gesamte Isolierung ist daher um einiges besser, als du sie mit einem Nasstauchanzug erreichen kannst. 4. Mit einem gut passenden modernen Trockentauchanzug und bei Anwendung der angemessenen Techniken, werden die meisten Taucher bei den meisten Tauchgängen völlig trocken bleiben. Aber es bleibt eine Restfeuchtigkeit, die durch Schwitzen verursacht wird – was ganz normal ist. Bei manchen Tauchern, vor allem wenn sie dünne Arme haben, tritt es häufiger auf, dass kleine Mengen Wasser an den Handgelenken in den Anzug laufen, weil beim Bewegen der Hände die Sehnen kleine Rinnen entlang des Handgelenks bilden, die Wasser unter den Anzug leiten. Werden Trockentauchhandschuhe verwendet, wird dies vermieden. 2. Die Vor- und Nachteile von Trockentauchanzügen – ein Vergleich zwischen Trocken- und Nasstauchanzügen. a. Vorteile von Trockentauchanzügen. 1. Wird der Trockentauchanzug richtig angezogen und verwendet, ist er wärmer als ein Nasstauchanzug. Daher fühlst du dich bei gleicher Wassertemperatur länger wohl. 2. Durch die bessere Isolierung verringern Trockentauchanzüge die Wahrscheinlichkeit einer Hypothermie und verringern somit die Risiken des Tauchens in kaltem Wasser.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 11


3. Du kannst mit einem Trockentauchanzug mehr Tauchgänge in einem bestimmten Zeitraum in kaltem Wasser machen (innerhalb der anderen Grenzen für Wiederholungstauchgänge), weil du insgesamt weniger Wärme verlierst. 4. Ein Taucher, der friert, verbraucht mehr Luft als ein Taucher, dem warm ist. Tauchst du mit einem Trockentauchanzug, wird dein Luftverbrauch zum Atmen geringer sein (allerdings benötigst du mehr Luft zum Tarieren mit einem Trockentauchanzug als mit dem Jacket – mehr zur Tarierung später). 5. Die meisten Trockentauchanzüge halten dich an der Oberfläche nach einem Tauchgang besser warm. Ein Nasstauchanzug taugt zum Warmhalten an der Oberfläche wenig, sondern wirkt wegen der Verdunstung wie ein Kühlschrank (dies trifft auch auf einige Trockentauchanzüge zu). Allgemein gesagt, sollte ein Taucher mit einem Nasstauchanzug den Tauchanzug zwischen den Tauchgängen ausziehen, um sich warm zu halten, während ein Taucher mit einem Trockentauchanzug ihn am besten anbehält und ihn nur bis zur Hüfte herunterzieht. 6. Die Isolierungswirkung eines Trockentauchanzugs bleibt unabhängig von der Tiefe relativ konstant (dies gilt nicht für Trockentauchanzüge aus Neopren – mehr dazu später). Der Neoprenschaum der Nasstauchanzüge wird in der Tiefe komprimiert und verliert an Isolierung, je tiefer du tauchst. 7. Trockentauchanzüge müssen, im Gegensatz zu Nasstauchanzügen, nicht eng sitzen und passen daher mehr Menschen mit individuellen Unterschieden innerhalb einer bestimmten Grösse. Bei einem Trockentauchanzug kannst du zu- oder abnehmen, und er passt noch immer. 8. Die meisten Trockentauchanzüge können vor Ort schnell repariert werden. Nasstauchanzüge müssen für eine Reparatur meist trocken sein. 9. Mit verschiedenen Unterziehanzügen für Trockentauchanzüge kannst du die Isolierung an die jeweilige Wassertemperatur, die Art des Tauchgangs, den Grad deiner Aktivität unter Wasser usw. anpassen. 10. Taucher mit Nasstauchanzügen erleben meist beim Einstieg eine „Kaltwasserdusche“. Ein Trockentauchanzug vermeidet dies. b. Nachteile von Trockentauchanzügen. 1. Trockentauchanzüge sind in der Anschaffung teurer als qualitativ vergleichbare Nasstauchanzüge. (Aber sie haben eine lange Lebensdauer und kosten umgerechnet nicht mehr oder weniger pro Tauchgang als ein qualitativ vergleichbarer Nasstauchanzug.) 2. Trockentauchanzüge mit einem dicken Unterziehanzug sind unförmiger als Nasstauchanzüge. Das macht das Bewegen, Einstiege bei Brandung und langes Schwimmen an der Oberfläche unbequem und anstrengender, als mit einem Nasstauchanzug. Aber in Gewässern mit Temperaturen, bei denen das Tauchen im Nasstauchanzug nicht wirklich eine gute Idee ist, sind sie sehr gebräuchlich. 3. An einem heissen Tag ausserhalb des Wassers ist ein Trockentauchanzug unbequemer als ein Nasstauchanzug, weil du mehr Hitze im Anzug einschliesst. Überhitzung ist an heissen Tagen ein echtes Problem für einen voll ausgerüsteten Taucher im Trockentauchanzug. Es ist daher wichtig, dass du an einem heissen Tag den Trockentauchanzug so spät wie möglich anziehst, danach übermässige Anstrengung vermeidest und so bald wie möglich ins Wasser steigst. 4. Im Vergleich zu Tauchern im Nasstauchanzug brauchst du mit einem Trockentauchanzug üblicherweise mehr Blei für eine neutrale Tarierung unter Wasser. Dies bedeutet auch, mehr Blei zum und vom Tauchplatz zu schleppen und mit mehr Gewicht zu schwimmen. 5. Trockentauchanzüge benötigen im Vergleich zu Nasstauchanzügen mehr Pflege vor und nach einem Tauchgang. Du musst zu diesem erhöhten Pflegeaufwand bereit sein, ansonsten bist du mit einem Nasstauchanzug besser dran.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 12


6. Manschetten können, speziell am Hals, etwas unbequem sein. Mit einer Anpassung der Manschetten auf die richtige Weite kann dies weitestgehend vermieden werden. Bei längeren Oberflächenpausen kannst du bei Halsmanschetten aus Latex einen Halsring verwenden, als Druckentlastung für den Hals. 3. Sechs Faktoren, die bei der Auswahl eines Tauchanzuges (Nasstauchanzug, Trockentauchanzug mit Unterziehanzug) für einen Tauchgang zu berücksichtigen sind. a. Wassertemperatur. Dies sind die Hauptüberlegungen, betrachtet man die grossen Temperaturunterschiede der Tauchplätze weltweit. b. Deine körperlichen Eigenschaften hinsichtlich Wärme. Frierst du leicht, wirst du dich für mehr Isolierung entscheiden, und wenn du deine Körpertemperatur leichter halten kannst, wirst du nicht so viel brauchen. c. Aktivitätsgrad. Wirst du unter Wasser relativ aktiv sein, wird dir länger warm sein, als wenn du ruhig an einer Stelle bleibst oder sehr langsam schwimmst. d. Tiefe. Generell wird es mit zunehmender Tiefe kälter, wobei der Unterschied in der Tiefe umso geringer ausfällt, je kälter das Wasser an der Oberfläche ist. Genauerer Überlegung bedarf in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass Nasstauchanzüge mit zunehmender Tiefe an Isolierung verlieren, was bei den meisten Trockentauchanzügen nicht der Fall ist. e. Dauer des Tauchgangs. Planst du kurze und/oder einzelne Tauchgänge, wirst du mit weniger Isolierung auskommen, als wenn du lange Tauchgänge oder mehrere Wiederholungstauchgänge planst. Je länger du tauchst, desto mehr Körperwärme gibst du an die Umgebung ab. f. Wetter. Ist es bei mässiger Wassertemperatur warm und sonnig, wirst du dich vielleicht für einen Nasstauchanzug entscheiden, während du dich in einem Trockentauchanzug wohl fühlst, wenn es draussen kalt und windig ist, auch wenn die Wassertemperatur die selbe ist. Teilweise ist dies psychologisch begründet, teilweise liegt es auch daran, worin du dich vor und nach dem Tauchgang wohl fühlst. g. Kommt dir während eines Tauchgangs der Gedanke „Mir ist kalt“, überlege, dass dies ein Hinweis darauf sein kann, das nächste Mal einen Anzug mit mehr Isolierung zu verwenden.

D. Bauweise von Trockentauchanzügen Lernziele

Am Ende dieses Abschnitts wirst du folgendes können: • Begründen, warum, Trockentauchanzüge einen speziellen Reissverschluss benötigen. • Beschreiben, an welchen Stellen man üblicher Weise den Reissverschluss an einem Trockentauchanzug findet. • Zwei Typen von Manschetten für Trockentauchanzüge beschreiben. • Die Vorgehensweise beschreiben, wie man die Halsmanschette für eine gute Passform anpasst. • Den Carotis-Sinus-Reflex erklären und erläutern, wie man diesen vermeidet. • Zwei Ventile nennen, die alle Trockentauchanzüge haben, und erklären, wofür diese verwendet werden. • Die sechs am häufigsten verwendeten Materialien aufzählen, aus denen Trockentauchanzüge hergestellt werden. • Die Vor- und Nachteile jedes dieser Materialien nennen, aus denen Trockentauchanzüge hergestellt werden. 1. Trockentauchanzüge benötigen einen speziellen Reissverschluss, weil normale Reissverschlüsse nicht wasserdicht sind. a. Für Trockentauchanzüge wird ein spezieller, wasserdichter Reissverschluss verwendet, der ursprünglich Mitte der 1960er Jahre für Raumfahrtanzüge entwickelt wurde. Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 13


b. Der Reissverschluss ist einer der teuersten Teile des Trockentauchanzugs – eine entsprechende Pflege ist wichtig und geboten. c. Die Reissverschlüsse können sich an verschiedenen Stellen am Anzug befinden: 1. Zwischen den Schultern – dies ist eine gute Stelle, um den Anzug leicht an- und ausziehen zu können, aber man braucht eine zweite Person, um den Reissverschluss zu schliessen oder zu öffnen. 2. Von hinter der Schulter diagonal über die Brust zur gegenüberliegenden Hüfte – dies erfordert einen sehr langen Reissverschluss, aber der Taucher kann ihn dafür selbstständig ohne Hilfe öffnen und schliessen. 3. Vorne horizontal über der Brust – ungeschickter zum Anziehen, aber der Reissverschluss ist kürzer und der Taucher kann ihn alleine öffnen und schliessen. 4. Von der Mitte des Rückens durch den Schritt zur Brust – dies ist eines der ersten Designs, die das alleinige Aus- und Anziehen ermöglichen. Dies ist zwar nicht sehr gebräuchlich, aber bei einigen Tauchern immer noch populär. d. Hilfsreissverschlüsse – kurze Reissverschlüsse im Trockentauchanzug für „gewisse Bedürfnisse“, ohne dass der Taucher den Anzug ausziehen muss. 1. Für den Gebrauch unter Wasser gewöhnlich ungeeignet. 2. Vor allem für Männer geeignet, auch wenn ein paar Taucherinnen diese Möglichkeit mit extra langen Reissverschlüssen für den gleichen Zweck ausprobiert haben. 3. Es gibt Vorrichtungen aus einem Ventil und einem Schlauch, die Männern die Möglichkeit bieten, sich auch unter Wasser zu erleichtern und den Urin ans Wasser ausserhalb des Anzugs ableiten. Im Bereich des Sporttauchens ist dies jedoch normalerweise nicht erforderlich, wird aber im Bereich des technischen Tauchens oder im Berufstauchen immer üblicher. Diese Systeme beinhalten bei unsachgemässem Gebrauch die Gefahr einer Weichteilverletzung. Zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Kursausarbeitung existieren für Frauen keine vergleichbaren Systeme. 2. Manschetten für Trockentauchanzüge. a. Die meisten Trockentauchanzüge haben Manschetten an den Handgelenken und am Hals. Einige Trockentauchanzüge haben auch an den Fussgelenken Manschetten, dies ist jedoch nicht sehr gebräuchlich. b. Häufig verwendete Materialien für Manschetten. 1. Latex. a. Vorteile: 1. Weich und geschmeidig. 2. Leicht an- und auszuziehen. 3. Leicht an die persönliche Weite von Handgelenken und Hals anzupassen. 4. Leicht vom Taucher selbst auszutauschen. 5. Qualitativ hochwertiges Latex hat kein „Gedächtnis“ – es leiert nicht aus und behält die Form. Bei billigem Latex kann dies anders sein. b. Nachteile: 1. Latex hat keine Isolierungswirkung – die Manschetten können Kältepunkte am Anzug darstellen, wenn der Anzug nicht so gestaltet ist, dass über oder unter den Manschetten eine Wärmeschicht getragen wird. 2. Die Manschetten gehen leicht kaputt, wenn man nicht vorsichtig ist. 3. Eine Reparatur ist schwierig, obwohl sich kleine Löcher kleben lassen. 4. Je nach Qualität des verwendeten Latex, müssen die Manschetten im Vergleich zu Neopren häufiger durch neue ausgetauscht werden.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 14


2. Neopren (das Material für Nasstauchanzüge hat eine Nylonbeschichtung auf einer Seite) – zwei Arten: flach anliegende Manschetten und Manschetten zum Einschlagen. a. Bei den flach anliegenden Manschetten liegt die Neoprenseite mit weitem, bequemem Halt flach auf deiner Haut auf. Diese Art wird meist für Manschetten an den Handgelenken verwendet. b. Manschetten zum Einschlagen sind extra lang und haben die Nylonbeschichtung auf der Innenseite. Du ziehst die Manschette an die richtige Stelle und schlägst den äusseren Teil unter den hinteren Teil der Manschette. Damit liegt wieder die Neoprenseite auf deiner Haut. Diese Art Manschette wird meist für Halsmanschetten verwendet, aber es gibt sie auch als Manschetten an den Handgelenken. c. Vorteile: 1. Langlebiger und strapazierfähiger als Latex; die Manschetten werden daher nicht so leicht beschädigt. 2. Die Manschetten können leicht vor Ort repariert werden. 3. Eine grössere Fläche wird abgedichtet – dadurch weniger anfällig für ein Leck. 4. Diese Manschetten isolieren auch. d. Nachteile: 1. Nicht so leicht an- bzw. auszuziehen (vor allem die zum Einschlagen). 2. Können vom Taucher nicht so leicht ausgetauscht werden. 3. Die Weitenanpassung ist zeitaufwändiger. 4. Neopren dehnt sich bei häufigem Gebrauch aus, und die Manschetten verändern mit der Zeit ihre Weite. 3. Manche Trockentauchanzüge, insbesondere diejenigen, die im Verleih zum Einsatz kommen, verfügen über einen Mechanismus, der einen raschen Austausch der Manschetten an den Handgelenken ermöglicht. Dadurch kann er mehreren Tauchern passen. Dieses System ist für eigene Trockentauchanzüge jedoch nicht gebräuchlich, weil die damit verbundenen Zusatzkosten nur einen geringen Vorteil mit sich bringen. c. Lecks an Manschetten. 1. Meistens an den Handgelenken aufgrund von Vertiefungen („Kanälen“) durch Sehnen an der Handgelenk-Innenseite. Bei längerem Gebrauch dehnen sich die Manschetten etwas, und es kann sein, dass sie nicht mehr so gut abdichten. Wenn du bei einem Tauchgang viel greifen musst, oder eine Faust machen musst, schiebe deine Manschette etwas höher auf deinen Arm, um dies zu vermeiden. 2. Haare auf den Armen oder Schmutz/Sand unter den Manschetten kann zu einem Leck führen. 3. Wasser kann auch eindringen, wenn überschüssige Luft an den Manschetten entweicht (dies ist auch ein Notfallverfahren – mehr dazu später). 4. Ein Leck tritt ein bei Rissen oder Löchern in den Manschetten, vor allem bei Latexmanschetten. 5. Haare unter der Halsmanschette können dazu führen, dass Wasser eindringt und dir den Rücken hinunterläuft. d. Anpassen der Trockentauchanzug-Manschetten für richtige Passform. 1. Allgemein – kaufe deinen Trockentauchanzug mit Neoprenmanschetten, die ungefähr für deinen Hals und deine Handgelenke passen. Die Halsmanschette sollte gut sitzen, aber nicht zu eng oder unangenehm sein. Die Handgelenkmanschetten musst du nur anpassen, wenn sie sehr unbequem sind.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 15


2. Anpassen von Latex-Manschetten: Latex-Manschetten sind kegelförmig (konisch) geschnitten. Sind sie zu eng, lasse eine Person die Manschette mit beiden Händen spannen und schneide mit einer scharfen, langen Schere nicht mehr als 5 Millimeter ab. Einige Latexmanschetten haben Ringe als Markierungen, wo und wie viel du abschneiden kannst. Nachdem du die Manschette abgeschnitten Hast, ziehe den Anzug an und kontrolliere, ob die gekürzte Manschette nun in der Weite passt. Versuche, dir einen gewissen Spielraum für ein im Laufe der Zeit eventuelles Dehnen der Manschette zu lassen. Bist du unsicher, lasse die Manschette lieber etwas zu eng als zu weit – du kannst sie nach dem Tauchgang noch ein Stück kürzen, falls erforderlich, aber du musst die ganze Manschette austauschen, wenn sie zu locker sitzt und Wasser eindringt. 3. Anpassen einer Neopren-Halsmanschette: Spanne die Manschette über Nacht über ein rundes Objekt entsprechender Grösse. Auch dabei gilt: lieber etwas zu klein als zu gross, wenn du dir unsicher bist. Schneide eine Neoprenmanschette nicht ab. Hinweis für den Tauchschüler Um Fehler zu vermeiden, die einen Austausch der Manschetten erfordern, sollte die Anpassung oder das Dehnen von Manschetten von dazu qualifizierten Personen vorgenommen werden. 4. Tauche nicht mit einem Trockentauchanzug, bei dem die Halsmanschette viel zu eng sitzt. Dies kann den Carotis-Sinus-Reflex auslösen. Dabei interpretiert der Körper einen Druck auf die Halsschlagader (Carotis-Arterie) fälschlich als zu hohen Blutdruck. Als Reaktion darauf verlangsamt das Herz seine Tätigkeit und reduziert die Blutzufuhr ins Gehirn, was zu einer Ohnmacht des Tauchers führen kann. Eine Halsmanschette, die diesen Carotis-Sinus-Reflex auslösen kann, muss so eng sein, dass sie wirklich unbequem ist und sich der Taucher schon schwindlig fühlt, bevor er das Bewusstsein verliert. 3. Ventile an Trockentauchanzügen – zum Luft einlassen und Luft ablassen. a. Lufteinlassventile. 1. Ein Trockentauchanzug bildet einen luftgefüllten Hohlraum um deinen Körper. Und wie bei jedem luftgefüllten Hohlraum musst du bei einer Veränderung deiner Tiefe Druckausgleich machen. Mit dem Lufteinlassventil kannst du beim Abtauchen Luft hinzufügen, damit du neutral tariert bleibst und ein Barotrauma (Anzug-„Squeeze“) vermeidest. (Mehr über die richtige Tarierungskontrolle und Anzug-„Squeeze“ später.) 2. Das Lufteinlassventil befindet sich üblicherweise in der Mitte der Brust, kann aber je nach persönlicher Vorliebe des Tauchers auch an einer anderen Stelle montiert sein. 3. Das Ventil ist mit einem langen Schlauch an einen Mitteldruckabgang der ersten Stufe des Lungenautomaten angeschlossen, oder an eine separate kleine Flasche und einen speziellen Regler, wenn du Argon verwendest. Das Ventil funktioniert auf Knopfdruck, wobei so viel Luft bzw. Gas, wie du brauchst, in deinen Anzug strömt, ähnlich wie beim Inflator an deinem Jacket. Die Schlauchverbindung am Ventil ist mit nur wenigen Ausnahmen die gleiche wie bei deinem Inflator am Jacket. 4. Hast du deinen Trockentauchanzug nicht in Gebrauch, ziehe den Schlauch vom Ventil ab und schütze den Ventilnippel mit einer Schutzkappe, damit der Anzug beim Zusammenlegen nicht beschädigt wird. (Lege den Anzug so zusammen, dass die Ventile aussen sind.) 5. Denke daran, dass du den Schlauch nach dem Anlegen des Tauchgeräts ankoppeln und vor dem Ablegen abkoppeln musst. Dies muss auch überlegt werden, wenn man einem Taucher in einem Trockentauchanzug Hilfe leistet oder einen solchen Taucher rettet. b. Luftauslassventile. 1. Über dieses Ventil lässt du während des Aufstiegs die sich ausdehnende Luft ab, um einen unkontrollierten Aufstieg zu vermeiden.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 16


2. Das Luftauslassventil befindet sich meist am linken Oberarm oder im oberen Brustbereich, manchmal auch auf dem Unterarm. Einige Trockentauchanzüge haben zusätzliche Luftauslassventile an den Fussgelenken oder auf der Kopfhaube. 3. Damit ein Luftauslassventil richtig funktioniert, musst du dich in einer Position „Kopf oben“ befinden, damit das Luftauslassventil der höchste Punkt des Anzugs ist (der Oberkörper muss höher sein, aber du musst dich nicht notwendiger Weise senkrecht im Wasser befinden). 4. Die meisten Luftauslassventile für Trockentauchanzüge lassen sich so einstellen, dass sie Luft automatisch ablassen. Indem du den äusseren Teil des Ventils drehst, stellst du das Ventil auf einen höheren oder niedrigeren Druck ein, bei dem es sich öffnet und damit mehr oder weniger Luft im Anzug hält, je nachdem, was du für deine Tarierung brauchst. Beim Auftauchen übersteigt dann der Druck der sich ausdehnenden Luft im Anzuginnern die Voreinstellung des Ventils, das Ventil öffnet sich und lässt die Luft entweichen (vorausgesetzt, das Ventil befindet sich am höchsten Punkt). 5. Indem du auf das Luftauslassventil drückst, kannst du auch manuell Luft aus dem Anzug ablassen. Manche billigere Trockentauchanzüge haben Luftauslassventile, die ausschliesslich manuell betätigt werden können. 4. Materialien zur Herstellung von Trockentauchanzügen. a. Geschäumtes Neopren. 1. Gleiches Material wie für Nasstauchanzüge, der Anzug ist aber so gefertigt, dass du trocken bleibst. 2. Das Neopren bietet schon selbst eine gute Isolierung (wie ein Nasstauchanzug), daher ist ein wärmender Unterziehanzug nur selten oder gar nicht erforderlich. 3. Vorteile: a. Für flache Tauchgänge brauchst du keinen zusätzlichen Unterziehanzug, für tiefere Tauchgänge eventuell schon. b. Das Material ist dehnbar und gibt nach. Diese Art ist daher einer der bequemsten Trockentauchanzüge. 4. Nachteile: a. Der Anzug hat im Vergleich zu anderen Trockentauchanzügen sehr grossen Auftrieb. b. Wie bei einem Nasstauchanzug wird das Material mit zunehmender Tiefe zusammengedrückt und verliert dadurch an Isolierungswirkung und Auftrieb. c. Wie ein Nasstauchanzug verliert auch hier das Material im Laufe der Zeit an Dicke, und die Isolierungswirkung wird dadurch geringer. d. Es ist schwierig, den Anzug vor Ort zu reparieren. e. Der Anzug trocknet relativ langsam (ähnlich wie ein Nasstauchanzug) und es entsteht Verdunstungskälte, wenn er nach dem Tauchgang nass anbehalten wird. b. Beschichtetes Gewebe. 1. Üblicherweise aus Nylon mit einer wasserdichten Beschichtung auf der Rückseite (wie zum Beispiel Urethan oder Polyurethan). 2. Vorteile: a. Viele Anzüge aus diesem Material sind kostengünstig, aber einige der neueren, qualitativ hochwertigen Materialien kosten auch mehr. b. Geringes Gewicht. c. Trocknet schnell. Dies hat Vorteile auf Reisen und zum Verstauen, und der Anzug kann vor Ort repariert werden. d. Das Material selbst hat weder positiven noch negativen Auftrieb. 3. Nachteile: a. Das Material dehnt sich nicht und gibt nicht nach. Der Anzug muss daher locker passen, wodurch ein grösserer Wasserwiderstand beim Schwimmen entsteht. Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 17


b. Das Material hat keine eigene Isolierung. c. Bei kostengünstigen Varianten kann sich mit der Zeit die wasserdichte Beschichtung vom Nylon lösen. Passiert dies, ist der Anzug nicht mehr wasserdicht und kann auch nicht wirklich repariert werden. c. Crushed Neopren. 1. Das Neopren wird zermahlen und unter Druck verdichtet. Dadurch hat es kaum eigenen positiven Auftrieb mehr und bietet nur wenig Isolierung. 2. Vorteile: a. Eines der widerstandsfähigsten Materialien. Es ist resistent gegen Abnutzung, Risse und punktuelle Beschädigungen. Deshalb ist es bei Wracktauchern sehr beliebt. b. Bietet eine gewisse Isolierung (die in der Tiefe nicht weniger wird) und ist daher etwas wärmer als andere Trockentauchanzüge mit dem gleichen Unterziehanzug, auch wenn dies nur wenig ausmacht. c. Das Material dehnt sich in alle 4 Richtungen. Der Anzug kann daher körpernah und bequem geschnitten sein. Der Anzug kann bequem für mehrere Stunden getragen werden. d. Sehr strapazierfähig – diese Anzüge können auch bei häufigem Gebrauch über 10 Jahre halten, bei angemessener Pflege für geschätzte 1.500 bis 2.000 Tauchgänge. e. Leicht zu reparieren. 3. Nachteile: a. Trocknet langsam – erzeugt Verdunstungskälte, wenn er nach dem Tauchgang nass anbehalten wird. b. Auch wenn er leicht zu reparieren ist, muss die beschädigte Stelle zur Reparatur trocken sein. c. Gewicht – Obwohl er leicht positiven Auftrieb hat, ist er schwerer als die meisten anderen Trockentauchanzüge, vor allem wenn der Anzug nass ist. d. Hohe Anfangsinvestition – eine der teuersten Anzugarten, aber wenn man die Kosten pro Tauchgang umrechnet, ist er aufgrund seiner langen Lebensdauer wieder kostengünstiger. d. Vulkanisierter Gummi. 1. Wird aus synthetischem oder natürlichem Gummi hergestellt und hat keinen eigenen Auftrieb. 2. Vorteile: a. Sehr widerstandsfähiger Anzug – ist daher bei Berufstauchern sehr verbreitet. Unempfindlich gegen Abrieb und punktuellen Schäden. b. Das Wasser läuft einfach ab – es bildet sich keine Verdunstungskälte, und der Anzug ist für den Transport, das Verstauen oder für Reparaturen vor Ort sofort trocken. 3. Nachteile: a. Grosses Gewicht – ist der schwerste aller Trockentauchanzüge. b. Das Material dehnt sich zwar ein wenig, aber nicht so gut wie geschäumtes oder Crushed Neopren. c. Hohe Anfangsinvestition, aber wenn man die Kosten pro Tauchgang umrechnet, ist er aufgrund seiner langen Lebensdauer wieder kostengünstiger. e. Trilaminat. 1. Hergestellt aus einem Material, das ursprünglich beim Militär für Schutzanzüge in der Kriegsführung mit Gasen oder biologischen Waffen entwickelt wurde – besteht aus zwei Schichten aus dicht gewebtem Nylon mit einer dünnen Butyl-Gummischicht dazwischen (dem gleichen Material, das für Autoreifen verwendet wird). Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 18


2. Vorteile: a. Sehr widerstandsfähig. b. Der Anzug trocknet für den Transport, das Verstauen oder Reparaturen vor Ort ziemlich rasch, und es bildet sich nur geringe Verdunstungskälte. c. Das Material selbst hat kaum eigenen positiven oder negativen Auftrieb. d. Passt sich gut an die Körperform an – erzeugt durch Stromlinienform wenig Wasserwiderstand beim Schwimmen. e. Geringes Gewicht und braucht wenig Platz auf Reisen, beim Verstauen, usw. 3. Nachteile: a. Keinerlei eigene Isolierungswirkung. b. Nicht so langlebig wie Crushed Neopren. c. Nicht dehnbar – der Anzug muss daher lockerer sitzen, um eine entsprechende Bewegungsfreiheit zu haben. f. Materialverbund. 1. Ein neuer Trend ist, einen Trockentauchanzug nicht nur aus einem Material herzustellen, sondern aus mehreren, und die Vorteile von allen zu höchster Qualität zu vereinen. 2. Zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Kursausarbeitung ist folgender Materialverbund am gebräuchlichsten: Von der Taille abwärts Crushed Neopren und von der Taille aufwärts Trilaminat. Dadurch hat man das strapazierfähige, dehnbare Crushed Neopren im stark beanspruchten und viel bewegten Bereich der Beine, und das leichtere, schneller trocknende Trilaminat am Oberkörper. 5. Zusätzliche Überlegungen zur Ausstattung von Trockentauchanzügen. a. Kopfhauben. 1. Kopfhauben können am Anzug befestigt sein, und der Kopf kann aufgrund der Kopfhaubenart trocken bleiben, oder auch nicht (in beiden Fällen haben sie eine Halsmanschette). Sie können aus Latex oder aus Neopren sein. Kopfhauben, die den Kopf trocken halten, sind aus Latex und erfordern eine Unterziehhaube für die Isolierung. Neoprenkopfhauben sind meist nasse Kopfhauben. Latexkopfhauben sind sehr empfindlich. Eine am Anzug befestigte Kopfhaube macht das Anziehen des Trockentauchanzugs etwas schwieriger, ist aber meist wärmer. 2. Nicht am Anzug befestigte Kopfhauben sind meist Kopfhauben für Nasstauchanzüge aus Neopren. Am gebräuchlichsten sind kurze Nasstauch-Kopfhauben ohne Kaltwasser-Latz, vor allem, wenn du am Trockentauchanzug eine Neopren-Halsmanschette hast. Bei einigen Trockentauchanzügen mit Latex-Halsmanschette verwendet man einen Kaltwasser-Latz mit einem warmen Kragen, der den Latz an Ort und Stelle hält, damit im Bereich der Halsmanschette eine Isolierungsschicht vorhanden ist. b. Füsslinge – Moderne Trockentauchanzüge haben integrierte Füsslinge. Da Füsslinge an Trockentauchanzügen oft grösser sind als normale Tauchfüsslinge, brauchst du zum Trockentauchen eventuell grössere Flossen. Es gibt 3 Standard-Typen von Füsslingen zum Trockentauchen: 1. Füsslinge mit weicher Sohle oder Socken. Da sie üblicher Weise aus Latex sind, können sie leicht beschädigt werden und du musst zusätzlich Nasstauchfüsslinge darüber tragen, zum Schutz und zur Isolierung. Solche Füsslinge finden sich meist an älteren, billigeren Trockentauchanzügen aus beschichtetem Gewebe, und nur selten an modernen Trockentauchanzügen. 2. Füsslinge mit fester Sohle. Robust, langlebig und warm, kann es entweder ein Standardschaft mit vorgeformter Sohle oder ein komplett vorgeformter Schuh (nicht nur die Sohle) sein. Diese Art gibt es von sehr leichten bis zu schweren, robusten Varianten. 3. Füsslinge aus Crushed Neopren. Dies ist die neueste Entwicklung für Taucher, die oft über unebenes, scharfkantiges Terrain gehen müssen. Sie sind sehr haltbar und bieten sehr guten Halt für die Fussgelenke. Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 19


c. Handschuhe – Ausser Nasstauch-Handschuhen gibt es Trockentauch-Handschuhe, die über eine spezielle Befestigung am Handgelenk mit dem Anzug verbunden werden, so dass auch die Hände trocken sind. Bei Nasstauch-Handschuhen sind solche zu bevorzugen, die gut über die Manschetten am Handgelenk reichen, damit es dort keine ungeschützten Bereiche gibt (damit wird auch vermieden, dass es unter den Latexmanschetten sehr kalt wird). In sehr kaltem Wasser kannst du auch 3-Finger NasstauchHandschuhe verwenden, auch wenn du damit etwas an Geschicklichkeit einbüsst. In Wasser über 12° Celsius verwenden einige Taucher normale Nasstauchhandschuhe mit abgeschnittenen Fingerspitzen, um mehr Gefühl in den Fingern zu haben (dadurch verliert der Handschuh aber einiges an Schutz und Isolierung). d. Knieschützer – Standardausrüstung bei den meisten Trockentauchanzügen. Ellbogenschützer und Schutz für das Hinterteil werden oft als Optionen angeboten. Dies sind wichtige Ausstattungsmerkmale für die meisten Tauchgänge. Du kannst auch besonders grosse oder feste Knieschützer bekommen, wenn du aus irgend welchen Gründen besonders oft kniest. e. Taschen – Optional und meist im Hüft- oder Oberschenkelbereich angebracht. Taschen, in denen du dein Tauchermesser oder -werkzeug aufbewahrst, sind ebenfalls hilfreich. f. Hosenträger – Halten den Trockentauchanzug gut am Körper und verhindern ein Hinunterrutschen auf die Taille. Nebenbei haben sie den Vorteil, dass du zwischen den Tauchgängen aus dem Oberteil schlüpfen kannst, ohne dass dir der Anzug bis zu den Füssen herunterrutscht. g. Teleskop-Oberteil – Ist Bestandteil von Trockentauchanzügen, die man alleine an- und ausziehen kann, und bietet beim An- und Ausziehen zusätzliche Länge. Ist der Anzug angezogen, überlappt der Anzug im Rumpfbereich und nimmt so diese zusätzliche Länge auf. 1. Bietet eine gewisse Einstellungsmöglichkeit für verschiedene Körpergrössen. 2. Hilft beim Anziehen ohne Hilfe. 3. Bietet grosse Bewegungsfreiheit, indem sich das Material wie eine Ziehharmonika zusammenfaltet oder ausbreitet, wenn der Taucher die Arme beugt oder ausstreckt, ohne den Anzug dabei sehr unförmig zu machen, wenn er aus einem nicht-dehnbaren Material wie Trilaminat hergestellt ist.

E. Unterziehanzüge Lernziele

Am Ende dieses Abschnitts wirst du folgendes können: • Erklären, wie Unterziehanzüge Taucher in Trockentauchanzügen warm halten. • Sechs Überlegungen zur Auswahl von Unterziehanzügen nennen. 1. Wie Unterziehanzüge Taucher in Trockentauchanzügen warm halten. a. Unter Wasser schliesst der Unterziehanzug das Gas (Luft oder Argon) ein. Da das Gas eine schlechte Wärmeleitfähigkeit hat, verringert der Unterziehanzug die Geschwindigkeit, mit der das Wasser ausserhalb des Anzugs die Körperwärme ableitet. Darüber hinaus bestehen Unterziehanzüge meist aus Materialien, welche die Isolierungswirkung des Gases selbst erhöhen, je nachdem, in welcher Form sie das Gas am Körper einschliessen. b. Über Wasser isoliert die im Unterziehanzug eingeschlossene Luft auch ohne Trockentauchanzug, weil der Unterziehanzug eine sofortige Ableitung der Körperwärme an die umgebende kalte Luft verhindert.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 20


2. Typen von Unterziehanzügen für Trockentauchanzüge. a. Heute gibt es eine Vielzahl an Typen von Unterziehanzügen aus verschiedenen Materialien. Alle davon haben ihre speziellen Vor- und Nachteile, die bei der Auswahl zu überlegen sind. Dein PADI Dive Center oder Resort kann dir dabei helfen, den für dich am besten geeigneten Unterziehanzug zu finden. b. Überlegungen: 1. Preis. Allgemein gesagt kannst du umso mehr Isolierungsfähigkeit, Haltbarkeit und sonstige Ausstattungsmerkmale erwarten, je mehr du bereit bist dafür auszugeben. 2. Dicke / Isolierungsfähigkeit. Wähle deinen Unterziehanzug auf der Grundlage der Wassertemperaturen, in denen du voraussichtlich mit deinem Trockentauchanzug tauchen wirst, sowie deines wahrscheinlichen Aktivitätsgrads bei deinen Tauchgängen aus. 3. Isolierungsverhalten bei Nässe. Einige Materialien, wie etwa Thinsulate®, bieten auch dann noch eine merkbare Isolierung, wenn sie nass sind – dies ist ein wichtiger Punkt, wenn du Tauchgänge machst, bei denen sich dein Ausstieg verzögert, auch wenn dein Anzug leckt. 4. Pflege. Du pflegst manche Unterziehanzüge wie jede andere Kleidung, während andere eine besondere Pflege erfordern. 5. Masse. Einige Materialien isolieren gut und sind nicht sehr massig. Andere sind für die gleiche Isolierung sehr massig. 6. Passform. Der Unterziehanzug sollte bequem passen und eine gute Bewegungsfreiheit bieten. c. Gebräuchliche Typen von Unterziehanzügen, von denen du vielleicht schon gehört hast, sind (aber nicht beschränkt auf): 1. Flormaterial (manchmal auch als „Polarbär“ bezeichnet). 2. „Faserpelz“ – sieht wie Pelz / Fell aus und fühlt sich auch so an. 3. Offenzellig-geschäumtes Material – Synthetisch geschäumtes Gummimaterial. 4. Thinsulate® – ein spezielles, synthetisch hergestelltes Material der Firma 3M, das auch dann gut isoliert, wenn es nass geworden ist. 3. Abhängig von der Wassertemperatur kann es angebracht sein, zusätzliche Schichten zur Isolierung am Körper zu tragen. a. Achte darauf, dass alles, was du unter deinem Unterziehanzug trägst, atmungsaktive Eigenschaften hat und Feuchtigkeit von deinem Körper abtransportiert. b. Trägst du falsche Materialien direkt auf deinem Körper (wie zum Beispiel ein Baumwoll T-Shirt oder Sweat-Shirt), wirst du schneller frieren, weil Feuchtigkeit auf deiner Haut bleibt. c. In einem Trocki hast du mehr Spielraum, zusätzliche Schichten (bis zu drei insgesamt) über deinem Unterziehanzug zu tragen, als darunter. Hinweis für den Instructor Nimm dir an dieser Stelle ein paar Minuten Zeit, um deinen Tauchschülern Empfehlungen für einen Trockentauchanzug und einen Unterziehanzug auf Grundlage ihrer persönlichen Bedürfnisse zu geben – welche Art Tauchgänge sie machen wollen, örtliche Wassertemperatur, Tauchgangsdauer, Kosten, usw.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 21


F. Jackets, Gewichtssysteme und Argon-Inflatorsysteme Lernziele

Am Ende dieses Abschnitts wirst du folgendes können: • Erklären, warum du auch beim Tauchen im Trockentauchanzug immer ein Jacket verwendest. • Erklären, warum du beim Tauchen im Trockentauchanzug oft mehr Blei benötigst, als beim Tauchen im Nasstauchanzug. • Drei Möglichkeiten beschreiben, wie du beim Tauchen im Trockentauchanzug die Bleigewichte gleichmässig an deinem Körper verteilen kannst. • Erklären, was man unter einem Argon-Inflatorsystem versteht und dessen Vor- und Nachteile nennen. 1. Jackets für den Gebrauch mit Trockentauchanzügen – unter den allermeisten Umständen wirst du unter Wasser deine Tarierung mit deinem Trocki aufrecht erhalten (mehr dazu später). Trotzdem verwendest du auch beim Tauchen im Trockentauchanzug immer ein Jacket. a. Das Jacket bietet in einem Notfall Auftrieb, wenn dein Trockentauchanzug ein grosses Leck hat. b. An der Oberfläche kannst du mit Luft im Jacket bequemer treiben als mit Luft im Trockentauchanzug. c. Wähle ein Jacket in einer Grösse, dass es über den Trockentauchanzug passt – klappt das mit deinem Jacket für das Nasstauchen, wirst du es wahrscheinlich anders einstellen müssen. Achte darauf, dass die Ventile des Trockentauchanzugs nicht verdeckt oder die Bedienbarkeit beeinträchtigt wird. 2. Das Tauchen im Trockentauchanzug erfordert oft mehr Blei für eine neutrale Tarierung als mit einem Nasstauchanzug, weil du mit einer grösseren Menge Luft tauchst, die dich umgibt. a. Die Menge an zusätzlichem Blei, die du benötigst, hängt vom Typ des Anzuges und vom Typ und der Dicke des Unterziehanzuges ab. b. Es kann sein, dass du nur wenig mehr Blei brauchst, es kann sich aber auch um eine grössere Menge handeln. 3. Du kannst die Bleigewichte so verteilen, dass du nicht das ganze Gewicht in einem einzigen, unbequemen Bleigurt trägst. a. Trage Zusatzgewichte, damit du auch etwas Gewicht an anderen Stellen an deinem Körper hast, wie zum Beispiel Fussgelenksgewichte, vorausgesetzt sie beeinträchtigen deine Schwimmlage nicht nachteilig. b. Wähle kleinere Gewichtsstücke, Rundgewichte oder mit Bleischrot gefüllte Gurte, um das Gewicht gleichmässig über den gesamten Gurt zu verteilen, anstelle von einem oder zwei grossen Bleistücken. c. Teile das Gesamtgewicht auf zwei Gewichtssysteme auf. Verwende zum Beispiel einen Bleigurt und ein ins Jacket integrierte Gewichtssystem, oder ein ins Jacket integrierte Gewichtssystem und einen Hosenträgergurt. Ein Hosenträgergurt verhindert auch, dass dein Jacket mit einem integrierten Gewichtssystem zu schwer zu Handhaben wird. d. Denke daran, dass es in einem Notfall nicht erforderlich ist, alle Gewichte abzuwerfen – es genügt so viel, dass du positiven Auftrieb sicherstellst. Verwendest du zwei Gewichtssysteme, hat dies den Vorteil, dass du nur einen Teil des Gewichts abwirfst und somit das Risiko eines unkontrollierten Aufstiegs mit zu viel Auftrieb verringerst. 4. Argon-Inflatorsysteme für Trockentauchanzüge – Argon leitet nur etwa die Hälfte der Wärme ab wie Luft. Einige Taucher verwenden daher Argon in ihren Trockentauchanzügen, um eine bessere Isolierung mit dem gleichen Unterziehanzug zu erzielen.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 22


Weise die Tauchschüler auf die Informationen zum Thema Argon in PADIs Enzyklopädie des Sporttauchens hin (englische Ausgabe, 2. Auflage). Verweise sie ausserdem auf andere Themen in der Enzyklopädie des Sporttauchens, die mit dem Tauchen im Trockentauchanzug in Zusammenhang stehen, wie die Wärmeleitfähigkeit des Wassers, die physiologischen Reaktionen auf Hitze und Kälte, Hypothermie und Hyperthermie sowie den Carotis-Sinus Reflex.

!

a. Argon-Systeme bestehen aus einer kleinen Flasche (die normalerweise mit dem Ventil nach unten auf der linken Seite deiner Hauptflasche mit einer Halterung für „Pony“-Flaschen befestigt wird) und einem speziellen Regler, von dem ein Inflatorschlauch zum Einlassventil deines Trockentauchanzugs führt. b. Argon-Systeme haben keine zweite Stufe oder ein Mundstück, damit nicht jemand versehentlich daraus atmet. Markierungen auf der Flasche machen darauf aufmerksam, dass es sich beim Inhalt nicht um Luft handelt. Weil es keine zweite Stufe gibt, muss der Regler ein Überdruckventil haben, damit im Falle eines Druckanstiegs der Schlauch nicht platzt. c. Es wird empfohlen, dass du zusätzlich einen Inflatorschlauch an der ersten Stufe deines Lungenautomaten anschliesst, den du an deinem Trocki ankoppeln kannst, wenn du versehentlich bei einem Tauchgang dein gesamtes Argon verbrauchst. d. Vorteile: 1. Wesentlich bessere Isolierung ohne dickeren Unterziehanzug. 2. Das Gas, das du zum Tarieren brauchst, verringert deinen Vorrat an Atemgas nicht (dies ist jedoch nur ein kleiner Vorteil). e. Nachteile: 1. Kosten des zusätzlichen Systems und die Kosten für das Argon. 2. Du hast mit dem extra System zusätzliche Ausrüstung, und du musst dir Argonfüllungen beschaffen. Du bekommst Argon zwar in einigen Tauchgeschäften, aber nicht in allen. Manchmal bieten auch Firmen, die Schweissarbeiten durchführen, oder Gaslieferanten Argon an. 3. Du musst Vorsichtsmassnahmen ergreifen, damit niemand versehentlich versucht, aus der Argonflasche zu atmen – dies stellt zwar kein grosses Problem dar, weil die Flasche viel kleiner ist und keine zweite Stufe angeschlossen ist, muss aber doch beachtet werden. Argon ist zwar nicht giftig, aber das Gas enthält auch keinen Sauerstoff. 4. Zu der manchmal gestellten Frage, ob das Argon irgendwelche Auswirkungen auf die Dekompression hat, ist zu sagen, dass dies noch nicht genau untersucht wurde. Von theoretischer Seite gibt es keine besonderen Gründe zur Besorgnis, und es gibt zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Kursausarbeitung keine Berichte über DCS-Vorfälle wegen Argon. Was es gibt, sind einige Erzählungen von Tauchern über Hautreizungen, wobei aber nicht klar ist, ob diese durch das Argon hervorgerufen wurden oder nicht. Wenn du dich dafür entscheidest, Argon zu verwenden, musst du jedenfalls das Risiko auf dich nehmen, dass diese Zusammenhänge noch nicht genau untersucht wurden und ein unbekanntes Dekompressionsrisiko oder andere Gefahren bestehen können.

Hinweis für den Tauchschüler In verschiedenen Gegenden kann es gesetzliche Bestimmungen oder Standards der Praxis zu Ventilen und Reglern geben, die mit Argon oder anderen Gasen verwendet werden. Beachte örtliche Bestimmungen / Standards der Praxis, wenn es solche gibt.

Hast du kein Argon-System als Lernhilfe, zeige den Tauchschülern das Foto im PADI Dry Suit Diver Manual (englische Version), um ihnen ein zusammengebautes typisches Argon-System zu zeigen.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 23


f. Sobald du das Argon-System zusammengebaut und an deinen Anzug angeschlossen hast, gibt es keine Unterschiede mehr bei den Techniken zur Tarierungskontrolle, beim Gas ein- oder ablassen usw., ob du nun Argon oder Luft verwendest. Um die höchste Effektivität zu erzielen, befüllen und entlüften Taucher, die Argon verwenden, ihren Anzug ein- oder zweimal an der Oberfläche, damit die Luft aus dem Anzug entweicht und durch Argon ersetzt wird.

G. Das Tauchen im Trockentauchanzug Lernziele

Am Ende dieses Abschnitts wirst du folgendes können: • Erklären, wie du deinen Trockentauchanzug an- und ausziehst. • Erklären, wie du nach dem Anziehen überschüssige Luft aus deinem Trockentauchanzug presst. • Die empfohlene Technik für das Herstellen und Aufrechterhalten von positivem Auftrieb an der Oberfläche beim Tauchen im Trockentauchanzug beschreiben. • Erklären, wie du die angemessene Bleimenge für das Tauchen im Trockentauchanzug festlegst. • Die empfohlene Technik für das Aufrechterhalten neutraler Tarierung unter Wasser beim Tauchen im Trockentauchanzug beschreiben. • Die empfohlene Methode für das Hinzufügen von Luft (oder Argon) in den Trockentauchanzug unter Wasser beschreiben. • Die empfohlene Methode für das Ablassen von Luft (oder Argon) aus dem Trockentauchanzug unter Wasser beschreiben.

Zeige nach diesem Abschnitt den Teil „Diving a Dry Suit“ im PADI Dry Suit Diving Video (englische Version). Das Zeigen der Fertigkeiten im Video verstärkt deine Ausführungen.

1. Das Anziehen deines Trockentauchanzugs. a. Warte damit bis zum letztmöglichen Moment. b. Lege Uhr, Schmuck o.ä. ab und ziehe deinen Unterziehanzug an. c. Die Methode des Anziehens selbst hängt vom Typ und Schnitt des Trockentauchanzugs ab. [Hinweis für den Instructor: Demonstriere / Beschreibe die Technik für die Anzugtypen, welche die Tauchschüler im Kurs verwenden werden.] d. Ziehe die Manschetten langsam und vorsichtig an. Du kannst Talkum-Puder (oder ein anderes vom Hersteller empfohlenes Mittel – siehe die Gebrauchsanweisung des Herstellers) verwenden, um die Manschetten geschmeidig zu machen. Kontrolliere, dass die Manschetten flach anliegen und sich keine Haare o.ä. unter ihnen befinden. [Hinweis für den Instructor: Demonstriere das Anziehen mit verschiedenen Arten von Manschetten.] e. Schliesse eventuell vorhandene Fussgelenkschlaufen, die dazu dienen, die Luft- bzw. Gasmenge in den Füssen zu beschränken. Achte beim Gehen in deinem Traocki darauf, dass du mir den Füssen in den Füsslingen bleibst. f. Schliesse zum Schluss den Reissverschluss – hole dir dazu falls erforderlich Hilfe. Halte den Reissverschluss so, dass er keine starken Knicke hat und beide Seiten flach liegen. Ziehe dann den Reissverschluss langsam und mit Gefühl zu – wende niemals Gewalt an. Kontrolliere, dass er wirklich ganz zugezogen ist.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 24


g. Presse, bevor du ins Wasser gehst, überschüssige Luft aus deinem Trockentauchanzug, damit du zu Beginn des Tauchgangs nicht viel zu grossen positiven Auftrieb hast. Nachdem du den Anzug angezogen und den Reissverschluss geschlossen hast, greife unter die Halsmanschette und halte sie offen, während du gleichzeitig in die Hocke gehst und eine Kugelhaltung einnimmst. Dadurch wird die Luft hinausgedrückt. Bringe die Halsmanschette in die richtige Position und stehe wieder auf. [Hinweis für den Instructor: Weise die Tauchschüler darauf hin, dass sie das Anziehen und das Herauspressen der Luft aus dem Anzug bei den Freiwasser-Trainingstauchgängen üben werden.] Diese Technik wendest du auch wiederholt an, wenn du die Luft im Anzug durch Argon ersetzen willst. h. Nun bist du bereit, die restliche Ausrüstung anzulegen, so wie du es normalerweise auch machst. Denke daran, den Inflatorschlauch an den Trockentauchanzug anzuschliessen und die Verbindung sowie die Funktionstüchtigkeit des Einlass- und des Auslassventils in den Sicherheitscheck vor dem Tauchgang einzubeziehen. i. Das Ausziehen des Anzugs erfolgt in genau den gleichen Schritten, nur in umgekehrter Reihenfolge. Machst du kurz danach einen weiteren Tauchgang, wirst du es vielleicht besser finden, den Trockentauchanzug angezogen zu lassen und nur aus dem Oberteil zu schlüpfen. 2. Positiver Auftrieb an der Oberfläche. a. Beim Ausruhen oder Schwimmen an der Oberfläche verwendest du dein Jacket, um positiven Auftrieb herzustellen. b. So viel Luft (bzw. Argon) in deinen Trockentauchanzug einzulassen, dass du an der Oberfläche genügend Auftrieb erhältst, wäre überaus unbequem, weil sich die Luft im Schulterbereich sammelt und sich der Trockentauchanzug dort wie ein Ballon aufbläst. Dies wiederum erzeugt Druck auf deinen Hals und drückt dich richtig in den Anzug hinein. Ausserdem kann dadurch die Bewegungsfreiheit deiner Arme eingeschränkt werden und es gelangt unnötiger Zug auf die Nähte des Anzugs und auf den Reissverschluss. 3. Die Bestimmung der angemessenen Gewichtsmenge beim Tragen eines Trockentauchanzugs. [Hinweis für den Instructor: Weise die Tauchschüler darauf hin, dass sie dies beim Tauchgang im Schwimmbad / begrenzten Freiwasser und bei den Freiwasser-Trainingstauchgängen üben werden.] a. Beginne mit deiner kompletten Tauchausrüstung und dem Unterziehanzug, die du bei den Tauchgängen tragen willst. b. Steige ins Wasser und lasse sämtliche Luft aus deinem Jacket und deinem Trockentauchanzug. Das automatische Luftauslassventil deines Trockentauchanzugs sollte voll aufgedreht sein. c. Füge nun in kleinen Mengen Blei deinem/n Gewichtssystem/en hinzu, bis du an der Oberfläche neutral tariert bist. Dies bedeutet, dass du auf Augenhöhe an der Wasseroberfläche schwebst, wenn du eingeatmet hast und einen normalen Atemzug anhältst, und dass du zu sinken beginnst, wenn du ausatmest. Notiere dir diese Gewichtsmenge in deinem Logbuch, damit du künftig darauf zurückgreifen kannst. d. Wechselst du vom Süss- ins Salzwasser oder umgekehrt, musst du Gewicht hinzufügen oder wegnehmen, am besten durch Wiederholen dieses Verfahrens. e. Bestimmst du die Gewichtsmenge mit einer vollen Flasche, musst du den zusätzlichen Auftrieb durch deinen Luftverbrauch berücksichtigen. Du solltest z.B. bei einer 10 Liter Aluflasche mit etwa 2 kg mehr Blei rechnen. [Hinweis für den Instructor: Verweise die Tauchschüler auf die Tabelle zum Auftrieb von Tauchflaschen in der Enzyklopädie.] Hinweis für den Tauchschüler Dieses zusätzliche Gewicht gleicht deinen Luftverbrauch aus. Ohne diese Korrektur kann es schwierig werden, dass du deine Tarierung in flachem Wasser am Ende des Tauchgangs kontrollieren und einen Sicherheits-Stop durchführen kannst. Halte auch beim Tauchen in deinem Trocki immer neutrale Tarierung aufrecht. Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 25


f. Vermeide ein Überbleien. Bist du überbleit, musst du zu viel Luft bzw. Argon im Anzug belassen. Dies kann unbequem sein und Tarierungsprobleme mit sich bringen (mehr dazu später). Taucher, die eine angemessene Bleimenge mit sich führen, werden meist feststellen, dass alleine das Anpassen ihres Anzugs, damit er kein Barotrauma (Anzug„Squeeze“) verursacht, ausreicht, um gleichzeitig neutrale Tarierung aufrecht zu erhalten. Hinweis für den Tauchschüler Überbleien ist die Hauptursachen für Probleme beim Tauchen im Trockentauchanzug. Nimm dir die Zeit, deine Bleimenge zu bestimmen, die du brauchst. g. Verwendest du als eines deiner Gewichtssysteme einen Bleigurt, wirst du vielleicht die Art des Taschenbleigurts als besonders komfortabel empfinden, weil du damit leicht Bleigewichte hinzufügen und entfernen kannst. 4. Anpassen der Tarierung unter Wasser. a. Unter Wasser fügst du nur deinem Trockentauchanzug Luft bzw. Argon hinzu – dein Jacket verwendest du unter Wasser nicht. 1. Dies vermeidet einen Anzug-„Squeeze“ (ein unangenehmes Zwicken beim Abstieg aufgrund des zunehmenden Drucks). 2. Du musst auf diese Weise nicht zwei Systeme bedienen und bei Tiefenwechsel nicht zwei Systemen Luft bzw. Gas hinzufügen oder ablassen. 3. Dadurch bleibt immer eine ausreichende Menge Luft bzw. Argon im Trockentauchanzug, damit der Unterziehanzug gut isolieren kann. b. Halte beim Abtauchen deine linke Schulter nach unten, damit nicht beim Auslassventil Luft austritt. Blase dabei über den Inflator Luft in den Anzug, um den zunehmenden Wasserdruck zu kompensieren. Dadurch hältst du beim Abstieg eine neutrale Tarierung aufrecht und vermeidest einen Anzug-„Squeeze“. Am Grund angekommen solltest du, vorausgesetzt du hast die richtige Bleimenge gewählt, nur noch eine kleine Anpassung an deinem automatischen Auslassventil vornehmen müssen, damit die richtige Gasmenge in deinem Anzug bleibt, um dich neutral auszutarieren. Du kannst das Ventil ein bisschen zudrehen, damit mehr Gas in deinem Anzug bleibt. c. Fügst du in deinem Trockentauchanzug Luft hinzu, mache dies langsam – kleine Luftstösse verhindern, dass das Einlassventil in sehr kaltem Wasser vereist. Drücke während des Abstiegs einfach öfters kurz das Einlassventil. Stellst du fest, dass du beim Abtauchen sehr viel Luft hinzufügen musst, um neutral tariert zu bleiben, hast du wahrscheinlich zu viel Blei. [Hinweis für den Instructor: Zeige deinen Tauchschülern, wie sie bei den von ihnen benutzten Trockentauchanzügen unter Wasser Luft einlassen.] d. Nachdem du deinen Abstieg begonnen hast, kannst du dich in die FallschirmspringerPosition bringen. Dadurch kann sich die Luft bzw. das Argon besser gleichmässig im Anzug verteilen. e. Bei den Aufstiegen kannst du die sich ausdehnende Luft entweder manuell oder automatisch ablassen – je nachdem, welche Art Auslassventil dein Trockentauchanzug hat. [Hinweis für den Instructor: Zeige deinen Tauchschülern, wie sie bei den von ihnen benutzten Trockentauchanzügen unter Wasser Luft ablassen.] Hast du ein automatisches Luftauslassventil, öffne es zur Gänze, damit die Luft leicht entweichen kann. Hebe beim Aufstieg deine linke Schulter / deinen linken Oberarm mit dem Auslassventil an (je nachdem, wo das Ventil sitzt), damit die überschüssige Luft automatisch entweichen kann, und/oder drücke auf das Ventil, um die Luft manuell abzulassen.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 26


H. Sicherheit beim Tauchen im Trockentauchanzug und der Umgang mit Notfällen Lernziele

Am Ende dieses Abschnitts wirst du folgendes können: • Die Ursachen und die empfohlenen Techniken für den Umgang mit einem Anzug-„Squeeze“ erklären und erläutern, wie man dies vermeiden kann. • Die Ursachen und die empfohlenen Techniken für den Umgang mit zu grossem positiven Auftrieb in einem Trockentauchanzug erklären und erläutern, wie man dies vermeiden kann. • Die Ursachen und die empfohlenen Techniken für den Umgang mit einem versehentlich abgeworfenen Gewichtssystem erklären und erläutern, wie man dies vermeiden kann. • Die Ursachen und die empfohlenen Techniken für den Umgang mit zu viel Luft in den Beinen eines Trockentauchanzugs erklären und erläutern, wie man dies vermeiden kann. • Die Ursachen und die empfohlenen Techniken für den Umgang mit einem Wassereinbruch im Trockentauchanzug erklären und erläutern, wie man dies vermeiden kann.

Zeige nach diesem Abschnitt den Teil „Dry Suit Safety and Handling Emergencies“ im PADI Dry Suit Diving Video (englische Version). Das Zeigen der Fertigkeiten im Video verstärkt deine Ausführungen.

1. Ein Anzug-„Squeeze“ entsteht beim Abstieg, wenn du keine Luft in deinen Trockentauchanzug einbläst. Die im Anzug vorhandene Luft wird komprimiert, und dies verursacht ein unangenehmes Drücken und Kneifen. Ein solcher Anzug-„Squeeze“ kann Quetschungen und Blutergüsse hervorrufen, wo sich der Anzug in Falten gegen die Haut drückt. Schwere Fälle von Anzug-„Squeeze“ können sogar das Atmen erschweren und gefährlich sein. a. Ursachen: Lufteinlassventil ist nicht angeschlossen, Fehlfunktion des Einlassventils, oder der Taucher vergisst beim Abstieg, Luft in den Anzug zu blasen. Bei einem Argon-System kann auch eine leere Argon-Flasche der Grund sein. b. Vorbeugung: Angemessene Wartung, Kontrolle im Rahmen des Sicherheitschecks vor dem Tauchgang, dass das Einlassventil angeschlossen ist und richtig funktioniert. Lasse beim Abstieg regelmässig Luft in den Anzug strömen. Verwendest du ein Argon-System, kontrolliere, dass du einen ausreichenden Argon-Vorrat für diesen Tauchgang hast. c. Verhalten: Stellst du fest, dass du keine Luft in deinen Trockentauchanzug einlassen kannst, stoppe sofort deinen Abstieg und verwende falls erforderlich dein Jacket, um wieder neutrale Tarierung herzustellen. Verwendest du ein Argon-System und stellst fest, dass die Flasche leer ist, kopple den Inflatorschlauch, der an der ersten Stufe deines Lungenautomaten befestigt ist, an deinen Trockentauchanzug an. Kannst du das Problem nicht lösen und den Trockentauchanzug nicht mit Luft füllen, brich den Tauchgang ab. 2. Zu grosser Auftrieb ist ein Problem, weil er zu einem gefährlich schnellen Aufstieg führen kann. Ein zu schneller Aufstieg kann lebensgefährliche Lungenüberdehnungsverletzungen, Dekompressionskrankheit und andere druckbedingte Verletzungen verursachen. Zu grosser Auftrieb kann viele mögliche Ursachen haben, und für jede gibt es eine eigene Lösung. a. Das Einlassventil klemmt in der Position „offen“ oder Luft sickert durch. 1. Ursachen: Schlechte Wartung (es ist korrodiert) oder das Ventil ist in sehr kaltem Wasser vereist. 2. Vorbeugung: Angemessene Wartung, jährlicher Service des Trockentauchanzugs; lasse Luft nur mit kleinen Stössen in den Anzug strömen. 3. Verhalten: Kopple den Inflatorschlauch ab und lasse die überschüssige Luft sofort über das Auslassventil ab. Moderne Auslassventile lassen die Luft genauso rasch ab, wie das Einlassventil Luft in den Anzug bläst, vorausgesetzt, du befindest dich in einer aufrechten Position. Hast du Probleme mit dem Auslassventil, kannst du als Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 27


letzte Möglichkeit für einen Moment eine Handgelenkmanschette oder die Halsmanschette ein wenig aufziehen (dabei wirst du nass werden). Verwende möglichst ein Aufstiegsseil, um deine Aufstiegsgeschwindigkeit zu verlangsamen. 4. Bekommst du die überschüssige Luft nicht rasch genug aus deinem Trockentauchanzug und dein Aufstieg beschleunigt sich, bringe deinen Körper in die sog. „flaring“ Position, während du weiterhin Luft über das Auslassventil oder eine Manschette entweichen lässt. [Hinweis für den Instructor: „flaring“ – Rückenlage, Gesicht nach oben, Arme und Beine abspreizen, damit ein grösserer Wasserwiderstand entsteht.] Atme aus, und erzeuge dabei einen kontinuierlichen Laut, um sicherzustellen, dass du nicht versehentlich deinen Atem anhältst. Beende den Tauchgang. Das „flaring“ ist das letzte Mittel, aber man kann damit einen, aus welchem Grund auch immer ausgelösten, unkontrollierten Aufstieg wieder unter Kontrolle bekommen oder zumindest verlangsamen. Hinweis für den Instructor Weise die Tauchschüler darauf hin, dass sie im Schwimmbad / begrenzten Freiwasser das Abkoppeln des Inflatorschlauchs vom Trocki unter Wasser üben werden.. b. Das Auslassventil blockiert. 1. Ursachen: Schlechte Wartung, keine Kontrolle des Ventils beim Sicherheitscheck vor dem Tauchgang. 2. Vorbeugung: Angemessene Wartung, jährlicher Service des Trockentauchanzugs, Kontrolle des Ventils vor dem Tauchgang auf Funktionstüchtigkeit. 3. Verhalten: Lasse die überschüssige Luft über eine Handgelenks- oder die Halsmanschette entweichen. Verwende möglichst ein Aufstiegsseil, um deine Aufstiegsgeschwindigkeit zu verlangsamen. Wende falls nötig die „flaring“ Technik an, um einen unkontrollierten Aufstieg zu verlangsamen, während du versuchst, die überschüssige Luft über die Manschetten entweichen zu lassen. Beende den Tauchgang. c. Verlorenes Blei (kann nicht wiedererlangt werden). 1. Ursachen: Schlecht angelegtes Gewichtssystem; falsche Handhabung; mit der Schnalle gegen ein Objekt unter Wasser geschlagen; keine Kontrolle des Gewichtssystems beim Sicherheitscheck vor dem Tauchgang. 2. Vorbeugung: Mache dich mit deinem Gewichtssystem und dessen Handhabung vertraut; wähle ein Gewichtssystem, das nicht leicht von selbst aufgeht; verwende mehrere Gewichtssysteme, damit du nicht zu grossen Auftrieb bekommst, wenn du versehentlich von einem System Blei verlierst; kontrolliere das Gewichtssystem vor dem Tauchgang auf korrekten Sitz des Systems und kontrolliere die Schnellabwurfmechanismen. 3. Verhalten: Wende die „flaring“ Technik an und lasse so viel Luft wie möglich über die Manschetten und/oder das Auslassventil ab. Verwende möglichst ein Aufstiegsseil, mit dessen Hilfe du deinen Aufstieg verlangsamen kannst. d. Überbleien 1. Ursachen: Überbleien wird durch eine grössere Menge Luft im Trockentauchanzug ausgeglichen. Beim Aufstieg dehnt sich die überschüssige Luft rascher aus, als über das Auslassventil entweichen kann. Dadurch bekommst du zu grossen Auftrieb. 2. Vorbeugung: Tauche mit der angemessenen Bleimenge. 3. Verhalten: Stoppe den Aufstieg und gib dem Auslassventil genügend Zeit, um die überschüssige Luft entweichen zu lassen. Setze dann deinen Aufstieg entsprechend langsamer fort. Kannst du deinen Aufstieg nicht stoppen, wende die „flaring“ Technik an und lasse so viel Luft wie möglich über die Manschetten und das Auslassventil ab. Verwende möglichst ein Aufstiegsseil, mit dessen Hilfe du deinen Aufstieg verlangsamen kannst. Tauche auf und passe deine Bleimenge an, bevor du den Tauchgang fortsetzt.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 28


3. Zu viel Luft in den Beinen kann zu gefährlich schnellen Aufstiegen führen. Du kannst dadurch auch deine Flossen verlieren, und es kann dazu führen, dass du dich schliesslich mit dem Kopf nach unten und den Beinen nach oben an der Oberfläche befindest. a. Ursachen: zu viel Auftrieb und gleichzeitig die Beine höher als die Schulter; oder Beginn eines Aufstiegs mit den Beinen höher als die Schulter. Dies führt zu einem unkontrollierten Aufstieg mit den Beinen nach oben. b. Vorbeugung: Alle der oben beschriebenen Möglichkeiten, um zu grossen Auftrieb zu vermeiden. Beginne deinen Aufstieg niemals mit den Beinen höher als die Schulter / oberhalb des Auslassventils. Manche Trockentauchanzüge haben extra Auslassventile an den Fussgelenken, um dies zu vermeiden. c. Verhalten: Ergreife falls möglich etwas, an dem du dich festhalten kannst und woran du dich umdrehen kannst. Rolle vorwärts – knicke in der Hüfte nach vorne ein und schlage kräftig mit den Flossen, um dich nach vorne zu drehen, bis du eine Position Kopf-oben, Füsse-unten erreicht hast. Rolle rückwärts – biege deinen Rücken nach hinten durch. Schlage mit den Flossen, um dich nach hinten zu drehen, bis du eine Position Kopf-oben, Füsse-unten erreicht hast. Die „ball tuck“ Methode – bringe deine Knie an die Brust, rolle dich zu einer „Kugel“ zusammen, wodurch du die Luft aus den Beinen drückst, drehe dich dann auf den Rücken und versuche Luft abzulassen. d. Kannst du dir so nicht helfen und befindest dich zum Schluss mit dem Kopf nach unten und den Beinen nach oben an der Oberfläche, kann sich in den Beinen des Trockentauchanzugs zu viel Luft und somit Auftrieb befinden, dass du es nicht schaffst, dich durch Schwimmen in eine aufrechte Position zu bringen. Blase dein Jacket auf, um deinen Oberkörper und deinen Kopf nach oben an die Oberfläche zu bringen, und lasse dann die Luft aus deinem Trockentauchanzug ab. Hinweis für den Tauchschüler Zu viel Luft in den Beinen des Trockentauchanzugs ist in Wirklichkeit ein relativ selten auftretendes Problem. Es wird hier behandelt, damit du weisst, wie du richtig darauf reagierst. Wenn du jedoch mit einer angemessenen Bleimenge tauchst, solltest du dieses Problem vermeiden können. 4. Ein Wassereinbruch in deinen Trockentauchanzug kann dazu führen, dass du deinen Auftrieb verlierst und gleichzeitig dein Kälteschutz und deine Körperwärme beeinträchtigt werden. a. Ursachen: zu den häufigsten Ursachen zählen: 1. Reissverschluss ist nicht zur Gänze geschlossen. 2. Reissverschluss ist defekt. 3. Es ist etwas im Reissverschluss eingeklemmt – Sand, Schmutz, Unterziehanzug, usw. 4. Manschetten sind undicht – Unterziehanzug oder Haare befinden sich unter der Manschette, Brüchigkeit aufgrund Alters, Risse und andere Beschädigungen. 5. Auslassventil leckt – Schmutzpartikel im Ventil, nicht ordentlich am Anzug befestigt, schlecht gewartet. 6. Risse und Löcher – aufgegangene Naht, Durchscheuern, Riss, Einstich, Ablösen einer Materialschicht. b. Vorbeugung: Vorsichtiges Anziehen, angemessene Pflege und Wartung des Trockentauchanzugs. Kontrolliere vor dem Tauchen den Reissverschluss und achte darauf, dass er wirklich ganz zu ist. Sei in der Nähe von Hindernissen unter Wasser sehr vorsichtig, durch die der Trockentauchanzug Risse oder Löcher bekommen kann. c. Verhalten: Beende unverzüglich den Tauchgang. Verwende falls notwendig dein Jacket, um deine Tarierung aufrecht zu erhalten. Wirf falls erforderlich ein paar deiner Gewichte ab, sei aber vorsichtig dabei, damit du einen zu schnellen Aufstieg vermeidest. Hast du eine angemessene Bleimenge, wirst du im Normalfall kein Gewicht abwerfen müssen, um einen Aufstieg durchzuführen.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 29


I. Richtlinien für das Tauchen im Trockentauchanzug Lernziel

Am Ende dieses Abschnitts wirst du folgendes können: • Die zehn Richtlinien für das Tauchen im Trockentauchanzug nennen. Die nachstehenden Richtlinien sind allgemein anerkannt und von Trockentauchanzug-Herstellern veröffentlicht. Beherzige sie, wenn du mit einem Trockentauchanzug tauchst: 1. Bleibe auf dem neuesten Stand hinsichtlich der Verfahren und Techniken des Tauchens im Trockentauchanzug. 2. Verwende ein Jacket zum Auftrieb an der Oberfläche und als „Reserve“ für die Tarierungskontrolle. Gebrauche für die Tarierung unter Wasser deinen Trockentauchanzug. 3. Sei mit deiner Ausrüstung vertraut und kenne die Verfahren, wie man in einem Notfall mit dieser Ausrüstung umgeht. 4. Übe und trainiere die Fertigkeiten und Techniken des Tauchens im Trockentauchanzug unter kontrollierten Bedingungen, bis sie dir zur „zweiten Natur“ geworden sind. 5. Tauche mit einem Tauchpartner, der sich mit deinem Trockentauchanzug ebenfalls auskennt. 6. Wähle die richtige Isolierung für die Wassertemperatur und den Grad deiner Aktivitäten unter Wasser. 7. Tariere dich an der Oberfläche richtig aus, vermeide ein Überbleien. Mit deiner Bleimenge solltest du in 5 Meter Tiefe deinen Sicherheits-Stop auch dann durchführen können, wenn du nur noch 30 bar in deiner Flasche hast. 8. Kontrolliere vor jedem Tauchgang die Anzugventile, den Reissverschluss und die Manschetten. 9. Säubere Anzug und Ventile nach jedem Tauchgang, und lagere deinen Anzug auf korrekte Weise. Achte auf Löcher, und bringe deinen Trocki ein Mal jährlich zu einem qualifizierten Service. 10. Kenne die Grenzen deines Trockentauchanzugs, und überschreite sie nicht. Wenn du beginnst, unkontrollierbar zu zittern, beende den Tauchgang unverzüglich, und begib dich in eine trockene und warme Umgebung.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 30


J. Pflege, Wartung, Lagerung und Packen von Trockentauchanzügen Lernziele

Am Ende dieses Abschnitts wirst du folgendes können: • Die empfohlenen Schritte zum Reinigen und Pflegen eines Trockentauchanzugs nach dem Tauchen nennen. • Die empfohlenen Schritte zum Reinigen, Gleitfähigmachen und Pflegen des Reissverschlusses eines Trockentauchanzugs nach dem Tauchen nennen. • Beschreiben, wie du einen Trockentauchanzug lagerst, damit er nicht beschädigt wird. • Beschreiben, wie du einen Trockentauchanzug auf Reisen transportierst, damit er nicht beschädigt wird. • Angeben, in welchen Zeitabständen bei einem Trockentauchanzug ein Service von einer qualifizierten Fachkraft in einem Tauchgeschäft oder beim Hersteller durchgeführt werden sollte. 1. Allgemeine Pflege. a. Spüle nach dem Tauchen die Aussenseite des Trockentauchanzugs mit sauberem Süsswasser. Spüle die Innenseite, wenn der Anzug ein Leck hatte oder geflutet wurde, oder wenn du sehr stark geschwitzt hast. b. Lasse Süsswasser durch die Ventile hindurchlaufen. c. Hänge den Trockentauchanzug zum Trocknen über eine grosse runde Stange oder sonst etwas Geeignetes, das keine starken Knicke oder Falten verursacht. Falte den Anzug in der Hüfte oder an den Knien und drehe den Anzug um, wenn du den Anzug bald wieder anziehst und daher die Innenseite zuerst trocknen willst. Lasse den Anzug nicht länger als 24 Stunden in der gleichen Position hängen, und vermeide direkte Sonneneinstrahlung. d. Lagerung. 1. Pudere Latex- und Neoprenmanschetten (ggf. auch Latex-Füsslinge) mit Talkum oder wie vom Hersteller empfohlen. Verwende niemals Silikonspray. Silikon macht einen eventuell erforderlichen Austausch von Manschetten nahezu unmöglich (der Kleber erzeugt keine Verbindung mehr zwischen den Manschetten und dem Material des Anzugs). Beachte, dass manche Schutzmittel für Manschetten sehr wohl Silikon enthalten und deren Gebrauch von einigen Herstellern daher nicht empfohlen wird. 2. Schlage die Latexmanschetten in die Ärmel / den Rumpf des Trockentauchanzugs. Rolle oder falte den Anzug locker zusammen, mit den Ventilen nach aussen (wenn möglich) und mit einer Schutzkappe über dem Ventilnippel, damit dieser bei der Lagerung nicht den Anzug beschädigt. Verstaue den Trockentauchanzug in einer verschlossenen Kunststofftasche, damit er nicht dem Ozon ausgesetzt ist. 3. Lagere den Anzug nicht in der Hitze, in der Nähe von Ölen und Chemikalien. Lagere ihn in dunkler, trockener Umgebung, vor Ozon und Kohlenwasserstoffen (Wasserboiler, Elektromotoren, Auspuff von Autos) geschützt. e. Wasche deinen Unterziehanzug, wenn nötig. Befolge dazu die Anweisungen des Herstellers. 1. Beachte, dass du einige Arten von Unterziehanzügen, insbesondere solche aus Thinsulate®, wann immer möglich ohne Waschmittel wäschst. Seifen- und Waschmittelrückstände beeinträchtigen die Fähigkeit des Materials, die Feuchtigkeit vom Körper abzuleiten und dadurch, auch wenn sie nass sind, gegen Kälte zu isolieren. 2. Musst du Waschmittel / Seife bei einem Unterziehanzug aus Thinsulate® verwenden, weil er sehr verschmutzt ist, verwende nur ganz wenig davon, und wasche den Unterziehanzug danach noch zwei oder drei Mal ohne Waschmittel / Seife aus. Damit stellst du sicher, dass keine Rückstände im Gewebe verbleiben. Ein übermässiger Gebrauch von Seife / Waschmittel bei Thinsulate® verringert die Lebensdauer des Materials.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 31


2. Pflege der Reissverschlüsse. a. Falls nötig, reinige die Reissverschlüsse vorsichtig von innen und aussen mit einer weichen Zahnbürste und mildem Seifenwasser, um Schmutz oder Ablagerungen zu entfernen, die im Reissverschluss kleben. Verschmutzt der Reissverschluss bei einem Tauchgang sehr stark, säubere ihn (oder bitte deinen Tauchpartner, dies zu tun), bevor du nach dem Tauchgang versuchst, den Reissverschluss zu öffnen. b. Benutze ausschliesslich spezielles Reissverschluss-Wachs aus Paraffin als Gleitmittel – niemals Silikonspray. Das Lösungsmittel der meisten Silikonsprays zerstört die meisten Reissverschlussmaterialien und Kleber, und das Spray zieht Schmutz an. Silikon macht einen eventuell erforderlichen Austausch des Reissverschlusses nahezu unmöglich (der Kleber erzeugt keine Verbindung mehr zwischen dem Material des Anzuges und dem neuen Reissverschluss). Reibe vor der Lagerung den Reissverschluss mit dem speziellen Wachs ein. c. Behandle den Reissverschluss besonders pfleglich, damit er lange hält (er ist einer der teuersten Teile an deinem Trockentauchanzug). 1. Lagere und transportiere den Anzug immer mit komplett offenem oder komplett geschlossenem Reissverschluss (wie vom Hersteller empfohlen), mit dem Reissverschluss nach oben, vorsichtig zusammengelegt oder gerollt, und vermeide ein starkes Knicken. 2. Lässt du dir beim Auf- und Zuziehen des Reissverschlusses von jemandem helfen, sollte dies ebenfalls vorsichtig und langsam erfolgen. 3. Versuche nie einen klemmenden Reissverschluss mit Gewalt zu lösen. 4. Achte beim Umdrehen des Anzugs und beim An- und Ausziehen des Anzugs auf den Reissverschluss, wenn du diesen umklappst. 5. Behältst du einen halb hochgezogenen Trockentauchanzug an (wie etwa zwischen zwei Tauchgängen), achte darauf, dass du dich nicht auf den Reissverschluss setzt oder dich dagegen lehnst. 3. Packen eines Trockentauchanzugs zum Transport. a. Packe den Anzug zusammengelegt, wie für die Lagerung. b. Wenn möglich, transportiere deinen Anzug in einer eigenen Tasche – getrennt von anderen Ausrüstungsteilen. Sorge immer für Schutz vor scharfer oder schwerer Ausrüstung und versuche alles so zu packen, dass nichts, das eventuell auf der Tasche zum Liegen kommt (wie etwa bei Flugreisen) den Reissverschluss belasten könnte. c. Die meisten Taucher transportieren ihre Unterziehanzüge in einer separaten trockenen Tasche. Alternativ gibt es Reisetaschen mit mehreren getrennten Fächern, in denen du deinen Trocki und deinen Unterziehanzug getrennt transportieren kannst. 4. Es wird empfohlen, dass du deinen Trockentauchanzug ein Mal im Jahr zu einem professionellen Service bei einem Tauchgeschäft oder beim Hersteller bringst. Dieser Service beinhaltet normalerweise die Wartung der Lufteinlass- und Luftauslassventile, das Auffinden und die Reparatur kleinerer Löcher, falls erforderlich den Austausch der Manschetten und die abschliessende Kontrolle, ob der Anzug dicht ist.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 32


K. Reparaturen an Trockentauchanzügen Lernziele

Am Ende dieses Abschnitts wirst du folgendes können: • Erklären, warum du verschiedene Reparaturmethoden für verschiedene Arten von Trockentauchanzügen anwenden musst. • Die Arten von Reparaturen nennen, für die du den Service des TrockentauchanzugHerstellers oder des Händlers in Anspruch nehmen solltest. • Die grundlegenden Schritte aufzählen, um ein Loch in einem Trockentauchanzug aufzuspüren und zu flicken. • Die grundlegenden Schritte aufzählen, um ein Ventil in einem Trockentauchanzug zu warten. • Die grundlegenden Schritte aufzählen, um die Manschetten an einem Trockentauchanzug zu entfernen und auszutauschen. Hinweis für den Instructor Die nachfolgenden Informationen treffen auf die meisten Trockentauchanzüge zu. Es wird empfohlen, dass du dich bei diesen Inhalten möglichst an den Herstellerrichtlinien für die Typen von Trockentauchanzügen orientierst, die von deinen Tauchschülern verwendet werden. Organisiere diesen Kursteil als praktischen Workshop – die Tauchschüler dürfen einfache Techniken für die Reparatur eines Trockentauchanzuges üben. Wichtig: Grössere Reparaturen an Trockentauchanzügen sollten dem Hersteller oder einem Tauchgeschäft vorbehalten bleiben. Ermutige die Tauchschüler, zur vorbeugenden Wartung einmal jährlich einen Service ihres Trockentauchanzugs von einer qualifizierten Fachkraft durchführen zu lassen.

Nenne deinen Tauchschülern die Seitenzahlen im PADI Dry Suit Diver Manual (englische Version), in ihren Bedienungsanleitungen des Herstellers und anderen möglichen Quellen, wo sie die Reparaturmethoden konkret für ihren eigenen Trockentauchanzug finden.

1. Weil die verschiedenen Trockentauchanzug aus unterschiedlichen Materialien hergestellt sind, unterscheiden sich je nach Anzugtyp auch die Reparaturmethoden entsprechend. Wir werden Reparaturen an Trockentauchanzügen aus __________________ üben. [Hinweis für den Instructor: Erkläre, welche Anzugtypen du im Detail behandeln wirst, basierend darauf, welche Anzüge die Tauchschüler im Kurs verwenden.]. Lies im PADI Dry Suit Diver Manual und der Bedienungsanleitung des Herstellers nach, wie Reparaturen an anderen Anzugtypen durchgeführt werden können oder um dein Gedächtnis darüber aufzufrischen, was wir hier im Kurs behandelt haben. 2. Grössere Reparaturen. a. Die Reparaturtechniken, die du hier lernst, gelten für kleinere Löcher und leicht zu behebende Probleme. b. Du verfügst wahrscheinlich nicht über die erforderlichen Mittel, um grosse Reparaturen, wie etwa grosse Risse oder Löcher, den Austausch eines defekten Reissverschlusses oder den Austausch von Ventilen oder Füsslingen durchzuführen. Reparaturen dieser Art müssen vom Hersteller oder in einem autorisierten Tauchgeschäft durchgeführt werden. c. Wir werden hier auch den Austausch von Manschetten besprechen, weil du diese Reparatur in bestimmten Situationen, wie etwa einer längeren Tauchreise, selbst machen kannst, wenn du eine Ersatzmanschette dabei hast. Unter gewöhnlichen Umständen wird jedoch empfohlen, dass du den Austausch einer Manschette vom Hersteller bzw. einem Tauchgeschäft durchführen lässt.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 33


3. Finden eines Lochs in einem Trockentauchanzug. a. Manchmal ist es am einfachsten, ein Loch während eines Tauchgangs festzustellen, wenn es sich dabei nur um ein kleines Loch handelt und du nicht allzu sehr frierst. 1. Spürst du, dass der Anzug irgendwo ein Leck hat, hebe im betroffenen Bereich das Anzugmaterial an und suche nach austretenden Luftbläschen (ist die Rückseite des Anzugs betroffen, lasse dir von deinem Tauchpartner helfen). 2. Notiere dir die Stelle auf einer Schreibtafel – beschreibe sie so genau wie möglich, damit du sie an der Oberfläche leicht wiederfindest. b. Hilfsmittel, um ein Loch im Anzug an der Oberfläche zu finden. 1. Wanne mit Wasser oder Schüssel mit Seifenwasser und Schwamm. 2. Wachsmarker / Fettstift. 3. Gummibänder oder Ringe von Einmachgläsern, Dosen und Plastikflaschen (um Manschetten abzudichten). 4. Helle Taschenlampe. c. Methode mit aufgeblasenem Anzug. 1. Schliesse den Reissverschluss. 2. Dichte die Manschetten mit Gummibändern oder stecke Dosen oder Plastikflaschen in die Manschetten an Hals und Handgelenken, und dichte sie mit Einmachgummis ab. 3. Blase den Anzug vollständig auf. 4. Tauche den Anzug in die Wanne oder befeuchte die vermutliche Leckstelle mit einem in Seifenwasser getauchten Schwamm, und suche nach austretenden Luft- oder Seifenbläschen. 5. Markiere die Stelle mit dem Wachsmarker. 6. Suche den gesamten betroffenen Bereich ab – es kann sein, dass es mehr als ein Loch gibt. d. Suchtechnik mit der Taschenlampe – funktioniert am besten bei Trockentauchanzügen aus beschichtetem Gewebe, vulkanisiertem Gummi und Trilaminat® (bei Trockentauchanzügen aus Neopren / Crushed Neopren ist diese Methode manchmal nicht so effektiv). 1. Halte die Taschenlampe in das Innere des Trockentauchanzugs in einem abgedunkelten Raum und beleuchte den Bereich, wo du das Loch vermutest, von innen. 2. Suche nach Lichtpunkten, wo der Strahl durch ein Loch fällt. 3. Markiere die Stelle mit dem Wachsmarker. 4. Suche den gesamten betroffenen Bereich ab – es kann sein, dass es mehr als ein Loch gibt. 4. Flicken des Loches oder Risses – grundlegende Schritte. [Hinweis für den Instructor: Gib den Tauchschülern konkrete Anweisungen auf der Grundlage der Reparaturhinweise des Herstellers. Lasse die Tauchschüler falls möglich das Flicken an einem extra Materialstück oder an einem alten Trockentauchanzug üben. Verweise die Tauchschüler auf die Empfehlungen des Herstellers und auf das PADI Dry Suit Diver Manual.] a. Der Bereich, der repariert werden soll, muss auf beiden Seiten gründlich trocken sein (du kannst einen kleinen Haarfön verwenden, den du jedoch nur auf lau / kalt stellst, um das Gewebe zu trocknen; dies ist vor allem bei Trockentauchanzügen aus Neopren / Crushed Neopren hilfreich). b. Drehe den Anzug so, dass du leicht an die Stelle gelangst, wo der Flicken aufgesetzt werden soll. Bei den meisten Anzügen wird der Flicken von Innen aufgesetzt – dies sieht besser aus, und wenn der Anzug im Gebrauch gedehnt wird, wird der Flicken gegen das Loch gedrückt. Einige Trockentauchanzüge müssen jedoch von aussen geflickt werden, und in manchen Fällen brauchst du Flicken für aussen und innen. c. Risse müssen manchmal nur geklebt werden. d. Ob du klebst oder einen Flicken aufsetzt, hängt vom Anzugmaterial ab. Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 34


e. Der Kleber muss sich mit dem Material verbinden und gut trocknen, bevor du mit dem Anzug wieder tauchen gehst. Die Dauer dafür reicht je nach Material, Art des Klebers und der durchgeführten Reparatur von weniger als einer Stunde bis zu 12 oder 24 Stunden. 5. Ausbau und Reinigung der Ventile. [Hinweis für den Instructor: Die Verfahren können für jedes Ventil wesentlich voneinander abweichen. Der Ausbau von eingeklebten Ventilen sollte nur durch qualifizierte Fachkräfte empfohlen, die vom Trockentauchanzug-Hersteller zur Durchführung von Reparaturen ausgebildet sind.] a. Ausbauen des Ventils. Bei einigen Ventilen ist es erforderlich, dass die Ventile zum Reinigen vom Trockentauchanzug entfernt werden. Dafür ist bei einigen Modellen das Lösen des Klebers und danach erneutes Einkleben erforderlich; dies sollte nur durch qualifizierte Fachkräfte erfolgen. Bei anderen Modellen kann das Ventil zerlegt und gereinigt werden, ohne es vom Anzug zu entfernen; dies kannst du selbst tun. b. Reinige die Ventilteile in Seife / Wasser, wie vom Hersteller angegeben. c. Ersetze beschädigte / abgenutzte Teile. d. Verwende Schmiermittel, wie vom Hersteller angegeben. e. Baue das Ventil wieder zusammen, wie vom Hersteller angegeben.

!

Hinweis für den Tauchschüler Diese Informationen dienen dazu, dich mit den Erfordernissen vertraut zu machen, die Arbeit sollte jedoch einem ausgebildeten Fachmann überlassen werden. 6. Austausch der Manschetten. [Hinweis für den Instructor: Diese Reparatur ist eine Option. Befolge die speziellen Reparaturhinweise des Trockentauchanzug-Herstellers. Du kannst die Tauchschüler auf die Empfehlungen des Herstellers und auf das PADI Dry Suit Diver Manual verweisen.] a. Entferne die alte Manschette. [Hinweis für den Instructor: Die Methode hängt davon ab, ob es sich um eine Latexoder eine Neoprenmanschette handelt und davon, aus welchem Material der Trockentauchanzug besteht.] b. Reinige den Bereich, wo die neue Manschette angesetzt wird. [Hinweis für den Instructor: Bei einigen Trockentauchanzügen geschieht dies automatisch, wenn du die alte Manschette entfernst.] c. Klebe die neue Manschette an der richtigen Stelle fest. [Hinweis für den Instructor: Die Methode hängt davon ab, ob es sich um eine Latexoder eine Neoprenmanschette handelt und davon, aus welchem Material der Trockentauchanzug besteht.]

Hinweis für den Tauchschüler Im allgemeinen ist es am besten, wenn du den Austausch einer Manschette dem Hersteller oder deinem PADI Dive Center überlässt. Musst du eine Manschette selbst austauschen und hast dies nie zuvor getan, rechne mit mindestens zwei Stunden dafür (wobei die Zeit, die der Kleber zum Trocknen braucht, nicht berücksichtigt ist). Lasse dir Zeit und gehe vorsichtig entsprechend der Herstellerrichtlinien vor. Gehst du davon aus, dass es Situationen geben wird, in denen du selbst eine Manschette austauschen musst, ist es eine gute Idee, dies zuerst unter der Anleitung einer Fachkraft zu üben, die Erfahrung im Austausch von Manschetten bei deinem Typ Trockentauchanzug hat.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 35


L. Zusammenfassung – In diesem Kurs haben wir folgendes besprochen: 1. Warum dir unter Wasser kalt wird 2. Trockentauchanzüge und Nasstauchanzüge 3. Bauweise von Trockentauchanzügen 4. Unterziehanzüge 5. Jackets, Gewichtssysteme und Argon-Inflatorsysteme 6. Das Tauchen im Trockentauchanzug 7. Sicherheit beim Tauchen im Trockentauchanzug und der Umgang mit Notfällen 8. Richtlinien für das Tauchen im Trockentauchanzug 9. Pflege, Wartung, Lagerung und Packen von Trockentauchanzügen 10. Reparaturen an Trockentauchanzügen

V.

Lektion im Schwimmbad bzw. begrenzten Freiwasser Hinweis für den Instructor Tauchschüler, die vor der Teilnahme an diesem Spezialkurs noch nie einen Trockentauchanzug verwendet haben, müssen diese Lektion im Schwimmbad (bzw. im begrenzten Freiwasser) absolvieren. Die Lektion im Schwimmbad (bzw. im begrenzten Freiwasser) muss VOR dem ersten Freiwassertauchgang dieses Spezialkurses erfolgen. Diese Lektion im Schwimmbad (bzw. im begrenzten Freiwasser) bietet Gelegenheit, mögliche Ausrüstungsprobleme zu beseitigen und den Tauchschülern die Möglichkeit zu geben, ihren Trockentauchanzug auszuprobieren und grundlegende Tauchfertigkeiten im Trockentauchanzug zu üben.

Leistungsanforderungen

Am Ende dieser Schwimmbadlektion wirst du folgendes können: • Einen Trockentauchanzug an- und ausziehen – falls für diesen Typ Trockentauchanzug erforderlich, mit Hilfe eines anderen Tauchers. • Das Verfahren zur Kontrolle der Tarierung an der Oberfläche demonstrieren, wobei du mit einem Trockentauchanzug, einem Unterziehanzug und der kompletten Tauchausrüstung ausgerüstet bist. • Neutrale Tarierung demonstrieren, indem du am Grund für 1 Minute auf den Flossenspitzen, oder, wenn erforderlich, einem anderen Kontaktpunkt des Körpers, balancierst. • Neutrale Tarierung demonstrieren, indem du in der Nähe des Grundes für eine Minute schwebst (ohne mit den Flossen zu schlagen oder mit den Armen zu rudern). • Den Inflatorschlauch des Trockentauchanzugs vom Lufteinlassventil unter Wasser mit Handschuhen abkoppeln und wieder ankoppeln. • In der Nähe des Grundes die Fähigkeit demonstrieren, neutrale Tarierung aufrecht zu erhalten, wenn das Lufteinlassventil und das Luftauslassventil des Trockentauchanzugs gedrückt (also offen) sind. • Einen Aufstieg vom Grund unter Aufrechterhalten der neutralen Tarierung mit einer Aufstiegsgeschwindigkeit von nicht mehr als 18 Meter pro Minute durchführen. • Eine Technik demonstrieren, wie überschüssiges Gas aus den Füssen des Trockentauchanzugs entfernt wird. • An der Oberfläche das Tauchgerät und das Gewichtssystem ablegen und wieder anlegen. A. Briefing. 1. Gib einen Überblick über die Leistungsanforderungen und den Ablauf der Schwimmbadlektion (Schwimmbad bzw. begrenztes Freiwasser). 2. Überprüfe, ob die Tauchausrüstung der Tauchschüler für das Tauchen im Trockentauchanzug geeignet ist. Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 36


3. Hilf den Tauchschülern bei der Anpassung der Tauchausrüstung zum Tauchen im Trockentauchanzug: a. Flossenbänder / Flossen. b. Ungefähr benötigte Bleimenge. c. Gleichmässige Verteilung der Gewichte. d. Ankoppeln des Trocki-Inflatorschlauchs an die erste Stufe des Lungenautomaten (oder Anschliessen des Argon-Systems. Überlege, dass es die Tauchschüler weniger leicht überfordert, wenn du für die Schwimmbadlektion Luft und den Lungenautomaten verwendest und ein Argon-System erst später bei den Freiwasser-Tauchgängen einführst, wenn ein solches verwendet wird.) 4. Demonstriere das An- und Ausziehen eines Trockentauchanzuges sowie das Herauspressen der überschüssigen Luft vor dem Tauchgang. B. Anlegen der Tauchausrüstung – Sicherheitscheck vor dem Tauchgang. Die Tauchpartner überprüfen gegenseitig die Funktionsfähigkeit der Trockentauchanzüge, die Ventile und die Manschetten der Trockentauchanzüge sowie die andere Tauchausrüstung, wie gewohnt. Wird ein Argon-System verwendet, gehört auch die Kontrolle dazu, ob ein ausreichender ArgonVorrat vorhanden ist. C. D. E. F. G.

Überprüfung der Tarierung. Abstieg im Trockentauchanzug. Neutrale Tarierung – Balancieren auf den Flossenspitzen („pivoting“). Neutrale Tarierung – Schweben („hovering“). Ab- und Ankoppeln des Inflatorschlauchs vom / an das Lufteinlassventil des Trockentauchanzugs.

H. Übung „Lufteinlassventil klemmt“ – neutrale Tarierung, wenn das Lufteinlassventil und das Luftauslassventil des Trockentauchanzugs gedrückt werden (also offen sind). In dieser Übung wird simuliert, dass das Lufteinlassventil klemmt und ständig Luft in den Anzug strömt. Die Tauchschüler reagieren auf diesen simulierten Notfall, indem sie die linke Schulter (bzw. die Stelle mit dem Auslassventil) hoch halten, dabei das Luftauslassventil drücken und den Inflatorschlauch abkoppeln, um die neutrale Tarierung aufrecht zu erhalten. Ermahne die Tauchschüler, bei dieser Übung normal weiter zu atmen. I. Übung „zu viel Gas in den Füssen“ – lasse die Tauchschüler an der Oberfläche oder unter Wasser ihre Füsse in eine Position oberhalb des Auslassventils bringen und dann Luft in ihren Anzug blasen, bis sie leicht positiven Auftrieb haben. Lasse sie dann die Rolle vorwärts, die Rolle rückwärts und die „ball tuck” Methode üben (schnell zu einer „Kugel“ zusammenrollen und auf den Rücken drehen) üben. Weise die Tauchschüler darauf hin, dass viele zweite Stufen beim Atmen in kopfüber-Position etwas Wasser ziehen, und man daher beim Einatmen die Zunge als Spritzschutz zur Atemwegskontrolle verwendet. Erinnere die Tauchschüler daran, ihr Jacket zu verwenden, wenn sie mit den Füssen nach oben mit positivem Auftrieb an der Oberfläche treiben. J. Aufstieg vom Grund. K. Ablegen und wieder Anlegen des Tauchgeräts und des Gewichtssystems an der Oberfläche. L. Optionale Fertigkeiten: Übungen „Ablassen von überschüssigem Gas über die Hals- oder eine Handgelenkmanschette im Notfall“ und „Fluten des Trockentauchanzugs“ – wenn es die Wassertemperatur im Schwimmbad (bzw. im begrenzten Freiwasser) erlaubt, ohne dass die Tauchschüler allzu sehr frieren, und wenn ausreichend Zeit für das Trocknen der Unterziehanzüge und der Innenseite der Trockentauchanzüge zur Verfügung steht, lasse die Tauchschüler das Ablassen von überschüssigem Gas über die Halsmanschette und/oder eine Handgelenkmanschette üben (wodurch normaler Weise ein wenig Wasser in den Trockentauchanzug eindringt). Du kannst die Tauchschüler ihren Trockentauchanzug auch einmal teilweise und dann komplett fluten lassen, damit sie erleben, wie dies ihre Tarierungskontrolle beeinflusst. Beachte, dass dies die letzten Übungen vor dem Verlassen des Wassers sein sollten, und dass sie nicht durchgeführt werden sollten, wenn sich die Tauchschüler dadurch extrem unwohl fühlen oder frieren. Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 37


VI.

Überlegungen zum Freiwassertraining – Dry Suit („Trocki“) [Hinweis für den Instructor: Um die Ausführungen kurz zu halten, werden im folgenden nur Punkte aufgeführt, die speziell bei diesem Spezialkurs besonders zu beachten sind. Für allgemeine Punkte, die generell immer bedacht werden sollten, wie etwa ein sorgfältiges Briefing, das Einhalten der Nullzeitgrenzen und des Sicherheits-Stops usw. schaue bitte in dein PADI Instructor Manual.] A. Die Durchführung einer Trainingslektion im Schwimmbad bzw. in begrenztem Freiwasser ist für alle Tauchschüler erforderlich, die vor der Anmeldung zu diesem Spezialkurs noch nie in einem Trockentauchanzug getaucht sind. Diese Trainingslektion im Schwimmbad bzw. in begrenztem Freiwasser muss VOR dem ersten Trainingstauchgang im Freiwasser erfolgen. B. Die Tauchschüler müssen während aller Lektionen im Schwimmbad bzw. in begrenztem Freiwasser und bei allen Freiwassertauchgängen ein Jacket (eine Tarierweste) tragen. C. Zusätzlich zu dem üblichen sich Vertrautmachen mit der Ausrüstung vor dem Tauchgang sollten sich die Tauchpartner mit dem Trockentauchanzug des Buddys vertraut machen (insbesondere wissen, wie Luft hinzugefügt und abgelassen wird). Während des Ausrüstungschecks vor dem Tauchgang sollten die Tauchpartner gegenseitig Ventile, Reissverschlüsse und Manschetten überprüfen, bevor es in das Wasser geht. D. Achte besonders auf die Bleimenge, die die Tauchschüler mit ihrem Trockentauchanzug tragen. Die Tauchschüler sollten nie mehr Blei mitführen, als für eine neutrale Tarierung mit fast leerer Flasche erforderlich ist. Am Ende jedes Tauchgangs müssen die Tauchschüler einen Sicherheits-Stop in 5 Meter Tiefe durchführen. E. Prüfe, ob die Unterziehanzüge der Tauchschüler (wenn sie welche tragen) angemessen isolieren. Dabei sind die Wassertemperatur und die von den Tauchschülern während des Tauchgangs durchgeführten Aktivitäten zu berücksichtigen. F. Mache die Tauchschüler auf die Möglichkeit eines Anzug-„Squeeze“ aufmerksam. Erkläre, wie ein Anzug-„Squeeze“ vermieden werden kann, indem immer für ausreichend Luft im Anzug gesorgt wird. G. Es kann hilfreich sein, wenn ein Abstiegs- / Aufstiegsseil zum Einsatz kommt, mit dessen Hilfe die Tauchschüler ihre Ab- und Aufstiegsgeschwindigkeiten kontrollieren können. Für einen erfolgreichen Kursabschluss sollten die Tauchschüler ihre Ab- und Aufstiegsgeschwindigkeiten ohne Seil kontrollieren können, aber um die Tarierungskontrolle im Trockentauchanzug zu erlernen und zu beherrschen („Mastery“), kann sich ein Seil als nützlich erweisen. H. Sage deinen Tauchschülern, mit welchem Flaschendruck sie ihren Aufstieg zum Sicherheits-Stop beginnen sollen.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 38


VII. Freiwassertraining Zum Zwecke der Eindeutigkeit sind bei allen Tauchgängen sämtliche Bestandteile des Tauchgangs aufgeführt. Fertigkeiten und Verfahren, die bei den einzelnen Tauchgängen unterschiedlich sind, erscheinen in Fettdruck.

A. Freiwasser-Trainingstauchgang Eins Leistungsanforderungen

Am Ende dieses Tauchgangs wirst du folgendes können: • Einen Trockentauchanzug an- und ausziehen – falls für diesen Typ Trockentauchanzug erforderlich, mit Hilfe eines anderen Tauchers. • Die Bleimenge anpassen, die du für eine neutrale Tarierung an der Oberfläche benötigst, wenn du einen normalen Atemzug anhältst und sowohl der Trockentauchanzug wie das Jacket zur Gänze entlüftet sind. • Einen kontrollierten Abstieg durchführen und dabei einen Anzug-„Squeeze“ vermeiden. • Neutrale Tarierung demonstrieren, indem du am Grund für 1 Minute auf den Flossenspitzen, oder, wenn erforderlich, einem anderen Kontaktpunkt des Körpers, balancierst („pivoting“). • Neutrale Tarierung demonstrieren, indem du in der Nähe des Grundes für 1 Minute schwebst („hovering“ – ohne mit den Flossen zu schlagen oder mit den Armen zu rudern). • Während des Tauchgangs neutrale Tarierung aufrecht erhalten, wobei du ein versehentliches Aufwirbeln von Sedimenten mit den Flossen oder ein Berühren des Grundes vermeidest. • Einen Aufstieg vom Grund unter Aufrechterhalten einer neutralen Tarierung mit einer Aufstiegsgeschwindigkeit von nicht mehr als 18 Meter pro Minute durchführen. • Einen Sicherheits-Stop auf 5 Meter für mindestens 3 Minuten durchführen. • An der Oberfläche das Tauchgerät und das Gewichtssystem ablegen und wieder anlegen. 1. Briefing a. Beurteilung der Tauchbedingungen. b. Einrichtungen am Tauchplatz. c. Einstiegsstelle und zu verwendende Einstiegstechnik. d. Ausstiegsstelle und zu verwendende Ausstiegstechnik. e. Bodenbeschaffenheit, interessante und hilfreiche Informationen über den Tauchplatz. f. Tiefenbereiche am Grund. g. Geplantes Luftverbrauchs-Limit. h. Abfolge des Trainingstauchgangs – gib einen Überblick über die Aufgaben und die Planung des Freiwasser-Trainingstauchgangs Eins. • Trockentauchanzug Anziehen – überschüssige Luft entfernen • Sicherheitscheck zur Kontrolle der Ausrüstung vor dem Tauchgang – einschliesslich Funktion der Trockentauchanzüge und Besprechen der Funktionen mit dem Tauchpartner • Tarierungskontrolle an der Oberfläche mit dem Trockentauchanzug • Kontrollierter Abstieg – Vermeiden eines Anzug-„Squeeze“ • Neutrale Tarierung – Balancieren auf den Flossenspitzen („pivoting“) • Neutrale Tarierung – Schweben („hovering“) • Tauchgang im Trockentauchanzug zum Spass und Vergnügen • Aufstieg – Sicherheits-Stop 5 Meter / 3 Minuten • Ab- und Wiederanlegen des Tauchgeräts und des Gewichtssystems an der Oberfläche

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 39


i. j. k. l.

Spezielle Kommunikationstechniken U/W und an der Oberfläche. Was zu tun ist, wenn die Gruppe oder der Tauchpartner verloren gehen. Was im Falle eines Notfalls zu tun ist. Einteilung der Buddy-Teams.

2. Vor dem Tauchgang a. b. c. d. e. f.

Vorbereiten der persönlichen Tauchausrüstung. Falls angebracht, Vorbereitung der zusätzlichen Luftversorgung für den Sicherheits-Stop. Anziehen des Trockentauchanzugs. Ablassen überschüssiger Luft aus dem Trockentauchanzug. Anlegen der restlichen Tauchausrüstung. Sicherheitscheck zur Kontrolle der Ausrüstung. Sorgfältige Kontrolle des Trockentauchanzugs – Ventile, Manschetten, Reissverschluss, mögliche Lecks. Kontrolle, dass im Argon-Systems, falls ein solches verwendet wird, ausreichend Argon für den Tauchgang vorhanden ist. g. Angemessener Einstieg für die örtliche Umgebung. h. Anpassen der Gewichte für neutrale Tarierung an der Oberfläche, während du einen normalen Atemzug anhältst und Trockentauchanzug und Jacket zur Gänze entlüftet sind. Füge nach Bedarf Gewichte hinzu oder entferne Gewichte. i. Aufrechterhalten des Kontakts zum Buddy an der Oberfläche. 3. Abstieg a. b. c. d. e.

Einstellen und Start des Zeitmessinstruments. Zuerst das Jacket entlüften und danach den Trockentauchanzug. Druckausgleich in den Ohren. Auf Buddy achten. Neutrale Tarierung mit dem Anzug aufrecht erhalten – Füge während des Abstiegs nur deinem Anzug Luft hinzu, um neutrale Tarierung aufrecht zu erhalten und ein Anzug-„Squeeze“ zu vermeiden. f. Bewege dich nahe dem Grund so, dass keine Sedimente aufgewirbelt werden. g. Achte auf scharfkantige Gegenstände oder aquatische Lebewesen am Grund, die deinen Anzug beschädigen könnten. h. Passe deine Ausrüstung an, die sich aufgrund des Komprimierens des Anzugs eventuell gelockert hat (gilt vor allem bei Trockentauchanzügen aus Neopren). 4. Aufgaben Freiwasser-Trainingstauchgang Eins a. Neutrale Tarierung – Balancieren auf den Flossenspitzen („pivoting“) für 1 Minute. b. Neutrale Tarierung – Schweben („hovering“) für 1 Minute. c. Tauchgang im Trockentauchanzug zum Spass und Vergnügen. 5. Aufstieg a. Zeit und Flaschendruck vor dem Aufstieg notieren. b. Aufstieg mit neutraler Tarierung mit max. 18 Meter / Minute. Lasse während des Aufstiegs Luft über das Auslassventil deines Trockentauchanzugs ab, um neutrale Tarierung aufrecht zu erhalten. c. Sicherheits-Stop 5 Meter / 3 Minuten. 6. Nach dem Tauchgang a. Nach dem Auftauchen „OK“ zum Boot / Ufer (falls angemessen). b. Angenehme, positive Tarierung mit dem Jacket herstellen. c. Ablegen / Anlegen des Tauchgeräts und des Gewichtssystems an der Oberfläche.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 40


d. e. f. g.

Angemessener Ausstieg. Check-in beim Divemaster (falls angemessen). Hilfestellung beim Ablegen der Ausrüstung des Tauchpartners. Verstauen der Ausrüstung (falls angemessen).

7. Debriefing a. Beurteile die Leistung der Tauchschüler, mache Vorschläge zur Verbesserung und gib den Tauchschülern positive Verstärkung. b. Probleme, die während des Tauchgangs aufgetreten sind und solche, die bei zukünftigen Tauchgängen vermieden werden müssen. c. Bestimmen und Notieren der Wiederholungsgruppe am Ende des Tauchgangs. d. Logbucheintrag (Instructor unterschreibt).

B. Freiwasser-Trainingstauchgang Zwei Leistungsanforderungen

Am Ende dieses Tauchgangs wirst du folgendes können: • Einen Trockentauchanzug an- und ausziehen – falls für diesen Typ Trockentauchanzug erforderlich, mit Hilfe eines anderen Tauchers. • Einen kontrollierten Abstieg durchführen und dabei einen Anzug-„Squeeze“ vermeiden. • Den Inflatorschlauch des Trockentauchanzugs vom Lufteinlassventil unter Wasser mit Handschuhen abkoppeln und wieder ankoppeln. • Während des Tauchgangs neutrale Tarierung aufrecht erhalten, wobei du ein versehentliches Aufwirbeln von Sediment mit den Flossen oder ein Berühren des Grundes vermeidest. • Einen Aufstieg vom Grund unter Aufrechterhalten einer neutralen Tarierung mit einer Aufstiegsgeschwindigkeit von nicht mehr als 18 Meter pro Minute durchführen. • Einen Sicherheits-Stop auf 5 Meter für mindestens 3 Minuten durchführen. 1. Briefing a. b. c. d. e. f. g. h.

Beurteilung der Tauchbedingungen. Einrichtungen am Tauchplatz. Einstiegsstelle und zu verwendende Einstiegstechnik. Ausstiegsstelle und zu verwendende Ausstiegstechnik. Bodenbeschaffenheit, interessante und hilfreiche Informationen über den Tauchplatz. Tiefenbereiche am Grund. Geplantes Luftverbrauchs-Limit. Abfolge des Trainingstauchgangs – gib einen Überblick über die Aufgaben und die Planung des Freiwasser-Trainingstauchgangs Zwei. • Trockentauchanzug Anziehen – überschüssige Luft entfernen • Kontrollierter Abstieg – Vermeiden eines Anzug-„Squeeze“ • Abkoppeln / Ankoppeln des Trocki-Inflatorschlauchs unter Wasser • Tauchgang im Trockentauchanzug zum Spass und Vergnügen • Aufstieg – Sicherheits-Stop 5 Meter / 3 Minuten i. Spezielle Kommunikationstechniken U/W und an der Oberfläche. j. Was zu tun ist, wenn die Gruppe oder der Tauchpartner verloren gehen. k. Was im Falle eines Notfalls zu tun ist. l. Einteilung der Buddy-Teams.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 41


2. Vor dem Tauchgang a. b. c. d. e. f.

Vorbereiten der persönlichen Tauchausrüstung. Falls angebracht, Vorbereitung der zusätzlichen Luftversorgung für den Sicherheits-Stop. Anziehen des Trockentauchanzugs. Ablassen überschüssiger Luft aus dem Trockentauchanzug. Anlegen der restlichen Tauchausrüstung. Sicherheitscheck zur Kontrolle der Ausrüstung. Sorgfältige Kontrolle des Trockentauchanzugs – Ventile, Manschetten, Reissverschluss, mögliche Lecks. Kontrolle, dass im Argon-Systems, falls ein solches verwendet wird, ausreichend Argon für den Tauchgang vorhanden ist. g. Angemessener Einstieg für die örtliche Umgebung. h. Anpassen der Gewichte für neutrale Tarierung an der Oberfläche, während du einen normalen Atemzug anhältst und Trockentauchanzug und Jacket zur Gänze entlüftet sind. Füge nach Bedarf Gewichte hinzu oder entferne Gewichte. i. Aufrechterhalten des Kontakts zum Buddy an der Oberfläche. 3. Abstieg a. Einstellen und Start des Zeitmessinstruments. b. Standard Abstieg, neutral tariert – verwende dazu nur deinen Trockentauchanzug. Vermeide einen Anzug-„Squeeze“. c. Druckausgleich in den Ohren. d. Auf Buddy achten. e. Neutrale Tarierung mit dem Anzug aufrecht erhalten – Füge während des Abstiegs nur deinem Anzug Luft hinzu, um neutrale Tarierung aufrecht zu erhalten und ein Anzug„Squeeze“ zu vermeiden. f. Bewege dich nahe dem Grund so, dass keine Sedimente aufgewirbelt werden. g. Achte auf scharfkantige Gegenstände oder aquatische Lebewesen am Grund, die deinen Anzug beschädigen könnten. h. Passe deine Ausrüstung an, die sich aufgrund des Komprimierens des Anzugs eventuell gelockert hat (gilt vor allem bei Trockentauchanzügen aus Neopren). 4. Aufgaben Freiwasser-Trainingstauchgang Zwei a. Abkoppeln / Ankoppeln des Trocki-Inflatorschlauchs unter Wasser. b. Tauchgang im Trockentauchanzug zum Spass und Vergnügen. 5. Aufstieg a. Zeit und Flaschendruck vor dem Aufstieg notieren. b. Aufstieg mit neutraler Tarierung mit max. 18 Meter / Minute. c. Sicherheits-Stop 5 Meter / 3 Minuten. 6. Nach dem Tauchgang a. b. c. d. e. f.

Nach dem Auftauchen „OK“ zum Boot / Ufer (falls angemessen). Angenehme, positive Tarierung mit dem Jacket herstellen. Angemessener Ausstieg. Check-in beim Divemaster (falls angemessen). Hilfestellung beim Ablegen der Ausrüstung des Tauchpartners. Verstauen der Ausrüstung (falls angemessen).

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 42


7. Debriefing a. Beurteile die Leistung der Tauchschüler, mache Vorschläge zur Verbesserung und gib den Tauchschülern positive Verstärkung. b. Probleme, die während des Tauchgangs aufgetreten sind und solche, die bei zukünftigen Tauchgängen vermieden werden müssen. c. Bestimmen und Notieren der Wiederholungsgruppe am Ende des Tauchgangs. d. Logbucheintrag (Instructor unterschreibt). e. Vervollständigen des Papierkrams für die Brevetierung.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 43


Name

Datum

Tauchen im Trockentauchanzug Wiederholungsfragen Teil I

An den Tauchschüler: Beantworte die folgenden Fragen, und bringe das ausgefüllte Blatt zur nächsten Lektion mit. 1.

Erkläre, weshalb sogar leichte Hypothermie ein Problem für Taucher sein kann, und erläutere, wie man sie vermeidet.

2.

Wie führst du mit einem Trockentauchanzug die Tarierungskontrolle an der Oberfläche zum Bestimmen der korrekten Bleimenge durch?

3.

Warum ist es wichtig, mit einer zu eng anliegenden Halsmanschette nicht zu tauchen?

4.

Beschreibe die empfohlenen Methoden, um mit einem Trockentauchanzug an der Oberfläche positiven Auftrieb zu erhalten, unter Wasser neutralen Auftrieb herzustellen und aufrechtzuerhalten, und einen Anzug-„Squeeze“ zu vermeiden.

5.

Beschreibe, wie man unter Wasser Luft in einen Trockentauchanzug bläst.

6.

Beschreibe, wie man unter Wasser Luft aus einem Trockentauchanzug ablässt.

7.

Was solltest du tun, wenn du durch überschüssige Luft in deinem Trockentauchanzug zu viel Auftrieb hast?

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 44


8.

Wie wirst du mit zu viel Luft in den Beinen oder Füssen deines Trockentauchanzugs fertig?

9.

Woran solltest du hinsichtlich deiner Atmung denken, wenn du in einen schnellen / unkontrollierten Aufstieg gerätst (sog. „Hochschiessen“)?

10. Beschreibe, was du tun solltest, wenn du einen plötzlichen Wassereinbruch in deinem Trockentauchanzug bemerkst?

Erklärung des Tauchschülers: Die von mir nicht oder falsch beantworteten Fragen wurden mir erklärt, und ich verstehe sie jetzt.

Unterschrift

Datum

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 45


Name

Datum

Tauchen im Trockentauchanzug Wiederholungsfragen Teil II

An den Tauchschüler: Beantworte die folgenden Fragen, und bringe das ausgefüllte Blatt zur nächsten Lektion mit. 11. Erkläre, wodurch sich Nass- und Trockentauchanzüge in ihrer Art der Isolierung unterscheiden.

12. Liste sechs Faktoren auf, die bei der Auswahl eines Tauchanzugs zu berücksichtigen sind: 1. 2. 3. 4. 5. 6. 13. Erkläre, was man unter dem Carotis-Sinus-Reflex versteht, wodurch er verursacht wird und wie man ihn vermeidet.

14. Liste sechs Materialien auf, die für die Herstellung eines Trockentauchanzugs üblicher Weise verwendet werden. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 15. Erkläre den Zweck eines Argon-Systems sowie die Vor- und Nachteile, die mit dem Gebrauch eines solchen Systems verbunden sind.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 46


16. Wodurch wird ein Anzug-„Squeeze“ verursacht, und wie kann man dies vermeiden?

17. Erkläre, was du tun solltest, wenn du versehentlich zu viel Auftrieb bekommst.

18. Beschreibe die empfohlene Pflege und den regelmässigen Service für einen Trockentauchanzug.

19. Beschreibe die grundlegenden Schritte, um ein Loch in einem Trockentauchanzug aufzuspüren und zu flicken.

20. Liste die Arten von Reparaturen auf, bei denen empfohlen wird, dass du sie vom Hersteller oder einem PADI Dive Center oder Resort durchführen lässt.

Erklärung des Tauchschülers: Die von mir nicht oder falsch beantworteten Fragen wurden mir erklärt, und ich verstehe sie jetzt.

Unterschrift

Datum

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 47


Name

Datum

Tauchen im Trockentauchanzug Wiederholungsfragen Teil I – Antwortschlüssel –

1.

Erkläre, weshalb sogar leichte Hypothermie ein Problem für Taucher sein kann, und erläutere, wie man sie vermeidet. Hypothermie (Unterkühlung) beeinträchtigt das klare Denken und zehrt an den Kräften und der Ausdauer. Zur Vermeidung immer angemessenen Kälteschutz tragen – vor, während und nach dem Tauchgang.

2.

Wie führst du mit einem Trockentauchanzug die Tarierungskontrolle an der Oberfläche zum Bestimmen der korrekten Bleimenge durch? Im Trockentauchanzug mit Unterziehanzug und kompletter Tauchausrüstung solltest du – ohne Luft im Jacket – bis Augenhöhe einsinken, wenn du nach einem normalen Atemzug den Atem anhältst. Wenn du ausatmest, solltest du sinken.

3.

Warum ist es wichtig, mit einer zu eng anliegenden Halsmanschette nicht zu tauchen? Eine zu eng anliegende Halsmanschette kann die Halsschlagadern (Carotis Sinus Arterien) verengen, wodurch sich der Puls ändert und Ohnmacht eintreten kann.

4.

Beschreibe die empfohlenen Methoden, um mit einem Trockentauchanzug an der Oberfläche positiven Auftrieb zu erhalten, unter Wasser neutralen Auftrieb herzustellen und aufrechtzuerhalten, und einen Anzug-„Squeeze“ zu vermeiden. An der Oberfläche bläst du Luft ins Jacket – nicht in den Anzug. Unter Wasser bläst du Luft in den Anzug – nicht ins Jacket. Lasse bereits beim Abstieg etwas Luft in den Anzug strömen und sorge immer für eine neutrale Tarierung, um einen Anzug-„Squeeze“ zu vermeiden.

5.

Beschreibe, wie man unter Wasser Luft in einen Trockentauchanzug bläst. Mit kurzen, leichten Luftstössen.

6.

Beschreibe, wie man unter Wasser Luft aus einem Trockentauchanzug ablässt. In vertikaler Position, mit den Füssen nach unten, Luft durch das Luftauslassventil ablassen (ggf. Arm mit Auslassventil etwas hoch halten) – und zwar gleichmässig und mit Gefühl.

7.

Was solltest du tun, wenn du durch überschüssige Luft in deinem Trockentauchanzug zu viel Auftrieb hast? Inflatorschlauch abkoppeln (wenn dieser das Problem verursachte). Sofort über das Luftauslassventil Luft ablassen oder Hals- bzw. Handgelenkmanschette etwas öffnen – „flaring“-Technik (Abspreizen der Beine und Füsse) einsetzen, um den Aufstieg zu verlangsamen.

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 48


8.

Wie wirst du mit zu viel Luft in den Beinen oder Füssen deines Trockentauchanzugs fertig? Rolle vorwärts, Rolle rückwärts oder mittels „ball tuck“ Methode schnell zu einer „Kugel“ zusammenrollen und auf den Rücken drehen – falls erforderlich sofort Luft ablassen.

9.

Woran solltest du hinsichtlich deiner Atmung denken, wenn du in einen schnellen / unkontrollierten Aufstieg gerätst (sog. „Hochschiessen“)? Auf keinen Fall den Atem anhalten.

10. Beschreibe, was du tun solltest, wenn du einen plötzlichen Wassereinbruch in deinem Trockentauchanzug bemerkst? Den Tauchgang sofort beenden. Luft in das Jacket blasen, um Auftrieb zu bekommen – Bleigurt nur abwerfen, falls unbedingt erforderlich. Anzug zum Service bzw. zur Reparatur bringen, falls nötig. Erklärung des Tauchschülers: Die von mir nicht oder falsch beantworteten Fragen wurden mir erklärt, und ich verstehe sie jetzt.

Unterschrift

Datum

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 49


Name

Datum

Tauchen im Trockentauchanzug Wiederholungsfragen Teil II – Antwortschlüssel –

11. Erkläre, wodurch sich Nass- und Trockentauchanzüge in ihrer Art der Isolierung unterscheiden. Nasstauchanzug – Wasser dringt zwischen das Neopren und deine Haut und wird dort eingeschlossen. Das Wasser wird durch die Körperwärme erwärmt, das Neopren bietet Isolierung gegen die Kälte des Wassers. Trockentauchanzug – zwischen Trockentauchanzug und dem Körper des Tauchers ist Luft (oder ein anderes Gas) eingeschlossen, die Wärme viel schlechter ableitet als Wasser. Die Luft, die Unterziehanzüge und der Trockentauchanzug selbst wirken als Isolierung gegen die Kälte des Wassers. 12. Liste sechs Faktoren auf, die bei der Auswahl eines Tauchanzugs zu berücksichtigen sind: 1. Wassertemperatur 2. Deine körperlichen Eigenschaften hinsichtlich Wärme 3. Grad deiner Aktivität unter Wasser 4. Tiefe 5. Dauer des Tauchgangs 6. Wetter 13. Erkläre, was man unter dem Carotis-Sinus-Reflex versteht, wodurch er verursacht wird und wie man ihn vermeidet. Druck auf die Halsschlagadern (Carotis Sinus Arterien) wird vom Körper fälschlich als zu hoher Blutdruck interpretiert. Dadurch wird der Herzschlag gesenkt. Dies kann Schwindel und Ohnmacht auslösen. Er kann von einer viel zu eng sitzenden Halsmanschette eines Trockentauchanzugs ausgelöst werden. Vermeide dies, indem du deine Halsmanschette richtig anpasst. 14. Liste sechs Materialien auf, die für die Herstellung eines Trockentauchanzugs üblicher Weise verwendet werden. 1. Geschäumtes Neopren 2. Beschichtetes Gewebe 3. Crushed Neopren 4. Vulkanisierter Gummi 5. Trilaminat 6. Materialverbund 15. Erkläre den Zweck eines Argon-Systems sowie die Vor- und Nachteile, die mit dem Gebrauch eines solchen Systems verbunden sind. Zweck – alternatives Inflatorsystem für einen Trockentauchanzug. Vorteile – bietet mit dem gleichen Unterziehanzug eine bessere Isolierung als Luft und nimmt Gas von einem separaten Gassystem (verringert nicht den Luftvorrat zum Atmen). Nachteile – Anschaffungs- und Wartungskosten für das Argon-System; man muss einen gewissen Grad an Vorsicht walten lassen; damit niemand versehentlich daraus atmet; es gibt nur wenig Untersuchungen über die Auswirkungen auf die Dekompression beim Tauchen, wenn Argon verwendet wird. Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 50


16. Wodurch wird ein Anzug-„Squeeze“ verursacht, und wie kann man dies vermeiden? Ein Anzug-„Squeeze“ tritt auf, wenn man beim Abstieg keine Luft dem Trockentauchanzug hinzufügt. Es lässt sich vermeiden, indem man darauf achtet, dass der Inflatorschlauch angekoppelt ist und einwandfrei funktioniert, und während des Abstiegs regelmässig Luft in den Anzug bläst. 17. Erkläre, was du tun solltest, wenn du versehentlich zu viel Auftrieb bekommst. Inflatorschlauch abkoppeln (wenn dieser das Problem verursachte) und sofort über das Luftauslassventil Luft ablassen. Hals- bzw. Handgelenkmanschette etwas öffnen, um überschüssige Luft abzulassen, „flaring“-Technik einsetzen, und gleichzeitig Luft über das Auslassventil und die Manschetten ablassen. Ein Aufstiegsseil verwenden, um den Aufstieg bremsen zu können. 18. Beschreibe die empfohlene Pflege und den regelmässigen Service für einen Trockentauchanzug. Spüle den Trockentauchanzug nach dem Tauchen in sauberem Süsswasser. Spüle das Lufteinlass- und das Luftauslassventil gründlich. Hänge den Anzug über etwas, das keine scharfen Knicke oder Falten verursacht, und setzte ihn nicht direkter Sonneneinstrahlung aus. Reinige den Reissverschluss mit einer weichen Zahnbürste und warmem Seifenwasser. Pudere die Hals- und Handgelenkmanschetten nach dem Trocknen mit Talkum oder wie vom Hersteller empfohlen. Ein jährlicher Service durch qualifiziertes Fachpersonal wird als vorbeugende Massnahme empfohlen. 19. Beschreibe die grundlegenden Schritte, um ein Loch in einem Trockentauchanzug aufzuspüren und zu flicken. Um ein Loch aufzuspüren, kann man eine Taschenlampe verwenden, den aufgeblasenen Trockentauchanzug untertauchen oder Seifenwasser auf den aufgeblasenen Anzug geben. Geflickt werden Anzüge aus Neopren, Crushed Neopren, beschichtetem Gewebe und Trilaminat, indem von innen ein Flicken aufgeklebt wird. Die betroffene Stelle wird gesäubert und getrocknet; danach wird auf der Innenseite ein Flicken mit dem dafür geeigneten Kleber festgeklebt. Anzüge aus vulkanisiertem Gummi werden von aussen geklebt. Ein geeigneter Flicken wird auf die gereinigte und getrocknete Stelle auf den Anzug geklebt. 20. Liste die Arten von Reparaturen auf, bei denen empfohlen wird, dass du sie vom Hersteller oder einem PADI Dive Center oder Resort durchführen lässt. Austausch der Manschetten, Austausch des Reissverschlusses, Instandsetzen der Ventile. Erklärung des Tauchschülers: Die von mir nicht oder falsch beantworteten Fragen wurden mir erklärt, und ich verstehe sie jetzt.

Unterschrift

Datum

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 51


PADI Abenteuertauchgang Training Record Abenteuertauchgang:

TAUCHEN IM TROCKENTAUCHANZUG Überblick

• Abstieg – Achten auf Anzug-„Squezze“ • Neutrale Tarierung – Balancieren auf den Flossenspitzen („pivoting“) • Neutrale Tarierung – Schweben („hovering“) • U/W Tour im Trockentauchanzug • Aufstieg – Sicherheits-Stop • Ab- und wieder Anlegen des Tauchgeräts und des Gewichtssystems an der Oberfläche • Ausstieg • Debriefing • Logbucheintrag – „Training Record“

• Besprechung der Wiederholungsfragen • Briefing • Anlegen der Ausrüstung – überschüssige Luft aus dem Trockentauchanzug lassen • Sicherheitscheck zur Kontrolle der Ausrüstung – einschliesslich Kontrolle der Funktion des Trockentauchanzugs und dessen Gebrauch • Einstieg • Tarierungskontrolle an der Oberfläche im Trockentauchanzug

Instructor-Erklärung

„Ich bestätige, dass der Taucher die Wiederholungsfragen dieses PADI Abenteuertauchgangs zufriedenstellend beantwortet und die Leistungsanforderungen erfüllt hat (wie im PADI Adventures in Diving Program Instructor Guide beschrieben). Ich bin PADI Instructor im Lehrstatus, mit aktueller Erneuerung meiner PADI Mitgliedschaft.“ Instructor Name

Vorname

2. Vorname

Nachname

Instructor Unterschrift PADI-Nr.

Tauchgang beendet: Datum

Tag/Monat/Jahr

Instructor Kontakt-Information (DRUCKSCHRIFT bitte) Strasse / P.O.Box PLZ Stadt

Land

Telefon / FAX / email

Erklärung des Tauchers

„Ich bestätige, dass ich alle Leistungsanforderungen dieses Abenteuertauchgangs erfüllt habe. Mir ist bewusst, dass es zum Thema „Tauchen im Trockentauchanzug“ noch mehr zu lernen gibt, und dass die Teilnahme am PADI Spezialkurs „Tauchen im Trockentauchanzug“ sehr empfohlen wird. Ich bestätige auch, dass ich mich an PADIs „Standard-Verfahren für sicheres Tauchen“ halten werde.“ Unterschrift Taucher

Datum

Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 52

Tag/Monat/Jahr


PADI Specialty Training Record

Tauchen im Trockentauchanzug (Dry Suit) Ich bestätige, dass dieser Taucher an sämtlichen Theorie- und/oder Schwimmbadlektionen (Schwimmbad bzw. begrenztes Freiwasser), wie in der PADI Kursausarbeitung für den Instructor für den Spezialkurs Tauchen im Trockentauchanzug beschrieben, in zufriedenstellender Weise teilgenommen hat. Ich bin PADI Specialty Instructor im Lehrstatus für diesen Spezialbereich, mit aktueller Erneuerung meiner PADI Mitgliedschaft. Instructor Name

PADI Nr.

Instructor Unterschrift

Abschlussdatum

Tauchgang 1

Freiwasser-Tauchgänge

Ich bestätige, dass dieser Taucher den Tauchgang 1, wie in PADIs standardisierter Spezialkurs-Ausarbeitung Tauchen im Trockentauchanzug beschrieben, zufriedenstellend absolviert hat, einschliesslich: • Anlegen der Ausrüstung – überschüssige Luft aus Trockentauchanzug lassen • Sicherheitscheck zur Kontrolle der Ausrüstung – einschliesslich Kontrolle der Funktion des Anzugs und dessen Gebrauch • Tarierungskontrolle an der Oberfläche im Trockentauchanzug • Abstieg – auf „Anzug-Squeeze“ achten • Neutrale Tarierung – auf den Flossenspitzen balancieren (“pivoting”) und Schweben (“hovering”) • Tauchgang im Trockentauchanzug zum Spass und Vergnügen • Aufstieg – Sicherheits-Stop 5 m / 3 Minuten • Ab- und wieder Anlegen von Tauchgerät und Gewichtssystem an der Oberfläche Ich bin PADI Specialty Instructor im Lehrstatus für diesen Spezialbereich, mit aktueller Erneuerung meiner PADI Mitgliedschaft. Instructor Name PADI Nr. Instructor Unterschrift

Abschlussdatum

Tauchgang 2

Ich bestätige, dass dieser Taucher den Tauchgang 2, wie in PADIs standardisierter Spezialkurs-Ausarbeitung Tauchen im Trockentauchanzug beschrieben, zufriedenstellend absolviert hat, einschliesslich: • Anlegen der Ausrüstung – überschüssige Luft aus Trockentauchanzug lassen • Kontrollierter Abstieg – neutrale Tarierung beibehalten und auf „Anzug-Squeeze“ achten • Inflatorschlauch des Trockentauchanzugs ab- und wieder ankoppeln • Tauchgang im Trockentauchanzug zum Spass und Vergnügen • Aufstieg – Sicherheits-Stop 5 m / 3 Minuten Ich bin PADI Specialty Instructor im Lehrstatus für diesen Spezialbereich, mit aktueller Erneuerung meiner PADI Mitgliedschaft. Instructor Name PADI Nr. Instructor Unterschrift

Abschlussdatum

Ich bestätige, dass ich alle Leistungsanforderungen für diesen PADI Spezialkurs Tauchen im Trockentauchanzug erfüllt habe. Ich bin angemessen darauf vorbereitet, in ähnlichen Gebieten und Bedingungen zu tauchen, wie während meines Kurses. Ich bestätige, dass ich mich an PADIs „Standard-Verfahren für sicheres Tauchen“ halten werde. Taucher Name Taucher Unterschrift

Datum Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 53


Dry Suit Diver Specialty Course Instructor Outline 54

Dry Suit_70233_G  

Specialty Course Instructor Outline GERMAN VERSION Product No. 70233G (Rev. 05/05) Version 2.04

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you