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MILES | arttourist.com JAZZ | Neue Musik | 2016

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Editorial | 3

Editorial Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Kunden und Freunde der arttourist.com

Hildegard lernt fliegen – eine von zwei Schweizer Bands im Galakonzert auf der jazzahead! 2016 © Reto Andreoli

JAZZAHEAD! FESTIVAL 7. – 24. April 2016 jazzahead!, dieser Name steht nicht nur für den größten Jazzbranchentreff der Welt, sondern auch für ein zweieinhalbwöchiges Festival in Bremen, das sich in den letzten Jahren zu einem Aushängeschild der Stadt entwickelt hat. Zigtausende Besucher aus

aller Welt reisen jährlich anlässlich der Messe und ihres Showcase-Festival in die Hansestadt. Und auch für Besucher aus der Region hat sich das Festival, sicher nicht zuletzt wegen seiner genreübergreifenden Ausrichtung, zu einem richtigen Publikumsmagneten entwickelt. Vom 7. bis 24. April 2016 rückt die jazzahead! ihr diesjähriges Partnerland die Schweiz in den Mittelpunkt und richtet ein Stadtfest mit der Kunst und Kultur unseres Nachbarlandes aus. Den Höhepunkt findet es am letzten Festivalwochenende, zeitgleich zur Messe, an dem der Besucher aus einem Angebot von über 110 Konzerten wählen kann.

Zur jazzahead! clubnight in Bremen wird auch schon mal eine Kirche zum Jazzclub © Nikolai Wolff fotoetage / Messe Bremen

Anfang März, Dienstagabend im Gretchen in Berlin. Avishai Cohen, der israelische Trompeter, gibt eines von zwei Deutschlandkonzerten. Es ist ein besonderer Abend. Volles Haus, coole Location. Er präsentiert seine neue CD „Into The Silence“ mit der ihn die Presse als den „Miles Davis der Gegenwart“ feiert. Ich lausche, geniesse und drifte wie so oft bei Jazz ab, hänge Ideen nach und arbeite in Gedanken an einer thematischen Jazzausgabe. Ein paar Tage später treffe ich mich im Txokoa in Neuköln mit guten Freunden zum Essen, einem jährlicher Think Tank während der Internationalen Tourismus Börse. Seit zwanzig Jahren ein reger Austausch über Kai Geiger uns und unsere Arbeit, was uns um- und antreibt, eine anregende Diskussion über Ideen und Projekte, so auch über MILES. Der Name stand inzwischen fest und auch das Gesicht ist mit Joo Kraus, dem genialen deutschen Trompeter, gefunden. Der Weg von Avishai Cohen über Miles Davis zu Joo Kraus war geebnet. Es ist spät geworden, mir war jedoch noch nicht nach Hotel. Mit Andreas, einem wunderbaren Menschen und guten Freund, einem begnadeten Kirchenmusiker und Festivalmacher habe ich mich zu Fuß von Neukölln über Kreuzberg nach Charlottenburg gemacht, um die Ideen und Gedanken zu sortieren und eine Entscheidung herbei zu führen, da jedes neue Format erst einmal eine Investition bedeutet, die für eine immer noch kleine Zeitung, wohl überlegt sein muss. Es war eine lange inspirierende und MILES bejahende Nacht. In der Hand halten Sie die Nullnummer, die Pilotausgabe unserer arttourist.com Spezialausgabe, die sich dem JAZZ und der Neuen Musik widmet und die zukünftig einmal im Jahr erscheinen soll. Es ist die logische Konsequenz aus dem großen Erfolg unseres Titels BILLIE (Assoziation BILLIE Holiday) und den dort publizierten 32 Seiten zu diesem Thema, für die wir viel Zustimmung und Begeisterung erhalten haben. Ein Dank geht an die Musikerinnen & Musiker und deren Musik, an Orte und Begebenheiten, Konzertveranstalter und Festivalleiter, die immer wieder den Mut zu Neuem und außergewöhnlichen Programmen haben, und die mich in ihrem Tun, in dem ich das erleben, erspüren und hören darf, inspirieren und mich in meinen Ideen und Projekten bestärken. Ein besonderer Dank geht an Joo Kraus, unseren Miles, den ich seit vielen Jahren als Musiker und Mensch sehr schätze, Gregor und Veit Hübner, die die Musik wie Joo Kraus so vielseitig und positiv leben und besetzten, was immer wieder ansteckend ist. An den Konzertveranstalter Johannes Vogel von AllBlues, der mir außergewöhnliche Konzerte ermöglicht und in seiner konsequenten Gradlinigkeit und Denke ein unschätzbarer Ratgeber ist. An den Jazzort Allensbach, der Vieles und Vielen im kleinen Großen so gut vormacht, was viele Städte, selbsternannte kulturelle Oberzentren, nicht hinbekommen und es dort beim Träumen bleibt. Und nicht zuletzt der Dank an mein kleines Orchester zuhause, mit dem wir immer größere Freude am gemeinsamen Musizieren haben. Legen Sie sich eine CD ein, schlagen Sie MILES auf und freuen Sie sich auf die eine oder andere Entdeckung! Herzliche Grüße, Ihr

Mehr Informationen zu Programm, Tickets, Kontakt & Anreise unter jazzahead.de

Kai Geiger ART CITIES IN EUROPE GmbH geiger@artcities.com

Das jazzahead! Festival wird vom 13.04.– 30.04.2017 stattfinden.



Publikationen von arttourist.com PABLO

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Im Herbst 2016 #9 arttourist.com gazette Frühling/Sommer 2016

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Ausstellung im Rahmen der jazzahead!

JAZZ ART POSTERS 50 Jahre Montreux Jazz Festival Seit fünfzig Jahren findet im Schweizer Montreux ein inzwischen weltberühmtes Jazz Festival statt. Jedes Jahr im Juli stehen internationale Musikergrößen auf den Bühnen der Stadt am Genfer See und begeistern ein ebenso internationales Publikum. Das im Jahr 1967 gegründete Festival hat sich mit 250.000 Besuchern jeden Sommer auf internationaler Ebene zu einem der wichtigsten kulturellen Festivals der Welt entwickelt. In diesem unverwechselbaren Rahmen haben bereits Nina Simone, Miles Davis, Ella Fitzgerald, Marvin Gaye, Prince, David Bowie und auch Stevie Wonder legendäre, inzwischen im kollektiven Gedächtnis verankerte Konzerte gegeben. Und jedes Jahr erscheint ein neues Jazzposter, das von Künstlern, Designern und Musikern gestaltet wurde und wird. So wie die audiovisuellen Archive zählen auch die Plakate zum Erbe des Montreux Jazz Festivals. Hierbei folgen die Organisatoren dem Prinzip der „Carte Blanche“, indem sie die Gestaltung der Plakate ausgewählten Künstlern überlassen. Die Weserburg stellt zum Jubiläum die bislang erschienenen Plakate in ihrer Gesamtheit vor. Es handelt sich um Faksimiles, die vom Montreux Jazz Festival zur Verfügung gestellt wurden. 15.4. – 5.6.2016 | Museum Weserburg Bremen | www.weserburg.de

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Impressum: ART CITIES IN EUROPE GmbH | Titel: MILES, Joo Kraus, © Chris Marquardt | Produktion, Gestaltung & Layout: Chris Bernert, chris@deluxe-grafik.com | Druck: Druckhaus Waiblingen www.dhw.de | Redaktion: ART CITIES IN EUROPE GmbH, Glärnischstraße 7, D-78464 Konstanz, Tel. (+49) 07531 9073-0, Fax (+49) 07531 9073-5, www.arttourist.com, info@arttourist.com


4  |  Jazz & More

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mit den Musikern (Trompeten, Saxophone, Drums etc ) bis um ca 14 Uhr, dann bringen wir alle und alles zusammen, arbeiten bis kurz vor Schluss... Dann bauen wir auf der Bühne auf ( oft ist das in der Aula der Schule ), kurzer Soundcheck und dann gibt‘s ein Konzert mit allen Beteiligten! Das ist immer der Wahnsinn, welche Energie da passiert, am Ende eines solchen Tages, wenn dann Mama, Papa Oma Opa und Freunde im Publikum sitzen... Wie organisiert und finanziert das Collective? Veit Hübner: Der Jazz & More Workshop im Sommer wurde von der Landesakademie vor Jahren ins Leben gerufen. In der Zwischenzeit sind wir im Sommer fast immer ausgebucht, so viele interessierte Musiker wollen an unserem Kurs teilnehmen. Die Tagesworkshops in den Schulen sind nur möglich mit Unterstützung der BW-Stiftung, der Bauder Stiftung und dem Eigenanteil der Schulen. Organisiert haben diese Workshops meine Frau und ich. Das Ganze ist schon mit größerem Aufwand verbunden, aber es lohnt sich total! Demnächst wird es endlich auch eine erste CD von uns geben.

© Nonnenbroich/Ziegler GbR

Jazz&More Collective Der Name dieses Künstlerkollektivs ist zugleich das Motto eines seit vielen Jahren regelmäßig an der Landesakademie in Ochsenhausen stattfindenden Musikworkshops, bei dem die acht Mitglieder des Ensembles auch das Dozententeam bilden. Wir trafen Veit Hübner und Joo Kraus zum Interview Wie entstand das Jazz&More Collective? Veit Hübner: J&M Collective ist ein Zusammenschluss von Musikern (Jazzprofes-soren, BW Jazzpreisträger und Echopreisträger), welche seit über 10 Jahren den Jazz and More Sommerworkshop in der Landesakademie Ochsenhausen abhalten. Da wir jedes Jahr ein Dozentenkonzert in Ochsenhausen geben und das die letzten Jahre immer mehr Spaß gemacht hat, haben wir versucht vor dem Sommerkurs noch mehr Konzerte zu spielen. Des Weiteren kam mir dann die Idee, Tagesworkshops, mit anschließendem abendlichen Konzert, in allgemeinbildenden Schulen anzubieten. Im Konzert dürfen dann auch die Schüler ihr tagsüber Gelerntes zum Besten geben. Das schlug ein, wie eine Bombe! Was ist das Ziel Eurer Arbeit? Joo Kraus: Das Ziel der Arbeit ist in allererster Linie, ein Feuer zu entzünden bei den Kids und Jugendlichen. Ohne das musst Du keinen zweiten Schritt machen... Und das ist genau die Stärke des Jazz & more collectives... durch unsere unterschiedlichen Persönlichkeiten, durch unsere Buntheit – eben auch musikalisch – schaffen wir das immer! Und dann eben, die Schüler für die Improvisation zu begeistern und ihnen erste Schritte dahin aufzuzeigen. Ob das dann letztendlich zum „Jazz“ führt – was auch immer das ist, hihi – ist zweitrangig. Aber zu erleben, was es bedeutet

Wie wichtig ist die Landesakademie Ochsenhausen für das Jazz&More Collective? Veit Hübner: Die Landesakademie Ochsenhausen ist unser Mutterschiff! Ohne sie hätten wir uns nie zusammengefunden! Der Jazz & More Gedanke stammt von der Akademie!

Wer ist Jazz&More Collective? Veit Hübner: J&M Collective sind: Fola Dada Gesang; Joo Kraus Trompete; Klaus Graf Saxophon; Johannes Herrlich Posaune; Göran Klinghagen Gitarre; Martin Schrack Piano; Veit Hübner Bass und Torsten Krill Schlagzeug!

NACHGEFRAGT Wie war die Zusammenarbeit mit Jazz & More Collective für die Schülerinnen/er Ihrer Schule?

Petra Wieder: Die SchülerInnen waren fasziniert  vom instrumentalen/sängerischen Können ihrer Dozenten. Es war für sie ein besonderes Erlebnis, die Musiker so hautnah in den Workshops zu erleben und mit ihnen gemeinsam zu musizieren bzw. zu singen. Die anfängliche Hürde und Scheu einiger SchülerInnen selbst zu improvisieren,  war schnell überwunden und sie ließen sich mitreißen von der Begeisterung der Dozenten für die Jazzmusik. Das abendliche Konzert überstieg dann bei weitem die Erwartungen der SchülerInnen. Für viele war es das schönste Konzert, das sie je erlebt hatten

Seid Ihr überall auf offene Arme und Ohren gestoßen? Veit Hübner: Diese Frage kann ich nur mit ja beantworten! Alle Schulen, welche ich gefragt habe, haben sofort spontan zugesagt! Alle Schüler, Eltern, Lehrer und wir sind von dem Ergebnis nach einem Tag Workshop fasziniert!

„frei“ zu spielen, ist für jeden das erste mal wie ein Quantensprung. Auch wenn er sein Instrument schon lange spielt...

Wie muss man sich Eure Arbeit in den Schulen vorstellen? Joo Kraus: Um 10 Uhr morgens laufen wir 8 Dozenten ein und werden mit großen Augen und oft etwas Unsicherheit von den Schülern begrüsst.

Frank Schlichter: Die Zusammenarbeit war sehr angenehm und äußerst konstruktiv. Die Dozenten konnten sich schnell auf die örtlichen Gegebenheiten und dem Leistungsstand der Teilnehmer einlassen und sie abholen. In den einzelnen Workshops kamen Instrumenten spezifische Details zur Ansprache und wurden trainiert. Auch die relativ große Gruppe der Unterstufen Band (Mini Big Band; 46 Spieler) wurde altersgerecht und motivierend betreut. Dabei ist es für die Schüler/Innen ein wunderbares Erlebnis, wenn sie mit so großen Musikern zusammen spielen und sehen wie „Die Profis“ das machen.

Was bewirkt die Arbeit mit den frischen, jungen Musikern bei Euch? nehmt Ihr etwas mit für / in die eigene musikalische Arbeit? Joo Kraus: Zuallererst bewirkt es bei mir dass ich mir denke: WOW, was für eine sinnvolle Arbeit mit jungen Leuten zu arbeiten und ausserdem zu sehen, wie schnell du etwas bewegen kannst, wenn der richtige Rahmen gegeben ist und die Leute einander vertrauen. Ich fühle da oft große Dankbarkeit. Und zu sehen, mit wie wenig Scheuklappen die jungen Leute Musik hören und spielen ist immer eine Erfahrung die meinen Horizont erweitert und mich wach macht! Und ich sehe, es ist essentiell für die Kids zu sehen was Du als Lehrer für ein Typ bist: Bist Du ok? Ist der cool? Erst dann öffnen die sich für die Musik! Der Gedanke „die Musik allein bewirkt dieses oder jenes“, der ist zwar schön, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei Kids und Jugendlichen immer der Typ, der dafür steht min. genauso wichtig ist!

Termine 2016/2017 24. – 28.10.2016 und 16. – 20.1.2017 Meist in deren Proberaum. Dann spielen die uns 2,3, Stücke vor und wir wissen eigentlich immer ganz schnell, wie das Niveau ist und wo wir ansetzen zum Arbeiten. Und genau das machen wir dann auch: Wir arbeiten in den einzelnen Sections

www.veithuebner.de DAS GESPRÄCH FÜHRTE KAI GEIGER.

Wie wichtig sind Programme wie Jazz & More Collective für Ihre Arbeit in der Schule? Regine Krause: Die Ermutigung, der Ansporn und auch die Kritik externer, professioneller Musiker ist nicht nur für Schülerinnen und Schüler, sondern auch für mich als Musiklehrkraft ein wichtiger Bezugspunkt für die weitere Arbeit. Die Zusammenarbeit mit Fachleuten aus dem professionellen Musikbetrieb schult das Qualitätsbewusstsein und wirkt sich direkt auf die Motivation im Musikunterricht und das gemeinsame Musizieren in den schulischen Ensembles aus. Ich bin überzeugt davon, dass die gemeinsamen positiven Erfahrungen auch für die persönliche Entwicklung von Schülerin-

nen und Schülern und hoffentlich für das Leben nach der Schulzeit bedeutsam sind.

Petra Wieder, Spohn-Gymnasium Ravensburg

Stefan Grässle: Es gibt an einer Schule wenige Dinge, die so spannend sind, wie Besuche von Menschen, die außerhalb des geschützten Raums der Schule etwas besonderes machen. Und wenn dann die Personen, in unserem Fall waren es Jazzmusiker, nicht nur mit all ihrer Aura zu den Schülern kommen, sondern auch noch mit ihnen gemeinsam Zeit verbringen, mit ihnen gemeinsam Stücke erarbeiten und miteinander musizieren, dann ist diese Aura und diese Freude nachhaltig spürbar. Eine ungeheure Bereicherung, die weit und nachhaltig an einer Schule wirkt.

Regine Krause, Gymnasium Wilhelmsdorf Frank Schlichter, Hölderlin Gymnasium Nürtingen Stefan Gräsle, Musiklehrer am Nellenburg-Gymnasium Stockach


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Jazz & More | Ochsenhausen  |  5

Joo Kraus Joo Kraus gehört zu der halben Handvoll Ausnahmetrompetern aus Deutschland, die es auch international zu Ansehen gebracht haben. War es zunächst die Formation Tab Two mit Helmut Hattler, die ihn über die Grenzen hinaus bekannt machte, beeindruckte der Ulmer nach deren Auflösung vor allem durch instrumentale Klasse und künstlerische Neugierde. In Deutschland wurde er 2012 mit einem ECHO Jazz geehrt. Sein auch kommerziell erfolgreichstes Projekt neben Tab Two war das Projekt „Public Jazz Lounge“, in dem er 2003 gemeinsam mit der SWR Big Band und seinem Alter Ego, dem Arrangeur Ralf Schmid, eine ebenso verwegene wie geschmackvolle Melange aus Jazz und Pop kreierte, die die Top 10 der deutschen Jazz Charts erreichte und unlängst mit einem Jazz Award in GOLD für mehr als 10.000 in Deutschland verkaufte Tonträger ausgezeichnet wurde. Furiose Konzerte sorgten dafür, dass das Konzept über die letzte Dekade hinaus durch neues Repertoire immer frisch und aktuell blieb. So war es absolut überfällig, den aktuellen Stand der Dinge zu dokumentieren und das Projekt live aufzunehmen. Im Januar erschien die neue Public Jazz Society Joo Kraus & die SWR Big Band bei Skip Records. Im August folgt sein nächstes Soloalbum »JooJazz« beim neuen Label Künstlerhafen, worauf man sehr gespannt sein darf (siehe auch Label, Seite 22,23). www.jookraus.de

© Landesakademie Ochsenhausen

Die Landesakademie für die musizierende Jugend in Baden-Württemberg Die Landesmusikakademie hat 1989 in den Räumlichkeiten des ehemaligen Benediktinerklosters Ochsenhausen ihre Arbeit aufgenommen und ist in wenigen Jahren zu einer bedeutenden musikalischen Einrichtung in Baden-Württemberg und der Bundesrepublik Deutschland geworden.

bedeutenden Jazzertreffen geworden ist. Eine bewährte, internationale Dozentenriege ist dabei Garant für höchste Qualität. Der Gitarrist Göran Klinghagen vertritt dabei den skandinavischen Raum, der Trompeter Joe Kraus zählt zu den großen Namen der europäischen Jazzszene und belegt das hohe Niveau.

Einen großen Anteil daran hat die breite musikalische Aufstellung, die, gepaart mit einer lebendigen Musikvermittlung, ein kreatives Musikzentrum in Süddeutschland entstehen ließ. In über 360 Kursen besuchen ca. 13.000 Lehrkräfte, Erzieherinnen, Profi- und Laienmusiker, sowie Studierende im Jahr die Landesmusikakademie. Neben musikpädagogischen Fortbildungen nimmt das aktive Musizieren einen hohen Stellenwert ein. Die Kompetenz der Akademie im Bereich Jazz wird seit vielen Jahren an dem Angebot Jazz & more deutlich, bei dem sich Jahr für Jahr ca. 90 Musikbegeisterte treffen und das zu einem internationalen,

© Landesakademie Ochsenhausen

INTERVIEW Wir sprachen mit dem Akademie­direktor Dr. Klaus K. Weigele M.A.

Veit Hübner Veit Hübner studierte Orchestermusik bei Ulrich Lau und Wolfgang Güttler und Jazz & Popularmusik bei Thomas Stabenow in Stuttgart und Karlsruhe, sowie Jazz-Bass in New York bei Marc Johnson und Eddie Gomez. Gründungsmitglied der Musikcomedy Gruppe Tango Five, die über 26 Jahre erfolgreich auf nationalen und internationalen Bühnen spielte. Mit seinem „Tales in Tones Trio“ gewann er unter anderem den renommierten Hennessy Jazz Search 1999, er erhielt Stipendien des DAAD und der Kunststiftung Baden-Württemberg sowie im Jahr 2003 den Jazzpreis des Landes BadenWürttemberg. Hübner arbeitet regelmäßig mit Walter Sittler, Ulrich Kienzle, Joo Kraus, Salsa Fuerte und dem Tango Bandoneonisten Raul Jaurena zusammen. Im klassischen Bereich mit dem Radio Sinfonieorchester Stuttgart. Er ist Mitbegründer und künstlerischer Leiter des Einhaldenfestivals, das 2016 zum dreizehnten Mal stattfindet. Außerdem ist er seit 10 Jahren erster Vorsitzender des Jazzkultur KorntalMünchingen e.V., für den er eine regelmäßige Jazzreihe (1 Konzert/Monat) organisiert. www.veithuebner.de

Was erwartet den Kursteilnehmer in Ochsenhausen? Zunächst einmal optimale Arbeitsbedingungen, eine Vielzahl an Proben- und Übemöglichkeiten, künstlerisch erfahrene und pädagogisch geschulte Dozenten, engagierte und motivierte Mitarbeiter des Hauses, eine regionale Küche auf hohem Niveau, ein wunderschönes Ambiente einer ehemaligen barocken BenediktinerReichsabtei. Dies alles zusammen macht die besondere Atmosphäre der Landesakademie in Ochsenhausen aus. Wie wichtig ist musikalische Bildung heute? Ich denke, dass dies ein immer wichtigerer Aspekt für die Entwicklung von jungen Menschen wird. In einer Zeit, in der alles unter ökonomischen Gesichtspunkten gesehen wird, die Schule immer mehr zeitliche Verdichtung erfährt und sich eine Gesellschaft immer zweckorientierter ausrichtet,

ist es wichtig, Freiräume zu schaffen, in denen sich zunächst zweckfreie Dinge entfalten können. Dies ist Kreativität und Musikalität. Um die ganze Persönlichkeit eines jungen Menschen zu entwickeln, bedarf es dieser Freiräume. Er braucht Zeit und Raum, um seine Potentiale, seine Kreativität, seine Neigungen zu entdecken. Dieses wollen wir durch ein Umfeld ermöglichen, welches wir in der Landesakademie für die musizierende Jugend für viele Menschen schaffen. Dafür bieten wir so viele verschiedene Kurse an. Wie hat sich die Arbeitsweise, das Programm der Landesakademie unter dem Einfluss von Internet und sozialen Medien in den letzten Jahren verändert? Natürlich reagieren wir auf die modernen Medien durch eine Modifikation des Kursprogrammes. Es gibt einige Kurse, die sich mit diesen modernen Medien beschäftigen und dort vor allem in unserem Bereich Oxbits auch einen kreativen Umgang mit Internet und Medien versuchen. Ein zentraler Aspekt ist dabei nicht, den konsumatorischen Umgang mit diesen Dingen zu schulen, sondern den kreativen Umgang, d.h. die Medien für einen kreativen Prozess zu nutzen. Auf der anderen Seite stellen wir fest, dass aufgrund der immer mehr um sich greifenden Nutzung von Internet und Computern gerade die Freiräume ohne Internet immer wichtiger werden. Hier steht das eigene Tun im Zentrum. Was für einen Stellenwert hat das JAZZ&MORE Collective für die Landesakademie? Zunächst einmal sind wir dankbar, dass das Projekt „JAZZ&MORE Collective“ aus dem

Kurs „Jazz and more“ an der Landesakademie entstanden ist, der bereits zur Tradition geworden ist. Wir sind dankbar und stolz, dass die Atmosphäre von Ochsenhausen die Dozenten dazu motiviert hat, ein aus dem Konzept von Jazz and more entstandenes Schulprojekt zu konzipieren, was in Wechselwirkung zu der großen Jazz-Woche im Sommer an der Landesakademie steht. Damit wird die JazzWoche nachhaltig über das Jahr hindurch an verschiedenen Standorten in Baden-Württemberg lebendig gehalten. Mit den Dozenten gemeinsam leisten wir damit einen wichtigen Beitrag für die Weiterentwicklung der Jazz-Szene in BadenWürttemberg und für ein lebendiges Musizieren in Schulen und in der Gesellschaft. Gibt es weitere, ähnliche Projekte aus anderen Genres wie JAZZ&MORE Collective? Parallel zu „Jazz and more“ haben wir verschiedene Maßnahmen ergriffen, um den JazzNachwuchs zu fördern. Dies gelingt zum Einen in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg im Rahmen der Kulturakademie aber auch zum Anderen durch Kurse wie „Jazz für Jugendliche“ oder „Jazz für Frauen“, welche über das Jahr verteilt an der Akademie gegeben werden. Im Bereich Singen gibt es ähnliche internationale Projekte wie das C.H.O.I.R.Projekt, welches bereits über 20 Jahre an der Akademie verankert ist oder Projekte wie „Chor camp“, „JazzVocalSüd“ oder die „Ochsenhauser Kindersingtage“, alles sehr wichtige Projekte, bei denen der Fokus auf dem Singen liegt. DAS GESPRÄCH FÜHRTE KAI GEIGER.


6  |  Tipps + Kalender

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Bingen (D)

Internationales Jazzfestival Bingen lischer Offenheit in nichts nachsteht! Wenn die Unterbiberger Hofmusik Traditionen von diesseits und jenseits der Alpen mit der breiten Palette des Jazz mischen und die Berliner Formation MoBlow ebenso wie die Münchner Saxophonistin Stephanie Lottermoser mit Jazz, Funk und Soul ihrem Publikum gehörig einheizen, wenn der ebenfalls Münchner Pianist Christian Elsässer mit seinem Orchestra die Möglichkeiten der Bigband gekonnt auslotet, der Ingelheimer Gitarrist Daniel Stelter dem Jazz Pop und Blues beimischt und der Unterfranke Andreas Kümmert mit Blues, Rock und Soul leidenschaftlich die engen Verwandten des Jazz präsentiert, dann weiß man, wieso auch die deutsche Musikszene international so hoch gelobt wird.

Bingen swingt – vom 24.-26. Juni 2016 wird das malerische Städtchen am Rhein-Nahe-Eck zur Pilgerstätte für die Freunde guter Musik! 2016 steht das Festival Bingen swingt ganz im Zeichen neuer Herausforderungen: es soll musikalische und geographische Grenzen überschreiten ebenso wie die vielseitigen Entwicklungen in der nationalen Szene präsentieren. „Gesagt getan“, spricht die Projektleiterin Patricia Neher und holt sich mit der ehemaligen Leiterin des Münchner Jazzclubs Unterfahrt, Christiane Böhnke-Geisse, renommierte Unterstützung für das diesjährige Programm. Und das Ergebnis lässt sich sehen! Ob England, Italien, Brasilien, Norwegen oder Dänemark, ob die Tschechische Republik, die Schweiz, die Niederlande oder USA, die Musikerriege von Bingen swingt 2016 zeigt sich so multinational, wie nie zuvor. Und auch musikalisch ist dieser besondere Einfluss zu spüren: Da verwebt die dänische Formation Mames Babegenush althergebrachten Klezmer mit top-aktuellen Sounds, Soul- und Funk-Star Ed Motta gibt mit seiner charakteristischen Stimme mal ganz andere Grooves seines Heimatlandes Brasilien zum Besten. Der italienische Akkordeonvirtuose Luciano Biondini fußt zwar fest im Jazz, lässt

Ed Motta © Jazzfestival Bingen

aber seine mediterrane Heimat musikalisch ebenso zu Wort kommen, mehr noch: als ‚special guest‘ der Formation A Novel Of Anomaly des Schweizer Vokal-Akrobaten Andreas Schaerer setzt er gekonnt das poetische Gegenstück zu den eher kühlen und rauen Tönen des Gitarristen Kalle Kalima. Die Norweger Farmers Market mischen meisterhaft bulgarische Volks-

musik mit Jazz und Pop und würzen ihre Mixtur auch noch mit einer großen Portion Humor und Sängerin Sydney Ellis fasst ihre facettenreichen Einflüsse mit „Afroamerikanische Folk Music“ zusammen.

Berlin (D) Jazzdor Berlin

Jazzbiennale, die in diesem Jahr vom 23. bis 30. Oktober stattfinden wird, widmet sich nach dem Akkordeon in 2014 nun in ihrer sechsten Auflage einem gewichtigen Instrument: dem Bass.

Aber Bingen swingt demonstriert ebenso, dass auch die nationale Szene in Sachen musika-

So kann ohne Übertreibung behauptet werden: Bingen swingt lädt zu einem dreitägigen Streifzug voller musikalischer Überraschungen und Entdeckungen ein und das malerische Städtchen am Tor zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal wird am letzten Juni-Wochenende zum Elysium für all diejenigen, die auf den Spuren guter Musik und geselliger Atmosphäre durch die Stadt schlendern. 24.-26.6.2016 | www.bingen-swingt.de

KH_MH_Aussenansicht © Consense GmbH

Festivalgelände © Foto: Torsten Schmidt

Einhalden (D) Einhaldenfestival Das Musik- und Kabarettfestival auf dem über 850 Jahre alten Bauernhof Einhalden bei Ravensburg ist ein familiäres Kulturprojekt – tief verwurzelt in der Region Oberschwaben und trotzdem – oder gerade deswegen – ein Lieblingsplatz hochkarätiger Virtuosen und Charakterköpfe aus dem Südwesten Deutschlands und der ganzen Welt. Auch 2016 wird Bauer Rauch auf seiner Wiese vorm Haus wieder Musiker, Komödianten und ihr Publikum begrüßen, und zwar vom 28. bis zum 31. Juli. Mit dabei sind diesmal u.a. die liebenswert unverblümte Kabarettistin Martina Schwarzmann, der bayerische Liedermacher Mathias Kellner, der gnadenlose Schauspieler Uli Böttcher, die Balkan-Jazz-Truppe Foaie Verde, die Jazz-Sängerin Malia mit dem Tales in Tones Trio, Christof und Vladislava Altmann mit ihrem Kinderliedertheater, das Heinz-HübnerSalonorchester und natürlich Berta Epple – die Weltmusik-Combo mit der komischen Note, die das Einhaldenfestival 2003 mit ins Leben gerufen hat. 28. – 31.7.2016 | www.einhaldenfestival.de

Das Festival Jazzdor Berlin feiert Geburtstag: Zehn Jahre deutsch-französische Musikabenteuer! Jedes Jahr präsentiert das Festival im Kesselhaus der Kulturbrauerei höchst interessante, z.T. von Jazzdor initiierte, deutsch-französische Projekte und das Neueste aus der lebendigen Jazzszene Frankreichs! Auch die JubiliäumsAusgabe bleibt dem Festival-Credo treu: Mit der Premiere des Duos von Jazzlegende Joachim Kühn und dem jungen Sopransaxofonisten Émile Parisien, einer der derzeit gefragtesten Musiker der französischen Jazzszene. Der Schlagzeuger Dejan Terzic stellt sein neues, mit Bojan Z., Matt Penman und Chris Speed exzellent besetztes, internationales Quartett AXIOM vor. Die ungeheure Vitalität des französischen Jazz zeigt sich bei den Auftritten u.a. von Sylvain Rifflet, Naïssam Jalal & Rhythms of Resistence, Electric Vocuhila und von Geigenvirtuose Dominique Pifarély. Kein Geburtstag ohne Party: Die großartigen Musiker von Le Bal des Faux Frères bitten am Freitag 3. Juni zum Tanz! 31.5. – 3.6.2016 | www.jazzdor-strassburg-berlin.eu

Fürth (D) Fürther Jazzvariationen 2016 “All about that bass” Klein, fein … und immer etwas ausgefallen: das sind die FÜRTHER JAZZVARIATIONEN. Die

Richard Bona © Hildener Jazztage

Ellen Andrea Wang © Solveig Selj

Unter dem Motto „All about that bass“ präsentieren mehrere Fürther Jazzveranstalter (Kulturforum Fürth, Grüne Halle, FÜ-JA ZZ e.V. und die Musikschule Fürth) gemeinsam ein Programm, bei dem sowohl etablierte als auch junge, aufstrebende Bassisten*innen an E- oder Kontrabass den Ton angeben. Mit von der Partie sind u.a. bereits die Norwegerin Ellen Andrea WANG (26.10.), das brasilianisch-deutsche Doppel Mauro MARTINS & Sven FALLER (28.10.) sowie die lebende deutsche Basslegende Hellmut HATTLER (29.10.). 23. – 30.10.2016 | www.kulturforum-fuerth.de

Hilden (D) 21. HILDENER JAZZTAGE: “Body & Soul” Die Schönheit des Klangs zelebrieren, seinen Gefühlen spontan Ausdruck verleihen, in gegenseitiger Wertschätzung einander zuhören – das ist Jazz. Jazz unterscheidet nicht nach Hautfarbe, Religion, Alter oder Geschlecht, sondern verbindet Menschen durch die gemeinsame Liebe zur Musik. In diesem Sinne versteht auch

JAZZFESTIVALS IN EUROPE (AUSWAHL) DEUTSCHLAND Internationale Jazzwoche Burghausen 21.-26.3.2017 Leipziger Jazztage 28.9. – 8.10.2016 jazzahead Bremen 7.-24.4.2016 Jazz Fest Bonn 22.4.-7.5.2016 Moers Festival 13.-16.5.2016 Jazz Baltica 23.-26.6.2016 jazzopen Stuttgart 8.-17.7.2016 Enjoy 2.10.-12.11.2016 Deutsches Jazzfestival Frankfurt 26.-30.10.2016 Jazzfest Berlin 3.-6.11.2016 Leverkusener Jazztage 4.-13.11.2016 Jazzfestival Freiburg 17.-25.9.2016 Leipziger Jazztage 29.9.-8.10.2016 Ehinger Jazztage 7.-9.10.2016

Tübinger Jazz und Klassiktage 25.-30.10.2016 Überjazz Hamburg 11.-12.11.2016 Aalener Jazztage 2.-6.11.2016 Smooth Jazz Augsburg 29.12.20161.1.2017 Jazztage Dresden 4.-13.11.2016

ÖSTERREICH Jazz Fest Wien 28.6.-11.7.2016 INNTÖNE Jazzfestival 13.-15.5.2016 Jazzfestival Saalfelden 25.-28.8.2016 Jazz & The City Salzburg 19.-23.10.2016 Bezau Beatz 11.-13.8.2016 Poydorf Jazz &Wine Summer 11.-16.7.2016

Jazzbühne Leck 10.-13.8.2016 Jazzfestival Saalfelden 25.-28.8.2016 Jazzfestival Leibnitz 13.-16.10.2016 SCHWEIZ Montreux Jazz Festival 1.-16.7.2016 Jazzfestival Bern 12.3.-21.5.2016 Cully Jazz 8.-16.4.2016 Jazz Festival Basel offbeat 20.4.-12.5.2016 Schaffhausen Jazz Festival 25.-28.5.2016 Langnau Jazz 26.-30.6.2016 Jazz Festival Willisau 31.8.-4.9.2016 jazznojazz Zürich 1.-5.11.2016 Festival da Jazz St. Moritz 7.7.-7.8.2016

Baloise Session 21.10.-8.11.2016 Paléo Festival Nyon 19.-24.7.2016

BELGIEN Brüssel Jazz Marathon 20.-22.5.2016 Jazz a Liege 10.-14.5.2016 Gent Jazz 7.-16.7.2016 Jazz Middelheim 12.-15.8.2016 BOSNIA UND HERZEGOVINA Jazz Fest Sarajevo 2.-6.11.2016 DÄNEMARK Copenhagen Jazz Festival 1.-10.7.2016

Peter Baumgärtner, künstlerischer Leiter der 21. Hildener Jazztage, das diesjährige Festival „Body & Soul“ als nachdrückliches Plädoyer für Weltoffenheit und Toleranz: Für die 21. Hildener Jazztage haben die Organisatoren erneut internationale Stars, erfolgreiche Newcomer und Größen der heimischen Jazzszene eingeladen – eine hochspannende Mischung, die als Markenzeichen des Festivals Musikgenuss auf höchstem Niveau garantiert. Ein Highlight ist sicherlich der Auftritt des afrikanischen Sängers und Bassisten Richard Bona am Samstag, dem 28. Mai 2016 in der Hildener Stadthalle im Rahmen der „International Jazznight“. „Seit vier Jahren bemühen wir uns, diesen Ausnahmemusiker für die Hildener Jazztagen zu verpflichten. In diesem Jahr ist es nun endlich gelungen – daher freue ich mich auf sein Konzert ganz besonders“, betont Peter Baumgärtner. 24. – 29.5.2016 | www.hildener-jazztage.de

Heidelberg, Mannheim, Ludwigshafen (D) 18. Enjoy Jazz Festival 2016 Ornette Coleman, Wayne Shorter, Archie Shepp, Pharoah Sanders – Enjoy Jazz hat sich seit seiner Premiere im Jahr 1999 nicht nur als

FINLAND Pori Jazz Festival 9.-17.7.2016 Tampere Jazz Happening 3.-6.11.2016

IRLAND Guinness Cork Jazz Festival 28.-31.10.2016 Bray Jazz Festival 29.4. – 1.5.2016

FRANKREICH Europa Jazz Festival Le Mans 8.3.-22.5.2016 Nancy Jazz Pulsation 6.-15.10.2016 Jazz in Vienne 28.6.-15.7.2016 Nice Jazz Festival 16.-20.7.2016 Jazz à Juan 13.-24.7.2016 Paris Jazz Festival 11.6.-31.7.2016 Jazz in Marciac 29.7.-15.8.2016

ITALIEN Rome Jazz Festival November 2016 Umbria Jazz Festival 8.-17.7.2016 Pescara Jazz Juli 2016 Südtirol Jazz Festival 24.6.-3.7.2016 Torino Jazz Festival 22.4.-1.5.2016 Pescara Jazz Juli 2016 Bologna Jazz Festival 17.3.-22.4.2016 I suoni delle dolomiti – Sounds of the Dolomites Sommer 2016

ISLAND Reykjavik Jazz Festival August 2016

NIEDERLANDE North Sea Jazz Festival

NORWEGEN Trondheim Sea Jazz Fes 3.-12.5.2016 Kongsberg Jazz Festiva Molde International Jaz 18.-23.7.2016 Oslo Jazz Festival 14.-2

POLEN Jazz Jamboree Warsaw November 2016 Letni Festival Jazzowy J Warsaw Summer jazz D 7.-10.7.2016


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Tipps + Kalender  |  7

KÖLN (D) | JAZZ IN DER PHILHARMONIE Donnerstag 26.05.2016 | 20 Uhr Klaus Doldinger‘s Passport & Gäste 2016 ist für Klaus Doldinger und für Klaus Doldinger‘s Passport ein Jubiläumsjahr. Der Vollblut-Jazzer wird 80, seine Band begeht ihr 45-jähriges Bestehen. Auf der „Klaus Doldinger‘s Passport‘s Jubilee Tour 2016“ werden die Geburtstage ausgiebig gefeiert. In zweifacher Formation ist die Band beim Konzert in der Kölner Phil- Klaus Doldinger © Jim Rakete harmonie zu erleben, zum einen mit der aktuellen Besetzung, zum anderen mit den drei Gründungsmitgliedern als „Passport Classic“. Als Gäste sind außerdem Max Mutzke und Majid Bekkas eingeladen. Doldingers Bedeutung für den deutschen Jazz ist kaum zu überschätzen. Mit seiner immens erfolgreichen Rock-Jazz-Gruppe Passport hat er es immer wieder geschafft, die Musik aus der Nische zu holen und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. 38 Alben hat die Band mittlerweile veröffentlicht, das aktuellste „en route“ erschien 2015. Klaus Doldinger Saxophone | Martin Scales Gitarre

Hugh Masekela © Brett Rubin

Freitag 24.6.2016 | 20 Uhr Hugh Masekela Hugh Masekela gilt als der wichtigste Jazz- und Weltmusiker Afrikas. Der weltbekannte Flügelhornist, Trompeter, Bandleader, Komponist und Sänger bleibt seiner südafrikanischen Heimat tief verbunden, während er mit seiner Musik seit Jahrzehnten international erfolgreich ist. Im Laufe seiner Karriere spielte er mit vielen hochkarätigen Musikern wie Paul Simon, Bob Marley, The Byrds, U2 und Louis Armstrong, von dem er als junger Mann eine Trompete bekam. Über 30 Alben hat er bis heute veröffentlicht, Millionen Platten verkauft, zwei Grammys gewonnen, mehrere Ehrendoktorwürden und zahlreiche Auszeichnungen für sein Lebenswerk verliehen bekommen. Hugh Masekela ist eine lebende Legende, ein hervorragender Musiker, der stets ausnahmslos weitere großartige Musiker um sich versammelt.

| Patrick Scales Bass | Michael Horneck Keyboard | Christian Lettner Drums | Biboul Darouiche Percussion

Hugh Masekela fl-h, voc | Abednigo Sibongiseni Zulu

| Ernst Stroer Percussion

b, voc | Francis Manneh Edward Fuster perc, voc |

Jacob Karlzon & Viktoria Tolstoi

JAZZORT ALLENSBACH JAZZ am SEE >> Grenzgänge Jazz und mehr… Die Gemeinde Allensbach am Untersee ist nicht nur bei Bodenseeferiengästen beliebt, sondern auch bei Jazzfans aus nah und fern. Bereits im 18. Jahr schafft es das Team des Kultur- und Verkehrsbüros, hochkarätige Musikerinnen und Musiker für Ihre Reihe Jazz am See zu gewinnen, die aufhorchen lässt. So waren u.a. schon Charlie Mariano, Richard Galliano, Michael Wollny, Branford Marsalis, Nils Landgren, Rebekka Bakken, Silje Nergaard, Dino Saluzzi, Lars Danielsson, Adam Baldych, Viktoria Tolstoy, Louis Sclavis und viele andere zu Gast in der Gnadenkirche. Vor allem kommen die Künstler gerne und oftmals wieder. Begeistert von dem ganz besonderen intimen Konzertort, der kleinen, hoch über Allensbach gelegenen Gnadenkirche und der inhaltlichen Ausrichtung der Jazz am See Reihe, die alles andere als Mainstream bedient. www.allensbach.de

Cameron John Ward git, voc | Johan Wilem Mthethwa Klaus Doldinger’s Passport Classic

keyb, voc | Lee-Roy Sauls dr, voc

Klaus Doldinger Saxophone | Curt Cress Drums | Wolfgang Schmid Bass | Roberto Di Gioia Keyboard

Eintrittskarten EUR 30

Als Gäste: Max Mutzke voc | Majid Bekkas voc, perc

KÖLNER PHILHARMONIE Bischofsgartenstr. 1 | 50667 Köln

Eintrittskarten EUR 45 | EUR 30

www.koelner-philharmonie.de

Diersbach (A) nahe Passau 31. INNtöne Festival „Jazz am Bauernhof“

Pianistin Julia Hülsmann © Enjoy Jazz Festival

das größte, sondern auch als eines der wichtigsten Jazzfestivals in Deutschland etabliert. Jazz-Legenden finden hier ebenso eine Bühne wie avantgardistische Uprising Stars der Musikszenen − und dies in einem unglaublich vielfältigen Spektrum. Denn das Festival wird seinem Untertitel „Internationales Festival für Jazz und Anderes“ nicht nur durch einen atemberaubenden Stilmix gerecht: in über 70 Konzerten wird deutlich, dass die Grenzen zwischen Jazz, Weltmusik, Elektronik und Hip-Hop heute fließend sind und dass gerade der Jazz sich durch seine Offenheit definiert. Den theoretischen Über- und praktischen Unterbau zum Konzertgeschehen liefern Workshops, Matineen und Vorträge. Erstes bekanntgegebenes Konzert des Jahres 2016 ist das Trio der SWR-Jazzpreisträgerin Julia Hülsmann, das gemeinsam mit der Sängerin Torun Eriksen auftreten wird. 18. Enjoy Jazz Festival 2016 | 2.10. – 12.11.2016 www.enjoyjazz.de

8.-10.7.2016

stival

al 6.-9.7.2016 zz Festival

PORTUGAL EDP Cool Jazz Juli 2016 Guimaraes Jazz November 2016 Angrajazz 13.-15.10.2016 SERBIEN Belgrade Jazz Festival OktoberNovember 2016

20.8.2016

SLOWAKEI Bratislava Jazz Days 21.-23.10.2016

w

SLOVENIEN Jazz Festival Ljubljana 28.6.-2.7.2016

Juni 2016 Day

„Jazz tut der Seele gut, Jazz is where everybody is somebody“ – 23 Bands aus 14 Ländern an drei Tagen. Mit dem Roots Music Grammy-Gewinner 2016 Jon Cleary aus New Orleans, den Gypsy-Jazz-Königen The Rosenberg Trio, der faszinierenden brasilianischen Dom La Nena und vielen anderen... Jazz, Blues und improvisierte Musik erfreut uns, tut unserer Seele gut und jedes Jahr zu Pfingsten vollzieht sich hier ein atmosphärisches Don la Nena © Jeremiah Wunder. Viele Künstler empfinden es als bereichernd, an diesem besonderen Ort zu spielen. Kenny Werner formulierte es einmal so: „Beim INNtöne Festival zu spielen, ist wie eine innere Reinigung, wie ein Gang in einen indischen Ashram“. Der Spirit von Django Reinhardt und John Coltrane lebt in der Musik der INNtöne weiter. Heuer mit Bands wie Azar Lawrence & Ruthie Foster. Neue Künstler wie SOIII aus Finnland, Gadi Lehavi aus Israel sind ebenso auf dem Weg zu einer steilen Karriere wie die Jahre vor ihnen Gregory Porter. 13. – 15.5.2016 | www.inntoene.com

SPANIEN International Jazz Festival San Sebastian 20.-25.7.2016 International Jazz Festival San Javier Juli 2016 Jazz Granada November 2016 Festival de Jazz Vitoria-Gasteiz 12.-16.7.2016 Voll-Damm Festival Internacional de Barcelona Oktober-Dezember 2016 Canaris Jazz Juli 2016 SCHWEDEN Stockholm Jazz Festival 7.-16.10.2016 Ystad Jazz Festival 3.-7.8.2016

TÜRKEI Istanbul Jazz Festival 12.-20.7.2016 GROSSBRITANNIEN London Jazz Festival 11.-20.11.2016 Edinburgh Jazz & Blues Festival 16.-24.7.2016 Glasgow Jazz Festival 22.-25.6.2016 Brecon Jazz Festival 12.-14.8.2016

Till Brönner © Andreas Bitesnich

Dieter Ilg © Till Brönner

„Qualität benötigt noch immer dieselben Zutaten wie früher. Für viele Menschen ist es daher heute schon unverständlich, wie sehr Ausdauer, persönliches Engagement und erworbener Sachverstand am Ende noch immer zu langfristigem Erfolg führen können. Es gibt zu diesem Rezept meines Erachtens keine Alternative. Allensbach ist ein von mir geliebter und gern bereister Ort für ein Gastspiel, weil ich für mein Konzept dieselben Zutaten verwende und meine Musik sich hier bestmöglich entfalten kann!“

„Allensbach ist einer meiner Favoriten. Ich liebte Kleinstädte schon immer. Dort hat Kultur Hand und Fuß. Ohne das professionelle und leidenschaftliche Agieren des Kulturteams unter der Regie von Sabine Schürnbrand und die Konzertreihe „Jazz am See“ würde der Bodensee vor lauter vergossener Tränen über seine Ufer treten. Und das will doch keiner, oder?“

Till Brönner, Berlin | Los Angels

“Playing at Jazz am See in the church in Allensbach feels very meaningful. Sabine and her people are highly dedicated and professional local organisers. Our audience has been very warm and deeply attentive © H. F. Arbjornsen every time. The room sounds really good, and it connects well to the content of our music.” Tord Gustavsen

"Auf jeden Fall einer der schönsten Orte für Jazz in Deutschland. Die Gnadenkirche ist ein magischer Ort mit dem Blick über den Bodensee. Seit über 20 Jahren spiele ich in Allensbach mit verschiedensten For mationen. Dort wurde eine wunderschöne Reihe mit Jazz am See kreiert und etabliert. © Holger Keifel Das Team vom Kulturbüro hat immer Interesse an neuen Ideen und hat so auch das Publikum immer an Neues herangeführt. Einer der schönsten Allensbach Momente war mein Konzert mit Richie Beirach, Dieter Ilg und Charly Mariano." Gregor Hübner, New York

Änderungen vorbehalten

Dieter Ilg, Freiburg

JAZZ am SEE in Allensbach ist ein wunderbares Zusammenspiel von Künstlern, Publikum und Spielort. Die evangelische Gnadenkirche bietet neben der guten Akustik ein tolles Ambiente, um jedes Konzert zum „hautnah-Erlebnis“ werden zu lassen. Das Allensbacher Publikum – Allensbacher selbst und viele Musikkenner, die von weit her kommen – ist so nah an den Künstlern, dass immer eine Verbindung aufgebaut wird, man lernt sich während des Konzertes kennen. Diese familiäre Atmosphäre wird vom Publikum, aber auch den Künstlern sehr geschätzt. Bürgermeister Stefan Friedrich, Gemeinde Allensbach

Das Besondere für mich von Jazz am See in Allensbach: Qualitativ hochwertige Musiker, die sich auf die besondere Atmosphäre einer modernen und doch sakralen Kirche einlassen. Dabei entsteht jedes Mal Jazz vom Feinsten. Nicht überraschend sind die Jazzkonzerte so gut wie immer ausverkauft. Pfarrer Markus Beile


8 | Stuttgart

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jazzopen stuttgart

Jazz and More! Jährlich im Juli verwandelt sich die Landeshauptstadt Stuttgart zehn Tage lang in einen Hotspot für Musikfans im Allgemeinen und Jazzfans im Speziellen. Weltstars aus den Genres Jazz, Soul, Blues, Pop und Rock, gastieren auf den Bühnen der jazzopen und ziehen die Besucher in ihren Bann. Hauptbühne des Festivals ist der Ehrenhof vor der imposanten Kulisse des Neuen Schlosses im Herzen der Stuttgarter Innenstadt. Die Open Air Bühne am Schlossplatz wird in diesem Jahr zum ersten Mal an fünf Festivaltagen bespielt, und das ist nur eine der Neuigkeiten die die diesjährigen jazzopen zu bieten haben. Seit ihrer Gründung im Jahr 1994 haben sich die jazzopen stuttgart längst zu einem der größten und renommiertesten Musikfestivals Europas entwickelt. Die Namen der Musiker, die bisher in Stuttgart gastierten, lesen sich wie ein „Who is Who“ der Szene: BB King, Bobby McFerrin, Chicago, Dee Dee Bridgewater, Dianne Reeves, Dr. John, George Benson, Grace Jones, Herbie Hancock, Joss Stone, Katie Melua, Lauryn Hill, Lenny Kravitz, Lang Lang, Wayne Shorter, Jamie Cullum, Paul Simon, Paolo Conte, Randy Crawford, Santana, Sonny Rollins, Till Brönner, Van Morrison, Zaz und viele mehr waren bei den jazzopen in teilweise einzigartigen Projekten zu erleben.

ist der letzte bestätigte Act der Hauptbühne und komplettiert damit die „Big Five“ am Schlossplatz. Hier eröffnet die irische Blues Legende Van Morrison am 13. Juli und präsentiert einen Querschnitt seiner umfangreichen Werke. Nach David Gilmour am 14. Juli darf man gespannt sein auf ein außergewöhnliches Zusammentreffen am 15. Juli: Cro meets Jazz im Rahmen eines MTV unplugged. Der Stuttgarter Rapper wird bei den jazzopen zwei avantgardistische JazzKünstler unserer Zeit auf seine Bühne bitten:

© Chick Corea Production

Carlos Santana © Ruben Martin

Das Line-up macht klar, dass sich die jazzopen nicht als puristisches Jazz-Festival verstehen, sondern der musikalischen Vielfalt eine Bühne geben – vorausgesetzt, die Qualität stimmt. Jürgen Schlensog, Promoter der jazzopen, erzählt: „Die beiden namengebenden Begriffe „Jazz“ und „Open“ stehen für die musikalische Ausrichtung des Festivals. Dem Jazz als musikalischem Fundament werden angrenzende Genres gegenübergestellt.“ Inzwischen werden die jazzopen gerne auch von den Künstlern in einem Atemzug mit dem North Sea Festival in Rotterdam oder dem Montreux Jazz Festival genannt – die jazzopen Stuttgart sind ein „anchor date“ im Festivalsommer. Kurt Elling, was einen Abend der Extraklasse verspricht! Erstmals als jazzopen-Festivalbühne ist das Scala Ludwigsburg dabei. In dem charmanten Kinosaal aus den 1950-er Jahren werden Keb’ Mo‘ und The Stanley Clarke Band auftreten.

Möglich gemacht wird das Festival, neben rund 30.000 Besuchern auch durch die Unterstützung namhafter Sponsoren, die mit rund einem Drittel zum Festivaletat beitragen. Ein besonderes Augenmerk haben die Festivalmacher auf speziell für die jazzopen entwickelte Fusion- und Orchester Projekte, die exklusiv in Stuttgart zu hören sind. So verschmolzen die Genre-Grenzen zwischen Jazz und Klassik, als Starpianist Lang Lang, Jazz-Ikone Dee Dee Bridgewater und das RadioSinfonieorchester Stuttgart gemeinsam auf der Bühne standen, ebenso einzigartig war das Konzert mit Katie Melua, Roger Cicero und Till Brönner oder Gregory Porter mit dem Metropole Orkest und Dianne Reeves, die gemeinsam auf der Bühne standen und für Gänsehaut sorgten. Die 23. Ausgabe des Festivals strahlt mit einem besonderen Highlight: David Gilmour, Gitarrist und Sänger der legendären Kultband Pink Floyd, gibt am 14. Juli 2016 im Rahmen seiner Welttournee „rattle that lock“ ein Konzert auf der Open Air Bühne am Stuttgarter Schlossplatz. „Wir erleben das Festivaljahr 2016 rundherum unter sehr positiven Vorzeichen. Neben einer außergewöhnlich hohen Karten-Nachfrage und hochklassigen Künstlern freuen wir uns besonders über das Booking von David Gilmour“, so Jürgen Schlensog vom Veranstalter Opus. Gilmour

Auftakt des Festivals ist erneut die Verleihung der German Jazz Trophy im Eventcenter SpardaWelt – dieses Jahr an Klaus Doldinger. Zudem finden dort Konzerte mit dem Avishai Cohen Trio, dem Turtle Island Quartet und The „Eleventh House“ Reunited statt. Auch die Clubbühne BIX bietet hochkarätiges Programm bei intimer Atmosphäre, darunter Nils Petter Molvaer, Ester Rada, Jon Cleary and the Absolute Monster Gentlemen, Cecile McLorin Salvant, Steps Ahead, Cyrille Aimée und Christian Scott.

Jamie Cullum © jazzopen Stuttgart

David Gilmour © Kevin Westenberg

Cro © Tom Ziora

Christian Scott und Dana Leong. „Wir haben dieses Line-up bewusst vorgeschlagen, um den Bogen zwischen Jazz und Rap zu schlagen – ein Novum für das Festival und exklusiv nur bei den jazzopen zu erleben“, so Schlensog. Am Samstag den 16. Juli steht dann nach genau 20 Jahren erneut Gitarrengröße Santana auf der Festivalbühne der jazzopen. Der Weltstar mit mexikanischen Wurzeln zählt zu den besten Gitarristen aller Zeiten. Für einen würdigen Abschluss des Festivals sorgt der Entertainer Jamie Cullum. „Jamie

hat bei den jazzopen 2015 noch auf der Bühne versprochen, nächstes Jahr wieder zu kommen – wenn man ihn denn einlädt. Gesagt, getan“ so Schlensog.

Vervollständigt wird das Programm alljährlich mit dem Contest „jazzopen playground BW“ für den sich junge Nachwuchsbands aus Baden-Württemberg bewerben, um die Bühnen des Festivals für die jeweiligen Headliner des Abends zu eröffnen.

Ein weiteres Festival-Highlight wird die lange Jazznacht mit dem Chick Corea Quintet. Chick Corea wird sein einziges Deutschlandkonzert im Rahmen der jazzopen, auf der Bühne in der Liederhalle geben, die erneut als Festivalbühne mit dabei ist. Eröffnet wird die lange Jazznacht von dem Branford Marsalis Quartet mit

Das gesamte Festivalprogramm, Infos zu Tickets mit und ohne Catering, sowie den übertragbaren Festivalpässen (2016 ausverkauft) gibt es online nachzulesen unter www.jazzopen.com.


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Jazz across Europe  |  9

Das EJN Manifesto, angenom men bei der Generalversammlung in Budapest im Oktober 2004: In den letzten Jahrzehnten haben Jazz und improvisierte Musik in Europa atemberaubenden Entwicklu ngen erfahren. Die vielfältigen europäischen Aus drucksformen des Jazz haben, bei allem Respekt für die amerikanisch en Pioniere, ideale Bedingungen gefunden sich in Europa zu entwicke ln und mit ihren eigenen kulturellen Identitäten in Einklang zu bringen. Das Hauptmerkmal des Jazz, sein e Fähigkeit, einen weiten Bereich von menschlichen Emotionen durc h spontane Zusammensetzung und stetig flexible musikalische Stru kturen zu integrieren, hat Barrieren von Sprache, Rasse und Klasse überwunden.   Europäischer Jazz fungiert bereits als Katalysator zwischen verschiedenen Kulturerben lokalen Quellen und solchen von Migranten und zwischen bekannten und neu entdeckten musikalischen Formen.

Das Europe Jazz Network (EJN) wurde 1987 als eine europaweite Vereinigung von Produzenten, Moderatoren und unterstützenden Organisationen gegründet, die sich auf kreative Musik, zeitgenössischen Jazz und improvisierte Musik spezialisiert haben. Derzeit umfasst das Netzwerk EJN 110 Mitglieder (Festivals, Clubs und Konzertsäle, unabhängige Veranstalter sowie nationale Organisationen) aus 31 Ländern. EJN existiert, um die Identität und die Vielfalt des Jazz in Europa zu unterstützen und das Bewusstsein für diesen wichtigen Bereich der Musik als Kultur- und Bildungskraft zu erweitern.

Seine Offenheit und Durst nach Viel falt ist ein beständiger Selbstschutz gegen jede Art von Nati onalismus. Als Kunstform hat Jazz seine best en künstlerischen Ergebnisse am Treffpunkt der Kulturen und sozialen Strukturen im Übergang erzielt. Wenn er seinen vollen Platz unte r den anderen Künsten einnimmt, ist Jazz in der Lage, die Entwicklung eines sich ständig verändernden Europa zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu reflektieren, die durch eine Vielfalt von Regionen, Sprachen und Kulturerbe gekennzeichnet ist und die Bereitschaft zu Mobilität und Flexibilität zu stimulieren. Improvisation in der Musik, als non verbale Kunstform, ermöglicht Schöpfern unterschiedl icher Herkunft sofort miteinander zu kommunizieren und spannende musikalische Erfahrungen für ein Publikum aus allen Generationen zu schaffen. Jazz zeigt die Fähigkeit, Identitäten in Kooperation zusammen zu bringen und nicht in Konflikt. Das wesentliche Gleichgewicht zwischen Selbstdarstellung und kolle ktiver Verantwortung macht Jazz auch zu einem idealen Medium für kulturelle Bildung.

alle Bilder © Balindt Hrotko

Jazz bekräftigt seinen Platz neben den anderen Künsten und bietet einen einzigartigen Beitrag für die zukünftige Gesundheit der europäischen Gesellschaft.

INTERVIEW Wir sprachen mit Sybille Kornitschky, Projektleiterin jazzahead! Bremen und Peter Schulze aus dem künstlerischen Leitungsteam der jazzahead! sowie EJN Mitglied seit 1992, beide federführend verantwortlich für das Projekt Jazz Across Europe innerhalb des Europe Jazz Network. Das Europe Jazz Network hat die Initiative »Jazz across Europe« ins Leben gerufen. Was sind die Idee und die Ziele des europäischen Projekts? Sybille Kornitschky: Es gab schon 2011 einen ersten Aufschlag unter der Überlegung, wie das Publikum für Jazz vergrößert werden kann. Audience development by travelling sozusagen. Was, wenn nicht nur Musiker reisen sondern das Publikum auch? Was, wenn profilierte Festivals sich untereinander vernetzen, ihrem eigenen Publikum Festivals in anderen Regionen und zu anderen Jahreszeiten empfehlen, da Festivals ja in der Regel nur wenige Tage im Jahr dauern? Was, wenn nicht nur Musiker ihren musikalischen Horizont beim Reisen erweitern sondern das hörende Publikum dieses aktiv ebenfalls buchstäblich „erfahren“ kann? Mobilität und Reisefreiheit wurde und wird vor allem in der erweiterten EU begierig gelebt. Wie könnte thematisch gebundene Völkerverständigung in Europa besser funktionieren? Dies setzt allerdings offene Grenzen voraus, was leider nur bis vor kurzer Zeit noch selbstverständlich war. Welches Interesse und Vorteile haben die einzelnen Festivals in der Vernetzung? Peter Schulze: Das Interesse der Festivals liegt auf der Hand: zunächst einmal ist dies eine konzertierte Aktion zur gemeinsamen Erweiterung des je eigenen Einzugsgebietes. Unterstellt man Jazzliebhabern, eine halbwegs homogene und

zugleich vielseitig interessierte Gruppe von Menschen zu sein, so kann man kaum fokussiertere Marketingstrategien fahren als auf diese Weise. Die Vernetzung der Festivals untereinander ist dabei zudem die ökonomischste Art, dies zu tun, weil wenig zusätzliche externe Zielansprachen nötig sind. Jedenfalls in der Theorie.... Wie wird die Initiative lebendig, sichtbar und greifbar für den Jazzliebhaber? Sybille Kornitschky: Bisher wird sie das leider noch nicht genügend, da die Kooperation zwischen lokalen Festivals und lokalen Tourismusbüros und der dann zwingenden Erweiterung im europäischen Maßstab noch sehr in den Kinderschuhen steckt. Aber genau das wollen wir mit diesem Projekt jetzt ändern. Innerhalb von EJN haben wir die Festivals dazu aufgerufen, sich verbindlich für eine Beteiligung auszusprechen und auch außerhalb des Netzwerkes suchen wir nach Festivalpartnern, die Lust haben, sich zu beteiligen. Bei Interesse reicht eine Kontaktaufnahme per Mail an uns unter kornitschky@jazzahead.de. Wie wichtig ist hierbei der Reisemarkt, die Zusammenarbeit mit dem Tourismus? Peter Schulze: Der Reisemarkt ist dabei in der Tat vital, weil – wie eben bereits erwähnt – der Jazz dafür erst noch zu entdecken ist. Es wird ein beiderseitiges Verständnis notwendig sein: die Jazzleute müssen lernen, wie der Tourismus „tickt“, welches die strategischen Ab- und zeit-

Sybille Kornitschky

lichen Vorläufe in diesem Markt sind etc. Und umgekehrt müssen die Touristiker erst noch den added value entdecken, den Jazzfestivals bei Entscheidungen zu Reisen haben können. Wenn beides zusammenkommt, dann wird da was draus, davon sind wir überzeugt. Sie waren im März mit der jazzahead! erstmalig auf der Internationalen Tourismus Börse ITB in Berlin? Wie ist Ihre Bilanz und wie muss sich aus Ihrer Sicht der Jazz den Reiseveranstaltern präsentieren, um als Nischenprodukt eine Chance zu haben? Sybille Kornitschky: Die ITB ist ein Mammut und als Messemacherin weiß ich, dass Messebesuche, ob als Aussteller oder Teilnehmer, gut vorbereitet sein müssen. Bei unserem ersten Besuch wollte ich insbesondere den Markt und deren Player genauer kennenlernen. Das ist mir natürlich nicht abschließend gelungen. Ein paar erste konkrete Gespräche würde ich aber als positiv werten. Menschen zu bewegen, weil sie eine gemeinsame Leidenschaft haben, ist relativ einfach – ob Fußball, Whiskey oder Jazz,

Peter Schulze

das Prinzip ist das gleiche. Den Jazz als Nische zu betrachten in dieser Hinsicht ist falsch, denn europaweit oder gar darüber hinaus gedacht, ist er ein sehr bedeutsamer Faktor. Wir zielen nicht auf den Gruppen- oder Massentourismus, sondern auf Individualreisende oder maximal Kleingruppen. Wir haben aber einen enormen Vorteil, durch unsere europaweite Vernetzung können wir sehr zielgerichtet unser Publikum ansprechen, ich würde sagen, quasi ganz ohne Streuverluste. Insofern finde ich die Frage, wie muss sich der Jazz den Reiseveranstaltern präsentieren, nicht richtig gestellt. Der Jazz ist vielleicht die stilistisch breiteste Musikform die es gibt, diese zu entdecken in ihrer Vielfalt an tollen Kulturstätten Europas, das gilt es richtig zu präsentieren – und daran wollen wir arbeiten. Eine erste Erhebung der Besucherzahlen von 2009 bei den damaligen 76 Mitgliedern des Netzwerkes hat ergeben, dass wir insgesamt 4,4 Millionen Menschen bewegt haben. Diese Zahl hat sich weiter erhöht, das ist das Potenzial, über das wir mit den Reiseveranstalter sprechen wollen. DAS GESPRÄCH FÜHRTE KAI GEIGER.


10 | Bezau Beatz

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Bezau (A)

BEZAU BEATZ 11. – 13.8.2016 | www.bezaubeatz.at Eine Kombination aus dörflicher Kulisse und urbaner, weltoffener Musik bietet Bezau Beatz, das Festival der Bregenzerwald-Gemeinde Bezau. Moderne Holzbauarchitektur – kürzlich auch im Museum of Modern Art in New York präsentiert – bäuerliche Betriebe, intakte Umwelt und eine grandiose Landschaft sind im Bregenzerwald zu finden. Es ist diese besondere Mischung aus Tradition und Moderne, die den idealen Nährboden für kulturelle Initiativen und erlesene Festivals im ländlichen Raum bildet. Eines davon ist Bezau Beatz, bei dem ein Wochenende lang im Sommer das Publikum mit Musik aus aller Welt überrascht wird. Und zwar mit Jazz, Singer/ Songwriter, World- und Pop-Musik jenseits des Mainstreams. Aller gute Dinge sind 3! Die BEZAU BEATZ finden vom 11. bis 13. August 2016 zum 3. Mal in der Remise des Wälderbähnle statt, Zu diesem ersten Jubiläum in der neuen Spielstätte hat Alfred Vogel, Erfinder und Künstlerischer Leiter ein paar ganz besondere musikalische Perlen der internationalen kreativen Musikszene herausgefischt.

Alfred Vogel

Kai Geiger traf Alfred Vogel, Festivalgründer und Motor von Bezau Beatz. Wie und wann ist die Idee zu Bezau Beatz entstanden? Bezau Beatz gibt es seit 8 Jahren. Ursprünglich als Konzertreihe am Bezauer Dorfplatz entstanden und im Juli und August jeweils Dienstag Abends stattfindend, haben sich die Beatz seit 2014 in die Remise des Wälderbähnles bewegt, und zwar als komprimiertes Musikfestival am 2. Augustwochenende. Auf die Einladung des Bürgermeisters, am neu gestalteten Dorfplatz solle auch kulturell-musikalisch was los sein, kam die Idee zu den Bezau Beatz. 2 Wochen später -  im Mai 2007 (!) war mein Konzept fertig und im Juli legten wir mit dem ersten Konzert los (mit Philipp Fankhauser).  Der musikalische Ansatz war damals schon sehr vielfältig: von Singer/Songwritern bis zu wildem, aktuellem Jazz. Mittlerweile heisst es in diversen Feuilletons renommierter Zeitungen, dass Bezau locker mit Berlin oder New York mithalten kann, wenn es um improvisierte Musik geht … Am Dorfplatz hat sogar die Kirchturmglocke mitgespielt und der Brunnen schön dazu geplätschert, aber jetzt sind wir einfach wetterunabhängig, und auch atmosphärisch war es definitiv kein Rückschritt, in die Remise zu wechseln. Was zeichnet Ihr Festival aus und macht es einzigartig? Es liegt an 3 Dingen: erstens ist es der besondere Mix - es ist ein Musikfestival, und kein Jazz- oder Rock- oder Klassik-Festival. Es ist so konzipiert, wie ich auch gerne Musik höre -  ich liebe die Abwechslung. Ich esse zwar gerne ein feines Wiener Schnitzel, aber nicht täglich … und so halte ich es auch mit der Musik. Bei mir am Player wechseln sich Keith Richards mit Ornette Coleman, Ray LaMontagne oder D’Angelo ab. Ich halte Ausschau nach authentischen Künstlern, die es verstehen,

Mose © Saumarkt

The Thing © Petra Cvelbar

ein Publikum nicht nur zu „berieseln“, sondern zu packen, am liebsten mit Haut und Haaren, Herz, Hirn und dem Bauch. Zweitens sind das Gelände des Bahnhofs und die Möglichkeiten dort einzigartig. Die Lok Remise mit den 2 schönen Dampflokomotiven aus dem vorigen Jahrhundert hat so eine fantastische Atmosphäre und funktioniert durch die großen Garagentore quasi auch als SemiOpenair Spielstätte. Und es hat einfach diese unglaublich präsente Stimmung, die es nur an Bahnhöfen gibt: dieses Zusammentreffen von Vergangenheit und Gegenwart, das hat für mich einen besonderen Reiz. Man ist einfach da, im hier und jetzt. Die DJ Fahrt mit dem Wälderbähnle am Freitagabend ist spätestens seit diesem Jahr Kult, und mit der Elfenküche haben wir auch einen besonderen Partner für zeitgemäßes und anregendes Catering gefunden.  Und drittens ist der Bregenzerwald eine fantastische Region für Naturund Kultur-Liebhaber. Die ganzen Wander- und Sportmöglichkeiten, die tollen Hotels und Unterkünfte, die attraktive Architektur - überhaupt die hervorragende Infrastruktur und wunderschöne Landschaft hier ist einzigartig.

in dem ländlichen Idyll zu erleben, finde ich sehr besonders. Und es geht mir auch darum, Bewusstsein zu schaffen. Bewusstsein für das Draußen, aber auch das Hier. Interessant ist auch, wenn z.B. Gäste aus Berlin auf Sound aus Berlin treffen - in ihrer eigenen Stadt haben die Leute oft keine Zeit dafür, hier sind sie aufnahmefähig und in der richtigen Stimmung. Und wenn ich dann über das Festival z.B. eine Band wie AMOK AMOR zusammen bringen kann, in der  die Berliner Avantgarde auf den Übertrompeter Peter Evans trifft, und sich darum dann die internationale Szene reißt, dann erfüllt mich das mit großer Freude. Weltklasse made in Bezau - das sind doch die positiven Effekte der Globalisierung! Was sind die Highlights des diesjährigen Festivals? Auf was darf sich der Besucher freuen? Mit Tony Scherr, The Thing und Trixie Whitley habe ich heuer gleich 3 Künstler verpflichten können, die ich schon seit Jahren mit grosser Begeisterung verfolge. Tony Scherr ist ein „Musician´s Musician“, Gram-

Sie sind ein weit reisender und weit gereister Jazzmusiker, kennen die Welt, spielen auf Festivals in der ganzen Welt. Warum ein Festival in der Heimat, an den Ort, wo man sich als muskalischer Globetrotter in der Regel zurückzieht und zur Ruhe kommt?  Nun ja, die ganze Welt kenne ich leider noch nicht - aber deswegen freut es mich so, wenn Musiker hier sind wie z.b.  Bombino aus Agadez. Und eine Band aus New York oder London lässt uns einfach erahnen, was an diesen Plätzen so los ist, was anliegt … woher nährt sich die Kunst dieser Musiker, was inspiriert diese Leute. Den Sound der Metropolen

Girls in Airports © Laerke Posselt

PROGRAMMÜBERSICHT 2016 11.8.2016 | 21.00 Uhr Bezau Beatz Male Instrumenty (PL) Oscarverdächtige Filmmusik 11.8.2016 | 22.30 Uhr Bezau Beatz Yellow Bird (USA, D, CH) Indie folk, modern roots music 12.8.2016 | 11.00 Uhr Bezau Beatz ILOG (D) Frühschoppen der

besonderen Art im Schönenbacher Vorsäss 12.8.2016 | 18.00 Uhr Bezau Beatz Mose (A) Schräg, schön, schrecklich, skurril 12.8.2016 | 19.00 Uhr Wälderbähnle DJ Fahrt mit DJ YnnY Heb de fescht am Bönkle

12.8.2016 | 21.00 Uhr Bezau Beatz The Thing (S, N) Uahhhhhhhhrrrrrrrg!!! 12.8.2016 | 22.30 Uhr Bezau Beatz Tony Scherr Trio (USA) American singer/songwriter 13.8.2016 | 11.00 Uhr Bezau Beatz Matinee mit Gebhard Ullmann &

Almut Kühne (D) Silver White Archives 13.8.2016 | 13.00 Uhr Jazzspätzle mit den Dead Beatz Baumgarten / Seilbahn Bezau 13.8.2016 | 19.00 Uhr Bezau Beatz Vera Kappler & Peter Conradin Zumthor (CH) Herzlich & abgründig.

13.8.2016 | 21.00 Uhr Bezau Beatz Girls in Airports (DK) Kopenhagens Band der Stunde 13.8.2016 | 22.30 Uhr Bezau Beatz Trixie Whitley Duo (NY, B) Porta Bohemica


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Bezau Beatz | Festivaltipps  |  11

Leipziger Jazztage 2015 © Susann Jehnichen

Leipzig (D) 40 Jahre Leipziger Jazztage

Kappler Zumthor

Die internationalen Leipziger Jazztage sind eines der ältesten und renommiertesten Jazzfestivals in Deutschland, das 2016 mit der 40. Ausgabe großes Jubiläum feiert. Immer im Herbst präsentiert der Jazzclub Leipzig an zehn Tagen über 100 Musiker und Musikerinnen. Große Namen und Pioniere des Jazz, aber auch innovative Newcomer spielen dann im ehrwürdigen Opern- und Schauspielhaus, in der historischen Kongresshalle und in Kirchen, aber auch in zahlreichen Szeneclubs und im ältesten Kinosaal der Stadt. Mit selbst initiierten Projekten, Auftragskompositionen und vor allem einem thematischen Rahmen versucht das Festival den Zeitgeist des Jazz abzubilden: »Zwischen Mahler und Miles«, »Sound of Heimat« oder »Cinematic Jazz« hieß es in den vergangenen Jahren. Auch die enge Verbindung zur polnischen Jazzszene unterscheidet die Leipziger Jazztage von vielen anderen Festivals. Mit dem traditionellen »Jazz für Kinder« im großen Opernsaal bietet das Festival zudem einen kulturellen Höhepunkt für die ganze Familie. 29.9. – 8.10.2016 www.jazzclub-leipzig.de/jazztage

Hamburg (D) Überjazz Hamburg Tony Scherr

my nominiert, er arbeitete als Bassist für Bill Frisell, John Scofield, John Zorn und als Bassist und Songwriter für Norah Jones (!) u.v.a - mit seinem Trio und als Gitarrist und Sänger ist er nach wie vor nur Insidern bekannt (obwohl Millionen von Menschen seine Songs durch Norah Jones kennen!), aber seine Konzerte im New Yorker Living Room sind legendär und wöchentlich bis ins Jahr 2020 ausgebucht – er lässt also das Publikum normalerweise zu sich kommen, und dass er uns nun in Bezau besucht, ist für mich eine Sensation! Er hat sich das kurz auf Facebook angeschaut und dann das OK gegeben - in seinen Worten: Your festival looks like a good place to play! Hinter den skandinavischen Energiebündeln von The Thing bin ich schon seit Jahren her - aber erst heuer klappt es endlich! Diese beiden Acts an einem Abend hintereinander zu buchen macht mir unheimlich Spass, und das ist es auch, was die Bezau Beatz voll auf den Punkt bringt: Musikalische Vielfalt und Tiefgang, jenseits des Mainstream, gut fürs Hirn, Auge, Herz und Ohr.  Für Samstag haben wir mit Trixie Whitley eine herausragende und unabhängige Künstlerin am Start, die mit ihrer wunderbaren Soulstimme und den unkonventionellen Songs schlicht und einfach die Herzen berührt.  Aber für mich ist eigentlich das ganze Festival ein Highlight. Ich freue mich schon sehr auf den ersten Abend mit Lucia Cadotsch und Yellow Bird, oder Male Instrumenty aus Polen, die auf selbstgebastelten Instrumenten spielen! Oder auf das Konzert im Alpvorsäss Schönenbach mit iLog oder Gebhard Ullmann & Almut Kühne in der Kirche Reuthe … und die DJ Fahrt mit dem Wäldar Bähnle! Welches Herz schlägt am stärksten in der Brust von Alfred Vogel? Die des Jazzmusikers, des Jazz Produzenten oder des Jazzfestivalmachers? Ich mache da eigentlich keinen Unterschied, denn ich habe ja nur ein Herz. Ich liebe das Schlagzeugspielen. Alles in meinem Leben hat sich daraus ergeben. DAS GESPRÄCH FÜHRTE KAI GEIGER. ALFRED VOGEL 1972 in Bregenz geboren, erster Kontakt mit Sticks und Fellen Oktober 1981. Wirtschaftspädagogik Studium in Innsbruck, Mag. Rer. Soc. Oec. 1999. Verschiedene Jazz-Workshops bei Alex Deutsch, Billy Hart, Wolfgang Muthspiel, New York Aufenthalt 1999, Unterricht bei Billy Ward, Memo Ascevedo, Bobby Sanabria. Als Schlagzeuger und Percussionist in zahlreichen Pop/Rock/Jazz- Formationen seit über 15 Jahren tätig: Internationale Tourneen & Konzerte mit den Glorreichen Sieben, Intensivstation, Hang em high, The Kilimandscharo Dub & Riddim Society, CeCe Rogers Nuphunk, Hendrix Ackle, Peter Madsen´s CIA, Peter Madsen Trio, Souldepartment,

Rene Mosele´s Ramblin u.v.a. Seit 2004 eigenes Label Boomslangrecords im Vertrieb von KUDOS; als Produzent und Schlagzeuger tätig in der „Tonschmiede“ Bezau Künstlerischer Leiter und Organisation der Konzertreihe „Bezau Beatz, Adventsvierklang“ im Hotel Post Bezau und „Jazz&“ am Spielboden Dornbirn.

Am zweiten Wochenende im November feiert das ÜBERJAZZ Festival auf Kampnagel wieder Tage der offenen Tür an den Genregrenzen in unseren Köpfen. Mehr als 20 verschiedene Künstler spinnen in vier Kampnagel Hallen rote Fäden durch das weite Feld der stilistisch nicht mehr kategorisierbaren Musik unserer Zeit. Wie möchte man etwa eine Band wie die sagenhaften Hiatus Kaiyote aus Melbourne treffend umschreiben? Oder das norwegische Kollektiv Jaga Jazzist? Erstere persiflierten den allgemeinen Drang nach Kategorisierung einst mit der selbstgewählten Bezeichnung „MultiDimensional Polyrhythmic Gangster Shit“, während sich letztere mit so etwas schon lange nicht mehr aufhalten. Und dies sind nur zwei Beispiele aus einem prallen Festival-Programm, das in Hamburg und weit darüber hinaus einzigartig ist. Nicht ohne Grund wurde die Ausgabe des ÜBERJAZZ 2014 mit dem Hamburger Musikpreis HANS in der Kategorie „Programmmacher des Jahres“ ausgezeichnet. 11. – 12.11.2016 | www.ueberjazz.com

Wien (A) Jazz Fest Wien Von 28. Juni bis 11. Juli bringt das Jazz Fest Wien hochkarätige Stars wie Cyndi Lauper, Jamie Cullum und Bobby McFerrin auf die Wiener Bühnen. Das Jazz Fest Wien, Fixpunkt im jährlichen FestivalReigen, bietet mehr als den namensgebenden coolen Sound. Auch Soul, Funk, Pop, Electronic oder Ethno-Klänge kann man

BEZAU BEATZ 2016 vom 11. – 13.8.2016 www.bezaubeatz.at www.facebook.com/bezaubeatz

Cyndi Lauper © Cyndi Lauper MGMT

genießen – und all das an den schönsten Spielorten. In der Wiener Staatsoper gibt es von 1. bis 7. Juli täglich allerfeinstes Programm: Zum Auftakt ist die 88-jährige Komponistenlegende Burt Bacharach live zu erleben. Vokalkünstler Bobby McFerrin präsentiert sein Länderprojekt „Bobby loves Brazil“. Frauenpower erfüllt die Staatsoper beim Doppelkonzert von Cyndi Lauper und der Österreicherin Meena Cryle, tags darauf beim Konzert der US-Amerikanerin Beth Hart. Pianist Brad Mehldau, Elektroniker und Schlagzeuger Mark Guiliana und Funk-Jazz-FusionGitarrist John Scofield stehen gemeinsam auf der Bühne, auf sie folgt der österreichische Gitarrist Wolfgang Muthspiel. Zwischen Pop und Jazz wechselt der Sound des temperamentvollen Briten Jamie Cullum. Das letzte Staatsopern-Konzert bestreitet Soundflüsterer Ludovico Einaudi. 28.6. – 11.7.2016 | www.viennajazz.org

Liege | Lüttich (B) Jazz a Liege | Internationales Jazz-Festival in Lüttich Jazz-Festival Lüttich - auch 2016 geben sich belgische und internationale Jazzgrößen und Newcomer bei dem internationalen Jazzfestival in Lüttich die Ehre. GeBrad Mehldau © Jazz a Liege jazzt wird wieder im Mai. Jazz vom Feinsten: Stars und Neuentdeckungen, begnadete Solisten und große Vokalisten - das Aufgebot beherrscht die unterschiedlichen Stilrichtungen und Spielarten des Jazz und so steht das Festival ganz im Zeichen der Vielfalt. Liege | Lüttich | 10. – 14.5.2016 www.jazzaliege.be

Donostia | San Sebastian (E) Heineken jazzaldia – Internationales Jazzfestival Seit 1966 bewegt sich Donostia/ San Sebastián in der zweiten Julihälfte zum Rhythmus des besten Jazz. Musikgrößen wie James Brown, Liza Minelli, Bobby McFerrin, Diana Krall, Cassandra Wilson oder B.B. King geben sich beim Internationalen Jazzfestival – Heineken Jazzaldia die Ehre. Sie nehmen Foto © San Sebastián Turismo Strände, Thea& Convention Bureau ter, Plätze und Konzertsäle ein, um beim Publikum des international bekannten Festivals für Vibrationen zu sorgen. 2016 ist Donostia | San Sebastian Kulturhauptstadt Europas. Der europäische Hauptstadtstatus gibt der Stadt einen zusätzlichen Impuls für ihr kulturelles Leben mit einem innovativen Programm, das die Förderung des Zusammenlebens zum Ziel hat und sie 2016 mehr und besser mit Europa verknüpfen will. San Sebastián wird, wo immer möglich, mehr Kultur besitzen. Donostia | San Sebastian | 20. – 25.7.2016 heinekenjazzaldia.com

London EFG London Jazz Festival Die EFG London Jazz Festival ist das größte Festival der Hauptstadt, das ein Großteil aller Stadtteile bespielt und es gehört zu den wichtigsten Musikereignissen des Landes. Das Festival präsentiert eine berauschende Mischung aus Weltklasse-Künstlern und aufstreben-

den Stars, mit dem Ziel bei einem stetig wachsenden Publikum den Jazz zugänglich zu machen und eine Leidenschaft zu wecken. 2.000+ Künstler. 300+ Gigs. 50+ Möglichkeiten. 23 Jahre und 1 Stadt stehen auf dem Programm. Ein umfangreiches Programm für den besten und frischesten Musikstil in der Stadt London umfasst Konzerte, Clubveranstaltungen, Vorträge und ein attraktives Angebot an Workshops und open stage. Das EFB London Jazz Festival spiegelt den Reichtum und die Vielfalt des hetigen Jazz-Universums wieder. London | 11. – 20.11.2015 www.efglondonjazzfestival.org.uk

Larry Graham & guests © North Sea Jazz Festival

Rotterdam (NL) North Sea Jazz Festival Die erste Ausgabe des North Sea Jazz Festival fand in beschaulichem Rahmen im Nederlands Concertgebouw in Den Haag statt. Sechs Veranstaltungsorte, dreihundert Künstler und über neuntausens Besucher. Das ist heute lang Vergangenheit. Nachdem man 2016 nach Rotterdam an einen neuen großen Veranstaltungsort gezogen ist, wächst das Festival Jahr für Jahr und ist eines der internationalen jazz Hotspots In diesem Jahr erwartet die Organisation mehr als tausend Musiker, mehr als 150 Aufführungen verteilt auf dreizehn verschiedenen Bühnen. Obwohl die Besucherzahlen in den letzten Jahren zwischen 65.000 und 70.000 lagen, schafft es das Festival noch seinen intimen Charakter zu behalten. U.a. werden folgende Künstler beim North Sea Jazz Festival auftreten: The Roots, Buddy Guy, Diana Krall, Earth, Wind & Fire, Level 42, Branford Marsalis Quartet featuring special guest Kurt Elling, Simply Red, Jill Scott, Gregory Porter, Walter Trout, Chick Corea 75th Birthday Celebration Homage To Heroes (acoustic and electric), Scofield Mehldau Guiliana, Colin Stetson & Sarah Neufeld 8. – 10.7.2016 | www.northseajazz.com

Edinburgh (UK) Edinburgh Jazz Festival Das Edinburgh Jazz und Blues Festival ist Gastgeber der besten Jazz- und BluesTalente aus allen Ecken der Welt. Von Bebop zu Boogie-Woogie, von Blues zu Rock, von Samba zu Swing zu Soul. In den lauen Sommernächsten von Edinburgh gibt für jeden Musikgeschmack und für jede Stimmung das richtige Konzert. Plus die Foto © Edinburgh Festivals kostenlosen Open-Air, Mardi Gras and Festival Carnival Veranstaltungen. Das Festival produziert einzigartige kreative Programme und Projekte, die so immer nur in Edinburgh zu sehen und zu hören sind. Einschließlich des Edinburgh Jazz Festival Orchestra und Scottish / International Projects. Und immer wieder gibt es die „Edinburgh First“, Auftritte von Künstlern, die in Edinburgh ihr Debüt feiern. Im Jahr 2015 gab es über 150 Konzerte in 13 Locations und fantastische Möglichkeiten für Festivalbesucher, Teil der Konzerte zu sein - zuzuhören, zu staunen und zu tanzen. 2016 wird es nicht anders sein. 15. – 24.7.2016 www.edinburghjazzfestival.com


Der internationale Publikumspreis für das schönste Buch des Jahres. Liebhaber schöner Bücher aufgepasst: Ab sofort können Sie Ihren Vorschlag online einreichen. Wählen Sie zwischen dem schönsten Buchdetail, dem gelungensten Cover oder den überzeugendsten Grafiken und stimmen Sie ab. Sie haben unter den Einreichungen eine Neuentdeckung gemacht? Über www.buchhandel.de können Sie diese direkt bestellen. Die Verleihung des The Beauty and the Book Award findet im Rahmen der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2016 statt.

beautyandbook.com

Eine Kooperation der Stiftung Buchkunst und der Frankfurter Buchmesse.


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Zürich (CH)

Vulcain Jazz Classics

Konzertsaison 2016/17

Im Rahmen der »Vulcain Jazz Classics« werden in Zürich, Luzern und Genf die Jazz-Stars von heute präsentiert! Dee Dee Bridgewater

Die Konzertreihe «Vulcain Jazz Classics»  wendet sich nicht nur an den Jazz-Intimus, sondern an ein breites, dem Jazz zugewandtes Publikum. Die weltbesten Jazzmusiker und -formationen konzertieren in der gediegenen Atmosphäre eines grossen (klassischen) Konzertsaals mit nummerierten Sitzplätzen sowie dezenter, der Saalakustik entsprechender Tonverstärkung. Der Organisator der «Vulcain Jazz Classics» in der ganzen Schweiz, die AllBlues Konzert AG Winterthur, führt pro Saison fünf Konzerte in der Tonhalle Zürich durch sowie – in Zusammenarbeit mit ihren lokalen Partnern – vier Konzerte im KKL Luzern und sechs Konzerte in der Victoria Hall Genève durch. In der Tonhalle Zürich startet die Serie mit einem ganz außergewöhnlichen Sänger: BaritonWeltstar  Thomas Quasthoff  wird mit einem hochkarätigen Quartet seine Interpretationen aus dem «Great American Songbook» zum Besten geben. Lisa Simone, die Tochter von Soul-

Jazz Diva Nina Simone, gehört zu den mitreissendsten Sängerinnen zwischen Soul und Jazz. Sie stellt ihr neues Album vor. Ein Duo der Extraklasse: Bass-Maestro Ron Carter steht erstmals in der Schweiz zusammen mit dem Akkordeon-Virtuosen  Richard Galliano  auf einer Bühne, bevor Ende April DER Jazzsänger der Gegenwart in die Tonhalle zurückkehrt, und dies mit einem neuen Album:  Gregory Porter! Den Saisonabschluss bildet die PianoLegende Monty Alexander, der sich schon jetzt auf seine Rückkehr nach Zürich freut. Das Programm im  Konzertsaal des KKL Luzern steht jenem der Tonhalle in nichts nach: «Funky Dee Dee» macht den Anfang: Dee Dee Bridgewater ist mit ihrer neuen, jungen und überaus funkigen Band zu Gast in Luzern Im Frühjahr 2017 spielt Abdullah Ibrahim seine hymnischen Songs mit seiner Gruppe «Ekaya» und The Manhattan Transfer zelebrieren die hohe Kunst des «Vocalese». Zum Schluss des

Abdullah Ibrahim

Thomas Quasthoff

Luzerner Programms heißt es «Spain Forever»: Vollblutpianist Michel Camilo und FlamencoStargitarrist Tomatito geben ihr Début im KKL Luzern.

Das Programm in der Victoria Hall Genève erscheint Ende April. Informationen und Konzertdaten: www.allblues.ch

INTERVIEW Wir sprachen mit Dr. Renato A. Vanotti, Verwaltungsratspräsident und CEO Vulcain Watches und Johannes Vogel, Geschäftsführer und Inhaber AllBlues Konzert AG Seit wann gibt es die Jazz  Classics und wie definieren  sie sich? Was sind die Jazz Classics? Johannes Vogel: Das allererste Jazz Classics-Konzert führten wir im Oktober 1993 in der Tonhalle Zürich durch – und dies gleich mit dem Ornette Coleman Quartet.  Der Free-Jazz-Pionier in den heiligen Hallen der klassischen Musik! Als Konzertreihe haben wir die «Jazz Classics» in der Tonhalle Zürich 1995/96 lanciert, mit fünf unverstärkten  Piano-Solo-Konzerten. Unvergessen dabei der Auftritt von Michel Petrucciani, der die restlos ausverkaufte Halle zum Toben brachte. 1997 kamen dann die «Jazz Classics» in der Victoria Hall Genève dazu, dem vielleicht schönsten klassischen Konzertsaal der Schweiz. Und ab 1999 dann jene im KKL Luzern. In diesen drei wichtigsten Konzertsälen der Schweiz führen wir pro Saison 15 hochkarätige  Jazzkonzerte durch mit den bekanntesten Jazzkünstlern der Gegenwart. In diesen 20 Jahren hatten wir alle Stars, von A wie Abdullah Ibrahim oder Al Di Meola,

über K wie Keith Jarrett oder Diana Krall bis Wynton Marsalis. Dank Kontinuität und Qualität hat sich die Reihe einen hervorragenden Ruf geschaffen, nicht nur unter den Jazz-Afficionados. Die «Vulcain Jazz Classics» sind aus dem Jazz-Kalender Schweiz nicht mehr wegzudenken. Seit 2009 ist VULCAIN Partner der Jazz Classics von  AllBlues. Es scheint, Sie sind zufrieden? Dr. Renato A. Vanotti: Ja, das sind wir! Beim Klang dieser grossen Namen beginnen die Augen jedes Jazz-Liebhabers zu leuchten. Deshalb ist die Uhrenmanufaktur Vulcain stolz darauf, «Vulcain Jazz Classics» in Zürich, Luzern und Genf zu präsentieren. Die Qualität der angebotenen Konzerte und die Perfektion und beeindruckende Virtuosität der geladenen Musiker passen wunderbar zur Geschichte von Vulcain und der Realität ihrer Zeitmesser, den Werken wahrer Künstler der Uhrmacherei. 

Dr. Renato A. Vanotti

Johannes Vogel

Wie hat Sie Johannes Vogel überzeugt und gewonnen? Dr. Renato A. Vanotti: In erster Linie durch den Erfolg und die Qualität der Konzerte. Und durch die Tatsache, dass sich die «Vulcain Jazz Classics« mit den brillantesten Jazzmusikern unserer Zeit eben nicht nur an eingeweihte Fans, sondern an ein breites, dem Jazz zugeneigtes Publikum wenden. Dies entspricht  genau dem Geist der Vulcain-Uhren. Virtuosität für ein offenes Publikum, nicht nur für fortgeschrittene Kenner. Diese Fähigkeit, über das eroberte  Territorium hinaus Anklang zu finden, hat die Geschichte der Vulcain-Uhren seit jeher begleitet. Die Geschichte des


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Jazz ist von derselben Qualität geprägt. Beide führen Begegnungen zwischen Kunst und Technik, zwischen Fleiss und Begabung, zwischen Kompetenz und Virtuosität. Wie wichtig ist ein Partner wie VULCAIN für den Bestand und Erfolg der Jazz Classics? Johannes Vogel: Neben der Qualität der Konzerte ist die Kontinuität der wichtigste Erfolgsfaktor für die Etablierung einer Konzertreihe. Und ein langfristiges erfolgreiches Arbeiten in der durch etliche Unwägbarkeiten geprägten Branche der Konzertveranstalter ist eben nur dank starker Partner möglich, die sich zum Engagement bekennen und verpflichten. Zuerst war es die Credit Suisse, die seit 1995 lange als Hauptsponsorin zur Seite stand, seit  2010 die Uhrenmanufaktur Vulcain. Auf diesem Niveau zu arbeiten ist ohne Sponsoringpartner kaum möglich. Wie wichtig ist Ihnen der Jazz? Was sind Idee und Ziel hinter Ihrem Engagement und geht die  „Rechnung“ auf?  Dr. Renato A. Vanotti: Einige der schönsten Seiten ihrer Geschichte hat die Manufaktur Vulcain zwischen 1948 und 1968 geschrieben. Es waren auch die grossen  Stunden des Jazz. Und da die Marke im Begriff ist, ihren Platz im kleinen Kreis der schönsten Uhrenmanufakturen zurückzuerobern, ist es für uns eine grosse Freude, dies mit einem musikalischen Universum in Verbindung zu bringen, das die für Vulcain bisher fruchtbarsten 20 Jahre geprägt  hat. Sponsoring ist ein ideales Kommunikationsinstrument, um viele unserer Marketingund Kommunikationsbedürfnisse abdecken zu können.  Zudem handelt es sich bei den «Vulcain Jazz Classics» um eine nationale Veranstaltungsreihe. Wir sind so in einem höchst attraktiven Umfeld von  Oktober bis Mai mit unserem Produkt in der Romandie und in der Deutschschweiz präsent.

Tonhalle Zürich

Worauf dürfen sich die Jazzfreunde bei den VULCAIN Jazz Classics 2016/2017 freuen? Johannes Vogel: Auf die besten Jazzsänger und die besten Jazzmusiker der Welt! Das schöne am Jazz ist ja, dass – etwa salopp formuliert – die erfolgreichsten Musiker schon immer auch die Besten waren… Bei den Sängern sind es «der Mann der Stunde», Gregory Porter, Lisa Simone (die Tochter von Nina)

und Dee Dee Bridgewater – und, man höre und staune: Thomas Quasthoff! Der Bariton-Weltstar kommt mit einem Jazz-Programm nochmals auf die grossen Bühnen zurück. Bei den «Maestros» an den verschiedenen Solo-Instrumenten sticht das Duo Ron Carter (bass) & Richard  Galliano (accordeon) hervor; sie werden erstmals  zusammen  auf Schweizer Bühnen zu erleben sein. Und schliesslich die Pianisten Michel Camilo, Jacky Terrasson, Monty Alexander und Abdullah Ibrahim. Ein Programm, das hoffentlich keine Wünsche offen lässt. DAS GESPRÄCH FÜHRTE KAI GEIGER.

Lisa Simone

«VULCAIN JAZZ CLASSICS» 2016/17

«15 hochkarätige Jazzkonzerte von Oktober bis Mai in den schönsten Konzertsälen der Schweiz» Tonhalle Zürich, KKL Luzern, Victoria Hall Genève

mit

Abdullah IBRAHIM «Ekaya» Dee Dee BRIDGEWATER Gregory PORTER Lisa SIMONE Michel CAMILO & TOMATITO Duo Monty ALEXANDER Ron CARTER /Richard GALLIANO Duo The MANHATTAN TRANSFER Thomas QUASTHOFF Jazz Project www.allblues.ch www.ticketcorner.ch


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Schaffhausen  |  15

Luzia von Wyl Ensemble Domenic Landolf Trio

Marena Whitcher’s Shady Midnight Orchestra

Schaffhausen (CH)

27. Schaffhauser Jazzfestival

25.- 28.5.2016 im Kulturzentrum Kammgarn Das Herz des Festivalprogramms im Kulturzentrum Kammgarn, einer ehemaligen Spinnereifabrik, ist die viel beachtete Werkschau des zeitgenössischen Schweizer Jazz. 2016 fokussieren die Programmmacher für einmal auf Projekte von Frauen und öffnen mitten drin, zu ihrem 75. Geburtstag, ein Fenster für die grossartige, in Schaffhausen geborene Pianistin, Irène Schweizer. Das Rahmenprogramm zieht weite Kreise und schärft die Hörwahrnehmung mit Klangwanderungen und Klanginstallationen. Die 12. Schaffhauser Jazzgespräche laden mit moderierten Gesprächen und Vorträgen zur vertieften Auseinandersetzung mit dem Thema «Young Lions and Old Cats – der Generationendialog im Jazz». Zum 27. Mal werden zeitgenössische Produktionen aus der innovativen und breiten Schweizer Szene auf verschiedenen Bühnen, aktuelle Projekte und Neuheiten von Newcomern und etablierten Jazzerinnen und Jazzern aus allen Regionen der Schweiz, präsentiert. Wir trafen Urs Röllin, künstlerischer Leiter Schaffhauser Jazzfestival zum Gespräch. Wie entstand die Idee ein Festival ausschließlich für die Schweizer Jazzszene zu veranstalten? Alles begann, als ich in Luzern studierte und – um Geld zu verdienen – in einem Schaffhauser Restaurant jobbte. Dort konnte ich erste Konzerte organisieren – zusammen mit Hausi Naef. Auch er war Gitarrist und besuchte die Jazzschule in Bern, und wir spielten im Duo. Hausi hatte die selben Erfahrungen gemacht wie ich, indem ihn Musikerkollegen nach Auftrittsmöglichkeiten in Schaffhausen fragten. So kamen wir auf die Idee, ein Festival zu lancieren für uns und unsere Kollegen. Ein Festival ausschließlich für Schweizer Jazz als eine Hilfestellung für unsere Szene und unsere Leidenschaft. Damals wurde auch in der Schweiz die Jazzszene von Amerikanischen Jazzmusiker beherscht und die Schweizer Bands schaften es höchsten ins Vorprogramm. Gleich die erste Austragung des Schaffhauser Jazzfestivals 1990 wurde zum Erfolg. Umso wichtiger war für uns, dass auch die Opinion Leaders des Schweizer Jazz nach Schaffhausen kamen: Club- und Festival-Veranstalter, Labelmanager und natürlich die Jazzerinnen und Jazzer selbst. Man spürte, dass in Schaffhausen ein wichtiges Forum entstanden war. Uns als Veranstalter gab dies Rückhalt und Zuversicht. Was ist das Besondere, das einmalige, urwüchsige an der Schweizer Jazzszene? Grundsätzlich wollen wir einen repräsentativen Querschnitt des aktuellen Schweizer Jazzschaffens zeigen. Dahinter steckt durchaus ein Missionarsgedanke, wir wollen der Welt die interessantesten Schweizer Produktionen zeigen. Natürlich mussten wir Eckpunkte setzen. So war von Anfang an klar, dass wir Musiker oder Bands programmieren, die aktiv sind und die die Szene bewegen. Bands,

die sich der US-Tradition verschrieben haben, sollen die Ausnahme bleiben. Wir wollen neuen Bands, neuen Projekten auch von bekannten Musikern Starthilfe leisten. Wir wollen das Schweizer Jazzschaffen nicht nur in seiner Vielfalt, sondern auch in seiner Entwicklung dokumentieren, dazu gehören auch Newcomer. Wir erhalten rund 150 CDs pro Jahr, die wir uns alle auch wirklich anhören. Zudem kenne ich die verschiedenen Szenen sehr gut, da ich als Musiker, Dozent und Vorstandsmitglied des Schweizer Musiker Syndikates intensiv vernetzt bin.» Wie hat sich die Schweizer Jazzszene in den letzten 25 Jahren verändert? Das Musikalische Niveau hat sich enorm entwickelt, die Breite ist noch mehr aufgegangen und der Jazzbegriff hat sich geweitet.

Lucia Cadotsch Speak Low

Was sind die Highlights des 27. Schaffhauser Jazzfestivals? Viele, wo soll ich anfangen? Das gesammte Programm sind natürlich Hightlights der Schweizer Szene. Einzigartig ist auch das diesjährige Klangprojekt im Rahmenprogramm. Unsere Stadt, ein großes unbekanntes Instrument. Wir alle gehen, rennen, stehen, trampeln, hauen, oder rollen tag-

täglich darauf herum: 25‘000 potentielle Klangerzeugerinnen und Klangerzeuger spielen im Schaffhauser Bevölkerungsorchester jeden Tag, doch wer hört schon die symphonischen Klänge die wir mit erzeugen. Ist es Jazz oder Lärm? - Diese Frage lohnt sich nachzugehen. Mit Mikrophon bestückten Hörballons lädt uns der Klang-Künstler, Forscher und Klang- Andres Bosshard ein, unseren Geist, unsere Sinne und unsere Gassen der Schaffhauser Altstadt, hörend neu zu entdecken. Und wir feiern die gebürtige Schaffhauserin Irène Schweizer. Sie ist in vielerlei Hinsicht eine besondere Weltbürgerin, Künstlerin und Pionierin. Sie ist ganz einfach eine herausragende Persönlichkeit auf die wir ganz unschweizerisch, ruhig ein wenig mehr Stolz zeigen dürfen. Wir erfüllen ihr einen Wunsch, überraschen sie und sie stellt uns «ihre» Musik vor. Sie hat den europäischen Jazz mitverändert und steht wie keine andere für Leidenschaft, die Faszination des Jazz, als Musik die verbindet und sich stetig wandelt, als Spiegel und Triebfeder fürs Leben. Übrigens war Irène auch für Hausi und mich mehr als ein Vorbild – die Initialzündung des Schaffhauser Jazzfestival 1990, in dem Jahr als die Mauer fiel. Besonders sind jedes Jahr die Schaffhauser Jazzgespräche: Die 13. Schaffhauser Jazzgespräche stellen unter der Leitung von Michael Zollinger den Generationen Dialog in den Mittelpunkt. Unter anderen wieder Irène Schweizer mittendrin. Im Gespräch mit dem jungen Zürcher Saxophonisten Christoph Irniger oder ihrer Biographie die der Berliner Jazzautor Christian Bröcking als Forschungsarbeit für die Hochschule Luzern editierte. Im Zunfthaus zum Rüden stoßen wir an auf das Erscheinen dieser der über 400 Seiten schweren einmaligen «SchweizerJazzgeschichte». www.jazzfestival.ch DAS GESPRÄCH FÜHRTE KAI GEIGER.

URS RÖLLIN GITARRE, EFFEKTS, KOMPOSITION WWW.URSROELLIN.CH Studium an der Jazzschule Luzern und am GIT Los Angeles u.a. bei Christy Doran, Harry Pepl, Bobby Previte, Joe Diorio, Scott Henderson · seit 1990 Lehrauftrag an der Hochschule Luzern-Musik/Jazz Gitarre und Fachdidaktik/Pädagogik. · Seit 1990, Begründer und Organisator des Schaffhauser Jazzfestivals, die Werkschau des Schweizer Jazz · Dead Zone Free-Rock Formation (199195) mit Jan Schlegel (b), Bruno Amstad (voc) und Oliver Schmied (dr) · 1998 Das Quartett "unart 4.0“ mit Ewald Hügle (sax), Dieter Ulrich (dr) und Robert Morgenthaler (tromb) · 1999 künstlerischer Leiter des Orchesterprojekts mit Lawrence D. "Butch" Morris und Koch/Schütz/Studer · 2000 Kompositionsauftrag Orchesterprojekt für Schaffhausen 500 · 2001 Kompositionsauftrag Orchesterprojekt für die Expo 01 · Seit 2006 monatliche Atelierkonzertreihe mit vielen MusikerInnen. u.a. Irène Schweizer, Barry Guy, Kornelia Bruggmann, Peter Schärli, Christian Weber, Lionel Friedli etc. · 2006 Gründung des Duos mit Robert Morgenthaler und div. Konzerte in der Schweiz · Diskographie: Alle bei Unit Records «unart 4.0» 3 Suiten und «Neue Suiten» mit Morgenthaler/Röllin «Freak Wave/Short Cuts» und «Off Road»


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LINE-UP 2016 8.7. Arturo Sandoval 9.7. Stanley Clarke 10.7. Lisa Simone 11.7. Spyro Gyra 15.7. Justin Kauflin 16.7. Diana Krall 17.7. Marcus Miller 21.7. Jan Lundgren 22.7. Iiro Rantala 23.7. Silje Nergaard 2.8. Al di Meola 6.8. Bill Evans 7.8. Othella Dallas and many more

St. Moritz (CH)

Festival da Jazz Über einen ganzen Monat, von Mitte Juli bis Mitte August, bietet das Festival da Jazz mit rund 50 Konzerten diese musikalischen und emotionalen Erlebnisse und nach der neunten Ausgabe des Festivals bedarf es keiner ausnehmenden Weisheit, den Satz „Nach dem Festival ist vor dem Festival.“ wirklich ernst zu nehmen. Kaum ist die Adrenalin-Zufuhr der Organisations-Crew wieder auf ein Normalmaß gesunken, der leidenschaftliche Rückblich durch analytischen Feinsinn ersetzt, wird auch schon wieder in die Zukunft geschaut. Welchen Herausforderungen stellt man sich beim nächsten Mal? Welche Wunschkandidaten füllen die Liste der Acts für die nächste Ausgabe? Genau hier hat Leiter Christian Jott Jenny seit Beginn des Festivals Beachtliches erreicht. Bevor das Festival da Jazz im Jahre 2007 mit damals lediglich vier Konzerten erstmals ins Leben gerufen wurde, war St. Moritz nicht gerade als Hot-Spot der internationalen Musik Szene bekannt. In den letzten neun Jahren ist es Jenny gelungen, dass Festival da Jazz St. Moritz auf der Landkarte der beachteten Jazz-Events Europas zu etablieren. Neben den großen Stars der Szene, wie John Scofield, Cassandra Wilson, Paolo Conte, Kurt Elling, Ahmad Jamal und Joshua Redman, sind genauso die Neuentdeckungen und Idole von Morgen wie Anthony Strong ein Teil des Konzepts. So begibt man sich zur vorgerückten Stunde zu den - kostenlosen - LateNight Konzerten des benachbarten Kulm Hotels. Dort klingt der Abend musikalisch aber nicht minder spannend aus. So auch in diesem Jahr vom 7. Juli bis 7. August 2016.

INTERVIEW

Wie kam es und wie wichtig war die Begegnung mit Rolf Sachs? Ich kannte den Dracula’s Club nur von Erzählungen. Doch die Gerüchte deuteten auf einen spannenden Ort mit Geschichte und Seele hin, ideal als Main-Stage für unsere angedachte Idee. Berührungsängste mit großen Namen kannte ich noch nie. Also habe ich ihm, dem Präsidenten des besagten Clubs, geradeaus eine Mail geschrieben. Rolf erzählt dazu jeweils: Er war vor allem sehr daran interessiert, diesen Mann zu treffen, der sich aus freien Stücken «Amtsvorsteher» nennt.

Wir sprachen mit dem Festivalmacher und Impresario Christian Jott Jenny. Was ist das Amt für Ideen? Das Amt für Ideen ist Ideenfabrik, Kultur-Produktionsmaschine und, wie jedes schwerfällige Amt, in erster Linie ein Ort, wo Menschen Kaffee trinken und Zeitung lesen. Wie kam es zur Idee, Erfindung von Festival da Jazz? St. Moritz bietet im Winter unendlich viel. Im Sommer galten Unterhaltungs-mässig eisige Minustemperaturen. Ausser dem Genuss der sagenhaft schönen Landschaft gab es schlicht und ergreifend nichts zu tun. Dabei ist St.Moritz gut besucht von kulturell interessierten Menschen, die nicht einmal permanent am Hungertuch nagen. Auf Anfrage organisierte ich 2007 eine Handvoll Konzerte. Just 2008, während der grossen Krise,

alle Fotos © Festival Da Jazz

entschied ich mich für «make or break», also entweder oder. Aus der kleinen Reihe wurde ein mehrwöchiges Festival. Unsere Grundidee «Grosse Stars auf einer kleinen Bühne» schien auf Anhieb zu gefallen. Und so kommt es nun Jahr für Jahr zum Alpaufzug im Julei.

Was ist anders, was ist das Besondere am Festival da Jazz? Unique selling points mögen ja eine abgedroschene PR-Formulieren sein, doch das Festival da Jazz hat schon ein paar attraktive Eigenheiten. Besonders zentral: Man sieht bei uns Stars wirklich hautnah, zusammen mit ca. 150 anderen Konzertbesuchern. Stars, welche sonst eher in kühlen Kongresszentren und unpersönlichen Konzerthallen zu finden sind. Und das Rundherum lässt sich auch sehen. Das Oberengadin hat seinen grandiosen Ruf nicht geklaut. Die Natur ist atemberaubend, das Wetter oft besser als anderswo und die grosse Tourismustradition garantiert beste Standards.

Was erwartet den Besucher in 2017, wo das Festival da Jazz 10 Jahre alt wird? Für unser 10-jähriges Jubiläum werden wir mit Elefanten über die Alpen ziehen.. But seriously: Das Festival hat sich über die Jahre stetig entwickelt. Vom musikalischen Angebot her ist es immer ein überschaubares Festival geblieben: Ein Abend, ein Konzert. Rundherum hat sich aber einiges getan: Seit vier Jahren feiern wir mit den Einheimischen auf Muottas Muragl das grosse, kostenfreie Open-Air, an Wochenenden bieten wir «free-midnight-concerts» in der Sunny Bar, sonntags Jazz-Brunch beim Hotel Hauser, Fotoaustellungen, ein Festival-Ballon etc. Natürlich wollen wir für 2017 unsere Gäste mit weiteren kleinen Schmankerln unterhalten. Unser Blick geht vorwärts. Überdurchschnittlich nostalgisch werden wir wegen 10 Jahren nicht. Viele große Veranstaltungen und Messen haben inzwischen Satelliten Veranstaltungen im Ausland? Ist dies ein Thema für Sie und das Amt für Ideen? Das Amt für Ideen denkt grösser. Wenn schon, dann richtige Satelliten. Also aus dem Weg, Google! www.festivaldajazz.ch DAS GESPRÄCH FÜHRTE KAI GEIGER.


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Schweiz | Kalender  |  17

Jazz in der Schweiz Zürich (CH) 18th jazznojazz Festival Zurich 2016

STUCK-MEC © Nici Jost

Josh Redman photographed in Oakland, CA December 13, 2012 ©Jay Blakesberg

jazzahead! schweizsuissesvizzerasvizra

den Nominees Cecile McLorin-Salvant und der 12-jährige Jazzpianist Joey Alexander. Selbstverständlich nutzen auch dieses Jahr Jazzstudenten aus Bern und New York die Bühne des Jazzzeltes für ihre Bühnenerfahrungen. In der letzten Woche konnten wiederum die ‚Selected Jazz Students‘ aus den USA engagiert werden. Diese Formation brachte das Jazzzelt im vergangenen Jahr mehrfach an die Kapazitätsgrenzen. Das IJFB ist in der Schweiz fest etabliert. Es gehört zu den ältesten und international vielbeachtesten Anlässen seiner Art in Europa. Gegründet 1976 findet es von März bis Mai während 10 Wochen statt. Es wird jährlich von mehr als 20‘000 Jazzfreunden besucht und zeichnet sich durch „Nothing else but Jazz“ aus. 12.3. – 21.5.2016 | 11.3.-20.5.2017 www.jazzfestivalbern.ch

Die Schweiz ist Partnerland der jazzahead! 2016. Unter dem Motto «schweizsuissesvizzerasvizra» organisieren die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, die Fondation Suisa und das Schweizer Musik Syndikat (SMS) gemeinsam den Schweizer Schwerpunkt an der 11. Ausgabe der führenden internationalen Fachmesse

Kalabrese ©Luca Christen

für den Jazz. Vom 7. April bis zum 24. April steht Bremen ganz im Zeichen der Schweizer Kulturszene. In der Hansestadt präsentiert sie sich mit Ausstellungen, Filmen, Lesungen, Performances - und natürlich Konzerten. Zur eigentlichen Eröffnung der Messe am 21. April wird die «Swiss Night» den Schweizer Jazz mit acht Formationen ins Scheinwerferlicht rücken. Am 22. April bringt das Galakonzert der jazzahead! die beiden Bands «Nik Bärtsch’s Ronin» und «Hildegard Lernt Fliegen» auf die Bühne des renommierten Konzerthauses «Die Glocke». Viele Informationen zum Jazzland Schweiz finden Sie auf www.switzerland-jazzahead.com

© Ibrahim Maalouf

onales Publikum. Das im Jahr 1967 gegründete Festival hat sich mit 250.000 Besuchern jeden Sommer auf internationaler Ebene zu einem der wichtigsten kulturellen Festivals der Welt entwickelt. In diesem unverwechselbaren Rahmen haben bereits Nina Simone, Miles Davis, Ella Fitzgerald, Marvin Gaye, Prince, David Bowie und auch Stevie Wonder legendäre, inzwischen im kollektiven Gedächtnis verankerte Konzerte gegeben. 1.-16.7.2016 | montreuxjazz.com

© Shamarr Allen

Bern (CH) | 41 Jahre Internationales Jazzfestival Bern Auf dem Programm des 41. Internationalen Jazzfestivals Bern (IJFB) stehen auch in diesem Jahr wiederum mehr als 200 Einzelkonzerte von Jazz- und Bluesgrössen aus der ganzen Welt. Die Opening Night fand ganz nach dem Motto „Back to the roots“ im Kursaal Bern statt. Zum zweiten Mal steht aufgrund des letztjährigen Erfolges ein Konzert zum Muttertag im Hotel Schweizerhof Bern mit Catherine Russell auf der Agenda. Auf der Bühne des Marians Jazzroom‘- dem Hauptaustragungsort – erlebt man unter anderem Grammy Award Winner Shemekia Copeland und Jon Cleary sowie die bei-

Das jazznojazz Festival Zürich macht auch in seiner 18. Ausgabe seinem Namen alle Ehre und präsentiert frische Sounds und Künstler aus Jazz und jazzaffinen Genres. Vom 1.-5. November 2016 gibt es in der Gessnerallee Zürich rund 20 Konzerte auf drei Bühnen von klein bis gross. Die ersten Namen stehen schon fest und versprechen viel: Ibrahim Maalouf, Joshua Redman & Brad Mehldau Duo, The Cinematic Orchestra, China Moses, Bugge Wesseltoft, SFJazz Collective, Hindi Zahra, David Sanborn/Christian McBride Trio, GoGo Penguin, Richard Galliano New Musette Quartet, Dhafer Youssef und einige mehr. Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr setzt jazznojazz sein Vermittlungsprojekt für Schulklassen aus dem ganzen Kanton Zürich fort, diesmal unter fulminanter Aegide von Hildegard Lernt Fliegen. Das vollständige Programm wird im Mai angekündigt 1.-5.11.2016 | www.jazznojazz.ch

werden zudem Gumbo, Jambalaya und weitere kulinarische Spezialitäten aus Louisiana angeboten.   Die stilistische Bandbreite reicht von New Orleans Jazz über Swing bis zu Blues, Soul, Funk und Gospel. Highlights versprechen Raphael Gualazzi, Barbara Dennerlein, China Moses, Davell Crawford, Jason Marsalis, Shamarr Allen, und  Lillian Boutté. 23.6.-2.7.2016 | www.jazzascona.ch

Willisau (CH) Jazz Festival Willisau Das Jazz Festival Willisau gehört seit seinem Beginn im Jahre 1975 international zu den wichtigen Ereignissen der zeitgenössischen Jazz-Szene. An fünf Festivaltagen finden insgesamt 23 Konzerte auf vier verschiedenen Bühnen statt. Diese Konzerte bieten ein abwechslungsreiches, vielseitiges und qualitativ hochstehendes Programm. Nach wie vor werden aktuelle Tendenzen der improvisierten Musik vorgestellt und etablierte wie noch unbekannte Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland programmiert.  31.8.-4.9.2016 | www.jazzwillisau.ch

Ascona (CH) 32. JazzAscona Festival

Fondation du Festival de Jazz de Montreux © 1983 - Artwork by Keith Haring

Montreux (CH) 50 Jahre Montreux Jazz Festival Seit fünfzig Jahren findet im Schweizer Montreux ein inzwischen weltberühmtes Jazz Festival statt. Jedes Jahr im Juli stehen internationale Musikergrößen auf den Bühnen der Stadt am Genfer See und begeistern ein ebenso internati-

SCHWEIZER JAZZFESTIVALS Genf 15.-20.3.2016, März 2017 AMR Jazz Festival | www.amr-geneve.ch Auvernier August 2016 Auvernier Jazz Festival | www.auvernierjazz.ch Bern 21.-23.1.2016, Januar 2017 BeJazz | www.bejazz.ch Luzern 20.-30.7.2016 Blue Balls Festival | www.blueballs.ch Baden 5.-13.11.2016 Bluesfestival Baden | www.bluesfestival-baden.ch Luzern 5.-13.11.2016 Lucerne Blues Festival | www.bluesfestival.ch Rapperswil-Jona 23.-26.6.2016 Blues’n’Jazz | www.bluesnjazz.ch Celerina/Schlatigna 19.-20.8.2016 Celerina New Orleans Jazz Festival www.celerina-jazzfestival.ch Cully 31.3.-8.4.2017 Cully Jazz | www.cullyjazz.ch Davos 8.-16.4.2016 Davos Sounds Good | www.davos-sounds-good.ch Biel/Bienne 2.-4.2.2017 Ear we are | www.earweare.ch St. Moritz 7.7.-7.8.2016 Festival da Jazz | www.festivaldajazz.ch

Ascona, das idyllische Städtchen am Lago Maggiore, ist immer eine Reise wert, ganz besonders während der 10 Tage des Jazzfestivals. Das offiziell von der Stadt New Orleans unterstützte 32. JazzAscona vom 23. Juni bis 2. Juli 2016 bietet unter dem Motto “The New Orleans Experience – Music & Food from Louisiana” mehr als 180 Konzerte, nächtliche Jamsessions, Hommages an legendären Jazzgrössen, das Finale des Swiss Jazz Award und Spitzenbands aus New Orleans und Europa. In verschiedenen Restaurants und im neuen New Orleans Village

Frauenfeld 1.-8.10.2016 generations | www.generations.ch Lugano 8.-10.4.2016 International Boogie Woogie Festival | www.boogiefestival.com Bern 12.3.-21.5.2016, 11.3.-20.5.2017 Internationales Jazzfestival www.jazzfestivalbern.ch Ascona 23.6.-2.7.2016 Jazz Ascona | www.jazzascona.ch Genf Oktober 2016 Jazzcontreband | www.jazzcontreband.com Basel Jazzfestival Offbeat Basel 20.4.-12.5.2016 | www.offbeat-concert.ch Chiasso 10.-12.3.2016, März 2017 Festival di Cultura e Musica Jazz | www.chiassocultura.ch Willisau 31.8.-4.9.2016 Jazz Festival Willisau | www.jazzfestivalwillisau.ch Zürich 1.-5.11.2016 Jazznojazz | www.jazznojazz.ch Lausanne 2.-6.11.2016 Jazz Onze + Festival | www.jazzonzeplus.ch Bern 22.-26.2.2017 Jazzwerkstatt | www.jazzwerkstatt.ch

© Impressionen Jazz Festival Willisau

Langnau 26.-30.6.2016 Langnau Jazz Nights | www.jazz-nights.ch Lugano 1.-2.7.2016 Mendrisio, 7.-9.7.2016 Lugano Estival Jazz | www.estivaljazz.ch Montreux 1.-16.7.2016 Montreux Jazz Festival | www.montreuxjazz.com Schaffhausen 25.-28.5.2016 Schaffhauser Jazzfestival | www.jazzfestival.ch Stans 25.-30.4.2017 Stanser Musiktage | www.stansermusiktage.ch Suisse Diagonales Jazz alle zwei Jahre, Januar – Februar 14.1.-19.2.2017 www.diagonales.ch Zug 7.-9.4.2016 Viel Jazz | www.vieljazz.ch Zürich 19.-21.5.2016 Taktlos | www.taktlos.com Altdorf 10.-11.3.2017 Tonart | www.tonartfestival.ch Zürich November 2016 unerhört | www.unerhoert.ch Änderungen vorbehalten


18 | arttourist.com_SUPPORTS

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m o c . t s i r arttou

S T R O SUPP

MANU Mein Name ist Manuel Mühl, ich bin 27 Jahre alt, habe einen Hochschulabschluss als Songwriter / Producer mit dem Hauptfach Gitarre. In der Band bediene ich die akustische und elektrische Gitarre und streue damit standesgemäß eine Prise Pop, Rock und Blues in unser Material. Da ich mich viel mit den Themen Recording und Producing beschäftige, fällt mir diese Rolle auch bei unseren Aufnahmen zu. Damit bin ich sozusagen der „elektrische Teil“ der Gruppe, wenn ich auch meistens die akustische Gitarre in der Hand halte.

LINDS

Mein Name ist Lindsey Blount, i sprünglich aus Florida und habe Boston studiert. Ich bin die Sänge schreibe den Text und die Gesan Die Kompositionen sind der Trei die jeweilige Geschichte, die ich will.

arttourist.com SUPPORTS

Mit arttourist.com SUPPORTS möchten wir zukünftig Projekte, Initiativen, Künstlerinnen und Künstler aller Kultursparten unterstützen, die uns in Ihrer Idee, dem Konzept, der Ausrichtung und vor allem in Ihrer Leidenschaft und Zielstrebigkeit beeindrucken und berühren. Wir möchten „jungen“, neuen Ideen und Projekten ein Forum über unsere Zeitung und unsere Internetseite geben, und sie eine Wegstrecke lang in ihrer Entwicklung begleiten. Wir möchten SUPPORTS vorstellen, über den Stand der Dinge und das Vorankommen informieren, über die Erfolge aber auch über die Sorgen und Zweifel sprechen. Und immer wieder über die Notwendigkeiten, die Formen der Unterstützung, die für den nächsten Schritt erforderlich sind und wie man, wir alle, die Künstlerinnen und Künstler dabei unterstützen können. Den Anfang machen wir mit der Band »Some Of The Lovely« um den Freiburger Musiker Manuel Mühl. Manuel Mühl habe ich im letzten Herbst als Dozent der Konstanzer Jazz & Rockschule kennen gelernt und habe nach und nach von seinem Bandprojekt erfahren. Bei unseren Treffen kamen wir immer wieder auf die Band zu sprechen und ich habe mich anstecken lassen von der Gradlinigkeit, der Euphorie und dem unbedingten Wille »Some of the Lovely« und deren Musik auf einen professionellen Weg zu bringen, eine erste CD zu produzieren, ein »Lebensprojekt« zu realisieren.

„Some Of The Lovely“ – Was bedeutet der Name und was bedeutet Euch der Name, was wollt Ihr damit ausdrücken? Wenn wir auf die Bühne steigen oder uns zum Proben treffen, bringt jeder seine Stärken und Schwächen mit, ohne diese inszenieren oder verstecken zu wollen. Wir pflegen einen möglichst ehrlichen und authentischen Umgang untereinander wie auch mit dem Publikum, dem wir auf Augenhöhe begegnen wollen. Interessanter Weise funktioniert das bei Konzerten ganz gut. Je „liebevoller“ wir uns zeigen, desto entspannter ist das Publikum. Jede(r) darf und soll sie/er selbst sein. Die Musik tut dann ihr Übriges.

Wir selbst stecken voller Bewunderung füreinander. Jeder hält den jeweils anderen für die ideale Besetzung. Durch diese hohe Wertschätzung und enge Freundschaften, die weit vor der Gründung dieser Band geknüpft wurden, entsteht tatsächlich eine eher familiäre Atmosphäre. Schlicht und einfach „Some Of The Lovely“. Wie habt Ihr Euch gefunden? Eigentlich kennen wir uns schon seit Jahren über andere Projekte oder das Studium und haben uns dann Stück für Stück in dieser Konstellation wiedergefunden. Als in Freiburg lebende, gebürtige Amerikaner sind Edward und Lindsey schnell aufeinander getroffen und haben weit vor Some Of The Lovely in Jazzbesetzungen gespielt. Zu dieser Zeit bildeten sich auch die anderen Kontakte und Freundschaften. Erst Jahre später arbeiteten Lindsey und Edward an

SOME OF T

SOPHIE

JONAS

Ich bin Sophie Herr (26), Cellistin bei Some Of The Lovely und studiere mein Instrument seit jetzt 20 Jahren, davon die letzten sechs in Freiburg an der Musikhochschule. Zu meinem rein klassisch geprägten musikalischen Alltag bietet die Band eine erfrischende Abwechslung, die ich inzwischen nicht mehr wegdenken kann. Es hat sich ein reger Austausch zwischen den zwei „Welten“ entwickelt, von dem – denke ich – beide Seiten sehr profitieren.

Ich bin Jonas Hoenig, 26 Jahre alt Studiert habe ich Elektrobass in ren bzw. sind Dublin und Luzern, Master in Kontrabass – Performa den Umweg Gitarre kam ich dan bass, erst im Studium dann zum meinem Hauptinstrument gewor einem halben Jahr nach dem We in die Band einsteigen konnte.

eigenen Stücken und trommelten Sophie, Jan und Manu zusammen. Gemeinsam mit einem Bassisten spielten wir in dieser Formation eine Weile zusammen. Als wir letzten Sommer dann einen neuen Mann am Kontrabass suchten, war Jonas von vornherein unser Favorit, der dann glücklicherweise zusagte.

Was für Musik macht Anfangs versuchten wir nung „Contemporary Bl Verwendung von Schlag derspricht dem Konzept gend. Gleichzeitig haben Section aus Cello und K klassischer, einmal mi sich entsprechend in de


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ich bin 28 Jahre alt, komme ure am Berklee College of Music in gerin von Some of the Lovely und ngsmelodien zu unseren Liedern. ibstoff für meine Gedanken und h in meinem Text wiedergeben

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JAN Ich heiße Jan Lange (28) und bin der Schlagzeuger der Band Some Of The Lovely. Als Schlagzeuger versuche ich, der für mich noch recht außergewöhnlichen Instrumentierung ein rhythmisches Fundament zugrunde zu legen. Hierbei ist es mir sehr wichtig, dass ich jedes Lied und jedes Instrument songdienlich unterstütze.

Wohin geht die Reise, was sind Eure Ziele, Euer Zeitplan mit „Some Of The Lovely“? Wir wollen ganz klar unser Songmaterial verbessern, aufnehmen und einem größeren Publikum präsentieren. Dabei geht es in erster Linie um die Umsetzung unserer künstlerischen Vorstellungen und nicht um Massentauglichkeit. Dieses Jahr soll eine EP fertiggestellt werden, bevor wir uns im nächsten Jahr an eine Albumproduktion wagen. Dafür suchen wir in den nächsten Monaten Verbündete in Form von Labels, Produzenten und Bookern.

THE LOVELY

Wo und wie kann man Euch auf dem Weg begleiten und unterstützen? Grundsätzlich freuen wir uns erst einmal über jeden, der uns live oder im Internet besucht. Bei unseren Konzerten wollen wir ein Erlebnis fernab von erhobenen Handys und Tablets erzeugen, die Zuhörer aus ihrem Alltag abholen und ein paar authentische, gemeinsame Momente mit ihnen und unserer Musik erleben. Das ist mehr wert als alles andere. Andererseits finanziert sich dieses Projekt nicht von allein und wenn man die Arbeitsstunden überschlägt, ist das mittlerweile für einige Mitglieder ein fulltime job ohne Bezahlung. Um größere Konzerte (jenseits der Hut-Spenden) zu spielen, brauchen wir ein größeres Publikum. So trivial das klingen mag, ein einfaches „Like“ auf Facebook oder ein Eintrag in unseren Newsletter hilft da schon weiter. Viele Booker schauen lediglich auf die mediale Reichweite einer Band. Glücklicherweise bewegen wir uns in einem Genre, in dem diese Kategorien nicht ganz so sehr ins Gewicht fallen. Dennoch fängt es eben mit solchen Kleinigkeiten an. Zu einem späteren Zeitpunkt wird der Verkauf von CDs und Merchandising wie bei jeder Band eine wichtige Rolle spielen. www.someofthelovely.com

ED

t, und Kontra- und Elektrobassist. Freiburg. Weitere Stationen wa, wo ich momentan lebe und den ance Jazz erwerben werde. Über nk Paul McCartney zum Elektrom Kontrabass, der inzwischen zu rden ist und mit dem ich vor ca. eggang des bisherigen Bassisten

t Ihr? r uns mit der Bezeichluegrass“, aber allein die gzeug und E-Gitarre wit des Bluegrass grundlen wir unsere kleine String Kontrabass, einmal mit it Jazzausbildung, was er Musik niederschlägt.

Ihr geht Euer Projekt sehr zielstrebig an, trotz aller logistischen und zeitlichen Herausforderungen. Wie organisiert und managt Ihr Euch? Ohne Internet und einer wöchentlichen Flut an E-Mails wäre es wohl kaum möglich. Wir haben klare Aufgabenverteilungen, die sich an den aktuellen (und sich immer wieder ändernden) zeitlichen Ressourcen der Mitglieder orientieren und ein hohes Maß an Kommunikation erfordern. Edward und Lindsey komponieren die Grundideen unserer Songs und bringen diese ab einem bestimmten Status mit in die Probe um sie gemeinsam weiterzuentwickeln. Lindsey übernimmt die Probeplanung, Edward das Booking und Manu die technischen Angelegenheiten wie Aufnahmen und Homepage. Die ganze Organisation und das Arbeitstempo nehmen gelegentlich manische Ausmaße an. Dann heißt es Kaffee und weiter.

Was sind die nächsten Schritte? Nachdem wir die ersten Konzerte in der aktuellen Besetzung gespielt haben, setzen wir uns nun verstärkt an das Ausarbeiten von bereits bestehenden und neuen Stücken. Ein Teil davon soll dann über den Sommer in Eigenregie aufgenommen und produziert werden, um im Herbst eine EP in Händen zu halten. Damit werden wir dann an Türen klopfen und uns Gedanken zu Finanzierung und Umsetzung einer größeren Albumproduktion im Jahre 2017 machen. Parallel wollen wir unsere Live-Performance voranbringen. Wir sind für Tontechniker nicht ganz leicht zu mischen und die Fülle an Instrumenten bringt ganz eigene Schwierigkeiten mit sich. Da gibt es einiges zu tun und wir freuen uns auf ein volles Jahr.

Ich heiße Edward Fernbach (30) und komme aus Kalifornien, wo ich Jazz-Gitarre studiert habe. Nun lebe ich als Musiker in Freiburg, wo ich spiele, komponiere und unterrichte. Da ich schon so lange in Deutschland lebe, habe ich mich ein bisschen mit meinen Ami-Wurzeln beschäftigt und mir eine Mandoline zugelegt - Love at first sight. Während diese Liebe stetig wächst, habe ich mir noch weitere Instrumente angeschafft und mit Some Of The Lovely eine Band gefunden, in der diese auch zur Anwendung kommen. Zurzeit arbeite ich intensiv mit dieser Band wie auch an einem Master-Abschluss in Filmmusik-Komposition.

Hinzu kommt Edward, der dann tatsächlich typische Bluegrass-Instrumente wie Mandoline, Mandocello und Banjo verwendet und damit am ehesten einen stilistischen roten Faden durch unsere Stücke zieht. Beim Arrangieren dachten wir zuerst in den üblichen Techniken des Songwritings weshalb die aktuellen DemoAufnahmen noch recht poppig daherkommen. Wir lassen uns aber immer mehr auf sparsame-

re, manchmal gar kammermusikalische, Arrangements ein, die der Musik und der Vielfalt der Instrumente mehr Freiheit einräumen und Lindseys Texten einen besseren Dienst erweisen. Also zusammenfassend ein eklektischer Mix aus traditioneller, nordamerikanischer Musik, Popularmusik und kammermusikalischen Einflüssen. Das ist für Plakate leider etwas zu sperrig, daher würden die meisten wohl einfach „Folk“ sagen.


20  |  Neue Musik

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Neue Musik Stuttgart (D) ECLAT Festival

Winrich Hopp © BR Astrid Ackermann

München | Bayern Musica Viva Die musica viva des Bayerischen Rundfunks ist eines der weltweit bedeutendsten Foren der Gegenwartsmusik. Diese zukunftsorientierte Konzertreihe für zeitgenössische Musik präsentiert neue Orchester und Ensemblewerke sowie avancierte kammermusikalische Kompositionen experimentellen Charakters auf höchstem Niveau. Künstlerischer Leiter seit der Spielzeit 2011/12 ist Winrich Hopp. www.br-musica-viva.de

Ein Highlight in Stuttgart und ein fester Termin für alle Neue Musik-Fans sind die vier Tage Anfang Februar, wenn das ECLAT Festival wieder alle Säle und Experimentierbühnen © Foto Martin Sigmund im Stuttgarter Theaterhaus mit Konzerten, Musiktheater, Performances und Installationen bespielt. Ensemble Garage aus Köln, 2e2m aus Paris und das Mivos Quartett aus New York feiern ihr ECLAT-Debut, neben internationalen Interpreten sind die Neuen Vocalsolisten, ascolta, das SWR Radiosinfonieorchester Stuttgart und das SWR Vokalensemble wieder die Säulen des Festivals. Im Zentrum steht eine junge Komponistinnen-Generation, die ihre Ausdrucksmöglichkeiten oft im Grenzbereich zu anderen Genres sucht und im künstlerischen Dialog entwickelt – wie Clara Maïda mit der Architektin Jenny Sabin, Brigitta Muntendorf mit dem Maler Vincent Mesnaritsch, Enno Poppe mit dem Schriftsteller Marcel Beyer. Mit neuen Werken u.a. von Georges Aperghis, Clara Ianotta, Johannes Schöllhorn, Klaus Ospald, Hanna Hartman, Christoph Ogiermann zeigt ECLAT eine große Bandbreite aktueller Musik. www.eclat.org

des Jahr im Herbst werden im Rahmen des Festivals Konzerte mit zeitgenössischer klassischer Musik organisiert, mit dem Ziel, einen großen Bereich für die freie Kreation zu bieten. Musica heißt ein breites Publikum willkommen, darunter gewandte Musikfreunde und Anfänger. Fünfzehn Tage lang präsentiert das Festival Musica die bedeutendsten Werke eines 20. Jahrhunderts voller musikalischer Kreationen mit seinen © Guillaume Chauvin Referenzen, Erben und Meisterwerken und konfrontiert diese dabei mit den neuen Generationen Künstler, Komponisten und Interpreten. Es empfängt berühmte Künstler aus der modernen Musikszene sowie auch prestigeträchtige Ensembles der Klassik. www.festivalmusica.org/

Oslo (N) Ultima Festival für zeitgenössische Musik München Münchener Biennale – Festival für neues Musiktheater Von 28. Mai bis 9. Juni 2016 findet zum 15. Mal die Münchener Biennale – Festival für neues Musiktheater statt, mit einem dichten Programm in einem Zeitraum von dreizehn Tagen. Nach Hans Werner Henze und Peter Ruzicka liegt die künstlerische Leitung ab 2016 bei Daniel Ott und Manos Tsangaris. Die Münchener Biennale ist weltweit das einzige Festival, das ausschließlich Uraufführungen von Werken des neuen Musiktheaters zeigt. Das Motto der nächsten Münchener Biennale lautet „OmU – Original mit Untertiteln“. Dieses Thema hinterfragt die Vielsprachigkeit des neuen Musiktheaters: Was heißt Originalität, was ist Übersetzung innerhalb des Musiktheaters, seiner Vorlagen, Libretti, Partituren, Aufführungen, Traditionen, Dokumentationen und Rezeptionsgeschichten? 28.5.-9.6.2016 | www.muenchenerbiennale.de

Salzburg (A) Dialoge Salzburg Das zeitgenössische Festival Dialoge steht 2016 unter dem Leitthema „Grenze“ und findet vom 30. November bis 4. Dezember 2016 statt. Im Mittelpunkt stehen Wolfgang Rihm, Ferruccio Busoni und Mozart, unter anderem werden Künstler und Ensembles wie Maxime Pascale, Kirill Gerstein, Rainer Honeck, Pekka Kuusisto, Nicolas Altstaedt, das Arditti Quartett oder Tanja Tetzlaff zu erleben sein. 30.11.-4.12.2016 | www.mozarteum.at

Chiharu Shiota: alif::split of the wall© Sunhi Mang

Berlin (D) MaerzMusik MaerzMusik – Festival für Zeitfragen hat sich zum Ziel gesetzt, dem Phänomen Zeit in seinen gesellschaftspolitischen, philosophischen und künstlerischen Dimensionen kontinuierlich nachzuspüren. Der Festival- Logik des Events zum Trotz wollen die Festivalmacher über die Jahreszeitraume hinweg Erfahrungen vertiefen, Fragen erneut stellen, Gedanken weiterentwickeln und Wiederbegegnungen ermöglichen. 17.-26.3.2017 | www.berlinerfestspiele.de

Das Ultima Festival für zeitgenössische Musik wird jeden Herbst in Oslo veranstaltet. Das Festival erstreckt sich über 2 und eine halbe Woche und beginnt Ende September. Im Laufe dieser Zeit finden eine große Anzahl © Ultimafestivalen 2014/Henrik Beck Konzerte mit zeitgenössischer Musik statt. Gleichzeitig kann man Oper, Puppentheater, Tanz und Film sowie Installationen und das Treffen von Komponisten erleben. Während dem Ultima Festival kann selbst der eifrigste Konzertbesucher etwas hören, dass er vorher noch nie gehört hat. Das Festivalprogramm bietet jedes Jahr viele Uraufführungen, von norwegischen wie auch ausländischen Komponisten.. 8.-17.9.2016 | www.ultima.no

Schwaz (A) ENTROPY SYMPHONY 22.5.2016 – DER LÄNGSTE CHOR DER WELT Nach einem erfolgreichen Auftakt im September 2014 in der Festung Franzensfeste laufen nun die Vorbereitungen für das Großprojekt „Der längste Chor der Welt“ mit 7000 Sängern zwischen Ala im Trentino und Kufstein in Nordtirol. Der amerikanische Künstler Zefrey Throwell hat den vierten Satz seiner ENTROPY SYMPHONY gemeinsam mit dem Osttiroler Komponisten WolfEntropy Symphony Prelud © Zefrey Throwell-014 gang Mitterer weiterentwickelt und zu einem Kanon neu arrangiert. Am 22.5.2016 sollen die Sänger auf einer festgelegten Route zwischen Ala und Kufstein – in einem Abstand von 30 bis 50 Metern – die vorgegebene Melodie weiterreichen. Auf der Festung Franzensfeste verbinden sich so die Klangketten aus Nord und Süd zu einem noch nie dagewesenen natürlichen Crescendo. Tragende Säulen dieses vom Südtiroler Transart-Festival und den Nordtiroler KLANGSPUREN initiierten Projekts sind die drei großen Chorverbände von Trentino, Südtirol und Nordtirol. Das Projekt ist jedoch als ein offenes zu verstehen: spontan sich bildende Sängergruppen sind ebenso willkommen wie Chöre und einzelne Sänger aus ganz Europa. Entropy Symphony – Movement IV soll zu einem grenzüberschreitenden Stimm-Zeichen werden. Schwaz | Klangspuren Schwaz – Festival Zeitgenössischer Musik 8. – 25.9.2016 | www.klangspuren.at

Pitch 43 - tuning the cosmos© Michael Bölter

Salzburg Biennale rückt 2017 Kuba und Graz in den Fokus Salzburg Biennale 2017 – Festival für authentische Musik der Gegenwart | Organisatorische Neu-Ausrichtung des Trägervereins Salzburg Biennale Mit seiner künstlerischen Ausrichtung der Salzburg Biennale knüpft Siegfried Mauser an die Gründungsidee von Hans Landesmann an und führt die Begegnung von zeitgenössischer komponierter Musik mit authentischer ethnischer Musik fort. Diese Beziehungen sollen in Form von drei Profilen – konkret: als Städte/Länderprofil, als Persönlichkeitsprofil und als Szene Österreich - an drei verlängerten Wochenenden musikalisch erlebbar werden. Mit der Biennale 2017 will sich Mauser der Musik aus Kuba, dem Komponisten Bryan Ferneyhough und der innovativen Musikwelt von Graz und Umgebung widmen. Die Bezeichnung „Hör- und Schaufenster“ für die Wochenendprogramme impliziert, dass die Profile durchaus über die musikalischen Erscheinungsformen hinaus auch Aspekte von beispielsweise Bildender Kunst und Theater einbeziehen könnten. www.salzburgbiennale.at

Frankfurt (D) cresc... Frankfurt 2017 Die Metropolregion Frankfurt Rhein-Main gehört nicht nur zu den wichtigsten Wirtschaftszentren Europas, sondern mit ihrer Vielfalt hervorragender Kulturangebote zugleich zu den bedeutendsten europäischen Kulturregionen. Auch im Sektor der Neuen Musik hat das Rhein-Main-Gebiet eine reiche Tradition und besitzt enorme Vitalität. In dem biennalen Festival cresc... bündeln hochklassige Kulturinstitutionen der Region, mitinitiiert und ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, ihre Kräfte:  cresc... versteht sich als maßgebliches Forum für Moderne Musik. Von Schlüsselwerken des 20. und 21. Jahrhunderts bis hin zu Uraufführungen junger Komponisten stellt es alle zwei Jahre ein breites Spektrum verschiedener künstlerischer Ansätze, Positionen und Perspektiven der Auseinandersetzung mit der Gegenwart vor. Mit den profilierten Klangkörpern Ensemble Modern und dem hr-Sinfonieorchester als tragende Säulen sowie hochkarätigen Gastensembles reiht sich  cresc... in die Riege internationaler Festivals ein. November 2017 | www.cresc-biennale.de

Strasbourg (F) Musica Strasbourg Das im Jahr 1982 ins Leben gerufene internationale Festival für Musik von heute ist auch unter dem Namen Musica bekannt. Je-

Frankfurt CRESC | ensemble modern 2 © Katrin Schilling


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Neue Musik | Donaueschingen  |  21

Aspekte, die die Programmgestaltung der kommenden Jahre prägen soll.

alle Fotos © SWR Donaueschinger Musiktage

Donaueschinger Musiktage Seit 1921 steht bei den Donaueschinger Musiktagen ein Wochenende lang die Neue Musik im Blickfeld. Das Festival ist ein Zentrum der Avantgarde. Hier wurden viele Werke, die heute Klassiker der Moderne sind, uraufgeführt, u. a. von Pierre Boulez, Luigi Nono, Helmut Lachenmann und Wolfgang Rihm. In diesem Jahr stehen Uraufführungen von Rebecca Saunders, Peter Eötvös und Georg Friedrich Haas im Mittelpunkt. Klaus Schedl und Franck Bedrossian verdichten in ihren Werken den Orchesterklang. Michael Wertmüller und Bernhard Gander suchen nach Überschneidungen zwischen avancierter Rockmusik und rockiger

Avantgarde. Außerdem stehen Uraufführungen von Joanna Baile, Jan W. Morthenson, Martin Jaggi, Peter Ablinger, Partricia Allesandrini, Martin Smolka und Marco Stroppa auf dem Programm. Zu Gast sind das Klangforum Wien, das ensemble recherche, das Arditti Quartet, das Calder Quartet und natürlich die Klangkörper des SWR: das SWR Symphonieorchester, das SWR Vokalensemble und das Experimentalstudio des SWR. Donaueschinger Musiktage | 14.-16. Oktober 2016 www.swr.de/swr2/festivals/donaueschingen

INTERVIEW Wir sprachen mit Björn Gottstein, seit 2015 Künstlerischer Leiter der Donaueschinger Musiktage Nach einem noch programmatisch maßgeblich vom verstorbenen Festivalleiter Armin Köhler geprägten ersten Festivaljahr unter Ihrer Leitung werden die Donaueschinger Musiktage 2016 Ihre Handschrift tragen. Was verändert sich? Das Jahr 2016 ist ein Gemeinschaftsjahr. Armin Köhler und ich tragen gewissermaßen gemeinsam die Verantwortung für die Programmgestaltung. So werde ich als Festivalleiter aber natürlich erste Akzente setzen können. Das Prinzip der Neuen Musik ist das einer permanenten Erneuerung. Neue Musik, mit einem großen N, möchte auch immer neue Musik, also mit kleinem n sein, also wirklich neu, unerhört, über Grenzen hinausgehend. Das ist selbst dort der Fall, wo wir im Konzertsaal ein traditionelles Ensemble, sagen wir: ein Sinfonieorchester erleben. Der Münchner Komponist Klaus Schedl wird, mithilfe des Freiburger Experimentalstudios, die Ästhetik der Dronemusik auf das Orchesterprinzip übertragen. Ähnlich ist es bei Franck Bedrossian, der in Zusammenarbeit mit dem Pariser IRCAM seine Vision des „son saturé“, als eines gesättigten, schwarzen Klangs verfolgt. Ein ganz besonderes Projekt ist in diesem Jahr das Radioprojekt „Good Morning, Deutschland“ des Frankfurter Komponisten Hannes Seidl. Seidl wird mit Flüchtlingen aus der Donaueschinger Flüchtlingsunterkunft gemeinsam Musik machen, Musik hören und über Musik sprechen. Das ist ein Projekt, das sich am Rande dessen bewegt, was wir

üblicherweise mit einem Neue-Musik-Konzert verbinden. Ich freue mich besonders auf diese Arbeit, weil es nicht nur der Form nach neue Wege geht, sondern auch ein besonders für Donaueschingen mit seinen fast 3.000 Flüchtlingen besonders aktuelle Situation aufgreift. Was sind die Schwerpunkte, Akzente, die Sie in den nächsten Jahren in Donaueschingen zur Aufführung bringen wollen. Die Neue Musik erlebt zurzeit einen immensen Wandel. Dieser Wandel ist gleichermaßen durch die Generationen als auch von der technischen Entwicklung bedingt. Komponisten, die heute um die 40 Jahre alt sind, geben sich nicht mit

BJÖRN GOTTSTEIN SWR2-Redakteur für Neue Musik, folgte 2015 als Künstlerischer Leiter dem im November 2014 verstorbenen Armin Köhler, der die Geschicke der Donaueschinger Musiktage 22 Jahre lang gelenkt hatte. Björn Gottstein ist seit 2013 als Redakteur für Neue Musik bei SWR2 tätig und verantwortete seitdem die Konzertreihe "attacca". Er war außerdem einer der künstlerischen Leiter des Stuttgarter ECLAT-Festivals. Der 46-jährige, in Aachen geborene Musikwissenschaftler arbeitete zunächst als freier Journalist und seit 2009 auch als Veranstalter. In dieser Tätigkeit thematisierte er Fragestellungen wie die nach Musik und Armut (Audio Poverty, 2009), Musik und Transzendenz (Lux Aeterna, 2011) und nach der musikalischen Interpretation (Faithful, 2012). Als Journalist und als Kurator galt sein Interesse stets auch den Randbereichen der

dem, was die Neue Musik erreicht hat, zufrieden. Sie hinterfragen die Institutionen und auch die Gewohnheiten der Neuen Musik. Sie schreiben Kompositionen für Youtube und integrieren die neuen Technologien ganz selbstverständlich in ihre Werke. Diesen Wandel zu begleiten, das ist die wichtigste Aufgabe der kommenden Jahre. Wenn wir auf die Programme der Neue-MusikFestivals schauen, dann müssen wir sicher etwas ändern im Bereich der Internationalität. Was geschieht heute in Argentien oder in Südkorea? Gleiches gilt für die der ästhetischen Offenheit: wir brauchen auch Impulse von Theaterregisseuren und der Popkultur. Auch werden immer noch zu wenig Komponistinnen aufgeführt. Das sind

Neuen Musik und dem Genre-übergreifenden Experiment. Gottstein war Kritiker der Tageszeitung "taz" und schrieb außerdem für viele der maßgeblichen nationalen und internationalen Musikzeitschriften. Als freier Autor hat er außerdem für alle großen ARD-Anstalten, für den Deutschlandfunk und Deutschlandradio gearbeitet. 2006 erschien sein Buch "Musik als Ars Scientia" (Pfau-Verlag). Er unterrichtete an der TU Berlin, bei den Darmstädter Ferienkursen, an der Hochschule für Musik Basel und an der Universität der Künste Berlin. Er war Mitglied zahlreicher Jurys, darunter des Giga-HertzPreises des ZKM und des Kompositionspreises der Landeshauptstadt Stuttgart. Außerdem engagierte sich Gottstein kulturpolitisch, als Vorstandsvorsitzender der "Initiative Neue Musik" leitete er von 2009 bis 2013 die Geschicke der freien Musikszene in Berlin.

Wie wichtig sind neue Formate, Vermittlungsformen für die Neue Musik wie der in 2015 erstmalig veranstaltete Festivalkongress upgrade? Der Festivalkongress upgrade, der 2015 erstmals in Donaueschingen stattfand und der sich Vermittlungsfragen widmet, war ein ungemein spannendes Experiment. Die Zusammenarbeit mit Jugendlichen, Pädagogen, Komponisten und professionellen Musikern hat zu unglaublich tollen Ergebnissen geführt. Die Musiktage werden sich sicher nicht in diesem Maße der Vermittlung widmen. Aber der Diskurs ist wichtig, dass wir uns vergewissern, welche Bedeutung und welchen Stellenwert in der Welt die Werke haben. Bereits im letzten Jahr haben wir mit kurzen Komponistengesprächen begonnen, die es dem Publikum ermöglicht, die Persönlichkeit eines Künstlers im Gespräch zu erleben und dadurch vielleicht auch einen anderen Zugang zu dessen Werk zu bekommen. Es wird in diesem Jahr erstmals einen Vortrag bei den Donaueschinger Musiktag geben. Diese Reihe der Donaueschinger Lectures soll in den kommenden Jahren das diskursive Potenzial der Neuen Musik unter Beweis stellt. Den Anfang macht in diesem Jahr der englische Philosoph Roger Scruton, der sich eingehend mit Neuer Musik befasst hat und bisweilen auch einen durchaus kritischen Blick auf das Genre wirft. Es soll also nicht nur gemütlich zugehen. Zeitgenössische, Neue Musik erfreute sich in Asien großer Beliebtheit, Einige europäische Festivals und Messen haben inzwischen Satelliten Veranstaltungen im Ausland, um neuen »Märkten« näher zu sein? Ist dies ein Thema für die Donaueschinger Musiktage? Es stimmt, dass die Neue Musik in vielen Ländern außerhalb Europas einen hohen Stellenwert genießt. Wir erleben es an den vielen Studenten aus dem Nahen und dem Fernen Osten, aus dem Libanon, aus Israel, aus Südkorea, Japan oder China, die nach Europa kommen, um sich dieser Disziplin zu widmen. Es ist eine tolle Öffnung, weil diese Komponisten oft ganz andere Fragestellungen und Blickwinkel mitbringen. Ob wir deshalb auch die „Donaueschinger Musiktage Miami Beach“ oder „Donaueschinger Musiktage Hong Kong“ brauchen, lasse ich einmal dahingestellt. Einerseits unterliegen wir im Bereich der Neuen Musik nicht in dem Maße dem Markt, wie es die bildende Kunst tut. Gleichzeitig möchte ich den Eindruck vermeiden, dass wir systematisch Kultur exportieren. Vielleicht ist die Streckenführung der Tour de France ein gutes Vorbild. Dort beginnt die Veranstaltung alle zwei Jahre mit einem Prolog im Ausland. Das wäre vielleicht eine schöne Möglichkeit, die Musiktage international zu positionieren.


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MILES | arttourist.com JAZZ | Neue Musik | 2016

Boomslang Records Gleich vier Veröffentlichungen erfolgen in diesen Wochen auf BOOMSLANG RECORDS! Schon im letzten November hatte Alfred Vogel wohl den richtigen Riecher mit der Band AMOK AMOR um den New Yorker Ausnahme-Trompeter Peter Evans und das wohl heisseste Trio aus Berlin bestehend aus Christian Lillinger, Wanja Slavin und Petter Eldh - die Band wurde zur Jahreswende vom National Radio USA (!) zu den Top Jazzreleasen 2015 weltweit geadelt und spielt nun, nachdem ihre Geburtsstunde schon auf den BEZAU BEATZ gefeiert wurde auch auf dem renommierten Moers Festival! HEAVY METAL RABBIT vereint den legendären Tieftöner Barry Guy mit Vogel und Lucien Dubuis und sei so vitalisierend wie ein 100 Meter Sprint übers Karottenfeld. Mit New-Orleans-Second-Line Grooves, hippen Arrangements und ausgefallenen Rolling-Stones Covers überzeugen RENE MOSELE´s RAMBLIN (Relaxing at the Showdown). Der Zürcher Posaunist verdient seine Sporen bei Pop-Künstlern wie Seven und zeigt hier seine Wendigkeit im Modern Jazz Gewerbe. Und noch vor dem Sommer erscheint das Duo KONTAKTCHEMIE von dem einzigartien Gitarrenkünstler Christy Doran und Alfred Vogel. Gemixt wurde das atmosphärische Album von Roli Mosimann (Björk, Faith No More) und verspricht somit auf Vinyl und als CD ein audiophiles Hörerlebnis! Alle Release befinden sich im Vertrieb von Kudos, sind in ausgesuchten Plattenläden oder auf allen gängigen, digitalen Plattformen erhältlich. www.traps.at

MPS

das erste deutsche Jazzlabel Diese drei Buchstaben stehen bis heute für Musikgenuss mit höchsten klangtechnischen Maßstäben: MPS, das Kürzel für Musik Produktion Schwarzwald. Hinter dem Kürzel verbirgt sich eine Geschichte, die von einem Mann erzählt, der Großindustrieller (SABA-Radios, Fernsehen, etc.), Jazzfan und autodidakter Tonigenieur war – Hans Georg Brunner-Schwer. Seit den frühen Sechzigern entstanden im Studio von Hans Georg Brunner-Schwer am Rande der beschaulichen Schwarzwaldstadt Villingen Hunderte von Aufnahmen, die aufgrund ihrer klanglichen Brillanz, aber auch wegen ihrer außergewöhnlichen, weitgespannten Stilistik zwischen Swing und Fusion, zwischen Groove und Experiment bei Jazzliebhabern und -kennern bis heute weltweit für Ehrfurcht sorgen. Im Laufe der Jahrzehnte sind die legendären Produktionen eines der ersten deutschen Jazzlabels auch von einer neuen Generation entdeckt worden. Den Auftakt des Schwarzwaldlabels gestaltete der Mann, der bei MPS unstrittiges Herzstück und „Ahnherr“ aller Veröffentlichungen war und ist: der Kanadier Oscar Peterson. Es war ein großes Abenteuer für alle Beteiligten, als der kanadische Pianist von Weltrang 1961 erstmals Villingen besuchte. HansGeorg Brunner-Schwer (HGBS), ehemaliger Inhaber der Hifi-Dynastie SABA, hatte sich gerade die erste Version seines Studios eingerichtet, oberhalb des Wohnzimmers der Villa, ausgestattet mit der besten Aufnahmetechnik, die damals zu haben war. Genau damit lockte der Pianobegeisterte den Mann aus Kanada zu sich in den Schwarzwald. Direkt nach einem Gastspiel in Zürich überwand Peterson in seiner Limousine die Berge und wurde mit seinem Bassisten Ray Brown und Drummer Ed Thigpen ins Wohnzimmer an den SteinwayFlügel geleitet, wo bereits erwartungsvolle Gäste dem Star aus Übersee entgegen fieberten. Der

Pianogigant und seine beiden Musikerkollegen waren selbst begeistert, als sie nach der Session dem Mitschnitt des nächtlichen Privatkonzerts lauschten. So direkt und unverfälscht hatten sie den Sound des Pianos und des Trios bislang auf Tonkonserve noch nicht vernommen. Ganz so, als säße die Band noch immer an ihren Instrumenten, ohne die Störgeräusche eines Nachtclubs, und trotzdem in denkbar intimer Atmosphäre. Petersons Enthusiasmus besiegelte eine lange Freund- und Seelenverwandtschaft mit dem Hause Brunner-Schwer. Die sechs Aufnahmen gebündelt unter dem Namen „Exclusively for my friends“ sollten der erfolgreiche Startschuss für das Label werden, der weltweit Gehör fand! Dem Ruf folgten Künstler wie George Duke, Albert Mangelsdorff, Joe Pass, Joachim Kühn, Wolfgang Dauner, Friedrich Gulda, Peter Herbolzheimer, Dave Pike, Singers Unlimited, uvm. Ein weiterer Produzent der neben dem Labelgründer maßgeblich am Sound und der Auswahl der Musiker und Aufnahmen beteiligt war, war kein geringerer als der „Jazzpabst“ Joachim Ernst Behrendt selbst. Zusammen veröffentlichten sie weit mehr als 400 Alben. Seit Anfang des Jahres 2014 wird im Zuge der „Wiederaufforstung“ des Schwarzwald-Labels die Originaltonbänder in rein analogem Verfahren behutsam optimiert und erscheinen mit dem OriginalArtwork auf 180 Gramm Vinyl, ausgesuchte Titel auch auf klassischem Tonband für den audiophilen Markt. Parallel hierzu arbeitet der neue Mutterkonzern Edel den kompletten MPS-Jazzkatalog bis Ende 2015 für den digitalen Vertriebsweg auf. Neben dem Klassiker der 6fach Vinyl Box „Exclusively for my friends“ von Oscar Peterson sind auch die CD Reihe wie die 25er MPS Kultur SPIEGEL Edition erscheinen. MPS (Musik Produktion Schwarzwald) www.mps-music.com

Public Jazz Society Joo Kraus, SWR Big Band Es ist keine geringe Leistung, David Bowies größtem Hit .Let‘s Dance“ ein neues musikalisches Gewand ·zu verpassen. Der Trompeter Joo Kraus verlegt die ikonische Nummer, deren Original durch die knallige Produktion von Nile Rodgers längst zu einem Erkennungszeichen der achtziger Jahre geworden ist, im Verbund mit der SWR Big Band kurzerhand nach New Orleans. Ein leichtfüßigerer Second-Line- Beat von Schlagzeuger Guido Jöris und das charmant schillernde Arrangement von Ralf Schmid sorgen jedenfalls für einen vergnüglichen neuen B1ickauf das vermeintliche Schlachtross. Auf „Public Jazz Society“ (Skip/ Soulfood) rückt das Stuttgarter Großensemble weiteren Klassikern mit teils überraschenden Resultaten auf den Pelz: „Scarborough Fair“ klingt trotz Rap immer noch weich, aber anders; Ravels „Bolero“ wird durch einen veränderten Rhythmus etwas von seinem manischen Sex-Drive genommen; und Michael Jacksons .Don‘t Stop Til You Get Enough“ überzeugt durch eine geschlossene Mannschaftsleitung www.skiprecords.com

Mit zwei Geigen, Bratsche und Cello erfüllen sie alle Voraussetzungen für ein klassisches Streichquartett, mit ihrer Aufführungspraxis rücken sie davon jedoch so weit wie möglich ab. Auch ihr viertes Album „Paths Become Lines“ ist weit mehr als ein Crossover aus Anleihen von Klassik, Free Jazz, Avantgarde, verschiedenen ethnischen Musikrichtungen, Neuer Musik, Heavy Metal und anderen vermeintlichen Genres. Das Sirius Quartet sucht nicht nach funktionablen Scharnieren oder offensichtlichen Verbindungen zwischen einzelnen Versatzstücken, sondern verkörpert alles gleichzeitig und gestattet sich die Freiheit, seiner Musik immer genau das zu geben, was sie jeweils braucht. Die Sicherheit des Zugriffs ist bei aller Risikobereitschaft atemberaubend. „Paths Become Lines“ ist nicht weniger als eine musikalische Utopie, die mit allen acht Füßen fest in der Gegenwart verankert ist. Vier Musiker, die sich trauen, gleichzeitig das höchste Maß der Abstraktion zu erlangen und sich mit jedem einzelnen Ton und Klang auf die Lebenswirklichkeit ihrer Hörerinnen und Hörer zu beziehen. www.autenticomusic.com

Night Music – Das Trio

Sirius Quartet »Paths Become Lines« „Vielfalt ist kraftvoll. Wenn vieles auf einmal passiert, ist das schön.“ Besser als das Ensemble selbst kann man gar nicht ausdrücken, was im Sirius Quartet passiert. Anders gesagt, gute Musik bleibt immer gute Musik. Sie lebt für und aus sich selbst heraus und braucht keine Benennungen. Diese Devise hören wir natürlich oft, aber von den vier New Yorker Streichern, allesamt sanfte Extremisten, wird sie gelebt und über immer neue Grenzen hinaus getragen.

Sven Faller hat sich als Kontrabassist und Komponist international einen Namen gemacht. Viele Jahre lebte und arbeitete er in New York und begleitete in seiner beeindruckenden Karriere zahlreiche Künstler wie Charlie Mariano, Scott Hamilton, Bobby Watson, Chico Freeman oder Larry Coryell. „Night Music“ ist seine Hommage an die besondere Magie und das Eigenleben der Nacht. Für die gleichnamige Doppel-CD hat er sich kurzerhand zwei Träume erfüllt: Das Musikprogramm von CD 1 zelebriert die geheimnisvolle Energie der Nacht und präsentiert sein „Traum-Trio“ mit dem amerikanischen Pianisten Bob Degen und dem Drummer Guido May. Auf CD 2 liest er im Wechsel mit eigenen Kompositionen seine anekdotischen und teils


MILES | arttourist.com JAZZ | Neue Musik | 2016

LABEL Eine Auswahl von wichtigen Musik- und Platten-Labels, die sich dem Jazz und der Neuen Musik verschrieben haben

autobiographischen Musik für den Moment, der die Nacht nicht zum Tage macht, sondern ihre geheimnisvolle Energie zelebriert: Die Ruhe und Einsamkeit eines ziellosen Spaziergangs durch leere Straßen mit sparsamer Beleuchtung, eine nächtliche Autofahrt in einem fremden Land oder das Wachliegen nach einem merkwürdigen Traum - Diese und viele andere Bilder sind der Ausgangspunkt für „Night Music“. Das Ergebnis ist ein Konzeptalbum, auf dem stimmungsvolle Jazzballaden wie „The Shining Sea“ oder „You And The Night And The Music“ gleichberechtigt neben Eigenkompositionen stehen. www.glm.de

Gregor Hübner – El Violin Latino Vol.2 »For Octavio« Wer gerne musikalische Reisen in lateinamerikanische Gefilde unternimmt, sollte auf jeden Fall „El Violin Latino“ von Gregor Hübner im Gepäck haben. Die Idee zu dieser Reihe entstand schon vor einiger Zeit in einem Café in New York während einer Session. Mappy Torrins, eine kubanische Dichterin, beschrieb die „Latin Violin“ mit Worten, Gregor Hübner mit seiner Musik. Für ihn ist die Violine der gemeinsame Nenner der verschiedenen Stile. Selbstverständlich fließt auch sein persönlicher Stil in die Kompositionen mit ein – osteuropäische Volks- und Zigeunermusik haben ihn geprägt. Herausgekommen ist eine Gegenüberstellung von Kompositionen der einflussreichsten Komponisten aus lateinamerikanischen Ländern und eigenen Werken, die im selben Duktus geschrieben sind. Der Einfluss osteuropäischer Musik ist für Gregor Hübner in der Musik Südamerikas deutlich hörbar, hier fühlt er sich wohl und zuhause. Das Erfolgsrezept von ihm lautet: „ Sauge alles, was du erfährst, wie ein Schwamm auf und danach konzentriere dich auf die Dinge, die dich interessieren, aber verneine nie, woher du kommst.“ Demnach spielt die eigene Herkunft und persönliche Erfahrungen eine zentrale Rolle in seiner Musik und seinem Spiel. www.glm.de

Trio-Jazz für die innere Blue-Note Eivind Austad - Trio Moving In Norwegen gehört das Eivind Austad Trio schon seit Jahren zur jungen Jazz-Szene, nun erscheint mit “Moving” endlich ihr internationales DebutAlbum. Pianist Eivind Austad ist beeinflusst von Gospel und R‘n‘B, sein Stil erinnert an Größen wie Bill Evans und Keith Jarrett. Dieser amerikanische Akzent macht “Moving” zu einem Jazz-Album voller Seele, das die innere BlueNote jedes Jazzfans finden wird. www.ozellamusic.com

Eine Europäisch-Afrikanische Freundschaft unter der Sonne von Ibiza Na Lengo – Ingoma Ein Zusammentreffen von Afrika und Europa getragen von Harmonie, Freundschaft und Musik. Na Lengo stammen aus Ibiza und die sonnige und entspannte Atmosphäre der Insel zieht sich durch das Debutalbum Ingoma, das mit einer filigranen Fusion aus Jazz, Flamenco, afrikanischer Musik und Pop voller überraschender Wendungen und mit einem Hauch Melan-

ACT

Das deutsche Jazzlabel ACT gehört seit fast 25 Jahren zu den führenden europäischen Anbietern zeitgenössischer Musik „In The Spirit Of Jazz“. Hier stellen wir einige der interessantesten Veröffentlichungen dieses Frühjahrs vor. Den Auftakt des Jazzfrühlings bestritt der Schwede Nils Landgren mit „Some Other Time – A Tribute to Leonard Bernstein“. Die CD erschien pünktlich zu Landgrens 60. Geburtstag und ist das bisher aufwendigste Projekt seiner beispiellosen Karriere. Janis Siegel von den legendären „Manhattan Transfer“ sorgt mit ihrer Stimme für den dazugehörigen BroadwayFlair. Das rhythmische Fundament bildet eine AllStar-Besetzung, bestehend aus „Deutschlands coolstem Schlagzeuger“ (ARD ttt) Wolfgang Haffner, dem Meisterbassisten Dieter Ilg und dem schwedischen Pianisten Jan Lundgren. Dazu kommen die Bochumer Symphoniker unter der Leitung des mehrfach Grammy-prämierten Dirigenten und Arrangeurs Vince Mendoza. Mit dem Album „Mare Nostrum II” schließe Paolo Fresu (Trompete, IT), Richard Galliano (Akkordeon, FR) und Jan Lundgren (Piano, SE) an ihr Erfolgsalbum von 2007 an. Eine europäische Jazz-Supergroup, die trotz unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Instrumentenfamilien ihre Gemeinsamkeiten zu einem Idealklang bündeln konnten. Südliches Temperament

Label | 23

cholie überzeugt. Die warme Produktion von Quintus webt Klangbetten „zum Hineinlegen“ ohne die jazzig-afrikanischen Raffinessen und Nuancen weichzuspülen. Die Arrangements überraschen immer wieder mit spontanen Wendungen, getragen von Perkussion und Guses filigranem und vielseitigem Gitarrenspiel. www.ozellamusic.com

Klanglandschaften Vor dreißig Jahren entdeckt Stefan Winter Steve Coleman, Greg Osby, Cassandra Wilson und öffnet ein Fenster nach Brooklyn für die Jazzströmung M-Base. Neben dieser neuen, afroamerikanischen Bewegung nimmt Winter die jungen Avantgardisten Tim Berne, Hank Roberts und Django Bates auf. Ende der achtziger Jahre folgen thematische Aufnahmewerke mit Paul Motian. In den neunziger Jahren beritt Uri Caine die let me tell you Szene, seine Gustav Mahler und Bach Goldberg Adaptionen revolutionieren die Musikwelt. Nun führt Winter die Edition zusammen mit Mariko Takahashi, die zuvor mit Stevie Wonder und Boyz II Men gearbeitet hat. Winter & Winter öffnet sich der Klassik, setzt mit Theo Bleckmann, Uri Caine und der Barocktruppe Forma Antiqua unter Aarón Zapico eine Neudeutung von Vivaldis Vier Jahreszeiten um, betritt mit Mauricio Kagel Klangkunstwelten und schafft für Werner Herzog mit dem holländischem Cellisten und Hans Abrahamsen Paul Griffiths

Barbara Hannigan Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks Andris Nelsons

MUSIC EDITION WINTER & WINTER

trifft auf nordische Kühle, doch das Meer ihrer Heimat dient als gemeinsame Inspirationsquelle. Der Sound Europas! Mitte März erschien das neue Album „Beauty & Truth“ des Piano-Meisters Joachim Kühn. Zusammen mit dem Schlagzeuger Eric Schaefer und dem Bassist Chris Jennings hat er ein neues, junges Trio gefunden, das ihn hörbar beflügelt. Die drei nehmen sich starke Melodien von Gil Evans über Krzysztof Komeda bis zu The Doors vor. Kühn zeigt sich mit Anfang 70 kraftvoll, klar und auf den Punkt. Immer fest verankert im Groove. Voll ungebremster Spielfreunde und mit jeder Menge Soul. Am 29. April erscheint das Album „Sun Blowing“ mit dem norwegischen Saxophon-Shootingstar Marius Neset, dem schwedischen Kontrabass-Virtuosen Lars Danielsson und dem dänischen Schlagzeug-Zauberer Morten Lund. Mehr Jazz geht nicht: Drei Musiker, gehen spontan ins Studio und spielen dort das erste Mal zusammen. Jeder brachte ein paar Stücke mit und dann: „Einfach spielen, ohne große Vorbereitung.“ Das Trio nahm praktisch live auf. Ohne Leader und mit einem intuitiven Verständnis füreinander agieren sie im lebhaften Wechselspiel von freien Passagen und fester Verankerung im Groove. Aus dem Stand schufen Danielsson, Neset und Lund eine Sternstunde des Jazz. www.actmusic.com

Komponisten Ernst Reijseger wegweisende Soundtracks zu „Höhle der vergessenen Träume“ und zu der 5-Kanal-Videoinstallation „Hearsay of the Soul“ (Vom Hörensagen der Seele) im Whitney Museum, NY, Getty Museum, LA und Wallraf-Richartz-Museum, Köln. 2016 kommt die Musik „Salt and Fire“ zum neuen Film von Veronica Ferres heraus. Takahashi und Winter treibt das Interesse und die Neugier. Sie wollen Klanglandschaften schaffen! Sie stoßen Türen zu Museen und zur Kunstwelt auf, Klanginstallationen wie „Wanderung“ und „Vor der Stille“ werden verwirklicht. Seit Jahren inszenieren Winter und Takahashi HörFilme, der Spiegel titelt „Kino für geschlossene Augen“. Mit dem japanischen Jazzpianisten Fumio Yasuda und dem Starfotografen Nobuyoshi Araki schaffen die beiden das audiovisuelle Kunstwerk und Album „On the Path of Death and Life“ nach Fukushima. Die kreative Unruhe von Miles Davis, wie auch Quincy Jones, die beide immer wieder Neues wagen, steckt auch in Winter & Winter. In den ersten Monaten dieses Jahres bringt Winter & Winter das wohl wichtigste Werk der Neuen Musik heraus: „let me tell you“ von Hans Abrahamsen und Paul Griffiths mit der Sopranisten Barbara Hannigan, eine der herausragendsten Künstlerinnen unser Zeit, da sind sich Presse und Publikum vollkommen einig. Diese Album wird vom The New Yorker, über The Guardian bis zur Süddeutschen Zeitung gefeiert. Die Reise geht weiter: Zum 150. Geburtstag von Erik Satie widmen Barbara Hannigan und Reinbert de Leeuw dem großen Klangkünster das Album „Socrate“. Saties Lieder, die fast vergessen sind, faszinieren. Winter & Winter steht für das Unerwartete, eine Musikedition für neugierige Hörer, die einfach Spaß haben, Neues zu entdecken. Die Zukunftsversion, ein Klangkunstmusum für Klangskulpturen, Audioart und Klanginstallationen zu schaffen, scheint heute noch undenkbar, doch Winter & Winter glaubt an diese Vision. So wie es Museen für bildende und Videokunst fast überall auf der Welt gibt, soll in Zukunft ein Klanghaus errichtet werden. www.winterandwinter.com

DERSCHMIDT WALL ZAUNER ARS FUTURA
Eine Posaune, ein Cello, ein Kontrabass. Über die tiefen wohltuenden Klänge der Bassinstrumente erhebt sich, emporgetragen von ausdrucksgeladenen Harmonien, eine menschliche Stimme. Gefühle, Stimmungen und Klangfarben werden ausgelotet und mit der Improvisationskunst der Musiker zu spannenden Musikstücken zusammengefügt. Der Rhythmus pulsiert und bringt den Herzschlag zum Mitschwingen. Die Melodik spannt große Bögen und vereint sich mit dem Atem der Zuhörer. Musik ist Schwingung und Schwingung kann unseren Körper und Geist bewegen. Genießen Sie diese Minuten der körperlichen und geistigen Schwerelosigkeit. www.pao.at


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Vergessen Sie alles, was Sie über Schnaps wissen. DIE ZEIT über Christoph Keller

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