Page 1

KURT

#5 arttourist.com gazette Fr端hling/Sommer 2014

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Design & Lifestyle


Sparpreis Kultur: per Bahn zur Kunst – besonders günstig!

Ab allen Bahnhöfen in Deutschland zur Ausstellung. ❚ Ab 39 Euro (2. Kl.), ab 49 Euro (1. Kl.). Bis zu vier Mitfahrer sparen jeweils 10 Euro ❚ Zu den Topausstellungen z. B. in Frankfurt, Berlin, Düsseldorf und Hannover ❚ Hin und zurück innerhalb von 3 Tagen im ICE, EC oder IC, Zugbindung ❚ Erhältlich in allen DB Reisezentren und DB Agenturen, solange der Vorrat reicht ❚ Mehr Infos unter www.bahn.de/kultur

Die Bahn macht mobil. KURT_286x436_4c.indd 1

20.01.14 16:58


KURT | arttourist.com 1|2014

Editorial  |  3

Editorial



Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Kunden und Freunde der arttourist.com

Portrait Dieter Richter, © Helmuth Scham, www.schampus.com

Dieter Richter

Kurt Weill

Dieter Richter studierte Bühnen- und Kostümbild an der Akademie für Musik und darstellende Kunst Mozarteum in Salzburg. Danach erhielt er sein erstes Engagement an der Oper Köln als Assistent, unter anderem bei Produktionen von Harry Kupfer und Willy Decker. Erste eigene Bühnenbilder entwarf er ab 1990 für die Opern und Schauspielhäuser in Köln, Bonn und Innsbruck. Folgeengagements und Gastspiele führten ihn an zahlreiche Opern- und Schauspielhäuser. .

Kurt Weill wurde am 2. März 1900 in Dessau als Sohn des jüdischen Kantors geboren und erhielt dort eine erste musikalische Ausbildung. 1918 begann er mit dem Studium der Musik in Berlin. 1920 folgte ein Engagement als Kapellmeister am Stadttheater Lüdenscheid. Maßgebend für sein späteres Schaffen wurde die Zeit als Schüler Ferruccio Busonis. 1927 begann die Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht, woraus 1928 „Die Dreigroschenoper“ entstand. 1933 floh Weill mit seiner Frau Lotte Lenya nach Paris. In den 1940er Jahren hatte Weill am Broadway mit verschiedenen Musicals großen Erfolg. Weill starb am 3. April 1950.

Bisher erschienen:

PABLO n | Shopping n | Essen & Trinke Festivals | Reise Kunst | Kultur |

#1 arttourist.com gazette 2012 Frühjahr / Sommer Gratisexemplar

FRIDA

#2 arttourist.com gazette Herbst / Winter 2012 Gratisexemplar

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Shopping

THOMAS Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Shopping

KURT

#5 arttourist.com gazette Frühling 2013/2014

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Design & Lifestyle

#3 arttourist.com gazette Frühling / Sommer 2013 Gratisexemplar

GRET

Kunst | Kult ur | Festival s | Reisen | Essen & Trin ken | Shoppin g

Begegnungen nicht nur mit KURT, den Sie in den Händen halten, lassen unsere Zeitung entstehen, füllen diese mit Inhalt, Emotion und Leben. Begegnungen mit interessanten Menschen, spannenden Themen, auf Reisen aufgeschnappt, entdeckt, darüber gelesen, verfolgt und Kontakt aufgenommen. Begegnung mit Dieter Richter, den ich während meiner Schulzeit auf einem Fest kennen gelernt habe, die Nacht mit Reden und Musik hören zum Tage gemacht habe, danach noch zwei drei eher zufällige Treffen und sich dann aus den Augen verloren. Geblieben ist die Erinnerung an einen interessanten Menschen, der wie Kai Geiger ich das Interesse und die Leidenschaft für die Kultur im Herzen trägt. Nach mehr als 30 Jahren haben wir uns letztes Jahr anlässig der Premiere von »seinem« Otello am Staatstheater Nürnberg wieder getroffen. Dieter Richter ist heute ein sehr gefragter Bühnenbildner, ich mache eine Zeitung. Das Leben für die Kultur ist auf beiden Seiten gewachsen. Es war und ist eine schöne Wiederbegegnung und wir holen jetzt die Zeit auf. Eine weitere diese Zeitung prägende Begegnung war die mit Jascha Geber, einem jungen Musiker aus Wien, der sich engagiert für die Junge Walldorf-Philharmonie einsetzt, in der er selbst als Schüler gespielt hat und der er jetzt als Chef des Organisation Teams 2014 vorsteht. Die Junge Walldorf-Philharmonie ist ein Orchester von Schülern für Schüler, die jedes Jahr im Herbst eine intensive Probewoche in Stuttgart verbringen und im Anschluss konzertieren. Dazwischen ist es ein lebendiges Netzwerk, das über Social Media gut vernetzt bleibt. Doch ohne unsere Hilfe, Unterstützung von Sponsoren und Förderern geht auch solch ein Projekt nicht. Wir unterstützen die Junge Walldorf-Philharmonie gerne und würden uns freuen, wenn Sie es auch tun. Eine dritte besondere Begegnung war eine erste vor vielen Jahren, die im Anschluss immer wieder aufgefrischt und vertieft wurde. Zum ersten Mal kam ich mit Outsider Art während meiner Zeit beim Verkehrsverein Heidelberg in Berührung. Es war die Zeit, wo zum Teil kontrovers diskutiert wurde, ob die Prinzhorn-Sammlung, eine schon damals bedeutende Sammlung von Outsider Art, öffentlich gemacht wird. Eine spätere Begegnung mit Art Brut war die mit Jan Hoet, der als Sohn eines Psychiaters in einer Psychiatrie groß geworden ist und sich seit dem von der Kunst psychisch und seelisch Kranker angezogen fühlt und viele Ausstellungen zu diesem Themen gemacht hat. Das war prägend und motivierend mich tiefer mit dem Thema zu beschäftigen. Und nicht zuletzt durch meine Frau, die in einer psychiatrischen Klinik arbeitet, wo ein großartiges engagiertes Team an Kunst, Musik- und Gestaltungstherapeuten arbeitet, die von einem Klinikdirektor geleitet wird, der selbst zu den führenden Sammlern für Outsider Art www.collectingmadness.com gehört, und wo ich immer wieder an Aktionen, Ausstellungen und Veranstaltungen, am Leben in der Klinik teilnehme. Wichtige Begegnungen für PABLO, FRIDA, THOMAS, GRET und jetzt KURT sind Sie, unsere Leser, Freunde und Partner, die unsere Zeitungsidee und Vision so lebendig und unsere Arbeit so viel reicher und spannender macht: Und wenn Sie uns und unseren Menschen, Namen und Assoziationen regelmäßig begegnen und treffen möchten, dann abonnieren Sie uns, denn solch ein Projekt, jenseits der großen Medienhäuser aus Leidenschaft produziert, braucht Unterstützung. Mit herzlichen Grüßen

#4 arttourist.co m gazette Winter 2013/ 2014

Kai Geiger ART CITIES IN EUROPE GmbH geiger@artcities.com

BILLIE

#1 arttourist.com gazette Gratisexemplar

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Shopping

Jetzt en! r e i n n o b a

eite 63 Coupon S e oder onlin urist.com o t t r .a w w w

Impressum: ART CITIES IN EUROPE GmbH | Titel: KURT, Dieter Richter von Helmuth Scham, www.schampus.com | Produktion: FUCHS Druck + Medien GmbH, Rankstrasse

Danke:

9, 8280 Kreuzlingen, www.superfuchs.ch | Druck: Druckhaus Waiblingen www.dhw.de | DRUCKHAUS WAIBLINGEN

Redaktion: ART CITIES IN EUROPE GmbH, Glärnischstraße 7, D-78464 Konstanz, Tel. (+49) 07531 9073-0, Fax (+49) 07531 9073-5, www.arttourist.com, info@arttourist.com


4  |  Deutsche Bahn

KURT | arttourist.com 1|2014

Gemeinsam Kultur genießen Sparpreis Kultur jetzt mit Mitfahrerrabatt Ab 39 Euro im ICE und IC/EC zu 20 Sonderausstellungen und wieder zurück – für die 1. Klasse jetzt ab 49 Euro erhältlich Geschäftsreisende sitzen mit einem Magazin in einem fahrenden ICE © Deutsche Bahn AG, Jo Kirchner

Das Angebot der Deutschen Bahn für Kultur­ interessierte ist jetzt noch attraktiver: In der 1. Klasse ist der Sparpreis Kultur jetzt 10 Euro günstiger und bereits ab 49 Euro erhältlich. Außerdem neu ist der Mitfahrerrabatt, bei dem bis zu vier Mitreisende jeweils zehn Euro sparen. So ist die Hin- und Rückfahrt mit dem ICE zu einer der insgesamt 20 Ausstellungen für eine fünfköpfige Gruppe bereits ab 155 Euro erhältlich. Kulturinteressierte reisen mit dem Sparpreis Kultur zu ausgewählten Sonderausstellungen. Das Angebot gilt ab allen Bahnhöfen in

Deutschland zum Preis ab 39 Euro in der 2. Klasse und ab 49 Euro in der 1. Klasse bei Hinund Rückreise innerhalb von drei Tagen. Bis zu vier Mitfahrer sparen jeweils zehn Euro. Kinder unter 15 Jahren reisen in Begleitung ihrer Eltern oder Großeltern kostenlos mit, wenn dies beim Kauf der Fahrkarte eingetragen wird. Erhältlich ist der Sparpreis Kultur in allen DB Reisezentren und DB Agenturen bei gleichzeitigem Kauf oder Vorlage einer Eintrittskarte zur jeweiligen Ausstellung. Zu ausgewählten Sonderausstellungen ist der Sparpreis Kultur über den Internetshop des je-

weiligen Museums auch online buchbar. Der Vorverkauf startet drei Monate vor Ausstellungsbeginn. Das Angebot ist zuggebunden, hat drei Tage Vorkaufsfrist und wird verkauft, solange der Vorrat reicht. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bahn.de/kultur Inhaber einer BahnCard profitieren ebenfalls von den zahlreichen Kooperationspartnern der Deutschen Bahn im Kulturbereich. So gibt es bei 30 Sonderausstellungen bei Vorlage der BahnCard einen vergünstigten Eintritt, so

zum Beispiel zu „Mondrian. Farbe“ im Bucerius Kunst Forum (bis 11.05.14) in Hamburg oder „Oskar Kokoschka. Humanist und Rebell“ im Kunstmuseum Wolfsburg (26.4.-17.8.14). Barrierefreie Audioguides, Führungen in Gebärdensprache oder taktil und akustisch zugängliche Ausstellungsobjekte – die Deutsche Bahn stellt auf www.bahn.de/kultur-barrierefrei Museen und Ausstellungshäuser in ganz Deutschland vor, die mindestens ein spezielles Angebot für behinderte Besucher bieten.

Wenn ich in eine Ausstellung gehe, dann möchte ich das richtig genießen Ein Interview mit Kerstin Storm. Sie betreut die Kulturkooperationen der Deutschen Bahn Was ist der Sparpreis Kultur? Der Sparpreis Kultur richtet sich an Kulturinteressierte – ich mag diesen Begriff: er ist so schön variabel – Kunst, Geschichte, Völkerkunde, … Deshalb haben wir in 2014 auch eine bunte Vielfalt aus 20 tollen Sonderausstellungen, zu denen man mit dem Sparpreis Kultur reisen kann. Neu ist, dass bis zu vier Mitfahrer nun auch je 10 EUR sparen, was ja Sinn macht, denn in eine Ausstellung gehe ich am liebsten zu zweit. Was unsere Kunden auch oft nicht wissen: sie dürfen eigene Kinder oder Enkelkinder unter 15 Jahre kostenlos mitnehmen, wenn sie sie auf der Fahrkarte eintragen lassen. Die Kinder brauchen also nur noch die Eintrittskarte zur Ausstellung. Wenn überhaupt, denn die Altersgrenze in manchen Museen ist richtig schön hoch. Wie sind die Auswahlkriterien für das Angebot? Die Auswahl fällt uns jedes Jahr schwer. Für 2014 hatten wir wieder über 80 Bewerbungen für eine Kulturkooperation. Die Auswahlkriterien für eine Premium-Kooperation sind dabei wesentlich härter als für eine Basic-Kooperation, - die Zahl der erwarteten Besucher spielt dabei eine große Rolle – und auch die Laufzeit. Wichtig sind aber auch andere Kriterien: die Verteilung über das Jahr und über Deutschland hinweg, die gute Erreichbarkeit mit dem Fernverkehr – und wie schon angedeutet die bunte Vielfalt. Am Ende stehen dann 20 Premium- und 30 Basic-Kooperationen – und leider auch einige Absagen. Wie und wo kann gebucht werden und was sind die Vorteile? Den Sparpreis Kultur kann man in unseren DB Reisezentren oder den DB Agenturen kaufen, - bei Vorlage oder gleichzeitigem Kauf einer Eintrittskarte. Den Voucher, den man erhält, tauscht der Gast dann im Museum gegen eine Eintrittskarte ein.

In 2014 bieten wir bei 12 Sonderausstellungen den Sparpreis Kultur aber auch online an, und zwar über den Webshop der Museen. Sprich: Nach dem Kauf der Online-Eintrittskarte hat man dann dort die Möglichkeit, über einen speziellen Link zu bahn.de den Sparpreis Kultur online zu kaufen. Was schön ist: man kann sich dabei in aller Ruhe auf sein Sofa setzen, einen Tee trinken und die Fahrtmöglichkeiten studieren, Preise vergleichen und entscheidet sich vielleicht sogar mal für die Fahrt in der 1. Klasse. Ich persönlich würde immer auch gleich eine Sitzplatzreservierung machen, - ich sitze gern im Großraum im Ruhebereich – was funktioniert, wenn alle ihr Handy aus haben.

se. Klee, Macke, Moilliet“ im Zentrum Paul Klee in Bern (bis 22.6.14) sowie zu „Gerhard Richter“ in der Fondation Beyeler in Riehen/Basel (18.5.7.9.14). Die Logik ist ähnlich wie beim Sparpreis Kultur: hin und rück innerhalb von drei Tagen, aber zu Preisen ab 59 EUR in der 2. Klasse und ab 99 EUR in der 1. Klasse – und solange der Vorrat reicht. Im Herbst kommt noch die Ausstellung „Die Wikinger!“ im Gallo-Römischen Museum in Tongeren/Belgien hinzu (18.10.14-15.03.15). Die Ziele sind ja auch touristisch attraktiv. In Tongeren z.B. findet an den Wochenenden der größte Antiquitätenmarkt der Beneluxländer statt.

gebucht und kann mich an der Schlange vorbeistehlen. Was ich bei Dürer schon toll fand und nun bei Esprit Montmartre auch nutzen werde – das Angebot der Museums-App. Die lade ich mir auf mein Handy und kann die Ausstellung ganz persönlich genießen, stoppen, zurückspulen – sogar noch nach dem Ausstellungsbesuch. Kerstin Storm, 44, Mutter zweier Kinder und wohnhaft in Rheinhessen, ist seit mehr als 22 Jahren bei der Deutschen Bahn tätig. Seit 1995 arbeitet sie in Frankfurt und betreute dort viele Jahre lang Marketingkooperationen im Tourismus. Im November

Besuch ohne Wartezeit ist bei Blockbuster-Ausstellungen ein immer wichtiger werdendes Kriterium für einen Besuch? Erfüllt der Sparpreis Kultur dieses Kriterium? Wie gesagt: der Voucher für die Eintrittskarte muss an der Kasse gegen eine Eintrittskarte eingetauscht werden. Das ist in der Regel ohne Wartezeit möglich und oft auch mit bevorzugtem Einlass. Dennoch: vor punktuellen Schließzeiten, wenn der Besucherandrang mal zu groß ist, ist man nie gefeit, - Sicherheit geht vor. Das ist mir in der Vergangenheit bisher aber nur bei zwei Ausstellungen passiert, - da musste man eben warten, bis wieder Platz für Nachrücker war. Europa wächst immer stärker zusammen, wie die Angebotsvielfalt von Dienstleistungen grenzüberschreitend angeboten wird. Wird es bald ein Sparpreis Kultur Europa geben? In 2013 hatten wir mit dem Europa-Spezial Kultur bereits zu drei Ausstellungen ein Kulturangebot ins Ausland, – nach Basel und Thun in der Schweiz und nach Leuven in Belgien. In 2014 geht es gleich weiter – mit der Sonderausstellung „Die Tunisrei-

Pärchen steht am DB Fahrkartenschalter © Deutsche Bahn AG, Jo Kirchner

Was gehört für Sie persönlich zum Gesamterlebnis Kultur? Was muss drin sein in dem Package? Wenn ich in eine Ausstellung gehe, dann möchte ich das richtig genießen. Nicht nur bei der Anreise (zwinker), sondern auch beim Eintritt ins Museum. Deshalb kaufe ich mir möglichst online ein Ticket – mit dem bin ich für ein bestimmtes Zeitfenster fest

2012 wechselte Kerstin Storm die Spur und führt seitdem Kulturkooperationen mit Kulturinstitutionen zu Sonderausstellungen durch. 2014 wird sie mit 23 Premium-Kooperationen – drei davon zu Zielen im angrenzenden Ausland - und 30 BasicKooperationen ein buntes und spannendes Jahr haben.


KURT | arttourist.com 1|2014

Deutsche Bahn  |  5

Reisen Sie umweltfreundlich mit dem Sparpreis Kultur oder dem Europa-Spezial Kultur an Aachen

„Karl der Große. Macht Kunst Schätze“ 20.6. -21.9.2014

Reise entstandenen oder von ihr inspirierten Werke zum ersten Mal seit fast dreissig Jahren in einer umfassenden Ausstellung wieder zu vereinen. Zentrum Paul Klee | www.zpk.org

Frankfurt

Emil Nolde. Retrospektive 5.3. – 15.6.2014

Bonn

OUTER SPACE Der Weltraum zwischen Kunst und Wissenschaft 3.10.2014 – 22.2.2015

Karl der Große starb am 28. Januar 814 in Aachen. 1200 Jahre danach präsentiert die Stadt eine hochkarätige Ausstellung zum legendären Frankenkaiser: Unter dem Titel „Karl der Große. Macht Kunst Schätze“ werden im Rahmen des Karlsjahrs 2014 vom 20. Juni bis zum 21. September an drei verschiedenen Stationen im Bereich der ehemaligen Kaiserpfalz Meisterwerke gezeigt. Diverse Orte l www.karldergrosse2014.de Baden-Baden

40–10 40 Jahre Sammlung – 10 Jahre Museum 12.7. – 26.10.2014

Anlässlich seines 10jährigen Bestehens präsentiert das Museum Frieder Burda in der großen Jubiläumsausstellung Highlights der eigenen Sammlung. Wie bei der Eröffnungsausstellung im Jahr 2004 werden die Kunstwerke wieder sowohl in den eigenen Räumen als auch in der benachbarten Staatlichen Kunsthalle BadenBaden gezeigt. Museum Frieder Burda | www.museum-frieder-burda.de siehe Seite 7 Basel (CH)

Gerhard Richter 18.5. – 7.9.2014

Gerhard Richter (*1932 in Dresden, lebt in Köln) ist der wohl bedeutendste Künstler unserer Zeit. In den sechzig Jahren seiner künstlerischen Tätigkeit hat er ein Œuvre hervorgebracht, das sich durch thematische und stilistische Vielfalt auszeichnet. Die Fondation Beyeler widmet ihm die bisher grösste Ausstellung in der Schweiz, in der erstmals als Serien, Zyklen und Rauminstallationen realisierte Werke aus allen Schaffensperioden vereint werden. Fondation Beyeler | www.fondationbeyeler.ch Berlin

Ai Weiwei – Evidence 3.4. – 7.7.2014

Ai Weiwei. 2012© Gao Yuan

Ai Weiwei ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler. Von seinem Studio in Peking aus entwickelt er für den Martin-GropiusBau in Berlin seine bisher größte Ausstellung. Die Mehrzahl der Installationen und Arbeiten werden eigens für Berlin entwickelt. Keines der Werke wurde bisher in Deutschland gezeigt. Ai Weiweis Arbeiten sind immer von großer ästhetischer Qualität. Zugleich ist es ein Bestreben des Künstlers, Aussagen über die Wirklichkeit zu vermitteln. Martin-Gropius-Bau | www.gropiusbau.de Berlin

29.5. – 3.8.2014 8. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst Die 8. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, kuratiert von Juan A. Gaitán, wird zum größten Teil Arbeiten internationaler zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler präsentieren, die speziell für diese weltweit beachtete Ausstellung entstehen. Die Ausstellung untersucht, wie das Berlin des 18. und 19. Jahrhunderts innerhalb der aktuellen Kulturlandschaft verhandelt wird. Hauptspielort sind traditionell die KW Institute for Contemporary Art in Berlin-Mitte. Daneben werden die Besucher mit den Museen Dahlem – Staatliche Museen zu Berlin und dem Haus am Waldsee zu bedeutende Ausstellungsorten im Berliner Südwesten geführt. Die 8. Berlin Biennale eröffnet am 28. Mai 2014 und läuft bis zum 3. August 2014. Mehr Informationen finden Sie unter www.berlinbiennale.de.

Seit Menschengedenken ist der Weltraum Sehnsuchtsort und Projektionsfläche der forschenden Neugier. Wie ist das Universum entstanden? Woher kommen wir? Gibt es intelligente Zivilisationen auf anderen Planeten? Diese Fragen beschäftigen Philosophen und Naturwissenschaftler, Schriftsteller, Filmemacher und Künstler, Spinner und Visionäre gleichermaßen. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland | www.bundeskunsthalle.de siehe Seite 8

August Macke und Franz Marc – Eine Künstlerfreundschaft 25.9.2014 – 4.1.2015

Hamburg

Pompeji. Götter, Mythen, Menschen 27.9.2014 – 11.1.2015

boud

| www.wallraf.museum

Naumburg

Glanzlichter. Meisterwerke zeitgenössischer Glasmalerei im Naumburger Dom 1.6.2014 – 2.11.2014

Stuttgart

Myanmar – Das Goldene Land 18.10.2014 – 22.2.2015

Myanmar, Plakat

Myanmar, ehemals Burma, zählt mit rund 55 Millionen Einwohnern und 678.500 km² zu den größten Ländern Südostasiens. Doch die Kultur dieses lange verschlossenen Landes ist bisher noch weitgehend unbekannt. Das Linden-Museum Stuttgart zeigt in seiner neuen Sonderausstellung „Myanmar – Das Goldene Land“ die nahezu unberührte Schönheit, den Reichtum und die Vielfalt dieser stark buddhistisch geprägten Gesellschaft früher und heute. Traditionelle Lebensweisen, Handwerke und Künste, buddhistische Traditionen sowie der Glaube an die Macht der Geister und Götter sind hier lebendiger als in den meisten anderen Ländern Asiens. Dies veranschaulichen ausgewählte Objekte wie ein myanmarischer Thron oder kunstvolle Buddhafiguren aus zwölf Jahrhunderten. Linden-Museum | www.lindenmuseum.de Stuttgart

Franz Marc, Der Tiger, 1912, Öl auf Leinwand, 115 x 101,5 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München ©Foto Lenbachhaus

Aus Anlass des 100. Todesjahres von August Macke zeigt das Kunstmuseum in Kooperation mit der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München eine der größten Ausstellungen, die dem Werk von Macke und Marc bisher gewidmet wurden. Eine umfassende Auswahl von rund 185 Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen, Skizzenbüchern, Objekten und anderen Dokumenten macht die Freundschaft der beiden Künstler zwischen 1910 und 1914 erfahrbar. So wird sichtbar, wie sich Macke und Marc gegenseitig wahrnahmen und beeinflussten, wie sie die Kunst ihrer Zeit verstanden und weiterentwickelten. Bonn und München sind die angemessenen Orte für dieses Projekt, denn August Macke verbrachte den größten Teil seines Lebens in Bonn, Franz Marc hatte seinen Lebensmittelpunkt in München. www.kunstmuseum-bonn.de Bremen

Sylvette, Sylvette, Sylvette. Picasso und das Modell 22.2. – 22.6.2014

Im Frühjahr 1954 lernte Picasso in Vallauris an der Côte d’Azur die junge Sylvette David kennen. Sie verkörperte das Schönheitsideal der Zeit – hochgewachsen mit langem blondem Haar – und inspirierte den Maler zu einer Serie von Porträtdarstellungen. Bereits 1955 erwarb die Kunsthalle Bremen ein repräsentatives Bild dieser einzigartigen Werkgruppe und widmet ihr jetzt – 60 Jahre danach – erstmals eine eigene Ausstellung mit bedeutenden Leihgaben aus aller Welt. Die Werkgruppe umfasst Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen aus gefaltetem und bemaltem Blech wie auch Keramiken. Kunsthalle Bremen | www.kunsthalle-bremen.de Düsseldorf

Kunst und Alchemie – Das Geheimnis der Verwandlung 5.4. – 10.8.2014

Die Alchemie faszinierte viele bildende Künstler: Sie teilten den Wunsch mit den Alchemisten, die Welt zu erforschen und Neues entstehen zu lassen. Die alle Epochen und Gattungen übergreifende Schau spürt in rätselhaften, allegorischen Darstellungen von Lucas Cranach d. Ä., Jan Brueghel d.Ä. und Hendrick Goltzius bis hin zu Werken von Yves Klein und Anish Kapoor dem facettenreichen Austausch von Kunst und Alchemie nach. Museum Kunstpalast | www.smkp.de siehe Seite 12 Frankfurt

ESPRIT MONTMARTRE. DIE BOHÈME IN PARIS UM 1900 7.2. – 1.6.2014

Werbemotiv Ausstellung, © Vereinigte Domstifter Fresko, Garten mit Pfau und Vogel, Wandfresko aus Pompeji, 4. Stil, Inv. 8760 (Detail), Archäologisches Nationalmuseum, Neapel

Die Wandbilder in den Häusern Pompejis sind eines der besterhaltenen Zeugnisse der hoch entwickelten römischen Malerei. Die wohlhabenden Bürger der Stadt schmückten ihre Wohnräume mit Bildern mythischer Liebespaare, Göttergestalten und Gartenszenen. Im Zentrum steht das Haus des Kitharaspielers, dessen großformatige Malerei und prunkvolle Ausstattung erstmals in einer Ausstellung versammelt sind. Bucerius Kunst Forum | www.buceriuskunstforum.de Hannover

An keinem anderen Ort in Deutschland fasziniert eine Ausstellung mehr als im Naumburger Dom. Aus ganz Europa kamen 2011 die Besucher, um die sensationelle Ausstellung über den Naumburger Meister zu bewundern. 2014 sind es moderne Meister, die in Naumburg an diese Faszination anzuknüpfen: Künstler wie Gerhard Richter, Markus Lüpertz, Xenia Hausner oder Neo Rauch schaffen in diesem einzigartigen historischen Raum eine beeindruckend inszenierte Kunstschau. Naumburger Dom | www.glanzlichter2014.de Regensburg

Bayerische Landesausstellung 2014 „Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!“ 16.5. – 2.11.2014

Louis Anquetin, Femme à la voilette, © Private Collection, courtesy of D. Nisinson EM_Plakat_320-470_39L300.indd 1

Zum 300. Jubiläum der Personalunion finden vom 17. Mai bis 5. Oktober 2014 in und um Hannover gleich 5 Ausstellungen statt. Sie präsentieren die verschiedenen Aspekte dieses bedeutenden Themas und laden dazu ein, die ereignisreiche Epoche kennen zu lernen, als die Royals aus Hannover kamen. Die zentrale Ausstellung findet im Landesmuseum Hannover und im Schloss Herrenhausen statt. Diverse Orte | www.royals-aus-hannover.de siehe Seite 15 Karlsruhe

DEGAS Klassik und Experiment 8.11.2014 – 1.2.2015

Sängerin in einem Pariser Gartencafé (Detail), 1880, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Edgar Degas (1834-1917) zählt zu den herausragenden Künstlern des französischen 19. Jahrhunderts. Mit der Ausstellung DEGAS. Klassik und Experiment setzt die Kunsthalle Karlsruhe ihre Reihe international beachteter Werkschauen fort, die bislang u. a. Chardin, Delacroix, Vuillard, Corot und Fragonard gewidmet waren. Mit rund 100 hochrangigen Werken aus internationalen Museen und Staatliche Kunsthalle Karlsruhe | www.kunsthalle-karlsruhe.de

DIE KATHEDRALE Romantik – Impressionismus – Moderne 26.9.2014 – 18.1.2015

12.11.13 08:52

Eine verrufene Gegend im 18. Arrondissement von Paris übte eine besondere Anziehungskraft auf einige der bedeutendsten Künstler der Moderne aus: Montmartre. „Das Viertel ähnelt einem riesigen Atelier“, schrieb ein zeitgenössischer Kritiker in den 1890er-Jahren über den am damaligen Stadtrand gelegenen Hügel. Dieser war mit seinem ländlichen, ursprünglichen Flair eine Gegenwelt zur mondänen Metropole der Belle Époque. Die besondere Atmosphäre des Viertels wird jetzt in einer einzigartigen Ausstellung erlebbar. Über 200 Kunstwerke von Henri de Toulouse-Lautrec, Vincent van Gogh, Pablo Picasso, Suzanne Valadon, Edgar Degas und anderen entführen die Besucher der SCHIRN in die Pariser Welt der Bohème um die Jahrhundertwende. Schirn Kunsthalle | www.schirn.de

Ein Traum von Rom Römisches Stadtleben in Südwestdeutschland 25.10.2014 – 12.4.2015 Stadt – Prestige – Wohlstand

Die Ausstellung „Ein Traum von Rom“ beleuchtet das Phänomen Stadt als Abbild der römischen Zentralmacht Rom in all seinen Facetten: für die Verwaltung, die Wirtschaft und für das Leben in einem städtischen Gefüge. Gemeinsamkeiten, aber auch Gegensätze zwischen den städtischen Siedlungen in Baden Württemberg werden der Prachtentfaltung einer Metropole am Beispiel Trier gegenübergestellt. Landesmuseum Württemberg | www.rom-stuttgart.de Tongeren (B)

Die Wikinger 18.10.2014 – 15.3.2015

Niedersächsische Landesausstellung „Hannovers Herrscher auf Englands Thron 1714-1837“ 17.5. – 5.10.2014

Plakatmotiv zur Bayerischen Landesausstellung 2014 „Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!“ © Büro Wilhelm, Amberg

Vom 16. Mai bis 2. November 2014 zeigt die Bayerische Landesausstellung „Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!“ in Regensburg die faszinierende Geschichte des ersten Wittelsbachers auf dem Kaiserthron. Anlass für die große Retrospektive sind das siebenhundertjährige Jubiläum der Königswahl Ludwigs des Bayern im Jahr 1314 und der Blick auf eine Zeit, in der viele grundlegende Neuerungen in politischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht das überkommene Weltbild in Frage stellten. Kostbare Originalobjekte, modernste Museumstechnik und faszinierende Ausstellungsarchitektur führen zu einem besonderen Mittelaltererlebnis. Minoritenkirche, St. Ulrich, Domkreuzgang | www.hdbg.de

Caspar David Friedrich, Gartenlaube bei Greifswald, 1818,, Öl auf Leinwand, Neue Pinakothek, München

Vom 18. Oktober 2014 bis März 2015 lässt das Gallo-Römische Museum in Tongeren das stereotype Bild der Normannen wie eine Seifenblase zerplatzen. 500 schön ausgeleuchtete Objekte, darunter Juwelen, Textilien, Waffen und ein echtes Wikingerschiff, beweisen das hervorragende fachmännische Können unserer damaligen Nachbarn im Norden. Mit Hilfe interaktiver Displays und Multimediainstallationen können Sie die vielseitige Kultur näher kennen lernen. Einmalig in Belgien! Gallo-Römisches Museum | www.galloromeinsmuseum.be Wuppertal

Camille Pissarro - Vater des Impressionismus 14.10.2014 – 22.2.2015

Stuttgart

Oskar Schlemmer Visionen einer neuen Welt 21.11.2014 – 6.4.2015

Camille Pissarro, Selbstporträt, 1903, © Tate London

Köln

Die Tunisreise. Klee, Macke, Moilliet 14.3. – 22.6.2014

2014 jährt sich das Ereignis der legendären Tunisreise, die die drei Künstlerfreunde Paul Klee, August Macke und Louis Moilliet im April 1914 unternahmen, zum hundertsten Mal. Das Zentrum Paul Klee nimmt sich das Datum zum Anlass, diese Sternstunde der Moderne noch einmal aufleben zu lassen und die auf der

Das Städel Museum widmet sich in einer umfangreichen Ausstellung dem Schaffen Emil Noldes (1867–1956). Obwohl in zahlreichen thematischen Sonderausstellungen vertreten, wurde Noldes Werk in Deutschland seit 25 Jahren nicht mehr in einer umfassenden Retrospektive präsentiert. Städel Museum | www.nolde-in-frankfurt.de

Bonn

Bern (CH)

August Macke | Markt in Tunis I | Aquarell auf, Papier auf Karton | 29 x 22,5 cm | Privatsammlung,, courtesy Thole Rotermund Kunsthandel, Hamburg

Emil Nolde, Frau T. mit roter Kette, Sylt 1930, Nolde Stiftung Seebüll © Nolde Stiftung Seebüll

Caspar David Friedrich hat es getan, genauso wie Alfred Sisley und Auguste Rodin; Claude Monet sogar 33-mal. Und auch Feininger, Ernst, Picasso, Warhol, Lichtenstein und Gursky, um nur die bekanntesten Künstler zu nennen. Sie alle ließen sich von der Anmut, Größe und Symbolkraft berühmter Kathedralen zu wunderbaren Werken inspirieren. Den spannenden Weg dieses Bildmotivs von der Romantik bis in die heutige Zeit zeichnet das Wallraf vom nach. In seiner großen Sonderausstellung „Die Kathedrale“ bringt das Kölner Haus rund 120 Exponate aus internationalen Sammlungen zusammen, die sich alle mit den monumentalsten Bauwerken des Mittelalters auseinandersetzen. Darunter alleine vier Werke aus dem legendären Zyklus von Monet mit dem er die Kathedrale von Rouen verewigte. Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Cor-

Oskar Schlemmer, Szene am Geländer, 1931, Öl auf Leinwand, Staatsgalerie Stuttgart

Oskar Schlemmer (1888 – 1943) ist ohne Zweifel einer der bedeutendsten Künstler der Klassischen Moderne. Sein Werk sprengte Gattungsgrenzen, war ebenso zeitlos wie zeitgenössisch – zeitgenössisch vor allem im Sinne der vom Bauhaus propagierten Vereinigung aller Künste. Die Große Landesausstellung 2014 würdigt das facettenreiche Œuvre des Stuttgarters. Neben rund 200 Gemälden, Skulpturen, graphischen Arbeiten und Originalkostümen werden uns bislang unveröffentlichte Dokumente Schlemmers Vision einer neuen und harmonischen Welt näher bringen. Staatsgalerie Stuttgart | www.staatsgalerie.de

Im Mittelpunkt dieser Ausstellung des Von der Heydt-Museums Wuppertal steht Camille Pissarro (1830-1903). Anhand von ca. 70 Gemälden zeichnet das Von der Heydt-Museum den Lebensweg und die künstlerische Entwicklung Pissarros von seinen ersten Werken, die noch in Südamerika entstanden, bis zu seinen letzten Bildern, die Pissarro in Paris und an der Küste der Normandie malte, nach. Pissarro orientierte sich immer wieder neu, er löste sich aus dem Schatten der Schule von Barbizon, er trat mit Cézanne in einen fruchtbaren Dialog, er setzte sich in den 90er Jahren mit den Ideen des Pointillismus auseinander, er schuf wegweisende „Stadtlandschaften“ und fand damit einen bildlichen Ausdruck für das moderne Leben. Um das Geflecht der Beziehungen zwischen den verschiedenen Künstlern und Gruppierungen um Pissarro herum sichtbar und erfahrbar zu machen, zeigt das Museum auch die großartigen Werke von Courbet, Corot, Cézanne, Manet, Monet, Gauguin, van Gogh und anderen Künstlern dieser aufregenden Epoche. Von der Heydt-Museum | www.von-der-heydt-museum.de


6  |  Aachen

KURT | arttourist.com 1|2014

Reisetipp „Auf den Spuren des Kaisers“ Mit dem Bau einer imposanten Pfalzanlage realisiert Karl der Große im Mittelalter seinen Traum eines „neuen Roms“ in Aachen.1.200 Jahre nach seinem Todestag präsentiert die Stadt eine hochkarätige Ausstellung. Besuchen Sie Aachen „Auf den Spuren des Kaisers“! Bei ein oder zwei Übernachtungen, einer Stadtführung sowie einem Kombiticket für die Ausstellung erleben Sie die einmalige Atmosphäre im Karlsjahr 2014. Pro Ausstellungsort erhalten Sie zusätzlich einen Audioguide. Ab 80,- EUR pro Person. Tel. 0241 18029-51 | www.aachen-pauschal.de

Alcina Oper von Georg Friedrich Händel © Jörg Hempel, Aachen

Aachen

Elfenbein und Purpur Zeitreise: Aachen lässt Karl den Großen in einer Ausstellungstrilogie lebendig werden 20.06.–21.09.2014 Aachen vor 1200 Jahren: Da steht der Dom, ein achteckiges Bauwerk mit roter Fassade. Vis-à-vis die Pfalz, Machtzentrum des riesigen Reiches Karls des Großen, eine Baustelle noch inmitten einer Stadt, der man ihre römische Vergangenheit ansieht. Der Kaiser, sesshaft gewordener Kosmopolit und Eroberer, will hier, in seiner Lieblingspfalz, die allerhöchsten Ansprüche herrschaftlicher Architektur verwirklicht sehen. Er hat sich anregen lassen von den prächtigen Vorbildern in Rom und Byzanz. Und er hat sich in den Kopf gesetzt, dass Aachen ein Ort der Hochkultur sein soll. Im Skriptorium fertigen Buchmaler kostbare Handschriften, mit Purpurfarbe und Goldtinte. In den Werkstätten der Hofschule arbeiten Elfenbeinschnitzer an feinen Täfelchen, die die Symbole der Evangelisten zeigen. Die Welt weiß das zu würdigen: Gesandte aus aller Herren Länder reisen an, um dem Kaiser ihre Aufwartung zu machen. Das gesellschaftliche Leben am Hofe Karls des Großen, die wirtschaftlichen und politischen Grundlagen seiner Macht werden in diesem Jahr in Aachen zum Leben erweckt. Denn 2014 jährt sich der Todestag des Frankenkönigs zum 1200. Mal. Sein Leben und Wirken stehen den

Adressen Aachener Rathaus, Markt Centre Charlemagne, Katschhof Domschatzkammer, Johannes-Paul-II.Straße, 52062 Aachen T +49 241 432 4902 F +49 241 432 4929 www.karldergrosse2014.de Tickets online www.karldergrosse2014.de -> OnlineShop

Fibel aus Dorestad, © Leiden, Rijksmuseum van Oudheden, Foto: Erik de Goederen

ganzen Sommer über im Mittelpunkt des anspruchsvollen Ausstellungsprojektes „KARL DER GROSSE. Macht Kunst Schätze“. Drei Teilausstellungen an ausgewählten Orten der Aachener Pfalz, der am besten erhaltenen karolingischen Palastanlage in Europa, bringen den Besuchern das karolingische Leben nahe und präsentieren kulturelle Spitzenerzeugnisse der Aachener Hofschule. Im Krönungssaal des historischen Rathauses, am Ort der Königshalle Karls des Großen, erfährt der Besucher in einer kulturgeschichtlichen Präsentation die Aachener Pfalz als Ort der Macht. Ar-

Öffnungszeiten So–Mi 10–18 Uhr, Do–Sa 10–21 Uhr Audioguide EUR 4 / Guide für Kinder EUR 2 Öffentliche Führungen Kombiführung durch “Orte der Macht” und “Karls Kunst”, täglich 11.15 Uhr und 15.15 Uhr | Do–Sa 19.15 Uhr EUR 2 (zzgl. Eintrittspreis für die beiden Ausstellungen)

chäologische Artefakte und multimediale Mittel, ein mannsgroßer Krieger in voller Montur und der Karlsschrein in 3D – die Ausstellungsmacher haben sich einiges einfallen lassen, um Geschichte und Geschichten spannend und anschaulich zu erzählen. Die Domschatzkammer zeigt die wichtigsten Pretiosen ihres Kirchenschatzes und verlorengegangene Werke, die eigens für die Ausstellung zurückgeholt werden. Und im Centre Charlemagne, dem Neuen Stadtmuseum Aachen zwischen Dom und Rathaus, wird der Besucher eine exklusive Auswahl kostbarer Kunstwerke der Hofschule Karls des Großen bestaunen können, die heute zu den erlesensten Sammlungsstücken der großen Museen der Welt gehören und nur selten ausgeliehen werden. Dazu zählen zum Beispiel die beiden Elfenbeindeckel der weltberühmten Bilderhandschrift, die als „Lorscher Evangeliar“ in die Geschichte eingegangen ist. Nach einer wechselvollen Geschichte befinden sie sich heute in den Vatikanischen Museen in Rom und im Victoria & Albert Museum in London. Nun kehren sie an den Ort ihrer Entstehung zurück – dorthin, wo vor 1200 Jahren fingerfertige Künstler Elfenbeinarbeiten schnitzten und Handschriften illuminierten.

Alle weiteren Besucherinfos www.karldergrosse2014.de Unter Schirmherrschaft des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck, des französischen Staatspräsidenten François Hollande und des italienischen Präsidenten Giorgio Napolitano.

Elfenbein-Buchdeckel (Rückseite) des Lorscher Evangeliars, um 810, © Biblioteca Apostolica Vaticana, Vatikanstadt

Der Krieger Ruggiero ist der verführerischen Zauberin Alcina verfallen. Doch Stück für Stück bröckelt seine Liebe. Alcina muss erstmals erleben, wie sie ein Mann verlässt, ihre Verführungskraft schwindet und schließlich ihre Welt untergeht. Doch wer ist diese Alcina: hinterhältige Femme fatale oder beklagenswerte Liebende? In jedem Fall ist sie Händels interessanteste Frauenfigur. Foto: Wil van Iersel Händel dringt hier mit atemberaubendem musikalischem Reichtum zu großer emotionaler Tiefe vor. www.theateraachen.de

Restaurant & Weinbar Justus K Ein kulinarisches Kleinod in der Promenadenstraße in Aachen, wo alle Kulturen zusammen treffen: Die Synagoge, arabische Geschäfte, Bars, ein paar Junkies und ein Restaurant mit 3 Vorund 3 Hauptspeisen und einer Weinkarte mit über 100 Positionen, mit dem Schwerpunkt auf deutschen/ europäischen Weinen. Die Speisekarte ist ebenso international wie das Viertel und es werden ausschließlich frische Zutaten verwendet. www.justusk.de

Draftsmen’s Congress, Pawel Althamer, Foo

© Aga Szreder

Kinderkönigreich Herrschaftszeiten: Das Ludwig Forum Aachen lässt Kinder an die Macht Diesen Sommer lädt der polnische Künstler Paweł Althamer zu einem vielgestaltigen, hintergründigen und experimentellen Kunstprojekt ein. Für vier Monate zieht er mit der befreundeten Künstlergruppe „Reactor – Sculpture Lab“ aus Warschau ins Ludwig Forum ein, um Themen wie Macht, Herrschaft, Freiheit einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu beleuchten: aus Sicht der Kinder. Anlass ist das 1200. Todesjahr Karls des Großen, einem der mächtigsten Herrscher des Mittelalters. Kinderkönigreich – Paweł Althamer und Freunde laden ein 1.6. – 21.9.2014 | Eröffnung: Sonntag, 1. Juni 2014, 12 Uhr | www.ludwigforum.de Der Museumseintritt ist während der Ausstellung „Kinderkönigreich“ frei!


KURT | arttourist.com 1|2014

Baden-Baden  |  7

Pablo Picasso | Nu couché | 1968, Öl auf Leinwand, 130 x 162 cm | Museum Frieder Burda, Baden-Baden | © Succession Picasso | VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Baden-Baden

Sigmar Polke | Interieur | 1966, Acryl auf Nessel, 160 x 140 cm | Museum Frieder Burda, Baden-Baden | © The Estate of Sigmar Polke | VG Bild-Kunst, Bonn 2014

40–10 40 Jahre Sammlung – 10 Jahre Museum 12.7.–26.10.2014 | MUSEUM FRIEDER BURDA Anlässlich seines 10jährigen Bestehens präsentiert das Museum Frieder Burda in der großen Jubiläumsausstellung Highlights der eigenen Sammlung. Wie bei der Eröffnungsausstellung im Jahr 2004 werden die Kunstwerke wieder sowohl in den eigenen Räumen als auch in der benachbarten Staatlichen Kunsthalle BadenBaden gezeigt, was die besondere Partnerschaft zwischen öffentlichem Kulturauftrag und privatem Kunstengagement unterstreicht. Die Ausstellung wird von Götz Adriani und Helmut Friedel kuratiert. Aus Faszination an der Farbe und ihren emotionalen Ausdrucksmöglichkeiten begann Frieder Burda vor über 40 Jahren mit dem Sammeln von Kunst. Mittlerweile umfasst seine Sammlung rund 1.000 Werke der Klassischen Moderne sowie der zeitgenössischen Kunst. Schwerpunkte der Schau bilden der Deutsche Expressionismus mit Werken von Ernst Ludwig Kirchner, August Macke und Max Beckmann, Gemälde des späten Picasso sowie Arbeiten des Amerikanischen Abstrakten Expressionismus mit Künstlern wie Jackson Pollock, Willem de Kooning und Mark Rothko. Besonders umfassend widmet sich die Sammlung auch den international renommierten deutschen Künstlern der Gegenwart wie Gerhard Richter, Georg Baselitz, Markus Lüpertz und Sigmar Polke, von denen ausgewählte Meisterwerke zu sehen sind. Daneben zeigt die Ausstellung auch neuere Entwicklungen der Malerei und der Fotografie, die in der Sammlung unter anderem mit Werken von Gregory Crewdson, Axel Hütte, Karin Kneffel und Neo Rauch vertreten sind. Götz Adriani, der gemeinsam mit Helmut Friedel die Ausstellung kuratiert, über die Auswahl der Werke: „Die wunderbare Sammlung Frieder Burda bietet sich geradezu an, in der Ausstellung Schwerpunkte zu setzen und spannende Konfrontationen zu inszenieren. Einer dieser Schwerpunkte wird im großen Saal des Hauses

die Malerei Gerhard Richters sein, wo Hauptwerke aus rund 50 Jahren seines künstlerischen Schaffens gezeigt werden. Wie ein roter Faden wird sich dann das Werk Richters mit weiteren Bildern in immer neuen Kontexten durch die gesamte Ausstellung ziehen. Eine gesonderte Position erhält Picasso im sogenannten Mezzanin des Museums.“ Götz Adriani weiter: „In den oberen Räumen konfrontieren wir ausgehend vom Deutschen Expressionismus mit Werken von Beckmann, Kirchner oder Macke, den Abstrakten Amerikanischen Expressionismus der 50er Jahre, das heißt zentrale Werke von Pollock, Rothko, de Kooning oder Clyfford Still, mit den unmittelbar danach auftretenden gegenständlichen Tendenzen der Pop-Art eines Robert Rauschenberg, Malcolm Morley und Bill Copley.“ Helmut Friedel konzentriert sich bei seiner Auswahl für die Räume der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden in erster Linie auf die wichtigsten deutschen Positionen in der Sammlung Frieder Burda. Der Hauptsaal der Kunsthalle ist, neben Gerhard Richter und Isa Genzken, Künstlern der Zero-Gruppe gewidmet: Adolf Luther, Heinz Mack oder Günther Uecker. Es schließen sich Räume mit Bildern und Skulpturen von Georg Baselitz und Sigmar Polke an. Ihnen folgen Kabinette mit Werken von Markus Lüpertz, Eugen Schönebeck, sowie einigen beispielhaften Arbeiten der jüngeren Generation wie z. B. Neo Rauch oder Karin Kneffel. Zur Ausstellung erscheint ein umfassender Jubiläumskatalog, in dem, neben einer ausführlichen Dokumentation zu den zehn Jahren Museum Frieder Burda und einer Würdigung der Museumsarchitektur von Richard Meier, der Autor und Kritiker Hans-Joachim Müller Hauptwerke aus der Sammlung von Frieder Burda kommentiert.

Gerhard Richter | Abstraktes Bild | 1992, Öl auf Leinwand, 200 x 160 cm | Museum Frieder Burda, Baden-Baden | © Gerhard Richter 2014

ADRESSE Museum Frieder Burda Lichtentaler Allee 8 b 76530 Baden-Baden www.museum-frieder-burda.de ÖFFNUNGSZEITEN Di – So 10 – 18 Uhr An allen Feiertagen geöffnet EINTRITTSPREISE Ticket EUR 12, ermäßigt EUR 10 Schüler ab 9 Jahren EUR 5 Familienticket EUR 26

AUDIOGUIDE deutsch und französisch EUR 4 FÜHRUNGEN Öffentliche Führungen EUR 4 Mi 16 Uhr, Sa, So 11 und 15 Uhr Private Gruppenführungen EUR 75 Buchung von Führungen und Anmeldung von Gruppen T. +49 7221 39898-38 fuehrungen@museum-frieder-burda.de

ANREISE Mit dem Sparpreis Kultur der Deutschen Bahn ab EUR 39 (2. Kl.) und ab EUR 49 (1. Kl.) zur Ausstellung, innerhalb von 3 Tagen hin und zurück. Erhältlich ab 11.04.14 in allen DB Reisezentren und DB Agenturen. Infos www.bahn.de/kultur


8  |  Bonn

KURT | arttourist.com 1|2014

Composing: 2. © Max Freiherr von Oppenheim-, Stiftung Hausarchiv Bankhaus Sal. Oppenheim, Köln / 3. Foto G. Mirsch, © Tell Halaf-Grabungsprojekt des Vorderasiatischen Museums, SMB - Preußischer Kulturbesitz

Kasimir Malewitsch | Selbstporträt in zwei Dimensionen | 1915, Stedelijk Museum, Amsterdam

Der Helixnebel (auch NGC 7293), 2004, Foto: NASA / ESA

Kasimir Malewitsch und die russische Avantgarde

Abenteuer Orient

Afrikanische Meister

Max von Oppenheim und seine Entdeckung des Tell Halaf | 30.4.–10.8.2014

Kunst der Elfenbeinküste | 27.6.–5.10.2014

Mit Werken aus den Sammlungen Chardschijew und Costakis | 8.3.–22.6.2014 Kasimir Malewitsch (1878–1935) gehört zu den prägendsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Der Künstler und Theoretiker ist vor allem als Begründer des Suprematismus – der reinen gegenstandslosen Kunst – bekannt. Sein künstlerisches Gesamtwerk entwickelte sich im Spannungsfeld zwischen Abstraktion und Figuration, zwischen einer universalen Idee vom Menschsein und dem erklärten Willen, die Welt mit künstlerischen Mitteln neu zu gestalten. Die Ausstellung zeigt die wichtigsten Schaffensphasen Malewitschs von den symbolistischen Anfängen und Bezügen zur altrussischen Kunsttradition über die Bildfindungen des Kubofuturismus und Suprematismus bis zu den figurativen Gemälden der späten Jahre. Die Ausstellung umfasst über 300 Werke der Malerei, Grafik und Skulptur aus europäischen und amerikanischen Sammlungen. Eine Ausstellung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Stedelijk Museum Amsterdam und mit der Tate Modern, London

Adresse Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH Friedrich-Ebert-Allee 4 D-53113 Bonn T +49 228 9171 200 F +49 228 9171 209 www.bundeskunsthalle.de

Öffnungszeiten Di, Mi 10–21 Uhr Do - So und feiertags 10–19 Uhr Fr für angemeldete Gruppen ab 9 Uhr geöffnet. Mo geschlossen

1899 entdeckte der Kölner Bankierssohn, Diplomat und Forscher Max Freiherr von Oppenheim auf dem Tell Halaf an der heutigen syrisch-türkischen Grenze einen aramäischen Fürstensitz aus dem frühen 1. Jahrtausend v. Chr. Der zentrale Bereich der Ausstellung lässt die vergangene Welt der Aramäer wiederauferstehen und präsentiert monumentale steinerne Bildwerke, fantastische Reliefs und kostbare Grabbeigaben. Leitfaden der Ausstellung ist Oppenheims Biografie und seine lebenslange Liebe zum Orient. Sie spricht aus den luxuriösen orientalischen Gewändern und Accessoires, die er privat gesammelt hat. Eine prachtvolle Auswahl wird in Bonn zum ersten Mal gemeinsam mit Oppenheims archäologischer Entdeckung präsentiert. Die Funde vom Tell Halaf, die in einer Berliner Bombennacht des Jahres 1943 zerstört und rund 60 Jahre später auf spektakuläre Weise restauriert wurden, erzählen nicht nur von einer 3000 Jahre alten Kultur, sondern sind auch zu einem bewegenden Zeugnis deutscher Zeitgeschichte geworden.

Über 200 bedeutende Masken, Figuren und Gebrauchsgegenstände der Elfenbeinküste und ihrer Nachbarländer, geschaffen von hoch begabten Bildhauern verschiedener Kunstregionen, setzen neue Akzente bei der Beurteilung der Rolle des Künstlers in der afrikanischen Gesellschaft. Eine Ausstellung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland Bonn, in Kooperation mit dem Museum Rietberg Zürich.

Outer Space Der Weltraum zwischen Kunst und Wissenschaft | 3.10.2014 – 22.2.2015 Seit Menschengedenken ist der Weltraum Sehnsuchtsort und Projektionsfläche der forschenden Neugier. Wie ist das Universum entstanden? Woher kommen wir? Gibt es intelligente Zivilisationen auf anderen Planeten? Diese Fragen beschäftigen Philosophen und Naturwissenschaftler, Schriftsteller, Filmemacher und Künstler, Spinner und Visionäre gleichermaßen. In der Tradition der großen interdisziplinären Ausstellungen untersucht Outer Space diese Schnittstellen in 12 assoziativ gestalteten Kapiteln und schlägt einen Bogen von Objekten aus der Raumfahrt, wissenschaftlichen Exponaten und Science-Fiction bis hin zu Positionen der Kunst aus Vergangenheit und Gegenwart. Eine Ausstellung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)


KURT | arttourist.com 1|2014

Brühl  |  9

Brühler Schlosskonzerte

Brühler Schlosskonzerte e.V

Die Brühler Schlosskonzerte in der UNESCO-Welterbestätte Schloss Augustusburg begeistern seit über 50 Jahren durch die einzigartige Verbindung von Architektur, Bildhauerei, Malerei und Musik. Als „Konzertsaal“ dient das von Balthasar Neumann gestaltete Prunktreppenhaus des Schlosses. In der Saison 2014 finden die Brühler Schlosskonzerte in der Zeit vom 10. Mai bis 30. August statt. Höhepunkt ist das zehntägige HaydnFestival Ende August – das deutschlandweit einzige Festival, das dem großen Wiener Klassiker gewidmet ist. Infos und Tickets: www.schlosskonzerte.de | 10.5. – 30.8.2014

Kunst entdecken und aktiv gestalten Max Ernst | Kampf der Fische | 1917, Aquarell auf Papier, 14 x 20,5 cm | Sammlung Dallas Ernst | © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Brühl

Seine Augen trinken alles Max Ernst und die Zeit um den Ersten Weltkrieg 23.2. – 26.9.2014 Die Ausstellung »Seine Augen trinken alles – Max Ernst und die Zeit um den Ersten Weltkrieg« im Max Ernst Museum Brühl des LVR greift die Perspektive des Künstlers auf und beleuchtet die künstlerische ›Inkubationszeit‹ des 1891 in Brühl geborenen Ausnahmetalentes in den 1910er und 1920er Jahren. Sie präsentiert Kunstwerke und Objekte, die Max Ernst einerseits beeindruckten und die er andererseits kritisch rezipierte. Dieses vielfältige ›Panorama‹ im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne visualisiert die Einflusssphäre und seine Reaktion darauf. »Seine Augen trinken alles was in den Sehkreis kommt« – so charakterisiert Max Ernst die vielfältigen Eindrücke, die er während seines Studiums an der Bonner Universität gesammelt hatte. In der Ausstellung werden eigenen frühen Werken Beispiele seiner damaligen Favoriten wie Robert Delaunay, August Macke, Paul Klee, Pablo Picasso oder Henri Matisse gegenübergestellt. Gemälde der von ihm kritisierten Künstler aus den Beständen des ehemaligen Städtischen Museums Villa Obernier kontrastieren mit diesen avantgardistischen Positionen. Die konservativ geprägte Ausbildung wird durch die Inszenierung von Gipsabgüssen aus dem Paul-Clemen-Museum des Kunsthistorischen Instituts der Universität Bonn belegt. Seine Faszination für ozeanische Adresse Max Ernst Museum Brühl des LVR Comesstr. 42 / Max-Ernst-Allee 1 50321 Brühl Öffnungszeiten Di – So 11 – 18 Uhr Geöffnet: Ostermontag, Pfingstmontag Geschlossen: jeden Montag sowie Weiberfastnacht, Karnevalssonntag, Rosenmontag, Karfreitag, 1. Mai Anreise - Deutsche Bahn: Bahnhof Brühl, 2 Min. Fußweg - Straßenbahnlinie 18, Haltestelle: Brühl Nord oder Brühl Mitte, 10 Min. Fußweg - Pkw / Bus: über A 4, A 59, A 553, A 555

Pablo Picasso | Tête de femme (Frauenkopf | 1909, Öl auf Leinwand, 61 x 50 cm | Nationalmuseum Belgrad © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

und afrikanische Kultobjekte fügt einen weiteren Aspekt hinzu. Ebenso werden seine Erfahrungen während des Ersten Weltkrieges anhand von Briefen dokumentiert. Ein exemplarischer Ausblick auf die Kunst von Max Ernst nach dem Ersten Weltkrieg zeigt die Überwindung des bislang Rezipierten und seine künstlerische Entwicklung hin zu neuen Formen und Inhalten. Einen Monat nach dem Abitur schreibt sich Max Ernst im April 1910 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn ein, um Philologie zu studieren. In den Jahren bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges belegt er neben Germanistik,

Ticket im Vorverkauf inkl. VRS-Fahrausweis über www.bonnticket.de oder www.koelnticket.de Ticket-Hotline 0228 502010 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen: Erwachsene EUR 7,59 ermäßigt EUR 4,84 Familie EUR 16,17 Eintrittspreise Erwachsene EUR 6 ermäßigt EUR 3,50 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre: Eintritt frei

Romanistik und Philosophie Veranstaltungen in Psychologie und Psychiatrie sowie in Kunstgeschichte. Neben dem Studium ist Max Ernst künstlerisch tätig – so malt er um 1912 das großformatige Aquarell »Der See Bethesda«. Gleichzeitig schreibt er für die Bonner Zeitung Volksmund zahlreiche Kunstund Theaterkritiken. Im August 1914 tritt er als Kriegsfreiwilliger in das Rheinische Feldartillerie-Regiment Nr. 23 ein und ist bis Oktober 1918 in Frankreich, Russland und Belgien im Einsatz. Während dieser Zeit entstehen einige wenige Arbeiten – Max Ernst konzentriert sich vor allem auf das »Durchhalten« –, wie die Aquarelle »Von der Liebe in den Dingen« von 1914 oder »Kampf der Fische« von 1917. Nach Kriegsende kehrt er »als junger Mann, der ein Magier werden und den Mythos seiner Zeit finden wollte« zum Leben zurück. In einer Reihe von dadaistischen Foto-Collagen, zu denen »Die chinesische nachtigall« von 1920 gehört, beginnt er Kriegsmotive ins Fantastische umzudeuten. Mit der Ausstellung »Seine Augen trinken alles – Max Ernst und die Zeit um den Ersten Weltkrieg« beteiligt sich das Max Ernst Museum Brühl des LVR am Verbundprojekt »1914 – Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg« des Landschaftsverbandes Rheinland.

Öffentliche Führungen zur Ausstellung Samstags, 15.30 Uhr Sonntags, 13.30 Uhr | 15 Uhr Dauer: 1 Stunde | EUR 5 , ermäßigt EUR 3 (zzgl. Eintritt) Familienführungen zur Ausstellung Jeden 3. Sonntag im Monat, 14.30 Uhr (ab 16.3.2014) Dauer der Führung: 30 Min. Erwachsene EUR 2,50, ermäßigt EUR 1,50 (zzgl. Eintritt) Kinder EUR 1,50 (Eintritt frei) Gruppenführungen Info-Service und Buchung für private Führungen über die kulturinfo rheinland

info@kulturinfo-rheinland.de Tel 02234 9921 - 555 Katalog Seine Augen trinken alles Max Ernst und die Zeit um den Ersten Weltkrieg Hrsg.: Max Ernst Museum Brühl des LVR Texte von Patrick Blümel, Ludger Derenthal, Julia Freiboth, Jürgen Pech, Achim Sommer und Ljiljana Radlović 272 Seiten, 254 meist farbige Abbildungen Format: 28 x 24 cm Preis an der Museumskasse: 36 Euro ISBN 978-3-944453-02-6

Kunst durch eigenes schöpferisches Arbeiten erfahrbar zu machen, ist ein wichtiges Anliegen des Max Ernst Museums Brühl des LVR. In Zeiten digitaler Wirklichkeiten ist das genaue Entdecken eines Kunstwerks im Original geradezu unersetzlich. Erst durch das praktische Arbeiten werden kreative Schaffensprozesse und die Techniken, mit denen ein Kunstwerk entsteht, unmittelbar erfahrbar. Workshops fördern das kreative Denken Foto: LVR-ZMB / Sandra Czok und den Gemeinschaftssinn, vor allem aber machen sie Spaß. Seit Juli 2012 finden die Praxiskurse der Museumspädagogik im neu gegründeten Fantasie Labor statt. Die Kreativräume befinden sich im Geburtshaus von Max Ernst und einem angrenzenden Erweiterungsbau. www.maxernstmuseum.lvr.de

Schloss Augustusburg 1725 bis 1768 für den Kurfürsten Clemens August nach den Plänen von Conrad Schlaun und später Francois de Cuvillies auf den Resten der 1689 gesprengten erzbischöflichen Wasserburg der Kölner Kurfürsten aus dem 13. Jahrhundert erbaut. Bedeutendstes Werk des Barock im Rheinland. Weltberühmt ist das Treppenhaus von Balthasar Neumann. Das Schloss, der Schlosspark mit seinen Blumenanlagen und das rund 37 ha große Waldgelände sind das Ziel zahlreicher Besucher von nah und fern. www.schlossbruehl.de

Zoom-Kino Brühl blickt auf eine lange Kinotradition zurück. Bereits im Jahr 1908 eröffnete das erste Kinematographische Theater im Haus zur Krone am Markt. 1913 folgte das Moderne Theater und 1922 das Apollo in dem 1930 der erste Tonfilm lief. Heute finden im Zoom-Kino im Rathaus täglich drei bis vier Kinovorstellungen statt, nachmittags immer was für Kinder. Gezeigt werden aktuelle Filme, dazu am Mittwochabend eine thematische Monatsreihe und Kurzfilme. Neben dem „normalen“ Betrieb gibt es immer wieder Sonderveranstaltungen, so z.B. „Film+Menü“, „Vino und Kino“ oder „Das politische Gespräch“. Im Sommer wird der Kinobetrieb zeitweise in den Rathaus-Innenhof verlegt www.zoomkino.de


10  |  Burgdorf bei Bern

KURT | arttourist.com 1|2014

Der Schweizer Künstler Franz Gertsch Franz Gertsch, geboren 1930 in Mörigen, lebt und arbeitet in Rüschegg bei Bern, zählt zu den bedeutendsten Schweizer Künstlern der Gegenwart. Von seinem internationalen Durchbruch an der „documenta 5“ in Kassel 1972 bis heute hat Gertsch ein reiches malerisches und graphisches Werk geschaffen, das eine ganz besondere Annäherung an die Wirklichkeit vornimmt. Realität bedeutet für Franz Gertsch nicht nur eine malerische, sondern auch konzeptionelle Herausforderung. Obgleich er von Fotos bzw. von Diaprojektionen ausgeht, folgen die Bilder einer eigenen Logik, die auf absolute Stimmigkeit aller Elemente zielt.

Franz Gertsch | Marina schminkt Luciano | 1975, Acryl auf ungrundierter Baumwolle | 234 x 346 cm, Museum Ludwig, Köln, © Franz Gertsch

Museum Franz Gertsch Ein Haus für die Kunst Das Museum Franz Gertsch in Burgdorf bei Bern in der Schweiz öffnete im Herbst 2002 seine Pforten. Es ist vor allem dem Werk des international bekannten Schweizer Künstlers Franz Gertsch gewidmet. Auf gut der Hälfte der 1‘000 m2 Ausstellungsfläche zeigt das Haus regelmässig auch Wechselausstellungen mit Arbeiten von zeitgenössischen nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Die beiden Architekten Martin Sturm und Hansueli Jörg aus Langnau i. E. wurden mit der Planung und Realisierung des Museums betraut. In enger Zusammenarbeit mit Künstler und Mäzen entstand die Architektur, welche in Bezug auf Licht und Dimensionierung der Räume den Werken von Gertsch optimal gerecht wird. Das Credo lautetet: „Reduktion der Architektur – Die Kunst steht im Vordergrund“. Dieser Vorgabe folgend nahmen sich die Architekten im Bau zurück und gestalteten unter der Verwendung der Materialien Beton, Holz, Stahl und Glas schlichte, kubische Baukörper in deren Ausstellungsräumen sich die Kunst in ihrer Wirkung auf den Betrachter voll entwickeln kann. Architektur und die Werke von Gertsch bilden eine beeindruckende Symbiose, welche geprägt ist von meditativer Ruhe. Die Sammlung des Museums umfasst heute nebst den grossformatigen Gemälden „Silvia I“ und den Gräsern „I – IV“

aus den Jahren 1992 bis 1998 auch sämtliche mittlere und grössere HolzschnittDrucke seit 1986. Daneben stehen dem Museum das Gemälde „Johanna I“, 1983/1984, das Werk, welches den Abschluss der fotorealistischen im Übergang zur konzeptuellen Malerei bildet, und die Werkgruppe „Vier Jahreszeiten“ 2007 – 2011, als Dauerleihgaben zur Verfügung. Somit ist das Museum Franz Gertsch weltweit im Besitz der grössten Samm-

Burgdorf. Im Sommer 1998 fasste er nach einem Besuch im Atelier des Künstlers in Rüschegg den Entschluss, dass die beeindruckenden grossformatigen Gemälde und Holzschnitt-Drucke des Berner Künstlers Franz Gertsch geeignete Räume zur adäquaten Präsentation brauchen.

Ausstellungsansicht Museum Franz Gertsch 2012 mit Gemälden von Cornelia Schleime

Ausstellungsraum 1

lung von Gertsch-Werken. Das Haus ist ausserdem stolz, mit den ganz grossen Holzschnitt-Triptychen „Gräser“ (3-teilig, je H 380 cm x B 276 cm), über die wohl grössten handgeschöpften Papiere des japanischen Meisters Heizaburo Iwano aus Echizen, Japan zu verfügen. Ins Leben gerufen hat das Museum der Mäzen, Sammler und Industrielle Dr. h.c. Willy Michel, Gründer der Medizinaltechnik-Firma Disetronic Medical Systems AG (1984) und Mehrheitsaktionär der heutigen Ypsomed AG mit Sitz in

Der Stiftungsrat der Stiftung Willy Michel, welche Trägerin des Museums ist, setzt sich hochkarätig zusammen aus Peter Everts (früherer CEO von Migros Schweiz) als Präsident und den Mitgliedern Dr. h.c. Willy Michel (Mäzen), Franz Gertsch, Barbara Luginbühl-Sieber, Prof. Dr. Jean-Christophe Ammann (langjähriger Direktor Museum für Moderne Kunst in Frankfurt), Drs. Guido de Werd (langjähriger Direktor Museum Kurhaus Kleve), Dr. Tobia Bezzola (Direktor Folkwang Museum in Essen), und Peter Stämpfli (Verleger).

Adresse Museum Franz Gertsch Platanenstrasse 3 CH-3400 Burgdorf T +41 (0)34 421 40 20 www.museum-franzgertsch.ch

Ausstellungen Holzschnitte von Franz Gertsch Sa. 8.3.2014 – So. 31.8.2014

Öffentliche Führungen Mi 17 h | So 11 & 14 h (jeweils 1h) Do 12.30 Uhr (20 min)

Zilla Leutenegger im Gespräch mit Anna Wesle So. 04.5.2014, 11 Uhr

Zilla Leutenegger. Fairlady Z Sa. 8.3.2014 – So. 31.8.2014

Öffnungszeiten Mi – Fr 10 – 18 h, Sa / So 10 – 17 h Mo / Di geschlossen

Thomas Ritz. Der flüchtige Horizont Sa. 8.3.2014 – So. 29.6.2014 (Kabinett)

Veranstaltungen Kuratorenführung Führung durch die aktuellen Ausstellungen Mit Anna Wesle So. 30.3.2014, 11 Uhr

Workshop Die Kunst von Thomas Ritz Sa. 14.6.2014, 10–17 Uhr

Eintrittspreise CHF 12 | Ermässigt CHF 8 Kinder bis und mit 10 Jahre und Schulklassen gratis.

Einen besonderen Stellenwert im Werk von Franz Gertsch nehmen die Holzschnitte ein. In einer bislang unbekannten Präzision in der Ausführung und in Monumentalformaten, die schon allein bei der Papierherstellung an die Grenzen des Machbaren stossen, hat Gertsch mit diesem traditionellen Medium neue Dimensionen erschlossen.

Franz Gertsch. Die Schenkung Ausstellung sämtlicher Holschnitte der Sammlung September 2014 – Februar 2015

Workshop Franz Gertsch. Malerei und Holzschnitt Sa. 26.4.2014, 10–17 Uhr Künstlergespräch

Künstlergespräch Thomas Ritz im Gespräch mit Anna Wesle So. 15.6.2014, 11 Uhr

Franz Gertsch | Rüschegg | 1988/89, Holzschnitt, 1 Platte à 234 x 181 cm | Handabzug 10/18 auf Kumohadamashi Japanpapier von Heizaburo Iwano |276 x 217 cm, eibengrün, Museum Franz Gertsch, Burgdorf | © Franz Gertsch

Kommende Ausstellungen mit Werken von Franz Gertsch Museum Les Abattoirs, Toulouse / F Mai – September 2014 www.lesabattoirs.org Museum Folkwang, Essen / D ab März 2014 www.museum-folkwang.de Museum Kurhaus Kleve, Kleve / D April – September 2014 www.museumkurhaus.de Fondation Pierre Arnaud, Lens / CH Dezember 2014 – April 2015 www.fondationpierrearnaud.ch


KURT | arttourist.com 1|2014

Dresden  |  11

Dresdner Philharmonie Im Lichthof des Albertinums sind wegen des Umbaus des Kulturpalastes ein Großteil der Konzerte der Dresdner Philharmonie zu hören. Dies bietet die Möglichkeit zur »Begegnungen der Künste«, u.a. durch Abendöffnungen, Gespräche zu übergreifenden Themen, Konzerteinführungen und Konzerte zu Ausstellungsthemen. Nächste Konzerte: 4. Mai 2014 / Eröffnungskonzert zur Ausstellung »Nach Ägypten! Die Reisen von Paul Klee und Max Slevogt« 10./11. Mai 2014 | Werke von Wagner, Bruch Tschaikowsky 28./29. Mai 2014 | Ludwig van Beethoven – „Fidelio“ www.dresdnerphilharmonie.de

Ostrale‘014

Max Slevogt | Sandsturm in der Libyschen Wüste | 1914, Öl auf Leinwand, Galerie Neue Meister | Fotograf: Elke Estel / Hans-Peter Klut | © Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Dresden

Nach Ägypten! Die Reisen von Max Slevogt und Paul Klee | 30.4. – 3.8.2014 Vom 30. April bis zum 3. August 2014 laden die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu einer spannenden Entdeckungsreise ein. Über die Jahrhunderte hinweg diente Ägypten vielen Malern als Inspirationsquelle – so auch dem Impressionisten Max Slevogt (1868–1932) und dem Bauhauskünstler Paul Klee (1879– 1940). Die intensive Auseinandersetzung mit der Landschaft sowie der Kunst und Kultur Ägyptens inspirierte beide Künstler zu ganz unterschiedlichen Bildern, die nun zum ersten Mal gemeinsam präsentiert und einander gegenüber gestellt werden. Dabei eröffnet sich dem Besucher ein breites Spektrum individueller Perspektiven auf das Land am Nil und seine jahrtausendealte Kultur. Grundlegende Aspekte der Orientrezeption in der Malerei des frühen 20. Jahrhunderts werden ebenso anschaulich wie die allgemeine Ägyptenbegeisterung jener Jahre. Zugleich bietet die spannungsvolle Gegenüberstellung jener herausragenden Vertreter der Klassischen Moderne und ihrer je eigenen Sicht auf den afrikanischen Orient vertiefte Einblicke in die Entwicklung der Malerei des frühen 20. Jahrhunderts zwischen Realismus und Abstraktion. Mit rund 150 Exponaten, darunter auch einigen ausgewählten Werken altägyptischer Kunst aus der Dresdner Skulpturensammlung, zeigt die Ausstellung ein Stück Kunstgeschichte im

Adresse Albertinum Besuchereingang Brühlsche Terrasse und Georg- Treu-Platz Öffnungszeiten 10 – 18 Uhr, montags geschlossen Eintrittspreis alle Sonder- und Dauerausstellungen im Albertinum Normalpreis EUR 10, erm. EUR 7,50 Gruppen (ab 10 Personen) EUR 9 p.P. Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren frei TAGESKARTE für alle Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (außer Historisches Grünes Gewölbe) EUR 19

Zeitraffer und führt so zu einer wesentlichen Schärfung des Blicks auf die Besonderheiten des jeweiligen Stils. 1914 führte Max Slevogt eine akribisch geplante Reise von Kairo bis nach Assuan. In einem wahren Schaffensrausch verarbeitete er das Gesehene. Mit insgesamt 17 Gemälden befindet sich heute ein Großteil der vor Ort entstandenen Ölbilder, die als »Apotheose des Lichts« in die Kunstgeschichte eingegangen sind, in der Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Komplettiert wird dieser reiche Fundus in der Ausstellung durch bedeutende Leihgaben aus dem Landesmuseum Mainz, dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt, dem Saarlandmuseum Saarbrücken sowie durch zahlreiche auf der Reise geschaffene Zeichnungen aus dem Nachlass des Künstlers. Dank dieser Unterstützung ist es den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gelungen, alle erreichbaren Ölbilder der einzigartigen Ägyptenserie Slevogts und zahlreiche weitere in ihrem Umfeld geschaffene Arbeiten genau hundert Jahre nach ihrer Entstehung erstmals wieder zu vereinen. Paul Klee, der 1914 in Tunesien das nördliche Afrika für sich entdeckt hatte, besuchte das Land am Nil etwa 15 Jahre später, zur Jahreswende 1928/29. Stationen seiner Reise waren unter anderem Alexandria, Kairo, Luxor und Assuan.

BESUCHERINFORMATION und Anmeldung von Führungen Telefon: 0351 / 4914 20 - 00, Fax: - 01 E-Mail: besucherservice@skd.museum www.skd.museum Führungen Rundgänge durch die Ausstellung jeden Sa 14 Uhr Kunstgespräche zu ausgewählten Themen am 7. Mai, 21. Mai, 4. Juni, 18. Juni, 2. Juli, 9. Juli, 16. Juli, 30. Juli i (Mi) 16.30 Uhr. Thematische Sonderführungen am 11. Mai, 1. Juni, 6. Juli, 27. Juli (So) 11 Uhr. Abendvorträge renommierter Experten 20. Mai, 3. Juni, 29. Juli (Di) 18.30 Uhr Alle Termine und Informationen unter www.skd.museum und Telefon: 0351 / 4914 20 - 00

Die OSTRALE´014 – präsentiert in ihrer 8. Edition internationale zeitgenössische Kunstwerke aller Genre im unverwechselbaren Ambiente des historischen Erlwein- Schlachthofes auf dem Dresdner Ostragehege. Unter dem Motto „Around You“ werden Künstler aus aller Welt mit ihren Arbeiten zeigen, wie sie die Welt um sich herum wahrnehmen, begreifen und gestalten. Schwerpunktthemen in diesem Jahr sind: 25 Jahre friedliche Revolution, die Tschechische Republik im Focus und die Kunst im Spannungsfeld der Gesellschaft. OSTRALE´014 – 18.7.-28.09.2014 | Ostragehege, Messering 8, 01067 Dresden | www.ostrale.de

Pullman Dresden Newa Anfangs noch überwältigt von der Fülle und Fremdheit des Erlebten, empfing er hier nach und nach ebenfalls wichtige Impulse, die sein späteres Werk nachhaltig beeinflussten. Einen unmittelbaren Reflex fanden die Eindrücke vor Ort zunächst in zahlreichen streng geometrischen „Lagenbildern“. Doch beschränkte sich Klees Beschäftigung mit dem Orient und Ägypten nicht allein auf die konkreten Erfahrungen der Reise. Etwa 80 Werke aus allen Schaffensphasen des Künstlers veranschaulichen die zunehmende Intensität seiner Auseinandersetzung mit der Thematik bis hin zur Adaption der altägyptischen Hieroglyphenschrift in seinem markanten Spätstil. Viele renommierte Museen und private Besitzer aus dem In- und Ausland unterstützen das Projekt dabei mit hochkarätigen Leihgaben, darunter – neben dem Nachlass Klee und dem Zentrum Paul Klee in Bern – die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf, die Münchner Pinakothek der Moderne, das Frankfurter Städel Museum, die Albertina in Wien, das Moderna Museet in Stockholm sowie das Metropolitan Museum of Art in New York. Staatliche Kunstsammlungen Dresden www.skd.museum/aegypten

Begleitheft Zur Ausstellung wird für Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren kostenlos ein 16-seitiges Forscherspiel angeboten („Auf den Spuren von Max Slevogt und Paul Klee“). Kataloge Die zwei Kataloge zur Ausstellung erscheinen im Sandstein Verlag Dresden. Max Slevogt. Die Reise nach Ägypten 1914 (mit Essays und Beiträgen von Heike Biedermann, Marlies Giebe, Susanne Hoppe und Caris-Beatrice Arnst) Museumsausgabe: 18 EUR / im Buchhandel: 28 EUR Paul Klee. Die Reise nach Ägypten 1928/29 (mit Essays von Andreas Dehmer, Anette Kruszynski und Friederike Seyfried sowie weiteren Beiträgen

von Stephan Dahme, Sara Pließ, Florence Thurmes und Eva Wiederkehr Sladecek) Museumsausgabe: 18 EUR / im Buchhandel: 28 EUR Beide Bände zusammen: 25 EUR / im Buchhandel: 38 EUR Ebenfalls im ALBERTINUM zu sehen: Otto Dix. Der Krieg – Das Dresdner Triptychon 5.4. – 13.7.2014 2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. Aus diesem Anlass werden die vier Tafeln in all ihren Facetten untersucht und in einer Ausstellung zusammengeführt mit Dix’ überragendem Radierzyklus Der Krieg von 1924, Vorstudien sowie Zeichnungen aus seiner Zeit an der Front.

Das First Class Hotel erwartet Sie in bester Citylage direkt am eleganten Shoppingboulevard Prager Straße und nah an den berühmten Sehenswürdigkeiten, Kunstsammlungen und Galerien in der historischen Altstadt. Freuen Sie sich auf ein Hotel mit Style, Design, Wohlfühl-Atmosphäre und dem fantastischen Ausblick aus den Superior Zimmern bis zur Frauenkirche. Ob Geschäftsreise, Tagung oder Kurzurlaub – hier wird Ihr Aufenthalt in Dresden unvergesslich. Pullman Dresden Newa | Prager Straße 2c | 01069 Dresden | www.pullman-dresden.com

THEATERKAHN DRESDEN Das Theater auf der Elbe Einzigartig in Deutschland: Ein Theater in einem ganz besonderen Ambiente mit über 200 Plätzen in Parkett und Rang auf einem Schiff mitten in der Altstadt zwischen Semperoper und Frauenkirche. Hervorragende Schauspieler und Musiker bieten bestes musikalisches und komödiantisches Theater kleiner Form. Das Repertoire umfasst mehr als 20 Inszenierungen, reicht von Kästner bis Georg Kreisler, von Daniel Glattauer bis Loriot. Spieltage: Di–So | Tel.: +49(0)351-496 94 50 www.theaterkahn.de

tjg. theater junge generation Das große Dresdner Kinder- und Jugendtheater tjg. theater junge generation ist Treffpunkt für Familien und Jugendliche und bietet ein breitgefächertes Schauspiel- und PuppentheaterRepertoire mit Angeboten für die Allerkleinsten (ab 2 Jahre), Familieninszenierungen und zeitgemäßen Jugendstücken in urbaner Wohlfühl-Atmosphäre. Traditionelle tjg.-Spielstätten im Sommer sind das im Parkgrün gelegene Sonnenhäusel im Großen Garten sowie eine besondere Bühne im Zoo Dresden. Aktueller Spielzeitschwerpunkt sind Inszenierungen an der Schnittstelle zwischen Theater und Bildender Kunst. www.tjg-dresden.de


12  |  Dresden

KURT | arttourist.com 1|2014

Quadriennale Düsseldorf

Pieter Brueghel d.J. | Der Alchemist | um 1600, Öl auf Holz, 68,8 x 96 cm | Galerie d’Art St-Honoré, Paris

Francois-Marius Granet | Der Alchemist | 19. Jh., Öl auf Leinwand, 61 x 48,3 cm | Gift of Roy Eddleman, Chemical Heritage Foundation Collections, Philadelphia

Düsseldorf

Deutsche Oper

Kunst und Alchemie – Das Geheimnis der Verwandlung 5.4. – 10.8.2014 Die Alchemie faszinierte viele bildende Künstler: Sie teilten den Wunsch mit den Alchemisten, die Welt zu erforschen und Neues entstehen zu lassen. Die alle Epochen und Gattungen übergreifende Schau spürt in rätselhaften, allego­rischen Darstellungen von Lucas Cranach d.Ä., Jan Brueghel d.Ä. und Hendrick Goltzius bis hin zu Werken von Yves Klein und Anish Kapoor dem facettenreichen Austausch von Kunst und Alchemie nach. Zu allen Zeiten haben sich Künstler mit den Wissenschaften ihrer Zeit auseinandergesetzt. Kunst und Alchemie durchdringen sich auf vielfältige Weise. Das Wissen und der experimentelle Erfahrungsschatz der Alchemisten bot den Künstlern die Voraussetzung etwa für wichtige Entwicklungen in der Glasund Porzellanherstellung und bei der Herstellung vieler Farbpigmente. Durch die Augen der Künstler öffnet sich zudem der Blick auf die inspirierende Kraft der Alchemie, die bis in die Gegenwart reicht. Stets umgab die Alchemie etwas Geheimnisvolles. Sie wurde meist im Verborgenen betrieben und ihre verrätselte Sprache erschloss sich nur den Eingeweihten. Bis in das 18. Jahrhundert war die Alchemie aber keine Randerscheinung: Persönlichkeiten wie Paracelsus, Isaac Newton und Johann Wolfgang von Goethe waren auch Alchemisten. Erst im Zeitalter der Aufklärung kam es zur Verdrängung und Vermischung mit Okkultismus, Hexerei und Aberglauben, doch erwachte die Alchemie u.a. in der Psychoanalyse des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu neuem Leben. Aus diesen und vielen anderen Quellen speiste sich das Interesse der Künstler der Moderne an der Alchemie als Gegenwelt zum Rationalismus. Adresse Museum Kunstpalast Kulturzentrum Ehrenhof Ehrenhof 4-5 40479 Düsseldorf Tel.: +49(0)211-566 42 100 www.smkp.de Öffnungszeiten Di, Mi, Fr-So 11-18 Uhr, Do 11-21 Uhr Mo geschlossen

Die von der Metro Group geförderte Düsseldorfer Ausstellung zeigt im Rahmen des Kunstfestivals der Quadriennale 2014 rund 250 hochkarätige Leihgaben aus Sammlungen und Museen in den USA, Großbritannien, Frankreich und Israel. Viele geheimnisvolle mittelalterliche Buchmalereien sowie prachtvolle Gemälde, u. a. von Jan Brueghel d.J. und Pieter Brueghel d.J., David Teniers d.J. und Peter Paul Rubens, werden präsentiert, ebenso ausgewählte Werke von Vertretern der zeitgenössischen Kunst wie Joseph Beuys, Anselm Kiefer, Yves Klein, Alicja Kwade, Rebecca Horn, Sigmar Polke, Neo Rauch, Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger. Neben rätselhaften, allegorischen Darstellungen zählen vier Versionen der berühmten Prachthandschrift „Splendor Solis“ sowie ein erstmals öffentlich in Europa ausgestelltes Originalmanuskript von Isaac Newton aus Philadelphia (Chemical Heritage Foundation, Roy G. Neville Historical Chemical Library) zu den Höhepunkten der Schau.

Ebenso findet der Besucher in der Ausstellung eine Alchemistenküche mit Gerätschaften des 17. bis 19. Jahrhunderts, eine Sammlung historischer Pigmente sowie eine mit Kuriositäten und exotischen Kostbarkeiten wie Alraunen und Riesenmuscheln bestückte Kunst- und Wunderkammer.

Unter anderem wird der Physiker und Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar an einem Podiumsgespräch teilnehmen, der als „Meister der Essenzen“ bekannte Parfümeur Geza Schön die Alchemie der Düfte vorstellen, ein musikalischer Vortrag widmet sich den Bezügen zwischen Musik und Alchemie. Etwas Besonderes ist auch der, dank der Unterstützung von Henkel, kostenlos ausgegebene Audioguide. Er wird von dem Schauspieler Rufus Beck gesprochen.

Mobilitätspartner: Deutsche Bahn Medienpartner: Kulturpartner WDR3

Rebecca Horn | Zen of Ara, 2011 | Federn, Motor, Messing, Elektrik, d:73 cm | Privatsammlung Rebecca Horn | Foto: Karin Weyrich, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Quadriennale-Ticket 1-Tages-Ticket EUR 20 (erm. EUR 15) 2-Tages-Ticket EUR 30 (erm. EUR 20) Die Tages-Tickets berechtigen zum einmaligen Besuch aller Ausstellungen der Quadriennale Düsseldorf 2014

Zwischen Altstadt und Kö-Bogen zentral an der Heinrich-HeineAllee gelegen, lädt das Opernhaus Düsseldorf mit 1.300 Plätzen an über 200 Abenden pro Jahr zu kulturellen Hochgenüssen ein: Vom Barock über Meisterwerke des klassischen Repertoires bis zu zeitgenössischen Werken und großen Kinderopern reicht die stilistische Bandbreite der traditionsreichen Deutschen Oper am Rhein. Auf derselben Bühne präsentiert Martin Schläpfers Ballett am Rhein Tanz-Höhepunkte des 20. und 21. Jahrhunderts. www.operamrhein.de

Ein attraktives Begleitprogramm ergänzt die von Dedo von Kerssenbrock-Krosigk und Beat Wismer mit Anita Hachmann, in Zusammenarbeit mit Sven Dupré kuratierte Ausstellung.

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe „Art and Knowledge in Pre-Modern Europe“ am Max Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin und mit einer Gruppe von Experten um die Chemical Heritage Foundation, Philadelphia (USA) erarbeitet.

Eintrittspreise EUR 12 / ermäßigt EUR 9,50 Kinder bis 6 Jahre Eintritt frei Gruppen ab 10 Personen: EUR 9,50 Familienkarte EUR 27

Die Quadriennale Düsseldorf ist ein alle vier Jahre stattfindendes Fest der Bildenden Kunst, an dem sich die führenden Düsseldorfer Kunstmuseen, Ausstellungshäuser und die Kunstakademie sowie zahlreiche Partnerinstitutionen beteiligen. Charakteristikum der Quadriennale Düsseldorf ist ein zentrales Leitthema, auf das sich alle teilnehmenden Institutionen entsprechend ihrer programmatischen Ausrichtung mit einzigartigen Werkschauen, Ausstellungen und einem umfangreichen Begleitprogramm beziehen. So entsteht im Rhythmus von vier Jahren ein unverwechselbares Angebot für Kunstliebhaber und Kunstschaffende aus aller Welt. Die Quadriennale Düsseldorf 2014 findet vom 5. April bis 10. August 2014 unter dem Motto Über das Morgen hinaus statt. www.quadriennale-duesseldorf.de

Audioguide Neben einem klassischen Audioguide erscheint ein Audioguide von Schülern für Schüler. Sprachen: Deutsch, Englisch Kostenlos, gefördert von Henkel Führungen So 15 Uhr (max. 20 Personen) Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten. Weitere Führungstermine siehe www. smkp.de/shop Gruppenführungen Führungen für Gruppen bis 20 Personen Kosten: EUR 70 für 60 Minuten, zzgl.

Bildunterschrift Vertigo Heels, 2012, Svenja Ritter, Schuhe, Polystyrol, Foto GPN ©VG Bild-Kunst, Bonn

ART SHOES – Shoes in Contemporary Art Ausstellung 30.7.–26.9. 2014 GALERIE PETRA NOSTHEIDE-EŸCKE präsentiert ausgesuchte Positionen zum Thema „Schuh“ in der Kunst. In Medien der Malerei, Zeichnung, Skulptur und Installation. Gezeigt werden u.a. Werke von Svenja Ritter, Iris Schieferstein, Zhenia Couso Martell, Shaun Doyle & Mally Mallinson, Peter Simon. Kirchfeldstraße 84 | 40215 Düsseldorf | Fon 0(049)211-85989074 www.galerie-nostheide-eycke.de

Jazz Schmiede Die Jazz Schmiede gehört zu den schönsten Konzertsälen Düsseldorfs und besticht ebenso durch ihre gute Akustik, den guten Flügel wie auch das hervorragendem Soundsystem. www.jazz-schmiede.de

Hotel Stage 47 ermäßigten Eintritt pro Person Kosten: EUR 85 für 90 Minuten, zzgl. ermäßigten Eintritt pro Person Führungen auch in englischer, französischer, italienischer und russischer Sprache Buchung von Führungen und Information Tel.: +49 (0)211-566 42 160 Ausstellungskatalog Zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag ein reich bebilderter Katalog in deutscher und englischer Sprache, 264 Seiten. Museumsausgabe EUR 29,90, Buchhandelsausgabe EUR 39,90

Es ist angerichtet. Nur 500 Meter von der Düsseldorfer Königsallee und vom Hauptbahnhof liegt das STAGE 47 Design-Hotel. Die 27 Suiten und Zimmer sind luxuriös und großzügig gestaltet und nach bekannten Künstlern benannt. Mit den angrenzenden Savoy-Theater und atelier-Kino bieten sich zudem perfekte Synergien. www.stage47.de


KURT | arttourist.com 1|2014

Düsseldorf  |  13

Düsseldorf K20 GRABBEPLATZ l K21 STÄNDEHAUS Ausstellungen, Pläne und Projekte Von „unter der Erde“ bis Ägypten, von Kandinsky, Malewitsch und Mondrian bis zu Gerhard Richter oder Katharina Sieverding reicht im kommenden Jahr das Ausstellungsprogramm der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Eine eigens für die Kunstsammlung geschaffene Installation von Olafur Eliasson, Werke der Französin Annette Messager sowie des ägyptischen Videokünstlers Wael Shawky stehen für internationale Positionen der jüngeren Kunst. Selbstverständlich wird auch 2014 das Diskussionsprogramm zur Zukunft des Sammelns im künstlerisch gestalteten F3 Schmela Haus fortgesetzt. Eine Auswahl Alle Ausstellungen des Jahres 2014 finden Sie unter www.kunstsammlung.de

Mike Kelley, Martin Kippenberger, Kris Martin, Matt Mullican, Bruce Nauman, Gregor Schneider, Thomas Schütte und Jeff Wall zu nennen. Als zweiter Vertreter der Moderne wird Max Ernst mit Arbeiten an dem Projekt beteiligt sein.

Katharina Sieverding 10.5. – 21.9.2014 l K21 Ständehaus Katharina Sieverdings Stauffenberg-Block (1969) aus dem Besitz der Kunstsammlung wird in der Bel Etage des K21 im Mittelpunkt stehen. Nur selten kann diese Arbeit aus großformatigen, farblich verfremdeten Selbstporträts der Fotokünstlerin gezeigt werden: Das frühe Werk Sieverdings nimmt eine Fläche von 3,80 mal 10,00 Metern ein. Thematisch bezieht sich die Künstlerin, die auf das Thema der Verantwortung des Einzelnen in der Gesellschaft anspielt, auf den 1944 hingerichteten Widerstandskämpfer Claus von Stauffenberg.

Nach Ägypten! Die Reisen von Max Slevogt und Paul Klee | 6.9.2014 – 4.1.2015 | K20 Grabbeplatz

Max Slevogt | Der Nil bei Assuan | 1914, Öl auf Leinwand / Oil on canvas, 73,5 x 96 cm | Staatliche Kunstsammlungen Dresden | Galerie Neue Meister, Dresden | Foto: © Kunstsammlung NRW

Wassily Kandinsky | Bild mit weißem Rand | 1913, Öl auf Leinwand, 140,3 x 200,3 cm | Solomon R. Guggenheim Museum, New York | © ADAGP, Paris | Foto: © Kunstsammlung NRW

Kandinsky, Malewitsch, Mondrian Der weiße Abgrund Unendlichkeit Quadriennale Düsseldorf | 5.4. – 6.7.2014 | K20 Grabbeplatz „Der weiße, freie Abgrund, die Unendlichkeit liegt vor uns“, so formuliert Kasimir Malewitsch 1919 seine Vision einer neuen, zukunftsgerichteten Malerei. Die „Nichtfarbe Weiß“ ist auch in den Werken von Wassily Kadinsky und Piet Mondrian gerade in der Zeit zu beobachten, in der sie sich einer ungegenständlichen Kunst zuwenden. Ausgehend von ausgewählten Hauptwerken der drei Avantgardekünstler widmet sich die Ausstellung, die im Programm der Quadriennale 2014 zu sehen sein wird, erstmals den vielschichtigen Themenfeld der weißen Flächen. Verbunden damit sind Raum- und Zeitutopien im Spannungsfeld zwischen Kunst, Naturwissenschaft, Philosophie, Parareligion, Literatur und Populärkultur des beginnenden 20. Jahrhunderts.

Olafur Eliasson: Dein Ausstellungsguide Quadriennale Düsseldorf | 5.4. – 10.8.2014 | K20 Grabbeplatz In direkter Anlehnung an die Ausstellung entwickelt Olafur Eliasson mit der Kunstsammlung das ungewöhnliche Projekt Dein Ausstellungsguide. In der Verschmelzung von raumgreifender Installation und digitaler App eröffnet Eliasson einen Erfahrungsraum – ein Exploratorium, das der fortschreitenden Mumifizierung unserer Sinne durch die alltägliche Flut von Bildern und Informationen entgegentreten soll. Eliasson eröffnet so die Möglichkeit, das Museum und seine Werke aus vollkommen neuartigen Perspektiven aktiv zu erfahren. Die Arbeit wird bis zum 10. August im K20 zu erleben sein.

Unter der Erde – Von Kafka bis Kippenberger | Quadriennale Düsseldorf | 5.4. – 10.8.2014 | K21 Ständehaus

Rund 120 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen zeigen die Auseinandersetzung der beiden Künstler Max Slevogt und Paul Klee mit ihren Ägyptenreisen 1914 bzw. 1928/29. Die bildnerische Umsetzung ihrer Eindrücke vom „Orient“, die Arbeitsweisen des impressionistischen Farbenzauberers Slevogt (1868-1932) und des bildpoetischen „Seiltänzers“ Klee (1879-1940) könnten nicht verschiedener sein. Erreicht Slevogts Schaffen während seines Aufenthaltes am Nil einen künstlerischen Höhepunkt, so begleitet Klee die Auseinandersetzung mit Pyramiden oder Hieroglyphen

Paul Klee | vermessene Felder, 1929, 47 (N 7) Aquarell und Bleistift auf Papier auf Karton, 30,4 x 45,8 cm | Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf | Foto: © Kunstsammlung NRW

vom Frühwerk bis in seine späten Jahre. Eine Ausstellung der Kunstsammlungen Dresden und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf.

Annette Messager 13.9.2014 – 22.3.2015 | K21 Ständehaus Annette Messager zählt ohne Zweifel zu den wichtigsten Repräsentanten der französischen Gegenwartskunst. Seit 2011 bereichert ihre zunächst in Paris, Moskau und Warschau gezeigte Installation Sous vent die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Im Untergeschoss von K21 wird ihre Arbeit, die sich über 30 Meter erstreckt, in voller Größe zu besichtigen sein. Unter einem riesigen Seidentuch, von dem Wind eines Ventilators wellenförmig in Bewegung versetzt, befinden sich Objekte, die an Hände oder Organe erinnern. Neben der raumgreifenden Arbeit „Unter Wind“, die an die Wirkung der Naturgewalten denken lässt, zeigt Annette Messager im K21 auch einige ihrer neueren Werke.

Wael Shawky 6.9.2014 – 4.1.2015 l K20 Grabbeplatz Parallel zur Ausstellung Nach Ägypten! ist in der Grabbehalle im K20 eine zeitgenössische Video-Installation des ägyptischen Künstlers Wael Shawky (*1971) zu sehen. Auch bei Shawky geht es um die Wirkungsweise von Projektionen und die Auseinandersetzung mit dem Fremden.

Thomas Schütte | Bunker, Modell V | 1981 | Collection Fundação De Serralves - Contemporary Art Museum, Porto, Portugal | © VG Bild-Kunst, Bonn Foto: © Kunstsammlung NRW

Bildende Künstler und Literaten haben sich besonders im 20. Jahrhundert intensiv dem Thema des Unterirdischen gewidmet. Die im K21 im Programm der Quadriennale Düsseldorf stattfindende Ausstellung behandelt die Verlagerung des Lebensraums unter die Erdoberfläche: Bunker, Keller, Höhlen, Grotten und Tunnel verbinden sich mit Utopie als auch Anti-Utopie. Die traumatisierende Erfahrung der Weltkriege und die Nutzung der unterirdischen Räume als Schutzraum haben die Topografie des Unterirdischen zu einem wichtigen künstlerischen Thema werden lassen. Henry Moores Skizzen der Schutz suchenden Menschen in den U-Bahntunneln Londons 1941 sind Teil der Ausstellung. Ebenso wurde das Unterirdische zur Metapher für das menschliche Subjekt: Die Verknüpfung des Unbewussten mit dem Ort des Kellers in der Traumdeutung von C.G. Jung zu Anfang des 20. Jahrhunderts fand einen Niederschlag in zentralen Kunstwerken. Als zeitgenössische Künstler sind Christoph Büchel, Thomas Demand, Peter Fischli David Weiss, Roni Horn,

Wael Shawky | Cabaret Crusades: The Path to Cairo | 2012, HD Video, Farbe, Sound, ca. 61 Min., Videoausschnitt | Courtesy the artist and Sfeier-Semler Gallery, Beirut / Hamburg | Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, erworben 2012 | © Künstler Foto: © Kunstsammlung NRW

Adressen K20 GRABBEPLATZ Grabbeplatz 5, 40213 Düsseldorf

F3 SCHMELA HAUS Mutter-Ey-Straße 3, 40213 Düsseldorf www.kunstsammlung.de

KPMG-Kunstabend jeden 1. Mittwoch im Monat 18 – 22 Uhr (Eintritt frei) Am 24.12., 25.12. und 31.12. ist geschlossen, an allen übrigen gesetzlichen Feiertagen in Nordrhein-Westfalen ist geöffnet Während der Quadriennale gelten Sonderöffnungszeiten, s. www.kunstsammlung.de

Öffnungszeiten K20 GRABBEPLATZ K21 STÄNDEHAUS Di – Fr 10 – 18 Uhr Sa, So, feiertags 11 – 18 Uhr Mo geschlossen

Eintrittspreise K20 GRABBEPLATZ Normalpreis EUR 12 ermäßigt EUR 9,50 Kinder und Jugendliche (6-18 Jahre) EUR 2,50

K21 STÄNDEHAUS Ständehausstraße 1, 40217 Düsseldorf

K21 STÄNDEHAUS Normalpreis EUR 12 ermäßigt EUR 9,50 Kinder und Jugendliche (6-18 Jahre) EUR 2,50 Kombiticket (beide Häuser) Normalpreis EUR 17 ermäßigt EUR 13 Kinder und Jugendliche (6-18 Jahre) EUR 4 KPMG-Kunstabend Jeden 1. Mittwoch im Monat: 18.0022.00 Uhr, Eintritt frei. Weitere Informationen zu Führungen, Veranstaltungen, Museumsshop unter www.kunstsammlung.de


14  |  Essen

KURT | arttourist.com 1|2014

ESSEN.WelcomeCard. Mit der ESSEN.WelcomeCard. entdecken Sie die Stadt Essen bequem und vor allem preisgünstig. Ob als Einzelperson oder in einer Gruppe, ob an einem, zwei oder drei Tagen - die ESSEN. WelcomeCard. bietet Ihnen eine Fülle von Vergünstigungen bei 36 Partnern aus den Bereichen Kunst, Kultur, Freizeit, Gastronomie, Hotellerie und Shopping. Abgerundet wird das Angebot durch eine freie Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln im Essener Stadtgebiet während der gesamten Gültigkeitsdauer. www.essen.de/welcomecard

Essener Schönheiten – das Beste der Stadt

Essen Die Kultur-Metropole im Herzen des Ruhrgebiets Zugegeben: Rom ist älter. Berlin, Dresden oder München jedoch keineswegs. Rund 1.160 Jahre wechselvoller Geschichte liegen bereits hinter der Stadt Essen. Gegründet als Stift für Töchter des sächsischen Hochadels, an Größe gewonnen durch die Industrialisierung und das „schwarze Gold“ ist Essen heute Ruhrgebietsmetropole mit rund 570.000 Einwohnern, Einkaufsstadt, Universitätsstadt, Konzernstandort und vor allem (Industrie-)Kulturstadt. Leuchtturm und Landmarke ist die Zeche Zollverein; das einzige UNESCO-Welterbe des Ruhrgebiets ist heute unter anderem Sitz des Ruhr Museums, dem „Gedächtnis und Schaufenster der Metropole Ruhr“ sowie des Red Dot Design Museums, das mit rund 2.000 Exponaten aktuellen Produktdesigns aufwartet. Von der schönsten Zeche der Welt ist es nicht weit zum „schönsten Museum der Welt“: das Museum Folkwang, das als eines der renommiertesten Kunstmuseen der Welt gilt – und dies nicht erst seit der Eröffnung seines spektakulären Chipperfield-Neubaus im Jahr 2010. Inbegriff für schnörkellose Eleganz wiederum ist das 1988 vom finnischen Architekten Alvar Aalto entworfene Opernhaus. Es gehört mittlerweile zu den besten in Deutschland und genießt auch international hohes Anse-

hen. Den Vokalisten des Hauses stehen das Aalto Ballett Theater Essen und die Essener Philharmoniker dabei grundsätzlich in nichts nach; letzteren wurde mit der Philharmonie Essen im traditionsreichen Saalbau von 1905 ein zusätzliches, hochgeschätztes Refugium geschaffen. Ebenfalls eine der besten kulturellen Adressen des Landes ist das Grillo-Theater. Nur wenige Gehminuten davon entfernt können Interessierte im Domschatz Essen unter anderem mit der Goldenen Madonna die älteste erhaltene vollplastische Marienfigur der abendländischen Kunst besichtigen. Essen ist Kultur-Hochburg – und das nicht nur für Hochkultur. Auch in Sachen Entertainment hat die Stadt vielerlei Highlights zu bieten. Das GOP Varieté-Theater etwa, das den Besuchern zweimonatig wechselnde, innovative Live-Shows bietet oder die Lichtburg, Deutschlands

größter historischer Filmpalast. Und auch im Entertainment lebt die Industriekultur fort: Sei es in der Zeche Carl, die sich als soziokulturelles Zentrum, als Schauplatz von Rockkonzerten und Comedy-Shows einen Namen gemacht hat oder in der ehemaligen „VIII. Mechanischen Werkstatt“ der Firma Krupp, die heute als Colosseum Theater Veranstaltungsgeschichte schreibt. Zudem wartet die Stadt mit einer pulsierenden freien Szene auf, in der Theater, Musik, Kunst und Malerei mit viel Engagement und Leidenschaft dargeboten werden. Und auch wer nach Herzenslust einkaufen möchte, wird in Essen fündig: In den rund 1.000 Warenhäusern, Boutiquen und Geschäften in der City bleiben keine Shoppingwünsche offen. Dass sich Großstadt und Natur nicht ausschließen zeigt die Tatsache, dass sich Essen die drittgrünste Stadt Deutschlands nennen darf. Die beliebteste grüne Lunge ist der 70 Hektar große Grugapark. Im tiefsten Süden gleichwohl läuft die Stadt in Sachen Grün zur Höchstform auf. Hier liegt der acht Kilometer lange Baldeneysee und damit Urlaub in der Luft. Und über allem thront die Villa Hügel, einst Stammsitz der Familie Krupp, heute Ausstellungsort der Extraklasse. EMG – Essen Marketing GmbH

Erkunden Sie die Highlights der Stadt mit der Pauschale „Essener Schönheiten – das Beste der Stadt“. Nach einer Übernachtung im Hotel Mövenpick besichtigen Sie das „schönste Museum der Welt“, das Museum Folkwang. Zudem machen Sie einen Rundgang über den Denkmalpfad Zollverein. Die Zeche Zollverein, heute das einzige UNESCO-Welterbe des Ruhrgebiets, war einstmals das größte und förderstärkste Steinkohlebergwerk Europas. Für eine ideale Stadterkundung sorgt die 48-stündige ESSEN.WelcomeCard. Ab 109 Euro pro Person im Doppelzimmer. Buchung: EMG-Touristikzentrale Tel. 0201 8872333 | E-Mail touristikzentrale@essen.de

Thementour „ESSEN.Von Anfang an.“ Sie wollen Essen näher kennenlernen? Dann buchen Sie eine der zahlreichen und vielseitigen Thementouren der EMG Essen Marketing GmbH. Ein Highlight in diesem Jahr ist der Rundgang „ESSEN.Von Anfang an.“ In sieben Touren lassen zwei Schauspieler an geschichtsträchtigen Orten die spannende Geschichte Essens wieder lebendig werden. Angefangen von der Gründung als Stift über die Zeit der Industrialisierung bis hin zur Gegenwart als lebendige Dienstleistungsmetropole mitten im Herzen des Ruhrgebiets. www.essen.de/tourismus

„1914 – Mitten in Europa“ Zum hundertsten Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkriegs zeigen das Ruhr Museum und LVRIndustriemuseum vom 30. April bis zum 26. Oktober 2014 in den spektakulären Räumen der ehemaligen Kokerei Zollverein die große Publikumsausstellung „1914 – Mitten in Europa“. Die Sonderausstellung richtet ihren Fokus nicht nur auf das tiefgreifende Ereignis des Krieges selbst, sondern auf die gesellschaftlichen Veränderungen der Epoche von 1890 bis 1930 in der Region an Rhein und Ruhr. www.ruhrmuseum.de

„Inspiration Japan – Monet, Gauguin, Van Gogh…“ Wie sehr die japanische Kunst die Entwicklung der Europäischen Moderne beeinflusst hat, zeigt die Sonderausstellung „Inspiration Japan – Monet, Gauguin, Van Gogh…“, die vom 27. September 2014 bis zum 18. Januar 2015 im Museum Folkwang gezeigt wird. Der Schwerpunkt liegt auf dem Zeitraum von 1860 bis 1910, der Anfangs und Hochphase der Rezeption japanischer Kunst in Frankreich. Gezeigt werden Hauptwerke der wichtigsten Künstler jener Zeit aus internationalen Museen und Privatsammlungen im Dialog mit Farbholzschnitten und Kunstgegenständen japanischer Meister. www.museum-folkwang.de


KURT | arttourist.com 1|2014

Hannover  |  15

„Hannovers Herrscher auf Englands Thron 1714−1837“ Niedersächsische Landesausstellung in Hannover und Celle | 17.5. – 5.10.2014 123 Jahre lang saßen Hannoveraner Herrscher zugleich auf Englands Thron und regierten zwei Reiche. 300 Jahre nach der Krönung Georgs I. gibt die Niedersächsische Landesausstellung „Hannovers Herrscher auf Englands Thron 1714–1837“ erstmals einen umfassenden Einblick in dieses wichtige Kapitel der deutsch-britischen Geschichte. Vom 17. Mai bis 5. Oktober 2014 widmen sich gleich fünf Museen und Schlösser in Hannover und Celle der Epoche, als die Royals aus Hannover kamen. In der zentralen Ausstellung im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover vermitteln rund 600 Exponate, darunter Kunstschätze aus international renommierten Museen und Sammlungen ein vielschichtiges Bild dieser bedeutsamen Epoche. Zu den Höhepunkten zählen die erstmals nach Deutschland entliehene Staatskrone Georg I. aus der Royal Collection in London. Anhand der Biografien der fünf Herrscher von Georg I. bis Georg IV.

und Wilhelm IV. wirft die Schau einen spannenden Blick auf Europa und die Welt im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Und sie zeigt die vielfältigen Einflüsse und Wechselwirkungen zwischen beiden Reichen auch auf gesellschaftlicher und kultureller Ebene. Die Palette reicht von Themen wie Konfession und Krieg über Tee, Reisen, Pferde und Wissenschaft. Daneben werden Stücke aus der berühmten Kunst- und Antikensammlung des Grafen von Wallmoden, die sich heute unter anderem im Besitz des Metropolitan Museum in New York und des Prado in Madrid befinden, erstmals seit 1818 zusammengetragen und im Museum Schloss Herrenhausen präsentiert.

Auf den Spuren der Royals Wer sich oder Freunde wirkungsvoll auf das große Ausstellungsereignis einstimmen will, kann jetzt die Royal-Box kaufen: Sie enthält Gutscheine für Kombitickets, Stadtrundfahrt und/oder Übernachtung für 2 Personen. www.royals-aus-hannover.de

Drei Themenausstellungen geben dazu vertiefende Einblicke in die facettenreiche Epoche: „Reif für die Insel. Das Haus Braunschweig-Lüneburg auf dem Weg nach London“ im Residenzmuseum im Celler Schloss., die Ausstellung „Königliches Theater. Britische Karikaturen aus der Zeit der Personalunion und der Gegenwart“ im Wilhelm Busch - Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst und „Eine Kutsche und zwei Königreiche. Hannover und Großbritannien 1814–1837“ im Historischen Museum Hannover. www.royals-aus-hannover.de

INFORMATIONEN Niedersächsische Landesausstellung 2014 „Hannovers Herrscher auf Englands Thron 1714–1837“ www.royals-aus-hannover.de info@royals-aus-hannover.de Tel: +49 (0) 511 / 9807-686 AUSSTELLUNGSORTE Niedersächsisches Landesmuseum Hannover, Museum Schloss Herrenhausen, Hannover, Historisches Museum Hannover, Wilhelm Busch - Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst, Hannover, Residenzmuseum im Celler Schloss, Celle ÖFFNUNGSZEITEN Niedersächsisches Landesmuseum: Di–So 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr Mo geschlossen PREISE Einzelticket Niedersächsisches Landesmuseum Hannover Erwachsene 10 EUR | ermäßigt 8 EUR Kombiticket für alle fünf Ausstellungen

Ein royales Jahr Erwachsene 16 EUR | ermäßigt 14 EUR Gruppen ab 10 Pers. (pro Person) 14 EUR Familien: A (2 Erw. mit bis zu 4 Kindern) 35 EUR B (1 Erw. mit bis zu 4 Kindern) 20 EUR Adressen, Preise und Informationen zu allen weiteren Ausstellungsorten unter www.royals-aus-hannover.de/ausstellungen ANREISE Mit dem Sparpreis Kultur der Deutschen Bahn können Sie von allen Bahnhöfen in Deutschland zum Preis ab 39 Euro (2. Klasse) und ab 49 Euro (1. Klasse) bei Hinund Rückreise innerhalb von drei Tagen zur Ausstellung nach Hannover fahren. www.bahn.de/kultur. FÜHRUNGEN An allen Ausstellungsorten gibt es offene Turnusführungen. Dazu erscheint ein umfangreiches Programm an Themenführungen und Workshops (www.royals-aushannover.de/vermittlung)

Eine feierliche Krönungszeremonie Georgs I., eine eigens komponierte Oper oder ein britisches Gartenfestival: Über 60 Veranstaltungen verbreiten 2014 royalen Glanz in Theatern, Museen, Kirchen und Parks. Einen aktuellen Veranstaltungskalender steht unter www.royals-aus-hannover.de.

Auch London feiert In London wird der 300. Jahrestag der Königskrönung von Georg I. ebenfalls gewürdigt, so etwa mit der Ausstellung „The First Georgians: Art & Monarchy 1714–1760“ (11.4.–12.10., Queen‘s Gallery, Buckingham Palace) oder im Rahmen des Lufthansa Festivals of Baroque Music (14.5.–24.10.).


KURT | arttourist.com 1|2014

Karlsruhe  |  17

art KARLSRUHE Klassische Moderne und Gegenwartskunst 13. – 16.3.2014 Bewährtes und Neues Die elfte art KARLSRUHE erwartet Sie mit ihrem bewährten Konzept des architektonischen Wechsels von Kojen und Skulpturenplätzen. So wird das Schauen und verweilen zum entspannten Kunsterlebnis. Über 200 Galeristen präsentieren in den noch strenger thematisch gegliederten Hallen ihr hochwertiges Programm. 40 Galerien sind erstmalig dabei und bringen neue Positionen und Entdeckungen mit. Einen Großteil der Neuzugänge finden Sie in der dm-arena, die sich der »Contemporary Art« widmet. Die gegenüberliegende Halle 1 »Limited« – präsentiert

in diesem Jahr noch dezidierter Editionskunst, Fotografie und Objektkunst. Die Klassische Moderne und Moderne Klassik finden Sie in bewährter Weise in den Hallen 2 und 3. Ob Malerei oder Bildhauerei, ob Zeichnung, Druckgrafik, Multiples oder Fotografie: auf 35.000 qm Ausstellungsfläche entsteht eine klar strukturierte, architektonisch anmutende „Kunstlandschaft“, die zu intensivem Sehen, konzentrierter Auseinandersetzung und entspanntem Einkauf einlädt. 200 One-Artist-Shows, 20 Skulpturenplätze und viele Ruhezonen verschaffen Ihnen Übersicht und Muße auf Ihrem Weg durch die Hallen

und auf dem Weg vom Sehen zum Sammeln. Abgesicherte bildnerische Positionen werden bewusst in Balance mit jüngsten künstlerischen Experimenten gehalten. Das gibt der Messe ihre Spannung. Die Atmosphäre der Messe wird nicht nur von den lichtdurchfluteten Hallen und der vom Kurator architektonisch aufgeplanten Kojenlandschaft geprägt. Es herrschen familiäre Stimmung und gute Laune vor; abseits des üblichen Kunstmarktgetümmels begegnen sich hier Künstler, Galeristen und Kunstliebhaber auf Augenhöhe und pflegen intensiven Austausch.

© art KARLSRUHE/Jürgen Rösner

ARTIMA art meeting “Malerei – mehr als ein immer wiederkehrender Trend?“ Seit seiner ersten Ausgabe greift das ARTIMA art meeting aktuelle Diskussionen zu Kunstrichtungen, einzelnen Künstlern aber auch zum Kunstmarkt und staatlicher Kulturpolitik auf. Diesmal erleben Sie sechs Gespräche des Kunstjournalisten Carl Friedrich Schröer mit Künstlern, Sammlern und Kuratoren. Die Gespräche widmen sich dem in Karlsruhe von Anfang an gesetzten Schwerpunkt Malerei und thematisieren das jüngst ausgerufene Revival der Malerei. Was macht die Faszination der Malerei aus? Warum greifen auch heute noch so viele Künstler zu Farbe und Pinsel und warum ist die Malerei momentan Kurators Liebling? Freuen Sie sich auf anregende Gespräche dazu u. a. mit dem Künstler Franz Ackermann, dem Kurator Roger M. Buergel, der Geschäftsführerin der Emder Kunsthalle, Eske Nannen oder auch dem Sammler Paul Maenz. Aktionshalle l 13. Und 14.3., 14 – 16 Uhr

Sonderschauen

Foto: G.-A. Wrede

Spitzenwerke aus der Sammlung Nannen Die Tradition fortschreibend widmet sich die diesjährige Sonderschau der art KARLSRUHE der Privatsammlung des „Stern“Gründers und Kunstmäzen Henri Nannen. Sie dürfen gespannt sein auf eine vom Direktor der Emder Kunsthalle, Frank Schmidt, getroffene Auswahl aus Nannens bedeutender Glasnost-Sammlung, ergänzt durch Werke der Klassischen Moderne. Auf über 400 Quadratmetern wird somit erneut exemplarisch gezeigt, wie fruchtbar Sammelleidenschaft sein kann. Der 100. Geburtstag Henri Nannens im Dezember 2013 bildet einen willkommenen Anlass, um diesen charismatischen Menschen und Mäzen, der 1996 gestorben ist, zu würdigen und seine Sammlung im MesseKontext zu erschließen. Halle 1

Ein Glanzlicht: die Sonderschau „rosalie“ in Kooperation mit dem ZKM | Karlsruhe

Fotos © art KARLSRUHE/Jürgen Rösner Adresse Messe Karlsruhe Messeallee 1 76287 Rheinstetten www.art-karlsruhe.de Öffnungszeiten 13.–15.3.2014 12–20 Uhr 16.3.2014 11–19 Uhr Professional Preview 11–21 Uhr und Vernissage (nur für geladene Gäste) Eintrittskarte Tageskarte EUR 18, erm. EUR 14

Abendkasse ab 17 Uhr EUR 12 2-Tageskarte EUR 26, erm.EUR 22 Dauerkarte EUR 32, erm. EUR 28 Gruppe ab 10 Personen EUR 14 Familienkarte (zwei Erwachsene mit bis zu drei Kindern von 12 bis 17 Jahre) EUR 42 Tageskarte im Vorverkauf (Online) EUR 16

Führungen Öffentliche Führungen ohne Anmeldung

Fremdsprachenführung (englisch/französisch), Täglich 15 Uhr

Überblicksführungen Einstündiger Rundgang, der die Struktur der Messe vorstellt und einen ersten Eindruck verschafft Täglich 11 Uhr (nur sonntags), 12, 14, 15 und 17 Uhr

Katalog art KARLSRUHE Katalog + Katalog der One-Artist-Show EUR 25

Ausführlicher Messerundgang 90-minütige Führung auch zu ausgewählten Schwerpunkten unter den verschiedenen künstlerischen Positionen. Täglich 13 und 16 Uhr

Online Buchungen auf www.art-karslruhe.de Führungen für Gruppen nur mit Voranmeldung Erleben Sie Führungen abgestimmt auf die Wünsche Ihrer Gruppe. Anmeldung und Beratung Frau Nicole Reber, gcc GmbH, Tel.: +49 1522 7795993 / info@culture-consulting.ch

Ein außerordentliches Ereignis auf der art KARLSRUHE 2014: Die kinetische Lichtskulptur „LightScapes“ von rosalie. Innerhalb des facettenreichen Œuvre der Stuttgarter Künstlerin rosalie ist die Lichtkunst in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Thema geworden. Ihre großformatigen kinetischen Lichtskulpturen werden national wie international mit großem Interesse wahrgenommen. Zeitgenössische Materialien, Technologien von größter Komplexität und digitale Medien bilden die Basis, aus denen rosalie »neue Universen des Lichts« hervorbringt: Lichtkunstwerke von enormer Farbkraft und Emotionalität. dm-arena | Aktionshalle

Aufenthalt Karlsruhe Tourismus berät, organisiert und bucht Ihren Aufenthalt in Karlsruhe. www.karlsruhe-tourismus.de


18  |  Konstanz

KURT | arttourist.com 1|2014

Live-Ritterspiele und Ausstellung in Schaffhausen Mit einer Sonderausstellung und authentischen Ritterspielen erinnert Schaffhausen an seine grosse Zeit als Stadt von Ritterturnieren. Die prunkvolle Schau im Museum zu Allerheiligen beleuchtet auf 1000m2 die 500-jährige Geschichte des europäischen Ritterturniers. Nicht nur das spektakuläre Kampfspiel ist Thema, zur Sprache kommt auch die Ausbildung der Knappen, die Rolle der Frauen, Gericht und Strafe, Tanz und Bankett. Vom 10. -20. Juli messen sich die besten Turnierreiter Europas live im Lanzenstechen. 10. 4. - 21.9. 2014 | www.allerheiligen.ch Blick auf die Konzilstadt Konstanz Foto: Achim Mende

600 JAHRE KONSTANZER KONZIL 2014 – Jahr der europäischen Begegnungen 2014 bis 2018 jährt sich das Konstanzer Konzil zum 600. Mal. Teilnehmer aus aller Herren Länder machten Konstanz 1414 bis 1418 zu einem Ort der Begegnungen und Impulse. Die alte Bischofsstadt rückte vier Jahre lang ins Zentrum der abendländischen Welt. Größter Erfolg war zweifellos 1417 die Wiederherstellung der kirchlichen Einheit durch die Wahl Martins V. zum neuen Einheitspapst. Doch das Konstanzer Konzil war weitaus mehr als eine Kirchenversammlung: Mit zwei Reichstagen, zahlreichen Belehnungen und anderen politischen Akten prägte es die europäische Geschichte nachhaltig. Der größte Kongress des Mittelalters war zugleich Treffpunkt für Universitäten, Büchermarkt und Kopierzentrum für neue oder in Vergessenheit geratene Schriften sowie Wegbereiter für neue Strömungen wie den Humanismus. Die Konzilversammlung war aber auch für die Verurteilungen und Hinrichtungen von Jan Hus und Hieronymus von Prag als Ketzer verantwortlich.

gehend von den historischen Ereignissen zum europäischen Austausch ein, um Impulse für die Zukunft zu setzen. Fünf Köpfe, die das Konstanzer Konzil geprägt haben, sowie fünf zeitlos aktuelle Themen stehen stellvertretend für die fünf Jubiläumsjahre. 2014, das Eröffnungsjahr, ist König Sigismund gewidmet, dem eigentlichen Initiator des Konzils. Das „Jahr der europäischen Begegnungen“ erinnert an die Vielfalt der

Gäste vor 600 Jahren und lädt zur Auseinandersetzung mit Europa heute ein. Eröffnet wird das Jubiläum mit einem großen Konzilfest zur Eröffnung der Großen Landesausstellung im Konstanzer Konzilgebäude. Vom 27.4. bis zum 21.9. präsentiert das Badische Landesmuseum unter dem Titel „Das Konstanzer Konzil. Weltereignis des Mittelalters 1414–1418“ Meisterwerke der spätmittel-alterlicher Kunst- und Kulturgeschichte.

Europa zu Gast Begegnung, Dialog und Impulse kennzeichneten die Zusammenkunft vor 600 Jahren; nun präsentiert sich Konstanz erneut als Stadt der Begegnungen, lädt aus-

Richental-Chronik Fest der Wechsler von Florenz © Rosgartenmuseum Konstanz

Auswahl aus dem Jubiläumsprogramm 2014 19.-22.06.14: Europäische Avantgarde um 1400 Musikfestival in Kooperation mit dem SWR Höfische Musik aus ganz Europa, Stadtpfeifer und Spielleute, konkurrierende Papstkapellen, ja selbst jüdische und orthodoxe Liturgien trafen 1414 bis 1418 in Konstanz zum ersten Mal aufeinander. Die Konzertreihe macht die unterschiedlichen Musikstile, die sich vor 600 Jahren gegenseitig beeinflussten oder auch voneinander abgrenzen wieder hör- und erlebbar. Im Konstanzer Münster, einem zentralen Ort des Konzils erwartet die Hörer ein vielfältiges Programm: 19. 6. Ensemble Tetraktys / 20.6. Ensemble Les Haulz et les Baz / 21.6. Ensemble Ordo Virtutum / 22.6. Ensemble La Reverdie

ab 27.06.14: Konstanz am Meer. Ein Himmelstheater. Konzilfestspiele auf Münsterplatz von Theresia Walser u. Karl-Heinz Ott (UA), Inszenierung Theater Konstanz Konstanz 1414. Hintz und Kuntz stehen seit Stunden am Ufer des Bodensees und warten auf das Schiff des Königs das, längst überfällig, im Nebel des Sees nicht auftaucht. Und als der König mit seiner Frau schließlich Konstanz erreicht, müssen nicht nur die stürmischen Wogen der Ehe geglättet werden, sondern auch die zwischen den am Konzil teilnehmenden Ländern. Auch der Papst bleibt davon nicht ausgenommen - und außerdem gibt es da noch dieses brennende Problem mit Jan Hus! Im warmen Wirtshaus macht sich währenddessen Martha Haefelin Hoffnung, vom Treiben des Konzils zu profitieren. Eine Schiffsflotte will sie aufbauen, die von Konstanz bis zum fernen Meer Handel treibt.

10.–14.09.14: Aufs ÄuSSerste, Europa! Sommertage des Landesverbandes Deutscher Schriftsteller Kulturbüro Konstanz Ist Europa am Rande des Nervenzusammenbruchs? Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Baden-Württemberg und Europa laden dazu ein, Europa vom äußersten Rand her zu denken und einen Dialog zu wagen. In internationalen Tandem-Lesungen, Gesprächen und Diskussionen blicken die Autoren aus dem Herzen Europas in seine Randlagen und darüber hinaus. Und stellen fest: Uns verbindet mehr als gedacht. Kriege, Gesellschaftsumbrüche, Familiengeschichten, moderne Arbeitswelten und vor allem eines: die Suche nach Wurzeln und nach neuen, funktionierenden Identitäten in einer globalisierten Welt. weitere Infos unter www.konstanzer-konzil.de

„An historischer Stätte ein wahrhaft gastliches Haus” Dieser Leitspruch des Barbarossa-Begründers Martin Miehle von 1874 wird heute durch Ur-Ur-Enkel Florian Miehle, seine Frau Christiane sowie den beiden kleinen Töchtern Katharina und Klara und durch das gesamte Barbarossa-Team täglich aufs Neue mit Leben gefüllt. Wir möchten, dass Sie sich bei uns Zuhause fühlen. In unserem Haus, mit den vielen historischen Details, spüren Sie die bewegte Konstanzer Geschichte. Dank unserer Lage mitten in der Altstadt am Obermarkt lässt sich Konstanz bequem zu Fuß erkunden. www.hotelbarbarossa.de

Ein Traum wird wahr Mit dem „Eugens Bio Cafe Restaurant“ hat sich Eugen Bücheler in Konstanz am Bodensee einen lange gehegten Traum erfüllt. Einen Traum, vom achtungsvollen Umgang mit der Natur und den Menschen. Sein Credo lautet, nur sauber und nachhaltig produzierte Lebensmittel, mit Liebe und Phantasie zubereitet, bringen den Menschen auch Glück und Genuss. Und so setzt er sowohl die Bio-Philosophie, als auch die Slow-Food-Grundsätze in seinem Bio Cafe-Restaurant konsequent um. Im schnörkellos-klassischen Ambiente „entschleunigt“ er seine Gäste mit ambitionierter kreativer Frischeküche und hauseigener französischer Pâtisserie. Dabei werden Vegetarier und Veganer nicht zu Beilagenvertilgern degradiert, sondern vielmehr Carnivore zum Fleischverzicht verführt. Dem über allem stehenden Leitgedanken der unbedingten Qualität verpflichtet, sieht sich Eugen Bücheler als ein Botschafter einer neuen kulinarischen Kultur. Einer Kultur, geprägt von natürlicher gesunder Produktion, Regionalität und Vielfalt. Eine Kultur, die nicht nur verbalisiert im Raum steht, sondern auch am Gaumen erfahrbar ist. www.eugens-bio.de

Atelier Zobel | Anziehung - Leidenschaft - Kraft An den Ufern des Bodensees lotet Peter Schmid zusammen mit seinem Team die Möglichkeiten des Goldschmiedehandwerks aus. Unser Bestreben ist es einzigartige und unverwechselbare Schmuckstücke zu kreieren. Unser Schmuck ist gemacht für Individualisten und Sammler, die die Schönheit des Zeitgenössischen lieben und bereits für die Zukunft denken. Jedes Stück ist ein Unikat, eine Verbindung von Materialien und Formen. www.atelierzobel.com

Das Konziljubiläum im Thurgau Gäste entdecken auf dem neuen Richental-Konzilsweg mittelalterliche Spuren im ganzen Kanton. Im Park von Schloss Arenenberg entsteht ein mittelalterlicher Patriziergarten, in dem man lustwandeln kann wie vor 600 Jahren. Außerdem hat das Konziljubiläum bei den Eidgenossen auch eine kulinarische Komponente: Thurgauer Gastronomen servieren Mittelalterküche mit Zutaten, die es schon zur Konzilzeit gab. Mehr Informationen unter www.konzil-thurgau.ch

Steckborn: mittelalterliche Schönheit am Konzilweg „Richentalroute“


KURT | arttourist.com 1|2014

Konstanz Insel Mainau  |  19

© Robert Schad, VG Bild-Kunst 2014

© Sibylle Pasche

© Armin Göhringer

© Thomas Röthel

Perspektiven aus Stahl ∙ Stein ∙ Holz 5 x 5 – die große Skulpturenausstellung 2014 10.5. – 19.10.2014 | Insel Mainau Nach dem großen Erfolg mit Skulpturen von Thomas Röthel auf der Insel Mainau im Jahr 2011 kuratieren die BEGE Galerien Ulm in Kooperation mit der Mainau GmbH und dem Europäischen KulturForum Mainau (EKFM) erneut eine große Skulpturenausstellung auf der Blumeninsel mit dem Titel »Perspektiven aus Stahl – Stein – Holz«. Nachdem in 2011 Skulpturen von Thomas Röthel in einer Soloshow gezeigt wurden, werden diesmal Skulpturen von gleich fünf Bilhauer/innen präsentiert. Sibylle Pasche, Robert Schad, Carlo Borer, Armin Göhringer und Thomas Röthel werden einen Sommer lang die Insel Mainau in ein großes Openair Museum auf Zeit verwandeln. Die Insel bietet mit ihrer Blütenpracht, dem beeindruckenden Baumbestand und einer abwechslungsreichen Raumfolge zwischen Bewuchs und Sichtachsen eine ideale Plattform für den Dialog von Skulptur und Natur. Die fünf Künstler, die auf ganz unterschiedliche Art mit ihrem Material arbei-

ten, beschäftigen sich bereits seit Monaten mit der Mainau und ihrer jeweiligen Präsentation. Viele der Werke entstehen speziell für die Ausstellung auf der Mainau. Natürliche Strukturen und Veränderungsprozesse sind Sibylle Pasches Inspirationsquellen. Archaische Symbole für das Leben, reduziert auf das Wesentliche. Wohlproportioniert und nie ganz perfekt. Oft brechen filigrane Spitzen oder blasenförmige Rundungen die glatt geschliffene Oberfläche auf, stehen im Kontrast zum Volumen. Robert Schad schafft aus massivem Vierkantstahl Zeichnungen im Raum. Linien entstehen dabei nicht durch Biegen und Verbiegen, sondern aus der Addition unterschiedlich langer, gerader Teile, die verschweißt werden. Die Schweißstellen werden verschliffen, erscheinen dann organisch, gelenkartig. Die zeichnerische Bewegung entfaltet sich in weiten Schwüngen und Bögen plastisch im Raum. Carlo Borer entwickelt seine Objekte im virtuellen Raum mittels CAD, über komplexe Vorgehens-

weisen in Virtual Reality und unter Verwendung von hightech Werkzeugen wie Laser, aber schliesslich auch unter Einsatz anspruchsvollem Handwerks entstehen die Skulpturen in der realen Welt. Armin Göhringers Skulpturen bewegen sich am Rand des Möglichen der sein skulpturales Werk in Holz konsequent vorangetrieben hat. Sein Schaffen, die klassische Holzbildhauerei, wenngleich mit Kettensäge, fasziniert immer wieder neu. Dem Massiven setzt Thomas Röthel Leichtigkeit entgegen, dem Kompakten das Filigrane, dem Starren das Bewegte. Ein weiterer Reiz ergibt sich aus dem Zusammenwirken von Skulptur und Raum. Indem Röthel öffentliche Plätze wählt, erzeugt er ein spannendes Wechselspiel.

© Insel Mainau GmbH

10.5. – 19.10.2014 | www.mainau.de | www.bege-galerien.de Öffnungszeiten und Eintrittspreise für die Insel Mainau unter www.mainau.de

© Carlo Borer, VG Bild-Kunst 2014

© David Franck

Die große Skulpturenausstellung kündigt sich auf der art KARLSRUHE bereits an: die BEGE Galerien präsentieren dort vom 13.-16. März die Künstler des Mainau-Projekts. Von April bis Oktober zeigen die BEGE Galerien in ihrem Stammhaus in Ulm Kleinskulpturen von Thomas Röthel, Robert Schad, Carlo Borer, Sibylle Pasche und Armin Göhringer. Mitten im Ulmer Fischerviertel präsentieren die Galeristen Bernd Geserick und Catherine Hartl in der Galerie am Saumarkt und der Fischerplatz Galerie darüber hinaus zeitgenössische Malerei, Grafik und Fotografie. BEGE Galerien Fischerplatz Galerie Fischergasse 21 89073 Ulm

Galerie am Saumarkt Fischergasse 34 89073 Ulm

+49 (0) 731 6 33 49 +49 (0) 173 340 58 77

info@bege-galerien.de www.bege-galerien.de


20  |  München

KURT | arttourist.com 1|2014

HUNDERTWASSER – HASEGAWA Orient & Okzident Das Münchner Künstlerhaus präsentiert eine eindrucksvolle Ausstellung mit gut 200 Werken der prominenten Künstler Friedensreich Hundertwasser und Shoichi Hasegawa – Druckgrafiken, Aquarelle, einige Druckplatten und Keramik. In der ungewöhnlichen Gegenüberstellung zeigt die Ausstellung „Orient & Okzident“ überwiegend grafische Meisterwerke und Aquarelle von beiden Künstlern aus unterschiedlichen Lebens-perioden – ab 1951 von Hundertwasser und ab 1960 von Hasegawa. 16.7.2014 – 18.9.2014 | Münchner Künstlerhaus | www.hundertwasser-hasegawa.de (ab 1. April 2014)

Glatteis – Die Kriminalbuchhandlung

Matthew Barney: River of Fundament

Wo Sie Ihr anderes Ich treffen. Alle Krimifans in München haben eine feste Adresse. In der Corneliusstraße unweit des Gärtnerplatzes befindet sich glatteis – Die Kriminalbuchhandlung von Monika Doble. Sie finden hier Kriminalliteratur jeglicher Art, vom Klassiker über Mystery und Thriller bis zum Neo-Noir: Hardcover, Taschenbücher, Hörbücher, CDs, DVDs, Literaturmagazine, Krimimagazine, signierte Bücher, fremdsprachige Originaltitel, Secondhand-Bücher. www.glatteis-krimi.de

16.3. – 17.8.2014

Im Glanz des Hephaistos – Antike Schätze

Matthew Barney and Jonathan Bepler | River of Fundament, 2014 | Production Still | Foto / Photo: Hugo Glendinning | © Matthew Barney | Courtesy Gladstone Gallery, New York and Brussels

München Mit der großen Ausstellung „Matthew Barney: River of Fundament“, präsentiert das Haus der Kunst die Weltpremiere des gesamten vielteiligen „River of Fundament“-Projekts von Matthew Barney. Dieses Projekt besteht aus dem symphonischen Film „RIVER OF FUNDAMENT“ von epischer Länge (5 h), großformatigen Skulpturen, Zeichnungen, Fotografien, Storyboards und Vitrinen, und verdichtet sich damit zu einem der komplexesten und ehrgeizigsten in Barneys Werk. Seit 2007 entwickelt Matthew Barney in Zusammenarbeit mit dem in Berlin lebenden amerikanischen Kompo-

nisten Jonathan Bepler das „River of Fundament“-Projekt, das von dem amerikanischen Schriftsteller Norman Mailer und seinem Roman „Ancient Evenings“ (Frühe Nächte) inspiriert ist. Der Roman spielt in Ägypten im Zeitraum 1290-110 v.Chr.; wegen einer Neigung zum Exzessiven wurde er, als er 1983 erschien, überwiegend kritisiert. Die Europapremiere des Films „River of Fundament“ findet am 16. März 2014 in der Bayerischen Staatsoper in München statt. Die Ausstellung im Haus der Kunst und die Filmvorführung bilden zusammen das mehrteilige „River of Fundament“-Projekt - seit der CREMASTER-Retrospektive vor über zehn Jahren ein neues BarneyGesamtkunstwerk.

Matthew Barney | Foto / Photo: Samantha Marble for Pitchfork Haus der Kunst | Prinzregentenstraße 1 | 80538 München | Öffnungszeiten Mo – So 10 – 20 Uhr, Do 10 – 22 Uhr | Eintrittspreise: Normalpreis EUR 10, ermäßigt EUR 7 | Kinder unter 12 Jahren frei | Kombiticket 2 Ausstellungen EUR 12, ermäßigt EUR 10 | 3 Ausstellungen EUR 15, ermäßigt EUR 12 € | www.hausderkunst.de

Antike Gold- und Silberschmiede, Toreuten und Steinschneider, Glas- und Tonbildner schufen unter der Schirmherrschaft des Gottes Hephaistos Kunstwerke von zeitloser Schönheit und handwerklicher Perfektion. Die Sonderausstellung „Im Glanz des Hephaistos“ in den Staatlichen Antikensammlungen München lässt die Phantasie und die atemberaubende Kunstfertigkeit antiker Künstler anschaulich werden. Manche der gezeigten Objekte wurden ursprünglich einer Gottheit geweiht, doch viele dienten primär einem praktischen Nutzen. Staatliche Antikensammlungen München 26.2. – 14.9.2014 | www.antike-am-koenigsplatz.mwn.de

Kunstverein München

Archiv Geiger Im Dezember 2010 eröffnete das Archiv Geiger seine Räume in dem ehemaligen Künstleratelier von Rupprecht Geiger (1908-2009) in München-Solln. Die aktuelle Präsentation zeigt überwiegend sein Spätwerk, darunter auch das allerletzte Gemälde aus dem Jahr 2009. Seit mehr als drei Jahren ist das Archiv Geiger mit positiver Resonanz damit beschäftigt, den künstlerischen Nachlass von Rupprecht und Willi Geiger zu bearbeiten und anhand von verschiedensten Aktivitäten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wir bieten öffentliche und individuelle Archivführungen, Workshops wie Siebdruck- oder Restaurierungswerkstatt, Kunstvermittlung für Kinder, Radtouren zu den Werken im öffentlichen Raum und einiges mehr an. Sie erreichen uns telefonisch Montag bis Donnerstag von 10-13 Uhr, jederzeit per Mail oder Sie kommen persönlich vorbei! Besuchen Sie uns ohne Anmeldung beim MORGEN ROT (immer Montag von 10-14 Uhr), beim ABEND ROT (immer Dienstag von 17-20 Uhr) oder nach vorheriger Vereinbarung.

Hier eine Auswahl aus unserem Programm: Am 15.3. um 14 Uhr findet die nächste Siebdruckwerkstatt statt, bei der Kunstinteressierte ihre Kenntnisse zur Haupttechnik Rupprecht Geigers vertiefen und sich selbst daran versuchen können. Am 5.4. um 14 Uhr werden farbfreudige Kinder durch das Archiv geführt und dürfen abschließend selbst gestalten.

Parallel dazu können die Eltern an einer öffentlichen, monatlich stattfindenden Führung teilnehmen. Am internationalen Museumstag, am 18.5., öffnet das Archiv Geiger mit verschiedenen Aktionen den ganzen Tag seine Türen. Termine öffentliche Führungen: 15.3., 11 Uhr/5.4., 14 Uhr/18.5., 11 und 14 Uhr/12.7., 11 Uhr | ARCHIV GEIGER l Muttenthalerstr. 26 | 81477 München | www.archiv-geiger.de © VG Bild-Kunst, 2014

Der Kunstverein München ist eine der traditionsreichsten Institutionen seiner Art in Deutschland. Mit seinen Räumen in den historischen Arkaden des Hofgartens stellt er seit seiner Gründung im Jahr 1823 nicht nur einen wesentlichen Bestandteil der Münchner Kunstszene dar, sondern stößt auch weit über die Stadtgrenzen hinaus als innovative und streitbare Plattform für zeitgenössische Kunst und ihre Diskurse auf Anerkennung. Hier sehen Sie zuerst, was oft erst Jahrzehnte später Einzug in die großen Häuser und Museen hält. www.kunstverein-muenchen.de

Restaurant Gandl Das Restaurant Gandl liegt direkt am St. Anna Platz, dem schönsten Platz im Lehel. Die sonnigen Terrassen laden ein, um sich zwischen den Einkäufen zu entspannen, sich in der Mittagspause zu erholen oder einfach, um nette Menschen zu treffen und die Atmosphäre zu genießen. Auf der Mittagskarte überwiegen leichte Gerichte mit feiner italienischer Note. Am Abend erwartet Sie in dem schönen Kolonialstil Restaurant mit offenem Kamin, eine gehobene Gastronomie mit köstlichen Sinnesfreuden und Einflüssen aus der französischen Küche. www.gandl.de


KURT | arttourist.com 1|2014

München  |  21

14. münchner biennale Münchener Biennale – Internationales Festival für zeitgenössisches Musiktheater, veranstaltet vom Kulturreferat der Stadt München, ist weltweit einzigartig und gilt als eine der renommiertesten Veranstaltungen im Bereich der neuen Musik. Das Motto der 14. Münchener Biennale enthält schärfste Gegensätze: Befreiung – Katastrophe, Erlösung – Horror, Aufbruch – Untergang. 7. – 23.5.2014 | www.muenchener-biennale.de

Die Münchner Philharmoniker …sind das Orchester der Stadt München und im Gasteig beheimatet. Hier spielt das Orchester in jeder Saison rund 80 Konzerte, zu denen Musikinteressierte jeder Altersstufe strömen. Mit ihren Projekten „Spielfeld Klassik“ und „MPHIL vor Ort“ sind die Münchner Philharmoniker im direkten Kontakt mit der Bevölkerung der Stadt. Ihren unverwechselbaren Klang tragen die Münchner Philharmoniker auf ihren Tourneen als musikalischer Botschafter Münchens außerdem in die wichtigsten internationalen Musikmetropolen weltweit. www.mphil.de | www.spielfeldklassik.de

Florine Stettheimer | Family Portrait II | 1933, Öl auf Leinwand, 117,4 x 164 cm | New York, Museum of Modern Art | Geschenk Miss Ettie Stettheimer 1956 | © 2013, The Museum of Modern Art, SCALA Florenz

Florine Stettheimer 27.9.2014 – 4.1.2015 | Kunstbau Andy Warhol liebte ihre Kunst. Marcel Duchamp organisierte ihre Retrospektive im Museum of Modern Art. Die Künstlerin Florine Stettheimer (1871-1944) war eine der schillerndsten Figuren der pulsierenden New Yorker Kunstszene in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihre Bilder und Gedichte, ihre Entwürfe für Studio und Bühne bilden ein modernes „Gesamtkunstwerk“ und eine Chronik urbanen Lebens. Stettheimer widmete sich Beautycontests und dem Partyleben der Celebrities. Sie malte Wolkenkratzer, die Wall Street und Konsumkultur. Damit nahm sie vieles vorweg, was später die Pop Art interessierte. Heute inspiriert sie einige der faszinierendsten Künstlerinnen und Künstler der Gegenwart. Wir freuen uns sehr, das Werk Florine Stettheimers - das erste Mal außerhalb der USA - in einer großen Ausstellung im Lenbachhaus-Kunstbau zu präsentieren. „I was thrilled. Anyone who’d know just from glancing around that one room of mine that I loved Florine Stettheimer had to be brilliant.“  (Andy Warhol)

Öffnungszeiten di 10 – 21 Uhr Mi – So 10 – 18 Uhr Mo geschlossen Mo, 23.6.2014, bis einschließlich Fr, 27.6.2014: Lenbachhaus geschlossen, Kunstbau geöffnet

Eintrittspreise Normalpreis EUR 10, Ermäßigt EUR 5 Jahreskarte EUR 20 Jahreskarteermäßigt EUR 10 Keine Gruppenermäßigung Ein Ticket beinhaltet den Eintritt sowohl in das Lenbachhaus als auch in den Kunstbau, in dem unsere Sonderausstellungen gezeigt werden.

Weitere Ausstellungen Playtime 15.3. – 29.6.2014 | Kunstbau Mit PLAYTIME überraschen wir Sie mit einer Gruppenausstellung von Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlicher Generationen zum Thema Arbeit in Kooperation mit Munich Re. Seit der Vertreibung aus dem Paradies haben sich die Künste mit dem Thema Arbeit auseinandergesetzt. Was bedeutet Arbeit heute? Welchen Stellenwert nimmt sie in unserer Gesellschaft ein und was haben Künstlerinnen und Künstler dazu zu sagen? Das sind Fragen, die in dieser Ausstellung behandelt werden. Mit Arbeiten von Dieter Roth, Anna Oppermann, Mel Bochner, Andrea Fraser, Darren Almond, Beate Engl, Francis Alÿs, Ignacio Uriarte, Timm Ulrichs, Harun Farocki, Martha Rosler, Peter Piller, Ali Kazma, Tehching Hsieh, Julian Röder, Mladen Stilinovic‘ und anderen.

„Untitled (For Ksenija)“ 19.7. – 31.8.2104 | Kunstbau Im August 2014 zeigen wir eines unserer wiederkehrenden Highlights, die Arbeit „Untitled (For Ksenija)” von Dan Flavin im Kunstbau. Heiner und Philippa Friedrich schenkten 1998 zum Gedenken an ihre Eltern diese Arbeit dem Lenbachhaus . Als herausragendes Werk der Sammlung wird es seither in regelmäßigen Abständen gezeigt. Auch hier erwartet Sie eine Überraschung: Wir kombinieren diese eindrucksvolle Lichtinstallation mit einem Tanzprojekt – über das wir jetzt aber noch nicht zu viel verraten möchten!

Führungen Öffentliche Führungen Regelmäßige öffentliche Führungen siehe www.lenbachhaus.de

Gruppenführungen Gruppenführungen Gruppenanmeldungen und / oder Tickets online unter www.lenbachhaus.de/vermittlung www.lenbachhaus.de/tickets oder über unser Besucherbüro +49 (0)89 233 320-29 (Mo – Fr 9 – 12 Uhr) F +49 (0)89 233 320-03 fuehrungen-lenbachhaus@muenchen.de

Gerhard Bohners Choreographie des Triadischen Balletts von Oskar Schlemmer - eines der erfolgreichsten Stücke der jüngeren Tanzgeschichte - kommt im Juni in München (Staatsballett in der Reithalle) und in Berlin © Wilfried Hösl (Akademie der Künste, Hanseatenweg) zum ersten Mal seit 25 Jahren wieder zur Aufführung. Sie entstand 1977 als Produktion der Westberliner Akademie der Künste. Die Musik komponierte in deren Auftrag Hans-Joachim Hespos. Alle Informationen hierzu finden Sie unter www.staatsballett.de.

Das Hotel Opéra in München

Lenbachhaus München, Blick von der Luisenstraße | © Städtische Galerie im Lenbachhaus München

Adresse Städtische Galerie im Lenbachhaus Luisenstraße 33 80333 München www.lenbachhaus.de

Das Triadische Ballett

Audioguide Der Audioguide ist im Eintrittspreis enthalten (deutsch und englisch) Ausstellungskatalog erscheinen zu den Ausstellungen

Ein stilvolles kleines Stadtpalais im Herzen von München. Dank der Eleganz seiner Räume, seiner Leidenschaft für Kunst und Design und seiner privilegierten Lage gleich neben der exklusiven Maximilianstraße, ist das Hotel Opéra das ideale Haus für anspruchsvolle Gäste, die Individualität und luxuriöses Ambiente schätzen. Hinter den Mauern des kleinen Stadtpalais mit seinem mediterran anmutenden Arkadeninnenhof, eröffnet sich dem Gast eine Oase der Ruhe und Behaglichkeit mit viel Liebe zum Detail. www.hotel-opera.de

Café Puck Das Café Puck ist seit vielen Jahren eine feste Größe in der Maxvorstadt unweit der Pinakotheken und dem Lenbachhaus und das Lieblingsfrühstückslokal der Herausgebers dieser Zeitung. Das gute Essen, das freundliche Personal und die ungezwungene Atmosphäre ziehen jeden Tag Familien, Studenten und genauso Geschäftsleute an. Das Café Puck liegt an der lebendigen Türkenstraße, einer der interessantesten Straße in München. www.cafepuck.de

Manufactum München Im Alten Hof, im ZentrumMünchen, liegt das Manufactum Warenhaus mit integriertem brot & butter-Laden. Auf 900 qm ist fast das gesamte Katalogsortiment zu finden, lädt zum Stöbern und Verweilen ein. Im brot&butter-Laden finden Sie frisches Brot aus der eigenen Steinofenbäckerei, eine wohlbedachte Auswahl frischer und haltbarer Lebensmittel sowie ein Bistro. www.manufactum.de


22  |  MuSeenlandschaft Expressionismus

KURT | arttourist.com 1|2014

MuSeenlandschaft Expressionismus

Franz Marc - Hocken im Schnee, 1911 | Franz Marc Museum, Kochel am See | Franz Marc Stiftung

Kunst- und Naturgenuss zwischen München und dem AlMUSEENLANDSCHAFT penrand an Starnberger See, EXPRESSIONISMUS Kochelsee, Staffelsee und Osterseen. Im oberbayerischen Alpenvorland hat die Kunst des „Blauen Reiters“ ihren Ursprung genommen und weltBUCHHEIM MUSEUM weit eine neue Kunstepoche BERNRIED eingeleitet. Hier bieten gleich FRANZ MARC MUSEUM vier Museen einen konzenKOCHEL A. SEE trierten und qualitätsvollen SCHLOSS MUSEUM Überblick über den deutschen MURNAU Expressionismus. Tipp: Mit STADT MUSEUM der MuSeenKarte auf MuseenPENZBERG Tour gehen. Im ersten Museum regulär zahlen, drei weitere Museen mit ermäßigtem Eintritt besuchen. www.museenlandschaft-expressionismus.de

Mehr als ein Museum Das Buchheim Museum der Phantasie in Bernried

Georg Baselitz, Ein Hund, 1970 | Privatsammlung | © Georg Baselitz 2014

Franz Marc, Das springende Pferd, 1912 | Franz Marc Museum, Kochel am See | Stiftung Etta und Otto Stangl

Franz Marc-Trilogie und Georg Baselitz im Franz Marc Museum in Kochel 2014 Das Franz Marc Museum ist ein privates Museum, dessen Neubau auf eine Stiftung zurückgeht und das ohne Zuschüsse der öffentlichen Hand betrieben wird. Es wurde 1986 in Kochel am See gegründet, um Leben und Werk Franz Marcs in der Landschaft darzustellen, die den Maler geprägt hat. Seit 2008 zeigt das Museum in einem Neubau das Werk Franz Marcs aus erweiterter Perspektive: Der Protagonist und Namensgeber des Museums wird bewusst in den Kontext der Kunst des 20. Jahrhunderts gestellt. Dabei tritt Franz Marc mit Malern wie Paul Klee und Else Lasker-Schüler, Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein, Erich Heckel und Max Beckmann aber auch mit Künstlern wie Joseph Beuys, Per Kirkeby und Georg Baselitz, dessen »Tierstücken« das Museum 2014 eine Ausstellung widmet, in einen Dialog. Daneben bieten stets wechselnde Sammlungspräsentationen neue Einblicke in die künstlerische Entwicklung Franz Marcs. Dies vor dem Hintergrund eines Bestandes, der neben Werken des »Blauen Reiters« bedeutende Arbeiten der »Brücke«, Paul Klees, sowie der deutschen und französischen Nachkriegsabstraktion umfasst. Viele Besucher lieben die Kombination zwischen hochkarätiger Kunst und einer eindrucksvollen Naturkulisse, verbinden Kulturgenuss mit Naturerlebnis

Adresse Franz Marc Museum Kunst im 20. Jahrhundert Franz-Marc-Park 8-10 82431 Kochel am See www.franz-marc-museum.de Öffnungszeiten Di–So und an Feiertagen April-Oktober 10–18 Uhr November–März 10–17 Uhr geschlossen: 24. + 31. Dezember Eintrittspreise Normalpreis EUR 8,50

und einem köstlichem Essen im Museumsrestaurant. Auch Kinder und Jugendliche kommen auf ihre Kosten. Das offene Atelier am Wochenende, Workshops in den Ferien und ein Audioguide von Jugendlichen für Jugendliche, richten sich speziell an unsere jungen Besucher. Das Franz Marc Museum ist ein beliebter Ausflugsort für Familien, für Natur- und Kunstliebhaber, Wanderer und Urlauber aus aller Welt und für Schulklassen. Der Aussichtsraum des Museums, der einen faszinierenden Ausblick auf den Kochelsee und die dahinter liegende Bergkette bietet, ist auch als Ort für standesamtliche Trauungen besonders begehrt. Das Ausstellungsprogramm des Franz Marc Museums konzentriert sich 2014 einerseits auf seinen Protagonisten Franz Marc und entwickelt aus den Schwerpunkten der Sammlung eine Ausstellungstrilogie, die bedeutende Entwicklungsschritte seines Schaffen chronologisch aufarbeitet und präsentiert.

Franz Marc Aufbruch, Avantgarde, Utopie Die erste Ausstellung des Jahres „Franz Marc. Aufbruch zu Licht und Farbe“ (16. Februar – 18. Mai 2014) betrachtet die frühe Entwicklungsphase des jungen Malers auf der Suche nach neuen, antiakademischen Wegen der Kunst und der Rezeption des Impressionismus.

Ermäßigt EUR 7,50 Kinder / Jugendl. 7–16 Jahre EUR 3,50 Familienkarte (Eltern & Kinder) EUR 19 Schüler, Studenten EUR 6 Audioguide Audioguide von Kindern für Kinder und Erwachsenen-Audioguide dt./engl. Führungen Öffentliche Führung: Führung durch die Ausstellung, So 14 Uhr EUR 5 (zzgl. Eintritt) Dialogische Bildbetrachtung

Die zweite Marc-Ausstellung beleuchtet den Künstler „Im Kreis der Avantgarde“, seine Freundschaft zu August Macke, Paul Klee und den Brücke-Künstlern, sowie zu Kandinsky, mit dem er den Almanach „Der Blaue Reiter“ herausgab. (25. Mai – 5. Oktober 2014). Vom 12. Oktober 2014 – 11. Januar 2015 steht das Thema „Franz Marc. Jenseits der Utopien“ im Mittelpunkt und stellt die Umbrüche und Einflüsse dar, die der I. Weltkrieg auf Leben und Arbeit von Künstlern wie Marc, Klee, Grosz, Dix hatte. Die letzten, vor Marcs Tod am 4. März 1916 entstandenen Zeichnungen, zusammengefasst im „Skizzenbuch aus dem Felde“ von 1915, thematisieren eine Neuschöpfung aus dem Chaos. Als besonderes Ausstellungshighlight bezieht vom 6. April bis 21. September 2014 die Ausstellung „Georg Baselitz. Tierstücke: Nicht von dieser Welt“ die Räume des Museums und wird auch Baselitz-Kenner mit noch nie gezeigten und selten zu sehenden Tierbildern sowie unerwarteten Perspektiven auf sein Werk zum Staunen bringen. Kuratorin dieser Ausstellung ist die Baselitz-Expertin Carla Schulz-Hoffmann, ein aufwendiger Katalog erscheint im Sieveking Verlag. Kooperationen und Veranstaltungen werden die Ausstellungsprojekte begleiten und zu inspirierenden, schönen Museumsbesuchen einladen.

April bis Oktober, Sa 14 Uhr EUR 5 (zzgl. Eintritt) Gruppenführungen: Information und Anmeldung Besucherdienst Franz Marc Museum besucherdienst@franz-marc-museum.de Tel. 08851-92488-17 Museumspädagogik: Offenes Atelier Im offenen Atelier im Franz Marc Museum findet freies Werken, Basteln und Malen statt.

So 13 bis 17 Uhr, April bis Oktober auch Sa 13 bis 17 Uhr Kurse & Workshops Kreativangebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in den bayerischen Schulferien. Restaurant: Das Restaurant & Café Blauer Reiter setzt auf Qualität und regionale Produkte und bietet eine Auswahl an köstlichen Speisen und Getränken und hausgemachten Kuchen. www.restaurant-blauerreiter.de

Berühmt wurde Lothar-Günther Buchheim durch „Das Boot“. Doch er war mehr als nur ein Bestseller-Autor. Er war Künstler, Journalist, Galerist, Autor, Verleger – und leidenschaftlicher Sammler! Im Fokus seines Interesses standen Hauptwerke des Expressionismus. Doch auch an den „Wiesenpfaden“ der Kunstgeschichte fand er Gefallen: an afrikanischen Masken, bayerischer Bauernmalerei oder an Flipperautomaten! Buchheim hat uns ein Fest für die Sinne hinterlassen, das mit dem von Olympiaarchitekt Günther Behnisch an den Starnberger See komponierten Bau seinen poetischen Ort gefunden hat. www.buchheimmuseum.de

Schloßmuseum Murnau Der den Ortskern bestimmende Bau des Schloßmuseums Murnau bietet seinen Besuchern eine vielfältige Sammlung. Das Herzstück bildet die Sammlung von Werken Gabriele Münters sowie Arbeiten der Künstler der „Neuen Künstlervereinigung München” und des „Blauen Reiter” wie u. a. Wassily Kandinsky, Marianne von Werefkin, Alexej Jawlensky und Franz Marc. Die Exponate verdeutlichen wie die Künstler seit 1908 in Murnau und Umgebung ihre Bildmotive fanden, die bayerische Volkskunst – insbesondere die Hinterglasmalerei – kennen lernten und hier der entscheidende künstlerische Schritt zu einer neuen expressiven Malerei gelang. Weitere Schwerpunkte sind die Dokumentation zu Leben und Werk des Schriftstellers und Dramatikers Ödön von Horváth, die Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts und die Hinterglaskunst. Das Schloßcafe lädt mit sonniger Terrasse und Blick auf die Berge zum verweilen ein. www.schlossmuseum-murnau.de

Stadtmuseum Penzberg Es wird gebaut! Mit der Spezialisierung auf Heinrich Campendonk, den Jüngsten der Blauen Reiter, hat sich das Penzberger Museum einen Namen gemacht. Nun wächst das Museum, um sowohl die Sammlung als auch die Besucher gut aufzunehmen. Deshalb bleibt das Museum für die Bauzeit geschlossen. In unserem Internetauftritt www.museum-penzberg.de sehen Sie einen Film, in dem das Projekt vorgestellt wird. Ab Herbst 2015 öffnet das erweiterte Museum seine Türen wieder. Bis dahin ist das neue Bergwerksmuseum mit begehbaren Einbauten und vielen Medienstationen einen interessierten Blick wert: www.bergwerksmuseum-penzberg.de


KURT | arttourist.com 1|2014

Schaffhausen  |  23

Ritterturnier

Konstanzer Konzil Ritterturniere dienten auch während des Konstanzer Konzils als beliebter Zeitvertreib. Angeblich soll auch der deutsch-römische König Sigismund heimlich an einem Turnier teilgenommen haben. 2014 bis 2018 lädt Konstanz erneut zu unterhaltsamen, kulturellen und wissenschaftlichen Veranstaltungen ein. Mehr zum Konziljubiläum und zum Programm finden Sie unter: www.konstanzer-konzil.de

Prunkvolle Ausstellung und Live-Ritterspiele in Schaffhausen Schaffhausen war im 15. Jahrhundert ein wichtiger Austragungsort grosser Ritterturniere. Hunderte von Rittern übten sich, wohl auf dem Herrenacker, im eindrucksvollen Wettstreit. Zwei spanische Gesandte haben sich 1436 und 1438 nach Schaffhausen begeben, um das Spektakel mitzuerleben. Sie berichten nicht nur vom Kampf der Reiter. Sie erzählen auch vom höfischen Fest mit Empfängen, Tanz und Bankett. Mit einer grossen Sonderausstellung vom 10. April bis 21. September 2014 und authentischen Ritterspielen (10. - 20. Juli 2014) erinnert Schaffhausen dieses Jahr an seine grosse Zeit als Stadt von Ritterturnieren.

Museumsnacht Hegau Schaffhausen „Freydal“ Turnierbuch Kaiser Maximilians I. | Kunsthistorisches Museum Wien

Geschichte einer Festkultur

dung der Knappen, die Rolle der Frauen, Gericht und Strafe. Aber auch ScherzturDie prunkvolle Schau im Museum zu niere sowie der glanzvolle Rahmen mit Allerheiligen beleuchtet erstmals die Musik, Tanz und Bankett werden in der 500-jährige Geschichte des europäischen Ausstellung zum Thema. Ritterturniers. Auf über 1000m2 werden nebst eigenen Objekten einzigartige Leihgaben aus Wien aus den berühmten Prachtvoll illustriert: habsburgischen SammlunHandbuch zum Ritterturnier gen präsentiert. Die RüsZur Ausstellung erscheint ein opulent betungen des Hochadels bildertes Begleitbuch. Spannende Erläutesind Wunderwerke rungen und Infografiken führen in die der Metallkunst und Thematik ein. Namhafte Spezialiswerden mit modernsten breiten in Aufsätzen neue Forter Ausstellungstechnik schungsergebnisse aus. Erstmals erschlossen. Elfenbeinliegt ein Buch vor, in dem historitäfelchen und Buchmasche Textüberlieferung, Bildquellerei schildern die Ver- Fuchshelm | aus dem len und Objekte der Sachkultur Besitz Kaiser Ferdinands ehrung der Damen im I., 1526/1529 | Kunsthiseinen Gesamtüberblick über die torisches Museum Wien, Minnedienst. Zur Spra- Hofjagd- und Rüstkammer wechselvolle Geschichte des Turche kommt die Ausbilnierwesens bieten.

Stechzeug des Erzherzogs Sigmund von Tirol | 1483 | Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer

Live: Lanzenstechen in der Schaffhauser Altstadt Vom 10. bis 20. Juli 2014 begleitet ein veritables Turnier die Ausstellung. Austragungsort ist der Schaffhauser Herrenacker. Die besten Turnierreiter Europas messen sich im Lanzenstechen und Schwertkampf zu Pferd und zeigen das mittelalterliche Kampfspiel in höchstmöglicher Authentizität. Die Rüstungen sind nach mittelalterlichen Vorlagen nachgebaut und die Lanzen unpräpariert. Eine Falkenschau, historische Reitkunst und originalgetreue Live-Musik begleiten das festliche Spektakel. Ein weiterer Höhepunkt ist das mittelalterliche Lager der Company of Saynt George rund um das Museum zu Allerheiligen. Hier wird das Leben im Gefolge eines Ritters lebendig und historisch korrekt nachgestaltet.

Die 14. Museumsnacht Hegau Schaffhausen wird auch in diesem Jahr fulminant die ganze Nacht erhellen. In einer einzigen Nacht von 18 Uhr bis 0l Uhr sind zahlreiche Museen, Ateliers und Kunstorte offen. Die einzigartige Vielfalt des Angebotes macht es dem Besucher schwer, sich zu entscheiden. Das luxuriöse Uhrenmuseum der IWC in Schaffhausen steht ebenso als Publikumsmagnet wie das kleine Atelier mit wunderbarer Atmosphäre und Gesprächen z.B. von Vera Flötenmeier in Wangen. Auf der deutschen Seite bietet die Stadt Singen ein vielfältiges Programm rund um das und im Rathaus. Zum ersten Mal dabei ist das neue MAC (Museum for Art and Cars). 20.9.2014 | www.museumsnacht-hegau-schaffhausen.com

Internationales Bachfest Schaffhausen Die Musik von Bach und die Stadt Schaffhausen verbindet seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges eine lange Tradition. Unter dem Jubiläumsmotto «Bach festlich» findet bereits das 25. Internationale Bachfest statt: In den unterschiedlichen Festkonzerten werden diesmal insbesondere Bachs feierliche und festliche Kompositionen zu erleben sein. Zudem begeht das Bachfest mit den Break-Dance Weltmeistern «Flying Steps» neues Terrain und öffnet sich für die nächste Generation. 28.5. – 1.6.2014 | www.bachfest.ch

Rockklassiker zum Geburtstag Stars in Town jährt sich 2014 bereits zum fünften Mal. Vom 6. bis 9. August 2014 treffen sich Stars der nationalen und internationalen Musikszene auf Foto © Schmizz dem Herrenacker – der Piazza Grande der Deutschschweiz - mitten in der Schaffhauser Altstadt. Ein deftiger Rockabend mit Status Quo und Uriah Heep eröffnet Stars in Town 2014. 6. – 9.8.2014 | www.starsintown.ch

25. Schaffhauser Jazzfestival

Ausstellung Ritterturnier - Geschichte einer Festkultur 10. April - 21. September 2014 Öffnungszeiten Di - So 11-17 Uhr Adresse Museum zu Allerheiligen Schaffhausen Klosterstrasse 16 CH- 8200 Schaffhausen www.allerheiligen.ch Feiertage geöffnet Karfreitag, Ostermontag, 1. Mai, Auffahrt und Pfingstmontag von 11 – 17 Uhr

Eintritt Sonderausstellung «Ritterturnier» Erwachsene CHF 18 / erm. CHF 12 Kinder 6–16 J. CHF 9 3 Generationen-Ticket (5 Pers.,max 2 Erw.) CHF 40 Publikation „Ritterturnier. Geschichte einer Festkultur“ 280 Seiten, reich illustriert. Auf Deutsch. Hrsg. Peter Jezler, Peter Niederhäuser. Quaternio Verlag Luzern. CHF 48.¬- / ISBN 978-3-905924-23-7 Öffentliche Führungen mittwochs um 14.15 Uhr (3-Generationen-Führung) sonntags um 11.15 Uhr (für Erw.)

Die grossen Ritterspiele zu Schaffhausen 10. - 20. Juli 2014 Detailinfos: www.ritterspiele-schaffhausen.ch Vorstellungszeiten 14.30 Uhr & 19.00 Uhr (tägl. ausser Mo), Dauer ca. 60 Min. Der Openair-Turnierplatz auf dem Herrenacker befindet sich wenige Schritte vom Museum zu Allerheiligen. Kombiticket Im Ticketpreis inbegriffen: 1 Vorstellung Ritterspiele inkl. Tagespass für Ausstellung «Ritterturnier» und mittelalterliches Lager. Preise in CHF Erwachsene Kat 1 55 / Kat 2 48 Kinder bis16 J. Kat 1 32 / Kat 2 24

Vorverkauf Kombitickets Schweiz: www.ticketcorner.ch Deutschland: www.eventim.de Attraktive Packages mit Hotelübernachtung Buchung und Infos: www.schaffhauserland.ch

Wie kein anderes Festival in der Schweiz zeigt das Schaffhauser Jazzfestival jedes Jahr im Mai einen breiten Querschnitt durch das aktuelle Jazzschaffen in der Schweiz. Seit seiner Gründung im Jahr 1990 hat sich das Festival dem nationalen Schaffen im Bereich des Jazz und der improvisierten Musik verschrieben. Jährlich stehen im Mai während vier Tagen rund zehn bis zwölf Formationen auf der Festivalbühne des Kulturzentrums Kammgarn in Schaffhausen. 14. – 17.5.2014 | www.jazzfestival.ch


24  |  Kunsttipps

KURT | arttourist.com 1|2014

Amberg

Lübeck

PABLO PICASSO – ORIGINALGRAFIKEN

WALTER LIBUDA. Doppelt stehn, einfach sehn. Malerei – Zeichnung – Plastik – Objekt 23.02.2014 - 11.05.2014 Museumsquartier St. Annen

„Antike, Eros und Stierkampf“ 28.7. – 25.9.2014 Das Amberger Congress Centrum – im Herzen Ostbayerns zwischen Nürnberg und Regensburg – wartet in den bayerischen Sommerferien wieder mit einem überregional bedeutsamen Kunstereignis auf: mit Pablo Picasso stellt es den Hauptmeister der Moderne vor. Die hochkarätige Kunstausstellung „Antike, Stierkampf und Eros“ zeigt in einer exklusiven Schau mit über 120 Originalgrafiken die große Vielfalt des außerordentlichen Schaffens des wohl populärsten Künstlers des 20. Jahrhunderts. Zu den exklusiven Exponaten zählt die komplette Folge der 26 Aquatinten zu „La Tauromaquia“, deren Illustrationen zu dem 1796 erschienenen Handbuch für Stierkämpfer Picassos lebenslange Faszination für den Stierkampf gut widerspiegeln. Außerdem werden Radierungen und Aquatinten aus der berühmten „Suite Vollard“, der wohl wichtigsten Graphikfolge des Künstlers mit eindrucksvollen Blättern zum Thema Minotaurus, aber auch imponierende Portraits aus der Vorzugsausgabe für „Carmen“ von 1949 zu sehen sein.

Damit ist es dem ACC mehr als 40 Jahre nach Picassos Tod gelungen, die Werke dieses eindrucksvollen Künstlers von Weltrang nach Amberg zu holen. Zur Ausstellung wird es auch kunstpädagogische Führungen und ein interessantes Begleitprogramm geben

Eine große Besonderheit der Amberger Ausstellung ist die prachtvolle Lithographie „Jacqueline de Profil“, von der nur wenige Exemplare gedruckt wurden.

Amberger Congress Centrum | Schießstätteweg 8 | 92224 Amberg | Öffnungszeiten täglich | 11 bis 19 Uhr | Do + Fr | bis 20 Uhr | Eintritt 6 / 5 / 4 € | www.acc-amberg.de

Femme à la Fraise, de Profil II, 29.06.1947 © Succession Picasso/VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Oberhausen Andy Warhol Pop Artist 19.1. – 18.5.2014 Suppendosen und Marilyn Monroe – Plattencover und die Ermordung John F. Kennedys. Andy Warhol ist einer der wichtigsten Vertreter der Pop Art. Er machte Gesellschaftsthemen, tagesaktuelle Medien und Massenprodukte kunst fähig. Den Betrachter konfrontierte er mit vertrauten Objekten aus einer künstlichen, konsumorientierten und oberflächlichen Welt. Die Verwendung der in der Werbung neu eingesetzten Technik des Siebdrucks bot ihm dabei unbegrenzte Möglichkeiten, prägte die Ästhetik seiner Bilder und ihren hohen Wiedererkennungswert. Alltägliches künstlerisch übersetzen und trotzdem in Masse reproduzieren – Warhol schuf Symbole und Ikonen, deren Anziehungskraft bis heute besteht.

Er ist ein Künstler von internationalem Rang. Seine Werke wurden in Ausstellungen von Venedig bis New York gezeigt und seine Arbeiten befinden sich in wichtigen internationalen Museen und Sammlungen. Nun ist Walter Libuda im Lübecker Museumsquartier St. Annen zu sehen. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf bisher nie ausgestellten und bislang unpublizierten Werken, die die neuesten Entwicklungen seines Schaffens repräsentieren. Abgesehen von dem Bestand der Berlinischen Galerie werden ausschließlich Werke aus Privatsammlungen gezeigt, die nur in Lübeck zu sehen sein werden. Begeistert und inspiriert von der KunsthallenArchitektur, die er als „wie für ihn geschaffen“ erlebte, entwickelte der Künstler eigens für Lübeck eine neue Bilderserie. Damit erweist sich Lübeck einmal mehr als Standort wichtiger Positionen zeitgenössischer Kunst. Erstmals wird das gesamte Museumsquartier für eine einzige Ausstellung genutzt: Die Kunstwerke sind auf insgesamt rund 1200 qm Ausstellungsfläche – vier Etagen der Kunsthalle und drei modernen Sonderausstellungsräumen im alten St. AnnenKloster – zu sehen. Bereits 1992 wurde Walter Libuda, Schüler des Begründers der „Leipziger Malerschule“ Bern-

Walter Libuda: Liege mit roter Wolke, 2008 | © VG Bild-Kunst, 2014

hard Heisig, als einem der ersten jüngeren Künstler aus der ehemaligen DDR in der Neuen Nationalgalerie von Mies van der Rohe in Berlin eine viel beachtete Einzelausstellung gewidmet. Zur Ausstellung in Lübeck erscheint ein Katalog. Die rund 50 Fotografien dafür fertigte der Berliner Künstlerfotograf Bernd Kuhnert, der Libudas Werk von Anbeginn dokumentarisch begleitet hat. Museumquartier St. Annen | St. Annen-Straße 15 | 23552 Lübeck | Bis 31.3. | Di-So | 11-17 Uhr | Ab 1.4. | Di-So | 10-17 Uhr | Eintrittspreise: 10 / 8 / 4 € www.mq-st-annen.de

Oostende Weitere Ausstellungen: Eve Arnold (1912-2012) Eine Hommage an die große Magnum-Fotografin vom 25.5. - 7.9. 2014 l Streich auf Streich - 150 Jahre deutschsprachige Comics seit Max und Moritz vom 14.9.2014 -11.1.2015 LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen | KonradAdenauer-Allee 46 | 46049 Oberhausen | Öffnungszeiten Di – So 11 – 18 Uhr, Montag geschlossen, Ostermontag geöffnet | Eintritt EUR 8, ermäßigt EUR 4, Familien (zwei Erwachsene plus Kinder) EUR 12 | Kombiticket mit dem Gasometer EUR 11 | www.ludwiggalerie.de

Leo Weisse, Jane Forth, Paul Morrissey und Andy Warhol vor dem TRASH-Filmplakat, München, 1971, Edition Leo Weisse © Galerie Krätz/ 2012.

Die See - De Zee Maritime Ausstellung in Oostende 1.10.2014 – 31.3.2015 Die See war und ist eine Inspirationsquelle für zahllose Künstler. Das Licht und das Wasser ändern fortwährend ihre Farbe, die Stimmung kann von Stunde zu Stunde wechseln. Das Meer ist gleichzeitig konkret und rätselhaft. In seiner unendlichen Schönheit ist es beruhigend, in seiner Unvorhersehbarkeit bedrohlich. Ebbe und Flut sind eine Art kosmisches Pendel, das den Rhythmus des Lebens widerspiegelt. Künstler waren schon immer vom Meer und dem endlosen Spiel von Licht, Raum und Bewegung fasziniert. Aber ebenso wie die Kunst ist das Meer auch ein Raum, in dem Paradoxe eine Selbstverständlichkeit sind und eine Existenzberechtigung haben. Die See kann als Metapher für die Kunst selber betrachtet werden: Sie ist uns vertraut, aber in ständiger Veränderung begriffen, ohne je einen Kompromiss zu schließen; eine Quelle der Inspiration und der schöpferischen Kraft.

©Photo Dirk Braeckman ©SABAM Belgium 2014.

Die Kuratoren bereiten zurzeit einige Reisen zu renommierten Museen wie dem Musée d’Orsay in Paris und dem The Art Institute in Chicago vor, um dort über eventuelle Leihgaben für die Ausstellung zu sprechen. Die beeindruckende und bereits sehr umfangreiche Liste der Künstler, die sie gerne zeigen möchten, ist vorläufig noch nicht vollständig. Kuratoren: Jan Hoet & Phillip Van den Bossche Assistent-Kuratoren: Melanie Deboutte & Mieke Mels www.muzee.be | www.dezee-oostende.be


KURT | arttourist.com 1|2014

Schwerin  |  25

ganz links: Jan Wiegers | Vrouwenportret | 1926 | Foto: Marten de Leeuw ©Groninger Museum links: Jan Wiegers, Portrait von Kirchner im Atelier, 1925, Foto: John Stoel ©Groninger Museum

Schwerin

Expressionistische Begegnung Ernst Ludwig Kirchner – Jan Wiegers | 5.7. – 28.9.2014 Der Expressionismus erschütterte Europa zu Beginn des 20. Jahrhunderts – mit seiner Absage an die akademische Tradition und seinem leidenschaftlichen Streben, das Wesen der Dinge zu erfassen, oft in großzügig-malerischer Abstraktion. Ernst Ludwig Kirchner (1880 – 1938) war Mitgründer der deutschen Künstlervereinigung Brücke. Im Gegensatz zu seinen Künstlerkollegen Karl Schmidt-Rotluff oder Erich Heckel schuf er ein vielbeachtetes Spätwerk. Kirchner übersiedelte 1917 nach Davos und empfand die Berge als eine vollkommen neue und befreiende Erfahrung. Er erklärte sie zu einem metaphorischen Ort der geistigen Erneuerung. Der Mythos der Ursprünglichkeit spielte für die Expressionisten eine große Rolle und prägte das Verhältnis zu Großstadt und Natur.

Ernst Ludwig Kirchner und der Niederländer Jan Wiegers (1893 – 1959) begegneten sich 1920 erstmals in Davos und arbeiteten bis 1925 immer wieder gemeinsam in den Schweizer Bergen. Nach der Rückkehr Wiegers in die Niederlande bewirkten seine vollkommen neuen, farbintensiven Werke eine radikale Veränderung der Kunst seines Umfeldes. Wiegers erhielt seine künstlerische Ausbildung an der Academie Minerva in Groningen und den Akademien in Rotterdam und Den Haag. Gegen Ende des Ersten Weltkrieges wurde er zu einem der Wegbereiter der neuen Malerei in den Niederlanden. 1918 war Wiegers Mitgründer der Künstlervereinigung De Ploeg. Die Ausstellung „Expressionistische Begegnung. Ernst Ludwig Kirchner – Jan Wiegers“ thematisiert nun erstmals die Künstlerfreundschaft zwischen dem

Deutschen und dem Niederländer und bietet zudem einen ersten umfassenden retrospektiven Überblick über Wiegers‘ Werk in Deutschland. Anhand von rund 100 Gemälden und Grafiken werden Einflüsse und Abgrenzungen in den Werken beider Künstler gegenüber gestellt. Dabei wird die umfangreiche Schweriner Sammlung niederländischer Kunst des 17. bis 18. Jahrhunderts um einen Blick auf die niederländische Kunst des 20. Jahrhunderts erweitert.

Schlossfestspiele Schwerin

Die Ausstellung ist eine Kooperation des Staatlichen Museums Schwerin mit dem Saarlandmuseum Saarbrücken und dem Groninger Museum.

Feinste Opernkultur!

links: Ernst Ludwig Kirchner, Holländer Maler – Jan Wiegers, 1925 ©Kirchner Museum Davos oben: Jan Wiegers, Slaapkamer van Kirchner, ca. 1925, Foto: Marten de Leeuw ©Groninger Museum

Adresse Staatliches Museum Schwerin / Ludwigslust / Güstrow Galerie Alte & Neue Meister Schwerin Alter Garten 3 19055 Schwerin www.museum-schwerin.de

Öffnungszeiten 15.4. – 14.10.2014 Di – So 10 – 18 Uhr Rendezvousdonnerstag 18 – 20 Uhr Mo geschlossen Rendezvous Sommerpause Juli-August

Eintrittspreise Ständige Ausstellung EUR 5 ermäßigt EUR 3,50 Sonderausstellung EUR 5 ermäßigt EUR 3,50 Kombiticket EUR 8 ermäßigt EUR 6 Familienkarte EUR 9 Rendezvous EUR 3

Führungen: Samstag 12 Uhr Sonntag 11 Uhr

Große Oper Open Air bieten die international bekannten SCHLOSSFESTPIELE SCHWERIN an einmalig schönem Ort zwischen Märchenschloss und den historischen Bauten des Staatlichen Museums und des Schweriner Theaters – mit Blick auf Seen und Gärten. Von 27. Juni bis 3. August 2014 bildet „Nabucco“ in der Inszenierung von Georg Rootering den Auftakt eines Verdi-Zyklus, der in den nächsten Sommern das Opernfestival bestimmen wird. Wer kennt ihn nicht, den wohl berühmtesten aller Verdi-Chöre, „Va, pensiero“, den Chor der Gefangenen und Unterdrückten aus „Nabucco“, der vielen Menschen bis heute als Symbol musikgewordener Freiheit gilt?! Nabucco, König von Babylon, steht vor den Toren Jerusalems… Liebe und Hass, Machtbesessenheit und Eifersucht, Wahnsinn, Geiselnahmen und Bekehrungen – dies alles und mehr bietet Giuseppe Verdis dritte, bis heute überwältigend erfolgreiche Oper. Karten unter 0385/5300-123 und www.theater-schwerin.de


26  |  Winterthur

KURT | arttourist.com 1|2014

Fotomuseum Winterthur Robert Adams – The Place We Live 07.06.2014 – 31.08.2014

Kunstmuseum Winterthur © Max Schmid

Winterthur

Das Fotomuseum Winterthur zeigt neuste Tendenzen der zeitgenössischen Kunstfotografie, wie im Sommer die grosse Retrospektive von Robert Adams. Ausserdem entwickelt es eigene Themenausstellungen und ermöglicht die direkte Begegnung mit historischen Dokumenten und klassischer Fotografie. Neben den Ausstellungen, der Präsentation der Sammlung und den Publikationen erprobt das Fotomuseum Winterthur laufend neue Präsentations- und Vermittlungsformen. In Form von Führungen, Werkgesprächen, Vorträgen, Künstlergesprächen, Podiumsdiskussionen, Symposien und Workshops, aber auch über die Website erhalten die BesucherInnen vertiefende Einblicke in die Welt der Fotografie. www.fotomuseum.ch

Schweizer Hauptstadt der Fotografie Die sechstgrösste Stadt der Schweiz wartet mit der grössten zusammenhängenden Fussgängerzone Europas auf. Das mittelalterliche Herz der Stadt pulsiert zu allen Tageszeiten. Läden, Restaurants, Märkte und Festivals beleben die historischen Mauern. Das vielfältige kulturelle Angebot, vom experimentellen Theater bis zum international berühmten Museum, begeistert Kulturinteressierte. Gemäldesammlungen wie sie sonst nur europäische Millionenstädte zu bieten haben. Winterthur liegt mit seiner Mischung aus grosstädtischen Angeboten und kleinstädtischer Überschaubarkeit im Trend.

Pulsierendes Altstadtleben Beginnen wir mit einem Altstadtbummel. In der grössten Fussgängerzone der Schweiz ist das Flanieren reinster Genuss: Im Sommer laden Strassencafés und Terrassenrestaurants zum Verweilen, im Winter sind die Bars und Pubs der Treffpunkt für Smalltalks. Erlebnisse besonderer Art sind die Einkaufstouren. Über 300 Familienbetriebe, nationale und internationale Unternehmen aller Branchen freuen sich auf einen Besuch und erfüllen gerne unterschiedlichste Wünsche und Bedürfnisse. Buntes Treiben garantieren Gemüse-, Früchte-, Blumen-, Fisch- und Trödlermärkte jeweils dienstags, freitags und samstags. Immer wieder lohnt sich auch ein Blick hinauf an die Altstadtfassaden, die mit ihrer Feingliedrigkeit einen Eindruck vom früheren Leben in der Stadt geben. Übrigens: Zwischen Mai und Oktober finden Altstadtführungen unter kundiger Leitung statt. Die Winterthurer Altstadt mit ihrem gemütlichen Ambiente begeistert selbst Weitgereiste.

Kunst von Weltruhm und Kompetenzzentrum für Fotografie Es gibt keine andere Schweizer Stadt, in der so viele bedeutende Kunstwerke von der Renaissance bis zur Gegenwart zu sehen sind. Zehntausende von Kunstliebhaberinnen und –liebhabern aus der ganzen Welt reisen jährlich nach Winterthur, um die Rembrandts, Renoirs,

van Goghs, Hodlers und all die anderen berühmten Maler zu sehen, die in Winterthur vertreten sind. Aber auch die zeitgenössische Kunst ist prominent vertreten, und mit seinen Wechselausstellungen ermöglicht das Kunstmuseum immer wieder Aufsehen erregende Begegnungen mit grossen Künstlerinnen und Künstlern der Gegenwart. Aktuell mit der Ausstellung „Gerhard Richter – Streifen & Glas“. Stolz ist Winterthur auch auf sein Fotomuseum: es ist das erste und einzige dieser Art in ganz Europa. Am gleichen Ort eröffnete vor über zehn Jahren die Fotostiftung Schweiz. Damit steht in Winterthur das wohl grösste Kompetenzzentrum für Fotografie in Europa. Mit nur einem Museumspass ist der Eintritt in die Museen und die Fahrt mit dem Museumsbus besonders einfach und äusserst preiswert.

Die jungen Wilden und das Comedy-Stammhaus Im Herbst wird Winterthur zum Mekka der Kurzfilmfans und Filmschaffenden. Die 18. Ausgabe der Internationalen Kurzfilmtage bringen Bilder in kurze aber heftige Bewegungen. Vielversprechende junge Künstlerinnen und Künstler des zeitgenössischen Kunstgeschehens präsentieren sich an der Plattform für junge Schweizer Kunst “Jungkunst” in einer ehemaligen Industriehalle. Integriert in das Kunstfestival ist der Schweizer Nachwuchsförderpreis für Fotografie. Seit 2002 ist Winterthur die ComedyHauptstadt der Schweiz. Im Casinotheater finden jährlich rund 500 Veranstaltungen statt, darunter zahlreiche Premièren Schweizer und deutscher Künstler. Und die Künstler sind in diesem Haus nicht nur auf der Bühne engagiert, so beteiligen sich beispielsweise Oropox, Joachim Rittmeyer, Ursus & Nadeschkin, Viktor Giacobbo und viele mehr auch finanziell am grossen Comedy-Stammhaus der Schweiz. www.winterthur-tourismus.ch

links: Jungkunst-Ausstellung im ehemaligen Industrieareal © Jungkunst unten: Musikfestwochen in der Altstadt © Thomas Gerstendörfer

Rudy Burckhardt: A View from Brooklyn, 1954 | © Estate of Rudy Burckhardt, Gallery Tibor de Nagy, New York

Fotostiftung Schweiz Rudy Burckhardt – Im Dickicht der Grossstadt 24. Oktober 2014 bis 22. Februar 2015 Der Schweizer Rudy Burckhardt (1914–1999) gilt als Vorläufer der „Street Photography“. 1935 liess er sich in New York nieder und hielt mit seiner Kamera den Alltag und das nervöse Treiben auf den Strassen der Grossstadt fest. Mit den Bildern, die er als Flaneur erhaschte, war er seiner Zeit weit voraus: Einfachheit, Direktheit, formale Strenge und lyrische Verdichtung verbinden sich bei Burckhardt zu einer radikal modernen Bildsprache. www.fotostiftung.ch

Winterthur entdecken Egal ob für Neuzugezogene, Alteingesessene oder Gäste: Auf einem Rundgang durch Winterthurs schmucke Altstadt werden Sie auf jeden Fall viel Neues und Überraschendes entdecken. Beim Bummeln durch die gänzlich autofreie Altstadt lernen Sie die architektonischen und kulturellen Besonderheiten der Stadt kennen. Ihr Stadtführer nimmt Sie dabei auch in idyllische Hinterhöfe und versteckte Winkel mit und verrät Ihnen sogar das eine oder andere Stadtgeheimnis. Eins ist sicher: Viele kleine Episoden und Anekdoten aus Winterthurs Vergangenheit und Gegenwart werden Ihren Altstadtbummel zu einem kurzweiligen Vergnügen machen. www.winterthur-tourismus.ch/stadtfuehrungen Winterthurer Altstadt © Ska Imhof


KURT | arttourist.com 1|2014

Winterthur  |  27

und Design. Das anhaltende Interesse an den bleibenden Bildern, Schriften und Symbolen inspiriert nämlich ebenso Künstler und Designer, welche sich mit Tattoos auseinandersetzen und diese nicht nur in ihrem Werk thematisieren, sondern eine vollkommen neue Szene erschaffen – entsprechend sind auch die neuen Einflüsse aus Kunst, traditioneller Tätowierkunst und visueller Kultur Thema der Ausstellung.

Skin to Skin

© Maud Stevens Wagner

Winterthur Dreiteilige Gesamtschau zum Thema Haut Bis 9. Juni 2014 | Gewerbemuseum Könige, Prinzen, Fürsten – viele Angehörige fast aller europäischen Königs- und Fürstenhäuser waren tätowiert. König Edward VII hatte eins, Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, genauso wie Zar Nikolaus II., Prinzessin Marie von Orléans und sogar die Königin Victoria soll Tattoos an intimen Stellen des Körpers getragen haben.

Tattoo Im Winter unsichtbar verborgen, im Sommer öffentlich und stolz zur Schau getragen: Tattoos sind zum allgegenwärtigen Trend geworden. Aber Tattoos sind bei weitem nicht nur ein aktuelles Massenphänomen und kultiges Modeaccessoire, kennen doch weltweit sämtliche Kulturen die Tradition der Tätowierung und die menschliche Haut wurde seit jeher als Leinwand für die Kunst der Tat-

toos benutzt. Entsprechend gehören sie denn auch zu den frühen Kunstformen und ältesten Handwerkspraktiken. Die Ausstellung TATTOO widmet sich alten Traditionen und neuen Geschichten mit Augenmerk auf künstlerische, handwerkliche und kulturspezifische Fragen. Sie präsentiert internationale Positionen aus diversen Perspektiven und nimmt aktuelle Diskussionen auf, ist doch die Haut als Kommunikationsmedium auch ein kulturwissenschaftliches Thema, das mehr und mehr erforscht wird – als Teil davon erhält in jüngster Zeit auch die Tradition der Tattoos ständig wachsende Aufmerksamkeit, welche zwar gemessen an der Massenbekanntheit der Tattoos nach wie vor spärlich ist. Erstmals verklammert eine Ausstellung diese breite Palette an Bezügen und zeigt das aktuelle Phänomen mit Fokus auf Kunst

Mit der neuen Ausstellung „SKIN TO SKIN – über Haut und Häute” ergänzte das Gewerbemuseum Winterthur ab 1. Dezember 2013 die bereits im Herbst eröffnete Ausstellung TATTOO und widmet sich ge meinsam mit der Sonderpräsentation MATERIAL ARCHIV: Leder und andere tierische Häute in umfassender Weise dem Thema Haut in den Bereichen Kunst, Design und Wissenschaft. Eine dreiteilige Schau zum Berühren nah auf den Spuren der Genialität von Haut und Häuten, begleitet von einem reichhaltigen Rahmenprogramm. Ohne Haut kein Leben: Als grösstes Organ formt und schützt die Haut den Körper und ihre komplexen Eigenschaften sind einzigartig. Sie markiert sowohl die Grenze zwischen Innen und Aussen als auch diejenige zwischen dem System des Selbst und dem System der Welt. Sie hat soziale, kommunikative und sensorische Funktionen und gleichwohl erotische und symbolische Bedeutung. Die Haut reflektiert unsere Identität, sie spiegelt Emotionen und ist Ort prägender Lebensgeschichten. In den Künsten ist sie seit jeher ein Thema und ihre Qualitäten inspirieren ebenso Architektur und Design, so kennt auch ihre Materialität in Form von Leder oder Pergament eine lange Geschichte des Gebrauchs. Auch innerhalb der Medizin führt das Experiment an der Haut stetig zu neuen Innovationen und als Kommunikationsmedium ist die Haut ein aktuelles kulturwissenschaftliches Phänomen, das mehr und mehr erforscht wird – auch diese Gebiete finden Eingang in die Gesamtschau.

MATERIAL ARCHIV: Leder und andere tierische Häute Im Fokus dieser Sonderpräsentation des Gewerbemuseums steht die Haut verschiedener Tier-, Fisch- oder Reptilienarten und es werden sowohl Hintergrundinformationen zur Verarbeitung und Zurichtung von Leder wie auch Fragen zu Nachhaltigkeit und Artenschutz behandelt. Eine Reihe von Materialexperimenten zeigt zudem neuartige Möglichkeiten der Lederverarbeitung. www.gewerbemuseum.ch

Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz », Winterthur Eine Konzentration erlesener Werke der europäischen Kunstgeschichte empfängt den Gast in einmaliger Atmosphäre. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts, ergänzt durch bedeutende Beispiele älterer Kunst. Unter den ehemaligen Privatsammlungen, die später zu Museen umgewandelt wurden, nimmt das Römerholz einen bedeutenden Platz ein. Einzigartig ist die Harmonie zwischen den Werken und dem Ort der Präsentation: Die ehemalige Privatvilla Oskar Reinharts mit angebauter Gemäldegalerie lässt das Museum zugleich als Kleinod und erhabenes Gesamtkunstwerk von internationalem Rang erstrahlen. www.roemerholz.ch

Johann Ludwig Aberli (1723–1786) | Thun, Blick auf Schadau über den Thunersee, 1784 | Privatbesitz

HOME GROWN Winterthurer Malerei durch die Jahrhunderte Vom 11. Januar bis 1. Juni 2014 Zum 750-jährigen Jubiläum des Stadtrechtes von Winterthur präsentiert das Museum Oskar Reinhart Malerei von Winterthurer Künstlerinnen und Künstlern aus fünf Jahrhunderten. Dabei wird schlaglichtartig ein Panorama vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart ausgebreitet, das zeigt, dass alle überragenden Talente die Stadt verlassen mussten, um ökonomisch zu überleben oder künstlerisch nicht einzugehen. Die Ausstellung thematisiert deshalb die Dynamik zwischen den Kräften der eigenen Herkunft und dem Ausbruch aus der Heimat. Viele der hier gezeigten Johann Caspar Weidenmann (1805–1850) | Kamel, 1838 / 39 | Museum Oskar Reinhart, Bilder wären nicht ent- Winterthur | Depositum der Stadt Winterthur standen, wenn nicht immer wieder einzelne Individuen entschieden talentierte Künstler grosszügig gefördert hätten. Sie ermöglichten damit ein Winterthurer Kunstschaffen, das es allein durch staatliche Förderung nie gegeben hätte. Ihnen ist diese Ausstellung gewidmet.

unten links: Laytu Chin Burma © Jens Uwe Parkitny, 21x21cm unten rechts: © Thea Duskin | Foto: Kimberly Frost

Ausstellungsansicht mit: Anthony Cells (* 1965) | Piece 02, 2013 | Schweizer Privatbesitz

Kultur inklusive am Wochenende Ein wahres Feuerwerk der Kunst erleben Sie im Louvre der Schweiz, in Winterthur. Mit jeder Wochenend-Übernachtung erhalten Sie den Eintritt in 17 Museen kostenlos dazu. Von klassischer und moderner Kunst über Fotografie bis zu historischen Führungen bietet Winterthur alles, was Sie sich für ein kunstvolles Städteerlebnis wünschen. Ab EUR 56 pro Person und Nacht. www.winterthur-tourismus.ch/kulturinklusive


28  |  Worpswede

KURT | arttourist.com 1|2014

Worpswede

Worpswede nonstop Galerie Altes Rathaus

125 Jahre lebendige Künstlerkolonie „Wie wäre es, wenn wir überhaupt hier blieben?“ Mit dieser Frage begann 1889 Worpswedes Geschichte als Künstlerkolonie. Der Ausstellungserfolg der Malergruppe aus Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Hans am Ende, Fritz Overbeck, Heinrich Vogeler und Carl Vinnen machte das bis dahin weltabgeschiedene norddeutsche Bauerndorf 1895 schlagartig berühmt. Die Kunst, in der sich die Sehnsucht nach unberührter Natur spiegelte, traf den Nerv des Publikums und begründete den Worpswede-Mythos. Der Ort wurde Anziehungspunkt für Künstler, Kunst- und Naturliebhaber. Paula Modersohn-Becker, Worpswedes berühmteste Malerin, schwärmte von einem „Wunderland“, und der Dichter Rainer Maria Rilke rühmte neben der Weite der Ebene den „Himmel von unbeschreiblicher Veränderlichkeit und Größe“.

Kleines Dorf ganz groß Am Rande des sagenumwobenen Teufelsmoores, unmittelbar vor den Toren Bremens, ist Worpswede bis heute ein lebendiges Künstlerdorf, in dem gegenwärtig rund 140 aktive Kunstschaffende zu Hause sind. Wo gibt es das: eine ländliche Gemeinde mit einer Dichte an Museen, Galerien, Ateliers, Boutiquen, Hotels, Gastronomie und Szenetreffs, wie man sie von Großstädten kennt? Nur in Worpswede! Vor zwei Jahren hat sich der Ort als kulturtouristisches Ziel und anerkannter Erholungsort für seine Gäste neu aufgestellt: Museen sind erweitert, die TouristInformation ist in ein großzügiges Besucherinformationszentrum verwandelt und eine Flaniermeile lädt zum Verweilen ein. Präsentiert wird außer Worpsweder Kunst und Kunsthandwerk regionale und internationale zeitgenössische Kunst. Große Gemeinschaftsprojekte des Museumsverbundes sorgen regelmäßig für attraktive Highlights.

Museen und Galerien Zum 125-jährigen Jubiläum stellt Worpswede seinen einzigartigen Dreiklang aus Kunst, Landschaft und Lebensort mit mehr als 150 Veranstaltungen und Aktionen eindrucksvoll unter Beweis: allen voran die Sommerausstellungen „Mythos und Moderne“, „Worpswede nonstop“, „Tage des Kunsthandwerks“ mit Themenausstellung und Markt und Kunstförderpreise. Mit „Mythos und Moderne“ filtert der Museumsverbund gezielt die herausragendsten Meilensteine der Worpsweder Kunstgeschichte. „Worpswede nonstop“ konzentriert sich in der kommunalen

Unter dem Dach des Gemeinschaftsprojekts „Worpswede nonstop“ zeigt die kommunale Galerie ausgewählte Künstler, die heute im Künstlerdorf leben und arbeiten. Ihre Werke nehmen Bezug auf den Ort als prägenden Lebensmittelpunkt oder sie verdanken die Entstehung der bewussten Suche nach Rüdiger Lubricht | Aus der Serie Inspiration außerhalb Worpswe- Moorland, XVII, 2013 | Privatbedes; vergleichbar der berühmten sitz | © Rüdiger Lubricht Vorgängerin Paula Modersohn-Becker, die zwischen Moor und Metropole pendelte. Den Auftakt macht „Land.schafft. Fotografie“ (5. Juni bis 6. Juli) gefolgt von der Ausstellung „Land.schafft.Malerei&Skulptur“, die zwei Zeitfenster hat. (12. Juli bis 10. August und 16. August bis 14. September). Tel.: 04792/9878919 | www.worpswede.de

Galerie Art 99

Ansicht des Barkenhoff in Worpswede, einstiger Wohnsitz von Heinrich Vogeler | © Nicole Kanning/Worpsweder Touristik- und Kulturmarketing

Worpsweder Künstler und Mitglieder des Bund Bildener Künstler im Landkreis Osterholz, die der Galerie Art 99 eng verbunden sind, blicken mit „Worpswede nonstop“ zugleich auf 15 Gemeinschaftsbild Art 99 | Die lebenJahre eigene Präsenz in den und die Untoten | Titelmotiv, 2014 | Worpswede mit eigenem Privatbesitz | © Art 99, Worpswede Schaffen und aktiver Galeriearbeit im Zeichen zeitgenössischer Kunst. Die Sonderausstellungen „Land.schafft.Haltestelle“ (3. Mai bis 3. Juli) und „Land.schafft.Die Lebenden und die Untoten“ (5. Juli bis 28. August) demonstrieren sowohl kreative Vielfalt als auch kritische Reflexionen zum Mythos der ersten Maler und den Hymnen auf die vermeintlich unberührte Landschaft. Tel.: 04792/7808 | www.galerie-art99.de

Neuer Worpsweder Kunstverein

Detail des Bacchusbrunnen von Waldemar Otto vor dem Kaffee Worpswede von Bernhard Hoetger | © Armin Kanning/Worpsweder Touristik- und Kulturmarketing

Galerie Altes Rathaus und der Galerie Art 99 auf die Spannbreite der zeitgenössischen lokalen Künstler und Mitglieder des Bund Bildener Künstler (BBK). Parallel dazu wird das Phänomen von Kontinuität und Lebendigkeit aber auch mit rückwärtsgewandtem Blick thematisiert: das Museum am Modersohn-Haus zeigt exemplarisch die Nachfolger der Gründergeneration, und der Neue Worpsweder Kunstverein gibt Einblicke in die Ära der 1970er Jahre bis heute.

Kulturelle Vielfalt Themenführungen und spezielle Arrangements bieten sich als willkommener Einstieg Worpswede kennenzulernen. Auch literarische und kulinarische Leckerbissen locken. Die Musikszene bietet Club-Atmosphäre in der Music Hall, au-

Torfkähne auf der Hamme bei Worpswede | © Fritz Dressler/Worpsweder Touristik- und Kulturmarketing

ßerdem Jazz-Abende und hochkarätige Kirchenkonzerte an der Ahrend-Orgel sowie Kammermusik. Feste, open air-Events und Begleitprogramme für Jedermann, wie die zu den Tagungen der Künstlerhäuser Worpswede und der Europäischen Vereinigung der Künstlerkolonien (EuroArt), schließen sich an. Die beliebten regionaltypischen Märkte runden das Bild ab. Wer mag, kann sich über die TouristInformation sein persönliches Erlebnispaket schnüren lassen und ausgewählte Angebote mit nostalgischen Zeitreisen kombinieren, sei es im traditionellen Torfkahn oder im Moorexpress, der Worpswede von Mai bis Anfang Oktober mit Stade und Bremen verbindet. www.worpswede.de

Der Moorexpress vor dem Worpsweder Bahnhof | ©Nicole Kanning /Worpsweder Touristik- und Kulturmarketing

Der Neue Worpsweder Kunstverein, dessen Fokus obligatorisch auf regionaler und überregionaler zeitgenössischer Kunst liegt, bringt sich zu „Worpswede nonstop“ mit einer Hommage an die Worpsweder Künstler der Ära der 1970er Jahre ein, zu denen auch erste Sti- Frauke Migge | Innen im Außen | Privatbesitz | © Frauke pendiaten zählten. Einige machten Migge/Rüdiger Lubricht Worpswede zu ihrer Wahlheimat. Mit den Malern, Grafikern, Bildhauern und Fotografen zog eine politisch aufgeschlossene und Worpswede künstlerisch polarisierende Szene ins Künstlerdorf. Die Retrospektive ihres Schaffens umfasst in „Land.schafft.Unlimited“ exemplarische Arbeiten aus den vergangenen vier Jahrzehnten. (20. Juli bis 31. August) www.nwwk.de

Museum am Modersohn-Haus Neben seiner ständigen Ausstellung mit Worpsweder Künstlern der ersten Stunde und Paula Modersohn-Becker zeigt das Museum zu „Worpswede nonstop“ die Ausstellung „Land. schafft.Nachfolge“ (28. Juni bis 31. Oktober). Sie stellt Worpsweder Maler in der Tradition der Gründergeneration vor, für die die Moorlandschaft Vorbild blieb, zeigt aber auch Werke, in denen Expressionismus und Neue Sachlichkeit ihren Niederschlag gefunden haben. Aus Anlass der Vergabe des Bernhard-Kaufmann-Preises veranstaltet das Haus außerdem die Ausstellung „Zwiesprache mit der Künstlerkolonie“ (5. April bis 20. Juni). Tel.: 04792/4777 | www.museum-modersohn.de

Worpswede erleben Tourist-Information Worpswede Sie haben Lust auf Worpswede bekommen? Zu aktuellen kulturellen Angeboten und Veranstaltungen wie Ortsführungen oder allgemeine touristische Leistungen wie ÜbernachtunBlick ins Besucherinformationsgen, Gastronomie, Tickets und zentrum in Worpswede | 2013 | © Arrangements sowie Buchungs- Melanie Högemann/Worpsweder Touristik- und Kulturmarketing möglichkeiten beraten wir Sie gern. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf oder besuchen Sie uns direkt im Besucherinformationszentrum und erleben Sie gleich zur Begrüßung ungewöhnliche Künstlerarchitektur. Bergstraße 13 | 27726 Worpswede | Tel.: 047 92 - 93 58 20 | www.worpswede.de


KURT | arttourist.com 1|2014

Worpswede  |  29

Fritz Overbeck, In den Wiesen, 1904 | Kunstsammlung der Kreissparkasse Osterholz

Mythos und Moderne Die Große Sommerausstellung der Worpsweder Museen | 11.5.–14.9.2014 Die Worpsweder Museen begehen das Jubiläum mit der gemeinsamen Großen Sommerausstellung „Mythos und Moderne – 125 Jahre Künstlerkolonie Worpswede“. Die Ausstellung beleuchtet entscheidende Wendepunkte in der Geschichte der Künstlerkolonie. Licht und Schatten, Vision und Wirklichkeit, Erfolg und Scheitern, Krise und Neubeginn: das facettenreiche Panorama der Kunst- und Kulturgeschichte des Künstlerdorfs Worpswede wird in dieser Ausstellung vor dem Hintergrund der europäischen Kunst- und Zeitgeschichte ausgebreitet. In vier Sektionen, die jeweils an bedeutende historische Wegmarken anknüpfen, wird die wechselvolle, ungemein spannende und vielschichtige Geschichte des Künstlerdorfs in den vier beteiligten Museen erzählt. „Mythos“ und „Moderne“ bezeichnen dabei die zwei entscheidenden Pole der Worpsweder Kunstentwicklung. Die Geschichte der Künstlerkolonie beginnt mit der Abkehr junger Maler von einer zunehmend rational und wirtschaftlich geprägten Welt. Wie sehr die Gründer der Künstlerkolonie die Befreiung aus den Zwängen der modernen Industriegesellschaft genossen haben, erfährt der Betrachter vor ihren großartigen Landschaftsgemälden. Paula Modersohn-Becker, die bedeutendste Worpsweder Künstlerin, spürte jedoch sehr bald die Begrenzung, die in diesem Rückzug lag und fand in Paris den für ihre künstlerische Entwicklung notwendigen Die Worpsweder Museen Haus im Schluh | Im Schluh 35 – 37 27726 Worpswede | Tel. 0 47 92 - 5 22 Barkenhoff | Ostendorfer Straße 10 27726 Worpswede | Tel. 0 47 92 - 39 68 Große Kunstschau | Lindenallee 5 27726 Worpswede | Tel. 0 47 92 - 13 02 Worpsweder Kunsthalle | Bergstraße 17 27726 Worpswede | Tel. 0 47 92 - 12 77

Paula Modersohn-Becker | Mutter mit Kind auf dem Arm | Halbakt II, 1907 | Museum Ostwall, Dortmund

Anschluss an die Moderne. Vier Mal fuhr sie zu längeren Studienaufenthalten in die damalige Welthauptstadt der Kunst; in einer Pendelbewegung zwischen dem Dorf und der Metropole entwickelte sie sich zu einer Pionierin der Moderne. Der Erste Weltkrieg zwingt auch ihre Worpsweder Künstlerkollegen, in einer sich dramatisch wandelnden Welt Position zu beziehen. Heinrich Vogeler wird zum Kommunisten, Fritz Mackensen entwickelt sich zum li-

Öffnungszeiten 11.5.–14.9. tägl. 10 – 18 Uhr. Davor und danach zum Teil abweichende Öffnungszeiten: www.worpswede-museen.de/besucherinformationen

Preis: € 15,– (ermäßigt € 10,–). Das Ticket ist ein Jahr lang gültig und übertragbar. Museum4 erhalten Sie in den Worpsweder Museen und bei der TouristInformation Worpswede.

Eintrittspreise Museum4 ist die WorpswederMuseums-Karte. Sie ermöglicht den einmaligen Besuch der vier Museen mit nur einem Ticket.

Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr haben freien Eintritt.

nientreuen Nationalsozialisten. Bernhard Hoet­ger gestaltet aus den Versatzstücken der Weltkulturen einen eigenen, nordisch-mythologisch geprägten Kunstkosmos. Worpswede ist in der Wirklichkeit angekommen – und diese Wirklichkeit heißt schon bald Nazi-Herrschaft und Krieg. Auch für das Künstlerdorf ist daher das Jahr 1945 eine „Stunde Null“. Bereits wenige Jahre nach Kriegsende kommen junge Maler nach Worpswede, die den Ort künstlerisch neu beleben. Worpswede erlebt eine Renaissance als aktuelles, lebendiges Künstlerdorf und gewinnt eine neue Anziehungskraft für junge Künstler. 1971 wird in Worpswede die erste Künstlerförderstätte Deutschlands gegründet. Über 400 Stipendiaten aus aller Welt haben den Ort seither mit Impulsen bereichert. Dieser Aspekt wird in der Herbstausstellung der Worpsweder Museen „INPUT/OUTPUT – Schnittpunkt Worpswede“ vom 28. 9. 2014 bis zum 25. 1. 2015 gesondert beleuchtet. Die Jubiläumsausstellungen der Worpsweder Museen sind eine Zeitreise durch 125 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte, durch 125 Jahre künstlerischer Suche und gelebter Gegenwart. Sichtbar wird die große Vitalität des Künstlerdorfs, das sich immer wieder neu ge- und erfunden hat. Infos zum Worpsweder Jubiläumsprogramm unter www.worpswede-2014.de

Kunstführungen Die Gästeführer Worpswede – Teufelsmoor bieten speziell zur Großen Sommerausstellung der Worpsweder Museen Führungen in unterschiedlichen Formaten und Längen und mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten an. Kontakt, Beratung und Buchung unter 0 47 92 - 95 41 27, info@worpswede-fuehrung.de, www.worpswede-fuehrung.de

Willy Dammasch, Moorwiesen, 1932 | Privatbesitz

Mythos und Moderne – 125 Jahren Künstlerkolonie Worpswede 1889: Flucht in die Kunst – Aufbruch und frühe Erfolge Haus im Schluh 1897: Verkannte Moderne – eine Gegenüberstellung Barkenhoff 1918: Zeitenwende – Kunst und Weltanschauung Große Kunstschau 1945: Stunde Null – Neubeginn und Wege in die Moderne Worpsweder Kunsthalle

Audioguide Mit dem Audio-Guide mehr erfahren: Unser Audioguide vermittelt viele spannende Hintergrundinformationen, in den Ausstellungen ebenso wie beim Spaziergang durch den Ort! Erhältlich ab 11. 5. 2014 als App für iOS und Android oder als Leihgerät in den Ausstellungshäusern.

Katalog „Mythos und Moderne“ Zur Großen Sommerausstellung erscheint im Wienand Verlag ein umfangreicher Katalog mit ca. 200 Seiten, 250 farbigen und 60 s/w-Abbildungen sowie informativen Hintergrundtexten. Der gebundene Katalog im Format 23 x 28,5 cm erscheint im Mai 2014. Preis: € 24,80 in den Worpsweder Museen, ca. 34,00 € im Buchhandel ISBN 978-3-86832-203-3


30  |  Künstlerkolonien

KURT | arttourist.com 1|2014 Malerstadt Schwalenberg

Die Europäische Vereinigung der Künstlerkolonien Ab Anfang des 19. Jahrhunderts verließen viele Künstler ihre städtischen Ateliers und Kunstakademien, um sich von der landschaftlichen Schönheit und dem ländlichen Leben inspirieren zu lassen. Mit der Entwicklung der Freilichtmalerei und dem Ruf von Barbizon, entstanden bis zu 200 Künstlerkolonien in ganz Europa. Hier entstanden die berühmtesten Kunstwerke des 19. und 20. Jahrhunderts. Viele dieser Künstlerorte beherbergen wertvolle Kunstsammlungen in ihren Museen und Galerien. Sie sind auch heute noch lebendige Zentren zeitgenössischen Kunstschaffens.

euroArt mit rund 100 Mitgliedsorganisationen aus über 20 Ländern Europas widmet sich der Bewahrung und der Förderung dieses einmaligen gemeinsamen europäischen Kulturerbes. Europäische Vereinigung der Künstlerkolonien euroArt Kulturmanagement info@euroartcities.eu www.euroartcities.eu

Künstlerkolonie Willingshausen

Willingshausen in Nordhessen ist eine der ältesten europäischen Künstlerkolonien. Mitte der 1820er Jahre trafen sich hier Gerhardt von Reutern und Ludwig Emil Grimm. Bis zu den Weltkriegen besuchten hunderte Künstler den Ort, um hier die ursprüngliche Bevölkerung, ihre Tracht und Tradition sowie die sanft hügelige Landschaft auf die Leinwand zu bannen. Einige der bedeutendsten Werke Carl Bantzers sind hier entstanden. Auch heute noch lebt der Ort mit der Kunst: neben Künstlerstipendiaten besuchen auch zahlreiche Malkursteilnehmer den Ort. www.malerkolonie.de

Die lange Tradition Schwalenbergs als Malerstadt und Künstlerkolonie reicht bis in das ausgehende 19. Jahrhundert zurück, als die Kleinstadt abseits der von den Metropolen geprägten Moderne aufgrund der Schönheit der Landschaft, der stillen Harmonie und der außergewöhnlichen Lichtverhältnisse zum Geheimtipp der impressionistischen Landschaftsmaler wurde. Seit 1978 knüpfen der Landesverband Lippe – Lippische Kulturagentur – und die Stadt Schieder-Schwalenberg an diese Tradition an. Durch © Dirk Sondermann, Dörentrup die Setzung zeitgemäßer kultureller Akzente wurde die alte Malerstadt mit neuem künstlerischen Leben erfüllt. Höhepunkte im Kunstbetrieb der Stadt sind die zahlreichen Ausstellungen, die jedes Jahr in den beiden ortsansässigen Museen präsentiert werden. In der Städtischen Galerie wird in Anknüpfung an die Tradition der Malerstadt neben den Werken der alten lippischen Maler Kunst aus verschiedenen Stilepochen gezeigt. Im Robert Koepke Haus finden dagegen regelmäßig Ausstellungen hochkarätiger junger zeitgenössischer Künstler statt. Die beliebte Schwalenberger Sommerakademie, das Schwalenberg-Stipendium für bildende KünstlerInnen sowie die im zweijährigen Turnus stattfindende Kunstnacht ergänzen das vielseitige Programm. www.kulturagentur-online.de | www.landesverband-lippe.de

Murnau am Staffelsee

Gerhardt von Reutern | Hochzeitsgäste | 1828

Akademie Dangast Auf den Spuren bedeutender Künstler – lassen Sie sich inspirieren

Kunst braucht Inspiration – die einzigartige Lage des Nordseebades Dangast direkt am Weltnaturerbe Wattenmeer spricht die Sinne an und macht Lust, selbst kreativ zu werden. Für die Maler der „Brücke“, Franz Radziwill und andere war der hohe Himmel und das Spiel des Lichts Anregung für viele ihrer berühmten Gemälde. An diese Tradition knüpfen die Angebote der „Akademie Dangast“ mit Kursen in Malerei, textile Kunst und Fotografie für Anfänger und Fortgeschrittene an. Info: Kurverwaltung Dangast, 26316 Varel-Dangast, Tel. 04451/9114-13, www.dangast.de

Künstlerlandschaft Chiemsee

Havelländische Malerkolonie

Karl Raupp (1837-1918), Einst und Jetzt, Öl/Leinwand 1913

Mit der Entdeckung der heimischen Landschaft im 19. Jahrhundert, wurde die Chiemsee Region eines der beliebtesten Künstlermotive.1828 machten sich vier junge Künstler aus München auf den Weg zur Fraueninsel im Chiemsee. Unter ihnen der spätere Landschaftsmaler Max Haushofer (1811-1866). Das Wirtshaus „Zur Linde“ bot ihnen Quartier und wurde die Heimat der ältesten deutschen Künstlerkolonie. Zurück in München erzählte Haushofer begeistert von seinen Erlebnissen auf der Insel und dem See, sodass in den folgenden Jahren in den Sommermonaten das Inselwirtshaus zum Künstlertreff wurde. Bis heute ist im „Hotel zur Linde“ das Künstlereck mit Stammtisch aus dieser Zeit erhalten. Neben Max Haushofer sind Karl Raupp (1837-1918) und Josef Wopfner (1843-1927) die wichtigsten Maler der Kolonie. Dokumentiert ist die lebhafte Geschichte der „Malerinsel“ in der „Künstlerchronik von Frauenchiemsee“, die 1841 gestiftet wurde. Die seit 1845 verkehrende Dampfschifffahrt und die Eröffnung der Bahnlinie München – Salzburg mit dem Bahnhof in Prien im Jahr 1860 begünstigten das Wachstum der Künstlerkolonie. Diese steht für den Beginn einer sehr lebendigen und heute noch aktiven Künstlerlandschaft Chiemsee. www.galerie-prien.de

Die Havelländische Malerkolonie entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts in der Region rund um den Schwielowsee. Die Nähe zu Berlin und Potsdam und die durch Seen, den Flusslauf der Havel sowie Wälder und Wiesen geprägte Märkische Landschaft bot Künstlern vielfältige An- Karl Hagemeister | „Blick auf Geltow“ | Förregungen und Motive für derverein Havelländische Malerkolonie e.V. | ihre Arbeiten. Das Museum Pastell, 70 x 95 der Havelländischen Malerkolonie erinnert in regelmäßig wechselnden Themen- bzw. Personalausstellungen an die Künstler der Kolonie. Zu ihnen zählen u.a. Karl Hagemeister, Theo von Brockhusen, Artur Borghard und Hans-Otto Gehrcke. www.havellaendische-malerkolonie.de

Emilie MedizPelikan | Mooslandschaft, um 1888 | Gemäldegalerie Dachau

Künstlerkolonie Schwaan

Vor über 120 Jahren entdeckten Maler den Ort und gründeten hier die einzige Mecklenburgische Künstlerkolonie. Im verträumten Städtchen wurde das künstlerische Niveau nicht durch fremde, sondern vorwiegend durch einheimische Maler bestimmt. Sie studierten in Weimar Landschaftsmalerei und betrieben in der Heimat Naturstudien. Franz Bunke ist Gründer und tragende Persönlichkeit der Künstlerkolonie. Er begleitet die Entwicklung der Freilichtmalerei über 50 Jahre. Rudolf Bartels und Alfred Heinsohn näherten sich der modernen bis abstrakten Malerei. Kunstmühle Schwaan | www.kunstmuseum-schwaan.de

Künstlerkolonie Kronberg im Taunus

Künstlerkolonie Dachau

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckten die Maler den vor den Toren Münchens gelegenen Markt Dachau und seine stimmungsvolle Mooslandschaft. In den folgenden Jahrzehnten kamen immer mehr Künstler nach Dachau und es entstand eine Künstlerkolonie. Eine kleine Gruppe von ihnen, Adolf Hölzel, Ludwig Dill und Arthur Langhammer, wurde 1898 durch eine Ausstellung in Berlin als „Neu-Dachauer“ überregional bekannt. Ihre künstlerischen Ideen führten zur abstrakten Malerei des 20. Jahrhunderts. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs bereitete dieser Entwicklung ein jähes Ende. Heute bewahrt die Gemäldegalerie Dachau mit etwa 200 Bildern und einigen Skulpturen das Erbe der Künstlerkolonie Dachau. Zweckverband Dachauer Galerien und Museen, Gemäldegalerie Dachau www.dachauer-galerien-museen.de

In Murnau ließen sich weltbekannte Maler wie Wassily Kandinsky, Gabriele Münter und Franz Marc von der malerischen Seen- und Moorlandschaft des oberbayerischen Alpenvorlands vor der Traumkulisse der Bayerischen Alpenkette inspirieren. Im Schloßmuseum und MünterHaus, wo Kandinsky und Münter von 1909-1914 lebten und zum Expressionismus fanden, wird das Kunsterbe des „Blauen Reiter“ erlebbar. Nur 45 Autominuten südlich von München bzw. 25 km nördlich von Garmisch-Partenkirchen bildet Murnau das touristische und kulturelle Zentrum der Urlaubsregion „Das Blaue Land rund um den Staffelsee“. www.murnau.de | Tourist-Information: Tel. 08841/6141-0

Der spröde Charme der Insel Hiddensee fasziniert seit Ende des 19. Jahrhunderts Maler und Poeten.

Oskar Kruse-Lietzenburg, Maler aus Leidenschaft, ließ 1903/04 auf den Hügeln des Dornbusch die LIETZENBURG erbauen. Er träumte von einer neuen Künstlerkolonie und tatsächlich folgten viele Künstler seinem Ruf. Harold Bengen, Felix Krause, Walter Leistikow und Elisabeth Büchsel zählen zu den ersten hier arbeitenden Künstlern. Es folgten zahlreiche weitere, wie Erich Heckel, Emil Orlik, Max Kaus, Alexander Kanoldt, Ivo Hauptmann… Aber auch Künstlerinnen liebten die Insel. In den frühen 1920er Jahren begründeten Henni Lehmann und Clara Arnheim den HIDDENSOER KÜNSTLER-INNENBUND. Malerinnen aus der Region und aus der Ferne schlossen sich zusammen und stellten ihre Werke in der eigens dafür erworbenen BLAUEN SCHEUNE aus. Aus der Vielzahl der Schriftsteller ragt Gerhart Hauptmann heraus, dessen Sommerhaus noch heute in Kloster von seinem Leben und Arbeiten zeugt. Der Reiz der Insel zog und zieht sie weiterhin an – die Künstler verschiedenster Couleur. Sie arbeiten im Sinne der alten Tradition oder brechen diese auf, sie gehen die alten Wege und finden doch stets neue. Immer wieder ist es das Licht, ist es die Weite, ist es die Ruhe, ist es der ganz eigene Inselrhythmus, der alle, ob Künstler oder nicht, fasziniert. www.seebad-hiddensee.de

Ein malerisches Städtchen, idyllisch im Taunus gelegen und doch von Frankfurt aus schnell zu erreichen: Im 19. Jahrhundert reisten junge Maler vom Städel’schen Kunstinstitut aus nach Kronberg und gründeten hier eine der ersten Künstlerkolonien Deutschlands. Viele blieben über Jahrzehnte, darunter so bekannte Namen wie Anton Burger oder Philipp Franck. Das Aufkommen des Impressionismus’ bedeutete schließlich das allmähliche Ende der Kronberger Künstlerkolonie. Heute werden die Werke der Maler im „Museum Kronberger Malerkolonie“ gezeigt – ergänzt und kontrastiert von viel beachteten Sonderausstellungen zeitgenössischer Künstler. Die Stadt Kronberg im Taunus ist Teil der weltoffenen und wirtschaftsstarken Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main. Einzigartig wird sie durch ihre Lage inmitten der Natur: Hier lebt man im Grünen und in einer kulturell reichen Stadt. Die hoch über der Stadt thronende Burg, darunter die Fachwerkhäuser der Altstadt, verbunden durch Plätze und Gassen – Kronberg bietet einer Vielzahl unterschiedlicher Veranstaltungen den passenden Rahmen. Auf dem internationalen Festival der Kleinkunst oder bei «Da Capo!», dem Straßentheaterfestival, ist die ganze Welt zu Gast. Und die Elite der Cellisten versammelt sich bei den Festivals und Meisterkursen der Kronberg Academy. www.kronberg.de


KURT | arttourist.com 1|2014

Kunsttipps  |  31

Ravensburg

Wien

Stephan Balkenhol 12.4. – 24.8.2014

TROTZDEM KUNST! Österreich 1914–1918 9.5. – 15.9.2014

Stephan Balkenhol (*1957) gehört zu den bekanntesten Bildhauern in Deutschland. Als Student von Ulrich Rückriem experimentierte er zunächst mit einer minimalistischen Formensprache bevor er in den 1980er Jahren als einer der wenigen Künstler seiner Generation den roten Faden der figurativen Skulptur konsequent wieder aufnahm. In den letzten drei Jahrzehnten entstand neben Reliefs und Zeichnungen ein ganzes Volk von Menschen- und Tierfiguren aus unterschiedlichen Holzarten oder auch aus Bronze. Still, in sich ruhend und unbeeinflusst von emotionalen Befindlichkeiten sind die häufig aus einem Holzstamm gehauenen Männer- und Frauenfiguren wesenhafte Abbilder einer überzeitlichen Lebenswirklichkeit und trotzdem gegenwärtig. Für die Ausstellung im Kunstmuseum Ravensburg wird Stephan Balkenhol auf den räumlichen Kontext eingehen. Gezeigt werden neben älteren Arbeiten auch neue Werke des Künstlers.

Stephan Balkenhol , Ringer, 2013, Wawaholz, farbig gefasst © Stephan Balkenhol und Johnen Galerie, Berlin. Photos: Gunter Lepkowski

Kunstmuseum Ravensburg | Burgstraße 9 | 88212 Ravensburg | Öffnungszeiten: Di – So 11-18 Uhr, Do 11 – 20 Uhr | Eintrittspreise: Normalpreis EUR 6, ermäßigt EUR 4, frei bis 18 Jahre, Jahreskarte EUR 22, Ravensburger Museumskarte EUR 14 | www.kunstmuseum-ravensburg.de

Völklingen Pop und Ägypten: Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte 2014 Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist weltweit das einzige Eisenwerk aus der Blütezeit der Industrialisierung, das vollständig erhalten ist. 2014 feiert das Weltkulturerbe Völklinger Hütte 20 Jahre UNESCO-Weltkulturerbe und erschließt einen neuen Besucherbereich. Auf circa 1.400 Quadratmetern wird das „UNESCOBesucherZentrum“ ab Sonntag, den 18. Mai 2014, einen programmatischen Einstieg in das Weltkulturerbe Völklinger Hütte bieten. Noch bis Sonntag, den 15. Juni 2014 ist in der Gebläsehalle die Großausstellung „Generation Pop!“ mit Sehnsuchtsobjekten und Alltagsgegenständen der Pop-Kultur zu sehen. Sieben Themenräume zur Pop-Kultur der 50er, 60er oder 70er-Jahre bis hin zum 21. Jahrhundert machen das Lebensgefühl der Generation Pop erlebbar. Ab Freitag, den 25. Juli 2014, entführt das Weltkulturerbe Völklinger Hütte seine Besucher in die Welt des Alten Ägypten. „Ägypten - Götter. Menschen. Pharaonen.“ zeigt die Kunst, die Götterwelt und die Alltagswelt der altägyptischen Kultur aus 4 Jahrtausenden. Die

©Weltkulturerbe Völklinger Hütte / Gerhard Kassner

mehr als 200 hochkarätigen Exponate stammen aus dem Museum Egizio Turin, das nach dem Museum von Kairo als das bedeutendste ägyptische Museum der Welt betrachtet wird. Nahezu alle dieser Leihgaben sind erstmals in Deutschland zu sehen. Zur Saisoneröffnung am Sonntag, den 13. April 2014, präsentiert das Weltkulturerbe Völklinger Hütte die FotoAusstellung „25 Jahre Deutsch-Deutsche Wiedervereinigung“ mit Arbeiten des namhaften Foto-Journalisten Helmut R. Schulze. Weltkulturerbe Völklinger Hütte | Rathausstraße 75-79 | 66333 Völklingen | Öffnungszeiten: Sommer täglich 10 – 19 Uhr, Winter täglich 10 – 18 Uhr | Eintrittspreise: Normalpreis EUR 12, Ermäßigt EUR 10 | www.voelklinger-huette.org

Schweinfurt Carl Spitzweg (1808-1885) Die weltweit größte Sammlung seiner Werke 13.4. – 30.11.2014 Die Ausstellung umkreist den Gesamtbestand des Werkes von Carl Spitzweg im Museum Georg Schäfer. Es gibt die einmalige Gelegenheit, über 200 Werke in einer Schau zu sehen. Werke aus der Ständigen Sammlung und aus dem Depot werden zusammengeführt. Der Titel „Carl Spitzweg (1808-1885). Die weltweite größte Sammlung seiner Werke“ drückt jene Dimension aus, die dem Museum Georg Schäfer einen einzigartigen, konkurrenzlosen Schwerpunkt verleiht. Unter den Gemälden befinden sich so bekannte Motive wie „Der strickende Wachtposten“, „Der Bücherwurm“, „Der Kaktusliebhaber“ und „Der abgefangene Liebesbrief“. Sie

zeigen den Künstler als Idylliker, als kritischen, sarkastischen Humoristen und Erfinder poetischer Märchen. Der große Bestand der Gemälde wird durch eine Auswahl von Zeichnungen ergänzt, die Einblicke in das spontane Skizzieren, die Bildfindung und Arbeitsweise geben. Die Ausstellung und der hierzu neu aufgelegte Spitzweg-Katalog erinnern zugleich an den 2013 verstorbenen Spitzweg-Experten Jens Christian Jensen. Als Intermezzo wird im leergeräumten Spitzweg-Saal der Ständigen Sammlung Genremalerei des 19. Jahrhunderts vorgestellt.

Das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 in Sarajevo war fataler Auslöser des Ersten Weltkrieges. Hundert Jahre danach widmet das Leopold Museum den Schicksalen österreichischer Künstler, die in den Jahren 1914 bis 1918 tätig waren eine umfassende Ausstellung. Den Ausgangspunkt der Schau bilden die Kriegserfahrungen von Egon Schiele, Albin Egger-Lienz und Anton Kolig. »Ich bin nun Soldat und habe die 14 schwersten Tage meines Lebens hinter mir«, schrieb Schiele 1915. Während seines Militärdienstes malte er russische Kriegsgefangene ebenso wie Vorgesetzte. Anton Kolig berichtet 1916 vom Kriegsschauplatz: »Ich male in großer Not«. Albin EggerLienz sinnierte an der italienischen Front über den »eisernen Schritt des ewigen Schicksals«. Bezüge zum Heute bilden ausgewählte Positionen zeitgenössischer Künstler aus Italien, Rumänien, Russland und Serbien, also jenen Ländern, gegen die Österreich-Ungarn im Ersten Weltkrieg an den Fronten kämpfte. Die Ausstellung zeigt 200 Werke, davon rund 40 aus der Sammlung des Leopold Museum, 30 aus der Sammlung Leopold II und 130 Werke von öffentlichen und privaten österreichischen und internationalen Leihgebern. Zusätzlich zu den historischen Objekten sind zeitgenössische künstlerische Interventionen zu sehen.

LEOPOLD MUSEUM | MuseumsQuartier | Museumsplatz 1 | 1070 Wien | Öffnungszeiten: täglich außer Di 10 – 18 Uhr, Do 10 – 21 Uhr, Di geschlossen | Juni, Juli, August: täglich geöffnet | Eintrittspreise: Normalpreis EUR 12, ermäßigt EUR 7 | www.leopoldmuseum.org

Zürich Von Matisse zum Blauen Reiter Expressionismus in Deutschland und Frankreich bis 11.5.2014 «Expressionismus» wird heute gemeinhin als deutsche Bewegung verstanden, ungeachtet der Tatsache, dass er sich am Anfang des 20. Jahrhunderts aus einer lebhaften Auseinandersetzung von deutschen Künstlern mit der Klassischen Moderne in Frankreich entwickelte und die aktuelle französische Kunst in Deutschland präsent war. «Van Gogh traf moderne Kunst wie ein Blitzschlag», schrieb ein deutscher Beobachter über den Einfluss des Malers auf die deutschen Künstler zu einer Zeit, als diese bereits Seurat, Signac und die Postimpressionisten rezipierten. Es folgten Cézanne, Gauguin und Matisse. Mit wahren Farbexplosionen reagierten die Künstler der «Brücke» und des «Blauen Reiters» auf die Werke der französischen Postimpressionisten und der «Fauves». Die Ausstellung rückt die Verhältnisse ins richtige Licht. Sie zeigt, dass der Expressionismus eine im Geiste des Kosmopolitismus entstandene Bewegung ist, die von produktivem Austausch geprägt

Museum Georg Schäfer | Brückenstraße 20 | 97421 Schweinfurt | Öffnungszeiten: Di-So 10-17 Uhr, Do bis 21 Uhr | Eintrittspreise: EUR 7, ermäßigt EUR 6 | www.museumgeorgschaefer.de

Carl Spitzweg, Der Kaktusliebhaber, Museum Georg Schäfer

Titelseite der Zeitschrift „Der Ruf“ (Sonderheft „Krieg“, November 1912) mit einem Selbstbildnis von Egon Schiele aus dem Jahr 1910 | Privatbesitz, Wien

Alexej Jawlensky Mädchen mit Pfingstrosen, 1909 Kunst- und Museumsverein Wuppertal

war. Die rund 100 hochkarätigen Werke stammen aus bedeutenden Museen in Europa und den USA oder aus Privatbesitz. Neben einem wunderbaren Parcours durch die europäische Kunstgeschichte von Berlin bis Paris reflektiert die Ausstellung neue Untersuchungen über deutsch-französische Beziehungen vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Anfang des Ersten Weltkriegs. Kunsthaus Zürich | Heimplatz 1 | CH–8001 Zürich | Öffnungszeiten: Fr – So, Di 10 – 18 Uhr, Mi, Do 10 – 20 Uhr, Mo geschlossen | Eintrittspreise: inkl. Audioguide CHF 22, ermäßigt und Gruppen CHF 17 | www.kunsthaus.ch


401 CONTEMPORARY | 1301PE | A ARTE INVERNIZZI | AKINCI | HELGA DE ALVEAR | ANCIENT & MODERN | MIKAEL ANDERSEN | ANDERSEN‘S | ARCADE | CATHERINE BASTIDE | BAUDACH | BECK & EGGELING | JÜRGEN BECKER | KLAUS BENDEN | BISCHOFF PROJECTS | BO BJERGGAARD | BLANKET/NATALIA HUG | BOISSERÉE | BERNARD BOUCHE | THOMAS BRAMBILLA | JEAN BROLLY | BEN BROWN FINE ARTS | ELLEN DE BRUIJNE PROJECTS | DANIEL BUCHHOLZ | BUCHMANN | BUGDAHN UND KAIMER | CALLICOON FINE ARTS | LUIS CAMPANA | SHANE CAMPBELL | CANADA | GISELA CAPITAIN | CAPITAIN PETZEL | CARDI | CHOI&LAGER | CLAGES | HEZI COHEN | CONRADS | CONTEMPORARY FINE ARTS | CORBETT VS DEMPSEY | COSAR HMT | ALAN CRISTEA | DEWEER | DIERKING GALERIE AM PARADEPLATZ | DIRIMART | MARC DOMENECH | DREI | EIGEN + ART | ESPAIVISOR | FAHNEMANN | FIEBACH,MINNINGER | FIGGE VON ROSEN | KONRAD FISCHER | FISCHER KUNSTHANDEL & EDITION | FORSBLOM | KLAUS GERRIT FRIESE | GALLERY ON THE MOVE | GANDY | LAURENT GODIN | BÄRBEL GRÄSSLIN | KARSTEN GREVE | GRIEDER | BARBARA GROSS | HAAS | HÄUSLER CONTEMPORARY | HAMMELEHLE UND AHRENS | JACK HANLEY | REINHARD HAUFF | HAUSER & WIRTH | JOCHEN HEMPEL | MARIANNE HENNEMANN | HENZE & KETTERER | ERNST HILGER | HOFFMANN | HOLLYBUSH GARDENS | HEINZ HOLTMANN | AKIRA IKEDA | FRED JAHN | JGM | ANNELY JUDA FINE ART | KADEL WILLBORN | KALFAYAN | JAN KAPS | MIKE KARSTENS | KERLIN | KIMMERICH | PARISA KIND | KLEMM‘S | HELGA MARIA KLOSTERFELDE | KLÜSER | KM | SABINE KNUST | KOCH | DR. DOROTHEA VAN DER KOELEN | CHRISTINE KÖNIG | KOENIG & CLINTON | JOHANN KÖNIG | KONZETT | KOW | KRAUPA-TUSKANY ZEIDLER | KROBATH | KROME | BERND KUGLER | L.A. GALERIE - LOTHAR ALBRECHT | LAHUMIÈRE | LANGE + PULT | LE GUERN | GEBR. LEHMANN | TANYA LEIGHTON | CHRISTIAN LETHERT | LEVY | LÖHRL | LUDORFF | LINN LÜHN | LÜTTGENMEIJER | LULLIN + FERRARI | M29 RICHTER . BRÜCKNER | MAIOR | MARLBOROUGH CONTEMPORARY | MARUANI & MERCIER | MAULBERGER | HANS MAYER | MAX MAYER | MIRKO MAYER /M-PROJECTS | GRETA MEERT | VICTORIA MIRO | MIYAKE FINE ART | MODERNE | MOELLER FINE ART | VERA MUNRO | NÄCHST ST. STEPHAN | NAGEL DRAXLER | NANZUKA | NEON PARC | NEU |

NEUE ALTE BRÜCKE |

CAROLINA NITSCH | DAVID NOLAN | NOSBAUM & REDING | GEORG NOTHELFER | ALEXANDER OCHS | OFF VENDOME | ONRUST | OSAGE | PERES PROJECTS | RUPERT PFAB | TATJANA PIETERS | PRODUZENTENGALERIE | PSM | THOMAS REHBEIN | MICHEL REIN | REMMERT UND BARTH | REPETTO | RIEDER | PETRA RINCK | MARGARETE ROEDER | GABRIEL ROLT | THADDAEUS ROPAC | RUBERL | THOMAS SALIS ART & DESIGN | SALON 94 | SAMUELIS BAUMGARTE | MARION SCHARMANN | SCHEFFEL | AUREL SCHEIBLER | BRIGITTE SCHENK | ESTHER SCHIPPER | SCHLEICHER + LANGE | SCHLICHTENMAIER | SCHMIDT & HANDRUP | SCHMIDT MACZOLLEK | SCHÖNEWALD FINE ARTS | THOMAS SCHULTE | MICHAEL SCHULTZ | SCHWARZER | SFEIR-SEMLER | SIES + HÖKE | SIMONIS | SIMS REED | SLEWE | SOCIÉTÉ | SOMMER & KOHL | SOY CAPITÁN | HENRIK SPRINGMANN | SPRÜTH MAGERS | STAECK | STALKE | STIGTER VAN DOESBURG | WALTER STORMS | HANS STRELOW | FLORIAN SUNDHEIMER | SUPPORTICO LOPEZ | TAGUCHI FINE ART | TANIT - NAILA KUNIGK & WALTHER MOLLIER | SUZANNE TARASIÈVE | TEGENBOSCHVANVREDEN | THE HOLE | ELISABETH & KLAUS THOMAN | THOMAS | WILMA TOLKSDORF | TONELLI | UTERMANN | V1 | VAN HORN | VON VERTES | AXEL VERVOORDT | SUSANNE VIELMETTER | ANNE DE VILLEPOIX | WALDBURGER | WARHUS RITTERHAUS | MAXWEBERSIXFRIEDRICH | FONS WELTERS | WENTRUP | KATE WERBLE | MICHAEL WERNER | WETTERLING | SUSANNE ZANDER - DELMES + ZANDER | THOMAS ZANDER | ZINK | MARTIN VAN ZOMEREN | DAVID ZWIRNER

WWW.ARTCOLOGNE.COM

ART14_286x436_KURT.indd 1

21.01.14 10:33


KURT | arttourist.com 1|2014

Outsider Art  |  33

Urlaub in der anderen Realität „Art Brut“ fasziniert Wissenschaftler, Publikum und Sammler gleichermaßen. Die Werke von Außenseitern geben den Blick frei auf eine andere Welt, oft ist sie verwirrend oder bedrohlich. Man kann in sie eintauchen – ohne sie deswegen durchleben zu müssen. Horacek 84-001 © Museum Gugging


34  |  Outsider Art

KURT | arttourist.com 1|2014

Wer nicht weiß, was der Tag mit sich bringt, der blickt auf einen Kalender. Wer hingegen nicht weiß, was die Welt mit ihm vorhat und wo er im Leben steht, der macht sich seinen eigenen Kalender – so wie Josef Heinrich Grebing. „Zeitrechnung für katholische Jünglinge und Jungfrauen“ heißen sie oder „Scharfrichter- und Raubmörderkalender“. Es sind endlose Zahlenkolonnen und komplexe geometrische Figuren, vollkommen unverständlich und zugleich von bestechender Klarheit, die der 1879 geborene Grebing zu Papier brachte – aber erst in seinem zweiten Leben: Grebing, einst ein rationaler Kaufmann, war sein Leben entgleist, eine Psychose verstellte ihm den Blick aufs große Ganze, aber das Gefühl für Strukturen war noch da. Also malte er neben der Welt her, um sie nicht zu verlieren, bis ihn die Nazis 1940 ermordeten.

Anonym (Fall 202), ohne Titel [Kopf], undatiert, Inv. Nr. 2609 verso.

Art Brut verlangt dem Betrachter alles ab Grebing wollte niemals Künstler sein, das hat er mit vielen Vertretern der „Art Brut“ gemein. Man nennt sie auch „Outsider Art“, es geht in ihr darum, dass Menschen mit einer anderen Sicht auf die Dinge eine Möglichkeit bekommen, diese auszudrücken. Der andere Blickwinkel kann eine Psychose sein oder auch eine geistige Behinderung – nicht unbedingt etwas, worunter ein Mensch leidet, aber stets etwas, das ihn prägt und im Mittelpunkt seines Werkes steht. Eigentlich ist das naive Kunst – aber mitunter so faszinierend, dass so mancher Sammler nichts anderes mehr als „Kunst“ gelten lassen will. Den Anfang machte Hans Prinzhorn (18861933). 1919 kam der junge Arzt an die Psychiatrische Universitätsklinik Heidelberg, wo er eine Sammlung von Werken geisteskranker Menschen zusammenstellte. Prinzhorn war von seiner Arbeit derart fasziniert, dass er in nur zwei Jahren 5.000 Exponate aus der ganzen Welt zusammentrug, anschließend dokumentierte er diese noch in seinem Buch „Bildnerei der Geisteskranken“. Das hatte es vorher noch nie ge-

August Natterer, Hexenkopf, 1910, Inv. Nr. 184.

geben, dass jemand so großes Interesse zeigt an den Parallelwelten der Anstaltsinsassen, an den Briefen einer Emma Hauck, in denen sich so oft die Worte „Herzensschatzi“ und „komm“ wiederholten, bis daraus grafische Figuren wurden; oder auch an den Kalendern Josef Heinrich Grebings. Prinzhorn war nicht nur der einer der ersten, die sich der „Art Brut“ wissenschaftlich näherten – er war auch der erste Sammler. Was Prinzhorn und so viele andere an dieser Kunst fasziniert, ist schwer zu verstehen und zugleich ganz leicht: Sie verlangt einem alles ab. So besteht die Phantasiewelt Henry Dargers (1892-1973) aus kleinen, nackten Mädchen und Männern, die den Kindern zahlreiche grausame Verbrechen antun. Frieda Stamm (1903-1977) lebte 47 Jahre lang zusammen mit einem Mann, den sie nicht liebte, das Böse in ihren Werken ist das Haus: Treppen, die in Abgründe führen, einstürzende Gebäude, Zimmer voller Totenschädel prägen ihre Bilder. Selbst dort, wo das Schöne und Unbeschwerte zu finden ist, verbirgt sich immer auch Verunsicherung: Else Blankenhorn (1873 bis 1920) malte sich die Anstalt einfach weg, konstruierte sich eine Welt aus schwanenförmigen Rittern oder aus selbstgemalten Geldscheinen, mit denen man Tote nach ihrer Auferstehung versorgen können sollte. „Art Brut“, das ist immer auch das Ge-

Hedwig Wilms, Gehäkeltes Tablett mit Krug und Gießkännchen, vermutlich zwischen 1913 und 1915, Inv. Nr. 90,91,92.

Anonym (Fall 202), ohne Titel [Berg], undatiert. Inv. 2606.

fühl, an einer verlorenen Seele teilhaben zu können oder einem Verstand auf der Suche nach sich selbst – ohne diese abseitigen Welten selbst durchleben zu müssen. Wir sehen in dieser Kunst das, wie wir sein könnten, wenn es zum Glück nicht schon andere wären. Aber ist dieser voyeuristische Blick auf ein Kunstwerk überhaupt erlaubt? Was unterscheidet diese Wahrnehmung von Menschen eigentlich von den sogenannten Völkerschauen Anfang des 20. Jahrhunderts, als Zoos ihren staunenden Besuchern Schwarze in Gehegen präsentierten? Es ist vielleicht die Kommunikation, fand Richard Lachman (1928-2010), der sich viele Jahre nur mit dem Stimmen in seinem Kopf auseinandersetzen konnte – bis er anfing, für das Grauen Bilder zu finden, Köpfe mit entstellten Gesichtszügen malte oder mit abstrakten Formen im Inneren anstelle eines Gehirns. So sei es ihm möglich geworden, aus dem Bild heraus etwas mitzuteilen, sagte Lachman über seine Arbeit. „Anstatt alle meine Gedanken auf mich selbst zu richten, begann ich wieder, Beziehungen mit anderen aufzunehmen.“ Gerade dann, wenn Dinge anderen Menschen ganz fern sind, erzeugt es manchmal Nähe, sie auszusprechen. Sebastian Stoll

Joseph Schneller, ohne Titel, undatiert, Inv. Nr. 2166.

Sebastian Stoll, freier Journalist. Reportagen und Portraits unter anderem für Dummy, den Tagesspiegel, die Berliner Zeitung, den Freitag, die Frankfurter Rundschau und Facts

Gustav Sievers, ohne Titel, undatiert, Inv. Nr. 4332 d.

Franz Karl Bühler, ohne Titel [Künstlerallegorie], zwischen 1909 und 1916, Inv. Nr. 2945.

Joseph Heinrich Grebing, «meines XX. Jahrh.dts. Calender - Zeitrechnung für katholische Jüngling. + Jungfraue» [Hundertjähriger Kalender], undatiert, Inv. Nr. 613.


KURT | arttourist.com 1|2014

Outsider Art  |  35

Museen für Outsider Art & Art Brut

Museum Haus Cajeth

Künstler, die der Outsider Art und Art Brut zugeschrieben werden, bewegen den Kunstmarkt und finden immer mehr Zugang in innernationale Sammlungen und Museen. Grundlage für die größer werdende Akzeptanz und Bekanntheit sind die auf Outsider Art und Art Brut spezialisierten Museen, Sammlungen und Einrichtungen, die sich dem

#

Thema bereits seit Jahren intensiv widmen. Eine Auswahl.

Art Brut und Gugging

Primitive Malerei – Art of Outsiders | © JO Goertz

entwickelte sich im Laufe der letzten 30 Jahre eine Sammlung von nunmehr über 5000 Werken, aus deren Fundus kontinuierlich Ausstellungen im In- und Ausland organisiert und präsentiert werden. Der Bestand der Sammlung umfasst neben Zeichnungen und Malereien mittlerweile auch mehrere Skulpturen www.kunsthaus-kannen.de

Das Museum im Lagerhaus Die Kunst der Gugginger Gruppe wird der Art Brut zugerechnet. Jean Dubuffet, der französische Maler, der den Begriff Art Brut prägte, bezeichnete damit eine „edle, herbe, ursprüngliche Kunst”, die von einer höchst persönlichen und unangepassten Formensprache zeugt. Frei von den Trends der gängigen Kunst entsteht Art Brut ohne akademischen oder kunsttheoretischen Hintergrund. Seit den 70er Jahren gehören die Künstler aus Gugging zu den weltweit wesentlichen Exponenten der Art Brut. Jean Dubuffet hat sie als Vertreter dieser Kunstrichtung persönlich anerkannt. Ihre Werke sind neben der Collection de l‘Art Brut in Lausanne auch in vielen Museen zeitgenössischer Kunst wie dem Museum für moderne Kunst in Wien, der Sammlung Essl in Klosterneuburg oder dem Linzer Lentos Museum vertreten. International wird die Kunst aus Gugging unter anderen im Philadelphia Art Museum oder dem Setagaya Museum in Tokyo gesammelt und ausgestellt. Das Museum Gugging war eine logische Erweiterung des Angebotes des „Intergrativen Kulturzentrums Gugging“. Nach jahrelanger Aufbauarbeit konnte es 2006 von Johann Feilacher, Nina Katschnig und ihren Mitarbeitern als Department des Vereins der Freunde des Hauses der Künstler gegründet und eröffnet werden. www.gugging.org

Madmusée

Trägerin ist die Stiftung für schweizerische Naive Kunst und Art Brut, die am 1. Februar 1988 von den Sammlerehepaaren Erna (19071995) und Curt Burgauer (1908-2002), Wilhelmina und Josef John sowie Simone und Peter Schaufelberger-Breguet gegründet worden ist. Zwanzig Jahre lang haben Simone und Peter Schaufelberger-Breguet, als Leiterin bzw. als Präsident des Stiftungsrates das Museum im Lagerhaus ehrenamtlich geführt und eine umfangreiche Sammlung aufgebaut. Ebenfalls ehrenamtlich arbeiten das Museumsteam und der Stiftungsrat. Stiftung und Museum haben zum Ziel, Interesse und Verständnis für die verschiedenen Bereiche der Outsider Art zu wecken und zu fördern. www.museumimlagerhaus.ch

Collection de l'Art Brut

Kunsthaus Kannen

Das Kunsthaus Kannen ist in den Klinikkomplex des Alexianer Krankenhauses, einer Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, eingegliedert. Seine Entstehung geht auf die Förderung künstlerisch besonders begabter Langzeitpatienten zurück, deren kreative Arbeit und Entwicklung seit den frühen 80er Jahren kontinuierlich unterstützt wurde. Seit Oktober 2000 ist das Kunsthaus als „Modellprojekt Gemeinschaft behinderter Künstler“ anerkannt und wird von der Alexianer Bruderschaft und der Stiftung Wohlfahrtspflege des Landes NRW gefördert, bislang einzigartig in Deutschland. Aus der Fülle des entstandenen Bildmaterials

schloss er, der Stadt Lausanne die 5000 Werke seiner Sammlung anzubieten: Wölfli, Aloïse, Chaissac, Madge Gill, Carlo, Augustin Lesage… Diese sind nun im Château de Beaulieu untergebracht, einem Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert. Die Innenwände sind komplett schwarz gestrichen, damit die Besucherinnen und Besucher in die «vertraute Fremdartigkeit» der inneren Weiten eintauchen können, in denen sich diese unkonventionelle Kunstform frei bewegt. www.artbrut.ch

Das "Mad" - Museum birgt ein Kulturgut, das in seiner Art einzigartig ist. Ein Ort der Ausstellung, ein Ort der Bewahrung - das Museum verfügt zudem über ein Dokumentationszentrum und organisiert verschiedene Veranstaltungen im Zusammenhang mit den Werken geistig behinderter Künstler. Die Sammlung des Mad besteht aus 1300 Werken von Künstlern, die in Ateliers wie dem Créahm (Kreativität und geistige Behinderung) arbeiten. Die Werke haben sehr unterschiedliche Hintergründe - sowohl was den stilistischen, thematischen, technischen als auch geographischen Kontext angeht (Belgien, Deutschland, Niederlande, USA, Australien, Japan...). Gemein ist ihnen ein Auswahlkriterium: die künstlerische Qualität. www.madmusee.be

Musée Visionnaire Zürich

Seit 1976 ist Lausanne die Hauptstadt der Art Brut. Bis in Europa und in den USA ähnliche Einrichtungen geschaffen wurden, war die Collection de l'Art Brut während langer Zeit weltweit die einzige Institution dieser Art. Nun ist sie weiterhin das «Stammhaus» und DIE Referenzeinrichtung der Art Brut. Ihr Kern stammt vom «Erfinder» der Art Brut, d. h. vom französischen Künstler Jean Dubuffet. Er war der Erste, der den künstlerischen Status von spontanen und autodidaktischen Kreationen anerkannte, die er in Heimen und Gefängnissen oder bei Spiritisten, Aussenseitern und anderen gesellschaftlich Unangepassten entdeckte. Da sich Jean Dubuffet daran erinnerte, dass er in der Schweiz, insbesondere in der Westschweiz, ab 1945 sowohl aussergewöhnliche Kunstschaffende als auch fortschrittlich denkende Psychiater kennengelernt hatte, be-

Das Museum Haus Cajeth befindet sich in einem der schönsten Barockpalais im Herzen der Heidelberger Altstadt. Der kurpfälzische Münzwart Anton Cajeth hat es 1735 erbauen lassen. Hier gründete Egon Hassbecker eine Galerie & Buchhandlung, ein Museum für Primitive Malerei – Art of Outsiders und errichtete eine Stiftung dazu. Die Bilder der Sammlung Hassbecker stammen von Menschen, die nicht den Anspruch hatten Künstler zu sein. Fast alle sind sie zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts geboren. Als Bauern, Fischer, Handwerker, haben sie ihr Leben lang körperlich schwere Arbeit verrichtet und haben sich im Lesen und Schreiben so wenig geübt, dass sie es fast vergessen hatten. Sie haben als Maler keine Ausbildung genossen und konnten nur mit Mitteln arbeiten, die ihnen aus ihrem eigenen Leben bekannt waren. Jeder war auf sich selber angewiesen, war Einzelgänger und schuf Bilder, die sich deutlich von denen der anderen Einzelgänger unterscheiden. Die Sammlung umfasst zahlreiche Arbeiten von vergleichsweise wenigen Künstlern. Diese Konzentration und zugleich Ausweitung belegt die Bedeutung des Biographischen, die Egon Hassbecker bei seinem Umgang mit Kunst und Künstlern wichtig ist. Alle Arbeiten, die er in seine Sammlung aufgenommen hat, sind zugleich Zeugnisse von individuellen Schicksalen, die vom Leben ihrer Autoren nicht zu trennen sind. www.cajeth.de

Adolf Wölfli-Stiftung Kunstmuseum Bern ADOLF WÖLFLI (1864-1930) Der französische Surrealist André Breton nannte Adolf Wölflis Oeuvre "eines der drei oder vier wichtigsten Werke des zwanzigsten Jahrhunderts". 1895 in die psychiatrische Heilanstalt Waldau bei Bern eingeliefert, begann Wölfli 1899 zu zeichnen und zu schreiben. Auf über 25'000 Seiten schuf er sich eine neue Kindheit, eine grossartige Zukunft und phantastische Welt: die "Skt.Adolf-Riesen-Schöpfung". Die Adolf Wölfli-Stiftung macht seit 1975 Wölflis Werk der Öffentlichkeit in Einzel- und Gruppenausstellungen sowie Publikationen zugänglich. www.adolfwoelfli.ch

Sammlung Charlotte Zander Das neue Museum zwischen Hauptbahnhof und Kunsthaus bietet einen prominenten Raum für die Kunst von Aussenseitern: Art Brut sprengt Grenzen, ist überwältigend, kennt keine Konventionen und ist manchmal schwer erträglich, fragil oder vergänglich. Die Öffentlichkeit soll dies nicht nur sehen, sondern an Kunst und Museum teilhaben. Das Musée Visionnaire wird das kulturelle Leben der Stadt Zürich mit vielfältigen Ausstellungen bereichern. Und dies nicht nur hinsichtlich der gezeigten Werke, sondern auch durch den experimentellen Charakter der Ausstellungsformate und das Streben nach einem Diskurs. www.museevisionnaire.ch

Seit 1996 ist Schloß Bönnigheim Domizil der bedeutenden Sammlung von Charlotte Zander. Im Laufe von 60 Jahren hat die Sammlerin, die 1997 mit dem Art-Cologne-Preis ausgezeichnet wurde, konsequent und unabhängig vom Zeitgeist über 4000 Gemälde und SkulpFortsetzung auf Seite 40


36  |  Outsider Art

KURT | arttourist.com 1|2014

Outsider Art kann sich behaupten

Immer mehr Menschen interessieren sich für Outsider Art – eben, weil sie so anders ist als das, was der Kunstmarkt sonst zu bieten hat. Längst hat die Begeisterung auch Profis erfasst: Daniel J. Schreiber ist Direktor des Buchheim Museums in Bernried und gleichzeitig Juror beim Euward – einem Preis für Künstler mit geistiger oder psychischer Behinderung. “Outsider Art ist eine Kunst, die sich nicht an den Normen des Betriebs orientiert. Paradoxerweise ist sie genau deshalb für ihn wieder interessant“, sagt er.

Preisverleihung (2010) v.l.n.r. : Markus Rückert (Vorsitz. der Augustinu m Stiftung), Sigrid Reingruber (2.Preis), Peter Kapeller (1.Preis), Klaus Mecherlei n (Kurator).

euward

Herr Schreiber, neben Ihrer Arbeit als Direktor des Buchheim-Museums sitzen Sie in der Jury des Euward, einem Preis für Künstler mit geistiger oder psychischer Behinderung. Wie würden Sie denn selbst Outsider Art definieren? Eine klare Definition sollten wir meiner Meinung nach vermeiden. Die Trennlinie ist unscharf. Der Begriff muss auf jeden Fall entpathologisiert werden. Es gibt im Kunstbetrieb anerkannte Künstler, die unter kaum anderen Bedingungen arbeiten als Leute, die aufgrund eines Krankheitsbildes der Outsider Art zugerechnet werden.

Der europäische Kunstpreis In der internationalen Szene der sogenannten Outsider Art gilt der seit 2000 alle drei Jahre in München stattfindende euward als eine der bedeutendsten Schauen aktueller, zeitgenössischer Outsider Art in Europa.

Können Sie denn ein paar Grundprinzipien nennen? Ein gemeinsames Merkmal ist, dass die Künstler sie sich autodidaktisch angeeignet haben. Outsider Art entsteht fern vom institutionellen Kunstbetrieb. Sie wird vornehmlich gestaltet von Leuten mit geistiger Behinderung oder einer psychischen Erkrankung, oft auch von bildungsfernen Menschen, die durch ihren sozialen Status oder ihre wirtschaftliche Situation nicht in der Lage sind, zu partizipieren – und die trotzdem Kunst entwickeln. Outsider Art ist eine Kunst, die sich nicht an den Normen des Betriebs orientiert. Paradoxerweise ist sie genau deshalb für ihn wieder interessant.

Der euward wurde im Jahr 2000 von der Augustinum Stiftung München ins Leben gerufen. Als herausragender Kunstpreis von internationaler Bedeutung auf diesem Sektor, hat der euward zum Ziel, das Werk von geistig behinderten Künstlern seinem künstlerischen Rang nach zu würdigen. Sowohl sollen herausragende Künstler gefördert als auch das Phänomen der weithin noch unbekannten Außenseiter-Kunst und seine kulturelle Bedeutung einer breiten Öffentlichkeit erschlossen werden. Die Ausstellung euward präsentiert dabei einen einzigartigen Querschnitt des Schaffens aus zwanzig Ländern Europas. Kurator des Kunstpreises und der Ausstellung ist Klaus Mecherlein M.A., Heilpädagogisches Centrum Augustinum, München.

Nach welchen Kriterien bewerten Sie die Qualität eines Kunstwerkes der Outsider Art? Ich mache da keinen Unterschied zu anderer Kunst. Ich habe ein ganz banales Raster: Sachen, die schon gemacht worden sind, sind nicht so interessant wie Sachen, die noch nicht gemacht worden sind. Außerdem stelle ich mir die Frage: Mussten sie gemacht werden oder mussten sie nicht gemacht werden? Ist da Druck dahinter, ein Thema, das die Menschheit wirklich bewegt?

Jury

Daniel J. Schreiber © Buchheim Museum / Julia Rejmer

Kann Outsider Art das in besonderem Maße leisten? Dieses Gefühl, dass etwas nicht stimmt, etwas aus den Fugen geraten ist, das kennen wir eigentlich alle: Dinge, die man nicht ins Leben integrieren kann, die dort vielleicht sogar giftig wirken, die haben nirgendwo Platz. In der Kunst haben sie ihn.

Massimiliano Gioni, der bei der letzten Documenta seine Ausstellung um den „Palazzo Enciclopedico“ von Marino Auriti herumkonzipiert hat, ein Hauptwerk der Outsider Art. Es gibt heute einen Trend, das in den Kunstbetrieb zu integrieren.

Bleiben wir bei der Qualität eines Kunstwerkes: Inwiefern spielt bei der Beurteilung eine eventuelle Krankheit oder Behinderung des Künstlers eine Rolle? Lassen Sie es mich so sagen: Es gab beim Euward ja auch die Überlegung, den Preis auch für andere Laienkünstler zu öffnen. Aber der Qualitätsunterschied war so eklatant, dass man davon wieder abgerückt ist. Die Künstler mit Behinderung oder psychischer Beeinträchtigung waren einfach um Welten besser. Ich erzähle diese Anekdote auch, um klarzustellen: Es gibt keine Boni und auch kein Augenzwinkern. Wenn man die normalen Instrumentarien des Betriebes ansetzt, Jury, Katalog, Ausstellung, dann können sich diese Künstler behaupten.

Outsider Art erlebt einen Boom. Wo sehen Sie die Gründe dafür? Es ist nun mal so, dass in der Kunst ein hoher Innovationsdruck besteht – und das mit guten Recht. Karl Friedrich Schinkel hat einmal gesagt: „Die Kunst ist überhaupt nichts, wenn sie nicht neu ist.“ Und wir müssen konstatieren, dass es in der zeitgenössischen Kunst zu einem gewissen Erschöpfungszustand gekommen ist. Wir hatten ja in den 90er-Jahren bis weit in die 2000er hinein ein Neuerstarken der figurativen Kunst, meist mit surrealen Aspekten. Das war sehr interessant, hat auch am Anfang wehgetan – aber inzwischen arbeitet eine ganze Reihe von Künstlern so. Deswegen wird im Betrieb nach Inspiration gesucht. Wir schauen wieder mehr zu den vermeintlichen Rändern.

Eine Jury von bekannten Fachleuten (Arnulf Rainer | Österreich, Christian Berst | Frankreich, Roger Cardinal | Großbritannien, Daniel J. Schreiber | Deutschland) wird im Sommer die besten Arbeiten auswählen und ab November 2014 im Buchheim Museum in Bernried vorstellen. Hier werden die drei Preisträger anlässlich der Ausstellungseröffnung ausgezeichnet. Die Preisträger werden mit Geldpreisen und durch die Publikation eines Kataloges im Gesamtwert von 19.000 Euro gefördert.

ea Beiträge von Ingo Tributsch und Andr

Kann sich eine Behinderung oder eine psychische Erkrankung im Kunstbetrieb also auch als Vorteil erweisen? Ja, ich glaube schon. Beim Kunstschaffen ist Konzentration meisten sehr förderlich. Die Künstler, die viel nach rechts und links gucken, sind eigentlich meistens diejenigen, die langweilig sind. Aber wenn jemand die Autonomie und das Selbstbewusstsein hat, etwas Eigenständiges zu entwickeln, dann besteht die Chance, dass etwas Besonderes dabei herauskommt. Und für Menschen mit psychischer und geistiger Behinderung gilt das mehr als für andere? Na ja, sie stehen unter besonderen Wahrnehmungs- und Lebensbedingungen. In der Hinsicht sind sie tatsächlich bevorzugt. Ist der Begriff „Outsider Art“ nicht auch zugleich eine Schublade, in die man die Künstler steckt? Ist das überhaupt hilfreich? Ich glaube, auf diese Frage gibt es keine schlüssige Antwort. Auf der einen Seite brauchen wir ihn, um darzustellen, dass die Künstler andere Voraussetzungen haben als die meisten ihrer Kollegen. Auf der anderen Seite produzieren sie oft Beiträge, die es verdient haben, im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit zu stehen. Ich registriere ein wachsendes Interesse an Outsider Art. Im Hamburger Bahnhof in Berlin gibt es ja zum Beispiel eine regelmäßige Serie, „Secret Universe“, in der Outsider-Künstler präsentiert werden. Oder denken Sie an

Welchen Stellenwert hat Outsider Art in zehn Jahren? Es wird eine gewisse Nivellierung geben, sicher mit dem Nachteil, dass der Überraschungseffekt nachlässt. Aber es wird dann einige Künstler mehr aus diesem Bereich geben, die Bestandteil des etablierten Kunstbetriebs sind. Vielleicht führt sich der Begriff so ad absurdum. Haben Sie selbst Outsider Art bei sich zu Hause? Nein. Ich denke, es ist wichtig, dass man nicht in dem Bereich sammelt, in dem man arbeitet. Das ist mein ethischer Kodex. Ich habe generell ganz wenig Kunst zu Hause. Das Interview führte Sebastian Stoll.

Daniel J. Schreiber ist seit August 2013 Direktor des Buchheim Museum der Phantasie in Bernried. Er studierte Philosophie und Kunstgeschichte in München und Hamburg. Nach einer Assistenz am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg war er Kurator an den Kunstsammlungen Böttcherstraße in Bremen, am Museum Frieder Burda in Baden-Baden sowie am Arp Museum Rolandseck. Ab 2009 war er künstlerischer Leiter der Kunsthalle Tübingen. Schreiber kuratierte zahlreiche Ausstellungen zur Kunst der klassischen Moderne, der Nachkriegszeit und der Gegenwart.

Rausch (hinten links)

Die Ausstellung euward 2014 soll der euward zum sechsten Mal vergeben werden. Die Ausstellung präsentiert jeweils die drei Preisträger des Kunstpreises mit einer umfassenden monografischen Einzelausstellung, ergänzt und eingebettet in eine Überblicksschau der Werke der 20 nominierten Künstler. Neben den verschiedenen musealen Ausstellungsprojekten in Europa, der traditionsreichen Triennale der Slowakischen Nationalgalerie Bratislava, aber auch der New York Outsider Art Fair hat sich der euward als ein Fixpunkt dieser Kunstszene etabliert. Mit seinem Konzept, das aktuelle Schaffen noch unentdeckter Künstler zu jurieren, zu präsentieren und die Künstler zu fördern, findet er besondere Aufmerksamkeit innerhalb der Szene und breites Interesse in der Kunstwelt. 22.11.2014 – 1.3.2015 im Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See


KURT | arttourist.com 1|2014

Outsider Art  |  37

Kunst liegt jenseits der

Normalität Unter welchen Bedingungen entsteht eigentlich Art Brut? Was treibt einen Künstler an – und wie sehr hilft es ihm, sich selbst zu verwirklichen? Hartmut Majer ist Professor für Kunst und Kunsttherapie an der Hochschule für Kunsttherapie in Nürtingen. Er sagt, Kunst gibt Außenseitern einen Freiraum, den sie sonst in der Welt nicht finden. Herr Majer, Sie arbeiten als Hochschullehrer für Kunst und Kunsttherapie und haben zuvor jahrelang selbst praktiziert. Wie oft und in welcher Form werden sie mit Outsider Art konfrontiert? Wir haben bei uns im Haus zwei unterschiedliche Ansätze. In der Kunsttherapie steht die Unterstützung von Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung und Stabilisierung im Mittelpunkt. Es geht dabei nicht so sehr darum, den künstlerischen Prozess als Selbstzweck voranzutreiben. Dafür gibt es heute einen eigenen Begriff, nämlich den der Kunstassistenz. Hier vermitteln wir in einer Weiterbildung, wie künstlerisch tätige Leute, die an einer Krankheit leiden oder eine Behinderung haben, in ihrer Arbeit unterstützt und geschützt werden können. Für beide Ansätze bilden wir bei uns Menschen aus. Das sind zwei unterschiedliche Verfahren mit vielen Überschneidungen. Sie treffen jedoch oft bei ethischen Fragestellungen zusammen. Wie meinen Sie das? Für mich stellt die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung und die Förderung der künstlerischen Arbeit keine Frage von „Entweder oder“ dar. Ich schaue künstlerische Arbeiten nicht in Hinblick auf eine psychische Erkrankung an. Dazu brauche ich einen expliziten therapeutischen Auftrag. Mich interessiert bei Kunst zunächst immer: Mit was setzt sich dieser Mensch auseinander? Wie schaut er auf die Welt? An was leidet er? Wodurch erfährt er Glück? Und wo bietet er mir eine neue Sichtweise – einfach durch die Art, wie er all das in der künstlerischen Arbeit umsetzt? Ob dieser Mensch nun an einer Erkrankung leidet, ist für mich nicht der Punkt. Sehen Sie, ich war gerade erst in einer Ausstellung eines Berufsverbands bildender Künstler und habe mich zu Tode gelangweilt. Man findet dort jede Menge Dinge von Menschen, die Kunst machen wollen, erfährt aber sehr wenig darüber, wie diese sich an der Welt reiben. Wenn es gerade die Künstler der Outsider Art sind, die sich oft an der Welt reiben – wie wichtig ist es denn für einen psychisch kranken Menschen, Kunst machen zu können? Man muss sehen: Für die meisten Menschen mit einer psychischen Erkrankung ist es überhaupt kein Thema, künstlerisch zu arbeiten. Trotzdem gibt es natürlich etwas, was viele Menschen, die an einer Erkrankung leiden, verbindet - etwas, das ich Differenzerfahrung nennen möchte. Sie finden in der Kunst, was sie auch selbst in ihrem Leben als Erfahrung verinnerlicht haben: Dass es etwas gibt, das sie unterscheidet, jenseits der Normalität und gesellschaftlicher Übereinkünfte. Damit setzt sich Kunst auseinander: Mit der Differenz zur scheinbar normalen Sichtweise auf die Welt. Können Sie dafür ein Beispiel nennen? Ein Outsider-Künstler, den ich kennen gelernt und mit dem ich mich eingehend beschäftigt habe, ist der Maler Norman Seibold. Ein junger Mann, der zunächst selbst Kunsttherapie studieren wollte. Das Studium hat er aber abgebrochen, dann ein Kunststudium begonnen, während dessen er psychiatrisch erkrankt ist. Über exzessiven Alkoholkonsum hat sich bei ihm eine Psychose herausgebildet, an der er heute noch leidet. Seibold ist ein

Künstler mit einem unglaublich beeindruckendem Werk. Und natürlich stellt sich die Frage: Gehört seine psychische Erkrankung auch zur Rezeption seines Werkes? Er trägt die Farbe teilweise zentimeterdick auf die Leinwand auf, die Bilder treten einem dreidimensional entgegen. Wenn man weiß, dass er unter Halluzinationen leidet und ihn innere Bilder verfolgen – dann wird diese Überflutung im Bild für mich als Betrachter anders nachvollziehbar. Kann man Künstler und ihre Werke eigentlich nach der jeweiligen Erkrankung einteilen? Gibt es also bestimmte Muster, die auf eine spezifische Störung hinweisen? Das hat mich nie interessiert. Es gibt natürlich Menschen, die das versuchen – aber ich glaube eher daran, dass die individuellen Erfahren, unter denen Menschen leiden, immer mit kollektiven Erfahrungen zu tun haben. Unser Bild der Welt und der Wirklichkeit legen wir uns so zurecht, dass wir damit leben können; aber es steht in Spannung zu einer Dimension, die uns unsäglich beunruhigt. Sie prägt uns genauso und steht jenseits dessen, was wir im Alltag bewältigen können. Es gibt nun mal diese anderen Wirklichkeitserfahrungen und Dinge, die uns Angst machen, weil wir sie nicht kausal-logisch einordnen können. Diese Art der Beunruhigung beschäftigt mich sehr, aber nicht, weil sie möglicherweise aus einer bestimmten Erkrankung heraus entsteht. Gibt es etwas, das wir aus Outsider Art lernen können? Ich glaube, sehr viel: Nicht nur, wie unsere Gesellschaft mit dem Fremden und existenziell Beunruhigenden insgesamt umgeht – sondern auch, was dieses in uns selbst auslöst. Kunst kann Menschen verunsichern oder Aggressionen auslösen, es werden ja auch immer wieder Kunstwerke zerstört. Das hat etwas mit dieser Beunruhigung zu tun: Ich werde mit etwas konfrontiert, das mit nicht zu eigen ist, das mich befremdet. Ich versuche mit meinen Studenten immer, Zugänge zu dieser Beunruhigung zu finden: Es geht darum, sie nicht abzulehnen, sondern als etwas Konstruktives und Positives auszunehmen. Wenn wir uns selbst auf diese Art neue Zugänge zur Welt ermöglichen können, ist ganz viel gewonnen. Outsider Art wird auf dem Kunstmarkt immer populärer und zum Spekulationsobjekt. Was denken Sie als Außenstehender darüber? Ich glaube, dass Kunst sich nicht als Spekulationsobjekt eignet. Wer spekulieren will, sollte vielleicht besser an die Börse gehen. Wenn ich von einer künstlerischen Arbeit überzeugt bin, dann muss ich sie kaufen – eben, weil sie mir etwas bedeutet. Es ist für mich völlig der falsche Weg, von einem möglichen finanziellen Wertzuwachs auszugehen, für mich zählt der persönliche Wertzuwachs. Herr Majer, haben Sie selbst Outsider Art bei sich zu Hause? Ja, einiges. Ich bin zum Beispiel sehr fasziniert von den Arbeiten von Peter Heusel, einem Mann mit einer geistigen Behinderung, der bis vor seinem Tod vor kurzer Zeit in einer betreuten Einrichtung gelebt

Prof. Hartmut Majer © Valentina Knubben

hat. Er konnte kaum lesen – schrieb aber einzelne Worte in seinem Zimmer mit einer alten Schreibmaschine auf DIN-A4-Blätter ab, aus allen möglichen Schriftstücken, die er fand. Die setzte er dann in rhythmischen Abständen aufs Papier, wo sie eine Bildqualität erhielten. Da vermischten sich Worte aus der Gebrauchsanweisung eines Elektrogerätes mit einer Gedichtzeile von Paul Celan und der Lebenshilfe-Sparte einer Illustrierten, die er zufällig gefunden hatte. Die Blätter brachte er dann mit ins Atelier und bat dort den Atelierleiter, ihm das Geschriebene vorzulesen. Er kombinierte die Worte also nicht aufgrund ihrer Sinnhaftigkeit, sondern löste sie aus dem Ursprungskontext und schuf damit neue Bedeutungszusammenhänge. Sein Vorge-

hen hat in dieser Schlichtheit und Rohheit für mich etwas sehr Überzeugendes. Herr Majer, haben Sie vielen Dank für dieses Gespräch. Das Interview führte Sebastian Stoll. Prof. Hartmut Majer ist Professor für Kunst und Kunsttherapie an der Hochschule für Kunsttherapie Nürtingen. Von 1985–1991 Studium der Bildhauerei bei Prof. Hans Ladner an der Akademie der Bildenden Künste München, Ernennung zum Meisterschüler, 1990–1992 Aufbaustudium Bildnerisches Gestalten und Therapie bei Prof. Dr. Gertraud Schottenloher an der Akademie der Bildenden Künste München, seit 1987 freie künstlerische Tätigkeit, Ausstellungen, Preise, Teilnahme an Symposien, 1992–1996 ÜberLebenszeichen e.V., München – Kunst und Therapie für Menschen mit HIV/Aids, seit 2002 Professor an der Hochschule für Kunsttherapie Nürtingen,2002–2008 Rektor der Hochschule für Kunsttherapie Nürtingen.


38  |  Outsider Art

KURT | arttourist.com 1|2014

Wie aus Wahnsinnigen Künstler wurden Hans Prinzhorn gilt als der Mann, der „Art Brut“ für die Nachwelt entdeckt hat. Sein Kunstverständnis war für seine Zeit revolutionär, seine Arbeit völlig neuartig. Trotzdem verirrte er sich im Leben. Er starb jung, einsam und verarmt. Konstantin Klees, Verbotener Eingang, undatiert, Inv. Nr. 1839.

das die Konflikte seiner Zeit nicht einfangen kann. Er sei als Nihilist aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekommen und habe den Glauben an die Kultur verloren, schreibt er einmal – und die Bilder der Kranken sind es, die ihm diesen Glauben zurückgeben. In ihnen sieht er mehr Ausbrüche als geplante Werke. „Er glaubt, in den Bildern eine Eruption des Unbewussten zu finden, ganz ohne Bezugnahme auf Tradition oder Beeinflussung von außen“, sagt Röske. Das sei in dieser Form natürlich Unsinn, den auch psychisch kranke Menschen seien nicht so sehr von Umwelteinflüssen abgeschottet gewesen, wie sie es laut Idealbild hätten sein müssen – habe aber in die Zeit gepasst. „Das ist zum Beispiel nicht weit entfernt von der Idee des Automatischen Schreibens, mit der die Surrealisten das Ego aus dem Schaffensprozess ausschließen wollten.“ So sehr Prinzhorn sich für die neue Kunst begeistert, ihre Urheber sind ihm relativ egal. Kontakt zu den Künstlern hat er nur wenig; und wenn, dann ist er unbeholfen: Wie etwa in den Interviews, in denen er um eine Deutung der Werke bittet – was reichlich paradox wirkt, wenn man zugleich eine Kunstform ausruft, die auf der Macht des Unbewussten gründet. Doch es kommt noch schlimmer: Prinzhorn wendet sich dem aufkommenden Nationalsozialismus zu, schreibt Artikel über die „Judenfrage“ und versucht, eine rechtsnationale „Deutsche Psychologie“ aufzubauen. Was später kommt, kann er nicht wissen – denn in der Zeit, als zahlreiche Urheber der von ihm geschätzten Werke ermordet werden, ist Prinzhorn schon lange tot. Dennoch steht seine Begeisterung für den Nationalsozialismus nicht dem Schwärmen für die Kunst der Kranken entgegen. Prinzhorn war interessiert an der Kunst, nicht an den Künstlern.

Der Ort des Ursprungs ist ein ganz unscheinbarer: Wer nach Heidelberg kommt, um die weltberühmte Sammlung Prinzhorn zu betrachten, der sieht erst einmal – fast nichts. Ein paar Dutzend Arbeiten sind es, die in zwei Ausstellungsräumen an den Wänden hängen – die meisten davon mit dem Bleistift erstellt, auf DIN A3- oder DIN A4-Papier gemalt. Oder in vielen Fällen: gekritzelt. Hier soll es mehrere Tausend Exponate geben? „Ein Großteil der Sammlung sind Arbeiten auf Papier. Man könnte sie nicht mal dauerhaft ausstellen, wenn man das wollte. Sie würden es einfach nicht vertragen“, sagt Thomas Röske. Er ist der Leiter der Sammlung Prinzhorn – und damit der Hüter des Schatzes, den niemand sieht. Das Meiste, was es zu sehen gäbe, befindet sich im Archiv.

Prinzhorn sieht Kunstwerke, keine Kranken Trotzdem ist die unscheinbare Sammlung die wohl berühmteste, wenn es um „Art Brut“ geht, die Arbeiten von Außenseitern also, wie etwa Menschen mit psychischer oder geistiger Behinderung. Sie ist so berühmt, weil ihr Schöpfer zugleich der Entdecker einer ganzen Kunstrichtung war: Hans Prinzhorn, ein junger Kunsthistoriker und Psychiater, kommt 1919 an die psychiatrische Klinik der Stadt, ausgestattet mit dem simplen Auftrag, eine bereits bestehende, winzig kleine Sammlung mit Werken sogenannter Geisteskranker auszubauen. Und das erledigt er gründlich: Prinzhorn schreibt Kliniken in ganz Europa an, oft auch mehrmals, und bittet darum ihm alles zu schicken, was deren Insassen an Arbeiten produziert haben. „Er wollte wirklich alles haben, auch Kritzeleien. Insofern ist der Begriff 'Sammlung' auch irreführend, 'Ansammlung' wäre treffender“, sagt Thomas Röske. Als Prinzhorn nur zwei Jahre später die Ausstellung wieder verlässt, sind Werke von 435 Künstlern zusammengekommen. Genau: Künstlern. Denn wo die Psychiater in Europa zuvor nur Kranke wahrgenommen hatten, die nebenbei auch malten, sieht Prinzhorn Kunstwerke: Das Dunkle oder auch die verborgenen Hoffnungen eines Menschen drängen in ihnen roh und unmittelbar auf den Betrachter. Prinzhorn schreibt ein Buch über die Künstler, die ihn am meisten beeindruckt haben, die „Bildnerei der Geisteskranken“. Er schwärmt darin von „zehn schizophrenen Meistern“ und sieht in ihren Arbeiten die „Gestaltungskraft des Urhebers“ am Werk. „Würgeengel“ oder „Wunderhirte“, heißen die Bilder, die ihn faszinieren – sie sind voller Sexualität, Todessymbolik, Ordnungsdrang, Verzweiflung, Hoffnung und oft allem zugleich. „Er geht mit einer ästhetischen Perspektive an die Werke heran. Das ist seine Leistung“, sagt Röske. Aber Prinzhorn geht noch weiter. Denn im gleichen Maße, wie er den Kranken den Status als Künstler zubilligt, erkennt er ihn anderen ab: Etablierte Kunst, das ist für Hans Prinzhorn wie für viele seiner Zeitgenossen etwas, das in Konventionen erstarrt ist und seinem Betrachter nichts gibt; etwas,

Im Leben gescheitert

Josef Forster, ohne Titel [Der Mann ohne Schwerkraft], zwischen 1916 und 1921, Inv. Nr. 4494.

Hans Prinzhorn stirbt am 14. Juni 1933, er ist zu dem Zeitpunkt gerade einmal 47 Jahre alt. Nach der „Bildnerei der Geisteskranken“ ist ihm im Leben nicht mehr viel gelungen: Die Stelle als Museumsleiter, auf die er gehofft hatte, bekam er nicht – stattdessen arbeitete er eher erfolglos als Psychotherapeut und zog aus Geldmangel schließlich zu einer Tante nach München. Zu dieser Zeit hatte er bereits drei Ehefrauen verschlissen und zahlreiche Geliebte. Er endete als Gescheiterter. „Gestorben ist er an Typhus. Aber eigentlich daran, dass er keinen Platz im Leben gefunden hat“, sagt Thomas Röske. Es war das Ende eines Außenseiters. Sebastian Stoll Dr. phil. Thomas Röske ist seit November 2002 Leiter der Sammlung Prinzhorn der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg. Er hat Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Psychologie in Hamburg studiert und 1991 mit einer Arbeit über Hans Prinzhorn promoviert (1995 unter dem Titel „Der Arzt als Künstler. Ästhetik und Psychotherapie bei Hans Prinzhorn [1886-1933]“ als Buch erschienen). Von 1993 bis 1999 war er Wissenschaftlicher Hochschulassistent am Kunstgeschichtlichen Institut der Universität Frankfurt, von 1996 bis 1999 Stellvertretender Sprecher des dort angesiedelten Graduiertenkollegs „Psychische Energien bildender Kunst“. Daneben hat er immer wieder als freier Ausstellungskurator für verschiedene Institutionen gearbeitet.

Dr. phil. Thomas Röske © Hanswerner Kruse


KURT | arttourist.com 1|2014

Outsider Art  |  39

Uwe Bender: Affenbaum, Kohle und Deckweiß auf Papier, 61 x 86 cm, 1984; © Freunde der Schlumper e.V. Hamburg

Die Schlumper Eine Hamburger Ateliergemeinschaft gegründet 1980 von Rolf Laute (1940-2013) Lang währt die Kunst „Schlump“, heißt es im Deutschen Wörterbuch, ist der „unvermutete Glücksfall“. Ein „Schlumper“ meint ursprünglich jemanden mit einem alten, schlapp hängenden Kleid. Das heißt, er erscheint als ein Außenseiter oder nach den üblichen Vorstellungen, eben wie ein Künstler, dessen Kleidung ein wenig nachlässig und noch mit Farbe bekleckert ist. „Das Leben ist kurz, lang währt die Kunst.“ Dieser berühmte antike Sinnspruch meint, dass man nicht nur auf die Person, sondern auch darüber hinausschaue. Dass die Mitglieder der Hamburger Ateliergemeinschaft „Die Schlumper“ im sozialen Bereich als behindert bezeichnet werden, spielt in der Kunst keine Rolle. Die Kunst ist offen und bereit, neue ästhetische Erfahrungen anzuerkennen. Allerdings war es mehr oder weniger zufällig in der Straße „Beim Schlump“ in Hamburg, wo die danach „Die Schlumper“ genannten Künstlerinnen und Künstler mit

unterschiedlichen Behinderungen auf Anregung des Hamburger Künstler Rolf Laute ihr erstes Atelier hatten. 1993 entstand das Arbeitsprojekt „Schlumper von Beruf“. Damit erhielten „Die Schlumper“ die Chance, aus ihrer Berufung und ihren besonderen Fähigkeiten einen Beruf zu machen. Die Schlumper sind also Künstlerinnen und Künstler von Beruf, sozusagen freischaffende Festangestellte. Jeden Tag von 9 bis 16 Uhr. Aber die Malerei ist unbegrenzt. Sie verschiebt Grenzen. Seit 2002 sind „Die Schlumper“ – rund 30 Künstlerinnen und Künstler – eine Abteilung der Alsterdorfer Werkstätten „alsterarbeit“ der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Der gemeinnützige Verein „Freunde der Schlumper“ fördert ideell und materiell schon seit 1985 die Kunst der Schlumper. Diese Kunst zeigt eine eigene Weltsicht, ihr liegt eine gewissenhafte und wahrhaftige Ausdrucksweise zugrunde. Die selbstbestimmte und freie künstlerische

Abb. Rohullah Kazimi: Rolf Laute, Farbstift auf Papier, 70 x 50 cm, 2013; © Freunde der Schlumper e.V. Hamburg

Tätigkeit ist das Grundprinzip der Ateliergemeinschaft „Die Schlumper“. Ihre Kunstformen verführen zu einem lebhaften Dialog zwischen Bildern und Betrachtern. Künstlerinnen und Künstler der Schlumper: Magid Ajjane, Bettina Arelt, Uwe Bender, Benjamin Binder, Steffi Bubert, Johannes Dechau, Ulla Diedrichsen, Katharina Ellrich, Michael Adresse Atelier/Galerie der Schlumper Alte Rinderschlachthalle Neuer Kamp 30, Eingang B 20357 Hamburg geöffnet Mi-Fr. 16-19 Uhr, Sa. von 11-17 Uhr Tel. 040 / 432 54 270

Gerdsmann, Martin Gertler, Senem Gürüz, Jörg Höling, Miriam Hosner, Malte Kaiser, Rohullah Kazimi, Friederike Körner, Bernhard Krebs, Benjamin Langner, Afssaneh Ragi Lempio, Tongtad Mahasuwan, Rabka Mehr, Dominik Pawlowski, Christian Raulfs, Janika Roth, Nicole Schmuhl, Horst Wäßle, Marianne Wendland u.a.

Schule der Schlumper/Atelier Thedestr. 99 Hamburg Altona Tel. 040 / 30 68 02 29 Internet: http://www.schlumper.de E-Mail: post@schlumper.de

Neue Galerie der Schlumper

Schule der Schlumper

Neben Vernissagen sind auch kleine VeranDie neue Galerie der Schlumper – ab Sommer staltungen, z. B. Vorträge zum Kunstbereich 2014 – ist neben dem Atelier der Schlumper Art Brut, Lesungen oder Konzerte geplant. Die (Alte Rinderschlachthalle) und der Schule der neue Galerie entsteht Dank der großzügigen Schlumper (Thedestraße) das dritte Standbein Unterstützung und Startförderung verder Ateliergemeinschaft. Die neue Galeschiedener Stiftungen, die gemeinrie der Schlumper hat das Ziel, zur sam mit dem Verein Freunde Bedeutungserweiterung, zur Inder Schlumper e.V. eine geklusion im öffentlichen Raum meinnützige GmbH gegrünund Wertsteigerung der Kunst det haben. Für ein lebendider Schlumper beizutragen. NEUE ges Vermittlungsprogramm, Durch die ausgesuchte PräGALERIE Marktstraße 131 mit dem die Galerie sich im sentation, unabhängig von Hamburger Kunstmarkt posider Atelieratmosphäre, werden tioniert, fehlen allerdings noch die Arbeiten der Schlumper in substanzielle Mittel. Spenden den regulären Kunstraum gestellt. Abb. Ulla Diedrichsen: Schutzsind daher höchst willkommen. Die Räumlichkeiten im Neubau engel (nach Werner Voigt), an der Marktstraße/Ecke Glashüt- Dispersionsfarbe auf Papier, 70 x 100 cm, 2000; als Aufkleber E-Mail: galerie@schlumper.de tenstraße liegen fußläufig fünf MiNEUE GALERIE, © Freunde der Spendenkonto: nuten vom Atelier der Schlumper Schlumper e.V. Hamburg Hamburger Sparkasse entfernt und bieten eine optimale Konto: 1250/131453 – BLZ: 200 505 50 Anbindung. Die neue Galerie der Schlumper IBAN: DE55 2005 0550 1250 1314 53 bietet Raum für Ausstellungen, die einen EinBIC: HASPDEHHXXX blick in die Sammlung ihrer Kunst geben, z.B. zum Werk von Werner Voigt, Karl-Ulrich Iden, Margot Gruhl, Inge Wulff und Klara Zwick.

„Alle Menschen sind onterschittlich!“ Dieser Satz stammt von einem der Kinder aus der 2. Klasse. Beim Gestalten jedoch sind alle Menschen gleich – zumindest gleichberechtigt, wie sie es in allen Bereichen des Lebens sein sollten. In der Thedestraße 99 in Hamburg treffen sich seit 1995 an vier Tagen in der Woche verschiedene Künstlerinnen und Künstler der Schlumper mit einer Gruppe von sechs bis zehn Kindern der Louise Schroeder Schule während der Unterrichtszeit. Angeregt durch die Schlumper, die bekanntlich und ungewöhnlich genug festangestellte freie Künstlerinnen und Künstler sind, malen diese Kinder neben und gleich ihnen an Staffeleien klein- und großformatig nach eigener Wahl und Idee und erproben das vielfältige Materialangebot, das ihnen im Atelier der Schlumper zur Verfügung steht.

Spendenkonto: Freunde der Schlumper e.V.: Hypovereinsbank, Konto 3375748, BLZ 20030000 IBAN DE74200300000003375748, BIC HYVEDEMM300

Buch: Schule der Schlumper, Hamburg 2013, ISBN 978-3-943189-06-3

Foto © Johannes Seebass: Karl-Ulrich Iden mit Schülerin, 1996


40  |  Outsider Art

turen zusammengetragen, eine weltweit einzigartige Sammlung in der Kombination von Kunst der Naive, Art Brut und Outsider Art. Eindrucksvoll und vielfältig dokumentiert die Sammlung die authentische Handschrift der Künstler und ihre Obsession, mit der Kraft ihrer Phantasie Eigenes zu schaffen. Die Selbstständigkeit dieser Bildsprache faszinierte viele bedeutende Künstler des 20. Jahrhunderts, so Picasso, Kandinsky Dubuffet und Le Corbusier. Im Mittelpunkt stehen die Maler der klassischen französischen Naive mit Exponaten von Henri Rousseau, André Bauchant, Camille Bombois, Séraphine Louis und Louis Vivin. Weiterer Schwerpunkt: Europäische, amerikanische und russische Klassiker der Naive wie Adolf Dietrich, Ivan Generalić, Niko Pirosmani, Nikifor, Morris Hirshfield, Matija Skurjeni und Adalbert Trillhaase. Neben den bedeutenden Werken internationaler Künstler der Art Brut, z.B. Adolf Wölfli, Carlo Zinelli, die Künstler aus Gugging, ist auch die Outsider Art vertreten u. a. mit Friedrich Schröder-Sonnenstern, Anselme Bois-Vives, Scottie Wilson, Ilja Bosilj, Pietro Ghizzardi und Sava Sekulić. Die ständige Präsentation verteilt sich im großzügigen historischen Ambiente auf 43 Räume mit 2000 qm Ausstellungsfläche. www.sammlung-zander.de

KURT | arttourist.com 1|2014

Klinikdirektor Karl Wilmanns eine Sammlung künstlerischer Werke so genannter ˈOutsider Artˈ und Aufzeichnungen von PsychiatrieErfahrenen an. Die historische Sammlung beinhaltet etwa 6.000 Werke: Zeichnungen, Aquarelle, Briefe, Texte, Notationen, Bücher, Hefte, Collagen sowie rund 150 Ölgemälde, 30 textile Arbeiten und 70 Holzskulpturen. Sie entstanden zwischen 1845 und 1930 und stammen von rund 450 Anstaltsinsassen aus dem deutschen Sprachraum, aber auch aus Italien, Frankreich, Polen und Japan. Auch aktuell wird die Sammlung unter dem Gesichtspunkt „Psychiatrie-Erfahrung“ ständig erweitert. Die Neuerwerbungen seit 1945 umfassen bis heute weitere 13.000 Objekte. www.prinzhorn.ukl-hd.de

Museum für Outsiderkunst Schleswig

PABLO

#1 arttourist.com gazette 2012 Frühjahr / Sommer Gratisexemplar

FRIDA

n | Shopping n | Essen & Trinke Festivals | Reise Kunst | Kultur |

#2 arttourist.com gazette Herbst / Winter 2012 Gratisexemplar

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Shopping

THOMAS Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Shopping

KURT

#3 arttourist.com gazette Frühling / Sommer 2013 Gratisexemplar

#5 arttourist.com gazette Frühling 2013/2014

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Design & Lifestyle

GRET

Kunst | Kult ur | Festival s | Reisen | Essen & Trin ken | Shoppin g

#4 arttourist.co m gazette Winter 2013/ 2014

Sammlung Demirel

BILLIE Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen

Die Sammlung umfasst gegenwärtig weit über 600 Malereien, Zeichnungen, Grafiken, und Plastiken von rund 140 Künstler/innen, über 340 davon befinden sich auf der Seite. Viele der von ihnen sind mit mehreren Arbeiten vertreten. Der überwiegende Teil der Exponate sind Papierarbeiten. In der Sammlung sind Werke von bedeutenden zeitgenössischen Künstler/innen europäischer Herkunft wie außereuropäischer Outsider. Den eigentlichen Bestandteil der Sammlung bilden jedoch, dem Herzensanliegen des Sammlers entsprechend, die Werke von weniger bekannten (noch) unbekannten und neu entdeckten aber nicht minder faszinierenden Künstler/innen, die in relativ großer Zahl vertreten sind und Seite an Seite, gleichberechtigt mit denen von prominenten, zeitgenössischen Protagonisten stehen. Das sind die Arbeiten, die den Charakter der Sammlung prägen.Der Aufbau der Sammlung folgt nicht streng eingehaltenen Prinzipien, sondern persönlichen Neigungen und Vorlieben des Sammlers., sowie vom Zufall und nicht zuletzt von begrenzten finanziellen Mitteln geprägt. www.outsider-bildwelten.de

Das kleine Museum ist eine Dependance des Stadtmuseums, in Zusammenarbeit mit der Hesterberg& Stadtfeld gGmbH und dem HELIOS Klinikum. Jährlich finden vier Ausstellungen statt, häufig Gemeinschaftsausstellungen von Künstlern mit und ohne Behinderungen, um die eigentliche Arbeit in den Vordergrund zu rücken und nicht die Biografie. Dieses Museum ist ein ganz besonderer Ort. Hier kommen viele Dinge zusammen. Dies ist keine starre Sammlung - hier wird gelebt. Es ist ein Ort der Kunst, eine Anlaufstelle von „Outsidern“, eine Möglichkeit der entspannten Begegnung, eine Chance Barrieren und Vorurteile abzubauen. www.stadtmuseum-schleswig.de

Krankenhaus-Museum

#1 arttourist.com gazette Gratisexemplar

& Trinken | Shopping

MANN

#1 arttourist.com gazette Gratisexemplar

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Shopping

?? FRAU Kunst | Kultur

| Festivals | Reisen

| Essen & Trinken

| Shopping

#1 arttourist.com gazette Gratisexemplar

… IHR Gesamterlebnis Kultur.

Sammlung Prinzhorn

Die Sammlung Prinzhorn ist seit September 2001 öffentlich zugänglich, nachdem das ehemalige Hörsaalgebäude der Neurologischen Klinik von 1989 für Museumszwecke umgestaltet worden ist. Der Kunsthistoriker und Assistenzarzt der Heidelberger Psychiatrischen Klinik Hans Prinzhorn (1886-1933) legte zwischen 1919 und 1921 zusammen mit dem

Das Krankenhaus-Museum ist ein überraschender Ort. Die Ausstellungsräume befinden sich in einem denkmalgeschützten Hofgebäude der alten psychiatrischen Anstalt inmitten eines historischen Parks. Die ständige Ausstellung präsentiert Bremer Psychiatriegeschichte von den Anfängen bis ins 20. Jahrhundert. Was ist verrückt? Wie gehen wir mit Krankheit um? Die Präsentation greift diese Fragen bewusst auf. Historische Behandlungsgeräte veranschaulichen Therapie- und Behandlungsformen ihrer Zeit. Interaktive Stationen und Hörinseln erzählen von Patienten, Ärzten, Pflegenden und Angehörigen. Zusätzlich spiegeln Wechselausstellungen das Spannungsfeld zwischen Medizin und Kunst, zwischen Gegenwart und Geschichte wider. www.kulturambulanz.de

Abokarte

arttourist.com

oder online unter www.

Jahres-Abo lesen. Der Preis für das n Ausgabe regelmässig hste Versand. näc und der St. ab Mw . om inkl ist.c ise sind  Ja, ich möchte arttour sland EUR 19). Alle Pre Deutschland EUR 15 (Au n. dige kün (2 Ausgaben) beträgt in t rzei Bezugjahres kann ich jede Nach Ablauf des ersten Preis von EUR 8. Ansichtsexemplar zum testen und bitte um ein om ist.c our artt chte  Ich mö nschrift

Bestellungs-/Rechnungsa Name Straße & Hausnummer Land Telefon-Nummer

Vorname PLZ & Ort Geburtsdatum eMail

ündung bei von 2 Wochen ohne Begr ellung kann ich innerhalb 4 Konstanz, Widerrufsrecht: Die Best H, Glärnischstraße 7, 7846 Gmb PE EURO IN S arttourist.com, ART CITIE .com) widerrufen. Email, info@arttourist in Textform (Brief oder

Datum

Unterschrift


KURT | arttourist.com 1|2014

Bühne  |  41

Ein Leben für die Bühne Eine Begegnung mit dem Kölner Bühnenbildner Dieter Richter Der Vorhang lüftet sich. Das Publikum wirft einen ersten scheuen, hastigen, scannenden Blick über das Bühnenbild, bringt es mit dem Inhalt des Stücks, den Protagonisten und der Musik in Einklang oder stellt dieses zur inneren Diskussion und macht sich ein erstes Bild. Schaffen es der Regisseur, die Schauspieler, die Musiker und natürlich der Bühnenbildner den Wörtern, Figuren, Gefühlen, Gedanken und

Bildern einen halbwegs festen Ort einzurichten, in dem sich der Zu­ schauer wieder findet, sich treiben lassen kann. Am Anfang war wie bei jedem Stück die leere Bühne. So auch bei Lohengrin an der Deut­ schen Oper am Rhein in einer Inszenierung von Sabine Hartmanns­ henn, für die der freischaffende Bühnenbildner Dieter Richter aus Köln das Bühnenbild gemacht hat. © Helmuth Scham, www.schampus.com


42  |  Bühne

KURT | arttourist.com 1|2014

Es ist spät geworden gestern. Wir treffen uns erstmals im Foyer der Deutschen Oper am Rhein. Ein Tag vor der Premiere von Lohengrin von Richard Wagner. Nicht sein erstes Bühnen­ bild in Düsseldorf und sicher nicht sein letztes. Dieter Richter ist gefragt als Bühnenbildner. Othello in Nürnberg und Bordeaux. Lohen­ grin in Düsseldorf und Aida in Bonn. Weitere Projekte in Planung. Die Anspannung ist ihm nicht anzumerken. Die Generalprobe ist gut gelaufen mit ihren Abläufen, dem Licht und seinem Bühnenbild, das er mir am Schluss un­ seres Gesprächs mit Leidenschaft zeigt, erklärt und mit Musik und Leben erfüllt. Die Kritik an der Inszenierung ist ein paar Tage später wieder mal gespalten, da steckt Dieter Richter bereits tief in seiner Bonner Aida, die er mit Dietrich Hilsdorf in Szene setzt. Ihre Wege haben sich vor mehr als 30 Jahren in Ulm gekreuzt, wo Hilsdorf Oberspielleiter am Ulmer Theater war und Dieter Richter ein Theater-infizierter Schüler und Zuschauer war. Schon früh wusste er, was er machen, mit was er sich beschäfti­ gen, dass er gestalten, in Szene setzen will. An Spannung hat es nie verloren, das Theater, die Bühne und das Bauen von Räumen und Illusionen auf Zeit. Wie war die Premiere von Lohengrin? Vor einer viereinhalb Stunden dauernden Oper ist die Anspannung hinter der Bühne für alle Beteiligten natürlich extrem hoch, eine fast fiebrige Konzentration vor dem Moment, in dem man sich mit seiner Interpretation des Werkes dem Publikum stellt. Ich bin bei meinen Premieren nie im Zuschauerraum, höre dann erst nach der Vorstellung, wie reagiert wurde. Bei Lohengrin, so wurde mir erzählt, haben sich die Zuschauer mit hoher Konzentration auf die Inszenierung eingelassen, und am Ende, als wir nach diesem Mammut-Werk auf der Bühne standen, gab es viel Beifall, aber auch Buhs. Nicht jeder hat unsere Deutung akzeptiert. Aber bei einem Stück, das das Frageverbot zum Leitmotiv erklärt, dürfen und müssen auch Fragen im Raum stehen bleiben können. Wie wichtig ist Ihnen Kritik im Feuilleton? Gute Kritiken höre ich lieber als schlechte... Vor allem am Tag nach der Premiere, wenn man noch etwas dünnhäutig ist. Aber mal im Ernst: Wer sich künstlerisch öffentlich äußert, macht sich angreifbar. Das Theater ist kein Streichelzoo. Da es ja um eine persönliche Auseinandersetzung mit einem schon bestehenden Kunstwerk geht, die man dem Publikum in der gewählten Interpretation so nah wie möglich bringen möchte, ist natürlich jede Kritik, in der man sich verstanden fühlt, etwas Schönes, Starkes. Aber da es zu ein und derselben Inszenierung oft völlig konträre Kritiken gibt, Hymnen und Verrisse, hat es ja auch etwas mit der Subjektivität von Rezipienten bzw. Kritikern zu tun. Natürlich tut eine schlechte Kritik auch weh, aber wenn man sieht, dass der Kritiker sich ernsthaft und fair mit dem Abend auseinandergesetzt hat und seine negative Kritik fundiert ist, kann man damit konstruktiv umgehen, vielleicht sogar selbst nochmal die eine oder andere Idee hinterfragen. Übel wird es dann, wenn die Kritik plakativ schlecht oder nur reißerisch und in der Hauptsache rein destruktiv ist.

alle Bilder © Helmuth Scham | www.schampus.com

Manchmal kommt es sogar vor, dass ein Kritiker etwas deutet, was ich so ursprünglich gar nicht beabsichtigt hatte. Dann freut es mich, dass Assoziationsketten in Gang gesetzt wurden. Während der Premieren gehen Sie schwimmen? Warum? Banal gesagt: Um während der Aufführung meinem Sitznachbarn nicht ständig in den Arm zu beißen: Wenn man wochenlang um die Optimierung von technischen Abläufen gekämpft und jede einzelne Lichtstimmung festgelegt hat, weiß man, was alles schief gehen kann. Das eventuell während der Premiere erleben zu müssen (oft geht es um Kleinigkeiten, die dem Publikum meist gar nicht bewusst auffallen, wie Wände, die sich nicht punktgenau mit der Musik schließen), halte ich nicht entspannt aus. Auch hinter der Bühne wäre ich nicht wirklich Ruhe stiftend, denn dort bekommt man den Stress noch unmittelbarer mit. Und ich möchte meinem Technik-Team dann auch vertrauen können. Wenn es die Stücklänge erlaubt, entferne ich mich daher gerne vom Theater sobald die ersten Takte erklungen sind, und streife mit dem Schwimmen einen Teil der Anspannung ab. Zum Schlussapplaus bin ich dann selbstverständlich wieder da, um mich dem Publikum mit seinen Reaktionen zu stellen. Ist Bühnenbildner Ihr Traumberuf? Was war die Initialzündung für den Beruf? Ich empfinde die Arbeit als Bühnenbildner als ein großes Privileg, da sie so facettenreich ist und so viele verschiedene Bereiche vereint: theoretische, abstrakte Bereiche wie Kunst, Sprache, Musik mit den konkreten Bereichen wie die enge Zusammenarbeit mit den Theaterwerkstätten, in denen meine

Bühnenbild-Ideen, meine Modellvorgaben, meine Zeichnungen umgesetzt werden. Ich liebe die Zeit, die man bei der Entwicklung des Bühnenbildes mit Büchern, Sekundärliteratur, Filmen und langen Diskussionen mit dem Regisseur verbringt. Aber ich schätze auch den Kontakt mit den Mitarbeitern der Werkstätten, den Theatermalern, Schreinern, Schlossern, Bildhauern. Mir ist wichtig, auch sie in die tieferen Schichten der Bühnenbildkonzeption mitzunehmen. Ich habe schon als Schüler in einer Theatergruppe mitgespielt und meine große Leidenschaft für das Schauspiel entdeckt. Außerdem habe ich gezeichnet, gemalt, photographiert und mit Skulpturen experimentiert. „Bühnenbild“ schien mir dann eine schöne Symbiose zwischen darstellender Kunst und bildender Kunst zu sein. Wie wird man Bühnenbildner? Meistens studiert man Bühnenbild an einer Kunstakademie. Ich habe neun Semester Bühnenund Kostümbild an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst MOZARTEUM in Salzburg studiert. Seinen eigenen Stil zu entwickeln, die eigene Professionalisierung findet dann mit Assistenzen bei praktizierenden Bühnenbildnern statt. Es ist dann aber durchaus sinnvoll, auch eine Zeitlang (nicht zu lange) an einem kleineren oder mittleren Haus als fester Bühnenbildner zu arbeiten, die Abläufe in einem Theater hautnah mitzubekommen, sich an den unterschiedlichsten Genres auszuprobieren, nicht selten unter hohem Zeitdruck und mit heftigen Arbeitszeiten (von 9 Uhr morgens in den Werkstätten bis 23 Uhr abends nach Probenende). Dann sollte man aber den richtigen Zeitpunkt finden, um sich auf die freie Wildbahn zu begeben.

Was hat sich in den letzten 20 Jahren im Berufsbild Bühnenbildner, in der handwerklichen Tätigkeit in den technischen Möglichkeiten verändert? Die eigentliche Entwurfsarbeit hat sich für mich durch neue Technologien nicht wirklich verändert, auch wenn ich früher tatsächlich noch viel am klassischen Zeichenbrett stand, was heute undenkbar geworden ist. Ich entwerfe nach wie vor mit Stift und Skizzenblock und baue Modelle. Die Konstrukteure an den Theatern setzen dies inzwischen natürlich in 3D-Modelle um, nach denen die Werkstätten arbeiten können. Vermutlich werden meine jüngeren Kollegen auch schon in der Entwurfsphase am Rechner sitzen und vielleicht schon anhand von 3D-Animationen entwerfen. Wie wichtig ist das Bühnenbild für eine Inszenierung, für den Erfolg einer Inszenierung? Die Entwicklung des Bühnenbildes entsteht ja immer in enger Zusammenarbeit mit dem Regisseur. Auch für ihn ist die Auseinandersetzung mit dem Bühnenraum, die lange vor Probenbeginn erfolgen muss, oft der Beginn der intensiven Arbeit am Stück. Deswegen ist die richtige Partnerwahl hier entscheidend. Man inspiriert und befruchtet sich gegenseitig. Das Bühnenbild stellt dann auch Weichen für die spätere Inszenierung. Am Ende muss ein Gesamtkunstwerk entstehen, das auf allen Ebenen wirken soll. Der Bühnenraum muss, ebenso wie die Kostüme, dramaturgisch, psychologisch und nicht zuletzt, zumindest in der Oper, auch akustisch funktionieren. Wie entsteht ein Bühnenbild? Wie ist das Herantasten, das Hineinhören, Hineinleben und Ideen, Bilder entwickeln? (


KURT | arttourist.com 1|2014

Bühne  |  43

Dieter Richter

PHAEDRA | Oper von Hans Werner Henze | Inszenierung: Sabine Hartmannshenn | Bühne: Dieter Richter | Kostüme: Susana Mendoza | Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg | Foto © Hans Jörg Michel

Ein Bühnenbild entsteht durch das intensive Kennenlernen des Stückes. Im Musiktheater durch das immer wieder neue Anhören der Oper, durch das genaue Lesen des Librettos und seiner Originalvorlage (Shakespeares Stücke bei Verdi, etc.). Ich arbeite seit vielen Jahren mit Dietrich Hilsdorf zusammen, dessen Schauspielinszenierungen mich schon in jungen Jahren geprägt haben, und wir verbringen oft Nächte damit, die Musik zu hören und uns die Original-Theaterstücke laut vorzulesen. Dadurch entstehen für mich die ersten Assoziationsketten und visuellen Konzepte. Dann arbeite ich mich in die Sekundärliteratur ein, die mich zum Beispiel die Entstehungszeit des Stückes, die gesellschaftliche Situation und die Vita des Komponisten erschließen lässt. In dieser Phase finden dann auch immer wieder Treffen mit Regie, Dirigat, Dramaturgie und Kostüm statt. Ein immer wieder neues „brainstorming“. Dann folgen erste Skizzen und Modellentwürfe, die wir gemeinsam diskutieren, bis dann der fertige Entwurf steht. Woher nehmen Sie die Inspiration, Ideen und Visionen? Ich versuche mit großen, offenen Augen durch die Welt zu gehen, lasse mich von alltäglichen, visuell spannenden Situationen inspirieren, beobachte, wie Menschen sich in Räumen verhalten, wie Kunst, Architektur und Fotografie wirken. Hoch aufgeladene Räume wie Kirchen, Klöster, Industriebrachen üben oft einen ganz besonderen Reiz auf mich aus. Der Zerfall, das Provisorium, die völlig neue Nutzung alter Gebäude finde ich immer wieder hochspannend. Eine Kirche in Südfrank-

reich, die nach der französischen Revolution zum Weinkeller umfunktioniert wurde, eine Maschinenhalle, die zum Ausstellungsraum für moderne Photographie geworden ist... Gibt es Bilder im Kopf, die sich nicht bauen lassen? Werke, die man nicht umgesetzt bekommt, Inszenierungen, die an der Chemie zwischen Regisseur und Bühnenbildern krampfen. Gibt es ein Scheitern? Gehört dies dazu? Natürlich möchte die Phantasie oft mehr als die Statik erlaubt. Ich muss mich sehr früh in der Entwurfsphase auch mit den realen Möglichkeiten des jeweiligen Theaters auseinandersetzen. Wenn eine Bühne in einem Opernhaus keine oder nur eine kleine oder voll gestellte Hinter- oder Seitenbühne hat, kann ich bestimmte Verwandlungen einfach nicht verlangen. Ich bin allerdings inzwischen schon dafür bekannt, dass ich Häuser manchmal an ihre Grenzen bringe. Wenn sich das gut begründen lässt und ein Haus zu Hochleistungen motiviert, sind aber am Ende alle glücklich, auch die Bühnentechniker, die Großes geleistet haben. Ich habe inzwischen über 100 Bühnenbilder entworfen, mit zum Teil sehr unterschiedlichen Regieteams. Natürlich gibt es neben dream teams auch Partnerschaften, die suboptimal verlaufen oder bei denen man feststellt, dass man ästhetisch auf Dauer nicht zusammenbleiben kann. Wenn die ersten Treffen konstruktiv sind und man sich schätzt, ist es aber immer einen Versuch wert. Da wir ja immer „Einzelstücke“ produzieren und gemeinsam ein Risiko eingehen,

für das es nie eine Erfolgsgarantie gibt, kann auch das Scheitern nie hundertprozentig ausgeschlossen werden. Was haben Sie noch nicht gemacht, was, wie und wo möchten Sie noch unbedingt etwas realisieren? Es gibt natürlich Theaterstücke und Opern, für die ich gerne noch Bühnenräume entwickeln würde. Mir hat auch die Auseinandersetzung mit Opern, die in Deutschland noch nie oder selten aufgeführt wurden, wie Peter Eötvös’ LOVE AND OTHER DEMONS, Azio Corghis SENJA, Manfred Trojahns LA GRANDE MAGIA oder Hans Werner Henzes PHAEDRA viel Spaß gemacht, weil man selbst, aber auch die Zuschauer, Neuland betritt, ohne den Ballast der Voreingenommenheit. Und ich fände es spannend, immer mal wieder auch im Ausland zu arbeiten. Das Schöne am Opernbetrieb ist ja auch seine Internationalität. Dieses Jahr habe ich die Bühne für eine Koproduktion zwischen Nürnberg und Bordeaux entworfen. Das Bühnenbild wurde in Frankreich gebaut und ich habe die Zusammenarbeit mit den französischen Teamkollegen und Werkstätten sehr genossen. Jedes Land hat ja auch wieder seine eigene kulturelle Prägung, die ich als sehr bereichernd empfinde. Vielleicht kommt im nächsten Jahr noch ein weiteres schönes französisches Opernhaus dazu... Das Gespräch fand zwei Tage nach der Premiere von Lohengrin statt. Die Fragen stellte Kai Geiger.

Dieter Richter studierte Bühnen- und Kostümbild an der Akademie für Mu­ sik und darstellende Kunst Mozarteum in Salzburg. Danach erhielt er sein ers­ tes Engagement an der Oper Köln als Assistent, unter anderem bei Produk­ tionen von Harry Kupfer und Willy Decker. Erste ei­ gene Bühnenbilder entwarf er ab 1990 für die Opernund Schauspielhäuser in Köln, Bonn und Innsbruck. Folgeengagements und Gastspiele führten ihn an zahlreiche Opern- und Schauspielhäuser, u. a. an die Komische Oper Ber­ lin, ans Gran Teatre del Liceu in Barcelona, die Deutsche Oper Berlin, an das Schauspiel und die Oper Bonn, das Staatstheater Wiesbaden, das Sydney Opera House, die Oper Frankfurt, die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg, das Staatsthea­ ter Nürnberg, das Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen und das Aalto-Musiktheater Essen, wo er zahlreiche Produktionen mit Dietrich Hilsdorf realisierte. Dieter Richter erhielt in den alljährlichen Kritiker-Umfragen zahlreiche Nominierungen als bester Bühnenbildner, u. a. für sein Szenenbild für Monteverdis L’incoronazione di Poppea in der Regie von Dietrich Hils­ dorf und der musikalischen Leitung von Konrad Junghänel. Für die Opernhäuser Köln, Nürnberg, Wien, Bordeaux, Düsseldorf und Bonn entstanden 2013 und 2014 unter anderem die Büh­ nenräume zu Verdis Otello, Tschaikowskys Eugen Onegin, Wagners Lohengrin und Verdis Aida. Am 1. Mai 2014 wer­ den mit Elegie für junge Liebende von Hans Werner Henze die Wiesbadener Maifestspiele eröffnet.

Eine Auswahl an Produktionen 2001 LUISA MILLER Verdi / R: Dietrich Hilsdorf / Aalto-Musiktheater Essen 2002 GESCHICHTEN AUS DEM WIENERWALD v.Horvath / R: Dietrich Hilsdorf / Südthüring. Staatstheater Meiningen | DER FREISCHÜTZ v. Weber / R: Christine Mielitz / Sydney Opera House | I PURITANI Bellini / R: Stefan Herheim / Aalto-Musiktheater Essen | MACBETH Verdi / R: Dietrich Hilsdorf / Hessisches Staatstheater Wiesbaden 2003 SENJA Corghi / R: Dietrich Hilsdorf / Städtische Bühnen Münster / Uraufführung | BELSAZAR Händel / R: Dietrich Hilsdorf / Oper Bonn | DIE LUSTIGE WITWE Léhar / R: Dietrich Hilsdorf / Aalto-Musiktheater Essen 2004 KATJA KABANOVA Janacek / R: Soeren Schumacher / Theater St. Gallen | SWEENEY TODD Sondheim / R: Dietrich Hilsdorf/Christopher Bond / Komische Oper Berlin 2005 JOHANNESPASSION Bach / R: Dietrich Hilsdorf / Staatstheater Wiesbaden | JEPHTA Händel / R: Dietrich Hilsdorf / Oper Bonn | ORPHEUS IN DER UNTERWELT Offenbach / R: Dietrich Hilsdorf / Aalto-Musiktheater Essen 2006 DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL Mozart / R: Dietrich Hilsdorf / Oper Leipzig | DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN Prokofjew / R: Dietrich Hilsdorf / Oper Chemnitz | DON CARLO Verdi / R: Dietrich Hilsdorf / Hessisches Staatstheater Wiesbaden 2007 OTELLO Verdi / R: Dietrich Hilsdorf / Theater Bonn | WERTHER Massenet / R: Helen Malkowsky / Theater Aachen 2008 FREISCHÜTZ Weber / R: Dietrich Hilsdorf / Hessisches Staatstheater Wiesbaden | SALOME Strauss / R: Gabriele Rech / Staatstheater Kassel | JENUFA Janácvek / R: Dietrich Hilsdorf / Oper Leipzig | SEMELE Georg Friedrich Händel / R: Dietrich Hilsdorf / Aalto-Musiktheater Essen 2009 M  ANON LESCAUT Puccini / R: Ansgar Weigner / Oper Chemnitz | LIEBE UND ANDERE DÄMONEN Eötvös / R: Dietrich Hilsdorf / Oper Chemnitz / Deutsche Erstaufführung | VIVA LA MAMMA! Donizetti / R: Ansgar Weigner / Südthüringisches Staatstheater Meiningen | TRISTAN UND ISOLDE Wagner / R: Dietrich Hilsdorf / Hessisches Staatstheater Wiesbaden | DIE WALKÜRE Wagner / R: Dietrich Hilsdorf / Aalto-Musiktheater Essen | LUCIA DI LAMMERMOOR Donizetti / R: Sabine Hartmannshenn / Staatstheater Kassel | MANON LESCAUT Puccini / R: Gabriele Rech / Staatstheater Kassel | LA TRAVIATA Giuseppe Verdi / R: Dietrich Hilsdorf / Oper Köln 2010 ARIADNE AUF NAXOS Richard Strauss / R: Mathias Oldag / Theater und Philharmonie Thüringen, Gera/Altenburg | DER WILDSCHÜTZ Albert Lortzing / R: Dietrich Hilsdorf / Oper Chemnitz | DIE SACHE MAKROPOULOS Leos Janácvek / R: Ulrich Peters / Gärtnerplatz-Theater, München | DIE KRÖNUNG DER POPPEA Claudio Monterverdi / R: Dietrich Hilsdorf / Oper Köln | PHAEDRA Hans Werner Henze / R: Sabine Hartmannshenn / Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg | HERCULES Georg Friedrich Händel / R: Dietrich Hilsdorf / Aalto-Musiktheater Essen 2011 DAS DEUTSCHE MISERERE Paul Dessau, Bertolt Brecht / R: Dietrich Hilsdorf / Oper Leipzig | RINALDO Georg Friedrich Händel / R: Sabine Hartmannshenn / Oper Köln | LULU Alban Berg / R: Saskia Kuhlmann / Oper Erfurt | AM RANDE DER GROßEN STADT Ulrich Woelk / R: Rüdiger Burbach / Theater Kanton Zürich 2012 LA GRANDE MAGIA Manfred Trojahn / R: Gabriele Rech / Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen | DER FLIEGENDE HOLLÄNDER Richard Wagner / R: Dietrich Hilsdorf / Oper Köln | THE RAKE’S PROGRESS Igor Strawinsky / R: Sabine Hartmannshenn | IL TROVATORE Giuseppe Verdi / R: Dietrich Hilsdorf / Oper Bonn | ABAI Achmet Kujanowitsch Zhubanov / R: Ansgar Haag / Südthüringisches Staatstheater Meiningen | MY FAIR LADY Frederick Loewe & Alan J. Lerner / R: Dietrich Hilsdorf / Oper Köln 2013 NABUCCO Giuseppe Verdi / R: Dietrich Hilsdorf / Oper Leipzig | HERZOGIN VON MALFI Thorsten Rasch & John Webster / R: Dietrich Hilsdorf/ Oper Chemnitz, Deutsche Erstaufführung | WILDSCHÜTZ Albert Lortzing / R: Dietrich Hilsdorf / Volksoper Wien | IL TRITTICO Giacomo Puccini / R: Gabriele Rech, Sabine Hartmannshenn, Eva-Maria Höckmayr / Oper Köln | OTELLO Giuseppe Verdi / R: Gabriele Rech / Staatstheater Nürnberg & Opéra de Bordeaux | EUGEN ONEGIN Pjotr Iljitsch Tschaikowsky / R: Dietrich Hilsdorf / Oper Köln 2014* LOHENGRIN Richard Wagner / R: Sabine Hartmannshenn / Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg | AIDA Giuseppe Verdi / R: Dietrich Hilsdorf / Oper Bonn | ELEGIE FÜR JUNGE LIEBENDE Hans Werner Henze / R: Dietrich Hilsdorf / Staatstheater Wiesbaden | PIQUE DAME Pjotr Iljitsch Tschaikowsky / R: Dietrich Hilsdorf / Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen


44  |  Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg

KURT | arttourist.com 1|2014

Massenet: WERTHER ab 25.4.2014 „Wir müssen uns trennen“, sind Charlottes erste Worte an Werther, die das Unvermeidliche vorwegnehmen. Goethes Ge­ schichte der unglücklichen Liebe Werthers zu Charlotte, die bereits einem anderen versprochen ist, und sein Freitod berüh­ ren damals wie heute. Massenets spannungsgeladene Musik fesselt: Schon im ersten Duett der Liebenden ist spürbar, dass sie keine Zukunft haben.

Britten: DEATH IN VENICE ab 14.6.2014 Der Rat eines Fremden führt Gustav von Aschenbach nach Ve­ nedig. Dort lernt er Tadzio kennen, in dem er eine Vollkom­ menheit erkennt, um die er als Schriftsteller bislang vergeblich gerungen hat. Mit dem Ausbruch der Cholera wird Venedig zu einem Ort des Todes. Benjamin Britten nahm sich mit Thomas Manns Novelle ein Stück Weltliteratur vor und schuf eine un­ verwechselbare Oper.

Vollmer: GEGEN DIE WAND ab 20.6.2014 „Gegen die Wand” nach dem gleichnamigen Film von Fatih Akin ist die erste Oper in deutscher und türkischer Sprache, die aus klassischen europäischen und traditionellen türkischen In­ strumenten eine energiegeladene und gefühlvolle Klangspra­ che gewinnt. Sie erzählt von den jungen Deutschtürken Sibel und Cahit, die zwischen den strengen Familientraditionen und den Verlockungen moderner Lebensformen nach ihrer Identität suchen.

Große Oper für junges Publikum: Schlussapplaus im Opernhaus Düsseldorf. FOTO: Hans Jörg Michel

Oper am Rhein für alle Wo Kooperation seit 1956 eine Hauptrolle spielt: Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg „Zugabe, Zugabe!“ – an diesem Freitag­ vormittag im Theater Duisburg hält es die mehr als 1.000 jungen Besucher nicht auf ihren Sitzen: Tosender Schlussapplaus für die neue Kinderoper „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“. 90 Minuten pralles Musiktheater mit einer spannen­ den Geschichte, einem wunderbar wan­ delbaren Bühnenbild, phantasievollen Kostümen, mit Chor, Tänzern, Statisten, Orchester – und zehn hochkarätigen Solisten, die je nach Sympathiegrad be­ klatscht werden: Bravos für die Haupt­ rollen Lena und Leander, Buhs für den gruseligen Totengräber. Viele der Schü­ lerinnen und Schüler im Parkett und auf den Rängen sind zum ersten Mal in der Oper. Es sei „schön und gruselig“ gewe­ sen, meint Isabella (11), und Mateusz (12) fand die Aufführung „gefühlvoll und mitreißend, mit vielen Höhepunkten“. Sie waren diesmal als „Opernscouts“ da­ bei und gaben ihre Kommentare für den Bericht in der Rheinischen Post ab – in Kooperation mit der Oper veröffentlicht die Regionalzeitung nach jeder Premiere die Meinungen der „Scouts“ im Lokalteil. Kooperation ist ein Zauberwort am Rhein: Mit der aktuellen Familienoper „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“,

die bei dem bekannten Kinderbuchautor Martin Baltscheit (Text) und dem Berliner Komponisten Marius Felix Lange (Musik) in Auftrag gegeben wurde, startete das Projekt „Junge Opern Rhein-Ruhr“. Um jährlich eine neue große Oper für junges Publikum zu produzieren, arbeiten das Theater Dortmund, das Theater Bonn und die Deutsche Oper am Rhein Düssel­ dorf Duisburg eng zusammen. So kommt das „Mädchen“ nach den Premieren in Duisburg und Düsseldorf auch in Dort­ mund und Bonn auf die Bühne. Im Feb­ ruar 2015 folgt die nächste Uraufführung in Duisburg: Die erste Oper nach Astrid Lindgrens „Ronja Räubertochter“ wird von Jörn Arnecke komponiert. Schirm­ herrin der beispielhaften Kooperation ist die NRW-Kulturministerin Ute Schäfer. Zusammenarbeit mit Tradition: Die er­ folgreiche „Theaterehe“ der beiden Städte Düsseldorf und Duisburg besteht bereits seit 1956 und schafft für die bevölke­ rungsreiche Region von der nordrheinwestfälischen Landeshauptstadt über das Ruhrgebiet und die Rheinschiene bis in die Niederlande ein hochkarätiges kultu­ relles Angebot. Über 300 Aufführungen stehen in der aktuellen Spielzeit 2013/14 auf dem Programm. 24 unterschiedliche

Roberto Saccà (Lohengrin), Chor | FOTO: Hans Jörg Michel

Opernproduktionen, sechs Ballettaben­ de und zahlreiche Sonderveranstaltun­ gen eröffnen die ganze Bandbreite des klassischen und zeitgenössischen Reper­ toires. Gespielt wird in den beiden fast gleich großen Spielstätten, dem Opern­ haus Düsseldorf (1.296 Plätze) und dem Theater Duisburg (1.079 Plätze). Eine logistische Meisterleistung: Im zentra­ len Proben- und Werkstattzentrum in Duisburg-Wanheimerort werden die Mu­ siktheaterproduktionen gebaut und vor­ bereitet, um dann abwechselnd auf den großen Bühnen gezeigt zu werden. Das Sängerensemble der Deutschen Oper am Rhein, der Opernchor und die Tänzerin­ nen und Tänzer des Balletts am Rhein sind in beiden Städten zuhause. Begleitet werden sie abwechselnd von „ihren“ bei­ den Orchestern, den Düsseldorfer Sym­ phonikern und den Duisburger Philhar­ monikern. Nationale und internationale Partner: „Don Giovanni“ als Koproduktion mit der Tokyo Nikikai Opera Foundation, „Carmen“ mit der Opéra national de Lor­ raine, die stets ausverkaufte „Zauberflöte“ mit der Komischen Oper Berlin – Gene­ ralintendant Prof. Christoph Meyer, der die Deutsche Oper am Rhein seit 2009 leitet, setzt neben aufwendigen eigenen Neuproduktionen wie aktuell Sabine Hartmannshenns „Lohengrin“ (Bühne: Dieter Richter, siehe Seite 41) oder „Le nozze di Figaro“ von Regie-Altmeister Michael Hampe auf Kooperationen mit Opernhäusern im In- und Ausland, um „seinem“ Publikum am Rhein möglichst viele Facetten der faszinierenden Welt des Musiktheaters zu präsentieren.

Wagner/Loriot: DER RING AN EINEM ABEND ab 26.3.2014 Werkkundig und respektvoll widmete sich Loriot dem Wagner­ schen Monumentalwerk und extrahierte aus dem mythischem „Ring des Nibelungen” eine ganz menschliche Geschichte von Liebe und Herrschsucht. Der bekannte Schauspieler Rudolf Kowalski über­ nimmt die Rolle des Erzählers, wenn das Wagner-erprobte Sän­ Richard Wagner/Loriot: Der Ring an einem gerensemble der Deut­ Abend | Foto: Hans Jörg Michel schen Oper am Rhein unter der Leitung von Axel Kober mit den Duisburger Philhar­ monikern den Loriotschen Ring an einem Abend präsentiert.

Familienoper: VOM MÄDCHEN, DAS NICHT SCHLAFEN WOLLTE seit 14.2.2014 Eines Tages be­ schließt das Mäd­ chen Lena, nie mehr einzuschla­ fen – aus Angst, nicht wieder auf­ zuwachen. Ihr Freund Leander nimmt sie mit auf eine abenteu­ Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte: Alma Sadé erliche und wun­ (Lena), Dmitri Vargin (Leander) | FOTO: Hans Jörg Michel dersame Reise, um ein geeignetes Schlafmittel zu finden... Für ihr junges Pub­ likum ab 8 Jahren hat die Deutsche Oper am Rhein in Koope­ ration mit den Theatern Dortmund und Bonn die bezaubernde Familienoper von Martin Baltscheit (Libretto) und Marius Felix Lange (Musik) im Februar 2014 uraufgeführt.

OPER AM RHEIN FÜR ALLE am 27.6.2014 in Düsseldorf Am 27. Juni 2014 ist das Opernhaus Düsseldorf Schauplatz der festlichen Operngala mit den Weltstars José Cura und Emily Magee, dem Moderator Götz Alsmann, Chor und Ensemble der Oper sowie den Duisburger Philharmonikern unter der Leitung von Axel Kober ein. Die Gala wird live auf den Düsseldorfer Burgplatz übertragen: Am Rheinufer mitten in der Altstadt er­ leben Sie bei „Oper am Rhein für alle” die schönsten Arien und Duette – Eintritt frei!

Adressen Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg Opernhaus Düsseldorf | Heinrich-Heine-Allee 16a | 40213 Düsseldorf Theater Duisburg |Opernplatz | 47051 Duisburg Infos & Karten Tel. +49(0)211.8925-211 oder Tel. +49(0)203.940 77 77 Mo–Sa: 9.00–18.00 Uhr E-Mail: ticket@operamrhein.de www.operamrhein.de

Oper am Rhein für alle | Foto: Frank Heller


KURT | arttourist.com 1|2014

Berlin  |  45

liner Konzertsaison. Internationale Spitzenor­ chester, Instrumental- und Vokalensembles präsentieren gemeinsam mit den großen Sym­ phonieorchestern der Stadt Berlin ein ambitio­ niertes Festivalprogramm mit jeweils wechseln­ den thematischen Schwerpunkten. Das rund zweiwöchige Festival ist Nachfolgefestival der traditionsreichen Berliner Festwochen, die 1951 gegründet wurden. Es wird in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker veranstal­ tet, künstlerischer Leiter ist Dr. Winrich Hopp Musikfest | 2. – 22.9.2014

Jazzfest Berlin Eingebunden in die Berliner Festspiele bildet das Jazzfest Berlin den krönenden Abschluss eines jeden Jazzjahres. An vier Tagen im November gibt es nicht nur im Haus der Berliner Festspie­ le ein abwechslungsreiches Programm für alle Jazzliebhaber. An Orten wie dem Quasimodo, dem A-Trane oder dem Berliner Jazz-Institut sind sowohl traditionelle als auch progressive Töne zu hören. Jazzfest Berlin | 30.10. – 2.11.2014

Eine Institution, zwei Häuser, hundert Formate Ganzjährig realisieren die Berliner Festspiele im Haus der Berliner Festspiele in Berlin-Wilmers­ dorf und dem Martin-Gropius-Bau in Fußnähe zum Potsdamer Platz eine Vielzahl schöpferischkluger Festivals, exzellenter Ausstellungsprojek­ te und Einzelveranstaltungen. Im Zentrum ihrer Arbeit steht das Werk zeitgenössischer und in­ ternationaler Künstler, die in Festivals wie Ma­ erzMusik – Festival für aktuelle Musik, Theater­ treffen, Foreign Affairs – Internationales Festival für Theater und performative Künste, Musikfest Berlin und Jazzfest Berlin, und in den großen Ausstellungen im Martin-Gropius-Bau präsen­ tiert werden. Die beiden Häuser verwandeln sich rund um das Jahr ständig: sie werden zum Campus für Jugend- und Education-Program­ me, zum Schaufenster für die Bundeswettbewer­ be der Jugend und zur gastgebenden Bühne für die Berlinale oder die Autoren der Welt während des Internationalen Literaturfestivals. Übergreifendes Kennzeichen der Arbeit ist das Engagement für große Formate, für architekto­ nische Interventionen und die gesellschaftliche Relevanz künstlerischer Arbeit. Die Häuser sind nonchalante Oasen inmitten der Stadt. Die Fest­

rer Gesellschaft neu zu betrachten und durch die Förderung von Kreativität und politischem Engagement den Bewusstseinshorizont zu er­ weitern. Kunst ist ihre Arbeit und zugleich eine Lebensform, für die größte Achtung und Dank­ barkeit empfunden wird.

MaerzMusik Was ist Musik? Auf diese Frage findet heute wohl jeder Musikliebhaber eine andere Antwort. Ma­ erzMusik, das Festival für aktuelle Musik, hebt Grenzen zwischen Tradition und Innovation auf auf. Es zeichnet sich aus durch sein weites Spektrum von Orchestermusik über innovatives Musiktheater bis hin zu experimentellen medi­ enkünstlerischen Arbeiten. Programmatische Offenheit ist das Erfolgskonzept von MaerzMu­ sik - so bietet das Festival ein dichtes Programm mit wechselnden Schwerpunkten und vielen Uraufführungen von Werken internationaler Künstler der Gegenwartsmusik. Matthias Oster­ wold leitet Maerzmusik seit 2002, ab der Ausga­ be 2015 wird ihn Berno Odo Polzer ablösen. MaerzMusik | 14. – 23.3.2014

führungen der Preisträger öffentliche diskur­ sive Veranstaltungen mit Gästen aus Kultur, Politik und Wirtschaft sowie Publikumsge­ spräche, Premierenpartys und Konzerte am Abend. Außerdem bieten das Internationale Forum und das Theatertreffen-Blog jüngeren Theatermachern und Kulturjournalisten die Chance zur professionellen Weiterentwick­ lung. Die künstlerische Leiterin des 1964 ent­ standenen Festivals ist Yvonne Büdenhölzer. Theatertreffen | 2. – 28.5.2014

Foreign Affairs ist ein internationales Festival zeitgenössischer performativer Künste in Berlin, wo das Interna­ tionale inzwischen zur lokalen Eigenheit gewor­ den ist. Das Festival dient nicht nur der Präsen­ tation verschiedenster Kunstformen von Tanz über Theater bis zum Film, sondern vor allem der Vernetzung: Unbekannte treffen auf erfah­ rene Künstler, großen Bühnenproduktionen auf kleine Installationen, lokale Eigenheiten auf die globale Gesellschaft. Was entsteht, ist eine Mo­ mentaufnahme der Welt. Das Festival wird seit 2012 im Haus der Berliner Festspiele und an ver­

Ai Weiwei, 2012, © Gao Yuan

Martin Gropius Bau Ai Weiwei Ai Weiwei ist einer der bedeutendsten zeitge­ nössischen Künstler. Von seinem Studio in Pe­ king aus entwickelt er für den Martin-GropiusBau in Berlin seine bisher größte Ausstellung. Die Mehrzahl der Installationen und Arbeiten werden eigens für Berlin entwickelt. Keines der Werke wurde bisher in Deutschland gezeigt. Ai Weiweis Arbeiten sind immer von großer ästhe­ tischer Qualität. Zugleich ist es ein Bestreben des Künstlers, Aussagen über die Wirklichkeit zu vermitteln. 3.4. – 7.7.2014 | Martin Gropius Bau / Weitere Ausstellungen Wols Photograph. Der gerettete Blick 15.3. – 22.6.2014 Hans Richter Begegnungen. Von Dada bis heute 27.3. – 30.6.2014 Walker Evans – Ein Lebenswerk 25.7. – 9.11.2014

spiele bieten 365 Tage Programm. Sie setzen den Rahmen, durch den die Vielfalt zeitgenössischer Produktion fokussiert wird, auf wegweisende Tendenzen, Ideen und Konzepte. Die Festspiele verstehen sich als Teil eines welt­ weiten Netzwerkes produzierender Künstler und gastgebender Institutionen, die ihren Beitrag dazu leisten, die Selbstverständlichkeiten unse­

Theatertreffen Jedes Jahr im Mai lädt das Theatertreffen, das bedeutendste deutschsprachige Theaterfesti­ val, die von einer unabhängigen Jury ausge­ wählten zehn „bemerkenswertesten Insze­ nierungen“ der Saison ins Haus der Berliner Festspiele ein. Das Gipfeltreffen des deutsch­ sprachigen Theaters umfasst neben den Auf­

schiedenen anderen Orten der Stadt veranstal­ tet, künstlerischer Leiter ist Matthias von Hartz. Foreign Affairs | 26.6. – 13.7.2014

Musikfest Berlin Das Musikfest Berlin, das Orchesterfestival der Berliner Festspiele, bildet seit 2005 jeweils im Spätsommer den spektakulären Auftakt der Ber­

Die Welt um 1914. Farbfotografie vor dem großen Krieg Albert Kahn, Sergej M. Prokudin-Gorskii, Adolf Miethe. 1.8. – 2.11.2014 Die Welt der Wikinger 10.9.2014 – 4.1.2015 Pasolini Roma 11.9.2014 – 5.1.2015


46  |  Kurt Weill

KURT | arttourist.com 1|2014

Kurt Weill Kurt Weill wurde am 2. März 1900 in Dessau als Sohn des jüdischen Kantors geboren und erhielt dort eine erste musikalische Ausbil­ dung. 1918 begann er mit dem Studium der Musik in Berlin. 1920 folgte ein Engagement als Kapellmeister am Stadttheater Lüden­ scheid. Maßgebend für sein späteres Schaffen wurde die Zeit als Schüler Ferruccio Busonis. 1927 begann die Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht, woraus 1928 „Die Dreigroschenoper“ entstand. 1933 floh Weill mit seiner Frau Lot­ te Lenya nach Paris, wo er das Ballett mit Ge­ sang „Die sieben Todsünden“ (Text B. Brecht) komponierte und seine Zweite Symphonie vollendete. 1935 emigrierte Weill in die USA. Ein Haupt­ werk der frühen Exilzeit ist „Der Weg der Ver­ heißung“ bzw. „The Eternal Road“. In den 1940er Jahren hatte Weill am Broadway mit verschiedenen Musicals großen Erfolg. Aus seiner letzten Schaffensperiode sind vor al­ lem die „amerikanische Oper“ „Street Scene“, und die „musikalische Tragödie“ „Lost in the Stars“ bekannt. Im Februar 1950 begann Weill gemeinsam mit Maxwell Anderson, an den Arbeiten zu einem Musical nach Mark Twains „Huckle­ berry Finn“. Dies blieb unvollendet - Weill starb am 3. April 1950.

Kurt Weill Zentrum Das Kurt Weill Zentrum wurde im September 1993 gegründet. Von der Kurt-Weill-Gesell­ schaft e.V. betrieben, befindet sich das Zent­ rum in dem 1925/26 nach Plänen von Walter Gropius erbauten „Meisterhaus Feininger“, welches zum UNESCO Welterbe zählt. Ab Mai 2014 wird das Zentrum um die anschlie­ ßende Doppelhaushälfte des Meisterhaus „Moholy-Nagy“ erweitert. Als einzige europäische Dokumentationsund Informationsstätte über Weills Leben und Werk vereint das Kurt Weill Zentrum ein Musikermuseum, Informations- und Dokumentationszentrum inklusive Archiv, Bibliothek und Mediathek. Das „Blaubuch“ der Bundesregierung stuft es als „Kulturel­ len Gedächtnisort mit besonderer nationaler Bedeutung“ und als „eine ungewöhnliche, förderungswürdige Einrichtung mit großer Ausstrahlung, die internationales Ansehen gewonnen hat“, ein.

Bauhaus Elbe Gartenreich und Kurt Weill Die Nachbarstädte Dessau und Roßlau ha­ ben sich im Juli 2007 zu einer neuen kreis­ freien Doppelstadt mit dem Namen DessauRoßlau zusammengeschlossen. Zwischen beiden Stadtteilen fließt die Elbe. Die Stadt Dessau-Roßlau und ihre Umgebung ist für Kultur- und Naturfreunde gleichermaßen ein lohnendes Ziel. Hier liegen vier von der

UNESCO geschützte Stätten auf so engem Raum beieinander, wie nirgendwo sonst in Deutschland. Das Bauhaus, die Meisterhäu­ ser und das Gartenreich Dessau-Wörlitz ge­ hören zum UNESCO-Welterbe, wie auch die Lutherstätten im nur 35 km entfernten Wit­ tenberg. Der gesamte Landstrich, von Wiesen und Wäldern an den Flüssen Elbe und Mulde geprägt, wurde von der UNESCO als Biosphä­ renreservat Mittelelbe unter Schutz gestellt. Während sich Dessau als Bauhausstadt einen Namen machte, galt Roßlau als Schifferstadt. Zu den bedeutendsten Bauwerken in Roßlau gehören die aus dem 12. Jh. stammende Was­ serburg und klassizistische Bauten des Archi­ tekten Bandhauer. Die Geschichte von Des­ sau ist untrennbar mit vielen großen Namen verbunden. Kurt Weill, Wilhelm Müller und Moses Mendelssohn wurden hier geboren. Das Technikmuseum Hugo Junkers erinnert an das Wirken des großen Flugzeugpioniers. Zu entdecken sind auch die Schätze der Mu­ seen und Galerien, das große Repertoire des Anhaltischen Theaters und zahlreiche Frei­ zeitangebote. www.dessau-rosslau-tourismus.de

Portrait der Kurt Weill Gesellschaft Die Kurt-Weill-Gesellschaft e.V. wurde am 11. September 1993 in Dessau gegründet und hat sich zur Aufgabe gestellt, „das Andenken Weills in seiner Geburtsstadt auf jede geeig­ nete Weise zu erhalten“. Der Verein initiiert jährlich das Kurt Weill Fest, entwickelt und realisiert Ausstellungen, die einen inhaltli­ chen Bezug zu Leben und Werk Kurt Weills haben. Ein Wissenschaftlicher Beirat organi­ siert Konferenzen und betreut die Schriften­ reihe der Kurt-Weill-Gesellschaft e.V.. Präsi­ dent ist seit März 2008 Thomas Markworth. Die Geschäftsführung liegt seit August 2009 in den Händen von Prof. Michael Kaufmann.

Übersicht über die Veranstaltungen/Programme 2014/2015 Vom 16. Bis 18. Mai 2014 wird das Kurt Weill Zentrum mit der Eröffnung des Moholy-Nagy Haus erweitert. Das Kurt Weill Fest 2015 findet vom 27.02 bis zum 15.03 statt. Kurt Weill Zentrum Kurt-Weill-Gesellschaft e.V. Kurt Weill Fest Dessau GmbH Ebertallee 63 D-06846 Dessau-Roßlau www.kurt-weill.de Öffnungszeiten: Di – So, Oktober bis März 11 – 17 Uhr, April bis September 10 – 17 Uhr, Mo geschlossen


KURT | arttourist.com 1|2014

Kurt Weill  |  47

Kurt Weill Fest & Ausblick 2015 Seit 1994 wird jährlich um den 2. März, dem Geburtstag Kurt Weills, das international re­ nommierte Kurt Weill Fest veranstaltet, das sich inzwischen zum beachteten Festival der Musik der klassischen Moderne entwickelt hat. Dem Anspruch des Komponisten folgend, dass es keinen Unterschied gibt zwischen Ernster und Unterhaltungsmusik, sondern nur die Qualität entscheidend sei, werden Brücken zwischen verschiedenen musikalischen Genres geschlagen: Neben Thea­ ter- und Opernaufführungen ste­ hen Konzerte unterschiedlicher Genres auf dem Programm. An 17 Tagen finden in knapp 20 Spielstätten über 50 Veran­ staltungen in Dessau und der Region statt. Langjährige Koope­ rationen wie bspw. mit dem An­ haltischen Theater, der Stiftung Bauhaus Dessau, dem Deutschen Musikrat oder dem MDR bieten von Sinfonik, Oper, Musical über Chansonabende, Kammerkon­ zerte oder Literarisch-Musikali­ sche Programme ein facettenreiches Panorama der Zeit Kurt Weills und der zeitgenössischen Musik. Renommierte Künstler wie das Ensem­ ble Modern, Daniel Hope, die Deutsche Staats­ philharmonie Rheinland-Pfalz, die Komische Oper und viele mehr ziehen jährlich 16.000 Besucher aus ganz Deutschland an. Ein abwechslungsreiches Begleitprogramm in Form von Ausstellungen, thematischen Stadt­ führungen oder Begegnungsveranstaltungen

Antony Hermus

in der jüdischen Gemeinde runden das Festivalprogramm ab. Das Kurt Weill Fest hat einen Jährlich wech­ selnden thematischen Schwerpunkt. Kontinuierliche Reihen wie das Po­ dium junger Künstler sowie regelmäßige Ange­ bote von Kinderkonzerten sorgen für den An­ spruch nachhaltig junge Künstler zu fördern und junge Menschen für die Musik Kurt Weills und für Neue Musik zu interessieren und zu be­

nem klingenden Panorama die Geschichte von Lyrik und Mu­ sik, von Text und Noten erlebbar machen, wie sich innerhalb we­ niger Minuten eine Geschichte vor uns entfaltet, entwickelt, zu einer Blüte kommt - aber auch zu einem Abschluss. Die Veranstaltungsreihe ENT­ DECKUNGEN des Kurt Weill Zentrum hat in den zurücklie­ genden Jahren im Vorfeld des Mitglieder des Ensemble Modern Kurt Weill Fest die Reihe inter­ essanter Streifzüge in die Zeit Kurt Weills fort­ geistern. Seit August 2009 liegt die Intendanz gesetzt. Das Studium Generale für Jedermann in den Händen von Prof. Michael Kaufmann. wird 2014/2015 in Leipzig und Berlin stattfin­ den, und sich thematisch mit dem Festivalmot­ 2015 findet das Kurt Weill Fest unter dem Mot­ to „Vom Lied zum Song“ auseinandersetzen. to „Vom Lied zum Song“ statt. Dies soll in ei­

Interview Prof. Kaufmann Was ist für sie die Faszination Kurt Weill? Kurt Weill ist für mich einer der faszinierendsten Zeitzeugen des 20. Jahrhunderts, der nicht nur durch seine Musik, sondern auch als Person zum Blick hinter die Fassaden der Weltgeschichte einlädt. Weill ist einer der wirklich bedeutenden Erneuerer der Musik, engagierte sich für eine weltoffene Moderne in der Musik: Sein Wunsch, mit seiner Musik möglichst viele Menschen zu erreichen und seine Überzeugung, dass es keine „U“ und „E“ sondern nur gute und schlechte Musik gebe, ließ ihn unvergessliche Meisterwerke schaffen, die auch heute noch Bestand haben. Und auch seine Aufrichtigkeit, seine Kreativität, seine stille Beharrlichkeit für eine sich den Menschen öffnende Kultur machen Weill für mich sehr besonders. Wieviel Kurt Weill steckt in Dessau? Wie ist das Festival positioniert lokal, national, wie International? Das finde ich in Anbetracht der Situation, dass man Kurt Weill ja nur für einen Weltbürger halten kann schwer zu beantworten. Sicher ist es so, dass durch die 1992 gegründete Kurt Weill Gesellschaft ein kontinuierlicher, starker Impuls für Kurt Weill in der Stadt zu spüren ist. Aus der Adressliste unserer knapp 500 Mitglieder, die aus dem ganzen Bundesgebiet stammen, kann man aber auch ablesen, dass eine Vereinnahmung von Kurt Weill an einem Ort problematisch wäre. Es ergibt sich also aus der weltweiten Beachtung für Kurt Weill und auch aus unserer Arbeit, dass das Kurt Weill Fest sowohl national wie international ein wahrnehmbarer Botschafter für Stadt und Land ist.

Wer hört Kurt Weill und wäre Kurt Weill heute ein Popstar? Ich glaube nicht, dass Kurt Weill ein Popstar wäre, eher wohl einer der bedeutenden Akteure hinter den Kulissen, eine Art „Composer-Producer“, ein Antreiber und Ermöglicher, der mit seinem beständigen Anspruch nach bestmöglicher Qualität und nach bestmöglicher Interaktion zwischen Musik und Handlung Maßstäbe setzen würde. Beim diesjährigen Kurt Weill Fest gab es erstmals das Projekt »Twettfonie«-Musik via dem Kurznachrichtendienst Twitter, ein eigener Radiosender »WeillFM«. Was war die Idee und wie nützlich sind elektronischen Medien für ein Klassik Festival heute? Uns geht es ja bei beiden Projekten erst einmal nicht um die Frage der „Nützlichkeit“. Wir finden es sehr spannend der Frage nachzugehen, wie – quasi in der Nachfolge von Kurt Weill, der ja sowohl bezüglich des Rundfunks wie der Vervielfältigung seiner Werke und auch Teilen seiner Werke auf Schallplatte – heute ein spannender Bezug herzustellen ist zwischen der Einzigartigkeit eines unwiederbringlichen Moments, den zum Beispiel ein Konzerterlebnis bringt und der Verfügbarmachung und Verbreitung an mehr oder weniger jeden Ort der Welt. Und während wir mit unseren „Artist in Residence“, mit Antony Hermus & Anhaltischer Philharmonie, bei der „Tweetfonie“ das interaktive Medium Internet auch wirklich interaktiv nutzen, wird bei WeillFM ein Jugend-Medienprojekt dafür sorgen, dass wir fast drei Wochen lang ein Festspiel-Radio haben. Dem Medium also, das Kurt

Weill selbst mit geprägt hat und das bis heute vital und lebendig ist, geben Kinder und Jugendliche, die ja eher mit Tablett und Spielkonsole in Verbindung gebracht werden, ein Gesicht, eine Bedeutung. Es ist ein großes Glück, dass wir mit unseren Partnern solche Projekte realisieren können! Wie wichtig ist das diesjährige Festival für den Kulturstandort Dessau und den drei Sparten Betrieb des Anhaltische Theater Dessau, wo offen über eine Schließung der Sparten Schauspiel und Ballett ab 2016 diskutiert wird. Das Anhaltische Theater ist einer der wichtigsten beständigen Partner des Kurt Weill Fest. Dass sich bei einem Erhalt des erfolgreichen Musiktheaters, des großartigen Orchester, von Chor und Solistenensemble für das Kurt Weill Fest möglicherweise nicht viel ändert, kann ja nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier eine ganze Stadt in Sorge und auch Beunruhigung darüber ist, wie viel positive Energie noch von dem „Kraftfeld Theater“ ausgehen kann,

wenn man ihm in elementarer Weise Ressourcen entzieht. Das Theater als Ganzes ist ein Synonym für die Zukunftsfähigkeit der Stadt – das macht für Viele auch die Betrachtung dazu so schwer, dass die Veränderungen für das Theater zu einer besseren Qualifizierung für die Zukunft führen können. Es ist ja zum Beispiel nicht gewollt, dass das Ballett „stirbt“, sondern dass es in anderer Form fortgeführt wird. Wenn jedenfalls die Akteure vor Ort ihre Kräfte bündeln, kann nach meiner Überzeugung in Zukunft sogar mehr herauskommen als bisher. Wie sieht das Kurt Weill Festival im Jahr 2050 aus, dem 150 Geburtstag Kurt Weills? Hoffentlich genauso facettenreich und vital und heiter und seriös und aufrecht und Qualität-fördernd und zum Nachdenken anregend und inspirierend, wie es Kurt Julian Weill im Lauf seines Lebens war. Die Fragen stellte Kai Geiger.


48  |  Festivals

KURT | arttourist.com 1|2014

styriarte 201 Im Zauber de4 r Natur Das

Grazer Festiv al styriarte nach wie vor steht ganz im Zeic hen seines Spiritus Rect or Nikolaus Harnon­ court. Er kom mt jeden So mmer zu­ rück in die St adt seiner Ju gend, um dort seine H erze wirklichen. 20 nsprojekte zu ver­ 14 spielt die styriarte ganz „Im Zaub er der Natur“. Denn deren in der Musik Wunder habe geschichte hi n tiefe Spuren nterlassen. H verwunschene arnoncourt se Reich von Fe lbst führt in en und Elfen, Oper „The Fa das wenn er Hen iry Queen“ in ry Purcells gr einer szenisc vom romantis oße hen Produktio chen deutsche n vorstellt. U n Wald in W bunten Balkan nd ebers „Freisc in Jordi Savalls hütz“ bis zu nig“ gibt es di klingendem H m e aufregendst istorienbild „B en Entdeckung lut und Ho­ 20.6. – 20.7.2 en zu mache 014 | www.styr n. iarte.com

Internationales Donaufest 10 Länder – 10 Tage – 1 Fest

Alle zwei Jahre lädt das Donaubüro Ulm/Neu-Ulm zum Internationalen Donaufest ein. Zehn Tage lang herrscht auf beiden Seiten des Donau-Ufers re­ ges Treiben, wenn sich internationale Künstler und Gäste auf dem Fest der Begegnungen aus allen Ländern ent­ lang der Donau zusammenfinden. Das internationale Kulturprogramm bietet eine anspruchsvolle Mischung verschiedener künstlerischer Richtun­ gen – ob Musik, Tanz, Literatur oder Ausstellungen, die Donauländer prä­ sentieren sich mit ihren kulturellen Botschaftern. Das Herzstück ist der Marktplatz der Kulturen. Er spiegelt die Grundidee des Internationalen Donaufestes wi­ der, die Vielfalt der Kulturen, Musikund Tanzformen sowie Lebensstile entlang der Donau zu vermitteln. Hier erleben die Besucher authenti­ sches Handwerk, traditionelle Musik und kulinarische Spezialitäten aus den verschiedenen Ländern und Regi­ onen. Ein buntes Familienprogramm begeistert Jung und Alt. 4. – 13.7.2014 | www.donaubuero.de

Tiroler Festspiele Erl Sommer 2014: Bruckner und der Ring

Im Festspielsommer 2014 ist das Pro­ gramm der Tiroler Festspiele Erl auch einem der bedeutendsten österreichi­ schen Komponisten gewidmet: Anton Bruckner. Als einzige Symphonien aus seiner Feder, die die berühmten Wag­ ner-Tuben verlangen, stehen Bruck­ ners Symphonien 7 bis 9 in direktem Zusammenhang mit Wagners „Ring”, der als szenische Neuauflage in zwei Zyklen präsentiert wird. Ergänzt wird das Programm durch eine in weiten Teilen der musikalischen Mixtur von Volksmusik, Klassik und Jazz gewidmeten Kammermusikreihe, die zum ersten Mal im Festspielhaus stattfindet und sich der einmaligen Akustik dort mit Freude hingeben wird. Somit werden erstmalig innerhalb einer Saison beide Häuser gleichermaßen bespielt. Eine Idee, die sich vor allem in zwei Abenden mit Bartóks „Herzog Blaubarts Burg” in einer szeni­ schen Aufführung im Festspielhaus und der darauf folgenden Darbietung von Orffs „Carmina Burana” im Passionsspielhaus manifestiert. 10.7. – 3.8.2014 | www.tiroler-festspiele.at

Ludwigsburg Ludwigsburg er Schlossfest Die »Ausblic spiele ke 2014« m it einigen komm

enden Spie ausgewählt lzeit sind er en Highligh begonnen. schienen un ts der Die Ludwig d der Vorve s­ burger Sch rkauf hat lossfestspiele 2014 finden vom 15. Mai bis 30. Juli stat Orchesterkon t. Neben ze Schlossfestsp rten der iele werden Till Brönn er, Rebekk a Bakken, L’Arpeggiat a und Philipp e Jaroussky sowie Gauti er Capuçon , Igor Levit und Mnoz il Brass in Kon zerten zu er ­ leben sein. D as Ballett am Rhein präs entiert unte r der Leitung von Martin Schläpfer de n Tanzaben d »b.16« und Israel Gal­ ván gastiert ein weitere s Mal mit de m Flamenco Abend »Lo Real – Wah r­ heit« in Ludw igsburg. 15.5. – 30.7 .2014 | www.schloss festspiele.de

Festivals – eine Auswahl Aix-en-Provence (F) | Aix-en-Provence Oster Festival | 14. - 17.4.2014 Aix-en-Provence (F) | Festival Aix-enProvence | 21.6. - 24.7.2014 Aldenburgh (GB) | Aldenburgh Festival | 13. - 29.6.2014 Alpirsbach | Alpirsbacher Kreuzgang Konzerte | 20.6. - 2.8.2014 Andechs | Festspiele Orff Andechs | 14.6. - 3.8.2014 Anklam | Vineta Festspiele | 26.6. 30.8.2014 Avenches (CH) | Festival d‘Opéra Avenches | 4. - 12.7.2014 Bad Gandersheim | Gandersheimer Domfestspiele gGmbH | 28.6. 24.8.2014 Bad Harzburg | Internat. Festspiele Harzburger Musiktage | 12. - 19.7.2014 Bad Hersfeld | Bad Hersfelder Festspiele | 13.6. - 3.8.2014 Bad Hersfeld | Opernfestspiele Bad Hersfeld | 4. - 20.8.2014 Bad Ischl (A) | Lehár Festival Bad Ischl | 12.7. - 31.8.2014

Bad Kissingen | Kissinger Sommer | 13.6. - 13.7.2014 Bad Vilbel | Burgfestspiele Bad Vilbel | 10.5. - 7.9.2014 Bad Wildbad | Rossini in Wildbad | 21.6. - 27.7.2014 Baden-Baden | Osterfestspiele BadenBaden | 12. - 21.4.2014 Bayreuth | Bayreuther Festspiele | 25.7. - 28.8.2014 Bergen (N) | Grieg in Bergen Festival | 17.6. - 24.8.2014 Bergen (N) | Bergen International Festival | 21.5. - 4.6.2014 Berlin | Musikfest Berlin | 2. 22.9.2014 Berlin | Brandeburgische Sommerkonzerte | 7.6. - 7.9.2014 Bonn | Internationale Beethovenfeste Bonn | 6.9. - 3.10.2014 Bregenz (A) | Bregenzer Festspiele | 23.7. - 24.8.2014 Bregenz (A) | Bregenzer Frühling | 21.3. - 23.5.2014 Bremen | Musikfest Bremen | 30.8. 20.9.2014

Brühl | Brühler Schlosskonzerte | 11.5. - 14.7.2014 Buxton (GB) | Buxton Festival | 11. 27.7.2014 Cambridge (GB) | Cambridge Summer Music Festival | 18.7. - 3.8.2014 Cheltenham (GB) | Cheltenham Festival Jazz | 30.4. - 5.5.2014 Cheltenham (GB) | Cheltenham Festival Music | 2. - 13.7.2014 Cheltenham (GB) | Cheltenham Festival Science | 3.-8.6.2014 Cheltenham (GB) | Cheltenham Festival Literature | 3. - 12.10.2014 Davos (CH) | Davos Festival | 2. 16.8.2014 Dresden | Moritzburg Festival | 9. 24.8.2014 Dresden | Dresdner Musikfestspiele | 23.5. - 10.6.2014 Drottningholm (S) | Drottningholm Festival | 3. - 16.8.2014 Drottningholm (S) | Drottningholm Festival | 6. - 20.9.2014 Düsseldorf | düsseldorf festival | 10. 28.9.2014 Edinburgh (GB) | Edinburg International Festival | 8. - 31.8.2014

Eisenstadt (A) | Seefestspiele Mörbisch | 10.7. - 23.8.2014 Eisenstadt (A) | Haydnfestspiele Eisenstadt | 4. - 14.9.2014 Erfurt | DomStufen-Festspiele Erfurt | 10. - 27.7.2014 Erl (A) | Tiroler Festspiele Erl | 10.7. 3.8.2014 Ernen (CH) | Musikdorf Ernen - Klavier | 12. - 18.7.2014 Ernen (CH) | Musikdorf Ernen - Barock | 20.- 31.7.2014 Ernen (CH) | Musikdorf Ernen - Kammermusik Kompakt | 5. - 6.7.2014 Ernen (CH) | Musikdorf Ernen - Kammermusik plus | 3.-16.8.2014 Essen | Klavier Festival Ruhr | 9.5. 12.7.2014 Ettlingen | Schlossfestspiele Ettlingen | 6.6. - 16.8.2014 Eutin | Neue Eutiner Festspiele | 4.7. 23.8.2014 Florenz (I) | Maggio Musicale Fiorentino | 30.4. - 29.6.2014 Friedrichshafen | Bodenseefestival | 2.5. - 8.8.2014 Fulda | Herzberg Festival | 31.7. 3.8.2014

Garmisch-Partenkirchen | RichardStrauss-Festival | 11. - 19.6.2014 Glyndebourne (GB) | Glyndebourne Festival | 17.5. - 24.8.2014 Göttingen | Internationale Händel-Festspiele Göttingen | 29.5. - 10.6.2014 Grafenegg (A) | Grafenegg Festival | 14.8. - 7.9.2014 Granada (E) | Festival Internacional de Música y Danza de Granada | 21.6. 12.7.2014 Graz (A) | Steirischer Herbst | 26.9. 19.10.2014 Graz (A) | styriarte | 20.6. - 20.7.2014 Greifswald | Ostseefestspiele | 14.6. - 8.8.2014 Gut Immling | Opernfestival | 21.6. 17.8.2014 Halle | Händel Festspiele Halle | 5. 15.6.2014 Hanau | Brüder-Grimm-Märchenfestspiele Hanau | 16.5. - 27.7.2014 Hannover | KunstFestSpiele Herrenhausen | 6.6. - 28.9.2014 Hannover | Festival Theaterformen Brausnchweig | 11. - 22.6.2014 Hannover | Niedersächsische Musiktage Hannover | 6.9. - 5.10.2014

Heidelberg | Heidelberger Stückemarkt | 25.4. - 4.5.2014 Heidelberg | Heidelberger Schlossfestspiele | 15.6. - 2.8.2014 Heidenheim | Opernfestspiele Heidenheim | 4.7. - 26.7.2014 Hitzacker | Sommerliche Musiktage Hitzacker | 26.7. - 3.8.2014 Hohenems (A) | Schubertiade | 1.5. 31.5 Hohenems (A) | Schubertiade | 18. 23.9.2014 Innsbruck (A) | Innsbrucker Festwochen der Alten Musik | 12. - 31.8.2014 Istanbul (TR) | Istanbul Music Festival | 31.5. - 27.6.2014 Izmir (TR) | Izmir Festival | 3. 20.3.2014 Jagsthausen | Burgfestspiele Jagsthausen | 3.6. - 24.8.2014 Jennersdorf (A) | j:opera Jennersdorf Festivalsommer | 7. - 17.8.2014 Jerusalem (IL) | Israel Festival Jerusalem | 23.5. - 22.6.2014 Kärnten (A), diverse Orte | Trigonale Kärnten | 5. - 14.9.2014 Künzelsau | Hohenloher Kultursommer Künzelsau | 29.5. - 28.9.2014


KURT | arttourist.com 1|2014

Festivals   |  49

Trentino (I) – I Suoni delle Dolomiti

Großartige Kultur-Events gibt es nicht nur in Großstädten. Im Trentino finden sie gerne auch in den Bergen statt. Das Festival „I Suoni delle Dolomiti/ Die Klänge der Dolomiten", das in diesem Jahr zum zwanzigsten Mal stattfindet, ist einer der absoluten Höhepunkte des Kulturprogramms sommerlichen und ein faszinierendes Beispiel da­ für, wie man Menschen mit unkon­ ventionellen Ideen begeistern kann. Knapp tausend Meter über dem Meer – auf den Trentiner Bergen – musizieren weltberühmte Musiker vor der atemberaubenden Kulisse des Trentino. Ende Juni bis 29.8.2014 | www.isuonidelledolomiti.it

Movimentos Festwochen Ein Festival für Tanzbegeisterte und Kulturliebhaber

Seit 2003 veranstaltet die Autostadt Wolfsburg einmal jährlich im Frühjahr die Movimentos Festwochen – ein Kultur- und Tanzfestival, das eine ganze Region bewegt. In einer Spielzeit von mehreren Wochen begeistern im Rah­ men des Festivals renommierte internationale Künstler ihr Publikum bei Tanzaufführungen, Konzerten, Matineen, Soireen, Workshops, Szenischen Lesungen und Schauspiel sowie Filmvorführungen. Mit Movimentos bringt die Autostadt ihr Engagement für Kunst und Kultur zum Ausdruck. Kultur- und Tanzbegeis­ terte kommen in den Genuss hochkarätiger Veranstaltungen, begleitender Kunstaustellun­ gen und vielfältiger Workshop-Angebote. Für Kinder und Jugendliche bietet die "Movimen­ tos Akademie" zudem eine Tanzklasse sowie Workshops und Projektklassen, in denen sie in verschiedene künstlerische Berufe hinein­ schnuppern können. Diavolo Dance Theater Fluid Infinities 22.4. – 1.6.2014 | www.movimentos.de

Rheingau Rheingau Mu sik Festival Aus nah un d fern ko

Schaffhausen (CH) Internationales Bachfest Schaffhausen Stadt

und die Die Musik von Bach seit dem Ende det bin ver en Schaffhaus eine lange es ieg ltkr des Zweiten We iläumsmotto Jub dem ter Un on. diti Tra bereits das 25. «Bach festlich» findet statt: In den st Internationale Bachfe nzerten wer­ tko Fes hen dlic unterschie Bachs feier­ ere ond den diesmal insbes positionen zu Kom e lich fest und e lich eht das Bach­ erleben sein. Zudem beg ce Weltmeis­ fest mit den Break-Dan Terrain und es neu ps» Ste ing tern «Fly Generation. e hst näc öffnet sich für die achfest.ch w.b ww | 14 .20 1.6 – 5. 28.

mmen Mus in den Rhei ikfans nach ngau zum 27 Wiesbaden . Rheingau 13.9.2014. Ru und Musik Festiv nd 120.000 al vom 28.6 Musikliebhab .– er lassen sich begeiste rn von den 159 Konzert en der Wel t­ klasse-Soliste n und –O r­ chester an 45 zumeist his­ torischen Sp ielstätten w ie Kloster Eber bach, Kurhau s Wiesbaden, Schloss Jo­ hannisberg, Schloss Vol lrads oder au ch in pitto­ resken Wein gütern. Im Mittelpunkt Themensch des Program werpunkte m „William Sh „Richard St akespeare: 45 s stehen die rauss: 150. 0. Geburtsta Geburtstag“ Bach: 300. G g“, und „Carl Ph eburtstag“. ilipp Emanue Daneben gi Residence Jö lt dem Com l rg Widman po se n sowie dem r & Artist in Peter Zimm Artist in Re ermann beso sidence Fran ndere Aufm 28.6. – 13.9 k erksamkeit. .2014 | www .rheingau-mus ik-festival.de

Moritzburg Festival icher Umgebualng der künstleri­ Kammermusik in königl ritzburg Festiv unter

2014 wird das Mo usiklieb­ Vom 9. – 24. August zahlreiche Kammerm llisten Jan Vogler erneut Ce des schen Leitung iehen. haber aus aller Welt anz ide, Skr ba Bai wie Klassikstars y, Mira Alexander Sitkovetsk Lise de Wang, Natalie Clein, dtfeld Sta rtin la Salle und Ma u. a. im rte nze Ko die n rde we burg, der Barockschloss Moritz Wein­ Kirche Moritzburg, im sowie z wit sch Pro s los gut Sch in en ätt elst Spi in diversen n Erleb­ lige ma ein zu n sde Dre nissen werden lassen. oritzburgfestival.de 9. – 24.8.2014 / www.m

Hintergrundfoto © Daniele Lira | I Suoni delle Dolomiti, www.isuonidelledolomiti.it Leipzig | Mendelssohn-Festtage Leipzig | 12. - 21.9.2014 Leipzig | Bachfest Leipzig | 13. 22.6.2014 Leipzig | MDR Musiksommer | 26.6. 30.8.2014 Linz (A) | Brucknerfest Linz | 13.9. 5.10.2014 Lockenhaus (A) | Internationales Kammermusikfest Lockenhaus | 3. - 12.7.2014 London (GB) | City of London Festival | 22.6. - 17.7.2014 Lübeck | Schleswig Holstein Musik Festival | 5.7. - 31.8.2014 Ludwigsburg | Ludwigsburger Schlossfestspiele | 15.5. - 30.7.2014 Luzern (CH) | Lucerne Festival Ostern | 5. - 13.4.2014 Luzern (CH) | Lucerne Festival Sommer | 15.8. - 14.9.2014 Luzern (CH) | Lucerne Festival Pinao | 22. - 30.11.2014 Marseille (F) | Festival de Marseille | 19.6. - 12.7.2014 Melk (A) | Sommerspiele | 18.6. 14.8.2014 Meran (I) | Meraner Musikwochen | 25.8. - 22.9.2014

Mondsee (A) | Musiktage Mondsee | 29.8. - 6.9.2014 Mörbisch (A) | Seefestspiele Mörbisch | 10.7. - 23.8.2014 Montreux (CH) | Septembre Musical Montreux-Vevey | 28.8. - 13.9.2014 Mülheim an der Ruhr | Mülheimer Theatertage | 17.5. - 7.6.2014 München | Münchner Opernfestspiele | 21.6. - 31.7.2014 Murten (CH) | Murten Classics | 10. 31.8.2014 Niederlande (NL), diverse Orte | Holland Festival | 1. - 29.7.2014 Niederösterreich (A), diverse Orte | Donaufestival | 25.4. - 3.5.2014 Nürnberg | Internationale Orgelwoche Nürnberg | 23.5. - 1.6.2014 Oberösterreich (A), diverse Orte | Attergauer Kultursommer | 11.7. - 14.8.2014 Oestrich-Winkel | Rheingau Musik Festival Konzertgesellschaft mbH | 28.6. - 13.9.2014 Orange (F) | Chorégies d‘Orange | 9.7. - 5.8.2014 Oslo (N) | Oslo Kammermusikfestival | 16. - 23.8.2014 Ossiach - Villach (A) | Carinthischer Sommer | 12. - 31.7.2014

Oxford (GB) | Oxford May Festival | 30.4. - 5.5.2014 Passau | Festspiele Europäische Wochen | 20.6. - 27.7.2014 Plauen | Festival Mitte Europa | 15.6. - 3.8.2014 Potsdam | Musikfestspiele Potsdam Sanssouci | 13. - 29.6.2014 Putbus | Putbus Festspiele | 23.5. 15.6.2014 Recklinghausen | Ruhrfestspiele | 1.5. - 15.6.2014 Reichenau (A) | Festspiele Reichenau | 1.7. - 4.8.2014 Rheinsberg | Kammeroper Schloss Rheinsberg | 28.6. - 16.8.2014 Saanen-Gstaad (CH) | Menuhin Festival Gstaad | 17.7. - 6.9.2014 Saarbrücken | FESTIVAL Perspectives Saarbrücken | 22. - 31.5.2014 Salzburg (A) | Salzburger Osterfestspiele | 12. - 21.4.2014 Salzburg (A) | Salzburger Pfingstfestspiele | 5. - 9.6.2014 Salzburg (A) | Salzburger Festspiele | 18.7. - 31.8.2014 Savonlinna (FIN) | Savonlinna Opera Festival | 4.7. - 2.8.2014

Schwäbisch-Gmünd | 16.7. - 10.8.2014 | 14.6. - 31.8.2014 Schwäbisch-Hall | Freilichtspiele Schwäbisch Hall | 14.6. - 31.8.2014 Schwarzenberg (A) | Schubertiade | 21. - 29.6.2014 Schwarzenberg (A) | Schubertiade | 23. - 31.8.2014 Schwerin | Schlossfestspiele Schwerin | 27.6. - 3.8.2014 Schwerin | Festspiele MecklenburgVorpommern gGmbH | 20.6. 21.9.2014 Schwetzingen | Schwetzinger SWR Festspiele | 25.4. - 7.6.2014 Seebad Ahlbeck | Usedomer Musikfestival | 20.9. - 11.10.2014 Sion (CH) | Sion Festival | 14. 31.8.2104 St. Gallen (CH) | St. Galler Festspiele | 20.6. - 4.7.2014 St. Margarethen (A) | Opernfestspiele St. Margarethen | 9.7. - 17.8.2014 St. Moritz (CH) | BSI Engadin Festival | 3. - 15.8.2018 St. Moritz (CH) | Opera St. Moritz | 28.6. - 12.7.2014 St. Pölten (A) | Internationale Barocktage St. Pölten | 6. - 9.6.2014

Steyr (A) | Musikfestival Steyr | 20.7. 10.8.2014 Steyr (A) | Schubert Festival | 24. 27.4.2014 Stockholm (S) | Stockholm Kulturfestival | 12. - 17.8.2014 Stresa (I) | Settimane Musicali di Stresa e del Lago Maggiore | 19.8. - 6.9.2014 Strudengau (A) | Donaufestwochen | 25.7. - 15.8.2014 Stuttgart | Musikfest Stuttgart | 30.8. 14.9.2014 Tanglewood (USA) | Tanglewood Festival | 28.6. - 30.8.2014 Tirol (A), diverse Orte | Klangspuren Tirol | 11. - 27.9.2014 Turin (I) | MITO SettembreMusica a Torino | 4. - 20.9.2014 Ulm | Internationales Donaufest | 4. 13.7.2014 Verbier (CH) | Verbier Festival | 18.7. 3.8.2014 Verona (IT) | Arena di Verona | 20.6. 6.9.2014 Vilnius (LT) | Vilnius Festival | 2. 21.6.2014 Weimar | Kunstfest Weimar | 22.8. 7.9.2014

Wexford (IRL) | Wexford Festival Opera | 22.10. - 2.11.2014 Wien (A) | Wiener Festwochen | 9.5. 15.6.2014 Wiltz (L) | Festival de Wiltz | 27.6. 26.7.2014 Wunsiedel | Luisenburg-Festspiele Wunsiedel | 26.5. - 30.8.2014 Würzburg | Mozartfest Würzburg | 23.5. - 29.6.2014 Zermatt (CH) | Zermatt Festival | 5. 21.9.2014 Zürich (CH) | Festspiele Zürich | 13.6. - 13.7.2014 Zwingenberg (Baden) | Schlossfestspiele Zwingenberg | 1.-10.8.2014

Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen vorbehalten.


50  |  Ernen

KURT | arttourist.com 1|2014

Festival Musikdorf Ernen

Sommer für Sommer verwandelt sich das charmante Walliser Bergdorf Ernen in der Schweiz in ein Musikdorf, in dem Konzerte von Weltklasseniveau aufgeführt werden. Am Eingang zum Landschaftspark Binntal, einem Naturpark von nationaler Bedeutung, liegt das Schweizer Bergdorf Ernen. Der Dorf­ kern mit seinen schmucken Holz- und Stein­ häusern aus dem 16. und 17. Jahrhundert ist derart gut erhalten, dass Ernen im Jahr 1979 mit dem Henri-Louis-Wakkerpreis ausge­ zeichnet wurde. Seit über 40 Jahren verwan­ delt sich das Walliser Bergdorf jeden Sommer in ein Musikdorf, in welchem Konzerte von Weltklasseniveau aufgeführt werden. Vater des Festivals Musikdorf Ernen war der welt­

bekannte ungarische Pianist György Sebök. Heute dauert das Sommerfestival sechs Wo­ chen und beinhaltet unter anderem Klavier-, Kammer-, Barock-, Jazz- und Orchesterkon­ zerte sowie eine Biographie-Werkstatt, ein Schreibseminar mit der berühmten Schrift­ stellerin Donna Leon und ein literarisches Wochenende moderiert von Bettina Böttin­ ger. Die Konzerte finden in der prächtigen Barockkirche St. Georg oder im Tellenhaus statt. Letzteres trägt seinen Namen dank der ältesten Tellfresken der Schweiz. 2013 erhielt

der Verein Musikdorf Ernen den mit 40'000 Schweizer Franken dotierte Prix Montagne der Schweizer Berghilfe und der Schweizeri­ schen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebie­ te. Der Landschaftspark Binntal verfügt über eine einmalige Natur- und Kulturlandschaft. Etliche Kapellen, Kirchen und Weiler gelten als Kulturgüter von kantonaler und nationa­ ler Bedeutung. Zahlreiche markierte Wege la­ den ein, das Gebiet zu Fuss zu erkunden. Ein besonderes Erlebnis bietet eine Wanderung entlang der alten Strasse durch die Twin­

gischlucht, wo jeden Sommer zahlreiche Künstlerinnen und Künstler ihre LandArtWerke zeigen. Ernen und das Binntal sind gut mit den öf­ fentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Infos und Tickets www.musikdorf.ch oder +41 27 971 1000 Daten Kammermusik kompakt: 5. und 6. Juli 2014 Klavierwoche: 12. bis 18. Juli 2014 Barockwochen: 20. bis 31. Juli 2014 Querlesen: 26. und 27. Juli 2014 Kammermusik plus: 3. bis 16. August 2014


KURT | arttourist.com 1|2014

Ernen  |  51

Ein Dorf erklingt Seit mehr als vier Jahrzehnten findet im Oberwalliser Bergdorf Ernen ein ungewöhnliches Musikfestival statt, das weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Kammermusik, Klavier, Barock – und ein Konzept, das so einzigartig wie unerhört ist. Getragen wird das Musikdorf Ernen von Francesco Walter, der es mit seiner Leidenschaft zu dem gemacht hat, was es heute ist. Herr Walter, welche Philosophie steht hinter dem Musikdorf Ernen? Wir arbeiten nicht mit grossen Namen sondern möchten, dass die Leute wegen der Qualität und für das Angebot nach Ernen kommen. Die sechs Wochen unterteilen wir in Kammermusik kompakt, Klavier, Barock und Kammermusik plus. In allen Sparten möchten wir etwas Spezielles bieten, etwas, dass es zu entdecken gibt, etwas noch „Unerhörtes“. So zum Beispiel laden wir, ausser bei Kammermusik kompakt, auch keine bestehenden Formationen ein. Auf was für „Unerhörtes“ darf sich das Publikum dieses Jahr freuen? Wir beginnen mit Kammermusik kompakt, wobei sechs Konzerte innerhalb von 24 Stunden immer mit der gleichen Formation, dem Oliver Schnyder Trio, stattfinden. Hier wird eine spezielle Bearbeitung von Franz Schuberts Winterreise für Tenor und Klaviertrio zu hören sein. In der

Sparte Barock, die unter der künstlerischen Leitung von Ada Pesch steht ist zum Beispiel das Spezielle, dass die Werke zwar fest stehen, die Musiker aber erst drei Tage vor dem Konzert in Ernen zusammen kommen, um zu proben. Das Publikum ist dann auch immer herzlich eingeladen, den Proben in der Kirche beizuwohnen. Es wird auch zeitgenössische Musik zu hören sein. Wie ebnen Sie dem Publikum den Zugang? Vor den Konzerten gibt es immer Konzerteinführungen. Es gibt ja viele Werke, die eher unbekannt sind. Wenn man nun aber gewisse Informationen vorab erhalten hat oder die Parallelen zur klassischen Musik aufgezeigt bekommt, dann hört man das Werk auf einmal mit ganz anderen Ohren. Wie Zum Beispiel bei den Werken von Heinz Holliger, der sich sehr von Schumann hat inspirieren lassen.

Wie schaffen Sie in der Programmierung die Verbindung von Tradition zur Moderne? Ganz wichtig ist uns der File Rouge während dieser Wochen, denn wir möchten kein Gemischtwarenladen sein. Wir veranstalten bei Kammermusik plus auch ein bis zwei Jazzkonzerte, die aber immer einen Bezug zur klassischen Musik haben. Vor einigen Jahren haben Sie das Festival um die literarische Komponente erweitert. Wie kam es dazu? Ada Pesch lernte vor vielen Jahren die weltberühmte Krimiautorin Donna Leon kennen. Und da beide der Barockmusik sehr zugetan sind, entstand die Idee, dass Donna Leon in Ernen jeweils die Einführung zu den Barockkonzerten übernehmen könnte. Später erst kam dann die Idee für ihre erfolgreichen Literaturseminare bei uns.

Wie würden Sie die Atmosphäre, den Esprit während des Festivals beschreiben? Ernen ist mit seinen 550 Einwohnern ein sehr überschaubares Dorf. In erster Linie ist die Atmosphäre also sehr familiär. Die meisten Besucher bleiben länger in Ernen und so begegnen sich Publikum und Musiker beim Einkaufen, beim Essen, an den Konzerten oder Proben. Auf diese Weise sind über die Jahre auch wunderbare Freundschaften entstanden. Am Tag kann man die Natur geniessen und jeden Abend etwas tolles Musikalisches erleben. Mit welchem Gefühl möchten sie Menschen nach dem Festival wieder in den Alltag entlassen? Dass sie sich musikalisch erholt haben und bereichert, inspiriert und glücklich wieder nach Hause fahren.


52  |  Festival Portraits

KURT | arttourist.com 1|2014

Bremen

Dresden

Jubiläum der Extraklasse | 30.8. – 20.9.2014

»Goldene 20er« | 23.5. – 10.6.2014

25 Jahre Musikfest Bremen sind in der Hansestadt

Im Spannungsfeld zwischen den internationalen

und im Nordwesten Anlass für ein Jubiläum der

Größen der Klassik und den Schätzen der Kultur-

Extraklasse! Der Eröffnungsabend „Eine große

und Musikstadt Dresden versprechen die Dresdner

Nachtmusik“ bietet 24 Konzerte in 3 Zeitschie­

Musikfestspiele alljährlich magische Konzertmo­

nen an 8 Spielstätten rund um den stimmungs­

mente und einzigartige musikalische Sternstun­

voll illuminierten Bremer Marktplatz mit dem

den. Erleben Sie im Dreiklang aus Programm,

UNESCO-Welterbe Rathaus und Roland. Zu den

Künstler und Spielstätte renommierte Orchester,

Foto © Oliver Killig

facettenreiche Ensembles und hochkarätige So­

ten ein neues Licht auf die Magie dieser goldenen

listen in so stimmungsvollen Orten wie der Sem­

Jahrzehnte in fünf Jahrhunderten.

25 Jahre Musikfest Bremen

Künstlern zählen Le Cercle de l‘Harmonie & Jé­

Die Dresdner Musikfestspiele

Foto © fotoetage

rémie Rhorer, Jordi Savall & Hespèrion XXI und die Amsterdam Sinfonietta & Janine Jansen. Da­

elle Haïm & Le Concert d’Astrée, der Accademia

peroper, der Frauenkirche, dem Residenzschloss,

Folgen Sie den Spuren der besonderen Inspiration

nach gibt es bis zum 20. September u.a. zwei Auf­

Bizantina & Ottavio Dantone oder dem Quatuor

dem Palais im Großen Garten oder der Gläsernen

der 20er Jahre und entdecken Sie mit Künstlern

führungen von Glucks Oper „Orfeo ed Euridice“,

Ebène & Jazz-Sängerin Stacey Kent.

Manufaktur von Volkswagen. Von Mitte Mai bis

wie The Philharmonics & Hampson, der Staatska­

Anfang Juni verwandeln die Dresdner Musikfest­

pelle Berlin & Barenboim, Sabine Meyer, Anoush­

eine Koproduktion mit der Salzburger Mozart­ woche. Marc Minkowski dirigiert Les Musiciens

30.8. – 20.9.2014 | www.musikfest-bremen.de |

spiele ihre Heimatstadt in eine pulsierende Festi­

ka Shankar, Ute Lemper, The King’s Singers, dem

du Louvre Grenoble, Star-Countertenor Bejun

Kartenvorverkauf ab 20.3.

valmetropole, von deren Zauber Klassikfans weit

BR-Symphonieorchester & Gardiner sowie dem

Mehta singt die männliche Titelrolle. Weitere

Kartenservice Tel. +49 (0)421 / 33 66 99

über Deutschlands Grenzen an die Elbe gelockt

Collegium Vocale Gent & Herreweghe die Vielfalt

Höhepunkte sind die Deutschland-Premiere der

Ticket-Service in der Glocke,

werden.

und den Glanz der Dresdner Musikfestspiele 2014.

neuen Produktion „The Valley of Astonishment“

Domsheide 6-8, 28195 Bremen

Die Saison 2014 hat Intendant Jan Vogler unter

von Regie-Altmeister Peter Brook sowie Konzerte

das Motto »Goldene 20er« gestellt. So werfen diese

23.5.–10.6.2014 | www.musikfestspiele.com

mit Star-Tenor Rolando Villazón und Emmanu­

Festspiele mit zahlreichen musikalischen Höhe­

Tel. +49 (0)351 656 06 700

punkten und einer Fülle wunderbarer Interpre­

E-Mail: besucherservice@musikfestspiele.com

Düsseldorf

Heidelberg

düsseldorf festival!

40 Jahre Heidelberger Schlossfestspiele

10.-28.9.2014

15.6.–2.8.2014

Vom 10. bis 28. September lädt das düs­ seldorf festival! einmal mehr zu musi­ kalischen Verlockungen, theatralischen

der aus Geldsucht die Liebe über seine

Grenzgängen und circensischen Höhen­

eigenen materiellen Interessen stellt,

flügen. Internationale (Ko-)Produktionen

im Dicken Turm. Die Uraufführung

und Deutschlandpremieren erhalten da­

ROBIN HOOD erwartet die jüngsten

bei ebenso Raum wie Experimente und

Zuschauer/innen ab 5 Jahren mit dem

Raritäten. Das Festival für Performing Arts

‚König der Diebe‘ im Koniferengarten.

will auch im 24. Jahr seines Bestehens Ak­

Nach dem überbordenden Erfolg in der

zente setzen sowie – ganz im Sinne seiner

vergangenen Spielzeit kämpfen auch

Tradition – neue Perspektiven aufzeigen

in diesem Sommer DÀrtagnan und sei­

und Grenzen überschreiten.

ne Freunde mit heißen Degenkämpfen

Die ersten Highlights im Theaterzelt auf

für Recht und Gerechtigkeit, verwan­ Volker Muthmann (Aramis), Thomas Ziesch (Athos), Steffen Gangloff (Porthos), Dominik Lindhorst (D’Artagnan) | Foto: Florian Merdes

dem Burgplatz stehen schon fest: Die weltweit gefeierte Fabulous Beast Compa­

deln den Schlosshof in das Paris des 17. Jahrhunderts und vergessen natürlich

ny aus Irland wird mit ihrem Stück „Rian“

Ein reichhaltiges Programm erwartet alle Besu­

die Liebe nicht. Mit MY FAIR LADY steht eins

zum ersten Mal beim Festival zu Gast sein.

cher/innen, die auch in diesem Jahr die zauber­

der beliebtesten Musicals auf dem Programm.

Acht Tänzer aus der ganzen Welt treffen

hafte Atmosphäre über den Dächern der Stadt am

Das Publikum darf sich auf das Experiment des

auf fünf der besten Musiker Irlands – ein

Neckar genießen können. Nicht nur die Heidel­

Sprachforschers Higgins mit dem Blumenmäd­

Fest. Die unglaubliche Carminho aus Por­

berger fiebern jährlich diesem kulturellen Event

chen Eliza freuen. Auch den Konzertliebhabern

entgegen. Besonders reizvoll wird das Programm

wird viel geboten: von Jungen Meistern des Di­

tugal ist noch jung und doch schon ein

Foto: Szene aus „Knitting Peace“, Cirkus Circör © Mattias Edwall

Star des Fado – auch sie konnte zum ersten Mal

schung aus HipHop und zeitgenössischem Tanz,

dadurch, dass für alle etwas geboten ist. In dieser

rigentenforums zur Schlossbeleuchtung bis zum

für das düsseldorf festival! gewonnen werden.

nach Düsseldorf.

Festival-Saison kommen als erstes alle Opernlieb­

Treffen von Bach und Tango.

Der schwedische Cirkus Cirkör gibt sich die Ehre

haber ab dem 15.06. auf ihre Kosten. Mit SIEH,

und präsentiert sein wunderbar poetisches Stück

10.-28.9.2014 | www.duesseldorf-festival.de

DER HIMMEL LACHT präsentieren die Sänger/

15.6. – 2.8.2014 |

„Knitting Peace“, und die französische Tanzkom­

Vorverkauf ab 5.5. |

innen und das Philharmonische Orchester be­

www.heidelberger-schlossfestspiele.de

panie Accrorap kommt mit ihrer aktuellen Pro­

Ticket-Hotline: 0211. 82 82 66 22 (Mo-Fr 10 -18 Uhr)

kannte und beliebte Melodien. Ab dem 21.06.

duktion „The Roots“, einer faszinierenden Mi­

www.dticket.de | www.westticket.de

zeigt das Schauspielensemble des Theaters die französische Komödie von Molière DER GEIZIGE,

Hitzacker

Schwaz

26.7. – 3.8.2014

Tiroler Festival für neue Musik | Schwerpunkt: Nordlicht | 11. – 27.9.2014

69. Sommerliche Musiktage Hitzacker KLANGSPUREN SCHWAZ

© Adam Berry

Die Sommerlichen Musiktage Hitzacker sind das

das idyllische Elbestädtchen. Zusätz­

KLANGSPUREN SCHWAZ, das Tiroler Festival für

Musiker des Nordens werden regionalen Ensem­

lich zu den Konzerten gibt es Künst­

neue Musik, blickt 2014 auf den Norden Die re­

bles für neue Musik gegenübergestellt. Zu erle­

lergespräche, Werkstattkonzerte, den

gen Musikszenen in Norwegen, Dänemark und

ben sind etwa das berühmte Kammerensemble

Festival Walk, musikalische Kinder­

Island stehen im Mittelpunkt und begegnen

Cikada aus Oslo oder die temperamentvolle Per­

betreuung u.v.m. Künstlerische Leite­

jungen Werken österreichischer und internatio­

kussionsgruppe The Next Step aus Tirol. Der dia­

rin ist die international renommierte

naler Provenienz. Ein Nebenakzent liegt auf der

logische Kontrast zeigt sich auch bei den Kompo­

Geigerin Carolin Widmann. 2014

Anverwandlung volksmusikalischer Instrumente

nisten in Residenz: die musikalischen Welten des

lautet das Motto „Tanz!“, es werden

und Idiome aus den Nordländern und dem Al­

Dänen Hans Abrahamsen und des aus Tirol stam­

u.a. erwartet: John Neumeiers Bun­

penraum wie Hardangerfiedel und Tiroler Geiger,

menden Composer Performer Wolfgang Mitterer

desjugendballett, der Pianist Alexan­

Yoik und Jodel, Zither und Akkordeon.

unterscheiden sich radikal.

der Lonquich, das Ensemble Spira mi­

Die beliebte musikalische Pilgerwanderung auf

rabilis, Tango Factory, Sir Peter Jonas

dem Jakobsweg führt 2014 ins Tiroler Oberland.

und das Solistenensemble Kaleidos­

Das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck eröff­

kop. Auf in die Sommerfrische!

älteste Kammermusikfestival Deutschlands und

net das Festival am 11.09. mit einem dänischösterreichischen Programm. Viele weitere expe­

gleichzeitig eines der innovativsten. 9 Tage lang

26.7. – 3.8.2014 | www.musiktage-hitzacker.de

rimentierfreudige Kostbarkeiten und Abenteuer

locken Musiker von Weltrang ebenso wie jene

Karten: Tel. +49 (0) 58 62 / 941 430

des Hörens und Sehens erwarten die Besucher.

auf dem Sprung in die internationale Karriere in

www.reservix.de und in allen bek. VVK-Stellen 11. – 27.9.2014 | www.klangspuren.at


KURT | arttourist.com 1|2014

Erfurt  |  53

Erfurt

Jedermann – Die Rockoper Weltpremiere bei den DomStufen-Festspielen in Erfurt Jetzt habet allesamt Achtung Leut Und hört was wir vorstellen heut! Ist als ein geistlich Spiel bewandt Vorladung Jedermanns ist es zubenannt. So beginnt Hugo von Hofmannsthals Stück mit dem Titel Jedermann, Das Spiel vom Ster­ ben des reichen Mannes. Max Reinhardt hatte das Werk 1911 in Berlin uraufgeführt, weltbe­ kannt wurde es aber vor allem durch die seit 1920 stattfindenden Jedermann-Aufführun­ gen unter freiem Himmel vor dem Salzburger Dom im Rahmen der Salzburger Festspiele. Et­ was jünger ist die Tradition der Berliner Jeder­ mann-Festspiele, die seit 1987 stattfinden, seit 1993 im Berliner Dom. Viele Erfurter werden sich noch an die Aufführung bei den Dom­ Stufen-Festspielen 2000 erinnern, mit HannsMichael Schmidt in der Hauptrolle und mit Musik von Johann Sebastian Bach. Die großen Erfolge mit dem Musical-Genre bei den DomStufen-Festspielen 2005 (Jesus Christ Superstar) und 2008 (Martin L.) lie­ ßen den Gedanken reifen, den klassischen Jedermann-Stoff in einer neuen künstleri­ schen Ausformung auf die Stufen zu bringen. Die Idee wurde mit dem Berliner Autor Peter Lund weiterentwickelt und nahm inzwischen in der Form einer Rockoper Gestalt an. Das musikalische Fundament bildet eine neue Komposition von Wolfgang Böhmer, die den sinfonischen Klangapparat des Philharmoni­

schen Orchesters Erfurt mit der spezifischen Klangwelt einer Rockband kombiniert. Auch der Einsatz von Musical- und Opernsängern sowie des Opernchores überschreitet die übli­ chen Grenzen der Gattung Musical hin zu ei­ ner opernhafteren Form, eben einer Rockoper. Textlich geht Peter Lund von der traditionel­ len Jedermann-Handlung aus, deren Wurzeln im geistlichen Mysterienspiel liegen. Was als wörtliche Wiedergabe des HofmannsthalTextes beginnt, entwickelt sich bei Peter Lund ganz allmählich hin zu einer heutigeren Inter­ pretation der Handlung und Charaktere, ohne aber den archaischen Tonfall des geistlichen Spiels gänzlich aufzugeben. Die zentralen Personen des Stückes sind: Je­ dermann und der Tod. Der Tod ist der unange­ fochtene Herrscher der Welt. Ihm muss jeder gehorchen. Jeder muss sterben. Und der Tod ist real. Jedermann ist der Mensch, der diese Wahrheit nicht erträgt und so lebt, als gäbe es den Tod nicht. Jedermann muss lernen, zu sterben. Es geht demnach im Jedermann um die Kunst des Sterben Lernens. Dabei steht der Mensch zwischen Gott und Teufel, doch es gibt auch noch eine dritte Macht: Das Geld ist die zentrale Gottheit im Jedermann, denn nur der Mammon verspricht wahrhafte Ewig­ keit. Der Hofmannsthalsche Jedermann muss lernen, dem Götzen des Geldes zu entsagen. Das tut er mit Hilfe der Religion. Der Erfurter

Jedermann sollte einen Schritt weitergehen. Das „letzte Stündlein", das ihm gewährt wird, soll er nutzen, um das Weitergeben zu lernen, um aus seinem Leben ein „gutes“ Leben zu machen. Was danach mit ihm geschieht, weiß nur der Tod. Und der wird es uns nicht ver­ raten.

Premiere Do, 10. Juli 2014, 20.30 Uhr Weitere Termine Fr. 11.7. | Sa, 12.7. | So, 13.7. | Di, 15.7. | Mi, 16.7. | Do, 17.7. | Fr, 18.7. | Sa, 19.7. | So, 20.7. | Mi, 23.7. | Do, 24.7. | Fr, 25.7. | Sa, 26.7. | So, 27.7.2014 0361 22 33 155 | info@theater-erfurt.de www.theater-erfurt.de | www.domstufen.de


54  |  Festival Portraits

KURT | arttourist.com 1|2014

Malta (M)

Meran (It)

14.7. – 3.8.2014

Musikalische Entdeckungsreise über drei Kontinente | 23.5.–10.6.2014

Das jährlich stattfindende „Malta Arts Festival“

Vom 25. August bis zum 22. September bieten die

(Dirigent: Ricardo Castro) und die Tschechische

präsentiert sich als hochrangiges und vielseitiges

29. Meraner Musikwochen musikalische Lecker­

Philharmonie unter Jiri Belohlavek. Die Eröff­

Kulturfestival, in dessen Rahmen sowohl maltesi­

bissen aus Asien, Amerika und Europa an. Das

nung und der Abschluss dieses Klassik-Events

sche als auch ausländische Künstler gemeinsam

Mariinsky Symphony Orchestra aus St. Peters­

von internationalem Rang liegen in koreanischer

auftreten und sich gegenseitig inspirieren.

burg unter der Leitung von Valery Gergiev spielt

Hand. Am 25. August spielt in Kursaal das Seoul

ebenso im Kursaal auf wie das London Philhar­

Philharmonic Orchestra (Dirigent: Myung-Whun

monic Orchestra unter Vladimir Jurowski, das

Chung), am 22. September gastiert dort das

Bergen Philharmonic Orchestra unter Dimitri

1982 gegründete Suwon Philharmonic Orchest­

Kitajenko, das Jugendorchester aus der brasiliani­

ra. Damit weist das Premiumfestival in der Gar­

schen Millionenmetropole San Salvador da Bahia

ten– und Thermenstadt Meran wieder zahlreiche

Malta Arts Festival

29. Meraner Musikwochen –

Es stellt einen der großen Höhepunkte des prall gefüllten maltesischen Kulturkalenders dar und

Foto © Malta Arts Festival

sieht sich in der Mittlerrolle für interkulturellen Dialog und Kreativität. Gemeinsame Performan­

meerinsel blickt zudem auf 7000 Jahre wechsel­

ces und Workshops aus den Bereichen Theater,

volle Geschichte zurück. Das Malta Arts Festival

sinfonische Highlights auf, die im August und

Musik und Tanz dienen nicht nur der Unterhal­

kann daher auf zahlreiche, außergewöhnliche

September von weiteren musikalischen Höhe­

tung des Publikums, sondern stellen auch wich­

Kulissen zurückgreifen, darunter auch die im 16.

punkten ergänzt werden. Dieses bunte Musikfest

tige Impulsgeber für die lokale Kulturszene und

Jhdt. von den Malteserrittern erbaute barocke

mit den Konzertreihen „classic“, „colours of mu­

künstlerische Entwicklung auf Malta dar.

Festung Valletta; heute Hauptstadt des kleinsten

sic“, „matinée classique” und „vox humana” ist

EU-Mitgliedstaates.

dann auch immer eine Reise wert – nicht nur für

Terminänderungen vorbehalten.

Klassik-Freunde.

Dank des angenehm mediterranen Klimas kön­ nen die meisten Events des „Malta Arts Festival“ als Open-Air-Veranstaltungen ausgetragen wer­

25.8.–22.9.2014 | 29. Meraner Musikwochen 14.7. – 3.8.2014 | www.maltaartsfestival.org

www.meranofestival.com

den. Die südlich von Sizilien gelegene Mittel­

Informationen und Kartenreservierungen Foto © Florian Peer

info@meranofestival.com

Reykjavik

Reykjavik Arts Festival 22.5. – 5.6.2014 Speichern Sie die Termine für die 28. Ausgabe des RAF, des Reykjavík Arts Festivals vom 22. Mai bis 5. Juni 2014. RAF ist ein jährliches interdisziplinäres Festival mit einem besonderen Fokus auf Neuinszenierungen und Crossover. Zwei Wochen lang jedes Jahr bringt es große Kulturstätten und unkonven­ tionelle Räume in der Stadt in Schloss, Foro © Clemens Mayer

Regensburg

Ausstellungen und Aufführun­ gen von zeitgenössischen und klassischen Werken zusammen,

Thurn und Taxis Schlossfestspiele 18. – 27.7.2014

um

diese

breiten

einem

möglichst

Publikum

vorzustel­

len. Die künstlerische Leitung hat Hanna Styrmisdóttir. Seit der Gründung im Jahr 1970

Für die Schirmherrin, Fürstin Gloria von Thurn

Elton John kommt am 22.7. und Nena mit ih­

hat das Reykjavík Arts Festival

und Taxis, und die rund 30.000 Besucher aus

rer Band am 25.Juli. Das vollständige Programm

Hunderte von Künstlern aus al­

ganz Deutschland und dem Ausland sind sie

gibt es ab Anfang April. Schon seit Jahren werden

len Teilen der Welt eingeladen,

ein Magnet im Open-Air-Festspiel-Sommer: Die

die Festspiele vom Wiener Magazin „Festspiele“

um am Festival teilzunehmen

Thurn und Taxis Schlossfestspiele in Regensburg.

in den „Top Ten“ der schönsten Schlossfestspiele

oder

(18.-27.7.2014)

der Welt gelistet. Das Erfolgsrezept: Viele Stars,

hat das RAF ein riesiges Netz­

Eröffnung ist am 18. und 19.7. mit Verdis Oper

fürstliches Ambiente, ein Touch „Society“ und

werk zwischen nationalen und nicht-nationalen

Kraft in der Entwicklung der kulturellen Vielfalt

„Rigoletto“. Operndiva Angela Gheorghiu ist am

eine unvergleichlich schöne Atmosphäre.

Künstlern gesponnen. Das RAF ist ein Katalysator

in Island.

27.7. mit einem Arienabend zu erleben. Superstar

18. – 27.7.2014 | www.odeon-concerte.de

für die Schaffung neuer Werke und eine wichtige

22.5. – 5.6.2014 | www.artfest.is

auszustellen.

Dadurch

Schwetzingen

Gstaad

Schwetzinger SWR Festspiele | 25.4. – 7.6.2014

17.7. – 6.9.2014

Kulinarik, Kurt und Klassikstars

58. Menuhin Festival Gstaad

die Schlosssäle zum Mittelpunkt der internationa­

Seit dem 1. Februar ist der Vorverkauf für das 58.

len Musikszene. Neben Liederabenden mit Georg

Menuhin Festival Gstaad in vollem Gange! Zwi­

Nigl, Nuria Rial oder Philippe Jaroussky, erklingen

schen dem 17. Juli und dem 6. September sind im

laute und leise Töne internationaler Starpianisten

Saanenland über 50 Konzertanlässe geplant. Der

wie Grigory Sokolov, Marc-André Hamelin oder

Schwerpunkt liegt bei 16 Konzerten in der Kirche

Daniil Trifonov. Hochtalentierte Newcomer prä­

Saanen und 7 Konzerten im Festival-Konzertzelt.

sentieren ihr Können in Matineekonzerten und

Über 20 Konzerte sind in den Kirchen Lauenen,

Schwerpunkte bilden die Violinistin Patricia Ko­

an einem Tag der ARD-Preisträger. Und mit Hasses

Gsteig, Vers-l’Eglise, Rougemont und Château-

patchinskaja, die Pianistin Khatia Buniatishvili

„Mit des Bräutigams Behagen, schwingt sich Ritter

Barock-Oper „Leucippo“ kommt auch das Schäfer­

d’Oex angesetzt. Zum ersten Mal führt das Fes­

oder Isabelle Faust, die Stargeigerin, welche erst­

Kurt aufs Ross; zu der Trauung soll’s ihn tragen, auf

spiel, inszeniert von Tatjana Gürbaca, ins Rokoko­

tival ein Nachtkonzert im Hangar des Flugplat­

mals in Gstaad spielt und als Lieblingssolistin des

der edlen Liebsten Schloss.“ Nicht zur Trauung,

theater.

zes Saanen durch (mit Patricia Kopatchinskaja);

im Januar verstorbenen Claudia Abbado galt. Ei­

aber zum Konzertauftakt der Festspiele 2014 hält

Diese spannungsreiche Mischung aus Alt und

ausserdem sind wiederum die Botta-Bergstation

nen besonderen Farbtupfer bilden mehrere Kon­

der Tenor Christoph Prégardien mit diesen Zeilen

Neu, Traditionell und Experimentell prägt das ge­

von Glacier 3000, die Alphütte Les Ouges und

zerte zum Thema „You-Tube-Classic-stars“: Künst­

ins Schwetzinger Schloss Einzug.

samte Programm und findet in der Cena Ultima,

die Werkstatt von Chaletbau Matti als originelle

ler treten auf, die durch die sozialen Netzwerke

Wenn zur besten Spargelzeit das weltweit größte

der Abschlussgala mit Musik, Kulinarik und Feu­

Schauplätze geplant.

grosse Bekanntheit erlangten und seither weltweit

Radio-Festival für klassische Musik mit der Urauf­

erwerk, ihr krönendes Finale. Wie üblich werden

CEO und Intendant Christoph Müller hat der

für Furore sorgen, allen voran die britische Trom­

führungs-Oper „Re:igen“ von Bernhard Lang eröff­

alle Konzerte und Opern in den Kulturwellen der

Ausgabe 2014 das Thema „Music in Motion“

peterin Alison Balsom, der Gitarrist Milos Karadag­

net, strömt Publikum wie Presse in die idyllische

ARD übertragen.

vorangestellt: Musik, die bewegt, sei es zum Rei­

lic und die Pianistin Valentina Lisitsa.

Kleinstadt der Kurpfalz. Für sechs Wochen werden

25.4. – 7.6.2014 | www.schwetzinger-swr-festspiele.de

sen, Wandern, Tanzen oder Nachdenken Weitere

17.7. – 6.9.2014 | www.menuhinfestivalgstaad.ch

Rokokotheater Schwetzingen © Tobias Schwerdt


KURT | arttourist.com 1|2014

Garmisch-Partenkirchen  |  55

Münchner Rundfunkorchester © Marek Vogel

Garmisch-Partenkirchen

Kartenbestellungen Garmisch-Partenkirchen Ticket +49 (0)8821 – 730 19 95 Kreisboten Verlag +49 (0)8821 – 79 90 München Ticket GmbH +49 (0)89 – 54 81 81 81 Programm Mi | 11.6. | 11:00 Uhr Eröffnung Rundfunk-Sinfonieorchester Prag Tomas Brauner | Juliane Banse 15:00 Uhr CD-Präsentation 19:00 Uhr Konzertanter Opernabend Oper Frankfurt Sebastian Weigle | Anne Schwanewilms | Alejandro Marco-Buhrmester | Lance Ryan u.a.

aender © Marc Gil

schaffen hat das Werk anlässlich des 150. Ge­ burtstages von Richard Strauss einer der großen deutschen Komponisten der Gegenwart, Man­ fred Trojahn. Ebenfalls zum ersten Mal gibt es beim Richard-Strauss-Festival 2014 ein Or­ gelkonzert – mit dem Leipziger GewandhausOrganisten Michael Schönheit. Und ein echtes Schmankerl wird sicher das Promenadenkon­ zert mit dem Symphonieorchester Wilde Gungl im Michael-Ende-Kurpark, sammelte in diesem traditionsreichen Ensemble doch schon der junge Richard Strauss erste Orchestererfahrun­ gen. Ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk hat sich Ks. Brigitte Fassbaender einfallen las­ sen: Sie gratuliert zum Ehrentag mit einer Neu­ einspielung sämtlicher Strauss-Lieder, die in Garmisch-Partenkirchen aufgenommen wurde und für die sie Künstler aus aller Welt gewin­ nen konnte. Diese CD-Box wird dem Publikum gleich am Eröffnungstag in der exklusiven Steinway Lounge vorgestellt, die eigens für das Jubiläums-Festival im Kongresshaus errichtet wird. Die Steinway Lounge präsentiert sich da­ rüber hinaus insbesondere als Mittelpunkt der Nachwuchsförderung. Hier können die Gäste Preisträger von „Jugend musiziert“ sowie die neuen Steinway-Förderpreisträger 2013 live er­ leben; als besondere Zugabe ist Kevin Welch, der Steinway-Förderpreisträger von 2012, mit einem Jazzabend zu hören. Viele weitere Gra­ tulanten haben sich außerdem angekündigt: das Leipziger Streichquartett, der Chor des Bay­ erischen Rundfunks – und mit Ian Bostridge, Michaela Schuster, Michelle Breedt, Christiane Libor, Anja-Nina Bahrmann, Franz Hawlata

Ks. Brigitte Fassb

„Happy Birthday, Mr. Strauss!“ heißt es, wenn am 11. Juni 2014, dem 150. Geburtstag des weltberühmten Komponisten, das RichardStrauss-Festival in Garmisch-Partenkirchen zum 26. Mal eröffnet wird. Dem Anlass gemäß dauert das Festival zwei Tage länger als üblich und hält einige Geburtstagsattraktionen bereit. „Das Richard-Strauss-Festival 2014 wird ein einziges großes Geburtstagsständchen für den herausragenden Meister, der in Garmisch-Par­ tenkirchen zu Hause war und dessen Werk uns immer wieder aufs Neue erfreut“, so die künst­ lerische Leiterin Ks. Brigitte Fassbaender. Zu dem Geburtstagsfest sind auch im Strauss-Jahr international renommierte Solisten, Ensembles und Orchester in Garmisch-Partenkirchen, der Wahlheimat des Komponisten, zu erleben. Den Auftakt des Jubiläums-Festivals macht die weltbekannte Sopranistin Juliane Banse ge­ meinsam mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Prag, das unter dem Dirigat von Tomas Brau­ ner auch eines der beliebtesten Strauss-Werke, „Eine Alpensinfonie“, aufführen wird. Weitere Höhepunkte sind die selten gespielte Oper „Die Liebe der Danae“ in einer Produktion der Oper Frankfurt sowie ein Orchesterkonzert des Brus­ sels Philharmonic mit seinem Chefdirigenten Michel Tabachnik und der Pianistin Lilya Zil­ berstein. Mit Spannung wird der Auftritt des Münchner Rundfunkorchesters erwartet: Unter der Lei­ tung von Ulf Schirmer und mit Marlis Petersen als Solistin kommt hier zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals eine eigens in Auftrag gegebene Komposition zur Aufführung. Ge­

sdorf

Richard-Strauss-Festival 2014 Happy Birthday, Mr. Strauss!

Ian Bostridge © Ben Ealovega

u.a. gleich eine ganze Reihe hochkarä­ tiger Sängerinnen und Sänger. Krönen­ der Abschluss des Geburtstagsfestes ist der Konzertabend „Strauss hautnah“ mit den Bamberger Symphonikern. „Wir freuen uns sehr, dass das RichardStrauss-Festival immer mehr zu einem Aushängeschild für die Region wird und hoffen besonders im Strauss-Jahr diesem Erbe gerecht zu werden“, freut sich Thomas Schmid, 1. Bürgermeister des Marktes Garmisch-Partenkirchen.

Juliane Banse © Stefan Nimmesgern

Weitere Informationen unter www.richard-strauss-festival.de

Do | 12.6. | 11:00 Uhr Junges Podium Brenden Gunnell | Wolfram Rieger 15:00 Uhr Preisträgerkonzert I 19:30 Uhr Orchesterkonzert I Rundfunk-Sinfonieorchester Prag Tomas Brauner | Gewinner(in) des RichardStrauss-Hornwettbewerbs 2014

Sa | 14.6. | 10:00 Uhr Gesangs-Meisterkurs Ks. Brigitte Fassbaender | Julian Riem 15:00 Uhr Schauspiel-Spaziergang 19:30 Uhr Liederabend I Ian Bostridge | Julius Drake 22:00 Uhr Jazz-Ausklang Kevin Welch

Fr | 13.6. | 10:00 Uhr Schauspiel-Spaziergang 15:00 Uhr Promenadenkonzert Symphonieorchester Wilde Gungl Jaroslav Opela | Viola Wilmsen 19:30 Uhr Kammerkonzert Leipziger Streichquartett | Barbara Buntrock | Gabriel Schwabe | Christian Ockert

So | 15.6. | 10:00 Uhr Gesangs-Meisterkurs 15:00 Uhr Orgelkonzert Michael Schönheit 19:30 Uhr Orchesterkonzert II Brussels Philharmonic Michel Tabachnik | Lilya Zilberstein

Mo | 16.6. | 10:00 Uhr Gesangs-Meisterkurs 19:30 Uhr Liederabend II Michaela Schuster | Markus Schlemmer Gewinner(in) des Richard-Strauss-Hornwettbewerbs 2014 Di | 17.6. | 10:00 Uhr Gesangs-Meisterkurs 15:00 Uhr Preisträgerkonzert II 19:30 Uhr Chorkonzert Chor des Bayerischen Rundfunks Peter Dijkstra | Ks. Brigitte Fassbaender | Julian Riem

Mi | 18.6. | 11:00 Uhr Abschlusskonzert Gesangs-Meisterkurs 15:00 Uhr Künstlergespräch Ks. Christa Ludwig | Ks. Brigitte Fassbaender 19:30 Uhr Orchesterkonzert III Münchner Rundfunkorchester Ulf Schirmer | Marlis Petersen Do | 19.6. | 15:00 Uhr Schauspiel-Spaziergang 19:00 Uhr Orchesterkonzert IV Bamberger Symphoniker Karl-Heinz Steffens | Michelle Breedt | Christiane Libor | Anja-Nina Bahrmann | Franz Hawlata | Ks. Brigitte Fassbaender


Publikumstage 8. + 9. März 2014 itb-berlin.de / publikum

Großes ReiseGewinnspiel mehrmals täglich in Halle 4.1

Die Highlights für alle neugierigen Entdecker: Insider-Informationen aus über 180 Ländern Fremde Kulturen und Menschen aus aller Welt Alles über unser Partnerland Mexiko in Halle 1.1 Vielfältige Familien- und Kinderangebote


KURT | arttourist.com 1|2014

SAPIO  |  57

Geschmack des Reisens Seit bald 10 Jahren veranstaltet Philipp Boecker kulinarische Entdeckungsreisen für Menschen mit Interesse an gutem Essen

und Trinken, Landwirtschaft, Natur und Kultur. Er bietet auf seinen Reisen Essen in Familien, Kochkurse bei Muttern, Besu-

che ausgewählter Produzenten, eingebettet in fachkundige Erklärungen, Wanderungen, bei denen man Geologie, Flora und

Fauna aus der Nähe erleben kann – und abends eine gute Flasche Wein.


58  |  SAPIO

KURT | arttourist.com 1|2014

Man reist mit Gleichgesinnten in einem kleinen Kreis am Austausch interessierter Menschen, mit denen die Teilnehmer die Passion für Kochen, Essen und guten Wein teilen. Philipp Boecker und sein Team machen die Reisen aus Leidenschaft und in der Verantwortung und dem Einsatz für einen nachhaltigen Tourismus. Das bedeutet, den Interessen aller Beteiligten gerecht zu werden, die lokale Wirtschaft zu fördern, ökologisch und sozial verantwortlich zu handeln. Wir trafen Philipp Boecker auf ein Gespräch. Was bedeutet SAPIO? SAPIO ist ein lateinisches Wort und heißt ‚Ich schmecke‘. Gleichzeitig auch ‚Ich verstehe.‘, ‚Ich habe Geschmack.‘ und ‚Ich weiß‘. Die Römer hatten ein und dasselbe Wort für alle diese Vorgänge. Das finde ich spannend und genau diesen Zusammenhang von Erleben und Verstehen möchten wir auf den Reisen schaffen. Wie kamen Sie auf die Idee kulinarische Entdeckungsreisen zu veranstalten? Ich reise selbst gern so. Das Essen ist Genuss und gleichzeitig ein zentrales Kulturgut. Wo es aktiv gelebt und bewahrt wird, ist es identitätsstiftend für Menschen. Wenn man traditionelle Gerichte probiert, verbindet man sich mit dem Reiseort und kommt immer auch in Austausch mit den Menschen. Gerade beim Thema Essen erzählen einem die Menschen gern, öffnen einem oft sprichwörtlich die Türen: zu ihrem Wissen, ihren Küchen und ihrem Leben. Der Austausch geht über den Genuss hinaus und ist für mich das Wichtigste. Noch einmal zurück zu den Römern: für sie hieß Cultura zunächst einmal Landwirtschaft und Anbau. Unsere kulinarischen Reisen sind Kulturreisen. Was ist das Erfolgsrezept von SAPIO? Und was macht Ihre Reisen so besonders, wofür Sie in den letzten Jahren mehrfach ausgezeichnet wurden, u.a. von Geo Saison und der Zeitung Sonntag Aktuell?

Eine ungewöhnliche Perspektive auf die Reiseorte. Ein sinnliches Reisethema. Tolle Reiseleiter, die oft vor Ort leben und mit denen wir die Reisen gemeinsam entwickeln. Sehr kleine Gruppen mit durchschnittlich 8-10 Gästen. Wir suggerieren keine heile Welt, also das Schöne genießen, aber auch über Probleme sprechen, z.B. Mindestlöhne, Pestizide oder transgene Lebens- und Futtermittel. Sie haben neben Kunstgeschichte auch an der Università di Scienze Gastronomiche in Bra im Piemont studiert. Was haben Sie dort gelernt? Ich habe dort einen Master in Gastronomischen Wissenschaften gemacht. „Dr. prosciutto“ sagten einige Freunde. Für mich war wichtig, mehr über die Produkte zu lernen (ich hatte vorher fünf Jahre nur mit Kaffee gearbeitet, von allem anderen wusste ich wenig), Italienisch zu lernen und auf den vielen Studienreisen Kontakte vor Ort zu knüpfen. Und wir haben uns z.B. viel mit Qualitätsmodellen beschäftigt. Was ist gutes Essen? Das hat eine ökologische und soziale Dimension (man darf die Erde und die Menschen dabei nicht vergessen) und natürlich die Frage, was schmeckt. Dieses dreigliedrige Qualitätsmodell hat mich geprägt und man kann es auch auf den Tourismus übertragen.

Wobei gerade die Frage, wem was schmeckt und warum ganz spannend ist, vor allem wenn man auf Reise geht, denn Geschmack ist gelernt und findet zuerst im Kopf statt. In der einen Kultur ist Huhn gut zu essen, in der anderen Meerschweinchen, die dritte verzichtet auf Fleisch. Sie engagieren sich sehr für einen nachhaltigen Tourismus. Wo beginnt die Nachhaltigkeit und wo sind derer Grenzen bei kulinarischen Reisen? Wir sind ja als einer der ersten Reise­ veranstalter seit 2010 mit dem CSR-Siegel von TourCert für nachhaltige Reisen zertifiziert. Aber persönlich und in Bezug auf kulinarische Reisen denke ich, einige Richtschnuren könnten folgende sein. Für die Reisenden: ob sie das Gefühl haben, mehr in Kopf und Herzen als am Bauch gewonnen zu haben. Für die Menschen vor Ort, ob sie Reisende zu Besuch hatten, die sich echt für sie interessiert haben. Dass ein Grossteil des Reisepreises (also über 50%, oft auch 60-65%), den die Gäste zahlen, bei Familienunternehmen in der Reiseregion bleibt. Dass man auf den Reisen großteils regionale und saisonale Produkte isst und auch ethische Fragen nicht ausblendet, also z.B. Verzicht auf bedrohte Fischarten wie Thunfisch und Tierquälerei z.B. in der Massentierhaltung. Wir haben auch mehrere Reisen, die für

Vegetarier geeignet sind und sind dabei, die erste rein vegetarische kulinarische Reise zu entwickeln. Ich glaube, sich immer wieder zu hinterfragen und sich weiter zu entwickeln ist wichtig, nicht einmal in Stein gemeißelte Regeln. Wie, wo und wann entdecken Sie neue kulinarische Routen? Was ist Ihre Inspiration? Durch Menschen aus den Regionen, die auf mich zukommen und erzählen, was es dort alles an Spannendem gibt, oder Gäste und Freunde, die von Reiseregionen schwärmen. Dann fahre ich selbst hin, das nächste Mal Mitte März ins Veneto.


KURT | arttourist.com 1|2014

SAPIO  |  59

In 2015 wird SAPIO 10 Jahre. Ein Blick zurück und nach vorne? Wie sagt man: 10 Jahre aufbauen, 10 Jahre ausbauen, 10 Jahre abgeben? Es war viel Arbeit und es hat viel Spaß gemacht, meist zumindest. Aus einer One-Man-Show in den ersten drei Jahren haben wir den führenden deutschsprachigen Veranstalter kulinarischer Reisen entwickeln können. Inzwischen haben wir 12 Mitarbeiter und Reiseleiter. Wir haben das breiteste Angebot kulinarischer Reisen in Italien, das werden wir auch in anderen Ländern Europas, zuerst Frankreich, zu erreichen versuchen. Ich könnte mir vorstellen, dass wir in den nächsten zehn Jahren auch die ersten Schritte außerhalb Europas machen, z.B. finde ich Israel / Palästina spannend, wo ich anderthalb Jahre gelebt habe. Der Erfolg und die Freude hängen zum größten Teil von guten Mitarbeitern, Reiseleitern und Partnern ab. An den Menschen hängt alles und an ihnen sollte alles gemessen werden. Das Thema gute Lebensmittel und nachhaltige Landwirtschaft wird, wie man z.B. an der jährlich wachsenden „Wirhaben-es-statt-Demo“ in Berlin sieht, in den nächsten zehn Jahren erheblich wichtiger werden.

Küchengespräche

Welchen kulinarisch touristischen Herausforderungen möchten Sie sich noch stellen? Frankreich liebe ich, da habe ich meinen ersten Master gemacht und das Land hat (wie Italien) eine große Vielfalt der regionalen Küchen. Die in den nächsten Jahren zu erforschen, freue ich mich sehr! Portugal und Spanien, die ich erst wenig kenne, reizen mich. Und persönlich stelle ich mir eine kulinarische Reise in einer Sandoder Eiswüste sehr eindrucksvoll vor. Die kulturelle Leistung, sich dort ein Habitat zu schaffen, ist unglaublich und ich denke ebenso ein kühles Glas Wasser in einer Oase nach einer Reise durch die heiße Wüste.

Stählemühle

Bar Tomás Barcelona Die besten »Patatas Bravas« bekommt man in der Bar Tomás in Barcelona. Einfach zum niederknien und reinlegen. Vor mehr als 50 Jahren gegründet wurde die Bar schnell eine Institution und gehört zweifelsohne zu den besten Tapas Bars in Barcelona. Im Stadtteil Saria gelegen ist sie beliebt bei Jung und Alt, Familien wie Studenten, Einheimischen wie Gästen aus der ganzen Welt, die auf der Suche nach den besten Kartoffeln süchtig, dort fündig geworden sind und immer wieder diese Eckkneipe aufsuchen. Carrer Major de Darrià, 49 | Barcelona

Philipp Boecker Jahrgang 1976, geboren in Delmenhorst. Seit dem Alter von 14 Jahren Jobs in der Gastronomie. Zivildienst in einer Behinderteneinrichtung in Israel. Studium der Kunstgeschichte in Berlin, Master an der Sorbonne. Fünf Jahre Arbeit für eine deutsche und eine amerikanische Kaffeebarkette. 2006 zweiter Master in Gastronomischen Wissenschaften an der SlowFood-Uni in Italien und Ausarbeitung der ersten beiden Reisen in der Südtoskana und im Piemont. Seit 2007 wieder in Berlin, inzwischen zusammen mit seiner Partnerin Theresa, die er über die Uni in Italien kennen gelernt hat.

Eingebettet in die sanften Vulkanhügel des Oberen Hegaus liegt die Stählemühle am Münchhöfer Mühlenbach, einem Zufluss der Stockacher Aach. Das Anwesen findet seine erste Erwähnung um 1753/54 in den Büchern des Klosters Salem als „Mittlere Mühle“. Im Jahr 2004 wurde das Anwesen Stählemühle von Christoph Keller und seiner Familie übernommen. Sie haben in den letzten Jahren viele Anstrengungen unternommen, die Traditionsdestillerie von einer bäuerlichen Kornbrennerei in eine experimentelle Brennerei für Edelobstbrände der Spitzenklasse zu verwandeln. Seit 2006 produzieren sie feinste Destillate aus regionalen Obstsorten sowie internationalen Obst-Spezialitäten – allesamt in individuell gebrannten Kleinstauflagen von 10 bis maximal 500 Flaschen. Zur Verwendung kommt ausschließlich sortenreines Obst der Spitzenqualität, aus biologischem Anbau, vollreif geerntet, händisch verlesen und gereinigt. Die Brennund Maischeverfahren werden sorgfältig nach alten Rezepturen durchgeführt. Alle Brände sind von unverfälschten, fruchtreinem und regionaltypischem Aroma und zählen zur absoluten Weltklasse der Destillationskunst. www.staehlemuehle.de

SAPIO

Herrmannsdorfer Landwerkstätten

Sapio veranstaltet kulinarische Entdeckungsreisen für Kleingruppen und Individualreisende. Reiseziele des 2005 gegründeten Unternehmens sind aktuell elf Regionen Italiens von Südtirol bis Sizilien sowie seit 2012 auch erste Ziele in Deutschland und Frankreich.

Die Qualität des Essens ist der Gradmesser für die Wertschätzung, die der Mensch sich selber schenkt. Gegründet 1986, bilden die Herrmannsdorfer Landwerkstätten eine neue zukunftsweisende Synthese von landwirtschaftlicher Erzeugung, Lebensmittelverarbeitung und Lebensmittelvermarktung. Auf diese Weise sind die vielen Stufen der Verarbeitung unter einem Dach vereint. Es wird die Nähe hergestellt zwischen dem Ort, an dem die Tiere und Pflanzen wachsen und dem Ort, wo sie zu Lebensmitteln umgewandelt werden. Hinter diesem Verbund steht ein neues umfassendes Leitbild des achtsamen Umgangs mit allem Leben und Lebensnotwendigem, mit dem Boden, dem Wasser, der Luft, den Pflanzen, den Tieren und den Menschen. www.herrmannsdorfer.de

Kulinarische Reisen mit Sapio sind Kulturreisen und Reisen zu den Menschen. In der culina - der Küche - trifft man sich. Sie ist Ort von Wärme, Nähe und Austausch. Beim Kochkurs mit der Gastgeberin, bei der gemeinsamen Olivenernte, einer Ausfahrt mit Fischern oder der nächtlichen Trüffelsuche lernen die Gäste neben dem Land und seinen Traditionen die Menschen, ihre Geschichten und Lebensmodelle kennen. Sapio ist Mitglied im forum anders reisen e.V., dem Verband für nachhaltigen Tourismus in Deutschland und wurde im März 2010 mit dem Siegel „CSR Tourism Certified“ für Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung im Tourismus ausgezeichnet.

2014 Italien Deutschland Frankreich

3

neue

REISEN

SAPIO – Kulinarische Entdeckungsreisen Reichenberger Str. 109 D-10999 Berlin Tel. +49 30 255 629 35 E-Mail: info@sapio.de www.sapio.de

SAPIO [lat. Ich schmecke|Ich verstehe|Ich habe Geschmack]

Alle Fotos © SAPIO

Europäisches Spargelmuseum Schrobenhausen In einem Turm der Stadtmauer, dem früheren Gefängnis- und Amtsturm, befindet sich seit 1991 das Europäische Spargelmuseum, in seiner Art immer noch einmalig in Europa. Bereits einige Jahre vorher war hier in Schrobenhausen, im Zentrum des bekanntesten bayerischen Spargelanbaugebiets, die erste deutsche Spezialsammlung zum © Stadt Schrobenhausen Thema Spargel eingerichtet worden. Das Europäische Spargelmuseum zeigt alles rund um das Thema Spargel: Geschichte, Botanik, Anbau, Kunst und Kuriositäten. www.schrobenhausen.de


60  |  Tanz

KURT | arttourist.com 1|2014

© Marc Engenhart (Fotoregie), Steffen Müller (Fotografie)

BUNDESJUGENDBALLETT Das BUNDESJUGENDBALLETT wurde im September 2011 von John Neumeier gegründet. Es ist beheimatet am Ballettzentrum Hamburg und fördert ein Ensemble aus acht internationalen Tanztalenten zwischen 18 und 23 Jahren mit abgeschlossener Berufsausbildung für maximal zwei Jahre. Ziel ist es, das Ballett unter der künstlerischen Leitung von Kevin Haigen an neue, ungewöhnliche Orte zu bringen und vor allem junge Zuschauer zu begeistern. Hierfür erfindet die Compagnie als kleines Ensemble ohne feste Spielstätte den Tanz stetig neu – an Orten, die teilweise fernab von jeder herkömmlichen Ballettgeographie liegen. Die kleine Compagnie wird gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

ten müssen. Genauso wie ihr Repertoire. Sie sind sich nicht zu schade. Das, was sie tanzen wollen, erfinden und erarbeiten sie selbst oder gemeinsam mit anderen jungen Choreografen. Sie öffnen sich anderen Tanzformen, ohne die Tradition zu verraten. Denn: Sie sind eine Ballettcompagnie. Nur die klassische Technik gibt ihnen Spielraum. Darum wollen sie technisch besser werden. Das Wichtigste, was sie als Tänzer besitzen, ist ihr Körper. Sie profitieren von Anleitung und Unterstützung erfahrener Lehrer. Sie arbeiten am Ballettzentrum Hamburg und bereichern die Tanz- und Kulturszene der Stadt und des gesamten Landes. Der Bund fördert sie. Sie stammen aus verschiedenen Nationen und sprechen doch eine Sprache: Bewegung. Und sie wollen bewegen.

BEWEGUNG

BERÜHRUNG

Das BUNDESJUGENDBALLETT will „in Bewegung“ sein. Die Tänzerinnen und Tänzer haben ihre Ausbildung abgeschlossen, jetzt sind sie Profis in einer kleinen, kreativen Gemeinschaft. In der Compagnie sind sie acht Erste Solisten und acht Gruppentänzer. Gleichzeitig. Auf diesem schmalen Grat tanzen sie und schauen trotzdem nach links und rechts. Sie sind Tänzer und auch Choreografen. So bilden sie ihre künstlerische Persönlichkeit aus und bereiten sich vielseitig auf den Beruf vor. Und, weil sie vorausschauend denken, auch auf die Zeit danach. Sie sehen die gemeinsamen Jahre als eine einzigartige Chance. Weil es hier andere Regeln und Pflichten gibt als in einer gestandenen Compagnie. Deshalb fühlen sie sich leichter. Das bedeutet aber auch weniger Annehmlichkeiten. Weil sie sich ihr Publikum erst erarbei-

Das BUNDESJUGENDBALLETT will für die Kunstform Tanz begeistern. Weil seine Mitglieder von Tanz begeistert sind. So können sie zu Vermittlern werden. Sie tragen Kunst in die Gesellschaft, um die Ordnung umzukehren. Sie bewegen sich auf ihr Publikum zu. Sie gehen auch zu denen, die sonst keine Möglichkeit haben, Ballett zu sehen. In Räume, die nicht traditionellerweise dem Tanz zugeordnet sind. Sie sind engagiert. Sie sind kooperativ. Arabesque im Seniorenheim, Grand jeté im Gefängnis, Pirouette auf dem Pausenhof. Tanz als soziales Erlebnis. In Hamburg, in Deutschland, im Ausland. Sie improvisieren, sie interpretieren, sie inspirieren. Irritieren sie? Mit dem, was sie fühlen, geben sie zu denken. Das, was sie denken, machen sie fühlbar. Nah beim Publikum, nah bei den anderen, nah bei sich selbst.

Wenn sie Relevanz sagen, dann meinen sie, dass Kontinuität zwischen Ausbildung und Berufsleben entscheidend ist. Auch im Tanz. Damit kein Potenzial verloren geht. Im BUNDESJUGENDBALLETT bleibt Leistungsvermögen erhalten. Und wird gefördert. Gemeinsames Weiterentwickeln, bis die Tänzer und Tänzerinnen sich in die großen Compagnien der Welt verteilen. Wenn sie Relevanz sagen, dann meinen sie, dass Ballett modern ist. Weil es eine lange Tradition hat. Weil es sich ständig weiterentwickelt. Und weil Choreografen aus den überlieferten Formen Neues schöpfen. Tanz ist gegenwärtig. Das BUNDESJUGENDBALLETT ist aktuell.

MUT

© Bundesjugendballett

Sie suchen die Nähe zur jungen Generation. Damit sie deren Anliegen kreativ widerspiegeln können. Und neue Zuschauer für Ballett gewinnen. Mit Bescheidenheit und ganzer Hingabe!

RELEVANZ Wenn die Mitglieder des BUNDESJUGENDBALLETT Relevanz sagen, dann meinen sie, dass sie Tanz und Ballett in der Gesellschaft stärker verankern und ihrer Kunstform Geltung verleihen wollen. Vor allem bei Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft. Weil sich Bedeutsamkeit immer in Bezug auf etwas definiert. Eine Erwartungshaltung, eine Anfrage, ein Informationsbedürfnis. Damit Tanz die Schnittmenge ihrer Wertesysteme wird.

Ballettsaal und Bühne sind vertraute Orte des Tänzers. Sie geben ihm Sicherheit. Das BUNDESJUGENDBALLETT traut sich, diese Sicherheit zu verlassen. Aus dem Kunstraum in den Alltag. Die acht Tänzerinnen und Tänzer lassen ihre Bühne überall entstehen, in Schulen, in Clubs, auf Festivals und sogar im Gefängnis. Sie haben Zuversicht. Und sind wagemutig. Ihr Publikum wollen sie zu eigener Kreativität ermutigen. Optimistisch sind sie und enthusiastisch. Charakterstark und selbstbewusst wollen sie werden. So kann auch der Mut mitwachsen. 

Text von Daniela Rothensee

www.bundesjugendballett.de www.facebook.com/bundesjugendballett

Termine 2014 (Auswahl) »Gipfeltreffen der jungen Künste« Bundesjugendballett und Bundesjugendorchester gemeinsam auf Tour Musik von Dukas, MacMillan, Haydn und Zimmermann, Choreografien von John Neumeier, Wubkje Kuindersma, Sasha Riva & Marc Jubete, Dirgent: Alexander Shelley Termine: 20.4.2014 um 12 Uhr, Festspielhaus Baden-Baden 21.4.2014 um 20 Uhr, Philharmonie Essen

25.4.2014 um 20 Uhr, Kölner Philharmonie 2.5.2014 um 19:30 Uhr, Hamburgische Staatsoper 4.5.2014 um 20 Uhr, Berliner Philharmonie

»doppel::punkt« Die Clubreihe von Bundesjugendballett und The Young ClassX in Hamburgs angesagtem Uebel & Gefährlich am 2.7.2014 um 21 Uhr (Einlass ab 20 Uhr)

»KammerTanz« Gastspiel beim Podium – Junges Europäisches Musikfestival Esslingen vom 5. bis zum 11.5.2014 www.podiumfestival.de

»Stadttheater Hildesheim« Gastspiel beim Theater für Niedersachsen am 28.6.2014 um 20 Uhr

»Sommerliche Musiktage Hitzacker« Zu Gast beim ältesten KammermusikFestival Deutschlands am 30.7.2014 um 20 Uhr im Verdo Musiksaal Musik von Strawinsky, Vasks und Beethoven, Choreografien von John Neumeier und Sasha Riva Es spielen das Quatuor Diotima und der Pianist Henning Lucius www.musiktage-hitzacker.de

»Teatro La Fenice« Gastspiel in Italiens berühmtem Opernhaus am 25. und 26.7.2014 »Young Euro Classic« Gastspiel beim Internationalen Musikfestival in Berlin am 11.8.2014 um 20 Uhr, Admiralspalast (Großer Saal) www.young-euro-classic.de

Pirouette in der Klinik Psychiatrie Münsterlingen (CH) 30.10.2014, 19:30 Uhr Ballettabend mit dem Bundesjugendballett aus Hamburg


KURT | arttourist.com 1|2014

Tanz  |  61

tebook“ © Iris Janke

Meg Stuart / Damaged Goods „Sketches/No

ImPulsTanz Vienna International Dance Festival

Das Wiener Kultfestival ImPulsTanz, längst zum Fixstern im Universum des zeitgenössischen Tanzes avanciert, zeigt alljährlich die neuesten Werke internationaler und heimischer Compagnien. Für die 31. Ausgabe 2014 hebt Intendant Karl Regensburger zwei Highlights hervor: Eine Weltpremiere von Lloyd Newson und dem legendären DV8 Physical Theatre aus England sowie eine Uraufführung der Grupo Biblioteca Do Corpo rund um Ismael Ivo. Darüber hinaus wird der europäische Tanzpreis für Newcomer „Prix Jardin d’Europe“ bei ImPulsTanz in Wien verliehen. Wer sich selbst aufs Parkett wagt, für den heißt es: Alles Contemporary! In mehr als 200 Workshops für AnfängerInnen und Profis. 17.7. – 17.8. 2014 | www.ImPulsTanz.com Foto © John Hogg

Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps 2014 Vom 24.4.–17.5.2014 tanzt die Welt in 35 Schweizer Städten. Die 14. Ausgabe des Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps bringt vom 24. April bis 17. Mai 2014 zeitgenössischen Tanz aus allen Teilen der Welt in die Schweiz. Zwölf Compagnien touren durch 35 Städte und geben auf 39 Bühnen insgesamt 86 Vorstellungen. Erwartet werden rund 30’000 tanzbegeisterte Zuschauerinnen und Zuschauer. Das Festival wird am 24. April 2014 im Opernhaus Zürich mit drei Uraufführungen eröffnet: Das Ballett Zürich tanzt Choreografien von Christian Spuck, Wayne McGregor und Marco Goecke und

präsentiert im Rahmen von Steps neue Facetten der zeitgenössischen Choreografie. «Exchange» lautet das Leitmotiv. Dazu die künstlerische Leiterin der grössten zeitgenössischen Tanzbiennale der Schweiz, Isabella Spirig: «Das zeitgenössische Tanzschaffen ist heute weltweit geprägt von Austausch und Interaktion. Tänzer und Choreografinnen sind von Natur aus Nomaden und inspiriert von anderen Kulturen, Kunstformen und Tanzstilen. In der Ausgabe 2014 spüren wir diesen Einflüssen nach und bringen Künstler aus verschieFoto © John Hogg

denen Kulturkreisen, Kultur- und Tanzszenen für Produktionen im Rahmen des Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps zusammen.» Zu entdecken gibt es Werke von Weltbürgern des Tanzes wie Sidi Larbi Cherkaoui, Akram Khan oder Mourad Merzouki. Gespannt sein darf man auf die Choreografien des indischen Newcomers Mandeep Raikhy, der israelischen TechnoKönigin und ehemaligen Batsheva-Tänzerin Sharon Eyal und auf den europäischen Ballettklassiker «Swan Lake», interpretiert durch die Südafrikanerin Dada Masilo. Mit zwölf ausgesuchten Compagnien bietet das Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps während dreier Wochen einen Einblick in das hochkarätige aktuelle, weltumspannende Tanzschaffen. Das Migros-Kulturprozent konzipiert das Tanzfestival Steps und realisiert es in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen lokalen Kulturveranstaltern und Theaterhäusern. Alle Termine, Theater und Compagnien finden Sie unter www.steps.ch

Tanzfestival Bielefeld Das Tanzfestival Bielefeld kombiniert qualifizierten Tanz- und Choreographie-Unterricht internationaler Dozentinnen und Dozenten mit Aufführungen moderner Tanzensembles aus aller Welt. Es spricht Menschen mit unterschiedlicher kultureller und tanzfachlicher Vorbildung vom Anfänger bis zum Profi an. Das FesFoto © Jojerg Bruleckner tival ist in jedem Jahr ein großes Ereignis für die gesamte Region und darüber hinaus ein Anziehungspunkt für Tanzbegeisterte aus aller Welt 6. – 19.4.2014 | www.tanzfestival-bielefeld.de

Tanzwerkstatt Europa München In den verschiedenen Workshops und Labors international bedeutender Vertreter des zeitgenössischen Tanzes können sich auch in diesem Sommer wieder Profis und Amateure wertvolle Einblicke in die künstlerischen Arbeitsweisen und Tanztechniken wichtiger Choreografen, Tänzer und Performer verschaffen. Die TANZWERKSTATT EUROPA 2014 findet vom 30. Juli bis 9. August in München statt. 30.7. – 9.8.2014 | www.jointadventures.net Foto © Ivo Hofste

Steps Pass – einmaliges Angebot für Tanzbegeisterte Mit dem «Steps Pass» erhalten Tanzbegeisterte vergünstigte Karten. Der Kauf lohnt sich bereits ab dem Besuch von zwei Vorstellungen. Lösen Sie für CHF 10 einen «Steps Pass» und profitieren Sie bei jedem Vorstellungsbesuch vom Vorzugspreis: Mit dem «Steps Pass» erhalten Sie einen Rabatt von CHF 6 auf eine Karte pro Aufführung im Rahmen von Steps, gültig für Plätze der 1. oder 2. Kategorie. Der «Steps Pass» sowie die Vergünstigungen sind im Rahmen des Kartenverkaufs bei Starticket erhältlich. Er ist nur auf den auf Starticket angebotenen Karten einlösbar. Bitte prüfen Sie vorab, ob die gewünschten Plätze auf Starticket erhältlich sind. Der Rabatt ist nicht mit anderen Vergünstigungen kumulierbar. Die Auflage der Pässe ist begrenzt.

Kartenkauf bei Starticket Starticket: Online-Vorverkauf www.starticket.ch Starticket Callcenter: 0900 325 325, CHF 1.19/ Min. ab Festnetz, Mo bis Sa 8-22 Uhr

Tanz im August Internationales Tanzfest Berlin Neben dem „Montpellier Danse“ und „Impulstanz Wien“ gilt „Tanz im August“ in Berlin als wichtigstes Tanzfestival in Europa. Seit 1989 zeigt es ein breites Spektrum zeitgenössischen Tanzes, darunter sowohl internationale Tanz-Stars als auch experimentelle Choreographien, neue Ästhetiken und Formate 15. – 30.8.2014 | www.tanzimaugust.de

Kartenkauf bei den Theatern Angaben zu weiteren Preiskategorien, lokalen Ermässigungen und den Öffnungszeiten der Vorverkaufsstellen und Abendkassen der Theater finden Sie auf der Webseite des jeweiligen Theaters. Telefonische Auskünfte zum Festival Festivaladministration: +41 44 277 20 61, Mo bis Fr 9-18 Uhr Allgemeine Auskünfte zum Festival, kein Kartenverkauf, keine Reservationen © Tanz im August 2013, Faustin Linyekula –

Drums and Digging


62  |  Design

Vielleicht ist Glas deshalb so beliebt bei Designern, weil der Werkstoff eine einzige Herausforderung ist – technisch und gestalterisch. Zwar entwerfen immer mehr Designer auch Möbel aus Glas, doch Experimentierfeld par excellence ist das Objekt-, Leuchten- und TablewareDesign. Wir sind unterwegs gewesen im traditionellen Glasland Tschechien und dabei auf ungewöhnliche Menschen, Experimente und Artefakte gestoßen. Der Blick nach Osten lohnt sich. In der tschechischen Hauptstadt Prag tummeln sich etablierte Designer und Newcomer, die sich auf das Entwerfen von industriellen Produkten, limitierten Editionen und Kunstwerken aus Glas konzentrieren. Das nicht weit entfernte Böhmen ist sehr waldreich und deshalb seit jeher Land der Glasbläser und -macher. In der hügeligen Landschaft liegen Glasbläsereien wie Brokis, Bomma und Kavalierglass. Wie viele tschechische Hersteller haben sie

KURT | arttourist.com 1|2014

Aufbruch

Glas Ost neben eher konservativen Entwürfen auch überraschende zeitgenössische Produkte im Programm. Stammten die bisher vor allem von tschechischen Designern, öffnet man sich jetzt dem Westen.

Prag als Ausgangspunkt Einen guten Überblick über die tschechische Kreativszene kann man sich in der Designgalerie Kˇrehký verschaffen. Sie liegt in einem Stadtteil der tschechischen Metropole Prag, der nur

so brummt vor Kunst- und Designaktivitäten. Und Kˇrehký ist ihr Epizentrum. Die beiden Galeristen Jana Zielinski und Jiˇrí Macek, die auch das tschechische Designfestival Designblok und die Prager Fashion Week organisieren, zeigen in ihren wunderbaren, loftartigen Räumen limitierte Designeditionen, experimentelle Objekte und Prototypen tschechischer und ausländischer Designer wie Marcel Wanders und Hella Jongerius. Dabei hat es ihnen das fragile Material Glas besonders angetan, das im Juni

auch Mittelpunkt der Ausstellung Sedmikrása war: limitierte Editionen von Vratislav Šotola – dem alten Meister der tschechischen Glaskunst –, Michaela Tomišková , Jiˇrí Pelcl und Boˇrek Šípek. Tomišková ist Mitglied des Designkollektivs Made by Forest, das durch seine überraschenden, zuweilen poetischen Glaskreationen auffällt. In ihrer Arbeit Forest Story spielt die Designerin mit den Formen und Texturen von Baumstämmen und Tannenzapfen, die sie direkt in Glas übersetzt. Mal wird das flüssige Material in den ausgehöhlten Baumstamm geblasen, mal ein Jahresring oder Tannenzapfen wie ein Stempel verwendet. So entstehen wunderschöne Objekte: Schalen, Becher und Vasen. Jedes von ihnen ein unvorhersehbares Einzelstück, an dem der Prozess der Glasherstellung ablesbar ist. Von Tomišková stammt auch eine ganze Stadt aus Glas – natürlich im Miniaturformat. Handgefertigt vom tschechischen Hersteller Moser, besteht das Objekt Sklenˇené mˇesteˇcko aus


KURT | arttourist.com 1|2014

Design  |  63

17 Einzelteilen, die aufeinandergetürmt eine kleine Stadt aus kunterbunten Kristallglasteilen ergeben. Auch ein anderer Protagonist der Ausstellung – Jiˇrí Pelcl – ist ungeheuer kreativ. Der ehemalige Direktor der Prager Academy of Arts, Architecture and Design tüftelt in seinem Dachatelier mit rosa Linoleum-Fußboden nicht nur an einem neuen Museum, das gerade in Ostrava entsteht. Auch er liebt den zerbrechlichen Werkstoff. Schaut man sich bei ihm um, stellt man erstaunt fest, was sich daraus so alles fertigen lässt: beispielsweise wunderbare Vasen und Objekte, die aussehen wie zu Glas erstarrte Kakteen (Cactus für Skitsch). Was kunstvoll aussieht, sind in Wahrheit einfache, zu einem Objekt zusammengesetzte Glasröhren, wie man sie aus der Produktion von medizinischem Glas kennt.

In tschechischen Wäldern Bei Kavalierglass mitten im böhmischen Nirgendwo kann man die Glasröhren aus Pelcls Atelier in der Produktion sehen. Doch Industrieglas ist nur ein Teil des Geschäftsmodells eines der größten tschechischen Glashersteller. Neben der Fertigung von Produkten für Unternehmen wie IKEA laufen in den riesigen Hallen vor allem eigene Produkte vom Band: fragile Kannen, Gläser und Schalen für den täglichen Gebrauch, entworfen von einheimischen Designern. Hier wurde übrigens auch das doppelwandige Glas erfunden, womit der dänische Hersteller Bodum später große Erfolge feiern konnte. Doppelwandig sind auch die beiden Kollektionen Dual und Lin, die Martin Žampach für Simax, einer Marke von Kavalierglass, entworfen hat. Für Žampach wie auch für viele andere jüngere tschechische Designer ist es selbstverständlich, in Glas zu arbeiten – die Tradition ist stark und lebendig. Doch während bei Kavalierglass die Designer im Hintergrund bleiben, ist bei Brokis das Gegenteil der Fall. Der kleine Hersteller fertigt gestalterisch anspruchsvolle Leuchten. Das Produktionsgebäude ist nicht groß und liegt versteckt auf einem waldigen Gelände. Davor türmen sich meterhohe Berge von kunterbunten Scherben und zerbrochenen Leuchtenschirmen auf – und man bekommt eine Ahnung davon, wie schwierig der Werkstoff zu bearbeiten ist. In der Produktionshalle ist es brütend heiß, und fasziniert schaut man zu, wie aus einem unförmigen Klumpen Glasmasse ein durchscheinender Glasballon entsteht. Quer über dem Hof mit dem Teich, aus dem ein Arbeiter Karpfen fürs Mittagessen fischt, sind im Showroom die fertigen Entwürfe ausgestellt. Leuchten, die aussehen wie Luftballons (Memory von Boris Klimek), ein Pflanzgefäß, das auch Licht machen kann (Planta von Barbara Manolo) oder aber die wunderbare Kollektion Balloons von Lucie Koldova und Yan Effet, die Glas mit Metall vereint. Und ein Entwurf von dem Studio Olgoj Chorchoj leuchtet hier: Teo nennt er sich.

Ein Architekt und ein Designer Die beiden Gründer von Olgoj Chorchoj – Jan Nˇemeˇcek und Michal Fronˇek – sind das, was Kˇrehký für die Galerienszene ist: das Epizentrum der tschechischen Designerwelt. Als Professoren an der Academy of Arts, Architecture and Design bilden sie nicht nur den vielversprechenden Nachwuchs aus. Der Architekt

Nˇemeˇcek und der Designer Fronˇek betreiben seit der politischen Wende vor über zwanzig Jahren erfolgreich ein eigenes Studio in Prag. In einem Bauhaus-Gebäude entwerfen die umtriebigen Gestalter nicht nur Architektur und Interior (so auch die Galerie Kˇrehký in Prag). Produkte wie Möbel, Leuchten, Schmuck und Tableware vervollständigen ihr Portfolio. Nˇemeˇcek und Fronˇek sind außerdem bei wichtigen tschechischen Designunternehmen wie Thon und Bomma beratend als Art Directoren tätig. Während Thon Möbel aus Bugholz fertigt, ist auch Bomma im Glas-Business unterwegs. Überaus ambitioniert wird seit einigen Jahren eine Designlinie aus Kristallglas kontinuierlich weiterentwickelt. Stone beispielsweise ist eine Kollektion von Gläsern von Jiˇrí Pelcl, deren Füße aussehen wie behauene Steinblöcke, während Dots von Olgoj Chorchoj subtil mit einem Muster aus Punkten spielt und die Serie František Vízner vom gleichnamigen Designer den Kontrast zwischen Geschliffen und Ungeschliffen zum Gestaltungsthema macht.

Going West Doch so talentiert tschechische Designer auch sein mögen: Bomma treibt es gen Westen. Deshalb war der Hersteller dieses Jahr erstmals als Aussteller auf der Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt mit einem Messestand präsent und sucht noch nach Vertriebsmöglichkeiten in Deutschland. Auch gestalterisch orientiert sich Bomma in dieselbe Richtung: Gerade wurde der in Paris ansässige Designer Arik Levy für einen Entwurf angefragt. Im internationalen Mark bereits fest etabliert hingegen ist Lasvit. In Mailand präsentierten die Tschechen auf der diesjährigen Lichtmesse Euroluce ihre kunstvollen Leuchtenkreationen – entworfen von Designern wie Rony Plesl, Maurizio Galante, Arik Levy, Nendo und Jitka Kamencova Skuhrava. Die Hängeleuchte RGB Jar von Arik Levy ist ein gutes Beispiel für das technische Knowhow und den Gestaltungsansatz des Herstellers, der es ungewöhnlich mag. Die fein gearbeiteten, flaschenähnlichen Glaskörper entfalten ihre Wirkung erst in der Gruppe. Was man auf den ersten Blick nicht sieht: Die Leuchten

in den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau (RGB) ergänzen einen ebenfalls flaschenförmigen Körper aus weißem, transluzenten Glas. Er ist die eigentliche Lichtquelle, die das ganze skulpturale Gebilde zum Leuchten bringt und gestalterisch zusammenhält. Apropos Zusammenhalt: Nicht weit entfernt vom Prager Lasvit-Showroom liegt die Galerie Kˇrehký, womit sich der Kreis hier schließt. Vielleicht ist der Kreis überhaupt das ideale Symbol für das Funktionieren der tschechischen (Glas-) Designszene. Die Protagonisten schwärmen hinaus an den Rand, probieren sich aus und treffen sich dann in der Mitte. Wie ein Schmelztiegel, aus dem heraus immer wieder etwas Neues entsteht. Claudia Simone Hoff Claudia Simone Hoff ist Kunsthistorikerin und schreibt über Design, Architektur und Lifestyle für Medien wie Atrium, Wohnrevue, Form, Designlines, pure und ihren Blog http://artandbranding.blogspot.de. Wenn sie nicht gerade auf Reisen ist, lebt sie in Berlin.


64  |  Design

Winterschlaf im Designhotel Mittendrin im Design-Themenpark von Stockholm liegt das Nobis Hotel am Norrmalmstorg. Dem schwedischen Designertrio Claesson Koivisto Rune gelingt hier die Verknüpfung einer historischen Architektur mit einem zeitgenössischen, unprätentiösen Interior.

Der grandiose Backsteinbau aus dem 19. Jahrhundert fügt sich nahtlos ein in die dezente Platzbebauung am Norrmalmstorg. Auch der schmale, unscheinbare Eingang hat so gar nichts zu tun mit der verschwenderischen Pracht anderer Luxushotels. Dieses gestalterische Understatement ist typisch für die Arbeiten der Designer Mårten Claesson, Eero Koivisto und Ola Rune. Bei diesem Projekt zeigt sie sich vor allem an der auffallend reduzierten Farbpalette, die sich nicht nur durch die öffentlichen Räume wie Restaurant, Bistro, Bar und Sauna zieht. Auch in den insgesamt 201 Gästezimmern und Suiten dominieren Nuancen von Braun, Grau, Beige und Weiß. „Wir haben uns von Stockholm inspirieren lassen. Jedoch nicht vom Sommer, wenn das Licht hell und magisch ist. Stattdessen vom Winter, wenn das Licht weicher und weniger kontrastreich ist“, beschreibt Ola Rune die Inspiration für das Farbkonzept.

KURT | arttourist.com 1|2014


KURT | arttourist.com 1|2014

Design  |  65

Öffentlich: Lounge & Lobby Ruhig und entspannt geht es deshalb auch in der Lobby zu. Hinter den weichen niedrigen Ledersofas mit flachen Couchtischen gehen große Fenster hinaus zum Norrmalmstorg mit seinen quirligen Cafés, Restaurants und Designerläden. Beleuchtet wird der Lobbybereich von kugeligen weißen Leuchten, die zu einer charmanten Lichtskulptur arrangiert sind. Im hinteren Teil des langgestreckten Raums ist der von Claesson Koivisto Rune entworfene Empfangstresen aus Cortenstahl platziert, hinter dem auffallend attraktive, in schwarze Uniformen gewandete Mitarbeiter die Gäste begrüßen. Von hier schweift der Blick nicht nur zum In-Restaurant Cain mit deftiger italienischer Küche unter Chefkoch Stefano Catenacci, der auch den schwedischen König bekocht. Die Gold Bar hinter sich lassend, betritt man den wohl schönsten Raum des Hotels und wohl auch deshalb bevorzugter Treffpunkt der Stockholmer (Design)Society: die Lounge. Ihre kulissenhafte, an eine Burg erinnernde Architektur wird durch zwei Oberlichter und einer kaleidoskopartig bemalten Decke zu einem Atrium verbunden, das über eine imposante Raumhöhe verfügt. Sofas, Sessel und Poufs in verschiedenen Stilen, Farben und Materialien bilden zusammen mit Tischen, Regalen, Leuchten, Accessoires und Grünpflanzen voneinander abgetrennte Raumzonen und sorgen somit für Privatheit – ohne das große gestalterische Ganze aus dem Auge zu verlieren.

Privat: Gästezimmer und Bäder Auf den Innenhof gerichtet sind auch einige der Zimmer und Suiten des Hotels, deren Fläche von 15 bis 134 Quadratmeter variiert. Dass Bescheidenheit und Luxus kein Widerspruch sein müssen, beweist selbst die unterste Zimmerkategorie. Auch sie verfügt über ein bequemes Doppelbett mit kuscheliger grauer Wolldecke, einen Nachttisch, der gleichzeitig Leuchtobjekt ist, hölzerne Garderobenhaken von Tveit & Tornöe für Muuto, Leseleuchten von Ilse Crawford für Wästberg und einen kleinen Schreibtisch, der mit der aktuellen Ausgabe der Designbibel Wallpaper* bestückt ist. Auch wenn die Zimmer mit Möbeln, Leuchten und Accessoires internationaler Designer eingerichtet sind, wirkt das Ambiente durch die

Auswahl von Farben, Formen und Materialien typisch skandinavisch – ähnlich wie bei einem anderen Projekt der Nobis Group, dem Hotel Furillen auf Gotland. Die Badezimmer sind erstaunlich geräumig, Wände und Fußböden mit Fliesen aus CarraraMarmor verkleidet, die sich mit ihrem GrauWeiß-Klang in das allgemeine Farbkonzept einordnen. Zentrum des Badezimmers ist ein Waschtisch aus der Kollektion Water Jewels, die Matteo Thun für den türkischen Badhersteller VitrA entworfen hat. Das Besondere daran: Das in den Waschtisch eingelassene Becken kann mit ganz unterschiedlichen, durchbrochenen Schalen in verschiedenen Farben abgedeckt werden. Für das Nobis Hotel haben sich Claesson Koivisto Rune für die weiße Version entschieden. Das beinahe orientalisch anmutende Becken kontrastiert schön mit dem von Antonio Citterio für Axor/Hansgrohe entworfenen Einhebel-Waschtischmischer Citterio M. Das dekorative Ensemble wird ergänzt von einem bündig eingelassenen Spiegel und dem Treteimer Tip von Konstantin Grcic (Authentics). Ein weiteres Highlight des Badezimmers ist die große Dusche, die der Gast über eine Glastür betritt. Hier locken nicht nur Kosmetikprodukte von Rituals. Die Handbrause Raindance S 150 Air 3jet von Hansgrohe, die praktischerweise gleichzeitig als Regendusche dient, lädt ein zum unbeschwerten Badevergnügen. Unaufdringlicher Luxus, der alles andere als aufgesetzt wirkt – auf diese Formel lässt sich das Interiorkonzept von Claesson Koivisto Rune bringen. Das schwedische Designtrio setzt auf klare Formen, reduzierte Farben und wenige ausgesuchte Materialien. So tritt selbst die überaus verspielte Architektur des 19. Jahrhunderts angenehm in den Hintergrund. Wäre der skandinavische Winter immer so schön wie im Nobis Hotel – kaum jemand würde wohl noch träumen von Sonne, Strand und Mittelmeer. www.nobishotel.se Claudia Simone Hoff Claudia Simone Hoff ist Kunsthistorikerin und schreibt über Design, Architektur und Lifestyle für Medien wie Atrium, Wohnrevue, Form, Designlines, pure und ihren Blog http://artandbranding.blogspot.de. Wenn sie nicht gerade auf Reisen ist, lebt sie in Berlin.


66  |  Design

KURT | arttourist.com 1|2014

Storkfox Matthias und Timo sind zusammen Stork & Fox. Ihre Passion für Gestaltung, Marken, Drucktechnik und schöne Produkte führte Sie automatisch zur Gründung dieses Labels, wo sie täglich all diese Vorlieben in die Entwicklung ihrer T-Shirts und Siebdrucke einbringen. Sie sitzen in Mannheim, einer Stadt voller Kreativität, die sie immer wieder aufs Neue inspiriert, denn hier trifft das Raue, Unfertige auf Schönheit und Freigeist www. storkfox.com

LAUREN (L) HÄNSKA Rucksack Der HÄNSKA Rucksack ist leicht, minimalistisch und dennoch praktisch in der sicheren und trockenen Aufbewahrung eurer Habseligkeiten.
 Er ist ein guter Begleiter für sowohl urbane als auch outdoor- orientierte Lifestyles. Der Entwurf von Nora Hänska ist von der einfachen und zugleich effektiven Geometrie eines

Wiener Moderne//stuben21

Briefumschlages inspiriert. Das verwendete Material, das sonst für robuste Boots-Persenninge geschneidert wird, lässt Assoziationen an Meer und Brandung aufkommen. 
Durch die Nutkoelnmade Hocker Knick

zung wird das Gewebe zunehmend geschmeidiger und passt sich dem Körper an. 
 Der HÄNSKA Rucksack lässt sich in zwei verschienen Varianten schließen und erzielt dadurch

Der Hocker Knick gefällt durch seine

verschiedenes Volumen und Aussehen. Den HÄNSKA Rucksack gibt es in verschiede-

Leichtigkeit. Die Sitzfläche besteht aus 3mm Stahl,

nen Farben und drei verschiedenen Größen - Die Größe L ist ausreichend groß für

welches durch einen Hochleistungslaser seine Form

einen 13“ bis 15“ Laptop und 
 einen dicken Strandpullover. | www.haenska.com

erhält. Die Beine werden aus bester Buche gefertigt und mit Flügelmuttern verschraubt. Knick wird in schwarz, weiß und gelb angeboten. Die Produktion erfolgt mit Unter-

stützung der Lebenshilfe Werkstätten. | www.koelnmade.de pliet Twain Bench bicolor Bank Die Bank ist Teil einer Möbelserie aus Tisch, Bank, Hocker und Beistelltisch. Sie ist für unterschiedliche Einsatzbereiche konzipiert. Dabei ist sowohl die Nutzung in Kombination mit Tisch und Hocker im Besprechungsraum und in der Küche vorgesehen, als auch die einzelne Verwendung als Bank oder Sideboard. Eine Besonderheit, die die gesamte Möbelserie

Die Wiener Moderne gilt weltweit zu Recht als Synonym für Aufbruch, Veränderung, Erneuerung. Das Fin de Siècle war der Ausgangspunkt für eine Modernisierung der Gesellschaft, der Kunst, des Designs, der Naturwissenschaften und der Mode. Wien als Schmelztiegel der Kulturen bot den idealen Nährboden für eine aus sich heraus umbrechende Gesellschaft. Sigmund Freud, Gustav Klimt, Egon Schiele, Arthur Schnitzler, Arnold Schönberg oder Adolf Loos – sie alle prägten diese neue Gesellschaft. Peter Daniel und Nicole Horn, die beiden Wiener Designer hinter dem Label „stuben21“, stehen in dieser Tradition der Wiener Moderne. Klare Formen, ornamentlos, nicht dekorativ, minimalistisch und dennoch behaglich, zweckmäßig und weltoffen. Ganz im Sinne Adolf Loos‘ gilt für „stuben21“: Traditionspflege – ausgenommen das Neue ist das Bessere. www.stuben21.com

Barcelona Design Week

auszeichnet, ist die vielfältig nutzbare Ablage-

Die BCN Design Week, eine Veranstaltung des BCD Barcelona Design Centers, ist ein Internationales Branchentreffen für Design, Innovation und Wirtschaft, ein Stelldichein von Kreativen BCD Barcelona Centre de Disseny aus der ganzen Welt und die Öffentlichkeit, die sich dort über die neusten Trends informieren kann. Vom 2. Bis 14. Juli ist das Motto »Think out of the box«. Das diesjährige Gastland ist Israel, dessen kreatives und innovatives Potential im Fokus steht. Die BCN Design Week bietet Vorträge, Workshops, Messe sowie ein attraktives Rahmenprogramm. 2.-14.6.2014 | www.barcelonadesignweek.com

fläche unter der Sitzfläche. Die Bank besteht aus jeweils einer Deckplatte, einer Klemmplatte und vier Beinen. Die Einzelteile werden zusammengesteckt und durch Verbindungselemente miteinander verspannt. | www.pliet.com

BZ-Produkte „Entscheidungsliste für Optimisten“ (3 Blöcke) Positivlisten: Entscheidungsliste für Optimisten - 3 Blöcke im Format DIN A6. Das Motiv ist durchgehend gedruckt Die Blöcke sind einzeln in wiederverschließbare PE-Folien eingesteckt. So kann man sie perfekt als Geschenk überge-

European Hotel Design Award für den Speicher7

ben. | www.selekkt.com Pegazini Family- Wäschklammern Sensation. Die wagemutigsten Wäscheklammern, die sie je gesehen haben! Sie trotzen der SchwerLid sit

kraft und trocknen die Wäsche. | www.dfp-design.de

Silikon. Sid hält den Topfdeckel hoch, wenn Sie Dampf ablassen wollen! www.dfp-design.de das kleine b_Regal b Schwebende Bücher – diesen Eindruck gewinnt man beim Regal b. Ob Kunstband oder Taschenbuch – einzig der massive Holzrahmen scheint den Büchern Halt zu geben. Ohne Bücher lüftet sich das Geheimnis, eingelassene Edelstahlwinkel halten die Konstruktion an der Wand. Aus heimischer Eiche und Edelstahl in Hamburg gefertigt. Als Einzelstück oder Regalwand, im Rastermaß oder nach eigenen Vorstellungen montiert, entstehen mit b kleine oder große, symmetrische oder eigensinnige Regalwände. Jede für sich ein Unikat. | www.daskleineb.de

Bettenbartmann UniDorm 140 Wer es sich auf UniDorm bequem macht, schläft schlicht ein und träumt bunt. UniDorm wiegt dich auf einem schwarzen Stahlgestell mit einem klassischen Eichenrahmen in den Schlaf. Weil die Füße am Stahlgestell und nicht am Holzrahmen befestigt sind, wirkt UniDorm schwebend und leicht. Trotzdem bietet der hohe Eichenrahmen genug Stabilität. UniDorm lässt sich einfach wieder abbauen und in seine Einzelteile zerlegen. | www.bettenbartmann.de

Im Sommer des letzten Jahres eröffnete in Mannheim, direkt am Ufer des Rheins, in einem ehemaligen Getreidesilo, ein neues Designhotel, ein Juwel in der europäischen Hotellandschaft . Belohnt wurden Sie jetzt mit dem European Hotel Design Award. In der Begründung heißt es, dass der Speicher 7 eine ausgezeichnete, zum Nachdenken anregende Umwandlung eines alten Lagerhauses, einer Industriebrache zu einem Hotel sei, dessen Seele und Individualität des ursprünglichen Gebäudes bewahrt wurde. Die Erhaltung der Struktur, der architektonischen Details und die Integration in die Nachbarschaft einerseits und andererseits die Wiederbelebung eines ehemals vernachlässigten Stadtbezirks seien beachtenswert. Das Hotel bietet 20 Zimmer in verschiedenen Stilen und Formen, die aus dem ursprünglichen Zustand gehalten wurden, wie z. B. ein 12m hohes Badezimmer und 6m hohe Gästezimmer mit einem Fenster der gleichen Höhe. Wohltuend anders. www.speicher7.com

Alvar Aalto Der Architekt und Designer Alvar Aalto (1898-1976) war einer der wichtigsten Vertreter organischer Gestaltung im 20. Jahrhundert. Seine Architektur fasziniert bis heute durch natürliche Materialien und skulpturale, geschwungene Formen. Für das Sanatorium in Paimio entwarf Aalto 1932 den ersten Freischwinger aus Holz, seine Savoy Vase (1936) gilt heute als das Symbol finnischen Designs schlechthin. Die Ausstellung gibt einen umfassenden Einblick in das Werk Aaltos, präsentiert seine wichtigsten Bauten, Möbel und Leuchten und geht den Inspirationen nach, die sein Werk prägten. Schlüsselthemen sind Aaltos Dialog mit wichtigen Künstlern wie Hans Arp, Alexander Calder oder Laszlo Moholy-Nagy, seine intensiven internationalen Verbindungen, seine Auseinandersetzung mit Fragen des rationalen Bauens, aber auch seine Suche nach einer Gestaltung, die stets den Menschen in den Mittelpunkt stellt. 27.9.14–1.3.15 | Vitra Design Museum | www.design-museum.de


v

Lounge Chair Produced by Vitra since 1956, Design: Charles & Ray Eames Vitra Fachhandelspartner in Ihrer N채he finden Sie unter www.vitra.com. Vitra-ad_Lounge-Chair_286x436_DE-de_FRIDA.indd 1

www.vitra.com/loungechair 12.02.13 11:13


68  |  Jugend

KURT | arttourist.com 1|2014

Bundesjugendorchester Einhundert ausgewählte junge Musiker aus ganz Deutschland erhalten im Bundesjugendorchester, dem Nationalen Jugendorchester der Bundesrepublik Deutschland, eine außergewöhnliche Förderung. Als Einrichtung der gemeinnützigen Projektgesellschaft des Deutschen Musikrates kommt »Deutschlands jüngstes Spitzenorchester« dreimal im Jahr für insgesamt knapp zwei Monate zusammen, um mit namhaften Dirigenten © Bundesjugendorchester und erfahrenen Dozenten intensiv zu arbeiten. www.bundesjugendorchester.de

Junge Walldorf-Philharmonie Die Junge Waldorf-Philharmonie (JWPS) ist ein Jugendorchesterprojekt von Schülern für Schüler, das 2004 von einem Waldorfschüler mit der Vision gegründet wurde junge, begabte Musiker zu verbinden, ihnen eine Plattform zu bieten, auf der sie unter Anleitung von Profis große

sinfonische Werke auf hohem Niveau einstudieren und der Öffentlichkeit präsentieren können. Die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland und darüber hinaus und treffen sich einmal jährlich zu einer gemeinsamen Probenphase mit anschließenden Konzerten. Die Organi-

sation des Projekts liegt dabei ausschließlich in der Hand von Schülern und Studenten. Das Abschlusskonzert der Jungen Waldorf-Philharmonie wird am 2. November 2014 um 17 Uhr im Hegelsaal der Liederhalle Stuttgart stattfinden.

Bundesjazzorchester

© MR = Monika Rittershaus

Das Bundesjazzorchester ist das offizielle Jugendjazzorchester der Bundesrepublik Deutschland. Es fördert den besonders qualifizierten und talentierten Jazznachwuchs in Deutschland. Junge Instrumentalisten und Sänger/innen können im BuJazzO zwei Jahre lang ihr Können weiter entwickeln. Zweimal im Jahr erarbeitet das Ensemble ein neues Programm, das bei Tourneen im In- und Ausland präsentiert wird. www.bundesjazzorchester.de

ASSITEJ

Wir sprachen mit Jascha Geber aus Wien, dem Leiter des ORGA Teams 2014 Vor 10 Jahren wurde die Junge Walldorf Philharmonie gegründet. Wie kam es dazu und wie hat sich das Orchester in den letzten Jahren entwickelt? Wo steht Ihr heute? Vor etwas mehr als 11 Jahren hatte Sebastian Brüning, damals 11. Klässler der Freien Waldorfschule a. d. Fildern, die Idee, talentierte junge Musiker zusammen zu bringen, und ihnen die Möglichkeit zu geben auf hohem Niveau zusammen zu musizieren. Die immer größere Anzahl der Jugend Musiziert Preisträger aus Waldorfschulen sollten eine Chance haben auch außerhalb des Schulorchesters mit Gleichgesinnten zusammen zu arbeiten. In den letzten 10 Jahren haben wir mit 10 verschieden Programmen, 12 Solisten und 22 Konzerten mit über 12.000 Zuschauern um einiges mehr Erfahrung als zu Beginn der JWPS. Das Organisationsteam, das sich von Jahr zu Jahr verändert, muss einerseits jedes Jahr die gleichen Hürden überwinden, kann aber andererseits auf die Erfahrung der letzten Jahre zurückgreifen. Kurz, 10 Jahre später sind es die gleichen Schwierigkeiten wie Anfangs, aber das Netzwerk ist so gewachsen, dass vieles möglich ist. Wie organsiert Ihr Euch, wie bereitet Ihr Euch auf die Konzerte vor, bei denen die Orchestermitglieder aus dem verschiedensten Schulen aus dem ganzen Bundesgebiet und dem deutschsprachigen Ausland kommen? Wie wichtig sind hierbei die neuen Medien für Euch? Die Organisation liegt wie gesagt nur in der Hand von Schülern und Studenten. Das Projekt funktioniert nur, weil jeder des Teams ganz hinter dem Projekt steht und seine Energie und Zeit opfert und ehrenamtlich eine Probenphase und mindestens 2 Konzerte auf die Beine stellt. Nachdem sich ein Team und der Dirigent (Patrick Strub) auf

eine Probenzeit geeinigt haben, geht es an die verschiedenen Arbeitsbereiche. Die Schule in der geprobt und geschlafen wird muss an Bord gezogen werden, die Liederhalle in Stuttgart muss reserviert werden, Sponsoren gesucht werden, Werke und Solist ausgewählt, Texte für die Website und Anmeldebroschüre geschrieben werden und vieles mehr. Wenn die Anmeldungen eingetrudelt sind, werden noch die letzten freien Plätze mit Hilfe des bereits bestehenden Netzwerkes gefüllt, bis die Besetzung steht. Inzwischen, da die JWPS immer größere Kreise zieht, melden sich auch Schüler aus Österreich und der Schweiz. Hier läuft mitlerweile einiges über das Internet. Alle Infos gibts auf der Website, die Anmeldebroschüre gibts auch als pdf im Internet und über Facebook werden die wichtigsten Informationen geteilt und verbreitet. Auch so kommt man an neue Interessenten, aber noch läuft mehr über Mund zu Mund Propaganda und das Verschicken von Briefen.

Wie finanziert Ihr Euch und wie kann man Euch unterstützen? Ein Teil des Projektes wird durch den Teilnehmerbetrag gestellt, den jeder Musiker zahlt. Den anderen Teil finanzieren Sponsoren, die gesucht werden und von der Wichtigkeit und Einzigartigkeit des Projektes überzeugt werden müssen. Auch einige Privatpersonen, die uns unterstützen wollen, spenden. Jeder der möchte kann uns unterstützen, in dem er mit seiner Firma oder Privat eine Unterstützungssumme nennt und sich als Partner erweist.

Kurzvita Jascha Geber Geboren 1992 in eine Musikerfamilie in Wien. Begann Cello im Alter von 5 Jahren, später Klavier und Gitarre. Orchestererfahrung im Wiener Jugend Sinfonieorchester und auf verschiedenen Orchesterfreizeiten. 2008, erster JWPS Teilnehmer aus Österreich. Teilnahmen an den folgenden Projekten, Umstieg ins OrgaTeam 2012. Matura in Wien 2012. Seitdem studiert er Musical am Vienna Konservatorium.

Junge Waldorf-Philharmonie, z. H. Christina Jordan, Ruhrstraße 44a, 58452 Witten orchester@waldorfschueler.de www.orchester.waldorfschueler.de

ASSITEJ steht für Association Internationale du Théâtre pour l‘Enfance et la Jeunesse. Die Internationale Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche hat rund 80 nationale Zentren auf allen Kontinenten. Zweck des Vereins ist die Förderung, Entwicklung und Erhaltung des professionellen Kinder- und Jugendtheaters in der Bundesrepublik Deutschland sowie auf internationaler Ebene im Sinne der UNESCO-Resolutionen für die kulturelle Entwicklung und Zusammenarbeit zwischen den Völkern und Staaten. 20. März 2014 Welttag des Theaters für Kinder und Jugendliche www.assitej.de

Young Euro Classic zeigt sich im 15. Jahr seines Bestehens von seiner besten und von vielen neuen Seiten. Zwei Spielstätten, zwei Zeiten, aber EIN Festival. Eins, was es so noch nie gab. Erstmals wird die Berliner Philharmonie im ersten Teil zur großen Bühne der besten Jugendorchester der Welt. Fünf der Spannendsten von ihnen treten dort auf – vom 22. bis 29. Juni. Und dann im August der zweite Teil: Vom 8. bis 17. ist Young Euro Classic im Admiralspalst: aufregend, mutig interdisziplinär. Fünf große Symphoniekonzerte in der Philharmonie mit Orchestern aus drei Erdteilen und durchaus nicht zufälligen Hinweisen auf die politi©Martin Büttner. schen und historischen Verhältnisse in diesem gedenkkulturell geprägten Jahr. Europa - 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges, 75 Jahre nach Beginn des Zweiten und 25 Jahre nach dem Fall der Mauer, dafür stehen die großartigen Jugendorchester aus Frankreich und Russland sowie das brillante Nationale Jugendorchester Rumäniens. Aus Asien kommt China, die aufstrebende Weltmacht. Aus Afrika, 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid, die jungen und mitreißenden Musiker Südafrikas. Sie alle bilden den assoziativen Rahmen für Krieg und Frieden, alte Welt und Moderne. 22.6. – 17.8.2014 / www.young-euro-classic.de


KURT | arttourist.com 1|2014

Jazz  |  69

Die ACT Story „Ich will nicht mehr wichtig, sondern nützlich sein.“ Historie in den letzten reich gesegnet ist. Eine Mit dieser Aussage beendet Siggi Loch nach Zeit, in der Künstler wie Nguyên Lê, Esbjörn 30 Jahren eine beispiellose Karriere als MaSvensson, Nils Landgren, Michael Wollny, nager im internationalen Musikbusiness, die Viktoria Tolstoy, Lars Danielsson, Wolfgang er 1960 als Vertreter der EMI Electrola begonHaffner und Youn Sun Nah die Musikwelt benen hatte und die ihn bis in die Konzernspitgeistert und geprägt haben. Eine Zeit voller ze von WEA International (Warner) brachte. magisch-musikalischer Momente auf fast 400 Einst mit 25 Jahren Deutschlands jüngster ACT-Veröffentlichungen. Eine Zeit, in der der Schallplattenchef, entschied sich Loch mit europäische Jazz endgültig zu einer festen Anfang 50 zu einem radikalen Schnitt: Mit Größe wurde und ACT dabei behilflich war. der Gründung von ACT erfüllte er sich seinen Jugendtraum vom eigenen Jazzlabel. Er Der Jazz ist in Europa genauso zuhause und wurde Deutschlands ältester Gründer eines sicherlich nicht weniger reich an musikaliIndependent-Labels und begann damit eischen Schätzen wie nen kompletten Neuin seinem Mutterstart. Die Gründung Nguyên Lê: land der USA. Um von ACT fand statt, ”I could not have done my 12 ACT albums without diese zu entdecken, als der Siegeszug des Siggi (plus 5 as a co-leader) & I will never thank ist eine NavigationsInternet begann und him enough for that. He is the man who brings the hilfe von Vorteil. das internationale artists’ dreams to reality, transforming a musician‘s ACT ist der verlässMusikgeschäft zugift into a world-wide recognition. A real producer, liche Kompass für nehmend erodierte. who feels the streams of the music world & leads Hörer, die neuen Jazz In der folgenden Desuchen und zugleich kade schrumpften die his ship brilliantly. A real music lover, who reminds offen sind für aufreMärke um die Hälfte. me of Nietzsche’s words: ‘without music, life would gende Musik, die ihACT entwickelte sich be a mistake’.“ ren Spirit nicht nur gegen diesen Trend aus der Jazztradition, zu einem der wichsondern auch aus der europäischen Folklore, tigsten Jazz Labels weltweit. Und zu einem aus der Klassik-Tradition, aber auch aus andeder beliebtesten, wie die vierfache Echo Jazzren Kulturen bezieht. Exemplarisch für dieses Publikumsauszeichnung zum Label des JahJazzverständnis ist die erste ACT-Einspielung res 2010, 2011, 2012 und 2013 belegt. „Jazzpaña“ (ACT 9212-2) von 1992: Im Aufnahmestudio des WDR in Köln brachte Siggi Was 1992 begann ist gut 20 Jahre später zu Loch zusammen mit Wolfgang Hirschmann einer Erfolgsstory geworden: „Musik für damals einige der besten Flamenco-Spieler Menschen mit offenen Ohren und offener Spaniens mit US-amerikanischen Jazz-Größen Denkweise“, mit diesem Leitsatz stürzte sich wie Michael Brecker und Al Di Meola zusamSiggi Loch einst in das Abenteuer ACT. Nichts men. „Jazzpaña“, arrangiert von Filmkompoanderes war das Unternehmen am Anfang. nist Vince Mendoza, war ein multikulturelles Denn Musik, die bekannte und konventioStatement. Flamenco meets Jazz – eine Bluesnelle Pfade verlässt, ist stets beides: HerausSpielart aus dem alten Europa und die Blue forderung und Risiko. Nur wenn sich KünstNotes aus der Neuen Welt. Eine aufregende ler und Hörer gleichermaßen auf neue Klänge Verbindung, die schon Miles Davis gereizt einlassen, dann können die berühmten „Mahatte, und die nun ganz neu erstrahlte. Das gic Moments“ entstehen, mit denen die ACT-

Siggi Loch ©ACT

englischen Komponisten und Arrangeurs MiAlbum erwies sich als großer Erfolg, wurde chael Gibbs wurde mit dem Jahrespreis der gleich in zwei Kategorien für den Grammy Deutschen Schallnominiert und erplattenkritik gewürhielt später den GerViktoria Tolstoy: digt. Mit Joachim man Jazz Award. Mit ”ACT is a label that really cares for the artists. The Kühn, Jean-François „Blauklang“ brachte love for the music is always in focus. Without ACT Jenny-Clark, Jon 2008 eine weitere I wouldn‘t be able to do the music that I really burn Christensen, Django Zusammenarbeit von for.“ Bates, Klaus DoldinACT und Vince Menger, Richard Galliadoza eine erneute no, Christof Lauer, Albert Mangelsdorff und Grammy Nominierung ein. Markus Stockhausen fand hier die Créme der zeitgenössischen europäischen improvisierBei den Live-Aufführungen von Jazzpaña ten Musik zusammen, getragen von der NDR lernte Siggi Loch auch den ersten exklusiRadio Philharmonie Hannover. ven ACT Künstler kennen, den Gitarristen Nguyên Lê. Aufgewachsen bei vietnamesischen Eltern in Paris, entwickelte sich dessen musikalische Vita zu einer höchst spannenden Identitätssuche zwischen Jimi Hendrix, dem ethnischen Schmelztiegel Paris und der traditionellen Musik aus dem Land seiner Familie. Nguyên Lê‘s Debüt „Million Waves“ (ACT 9221-2) erschien 1995. Mit einer beachtlichen Diskografie von 14 Alben ist er der ACT Family bis heute treu geblieben. In der Jazzsymphonie „Europeana“ (ACT 9804-2) verbindet sich die reiche europäische Musiktradition mit der Sprache des Jazz. Das 1995 veröffentlichte Album aus der Feder des


70  |  Jazz

KURT | arttourist.com 1|2014

Dieter Ilg by Till Brönner

quisiten Vocal-Album „The Moon, The Stars Das Freiheitsgefühl des Jazz und die berühAnd You“ (ACT 9505-2), das Label immer rende Unschuld von Musik, die tief in unstärker auch als Produzent und Ideengeber serem Unterbewusstsein schlummert, fließt mitprägt. Über die enge Freundschaft zu Sigbei ACT oft auf wundersame Weise zusamgi Loch sagt er: „Siggi hat mir die Kraft gegemen: Anders gesagt: Das genaue Gegenteil ben, über mich hinvom Jazz der kopfaus zu gelangen. Und lastigen, sperrigen Nils Landgren: „Für mich und für alle meine Musikerkollegen bei von dem fließt nun Art. Diese Prämisse ACT war Siggi Loch der Schlüssel für unseren interauch viel zurück.“ gilt im besonderen nationalen Erfolg. Er hat uns gesehen, er hat uns Maße für den bis gehört und hat uns die Kraft gegeben, weit über uns Über die fruchtbaheute größten Verhinaus zu gelangen. In jeder Weise: musikalisch, re Schweden-Conkaufserfolg in der mental, aber auch ganz real.“ nection wurde Siggi ACT-Geschichte: Im Loch auch auf EsbJahr 1998 nahm der jörn Svensson aufmerksam, den damaligen norwegische Pianist Bugge Wesseltoft ein Keyboarder der Nils Landgren Funk Unit. Album mit traditionellen weihnachtlichen Mit e.s.t. wurde er zum größten Erneuerer Volksliedern auf. Bis heute wurde die Windes Piano-Trios der letzten 20 Jahre. Mit terabend-CD „It´s Snowing On My Piano“ „From Gagarins Point Of View“ (ACT 9005mehr als hunderttausendmal verkauft. Weil 2) gab er 1999 seinen ACT-Einstand und die zarten, eindringlichen Interpretationen schaffte in der Folgezeit eine wahre Jazz-Revon zeitloser Schönheit sind und sie wie ein volution. Durch seine intensive, genreüberlängst vergessenes Balsam gegen den aufgreifende Performance erschloss sich das Esdringlichen Kitsch unserer Zeit wirken. björn Svensson Trio auch ein Publikum, das sonst eher die Dynamik des Rock schätzt. „Meine Philosophie war stets, nicht allein Als das Trio als erste europäische Band das Musiker, sondern Künstlerpersönlichkeiten Cover des amerikanischen Magazins Downvon hoher Eigenständigkeit zu finden. Zubeat schmückte, war das mehr als ein Achgleich sollte sie der unbedingte Wille austungserfolg. Mit dem zeichnen, das Publiphänomenalen Aufkum zu begeistern.“ Vince Mendoza: ”I met Siggi Loch late in 1991 during a project I was stieg von e.s.t. wurde Diesem Credo von recording with the WDR big band at the time. He Siggi Lochs Vision Siggi Loch entspricht expressed interest in the combination of big band greifbar: Jazz ist cool. auch Nils Landgren, textures with Andalusian musicians, but in a way Und muss kein wehder sympathische that resonated more with the styles and attitudes leidiges NischendaTausendsassa aus of the Spanish musician. Not too long after that we decided to meet in Spain, be with some great sein führen, sondern Schweden, der seit musicians and witness some truly inspiring conkann auch die groden Anfangstagen certs. With that trip I began a 20 year education in ßen Säle erobern. Der zur ACT-Familie geFlamenco. Along the way, of course we made some Konzertmitschnitt hört. Der Mann mit recordings that I think truly exemplify the commu„Live in Hamburg“ der roten Posaune nication of the language of Jazz with Flamenco (ACT 6002-2) avanträgt den feurigen music. And it illustrates the love and commitment that Siggi has for the Art, Music and community cierte 2007 zu einem Funk in sich. Zuof musicians that has been part of his label all of Jazzmeilenstein, die gleich singt er hingethese years. And I am grateful to have ACT as part London Times kürte bungsvoll Balladen of my creative life for 20 years.“ es zum besten Album und schöpft immer der Dekade 2000 bis wieder aus dem Fun2010. Tragischerweise riss der Unfalltod Esdus skandinavischer Musik. Landgrens herbjörn Svenssons im Jahr 2008 eine große, ausragende Stellung als erfolgreichster ACTschwer zu schließende Lücke auf, gleichKünstler zeigt sich auch darin, dass er neben sam lebt dessen Pionierarbeit im zeitgenösseinen eigenen Projekten, aktuell dem ex-

Nils Landgren by Steven Haberland

„Jazz Made in Germany“ liegt ACT ebenso sischen europäischen Jazz bis heute weiter. am Herzen: 2005 hört Siggi Loch auf einer Aus dem hohen Norden kamen neben LandDemoaufnahme erstmals den jungen Piagren und Svensson weitere etablierte Jazznisten Michael Wollny und ist begeistert. stars wie Lars Danielsson, Viktoria Tolstoy Sein ACT-Debüt und Rigmor Gustafs„Call it [em]“ (ACT son und ACT wurde Rigmor Gustafsson: ”I signed with ACT in the fall of 2002. The com9650-2) im Trio mit zum erfolgreichsten pany has given me opportunities that I really doubt Eva Kruse und Eric Label für schwediany other company would have given me, especially Schaefer erscheint schen Jazz. Im Jahr during the last years when the whole industry is goals erste Produktion 2010 ernannte der ing down. It seems like ACT is still standing strong, and I like to believe that it‘s because of that the in der „Young Gerschwedische König company is built by a leader, staff and artists who man Jazz“-Reihe. Der Carl XVI. Gustaf are convinced music and art can make a difference Startschuss für eine Siggi Loch für seine in this world.“ beispiellose Karriere: Verdienste um die Neben Duoaufnahschwedische Kultur men mit Heinz Sauer und Joachim Kühn soin Deutschland zum Ritter des Nordsternorwie zwei Soloprojekten folgen drei weitere dens 1. Klasse. gefeierte Alben des Trios. Das letzte, „[em] EST by Jörg Große Geldermann


KURT | arttourist.com 1|2014

Aushängeschild des Labels geworden: Von Live at JazzBaltica“ (ACT 9668-2), nennt Joachim Kühn über Esbjörn Svensson, Iiro Stuart Nicholson, Großbritanniens renomRantala und dem Grammy nominierten miertester Jazzjournalist, „das beste JazzalAmerikaner Vijay Iyer, bis zu jungen Virbum der letzten 25 Jahre“. Und das Hamtuosen wie Yaron burger Abendblatt Herman, Gwilym erklärt Wollny zur Joachim Kühn: „Für mich ist Siggi Loch der Act bei ACT. Er ist Simcock und natür„stärksten (Jazz)Mueiner von den wenigen wirklichen „Musikverrücklich Michael Wollny. sikerpersönlichkeit, ten“, die die Musikwelt braucht. Aus dem Nichts Auch ein polnischer die Deutschland diese Firma, mit ihren wunderbaren Mitarbeitern, ACT-Tastenkünstler seit Albert ManACT, aufzubauen, dazu noch neue Künstler zu sorgt gerade mit seigelsdorff hervorgeentdecken: Eine große Kunst. Meine Karriere ist unmittelbar mit Siggi verbunden. Ohne ihn wäre ner Hommage an bracht hat.“ Weitere vieles anders verlaufen, wahrscheinlich schlechter, den Urvater des poldeutsche Jazztalente und das seit 37 Jahren. Dafür werde ich ihm ewig nischen Jazz, Krzyswie Julian & Roman danken.” ztof Komeda, für FuWasserfuhr, Matrore: Das Soloalbum thias Schriefl, Jan „Komeda“ von Leszek Możdżer erklomm in Zehrfeld’s Panzerballett oder ganz aktuell Polen kurz nach Veröffentlichung den ersThree Fall und Mo’ Blow schaffen durch die ten Platz der Pop (!)-Charts, und ließ somit „Young German Jazz“ Reihe ebenfalls den Weltstars wie Sting und Beyoncé hinter sich. Sprung ins Rampenlicht. Auch etablierte deutsche Jazzmusiker haben ihre Heimat Mit einem ganz außergewöhnlichen Ort bei ACT gefunden: Deutschlands gefragtesin Deutschland ist ACT spätestens seit den ter Schlagzeuger Wolfgang Haffner ist er„Swedish–German Friendship Concerts“ im folgreichster deutscher Künstler des Labels. September 2008 besonders eng verbunden: Sein 2006 erschienenes Album „Shapes“ Dem malerisch in den bayerischen Bergen (ACT 9603-2) erhält den German Jazz Award gelegenen Refugium für über 10.000 in Schloss Elmau. Elf Deutschland verMichael Wollny: Konzerte mit ACT kaufte Exemplare. Jo„Wenn man auch nur ein paar Wochen mit the one Künstlern wie Nils achim Kühn, Heinz and only Siggi Loch und seinem Team - dem besten, engagiertesten, freundlichsten, liebenswürdigsten, Landgren, MichaSauer, Jens Thomas professionellsten, schnellsten und unschlagbarsten el Wollny, Viktoria und Christof Lauer Team der Welt übrigens! - zusammengearbeitet Tolstoy und Lars sind ebenfalls Teil hat, dann bleibt folgende Erkenntnis nicht aus: Danielsson stehen der ACT Family. ACT ist wohl das größte Geschenk, das einem als ganz im Zeichen der Jazzmusiker heutzutage überhaupt gemacht werden Erinnerung an den „ACT ist auf einer kann. In diesem Sinne bin ich euch also auch im 7. nur drei Monate zuMission, der Welt Jahr unserer Freundschaft noch mindestens genauvor verstorbenen Europas aufstrebenso dankbar für eure Arbeit, wie ich es schon ganz Esbjörn Svensson. de Jazzpianisten voram Anfang war. Das größte Kompliment, das ich Verewigt wurden die zustellen“, schrieb machen kann: gäbe es euch nicht ... man müsste Konzerte auf „Magic die bedeutende engeuch genauso erfinden wie ihr seid. Danke für alles Moments @ Schloss lische Tageszeitung & HAPPY BIRTHDAY ACT!“ Elmau“ (ACT 9480The Guardian kürz2). Dies war zugleich lich. Und in der Tat, die Initialzündung für eine ganze Reihe weiblickt man zurück auf 20 Jahre ACT, sind terer Aufnahmen an diesem magischen Ort: zahlreiche internationale Pianogrößen zum Michael Wollny by Jörg Steinmetz

Jazz  |  71

Mit Produktionen von Gwilym Simcock, Joachim Kühn & Michael Wollny, Danilo Rea & Flavio Boltro, Vladyslav Sendecki und Dieter Ilg etabliert ACT den Namen „Schloss Elmau“ als Markenzeichen für herausragenden kammermusikalischen Jazz. Im Jahr 2010 feierte Siggi Loch gleich zwei runde Jubiläen: Am 26. Januar 2010 ehrt ihn die MIDEM in Cannes mit einer Jubilee Night anlässlich seines 50-jährigen Branchenjubiläums und am 6. August 2010 feiert er außerdem seinen 70sten Geburtstag. Im Jubiläumsjahr erscheint auch seine Autobiografie „Plattenboss aus Leidenschaft“. Clubtour und mehrere gefeierte „Piano Die Lebenserinnerungen bestätigten, dass Summits“, Konzerte mit je drei der besten Lochs gewaltiges Branchen-Wissen und seiACT Pianisten zusammen auf einer Bühne. ne persönlichen Erfahrungen im Umgang Diese Piano Summits geben auch den Anmit sensiblen Musikernaturen allein nie ausstoß für ein ganz gereicht hätten. Um besonderes Konzertein Label wie ACT Jazzwise (UK): projekt – die Reihe voranzubringen, be”One of the most critically acclaimed and interna„Jazz at Berlin Phildurfte es einer Seele, tionally respected independents of the current era.“ harmonic“, eine Verin der es innerlich anstaltungsreihe der noch brennt, letztBerliner Philharmonie, kuratiert von Siggi lich eines suchenden Charakters, ähnlich Loch. Das Premierenkonzert am 11. Dezemden Musikern, die er immer wieder um sich ber 2012 mit den Pianisten Michael Wollny, versammelt. Iiro Rantala und Leszek Mozdzer war lange Im Jahr 2012 feiert ACT sein 20-jähriges Lavor dem Start ausverkauft und gab den Ausbeljubiläum – auf einer Reihe von großen schlag, aus dem so erfolgreichen Start eine Jubilee Nights mit der „ACT Familiy Band“, einzigartige Serie zu entwickeln, die mindeswelche auch auf einem Doppelalbum festtens bis in die Spielzeit 2014/15 regelmäßig gehalten werden. Es folgen eine Jubiläumsfortgesetzt wird. Das Album „Jazz at Berlin Philharmonic I“ dokumentiert den gefeierten Auftakt. Das Jahr 2012 war außerdem ganz klar das der koreanischen Sängerin Youn Sun Nah. Mit ihrem Album gelang ihr, besonders in ihrer Wahlheimat Frankreich der große Durchbruch, mit dem Nachfolger „Lento“ feierte sie 2013 nun europaweit Erfolge, erreichte in Deutschland den „Jazz Award“ und den „Echo“ und ihr Foto zierte weltweit die Titelseiten der Jazzmagazine. Das junge Jahr 2014 steht für ACT ganz besonders im Zeichen der wohl intimsten Form des musikalischen Zusammenspiels – dem Duo. In der Reihe „Duo Art“ erscheinen über das ganze Jahr hinweg die unterschiedlichsten 2er-Konstellationen mit Duos wie Philip Catherine & Martin Wind, Vincent Peirani & Emile Parisien, Yaron Herman & Adam Baldych und vielen mehr. Für die unermüdliche Aufbauarbeit mit der Serie young german jazzz erhält ACT im Februar den WDR Jazzpreis. Der erste Künstler der Serie, die Pianist Michael Wollny, feiert gleichzeitig mit seinem Album „Weltentraum“ Triumphe als der wichtigste deutsche Jazzmusiker seiner Generation und geht zusammen mit Nils Landgren im März auf große Karsten Jahnke JazzNights Tournee. www.actmusic.com


artbasel.com | facebook.com /artbasel | twitter.com /artbasel

ABB14_Ad_286x436_arttourist.indd 1

13.02.14 10:21

KURT  

KURT is culture, art, music, theatre, design, travel, food, celebrities - published in Konstanz.

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you