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PEGGY

#Jazz | Neue Musik | Electro arttourist.com gazette 2019

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Jazz | Festivals | Clubs | Neue Musik | Elektronische Musik | Crossover | Ausstellungen


JAZZ IN DER KÖLNER PHILHARMONIE 05.10.2019 Vincent Peirani Quintet

08.02.2020 Rymden

22.11.2019 Jason Moran and the Bandwagon

14.03.2020 Jakob Bro Quartet

27.11.2019 Barbara Dennerlein & Drori Mondlak

und viele andere

Foto: Jakob Owens / unsplash

12.12.2019 Avishai Cohen & Yonathan Avishai

21.03.2020 Vijay Iyer & Craig Taborn

koelner-philharmonie.de 0221 280 280

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PEGGY | arttourist.com Jazz | Neue Musik | Elektro | 2019

Editorial | 3

Allensbach

Editorial

ALLENSBACH HAT'S

Liebe Leserinnen und Leser,
 Freunde des Jazz und der Neuen Musik,

21. JAZZ am SEE 2019 

>>Grenzgänge – Jazz und mehr<< Von Anfang an steht JAZZ am SEE für außergewöhnliche musikalische Grenzgänge, Begegnungen verschiedener Kulturen und Genres und großer Stimmen des Jazz. Ein Konzert mit der Musikerlegende Charlie Mariano war der Beginn der Reihe. Viele weitere unvergessliche Konzerte mit beeindruckenden Künstlern aus der ganzen Welt folgten. Nach dem fulminanten Jubiläum 20 Jahre JAZZ am SEE im letzten Jahr – mit ausverkauften Konzerten und einem begeisterten Publikum – war und ist es eine besondere Herausforderung für das Kultur- und Tourismusbüro

FESTIVALS

Ben Harper © Evil Vince Photo

Antibes (F) 59th JAZZ A JUAN International Jazz Festival in Antibes Juan-les-Pins 12. – 21.7.2019

As the longest running jazz festival in Europe, the International Jazz Festival of Antibes Juan-les-Pins is an integral part of French and European cultural heritage, essential through its outstanding influence, making it one of the most prestigious and efficient means of communication for Antibes Juanles-Pins and the Côte d’Azur on an international level. Since its creation in 1960, throughout the decades “Jazz à Juan” has

Allensbach den Spanungsbogen zu halten. So stehen in diesem Jahr neue musikalische Gesichter ebenso auf der Bühne, wie alt vertraute und Allensbach ans Herz gewachsene Künstler auf dem Programm. Zwar vertraut und doch treten sie in ganz neuen, spanenden Zusammensetzungen auf. Starke Frauenstimmen aus der ganzen Welt sind im diesjährigen Programm unter anderem ein Schwerpunkt. So verschieden deren kulturellen Wurzeln sind, so unterschiedlich sind ihre gesanglichen Ausdrucksformen, so grenzenlos ist ihre Musik. Man kann es global

remained an open and evolving festival. It would be difficult to cite all those who have performed in the magical setting of the Gould pine grove, leaving their stamp for future generations but also their handprints, which you can discover all along the Boulevard of Handprints to be inaugurated this year following the new restructuring around the pine grove. Now celebrating its 59th anniversary, “Jazz à Juan” retains all the visceral instinct of its own legend, welcoming many current and future legendary figures and also organising on several stages in town, in parallel to the main stage, a fringe festival “Jammin’Summer Session” to present emerging formations to the public. www.antibesjuanlespins.com

Bezau (A) Bezau Beatz 8. – 10.8.2019 Das Festival Bezau Beatz im österreichischen Vorarlberg wandelt sich in diesem Sommer zur Pilgerstätte von Menschen mit offenen Ohren.

LIVE AT THEATER 11 ZÜRICH

Kris Kristofferson & The Strangers Seven Soulmate Crimer Caetano Veloso Diana Krall The Beach Boys George Benson Gladys Knight Mi 12.6.19

auch in diesem Jahr werden viele junge Musikerinnen und Musiker sich mit einer gewissen Aufregung und Neugier auf den Weg nach Bremen machen, um bei der jazzahead! erste Kontakte zu knüpfen, sich selbst zu präsentieren, in der Hoffnung einen Vertrag bei einem Label oder Auftritte bei einem Festival oder in einem Jazzclub zu ergattern.

© Shai Maestro

vokal nennen. Darüber hinaus gibt es musikalische Entdeckungen und im Rahmen des Bodensee-Festivals 2019 eine ganz besondere Begegnung. www.allensbach.de 

© Bezau Beatz

Seit mittlerweile zwölf Jahren versammelt Festivalleiter Alfred Vogel Anfang August Musiker aus aller Welt, fernab von Mainstream, ohne auf Genre und Stilrichtungen zu achten, und lockt immer mehr Zuhörer nach Bezau, um gemeinsam auf eine musikalische Entdeckungsreise zu gehen. Dafür bietet das kleine Dorf Bezau, mitten im Bregenzer Wald, den perfekten Rahmen: Natur pur, köstliche Kulinarik und interessante Architektur! Hauptspielstätte von Bezau Beatz ist die alte „Wälderbähnle“-Remise inmitten des Ortes. Die Remise und das Bezau Beatz Café sind der zentrale Treffpunkt des Festivals. Denn der ganze Ort wird zum Klangraum, wie die örtliche Kirche, der Dorfmarktplatz oder gar das historische Wälderbähnle selbst. Und natürlich kann man auch wandern! Denn auch eine behagliche Alpvorsäßhütte auf knapp 1000 Metern über dem Meeresspiegel oder das moderne Panoramarestaurant Baumgarten, in noch luftigeren Höhen mit weitem Blick bis zum Horizont, werden zur Bühne. Eine hervorragende Gelegenheit, Bezau und Umgebung zu entdecken, aufzutanken und Musik mit frischen Sinnen zu genießen. www.bezaubeatz.at

feat.

Mi 26.6.19

Do 27.6.19

So 7.7.19

Di 9.7.19

Mi 10.7.19

Mo 15.7.19

Einzige Konzerte in der Deutschschweiz VERANSTALTER: AllBlues Konzert AG

www.ticketcorner.ch

www.allblues.ch

Hinter ihnen liegen oft Jahre mit musikalischer Früherziehung, Instrumentenunterricht, Chor und Schulorchester und ersten Band- und Auftrittserfahrungen. So wie bei meiner Tochter, die seit fünf Jahren bei einem engagierten Musikschullehrer Trompete lernt und davor musikalische Früherziehung und Flötenunterricht absolviert hat. Immer mit Spaß und Freude, vor den Auftritten mit dem Gang durch das Tal der Tränen, aber einer tollen Entwicklung. Heute spielt sie im Schulorchester und der Concert Band des Ellenrieder-Gymnasiums und war Teil des Jazzgipfels, von dem hier in PEGGY die Rede sein wird. Wenn ich in einem der vielen Konzerte der letzten Jahre sitze, ob dies das Hornkonzert meines jüngsten Patenkindes Anton, die Hausmusik meiner Nichten und Neffen bei den Familienfesten, das Konzert der Big Band unserer Kreuzpfarrei, den Konzerten der Jazz & More oder der Jazzbands beim Jazzgipfel ist, erfreue ich mich an der Musikalität und Spielfreude und mache mir weder für die Klassik noch den Jazz Gedanken um deren Zukunft. Ein großer Dank gilt hier namentlich Enikö Driller, Martin Kneer, Jakob Glässer und Georg Herrenknecht von den vier Konstanzer Gymnasien, Bernhard Scheideck von der Musikschule Konstanz, Martin Paping von der Big Band der Kreuzpfarrei, den Dozenten der Jazz & More und Steffen Schorn und Ralf Schmid, den beiden Dozenten des letztjährigen und diesjährigen Jazzgipfels, stellvertretend für alle engagierten, leidenschaftlichen und leidensfähigen Musiklehrerinnen und Musiklehrer, Dozentinnen und Dozenten an den Hochschulen und allen engagierten freien Musikschaffenden, die sich in ihrer Freizeit für die Musik engagieren. Sie alle machen großartige und wichtige Arbeit, aus der Talente wie Michael Paping und Laurenz Bogen erwachsen, von dem wir noch hören werden.

Jazzgipfel 2019 | v.l.n.r. Ralf Schmid, Martin Kneer, Jakob Glässer, Enikö Drilller und Georg Herrenknecht

PEGGY assoziiert die Jazzsaxofonistin PEGGY Gilbert: eine leidenschaftliche und engagierte Feministin, die sich in den 1950er/60er-Jahren für die Rechte der Frauen in der Musik eingesetzt hat, und die Bands mit ausschließlich Frauen gegründet hat und mit ihnen auf Tour war. So sind wir sehr dankbar, dass wir für unsere PEGGY die wunderbare Nicole Johänntgen gewinnen konnten, die nicht nur ebenfalls eine herausragende Jazzsaxofonistin ist, sondern sich mit ihrem Projekt S.O.F.I.A. heute für Frauen im Jazz engagiert.

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Gut Ding braucht eben Weile. So auch das Projekt JAZZ ACROSS EUROPE, das wir um den für das Projekt zutreffenden Begriff VISIT JAZZ erweitert haben, das in diesem Jahr nun endlich an den Start gehen soll. Ziel ist es, für einen Besuch der vielen besonderen und facettenreichen Jazzfestivals, Jazzclubs und Künstler zu werben und dies mit einem Aufenthalt und der Entdeckung von Städten und Regionen zu verbinden. Es wurde schon viel geredet, versprochen und beteuert. Ohne Resultat. Das soll, darf und muss sich jetzt ändern. Wir treffen Sie – Sie treffen uns auf der jazzahead! in Bremen, für deren Unterstützung wir uns sehr herzlich bedanken, oder unter www.visitjazz.com. Mit herzlichen Grüßen, Ihr

Raphael Wressnig © Erwin Saidnader

Bingen 24. Internationales Jazzfestival BINGEN·SWINGT 28. – 30.6.2019 3 Tage, 6 Bühnen, 30 Bands! Wenn sich Ende Juni die Stadt am RheinNahe Eck zur musikalischen Pilgerstätte wandelt, steht alles im Zeichen des diesjährigen Mottos hammond & keys. BINGEN·SWINGT erweist dem Instrument mit dem eingängigen Sound durch großartige Acts wie Barbara Dennerlein, Matthias Bublath und Organ Explosion eine besondeWEITER AUF SEITE 4

Kai Geiger

PEGGY

includes articles in English on page 3, 4, 9, 10, 12, 14, 15, 21, 22, 23, 24, 25, 28, 29, 30

Kai Geiger ART CITIES IN EUROPE GmbH geiger@artcities.com

Impressum: ART CITIES IN EUROPE GmbH | Titel: Nicole Johänntgen © Daniel Bernet | Produktion, Gestaltung & Layout: Chris Bernert, chris@ deluxe-grafik.com | Druck: Druckhaus Waiblingen www.dhw.de | Redaktion: ART CITIES IN EUROPE GmbH, Glärnischstraße 7, D-78464 Konstanz, Tel. +49 (0)7531 9073-0, Fax +49 (0)7531 9073-5, www.arttourist.com, info@arttourist.com 

Danke:

DRUCKHAUS WAIBLINGEN


4  |  Cluj-Napoca | Festivals

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Cluj-Napoca (RO)

Jazz in the Park A time for friends and jazz music in the heart of Transylvania This summer, jazz lovers will be able to listen to some of the greatest artists of the genre, in the heart of Transylvania, Romania, at the Jazz in the Park festival. Organized in July 4-7 in Cluj-Napoca, the festival comes with some great news, including the line-up: Marcus Miller, Ghost-Note, Judith Hill, Tiny Fingers, Iordache, Malox, Noya Rao, Shai Maestro Trio, Alaska Snack Time, and many more will perform on the Jazz in the Park stages this year. From its very beginning in 2013, Jazz in the Park focused on the needs and dynamics of the local community. With initiatives such as the Jazz in the Park Fund, the Art in the Street project (formerly named Jazz in the Street), the reusable cups introduced last year or the concerts held in Pata Rât, a segregated area near Cluj-Napoca, Jazz in the Park has developed into something more than just another music event on the market. Seven years ago, it was prohibited for people to use the Central Park (which was about to be the main location of the festival) at its whole potential – no stepping on the grass, no walking your

FORTSETZUNG VON SEITE 3

re Ehre und eröffnet gleichzeitig mit keys ein weites, musikalisches Feld! Hier stehen die klassischen Jazzpianoklänge des Omer Klein oder Reis/ Demuth/Wiltgen Trios gleich neben handgemachtem Techno-Jazz des LBT Trios oder Electronic/Rock-Jazz von Jan Felix May. Ob eher begleitend bei Vocal Acts wie Raphael Jost und Sarah McKenzie oder als Soloinstrument einer Yunee, ob mit den südamerikanischen Rhythmen einer Lily Dahab oder gar als tanzbare Jazzklassiker von Echos of Swing – das Motto keys verspricht eine musikalische Entdeckungsreise! www.bingen.de

© Jazz in the Park, Cluj-Napoca

dog around there. It was with the Jazz in the Park team that things started to change, and the first edition of the festival received a great positive feedback from the local community. Ever since, Jazz in the Park evolved into a pretty massive event, with greater and greater line-ups every year, and many extra activities: art installations, the children area, lounge areas, an ‘office in the park’ area and so on. Artists such as Richard Bona, Bill Laurance, Dhafer Youssef, Robert Glasper, Nik Bärtsch, Nouvelle Vague, Hindi Zahra and Alfa Mist are just a few of the names who performed at the recent editions of the festival,

pital, offering a sumptuous musical feast to the 250,000 guests who join us year after year. Enjoying live jazz on the city’s streets, in its clubs cafés and concert halls, and at open-air night venues – all in the very heart of historical Copenhagen. www.jazz.dk

Malia © Beate Armbruster

Geratsreute Einhaldenfestival 25. – 28.7.2019

Jason Moran Copenhagen Jazz Festival 2017 © Kristoffer Juel Poulsen

Copenhagen (DK) Copenhagen Jazz Festival 5. – 14.7.2019 Every single summer since 1979 Copenhagen Jazz Festival has been taking over Copenhagen as one of Europe’s most important international music events based on eminent artistic quality and a sharp focus on new departures in both Danish and international jazz. Lasting 10 days, the festival envelops the Danish ca-

Wie immer wird das Einhaldenfestival auch 2019 wieder zum Auftakt der baden-württembergischen Sommerferien auf dem idyllischen Kaseshof im oberschwäbischen Geratsreute, der Heimat der Musikerfamilie Hübner, stattfinden. Vier Tage prall gefüllt mit Musik, Kabarett, vielen schönen Eindrücken und Begegnungen auf dem Bauernhof, zwischen Wald und Wiesen. Den Anfang macht wie in jedem Jahr der Jazz. Seit 15 Jahren ist Gregor Hübner Teil des Sirius Quartets, mit dem er in diesem Jahr zum ersten Mal beim Einhaldenfestival auftritt. Sie sind auf innovative Musik spezialisiert. Durch die Erweiterung des klas-

which led to Jazz in the Park becoming one of the most important European festivals of the genre. Jazz in the Park is an access-free event. A special feature, though, as we’ve mentioned above, is the Jazz in the Park Fund, which is meant to support different socio-cultural causes, together with the festival community. If they want to contribute to the Jazz in the Park Fund, people can buy a non-mandatory ticket, and the money raised from the acquisitions goes into financing these causes. This year, the Fund’s purpose is to support the people who have little or no access to culture.

sischen Repertoires bringen die vier Musiker und Improvisatoren vom Sirius Quartet Kompositionen auf die Bühne, die von Rock, Jazz und Weltmusik beeinflusst sind. In den letzten Jahren hat das Sirius des Öfteren mit dem Trompeter und Echo Preisträger Jo Kraus zusammengespielt. Jo Kraus kommt zusammen mit dem Tales in Tones Trio, bestehend aus dem Jazzpianisten Ralf Schmid, Veit Hübner am Bass und Thorsten Krill am Schlagzeug. Die großartige Sängerin Malia wird den Musikerkollegen kräftig einheizen und diesem wunderbaren Abend das Sahnehäubchen aufsetzen. An den weiteren Tagen erwartet das Publikum ein buntes Programm aus Folk, Jazz, Pop und Kabarett, u.a. mit Berta Epple, Lars Reichow, Soie Verde und Willy Astor. www.einhaldenfestival.de

Maarten Mellemans

Gent (B) Gent Jazz Festival 29.6. – 9.7.2019 With both young and upcoming artists opening for well-established jazz cats and a string of blues, folk and wayward pop acts on its nine-day WEITER AUF SEITE 9

Thus, the festival encourages people to enjoy normality and to start thinking about the world around them. The seventh edition focuses on the idea of a time for friends – a time in which you can turn towards the other and offer your help or simply enjoy their company wherever you are. And if you dream of a lovely summer day in the park, surrounded by dear ones, with great jazz artists performing live right in front of you, then Jazz in the Park is the place to be. www.jazzinthepark.ro

Ascona (CH)

Brass Band- Jack An

JAZZASCONA 2019

Das New Orleans Festival am Lago Maggiore | 20. – 29.6.2019 JazzAscona 2019, das sind 180 Konzerte mit Jazz, Blues, R&B, Gospel und Rock’n’Roll,  aber auch Blasmusikparaden, legendäre Night Jam Sessions, Treffen mit Musikern und kulinarische Spezialitäten aus Louisiana. Seit 35 Jahren  erlaubt JazzAscona, eines der beliebtesten Festivals im Tessin, in die musikalische Welt von New Orleans einzutauchen: Das idyllische Städtchen am Lago Maggiore verwandelt sich dabei in ein sommerliches Jazz-Mekka. JazzAscona, bekannt und beliebt wegen der fröhlichen Ferien­ stimmung und der magischen Atmosphäre am Lungolago, stellt auch in diesem Jahr das Beste

an europäischem Trad Jazz und die Vielfalt der Musik von New Orleans vor. Vom 20. bis 29. Juni werden dieses Jahr an die 40 Bands erwartet, darunter das hochgelobte und Grammy Winner New Orleans Jazz Orchestra, der berühmte Pianist und Sänger  Davell Crawford, die beliebteste Bourbon-StreetBand Kt & the Kanection Band, der Trompeter  Leroy Jones  und die renommierte Dutch Swing College Band.  Weitere Höhepunkte des Programms sind verschiedene Hommagen an Nat King Cole, unter anderem die des Welt-Star-Pianisten Monty Alexander (27. Juni). www.jazzascona.ch


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Stuttgart  | 5

PROGRAMM 32. Theaterhaus Jazztage Donnerstag 18.4.2019 20 Uhr Birthday-Concert Joachim Kühn Carte Blanche für Joachim Kühn zu seinem 75. Geburtstag Joachim Kühn (p) Rolf Kühn (cl) Emile Parisien (sax) Vincent Peirani (acc) Maxime Bender (sax) Chris Jennings (b) Eric Schaefer (dr) Special guest: Till Brönner (tp)

Joachim Kühn 5 © ACT/Steven Haberland

Landgren - Wollny - Haffner - Danielsson_4WD © ACT/Stephen Freiheit

STUTTGART

32. Theaterhaus Jazztage 18. – 22.4.2019

Die Theaterhaus Jazztage  präsentieren jedes Jahr an Ostern ein umfangreiches und hochkarätiges Konzertprogramm am Theaterhaus. Dabei treffen  regionale wie internationale Musiker, Jazzlegenden und vielversprechende Newcomer aufeinander, was Jahr für Jahr zu spannenden neuen Konstellationen führt. Das Festival vereint die Tradition des modernen Jazz mit aktuellen jazzmusikalischen Entwicklungen und präsentiert auch spartenübergreifende Produktionen. 2017 feierte das Festival sein 30-jähriges Jubiläum, die 32. Theaterhaus Jazztage finden vom 18. bis 22. April 2019 statt.

oder Paula Morelenbaum (Gesang), um mit dem Jazz liebenden Publikum ausgelassen zu feiern.

Auch in diesem Jahr warten die Theaterhausmacher um deren Leiter Werner Schretzmeier mit einem hochkarätigen, abwechslungsreichen und in der Zusammenstellung der Musiker spannenden Programm auf. Gestartet wird in diesem Jahr mit einem Geburtstags-Konzert zu Ehren des Pianisten Joachim Kühn, der in diesem Jahr 75 Jahre alt wird. Joachim Kühn ist einer der wenigen deutschen Weltstars des Jazz. Mit seinem Spiel, das sich über alle Kategorien hinwegsetzt, profilierte er sich zu einem Musiker von Weltklasse. Im zeitgenössischen Jazz hat der Pianist Joachim Kühn bereits markante Spuren hinterlassen, und er hat neue Wege gewiesen. Als Special Guest steht Till Brönner mit auf der Bühne.

Mit „In Memory of Jon Hiseman“, wird dem Schlagzeuger Jon Hiseman, der im letzten Jahr

Ein spannender Abend dürfte auch der Abend von Marialy Pacheco & Omar Sosa werden, die zum ersten Mal zusammen ein Duett mit zwei Pianos spielen. Kürzlich kam es in den Bauer Studios in Ludwigsburg zum ersten Treffen der beiden sowie zum ersten Mal, dass Omar Sosa überhaupt im Duett mit einem anderen Pianisten spielte. Diese Klänge wurden schnell zur Grundlage für alles, was als nächstes kam und was in Stuttgart erklingen wird.

gestorben ist und der mit den Bands Colosseum und dem United Jazz + Rock Ensemble Geschichte geschrieben hat, eine Hommage veranstaltet, bei der ihm u.a. Wolfgang Dauner und die Ack van Rooyen Band die Ehre erweisen und mit auf der Bühne stehen. Das Daimler Classic Jazz Orchestra feiert bei den Theaterhaus Jazztagen sein 20. Jubiläum, die London Jazz Night mit Nubya Garcia und KOKOROKO verspricht erneut ein unvergesslicher Abend zu werden. Lokale Künstler, Jazzfilme und viele weitere Konzerte stehen auf dem Programm der 32. Theaterhaus Jazztage. www.theaterhaus.com

Freitag 19.4.2019 19 Uhr 4 Wheel Drive JazzNights Tour 2019 Landgren/Wollny/ Danielsson/Haffner Nils Landgren (Posaunist und Sänger) Michael Wollny (Piano) Lars Danielsson (Bass und Cello) Wolfgang Haffner (Schlagzeug) 19.30 Uhr „A celebration of friendship“ Birthday-Concert Veit Hübner/Ralf Schmid Veit Hübner (b) Ralf Schmid (p) Paula Morelenbaum (voc) Gregoire Maret (harm) Joo Kraus (tp) Gregor Hübner (v) Torsten Krill (dr) Silke Schmid (v) Fabiana Schmid (v) Fee Hübner (v) Malena (v) Heinz Hübner (v) Adelheid Hübner (va) Iris Hübner (b) Elijah (harp) Ferdinand Hübner (perc) Lino Schmid (perc, vo) 20 Uhr KUU!// Monika Roscher Bigband Monika Roscher (guitar) Jelena Kuljić (vocals) Kalle Kalima (guitar) Frank Möbus (guitar) Christian Lillinger (drums) Samstag 20.4.2019 19.30 Uhr Monika Herzig's Sheroes Leni Stern // NDR Bigband Swing Swing Swing A Tribute To Benny Goodman Leni Stern (g) Reut Regev (tb) Jamie Baum (fl) Jennifer Vincent (b) Rosa Avila (dr) Monika Herzig (p) NDR Bigband featuring Fiete Felsch (cl) Jörg Achim Keller (cond)

Vier Spitzenmusiker – eine Ausnahmeband. Ihr gemeinsamer Antrieb: Jazz und nochmals Jazz. Der schwedische Posaunist und Sänger Nils Landgren ist seit mehr als 25 Jahren die führende Instanz im europäischen Jazz. Am Piano sitzt „der vollkommene Klaviermeister“  (FAZ), Michael Wollny, der „aus jeder nur erdenklichen Musik ein Erlebnis machen kann, das einem den Atem nimmt“ (Süddeutsche). An Bass und Cello ist der umwerfende Schwede Lars Danielsson, ein Meister des Wohlklangs und gefühlvoller Melodiker. Und schließlich am Schlagzeug: Wolfgang Haffner, Deutschlands coolster und bester Drummer, der schon mit allen Jazzkoryphäen der Welt gespielt hat. Unter dem Namen „4 Wheel Drive“ nehmen diese vier großartigen Solisten Fahrt auf und markieren einen zweiten Höhepunkt der Theaterhaus Jazztage. Ein seltenes Jazzereignis, das einen mitreißenden und temporeichen Konzertabend verspricht. Zwei weitere Musiker feiern in diesem Jahr ebenfalls Geburtstag in Stuttgart. Die langjährigen musikalischen Weggefährten, der Bassist Veit Hübner und der Pianist Ralf Schmid, feiern ihren 50. und laden zu ihrer Party viele Künstlerfreunde ein, u.a. Joo Kraus (Trompete), Gregor Hübner (Violine), Gregoire Maret (Mundharmonika), Torsten Krill (Schlagzeug)

20.30 Uhr Web Web feat. Afrob & Majid Bekkas Roberto Di Gioia (Piano, Synth, Percussion) Tony Lakatos (Tenor- und Sopranosaxophone) Christian von Kaphengst (Upright Bass) Peter Gall (Drums) special guest: Afrob (Voc) Majid Bekkas (Voc, Guembri )

20.30 Uhr Marialy Pacheco & Omar Sosa Piano “”DUET” // Antonio Lizana & Oriente Marialy Pacheco & Omar Sosa „Duet“ Marialy Pachecho (p) Omar Sosa (p) Antonio Lizana & Oriente Antonio Lizana (sax, voc) Jesús Caparrós (b) Daniel Garcia (p) Shayan Fathi (dr) Jose Maria Castano (Dance)

Marialy Pacheco Duets © Markus Jans

21 Uhr Die Abenteuer des Prinzen Achmed - Der legendäre Silhouettenfilm von Lotte Reiniger mit der neuen Musik von Renaud Garcia-Fons Renaud Garcia-Fons (bass) Bruno Caillat (perc) David Venitucci (accordion) Henri Tournier (Flute) Claire Antonini (theorb) Sébastien Bonniau (vibes)

Sonntag 21.4.2019 19 Uhr In Memory of Jon Hiseman Ack van Rooyen (flh) Paul Heller (sax) Peter Tiehuis (g) Juraj Stanik (p, keyb) Ruud Ouwehand (b) Hans Dekker (dr) Wolfgang Dauner (Piano) JCM feat. Clem Clempson (g) Mark Clarke (b) Ralph Salmins (dr) 19.30 Uhr London Jazz Night: Nubya Garcia // KOKOROKO Nubya Garcia KOKOROKO Sheila Maurice-Grey (Band Leader) (Trumpet) Cassie Kinoshi (Alto Saxophone) Richie Seivwright (Trombone) Oscar Jerome (Guitar) Yohan Kebede (Keyboards) Mutale Chashi (Bass) Onome Ighmare (Percussion) Ayo Salawu (Drums) 20 Uhr Local Heroes: ORK Trio // AK Ambience feat. Jumaa & Jakob Manz // Trio TARTAROS ORK Trio (1. Preisträger Stuttgarter Jazztage 2018) Jakob Obleser (Kontrabass) Daniel Roncari (Altsaxophon) Jannis Wolff (Schlagzeug) AK Ambience feat. Jumaa & Jakob Manz Jumaa (vocals) Christoph Heckeler (piano) Axel Kühn (bass, vocoder) Eckhard Stromer (drums) special guest: Jakob Manz (saxophone) Trio TARTAROS Christoph Beck, (tenor/ bassclarinet) Bodek Jahnke (drums/ tabla) Patrick Bebelaar (Piano) 20.30 Uhr Film Stuttgart Premiere It must Schwing – The Blue Note Story Theaterhaus Jazztage 2019 Regie: Eric Friedler. Mit Benny Golson, Wayne Shorter, Sheila Jordan, Quincy Jones, Sonny Rollins, Herbie Hancock, Ron Carter, George Benson, Rolf Kühn, Cecil McBee u.v.a.m. Montag 22.4.2019 11.30 Uhr Daimler Classic Jazz Orchestra Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Orchesters 18.30 Uhr Julia Hülsmann Trio feat. Theo Bleckmann & Werner Neumann // Tingvall Trio Julia Hülsmann Trio feat. Theo Bleckmann & Werner Neumann play „The Beatles“ Julia Hülsmann (p) Marc Muellbauer (b) Heinrich Köbberling (dr) special guests: Theo Bleckmann (voc) Werner Neumann (g) Tingvall Trio Martin Tingvall (p) Omar R. Calvo (b) Jürgen Spiegel (dr) 19 Uhr Die Kusimanten // Klaus Paier - Asja Valcic Quartet Die Kusimanten Tamara Lukasheva (voc) deeLinde (clo, voc) Marie-Theres Härtel (va, voc) Klaus Paier – Asja Valcic Quartet Klaus Paier (acc) Asja Valcic (clo) Stefan Gfrerrer (b) Roman Werni (dr, perc) 19.30 Uhr Die letzten schönen Tage Mehrdad Zaeri (Live Illustration) Kurt Holzkämper (b, electonic)


6 | Bonn

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Bonn

10. Jazzfest Bonn Jazz in seiner ganzen Vielfalt 17. – 31.5.2019 Malerisch am Rhein gelegen, vor den Türen des Siebengebirges hat sich in der Bundesstadt Bonn eine lebendige, produktive Jazzszene von eigenem Format entwickelt. Das Jazzfest Bonn gehört zu den wichtigen Gestaltern und ergänzt den klingenden Veranstaltungskalender der Beethoven-Stadt verlässlich um eine kreative Note. 2009 gründete der Saxophonist Peter Materna das Festival in dem Ansinnen, renommierte Künstler aus dem In- und Ausland sowie spannende Neuentdeckungen aus der Region in Form von Doppelkonzerten auf einer Bühne zu präsentieren. Der Erfolg war überwältigend: Ausverkaufte Konzerte und eine jährliche Vergrößerung des Formates machten das Jazzfest Bonn weit über die regionalen Grenzen hinweg bekannt, 2018 schrieb das US-amerikanische Jazzmagazin Downbeat: „Add Bonn to the list of German fests worth keeping tabs on“ (Joe Woodard, Mai 2018) –

ein Ritterschlag, über den sich der Festivalleiter Peter Materna sehr freut: „Die genuinen Eigenschaften des Jazz – Internationalität, Interkulturalität und Integration der Generationen – möchten wir in die Herzen der Bevölkerung tragen, es ist uns ein Anliegen zu zeigen, wie spannend, lebendig und reichhaltig aktueller Jazz ist“, sagt Materna. In seinem zehnten Jahr hat Materna ein vielfältiges Programm zusammengestellt, das in verschiedenen Räumen der Stadt präsentiert und von einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm flankiert wird. Dem Team ist es wichtig, Musik in dazu passender Umgebung zu zeigen und einmalige Konzertmomente für alle Kunstinteressierten zu bieten, sowohl überzeugten Jazz-Fans wie auch -Neulingen. Bei den Doppelkonzerten stellen die eingeladenen Musiker in jeweils rund

einstündigen Auftritten eigene Kompositionen oder zeitgenössische Interpretationen bekannter Werke vor. Zu den ausgewählten Konzertstätten gehören die Bundeskunsthalle, der Post Tower, das Telekom Forum, das Opernhaus, das Beethoven-Haus Bonn, die Brotfabrik und 2019 erstmals das Pantheon. Eröffnet wird das zehnte Jazzfest Bonn von zwei in Deutschland verorteten Jazz-Quartetten, die ein großes Publikum ansprechen: Die Hamburger Bassistin Lisa Wulff gehört mit zu den Besten der inzwischen sehr gefragten JazzGeneration U30. In ihrem Quartett potenzieren sich die wunderbar fremd und doch vertraut klingenden Erkundungstouren am Bass à la Wulff um ein Dreifaches. Im Anschluss betritt das Quasthoff Quartett die Bühne. Thomas Quasthoff, der weltbekannte Bariton, wird mit seinem persönlichen „Trio Incroyab-

Of Cabbages And Kings © Florian Fries

le“ bekannte Standards interpretieren. „Musik diente schon zu Mozarts Zeiten der Unterhaltung“, sagt Quasthoff. Er ist der Meinung: Künstler sollten ihren Zuhörern eine gute Zeit bereiten, „und sie manchmal auch fordern“. In den darauffolgenden Tagen erlebt das Publikum ein Stelldichein internationaler Stars und Nachwuchskünstler: Joe Lovano, Riccardo Del Fra, Miroslav Vitouš & Emil Viklický, Yellowjackets oder Tower of Power besitzen eine treue Fangemeinde auf der ganzen Welt. Junge Ensembles wie die Band Shake Stew, Lucia Cadotsch, Of Cabbages And Kings oder JO sind bisher eher einem informierten Jazzpublikum bekannt, begeistern aber im internationalen Feuilleton die Kritiker mit ihrem großen Talent, leidenschaftlichen Kompositionen und mutigen Improvisationen. Ein besonderes Augenmerk legt das Jazzfest Bonn in diesem Jahr auf groß besetzte Formationen: Die WDR Big Band arbeitet unter der Leitung von Bob Mintzer erstmals zusammen mit Knower, einem 2010 gegründeten Duo für elektronische Musik. Eine Erkundungstour, die ein Aufbruch in neue kreative Klangwelten verspricht. Wenige Tage später spielt die Jazzrausch Bigband erstmals in Bonn, zum Abschluss wird Monika Roscher mit ihrer Bigband tanzbare Grooves im Telekom Forum präsentieren. Aufgrund des großen Interesses hat das Festival sein Rahmenprogramm weiter ausgebaut. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums veranstaltet das Jazzfest Bonn erstmals ein OpenAir-Konzert auf dem Bonner Marktplatz. Bands aus NRW sind eingeladen, den Jazz umsonst und draußen im Herzen der Stadt zu erleben. Anlässlich der Feierlichkeiten zu 70 Jahren Grundgesetz wird die Stadt Bonn das Event zu einem Bürgerfest erweitern. Jazz und Demokratie auf einer Bühne – schöner kann man ein Jubiläum nicht feiern. Die Vermittlungsarbeit gewinnt an Bedeutung. Neben eigenen Printpublikationen wie dem 64-seitigen Magazin „zettbe:“ ergänzt das Jazzfest Bonn regelmäßig seine Online-Angebote. Unter anderem gibt es auf der Homepage seit diesem Jahr den Blog „Musik entdecken“. In den Gesprächen mit Künstlern, Wissenschaftlern und Journalisten tauchen die Festivalmacher tiefer in die Arbeit und das Wirken zeitgenössischer Künstler ein und werfen einen Blick hinter die Kulissen. In kurzen Videos erfahren Interessierte mehr über die Musik, die Werke, Personen und Instrumente. Dies alles geschieht in der Überzeugung, dass Musik einen hohen gesellschafts-, sozial- und bildungspolitischen Wert besitzt, gerade Jazz steht für gelebte kulturelle Vielfalt und Offenheit. Nähere Informationen zu den Konzerten, zum aktuellen Rahmenprogramm sowie den Download des Festival-Magazins „zettbe:“ unter www.jazzfest-bonn.de

Joy Denalane und Roberto Di Gioia © Max Herre


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Dresden | 7

Luca Stricagnoli [it], Joscho Stephan [d], John Scofield [us] und Tommy Emmanuel [aus] an der Gitarre sowie Sheila E. [us] an den Drums. Das Pasadena Roof Orchestra, die Gastgeber Klazz Brothers & Cuba Percussion, die Vokalisten von Cadence, Naturally 7, The Bulgarian Voices und Voxid sowie außergewöhnliche Ensembles wie Alpin Drums, 10 String Orchestra, Rhapsody Three, Trio Elf, das LeipJAZZig-Orkester und Mnozil Brass erweitern das Festival Line-Up um einige weitere, außergewöhnliche Stilistiken.

ADAM BEN EZRA © Ezra Gozo Mansur

NINA HAGEN © Jim Rakete

YOUN SUN NAH © Sung Yull Nah

Dresden

Jazztage Dresden 2019 Rund 80 Konzerte mit über 400 Künstlern aus 30 Nationen laden an 33 Festivaltagen zu einem Programm unter dem Motto OUT OF SPACE 23.10. – 24.11.2019 Als Festival „von Musikern für Musiker gemacht“, gegründet vom Ensemble Klazz Brothers, das u.a. mit dem Programm „Classic meets Cuba“ international unterwegs und erfolgreich ist und unter Leitung von Festivalintendant – und Bassist der Klazz Brothers – Kilian Forster, entwickelten sich die Jazztage Dresden zu einem Festival mit einer programmatischen Vielfalt und musikalischen Qualität, das im internationalen Festivalkalender auf Augenhöhe neben anderen großen Festivals steht. Nach einem großartigen Jahrgang 2018 mit knapp 40.000 Besuchern zelebrieren die Jazztage Dresden, inzwischen eines der größten Jazzfestivals in Deutschland, auch in diesem Jahr das, was den Jazz in der gesamten Vielfalt und Fülle seines Genres ausmacht: Lust auf Neues, Offenheit für Experimente, Freiheit im Ausdruck aber auch souveränes und entspanntes Zulassen von Bewährtem. Noch bevor der große runde Festivalgeburtstag 2020 seine Schatten voraus wirft, brechen die Jazztage bereits 2019 mit dem Festivalmotto OUT OF SPACE zu neuen Ufern auf – beim Anblick der neuen Hauptspielstätte Ostra-Dome könnte man auch sagen, die Jazztage Dresden landen in einer neuen Galaxie. Mit Nina Hagen haben die Jazztage Dresden eine Künstlerin als Titelgesicht des aktuellen Festivaljahrganges, die das Festivalmotto so treffend verkörpert wie wohl wenige sonst. Ihre Entwicklung im musikalischen wie auch darüber hinaus ist wohl als Reise durch den Weltraum gut beschrieben. Zu den Jazztagen kommt die „Godmother of Punk“, die in ihrem musikalischen Werdegang auch außergewöhnliche Jazzprogramme aufzuweisen hat, mit ihrem Programm „von Brecht bis Blues“.

Bob Geldof – Rocker, Initiator der wohl größten, jemals veranstalteten Rockkonzerte – der Live Aid-Konzerte von 1985 und 1989, Aktivist für die Hungerhilfe in Afrika und ausgezeichnet mit dem Titel eines Ehrenritters ist „Sir Bob Geldof“ eine ebenso vielseitige wie schillernde Musikerpersönlichkeit. Und er ist – natürlich – ebenso als SingerSongwriter aktiv. Wie auch Konstantin Wecker dies als Liedermacher im deutschsprachigen Raum ist – ebenfalls als Musiker mit klarer gesellschaftspolitischer Botschaft und gerne auch überdeutlicher, direkter Sprache.

Curtis Stigers [us], Bob Geldof [irl] und Konstantin Wecker [d] vervollständigen das Line-Up der Vokalisten – und werden durch eine musikalische Lesung von Sky Du Mont ergänzt. Als Virtuosen der besonderen Art an ihrem jeweiligen Instrument begrüßen die Jazztage Barbara Dennerlein an der Hammond [d], Adam Ben Ezra [isr] und Renaud Garcia-Fons [fr] am Kontrabass, Stanley Clarke an Kontrabass und E-Bass [us] sowie Kinga Glyk [pl] am E-Bass. Weiterhin erwarten die Jazztage

Die programmatische Grundausrichtung des Festivals liegt im Wesentlichen darin, den Reichtum und die Vielfalt im Genre Jazz zu erforschen, sowohl bekannteren Stilformen als auch Unbekanntem und Experimenten am Rande des Genres und im Grenzgebiet zu anderen Genres Raum zu geben und miteinander in Beziehung zu setzen. Erweitert um die direkte Interaktion und Verknüpfung unterschiedlicher Stile (innerhalb des Jazz) oder auch Genres (z.B. in Richtung Klassik oder Pop) sowie der Öffnung in Richtung anderer Künste wie Tanz, Literatur oder Schauspiel bereichern die Jazztage damit das überaus reiche kulturelle Angebot Dresdens und Sachsens um einen weiteren wichtigen und attraktiven Bereich, der sowohl regional als auch national und international konstant an Bedeutung gewinnt. Ein kleiner Auszug aus dem Line-Up der letzten Festivaljahre belegt die programmatische Bandbreite des Festivals und das Niveau der künstlerischen Darbietungen: Chick Corea, Gregory Porter, Hiromi, Al Jarreau, Monty Alexander, Take 6, Jamie Cullum, Steve Gadd, Didier Lockwood, Marcus Miller, Mike Stern, Dave Weckl, Dominic Miller, Stacey Kent, Estas Tonnè, Brian Auger, Max Mutzke, Paul Kuhn, Michael Wollny, Vienna Art Orchestra, George Duke und Shakatak. Sie alle waren bei den Jazztagen Dresden zu Gast und zeugen vom kulturellen Leben in Dresden – als Jazz-Stadt auch neben der großen klassischen Tradition. Tradition und Moderne, World und Vision und die großartigen Weiten OUT OF SPACE spiegeln sich im Programm der Jazztage Dresden. Die große reiche Welt des Jazz ist auch in Dresden zu Hause – und Dresden damit in der Welt! Jazztage Dresden 2019 vom 23. Oktober - 24. November 2019 www.jazztage-dresden.de

Die Jazztage Dresden sind 2019 aber auch funkig unterwegs und laden zu Künstlern wie Sheila E., Nils Landgren Funk Unit, Jocelyn B. Smith, Incognito und Tony Momrelle zu jeder Menge Funky Stuff ein. Eine ganze Reihe an Jazz-Pianisten werden ihre so verschiedenen Charaktere in das Festivalprogramm einbringen. Mit Bruno Böhmer Camacho [col], Jan Luley [d], Younee [kor], Matthew Whitaker [us], Iiro Rantala [fin], Ólafur Arnalds [isl], Martin Tingvall [se], Ralph Heidel [d] und David Helbock [d] führen auch die Wege auf den Tasten das Publikum von erdigen Grooves über fein gesponnene Bilder bis ganz weit „out of space“. Als kleines Festival im Festival darf die Reihe an Jazz-Vokalistinnen betrachtet werden. Neben dem Titelgesicht Nina Hagen werden so herausragende Künstlerinnen wie Ute Lemper [d], Lizz Wright [us], Youn Sun Nah [kor] und Jocelyn B. Smith [us] erwartet, ebenso wie Maria Markesini [gr], CLEO [d], Cristina Branco [pt], Rebekka Bakken [nor], Stefanie Heinzmann [ch], Lily Dahab [arg] und Kimberose [fr].

KLAZZ BROTHERS & CUBA PERCUSSION © Mirko Joerg Kellner


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SAXOFON

Instrument des Jahres 2019 Gespräch mit der Jazzmusikerin und Komponistin Nicole Johänntgen In zehn Bundesländern, bestimmt durch den Landesmusikrat, ist das Saxofon Instrument des Jahres 2019, und ihm wird in diesem Jahr ein besonderes Augenmerk gewidmet. Der Belgier Adolphe Sax erfand 1840 das Saxofon und ließ es sich 1846 patentieren. Sein Ziel war es, ein Instrument zu gestalten, das vom Klang zwischen dem warmen Klarinettenklang und dem durchdringenden Klang der Oboe liegt. Die im Saarland geborene Nicole Johänntgen ist Jazz-Saxofonistin (Altund Sopransaxofon) und Komponistin. Sie lebt inzwischen seit vielen Jahren in Zürich, ist dem Saarland, wo alles begann, aber immer noch sehr verbunden. So wurde sie im letzten Jahr Botschafterin des Landes Saarland, gemeinsam mit einem Kreis von mehr als 100 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft. Neben ihrer regen Konzert- und Kompositionstätigkeit, dem Spiel in verschiedenen, zum Teil von ihr gegründeten Ensembles, wie z. B. als Teil der „Sisters in Jazz“ oder auch solo, ist sie sehr engagiert in der musikalischen Früh(jazz)erziehung wie beispielsweise in dem Netzwerk S.O.F.I.A., das von ihr ins Leben gerufen wurde und das sich für Frauen im Jazz einsetzt. Wir sprachen mit Nicole Johänntgen.

Fotos © Daniel Bernet

Die Landesmusikräte von zehn Bundesländern in Deutschland haben das Saxofon zum Instrument des Jahres 2019 erklärt. Ein kurzes Plädoyer, warum das Saxofon das tollste Instrument der Welt ist? Haben Sie schon einmal Saxofon gespielt? Falls nicht, schnappen Sie sich eines und probieren Sie es aus. Es wird Ihnen gefallen! Ich gebe Ihnen die erste Stunde und dann haben Sie die Antwort! Das Saxofon besitzt eine grosse Soundpalette, die mich fasziniert. Ein klassisch oder jazzig gespieltes Saxofon klingt anders. Ich staune immer wieder aufs Neue. Ein fantastisches Instrument! Wie war Ihr Weg in die Musik, wie kamen Sie zum Saxofon? Ich habe eine Saxofonistin gesehen in einer Musiksendung und wollte danach auch Saxofon spielen können. Sie war sofort mein Vorbild.   Gab es Künstlerinnen oder Künstler, die Sie in Ihrer Entscheidung, auf Ihrem Weg inspiriert und begleitet haben?  An erster Stelle meine Familie. Denn zu Hause gab es immer die Möglichkeit zu musizieren. In der Band meines Vaters. Im Jugendjazzorchester anschließend. Ich hatte und habe eine riesen Freude an meinem Instrument. Candy Dulfer, Maceo Parker, David Sanborn, Cannonball Adderly waren damals die Musiker, die mich inspiriert haben. Persönlich hat mich mein Saxofonlehrer Dieter Kraß an der Musikschule Sulzbach-/Fischbachtal inspiriert und begleitet. Noch heute denke ich sehr gerne an den Unterricht zurück. Während meines Studiums habe ich den Saxophonisten Dave Liebman kennengelernt. Er ist ein toller Lehrer und spielt fantastisch Saxofon. Ein weiteres Vorbild.   Sie sind als Komponistin und Musikerin gefragt und viel unterwegs und

finden immer noch Zeit, Herzensprojekte zu initiieren und für diese da zu sein. Eines davon ist Kids Jazz Club. Was hat es damit auf sich, und warum ist Musik für Kinder so wichtig?  Es ist enorm wichtig, dass Kinder die Möglichkeit haben, Musik zu machen. Gemeinsam zu musizieren. Aufeinander zu hören. Konzentration beim Üben. Ich erinnere mich, dass ich den Ansporn hatte, besser zu werden auf meinem Instrument. Schon als Kind und jetzt immer noch. Wenn das ein Kind spürt, ist das doch nicht schlecht, oder? Musik gehört zur Bildung dazu und umso wichtiger in hektischen Zeiten.  Kids Jazz Club ermöglicht Kindern einen einfachen Einstieg in die Improvisation. Die Kids Jazz Club Workshops richten sich an Kinder mit und ohne Instrumente. Wir arbeiten viel mit Perkussion. Bewegen uns viel und vertonen alte schwarz-weiss Comicfilme. Basierend auf Improvisation. Alles ohne Notenblätter. Das macht allen sehr viel Spaß! Manch Erwachsener hat mit Jazz so seine Mühe. Wie begegnen, lassen sich Kinder auf den Jazz ein?  Meine Schülerinnen und Schüler sind sehr offen für den Jazz. Ich habe viele Schüler, die noch sehr jung sind und mit denen ich zu Beginn Kinderlieder und bekannte Songs spiele. „Oh when the Saints“ spiele ich sehr gerne mit den Kids. Sie lassen sich auf alles ein, was Spaß macht.    Ein anderes Projekt ist SOFIA. Für was steht SOFIA? Wer oder was ist SOFIA? SOFIA setzt sich für Frauen in der Musik ein. Der Name steht für Support Of Female Improvising Artists. Im Jahr 2013 habe ich zusammen mit Claudio Cappellari, Geschäftsführer des Zürcher Jazzclubs Moods,

die Konferenz SOFIA ins Leben gerufen. Ich sage immer, dass es die Tochter von „Sisters in Jazz“ ist. Sisters in Jazz gehörte damals zur amerikanischen Organisation IAJE, International Association of Jazz of Education. Sie haben jährlich einmal im Jahr Frauen aus aller Welt ausgewählt, um in der Band „Sisters in Jazz“ zu spielen. Ich war im Jahr 2003 mit dabei als einzige europäische Musikerin. Wir waren insgesamt sieben Frauen aus unterschiedlichen Ländern und haben eine Woche mit professioneller Anleitung zusammen eigene Songs gespielt und intensiv geprobt. Die Band war Teil eines grossen Jazz-Kongresses. Wir waren mitten im Jazz-Imperium. Umgeben von Lizz Wright, Oscar Petersen, Dave Liebman, John Patitucci, Elvin Jones und vielen anderen. Es war eine grandiose Zeit. Viel Spielen, neue Freunde gewinnen, super Energie und umgeben sein von der Top-Jazz-Liga. Vor einigen Jahren stoppte die Organisation IAJE das jährliche Zusammentreffen aufgrund von Geldproblemen. Fortan gab es kein „Sisters in Jazz“ mehr. Als ich da-

von hörte, habe ich mich an die tollen Momente zurückerinnert und fand es sehr schade, dass es diese wunderbare Plattform nicht mehr gab. Kurzzeitig dachte ich, ob ich wohl „Sisters in Jazz“ in der Schweiz weiterführen kann? Wie entstand die Idee zu SOFIA und mit welchen Zielen und welcher Vision sind Sie an den Start gegangen? Nachdem ich gehört habe, dass es „Sisters in Jazz“ nicht mehr geben wird, kam in mir der Wunsch auf, den Spirit des tollen Förderprogramms weiterzutragen, weiterzuführen, weiterleben zu lassen. Der Gedanke schlummerte ca. zwei Jahre in meinem Kopf. August 2013, heisse Sommertage in Zürich, und es war Zeit, etwas Neues auf die Beine zu stellen. Ich wollte „Sisters in Jazz“ weiterführen auf eine zeitgemässe Art, vermengt mit Business-Wissen und Musikmachen. Ich wollte einen eigenständigen Namen hierfür haben, und da fiel mir während einer Tour der Name SOFIA – Support Of Female Improvising Artists ein. SOFIA als Fortsetzung oder Tochter von „Sisters in Jazz“. SOFIA findet alle

zwei Jahre in der Schweiz statt und vergibt sechs Plätze an Musikerinnen aus der Schweiz und dem Ausland. Das Ziel ist es, Musikerinnen international zu vernetzen, sie zu ermutigen in dem, was sie machen und machen möchten, und ihnen ein umfangreiches Wissen über das Musik-Business mitzugeben. Mir ist wichtig, dass die Teilnehmerinnen aus unterschiedlichen Ländern kommen. Der Grund hierfür ist, dass jede von uns Infos über das Land erhält, wo man eventuell später einmal eine Konzerttour plant. So kann man wichtige Infos sammeln und austauschen. Zu allen Workshops werden Dozentinnen und Dozenten eingeladen, die mit ihren Erfahrungen ihr Wissen den Teilnehmerinnen weitergeben. Musikerinnen sind dazu eingeladen, sich zu bewerben mit einem Performance-Video und einem Motivations-Video. Eine Jury wählt sechs Teilnehmerinnen aus. 2018 haben Frauen aus der Schweiz, aus England, Österreich und Tschechien einen Platz gewonnen.


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Wie ist die Rolle, das Standing der Frauen im Jazz? Mich freut es, dass es immer mehr Jazzmusikerinnen gibt, die ihre eigenen Projekte voranbringen. Die eine Vision haben. Mit oder ohne Kinder auf Tour sind und mit ihrer Musik und ihrer Persönlichkeit andere Musikerinnen und Musiker inspirieren. An den Hochschulen ist es noch so, dass es sehr wenige Jazz-Dozentinnen und Jazz-Professorinnen gibt. Das muss sich ändern. ich würde es sehr begrüssen, wenn es eine Art finanzielle Unterstützung gäbe für Frauen, die auf Tour sind und auf Babysitter angewiesen sind. Beim Thema Musikerin, Familie und aktives Touren gibt es noch einiges zu tun und zu überdenken, auch in Bezug auf Mutterschutz. Das Projekt „Babysitter on tour“ würde vielen Musikerinnen und Familien helfen. Ist es gut so, oder was muss sich ändern, und was kann SOFIA dazu beitragen? SOFIA ist ein Pool für Inspiration und Mut. Je mehr, desto besser. SOFIA organisiert alle zwei Jahre im März einen großen Kongress in Zürich? Was passiert dort? Eine unserer Förderer ist die Zürcher Hochschule der Künste. Dort treffen sich die SOFIA-Teilnehmerinnen und das Organisationsteam und verbringen fünf intensive Tage miteinander. Je zwei bis drei Workshops finden pro Tag statt und beinhalten folgende Themen: Wie bewerbe ich mich effizient? Wie promote ich meine Musik? Auf was muss ich achten, wenn ich Verträge aufsetze? Wie steht es um meine soziale Sicherheit im Alter? Abends wird gemeinsam gejammt. 2018 haben wir fast täglich Jam Sessions gespielt. Nach wie vor ist dies für Musikerinnen und Musiker nicht eine ideale Plattform, um zu musizieren. Es ist eine Art Haifischbecken. Aber es ist eine gute Möglichkeit, um andere Musikerinnen und Musiker spielend kennenzulernen und zu sehen, wo man selbst steht. Das ganze Programm wird mit Yoga und Tai Chi abgerundet. Die Kurse sind ebenfalls offen für Zuhörerinnen und Zuschauer. Wo und wie ist SOFIA präsent, und wie wird man ein Teil von SOFIA? Nicole Johänntgen: SOFIA ist im europäischen Raum präsent. Bisher erhielt ich Einladungen aus Schweden, Bulgarien, Island, USA und Deutschland. je eine SOFIA-Konferenz im Festivalprogramm oder Schulprogramm zu präsentieren. Meistens dauern diese Ses-

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sions zwischen einer und vier Stunden. In dieser Zeit decke ich alle Themen im Musikbusiness selbst ab, erzähle von meinen Erfahrungen und gehe spezifisch auf jede einzelne Musikerin und deren Wünsche ein und gebe ihnen Mut und Inspiration mit. Es gibt Dokumentationen zu den einzelnen Konferenzen in Zürich online auf der Website (www. sofia-musicnetwork.com). Bei der grossen Konferenz in Zürich kann man mit dabei sein, wenn man sich ein halbes Jahr vor der Konferenz bewirbt. Die Bewerbungsphase dauert etwa drei Wochen. Wir achten bei der Auswahl darauf, dass sowohl Instrumentalistinnen als auch Sängerinnen mit dabei sind. Das ganze Programm ist sehr persönlich. Keine Massenabfertigung. Sondern wir gehen auf jede einzelne Teilnehmerin ein, die einen Platz bei SOFIA gewonnen hat, und versuchen herauszufinden, was ihr gut tut, und sie in dem zu bestärken. Wenn man nicht ausgewählt wird, kann man sich trotzdem auch als Zuhörerin viele Workshops anschauen. Wissen soll international geteilt werden, und dafür steht SOFIA. Sie sind solo, mit Ihrer Band Henry, Ihrem Quartett, den  „European Sisters in Jazz“ und vielen weiteren Formationen unterwegs. Und mit Piet Klocke? Wie kam es dazu? Ich habe Piet Klocke schon im Fernsehen damals mit Frau Kleinknecht am Saxofon gesehen und bewundert. Das hat mir immer gefallen. Und dann wusste ich, dass er in Zürich eine Rede hält für den bekannten Schweizer Musiker Nik Bärtsch. Ich war vor Ort und habe ihn gefragt an der Bar, ob ich ihm, Piet Klocke, meine CD schenken dürfte? Da hat er nicht nein gesagt. Von da an waren wir per Mail in Kontakt. Und dann fragte er mich eines Tages per SMS, ob ich eine Free Jazz spielende Saxofonistin kenne, die Lust und Zeit hat mit, ihm in der Schweiz aufzutreten? Dann überlegte ich kurz. Ich war im Flugzeug, kurz vor Start. Und ich dachte an meine Zeit in New York. Dort spielte ich intensiv mit einer Band namens „12 Houses“ jeden Sonntag im Nublu Musikclub Free Jazz. Und ich schrieb: Ja! Und so kam es zur Zusammenarbeit.   Was ist noch offen? Welche Ideen, Projekte sind noch nicht gemacht? Mein Solo-Projekt starte ich jetzt mit Konzerten im In- und Ausland. Mein Orchesterwerk wächst. Wenn auch nur langsam. Ich habe mit meiner Henry Band eine Schallplatte aufgenommen und die sollten wir auch spätestens 2020 präsentieren. Es gibt noch einiges zu tun! Jetzt gibt es erst einmal meine erste Solo-CD in wenigen Wochen. Alles selbstgemacht. Von der Aufnahme bis zum Cover. Aber noch viel Arbeit! Smile!

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bill, Gent Jazz Festival firmly reestablishes itself as Belgium’s biggest rebel jazz festival. Headliners this year are Gregory Porter, Sting, Fred Hersch, José James, Terence Blanchard, Diana Krall, Jamie Cullum, Joan Baez and John Zorn, who handpicked over two dozen of renowned jazz musicians to play a wide selection of his notorious ‘bagatelles’. Make sure to also catch jazz kittens like Maisha, Makaya McCraven, Blick Bassy and Moses Boyd though, or local heroes like STUFF. and MDC III. Or … just stroll around the bewitching festival site – an enormous garden of a 13th century hospital – while sipping Belgian beer and excellent cocktails. Yes, it’s that kind of laidback festival. www.gentjazz.com

29 June and 18 July 2019. The festival will feature more than 300 names in 27 different venues around Istanbul. www.caz.iksv.org

Wynton Marsalis

Marciac (F) Jazz in Marciac 2019 25.7. – 15.8.2019

Life is much sweeter and nicer in the summer… And so will it be in Marciac, more than anywhere else when, from 25th July to 15th August, the greatest jazz musicians will drop their suitcases full of swing and dreams at the village with two steeples. Jazz in Marciac with Sting, Wynton Marsalis, Ahmad Jamal, Melody Gardot, Jamie Cullum, Gregory Porter, Beth Hart... and many more !” www.jazzinmarciac.com

zen of concert-halls in Nancy (France – Great East), NJP has one purpose to create live music moments ! The full line-up will be revealed in June.  The following artists are already confirmed  : RYMDEN, DELUXE, ALPHA WANN, BEIRUT and MAYRA ANDRADE. More than 100 artists will complete this eclectic line-up which defines Nancy Jazz Pulsations. As always, NJP offers many free concerts all over the city: a Sunday afternoon in the Parc de la Pépinière full of music, some jazz concerts in the bars during afterwork or a full evening of concerts in more than 20 bars… Nancy Jazz Pulsations is the not-to-be-missed autumn festival in Great East of France.  www.nancyjazzpulsations.com

Chloe Lelievre Arrivee BP Nantes

Nantes (F) RDV de l’Erdre JAZZ & BELLE PLAISANCE FESTIVAL 26.8. – 1.9.2019

Abdullah Ibrahim © Shanna Jones

Diersbach (A) Jazz am Bauernhof: Inntöne-Festival 7. – 9.6.2019 Zum bereits 34. Mal findet am Pfingstwochenende (7.-9. Juni 2019) das Internationale Inntöne-Jazzfestival statt. Musiker aus aller Welt, eine ausgewählte Bio-Kulinarik und spezielle Angebote für Kinder machen das Inntöne-Festival zum „charmantesten Jazzfestival aller Zeiten“ (Die Presse, 13.5.2018). Moderne Weltklasse, österreichische Jazzkünstler, neue Londoner Szene oder Roots-Musik: Mit vielen Spielarten des Jazz wartet das diesjährige Inntöne-Programm auf. Wie bei der Musik wird auch beim Essen auf höchste Qualität gesetzt. Für Kinder gibt es auch in diesem Jahr ein umfangreiches Programm mit Puppentheater, Basteln, Bauen, Malen, Töpfern und Tanzen. www.inntoene.com

© 2017 FFJM–EmilienItim

Montreux (CH) 53. Montreux Jazz Festival 28.6. – 13.7.2019 Founded in 1967 by Claude Nobs, the Montreux Jazz Festival  takes place over 2 weeks each summer in Switzerland. With ambitious programming choices and a savoir-faire forged in the hospitality industry, the Montreux Jazz Festival offers a  haven of peace to both artists and public, where time seems to stop, as the most improbable encounters become reality. The  Festival draws more than 250,000 visitors each year to the shores of Lake Geneva for concerts of renowned acoustics and  numerous free-access events. In Montreux, the intimacy that encourages improvisation remains a top priority.  www.montreuxjazzfestival.com

A week long outdoor festival alongside a beautiful river. 12 riverside cities involved. 15 stages, 470 artists and more than 100 concerts . 200 boats and over 150 000 people in the audience from all fields. Program includes Jazz, all kinds of JAZZ music: from blues to electro jazz, going through swing and contemporary jazz. World famous artists, but also emerging artists, mostly from the region! Big concerts on the « Nautique » stage (floating stage), but also more intimate concerts in unusual places. Some boats of an exceptional nature by their elegant lines, their fine materials or even their long history linked to the Erdre river. A celebration and friendly atmosphere, ideal to make new discoveries, wander around and meet people. And let’s not forget...oysters and some muscadet to enjoy on the sunny docks! www.rendezvouserdre.com

DAS GESPRÄCH FÜHRTE KAI GEIGER. © Nancy Jazz Pulsations

Die deutsche Saxophonistin und Komponistin Nicole Johänntgen lebt seit 2005 in Zürich. Sie hat sich als energetische Improvisatorin international etabliert und wird weltweit als Solistin für Musikfestivals und Jazzclubs gebucht. 2013 gründete Johänntgen das Pionierprojekt „SOFIA – Support Of Female Improvising Artists“, das improvisierenden Musikerinnen international im komplexen Musikgeschäft der Gegenwart helfen soll, sich zu etablieren. Sie engagiert sich für den Nachwuchs und leitet seit einigen Jahren den Kids Jazz Club, der Kindern einen leichten Einstieg in die Welt der Improvisation bietet. Nicole Johänntgen wurde mehrfach ausgezeichnet. www.nicolejohaenntgen.com

Istanbul (TR) THE 26TH ISTANBUL JAZZ FESTIVAL THE MASTER HANDS OF JAZZ ARE IN ISTANBUL 29.6. – 18.7.2019 Organised by the Istanbul Foundation for Culture and Arts (IKSV) and sponsored by Garanti Bank for 22 years, the Istanbul Jazz Festival will once again host leading names and new discoveries from the world of jazz, as well as the stars of contemporary music between

Nancy (F) NANCY JAZZ PULSATIONS 9.– 19.10.2019 One of the oldest Jazz Festival in France, Nancy Jazz Pulsations is about to celebrate 46 years of jazz, blues, swing, rock and contemporary music in 2019.  Since 1973, many changes occurred to  the festival, but the  spirit and the identity of a wonderful legacy has been kept. Welcoming more than 90 000 visitors every year during 11 days in over a do-

Jazzkantine © Marc Stantien

Ravensburg Landesjazzfestival BW 2019 in Ravensburg/ Weingarten 6. – 24.11.2019 Bereits zum zweiten Mal nach 2003 bekam der rührige Verein Jazztime Ravensburg e.V. mit seinen knapp 400 Mitgliedern den Zuschlag, das Landesjazzfestival auszurichten. Geplant WEITER AUF SEITE 10


10  |  Riga | Festivals

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ist neben hochkarätigen Konzerten auch ein breitgefächertes Rahmenprogramm mit Workshops, Bildender Kunst, Tanz, Fotografie, Film, Literatur und Jazz für Kinder. www.jazztime-ravensburg.de

SCHAERER KALIMA BEHRENDT & Vox Nostra PSALMODIA 13.10.2019 17 Uhr Münster Schloss Salem

neuen, heutigen Kontext. Der Ablauf des Konzertes orientiert sich an der Form des Psalmgesangs bzw. der Psalmodie, dem alten klösterlichen Wechselgesang des Mittelalters, der bis heute gepflegt wird.   13.10.2019 | Münster Schloss Salem www.salem.de

www.salem.de

Judith Hill

Rochester, NY (USA) CGI Rochester International Jazz Festival 18th Edition 21. – 29.6.2019

Riga (LV)

Rigas Ritmi Festival 2019 2. – 6.7.2019

Rigas Ritmi Festival is the most loved improvisation, jazz and world music happening in Latvia. The stages are located at different spots in Riga featuring concerts by both world-famous and young musical talents. It is already nineteenth year of the festival and on its stages performed more than 550 artists from around the world. Rigas Ritmi so far is attended by more than 170 000 people thus festival has gained the status of a stateimportance cultural event. Initially the festival took place once a year during the first week of every July, but in the last eight years it has expanded to additional Winter and Spring concert sessions. Rigas Ritmi Festival is a musical celebration in the very middle of Baltic States with performances of outstanding artists such as Bobby McFerrin, Diane Reeves, “Take 6”, Richard Bona, “BBC Big Band”, Patti Austin, Freddy Cole, “The Yellowjackets”, Victor Wooten, Buika, Jojo Mayer, Medeski Martin & Wood, Robert Glasper, Diane Schuur, Adam Ben Ezra as well as the greatest Latvian musicians and new talent from all around. The idea of an international contemporary jazz and improvisation music festival in Riga in 2001 was initiated by Latvian jazz musician and producer Maris Briezkalns, who currently holds the position of the festival’s artistic director. Among the cornerstones of the festival are master-classes and seminars for young musicians held by world renowned masters. Every year young people, music teachers, journalists as well as others attend these happenings and participate in

© Rochester Int. JazzFest

the workshops. One of the festival’s main objectives is to educate, both the audience and young musicians. Besides diverse concerts the festival also features jam sessions and workshops, where world-known musicians share their knowledge and experience to new talent, serving as inspiration and is the turning point for many young musicians in their careers. On this year’s festival the main acts will held the master-classes also, including the ones by Jon Cleary, Jamison Ross, Judith Hill, Paloma Pradal and Jonah Nilsson. The first two are invited especially for this year’s festival celebration of hundred years since the jazz music came to Europe. The main events of the festival will take place at the Riga Congress Hall including performances by the three-continent union of musicians “Freedoms Trio”, the prestigious Grammy prize holder from New Orleans Jon Cleary, amazing young talent and the winner of prestigious Thelonious Monk contest Jamison Ross, stellar powervocalist Judith Hill, French Flamenco artist Paloma Pradal and the new pride of Swedish music Jonah Nilsson.

From legendary performers and familiar favorites, to rising stars and new discoveries, the CGI Rochester International Jazz Festival navigates all genres of creative improvised music from all corners of the world.  More than 208,000 people attended the 2018 Festival. “The canvas of musical colors we’ll present will be brighter than ever,” said John Nugent, Artistic Director and Co-producer. “Our patrons can look forward to hearing all forms of creative improvised music, from hard bop, soul, funk grooves, classic jazz, big bands to free form, avant-garde and the straight up blues. We take great pride in working hard to bring amazing music for everyone to enjoy. Don’t forget, it’s not who you know, it’s who you don’t know!” www.rochesterjazz.com

Salem Schaerer / Kalima / Behrendt & Vox Nostra PSALMODIA Im Herbst findet im Münster des Schloss Salem ein ungewöhnliches und einzigartiges Konzert statt. Das Konzept des Konzertes ist, mittelalterliche Vokalmusik (aus originalen Handschriften) in Dialog mit Improvisationen und Kompositionen, Jazz und Neuer Musik zu setzen. Ein Wechselgesang über die Jahrhunderte hinweg. Im Münster an mehreren Positionen verteilt und in Bewegung begegnen sich die Zeitenklänge. Das Vokalensemble VOX NOSTRA Berlin (Spezialisten für Alte Musik) mit Winnie Brückner (Sopran), Philipp Cieslewic (Altus) und Burkard Wehner (Tenor und Leiter des Ensembles) liefert die Vokalgesänge – im Dialog mit dem Trio Vocal (Andreas Scherer), E-Gitarre (Kalle Kalima) und Orgel (Andreas Behrendt). Sie nehmen die motivischen und harmonischen Impulse der alten Vokalgesänge auf und stellen sie improvisatorisch und kompositorisch in einen

Saalfelden (A) 40. INT. JAZZFESTIVAL SAALFELDEN 22. – 25.8.2019 Im österreichischen Saalfelden wird dieses Jahr Geburtstag gefeiert! Mario Steidl und sein Team nehmen das 40. Jubiläum zum Anlass, sowohl das Festival als auch sein Umfeld neu zu gestaltet. Die Hauptbühne im Zentrum der Stadt und die Konzertreihe „Short Cuts“ bleiben mit 20 Konzerten primärer Tummelplatz für internationale Acts, doch neue Bühnen erobern das Städtchen inmitten der malerischen Berglandschaft. Konzerte auf Almen oder eine Bergwanderung mit Musikern lassen die Natur rund um Saalfelden hautnah erleben. Die beiden Artists in Residence, Maja Osojnik und Lukas König, erWEITER AUF SEITE 12

There will be free festival concerts available at the open-air venues “Egle” and “Origo Summer Stage” as well as jazz club “Trompete”, but don’t forget to enjoy great festival concerts at “VEF Jazz Club” and “OlainFarm Jazz Nights” happening at the club “Kalku varti” in the old town also. Welcome to jazzy, groovy Riga! www.rigasritmi.lv

Hilden

Ramon Valle Trio, Foto © Gerhard Richter

HILDENER JAZZTAGE 18. – 23.6.2019

Groove – Künstler wie Miles Davis, Charlie Parker und John Coltrane kannten sein Geheimnis, hatten dieses intuitive Gespür, im richtigen Moment das Richtige zu tun, den richtigen Ton zu spielen. Wenn Musiker gemeinsam im Groove sind, entsteht dieser besondere Moment. Körper und Geist werden eins mit der Musik und den Zuhörern. Dann heißt es: Augen schließen, Vibrations fühlen. Let´s groove! Genau das wird auf den 24. Hildener Jazztagen passieren. „In diesem Jahr ist die halbe Welt bei uns zu Gast“, erklärt Peter Baumgärtner, Jazzdrummer und kreativer Kopf des Festivals. Er Jonah Nilsson

betont: „Es spielen Künstler brasilianischer, chilenischer, kubanischer, libanesischer und südafrikanischer Herkunft. Ihr musikalischer Background ist vielfältig, aber etwas haben sie alle gemeinsam: Sie grooven. Garantiert!“ Freuen darf man sich besonders auf: Schlagzeug-Legende Wolfgang Haffner, der bei „International Jazznight“ in der Stadthalle auftritt. Weltstars wie Al Jarreau und Pat Metheny und Hildegard Knef haben ebenso mit ihm gearbeitet wie Bill Evans, oder Xavier Naidoo. Sie alle liebten seinen feinfühligen, unverwechselbaren „Haffner Touch“. www.hildener-jazztage.de


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Hamburg | 11

dort die Gitarristin Mary Halvorson mit Code Girl auf. Die Band vereint zwei Bläser, Bass und Schlagzeug mit der fulminanten Stimme der indisch-amerikanischen Sängerin Amirtha Kidambi und natürlich mit Halvorsons nie um eine überraschende Wendung verlegenen Gitarrenspiel (15.10.2019). Die polnisch-deutsche Saxofonistin Angelika Niescier, ein Ideenreaktor erster Güte, stellt ihr Trio mit Chris Tordini (Bass) und Gerald Cleaver (Schlagzeug) vor (31.1.2020), und die Schweizer Pianistin Sylvie Courvoisier liefert mit ihrem langjährigen Trio mit Drew Gress (Bass) und Kenny Wollesen (Schlagzeug) lauter Lehrstücke über die Freiheit, nicht nur in der Musik (22.3.2020).

Die Königsklasse des Jazz: Klaviertrios

Ambrose Akinmusire © Pierrick Guidou

Hamburg

Immer überraschend, schon mal aus Prinzip Jazz in Elbphilharmonie & Laeiszhalle Hamburg in der Konzertsaison 2019/20 Jazzclubs liegen von Haus aus gern in der Tiefe des Raumes. Weit unten, im Keller. Das ist auch in Hamburg so. Die Stadt hat mit dem Birdland oder dem Mojo Club angesehene Läden, die deutlich unter Normalnull liegen. Die schönste und neueste Jazz-Location der Stadt aber erhebt sich 110 Meter hoch über dem Meeresspiegel in den Himmel. Sie heißt Elbphilharmonie und ist gerade das heißeste Konzerthaus des Planeten. In der Elbphilharmonie gibt es einen Großen Saal, da passen 2100 Leute rein. Und einen Kleinen Saal. Der fasst rund 540 Zuschauer. Und dann gibt es noch ein drittes Schmuckstück von einem Raum für ungefähr 600 Leute, der liegt viereinhalb Treppen hoch überm Gorch-FockWall: den Kleinen Saal der Laeiszhalle. In diesen drei Sälen rollt die HamburgMusik für

alle Fans und Liebhaber der improvisierten Musik auch in der kommenden Saison wieder einen wunderbar vielfarbigen Teppich aus neuen Klängen und Ideen aus.

Fünf Konzerte im „Elbphilharmonie Sommer“ Schon im August 2019, während des „Elbphilharmonie Sommers“, laufen im Großen Saal der Elbphilharmonie drei Jazzkonzerte und zwei Filmvorführungen, zu denen live Jazz gespielt wird. Den Anfang macht der Saxofonist Charles Lloyd, einer der letzten wunderbaren Grand old men des Jazz. In seiner Band spielen mit Julian Lage und Marvin Sewell gleich zwei aufregende und aufregend unterschiedliche Gitarristen (7.8.2019). Zwei Tage später improvisiert Antonio Sánchez,

Als die Pianistin und Komponistin Carla Bley in den 60er-Jahren Jazz zu spielen begann, war sie damit als Frau noch ziemlich allein auf weiter Flur. Das ist heute ganz anders. Zu welchen Schönheiten Carla Bleys Musik mittlerweile gereift ist, lässt sich beim Eröffnungskonzert der Reihe „Jazz Piano“ im Kleinen Saal der Laeiszhalle erleben, das sie mit ihrem grandiosen Trio mit Andy Sheppard (Saxofon) und Steve Swallow (Bass) gibt (30.9.2019). Auch die fünf weiteren Konzerte der Jazz-Piano-Reihe werden von Klaviertrios bestritten. Fred Hersch, ein Stilist am Klavier, dem man zudem ein allerbestes Händchen bei der Auswahl seiner musikalischen Partner nachsagt, kommt mit John Hébert (Bass) und Eric McPherson (Schlagzeug) (28.10.2019). Shai Maestro zählt zu den vielen tollen Musikern aus Israel, die seit einiger Zeit dem Jazz lauter frische und unkonventionelle Impulse geben. Er spielt mit Jorge Roeder (Bass) und Ofri Nehemya (Schlagzeug) (20.11.2019). Die Berlinerin Julia Kadel, ein aufs schönste unberechenbarer Freigeist, gastiert mit Kalle Enkelmann (Bass) und Steffen Roth (Schlagzeug) (27.1.2020). Und ein britisches Wunder an Flexibilität und Erfindungsreichtum am Klavier namens Django Bates ist mit seinem Trio Belovèd zu erleben (mit Petter Eldh, Bass, und Peter Bruun, Schlagzeug) (6.3.2020).

Anthony Braxton in town

der 2014 allein auf dem Schlagzeug die Filmmusik zu „Birdman“ von Alejandro González Iñárritu einspielte, zu eben diesem Film (9.8.2019). Tags darauf begleitet das Brussels Jazz Orchestra Stummfilme aus den USA (10.8.2019). Der israelische Pianist Yaron Herman kehrt nach seinem großen Erfolg im März 2018 mit seinem Trio in die Elbphilharmonie zurück (28.8.2019). Und der Saxofonist Joshua Redman improvisiert mit dem Kornettisten Ron Miles, Scott Colley (Bass) und Dave King (Drums) über die Musik, die er im vergangenen Jahr auf dem Album „Still Dreaming“ veröffentlicht hat (29.8.2019).

Der Saxofonist Anthony Braxton, einer der Heroen des Avantgarde-Jazz, nimmt im Juni 2020 am Symposion „50+ Years of Creative Music: Anthony Braxton – Komponist, Multiinstrumentalist, Musiktheoretiker“ der Universität Hamburg teil. Am zweiten Kongresstag musiziert er in Begleitung der Harfenistin Jacqueline Kerrod im Kleinen Saal der Elbphilharmonie (19.6.2020). Braxtons Musik steckt voller unerhörter Klänge und musikalischer Vorgänge und löst auf ihre Art die schöne, zeitlos gültige Definition ein, die der amerikanische Autor Whitney Balliett einst dem Jazz gab: „It’s the sound of surprise“.

Jazz at the Phil

Alle Infos sowie Ticketbestellung ab 29. April unter www.elbphilharmonie.de

Der Große Saal der Elbphilharmonie ist auch der Schauplatz der Reihe „Jazz at the Phil“. Hier gibt die Pianistin Hiromi mit ihrem fantastischen Hochenergie-Spiel ihr Solodebüt in Hamburg (12.11.2019). Brad Mehldau (12.3.2020) und Chick Corea (27.3.2020) treten im Abstand von gut zwei Wochen mit ihren grandios besetzten Trios auf. Und auch zwei groß besetzte Ensembles locken die Fans: Wynton Marsalis bringt sein Jazz at Lincoln Center Orchestra an die Elbe, eine unfassbar ausgeschlafene Bigband (12.2.2020). Wolfgang Muthspiel, kosmopolitischer Gitarrist mit österreichischen Wurzeln, hat ein Large Ensemble um sich geschart, zu dem 15 Musiker zählen, darunter ein Streichquartett. Top-Solist ist der charismatische Trompeter Ambrose Akinmusire. Die Band spielt Muthspiel-Kompositionen in Arrangements von Guillermo Klein (4.10.2019)

Führende Jazz-Musikerinnen und der Sound aus New York

Fred Hersch Trio © John Abbott

Drei Bandleaderinnen, deren Projekte jeweils in enger Beziehung mit New York stehen, bringen ihre Musik auf die Bühne des Kleinen Saales der Elbphilharmonie. Im Herbst tritt

Wynton Marsalis © Clay McBride


12  |  Schaffhausen | Festivals

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Gangart 870 © Ursina Giger

Elina Duni © LiliRoze

CRW 4028 Alex Deutsch

Schaffhausen (CH)

30. Schaffhauser Jazzfestival 22. – 25.5.2019

Auch zum 30. Schaffhauser Jazzfestival spiegeln die Organisatoren die Schweizer Jazzszene und folgen der Kontinuität. Aktualität leitet die Auswahl. Öffnung der – ursprünglich aus Amerika stammenden – Improvisationsmusik ist eine Tendenz, die sich fortsetzt. Annähernd 100 Musikerinnen und Musiker bespielen 2019 die Schaffhauser Bühnen, musizieren, reden und performen. Stilistisch ohne Scheuklappen demonstrieren sie in unterschiedlichsten Klangfarben die Vielfalt des aktuellen Jazz in unserem Land. Mit Saxofon, Pauken und Trompeten, mit Alphorn und Jodel begibt sich das Festival zum Auftakt in den größten romanischen Sakralbau der Schweiz, ins Schaffhauser Münster. Die Bürgermusik Luzern, eines der renommiertesten Brassorchester der Schweiz, fünf Solistinnen und Solisten aus der Alphorn- und Jodelszene und der improvisierende Berner Te-

FORTSETZUNG VON SEITE 10

obern ein leerstehendes Gerichtsgebäude, der Stadtplatz und ein Park wandeln sich ebenso zur Bühne wie eine Buchhandlung, ein Museum oder eine Kunsthalle. Zu Gast sein werden Sylvie Courvoisier mit den US-Amerikanern Ken Vandermark, Nate Wooley und Tom Rainey, das Anna Webber Septet. Joshua Redman mit Ron Miles, Scott Colley und Dave King, das Trio Abacaxi um den Gitarristen Julien Deprez sowie das Violine-Piano-Duo Théo Ceccaldi und Roberto Negro. Skandinavien ist mit der Saxofonistin Mette Rasmussen im Duo mit Gitarrist Tashi Dorij sowie mit dem Akkordeonisten Frode Haltli vertreten, aus London reist die Pianistin Sarah Tandy an.

norsaxofonist Marc Stucki werden in der Komposition, die Stephan Hodel für das Schaffhauser Jazzfestival schrieb, sämtliche stilistischen Schranken pulverisieren. An den darauffolgenden Tagen stehen aktuelle Produktionen von arrivierten Jazzerinnen und Jazzern wie Sylvie Courvosier, Christy Doran, Elina Duni und Samuel Blaser auf dem Jubiläums-Tableau. Sie alle legen seit Jahren tiefe Spuren in die hiesige Jazzlandschaft. Neue Gesichter wie Marc Mean, Roman Nowka, Manuela Keller und Lukas Mantel sind ihnen auf den Fersen. Alle verbindet die Leidenschaft, ihre Musik immer wieder neu zu erfinden und weiterzuentwickeln.

punkt, während der Zürcher (Saxofonist und zeitgenössischer Komponist) Daniel Schnyder, an zwei Abenden im Sorell Hotel Rüden, Händel und andere klassische Komponisten als Brücke zum Jazz zitiert. Auch hier werden Grenzen durchlässig.

Jazz meets Beat-Music im Tap Tab Der TapTab Musikklub wird am Freitag vom Raphael Joost’s Standard Trio gejazzt und am Samstag stellt Lucia Cadotsch ihr neues Projekt „LIUN + The Science Fiction Band“ vor (in Zusammenarbeit mit Radio Rasa). Eine Hybridmusik mit Beats und synthetischen Sounds, geführt von Lucias großartiger Stimme, cool und heiß zugleich.

Jazz meets Klassik

16. Schaffhauser Jazzgespräche

Manuela Keller nimmt die Musik von Boris Blacher – er wirkte in den ersten 75 Jahren des 20sten Jahrhunderts – als Ausgangs-

2016 standen im Kulturzentrum Kammgarn an jedem Abend ausschließlich Leaderinnen auf der Festivalbühne. Trotzdem blieben die

Und natürlich ist auch Österreich dabei: Manu Mayr eröffnet das Festival im Duo mit Susanna Gartmayer, Christian Muthspiel gründete für die diesjährige Festivalausgabe das 18-köpfige Orjazztra Vienna und das Multitalent Daniel Riegler und Anthony Coleman präsentieren ihr brandneues Projekt. www.jazzsaalfelden.com

Salzburg (A) Jazz & The City Das Salzburger Festival feiert sein 20. Jubiläum 16. – 20.10.2019 In Salzburg färbt der Herbst nicht nur das Laub im malerischen Mirabellgarten und an den Bäumen entlang der Salzach, er taucht auch die Altstadt in

© LIUN

Klangfarben, die man an diesem Ort eher nicht erwartet. Über 200 internationale MusikerInnen treffen sich an diesen Tagen zu einem Fest, das vor allem eines will: Neugierde wecken, Begegnungen schaffen und Musik präsentieren, die es verdient, gehört zu werden. Das Konzept ist so einfach wie genial: Der Tourismusverband Salzburger

Tallinn (EST)

JAZZKAAR 2019 Jazzkaar celebrates its 30th anniversary!

2. Street-Musikfestival Zum 2. Mal geht das Schaffhauser Jazzfestival im Vorspann auf die Straße mit dem Street-Musikfestival. Am 18. Mai wird die Schaffhauser Altstadt wieder zur Jazzbühne. Neu gibt’s dazu Workshops für Kinder und Jugendliche. Partner ist wiederum die Hochschule Luzern, Studierende spielen StreetJazz und leiten Workshops. www.jazzfestival.ch

Altstadt sowie viele Sponsoren und Unternehmer der Stadt laden ein, bei freiem Eintritt die vielfältigsten Orte an diesen fünf Tagen musikalisch zu erkunden. Dabei führt die Intendantin Tina Heine Salzburger wie Besucher auf teils unbekannten Pfaden, entdeckt Leerstände und Zwischenräume, lädt zu Klangspaziergängen und Blind Dates und erklärt, dass ein Festival mit einem solchen Namen die Stadt explizit als Teil der Inszenierung mitdenken muss. Konsequenterweise ist der Wiener Performancekünstler und Urbanist Oliver Hangl als Co-Kurator für den öffentlichen Raum geladen – u.a. von mobilen Konzerten und Flüstertunneln ist die Rede. Und nostalgische Jubiläumsrückblicke? Die wird es eher nicht geben, konstatiert Heine. Eher denke sie darüber nach, wie die Menschen wohl im Jahr 2039 Musik hören und Festivals erleben werden. www.salzburgjazz.com

Zürich (CH) Live at Theater 11 Zürich:  Die exklusive Sommer­ konzertreihe mit Stars und Legenden

19. – 28.4.2019 Awarded with the title Estonian Best Music Festival, the Tallinn International Festival Jazzkaar is taking place on April 19-28, 2019. Combining an unique and versatile programme with bold solutions, Jazzkaar creates a great jazz festival with the coolest vibe in the Nordic. Jazzkaar celebrates its 30th anniversary this year, paying homage to the very first festival in 1990 with new  albums from the cream of Estonian jazz as well as concerts of the current top jazz musicians in the USA. The main programme of Jazzkaar 2019 includes over 80 concerts. The main performers of this year’s Jazzkaar are Bobby McFer-

Musikerinnen numerisch weit hinter ihren Musikerkollegen zurück. Fragen zum Thema wieso das im Jazz noch immer Alltag ist, ein Blick auf Hintergründe und wie in die Zukunft auf das Ziel, wenn Gender 50/50 Balance auch im Jazz normal sein wird, stehen bei Sarah Chaksad dieses Jahr auf der Tagungsliste.

Estonia Jazzkaar © Rainer Ojaste

rin, John Scofield, Joshua Redman, Mark Guiliana’s Beat Music and Shai Maestro. The heart of the festival will once again be a creative hotspot of Tallinn, the Telliskivi Creative City. See you at Jazzkaar! www.jazzkaar.ee/en/

Nach begeisternden und restlos ausverkauften Konzerten mit David Byrne, Mariza, Dionne Warwick und der Tedeschi Trucks Band legt  AllBlues mit einer exklusiven Sommerkonzertreihe im schönen Theater 11 in Zürich Oerlikon  nach. Den Anfang macht am 12. Juni – exklusiv in der Schweiz – die Country-Folk-Ikone Kris Kristof-

Diana Krall

ferson, begleitet von der legendären ex-Merle-Haggard-Band „The Strangers“. Am 26. Juni ist SEVEN erstmals zu Gast im Theater  11, mit Popsänger Crimer als Duettgast auf Sevens Soulmate Tour. Tags darauf  der  vielleicht kreativste und einflussreichste Künstler der Música Popular  Brasileira: Caetano Veloso gibt sich wieder einmal die Ehre in Zürich,  auch er  im einzigen Schweizer Konzert. Vom 7. bis 15. Juli geht’s Schlag auf Schlag:  Zuerst Jazz-Superstar Diana Krall mit einer „Summernight full of Jazz“ und einer Band der Superlative inklusive Joe Lovano und Marc Ribot. Dann feiern die Beach Boys mit Originalsänger Mike Love „50 Years of Good Vibrations“ und George Benson spielt nicht nur alle seine Welthits wie  „On Broadway“ und „Give Me The Night“, er hat auch ein neues Album im Gepäck: Eine Hommage an Chuck Berry und Fats Domino. Zum Schluss Gladys Knight, die „Empress of Soul“: Endlich kommt die siebenmalige Grammy-Gewinnerin für ein exklusives Konzert in die  Schweiz. Eine großartige Frau und Sängerin im Zenit ihres Könnens. www.allblues.ch


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Bremen | jazzahead!  |  13

jazzahead18 | German Jazz Expo © Jan Rathke, Messe Bremen

Bremen

jazzahead! 2019 Jünger, weiblicher, multinationaler 13. – 28.4.2019 Festival 25. – 28.4.2019 Messe Die jazzahead! ist mehr als eine Messe – sie ist der wichtigste Treffpunkt für die internationale Jazzszene. Als Fachveranstaltung hat sie sich längst fest bei den Branchenvertretern aus Deutschland, Europa und aus aller Welt etabliert. Diese Messe bietet Agenturen, Labels, Künstlern, Medienvertretern, Produzenten und Veranstaltern die Möglichkeit, untereinander Kontakte zu knüpfen. Diese Messe stellt als einzige weltweit den Jazz in den Mittelpunkt des Geschehens. Die jazzahead! ist eine Musikmesse, die neben einem eigenen Showcasefestival und Konferenzen auch ein FESTIVAL und CLUBNIGHT in Bremen unter ihrem Dach vereint und sich über diesen Weg auch dem breiten Publikum öffnet.  Die mehr als 3.000 Teilnehmer der jazzahead! kommen aus rund 60 Ländern und arbeiten in folgenden Bereichen: Künstler und Promoter, Booker, Lables, Agenturen, Verleger, Festival und Club Programmmacher, Vertriebe, Produktionsfirmen, Lobby Institutionen, Vereine & Initiativen, Presse, Medien und mehr.

Viele neue Namen, spannende Instrumentierungen, eine stärkere Präsenz von Frauen, interessante multinationale Projekte: Mit diesen Stichworten lassen sich einige Trends der Showcases beschreiben, die während der von der Messe Bremen veranstalteten Jazzmesse jazzahead! 2019 von Donnerstag bis Sonntag, 25. bis 28. April 2019, geboten werden. Vier international besetzte Jurys arbeiteten sich für die Auswahl durch das Audio- und Videomaterial der insgesamt 764 Bewerbungen. In einem mehrstufigen Verfahren filterten sie die 40 Projekte heraus, die sich dem Fachpublikum und Musikfans vorstellen dürfen. Damit steht das Programm für die vier Kurzkonzert-Serien in der Halle 7 der Messe Bremen und dem angrenzenden Kulturzentrum Schlachthof.

Mit Jazz lässt sich die Nacht zum Tage machen Die jazzahead! CLUBNIGHT 2019 bietet rund 80 Konzerte überall in Bremen So viel Jazz an ein und demselben Abend gibt es in Bremen nur bei dieser Gelegenheit: Während der „jazzahead CLUBNIGHT“ sind in diesem Jahr neben einem Open-Air-Konzert Auftritte in 34 Spielstätten vom Einraumlokal bis zur Markthalle geplant. Von 17 Uhr am Samstag, 27. Ap-

ril, bis in den frühen Sonntagmorgen spielen rund 55 Bands unterschiedlichster Stilrichtungen. Unter dem Link http://bit.ly/CN19PLAYLIST sind Stücke vieler Künstler zu hören. Ein Ticket reicht als Eintrittskarte für alle Clubs, Lokale, Hotels und die weiteren Spielorte. Zugleich dient es als Fahrschein für Busse und Bahnen im Verkehrsverbund Bremen Niedersachsen bis Sonntag um 10 Uhr. Wer es aktiver liebt, steigt aufs (Leih-)Fahrrad und radelt auf eigene Faust oder mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) von einer Location zur nächsten.

2019 besteht das Showcase-Festival aus den Modulen: 25. April Norwegian Night   26. April European Jazz Meeting 27. April German Jazz Expo und Overseas Night www.jazzahead.de

RENT A BIKE AND (JAZZ)AHEAD! DISCOVER BREMEN AND THE CLUBNIGHT WITH A RENTED BIKE AND A BIKE GPS* Rental station: Exhibition Centre in Hall 7 BIKE IT! *Free download: Bremen Bike Citizens App jazzahead 2018 © Jan Rathke, Messe Bremen


14  |  Bremen | jazzahead!

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Norway is in the spotlight @ jazzahead! 2019

Norway at jazzahead!

jazzahead! is partnering up with Music Norway,  Norsk jazzforum,  the  Norwegian Embassy  and  NORLA  to present the country›s contemporary jazz scene over a span of several days. Below, you find a list of all Norwegian acts playing this year›s jazzahead! trade fair and festival. A proud number of 120 musicians, who make up 26 bands, will be travelling to Bremen to showcase Norwegian jazz in all its facets. 

NOJAZZNOFI LTERSNORU LESNOGEN RESNOFRON TIERSNOLIM ITSNORWAY

Jazzahead! Opening 25.4.2019 | 17 Uhr Karin Krog John Surman

Norwegian Night 25.4.2019 | 19:30 – 03 Uhr 19:30-20:00 Thomas Strønen’s Time is a Blind Guide 20:10-20:40 Karl Seglem Band 20:50-21:20 Gard Nilssen´s Acoustic Unity 21:30-22:00 Skadedyr 22:10-22:40 Frode Haltli Avant Folk 22:50-23:20 Kristin Asbjørnsen 23:30-24:00 Espen Berg Trio 00:10-00:40 Hedvig Mollestad Trio ab 23:59 Norwegian Late Night Party w/ DJ Strangefruit

13-28 April 2019

Gala Concert 26.4.2019 | 20:00-22:30 Konzerthaus Die Glocke

Norwegen

© Colin Eick

Mathias Eick Quintet Mathias Eick (tpt), Torstein Lofthus (dr), Espen Berg (p), Audun Erlien (b), Håkon Aase (vln)

Partnerland der jazzahead! 2019

Trail of Souls Solveig Slettahjell (voc), Knut Reiersrud (g), Morten Qvenild (p), Roger Arntzen (b), Pål Hausken (dr)

Norwegen ist das Partnerland der jazzahead! 2019 und steht mit seiner Jazzszene sowohl während der Messe als auch während des jazzahead! FESTIVAL im Mittelpunkt. Der Eröffnungsabend des Showcase-Festivals ist dem Partnerland gewidmet und zeigt acht norwegische Bands auf den Bühnen in Halle 7 und dem Kulturzentrum Schlachthofs. Auf der Messe sind die Partner Country Lounge und der Partnerlandstand die Orte, die norwegische Jazzszene und ihre Protagonisten kennenzulernen. Während des jazzahead! FESTIVAL (13.-28. April) wird Norwegen darüber hinaus der Schwerpunkt zahlreicher Events sein, die die norwegische Kultur dem Bremen Publikum näher bringen, auch über den Jazz und die Musik hinaus. Das Festival zeigt in zweieinhalb Wochen Literatur, Kunst, Theater, Performance sowie Musik und findet seinen Höhepunkt am jazzahead! Messe-Wochenende. 

Mathias Eick, Trompete

© Trail of Souls

JAZZFESTIVALS

in Norwegen

Trumpeter, composer and bandleader Mathias Eick (b. 1979). Mathias Eick is a truly protean talent who has never confined himself to just one style. His involvement in the progressive Norwegian jazz scene dates back over more than 20 years. He was already playing in Jaga Jazzist at the age of 15 and was a member of it for almost 20 years, the period during which the band rose to cult status. In 2008 Eick made his debut album in his own name, “The Door” for the renowned Munich label ECM. With his

MaiJazz 6. – 12.5.2019 www.maijazz.no

Oslo Jazzfestival 11. – 17.8.2019 www.oslojazz.no

Tromsø Jazz Festival dates t.b.c. www.tromsojazzfestival.no

AnJazz 7. – 9.5.2019 www.anjazz.no

DølaJazz 17. – 20.10.2019 www.dolajazz.no

Moldejazz 15. – 20.7.2019 www.moldejazz.no

Polarjazz 31.1. – 3.2.2019 www.polarjazz.no

Trondheim Jazz Festival 8. – 12.5.2019 www.jazzfest.no

Bodø Jazz Open 8. – 11.5.2019 www.bodojazzopen.no

Kongsberg Jazzfestival 3. – 6.7.2019 www.kongsbergjazz.no

Nattjazz 24.5. – 1.6.2019 www.nattjazz.no

Sildajazz 7. – 11.8.2019 www.sildajazz.no

Vossajazz 12. – 14.4.2019 www.vossajazz.no

- A JAZZ POWERHOUSE! TRONDHEIM, NORWAY 2019: MAY 8-12 2020: MAY 6-10 Info, tickets and newsletter: www.jazzfest.no

This year’s jazzahead partner country is Norway. You will play at this year’s gala concert of What is awaiting the audience? We’ll be playing most of the music from „Ravensburg“, our latest album. It has evolved quite a bit on the road, so I think the listeners will enjoy what we’re up to! Tell me about Norwegian jazz – what is its specialty? I think what we see as a specialty in Norwegian jazz is the innovation and lyricism that a lot of players from up north are interested in. We use pauses, air and new traditions to bring the music to new places.   Ibsen, Grieg and Munch are the great figures of Norway’s culture. What importance and opportunities for development does jazz have in Norway? Jazz has for many years had good growing possibilities in Norway. We have steady organizations and great networks for studying and developing the music. Jazz has a large importance in Norwegian culture.    What are the working and general conditions for jazz musicians in Norway? I guess like in many other countries jazz musicians play with musicians from other genres as well, and that makes it more interesting and at the same time more connected to the contemporary art. Many jazz musicians work as teachers in universities too.   

latest CD for the label, “Ravensburg”, Mathias Eick pays homage both to his German grandmother and to the city in Southern Germany, renowned as home to the manufacturer of board games and puzzles Ravensburger. Eick himself is on superb form here as a composer: in the depths of his music he lets compelling rhythms develop, while also allowing the listener to savour incredible melodic depth and sensitivity. www.mathiaseick.no

You are a multi-instrumentalist, but most people primarily know you as jazz trumpeter. You are a composer, arranger, producer and musician in one person. Where is your musical center and how flexible and wide can you spread it out? My musical center is not easy to find! I’m kind of all over the place, I mean when I’m playing the trumpet I keep digging into the piano, drums, bass and violin parts while I’m playing, to me it looks like i have no center but it keeps flowing around because I’ve been playing all this instruments as well!   After three albums and many concerts, you are one of the leading jazz trumpeters in Europe today. You have been named one of the world’s major jazz talents for a long time. Was this motivation or burden? I’ve been very lucky to have all this attention, I’m forever thankful! Actually, it’s not been a burden at all, my trick has always just been to not focus on it. Just focus on the next concert, the next album, the next improvisation. I guess i will start looking into it when I’m in my 60’s!    What are your plans after Midwest, Skala and Ravensburg? My plan is to find a new direction, as I’ve been trying to with all my albums. Make music that goes another way than the previous album, compose music that touches, play concerts for many people and enjoy the music!  DAS GESPRÄCH FÜHRTE KAI GEIGER.


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Bremen | jazzahead!  |  15

Sprungbrett jazzahead! Wir sprachen mit Laila Biali (CAN) und Stu Hunter (AUS), die 2016 und 2017 auf der jazzahead bei den Showcases in der International Night aufgetreten sind,

Laila Biali (CAN) Was it your first visit to jazzahead Bremen, when you first came in 2016? Actually, my first time at jazzahead was in 2013. I performed with CIMA’s Canadian Blast off-site showcase, which was at Club Moments. We had a fantastic experience!

What were your expectations, when you travelled to Bremen at that time? In 2013, I didn’t quite know what to expect. I had been told that it was the biggest jazz conference event in the world, so naturally I was excited and hopeful to make some good connections. But it was when I returned in 2016 to perform at Overseas Night that the jazzahead „magic“ happened. During that visit, I sat down with Siggi Loch from Act Records and my agent Catherine Mayer (Just Jazz International) to firm up plans to make an album together. That meeting was one of the most significant in my career thus far. What happened at jazzahead 2016? How did it change your musical life since then? At jazzahead 2016, I had the opportunity to share what we do in a live concert format with programmers, producers, influencers, and other industry people. And while I had already been in conversation with Andreas Brandis from ACT, I was formally introduced to Siggi at this time, as well as other members of the ACT Music team. The

was sich aus Ihrem Auftritt in Bremen für Sie als Künstler im Rückblick und in einer Vorschau ergeben hat.

decision to release an album together in Europe has been one of the most impactful yet. ACT has embraced my unique musical approach, which is a hybrid of contemporary Jazz and other styles, including Pop and Songwriter. They understand who I am as an artist and have helped bring what I do to listeners around the world. This means more to me than words can express. What would be your advice to young musicians, who will visit jazzahead this year for the first time? The number of people to potentially meet at jazzahead can be overwhelming, but get „the lay of the land“ in advance as much as you possibly can, so you can prioritize who you most hope to connect with. Speak with other artists who have attended in previous years and find out their thoughts on the best ways to take advantage of the opportunities that exist. Go armed with cards and listening materials that stand out but are easy for people to keep track of. Don’t just talk about yourself; show interest in what others are doing and find out what you can about them to see if there might be a mutually beneficial connection. And go hang out at the Maritim Hotel bar because there are lots of interesting people you might bump into there. :)

Stu Hunter You visited jazzahead in 2017 for the first time with the project “STU HUNTER – THE MIGRATION”! – featuring a 10-piece-band of some of Australia’s best contemporary musicians who joined forces to create lush sonic landscapes and melodies embedded in deep rhythms – in Bremen. In 2018, you returned as a trade visitor. What has happened to you since 2017? Has the effort and performance paid off?

I can’t believe it has been almost two years since we performed in Bremen. I was thrilled to return home to Australia with the news ‘The Migration’ album had an unprecedented 5 nominations for the Australian Bell Awards – our national Jazz awards. The album ended up winning ‘Jazz song of the year and ‘Best Australian Jazz Ensemble’ – I was especially happy for the ensemble award as the group is made up of the most extraordinary musicians who I am so blessed to play with. Since then I have been composing a new major suite in this project line and also producing and co-writing a number of albums for other artists including Tina Harrod http://www.tinaharrod.com who performs with The Migration. I also attended Jazz Ahead again in 2018 as a delegate to continue building relationships with the European Jazz community. If you compare the jazz market in Australia with that in Europe. Does it work the same or are there differences? There are huge differences, mainly in the way Jazz works as a business. I was amazed by how in Europe there is so much of a market thriving off the music and hence many business opportunities across the spectrum of the scene. In Australia, whilst the music is of a wonderfully high level of artistry, the relatively small population and the distance between other major cities let alone other countries is so large that there is not the thriving business interacting in the way it does in Europe. It is almost unheard of for there to be Jazz managers or agents in Australia, which means the artist is really forced to do all of that side of the work for themselves. You are a musician, composer and producer. What ideas, advice and visions from Europe did you bring back to your musicians from Europe?

© Rockie Nolan Die kanadische Sängerin, Songwriterin und Pianistin Laila Biali steht ganz in der Tradition kanadischer Musiker-Größen wie Joni Mitchell, Leonard Cohen, Diana Krall oder Michael Bublé, bei denen Einflüsse aus Jazz, Soul, Blues, Folk und Pop ganz natürlich zusammen fließen. In ihrer Musik verbinden sich eindrucksvoll die Prägnanz und Zugänglichkeit des Pop mit der stilistischen und spielerischen Offenheit des

Jazz - sowohl in ihren eindringlichen und höchst abwechslungsreichen Eigenkompositionen, als auch in Bearbeitungen der Musik von Künstlern wie Coldplay oder David Bowie.Laila Biali ist ein leuchtendes Beispiel für eine Generation aktueller Jazzmusiker, die in ihrer Musik Anspruch und Zugänglichkeit verbinden Die Sängerin, Pianistin und Songschreiberin Laila Biali hat für ihr selbstbetiteltes, 2018 erschienenes, ACT-Debütalbum

„Laila Biali“ den JUNO AWARD, Kanadas wichtigsten genreübergreifenden Musikpreis erhalten. Andere Nominierte in der „Vocal Jazz“ Kategorie waren unter Anderem Diana Krall & Tony Bennett und Holly Cole. Ende 2019 kehrt Laila Biali mit einem neuen Album und einer Tour nach Europa zurück. www.lailabiali.com

© Stu Hunter Stu Has worked as a musician, composer, cowriter and producer, performing and recording for over 25 years and has played on and/or produced over 120 releases worldwide. Stu works out of his studio in Sydney, The Habitat Artists Stu has produced include; Tina Harrod, Sarah McLeod, Martha Marlow, Artefact, Wes

It was exciting to see how the Australian music scene stands up alongside the amazing music being made in Europe. The music being made here in Australia is both unique and of a quality that leaves its own distinctive creative mark. I learnt much about the thriving market that exists in Europe and I feel I have a much better understanding of what the European taste makers are looking for and the methods in which they prefer to be approached. Europe is such a wonderfully cultural place and the engagement with the arts there seems so deep in the people’s blood. It is such a pleasure to play music to European audiences and I have been encouraging other Australians to fight to get themselves heard in this highly competitive and rewarding music scene. Australia is not around the corner. Are there any concerns about e.g. the high cost of engaging Australian musicians? There’s no doubt it’s expensive to take a large band from Australia to Europe and so a creative approach can really help. We have been developing a model with ‘The Migration’ – which is made up of all bandleaders who make incredible music in their own right – using the members of the large ensemble we can offer 10 other bands of leading Australian music to perform under ‘the migration’ umbrella. We are essentially offering a mini touring festival of some of the best music Australia has to offer – suddenly a cost-effective idea for a festival curator. As far as Europeans engaging Australian musicians, I do think the bookers and agents are concerned about the cost, however with planning and good lead-times and the setting up a busy performance schedule whilst there, the trip can also become cost effective. We also have great support opportunities from the government to help subsidise touring internationally. Wouldn’t it make sense to represent the interest of Australian musicians in Europe to found a kind of Australia Jazz Office in Europe?

Carr, Leroy Lee. Tina Harrod’s latest release ‘City Of Longing’ (April 2018) was produced and cowritten by Stu and recorded and mixed at his studio – The Habitat. Stu is also highly sought after as a mixing engineer. www.stuthehunter.com

I think that is a great idea and I’d love to see it happen. There have been some very committed individuals and organisations that have supported Australian artists in Europe over many years, but an established JAZZ office would be great. The Australia Council for The Arts has been a huge champion of independent Australian artists and they have a European office, however, this does encompass the entire arts scene.

I was impressed by THE MIGRATION as a monumental work, and this only from sequences of a 40 minutes Showcase in the Kulturzentrum Schlachthof. My first thought. This is something for the big stage, for an opera house - supported by visual elements. Is this conceivable, planned - or was this a one-time project, which will not happen again in this form, and after the recording of an impressed (impressive) CD? I am thrilled that you loved THE MIGRATION, thank you. My intention for this work has always been to be a big-stage festival piece. In my original concept I was indeed considering visuals as a part of the presentation of the music. In the end, I decided to concentrate on just the music with THE MIGRATION however I intend to use visuals in the future. The Migration is the third album and suite of music I have made in a continuing project line that seems to grow larger in scope with every new outing. I have already composed much of the next piece I wish to present, however as it grows, so do my dreams for what this will be. Please stay tuned. DAS GESPRÄCH FÜHRTE KAI GEIGER


17.–20. 10. 2019

weitere Informationen unter: swr.de/donaueschingen

Donaueschinger Musiktage Mit Werken von Mark Andre Johannes Boris Borowski Angela Bulloch Marko Ciciliani Aliénor Dauchez Beat Furrer Herbordt/Mohren Gordon Kampe Bernhard Leitner Nicole Lizée Michael Pelzel

Gérard Pesson Alberto Posadas Michael Rauter Kirsten Reese Eva Reiter François Sarhan Matthew Shlomowitz Sote Simon Steen-Andersen Lidia Zielinska

unter Beteiligung von Michael Alber Sylvain Cambreling Tito Ceccherini curAItor Hermine Deurloo Susanne Fröhlich Katherine Hayles Joseph Houston Mark Knoop MUSE Matthias Pintscher

Kartenvorverkauf unter: reservix.de

Emilio Pomàrico Mike Schmid Bas Wiegers Thorsten Wollmann Ensemble Intercontemporain Ensemble Out There Ensemble Phace Ensemble Resonanz Klangforum Wien SWR Big Band SWR Experimentalstudio SWR Symphonieorchester SWR Vokalensemble


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Jazzgipfel | 17

JAZZGIPFEL KONSTANZ © Michael Schrodt | mschrodt.de

„Bundesliga im Jazz“ Von allen Seiten und aus allen Ecken ertönen Trompeten, Saxofone, Posaunen, Tuba, Schlagwerk ... Es herrscht ein aufgeregtes Gewusel in den Gängen des Ellenrieder Gymnasiums. Es ist wieder Jazzgipfel-Zeit. Schüler aus den vier Konstanzer Gymnasien, dem Ellenrieder-Gymnasium, dem Humboldt-Gymnasium, der Geschwister-Scholl-Schule und dem Suso-Gymnasium haben Probe. Das Beste ist gefragt. Der diesjährige Künstlerische Leiter, der Jazzpianist und Jazzprofessor der Hochschule für Musik Freiburg, fordert: „Jetzt müsst ihr mal richtig kommen, dass man auch in der letzten Reihe ein gutes Gefühl hat.“ Es sind noch zwei Wochen bis zum Konzert, bis zum Jazzgipfel.


18 | Jazzgipfel

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2005 von Martin Kneer, Musiklehrer am Humboldt-Gymnasium, ins Leben gerufen, seit 2006 vom Jazzclub Konstanz unterstützt, ist der Jazzgipfel ein einmaliges Format in Deutschland. Bestandteil sind die Jazzbands der Schulen, die nach Alter und Können gemischt zusammen proben und auf den Jazzgipfel, dem großen Konzert, mit Leidenschaft und Freude hinarbeiten. Der Jazzclub Konstanz unterstützt, in dem es jährlich einen bekannten Jazzmusiker als Workshopleiter engagiert. Der Dozent bringt Musik ein, die von ihm selbst geschrieben und arrangiert wird. „Mit einem renommierten Jazzmusiker zu proben und gemeinsam zu spielen vermittelt den Mitwirkenden immer ein hohes Maß an Authentizität und Professionalität“, so Martin Kneer. Der Jazzclub möchte sich mit seinem Engagement gegen die „Vergreisung“ der Jazzszene stellen, und die Schülerinnen und Schüler sowie die staunenden, begeisterten und stolzen Eltern für den Jazz begeistern und so auch ein Stück der eigenen Jazzclub-Zukunft sichern. Ralf Schmid ist gebürtiger Konstanzer, war Schüler des Humboldt-Gymnasiums und im Schulorchester des Ellenrieder-Gymnasiums. Doch zu seiner Zeit gab es so was wie den Jazzgipfel noch nicht. Er ist in seinem Element. Als Hochschullehrer in allen pädagogischen Tricks bewandert, motiviert und stachelt er die jungen Musikerinnen und Musiker zu Höchstleistungen an: „Mehr groovig als romantisch“, „ Um den 170er Schlag pro Minute zu erreichen, müsst ihr auf 178 üben“, „Blast noch weicher, leicht fliegen wie ein Silberfaden“, ruf er in den Raum, hört zu, lächelt, wird ernst, ermahnt, schreitet ein, stoppt die Probe und: „Rücksichtslos nochmals alles durchspielen!“. Und immer

Workshop Jazzgipfel 2019 © Roland Baumgärtner

wieder singt er mit einem „Badubadubadu“ den Rhythmus vor und mit. Die Mühen und langen Proben werden sich für die Schüler, die begleitenden Musiklehrer, den Dozenten und das Publikum gelohnt haben. Am Ende stand wie in den Jahren davor ein fulminantes, begeisterndes Konzert. Zwei Mal volles Haus. Ralf Schmid steht vorne, geplättet und

begeistert von der hohen Qualität, dem Können und dem Spaß „seiner Musiker“ und der hervorragenden Arbeit in den Schulen. Und dann kommt es: „Ich kenne die Situationen in den Schulen in Freiburg ganz gut. Aber das hier! Ich bin nur froh, dass Freiburg im Fußball in der Bundesliga spielt. Denn das hier in Konstanz ist Bundesliga im Jazz.“

Wir sprachen mit Ralf Schmid, der Musiklehrerin des Ellenrieder-Gymnsiums, Enikö Driller, und den beiden Schülern Laurenz Bogen und Michael Paping, die in diesem Jahr Abitur machen.

LAURENZ BOGEN UND MICHAEL PAPING Wie war der Jazzgipfel? Laurenz Bogen: Der Jazzgipfel war dieses Jahr unter anderem wegen des neuen Veranstaltungsortes wie eine neue Veranstaltung für mich. Es war aber auch dieses Jahr wieder eine runde Sache, die mir und hoffentlich auch allen anderen viel Freude bereitet hat. Michael Paping: Für mich ist der Jazzgipfel immer ein musikalisches Highlight. Er wird durch die unterschiedlichen Special Guests und die verschiedenen Stücke natürlich jedes Mal anders. Dieses Mal hat vor allem das Zusammenspiel mit Ralf Schmidt bei einem unserer Stücke Spaß gemacht und auch die gemeinsamen Auftritte in der schulübergreifenden Band waren sehr cool.

Was habt ihr aus dem Jazzgipfel und den Jazzgipfeln der letzten Jahre für euch mitgenommen? Michael Paping: Dass es extrem viel Spaß macht, in der, im Vergleich zu anderen Konzerten, relativ lockeren Atmosphäre mit anderen Leuten zusammenzuspielen. Außerdem habe ich sehr viel verschiedene Musik gespielt, auch in sehr unterschiedlichen Besetzungen. Außerdem fand ich es schön zu sehen, wie sich aus zuerst unbekannten Stücken immer mehr herauskristallisiert hat, was geil an ihnen ist und wie sie grooven. Laurenz Bogen: Einiges. Zuerst einmal ist es sehr hilfreich, mit den professionellen „Special Guests“ zu arbeiten und in Kontakt zu kommen. So bewerbe ich mich zum Beispiel mo-

mentan für ein Studium bei Johannes Lauer, der vor zwei Jahren Dozent war, in Leipzig. Da wurde mir die Kontaktaufnahme auf jeden Fall deutlich erleichtert, auch wenn die Musikwelt generell eine sehr kleine ist. Man lernt natürlich bei den Jazzgipfeln auch vieles dazu, sammelt erste Bühnenerfahrungen vor größerem Publikum und springt das ein oder andere Mal über seinen Schatten – das alles aber in familiärer, freundlicher Umgebung. Das ist für junge Musiker natürlich äußerst hilfreich. Wie seid ihr auf den Jazz gekommen? Laurenz Bogen: Da gab es für mich jetzt nicht wirklich diesen einen Moment. Es war wohl hauptsächlich familiärer Einfluss. Ich mache jedoch

auch einiges an anderer Musik – den Überbegriff Jazz sehe ich kritisch. Michael Paping: Mein Vater hat angefangen, mit der Familie von Laurenz zusammen in einer kleinen Besetzung Jazz zu spielen. Irgendwann habe ich dann dort mitgespielt. Wirklich regelmäßig habe ich dann aber erst in der Concert Band am Ellenrieder gespielt, später dann auch in unserer eigenen Band, mit der wir auch bei der Jazzgipfel Matinee aufgetreten sind. Hört ihr noch andere Musik? Michael Paping: Im Moment höre ich eigentlich nur klassische Musik, am liebsten Barock. Als Kind habe ich auch viel Wise Guys gehört, zwischendurch auch mal etwas mehr Jazz, aber inzwischen bin ich mit den klassischen Werken voll Michael Paping 18 Jahre, 12. Klasse Ellenrieder Gymnasium, Trompete seit 9 Jahren an der Musikschule Konstanz bei Bernhard Scheideck, Klavier seit 2 Jahren an der Musikschule Konstanz bei Markus Horsch, Schulorchester und Bigband, zwischenzeitlich eigene Band mit Laurenz, verschiedene andere Orchester und Bands, Männerchor der Schule, Neigungsfach Musik Laurenz Bogen 18 Jahre, 12. Klasse Ellenrieder Gymansium, Klavier seit 2006 aktuell bei Andreas Apitz, Geige 2004-2018, Schlagzeug 2008 – 2019 und Posaune seit 2016 aktuell bei Andreas Tschopp, Schulorchester, Schulband, Mitglied der Band „Beyond Headlines“, Band „Duo Funkton“, Sommer 2017 + 2018 Mitglied des preisgekrönten „Caravan Orchestra“ (Leitung: Ilya Shneyveys), Band „Posterious“, seit 2017 Mitglied des Landesjugendjazzorchesters Bayern (Leitung: Harald Rüschenbaum), 2018 Shimon Peres Preis mit Posaune bei Caravan Orchestra 2012, 1. Preis Jugend Musiziert mit Klavier. www.facebook.com/duofunkton www.facebook.com/BeyondHeadlines

Michael Paping | © Michael Schrodt, mschrodt.de

und ganz zufrieden. Es stört mich natürlich überhaupt nicht, wenn irgendwo auch modernere Musik läuft, aber so richtig genießen kann ich vor allem die Musik der wirklich großen Komponisten. Laurenz Bogen: Ich bin Querbeethörer. Habt ihr musikalische Vorbilder, Idole? Laurenz Bogen: Zu viele, um sie jetzt alle zu nennen. Sehr prägnant war sicherlich die Band „Snarky Puppy“, eine der spannendsten Formationen aus Amerika, die ich seit mehreren Jahren aktiv mitverfolge. Michel Paping: Wirkliche Idole habe ich keine, aber es gibt schon Trompeter*innen, die ich für sehr gut halte, wie z. B. Maurice André, der leider nicht mehr lebt, oder Alison Balmson. Natürlich darf da auch nicht Maynard Ferguson fehlen, dessen Aufnahmen von „Gonna Fly Now“ in meinen Augen legendär sind. Ihr kommt beide aus musikalischen Familien – hat das heute noch Einfluss auf euch oder seid ihr musikalisch autonom? Michael Paping: Inzwischen bin ich musikalisch eigentlich sehr unabhängig von meiner Familie und mache auch nicht regelmäßig Musik mit ihnen. Wenn man dann aber doch mal zusammen spielt, kann man doch noch von ihnen lernen. Trotzdem muss man sagen, dass ich ohne die Förderung von meiner Familie in jeglicher Hinsicht nicht da wäre, wo ich heute bin. Laurenz Bogen: Das ist bis heute einer meiner größten Einflüsse. Laurenz, Du komponierst. Wie hast du damit angefangen, wer hat dir das beigebracht, wer oder was inspiriert dich?


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Jazzgipfel | 19

Enikö Driller | © Michael Schrodt, mschrodt.de

Laurenz Bogen | © Michael Schrodt, mschrodt.de

ENIKÖ DRILLER

Laurenz Bogen: Das ist für mich eine sehr natürliche Sache. Ich glaube jeder, der Musik macht, hat auch das Zeug zum Komponieren. Je mehr ich über Musik lerne, desto besser werde ich auch im komponieren, das hängt für mich unmittelbar zusammen. Unterricht im Komponieren hatte ich noch nie, auch wenn man da sicher auch einiges lernen kann. Inspirationen können von überall her kommen, manchmal gehen meine Kompositionen von der Musik aus, manchmal gibt es ein spezielles Thema, mit dem ich mich gerade auseinandersetzen möchte. Am häufigsten geht natürlich alles Hand in Hand.

Musiklehrerin am Ellenrieder Gymansium

Auf Schulkonzerten, wo schon eigene Stücke von dir aufgeführt wurden, wirst du schon mal als „musikalisches Wunderkind“ bezeichnet. Lob oder Peinlichkeit? Laurenz Bogen: Weder noch. Man fühlt sich natürlich geschmeichelt, gleichzeitig ist mir bewusst, dass ich noch einen sehr weiten Weg vor mir habe, und habe auch mehr als genug MusikerInnen, auch in meinem Alter, zu denen ich aufschaue. Ihr macht in diesem Jahr Abitur. Musik als Studium? Was wird aus der Musik und euch? Michael Paping: Tatsächlich hatte ich ein reines Musikstudium schon relativ früh ausgeschlossen, weil Musik für mich ein sehr großes Hobby, aber eher kein Beruf ist. Gerade in stressigen Zeiten oder während ich Probleme mit meinen Lippen hatte, war es gut, dass nicht meine Existenz daran hing, dass ich Trompete spielen musste. Trotzdem habe ich natürlich vor, weiterhin viel Musik zu machen und auch in Ensembles zu spielen. Laurenz Bogen: Musik wird in meinem Leben hoffentlich weiterhin eine Hauptrolle spielen.

Laurenz Bogen & Michael Paping | © Michael Schrodt, mschrodt.de

Wofür werdet ihr eurer Schulzeit, dem Ellenrieder dankbar sein? Laurenz Bogen: Das Ellenrieder hat auch dank dem ungeheuren Aufwand meiner Musiklehrerin Enikö Driller sehr starke Musikformationen, die mich in meinem musikalischen Interesse und Können stark geprägt und gefördert haben. Ohne dieses Angebot wäre ich musikalisch heute auf jeden Fall nicht da, wo ich bin, und dafür bin ich sehr dankbar.

Michael Paping: Dass ich so viele Möglichkeiten bekommen habe, mich musikalisch zu entwickeln, sei es klassisch, im Jazz, im Chor, selbst als Chorleiter oder mit der Betreuung von jüngeren Musikern in der Schule. Ich wüsste nicht, wo ich ohne die breite Förderung, die ich in der Schule genossen habe, heute musikalisch stünde.

Jazzgipfel 2019 Gipfelband | © Stefan Postius

Sind Sie mit dem Jazzgipfel 2019 zufrieden? Hat alles auf den Punkt richtig geklungen? Mit dem diesjährigen Jazzgipfel bin ich sehr zufrieden! Es war ein rundum gelungener Gipfel und insbesondere für die beteiligten Schüler wieder eine gewinnbringende Veranstaltung. Es ist immer sehr erfreulich zu sehen, wie die Schüler in der Konzertsituation aufblühen und das gemeinsame Musizieren sie zu außergewöhnlichen Leistungen inspiriert. Die Stücke, die Ralf Schmid mitgebracht hat und die Proben mit ihm haben den SchülerInnen sehr viel Spaß gemacht und die Stücke haben in den Konzerten gut funktioniert. Für einige SchülerInnen war es das erste Mal, dass sie mit einem Profi aus der Jazzszene musiziert haben und das ist immer ein Erlebnis. In der Musik kommt es meiner Meinung nach nicht immer nur darauf an, dass alles „richtig“ ist; viel mehr zählen für mich die Energie und die Freude, die die Musiker dabei spüren und transportieren und die – wenn es gut läuft – auch das Publikum ergreifen kann. Das ist dann ein gelungenes Konzert, insbesondere natürlich auch im Jazz, wo die wirklich spannenden Dinge gerade auch bei der Improvisation auf der Bühne erst geschehen. Warum funktioniert solch ein Projekt in Konstanz und findet in anderen Städten erst gar nicht statt? Was gehört dazu? In diesem Jahr fand der Jazzgipfel bereits zum 14. Mal in Konstanz statt. Über die Jahre hat sich der Jazzgipfel zu einem großartigen Format entwickelt und ist zu einer festen Größe geworden. Generell hat der Jazz eine nicht zu unterschätzende Rolle im kulturellen Leben von Konstanz, neben dem Jazz-Gipfel sei hier nur exemplarisch „Jazz Downtown“ erwähnt. In Konstanz haben sich über die Jahre gut funktionierende Strukturen etabliert, auf denen wir für den Jazzgipfel aufbauen können. Eine herausragende Rolle spielt der Jazzclub Konstanz und dessen Vorsitzender Roland Baumgärtner, der die Veranstaltung konzeptionell, organisatorisch und finanziell wesentlich mitträgt, die Fäden in der Hand hält und aktiv gute Kontakte in die professionelle Jazzszene in den Jazzgipfel einbringt.

Eine wesentliche Säule ist natürlich die große Begeisterung für Jazz an den Konstanzer Gymnasien. Für die Schüler ist es sehr bereichernd, einmal im Jahr gemeinsam zu musizieren und die verschiedenen Schulbands zu erleben. Die gemeinsame Arbeit mit einem ausgewiesenen Jazzprofi ist natürlich etwas ganz Besonderes. Eine Veranstaltung wie der Jazzgipfel braucht natürlich tatkräftige Initiatoren und engagierte Lehrkräfte und Schüler, die sich dafür begeistern lassen. Wenn das einmal gesetzt ist, wäre es verrückt, diese Chance nicht zu nutzen. Konstanz ist mit seinen vier Gymnasien auch eine überschaubare Größe, die es noch ermöglicht, dass alle Big Bands an einem Abend auftreten können. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es auch in anderen jazzbegeisterten Städten etwas Vergleichbares geben könnte – vielleicht sogar schon gibt!? In diesem Jahr war mit Ralf Schmid ein Musiker und Musikwissenschaftler als Kurator engagiert, der sich neben dem Jazz intensiv mit zeitgenössischer und Elektro-Musik und deren visuellen Darstellungsmöglichkeiten beschäftigt. Ihre Schüler sind von YouTube und Streamingdiensten, Onlinetools zum Komponieren und der Produktion von Clips geprägt. Welche Rolle spielt diese Musik, diese Art des Musikmachens im Musikunterricht von heute und wie zukünftig? Einerseits ist es selbstverständlich, dass die aktuellen musikalischen Entwicklungen zunehmend auch Eingang in den Musikunterricht finden – bereits heute und in Zukunft noch mehr. Es gehört zur täglichen Lebenswelt der Schüler und so auch in die Schule. Wir leben in einer Zeit, in der technische Neuerungen und neue, auch visuelle Medien sich in rasantem Tempo entwickeln und mit großer Selbstverständlichkeit Eingang in unser Leben finden und zunehmend die Lebenswelt der heutigen Jugendlichen ausmachen. So gibt es viele Möglichkeiten, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Die Schaffung von „neuer Musik“ war vermutlich noch nie so einfach und für jeden jederzeit möglich. Das Bedürfnis, nicht nur auditive Signale, sondern zeitgleich auch visuelle zu haben,


20 | Jazzgipfel

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Enikö Driller mit Laurenz Bogen und Michael Paping | © Michael Schrodt, mschrodt.de

kommt dem Bedürfnis der heutigen Menschen entgegen. Dies sind neue Wege und Chancen, die auch Eingang in den Musikunterricht finden. Andererseits denke ich, dass wir in der Schule darüber hinaus auch Möglichkeiten bieten, die heute nicht mehr jeder Schüler von zu Hause mitbekommt: Das eigene Singen, das elementare Erleben des Selber-Musik-Machens und das gemeinsame Musizieren in einer Gruppe – ein Grundbedürfnis der Menschen über alle Zeiten und Kulturen hinweg. Da können wir die Schüler auch emotional abholen und ihnen mit der Musik etwas ganz Besonderes, manchmal etwas Einmaliges bieten, wozu es einer Gruppe, wozu es der Schaffung eines Raumes bedarf, in der es möglich ist, nicht nur zu rezipieren oder etwas über Knopfdruck zu veranlassen, sondern vielmehr selber aktiv, kreativ zu werden – mit der eigenen Stimme, mit den eigenen motorischen, rhythmischen Fähigkeiten inneres Erleben und Persönliches auszudrücken. Das halte ich für eine große Chance, die wir neben all den neuen technischen Möglichkeiten, Medien etc. nicht aus den Augen verlieren dürfen. Gibt es hierfür spezielle Fortbildungen, wie werden Sie als Lehrer dafür fit gemacht? Für den Umgang mit den neuen Medien und technischen Möglichkeiten gibt es durchaus Angebote, zum Beispiel an den Landesakademien für Musik, aber auch in der allgemeinen Lehrerfortbildung. Natürlich wird man sich als Lehrer auch durch eigenes Interesse und aktive Beschäftigung mit diesen Innovationen fortbilden müssen und sich mit den neuen Medien auseinandersetzen. Gleichzeitig ist es heutzutage ganz selbstverständlich, dass es Schüler gibt, die einem in diesen Bereichen voraus sind und die technisch versierter sind. Von diesen kann man selber zahlreiche Anregungen bekommen, aber auch die anderen Mitschüler können davon profitieren. In diesem Jahr werden wieder eine Reihe an herausragenden Musikern Abitur machen und das Orchester verlassen. Wie hält man diesen immer wiederkehrenden Aderlass aus, und wie motivieren Sie sich und das Orchester immer wieder neu? Es gehört zum Rhythmus der Schule! Wenn die Schüler älter, reif und erwachsen werden und sich musikalisch entwickeln – dann machen sie Abitur und verlassen die Schule. Zu Zeiten

von G9 war das 13. Schuljahr häufig ein sehr ergiebiges Jahr, an dem man ernten konnte, was in den Jahren gereift war. Diesen Einschnitt spürt man in den musikalischen Ensembles sehr, zumal auch weniger Schüler neben G8 die Zeit finden, ein Instrument zu erlernen und in Ensembles zu spielen. Umso größer ist das Loch, das die Abgänge in manchen Jahren in die Ensembles reißen. Andererseits ist es auch ein großes Geschenk, die Schüler in dieser Phase der Adoleszenz zu begleiten. Wir haben das Privileg, sie in der Musik häufig volle acht Jahre in entscheidenden Jahren in unseren Ensembles wachsen zu sehen, sie fordern und fördern zu können. Es ist auch eine besondere Chance, denn sie kommen freiwillig, wir müssen keine Noten geben und jeder kann sich in dem Bereich, der ihn interessiert, und in seinem eigenen Rhythmus entwickeln. Daneben ist ein Orchester auch ein wunderbares soziales Gefüge über Alters- und Klassengrenzen hinweg, in dem ein musikalischer Anfänger bis zum Hochbegabten seinen Platz hat und auch das ständige musikalische Aufeinanderhören viele besondere Begegnungen und Freundschaften ermöglicht. Da gibt es dann herausragende Jahre, in denen man ausgewählt schöne Programme spielen kann, und dann gibt es Jahre, da plant man kleinere Projekte und hofft, dass sich die nachwachsenden Jahrgänge in den darauffolgenden Jahren auch so gut entwickeln werden. Wenn die Abiturienten die Ensembles verlassen, ist das natürlich auch immer traurig, denn man hat bei den Proben, gemeinsamen Wochenenden, Reisen und Konzerten so viel Schönes und musikalisch Wertvolles miteinander erlebt und gestaltet; aber im neuen Schuljahr stehen dann wieder neugierig strahlende Fünftklässler vor der Tür und wollen mitspielen – das ist der Lauf des Lebens, auch in der Schule.

Enikö Driller Seit dem 5. Lebensjahr klassische musikalische Ausbildung: Cello, Klavier, Gesang … Abitur in Konstanz mit Leistungskurs Musik, Studium der Schulmusik, Violoncello und Geschichte in Stuttgart, Auslandsstudienjahre in Strasbourg und Barcelona, dort intensive Ensemble-Tätigkeit im Jazz-Bereich, Fortbildungen im Bereich Jazz seit 1993 bei Gregor und Veit Hübner, Uli Gutscher, Stefan Kemper, Johannes Stephan, Fola Dada u.a. Seit 1999 im Lehramt, seit 2007 am EllenriederGymnasium Konstanz, Gründung und Leitung diverser Ensembles – sowohl klassische als auch Jazz-Ensembles

Ralf Schmid | © Steffen Thalemann

RALF SCHMID Wie war der Jazzgipfel? Großartig! Ein durchdachtes und über Jahre entwickeltes Format, in dem junge Menschen sich selbst als Musiker*innen entdecken. Mehr davon! Wie wichtig sind solche Angebote schon in der Schulzeit? Was kann in den Schulen schon gelegt, gefördert werden? Genau das, was in Konstanz gemacht wird: Spielmöglichkeiten für alle und eine Ensemblestruktur, die alle Niveaus abdeckt. Gezielte Förderung, wenn die jungen Musiker*innen das wollen. Und vor allem professionelle Betreuung. Die großartige Energie und Kompetenz der Lehrer*innen ist der Schlüssel zum Erfolg des Gipfels! Wie sah das musikalische Schulleben zu Ihrer Schulzeit in Konstanz aus? Naja ... es gab immer wieder die Gelegenheit, in Schulkonzerten zu spielen, aber eher unter eurozentristischen Vorzeichen. Ich habe davon sehr profitiert, da ich tollen klassischen Unterricht hatte und Anreize hatte, die Stücke konzertreif einzustudieren. Aber Jazz und Pop gab es eher nicht in der Schule, sondern selbst organisiert in Proberäumen der Musikschule oder der ehemaligen Cherisy Kaserne.

der auch beim Jazzgipfel dabei war und in diesem Jahr Abitur macht. Ungewöhnlich? Laurenz hat mich wirklich sehr beeindruckt! Komponist, Multiinstrumentalist und Arrangeur ... das ist schon außergewöhnlich. Ich freue mich auf alles Weitere von ihm! Wie wird, kann, muss sich das Schulfach Musik Ihrer Ansicht nach verändern, um sich den neuen Entwicklungen in der Musik, den neuen Medien, der Digitalisierung in der Musik zu stellen? Muss es das? Musiker haben zu allen Zeiten mit den Möglichkeiten ihrer Zeit Klänge erzeugt. Dazu gehören heute Instrumente aus Holz, Metall ebenso wie elektronische Klangerzeuger oder digitale Con­ troller. Ich glaube, das Wichtigste ist, dass Pädagogen Tools aussuchen und anbieten, die Möglichkeiten zu musikalischer Tiefe

in sich tragen. Danach sollen die Schüler selbst aussuchen, mit welchen davon sie musikalisch kreativ werden wollen. Sie selbst haben Ihren Studenten vorgeworfen, dass sie die Musik nicht mehr hören, sondern nur noch schauen würden. Was geht dadurch aus Ihrer Sicht verloren, was gewinnt man? Wenn man Audiovisualität als Ganzes denkt, kreiert und rezipiert, gewinnt man! Die visuelle Komponente kann aber sehr ablenken und das Hören in die Tiefe verhindern. Und das Wichtigste daran: Computer- und Handylautsprecher sind nicht gerade prädestiniert für ein Klangbad. DAS GESPRÄCH FÜHRTE KAI GEIGER.

www.ralfschmid.de www.pyanook.de

Wussten Sie schon während der Schulzeit, dass Sie Musik studieren möchten? Wie kamen Sie dazu? Das war erst nach der Schulzeit, ich habe in Konstanz noch zwei Jahre Zivildienst gemacht. In dieser Zeit haben wir immer wieder mit unserer Band wochenweise in Club Med-Feriendörfern rund ums Mittelmeer gespielt. In Tunesien haben wir großartige Musiker aus Paris getroffen, die dort ein Konzert vorbereiteten und mich unglaublich inspiriert haben. Am Schluss dieser Woche wusste ich, dass ich Musiker werden wollte. Haben Sie in den Tagen des Jazzgipfels Talente entdeckt, wo ihr Gespür sagt, von denen wird man noch hören? Klar, aber es ist immer schwer vorauszusagen, wer sich wie entwickelt. Am beeindruckendsten waren für mich die Ensembles im Zusammenspiel, herausragend das SuJazzSo Orchester. Seit einiger Zeit spielt das Schulorchester und auch die Concertband vom Ellenrieder-Gymnasium Eigenkompositionen von Laurenz Bogen,

Ralf Schmid | © Victor Naine


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Jazzclubs | 21

JAZZCLUBS

40 JAHRE

Jazzclub Konstanz 2018 Jazzherbst Konstanz 2019

© Zig Zag

Berlin Zig Zag Ein Jazzclub im Südwesten Berlins, in einer ganz besonderen , gemütlichen Atmosphäre. Lehnen Sie sich in diesem stilvollen Ambiente im Sessel zurück und hören Sie die besten nationalen und internationalen Künstler aus den Bereichen Jazz, Funk, Soul, Blues und vieles mehr! The Zig Zag Jazz Club is south west Berlin’s hidden gem. Away from the busy tourist high streets, the Club is a popular destination for Berliners and offers live world class music in a modern vintage ambience. Come by, sit back and relax in one of our comfortable sofas, and enjoy your evening with some of the greatest names in Jazz, Funk, Soul, Blues and more! www.zigzag-jazzclub.berlin 

© Halle 424

Güterbahnhofs sorgt für eine bunte Vielfalt. HALLE 424 gehört zu den Vorreitern und bietet seinen Gästen seit ca. zwei Jahren einen besonderen Ort der Entspannung und eines ausgesuchten Kunst- und Kulturprogramms. Klassik und Jazz sind bei uns fest verankert. www.halle424.de

Der „Jazzclub Konstanz e.V.“ und zählt zurzeit ca. 60 Mitglieder. Wir veranstalten i.d.R. monatlich jeden letzten Donnerstag ein Konzert mit Musikern und Gruppen von nationalem und internationalem Rang. Darüber hinaus bieten wir regionalen und örtlichen Musikern Auftrittsmöglichkeiten, fördern mit unserer NewComerNight neue Gruppen, indem wir den ersten Schritt in die Öffentlichkeit erleichtern (Näheres finden Sie auf der Programmseite) oder zeigen Jazzfilme. Der Jazzclub Konstanz wurde 1978 als „Seekuh Jazzclub“ gegründet und wagt den „Blick über den Tellerrand“, er präsentiert das ganze Spektrum experimenteller und improvisierter Musik – auch anderer Genres neben Jazz. Musik an der Grenze steht auf dem Programm – Jazz als eine Art „Zukunftsmusik“! Der Club ist Treffpunkt für Freigeister, Musiker, Künstler, Verrückte, Punks und Weltenbummler um zu feiern, zu trinken, Musik zu hören und sich auszutauschen, unter dem Motto: Relax, Enjoy, Have Fun! Jeden Herbst findet das mehrtägige Festival, der „Konstanzer Jazzherbst“, statt. Dieses Festival feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Jubiläum. Es ist fester Bestandteil im Kulturleben der Stadt Konstanz, der westlichen Bodenseeregion und des nahen Schweizer Umlandes geworden. Der Jazzherbst findet statt vom 23. bis 26. Oktober 2019 www.jazzclub-konstanz.de Steffen Schorn © Stefan Postius

© Harris Piano Bar

Krakau (PL) There is a club in Cracow different than any other… Harris Piano Bar

Copenhagen Jazzhus Montmartre Jazzhus Montmartre is a historic jazz club in the heart of Copenhagen, presenting world class live jazz at the original intimate venue where the famous club started back in 1959. From 1959-1976, the club made jazz history as the European home for jazz giants Dexter Gordon, Ben Webster, Stan Getz, Kenny Drew and many other masters of the 1960’s and 70’s, who all fell in love with the special atmosphere of Montmartre. Having these legends at Montmartre was a crucial factor in making Copenhagen a jazz city. For a while Jazzhus Montmartre relocated to another venue in Copenhagen, and unfortunately closed in 1995. Fifteen years went by until the club finally re-opened at the original historic venue. Today Montmartre strive to live up to the history and insist on giving the audience the best of the best concert experiences. www.jazzhusmontmartre.dk

Hamburg Halle 424 Die Halle 424 wurde in den 1950erJahren als Teil von Deutschlands größter Stückgut-Umschlaganlage gebaut und trotzt seitdem allen Sturmfluten. Seit 2014 bietet das Industriedenkmal künstlerischen Projekten Zuflucht. Als Veranstaltungsort für Klassik- und Jazzkonzerte wirkt die Halle 424 an der Transformation des Oberhafens zum Kreativquartier mit. Das Oberhafen-Quartier liegt in der Hafencity Hamburg. Die kreativwirtschaftliche Nutzung des alten

It’s a place where your dreams about perfect music, excellent service, friendly and amazing people and climatic interior come true. The Harris Piano Jazz Bar can offer all of the elements mentioned. Rynek Główny 28 is the address which has become a considerable location in Cracow’s cultural events calendar. It is a unique place, where you can listen to a great music drinking a delicious beverages, an aromatic beer or savoring the taste of a stronger drink. Everyone will find something special there, as Harris Club prefers all kinds of jazz – from traditional to modern. That diversity is crucial since, thanks to it, is possible to satisfy even the most demanding music lovers. harris.krakow.pl

Wir sprachen mit Roland Baumgärtner, dem Vorsitzenden des Jazzclub Konstanz Sie kommen aus dem Feiern gar nicht mehr raus. Im letzten Jahr 40 Jahre Jazzclub Konstanz, in diesem Herbst 40 Jahre Jazzherbst Konstanz. Wie begann alles 1978? Als sich am 1. Adventssonntag 1978 sieben enthusiastische Herren trafen, um den Seekuh Jazzclub zu gründen, geschah das aus einer Aufbruchstimmung heraus. Die Szene in Konstanz brodelte regelrecht und es galt das Ganze in geregelte Bahnen zu lenken. Mit der Gaststätte „Seekuh“ und deren jazzbegeisterten Wirten Gabi Kemmler und Uli Körner wurde dem Jazz in Konstanz für längere Zeit eine Heimstatt gegeben. Da waren die Gründer damals recht eilig und mutig, gleich im ersten Jahr des Bestehens ein Festival auf die Beine zu stellen! Wie hat sich das Festival in den 40 Jahren entwickelt? Von Anfang an wurden in der Seekuh unzählige Konzerte veranstaltet. Die Musikerszene in Konstanz war sehr aktiv. Vor allem junge Musiker drängten auf die Bühne. Waren die Programme des Jazzherbstes zu Beginn noch sehr gemischt, entwickelte er sich doch bald zu einem Festival,

das die aktuellen Strömungen zeigte und Experimenten nicht abgeneigt war. Eigentlich wurde das all die Jahre beibehalten, wenn es auch heute nicht mehr möglich ist, so viele Konzerte zu veranstalten. Ist der Jazz in Konstanz gut verankert, hat er den Stellenwert in der Stadt, den Sie sich als Jazzclub wünschen? Gut verankert ist der Jazz. Die Szene ist allerdings überschaubarer geworden. In den letzten Jahren stellen wir aber fest, dass wieder mehr Jugendliche zum Jazz finden, was sicher an der hervorragenden Förderung in den Schulen und an der Jazz + Rockschule Konstanz liegt. Ich staune immer wieder, wie viele junge Musiker und Musikerinnen sich bei unseren Jazzgipfeln treffen. Dieses Jahr waren es über 150. Der Jazz ist im kulturellen Leben fest verankert. Wir sind nicht die einzigen Veranstalter, was auch eine gewisse Vielfalt bei den Programmen erlaubt. Auf was darf sich das Publikum zum 40. Jazzherbst freuen? Wir werden David Helbock, einen jungen Pianisten aus Vorarlberg als Artist in Residence haben. Neben einem

Soloauftritt bringt er sein Vorarlberger Trio RANDOM/CONTROL und sein internationales Quartett mit. Dann haben wir John Hollenbeck mit dem CLAUDIA QUINTET zu Gast, Silke Eberhard mit dem Kollektiv I AM THREE mit einem Mingus-Programm und Max Andrzejewskis HÜTTE mit der Musik von Robert Wyatt. Wir werden eine Impro-Werkstatt zusammenstellen mit David Helbock, jungen Konstanzer Musikern mit DADADIDADIDA-DIDADA und den „arrivierten“ Improvisatoren THIEKE SUNDLAND SCHROETER HENKEL und das Sextett des Schweizer Drummers Lukas Mantel. Ein Programm für Kinder ist in Planung. DAS GESPRÄCH FÜHRTE KAI GEIGER.

Roland Baumgärtner

© Carl Hyde

London RONNIE SCOTT’S JAZZ CLUB This Soho institution has become one of the world’s most famous jazz clubs and the ultimate must-visit venue for jazz fans. Established in 1959 by saxophonists Ronnie Scott and Pete King, the club opened its doors in a small basement at 39 Gerrard Street in London’s West End. It was the place where local musicians could jam and showcased the best of British jazz talent as well as introducing many top American and international jazz artists to British jazz fans later on. In the summer of 1965, the club moved to its current

home at 47 Frith Street and there it remains to this day. Since the early days of Sarah Vaughan, Count Basie and Miles Davis, the club continues to present the biggest names in jazz as well as supporting and presenting hotly-tipped rising stars and visionary new taste-makers. Recent artists to play at the club have included Chick Corea, Marcus Miller, Dee Dee Bridgewater, Georgie Fame and Billy Cobham as well as up-and-coming musicians such as Nubya Garcia, Keyon Harrold and Moses Boyd. The club celebrates its 60th anniversary in 2019. www.ronniescotts.co.uk

Lyon (F) Hot Club de Lyon The oldest jazz club in France was created in 1948 by Raoul Bruckert, Henri Devay and Henri Gautier. Located in the heart of Lyon, this nonprofit association promotes live jazz music of all kinds and holds numerous concerts every week, from September to June. Hot Club of Lyon is also a springboard for young and promising musicians from local conservatories and music schools. With the recent arrival of a new crew, the club managed successfully to organize 160 venues in 2018, offering a rich artistic pro-

gram and contributing greatly to the cultural life of the city. In order to revitalize and democratize jazz


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music, the staff members of Hot Club de Lyon are developing new projects, such as actions of cultural mediation, master-classes and accompaniment of artistic productions. The club has also decided to undertake a renovation program to modernize its facilities. www.hotclubdelyon.com

Tallinn (EST) Philly Joe’s Jazz Bar „At Philly Joe’s Jam Session, spontaneity will meet the joy of music. The repertoire might vary from

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known and unknown jazz standards to free improvisation – it all depends on the musicians on stage.“ Jazz club Philly Joe’s was born in January 2014, to be an Estonian jazz music incubator and bring musicians and audience together in a setting appropriate for jazz. During the four and a half years, the club has seen star artists from Estonia and from all over the world and hosted over 500 music events, including concerts, master classes, workshops, music cinema and different event series. In 2016, Philly

Joe’s jazz club was presented with the Jazz Promoter Award for the restoration of the jazz club tradition in Tallinn and in 2017 Philly Joe’s won the award for being the concert venue of the year. Philly Joe’s play only the best jazz vinyls, welcome all music fans and musicians and make them feel like home. That’s what a true jazz club is all about! www.phillyjoes.com

Foto © Raul Ollo

Mannheim

JAZZCLUB „ELLA & LOUIS“ Seit kurzem ist Mannheim mit dem „Ella & Louis“ um eine musikalische Attraktion reicher. Das „Ella & Louis“ ist weit mehr als nur ein Jazzclub. Es ist Spielstätte, Bar und Treffpunkt von Liebhabern erlesener Musik. Gründer und Programmdirektor ist der Mannheimer Trompeter und „Hans Dampf in allen Gassen“, Thomas Siffling, dessen Eindrücke und Erfahrungen aus internationalen Jazzclubs den Stil und das Konzept von „Ella & Louis“ prägen. Mit „Ella & Louis“ hat die UNESCO City of Music, einen ganz besonderen Club, der die Live-Kultur der Stadt auf eine ganz neue Ebene hebt. Thomas Siffling gehört seit Jahren zu den Vor- und Wegbereitern der jungen, europäischen Jazzszene und machte sich einen Namen bei unzähligen Auftritten und Tourneen auf der ganzen Welt. Siffling gilt als unkonventioneller, musikalischer Grenzgänger des Jazz. www.ellalouis.de

Wir sprachen mit Thomas Siffling. Wie kam Thomas Siffling zum Jazzclub ELLA & LOUIS, der im September letzten Jahres im Rosengarten Mannheim eröffnet wurde, und woher nehmen Sie noch die Zeit für einen Jazzclub? Sie sind Musiker, Produzent, Berater und Initiant von vielen verschiedenen Projekten. Den Traum einen eigenen Jazzclub zu haben hatte ich schon in meiner Jugend. Einen eigenen Club, in dem alles so läuft, wie ich mir das als Musiker selber wünschen würde, in dem die Musiker so behandelt werden, wie es sich gebührt. Einen Club, in dem man sich wohlfühlen kann, sowohl als Gast als auch als Musiker. Einen Club, der wieder mehr Leuten das Thema Jazz näherbringt. Eben eine hochwertige und repräsentative Spielstätte mit Wohlfühlcharakter. Vor etwas mehr als zwei Jahren ergab sich dann die Möglichkeit, im Mannheimer Rosengarten gemeinsam mit der m:con, der Mannheimer Congress GmbH, dieses Ziel zu realisieren, und da habe ich nicht lange nachgedacht und gleich zugeschlagen. Jetzt steht er da, der neue Jazzclub Ella & Louis und wir sind mitten in unserer ersten, alle Erwartungen übertreffenden, Spielzeit. Der Zuspruch ist

© Ella & Louis, Mannheim

schon fast beängstigend und die Menschen gehen alle mit leuchtenden Augen wieder nach Hause. Insofern bin ich sehr dankbar, auch wenn es mir als – nennen wir es mal „Mädchen für alles“ was ich im Moment noch bin – doch deutlich mehr Arbeit macht als vorher angenommen. Da wären wir dann schon bei Ihrer zweiten Frage. Zeit. Zeit ist der größte Luxus, den wir haben oder in meinem Fall, den ich im Moment nicht habe. Es ist sehr zeitintensiv, alles auf die richtigen Wege zu bringen und das Große und Ganze dabei nicht aus den Augen zu verlieren. Da verschiebt sich im Moment doch deutlich die Gewichtung von Thomas Siffling, dem Musiker, hin zu Thomas Siffling, dem Funktionär oder wie man es auch immer nennen mag. Ich muss mir regelrecht die Zeit fürs Musikmachen nehmen und tue das auch immer mehr mit Nachdruck. Das Gute daran ist, dass ich 2019 als ein musikalisches Übergangsjahr für mich sehe und von daher weniger als Musiker on the road bin, was es sicherlich etwas leichter macht. Ich produziere gerade an meinem neuen Album herum und da habe ich ganz klare Jour-fixe-Tage, an denen ich gemeinsam mit meinem Produzenten im Studio arbeite, neue Musik schreibe und

Die Nutzung des Clubs ist eine Gemeinschaftsnutzung mit der m:con, die den Club neben unseren Spieltagen z.B. bei Kongressen oder exklusiv für Events verkauft. Das geschieht einvernehmlich Hand in Hand und ist ein Geben und Nehmen.

Thomas Siffling @ Ella&Louis by Rocco Dürlich

vorproduziere. Das tut mir sehr gut und fühlt sich immer wie eine kleine Oase an. Kein Handy, keine E-Mails, nur Musik – toll! Aber klar, ich spiele auch jeden Tag noch Trompete. Das ist immer das Erste am Tag, was ich mache. Nachdem ich unseren Sohn in die Schule gefahren habe, geht’s zum Üben. Übrigens auch ohne Handy, aber vorher werden noch kurz die E-Mails gecheckt. Die restlichen Projekte wie z.B. meine Konzertreihen, die ich künstlerisch betreue, oder Beratungskonzepte für Kollegen sind ja erst mal Kopfarbeit, die ich auch beim Sport oder Autofahren machen kann, und später erst aufs Papier bringen muss. Generell bin ich sehr froh, dass ich ein tolles Team um mich herum habe, das mich bei all meinen Projekten tatkräftig unterstützt. Ohne dieses Team würde es sicherlich nicht gehen. Ihre Funktion im ELLA & LOUIS ist die des musikalischen Kurators. Wie gestalten Sie das Programm und wer nutzt den Jazzclub noch? Wie oben bereits beschrieben, fühle ich mich im Moment wie das „Mädchen für alles“, aber meine Hauptaufgabe als geschäftsführender Gesellschafter der Betreibergesellschaft

© Ella & Louis, Mannheim

ist es, die Finanzen, die Gesamtkoordination und natürlich auch die Verantwortung für den künstlerischen Inhalt des Clubs zu tragen. Einer meiner wichtigsten Punkte ist es, eine neue gesellschaftlich relevante Spielstätte zu schaffen, die es den Leuten so einfach wie möglich macht, die doch oft noch vorhandene Hemmschwelle zum Jazz zu überschreiten. Dazu ist es meines Erachtens auch wichtig, das Publikum wieder für sich zu gewinnen bzw. ein Vertrauen gegenüber dem Kurator zu entwickeln. Dies bedeutet für mich, dass in den ersten Spielzeiten keiner aus dem Club läuft, ohne verstanden zu haben, was er gerade auf der Bühne gesehen hat. Wir wollen Jazz präsentieren, der nachvollziehbar und verständlich ist und der dabei trotzdem hochwertig und auch mal modern sein darf. Es geht um die Präsentation. Die Leute sollen mit der Zeit mutiger werden und wir werden das als Club begleiten. Es ist eine stetige Entwicklung und Weiterentwicklung. Im Endeffekt muss es so sein, dass, wenn es jemandem nicht gefällt, er oder sie mir das sagen kann, ich aber trotzdem weiß, er oder sie kommt trotzdem wieder, weil das Gesamtpaket einfach stimmt.

Seit einem halben Jahr ist das ELLA & LOUIS offen. Sind Sie zufrieden? Mehr als zufrieden. Die großartige Resonanz und die durchweg positiven Rückmeldungen unserer Gäste machen mich glücklich und stolz. Auch wenn bei so vielen ausverkauften Konzerten der eine oder andere mal hinter einer Säule sitzen muss, tut das der Erfolgswelle keinen Abbruch. Die Menschen fühlen sich wohl und scheinen ein neues Zuhause gefunden zu haben, dem sie sich so verbunden fühlen, dass sie immer wieder gerne kommen. Es läuft so gut, dass wir in der nächsten Spielzeit, die im September beginnt, den Freitag als zusätzlichen festen Spieltag ins Programm mit aufnehmen werden. Ist das ELLA & LOUIS das noch fehlende Puzzleteil in der Musikstadt Mannheim? Es ist sicherlich ein Puzzleteil in unserer Sparte und hat einfach auch gefehlt. Aber man darf nie zufrieden sein. Mannheim als Musikstadt ist so vielfältig, dass uns ein cooler Rock/Pop Club sicher auch noch gut zu Gesicht stehen würde. Aber Schritt für Schritt. Mannheim ist UNESCO City of Music. Welche Bedeutung hat der Jazz im Portfolio der City of Music und wie arbeiten die verschiedenen Genres und Einrichtungen zusammen? Mannheim ist schon immer auch eine Jazzstadt gewesen, insofern hat das Thema Jazz auch einen großen Anteil an der Unesco City of Music


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beigetragen. Aber wie oben schon beschrieben, zeichnet sich Mannheim durch eine unglaublich musikalische Diversität aus. Jazz mit Clubs, Festivals und einer Ausbildung an der Musikhochschule, die orientalische Musikakademie, die Popakademie, das Nationaltheater oder auch die Musikhochschule mit ihrer klassischen Ausbildung. Es ist toll und inspirierend, so viele unterschiedliche Kulturen und Einflüsse zu erleben und zu sehen, dass es einen regen Austausch gibt. Keine Angst vor Crossover und neuen Einflüssen. Was macht die Musik mit Mannheim? Was hat sich in den letzten Jahren durch Initiativen wie die Metropolregion, die UNESCO City of Music und die Popakademie Baden-Württemberg, die vor 15 Jahren ein eigenes Gebäude in MannheimJungbusch bekam, in der Stadt verändert? Klar verändert die Musik die Stadt. Der angesprochene Stadtteil Jungbusch, in dem ich auch über zehn Jahre mein Office hatte, wäre nicht so ein lebendiger Stadtteil ohne die Popakademie, die Existenzgründerzentren Musikpark 1 und 2 und das C-Hub, die Städtische Galerie und vor allem das bunte Volk an Menschen, die alle friedlich miteinander leben. Überall in der Stadt merkt man, dass es ein Musikverständnis und eine Musikbegeisterung gibt. Die vollen, größeren Konzerthäuser wie die Alte Feuerwache, das Capitol oder auch das Nationaltheater belegen das. Und dann noch die SAP Arena mit ihren zahlreichen Konzerten mit mehr als 12.000 Zuschauern. Alles in allem ist es natürlich nicht nur Mannheim, sondern die gesamte Metropolregion, aus der die Zuschauer kommen, aber sicherlich bildet Mannheim das musikalische Herzstück.

NEUE MUSIK

GITTER Premiere © Anna Katharina Scheidegger

Basel (CH) Zeiträume Basel – Biennale für neue Musik und Architektur Ein Festival macht Räume hörbar 13. – 22.9.2019 Basel hat einen internationalen Ruf als Architekturstadt und eine lange Tradition auf dem Feld der neuen Musik. ZeitRäume Basel führt beide Bereiche zusammen: Ein kompaktes und innovatives Festival präsentiert an verschiedensten Orten in Basel-Stadt, Basel-Landschaft und im Dreiländereck zahlreiche Akteure, Institutionen und KünstlerInnen aus der Region, der Schweiz sowie dem internationalen Raum. Bemerkenswerte Kombinationen von Musik, Raum und Architektur, die künstlerische Qualität der musikalischen Ereignisse, ein Fokus auf Neuproduktionen sowie gleichzeitige Offenheit und Zugänglichkeit für ein breites Publikum sind Leitgedanken des Festivals. „Musik/Räume mit starken Eigenschaften“, die Hörbarmachung von bekannten, unbekannten und neuen Räumen sowie unkonventionelle veranstalterische Zugänge helfen, Offenheit und Begeisterung für die erstaunliche Vielfalt neuer Musik zu schaffen.

sikalischen Leitung von Sylvain Cambreling sowie außergewöhnliche Formate in der Reihe „MaschinenHausMusik“. Die Installation „Bergama Stereo“, eine architektonische Sound-Konstruktion von Cevdet Erek, ist erstmals zu sehen. Der Künstler Jonas Staal veranstaltet mit „Training for the Future“ ein utopisches Trainingslager. Der „Third Space“ in einer umgebauten Transall-Maschine vor der Jahrhunderthalle Bochum wird ebenso weiterentwickelt wie das Langzeitprojekt #nofear der Jungen Triennale, das sich in diesem Jahr mit dem Thema Macht auseinandersetzt. Nachdem im vergangenen Jahr die Perspektiven des Globalen Südens auf Europa den programmatischen Schwerpunkt bildeten, liegt der Fokus 2019 auf europäischer Selbstkritik, die den thematischen Rahmen  „Zwischenzeit“  fortsetzt. Die Künstler*innen beschäftigen sich auf vielfältige Weise mit der privilegierten europäischen Existenz sowie den Auswirkungen der europäischen Dominanz, sie fragen nach dem aktuellen Demokratieverständnis und entwerfen neue Zukunftsmodelle.  www.ruhrtriennale.de

© HfMDK Heiner Goebbels: Everything That Happened and Would Happen (2018). An Artangel commission. Photograph: Thanasis Deligiannis

www.thomassiffling.com www.ellalouis.de www.facebook.com/ ThomasSifflingOfficial

Brandenburg

INTERSONANZEN.2019 Brandenburgisches Fest der Neuen Musik Einheit und Differenz 30.5. – 5.6.2019 2019 sollen die intersonanzen eine noch weitere Ausstrahlung entwickeln und gleichzeitig fester im Land verankert werden. Der Ausgangspunkt des jährlichen Ereignisses ist die Landeshauptstadt Potsdam, die hier auch paradigmatisch für multiple Möglichkeiten steht, dass und wie kulturelles Zusammenwachsen gelingen kann. Die grundsätzliche Näherungsweise zum Thema „Einheit und Differenz“ in der zeitgenössischen klingenden Kunst 30 Jahre nach dem Mauerfall ist Bereicherung durch respektvolles Einander-Zuhören und Von- einander-Lernen, Differenzen ausräumen durch Differenzieren. Dabei kommen ganz verschiedene zeitgemäße Formate der Produktion, Präsentation und Rezeption klingender Kunst zum Einsatz, einige werden auch weiter- bzw. neu entwickelt. Alle Veranstaltungen, unterschiedlich

inszenierte thematische Konzerte, die Partitur- und Klangkunstausstellung, Diskussionsrunden und Konzerteinführungen, der Soundwalk und das Symposium ergänzen und kontrapunktieren sich gegenseitig zu einem aufregenden Parcours durch „Einheit und Differenz“ zeitgenössischer klingender Wirklichkeit. Dazu kommen Aktionen im öffentlichen Raum und „Brückenkonzerte“ in Kooperation mit anderen Orten Brandenburgs sowie in den Partnerländern 2019 England und Polen. Renommierte Ensembles und Solist_innen wie auditivvokal, Ensemble Junge Musik, Royal String Quartett Warschau, Uroboros Ensemble London, Carin Levine, Benoit Maubrey, Willi Kellers /Julie Sassoon, Ruth Velten, Biliana Voutchkova u.a. präsentieren neueste Musik aus Brandenburg im Kontext internationalen Repertoires. www.neue-musik-brandenburg.de

Royal String Quartet

DAS GESPRÄCH FÜHRTE KAI GEIGER.

Thomas Siffling · geboren 1972 in Karlsruhe · Studium an den Musikhochschulen Mannheim und Stuttgart · Zahlreiche CD-Einspielungen unter eigenem Namen · Weltweite Konzerte und Konzertreisen mit seiner eigenen Formation und seiner eigenen Musik · Erste große nationale und internationale Aufmerksamkeit mit seinen CDs „kitchen music“ 2007 und „cruisen“ 2009 · 2016 mit Thomas Siffling Flow und 2017 mit Club des Belugas & Thomas Siffling Ragbag Veröffentlichung von zwei international sehr erfolgreichen Electro-Jazz-Produktionen · 1999 erste Kontakte zur Musikbusiness-Seite mit Gründung des Plattenlabels JAZZNARTS RECORDS und der Durchführung erster selbst kuratierter Konzerte · Tätigkeit als künstlerischer Leiter von diversen Konzertreihen u.a. Jazz Nights am Badischen Staatstheater Karlsruhe, Nightmoves am Nationaltheater Mannheim, Jazz Consultant beim Jazz & Joy Festival Worms u.v.m. · Konzertformat Entwicklung z.B. Jazz x persönlich (Talk & Musik), Space Jazz Nights im Planetarium Mannheim, Saarland meets … u.v.m. · Künstlerischer Leiter des Jazzclubs Ella & Louis seit 2018 · u.a. 2005 mit dem Jazzpreis des Landes Baden Württemberg ausgezeichnet

Neue Music | Electro  |  23

Bochum Ruhrtriennale Ruhrtriennale 2019 eröffnet neue Perspektiven auf die „Zwischenzeit“ 21.8. – 29.9.2019 Die Ruhrtriennale 2019 beginnt am 21. August mit Christoph Marthalers Musiktheater-Kreation „Nach den letzten Tagen. Ein Spätabend“ im Audimax der RuhrUniversität Bochum. Bis zum 29. September werden in den ehemaligen Industriehallen des Ruhrgebiets  Uraufführungen  von Kornél Mundruczós Musiktheater-Produktion „Evolution“, Jan Lauwers Schauspiel-Performance „All the good“, Sharon Eyals Tanztheater „Chapter 3“ und Bruno Beltrãos neuester Choreografie zu erleben sein. Auch die  Deutschen Erstaufführungen  von Heiner Goebbels' Musiktheater-Collage „Everything that Happened and Would Happen“, David Martons Regiearbeit „Dido and Aeneas, remembered“ sowie Faustin Linyekulas Produktion „Congo“ sind beim internationalen Festival der Künste zu sehen. Das Musikprogramm umfasst u.a. das Programm „Coro“ von Chorwerk Ruhr, zwei Konzerte des Klangforums Wien unter der Mu-

Frankfurt Brian Ferneyhough 2019 als Stiftungsprofessor an der HfMDK Die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt richtet ab 2019 mithilfe der 2016 gegründeten HfMDK-Stiftung eine Stiftungsprofessur „Komposition“ ein. Renommierte Komponistinnen und Komponisten kommen für ein Jahr nach Frankfurt, um mit Studierenden aller Fachbereiche zu arbeiten. Instrumental-Workshops stehen dabei genauso auf dem Programm wie Lectures und öffentliche Aufführungen, Gesprächsrunden und Symposien. 2019 wird der 1943 in Großbritannien geborene Brian Ferneyhough als erster diese Gastprofessur innehaben und für drei große ProjektInseln im Januar, Mai und November an die HfMDK kommen. Ferneyhoughs Name ist untrennbar verbunden mit dem Begriff „Neue Komplexität“, und seine Werke, die weltweit auf den Podien der Festivals zu finden sind, stellen höchste spieltechnische Anforderungen. Neben seiner herausragenden Bedeutung als Komponist, als der er 2007 den Ernst von Siemens Musikpreis für sein Lebenswerk erhielt, zählt Ferneyhough aber auch zu den wichtigsten Kompositionslehrern seiner Generation.

Er unterrichtete Komposition in Freiburg, Mailand, Den Haag sowie San Diego und Stanford. Bei den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt ist Ferneyhough seit 1976 regelmäßig als Dozent zu Gast. www.hfmdk-frankfurt.de #hfmdkfrankfurt

Jahrzehnten an den innerdeutschen Grenze und 30 Jahre nach dem Mauerfall, einen ganz eigenen Klang. Vom 27. Juli bis 4. August folgt das Festival nicht nur dieser Spur in dem Wissen, dass Musik keine Grenzen kennt. www.musiktage-hitzacker.de

Specimens @ hcmf 2018 © Graham Hardy

Anna-Lena Schnabel © Steven Haberland

Hitzacker (D) 74. Sommerliche Musiktage Hitzacker grenzenlos 27.7. – 4.8.2019  Die Sommerlichen Musiktage Hitzacker sind Deutschlands ältestes Kammermusikfestival und zugleich eines der geistig jüngsten. Sie verstehen sich heute mehr denn je als Festwoche der gemeinsamen Entdeckungen – von reizvollen Konzertformaten, beziehungsreichen Programmen, ungewöhnlichen Spielstätten, internationalen Künstlerpersönlichkeiten und aufstrebenden jungen Talenten. grenzenlos! – am Festspielort Hitzacker an der Elbe hat dies, nach

Huddersfield (GB) Huddersfield Contemporary Music Festival The UK’s largest international festival of new and experimental music 15. – 24.11.2019 hcmf// is an annual, international festival of contemporary and new music, taking place over 10 days and consisting of approximately 50 events – including concerts, music-theatre, dance, multi-media, talks and film – with a related Learning and Participation programme devised and implemented to reflect the artistic programme and respond to regional need. hcmf//  aims to provide life-changing and unique artistic experiences to as wide an audience as possible; to be an international platform WEITER AUF SEITE 25


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AUSSTELLUNGEN

Carsten Nicolai, bausatz noto ∞ (color version), 1998/2015, record player, color vinyl records with locked grooves, mixing board, amplifier, loudspeaker/ headphones, dimension variable © VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, Photo: Julija Stankeviciene

Frankfurt BIG ORCHESTRA 19.6. – 8.9.2019 Zeitgenössische Kunst hat ihren eigenen Sound.  Musikinstrumente, die gleichsam Skulpturen sind, stehen für eine noch relativ unbekannte, junge Entwicklung in der Gegenwartskunst. In einer international besetzten Gruppenausstellung zeigt die SCHIRN künstlerische Arbeiten, denen gleichzeitig die Funktion von Musikinstrumenten innewohnt. Das Spiel auf den skulpturalen Instrumenten bildet den Mittelpunkt der in ständiger Veränderung begriffenen Ausstellung. Während der Laufzeit wird die SCHIRN temporär zu einem Konzertsaal, in dem die  Arbeiten aktiviert und zum Klingen gebracht werden. Für die Besucher wird der Sound der Kunstwerke live erlebbar. Eine mobile Display-Architektur schafft Raum für Workshops, in denen der Klang der Instrumente von Musikern in immer neu zusammengestellten Ensembles erforscht und anschließend in Konzerten präsentiert wird. Die Künstlerinnen  und Künstler lassen in Performances ihre eigenen Arbeiten ertönen. Ausgangspunkt des Konzeptes ist der erweiterte Kunst- und Musikbegriff der Fluxusbewegung der 1960er-Jahre: Happenings oder Aktionen wurden als „Konzerte“ begriffen, da sie ähnlich wie Kompositionen strukturiert waren und unterschiedliche Medien und Materialien miteinander kombinierten. Schirn Kunsthalle Frankfurt www.schirn.de

KRAFTWERK_THE ROBOTS_Neue Nationalgalerie, Berlin, 2015 © Peter Boettcher, Courtesy Sprüth Magers

techno genres over thirty years ago in Chicago and Detroit, thanks to the talent of black American musicians and DJs. Accompanying the digital revolution and dethroning rock culture, electronic dance music conquered Europe through the underground phenomenon of rave parties. Over time, it went beyond the setting of partiers, raves and festivals with which it was first associated, and became a major artistic trend in contemporary culture. Just like rock or hip-hop, electronic music is now a reflection of the culture and changes in our society. It’s as if its utopias, energy and BPMs managed to impart the pulse and tempo of our time. The immersive soundtrack, entrusted to DJ Laurent Garnier, changes along the exhibition path as we revisit the history of electronic music, from the disco of the 1970s to today’s futuristic techno, pumping out about a dozen thematic mixes that synthesize the spirit of an era with the help of classics, hits or rarities. Freed from the classic codes of presentation, the

Paris (F) ELECTRO From Kraftwerk to Daft Punk 9.4. – 11.8.2019 Electronic dance music stemmed from a coalescing of the house and

Caroline Hayeur, série Rituel festif _ Portraits de la scène rave à Montréal, 1996-1997

exhibition’s design, raw and deliberately urban, including a scaffolding structure reminiscent of concert scenery, was designed by the duo 1024 architecture. Their digital installation, Core, whose light sculptures change with the soundtrack, was specially designed for the exhibition and placed at the heart of the scenery to provoke hypnotic contemplation and the desire to dance. An immersive sound experience, the result of close collaboration with Sonos, dispatches visitors along a journey into the heart of the electronic revolution of yesterday and today. Cité de la Musique – Philharmonie de Paris www.philharmoniedeparis.fr/en

Allen Beaulieu, Prince Looking 1982 © Allen Beaulieu/photographer

Seattle (USA) Prince from Minneapolis examines an icon’s image and his influence on other artists and on fans. ab 4.5.2019 At the start of his career, Prince worked to create a unique and dynamic professional image. He reached out to photographers in his local community, and several in Minneapolis participated in the construction and dissemination of what is now his legendary image and identity. Four of those photographers – Allen Beaulieu, Nancy Bundt, Terry Gydesen, and Robert Whitman – are showcased in this exhibition. With nearly 50 artifacts, including photos, artwork, a Prince guitar, and outfits from the Purple Rain Tour and film, guests will experience Prince at key moments in his career, from his early days to the Purple Rain tour and beyond. Museum of Pop Culture | www.mopop.org

Bettina Pousttchi, Die Katherina-Show, 2000, Video, 7m20, Videostill © Bettina Pousttchi

Hamburg

HYPER!

A JOURNEY INTO ART AND MUSIC 1.3. – 4.8.2019 HALLE FÜR AKTUELLE KUNST/ DEICHTORHALLEN HAMBURG

Sound, Vision, Film, zerstörtes Klavier: Was passiert, wenn Musiker*innen sich an Ideen und Strategien aus der Kunstwelt orientieren? Und was für Bilder entstehen, wenn Künstler*innen sich von Musik treiben lassen? Am Leben der anderen interessiert zu sein, es zu kopieren, es in die

eigene Arbeit einzusetzen und zu benutzen, kurz: ein CrossMapping zwischen den Welten der Musik und der bildenden Kunst zu betreiben, davon handelt die vom Ex-Spex- und Electronic-Beats-Chefredakteur Max Dax auf Einladung und in enger kuratorischer Abstimmung mit Dirk Luckow, dem Intendanten der Deichtorhallen, zusammengestellte Ausstellung HYPER! A JOURNEY INTO ART AND MUSIC. An der Ausstellung in der Halle für aktuelle Kunst und ihrem musikalischen Rahmenprogramm HYPER! SOUNDS in der Elbphilharmonie nehmen über 60 internationale Künstler*innen und

Liverpool (UK)

DOUBLE FANTASY JOHN & YOKO

Bridle: James Bridle, Untitled (Autonomous Trap 001), 2017, courtesy of the artist and NOME, Berlin

Basel (CH) Entangled Realities – Leben mit künstlicher Intelligenz Entangled Realities – Living with Artificial Intelligence 9.5. – 11.8.2019 In der Ausstellung „Entangled Realities“  widmet sich das HeK dem aktuellen Thema der künstlichen Intelligenz (KI) und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft. Ein spezifischer Fokus liegt dabei auf unserer Interaktion mit intelligenten algorithmischen Systemen und den daraus entstehenden neuen verflochtenen Realitäten. Unsere Lebenswelt wird je länger je mehr von KI geprägt und mitgestaltet, wir teilen unsere Leben mit „intelligenten“ Objekten und Systemen und wir überantworten Maschinen bereits heute in vielfältigen Bereichen gewisse Entscheidungen. Dieses neue Miteinander zwischen Mensch und Maschine gilt es bewusst zu gestalten. Die Werke der Ausstellung zeigen nicht nur auf, wie bereits heute immer mehr Aspekte unseres Lebens von Algorithmen kontrolliert werden, sondern auch, wie algorithmische Netzwerke Welt „sehen“ und auch Welt kreieren. Die künstlerischen Positionen machen die Prozesse des maschinellen Lernens anschaulich und geben Besucher_innen einen Einblick in maschinelle Erkenntnismethoden. Haus der elektronischen Künste www.hek.ch

Karlsruhe Writing the History of the Future neue Sammlungspräsentation 23.2.2019 – 28.3.2021 Das 30-jährige Bestehen des ZKM ist der Anlass, erstmals die faszinierendsten Werke der weltweit größten Medienkunstsammlung in einer Ausstellung zu präsentieren. „Writing the History of the Future“ eröffnet einen neuen Blick auf die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts: auf eine Epoche ra-

18.5. – 3.11.2019

John Lennon & Yoko Ono In a world first, the Museum of Liverpool is hosting this ground-breaking exhibition telling John Lennon and Yoko Ono’s story in their own words. The exhibition explores the personal and creative chemistry of this iconic couple and their ongoing Imagine Peace campaign. Double Fantasy - John & Yoko  is a free exhibition, celebrating the meeting of two of the world’s most creative artists who expressed their deep and powerful love for one another through their art, music and film. They used their fame and influence to campaign for peace and human rights across the world, transforming not only their own lives, but art, music and activism forever.

MagicBox, Christian Megert , Glasbuch 1961, Siebdruck, Glas, Spiegel
© ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Foto: Felix Grünschloss © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

santen technologisch-medialen Wandels durch digitale Informations- und Kommunikationstechnologien sowie einer nie gekannten Demokratisierung von Kunst und Kultur. Phase I (ab 23.2.2019) zeigt die Anfänge der Computerkunst und der Konkreten Poesie, die Transformation von Kommunikation und Erinnerung durch neue Medien sowie die Ermächtigung des Betrachters in der partizipativen Kunst seit den 1950er-Jahren – von den beweglichen Buchstaben über Bewegtbilder zum bewegten Betrachter.

Radenko Milak, Madonna Kisses Britney, 2019, Watercolor, 48,5 x 35 cm © Radenko Milak, courtesy PRISKA PASQUER, Cologne

Musiker*innen teil, die sich explizit im Grenzgebiet der Disziplinen Kunst und Musik bewegen und – von der Öffentlichkeit oft unbemerkt – in ihrer Kunst dezidiert entsprechende Bezüge auftauchen lassen. Superstars aus der Kunst- und Musikwelt wie Andreas Gursky, Kim Gordon, Alexander Kluge, Rosemarie Trockel und Wolfgang Tillmans stehen Avantgardisten wie Arthur Jafa, Thomas Scheibitz, Peter Saville oder Arto Lindsay gegenüber. Erzählerisch zusammengehalten wird die Ausstellung durch Dutzende von Interviews, die Max Dax mit den Protagonist*innen der HYPER!-Show in den vergangenen Jahren geführt hat.

Die Ausstellung HYPER! wird für die Besucher*innen ein umfassendes Ausstellungserlebnis mit über 300 Werken: Neben Gemälden, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen und Rauminstallationen, die sich seitens der bildenden Kunst mit Musik befassen, wird es zahlreiche hybride Multimedia-Arbeiten geben, die den Wechselbezug zwischen Musik, Video und bildender Kunst ausloten.

Halle für Aktuelle Kunst / Deichtorhallen Hamburg www.deichtorhallen.de /ausstellung/hyper #HYPERDTH


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Ausstellungen | Neue Musik  |  25 FORTSETZUNG VON SEITE 25

for new music and related contemporary art forms in Britain; to enthuse existing audiences and draw in new ones through adventurous programming and informed, stylish presentation, and to be an active cultural partner within the region. hcmf.co.uk

Lyden av Arktis © Trym Ivar Bergsmo

Oslo (N) Ultima oslo contemporary music festival 12. – 21.9.2019

Brochure Cover for Planting Acorns at Coventry (1968) First public art collaboration. Photo by Keith McMillan ©Yoko Ono

Featuring personal objects alongside art, music and film produced by both John and Yoko, the exhibition is drawn from Yoko’s own private

collection, some of which has never been displayed. Museum of Liverpool www.liverpoolmuseums.org.uk

Ab dem 19.7.2019 wird die Ausstellung erweitert. Die dann beginnende Phase II widmet sich der Videokunst, Sound Art, Holografie, Foto, Film sowie den interaktiven, computerbasierten Künsten. ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe | www.zkm.de

Paris (F) Paris-Londres Music Migrations (1962-1989) bis 5.1.2020 Between the early 1960s and the late 1980s, a wealth of musical styles linked with successive waves of immigration transformed Paris and London into multicultural capitals. Paris-London. Music Migrations is an immersive, chronological exploration of three pivotal decades in the musical history of our two cities, showcasing the unprecedented melting pot of musical rhythms and the social and political evolutions, urban transformations and migratory flows which defined the era.

Electric Ballroom, Londres, 1983 © Pierre Terrasson

Paris-London, Music Migrations explores the close and complex relationship between migration, music, anti-racism and political activism. The exhibition demonstrates how successive generations of immigrants to these two former colonial powers used music to stake their claim to equal rights, affirm their presence in the public space, and contribute to the urban, economic and cultural transformations reshaping France and the UK. An immersive musical and visual experience,  Paris-London. Music Migrations  presents over 600 documents and artworks connected with music – instruments, costumes, photos, concert posters, videos, album covers, fanzines and more - on loan from institutions including the Victoria and Albert Museum, alongside many treasures taken from the personal collections of prominent musicians (including Manu Dibango), a stage outfit worn by Fela Kuti, the “father of Afrobeat” and various creations by Jean Paul Gaultier. The exhibition features incredible images from photographers such as James Barnor, Charlie Phillips, Pierre Terrasson, Philippe Chancel and Syd Shelton, and each section of the show is dotted with works and installations by contemporary artists including Saâdane Afif, Paul Villinski, Isaac Julien and Rose Eken, not to mention new commissions from Hervé Di Rosa and Martin Meissonnier. Palais de la Porte Dorée www.histoire-immigration.fr

Ultima is the premiere contemporary music festival in the Nordic region. The festival is supported by the Arts Council Norway and Oslo City Council. Ultima is a foundation with 17 members, all of them professional cultural institutions or organisations. The festival takes place during September and is staged at venues all around Oslo. Our events are staged both in large, established venues such as the Norwegian National Opera & Ballet, Oslo Concert Hall and the University of Oslo’s Great Hall as well as in small clubs, shop premises, industrial premises, museums, schools and outdoors. The Ultima Festival aims to promote artistic distinctiveness, trends and innovation and to make music of a high artistic standard accessible by everyone. His Royal Highness Crown Prince Haakon is the patron of Ultima. ultima.no/en

Bedachtsame einen prominenten Platz finden wird im Festivalprogramm 2019.      www.klangspuren.at

Tiroler Ensemble für Neue Musik ©TENM

Schwaz (A) KLANGSPUREN FESTIVAL 2019 | Risse 6. – 22.9.2019 Seit dem Ende des Kalten Krieges war der Frieden in Europa noch nie bedrohter als heute. Unter dem Vorwand, die aus dem arabischen und afrikanischen Raum Geflüchteten seien die einzige Ursache heutiger sozialer Konflikte, lenkt die Politik medial erfolgreich von den eigentlichen Problemen der Gegenwart ab. In Wahrheit steht die kapitalistische Welt wegen der unablässigen Ausbeutung der Ressourcen vor dem Abgrund einer irreversiblen Klimakatastrophe und einer sozialen Kluft, die vor allem in der Dritten Welt kaum noch überbrückbar ist. Vor dieser dramatischen Entwicklung will auch ein Festival der Neuen Musik die Augen nicht verschließen, um auf sinnlich-reflexive Weise neue Denk- und Erfahrungsräume zu öffnen. Deshalb werden die rund zwanzig Konzerte der Tiroler Klangspuren in der Zeit vom 06. bis 22. September 2019 unter dem Motto Risse stehen, um den gegenwärtigen sozialen und politischen Erosionsprozess künstlerisch zu reflektieren. Im Gegensatz zu den Spaltungsversuchen populistischer Politik geht es Klangspuren darum, die Ursachen dieser Risse zu beleuchten, sodass neben eindringlich-kritischen Stimmen auch das Nachdenkliche, Stille und

Matteo-Franceschini © V-Mari

Venedig (I) 63RD INTERNATIONAL FESTIVAL OF CONTEMPORARY MUSIC 27.9. – 6.10.2019

The 63rd International Festival of Contemporary Music will run from 27th September to 6th October 2019. This year too the activities of the Biennale College - Musica will be part of the program: an international call for applications was launched in order to support the production of a maximum of 4 micro-budget chamber theatre works. The Music department is directed by Ivan Fedele (Lecce, 1953), a composer whose opus currently counts over 175 works and includes compositions of every kind: orchestral pieces, works for the theatre, electro-acoustic and chamber music. In 2016 Fedele received the Prix International Arthur Honegger for his overall work as a composer. www.labiennale.org/en/music/2019

Klangforum Wien © ftam

Wien (A)

KLANGFORUM WIEN Eine Veranstaltung zur Verbesserung der Welt 24 MusikerInnen aus zehn Ländern verkörpern eine künstlerische Idee und eine persönliche Haltung, die ihrer Kunst zurückgeben, was ihr im Verlauf des 20. Jahrhunderts allmählich und fast unbemerkt verloren gegangen ist: Einen Platz in ihrer eigenen Zeit, in der Gegenwart und

in der Mitte der Gemeinschaft, für die sie komponiert wird und von der sie gehört werden will. Seit seinem ersten Konzert, welches vom Ensemble noch als „Société de l’Art Acoustique“ unter der musikalischen Leitung seines Gründers Beat Furrer im Palais Liechtenstein gespielt wurde, hat

das Klangforum Wien unversehens ein Kapitel Musikgeschichte geschrieben: An die fünfhundert Kompositionen von KomponistInnen aus drei Kontinenten hat das Ensemble uraufgeführt und so zum ersten Mal ihre Notenschrift in Klang übersetzt. www.klangforum.at


26  |  Neue Musik | Wallis

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Schloss Leuk (CH)

FORUM WALLIS XIII 6. - 10.6.2019 Das Forum Wallis ist ein internationales Festival für Neue Musik und findet jährlich an Pfingsten auf Schloss Leuk in der Schweiz an der deutsch-französischen Sprachgrenze statt, unmittelbar von den höchsten Gipfeln der Walliser Alpen umgeben. Seit 2006 hat das Forum Wallis über  300 Uraufführungen mitproduziert: Gäste wie das Ensemble Modern, Recherche und das Klangforum Wien, Karlheinz Stockhausens Helikopterstreichquartett zusammen mit dem Arditti Quartet und André Richard 2015 oder Cod.Acts Pendulum Choir 2016 gehören zu den zahlreichen Höhepunkten der  Festivalgeschichte. Die 13. Festivalausgabe wartet mit einer international besetzten Ensembleakademie auf, die erstmals um eine Akademie für Kompositionsstudenten erweitert wird, ferner mit interdisziplinären, kammermusikalischen und experimentellen Formaten, Klangspaziergängen, Kunstausstellungen, und mit neuer Elektronischer Musik - letztere in Zusammenhang mit dem renommierten Wettbewerb für akusmatische Musik ‚Ars Electronica Forum Wallis‘, der heuer zum 5. Mal ausgetragen wird. Insgesamt sind etwa 50 zeitgenössische Werke von Komponisten aus 25 Ländern zu hören, gespielt von einer Vielzahl bedeutender europäischer und schweizer Ensembles und Solisten, darunter Aventure, Luis Tabuenca, Simone Conforti, Zafraan Berlin, UMS ´n JIP, Contrechamps, Hans-Peter  Pfammatter, Manuel Mengis und Jonas Imhof. Als Dirigenten walten Fabian Panisello und Miguel Pérez Iñesta, und unter den Gastkomponisten findet sich kein Geringerer als Stefano Gervasoni. Vom 6.-10. Juni 2019 weilen sie allesamt im mittelalterlichen Städtchen Leuk und gewähren Liebhabern wie Einsteigern aus nächster Nähe spannende Einblicke in die aktuellsten Tendenzen des zeitgenössischen Musikschaffens. 

Wir sprachen mit Javier Hagen, dem Leiter des Forum Wallis Was ist und macht das Forum Wallis? Das Forum Wallis ist ein jährlich über Pfingsten auf Schloss Leuk im Wallis stattfindendes Schweizer Festival für Neue Musik. 2006 gegründet, wird es von der Walliser Ortssektion der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM-VS) getragen. Das Festival ist sozusagen … (schmunzelt) ein Geburtshelfer: eine Brut-, Forschungsund Reflexionsstätte für die Création Musicale in all ihrer Vielfalt – daher das auf dem Festivalplakat erscheinende Ei, das symbolhaft für das gleichzeitig Seiende und das noch nicht Geborene und Utopische steht. Das Forum Wallis realisiert, vermittelt, dokumentiert und vernetzt Neue Musik lokaler, nationaler und internationaler Provenienz. So hat es bis dato die Arbeiten von über 70 einheimischen KomponistInnen präsentiert (das Wallis ist ein zweisprachiger Bergkanton mit knapp 350.000 Einwohnern, Anm. d. Red.), die sich die Bühnen mit Größen wie dem Ensemble Modern, Recherche, dem Klangforum Wien und dem Arditti Quartett geteilt haben. Über 300 Uraufführungen sind es seit 2006 gewesen – 2015 flogen die vier Chefpiloten der legendären Air Glaciers für Stockhausens berühmt-berüchtigtes Helikopterstreichquartett die bisher beste und sicherste Aufführung des Stückes, weil wir in Leuk die damit erfahrensten Interpreten und Techniker erstmals vereinen konnten. So ist das Forum Wallis hierzulande einer der potentesten Katalysatoren für Neue Musik und übernimmt eine wichtige Vorreiterrolle, die sich bemerkenswert positiv auf die Ausrichtung von Förderdispositiven und auf die Programmation von Veranstaltern zugunsten der Création ausgewirkt hat.

Wie kamen Sie zur Neuen Musik? Um ehrlich zu sein: Ich kann nicht anders. Neue Musik zu spielen, zu schreiben oder zu vermitteln – und dies frei von ästhetischen Konventionen – scheint mir die natürlichste Form, mich mit Klang, mit Klang im Raum und mit meinen Fragen und Aufgaben inner- wie außermusikalisch auseinanderzusetzen. Im Hier und Jetzt und Heute. Konkret war die Begegnung und Arbeit mit Aribert Reimann an seinem Eichendorff-Nachtstück für Bariton und Klavier in der Zürcher Tonhalle an den Tagen für Neue Musik Zürich 1995 zündend. Was fasziniert Sie an Neuer Musik? Zuallererst eine triebhafte Neugier auf neue, mir unbekannte Klänge, Timbres, Mischungen und deren Entfaltung im Raum wie in musikalischen Zeiträumen (in diesem Sinne ist Neue Musik für mich in erster Linie ganz einfach neue, noch nie gehörte Musik). Dann die Auseinandersetzung mit dem Lebendigen. In der Neuen Musik habe ich – heute dank den neuen Medien einfacher denn je – die Möglichkeit, mit den KomponistInnen persönlich zu interagieren. Diese einmalige und äußerst wertvolle Chance, über Schriftzeugnisse hinaus über den persönlichen Austausch und gemeinsame Erlebnisse das Schaffen von Musik zu erfahren, ist mir bei verstorbenen Komponisten verwehrt. Steht die Neue Musik näher an der Avantgarde und dem Pop oder der Klassik? Sie persönlich forschen in beide Richtungen? Das lässt sich nicht klar umreißen und müsste, um genau zu sein, von Fall zu Fall betrachtet werden. Mir scheint aber diese Frage nicht wirklich dringend, denn diese Abgrenzungen sind in der

heutigen kulturellen Durchmischung obsolet geworden. Jede Musikrichtung und -kultur hat vielmehr ihre besonderen klanglichen Qualitäten, spezifischen Kontexte und emotionale Kraft. Diese zu erfassen, ins richtige Licht zu bringen und weiterzuentwickeln hat für mich Priorität. Respekt und Wertschätzung vor dem Aburteilen sozusagen. Die Musikwissenschaft darf gerne später darüber befinden. Neue Musik ist nach wie vor eine Nische in der Musik. Ist und bleibt dies ihr Platz? Oder welche Chancen und Möglichkeiten sehen Sie im Zeitalter der Digitalisierung

Javier Hagen Javier Hagen (*1971 in Barcelona) ist ein Schweizer Sänger (Tenor und Countertenor) und Komponist. Hagen wuchs zwischen sechs Sprachen am Mittelmeer und in den Walliser Alpen in der Schweiz auf und studierte Gesang bei Roland Hermann, Alain Billard und Nicolai Gedda sowie Komposition bei Heiner Goebbels und Wolfgang Rihm in Zürich, Karlsruhe und Ferrara. Mit UMS’n JIP stellt er eines der aktivsten Ensembles für Neue Musik der Gegenwart. Mehr als 500 Uraufführungen – vom einfachen Chorlied bis zu sinfonisch besetzten Werken – gehen auf seine Initiativen zurück, ebenso die Erweiterung der Kommu-

und den audiovisuellen Techniken für die Neue Musik? Ein Keim ist kein Baum. Das Neue als Keim ist als Erstes kaum sichtbar und normalerweise unbekannt (sonst wäre es ja nicht neu), Neue Musik beginnt daher per definitionem in einer Nische. Damit aus diesem Keim ein Baum wird, bedarf es eines gesellschaftlichen Efforts. Dieser wird in der Regel erst vollzogen, wenn ein Nutzen erkannt wird. Und diese Erkenntnis und dieser Prozess können sich über eine sehr lange Zeit hinziehen. Die Musikgeschichte im Abendland lehrt uns, dass neue Strömungen oft mehrere Generationen benötigt haben, bis sie mehrheitsfähig

nikationssprachen innerhalb der ISCM um Chinesisch, Spanisch, Arabisch und Russisch 2018. Javier Hagen ist Gründer und Leiter des Festivals für Neue Musik Forum Wallis, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Neue Musik (ISCM Switzerland), im Vorstand der Schweizer Musikedition und von swissfestivals, im akademischen Rat der Akademie für Zeitgenössische Oper am Centro de Experimentacion del Teatro Colon CETC in Buenos Aires und wirkte zehn Jahre im UNESCO-Ausschuss zur Aufarbeitung des Immateriellen Kulturerbes des Kantons Wallis. Er ist Gastdozent an über 50 Universitäten weltweit. Für das Festival Nueva Opera de Buenos Aires FNOBA

wurden, das ist selbst bei Monteverdi, Bach und Schubert nicht anders gewesen. Ihre Meisterwerke wurden in privatem Kreis uraufgeführt, schlummerten lange unbeachtet vor sich hin und fanden erst Jahrzehnte nach ihrem Tod aus der Nische heraus. Umgekehrt heißt dies nicht, dass sich die Neue Musik von der Welt abschotten und hermetisch vor sich her werkeln soll. Gerade die jüngste Generation mit ihrem multi-, interund transkulturellen Hintergrund bietet hierzu beispielhafte Ansätze für infragestellende, partizipative, interaktive, multimediale oder auch schlicht klassisch in der Tradition stehende Stücke. Im Zeitalter der Digitalisierung eröffnen sich denn auch viele Chancen: Die Szene hat andere und mehr Möglichkeiten, sich zu artikulieren und Communitys zu bilden. Sie ist unter anderem farbiger und weiblicher geworden, und die ideologischen und ästhetischen Gräben sind – meiner Meinung nach ein Vorteil – aufgeweicht. Erwähnt seien an dieser Stelle drei vorbildhafte Initiativen: Babel Scores, ein äußerst funktionaler, von einem lateinamerikanischen Komponistenkollektiv in Paris aufgezogener alternativer Online-Verlag und -Vertrieb für Neue Musik, der mittlerweile zu den weltweit größten Bibliotheken für Neue Musik zählt, Score Follower, ein qualitativ hochwertig kuratierter amerikanischer Non-Profit-Videokanal auf YouTube mit mehreren Tausend Abonnenten zur Popularisierung von Neuer Musik, auf welchem die zu hörende Musik gleichzeitig gelesen werden kann, und die ISCM World Music Days (die Weltmusiktage der International Society for Contemporary Music), an denen – und dies ist weltweit seit bald 100 Jahren einmalig – ein demokratisches Panorama der Neuen Musik aus den nahezu 60 Ländersektionen präsentiert wird, dieses Jahr vom 2. bis 10. Mai in Tallinn in Estland. Die Schweiz wird dort – das spricht für sich – von einer koreanischstämmigen Komponistin (Junghae Lee) mit einem Stück für Streichorchester vertreten. DAS GESPRÄCH FÜHRTE KAI GEIGER.

2018 produzierte er mit Pablo Maritano und UMS’n JIP „La Noche de la Bestia“, ein partizipatives Musiktheater von und mit Kindern aus den Slums von Buenos Aires. Aktuell arbeitet er an modularen, raumspezifischen und nichtlinearen Musiktheaterformen. www.javierhagen.ch babelscores.com www.youtube.com/scorefollower scorefollower.com  www.worldmusicdays2019.ee  iscm.org www.forumwallis.ch


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Electro | 27

KANN JEDER MUSIKER AUCH KOMPONIEREN? Dieser und vieler weitere Fragen gehen wir mit dem Leiter des Studiengangs Komposition und Leiter des Studio für elektronische Musik und Akustik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Prof. Orm Finnendahl nach. Ziel des Studiums der Komposition ist die Entwicklung von Studierenden zu eigenständigen Künstlerpersönlichkeiten. Ausgangspunkt ist hierbei die grundlegende Vermittlung des kompositorischen Handwerks und eine Einführung in künstlerische Fragestellungen. Sowohl Handwerksbegriff, als auch künstlerische Fragestellungen sind dabei nicht nur traditionell, sondern in besonderem Maße auch von der Berücksichtigung der aktuellen Situation, beispielsweise im Hinblick auf den Einsatz technologischer und elektronischer Mittel, geprägt. Das Studium vermittelt einen Überblick über zeitgenössische und historische Kompositionstechniken und -verfahren und hinterfragt die damit verbundenen ästhetischen Haltungen. Im Studium werden einerseits Grundkenntnisse erworben, die für eine Tätigkeit als Komponist die Voraussetzung bilden; zugleich bietet das Studium jedoch auch den Raum für eine individuelle Schwerpunktbildung, die die Ausprägung einer eigenständigen künstlerischen Persönlichkeit erst ermöglicht. Kann jeder Musiker auch komponieren? Nein. Welche Voraussetzungen benötigt man, um komponieren zu können, ohne daran zu scheitern? Außerordentlich großes Interesse, Experimentierfreude, Neugierde, Hartnäckigkeit, Musikalität, Fähigkeit zur Selbstkritik und ein reflektiertes Verhältnis zum Begriff „Scheitern“. Computerkenntnisse und Programmieren sind von Vorteil steht in der Studienplatzausschreibung. Es ist vorteilhaft, bildet aber keine Bedingung. Schließt heute das Kompositionsstudium automatisch die elektronische Musik ein, oder ist dies ein Wahlfach? Im Bachelor ist die Ausbildung in elektronischer Musik eingeschlossen, beim Master optional. Ihr Fachgebiet ist die elektronische Musik. Gibt es eine Definition dafür und wie grenzt sich das Studienfach vom Wildwuchs unter dem Begriff Elektromusik in den Medien ab? Mein Fachgebiet ist allgemein Komposition und für mich schließt dies ganz explizit auch die Instrumentalkomposition mit ein. Allerdings besteht der Fokus meiner kompositorischen Arbeit im Einbezug und der Reflektion von Technologie und dazu gehört auch der Einsatz elektronischer Klänge. Die Abgrenzung dieser elektronischen Musik von dem, was allgemein unter Elektromusik verstanden wird, ist am ehesten in der Zielsetzung zu sehen: Im Studium bei uns wird Musik und damit auch deren elektronische Spielformen fokussiert „als Kunst“ und im Unterschied zu angewandter Musik im Sinne von „Musik zum Tanzen“ „Musik zum Träumen“ „Musik zum Kleiderverkaufen“ oder allgemein „Musik als Gefühlsverstärker“ betrachtet und verstanden. Dies

bedeutet natürlich weder, dass Musik, die im Studium betrachtet oder produziert wird, keinen Puls oder angewandten Zweck haben darf (und schon gar nicht, dass sie keine Gefühle auslösen soll), noch, dass ich andererseits angewandter Musik prinzipiell den Kunstcharakter abspreche. Es bedeutet lediglich, welche Betrachtungsperspektive im Vordergrund steht. Und in der Regel führt dies dann zu anderen Ergebnissen, als das, was in den Medien allgegenwärtig als elektronische Musik bezeichnet wird. Was fasziniert sie an der elektronischen Musik und ihren Möglichkeiten? Das noch immer in vieler Hinsicht unbeschrittene Terrain. Ist die elektronische Musik ein unerschöpfliches Feld oder gibt es Grenzen, ein Scheitern von gedanklich konstruierten, komponierten Werken und deren technischer Umsetzung? Unerschöpflichkeit ist aus meiner Sicht keine Eigenschaft von irgendetwas, sondern eine Zuschreibung, die in starkem Maße von dem Eindruck des Betrachters beeinflusst wird. Grenzen auf der anderen Seite sind Bestandteil jeglicher künstlerischen Handlung und bilden häufig sogar deren zentrale Bezugsebene. Auch das Scheitern von Gedankenkonstrukten gehört im Zusammenhang mit der Erforschung ästhetischer Fragestellungen zum Berufsalltag von Komponist*innen. Allerdings ist aus meiner Sicht die Auseinandersetzung mit elektronischer/digitaler Technologie, insbesondere im Hinblick auf deren Semantisierungen auch im gesamtgesellschaftlichen, nichtkünstlerischen Kontext noch immer so wenig entwickelt, dass Beschränkungen vor allem in der mangelnden Imaginationskraft, dem ästhetischen Bewusstsein oder der technischen Kompetenz der Autor*innen bestehen.

© HfMDK

Wie sind der Stellenwert und die Akzeptanz von elektronischer Musik heute und wie wird sich diese entwickeln? Wer, wo, wie kommt elektronische Musik auf die Bühne, wie wird sie verbreitet und vertrieben? Im Bereich der zeitgenössischen Neuen Musik hatte elektronische Musik in der Vergangenheit eine eher untergeordnete Bedeutung und die traditionellen Verbreitungsinstitutionen wie Verlage und Konzerthäuser sind strukturell schlecht bis sehr schlecht auf die Erfordernisse von elektronischer Musik oder LiveElektronik eingestellt. Allerdings ist offensichtlich, dass seit Längerem ein Umdenkungsprozess im Gange ist und im Zuge der zunehmenden medientechnischen Ausstattung von Spielstätten im Bereich von Theater, Oper und der freien Performance elektronische Musik selbstverständlicher wird. Zusätzlich ist die große Bedeutung der Verlage für die Verbreitung von Neuer Musik und deren Einfluss im Zuge der großen Veränderungen im Zusammenhang mit internetbasierten Technologien zurückgegangen, und das wirkt sich aufgrund der starken Ausrichtung der Verlage auf traditionelle Instrumentalmusik positiv für die Verbreitung von elektronischer Musik aus. Nach wie vor sind dafür im Bereich Neuer Musik Festivals und Konzertveranstalter sehr wichtig. Aktuell lässt sich aber auch eine Öffnung vieler Spielstätten, deren Fokus nicht auf tra-

ditioneller klassischer Musik liegt, für nicht beatbasierte experimentelle Musikformate feststellen, von der ich den Eindruck habe, dass es sich nicht um eine temporäre Mode handelt und sie perspektivisch eher zunehmen wird. Was ist selma und was passiert dort? selma ist die Abkürzung für das „Studio für elektronische Musik und Akustik“ der HfMDK Frankfurt. Das Studio ist eingerichtet worden, um Studierenden der Hochschule die Möglichkeit zu geben, elektronische Musik im erweiterten performativen Kontext herzustellen und zu erproben. Insofern handelt es sich nicht um ein Aufnahmestudio im traditionellen Sinne, sondern eher um Räume, die flexibel nutzbar sind. Es gibt zwar auch einen Regieraum, in dem eine sehr hochwertige Stereoabhöranlage in einer akustisch optimierten Umgebung installiert ist. Zentral ist aber ein großer Multifunktionsraum, in dem sämtliche Einrichtungsgegenstände beweglich sind bzw. ganz entfernt werden können. Die technische Erschließung mit Strom, Netzwerk etc. erfolgt über Trassen, die im ganzen Raum über die Decke laufen, und es gibt zudem eine rundlaufende Schiene an der Decke, an der acht Lautsprecher und ein interaktiver Projektor hängen. Durch die Schiene können die Lautsprecher in ihrer Position variabel angeordnet werden, die damit verschiedene akustische Situatio-

Professor Orm Finnendahl © HfMDK

Orm Finnendahl studierte 1983-90 Komposition und Musikwissenschaft bei Frank Michael Beyer, Gösta Neuwirth und Carl Dahlhaus in Berlin. 1995-98 weiterführende Studien bei Helmut Lachenmann in Stuttgart. 1988/89 besuchte er das California Institute of the Arts in Los Angeles, 1991-95 war er künstlerischer Leiter der Kreuzberger Klangwerkstatt. Unterrichtstätigkeit u.a. am elektronischen Studio der TU Berlin und dem Institut für Neue Musik der HdK Berlin, deren Leiter er von 19962001 war. In den Jahren 2000-2004 Lehrtätigkeit am Institut für Computermusik und elektronische Medien (ICEM) der Folkwang-Hochschule in Essen. Verschiedene Stipendien und Preise, darunter Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart 1997, Busoni-Preis der Akademie der Künste Berlin 1999,

Prix Ars Electronica Linz 2001 und CynetArt Award 2001 in Dresden. Sein Interesse an elektronischen Medien und der durch sie provozierte Versuch einer fortwährenden Neubestimmung des eigenen Selbstverständnisses führte zu Kompositionen, die technologische Hilfsmittel wie Computer, Zuspielbänder und Live-Elektronik einbeziehen. Seit 2000 verstärkte Zusammenarbeit mit Improvisationsmusikern, Tanzensembles und Medienkünstlern. CD Veröffentlichungen bei Wergo. 2004-2013 Professor für Komposition und Leiter des Studios für elektronische Musik und Akustik (selma) an der Musikhochschule Freiburg. Seit 2013 Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. 

nen bilden. In dem Raum kann mit Instrumentalisten und/oder mit Tänzern oder anderen Performern gearbeitet werden oder auch rein elektronische akusmatische Kompositionen erprobt werden. In den Räumen finden zudem Workshops und Seminare statt. Wie wichtig ist das grenzübergreifende Arbeiten für die Chance auf eine Bühne, Auftrittsmöglichkeiten von elektronischer Musik? Das ist von ganz außerordentlicher Wichtigkeit. Aber ganz unabhängig davon ist aus meiner Perspektive generell das grenz- und genreübergreifende Arbeiten momentan von zentraler Bedeutung und kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die aktuelle Situation der Durchdringung sämtlicher Bereiche des täglichen Lebens von internetbasierten Kommunikationsformen bildet zwar aufgrund der naheliegenden Abschottung vor Informationsüberflutung durch die Flucht in Internetblasen ein großes Problem, bietet aber zugleich auch sehr große Chancen: Digitale Daten bilden das primäre Medium elektronischer Musik. Interessanterweise unterscheidet sich elektronische Musik auf dieser Ebene allerdings nicht von den Erzeugnissen anderer Kunstformen, wie z.B. Videos, Fotos, Texten etc. Der Computer ist als der zentrale Träger und Verarbeiter dieser Daten unter diesem Gesichtspunkt eine Maschine universeller Abstraktion. Dies eröffnet auf beispiellose Weise neuen Formen der Semantisierung und Verwendung dieser Daten. Im täglichen Leben sind diese Dinge bereits in Form von online Spielen, sozialen Netzwerken, Entwicklungsplattformen etc. allgegenwärtig. Für mich ist aber klar, dass gerade auch die Kunst als der zentrale Ort für das Explorieren solcher Semantisierungen in unseren Gesellschaften dafür prädestiniert ist, diesen Bereich zu fokussieren. Elektronische Musik ist dabei im Vergleich zu anderen Musikformaten aufgrund ihrer Affinität zum Digitalen (nicht selten wird sie ja sogar direkt digital konstituiert) und der damit verbundenen Flexibilität im Vorteil, genreübergreifend Verbindungen zu ermöglichen und zu artikulieren. Das bietet natürlich für beide Seiten, den Künstler und den Rezipienten, Chancen für veränderte Interaktionen und Wahrnehmungsformen. Auch wenn das sehr allgemein und abstrakt klingt, habe ich die Erfahrung gemacht, dass uns Komponisten der Einsatz von Elektronik ein ganz neues Publikum und Veranstaltungsorte erschließt, die mit zeitgenössischer neuer Musik bisher nichts zu tun hatten, und die Interaktion mit genau diesem Publikum an diesen Orten interessiert mich auch am meisten. DAS GESPRÄCH FÜHRTE KAI GEIGER.


28  |  Electro | Digital

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ELECTRO

Barcelona (E) Sónar 18. – 20.7.2019

© sonar

Sónar is a festival of advanced music and multimedia art. But it’s also much more than that: Sónar has become an international benchmark by developing what is essentially music to become an explosion of multimedia language, art and electronica, attracting fans eager for innovation from all over the world in the process. Over three dates, and divided into Sónar by Day and Sónar by Night, hundreds of activities take place in various venues of the city, including concerts, DJ sessions, screenings, debates, conferences and an abundance of multimedia projects. www.sonar.es

Trossingen / Furtwangen MusicDesign MASTER OF ARTS Wie klingt Zukunft? Die Entwicklung musikalischer Technologien und Medien hat über Jahrtausende immer wieder neue Möglichkeiten geschaffen (mit) Musik zu spielen. Neue Musikinstrumente und -automaten, Notationen, Konzertsäle, Tonstudio- und Wiedergabetechniken eröffnen nicht nur neue Klangwelten und -räume, sondern ermöglichen auch neue Situationen, Interaktionen und Ökosysteme, in denen Musik Menschen zusammenbringt und bewegt.  Der Studiengang MusicDesign beschäftigt sich mit der Gestaltung musikalischer Medien und Praktiken im digitalen Zeitalter. An der Schnittstelle verschiedener Disziplinen vereint er Studierende verschiedener Horizonte, die zusammenkommen, um gemeinsam Wissen zu erarbeiten, Konzepte zu entwickeln und Projekte zu realisieren. www.musikdesign.net

Paris (F) Days Off 4. – 13.7.2019 Every year since 2010, the Days Off Festival  has offers a truly exceptional musical programme. Now taking place at the Philharmonie, the event invites the biggest names in current music to perform in front of a Parisian audience. Rufus Wainwright, Etienne Daho, Sufjan Stevens and Steeve Reich are among the personalities that have participated in the festival, now one of the most eagerly-awaited musical events in Paris. List of artist (more to follow) www.daysoff.fr

DIGITAL

Düsseldorf Campfire 2019 Das größte Open-Air-Festival für eine bessere Gesellschaft. 30.8. – 1.9.2019 Vom Journalismus zum Mitreden! – zum Festival für eine bessere Gesellschaft. Am Freitag, den 30. August bis Sonntag, den 1. September 2019 findet das Campfire – Festival für eine bessere Gesellschaft zwischen Rhein, Wiese und dem Landtag NRW in Düsseldorf statt. Alltagsexperten, Journalisten, Wissenschaftler und Politiker diskutieren auf dem Campfire Festival für unsere gemeinsame Zukunft. Wir fragen danach, was eine „bessere Gesellschaft“ sein kann, denken lokal und global, reden über Werte, Missstände und das Leben in einer digitalen Welt. www.campfirefestival.org

sf18 Blomqvist © Foto Daniel Kindler

Graz (A) springfestival for electronic art & music Graz 19. – 23.6.2019

Von 19. bis 23. Juni verwandelt das springfestival auch 2019 wieder die gesamte Stadt in ein vibrierendes Zentrum für elektronische Kunst und Musik. Weit über 100 internationale und nationale Acts begeistern jedes Jahr über 10.000 Festivalbesucher, die aus ganz Europa in die steirische Landeshauptstadt pilgern. Live Konzerte, live Electronic Performances, DJ Acts, Visual Art und interaktive Installationen machen das springfestival zu einem Best-of der internationalen elektronischen Kunst- und Musikszene. www.springfestival.at

Video, Medienkunst, Musik, Tanz, Theater und Performance. Neben der Präsentation von Kunst hat das ZKM die Aufgabe übernommen, Bedingungen für das Entstehen von Kunst zu schaffen. Daher beherbergt das ZKM das Hertz-Labor, in dem wissenschaftlich geforscht, entwickelt und produziert wird. In dieser Produktionstätigkeit unterscheidet sich das ZKM von anderen Institutionen und heißt deshalb auch Zentrum und nicht Museum. 1989 wurde das ZKM mit der Mission gegründet, die klassischen Künste ins digitale Zeitalter fortzuschreiben. Aus diesem Grund wird es daher gelegentlich auch als das „elektronische bzw. digitale Bauhaus“ bezeichnet. Präsentation und Produktion werden durch die klassische Aufgabe des Museums erweitert, Kunstwerke zu bewahren. Heute ist das ZKM eine weltweit einzigartige Kulturinstitution, ein Ort des Lernens und Forschens – für seine KünstlerInnen, WissenschaftlicherInnen und seine BesucherInnen. ZKM | Zentrum für Kunst und Medien ZKM | Center for Art and Media www.zkm.de

Berlin re:publica 6. – 8.5.2019

© Gregor Fischer, re:publica

Die re:publica ist die größte Konferenz zu den Themen Internet und digitale Gesellschaft in Europa. Hier treffen Blogger*innen auf Politiker*innen, Wissenschaftler*innen auf Unter­ nehmer*innen, Künstler*innen auf Aktivist*innen. Mehr als 19.500 Teilnehmer*innen aus 80 Ländern kamen auf der re:publica 18 an den drei Konferenztagen in Berlin zusammen, um aktuelle Fragestellungen der digitalen Gesellschaft zu diskutieren. Das Akronym tl;dr steht für “too long; didn’t read” und ist das Motto der re:publica 2019, die vom 6. bis 8. Mai 2019 in der STATION Berlin stattfindet. Damit ist die nächste Ausgabe von Europas größter Digital- und Gesellschaftskonferenz dem Kleingedruckten gewidmet. Den Fußnoten. Der Kraft der Recherche, dem Wissen und der Kontroverse. Der Notwendigkeit und Dringlichkeit, die Themen kritisch zu hinterfragen, die polarisieren, uns spalten – oder auch vereinen. www.re-publica.com

ars electronica © Robert Bauernhansl

Linz (A)

ARS ELECTRONICA Seit 1979 analysiert und kommentiert Ars Electronica die digitale Revolution. Im Fokus stehen stets aktuelle Entwicklungen und mögliche Zukunftsszenarien im Dreieck von Kunst, Technologie und Gesellschaft. Innovativ, radikal und exzentrisch im besten Sinn sind die Visionen, Ideen und Projekte, die Ars Electronica dabei gemeinsam mit KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen, TechnologInnen, Engineers, Entrepreneurs und Social Activists aus aller Welt vorantreibt. Seit 1979 hat Ars Electronica das Spektrum ihrer Aktivitäten kontinuierlich ausgebaut und zeichnet sich heute durch einen weltweit einmaligen, umfassenden Ansatz in der Auseinandersetzung mit techno-kulturellen Phänomenen aus. Ars Electronica ist eine Kultur-, Bildungs- und Forschungsplattform aus Linz, Österreich, und genießt internationale Reputation.

Ars Electronica Center Museum der Zukunft, Schule der Zukunft Als Museum der Zukunft und Schule der Zukunft verschreibt sich das Ars Electronica Center der Verschmelzung von Kunst, Wissenschaft und Technologie. Bio- und Gentechnik, Neurowissenschaften, Robotik, Prothetik und Medienkunst bilden hier interaktive Versuchsanordnungen, die eine Vorstellung davon vermitteln, wie unsere Welt und unser tagtägliches Leben schon bald aussehen könnten. Alle unsere Ausstellungen und Präsentationen sind auf diese Frage hin ausgerichtet, eröffnen unterschiedliche Blickwinkel auf unsere Natur und unser Selbstbild und machen ihre möglichen

zukünftigen Ausprägungen für ein breites Publikum greifbar. Als Schule der Zukunft beschreiten wir zudem neue Wege der Science Education und bieten eine breite Palette von Vermittlungsprogrammen für alle Schultypen und -stufen an. 1996 wurde das erste, zum Auftakt des Linzer Kulturhauptstadtjahrs 2009 dann das zweite, erweitere Museum der Zukunft eröffnet. Das Ars Electronica Center zählt jährlich zwischen 170.000 und 185.000 BesucherInnen.

Ars Electronica Festival Testumgebung zwischen Kunst, Technologie und Gesellschaft 5. – 9.9.2019 Jeden September ruft das Ars Electronica Festival Hunderte Kreative aus Kunst, Wissenschaft, Technologie und Wirtschaft aus der ganzen Welt nach Linz, um gemeinsam mit ihnen ein bestimmtes Thema zu bearbeiten. Die Fragestellung ist dabei Jahr für Jahr eine andere und kein Festivalformat in Stein gemeißelt. Es wird ausprobiert, bewertet, verworfen und neu erfunden – das Festival stellt sich nicht zuletzt auch selbst auf die Probe, stets geleitet von der Suche nach dem, was uns als Gesellschaft weiterbringt, auf unserem Weg in eine lebenswerte Zukunft. 2017 zählte die Ars Electronica erstmals mehr als 1.000 mitwirkende KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen, Activists und Entrepreneurs und über 100.000 Besuche. Mehr als 400 akkreditierte MedienvertreterInnen aus über 35 Ländern berichten Jahr für Jahr vom Linzer Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft. ars.electronica.art

Blick in das ZKM Foyer © ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Foto: Fidelis Fuchs

Karlsruhe ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe Zukunftslabor ZKM Das ZKM in Karlsruhe ist ein Haus, das alle Medien und künstlerischen Gattungen vereint: In thematischen Ausstellungen werden raumbasierte Künste wie Malerei, Fotografie und Skulptur gezeigt, vor allem aber auch zeitbasierte Künste wie Film,

beide Fotos © Jan Michalko, re:publica

ars electronica © Robert Bauernhansl


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LABEL

Areni Agbabian | Bloom Areni Agbabian casts a quiet spell with her art, as an improvising vocalist, folk singer, storyteller and pianist. Her voice has been described as “bell-toned” by The Guardian and “lush” by the Los Angeles Times, the music she creates with it “intensely focused, moving toward some kind of hidden truth,” according to The New York Times. Agbabian’s ECM debut, Bloom, has a richness that belies its spare ingredients: just her evocative voice and piano, along with the subtly ingenious percussion of Nicolas Stocker (who was last heard on ECM with Nik Bärtsch’s Mobile ensemble). Born and raised in Los Angeles into an Armenian family, Agbabian came to international attention via performances and recordings with groups led by Armenian jazz pianist Tigran Hamasyan. Bloom draws deeply on the singer’s Armenian heritage, as she reinterprets sacred hymns, a traditional spoken-word tale and a dark folk melody transcribed by the great Armenian composer and ethnomusicologist Komitas. www.ecmrecords.com www.arenismiles.com

Mats Eilertsen And Then Comes The Night Der norwegische Bassist Mats Eilertsen hat auf ECM-Alben von Musikern wie Tord Gustavsen, Trygve Seim, Mathias Eick, Nils Økland, Wolfert Brederode und Jakob Young eine markante Rolle gespielt. Zeitgleich hat er mehrere eigene Projekte entwickelt, darunter sein eigenes Trio, das nun seit 10 Jahren besteht. And Then Comes The Night  (nach einem Roman des isländischen Schriftstellers Jón Kalman Stefánsson benannt) wurde im Audiotorio Stelio Molo in Lugano eingespielt, dessen – nach Eilertsens eigenen Worten – „speziellen Charakter und spezielle Atmosphäre“ er, der Schlagzeuger Thomas Strønen und der dänische Pianist Harmen Fraanje mit ihrem überaus konzentrierten Zusammenspiel restlos ausschöpfen. „Wir fingen mit einigen kompositorischen Entwürfen an, um dann zu sehen, was sich aus ihnen an einem so spezifischen Ort mit Manfred Eichers Unterstützung formen könnte.“ Das Ergebnis: ein Album voll subtiler Interaktion, das viele Konventionen des Trio-Spiels außen vor lässt – in einer Aufnahme, die konzentriertes Hören fordert und umso mehr belohnt. www.ecmrecords.com www.matseilertsen.com

RENS NEWLAND Renew Qtet Listen to your Ears Das 9te Album von Rens Newland unter eigenem Namen sollte im Ju-

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ACT Nils Landgren 4 Wheel Drive

Lars Danielsson Summerwind

Über den Stellenwert dieser vier Künstler-persönlichkeiten muss man nicht viele Worte verlieren. Sie spielen zu hören, reicht: Wenn Nils Landgren seine einfühlsame Melodie von „Le chat sur toit“ intoniert, Michael Wollny in „Lady Madonna“ mit einem bluesgetränkten Pianosolo glänzt, „Polygon“ von Lars Danielssons Bassintro eröffnet wird und Wolfgang Haffners Power-Groove „4WD“ nach vorne treibt, dann wird zweifelsfrei klar: Hier haben sich vier Größen des europäischen Jazz zum Quartett vereinigt, die sich seit Jahren kennen und schätzen. Bekanntlich kreuzten sich die Wege der Musiker bereits des Öfteren in verschie-denen Konstellationen. Man denke an das eindringliche Duo von Landgren und Wollny, Haffner als langjähriges Rückgrat in der Funk Unit oder an Danielssons Präsenz in Haffners Trio. In Reinform gab es diese vier aber noch nie.... www.actmusic.com www.nilslandgren.com www.wolfganghaffner.de

Es gibt Menschen, die kommunizieren viel, andere reduzieren sich auf das Wesentliche und bringen es mit wenigen Worten auf den Punkt. Genauso ist es in der Musik. Mit Lars Danielsson und Paolo Fresu haben sich nun zwei zusammengefunden, die ihre Töne mit Bedacht wählen: Auf „Summerwind“ trifft der schwedische Meister des Wohlklangs an Bass und Cello, mit seinem feinen Gespür für so einfache wie eindringliche Melodien, auf einen der lyrischsten Trompeter Europas, der mit seinen leuchtenden luftigen Tönen dem „cool playing“ eine ganz eigene Ausdruckskraft gibt. Gemeinsam lassen Danielsson und Fresu atmosphärische und farbenreiche Klangbilder mit Gefühl und Tiefe entstehen. Kurzum: Traumhafte Musik im traumhaften Zusammenspiel. Das Format des Duos bietet besonders viel Freiheit und Spielraum, sich musikalisch zu entfalten. www.actmusic.com www.lars-danielsson.com www.paolofresu.it

neigt sich bewusst, gekonnt und zeitgemäß vor den alten Helden des Hard Bop - à la Jazz Messengers, Horace Silver oder Cannonball Adderley. Die formidable Rhythmussection: Mario Gonzi (dr), Johannes Strasser (b) und das Ausnahmetalent Max Tschida (p). www.jivemusic.at www.preiserrecords.at biläumsjahr etwas Besonderes werden (40 Jahre Gitarrero/Bandleader/ Arrangeur in Österreich: von ORF Big Band über Ostinato, bis Supremes und Gloria Gaynor). Er präsentiert hier seine ganze Bandbreite, von Groove bis Fusion, von up-time Swing bis Jazz-Balladen. Spannend, er packt fast bei jeder Nummer eine andere Gitarre aus: Gibson L5, Fender Tele, Godin, Gretsch und sogar die Line 6 Modelling Gitarre. Die Gitarrenmelodien werden von Tenorist Herb Berger unisono gedoppelt, da herrscht das totale musikalische Verständnis. Wolfi Rainer (D), Andy Mayerl (B) und Martin Wöss (Rhodes, P) lassen sehr geschmackvoll genug Platz für Melodien und Improvisationen. Rens Newland bestätigt hier wieder seinen Platz am Gitarristenhimmel. www.jivemusic.at www.preiserrecords.at www.rensnewland.com

AFFÄRE DREYFUSS In Good Company Der Bandname „Affäre Dreyfuss“ entspringt der Tatsache, dass sich Saxofonist Martin Fuss (einer der bedeutendsten Jazz- und Studiomusiker Österreichs) mit seinen Söhnen Dominik (tp) und Florian (sax) - die sich auch schon einen fixen Platz in der Szene erspielt haben - gemeinsam auf der Bühne steht! Nun hat die Band sich auch im Studio eingefunden und das beeindruckende Resultat liegt nun in Form des Albums “In Good Company“ vor. Die 3 Füsse arbeiteten u.a. mit Ray Charles, J. Zawinul,  Parov Stelar, Norbert Schneider...! Affäre Dreyfuss ver-

DIKNU SCHNEEBERGER TRIO Feuerlicht  Diknu Schneeberger feiert mit seinem 4ten Trio Album das 10-jähriges Bühnen-Jubiläum - dabei ist das Gypsy Gitarren Genie erst in seinen Endzwanzigern! Viele der Kompositionen sind diesmal aus seiner eigenen Feder, weitere stammen von D. Reinhardt, Stochelo Rosenberg und sogar von Edward Grieg! Diknus Gitarrenspiel besticht mehr den je durch unglaubliche Klarheit, Musikalität und Virtuosität. Das Trio, mit Martin Spitzer (2te Gitarre) und Diknus Vater Joschi Schneeberger am Bass, ist extrem gut eingespielt, wurden doch in den letzten Jahren hunderte Konzerte bestritten! Die Bass Solos auf der CD zeugen vom Können des Vaters und erklären wo Diknus außerordentliches Talent herkommt. Das Album strahlt eine sprudelnde Kreativität und Lebendigkeit aus, sehr abwechslungsreich trotz Stiltreue.  www.jivemusic.at www.edel.com/de/vertrieb www.o-tonemusic.eu www.diknuschneeberger.com

El Violin Latino Vol. 3 Nun ist sie da – die dritte CD der El Violin Latino Serie von Gregor Huebner. Wie bei den vorhergehenden Alben versammelte der Geiger und Komponist eine illustre Gruppe im Studio und es entstand eine Zusammenarbeit wunderbarer Musiker. Die Weggefährten Gregor Huebners haben dieses Album zu einem neuen Meilenstein in seiner Musikerlaufbahn gemacht. Die unglaubliche Sän-

gerin Yumarya aus Curaçao, Edmar Castaneda aus Kolumbien an der Harfe sowie Huebner’s Bandmitglieder Klaus Mueller, Jerome Goldschmidt, John Benitez, Louie Bauzo, Ludwig Alfonso, ferner aus früheren Aufnahmen Karen Joseph, Mappy Torres, Johnny Almendra und Ruben Rodriguez haben ihn zu dieser Aufnahme inspiriert. Wie auch auf den vorangegangenen Alben sind sowohl Eigenkompositionen aus Huebners Feder als auch Latin Standards zu hören. www.ozellamusic.com www.gregorhuebner.com

SAPPHIRE DREAMS

Chanda Rule „Sapphire Dreams“ Eine Stimme sagte zu mir: Du musst singen! Sie fuhr gerade in der U-Bahn, unterwegs zu ihrem Redaktions-Job in New York, da hörte sie eine Stimme: „Du musst singen!“. Schon als Zweijährige sang Chanda Rule mit Begeisterung in Kirchen und Chören in Chicago. Auf der neuen CD „Sapphire Dreams“, bei PAO-Records/Vertrieb Membran, offenbart Chanda die ganze Fülle ihres unheimlichen Könnens. Eine schönere Stimme in all ihrer Ausgereiftheit lässt sich derzeit nirgends hören. Chanda ist 43 und sie weiß, dass man im Showbusiness beim Alter tricksen sollte, um erfolgreich zu sein. Sie lacht darüber: „Es gibt diese Faszination in der westlichen Welt, immer jung zu sein. Als hätten wir ein Verfallsdatum ab einem Alter von 29. Ich glaube, man will den Frauen einreden, man könne seine Träume in den Vierzigern nicht mehr leben, und schon gar

nicht mit Kind. Ich wehre mich gegen diesen Druck, nicht alt werden zu dürfen. Wir müssen anerkennen, wie wunderbar Frauen in jedem Alter sein können.“ www.chandarule.com www.paul-zauner.com

PAUL ZAUNER`S BLUE BRASS feat. DAVID MURRAY Der  Grammy-Gewinner David Murray gilt vielen als einer der wichtigsten und vielseitigsten Saxophonisten, Komponisten und Bandleader des modernen Jazz. Aufgestiegen in der New Yorker Loft Jazz-Szene in den 1970ern und Mitbegründer des World Saxophone Quartet. Über 150 Alben sind unter seinem eigenen Namen entstanden. Durch sein obertonreiches Spiel, seine virtuosen Überblastechniken und seine Erfahrungen in Gospel, Avantgarde, Rock und Funk verfügt er über ein enormes musikalisches Handwerkzeug. Jazzposaunist Paul Zauner spielte bereits Ende der 80er-Jahre zwei Tourneen mit David Murrays Band „Last  of  the  Hipmen“ wo auch 1989 die CD „Last of the Hipmen“ entstand. Nach einer erfolgreichen Sommertournee 2017, in Folge dessen die Financial Times von einem „Epic  Concert“ in London sprach, machte David Murray den Vorschlag mit Paul Zauners Blue Brass eine Studioaufnahme zu produzieren und arrangieren. Die neue CD „Roots & Wings“ wird im Herbst 2019 erscheinen. www.paul-zauner.com

TRIO VARIETY feat. Allen Blairman 60 (!) Jahre nach seiner ersten Plattenaufnahme unter Leitung des berühmten Produzenten John Hammond in New York legt der legendäre Schlagzeuger Allen Blairman seine neue CD mit seinem „Trio Variety“ vor. Blairman, der u.a. mit Chet Baker, Dexter Gordon, Roland Kirk, Albert Ayler, Karl Berger, Embryo oder Albert Mangelsdorff tourte, zeigt mit seinem seit 20 Jahren eingespielten Trio mit dem Saxophonisten Olaf Schönborn und dem Bassisten Mario Fadani, dass er in den unterschiedlichsten Stilen zuhause ist. Eine CD voller neu interpretierter Klassiker von „Speak Low“ bis „A Love Supreme“ mit einem unwiderstehlichem Swing und Groove und melodischen Soli von Oaf Schönborn am Alt- und Tenorsaxophon. www.rodensteinrecords.com


Finefones Sonority
 Das seit 10 Jahren bestehende Saxophonquartett Finefones zeigt auf seiner zweiten CD, dass es seinen ganz eigenen Sound gefunden hat. Sop-


30 | Label

ransaxophonist Peter Lehel, der das Quartett gründete, schrieb seinen Mitspielern Olaf Schönborn (Altsaxophon), Christian Steuber (Ts) und Pirmin Ulrich (Barisax) abwechslungsreiche Arrangements mit viel Platz für Improvisation. Von Weltmusikalischen Anklängen (Asia Blue und Folk Song) über Standards (I’m a fool to want you oder Stolen Moments) bis hin zu den Doors (Love Street) findet sich alles auf dieser kurzweiligen CD des wunderbar harmonierenden Quartetts. Bereichert wird das Quartett noch durch den amerikanischen Altsaxophonisten Jim Snidero, der sowohl auf der CD als auch bei der letzten Tour mit seinem unverwechselbarem Sound und seinen Soli begeisterte. www.finetone.de

PEGGY | arttourist.com Jazz | Neue Musik | Elektro | 2019

„Inland“ ist die Weiterentwicklung des 2016 erschienen Albums „Statea“, das Wagner zusammen mit dem mexikanischen Produzenten Murcof erarbeitete, und darauf Stücke der Väter des Minimalismus neu interpretierte: Arvo Pärt, Philip Glass, Morton Feldman, Erik Satie oder John Cage.Mit „Inland“ begibt sich Wagner auf eine träumerische Reise ins Innere. Die Musik gibt dabei aktuellen Komponist_innen deutlich den Vorzug. Das Repertoire ist weit gefächert, zu hören sind Arbeiten von Bryce Dessner, Philip Glass, Meredith Monk oder Hans Otte, genauso wie von Emilie Levienaise-Farrouch oder Moondog. Die Auswahl der Stücke ist außergewöhnlich, zum größten Teil sind diese der Öffentlichkeit unbekannt; Wagner hat auf der Suche teilweise seltene oder sogar unveröffentlichte Partituren gefunden. www.infine-music.com www.vanessawagner.net

Victhamin

Lukas Gabric labor of love Vanessa Wagner – Inland Vanessa Wagner verfolgt eine einzigartige Karriere: originell und engagiert kombiniert sie klassisches Repertoire, zeitgenössische Werke, alte Instrumentaltechniken und Kammermusik mit Videokunst, elektronischer Musik, Tanz und Theater. Die Tageszeitung Le Monde bezeichnet sie „die entzückendste einzigartige Pianistin ihrer Generation“.

string arrangements of ballads such as “Nancy” and “I’m Glad There Is You”, and then some jaw-dropping tenor virtuosity on “Monochrome” and “Momentum”. This is a saxophonist in full control of what he wants to project with the chops and confidence to do it. Joel Frahm. In 2019, Gabric received the Bruno Gironcoli Award as well as the Cultural Distinction Award of his hometown Villach and released his new album labor of love at the Austrian label Alessa Records. www.alessarecords.at www.lukasgabric.net www.sounddesign-austria.at

I’ve known Lukas for more than a handful of years at this point, and have had the pleasure of observing his growth from a young saxophonist of great potential to a fully developed mature artist. That maturity is possibly what strikes me the most about his playing on this recording. I hear the beautiful richness of his tone, the seamlessness of his phrasing, the consistency and mastery of time and swing. He shows admirable restraint and tenderness on the lovely

Victoria Pfeil (aut), saxophones / Thatiana Gomes (br) double bass / Tzu Min Lee (tw) pianoThree musicians, three countries, three continents. Three musical stories, three traditions, three languages.  The edges of the triangle to show our differences and join us at the same time.  Despite our differences, we play together and express everything through our music, which is close to all our hearts. We express our thoughts, our feelings down on paper and let the music scheduled to grow.  We want to reach people who encourage us to pause and take notice. How fascinating that it needs no language, but only three instruments to communicate with each other. www.alessarecords.at www.victhamin.com

liege die Kraft, lässt sich angesichts dieser Aufnahme hinzufügen, dass im Detail das Universum verborgen liegt. www.traps.at/boomslang www.sylviecourvoisier.com

PULSE ALFRED VOGEL / SYLVIE COURVOISIER digital release only Es gibt bereits eine ganze Reihe von Jazzalben, die sich auf die Arbeit bildender Künstler beziehen. Die Stücke von „Pulse“, dem ersten gemeinsamen Album der schweizerischen, in New York lebenden Pianistin Sylvie Courvoisier und des  österreichischen Schlagzeugers Alfred Vogel verbindet der Bezug auf Alexander Calder. Jedes der acht Stücke ist nach einer Arbeit des Meisters der Dynamik benannt, der seinen Skulpturen das Fliegen beibrachte. Calder überwand die Schwerkraft, viele seiner Mobiles wirken wie mentale Planetensysteme. Doch – und da sind wir beim Andersmachen  – „Pulse“ folgt nicht der Idee der einfachen Vertonungen des Visuellen. Ein solches Konzept gab es nicht, als die Courvoisier und Vogel sich trafen. Die Pianistin und der Drummer umspielen einander in einem hingebungsvollen Pas de Deux der spontanen Einfälle. Jeder bringt seine Geschichte mit und lässt sie draußen vor der Tür. Bei diesem Treffen starten sie von Punkt Zero. Das Ohr wechselt genauso oft die Perspektive wie bei der Betrachtung von Calders Plastiken und hat Gelegenheit, nicht nur die Veränderung der Positionen und Perspektiven, sondern auch die sich fortdauernd daraus ergebenden dynamischen Zwischenräume zu erkunden. Es geht um Nuancen, um winzige Verschiebungen, die sich stets auf das ganze Gefüge auswirken. Dem altbekannten Satz, in der Ruhe

CÉLINE RUDOLPH PEARLS

Georg Vogel: Klavier / Andreas Waelti: Kontrabass / Michael Prowaznik: Schlagzeug Wie in einem Film, wo Zeit und Ort eine Geschichte in einen Stimmungskontext setzten, jedoch über den Inhalt, Moral und Ausgang wenig verraten wird, so werden auch die Kompositionen des in Wien beheimateten Trios erst durch die Handlung der Improvisation und Interaktion zu lebendigen und mitreißenden Erzählungen. Georg Vogel, Andreas Waelti und Michael Prowaznik beschäftigen sich mit Jazz in seinen unterschiedlichsten Spielformen und widmen sich der Wechselwirkung von konzeptionellen und intuitiven Ideen, die in der improvisatorischen Umsetzung unterstützt oder kontrastiert werden. Anachronistische Bezüge werden geschickt in die Gegenwart transportiert, entfesselt und erfrischend undogmatisch zu neuen  Klanglegierungen verschmolzen. «Tree» agieren dabei als Ensemble im besten Wortsinn und demonstrieren eindrücklich das in postmodernen Zeiten viel musikalische Brisanz steckt. www.traps.at/boomslang www.galileomusic.de www.georgvogel.net www.andreaswaelti.com

instrumenten wie Wurlitzer, Fender Rhodes, Ace-Tone Orgel, Moog nur so überquillt.“ Mit von der Partie sind der argentinische Pianist und Keyboarder Leo Genovese aus der Esperanza Spalding Band, dazu Bassist Burniss Traviss, bekannt von Zusammenarbeiten mit Rapper Common oder Pianist Jacky Terrasson, Ellis-Marsalis-Schüler John Ellis am Saxofon und Célines langjähriger Kollege und Kompagnon Lionel Loueke, mit dem sie auch ihr letztes Album „Obsession“ eingespielt hat, an Gitarre und Vocals.. „Ich hatte noch nie so etwas wie Célines Musik gehört, sie schreibt auf so einzigartige Art und Weise und auch ihr Vocal-Sound sucht seinesgleichen. Ihr Vibe und ihr Flow in Verbindung mit dem, was unsere Band geschaffen hat, macht diese Produktion so besonders,“ meint Jamire Williams. So entstehen, wie im Flug, elf Songs und einige improvisierte Tracks für das nun vorliegende Album. Es sind Perlen, die den Film im Kopf weiterdrehen, mal poetisch, mal dramatisch, immer leidenschaftlich und außergewöhnlich.

(Obsessions) Pearls – schon das Wort führt Regie für Gedankenfilme. Je nach Prägung oder Erfahrung wird dieser zum Drama, zur Komödie oder der Dokumentation einer leidenschaftlichen Affäre. Die eine denkt bei Perlen an Schmuckstücke, eine andere an Tauchgänge vielleicht, ein dritter, womöglich Biologe, an die Abfallprodukte entzündeter Muscheln. Dass Céline Rudolph, laut dem französischen Radiosender TSF selbst „ein Juwel des europäischen Jazzgesangs“, eher an die poetischen und philosophischen Aspekte der „Pearls“ denkt, wird gleich im Titelstück ihres neuen, achten Albums klar. Sanft und sinnlich singt sie von den Perlen, die ihren Geist bevölkern, nennt sie Souvenirs, die sie sorgsam bewahrt – in feinsinnig geschichteten Harmonien, starken Strophen oder aufregenden Improvisationen. Der instrumentale Sound dazu ist geprägt von, ja, perlenden Wurlitzer-Klängen und dem warmen Fender Rhodes, vom aufbrausenden, energetischen Schlagzeug und erdigen Basslinien, von der akustischen Gitarre, die Céline schon seit ihrer Kindheit begleitet. Nach Brooklyn hat es die Perlenfischerin aus Berlin dafür gezogen, zum Drummer und Pro-

TREE BETWEEN A ROCK AND A HARD PLACE

duzenten Jamire Williams, in dessen musikalischer Vita sich etwa Herbie Hancock, Solange Knowles, John Mayer oder Robert Glasper finden. Die daraus resultierenden „Pearls“ ergeben ein komplexes und wunderschönes Album, irgendwo zwischen diesen musikalischen Polen, dabei immer eigen und faszinierend. „Es steckt in jedem Ton mein ganzes Leben“, sagt Céline Rudolph. „Also feiere ich das Da-

sein, und gleichzeitig wird man hören, wie das Dasein schmerzt.“ Sie lebt im Moment und erlebt ihn gleichzeitig als Musik. Wie an dem Abend, als sie den New Yorker Drummer Jamire Williams in einem Berliner Club erlebt. „Er ist die geballte Kraft, ein tosender Wirbelwind! Das hat mich total elektrisiert und meinen eigenen inneren Wirbelwind in Schwingung gebracht. Wenige Monate später vereinbarten wir die Studiosession im Brooklyn Recording Studio, das vor Tasten-

Die Single PEARLS erscheint mit Video am 19. April 2019, das Album ist ab 21.Juni 2019 als CD und Vinyl im Handel erhältlich. Céline Rudolph PEARLS VÖ: 21.06.2019 LABEL: Obsessions EAN: 885150701782


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Götz Alsmann presents Art van Damme Ecstasy

Oscar Peterson (6 LP-Box) Exclusively for My Friends

Nicola Conte Let Your Light Shine On

China Moses Nightintales

Malia Ripples (Echoes Of Dreams)

Malakoff Kowalski My First Piano

Joanne Grauer Introd. Lorraine Feather

Oscar Peterson Trio + Singers Unlimited In Tune

Monty Alexander Here Comes The Sun

Mark Murphy Midnight Mood

John Taylor Trio Decipher

Clarke/Boland Big Band All Smiles

Albert Mangelsdorff And His Friends

Oscar Peterson Motions&Emotions

Don Ellis Soaring

Clark Terry Clark After Dark

Count Basie Orchestra High Voltage

Dizzy Gillespie Big Band 20th & 30th Anniversary

Bill Evans Symbiosis

Oscar Peterson Trio Walking The Line

Baden Powell Images On Guitar

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PEGGY Jazz 2019  

magazine from arttourist.com featuring Jazz, Contemporary Music, Electro and Digital

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