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KATE

#8 arttourist.com gazette Herbst/Winter 2015

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Design & Lifestyle


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KATE | arttourist.com 2|2015

Editorial | 3

Editorial Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Kunden und Freunde der arttourist.com

Fiona Dietz | © Helmuth Scham, www.schampus.com

Kate Winslet | Ali Ghandtschi © Berlinale 2009

»KATE« Fiona Dietz

»KATE« Kate Winslet

Während der intensiven Zeit der Recherche und Produktion unserer Zeitung begleitet uns immer wieder Musik, intensive Hörerlebnisse. Für diese Ausgabe hörten wir

Bisher erschienen:

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#5 arttourist.com gazette Frühling 2013/2014

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#6 arttourist.com gazette Herbst/Winter 2014/2015

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EMILE

#7 arttourist.com gazette Frühling/Sommer 2015

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Im Frühjahr 2016

JULES

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KATE

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#9 arttourist.com gazette Frühling/Sommer 2016

„Sie hat so darauf gehofft, dass Sie ihr schreiben.“ Eines der Schlüsselsätze aus dem Film »Die Vorleserin« nach dem wunderbaren Roman von Bernhard Schlink. Für diese Rolle hat unsere Namengeberin KATE Winslet zu Recht den Oskar gewonnen. Sicherlich war Titanic der Durchbruch, aber Kate Winslet hat sich mir mit Filmen wie »Wenn Träume fliegen lernen«, »Vergiss mein nicht!« »Liebe braucht keine Ferien«, »Der Gott des Gemetzels« und immer wieder »Iris« in mein Filmeherz gespielt. Mit KATE Winslet und ihrer Rolle der jungen Iris im gleichnamigen Film »Iris« des britischen Regisseurs Richard Eyre aus dem Jahr 2001 – ein packendes Drama über die britische Literatin Iris Murdoch, deren Ehemann nach ihrer Alzheimer-Erkrankung verzweifelt um die Liebe kämpft – wollten wir ein weiteres uns wichtiges Thema »Kann Kultur Demenz lindern? - Angebote für Menschen mit demenziellen Veränderungen in der Kultur« redaktionell erfassen und aufbereiten. Bei den Recherchen haben wir so viele tolle Projekte, Angebote und Ideen entdeckt und festgestellt, dass wir viel mehr Zeit brauchen, um hinter all diese wichtigen und unterstützenden Angebote und Maßnahmen zu schauen. Es wird uns weiter beschäftigen. KATE Winslet ist eine großartige Schauspielerin, Charakterdarstellerin und eine starke Frau. So wie die Frauen, die Künstlerinnen der Ausstellung »Die Sturmfrauen», die die Schirn Kunsthalle Frankfurt bis zum 7. Februar 2016 zeigt. DER STURM war ein Signal zum Aufbruch in die moderne Kunst und ein Versuch, die internationale Avantgarde zu einen. Mit rund 280 Kunstwerken werden Künstlerinnen des Expressionismus, des Kubismus, des Futurismus, des Konstruktivismus und der Neuen Sachlichkeit in dieser wichtigen Ausstellung versammelt. Unsere KATE, die Studentin Fiona Dietz, stellt immer wieder starke Frauen und Charaktere dar und verkörpert diese bereits in jungen Jahren mit einem großen Können. Herzlichen Dank an Felix Strasser, den Leiter des Theater Hochschule Konstanz, der Sie uns als KATE vorgestellt hat und wir von Beginn an von ihr begeistert waren. Und einmal mehr ein Dank an Helmuth Scham, der auch KATE ins rechte Licht gerückt hat und an Chris Bernert, der alle unsere Zeichen, Bilder und Gedanken in Form und Grafik bringt. Auch für KATE haben wir viele interessante Menschen getroffen, Veranstaltungen und Themen erspürt und für Sie zusammengestellt. Besonders hat mich ein Wiedersehen mit Ute Legner gefreut. Wir sind uns in unserer Jugend zum ersten Mal begegnet, hatten über eine Zeit regen Briefkontakt über erlebte und begegnete Kultur, was uns beide fasziniert hat, und haben uns dann irgendwo zwischen London und Heidelberg verloren. Über Mehr Musik! Augsburg sind wir uns wiederbegegnet. Mit dem Frankfurt Schwerpunkt kehre ich ein Stück zurück in meine Kindheit, die ich zu Teilen in Frankfurt verbracht habe. Später war es Kulturfluchtpunkt von Heidelberg aus. Ich durfte dort u.a. die Tanzcompagnie S.O.A.P. für mich entdecken, dem schwedischen Autor Lars Gustafsson begegnen und Laurie Anderson lauschen, wie es mich heute immer wieder in die Stadt zieht, wie erst dieser Tage zur Buchmesse. Frankfurt war und ist für Kulturentdeckungen immer wieder ein spannender Ort. Mit den Theater- und Filmseiten haben wir nach Fotografie in der letzten Ausgabe zwei weitere Themenkreise dazu genommen und komplettieren nach und nach unser Gefühl vom Gesamterlebnis Kultur. Der Film beginnt. KATE betritt die Bühne. Wir laden Sie ein, kulturell auf Entdeckungsreise zu gehen, zu verweilen und sich auf den Weg zu machen.

Kai Geiger

KUNST THEATER KLASSIK

Seite 4 – 32

Seite 33 – 35

Seite 26 – 37

TANZ & BALLETT

Seite 38 – 39

FILM

Seite 40 – 43

FOTOGRAFIE

Seite 44 – 47

MODE

Seite 49 – 51

ESSEN & TRINKEN

Seite 52 – 53

DESIGN

Seite 54 – 55

NEUE MUSIK

Seite 56 – 58

JAZZ

Seite 59 – 63

STÄDTE & REGIONEN FLANDERN

Seite 9 – 13

FRANKFURT

Seite 17 – 24, 38, 51, 58

HAMBURG

Seite 25

Herzliche Grüße, Ihr

Kai Geiger ART CITIES IN EUROPE GmbH geiger@artcities.com

Impressum: ART CITIES IN EUROPE GmbH | Titel: KATE, Fiona Dietz von Helmuth Scham, www.schampus.com | Produktion, Gestaltung & Layout: hris Bernert chris

Danke:

delu e grafik.com | Druck:

Druckhaus Waiblingen www.dhw.de | Redaktion: ART CITIES IN EUROPE GmbH, Glärnischstraße 7, D-78464 DRUCKHAUS WAIBLINGEN

Konstanz, Tel. (+49) 07531 9073-0, Fax (+49) 07531 9073-5, www.arttourist.com, info@arttourist.com


4 | Baden-Baden

KATE | arttourist.com 2|2015

Andreas Gursky, Paris, Montparnasse, 1993 | © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2015; Courtesy Sprüth Magers

Baden-Baden

Andreas Gursky Der faszinierende Bilderkosmos des Fotokünstlers im Museum Frieder Burda 3.10.2015 – 24.1.2016 Er gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler: der Düsseldorfer Fotograf Andreas Gursky (geb. 1955 in Leipzig). Sachlich und präzise fängt er die Brennpunkte der modernen Lebenswelten und der globalen Realität ein. Jede Gesamtkomposition ist ein technisches und bildnerisches Meisterwerk und längst im kollektiven Bildgedächtnis der Kunstwelt eingeschrieben.

Bilder täuscht, verbirgt sich doch erst hinter ihnen, sozusagen nach einer ersten Inaugenscheinnahme, der reiche Gedankenraum des Gezeigten. Gurskys Bilder verführen durch das Gezeigte, ihnen ist aber gleichzeitig die beharrliche Aufforderung mitgegeben, über den Grund der Bilder nachzudenken.

„Wirklichkeit ist überhaupt nur darzustellen, indem man sie konstruiert.“

Die digitale Bildbearbeitung und das extreme Großformat sind neben der dezidierten Farbfotografie seine charakteristischen Ausdrucksmittel. Gurskys Werke sind dabei auch immer bildhaft gewordene Zeugen seiner über Jahrzehnte fortgesetzten Reisen um die Erde. Hinter seinen Bildern verbirgt sich somit auch eine imaginäre Landkarte, die die Reiserouten des Künstlers nachzeichnet. Kaum ein Künstler unserer Zeit hat eine derartig konsequente Reisetätigkeit verfolgt, und es erweist sich zunehmend, dass Gursky schon immer eine genaue Schilderung der Welt, ihrer Konstruktion und Verfassung, im Auge hatte. Immer sind seine Bilder Reflexionen über die äußere und die innere Erscheinung der Welt. Die augenscheinliche Schönheit und Perfektion seiner

Von antiken Stätten über aktuelle Schauplätze gesellschaftlicher und politischer Brennpunkte bis hin zu fiktiv arrangierten Phantasiewelten: Stets erweisen sich Andreas Gurskys Bilder als subtile Betrachtungen über den Zustand unserer globalisierten Welt. Kairo und die Cheops-Pyramide, Prada-Shops und Toys“R“Us, Produktionsbetriebe und Müllhalden, Massenspektakel im nordkoreanischen Pjöngjang oder anlässlich von Kirchentagen, das subversive Aufzeigen von Machtstrukturen und globalen Weltordnungen, die international agierenden Börsen, Museen als Orte vermeintlicher Besinnung und Comic-Helden

Andreas Gursky, Ohne Titel XIII, 2002 | © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2015; Courtesy Sprüth Magers

Andreas Gursky, Pyongyang I, 2007 | © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2015; Courtesy Sprüth Magers

(Andreas Gursky)

zur Vorstellung zukünftiger Welten – all dies gehört zum Repertoire seiner Bildkompositionen. Die Ausstellung im Museum Frieder Burda, die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entstand, ermöglicht, den faszinierenden Bildkosmos von Gursky in einer Art Überblicksausstellung aufs Neue zu erfahren. Das strikte „Eingebunden-sein“ dieser Bilder, die unsere Vorstellungen und Imaginationen von Welt bedienen, kann dabei hinterfragt und erforscht werden. Die von Udo Kittelmann für das Museum Frieder Burda kuratierte Ausstellung spannt den Bogen von den älteren ikonischen Werken Andreas Gurskys bis hin zu seinen jüngsten und aktuellen Bilderfindungen. Dem Besucher eröffnet sich mit dieser Präsen-

ADRESSE Museum Frieder Burda Lichtentaler Allee 8 b 76530 Baden-Baden www.museum-frieder-burda.de ÖFFNUNGSZEITEN Di – So 10 – 18 Uhr n allen Feiertagen geöffnet 24. und 31.12 geschlossen

tation ein bilderreiches Panorama, das einerseits unsere komplexe Wirklichkeit präzise analysiert und anderseits eine große Lust am Sehen und Entdecken von Bildern formuliert. Die bei Steidl erschienene Ausstellungspublikation thematisiert die für die Ausstellung in Baden-Baden getroffene Bildauswahl und deren künstlerischen und kuratorischen Ansatz an beispielhaften Dialogen von Bild und Text. Das den Bildern von Gursky immanente Moment zur Konstruktion und Rekonstruktion von Wirklichkeit erfährt im Katalog eine dialogische Entsprechung durch die vom Kurator der Ausstellung vorgenommene Auswahl an redaktionellen Texten aus der nationalen und internationalen Tagespresse.

EINTRITTSPREISE Ticket EUR 12, ermäßigt EUR 10 Schüler ab 9 Jahren EUR 5 Familienticket EUR 26 AUDIOGUIDE deutsch und französisch EUR 4 FÜHRUNGEN ffentliche F hrungen Mi 16 Uhr, Sa, So 11 und 15 Uhr

Andreas Gursky, Bahrain I, 2005 | © Andreas Gursky / VG BildKunst, Bonn 2015; Courtesy Sprüth Magers

Private Gruppenführungen EUR 75 Buchung von Führungen und Anmeldung von Gruppen T. +49 7221 39898-38 fuehrungen@museum-frieder-burda.de KATALOG Der Ausstellungskatalog ist im Steidl Verlag erschienen. Sonderpreis im Museum EUR 36

Andreas Gursky, Nha Trang, 2004 | © Andreas Gursky / VG BildKunst, Bonn 2015; Courtesy Sprüth Magers


KATE | arttourist.com 2|2015

Düsseldorf | 5 ADRESSEN K20 GRABBEPLATZ Grabbeplatz 5 40213 Düsseldorf

Düsseldorf K21 Ständehaus

K21 STÄNDEHAUS Ständehausstraße 1 40217 Düsseldorf F3 SCHMELA HAUS Mutter-Ey-Straße 3 40213 Düsseldorf www.kunstsammlung.de ÖFFNUNGSZEITEN K20 GRABBEPLATZ K21 STÄNDEHAUS Di – Fr 10 – 18 Uhr Sa, So, feiertags 11 – 18 Uhr Mo geschlossen jeden 1. Mittwoch im Monat 10 – 22 Uhr

26.9.2015 – 24.1.2016

EINTRITTSPREISE K20 GRABBEPLATZ Normalpreis EUR 12 ermäßigt EUR 10 Kinder & Jugendliche (6-18 Jahre) EUR 2,50

K21 STÄNDEHAUS Normalpreis EUR 12 ermäßigt EUR 10 Kinder & Jugendliche (6-18 Jahre) EUR 2,50 Kombiticket (beide Häuser) Normalpreis EUR 18 ermäßigt EUR 14 Kinder & Jugendliche (6-18 Jahre) EUR 4 KPMG-Kunstabend Jeden 1. Mittwoch im Monat: 18.00-22.00 Uhr, Eintritt frei. ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN Di 16.30 – 17.30 Uhr So und feiertags 15 – 16 Uhr begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich Angebote für Kinder finden Sie au www.kunstsammlung.de Weitere Informationen zu Führungen, Veranstaltungen, Museumsshop unter www.kunstsammlung.de

Als zentraler Bildspeicher dient eine Auswahl der unter dem Stichwort »religiöse Ikonografie« kategorisierten Abbildungen von Bild- und Kunstschätzen des Aby Warburg Instituts in London. Der Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler Warburg (1866 – 1929) untersuchte, wie bestimmte Bildmuster in aller Welt über die Zeit hinweg fortleben und sich immer wieder in neuen Inhalten und Bedeutungszusammenhängen verkörpern. Positionen wie die von Hubert Kiecol, Robert Rauschenberg, Ad Reinhardt und James Turrell, die aus der Erfahrung von Erhabenheit und Transzendenz das Nicht-Darstellbare, Unsichtbare zu fassen suchen. Arbeiten von Francis Bacon, Berlinde De Bruyckere, Gary Hill, Hermann Nitsch, Paloma Varga Weisz oder Bill Viola wiederum zielen, meist in Rückbezug auf die kunsthistorische Tradition, auf die materiellen und zutiefst existentiellen Aspekte (christlicher) Leidens-, Schmerz- und Passionserfahrungen ab. Francis Alÿs, Michaël Borremans, Harun Farocki oder Rosemberg Sandoval greifen Aspekte christlicher Rituale auf, um sie in einen neuen Bedeutungszusammenhang zu überführen. Sowohl konzeptuelle als auch humorvoll kritische Werke von Georges Adéagbo, Pavel Büchler, Paul Chan, Douglas Gordon, Emma Kay, Kris Martin, Little Warsaw oder Danh Võ zielen auf eine intellektuelle Aneignung und thematisieren unterschiedliche Aspekte und Schwierigkeiten, die mit dem Glauben verbunden sind.

THE PROBLEM OF GOD Die Ausstellung THE PROBLEM OF GOD zeigt, wie sich Formen und Zeichen der christlichen Bildsprache als Bestandteil des kollektiven Bild und Textgedächtnisses vielschichtig und ambivalent in den Werken zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler wiederfinden. Auffällig viele Arbeiten widersetzen sich dabei einer einfachen Lesart. Vielmehr entfalten sie komplexe Geschichten und Bilder, die sich differenziert und hintergründig mit christlichen Motiven, Themen oder Fragestellungen auseinandersetzen. Schon seit einigen Jahren ist von einer Wiederkehr des Religiösen die Rede. Dass sich auch Künstlerinnen und Künstler mit Religion beschäftigen und Aspekte des Religiösen kritisch reflektieren, mag verschiedene Ursachen haben. In der Politik und den Medien ist das Thema Religion derzeit allgegenwärtig, weniger jedoch unter theologischen Gesichtspunkten als in seiner gesellschaftspolitischen Brisanz. Zudem bestimmen ethische Werte des Christentums – jenseits der Institution Kirche – zahllose Betrachtungsweisen in unserer Gesellschaft. Der Fokus der Ausstellung richtet sich auf Arbeiten, die zwar auf christliche Bilder oder Themenfelder Bezug nehmen, diese jedoch reflektieren, transformieren und in neue inhaltliche wie bildästhetische Zusammenhänge überführen. Dementsprechend vielfältig ist die Bandbreite der verhandelten Themen: Sie reichen von existentiellen Grundfragen des Lebens mit ihren philosophischen und spirituellen Herausforderungen über eine humorvoll kritische Beschäftigung mit bestimmten Aspekten von Religion und Glauben sowie Auseinandersetzungen mit der kunsthistorischen Bildtradition bis hin zu aktuellen Fragen von Gesellschaft und Politik. Konzentriert auf die Kunst der vergangenen 25 Jahre, vereint THE PROBLEM OF GOD Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Foto-

grafien, Video- und Filmarbeiten sowie komplexe, zum Teil eigens für diese Ausstellung geschaffene Rauminstallationen. Ausgewählte Werke markieren exemplarisch zentrale Positionen der Kunstgeschichte der Jahre von 1950 bis 1980, und sind zugleich wichtige Referenzpunkte für die zeitgenössische Kunst.

Aus dem unerschöpflichen Kosmos des christlichen Wunderglaubens und der Heiligengeschichten ziehen Eija-Liisa Ahtila, Andrea Büttner oder Tacita Dean ihre Faszination und Geschichten. Dabei setzen sie, in kritischer Prüfung, der gängigen Lesart eine eigene, zeitgenössische Auslegung entgegen. Katharina Fritsch, Katarzyna Kozyra oder Thomas Locher reflektieren die verschiedenen Transformations-, Reproduktions- und Warenzirkulationsprozesse, denen einzelne Motive hinsichtlich ihrer religiösen Bildvorlage unterworfen wurden und hinterfragen die damit verbundenen Mechanismen der Bedeutungs- und Identitätsaneignung. Der gesellschaftspolitischen Reflexion im erweiterten Sinn dienen Arbeiten von Flavio de Carvalho, Andrew Esiebo, Aernot Mik, Boris Mikhailov und Santu Mofokeng. Im Rahmen der Ausstellung wird eine zweitägige, international besetzte Konferenz (27. / 28. November 2015) in Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz und dem Verein Ausstellungshaus für christliche Kunst stattfinden. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in Deutsch und Englisch, ca. 400 Seiten. Kuratorin: Isabelle Malz

Bild oben: The Problem of God (K21, 26.09.2015 – 24.01.2016) Michaël Borremans, The Bread, 2012, 46,0 × 38,0 cm, gerahmter 19-ZollLCD-Bildschirm, HD Video (fortlaufender Loop), ca. 4‘, Courtesy Zeno X Gallery, Antwerpen, Videostill: Zeno X Gallery, Antwerpen, © Michaël Borremanns Bild links: The Problem of God (K21, 26.09.2015 – 24.01.2016) Berlinde de Bruyckere, Schmerzensmann IV, 2006, Wachs, Eisen, Epoxid, 415 × 102 × 98 cm, Ursula Hauser Collection, Switzerland, Courtesy Hauser & Wirth, © Berlinde De Bruyckere Foto: © Mirjam Devriendt


6 | Düsseldorf

KATE | arttourist.com 2|2015

Düsseldorf | Museum Kunstpalast

Zurbarán. Meister der Details 10.10.2015 – 31.1.2016 Nach den erfolgreichen Ausstellungen zu Caravaggio und El Greco im Museum Kunstpalast steht nun das meisterhafte Werk des spanischen Malers Francisco de Zurbarán (1598–1664) im Zentrum einer umfangreichen Sonderschau. In einer ersten großen Ausstellung im deutschsprachigen Raum wird ein hier lange als Geheimtipp geltende Künstler vorgestellt, der mit Velázquez zu den herausragenden Malern des Goldenen Zeitalters Spaniens zählt. Gezeigt werden etwa 70 wertvolle Gemälde als Leihgaben aus spanischen Klöstern und Kirchen sowie aus internationalen Museen und privaten Sammlungen, unter anderem aus Kuba, Mexiko, den USA und verschiedenen europäischen Ländern. Eine Vielzahl der Werke wurde bisher nie oder nur selten ausgestellt. Das Spektrum der in enger Zusammenarbeit mit dem Museo ThyssenBornemisza, Madrid, entstandenen Ausstellung reicht von frühen Arbeiten bis hin zu den späteren Meisterwerken.

Zurbarán gilt als ein Ausnahmekünstler, dem es in seiner Malerei virtuos gelang, die stofflichen Eigenschaften eines Lammfells ebenso wie die von Wolle, Seide oder Brokat detailreich und überzeugend zum Ausdruck zu bringen. „Sie sind nicht nur der Maler des Königs, sondern auch der König der Maler“, soll Philipp IV, König von Spanien, dem hoch geachteten Zurbarán zugerufen haben. In der Düsseldorfer Ausstellung wird erstmals auch eine Auswahl von acht faszinierenden Stillleben aus dem kleinen Œuvre des in der väterlichen Werkstatt ausgebildeten, sehr begabten, aber jung verstorbenen, Juan de Zurbarán (1620–1649) gezeigt. Kuratiert wird die Ausstellung von Generaldirektor Beat Wismer, gemeinsam mit der Zurbarán-Expertin Odile Delenda und Mar Barobia (Museo Thyssen-Bornemisza). Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von S. M. König Felipe VI. von Spanien und Bundespräsident Joachim Gauck.

Dem auf religiöse Themen und christliche Motive spezialisierten Maler Zurbarán gelang es zur Zeit der Gegenreformation wie kaum einem anderen, in seiner Kunst Gläubigkeit in beeindruckender Weise wiederzugeben. Unter seinen Heiligendarstellungen und Altarbildern finden sich Gemälde von asketischen Mönchen, aber auch Bildnisse prachtvoll gekleideter Frauen, die sich mit Kenntnis der jeweiligen Heiligenlegenden als christliche Märtyrerinnen offenbaren.

Begleitend zur Ausstellung wird die Werkgruppe „Hommage à Zurbarán“ der deutsch-amerikanische Fotografin Evelyn Hofer (1922-2009) gezeigt sowie unter dem Titel „Art & Fashion“ die Arbeiten von Studenten der AMD Akademie Mode & Design Düsseldorf präsentiert, die sich von der Kunst Zurbaráns zu eigenen Kreationen inspirieren ließen. Francisco de Zurbarán | Heilige Casilda, um 1635 | Öl auf Leinwand, 171 × 107 cm | Museo Thyssen-Bornemisza. Madrid © Museo Thyssen-Bornemisza. Madrid

Düsseldorf | Museum Kunstpalast

Jean Tinguely

23.4. – 14.8.2016 | 1.10.2016 – 5.3.2017, Stedelijk Museum Amsterdam Das Museum Kunstpalast Düsseldorf präsentiert in Kooperation mit dem das Stedelijk Museum, Amsterdam in einer umfangreichen Retrospektive das Werk des Schweizer Künstlers Jean Tinguely (1925–1991). Mit seinen kinetischen Objekten, den spielerisch-absurden Maschinenplastiken sowie mit seinen theatralischen „GroßProjekten“ und Aktionen gelang es Tinguely immer wieder aufs Neue die musealen Grenzen

in der Kunst zu überwinden und prägte damit entscheidend die künstlerische Entwicklung und das Erscheinungsbild der Kunst nach 1945. Die Ausstellung ist als thematisch strukturierte Überblicksschau konzipiert, die den wichtigsten künstlerischen Themen Tinguelys nachgeht: beginnend bei den frühen, zartpoetischen Drahtplastiken und kinetischen Assemblagen, über seine weltberühmten Mé-

ta-matics bis hin zu spektakulären Werken aus der Spätphase seines Schaffens, wie z.B. der 17 m großen, begehbaren Monumental-Skulptur Große Méta-Maxi-Maxi-Utopia oder dem legendären Mengele-Totentanz. Neben seinem beeindruckenden plastischen Werk sind es Tinguelys Aktionen und Gemeinschaftsprojekte, sei es mit Yves Klein, Niki de Saint Phalle, Bernhard Luginbühl, Daniel Spoerri oder Robert Rauschenberg, die besonders faszinieren und ein weiteres zentrales Thema der Ausstellung bilden.

Weitere Ausstellungen: David Rabinowitch: Church Drawings. Werke aus der Sammlung Kemp 10.10.2015 – 31.1.2016

SPOT ON: 4 Projekträume 30.10.2015 – 13.3.2016 Eat Art

Konzipiert wird das spektakuläre Projekt in enger Zusammenarbeit mit dem Museum Tinguely, Basel, als einem Hauptleihgeber der Schau. Weitere Museumsleihgaben kommen aus Frankreich, der Schweiz, den Niederlanden und dem Rheinland – einer Region, die seit den 1960er-Jahren zu Tinguelys wichtigen Wirkungsstätten gehörte sowie aus privaten Sammlungen.

Inken Boje – In guter Gesellschaft Wilhelm Wagenfeld. Glas der 30er-Jahre aus der Sammlung Kroll Hans-Peter Feldmann

Klee, Marc, Nolde… Expressionistische Graphik der Sammlung

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher illustrierter Katalog in englischer, deutscher und niederländischer Sprache.

Jean Tinguely | Grosse Méta-Maxi-Maxi-Utopia,1987 | 810 x 1683 x 887 cm | Eisenteile, Holzräder. Alutreppen, Vorhang, Karussellpferd, Tonvase von Ursi Luginbühl, Plastikblumen, Gartenzwerg, Elektromotoren, Mädchenfigur aus Terrakotta, innen mit PU-Schaum ausgeschäumt, mit rosa Farbe übergossen Museum Tinguely, Basel, Foto: Christina Baur © Museum Tinguely, Basel, Donation Niki de Saint Phalle © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Dr. Hans Lühdorf (1910–1983) 30.10.2015 – 31.1.2016

ADRESSE Museum Kunstpalast Kulturzentrum Ehrenhof Ehrenhof 4-5 40479 Düsseldorf T 0211-566 42 100 www.smkp.de

ÖFFNUNGSZEITEN Di-So 11-18 Uhr Do bis 21 Uhr Mo geschlossen Feiertagsöffnungszeiten siehe www.smkp.de/besucherinfo


KATE | arttourist.com 2|2015

Emden | 7

oben: Nikolai Astrup, A Clear Night in June, 1905-1907, Oil on canvas, 148 x 152 cm. Sparebankstiftelsen DnB/The Astrup Collection/KODE, Bergen Art Museum, Norway. Photo © Dag Fosse / KODE links: Nikolai Astrup, By The Open Door, Before 1911, Oil on canvas, 87 x 110 cm, Private Collection. Photo © Anders Bergersen

unten: Nikolai Astrup, The Moon in May, 1908, Colour woodcut on paper, 19 x 25.8 cm. . Sparebankstiftelsen DnB/The Astrup Collection/KODE, Bergen Art Museum, Norway. Photo © Dag Fosse / KODE

Emden

30 Jahre Kunsthalle Emden Mit Buchheims Expressionisten ins Jubiläumsjahr 2016 Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1986 durch Richard von Weizsäcker hat sich die Kunsthalle Emden vom idyllisch gelegenen Geheimtipp an der Nordsee zu einem der bekanntesten und populärsten Kunstmuseen Norddeutschlands entwickelt. Den „menschlichen Dimensionen“, die den damaligen Bundespräsident so beeindruckten, haben umfangreiche Erweiterungen und Modernisierungen keinen Abbruch getan. Im Gegenteil, Erstbesucher sind oft überrascht und begeistert: in einer beschaulichen Hafenstadt, entspannter Atmosphäre und reizvoller Umgebung ist das Erlebnis großer Kunst offenbar besonders genussvoll. Das Weltnaturerbe Wattenmeer liegt vor der Tür, die sprichwörtliche Weite Ostriesland entschleunigt schon auf der Anreise. Das Ausstellungsprogramm 2015/2016 hat viel zu bieten: Noch bis zum 24. Januar ist die berühmte Expressionisten-Sammlung von LotharGünther Buchheim zu Gast. Die Verfilmung seines Bestsellers „Das Boot“ durch den übrigens

Alexej von Jawlensky, Stillleben mit Obstschale, Böhmischem Glas und Empire Tasse, 1907, Öl/Malkarton.

ADRESSE Kunsthalle Emden Hinter dem Rahmen 13 D – 26721 Emden www.kunsthalle-emden.de

ebenfalls in Emden geborenen Regisseur Wolfgang Petersen wurde zum Welterfolg. Die Kunstsammlung verlässt für die Ausstellung in Emden zum ersten Mal überhaupt das Buchheim-Museum am Starnberger See. Das Jubiläumsjahr 2016 beginnt dann mit einer „Vitaminbombe“: vom 13. Februar bis 22. Mai ist unter diesem Titel eine Auswahl aus der großen Kunstsammlung des Unternehmers, Wissenschaftlers und Stifters Prof. Dr. Rainer Wild zu sehen, die sich mit der Frucht in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts beschäftigt. Darunter sind Arbeiten von Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein, Emil Nolde, Alexej von Jawlensky, Lucian Freud, Rainer Fetting, Georg Baselitz und Jörg Immendorf sowie zahlreicher zeitgenössischer Künstler wie Fernando Botero, Tony Cragg, Mel Ramos, Julian Schnabel, Gavin Turk und Marc Quinn. Im Sommer knüpft die Kunsthalle mit Akten von Otto Mueller unter dem Titel „Natürlich nackt“ (28.05. – 18.09.2016) an eines der Hauptwerke ihrer eigenen Sammlung an. Muellers Werke entbehren zwar jeglicher voyeuristischen Bloßstellung und Erotik. Zugleich entspricht die Darstellung der nackt Badenden aber auch nicht den damaligen Gepflogenheiten. Die Arbeiten des Expressionisten werden daher durch Fotografien und Artefakte zum Thema Baden spannend und unterhaltsam in ihren zeithistorischen Kontext gestellt. Der Höhepunkt des Programms wird pünktlich zum Geburtstag der Kunsthalle am 3. Oktober erreicht mit „Nikolai Astrup: Norwegen.

ÖFFNUNGSZEITEN Di – Fr 10 – 17 Uhr Sa, So, Feiertage 11 – 17 Uhr Mo geschlossen 23., 24., 25. und 31.12.2015 geschlossen.

EINTRITTSPREISE Erwachsene EUR 8 Ermäßigt EUR 6 Kinder/Jugendliche (bis 15 Jahre) frei

Im Garten der Buchheims in Feldafing, um 1993. Von links nach rechts: Lothar-Günther Buchheim, Dr. Andrea Firmenich, Henri Nannen, Eske Nannen, vorn liegend: Diethild Buchheim © Diethild Buchheim, Buchheim Museum der Phantasie

Eine Entdeckung“ (01.10.2016 – 22.01.2017). In seinem Heimatland Norwegen zählt Nikolai Astrup zu den bekanntesten und beliebtesten Künstlern. Seine Gemälde und Druckgrafiken der wilden und beeindruckenden Natur sowie des traditionellen Lebens West-Norwegens haben das Bild dieses Landes entscheidend geprägt. Bedeutende Werke finden sich im Nationalmuseum in Oslo, weiteren norwegischen Museen und zahlreichen privaten Sammlungen. Umso erstaunlicher, dass der Zeitgenosse Edvard Munchs außerhalb Skandinaviens kaum bekannt ist. Die Kunsthalle Emden widmet diesem einfallsreichen und außergewöhnlichen Einzelgänger

AUDIOGUIDE Kostenlos ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN Sonntags, 11.30 Uhr, EUR 3

die erste Ausstellung überhaupt in Deutschland. Mit rund 100 Werken aus allen Schaffensperioden gilt es, diesen Maler nun endlich auch außerhalb Norwegens zu entdecken. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Dulwich Picture Gallery (London) und dem Henie Onstad Kunstsenter (Oslo). Die Kunsthalle Emden ist die einzige Station in Deutschland. Eske Nannen, Stifterin und bis heute Geschäftsführerin der Kunsthalle, hat nur einen Geburtstagswunsch: „Für uns wäre es das schönste Geschenk, wenn möglichst viele Kunstfreunde unsere Ausstellungen sehen. Und dabei liegen mir bekanntlich die jungen Besucher besonders am Herzen!“

FÜHRUNGEN Tel. (04921) 97 50 70 Mo bis Fr 8 – 12 Uhr marlies.tjaden@kunsthalle-emden.de

TOURISTISCHE ARRANGEMENTS Tourist-Info Emden Tel. (04921) 97 40-0 Ostfriesland Tourismus GmbH www.ostfriesland.de Tel. (0491) 91 96 96 69


8 | Kunsttipps

KATE | arttourist.com 2|2015

Kassel

Stuttgart Poesie der Farbe

16.10.2015 – 28.2.2016 MORE – der Titel der umfassenden Sonderausstellung der documenta-Teilnehmerin Judith Hopf in der Neuen Galerie Kassel verweist unmittelbar auf eines der Kernthemen ihrer Arbeit: unsere heutige digitale Gesellschaft und die damit verbundene Überfülle an Informationen. Die Künstlerin beschäftigt dabei ein Paradox unserer von Computer und neuen Kommunikationsmedien geprägten Zeit: Wie kann es sein, dass wir uns heute – trotz der zahlreichen Möglichkeiten der Informationsbeschaffung und Medienvielfalt – schlechter informiert vorkommen als früher? Dem »Mehr« an Daten, Objekten oder Erwartungen, die unsere gegenwärtige Leistungsgesellschaft bietet und stellt, begegnen Judith Hopfs Kunstwerke mit subtilem Humor. So spiegeln die Gesichter ihrer „Erschöpften Vasen“ unsere Überforderung wider. Auf experimentelle Weise versucht die Künstlerin, ihre Beobachtungen zu den Strukturen und Widersprüchen der Gesellschaft sowie zur Wechselbeziehung zwi-

Erschöpfte Vase, 2013, Keramik, Glasur, Lack, Ø 14 cm, h 35 cm, Courtesy die Künstlerin, kaufmann repetto, Mailand New York. © 2015 VG Bild-Kunst, Bonn

schen Mensch und Technik in ihr ästhetisches Arbeiten einzuweben. Dafür bedient sich Judith Hopf unterschiedlicher Medien – von Installation und Skulptur, über Film bis hin zu Graphik – und entwickelt eine ebenso feinsinnige wie schräg-skurrile Ästhetik. Auch eigens für die Ausstellung in der Neuen Galerie entwickelte Arbeiten werden erstmals zu sehen sein. Neue Galerie | Museumslandschaft Hessen Kassel www.museum-kassel.de

Mannheim

DIE DUCKOMENTA Weltgeschichte neu entdeckt bis 24.4.2016 Die Ausstellung vereint Meilensteine der Die Reiss-Engelhorn-Museen laden in der AusKunstgeschichte: Berühmte Gemälde wie Lestellung „Die DUCKOMENTA“ zu einer unteronardos „Mona Lisa“, Spitzwegs haltsamen Reise in eine Paral„Der arme Poet“, Manets „Frühleluniversum ein, das von Enten stück im Grünen“ oder Munchs bevölkert wird. In der Schau gibt „Der Schrei“ präsentieren sich es ein überraschendes Wiedersein ungewöhnlicher Weise. Viehen mit weltberühmten Funden le große Persönlichkeiten wie der Archäologie und Werken Goethe, Napoleon, Sissi, Albert der Kunst- und KulturgeschichEinstein, Marilyn Monroe oder te – alle augenzwinkernd neu Che Guevara haben ihr Peninterpretiert mit Entenschnabel. dant in der Entenwelt. Hinter Mehr als 300 Exponate zeigen in der amüsanten Umdeutung der ungewöhnlicher Weise ObjekWeltgeschichte steht die Berlite von der Zeit der Dinosaurier Ausstellungsmotiv ner Künstlergruppe interDuck. bis zur Mondlandung. Uralte © Reiss-Engelhorn-Museen archäologische Zeugnisse wie Reiss-Engelhorn-Museen | Museum Weltkulturen die Venus von Villenduck und die EisentenD5 | 68159 Mannheim | www.rem-mannheim.de Mumie Dötzi sind ebenso vertreten wie griewww.duckomenta-mannheim.de chische Vasen, mittelalterliche Handschriften und geheimnisvolle ägyptische Funde, darunter die Büste der Königin Duckfretete.

München

LIFE IS NOT A BEACH

Zeitgenössische Fotografie und Skulpturen 22.1.-24.6.2016 In der Fortsetzung ihrer Themenausstellungen zeigt die Alexander Tutsek-Stiftung vom 22. Januar bis 24. Juni 2016 zeitgenössische Fotografien und Skulpturen. Unter dem Titel LIFE IS NOT A BEACH werden in der Ausstellung die Schattenseiten des Lebens thematisiert. Ein Beispiel dafür ist die beklemmende Welt von Drogenabhängigen. Der Fotograf Matthi-

Matthieu Gafsou, Lausanne I, 2013, Pigmentdruck, 100 x 125 cm © Matthieu Gafsou

eu Gafsou dokumentiert diese in seinen 30 Fotografien auf eine authentische, gleichzeitig auch poetisch-achtsame Weise. Die 20 Skulpturen, der zweite Schwerpunkt der Ausstellung, sind aus dem alltäglichen und doch vielschichtigem Material Glas sowie Mixed Media gefertigt. International bekannte (Philip Baldwin & Monica Guggisberg, Silvia Levenson, Janusz Walentynowicz und andere) sowie junge Kunstschaffende ergründen in ihren unterschiedlichen Arbeiten tiefsinnig die generellen Ängste sowie die inneren und äußeren Konflikte der Menschen. Matthieu Gafsou (1981) wurde mit dem „Prix de la fondation HSBC pour la photographie“ ausgezeichnet. Seine Fotografien werden international in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt und sind in zahlreichen Sammlungen vertreten. Er lebt in Lausanne und lehrt dort an der University of Art and Design. Alexander Tutsek-Stiftung | 80803 München www.atstiftung.de

23.10.2015 – 14.2.2016 In einem Brief an August Macke vom Dezember 1910 erläutert Franz Marc die Bedeutung der Primärfarben: Blau ist für ihn George Grosz, Die Straße, das ernste Prinzip, Rot 1915, Öl auf Leinwand, 45,5 x 35,5 cm, Staatsgalerie das brutale, Gelb das Stuttgart, erworben mit heitere. Ausgehend Lotto-Mitteln, ©Estate of George Grosz, Princeton, von diesen poetischen N.J./VG Bild-Kunst, Bonn 2015 und emotionalen Kategorien vereinen wir Gemälde, Zeichnungen und Druckgraphiken aus dem bedeutenden Bestand der Staatsgalerie. »Blau« wird vertreten durch die Künstler des »Blauen Reiter«, Franz Marc und Wassily Kandinsky sowie deren Freunde August Macke, Heinrich Campendonk, Alexej Jawlensky, Robert Delaunay, Paul Klee und Emil Nolde. In der Gruppe »Die Blaue Vier« trifft Lyonel Feininger am Bauhaus auf Kandinsky, Klee und Jawlensky. »Rot« als Sinnbild des Krieges vereint Max Beckmann, Otto Dix und George Grosz, die jeder auf seine Weise versuchen, das Unbegreifbare zu verarbeiten. »Gelb« führt alle Künstler mit Alfred Kubin noch einmal zusammen – heiter, ironisch, bis ins Groteske gehend Stuttgart | Staatsgalerie Stuttgart www.staatsgalerie.de

Bonn Japans Liebe zum Impressionismus von Monet bis Renoir bis 21.2.2016 Rund 100 in Europa weitgehend unbekannte impressionistische Meisterwerke von Monet, Manet, Cézanne, Gauguin, PissarJAPANS LIEBE ZUM ro, Renoir, Sisley, van IMPRESSIONISMUS Von Monet bis Renoir Gogh und anderen werden erstmals wieder in Europa gezeigt. Ausstellungsplakat © KunstBereits am Ende des und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutsch19. Jahrhunderts be- land gannen japanische Kunstliebhaber, Werke der französischen Impressionisten zu sammeln. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erwarben der Industrielle Kojiro Matsukata, der eng mit Claude Monet befreundet war, und der Geschäftsmann Magosaburo Ohara hochkarätige Meisterwerke. Bis heute entstanden in Japan einzigartige und bedeutende Sammlungen, die in namhaften öffentlichen und privaten Museen gezeigt werden. In der Bundeskunsthalle sehen Sie erstmals diese  in Europa noch nie gezeigten Höhepunkte des Impressionismus. Hinzu kommen eindrucksvolle Werke japanischer Maler, die um 1900 die moderne, westlich inspirierte japanische Kunst begründeten. Zusammen veranschaulichen sie die wechselseitige Faszination, welche die Künstler Europas und Japans in ihren Bann schlug und so die Kunstgeschichte veränderte. Bonn | Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland | www.bundeskunsthalle.de Exklusiv in Europa

8. Oktober 2015 – 21. Februar 2016 in Bonn

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland www.bundeskunsthalle.de Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland Museumsmeile Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 4, 53113 Bonn, T +49 228 9171-200 Tickets im Vorverkauf inklusive VRS-Fahrausweis über www.bundeskunsthalle.de www.bonnticket.de und an allen bekannten VVK-Stellen. Mobilitätspartner

Kulturpartner

Édouard Manet, Junge mit Blumen (Jacques Hoschedé) (Ausschnitt), 1876, Öl auf Leinwand © The National Museum of Western Art, Tokio

Judith Hopf. MORE

Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH, Bonn, wird gefördert durch

Bielefeld Einfühlung und Abstraktion Die Moderne der Frauen 31.10.2015 – 28.2.2016 In der jahresübergreifenden Ausstellung widmet sich die Kunsthalle Bielefeld der »Moderne der Frauen«. Die Ausstellung richtet den Blick auf das weibliche Kunstschaffen in Deutschland vom späten 19. Jahrhundert bis in die frühen 30erJahre, als Künstlerinnen gegen Ignoranz Ida Gerhardi, Selbstbildund gesellschaftliche nis I (Paris), 1903, Öl auf Leinwand, 73 x 61 cm, MärAblehnung allererst kisches Museum Witten ihre Professionalität Foto: Tanja Murczak, Märkisches Museum Witten erringen. Mit ausge-

wählten Positionen der Malerei spannt sie darüber hinaus den Bogen bis zur Gegenwart. Die Ausstellung setzt die Bielefelder Themenreihe zur künstlerischen Entwicklung der Moderne in Deutschland fort mit einem spannenden Blick auf den immer noch zu entdeckenden weiblichen Teil der Kunstgeschichte. Bielefeld | Kunsthalle Bielefeld www.kunsthalle-bielefeld.de

Wassily Kandinsky, Kochel - Gerade Straße, 1909 ©Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München

München Klee & Kandinsky. Nachbarn, Freunde, Konkurrenten bis 24.1.2016 Paul Klee (1879-1940) und Wassily Kandinsky (1866-1944) zwei Namen, die heute geradezu als Synonyme für die Klassische Moderne gebraucht werden. Fundamentale Bewegungen der Avantgarde wie »Der Blaue Reiter« oder das Bauhaus sind mit den Lebensläufen dieser Künstler verwoben; sie gelten als Gründungsväter und Schrittmacher der abstrakten Kunst. Zugleich gingen Klee und Kandinsky als eines der großen Freundespaare in die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts ein. Ein Schwerpunkt der Ausstellung wird auf der gemeinsamen Zeit am Bauhaus liegen, wo sich die bildnerischen Mittel von Klee und Kandinsky sehr nah kommen und überraschende Aspekte der gegenseitigen Beeinflussung zeigen. Die gesamte Schau spannt den Bogen von der Zeit des »Blauen Reiter« bis zum eindrucksvollen Spätwerk, das für beide Künstler nochmals einen Neubeginn bedeutete. München | Städtische Galerie im Lenbachhaus | www.lenbachhaus.de

Wuppertal Weltkunst | Von Buddha bis Picasso | Die Sammlung Eduard von der Heydt Mit rund 3500 Werken besaß Eduard von der Heydt nicht nur die bedeutendste private Kunstsammlung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sondern sicher auch eine der umfangreichsten. Aus dieser hochrangigen Sammlung zeigt das Von der HeydtMuseum in seiner Ausstellung „Weltkunst“ Paula Modersohn Becker, mit rund 350 Meis- Mädchenbildnis, 1905 Von der Heydt Museum terwerken nur einen Wuppertal Ausschnitt – die Höhepunkte der Sammlung! Rund 100 Werke stammen aus dem Museum Rietberg in Zürich, 250 gehören dem Von der Heydt-Museum. Wuppertal | Von der Heydt-Museum www.weltkunst-ausstellung.de

’s-Hertogenbosch (NL) Hieroymus Bosch 500 13.2. – 8.5.2016 Das Het Noordbrabants Museum in der niederländischen Stadt ’s-Hertogenbosch zeigt vom 13. Februar bis zum 8. Mai 2016 die internationale Ausstellung Hieronimus Bosch Visionen eines Genies. Mit voraussichtlich 20 Gemälden (Holztafeln und Triptychen) und 19 Zeichnungen ist es die größte Übersichtsausstellung zu Hieronymus Bosch (ca. 1450-1516, ’s-Her- Hieronymus Bosch-Das Fortsetzung auf Seite 27

Steinschneiden, 1500-1510, Museo Nacional del Prado, Madrid-Klein


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Auge in Auge mit Flandern Im Herbst und Winter wartet die Region Flandern mit einer Vielzahl an Kulturveranstaltungen, Festivals, Jubiläen und Events auf, die einmal mehr den Facettenreichtum und die Einmaligkeit dieser Region in Europa darstellen und unterstreichen. Die Städte Antwerpen, Brügge, Brüssel, Gent und Tongeren zeichnen sich alle durch ein reges Kulturleben aus, neben dem, dass die Städte selbst schon Kunstwerke sind.

dem Louvre Paris wurde eine große Themenausstellung mit dem Titel »2050. A Brief History of the future« konzipiert, die noch bis Mitte Januar im Museum der Schönen Künste zu sehen ist und das internationale Kulturfestival Europalia widmet sich diesmal der Türkei. Gent denkt, lebt und präsentiert sich in Orange, was mit der 200 Jahrfeier der Gründung des Vereinigten Königreiches der Niederlande zusammen hängt. Diese Konstellation dauerte nur 15 Jahre, prägte Gent aber nachhaltig in vielen Bereichen. Bis Mitte Januar blickt man mit Stolz, Wehmut und einer großen gegenseitigen Liebe auf diese Zeit zurück. Und Tongeren? Tongeren hat bis April 2016 die Gladiatoren zu Gast, die Helden des Kolosseums. Das Gallo-Römische Museum zeigt in einer Ausstellung die atemberaubende Welt der Gladiatoren »Auge in Auge«. Eine beeindruckende Schau, die in enger Zusammenarbeit mit dem Kolosseum in Rom und weiteren europäischen Museen entstanden ist. Informationen: www.visitflanders.de

Antwerpen feiert 50 Jahre Fotomuseum mit herausragenden Ausstellungen, wie der Erweiterung der historischen Sammlung um die Geschichte der Fotoindustrie, und einen Sohn der Stadt, den belgischen Kunststar Luc Tuymans, der in Antwerpen lebt und arbeitet. Dies im Rahmen der Feierlichkeiten zum 5jährigen Bestehen des MAS Museum am Strom. In Brügge sind 2016 die >>Hexen los<<. Und zwar die im Werk des großen Peter Bruegel, zu sehen ab Februar in einer beeindruckenden Sonderschau. In Brüssel dreht sich zurzeit vieles um die Zukunft. In Zusammenarbeit mit © Grand Curtius - Liège

Tongeren

GLADIATOREN –

Helden des Kolosseums 24.10.2015 – 3.4.2016 Auge in Auge in der Arena. Höchste Konzentration, wahre Todesverachtung. Jeder Hieb kann tödlich sein und jeder Kampf der letzte. Die atemberaubende Welt der Gladiatoren hält Einzug in Tongeren. Vom 24. Oktober 2015 bis 3. April 2016 im Gallo-Römischen Museum. Mit absoluten Spitzenstücken aus vielen europäischen Museen. Und vor allem in einer einzigartigen Zusammenarbeit mit dem Kolosseum in Rom.

Auge in Auge mit den Gladiatoren Kämpfe mit wilden Tieren und öffentliche Hinrichtungen von Verbrechern boten einen Vorgeschmack auf den Höhepunkt des Tages: die Gladiatorenkämpfe. Angefeuert von über 50 000 Zuschauern kämpften die Gladiatoren unter dem wachsamen Auge des römischen Kaisers um ihr Leben. Barbarisch? Heute hat es den Anschein, aber für die Römer bedeuteten die blutigen Kämpfe mehr als reine Unterhaltung. Sie waren ein Sinnbild der militärischen Erfolge, die das Römische Reich groß gemacht hatten. Ihre Gladiatoren waren Helden.

Eine überwältigende Hinterlassenschaft Authentische Waffen, Helme, Beinschützer und viele andere beeindruckende Attribute regen die Fantasie an. Diese Spitzenstücke werden zusammen mit Grabsteinen, Götterskulpturen, Gebrauchsgegenständen, die Welt der Gladiatoren zu neuem Leben erwecken. Auch die lebensgroßen Figuren, die mitreißenden Filme und die faszinierenden interaktiven Installationen und Workshops, werden auf jeden Fall dazu beitragen. Die Ausstellung wird sicher eine unvergessliche Gesamterfahrung.

ADRESSE Gallo-Römisches Museum Kielenstraat 15 3700 Tongeren Belgien www.galloromeinsmuseum.be ÖFFNUNGSZEITEN Di – Fr 9 – 17 Uhr Sa, So und feiertags, in den Schulferien (Belgien) 10 – 18 Uhr Mo geschlossen, außer feiertags 25.12.2015 und 1.1.2016 geschlossen EINTRITTSPREISE Gladiatoren – Helden des Kolosseums Erwachsene EUR 10 Kinder und Jugendlich bis 26 Jahre EUR 1 55+, Menschen mit einer Behinderung, Ermäßigungsberechtigte, Gruppen EUR 8 Familien EUR 21

Gladiatoren – Helden des Kolosseums + permanente Ausstellung Erwachsene: EUR 15 Kinder und Jugendlich bis 26 Jahre EUR 1 55+, Menschen mit einer Behinderung, Ermäßigungsberechtigte, Gruppen EUR 10 Familien: EUR 31 FÜHRUNGEN Dauer: 1½–2 Std. Höchstens 25 Teilnehmer pro Gruppe Entgelt für den Führer EUR 55 Informationen und Buchung unter Tel. + 32 12 67 03 40 Fax + 32 12 67 03 33 grm@limburg.be www.galloromeinsmuseum.be

© Museo Archeologico Nazionale - Napoli

© Gallo-Römisches Museum- Tongeren


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FOOTPRINT. Die Spuren von Schuhen in der Mode 3.9.2015 – 14.2.2016 Die Ausstellung FOOTPRINT nimmt Sie mit auf die Spuren der Schuhe in der Mode und verspricht, eine wahre Offenbarung sowohl für Schuhliebhaber als auch für Modefreaks zu werden. Von den geradezu außerirdischen modernen Designs von Iris van Herpen und Noritaka Tatehana bis zu den geschnitzten BC Jurgi Persoons, S/S 1997, heelonly shoe in wood and patent Holzschuhen aus dem 19. Jahrhun- leather. The heel is a reproduction dert. Das innovative und gewagte of a 1950s sandal. Photo: MoMu/ Frédéric Uyttenhove. Graphical Design dieser Schuhe wird ebenso Design: Jelle Jespers beleuchtet wie ihre kulturelle Bedeutung.Der Schwerpunkt der Ausstellung richtet sich auf diejenigen Mode- und Schuhdesigner, die mit ihrem handwerklichen Können und ihrer künstlerischen Vision einen Fußabdruck – Footprint – in der Mode ihrer Zeit hinterlassen haben. ModeMuseum Provincie Antwerpen – MoMu | www.momu.de

Luc Tuymans | Glasses FoMu © An-Sofie Kesteleyn

Antwerpen

50 Jahre Fotomuseum Antwerpen 23.10.2015 – 14.2.2016 1965 fand in Antwerpen eine Ausstellung über 125 Jahre Fotografie statt. Hieraus ist auf Umwegen das Fotomuseum Antwerpen (FoMu) hervorgegangen. Seit 1986 befindet sich das Museum in einer ehemaligen Lagerhalle am Waalsekaai südlich der Innenstadt. Neben viel beachteten Wechselausstellungen beherbergt das Haus eine Dauerausstellung, die ihren Fokus auf die Geschichte der Fotografie richtet. In diesem Jahr nun feiert das von der Provinz Antwerpen unterhaltene Fotomuseum sein 50-jähriges Bestehen. Im Mittelpunkt steht dabei eine große ReADRESSE FoMu - FotoMuseum Provincie Antwerpen Waalsekaai 47 2000 Antwerpen www.fotomuseum.be

trospektive über August Sander (1876– 1964). Die Werkschau umfasst mehr als 300 Arbeiten des stilprägenden Kölner Fotografen. Sie ist ab dem 23. Oktober zu sehen.

rie. Das Wochenende bis einschließlich 22. November bildet mit einem abwechslungsreichen Programm zugleich den Höhepunkt der Festivitäten.

Zu den Jubiläumsaktivitäten gehört zudem die Ergänzung der historischen Abteilung um einen neuen Aspekt: Ab Freitag, 20. November, widmet sich das Museum unter dem Namen „Photography Inc.“ in einem gesonderten Flügel der Historie der Fotoindust-

ÖFFNUNGSZEITEN Di – So 10 – 18 Uhr Mo geschlossen außer feiertags 24. und 31.12.2015 10 – 14 Uhr

EINTRITTSKARTEN Normalpreis EUR 8 ermäßigt EUR 6 bis 18 Jahren frei 18 – 26jährige EUR 3

Gevabox, ca. 1955/59, Gevaert Photo-Producten n.v., Boxcamera, voor opnamen 6x9 cm, op 120 mm-rolfilm, © Collectie FotoMuseum Antwerpen Bonnecroy_Zicht op de rede van Antwerpen1658@Bart Huysmans

WELTSTADT

Ausstellungen

Eröffnung am 16.5.2016 Aus Anlass seines fünfjährigen Bestehens wartet das MAS im Mai 2016 mit einer neuen Dauerausstellung in der Box „Weltstadt“ auf der fünften Etage auf. Die Ausstellung veranschaulicht, wie Nahrung die Stadt Antwerpen und ihre Verbindung zum nahen und fernen ländlichen Raum seit dem Goldenen Zeitalter bis heute geformt hat. MAS | Museum am Strom | www.mas.be/Museum_MAS_DU

August Sander - Meisterwerke und Entdeckungen 23.10.2015 - 14.2.2016 August Sander (DE, 1876-1964) gilt als einer der einflussreichsten Fotografen des vergangenen Jahrhunderts. Mit seiner Bilderserie Menschen des 20. Jahrhunderts versuchte er sich mittels ein paar Hunderte von Porträts eine Übersicht über die ganze Gesellschaftsordnung zu verschaffen. Die Aufnahmen “Der Bäcker”, „Der Bauer”, “Der Intellektuelle”, “Der Revolutionär“ und vieler anderen sind ikonisch. Das Œuvre Sanders beschränkt sich aber nicht auf diese Bilderserie. Neben diesem Gesamtprojekt bietet die Ausstellung auch eine kaleidoskopische, fünf Jahrzehnte umfassende Übersicht über verschiedene Themen: kölnische Stadtbilder während des Zweiten Weltkriegs, deutsche Landschaften, Auftragsarbeit und sogar botanische Studien. Diese Ausstellung stellt sowohl bekannte als auch noch nie gezeigte Meisterwerke und Serien dar, und umfasst mehr als dreihundert Originalabzüge.  Diese umfangreiche Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, veranstaltet.

13.5. – 18.9.2016 Banal und bestimmend. Das Werk des Malers Luc Tuymans (1958) ist eine permanente Forschung nach Bildern und dem Bildersturm, der täglich über uns hereinbricht. Danach, wie Menschen und Dinge sich uns zeigen. Nach der Kluft zwischen Darstellung und Wirklichkeit. Da eine Brille dem Anblick von jemandem Form verleiht, ist sie als so ein augenscheinlich selbstverständliches Instrument für @Luc_Tuymans_Untitled_2000 einen Künstler und Untersucher von Bildern wichtig. Eine Brille bestimmt mit, wie wir jemandes Identität ‚lesen’, wie nebensächlich er auch zu sein scheint. Schlüsselwerke Luc Tuymans und das MAS bringen mit Glasses eine exquisite Selektion von über zwanzig Werken zusammen. Es geht um Porträts, sowohl von ‚Menschen ohne Namen’ als auch von historischen Figuren und anderen Werken. Niemals zuvor waren sie zusammen zu sehen. MAS | Museum am Strom | www.mas.be/Museum_MAS_DU

The Moderns. Choice Art August Sander. Circusartiesten. 1926-1932 © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2015

Sammlungsausstellung: Photography Inc. 20.11.15 – 9.10.2016 Im Herbst 2015 wird im FotoMuseum die neue Sammlungsausstellung Photography Inc. eröffnet. Diese Ausstellung erzählt die Geschichte der Fotografie aus dem Blickwinkel der fotografischen Industrie. Anhand von Bildern, Kameras, Zeitschriften und Alben erwärmt das Foto Museum den Besucher für bekannte Höhepunkte und neue Entdeckungen aus der reichen Geschichte der Fotografie. Die Erfindung der Fotografie im Jahre 1839 bringt auch die Entwicklung der fotografischen Industrie in Gang. Anfangs ist die Fotografie ein Handwerk und ein Luxusprodukt für die geschulte Elite, später wird sie zur Dutzendware für die breite Masse. In diesem Kontext sind Automatisierung, Kommerzialisierung und Massenkonsum nicht mehr wegzudenken. In der Ausstellung Photography Inc. steht die Wechselwirkung zwischen Hersteller und Verbraucher im Mittelpunkt: Angebot und Nachfrage. Kurator: Tamara Berghmans Frank Philippi, Bezoekers aan Expo ‚58 te Brussel, 1958 © Collectie FotoMuseum Antwerpen

19.9.2015 – 3.1.2016 Zum letzten Mal sind »Die Modernen« Gäste im Königin Fabiolazaal Antwerpen. Für die letzte Ausstellung hat das KMSKA (Königliches Museum für Schöne Künste), das noch bis 2018 wegen Renovierung geschlossen ist, 40 bekannte und weniger bekannte Künstler gefragt, ihr Lieblingsbild aus der 19. und 20. Jahrhundert-Sammlung der KMSKA und der Provinz auszuwählen und zu erläutern, warum sie gerade dieses Bild ausgewählt haben. Entstanden ist eine spannende Ausstellung, eine Art Sammelband an Geschichten rund um die Kunst. Mit der Ausstellung »Choice Art« schließt sich die Reihe an Ausstellungen der Moderne. KMSKA Museum der Schönen Künste Antwerpen im Koningin Fabiolazaal www.kmska.be

Paul de Roy © Foto Jacques Sonck


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BACH Akademie BRUGGE 2016 20. – 24.1.2016 Johann Sebastian Bach wuchs in einer musikalischen Familie auf. Aber die künstlerischen Wurzeln aus seiner Heimat Thüringen waren ihm nicht genug. Aus dieSkip Sempé © Wouter Jansen_B sem Grund machte er sich im Jahr 1705 von Arnstadt auf den Weg in das 450 Kilometer entfernte Lübeck, wo der deutsch-dänische Dieterich Buxtehude gerade dabei war eine lebendige und innovative Musik-Szene zu schaffen. In der sechsten Bachakademie Brügge, werden Sie den Austausch zwischen zwei Generationen von Musikern erleben. Das Collegium Vocale Gent eröffnet die Bachakademie mit »Membra Jesu nostri«. Daneben treten das Dunedin Consort, mit den jungen Countertenören Iestyn Davies, Sempé und Olivier Fortin, Jean Rondeau und seinem Quartett Nevermind, Marimba-Spieler Theodor Milkov, Bernard Foccroulle auf der Walburga Orgel und viele weitere Künstler auf. Concertgebouw Brugge | vzw ‚t Zand 34 | 8000 Brugge www.concertgebouw.be

Handmade in Brügge App Handmade in Brugge fördert und unterstützt das Handwerk, inspiriert von der Vergangenheit und der Zukunft. Diese Stadtwanderung überrascht mit Geschichten der Brügger Hand- Handmade in Brügge © Alain Meessen werker von damals und heute. Man entdeckt Monumente aus Sicht des Handwerkers, heutige Facharbeiter überraschen mit ihren einzigartigen und inspirierenden Kreationen. Die Geschichte der Brügger Steinhauer, Schuster, Schneider, Steinmetze, Konditoren und vieler mehr! www.handmadeinbrugge.be

Georges Vantongerloo

David Teniers II (omgeving van), Hekserijscène, ca. 1635

Brügge

Die Hexen des Pieter Bruegel

Robert Devriendt – Making Connections

25.2. – 26.6.2016 Im Allgemeinen stellt man sich eine Hexe als eine hässliche Frau vor, die auf einem Besen in den Kamin und anschließend aus dem Schornstein hinausfliegt. Auf dem Herd steht ein großer Hexenkessel, in dem sie ihre Zaubermittel kocht, während sich eine Katze am Feuer wärmt. Weniger bekannt ist, dass dieses Hexenbild von Künstlern aus den Niederlanden geprägt wurde. Besonders Pieter Bruegel spielte hierbei eine maßgebliche Rolle. Als erster platzierte Bruegel die Hexe mit ihrem Hexenkessel in die Nähe eines Herdes, und für die Hexen, die sich bis dahin auf unterschiedlichen Gegenständen fliegend fortbewegt hatten, wählte Bruegel resolut den Besen aus – eine Wahl, in der ihm zahlreiche andere Künstler folgten. Seine Hexenthematik wurde natürlich weithin übernommen. Einige Maler nahmen seine Drucke wörtlich, z.B. Cornelis Saftleven. Andere, z.B. Frans Francken II, ergänzten das Hexenbild von Bruegel mit Details aus lokalen Verurteilungen und Ereignissen. Auch David Teniers der Jüngere wurde so inspiriert, und es sind von seiner Hand mehr als dreißig Darstellungen über Hexen und ihre teuflischen Praktiken erhalten.

Diese Ausstellung bringt mehr als vierzig Hexendarstellungen großer holländischer und flämischer Meister zusammen, z.B. von Pieter Bruegel und David Teniers dem Jüngeren. Die Hexendarstellungen sind selbstverständlich unlöslich mit den Hexenverfolgungen verbunden: die ersten Prozesse fanden um 1430 statt. Und so entstanden auch in den Brügger Werkstätten farbenreiche Darstellungen von Hexen. Auf den Rändern von Manuskripten fliegen kleine Hexen, auf seitengroßen Miniaturen halten Hexen ihren Sabbat. Auch klimatische Veränderungen hatten Einfluss auf die Hexendarstellungen. Ab Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Norden Europas von einer Jahrhunderte dauernden Periode kalter Winter und relativ kalter Sommer heimgesucht, einer Epoche, die heute Kleine Eiszeit genannt wird. Diese verlief ungefähr parallel zum Achtzigjährigen Krieg in den Niederlanden und ging mit einer Hungersnot einher. Und in Zeiten der Krise wird immer nach einem Sündenbock Ausschau gehalten: man glaubte, dass Hexen das schlechte Wetter herbeigezaubert hat-

26.9.2015 – 7.2.2016 Das Groeningemuseum besitzt fünf Schlüsselwerke von Georges Vantongerloo. Sie stammen aus dem Zeitraum von 1916-1963. Das Museum nimmt den fünfzigsten Todestag des Künstlers zum Anlass, diese Sammlung zu zeiBrügge_Georges Vantongerloo gen, die mit einigen Leihgaben ergänzt wird. Vantongerloo stand am Anfang der abstrakten Kunst in Belgien: er arbeitete bei De Stijl mit und mit Theo van Doesburg. Er durchläuft in jungen Jahren jedoch auch eine fauvistische Periode. Die geraden, geometrischen Linien und Formen der zwanziger Jahre wichen gegen Ende der dreißiger Jahre wellenförmigen Linien. Seit 1945 verfertigte er Skulpturen aus Draht, farbigem Plastik und Plexiglas, inspiriert von Mathematik und Kosmologie. Vantongerloo wurde damit nicht nur einer der wichtigsten, sondern auch einer der interessantesten belgischen Künstlers des 20. Jahrhunderts. Groeningemuseum | Dijver 12 | 8000 Brugge | www.museabrugge.be

ten. Dies führte zu einer Zunahme der Hexenverfolgungen. Als diese wieder zurückgingen, wurde auch das Hexenbild ein anderes. Dennoch sind Hexen und Zauberer weiterhin faszinierende Gestalten – man denke nur an den Welterfolg von Harry Potter… In Zusammenarbeit mit dem Museum Catharijneconvent, Utrecht (NL)

ADRESSE Sint-Janshospitaal | Mariastraat 38 | 8000 Brugge www.museabrugge.be

17.10.2015 – 21.2.2016 Close-ups in eine Duschszene hinein, eine Explosion, ein Paar im gelbgrünen Neonlicht eines Parkplatzes, ein streunender wilder Hund... Die kleinen Gemälde von Robert Devriendt wirken wie Teaser, die die Imagination in Gang setzen. Der Künstler baut auf die Assoziationen, die die Werke erzeugen und auf die Verbindungen, die der Betrachter zwischen den Gemälden knüpft. Mit seiner präzisen und sensiblen Malweise gilt Devriendt als Paradiesvogel innerhalb der zeitgenössischen Kunst. Zuvor erhielt er das Etikett eines zeitgenössischen Flämischen Primitiven. Aber es verbirgt sich mehr dahinter. Seine Gemälde haben einen großen “Eyes-Wide-Shut”-Gehalt. Immer mehr zeigt sein Oeuvre die Merkmale eines Filmes. Seine Serien spiegeln die Bilderflut von heute wider, bei der die intime Wahrnehmung manchmal brüsk mit virtuellen Bildern konfrontiert wird. Robert Devriendt hat sein Atelier in Brügge und arbeitet mit berühmten Galerien zusammen, z.B. Marlborough Fine art in London, Galerie Albert Baronian in Brüssel und Galerie Loevenbruck in Paris. Groeningemuseum | Dijver 12 | 8000 Brugge | www.museabrugge.be

ÖFFNUNGSZEITEN Di – So 9:30 – 17 Uhr Mo geschlossen Ostermontag und fingstmontag geschlossen EINTRITTSPREISE Normalpreis EUR 8 > 65 Jahre und 12-25 Jahre EUR 6 Kinder bis 12 Jahre & Schüler der Grund- und Mittelschule (begleitet von Lehrer) gratis Gratis mit Museumpas, Vrienden Musea Brugge und Brugge City Card FÜHRUNGEN Informationen und Buchung unter Telefon +32 50 44 87 43 | Fax +32 50 44 87 78 musea@brugge.be | www.museabrugge.be

Brügge__Robert_Devriendt


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Train World – der neue Publikumsmagnet in Brüssel Train World, der Ausstellungsrahmen für die Eisenbahnen von gestern, heute und morgen, wird ab 2015 die neue Touristenattraktion in Brüssel. Dort kann der Besucher die Marie-Françoise Plissart | PLZ2 689 Schmuckstücke aus der Sammlung historischer Lokomotiven und Wagen der Belgischen Eisenbahnen bewundern, aber auch mehr über die wichtige Rolle des Zugverkehrs für die Mobilität heute und in der Zukunft erfahren. Train World ist mehr als nur ein Museum: Train World ist ein Erlebniszentrum. www.trainworld.be

ADAM | Art & Design Atomium Museum Brüssel Eröffnung am 11. Dezember 2015 Das ADAM profiliert sich als Museum und Kunstzentrum, widmet sich der Kunst und dem Design des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart in unmittelbarer Nähe zum Atomium. Diese Dauerkollektion mit dem Namen „Plasticarium“ ist absolut einzigartig in der Welt und © Cantilever - V.Panton-1967 bereichert die kulturelle Dynamik der Hauptstadt Europas. Die Sammlung ist das Werk eines passionierten Sammlers, Philippe Decelle, der im Laufe der Jahre mehrere Tausende Objekte zusammengetragen hat, beginnend bei der Utopie du Tout Plastique am Anfang der sechziger Jahre über die Pop-Art, bis hin zum Postmodernismus. www.adamuseum.be

europalia.turkey international arts festival

© Yongliang - Heavenly City 08 – 2008

Brüssel

2050. A Brief History of the Future 11.9.2015 – 17.1.2016 Das Royal Museums of Fine Arts of Belgium in Brüssel und das Louvre Museum Paris präsentieren gemeinsam dieses ambitionierte und innovative Ausstellungsprojekt inspiriert von Jacques Attali’s Essay A Brief History of the Future | Eine kleine Geschichte der Zukunft. Gemälde, Skulpturen, Fotos, Videos, Installationen und digitale Kunst: über 70 zeitgenössische Werke hinterfragen unsere Zukunft bis ins Jahr 2050. Die Ausstellung des Royal Museum of Fine Art

Brussels stellt sich großen gesellschaftlichen Themen wie übermäßiger Konsum, globale Konflikte, Ressourcenknappheit, soziale und wirtschaftliche Ungleichheit und der Mutation des menschlichen Wesens. Die komplexen Themen der Ausstellung, die von positiven und konstruktiven Visionen geprägt und geleitet sind, werden in der Ausstellung auch humorvoll und hintergründig in Frage gestellt. Belgische und internationale Künstler wie Sugimoto, Boetti, Kingelez, Warhol, Lachapelle, Gursky, Op de

Beeck, Yongliang, Turk, Alÿs, ... laden die Besucher zu einem Dialog über die Zukunft ein. Die ergänzende Ausstellung des Louvre (24.9.2015 – 4.1.2016) wagt den Blick in die Zukunft vor und bedient sich dabei subjektiver Interpretationen aus der Vergangenheit und künstlerischer Kreationen des letzten Jahrtausends. Beide Ausstellungen sind von Jacques Attali Buch »Eine kleine Geschichte der Zukunft« (in 18 Sprachen übersetzt) inspiriert.

© David LaChapelle, Gas Hell, 2012 ADRESSE Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique Rue de la Régence 3 | 1000 BRUXELLES | Belgium www.expo-2050.be | www.bozar.be/ ÖFFNUNGSZEITEN Di – Fr 10 – 17 Uhr | Sa, So 11 – 18 Uhr | Mo geschlossen 1.11, 11.11 und 25.12.2015, 1. + 14.1.2016 geschlossen EINTRITTSPREISE Normalpreis EUR 14,50 Senioren (+65 Jahre) EUR 12,50 Kinder / Jugendliche (6-25 Jahre) EUR 8 Belgische Lehrer EUR 8 Menschen mit Behinderung EUR 8 Kinder (5 und jünger) frei Freunde des RMFAB, Presse, ICOM Mitglieder frei Familienkarte (2 Erwachsene + 2 Kinder / Jugendliche (25 und jünger) EUR 32 Erwachsenengruppe (min 15 Personen) EUR 10,50 Schulgruppe (6 – 25 Jahre) EUR 3,50 INFORMATIONEN reservation fine arts museum.be Tel. 02/508.33.33 | Fax. 02/508.32.32

Oktober 2015 - Januar 2016, verschiedene Orte Schon seit 1969 richtet Brüssel das internationale Kulturfestival Europalia aus. In dessen Rahmen präsentiert sich im Zweijahresturnus jeweils ein Land in zahlreichen campagnebeeld Facetten. Nachdem das Festival zuletzt mit Antwerpen-Istanbul Indien, Brasilien und China aufstrebende Nationen aus fernen Kontinenten eingeladen hatte, richtet sich der Blick nun auf ein am Rande Europas gelegenes Land, das zurzeit so viel Aufmerksamkeit wie selten zuvor erfährt: die Türkei. Ab dem 6. Oktober können Interessenten den multikulturellen Vielvölkerstaat auf vielseitige Weise erleben, denn zum Programm gehören Musik, bildende Kunst, Theater, Literatur, Gastronomie, Architektur, Design und Mode. www.europalia.be

Daniel Buren – A Fresco 19.2. – 22.5.2016 Die Ausstellung Daniel Buren »Ein Fresko« bietet eine Antwort auf die Frage, wie es möglich ist, eine Retrospektive von Werken Daniel Buren zu realisieren, die auf der ganzen Welt im öffentlichen Raum verteilt sind. Daniel Buren, June 2014 Seit den 1970er Jahren arbeitet der französi- © Claude Truong Ngoc sche Künstler Daniel Buren (1938) im Öffentlichen Raum. Er malt bunte Flugzeuge und Streifen an Privathäuser, Gebäude, Museen und in Räumen. Das Bozar bringt einige Arbeiten nach Brüssel und stellt sie Werken von Künstlern wie Henri Matisse, Kasimir Malewitsch, Hanne Darboven und Sigmar Polke gegenüber. Eine Wand mit bewegenden und statischen Bilder (Mur d‘images) gibt Einblick in die Denkweise und Arbeit des Künstlers. www.bozar.be

Van Doesburg A New Expression of Life, Art and Technology | 26.2. – 29.5.2016 Reisen Sie zurück an den Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts mit Theo van Doesburg und inhalieren Sie die revolutionäre Atmosphäre der Avantgarde in der Ausstellung »VAN DOESBURG«. Ein neuer Ausdruck des Lebens, der Kunst und der Technik. Nachdem Van Doesburg im Jahre 1917 zusammen mit Piet Mondrian die Kunstbewegung De Stijl in den Niederlanden gegründet hatte, zog Van Doesburg aus, um die neue abstrakte Bildsprache international bekannt zu machen. In Paris traf er auf die Kunst der Dadaisten und begann dadaistische Poesie zu schreiben. Im Weimar präsentierte er sein neues Bewusstsein für die Schönheit der Kunst den Architekten am Bauhaus. Er reiste quer durch Europa und vermittelte seine bahnbrechende visuelle Sprache, nicht nur die Theo Van Doesburg_The construction of space-time der Malerei, sondern auch die der ArchiIII, 1924, Private Collection. tektur, der Mode und des Designs. Photo © Christie‘s Images, Bridgeman Image www.bozar.be


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Gent

Gent kleurt Oranje Gent und Oranien | 11.9.2015 – 17.1.2016 Vor 200 Jahren wurde das Vereinigte Königreich der Niederlande gegründet. Diese nur 15 Jahre dauernde Konstellation hatte für Gent weitreichende Folgen. Die damals umgesetzten Projekte prägen bis zum heutigen Tag einen Großteil des Lebens der Stadt. So wurde die Universität 1817 gegründet. Mit dem 1827 gebauten Gent-Terneuzen-Kanal gab es endlich eine Verbindung zwischen dem Genter Hafen, der Westerschelde und der Nordsee. König Willem I unterstützte die aufkommende Genter Textilindustrie in vollem Umfang. Aus diesen Gründen blickt so mancher noch mit Wehmut auf diese Zeit zurück. Die Liebe ist im Übrigen gegenseitig. Tausende Niederländer besuchen jedes Jahr Gent. Aus diesem Grund sind die nördlichen Nachbarn die größte Gruppe der ausländischen Touristen. In Gent studieren über 1.000 niederländische Jugendliche.

Das Jahr 2015 wird kulturell ein deutliches Oranien-Jahr, und zwar unter dem Motto „Gent kleurt Oranje“ (Gent und Oranien). Im Herbst dieses Jahres präsentiert das STAM in der Ausstellung „Das verlorene Königreich. Willem I und Belgien“ (Het verloren koninkrijk) die historische Geschichte des Vereinigten Königreichs der Niederlande. Das Design museum Gent setzt auf ein „Design-Derby Belgien-Niederlande 1815-2015“. Das Museum für Schöne Künste (MSK) bietet mit „Das Goldene Zeitalter neu aufgelegt. Eine kuriose Sammlung aus den Niederlanden“ (De Gouden Eeuw revisited. Een curieuze collectie uit de Nederlanden) auf. https://stad.gent/gent-kleurt-oranje

Reihenfolge und parallel angeordnet zu sehen: Reich verziertes Silber, Glaswerk und Keramik bis hin zu Möbeln, Mode und grafischem Design unserer Zeit. Von Empire über Neurenaissance bis Art déco und aktuellen Entwicklungen wie Ecodesign und Social Design: Die Ausstellung enthüllt auffallende Übereinstimmungen oder erstaunliche Unterschiede zwischen den beiden Ländern. Zum ersten Mal werden belgische und niederländische Designpraktiken in einem solchen Umfang miteinander verglichen. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Museum Boijmans Van Beuningen (Rotterdam). Design museum Gent | Jan Breydelstraat 5 | 9000 Gent | www.designmuseumgent.be

© Prijsuitreiking_Vrijdagmarkt

Das verlorene Königreich. Willem I und Belgien 15.10.2015 – 28.3.2016 Es ist genau 200 Jahre her, dass Belgien und die Niederlande unter König Willem I zum Vereinigten Königreich der Niederlande zusammengeschlossen wurden. Das Königreich bestand ganze 15 Jahre, von 1815 bis 1830. Diese Ausstellung befasst sich mit diesen 15 Jahren unter König Willem I und den Anfangsjahren des unabhängigen Belgiens. Die Person Willem I, der erste und einzige König des Vereinigten Königreichs der Niederlande, steht dabei im Mittelpunkt. Er regierte als aufgeklärter Despot, setzte sich aber zugleich stark für die Entwicklung der Wirtschaft ein. Sie erfahren, dass die Belgier damals offiziell Niederländer waren und warum Willem I die folgenden Spitznamen bekam: Kanalkönig, Käse-König, Kaufmann-König und Kupfer-König. Sie erfahren, dass die Ehe zwischen Belgien und den Niederlanden arrangiert war und, warum die Belgier um 1830 einen aufständischen Spruch auf die Mauern malten

STAM - Stadsmuseum Gent | Bijlokesite Godshuizenlaan 2 | 9000 Gent | www.stamgent.be

Das Goldene Zeitalter neu aufgelegt. Eine kuriose Sammlung aus den Niederlanden bis 28.2.2016

Links: Studio Wieki Somers (Dylan van den Berg & Wieki Somers), Aoyama, 2014 ©Fabrice Gousset Courtesy Galerie Kreo. Rechts: Muller Van Severen, Installation S.Courtesy Valerie Traan Gallery. Foto: Fien Muller.

Design-Derby Belgien – Niederlande (1815 - 2015) 23.10.2015 – 13.3.2016 Im Herbst 2015 lassen sich Belgien und die Niederlande im Design Museum Gent auf eine spannende Konfrontation ein. Die besten Designer und Entwürfe aus beiden Ländern, die es in den vergangenen zwei Jahrhunderten gab, sind dann nebeneinander und einander gegenüber zu sehen. Von der eleganten belgischen Art nouveau bis zur straffen niederländischen Variante und von der edlen belgischen Handwerkskunst bis zum eher Konzeptdesign unserer nördlichen Nachbarn. Wer wird gewinnen? Oder endet dieses „Design Derby“ unentschieden? Die Ausstellung bietet 200 Jahre Design aus Belgien und den Niederlanden im Überblick. Über 400 Designobjekte sind in chronologischer

Reinier Nooms, (bijgenaamd Zeeman), Zeegezicht, Marine, 17e eeuw- 17ème siècle Olieverf op doek, huile sur toile, Museum voor Schone Kunsten Gent, Musée des Beaux-Arts Gand

Das MSK besitzt eine Vielzahl holländischer Gemälde des 17. Jahrhunderts, einer Periode, die unsere nördlichen Nachbarn als das „Goldene Zeitalter der Malerei“ bezeichnen. Wie sehen Aufbau und Zusammenstellung dieser reichen Sammlung nun genau aus? Diese Fragen möchte das MSK gern beantworten. Das MSK bietet Ihnen eine neue Perspektive der Kollektion, die es um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert gesammelt hat. Werke, die bis heute das Depot nicht verlassen haben, werden restauriert und neue detaillierte historische Untersuchungen haben einige Überraschungen zu Tage gefördert. So wurden Künstler entdeckt, deren Werk wir gar nicht oder kaum kannten. Wir erfahren auch, dass bestimmte Gemälde nicht als Einzelstück, sondern als Fragmente eines großen Ganzen zu sehen sind. Außerdem möchte das MSK diese Kunstwerke in einen größeren Kontext stellen und sie mit Zeichnungen, Stichen und Objekten umringen, die den kreativen Prozess veranschaulichen. Dieser Neuansatz ist gleichzeitig ein erster Schritt dieser Museumssäle zu gedenken und eine einmalige Chance, das Werk namhafter Künstler wie Roelant Savery, Jan van Goyen, Frans Hals, Willem Claesz, Heda, Melchior d’Hondecoeter usw., aber auch von weniger bekannten hervorragenden Malern wie Van Rabel oder Van Beijeren (wieder) zu entdecken. MSK (Museum Schone Kunsten) Citadelpark, Fernand Scribedreef 1 9000 Gent www.mskgent.be

Der Genter Altar entkleidet! Diese Dauerausstellung zeigt außergewöhnliche Filmfragmente, Röntgenfotos, Zeichnungen, Kunstwerke, Instrumente und Modelle zum Genter Altar wäh- Restaurierung des Genter Altars rend seiner Restaurierung. Auch die Geschichte und zahlreiche Untersuchungen dieses Glanzstücks werden auf völlig neue Weise beleuchtet. Sie können auch die Restaurierung über eine Webcam direkt im Museum für Schöne Künste mitverfolgen Provinciaal Cultuurcentrum Caermersklooster www.caermersklooster.be

Restaurierung hautnah erleben – ‚Der Genter Altar‘ der Gebrüder Van Eyck Die Arbeit dauert 7 Jahre (2012-2019) und ist in drei Phasen von je anderthalb Jahren aufgeteilt. Die Kathedrale, das Museum für Schöne Künste (MSK) und das Provinziale Kulturzentrum Caermersklooster vereinen ihre Kräfte und erzählen die Geschichte dieses Meisterwerks. Die Restaurierung selbst geschieht im MSK. Dort arbeiten vier Restaurateure, unter der Leitung von Bart Devolder, ganztägig an den Tafeln. Wenn die Arbeit ruht, können Sie die Tafeln hinter einer Glaswand bewundern. Kontakt MSK (Museum Schone Kunsten) www.mskgent.be

Mystische Musik Die zwei musikalischen Tafeln des Genter Altars befinden sich im kollektiven Gedächtnis jedes Musikfans. Man wird von ihrem erstaunlichen Realismus berührt und von der versteckten Symbolik fasziniert. In dieser Ausstellung zeigt der Instrumentenbauer Andrzej Perz die Orgel bis ins Detail. Caermersklooster Provincial Cultural Centre www.caermersklooster.be 

Drawing | THE BOTTOM LINE

musicerende engelen ©Lukasweb

10.10.2015 – 31.01.2016 Mit „The Bottom Line“ präsentiert das S.M.A.K. Werke von etwa 50 internationalen Künstlern als Musterkarte dessen, was Zeichnen heute in der aktuellen Kunst bedeutet. Die Ausstellung zeigt verschiedene Dimensionen des Zeichnens als Form aktueller Kunst. Zeichnen ist eines der ersten Dinge, die ein Kind tut. Zeichnen ist eine virtuose Disziplin. ZeichThierry De Cordier, A.S. Lijnungen werden als Vorstudie verwendet. densvanger - studie (1988) Zeichnung kann schnell, langsam, kontrolliert, expressiv, flüchtig, hermetisch, direkt, technisch, beobachtend, fantastisch, offen, gemütlich, freistehend und so viele andere Dinge sein. „The Bottom Line“ zeigt verschiedene Aspekte der Zeichnung als eine Form der zeitgenössischen Kunst. S.M.A.K. | www.smak.be

MICHAEL BUTHE - Retrospektive 5.3. – 5.6.2016 «Meine Sonne ist für mich, wie alle Bilder, ein Gebrauchsgegenstand zum Sehen, zum Fühlen, zum Träumen, zum Sich-etwas-Klarmachen», beschreibt Michael Buthe sein wiederkehrendes, zentrales Motiv. Die Michael Buthe © VG Bild-Kunst, Retrospektive versammelt archaisch Bonn 2015 wirkende Assemblagen, leuchtende Papierarbeiten und intensiv bearbeitete Leinwände, Collagen und Gemälde in Gold. Mit Installationen, die in ihrer Üppigkeit alle Sinne des Publikums ansprechen, wird auch Michael Buthes räumliches Arbeiten greifbar. S.M.A.K. | www.smak.be

RINUS Van de Velde 5.3. – 5.6.2016 Rinus Van de Velde (1983, Leuven, Belgien) sieht sich als führender Vertreter der imaginären Kunst. Er fantasiert seine Lebensgeschichte auf der GrundRINUS VAN DE VELDE Self-portrait as lage gefundener Fotos und a young Ellsworth Kelly ..., 2012 270 Bilder von Szenen, die er baut x 360 cm charcoal on canvas, framed und selbst inszeniert. Er richtet Collection CAC Malaga, Malaga Courtesy Tim Van Laere Gallery, Antwerp seinen Blick aus verschiedenen Perspektiven auf seine Figuren und Szenen, ohne sich mit ihnen zu identifizieren. Van de Velde schafft realistische Arbeiten im großen Maßstab mit lebensgroßen Figuren. Der Betrachter gewinnt den Eindruck, das Kunstwerk betreten zu können. Um die Zeichnungen zu begleiten, schreibt Rinus van de Velde Texte im Kontext der Werke, die sie größer und länger aussehen und wirken lassen. S.M.A.K. | www.smak.be


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NEUE MUSEEN © DFM/Triad

Dortmund Deutsches Fußballmuseum Das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund öffnete im Oktober seine Tore. Das Deutsche Fußballmuseum präsentiert nach einer baulichen Realisierungszeit von drei Jahren auf einer Gesamtfläche von 7.000 Quadratmetern die erste Dauerausstellung zur Geschichte des deutschen Fußballs mit interaktiven und multimedialen Inszenierungen mit mehr als 1.600 Exponaten. www.fussballmuseum.de

arlberg1800_Kunsthalle_Hans Schabus, Leibrock, Wanderstab, Welt, 2013, Rendering I © arlberg1800

St. Anton am Arlberg

1800 arlberg1800 RESORT stellt sich vor arlberg1800 RESORT vereint als Dachmarke des Arlberg Hospiz Hotels St. Christoph alle Aktivitäten und Schwerpunkte der Betriebe der Familie Werner mit den Programmpunkten der neuen Kunsthalle. arlberg1800 RESORT ist ein ganzjährig geöffnetes, saisonal unabhängiges Resort mit einem vielfältigen Kunst-, Musik-, Kulinarik und Freizeitangebot. Mit arlberg1800 RESORT entsteht ein außergewöhnlicher kultureller Knotenpunkt in der Arlbergregion. Die Kunst der Begegnung ist im arlberg1800 RESORT nicht nur ein geflügeltes Wort, sondern gelebte Praxis. Gäste und lokales Publikum begegnen MusikerInnen und bildenden KünstlerInnen auf unmittelbare Art und Weise.

Die hohe Kunst der Begegnung Das Musik- und zeitgenössische Kunstprogramm Mit der Kunsthalle arlberg1800, vom Architekten Jürgen Kitzmüller entworfen, entsteht eine einzigartige und für die Region des Arlbergs einmalige Musik- und Ausstellungshalle, die sich in ihrem Programm als ein internationales, offenes Forum für den künstlerischen

Austausch versteht. Ihre außergewöhnliche topografische Lage verspricht in Verbindung mit den traditionellen Hotelqualitäten im Familienbetrieb musikalisch-künstlerische Höhenflüge und Gipfelstürme. Peter Vogel, musikalische Leitung Andreas Krištof, Christine Haupt-Stummer, section.a, künstlerische Leitung

Musik Auf musikalischem Gebiet stehen Konzerte aus den Sparten Klassik, Jazz, Crossover und Pop bis hin zu lokal verankerter traditioneller Volks- und Stubenmusik auf dem Programm, die von Meisterkursen, Workshops und Themenwochen begleitet werden. Diese erlauben eine unmittelbare Begegnung mit Klang und Raum, KomponistInnen und InterpretInnen und laden zu einer sinnlichen Erfahrung von Musik ein. Die Konzerte bieten renommierte MusikerInnen und Ensembles. Die Meisterkurse, Themenwochen und Workshops leiten namhafte ProfessorInnen und DozentInnen, kurz MeisterInnen ihres Fachs. Interessierte Gäste können auch in den Genuss von Privatstunden kommen.

arlberg1800 | Konzerthalle | Personen | Florian Werner im neuen Konzertsaal arlberg1800 vor Steinway Flügel © Dietmar Mathis

Kunst Im Bereich der bildenden Kunst entsteht ein Ausstellungsort, der dem Produktionsprinzip verpflichtet ist und die Entwicklung einzigartiger künstlerischer Arbeiten für das arlberg1800 RESORT ermöglicht. Er versteht sich als Impulsgeber für die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen künstlerischen Entstehungsprozessen. In Form von thematischen Ausstellungen und künstlerischen Einzelpräsentationen, begleitet von einem Vermittlungsprogramm und Workshops, entsteht hier eine lebendige Kunstinstitution. Verstärkt wird dieser Charakter durch das Artist in Residence-Programm, an dem KünstlerInnen und MusikerInnen teilnehmen, wodurch ein spartenübergreifender Dialog ermöglicht wird.

Korinna, 2011 Holz, Motor, Stoff/Wood, motor, fabric 175 x 40 x 60 cm | © Courtesy der Künstler/the artist

ie röffnungsausstellung der Kunsthalle arlberg1800 steht unter dem Titel High Performance „High Performance“ fokussiert auf die räumlichen Dimensionen und Qualitäten der neu entstandenen Kunsthalle arlberg1800 und lässt die Architektur selbst zum Ausstellungsobjekt werden. Darüber hinaus zeigt die Eröffnungsausstellung künstlerische Positionen, die stellvertretend für die inhaltliche Ausrichtung der neuen Kunstinstitution stehen. ADRESSE arlberg1800 RESORT St. Christoph 1 6580 St. Anton am Arlberg, Austria www.arlberg1800resort.at

arlberg1800, Konzerthalle, arlberg 1800 | © Elias Hassos

© Soul of Africa Museum

Essen Soul of Africa Museum Die hier zusammen getragene Sammlung überzeugt den Kenner afrikanischer Kunst und überwältigt den Laien. Es ist eine reichhaltige und inhaltsreiche Kollektion, die nirgendwo zu finden sein wird, nicht in Afrika, nicht in Europa oder Amerika. Diese einzigartige Auswahl, zusammengetragen vom Kurator Henning Christoph, gibt den >>Westafrikanischen Göttern der Sklavenlüste<< Raum sich selber auszudrücken. Die Kunst der Voodoo-Kultur wird in ihrer gesamten Breite wiedergespiegelt. www.soul-of-africa.com

Außenansicht, MMK 2 im TaunusTurm | Foto © Axel Schneider

Frankfurt MMK 2 im TaunusTurm Mit der neuen Dependance des MMK im TaunusTurm geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung, die Sammlung des MMK der Öffentlichkeit umfassender zugänglich zu machen. Die neue Dependance des MMK, das MMK 2, präsentiert im TaunusTurm zweimal im Jahr wechselnde Ausstellungen mit Werken aus der Sammlung unter aktuellen thematischen Schwerpunkten. Künstlerische Arbeiten aus den umfangreichen Beständen des MMK werden zu aktuellen Fragestellungen in Beziehung gesetzt und mit Neuproduktionen ergänzt. Dieses speziell für das MMK 2 entwickelte Ausstellungsformat bewegt sich zwischen Sammlungspräsentation und temporärer Themenausstellung. Der Ausstellungs-


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wechsel nach sechs bis acht Monaten erlaubt die Entwicklung vielfältiger Szenarien und bietet langfristig die Möglichkeit, die vielen verborgenen Schätze der Sammlung sichtbar zu machen und sie in neue Zusammenhänge zu stellen. www.mmk-frankfurt.de

The Broad © Foto Iwan Baan

Los Angeles (USA) The Broad

Außenansichten © Sprengel Museum Hannover | Georg Aerni

Hannover Sprengel Museum Hannover Die Schweizer Architekten Meili/Peter haben einen eleganten Baukörper aus anthrazitfarbenem Beton entworfen, der auf insgesamt 5.300 m², davon 1.400 m² Ausstellungsfläche, dem Sprengel Museum Hannover ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Das Raumprogramm umfasst zehn großzügige, unterschiedlich dimensionierte Räume mit natürlichem Oberlicht, die von drei Ruheoasen, so genannten „Loggien“, mit Blick auf den Maschsee begleitet werden. Hinzu kommt ein großer Saal, der mit einem spektakulären Treppenlauf ein ganz besonderes Raumerlebnis bietet. Die Eröffnung des Erweiterungsbaus feiert das Sprengel Museum mit einem Projekt, das im Titel das Raumprogramm benennt und zunächst die neuen Räume ins Zentrum rückt, gleichzeitig aber auch künstlerische Akzente setzt: Zehn Räume, drei Loggien und ein Saal. Für jeden Raum wurde eine Künstlerin bzw. ein Künstler eingeladen, mit einer Installation oder Intervention den Dialog mit der Architektur zu suchen und spezifische Qualitäten von Raum, Material, Licht und Wahrnehmung erfahrbar zu machen. www.sprengel-museum.de

The Broad ist ein neues Museum für zeitgenössische Kunst, das von den Philanthropen Eli und Edythe in der Innenstadt von Los Angeles gegründet, gebaut und eröffnet wurde. Das neue Museum ist Heimat der mehr als 2000 Kunstwerke umfassenden Sammlung Broad, die zu den weltweit bedeutendsten Sammlungen von Nachkriegs- und zeitgenössischer Kunst gehört. Auf 120.000 qm in über fünf Stockwerken ist Platz für die Sammlungspräsenation und die The Broad Art Foundation. www.thebroad.org

© Fondazione Prada | Bas Princen 4

Mailand (I) Fondazione Prada

Foto © by Nic Lehoux

New York (USA) Whitney Museum of American Art Das von Renzo Piano gebaute neue Gebäude des Whitney Museum of Modern Art, zwischen der High Lane und dem Hudson River gelegen, bedeute ein deutliche Erweiterung der Ausstellungsfläche und Platz für die vielfältigen Aktivitäten des Museums. Der Neubau umfasst 50.00 qm Raumfläche und nochmals 13.000 qm Außenfläche und Terrasse. Eine neue 18.000 qm große Galerie bietet Platz für Wechselausstellungen und ist damit die größte stützenfreie Museumsgalerie in New York. Zusätzliche Ausstellungsfläche über zwei Etagen geben mehr Raum für die riesige Sammlung und spezielle thematische Präsentationen in der Galerie im Obergeschoss. www.whitney.org

Die Fondazione Prada eröffnete in Mailand ein großartiges Sammlermuseum. In der ehemaligen Brennerei (Società Italiana Spiriti) aus dem Jahre 1910, in einem Industriegebiet außerhalb des Zentrums von Mailand, entstand ein spektakuläres Ensemble aus drei Gebäuden, das neben der hoch geschätzten Sammlung und Wechselausstellungen ein wandelbares Kinogebäude und einen öffentlich zugänglichen Turm beinhalten. Für den Umbau zeichnete das Architekturbüro OMA unter Leitung des renommierten Architekten Rem Koohlaas verantwortlich, die aus den ursprünglich sieben Gebäuden, bestehend aus Lagerhallen, Labors und Brausilos ein komplett neues Zentrum für die Kunst haben entstehen lassen. www.fondazioneprada.org

Newport (GB) Newport Street Gallery

Kassel GRIMMWELT Kassel Jacob und Wilhelm erwarten die Besucher – die GRIMMWELT Kassel öffnet ihre Pforten. Mit einem modernen, den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm gewidmeten Ausstellungshaus festigt die documenta Stadt Kassel ihre Position als eine der bedeutendsten Kulturstädte Deutschlands. Die Besucher erwartet eine märchenhafte, geheimnisvolle, forschende, aufschlussreiche und poetische Grimmsche Welt der Sprache und Bedeutungen. In vielen Variationen zeigt die Ausstellung die Vielschichtigkeit ihres Werkes. Modern in der Herangehensweise an ein Thema, das Hergebrachte würdigend – diese Elemente verbinden die heutige GRIMMWELT und das Schaffen der Brüder Grimm im 19. Jahrhundert. www.grimmwelt.de

Außenansicht © Centre Pompidou in Málaga

Málaga (E) Centre Pompidou in Málaga Nach der Dependance in Metz hat das Centre Pompidou einen weiteren Standort in Málaga, direkt an dem großen Boulevard der südspanischen Stadt, eröffnet. Das auf fünf Jahre begrenzte Museum auf Zeit ist ein monumentaler Glaswürfel »El Cubo«, der von dem französischen Maler Daniel Buren mit roten, gelben und grünen Farbflächen unübersehbar gestaltet wurde. Auf 6000 qm wird in den nächsten Jahren die großartige Sammlung des Pariser Centre Pompidou in wechselnden Präsentationen gezeigt. www.centrepompidou-malaga.eu

San Sebastian (E) TABAKALERA International Centre of Contemporary Culture Im Oktober eröffnete in einer ehemaligen Tabakfabrik in San Sebastian ein Internationales Zentrum für zeitgenössische Kultur, spezialisiert auf visuelle Kunst. Ziel ist die Schaffung von kritischen Überlegungen über die Kultur und die Anregung zur Diskussion zwischen Kreativen, Industrie und Bürgern. Mit der Eröffnung der TABAKALERA hat San Sebastian einen ersten Akzent als kommende Kulturhauptstadt Europas 2016 gesetzt. www.tabakalera.eu

© Pensiun Aldier NPSG stairwell © Kioyar Ltd 4

©GRIMMWELT Das Gewebe der Sprache, 2015, Foto J.Bitter

© TABAKALERA San Sebastian

Geben Sie Text oder eine Website-Adresse ein oder lassen Sie ein Dokument übersetzen. Ausgangssprache: EnglischDas Museum liegt in Vauxhall, Süd-London. Die Newport Street Gallery präsentiert Ausstellungen von Arbeiten aus der Kunstsammlung von Damien Hirst. Ausstellungen wechseln zwischen Einzel- und Gruppenausstellungen. Damit ging ein lang gehegter Traum von Damien Hirst in Erfüllung, seine Kunstsammlung mit der Öffentlichkeit zu teilen. Entworfen von den Architekten Caruso St. John, verfügt die Galerie über 37.000 Quadratmeter und umfasst sechs Ausstellungsräume – eine mit einer Deckenhöhe von elf Metern – auf zwei Ebenen. Die Moderne Sammlung, die Hirst seit den späten 1980er Jahren zusammengetragen hat umfasst mehr als 3.000 Werke. Zu den Künstlern der Sammlung gehören Francis Bacon, Banksy, Tracey Emin, Richard Hamilton, Jeff Koons, Sarah Lucas, Pablo Picasso, Richard Prince, Haim Steinbach und Gavin Turk sowie eine Reihe von jungen und aufstrebenden Künstlern. www.newportstreetgallery.com

Sent (CH) Pensiun Aldier Das kleine Berghotel, die „Pensiun Aldier“ am Dorfplatz in Sent, im Unterengadin, wurde den drei Künstlern Alberto und seinem Bruder Diego Giacometti, sowie dem Fotografen und Verleger Ernst Scheidegger gewidmet. Eine weltweit einmalige Ausstellung im Berghotel. Gleich beim Eintritt ins Hotel empfangen den Besucher original Litho-Steine und ein selten schönes Modell einer Gips-Schale von Alberto Giacometti, sowie Bronze-Appliquen und diverse Kleinskulpturen von seinem Bruder Diego. Im Restaurant und in der Lounge hängen einige schwarz/weiss Fotos von Ernst Scheidegger von Atelierszenen und Portrait-Aufnahmen von diversen Künstlerpersönlichkeiten. Im schönen und stimmigen Gewölbekeller dann das eigentliche Museum mit einer einzigartigen Ausstellung des druckgraphischen Werkes von Alberto Giacometti. Mit gegen 100 Exponaten ist diese Werkschau wahrscheinlich einmalig auf der Welt, da sie ein sehr breites Spektrum seines künstlerischen Schaffens auf dem Gebiet des Stein- und Kupferdrucks abdeckt. In dieser Form und in dieser Komplexität wurden diese Werke bislang noch nirgends gezeigt. www.aldier.ch


KARLSRUHE Klassische Moderne und Gegenwartskunst 18. â&#x20AC;&#x201C; 21. Februar 2016

Messe Karlsruhe | www.art-karlsruhe.de


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Frankfurt | 17

Marcelle Cahn | Frau und Segel, ca. 1926-27 | Öl auf Leinwand 66 x 50 cm Musée d‘Art Moderne et Contemporain de | Strasbourg (MAMCS) © Foto Musées de Strasbourg, A. Plisson

STURM-FRAUEN

Künstlerinnen der Avantgarde in Berlin 1910–1932 | 30.10.2015 – 7.2.2016 | Schirn Kunsthalle Frankfurt


18 | Frankfurt

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MARTHE DONAS | Kubistischer Kopf, 1917 | Bleistift auf Papier 27,5 x 22 / 60 x 65 cm Privatsammlung © Foto Cedric Verhelst VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Marcelle Cahn | Frau und Segel, ca. 1926-27 | Öl auf Leinwand 66 x 50 cm Musée d‘Art Moderne et Contemporain de | Strasbourg (MAMCS) © Foto Musées de Strasbourg, A. Plisson

Sigrid Hjertén malt ihren Sohn Iván zu Hause | (Iván mit Spielzeugboot), 1916 Privatbesitz © Erben Sigrid Hjertén und Raster Förlag, Stockholm

Frankfurt

STURM-FRAUEN

WEITERE AUSSTELLUNGEN

Künstlerinnen der Avantgarde in Berlin 1910–1932 | 30.10.2015 – 7.2.2016 des Expressionismus, des Kubismus, des FutuDER STURM war ein Signal zum Aufbruch rismus, des Konstruktivismus und der Neuen in die Moderne. Ursprünglich 1910 als ZeitSachlichkeit umfassend vorgestellt. Das Ergebschrift zur Förderung der expressionistischen nis ist ein etwas anderer Überblick über die Kunst gegründet, wurde der Name STURM wichtigsten Kunstströschnell zum Markenmungen der Avantgarde zeichen: Der Herausgeim Berlin des frühen 20. ber Herwarth Walden Jahrhunderts. Zu den gründete neben der bekanntesten KünstleZeitschrift 1912 die rinnen zählen Sonia DeSTURM-Galerie in Berlaunay, Alexandra Exter, lin. Zahlreiche, auch Natalja Gontscharowa, internationale KünstElse Lasker-Schüler, lerinnen wurden dort Gabriele Münter und erstmals in DeutschMarianne von Werefland präsentiert. DER kin. Hinzu kommen STURM war Programm, weitere Künstlerinnen, richtete sich gegen gedie heute in der Öffentdankliche Schranken, lichkeit wenig präsent alles Etablierte und geoder weitestgehend ungen die Bürgerlichkeit bekannt sind, wie Mardes Wilhelminismus, the Donas, Jacoba van und er propagierte eine Heemskerck, Hilla von Freiheit der Künste und Rebay, Lavinia Schulz Stile. Als Netzwerk aus oder Maria Uhden. Die Freunden mit ähnliGabriele Münter | Bildnis Marianne von Werefkin, ca. „STURMchen Interessen fand 1909 | Öl auf Malpappe 81 x 55 cm Städtische Galerie im Ausstellung und Kunstbau, München © VG Bild-Kunst, FRAUEN. Künstlerinnen im STURM ein inten- Lenbachhaus Bonn 2015 der Avantgarde in Berlin siver und lebendiger 1910–1932“ in der Schirn Kunsthalle FrankAustausch über die Gedanken, Theorien und furt wird durch die Art Mentor Foundation Konzepte der Avantgarde statt. Die zusätzlich Lucerne sowie durch den Kulturfonds Frankveranstalteten STURM-Abende, die neu gefurt RheinMain gefördert. Das Projekt erfährt gründete STURM-Akademie, die STURM-Bühzusätzliche Unterstützung durch die Ernst von ne und -Buchhandlung sowie zeitweilig Bälle Siemens Kunststiftung und die Georg und und ein eigenes Kabarett boten den STURMFranziska Speyer’sche Hochschulstiftung. Künstlerinnen zahlreiche Plattformen und machten die vielfältigen künstlerischen RichJede der 18 STURM-FRAUEN wird in der tungen und Tendenzen im Berlin der 1910erAusstellung in einem eigenen Raum mit ihbis 1930er-Jahre einem großen Publikum zuren Hauptwerken präsentiert. Es sind jene gänglich. Diesen STURM-FRAUEN widmet die Künstlerinnen aus Deutschland, den NiederSchirn Kunsthalle Frankfurt ab dem 30. Oktolanden, aus Belgien, Frankreich, Schweden, ber 2015 eine große umfassende Themenausder Ukraine oder Russland, deren Arbeiten in stellung. Mit rund 280 Kunstwerken werden der STURM-Galerie in Berlin ausgestellt oder/ erstmalig insgesamt 18 STURM-Künstlerinnen ADRESSE Schirn Kunsthalle Frankfurt Römberberg, 60311 Frankfurt www.schirn.de ÖFFNUNGSZEITEN Di, Fr – So 10 – 19 Uhr Mi und Do 10 – 22 Uhr EINTRITTSPREISE Normalpreis EUR 11 Ermäßigt EUR 9 Kinder unter 8 Jahren frei

VORVERKAUF auf www.schirn.de/tickets AUDIOGUIDE Zur Ausstellung ist ein Audioguide für EUR 3 erhältlich. Gesprochen von Johanna Wokalek bietet er Bildbeschreibungen von mehr als 25 Hauptwerken ÖFFENTLICHE FÜHRUNG Di 17 Uhr, Mi 20 Uhr, Do 19 Uhr, Fr 11 Uhr, Sa 17 Uhr, So 11 und 15 Uhr

IHRE INDIVIDUELLE FÜHRUNG Für Privatpersonen, Gruppen, Firmen, Reisegruppen oder Vereine nach Vereinbarung bieten wir individuelle Führungen an. Unsere Führungen sind auch in Fremdsprachen, deutscher Gebärdensprache und leichter Sprache oder mit detaillierter Werkbeschreibung buchbar. Rufen Sie an – wir beraten Sie gern TEL 069.29 98 82-112 fuehrungen@schirn.de

und in der STURM-Zeitschrift veröffentlicht wurden. Der Schriftsteller und Komponist Herwarth Walden (1878−1941) stellte nicht nur Wassily Kandinsky, Paul Klee, Oskar Kokoschka und Marc Chagall, die Künstler des Blauen Reiter und die italienischen Futuristen aus, sondern förderte vorurteilslos, engagiert und strategisch weit über 30 Malerinnen und Bildhauerinnen. Er galt als Visionär und Vorkämpfer für die Abstraktion und die moderne Kunst überhaupt und einte mit seinen Programmen die internationale Avantgarde. Für viele Künstlerinnen war DER STURM eine große Chance, waren sie doch zu Beginn des 20. Jahrhunderts weder vollends gesellschaftlich anerkannt, noch hatten sie uneingeschränkt Zugang zu einer akademischen Ausbildung, die der ihrer männlichen Kollegen gleichwertig gewesen wäre. Genauso unterschiedlich wie die Lebensläufe, die persönlichen Bedingungen und die Rezeption der 18 STURMFRAUEN sind auch ihre Werke, die sich stilistisch stark voneinander unterscheiden. In der Zusammenschau aber bilden sie ein beeindruckendes Panorama der modernen Kunst. Die Schirn versammelt in der Ausstellung herausragende Leihgaben wie Gemälde und Arbeiten auf Papier, Grafiken, Holzschnitte, Bühnenbilder, Kostüme, Masken und historische Fotografien aus namenhaften Museen, Universitäts- und Privatsammlungen weltweit, u. a. aus dem Museum of Modern Art in New York, der University Art Gallery in Yale, dem Theatermuseum St. Petersburg, der Tate sowie dem Victoria & Albert Museum in London, dem Centre Pompidou in Paris, dem National Museum Belgrad, dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, dem Moderna Museet in Stockholm, der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München, oder dem Von-derHeydt-Museum in Wuppertal

ANREISE MIT DEM SPARPREIS KULTUR DER DEUTSCHEN BAHN ZUR AUSSTELLUNG Mit dem Sparpreis Kultur der Deutschen Bahn reisen Sie umweltfreundlich ab 39 EURO (2.Kl.) und ab 49 EURO (1.Kl.) zur Ausstellung STURM-FRAUEN nach Frankfurt und zurück, innerhalb von 3 Tagen. Bis zu vier Mitfahrer sparen jeweils 10 Euro. Das Ticket erhalten Sie bei gleichzeitigem Kauf oder Vorlage einer Eintrittskarte zur Ausstellung in allen DB Reisezentren und DB Agen-

Daniel Richter, Portrait © Schirn Kunsthalle Frankfurt Foto: Hanna Putz

DANIEL RICHTER. HELLO, I LOVE YOU 9.10.2015 – 17.1.2016 Daniel Richter zählt zu den prägenden Künstlern seiner Generation. Die Möglichkeiten der Malerei immer wieder neu zu hinterfragen, ist seine Methode. Den Grund dafür nennt er selbst: „Ich glaube nicht an Technik. Für mich ist das Malen eine Form des Denkens, und die Dinge, die man für diese Form des Denkens benötigt, macht man sich gefügig.“ Das Entwickeln einer stets neuen, anderen Bildsprache ist für ihn wie ein Arbeiten gegen die eigene Routine. Den abstrakt-ornamentalen Gemälden Mitte der 1990er-Jahre setzte er um das Jahr 2000 großformatige, figurative Bilder der gesellscha tspolitischen irklichkeit entgegen und überführte somit die Historienmalerei in die Gegenwart. Indem er auf die aktuelle massenmediale Bildproduktion zurückgreift ohne die Geschehnisse zu illustrieren oder kommentieren, zeigt er in gebrochenem Manierismus das Bröckeln gesellschaftlicher Utopien. Richter, der neben Berlin, Paris und Zürich auch in Los Angeles, New York und Vancouver ausstellte, wird in einer Einzelpräsentation erstmals in Frankfurt mit einer konzentrierten Auswahl neuester Arbeiten vorgestellt, in denen er seiner Methode treu bleibend über das Malen nachdenkt und das Denken malt.

JOAN MIRÓ WANDBILDER, WELTENBILDER 26.2. – 12.6.2016 JOAN MIRÓ erklärte die Wand zum Ausgangspunkt seiner Malerei. Sie war für ihn nicht nur Gegenstand der Abbildung, sondern gab auch die physisch-haptische Qualität des Malerischen vor. nsgesamt begriff Mir die gesehene und abgebildete Wirklichkeit als reine Materie, die er in eine ebenso reine Malerei zu übersetzte. Ab dem 26. Februar 2016 stellt die SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT in einer um assenden usstellung Mir s andmalerei in den Konte t seines Gesamtwerks eröffnet dem ublikum neue Perspektiven und zeigt bislang wenig diskutierte Facetten im Oeuvre dieses großen Künstlers des 20. Jahrhunderts.

turen. Online ist der Sparpreis Kultur nach dem Kauf der Eintrittskarte zur Ausstellung im Online-Shop der SCHIRN buchbar. Weitere Informationen unter www.bahn.de/kultur. KATALOG STURM-FRAUEN. KÜNSTLERINNEN DER AVANTGARDE IN BERLIN 1910–1932. Herausgegeben von ngrid eiffer und Ma Hollein. Dt./engl. Ausgabe, Wienand Verlag, Köln 2015, Preis: EUR 34 (SCHIRN), EUR 44,80 (Buchhandel)

Joan Miró, Personnages et oiseaux dans la nuit, 1939, Kunsthaus Zürich, Schenkung Dr. Georg und Josi Guggenheim-Stiftung, 2004 © successió Miró | VG Bild-Kunst, Bonn 2015


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KUNST IN FRANKFURT

Nacht der Museen © Frank Rumpenhorst 2

MUSEUMSUFER-TIPP

© Jörg Baumann_Historisches Museum vom Eisernen Steg

Museumsufer Frankfurt

Fotografie Forum Frank urt

Kulturelle Vielfalt in der ganzen Stadt

Als einzigartiges Kulturensemble und lebendiges Zentrum der Kunst lockt das Museumsufer Frankfurt jedes Jahr mehr als zwei Millionen Gäste aus aller Welt in seine Ausstellungen. Konzentriert auf nur knapp einen Flusskilometer befinden sich allein 15 Museen in unmittelbarer Nähe zum Mainufer, ebenso viele stehen in der näheren Umgebung. Von der antiken Skulptur zum aktuellen Designermöbel, von den alten Niederländern zu Beuys, von der Stadtgeschichte zu den Kulturen und Religionen der Welt sind es keine Jahrhunderte, sondern wenige Minuten zu Fuß. Der spektakuläre Richard-Meier-Bau des Museum Angewandte Kunst begeistert seine Besucher mit seinen lichtdurchfluteten Räumen bereits vor Betreten des Hauses. Ausgestattet mit einer bedeutenden Sammlung und seit 2013 konzeptionell neu ausgerichtet, legt das Museum den Fokus auf die Wahrnehmung gesellschaftlicher Strömungen und Entwicklungen. Design, Mode und Performatives bilden dabei den Schwerpunkt der wechselnden Ausstellungen.

Originalkarikaturen der Mitglieder der „Neuen Frankfurter Schule“, die Frankfurt mit der Gründung der Satiremagazine Pardon und Titanic als Hauptstadt der Satire etablierten. Sonderausstellungen zeigen zudem weitere namhafte Vertreter der komischen Zeichnerei aus Deutschland und der Welt. Eines der weltweit bedeutendsten Museen für Gegenwartskunst ist das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main. Die im vergangenen Jahr neu eröffnete Dependance MMK 2 hat sich bereits als fester Bestandteil der Frankfurter Museumslandschaft etabliert. Angesiedelt in einem 2014 errichteten

Das Städel Museum, Ausstellungshaus von internationalem Rang, gilt als älteste und renommierteste Museumsstiftung in Deutschland. Bereits 1815 als Städelsches Kunstinstitut gegründet, umfasst die herausragende Sammlung am südlichen Mainufer heute Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Zeichnungen und Grafiken vom 14. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart. Neben hochkarätigen Ausstellungen und ansprechenden Vermittlungsformaten bietet das Städel mit der digitalen Erweiterung seiner Sammlung neue, wegweisende Bildungsangebote.

Hochhaus zwischen hippem Bahnhofsviertel und Bankentürmen, präsentiert das MMK 2 auf rund 2.000 m² zweimal im Jahr wechselnde Ausstellungen mit Werken aus der Sammlung unter aktuellen thematischen Schwerpunkten.

Das jüngste und vermutlich humorvollste der Frankfurter Museen hingegen ist das caricatura museum frankfurt. Seit 2008 präsentiert das Museum für Komische Kunst in seiner ständigen Sammlung

Frankfurts vielseitige Museumslandschaft steht auch in den kommenden Jahren im Zeichen von Neueröffnungen und Neubauten. So wird rund um den Frankfurter Römerberg gegenwärtig eine

Mit dem Museumsuferticket für 18 € können 34 Museen an zwei aneinander folgenden Tagen nach Lust und Laune besucht werden. Ganz besonderen Kulturgenuss bietet auch die Nacht der Museen (23. April 2016) bis 2 Uhr nachts entlang und abseits des Museumsufers. Mit dem umfangreichen Programm zählt die Kultur- und Partynacht zu den festen Größen des Frankfurter Kulturgeschehens und lockt jedes Jahr rund 40.000 Besucherinnen und Besucher in die etwa 50 teilnehmende Museen und Kulturinstitutionen in Frankfurt und Offenbach. www.museumsufer-frankfurt.de

gekonnte Brücke zwischen zeitgenössischer Architektur und den Spuren der Vergangenheit geschlagen – in nächster Nähe u.a. zu Schirn Kunsthalle, Frankfurter Kunstverein und Fotografie Forum Frankfurt entsteht hier bis 2017 der Neubau des historischen museums frankfurt mit rund 4000 m² zusätzlicher Ausstellungsfläche, zugleich rekonstruieren historisch fundierte Nachbauten die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Altstadt. Nicht minder bedeutsam ist das Bauvorhaben in direkter Nachbarschaft zum Frankfurter Goethe-Haus. Mit dem Deutschen Romantik-Museum erhält die weltweit einzigartige Sammlung des Freien Deutschen Hochstifts einen

Nacht der Museen © Frank Rumpenhorst 1

angemessenen Präsentationsort für die Literatur der deutschen Romantik, nur einen Sprung vom Jüdischen Museum entfernt, dessen spektakulärer Erweiterungstrakt ab 2017 Platz für eine eigene Dauerausstellung und ein Archiv zu Anne Frank und ihrer Familie ermöglichen wird. www.museumsufer-frankfurt.de www.kultur-frankfurt.de

Das Fotografie Forum Frankfurt (FFF) ist ein einzigartiges Zentrum, das Fotografie der höchsten Qualität ausstellt und die Wichtigkeit des Mediums als universelle visuelle Sprache fördert. Seit seiner Gründung 1984 präsentiert das FFF die zahlreichen Aspekte der Fotografie und ist eine Plattform für den kritischen Dialog. Durch ein breitgefächertes Programm bestehend aus Ausstellungen, Publikationen, Workshops, Vorträgen und Symposien werden die sich kontinuierlich entwickelnden und klassischen Interpretationen des fotografischen Mediums hervorgehoben. Der Schwerpunkt wird dabei auch darauf gelegt, fotografische Arbeiten internationaler oder nationaler Bildgestalter, Einzelausstellungen historischer und zeitgenössischer Ikonen bis hin zu Gruppenausstellungen von international aufsteigenden Talenten ihrem Publikum anzubieten. Normalerweise werden jährlich vier bis acht Ausstellungen gezeigt. Die Sommerakademie des Fotografie Forum Frankfurt ermöglicht intensives Experimentieren und Lernen mit international exzeptionellen Fotografen und medienbezogenen Spezialisten. Fotografie Forum Frankfurt | Braubachstraße 30 - 32 60311 Frankfurt am Main | www.fffrankfurt.org

Frankfurter Kunstverein Der Frankfurter Kunstverein ist ein wichtiges nationales und internationales Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst. Seit seiner Gründung 1829 hat er es sich zur Aufgabe gemacht, die Produktion, Rezeption und Vermittlung zeitgenössischer Kunst mithilfe innovativer Modelle und aktueller Positionen voranzutreiben. Er ist einer der ältesten Kunstvereine Deutschlands und eines der renommiertesten internationalen Ausstellungshäuser für aktuelle Kunst. Der Frankfurter Kunstverein ist der zentrale Ort für Kunsttrends und Zukunftsthemen und bietet eine Plattform für Ausstellungen, ortspezifische Projekte, Performances, Künstlergespräche und Experten-Panels. Hier finden Kunstschaffende, Kreative und ein wissbegieriges Publikum ihr Netzwerk zum Bild: Thomas Thwaites, „Holiday from humanity“, 2015, Foto © Tim Bowditsch, Austausch über Kunst, Kul- Courtesy the artist tur, Wissenschaft und soziale Themen. Ausstellung: Körper-Ich: Körper im Zeitalter digitaler Technologien 26.9.2015 – 10.1.2016 Frankfurter Kunstverein | Markt 44 | 60311 Frankfurt am Main www.fkv.de

Portikus Der PORTIKUS Frankfurt am Main ist eine Ausstellungshalle für zeitgenössische Kunst. Der Name geht zurück auf den erhaltenen PORTIKUS der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Stadtbibliothek von 1825, an den 1987 durch die Frankfurter Architekten Marie-Theres Deutsch und Klaus Dreißigacker eine sehr einfache, aber präzise Ausstellungshalle angebaut wurde. Im PORTIKUS werden neben aktuellen Arbeiten bekannter Künstlerinnen und Künstler bedeutsame junge internationale Positionen präsentiert. Portikus | Alte Brücke (Main) | 60594 Frankfurt am Main www.portikus.de


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ihrem idyllischen Garten als ein besonderes Schmuckstück. Die Skulpturengalerie in der ehemals privaten Villa Liebieg wurde 1909 eröffnet. Heute präsentiert die Sammlung einen einzigartigen Überblick über die Entwicklung der Skulptur anhand von bedeutenden Meisterwerken aus 5000 Jahren.

STÄDEL FRANKFURT

Das Städel, direkt am Mainufer gelegen, zählt zu den wichtigsten Kunstmuseen der Welt. Im Jahre 1815 von dem Bankier und Handelsmann Johann Friedrich Städel als bürgerliche Stiftung begründet, gilt das Städel heute als älteste und bedeutendste Museumsstiftung in Deutschland. Die Sammlung des Städel präsentiert Kunstwerke aus sieben Jahrhunderten. Herausragende Gemälde vom Mittelalter bis zur Gegenwart werden durch einen Bestand ausgewählter Skulpturen ergänzt. Sie laden zu einer Zeitreise durch die verschiedenen Jahrhunderte ein und machen Geschichte, Gesellschaft und Alltagskultur der unterschiedlichen Epochen lebendig.

Ausstellung: Gefährliche Liebschaften Die Kunst des französischen Rokoko

Außenansicht Städel Museum und Städel Garten Foto: Städel Museum

AUSSTELLUNGEN DIALOG DER MEISTERWERKE. HOHER BESUCH ZUM JUBILÄUM 7.10.2015 – 24.1.2016 Zu seinem 200. Geburtstag erwartet das Städel Museum hohen Besuch: Vom 7. Oktober 2015 bis zum 24. Januar 2016 werden ausgewählte Städel Werke mit 65 Meisterwerken aus den renommiertesten Museen der Welt zusammengebracht, die während der Jubiläumsausstellung mit ihnen in einen „Dialog der Meisterwerke“ treten. Die herausragenden Arbeiten aus dem Städel stellen einen Querschnitt der Geschichte des Hauses dar und bieten zugleich einen Überblick über

die in 200 Jahren gewachsene Sammlung. Internationale Begleiter werden ihnen an die Seite gestellt, um temporäre Partnerschaften und lang ersehnte Zusammenkünfte zu ermöglichen. Die von allen Städel Kuratoren gemeinsam konzipierte Schau erstreckt sich erstmals über die gesamte Sammlungsfläche des Museums. Die hochkarätigen „Jubiläumsgäste“ erlauben es, überraschende kunstgeschichtliche Bezüge herzustellen sowie die Bestände der 700 Jahre Kunstgeschichte umfassenden Sammlung des Städel neu zu beleuchten und zu hinterfragen. „Dialog der Meisterwerke. Hoher Besuch zum Jubiläum“ wird von einer Vortragsreihe der Städel Kuratoren zur Geschichte des Museums begleitet, die Eröffnungsrede der Ausstellung hält der Schriftsteller Daniel Kehlmann.

4.11.2015 – 28.3.2016 Mit über 80 herausragenden Leihgaben fokussiert die Ausstellung „Gefährliche Liebschaften“ das neu aufkommende Konzept von empfindsamer Liebe und deren vorherrschende Darstellung in der französischen Kunst um 1750 und vergegenwärtigt die Étienne-Maurice Falconet Verführungskraft des (1716–1791), Detail von Der drohende Amor (L’Amour Rokoko. Zu sehen menaçant), Paris 1757 sind Skulpturen, Biskuitporzellanstatuetten, Gemälde und Grafiken sowie Kunsthandwerk von namhaften Leihgebern. Liebieghaus Skulpturensammlung | Schaumainkai (Museumsufer) 71 | 60596 Frankfurt am Main www.liebieghaus.de

hmf17 – Meilensteine Frühjahr 2016 Eröffnung Eingangsgebäude am Museumsplatz Herbst 2016 Umzug und Eröffnung kinder museum frankfurt

Johannes Vermeer (1632–1675) Briefschreiberin und Dienstmagd, um 1670, National Gallery of Ireland, Dublin

MMK 1 Museum für Moderne Kunst Das MMK Museum für Moderne Kunst wurde 1991 eröffnet und zählt heute zu den wichtigsten Museen in Europa. Gebaut von dem Foto: Axel Schneider Wiener Architekten Hans Hollein ist das MMK einer der spektakulärsten Museumsbauten der Postmoderne. Ein Besuch dieses Museums gehört zum unverzichtbaren kulturellen Ereignis in Frankfurt. Die Sammlung des MMK umfasst hochkarätige Werke der europäischen und amerikanischen Kunst der 60er Jahre bis hin zu aktuellen Positionen der internationalen Gegenwartskunst. Mit regelmäßigen Sonderausstellungen, die sich im Kontext der Sammlung präsentieren, hinterfragt das MMK seine Position als Museum und versteht sich als Ort permanenter Perspektivwechsel. Das zentrale Anliegen des MMK besteht im Aufbau einer Sammlung zeitgenössischer Kunst und in deren Vermittlung. MMK 1 Museum für Moderne Kunst Domstraße 10 | 60311 Frankfurt am Main www.mmk-frankfurt.de

MMK 2 Im Oktober 2014 eröffnete das MMK eine Dependance mit rund 2000 qm im TaunusTurm inmitten des Bankenviertels: Im MMK 2 werden im Wechsel die aktuellsten Werke der Sammlung und Neuproduktionen gezeigt.

5.11.2015 – 24.1.2016 Vom 5. November 2015 bis zum 24. Januar 2016 präsentiert das Städel Museum zum Abschluss seines Jubiläumsjahres eine Einzelausstellung des international renommierten US-Künstlers John Baldessari (*1931). Für „John Baldessari. The Städel Paintings“ hat der Künstler, der zu den einflussreichsten der Gegenwart zählt, insgesamt 16 neue Werke geschaffen, die sich explizit auf die 700 Jahre europäische Kunstgeschichte umfassende Sammlung des Städel Museums beziehen. Als visuelles Material für seine großformatigen

MMK 2 - MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt | Taunustor 1 | 60311 Frankfurt am Main | www.mmk-frankfurt.de

MMK 3 Das MMK 3 ist ein externer Ausstellungsraum des MMK im ehemaligen Hauptzollamt der Stadt Frankfurt am Main und befindet sich dem Museum direkt gegenüber. Hier werden seit 2007, nach einer grundlegenden Sanierung des Gebäudes, regelmäßig jüngere oder „unbekanntere“ künstlerische Positionen präsentiert. Altes Hauptzollamt | MMK 3 | Domstraße 10 60311 Frankfurt am Main | www.mmk-frankfurt.de

Museum Angewandte Kunst Frankfurt Als lebendiger Ort des Entdeckens richtet das Museum Angewandte Kunst seinen Fokus auf die Wahrnehmung gesellschaftlicher Strömungen und Entwicklungen, mit einem Schwerpunkt auf Design und Mode. Vor dem Hintergrund seiner bedeutenden Sammlungen herausragender Werke angewandter Kunst will es Verborgenes sichtbar machen und Beziehungen schaffen – zwischen den Geschehnissen und Geschichten rund um die Dinge aus einem Gestern, einem sich gerade formierenden Heute und einem beginnenden Morgen. Die wechselnden Ausstellungen erzählen von kulturellen Werten und sich wandelnden Lebensverhältnissen, denen mit neuen Formen Ausdruck und Gestalt verliehen wurde und wird.

John Baldessari (*1931): Movie Scripts / Art: Seems likely, 2014

Bildcollagen dienten ihm ganz unterschiedliche Arbeiten aus der Städel’schen Sammlung – Meisterwerke oder ungewöhnliche Depot-Fundstücke –, unter anderem von Lucas Cranach d. Ä., Agnolo Bronzino, Dirck van Baburen, Bartolomeo Veneto, Justus Juncker, Erró und Maria Lassnig. Städel Museum | Schaumainkai (Museumsufer) 63 | 60596 Frankfurt am Main www.staedelmuseum.de

Ausstellung: MODE BEWEGT BILD The Fashion Film Effect bis 31.1.2016

Alexander McQueen, aus/from: Seraphim, 2013, Regie/directed by: Jamie Brunskill

In der Ausstellung “MODE BEWEGT BILD. The Fashion Film Effect” stellt das Museum Angewandte Kunst ausgewählte Modefilme vor. Allen Exponaten gemeinsam ist, dass sie in Bewegung, Ton und visuellen Effekten zu einem neuen, eigenständigen Genre finden und damit auf eine je eigene Weise eine Erweiterung der Möglichkeiten traditioneller Formen der Modevermittlung wie Fotografie, Fashionshow und Illustration darstellen. Zugleich stehen sie beispielhaft für eine Vielzahl zeitgenössischer Produktionen, die alle zur Vielseitigkeit des Phänomens beitragen. Im Rahmen der B3 Biennale des bewegten Bildes. Museum Angewandte Kunst Frankfurt Schaumainkai (Museumsufer) 17 60594 Frankfurt am Main www.museumangewandtekunst.de

Liebieghaus Skulpturensammlung Unter den Museen am Frankfurter Mainufer gilt die Liebieghaus Skulpturensammlung mit

Blick auf das Eingangsgebäude und den Museumsplatz (Visualisierung LRO Architekten 2014) © hmf

JOHN BALDESSARI. THE STÄDEL PAINTINGS

historisches museum frankfurt Fahrtor 2 (Römerberg) 60311 Frankfurt am Main Tel. (069) 212 355 99 www.historisches-museum-frankfurt.de

historisches museum frankfurt Das historische museum frankfurt vollzieht derzeit den Wandel zum modernen Stadtmuseum. 2012 wurden die Altbauten – der Saalhof – umfassend renoviert. In den Ausstellungen „Mainpanorama“, „Stadtmodellsaal“, „Stauferzeit“, „Bibliothek der Alten“ und im „Frankfurter Sammler- und Stiftermuseum“ bieten multimediale Angebote und interaktive Installationen einen abwechslungsreichen Museumsbesuch. Objekte wie die Krönungsinsignien, der Schöner-Globus von 1515 und der Annen-Altar gehören zu den Highlights der Sammlungen – die umfangreichsten zur Stadt-, Kunst- und Kulturgeschichte in der Region. Mit einem großen Fest feiert das Haus 2016 sein neues Ausstellungsgebäude. Pünktlich zu seinem 44. Jubiläum im November 2016 zieht das kinder museum frankfurt um an seinen ursprünglichen Standort im Saalhof. Wer nicht warten will, kann schon jetzt bei den Frankfurter Sammlern und Stiftern auf der „Familienspur“ auf Entdeckertour gehen. Informationen sind erhältlich unter www.historisches-museum-frankfurt.de historisches museum frankfurt Fahrtor 2 | 60311 Frankfurt am Main www.historisches-museum-frankfurt.de

Deutsches Architekturmuseum Die Architektur zum Gegenstand der öffentlichen Debatte zu machen, war 1979 das Ziel der Gründung des Deutschen Architekturmuseums (DAM) – damals das erste seiner Art auf dem europäischen Kontinent. Für den 1984 eröffneten Museumsbau lieferte Oswald Mathias Ungers den Entwurf. Im Innern der umgebauten Villa überrascht ein quadratisches Raumraster mit dem hinein gestellten „Haus im Haus“, das als Sinnbild der Architektur zu verstehen ist. Deutsches Architekturmuseum Schaumainkai (Museumsufer) 43 60596 Frankfurt am Main | www.dam-online.de


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Fotos auf dieser Seite © Jochen Günther, Jens Liebchen, Petra Welzel / Messe Frankfurt

Frankfurt | 7. bis 10. April 2016

Musikmesse macht Frankfurt zur Hauptstadt der Töne und Klänge Für vier Tage wird die Mainmetropole zum Anziehungspunkt für alle Musikliebhaber. Die Musikmesse (7. bis 10. April 2016) ist nicht nur Handelsplatz und Präsentationsfläche für Musikinstrumente aller Art. Sie ist auch ein pulsierendes Musikevent, ein kultureller Impulsgeber und Förderer des musikalischen Nachwuchses. Erstmals ist die Veranstaltung an allen vier Tagen für das musikinteressierte Publikum geöffnet – und auch sonst gibt es einige Weiterentwicklungen. Neue, emotionalisierende Themenwelten bieten die Möglichkeit, das gesamte Spektrum der Musikinstrumente mit eigenen Händen auszuprobieren und darüber hinaus an über 1.000 musikalischen Events teilzunehmen. Der Außenbereich versprüht Festival-Atmosphäre mit mehreren Konzertbühnen, die für alle Geschmäcker das passende Programm bieten. Doch nicht nur auf dem Messegelände liegt Musik in der Luft: Ganz Frankfurt wird während der Messe zur „City of Music“ – denn zu keiner anderen Zeit im Jahr ist die Vielfalt an Auftritten von Künstlern und Szenegrößen in Frankfurt so hoch wie zur Musikmesse.

Viel zu erleben in Welten voller Musik Bekannte Musiker sehen, hören und treffen, das eigene Können am Instrument erweitern oder musikalische Erlebnisgastronomie genießen: Das und mehr können Besucher in den fünf Themenwelten. Die anspruchsvolle, handgemachte Musik bildet dabei einen der Schwerpunkte – die Themenhallen „Classic meets Keys“, „Classic meets Acoustic“ und „Classic meets Jazz“ werden zur Anlaufstelle für alle, die sich für Klaviere, Flügel, Blas- und Streichinstrumente, Zupfinstrumente und Schlagwerk oder klassische Klänge im Allgemeinen interessieren. Im Classic & Future Forum findet ein umfangreiches Programm mit Vorträgen und Präsentationen zu aktuellen Themen rund um die klassische Musik statt. Zudem gibt es hier musikalische Darbietungen von Künstlern und Ensembles zu erleben. Wer ein wenig Entspannung vom Messetrubel sucht, findet in der gemütlichen Piano-Bar oder im Mouthpiece Café eine optimale Rückzugsmöglichkeit. Darüber hinaus bildet die Musikmesse den Rahmen für renommierte Preisverleihungen rund um das künstlerische und handwerkliche

Schaffen. Wie in jedem Jahr zeichnet der Frankfurter Musikpreis eine bekannte Persönlichkeit aus Klassik oder Pop für besondere Leistungen in der Interpretation, Komposition, Musikwissenschaft, Lehre und Förderung des Musizierens aus. Ein weiterer renommierter Award: Der Deutsche Musikinstrumentenpreis für herausragende Instrumente, die von Meistern ihres Faches vorgeführt werden. Ein besonderes Highlight erwartet Besucher direkt zu Beginn. Im Rahmen des Internationalen Deutschen Pianistenpreises findet am 6. April das Eröffnungskonzert der Musikmesse in der Alten Oper statt. Hier gibt der mehrfach preisgekrönte Musiker Joseph Moog die Klavierkonzert Nr. 4 von Anton Rubinstein zum Besten – der Lette Andreijs Osokins spielt Liszts Klavierkonzert Nr. 1. Am selben Abend präsentiert die Musikmesse zusammen

mit dem Offenbacher Saitenhersteller Pirastro und dem Hessischen Rundfunk ein Patronatskonzert des Dr. Hoch’s Konservatorium. Junge Musiker erhalten dort die Chance, gemeinsam mit Profis in einem Orchester zu spielen.

Neue Musiker braucht das Land: Nachwuchsförderung im Fokus Im Zuge der Digitalisierung hat sich das Freizeitverhalten junger Menschen stark verändert. Musikinstrumente konkurrieren heute mit einer unermesslichen Fülle an Internetangeboten, Apps und ähnlichem. Hinzu kommt eine allgemeine Beschleunigung des Alltags, die immer weniger Zeit für das Hobby lässt. Das bekommen auch Musikschulen, Hersteller und die gesamte Branche zu spüren. Vor diesem Hintergrund ist die Förderung des musikalischen Nachwuchses ein besonderes Anliegen der Musikmesse. Bereits für die jüngsten Besucher gibt es die Möglichkeit, erste musikalische Gehversuche zu machen: Das Sonderareal Music4Kids schickt Kinder und Jugendliche mit außergewöhnlichen Instrumentenschöpfungen, SoundExperimenten und Klanginstallationen auf musikalische Entdeckungsreise. Der etwas ältere

Nachwuchs kann beim Nachwuchs-Wettbewerb „SchoolJam“ in der Festhalle Frankfurt erstmals die ganz große Bühnenluft schnuppern – ebenso findet auf dem Messegelände das Eurofinale des weltweit größten Bandcontests Emergenza statt. Darüber hinaus wird auf der Musikmesse der Europäische Schulmusikpreis verliehen. Er zeichnet besonders fördernswerte Projekte aus dem Fachbereich Musik an allgemeinbildenden Schulen aus.

Vier Tage „City of Music“ Hunderte Bars, Cafés, Spielstätten und Discotheken hat Frankfurt zu bieten – viele davon präsentieren ein ganz besonderes Programm, wenn sich zehntausende Musiker und Musikliebhaber aus über 120 Ländern in Frankfurt zusammenfinden. Zahlreiche Konzerte und Musikevents werden in enger Zusammenarbeit mit der Musikmesse organisiert – zudem planen die Organisatoren Abendveranstaltungen direkt auf dem Messegelände. So gibt es auch nach Schließung der Hallen noch einiges in der Stadt zu erleben. Karten für die Musikmesse sind ab Anfang November erhältlich unter www.musikmesse.com/online-ticket

MUSIKMESSE Frankfurt am Main, 7. bis 10. April 2016 Die Messe Frankfurt ist mit rund 554 Millionen Euro Umsatz und 2.130 Mitarbeitern eines der weltweit führenden Messeunternehmen. Die Unternehmensgruppe besitzt ein globales Netz aus 29 Tochtergesellschaften und 57 internationalen Vertriebspartnern. Damit ist die Messe Frankfurt in mehr als 160 Ländern für ihre Kunden präsent. n ber 0 Standorten in der elt finden Veranstaltungen „made by Messe Frankfurt“ statt. Im Jahr 2014 organisierte die Messe Frankfurt 121 Messen, davon mehr als die Hälfte im Ausland. Die 592.127 Quadratmeter große Grundfläche des Messegeländes um asst zehn Hallen. Weiterhin betreibt das Unternehmen zwei Kongresszentren. Für Events aller Art ist die historische Festhalle einer der beliebtesten Veranstaltungsorte Deutschlands. ie Messe Frank urt befindet sich in öffentlicher Hand Anteilseigner sind die Stadt Frankfurt mit 60 Prozent und das Land Hessen mit 40 Prozent. Weitere Informationen: www.messefrankfurt.com


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Fassade des Deutschen Filmmuseums bei Nacht Foto © Uwe Dettmar | Quelle: Deutsches Filminstitut

Deutsches Filmmuseum Das Filmerbe zu bewahren, es aufzubereiten und dem Publikum zu präsentieren – diesen Aufgaben widmet sich das Deutsche Filmmuseum seit seiner Eröffnung 1984. Das Museum wurde bis zum Sommer 2011 baulich komplett erneuert und erhielt eine neue Dauerausstellung. Das Haus für den Film wurde im Inneren komplett neugestaltet, die Programmflächen für den Publikumsbetrieb wuchsen um rund 30 Prozent. Die Dauerausstellung widmet sich den Prinzipien des Filmischen Sehens und des Filmischen Erzählens: Neben vielen historischen Exponaten, interaktiven Medienstationen und einem attraktiven Filmraum, der auf vier Großleinwänden die Mittel der Filmsprache sinnlich erfahrbar macht, bietet sie eine Reihe von Highlights: Deutsches Filmmuseum | Deutsches Filminstitut DIF e.V. | Schaumainkai (Museumsufer) 41 60596 Frankfurt am Main www.deutsches-filminstitut.de

Weitere Museen Goethe-Museum | www.goethehaus-frankfurt.de Bibelhaus am Museumsufer www.bibelhaus-frankfurt.de Dommuseum Frankfurt am Main www.dommuseum-frankfurt.de Jüdisches Museum Frankfurt am Main www.juedischesmuseum.de Struwwelpeter-Museum/Heinrich-HoffmannMuseum | www.struwwelpeter-museum.de Museum für Kommunikation Frankfurt www.mfk-frankfurt.de Museum Giersch | www.museum-giersch.de Museum für Komische Kunst - Caricatura www.caricatura-museum.de Weltkulturen Museum www.weltkulturenmuseum.de Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum www.senckenberg.de

IG der Frankfurter Galerien Um dem Publikum einen einheitlichen Standard bezüglich der Qualität der Ausstellungen wie der Beratung und dem Verkauf von zeitgenössischer Kunst zu bieten, haben sich die Frankfurter Galerien schon 1984 zur „Interessengemeinschaft der Galerien in Frankfurt“ zusammengeschlossen. Waren es zu Anfang noch 22 Galerien, sind es heute über 30 Galerien, deren Programm in einem Faltblatt sowie auf dieser Internetseite publiziert wird. www.galerien-frankfurt.de

Ensemble Modern © Anna Meuer

Ensemble Modern

Musikleben in Frankfurt Musik nimmt innerhalb der Frankfurter Kulturlandschaft eine herausragende Stellung ein. Das international renommierte Ensemble Modern wie auch der Komponist Heiner Goebbels sind mit dem Namen der Stadt ebenso verbunden wie die hochwertige Jazzmusik oder auch die elektronische Musikszene, zu der mit Sven Väth einer der weltweit gefragtesten Technoproduzenten und DJs gehört. Aufsehenerregende Inszenierungen der mehrfach preisgekrönten Oper Frankfurt, überragende Konzertreihen mit den großen Orchestern und Solisten der Welt in der Alten Oper Frankfurt, das berühmte jährlich stattfindende Deutsche Jazzfestival Frankfurt und Konzerte mit internationalen Rock- und Popgrößen in der Festhalle oder auch in der Batschkapp verdeutlichen beispielhaft das hochwertige und vielfältige Musikangebot in Frankfurt am Main. Zwei exzellente Sinfonieorchester, das Frankfurter Opern- und Museumsorchester sowie das hr-Sinfonieorchester sind in Frankfurt verwurzelt. Weitere Orchester, Chöre und Musikgruppen verschiedener Musikrichtungen tragen mit ihrer anspruchsvollen künstlerischen Arbeit in hohem Maße zum pulsierenden Musikleben in der Stadt bei. Zahlreiche Initiativen und Vereine engagieren sich vor Ort für Musikschaffende und -interessierte. Die Stadt verfügt über ein breit gefächertes Spektrum an Ausbildungsstätten. Die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, das Dr. Hoch‘s Konservatorium, die Musikschule Frankfurt oder auch die Frankfurter Musikwerkstatt für Jazz und Popularmusik sind Beispiele für die umfangreichen Möglichkeiten zur Ausund Fortbildung im Musikbereich.

Oper Frankfurt © Rui Camilo

Der hier ansässige Hessische Rundfunk mit seinen differenzierten Musikprogrammen und Produktionen trägt wie auch der Lokalfunk Radio X mit seinen Spezialsendungen aus der regionalen Musikszene wirkungsvoll zum lebendigen Musikgeschehen in Frankfurt am Main bei. Und nicht zuletzt dokumentieren die Internationale Musikmesse Frankfurt, weltgrößte ihrer Art, sowie zahlreiche Firmen und Institutionen, die sich mit der Musikherstellung, -darbietung und -verbreitung befassen, dass der Musik in Frankfurt auch aus wirtschaftlicher Sicht eine bedeutende Stellung zukommt. Die Musikseiten des Kulturportals öffnen die Tür zu Festivals und Konzertreihen, Chören und Orchestern, Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen, Initiativen und Vereinen und vielem mehr. Hier stellen sich weit mehr als hundert Frankfurter Einrichtungen vor, die mit ihren Programmen und Aktivitäten das vielseitige und lebendige Musikgeschehen in unserer Stadt prägen und gestalten. Quelle: Kulturportal des Kulturamts Frankfurt www.kultur-frankfurt.de

nternetseiten der im e t aufgeführten Einrichtungen www.ensemble-modern.com www.oper-frankfurt.de www.alteoper.de www.hr-online.de www.festhalle.messefrankfurt.com www.batschkapp.tickets.de www.musik.messefrankfurt.com

Das Ensemble Modern (EM), 1980 gegründet und seit 1985 in Frankfurt am Main beheimatet, ist eines der weltweit führenden Ensembles für Neue Musik. Derzeit vereint das Ensemble 22 Solisten aus Argentinien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Indien, Israel, Japan, Polen, der Schweiz und den USA, deren Herkunft den kulturellen Hintergrund dieser Formation bildet. Seine einzigartige Arbeits- und Organisationsweise und eine unverwechselbare programmatische Bandbreite, die Musiktheater, Tanz- und Videoprojekte, Kammermusik, Ensemble- und Orchesterkonzerte umfasst, zeichnen das Ensemble aus. In enger Zusammenarbeit mit Komponisten erarbeiten die Musiker jedes Jahr durchschnittlich 70 Werke neu, darunter etwa 20 Uraufführungen. Jährlich gibt das EM ca. 100 Konzerte bei renommierten Festivals und Spielstätten von Oslo bis Rom, Japan bis den USA. Seit 2000 erscheinen im Label Ensemble Modern Medien (EMM) Audio- und Video-Produktionen des Ensemble Modern. Mit der 2003 gegründeten Internationalen Ensemble Modern Akademie (IEMA) fördert das Ensemble Modern mit unterschiedlichsten Programmen wie dem Masterstudiengang, Meisterkursen, Kompositionsseminaren und Education-Projekten junge Nachwuchskünstler. www.ensemble-modern.com

hr Sinfonieorchester Das hr-Sinfonieorchester genießt heute weltweit einen exzellenten Ruf und ist ein erfolgreicher Botschafter für Frankfurt, Hessen, Deutschland und für den Hessischen Rundfunk. Ein breites stilistisches Repertoire, vielfältige Konzert- und CD-Produktionen, Experimente und Entdeckungen im Bereich Neuer und Alter Musik und die Zusammenarbeit mit hochkarätigen Dirigenten und Solisten gehören ebenso selbstverständlich zu seiner künstlerischen Arbeit wie zahlreiche Kinder- und Jugendprojekte. www.hr-online.de/website/rubriken/hrsinfonieorchester/index.jsp


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Oper Frankfurt

HOTELS

Opernhaus des Jahres 2015 Hochkarätiges Musiktheater ist das Markenzeichen der Oper Frankfurt. Mit Amtsantritt des Intendanten Bernd Loebe 2002 erhielt das künstlerische Profil des Hauses eine neue Prägung, zahlreiche Auszeichnungen und die positive Akzeptanz durch das Publikum bestätigen dies. Der Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, die Solisten, der Opernchor und das Frankfurter Opern- und Museumsorchester stehen für Leistung auf höchstem Niveau. Avancierte Regiekonzepte sowie die Offenheit gegenüber zeitgenössischen Komponisten lenken auch internationales Interesse auf das traditionsreiche Haus. Gleichzeitig wird gängiges Opernrepertoire sorgfältig gepflegt. Zum zweiten Mal in der Geschichte der «Opernwelt»-Umfrage stehen gleich zwei Häuser ganz oben. Vor acht Jahren war die Doppelspitze – das Theater Bremen und die Komische Oper Berlin – eine echte Überraschung. Diesmal lag das Ergebnis in der Luft: Immer wieder hatten das Nationaltheater Mannheim

LINDENBERG

Oper Frankfurt © Wolfgang Runkel

und die Oper Frankfurt unter dem Strich mit hohen Quoten abgeschnitten. Schon 2003 konnte sich Bernd Loebe über einen ersten Platz freuen, 2013 landete Klaus-Peter Kehr einen starken zweiten. Leidenschaft, Beharrlichkeit und ein ungebrochenes Vertrauen in die Kraft des Ensembletheaters zahlen sich aus – auch das spiegelt sich in der diesjährigen Wahl. Zumal, wenn Innovation und Tradition, Abenteuer und Erfahrung, Neugier und Loyalität so aufregend ineinandergreifen wie in Mannheim und Frankfurt. Oper Frankfurt | Willy-Brandt-Platz | 60311 Frankfurt am Main | www.oper-frankfurt.de

Theater in Frankfurt Theater in seiner ganzen Vielfalt - dafür stehen in Frankfurt am Main rund 20 Bühnen und über 50 Theatergruppen, die wöchentlich mehr als 100 Vorstellungen zeigen.

tungen der Gesamtleistung. Mit der Spielzeit 2008/2009 wurde Sebastian Weigle Frankfurter Generalmusikdirektor, festes Orchester des Hauses ist das Frankfurter Opern- und Museumsorchester.

Mit den Städtischen Bühnen hat Frankfurt heute den größten hessischen Theaterbetrieb. In den 60er Jahren hatte sich das Schauspiel Frankfurt unter der Leitung von Harry Buckwitz und später von Peter Palitzsch zur wichtigsten westdeutschen Brecht-Bühne entwickelt. Seit der Saison 2009/2010 wird das Haus von Oliver Reese geleitet, der vom Deutschen Theater in Berlin nach Frankfurt kam.

1981 konnte die Alte Oper, ein spätklassizistisches Gebäude, wieder aufgebaut werden. Seither wird sie als Konzerthaus und Kongresszentrum geführt und hat sich im internationalen Musikleben einen Namen gemacht.

Die Oper Frankfurt zählt zu den bedeutendsten Opernbühnen Europas und wurde 2015 zum zweiten Mal innerhalb der Intendanz von Bernd Loebe vom Fachmagazin Opernwelt mit dem Titel „Opernhaus des Jahres“ ausgezeichnet. Seit 2002 ist Bernd Loebe Intendant, und in den Jahren danach belegte die Oper Frankfurt immer wieder Spitzenplätze in den Bewer-

Eine Spiel-, Produktions- und theatrale Forschungsstätte auf internationalem Niveau bietet das Künstlerhaus Mousonturm - freischaffende Künstler aller Genres erfinden hier die Theatersprache von morgen. Drei große Privattheater bereichern Frankfurts Theaterleben: das Fritz Rémond Theater und die Komödie, beide unter der Intendanz des Schauspielers und Regisseurs Prof. Claus Helmer sowie das English Theatre unter der künstlerischen Leitung von Daniel Nicolai.

Neben den städtischen und privaten Bühnen hat sich in Frankfurt eine vielfältige Theaterszene entwickelt, die mit jeweils eigener künstlerischer und inhaltlicher Ausrichtung produzieren und spielen, die in Deutschland kaum Vergleichbares findet. Regelmäßig gastiert die renommierte Dresden Frankfurt Dance Company unter der künstlerischen Leitung des international renommierten Choreografen Jacopo Godani Frankfurt im Bockenheimer Depot und begeistert das Publikum mit zeitgenössischem Tanz. Auch für Kinder und Jugendliche hat Frankfurts Theaterszene viel zu bieten. Kulturportal des Kulturamts Frankfurt www.kultur-frankfurt.de

Eine Auswahl an Theaterlinks www.buehnen-frankfurt.de www.oper-frankfurt.de www.alteoper.de www.mousonturm.de www.fritzremond.de www.diekomoedie.de www.english-theatre.de www.e9n.de www.fliegendevolksbuehne.de www.theaterperipherie.de www.kammeroper-frankfurt.de www.theater-willypraml.de www.freiesschauspiel.de www.diedramatischebuehne.de www.frankfurter-autoren-theater.de www.antagon.de www.gallustheater.de www.internationales-theater.de www.die-kaes.com www.die-schmiere.de www.stalburg.de www.neues-theater.de www.landungsbruecken.org

DIE GESCHICHTE VOM FRANZ BIBERKOPF | mit The Tiger Lillies | Regie: Stephanie Mohr | Till Weinheimer, Martyn Jacques (The Tiger Lillies) | Foto: Birgit Hupfeld

Schauspiel Frankfurt Das traditionsreiche Schauspiel Frankfurt ist das größte Sprechtheater in der RheinMain Region, als überregional profilierte Bühne auch deutschlandweit viel beachtet und wird seit der Spielzeit 2009/10 von Intendant Oliver Reese geleitet. Dreißig Schauspielerinnen und Schauspieler gehören zum festen Ensemble und bilden das Zentrum des Spielplans. Namhafte Regisseure wie Michael Thalheimer, Stephan Kimmig, Andreas Kriegenburg oder René Pollesch inszenieren regelmäßig am Haus. Neben dem seit der Saison 2010/11 bestehenden SCHAUSPIELstudio fördert

das Schauspiel Frankfurt seit Beginn der Spielzeit 2013/14 mit dem REGIEstudio den Nachwuchs im Bereich Regie und ab 2014/15 mit dem AUTORENstudio junge Theaterautoren. Für insgesamt vier Spielstätten – Schauspielhaus, Kammerspiele, Box und Bockenheimer Depot – werden pro Saison etwa 25 Neuinszenierungen erarbeitet. Als Repertoiretheater verfügt das Schauspiel Frankfurt über ein täglich wechselndes Angebot an Stücken, das momentan etwa 30 Produktionen umfasst. Neben Klassikerinszenierungen von Goethe, Dostojewski, Kleist und Shakespeare

stehen in der Spielzeit 2015/16 auch zahlreiche Ur- und Erstaufführungen wie „Terror“ von Ferdinand von Schirach, „Der alte Affe Angst“ von Oskar Roehler, „Nach dem Fest“ von Hans Op de Beeck und „Revue!“ von und mit Rainald Grebe auf dem Programm. Zudem bietet das Junge Schauspiel Programme speziell für Kinder- und Jugendliche, wie beispielsweise »Frankfurt Babel«, ein Projekt mit jugendlichen Geflüchteten und dem Jugendclub. Schauspiel Frankfurt | Neue Mainzer Straße 17 | 60311 Frankfurt am Main www.schauspielfrankfurt.de

Das LINDENBERG ist weder Hotel noch Wohngemeinschaft. Und ist doch beides zugleich: eine Gästegemeinschaft. Das LINDENBERG lädt ein zum zeitlosen Bleiben. Übernachtungsgäste sind genauso willkommen wie Gäste, die für wenige Tage, Wochen, Monate oder gar Jahre ein zweites Zuhause suchen. Die 150 Jahre alte Stadtvilla erwartet seine Gäste im Herzen Frankfurts mit zehn vollausgestatteten Ein- und Zweizimmersuiten sowie einer Vielzahl von großzügigen Gemeinschaftsräumen. LIBERTINE LINDENBERG, der zweite Streich der Gästegemeinschaft, eröffnet ihre Türen in Frankfurt Alt-Sachsenhausen im Winter 2015. Frankfurt | Rückertstraße 47 | 60314 Frankfurt am Main www.das-lindenberg.de

25hours Hotel The Goldman Das Design Hotel überzeugt durch seine spannende Lage im kreativen Frankfurter Ostend. Es steht für Multifunktionalität, Wohlbefinden und Originalität. Der Anspruch an schöne Details, ergänzt um die Ästhetik im Stil des UN-Hauptgebäudes in New York macht es zu etwas Besonderem. Lokale Paten, die dem Haus eine persönliche Seele geben, haben 2012 Gesellschaft von 23 internationalen Persönlichkeiten bekommen. Unter der Regie von Künstler Michael Dreher kann man ihnen neugierig auf die Spur kommen und bei Abreise ein persönliches Happy End mitnehmen. Frankfurt | Hanauer Landstr. 127-129 | 60314 Frankfurt am Main www.25hours-hotels.com

Roomers Das Aushängeschild moderner Hotelkultur in unmittelbarer Nähe zum Bahnhofsviertel. Ein Ort der Kreativität unweit der Museen, Theater und Konzerthäuser. Im burlesquen Design Hotels warten 116 exklusive Zimmer und luxuriöse Suiten mit kostenfreiem W-LAN, Marshall Sound System und Klimaanlage auf anspruchsvolle Gäste. Regenieren Sie im stylischen Fitness & Spa-Bereich mit Sauna, Jaccuzi und Dampfbad, relaxen Sie in der prämierten Roomers Bar und genießen Sie die ambitionierte „Crossover-Küche“ des Restaurants. Frankfurt | Roomers | Gutleutstraße 85 | 60329 Frankfurt am Main | www.roomers-frankfurt.com

Hotel Nizza Kleines, inhabergeführtes Hotel in denkmalgeschützem Gründerzeitbau im Frankfurter Bahnhofsviertel. 26 Zimmer, davon 8 mit Etagenbad. Jeweils zwei Zimmer dieser Kategorie teilen sich ein schönes großes Badezimmer auf dem Flur. Viele Gäste sind Kulterschaffende und genießen die entspannte Atmosphäre des Hauses. Sowohl das Frühstück als auch der Dachgarten sind gleichermaßen liebevoll gestaltet, gehegt und gepflegt, und das Haus darf sich einer beträchtlichen Zahl von Stammgästen erfreuen, die die freundschaftliche Atmosphäre und den guten Geist des Hauses mit prägen. Frankfurt | Hotel Nizza | Elbestr. 10 | 60329 Frankfurt am Main www.hotelnizza.de


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Künstlerhaus Mousonturm

LITERATUR

Buchmesse Frankfurt Die nächste Frankfurter Buchmesse findet vom 19. Bis 23. Oktober 2016 statt. Ob Verleger, Buchhändler, Agenten, Filmproduzenten, Autoren - jedes Jahr im Oktober kommen alle zusammen und lassen Neues entstehen. Auf der Frankfurter Buchmesse treffen sich die Macher der Branche. Sie ist der weltweit bedeutendste Handelsplatz für Bücher, Medien, Rechte und Lizenzen. Knüpfen Sie Kontakte, erweitern Sie Ihre Verbindungen, bauen Sie Brücken in die Zukunft, bilden Sie sich weiter, lassen Sie sich anregen und entdecken Sie Neues: den Digitalen Content, die pulsierende Verlagslandschaft des jeweiligen Ehrengastes und Interessantes über die wichtigsten Märkte weltweit. Ob Sie als Aussteller, Fachbesucher oder Privatbesucher zur Buchmesse kommen- eines steht bereits fest: Mit der Frankfurter Buchmesse sind Sie so nah am Puls der Zeit wie kaum irgendwo sonst. Quelle Buchmesse Frankfurt

19. – 23.10.2016 | www.buchmesse.de Son of Gone Fishin © Ian Douglas

Matthias Pees Intendant und GeschäftsDas Künstlerhaus Mousonturm wurde führer des Künstlerhauses Mousonturm. 1988 als eines der ersten Freien ProdukAls ‚Haus der Künstler‘ tionshäuser in Deutschstellen wir den wiederland eröffnet und zählt kehrenden Austausch heute international zu mit Kunstschaffenden, den wichtigsten und Gruppen und Kollekerfolgreichsten freien tiven der zeitgenössiProduktionszentren. schen freien Szene im Es bietet auf über 4000 deutschsprachigen, euQuadratmetern im ropäischen und auch audenkmalgeschützten ßereuropäischen Raum Turm der ehemaligen in den Mittelpunkt unMouson-Seifenfabrik serer Programm- und mit einem Theatersaal, Produktionsarbeit. Zeitzwei Studiobühnen, genössischer Tanz und Probebühnen und AteChoreografie, Perforliers, Künstlerwohnun- Künstlerhaus Mousonturm Außenansicht © Jörg Baumann mance und innovative gen, Bühnenwerkstatt Formate internationaler Theaterarbeit und den Anbindungen an Tanzlabor 21 von Regisseuren, Autoren und Schauspieund Frankfurt LAB hervorragende Prolern, die nicht aus dem deutschsprachiduktions- und Aufführungsmöglichkeigen Raum stammen und uns deshalb anten und kann auch für Veranstaltungen dere, ästhetische Ausdrucksformen oder gemietet werden. Seit 1. August 2013 ist

radikalere politische Wirkungsweisen nahebringen können, bilden den Schwerpunkt des Mousonturm-Programms. Weiterhin bleibt Raum für Projekte zeitgenössischer Musik und bildender Kunst, wir zeigen Filme, veranstalten Konzerte und präsentieren Installationen. Darüber hinaus begreifen wir die Stadt und die Metropolregion als Bühne, als Interventions- und -Aktionsraum, den wir regelmäßig bespielen und gemeinsam mit den Bürgern der Stadt erkunden wollen. »Trisha Brown Dance Company (New York) | Bühnenstücke 1979-2011« Di. 1.12 und Mi. 2.12.2015

Literaturhaus Frankfurt | Schöne Aussicht 2 | 60311 Frankfurt am Main | www.literaturhaus-frankfurt.de

Die Romanfabrik

sehen sein. Bei dieser neuen vielschichtigen und rätselhaften Arbeit entfaltet Godani vor dem Auge des Betrachters ein Universum des Tanzes voller Intensität und kraftvoller Bilder. Die Zuschauer tauchen ein in eine spannungsgeladene Choreografie, begleitet von erzählerischen Elementen in Form von Video, Text und Stimme im Off. www.dresdenfrankfurtdancecompany.de

Die Dresden Frankfurt Dance Company residiert zu gleichen Teilen in Dresden und Frankfurt am Main. Künstlerischer Leiter des Ensembles ist der international renommierte Choreograf Jacopo Godani. Das Repertoire der Dresden Frankfurt Dance Company wird maßgeblich von den Werken Jacopo Godanis geprägt. Sein Ziel ist es, eine neue choreografische Sprache zu entwickeln, die Virtuosität und physische Herausforderung verlangt und mit einbezieht. Auf dieser Reise werden sich traditionelles Erbe und zeitgenössisches Denken vermischen und ein

in seiner Identität einzigartiges Ensemble zum Leben erwecken. Kooperationspartner sind die Länder Sachsen und Hessen, die Städte Dresden und Frankfurt am Main sowie private Förderer und Sponsoren. Nach der Eröffnung mit der Uraufführung The Primate Trilogy im Oktober 2015 in Frankfurt und in Dresden wird die Dresden Frankfurt Dance Company mit Symptoms of Development von Jacopo Godanis ab dem 3. Februar in Dresden und ab dem 25. Februar in Frankfurt zu

Das Literaturhaus Frankfurt ist ein Ort der literarischen Begegnungen und der Auseinandersetzung mit zeitgenössischer internationaler Literatur. Es wurde 1991 gegründet und zog 2005 vom Westend in die wieder aufgebaute Alte Stadtbibliothek. In den klassizistischen Räumen an der Schönen Aussicht finden Autorenlesungen, Sachbuchdiskussionen, Verlegergespräche, Symposien und Tagungen, Preisverleihungen und Ausstellungen statt. Quelle Literaturhaus Frankfurt

Künstlerhaus Mousonturm Waldschmidtstraße 4 60316 Frankfurt am Main www.mousonturm.de

Foto © Dominik Mentzos

DRESDEN FRANKFURT DANCE COMPANY

Literaturhaus Frankfurt

rauff hrung S mptoms o velopment

e-

3., 4., 5., 6., 7., 10., 11., 12., 13., 14.2.2016 jeweils 20 Uhr Dresden | HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden Karl-Liebknecht-Str. 56 01109 Dresden | Tickets: 0351 264 6246 www.hellerau.org

Frankfurt Premiere Symptoms of Development 25., 26., 27., 28.2. und 5., 6., 9., 10., 11., 12.3.2016 | jeweils 20 Uhr Frankfurt | Bockenheimer Depot Carlo-Schmid-Platz 1 60325 Frankfurt am Main Tickets: 069 21249494 www.dresdenfrankfurtdancecompany.de

Die Romanfabrik ist die älteste literarische Einrichtung Frankfurts und feiert dieses Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum. Unter dem Motto TEXT-TON-THEMA bietet sie ein breites Kulturangebot an - seit Herbst 1999 in einem preisgekrönten Architektur-Ensemble in der Hanauer Landstraße. Im Mittelpunkt steht TEXT, also Lesungen und Gespräche mit Autoren. Das dreimalig stattfindende Literaturfest „Metropolitan – Die erzählte Stadt“ wird nun abgelöst und gleichzeitig fortgedacht durch die neue Reihe „Romanfabrik International“, die internationale Autoren in den Focus rückt. Die Überschrift TON weist auf Jazzkonzerte, Chansonabende und klassische Konzerte hin. Hierunter fällt auch die Reihe „Musikalische Wendepunkte“, eine neue Konzertreihe, in deren Mittelpunkt Werke der französischen Komponisten Claude Debussy und Maurice Ravel stehen. Im Bereich THEMA ist das „Philosophische Café“ hervorzuheben, zu dem Denker aus allen wissenschaftlichen Disziplinen eingeladen werden und ihre Denkansätze zur Diskussion stellen. Romanfabrik Frankfurt | Hanauer Landstraße 186 | 60314 Frankfurt am Main | www.romanfabrik.de


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Deichtorhallen SARAH MOON – RETROSPEKTIVE 27.11.2015 – 21.2.2016

HAMBURG

Paul Signac (1863–1935): Frau auf der Terasse, 1898, National Gallery of Ireland, Dublin, Photo © National Gallery of Ireland

Bucerius Kunst Forum

Von Poussin bis Monet. Die Farben Frankreichs bis 17.1.2016 Vom 17. Jahrhundert an setzte die französische Malerei die Maßstäbe für ganz Europa. Im Frankreich der Aufklärung begann der Wertewandel zur bürgerlichen Gesellschaft, dem die Maler mit neuen Themen und künstlerischen Experimenten begegneten. Die Französische Revolution, das Vorbild aller Freiheitskämpfe, markiert eine Zeitenwende, die sich tief in die Entwicklung der französischen Malerei eingegraben hat. Die Ausstellung „Von Poussin bis Monet. Die Farben Frankreichs“ widmet sich den Folgen der dramatischen gesellschaftlichen Umbrüche in der Kunst. Schon zu Poussins Zeiten entbrannte ein Richtungsstreit über die Kraft der Farbe. Das sinnliche Erleben und die subjektive Wahrnehmung wurden immer wichtiger, bis die Farbe im Impressionismus am Ende des 19. Jahrhunderts größte Freiheit erlangte. Paul Cézanne sah die Natur als ein Gefüge von Farbflächen. Die Malerei erzählte nicht mehr, sondern gab zu sehen. Die Farbe bildete Licht nicht mehr nur ab, sie wurde zum Licht. Diesen Weg Frankreichs in die Moderne zeigt die Ausstellung mit Gemälden und Zeichnungen von Poussin, Watteau, Chardin, Delacroix, Corot, Courbet, Monet, Renoir, Cézanne, van Gogh und anderen.

Die 1941 geborene Fotografin Sarah Moon (Geburtsname Marielle Varin) wuchs in England und Frankreich auf. Nachdem sie einige Jahre in Paris als Model gearbeitet hatte, begann sie 1968 zu fotografieren. In diesen Jahren gab sie sich den Künstlernamen Sarah Moon. Das Haus der Photographie präsentiert weltweit zum ersten Mal ihr Gesamtwerk Sarah Moon: Fashion 9, Yoji Yamamoto, 1996 © Sarah Moon als retrospektive Schau und setzt einen besonderen Fokus auf ihr filmisches Œuvre. Auf ihre ersten Kampagnenbilder für Cacharel folgten unzählige Werbefotografien unter anderem für Dior, Chanel, Comme des Garçons und Christian Lacroix. Außerdem fotografierte Moon Modestrecken für Magazine, drehte Kurz- und Dokumentarfilme (unter anderem über ihren engen Freund Henri CartierBresson und über Lillian Bassman) sowie den Spielfilm »Mississippi One«. Als erste Frau fotografierte Sarah Moon für den renommierten Pirelli-Kalender. Zu ihren jüngsten Arbeiten zählen Bilder und ein Kurzfilm für Dior homme. Deichtorhallen Hamburg | Deichtorstraße 1-2 | 20095 Hamburg | Öffnungszeiten: Di – So 11 – 18 Uhr, jeden 1. Do im Monat: 11 − 21 Uhr (außer an Feiertagen), Mo geschlossen | www.deichtorhallen.de

Picasso. Fenster zur Welt

Bucerius Kunst Forum gGmbH | Rathausmarkt 2 | 20095 Hamburg Öffnungszeiten täglich von 11 - 19 Uhr, Do 11 – 21 Uhr | www.buceriuskunstforum.de

Kunsthalle Hamburg

NOLDE IN HAMBURG bis 10.2.2016 Hamburg spielte für Emil Nolde (1867–1956) eine zentrale Rolle. Die Hansestadt inspirierte Nolde nicht nur zu zahlreichen Werken, hier wurde seine Bedeutung auch zu einem frühen Zeitpunkt erkannt und seine Kunst gefördert. Dieser engen Verbindung zwi- Emil Nolde (1867–1956) Schlepper auf der Elbe, 1910 Öl auf Leinwand, 71 x 89 cm Sammlung Rauert in der schen Künstler und Stadt geht die Hamburger Kunst- Hamburger Kunsthalle © Hamburger Kunsthalle / bpk halle nun erstmalig in einer umfangreichen Ausstel- Photo: Elke Walford lung nach und versammelt dafür rund 200 Werke Noldes: Farbintensive Gemälde und Aquarelle, dynamische Tuschpinselzeichnungen, atmosphärische Radierungen und Holzschnitte. Hamburger Kunsthalle | Glockengießerwall am Hauptbahnhof | 20095 Hamburg Öffnungszeiten: Di – So 10 – 18 Uhr, Do 10 – 21 Uhr, Mo geschlossen | www.hamburger-kunsthalle.de

bis 7.2.2016 Mit dem Ausstellungsprojekt „Jugendstil. Die große Utopie“ wagt das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) einen neuen Zugang zu dieser Epoche. Anders als vor gut 100 Jahren, als der Jugendstil le dernier cri war, kann er heute über reine Stilgeschichte hinaus eine Parallele eröffnen zu komplexen Phänomenen, die nach wie vor gesellschaftliche Bedeutung haben: Ressourcenknappheit und Materialfragen, prekäre Arbeitsbedingungen und Konsumverhalten, ökologische und ästhetische Abwägungen in Herstellungsprozessen Rudolph Dührkoop, Kopf mit Heiligenschein, 1908, Platindruck, 21 oder der Wunsch x 16 cm, Museum für Kunst und nach stilvoller, re- Gewerbe Hamburg, © Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg präsentativer Inneneinrichtung sind nur wenige Aspekte, die zentral für die Reformbewegung um 1900 waren und auch heutige Konsumentscheidungen beeinflussen. Die gedanklichen Wurzeln und Motivationen des Jugendstils bilden daher die Grundlage in der Auswahl der Exponate und in der Neuinszenierung. Als zentrales Thema bleibt etwa die Weltausstellung 1900 in Paris als internationale Plattform modernen Designs wichtiger Bezugspunkt in der Neueinrichtung der ständigen Sammlung zum Jugendstil. Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg Steintorplatz | 20099 Hamburg | Öffnungszeiten : Di – So 10 – 18 Uhr, Do 10 – 21 Uhr, Mo geschlossen | www.mkg-hamburg.de

No Name Design

6.2. – 16.5.2016 Für Pablo Picasso war das Fenster weit mehr als ein Motiv. Es symbolisiert den Übergang von innen und außen, von Individuum und Welt, von Diesseits und Jenseits. Die Ausstellung „Picasso. Fenster zur Welt“ zeigt erstmals die Faszination des Künstlers für das gerahmte Stück Wirklichkeit – ein in seiner Bedeutung bisher nicht erkanntes Moment, das alle Werkphasen verbindet. Ausgehend von einer Entdeckung im Frühwerk geht die Ausstellung der Frage nach, wie Picasso mit dem MoPablo Picasso (1881-1973): Femme Assise Près d‘une Fenêtre,1932, Privatsammlung tiv des Fensters das Sehen und Malen, das Wahrnehmen © Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2015 und Erkennen thematisiert. In allen Schaffensphasen vergewisserte sich der Maler mittels des Fensters im Bild einer neuen künstlerischen Strategie. Häufig entstanden nicht nur einzelne Gemälde, sondern Serien, in denen Fenster eine signalhafte Rolle spielen. Die Ausstellung korrigiert das Klischee von Picasso als vitalem Macher und vermittelt Einblicke in seine Befragung der menschlichen Existenz. Mit Leihgaben aus dem Museu Picasso de Barcelona, dem Musée Picasso, Paris, der Familie des Künstlers und anderen.

Museum für Kunstgewerbe Hamburg Jugendstil. Die grosse Utopie

Martin Eder „Vor keiner Macht zu Sinken“ und „Licht ins Dunkel“ © courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig I Berlin, BG Bild-Kunst, Bonn 2015

Kunstverein Hamburg Malerei, böse bis 10.1.2016 Kaum eine andere Gattung ist mit so vielen Klischees, Widersprüchen und Vorurteilen behaftet wie die Malerei. Ihr Ende wird jährlich proklamiert, ihre neue Energie alle drei Jahre gefeiert und in mitten all dieser Diskussionen erzielt sie, als sei nichts gewesen, regelmäßig Rekordumsätze auf den internationalen Auktionen und Messen. Die Malerei scheint zu einem Anachronismus geworden zu sein und unserer schnelllebigen und akkumulierenden Zeit diametral gegenüber zu stehen, aktualisiert sie sich doch in langen Zeiträumen, in Feedbackschleifen und in Dialogen mit der Geschichte. Der Kunstverein in Hamburg stößt mit der Ausstellung Malerei, böse eine inhaltliche Auseinandersetzung über das subversive Potenzial von Malerei an. Im Fokus stehen Arbeiten, die mit den vielfältigen Einschreibungen des Mediums operieren, um Geschmacksund Wertvorstellungen herauszufordern. Die gezeigten Werke arbeiten dabei mit und gegen die Klischees der Malerei. Sie neigen zu Übertreibungen und Überfrachtungen, zum Kitsch, zu Ironie und zu Gewalt – oft erscheinen sie erst verlockend, um auf den zweiten Blick Abgründe zu offenbaren. Sei es im Großformat oder kaum größer als ein Blatt Papier, spielerisch oder ernst; eines ist ihnen allen gemein: Sie sprechen eine deutliche Sprache, die den Betrachter vor den Kopf stoßen kann. Kunstverein in Hamburg | Klosterwall 23 20095 Hamburg | Öffnungszeiten: Di – So 12 – 18 Uhr, Mo geschlossen | www.kunstverein.de

11.12.2015 – 3.4.2016 Klappmesser, Scheren, Brillen, Handschuhe und Messinstrumente sind Gebrauchsgegenstände, die das Leben erleichtern, denen man im täglichen Gebrauch aber wenig Aufmerksamkeit schenkt. Der Schweizer Produkt-gestalter und Dozent Franco Clivio (*1942) hat sie gesammelt, rund 1000 zumeist kleine Objekte, die das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) ab dem 11. Dezember 2015 in einer Ausstellung zeigt. Was diese Dinge vereint, sind ihre raffinierte Gestaltung und Funktionalität, die auf einer besonderen Idee und Konstruktion beruhen. Von den wenigsten ist bekannt, wer sie erfunden oder entworfen hat. Sie gehören zum anonymen Alltagsdesign und sind nicht Teil der offiziell zelebrierten Designkultur. „No Name Design“ ist eine Liebeserklärung an die unscheinbaren Dinge, an ihre intelligente Gestaltung mit meist verborgener technischer Raffinesse, die bei näherer Betrachtung überraschen und staunen lassen. Die Ausstellung ist eine Art Wunderkammer der Produktgestaltung mit enzyklopädischem Charakter. Sie veranschaulicht, was gutes und zeitloses Design ausmacht. Die gezeigten Objekte füllen 30 Vitrinen, minutiös arrangiert von dem Fotografen Hans Hansen. In 29 Kapiteln erzählt die Ausstellung die Geschichten hinter den Dingen, deren Titel zumeist schon auf die verborgene Intelligenz und technische Findigkeit der Objekte hinweisen: Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg Steintorplatz | 20099 Hamburg Öffnungszeiten : Di – So 10 – 18 Uhr, Do 10 – 21 Uhr, Mo geschlossen | www.mkg-hamburg.de

Kreisel, Wenn dieser farbwechselnde Kreisel rotiert, sieht der Betrachter das gesamte Farbspektrum durch die entgegengesetzte Rotation der drei Farbräder. Eine spielerische, aber verständliche Darstellung der Mischung von Farben. Foto: Hans Hansen


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©KMK | Jürgen Rösner

©KMK | Jürgen Rösner

Karlsruhe

art KARLSRUHE 2016 Klassische Moderne und Gegenwartskunst 18.–21.2.2016 Zahlreiche One-Artist-Shows, großzügige Skulpturenplätze sowie exklusive Sonderausstellungen – mit ihren Markenzeichen hat die art KARLSRUHE Erfolgsgeschichte geschrieben. Bereits zum 13. Mal zeigt die internationale Messe für Klassische Moderne und Gegenwartskunst vom 18. bis 21. Februar 2016 ein breites Angebot an Malerei, Plastik, Zeichnungen sowie Druckgrafik, Multiples und Fotografie. Der große Erfolg der Messe spiegelte sich im vergangenen Jahr auch im Publikumsinteresse wider: Annähernd 50.000 Kunstfreunde aus ganz Europa lockte die art KARLSRUHE in die Messehallen

und machte Karlsruhe zum pulsierenden Kunstmarktplatz. „Es ist Jahr für Jahr eine Freude, in den Messehallen mit Künstlern, Ausstellern und Besuchern über Kunst zu sprechen und dabei immer einen kleinen Beitrag zu leisten, dass noch mehr Menschen die Kraft der Kunst spüren“, zieht Ewald Karl Schrade, der langjährige Kurator und Projektleiter der Messe, seine Bilanz. Seit 2008 gehören auch zwei Preisverleihungen zur art KARLSRUHE. So wird am Donnerstag (18. Februar 2016) der 9. Hans Platschek Preis für

Kunst und Schrift vergeben. Die Auszeichnung, verliehen von der Hamburger Hans Platschek Stiftung, belobigt einen bildenden Künstler, der sich neben herausragenden künstlerischen Leistungen gleichfalls exzellent in Wort und Schrift auszudrücken vermag. Nominiert für 2016 ist der US-amerikanische Künstler Justin Almquist. Der Preisträger bekommt die Möglichkeit, seine Werke auf der art KARLSRUHE in der großen Messekoje der Stiftung zu präsentieren. Bisherige Preisträger sind F.W. Bernstein (2008), Friedrich Einhoff (2009), Monika Grzymala (2010), Werner Büttner (2011), Tatjana Doll (2012),

Guillaume Bruère (2013), Sandra Boeschenstein (2014) sowie Rikuo Ueda (2015). Am 19. Februar 2016 belohnt der art KARLSRUHE-Preis des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe die beste One-Artist-Show der Messe. 15.000 Euro, je zur Hälfte von der Stadt Karlsruhe und dem Land Baden-Württemberg getragen, dienen – anders als bei anderen Preisen – dem Ankauf von Werken aus der ausgewählten Präsentation, mit dem Ziel des Aufbaus der Sammlung der art KARLSRUHE-Preisträger.

©KMK | Jürgen Rösner ADRESSE Messe Karlsruhe Messeallee 1 76287 Rheinstetten ÖFFNUNGSZEITEN: 18. – 20. Februar von 12 – 20 Uhr 21. Februar von 11 – 19 Uhr Weitere Informationen zur art KARLSRUHE gibt es auch im Internet unter www.art-karlsruhe.de EINTRITTSKARTEN Tageskarte EUR 20 ermäßigt EUR 16 (für Schüler, Studierende, Rentner, Menschen mit Behinderung, CIK, SWR2) Kinder bis 12 Jahre freier Eintritt Abendkarte ab 17 Uhr 8Sonntag an 16 Uhr) EUR 14 2-Tageskarte EUR 28 2-Tageskarte ermäßigt EUR 24 Dauerkarte EUR 34 Dauerkarte ermäßigt EUR 30 Gruppenticket (ab 10 Personen) EUR 16 Familienkarte (2 Erwachsene mit bis zu 3Kindern im Alter von 12-17 Jahre) EUR 44 Eintrittskarten können im Online-Shop der Messe Karlsruhe im Vorverkauf erworben werden. Damit vermeiden Sie Wartezeit an den Kassen. KATALOG Katalog 2016 (erhältlich ab Januar 2016) EUR 25 FÜHRUNGEN Führungen am vergünstigten Donnerstag 18.2.2016 1h Führung EUR 10 pro Person 1,5h Führung EUR 12 pro Person Führung zwischen Freitag 19.2.2016 und Sonntag 21.2.2016 1h Führung EUR 12 pro Person 1,5h Führung EUR 15 15 pro Person Bei Fragen zu den Führungen wie bei Gruppenführungen/Themen und Fremdsprachenführungen können Sie sich gerne direkt an gcc GmbH Frau Reber wenden. Tel.: (+49) 1522 779 5993 Mail: info@culture-consulting.ch


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Kunsttipps | 27

Münster

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Wilhelm Morgner und die Moderne 13.11.2015 bis 6.3.2016 Seinen 125. Geburtstag im Januar 2016 nimmt das LWL-Museum für Kunst und Kultur zum Anlass, dem expressionistischen Künstler Wilhelm Morgner aus Westfalen eine Sonderausstellung zu widmen. Insgesamt 172 Gemälde, Zeichnungen und Grafiken von ihm und seinen Zeitgenossen – darunter Vincent

Wilhelm Morgner, Ornamentale Komposition VI, 1912, LWLMuseum für Kunst und Kultur | Foto: LWL/Hanna Neander

van Gogh, Max Liebermann, Edvard Munch, Oskar Kokoschka, Wassily Kandinsky und Franz Marc – aus öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland werden gegenübergestellt. Neben Werken aus dem eigenen Bestand und aus dem Museum Wilhelm Morgner in Soest reisen Leihgaben aus Amerika, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Norwegen an. Die Werkauswahl der Sonderausstellung „Wilhelm Morgner und die Moderne“ ermöglicht neue und interessante Einblicke in sein Gesamtwerk und wirft die Frage auf, inwieweit Morgners künstlerisches Umfeld und seine Auseinandersetzung mit der Moderne zu einem ganz eigenständigen Stil geführt haben. Förderer der Ausstellung sind die Kulturstiftung der Länder, das NRWKulturministerium und die Stiftung der Sparkasse Münsterland Ost. LWL-Museum für Kunst und Kultur 48143 Münster www.lwl-museum-kunst-kultur.de

Oberhausen

DAS IST DOCH KEINE KUNST Ruthe – Sauer – Flix | Comics und Cartoons zwischen Shit happens, Nichtlustig und Schönen Töchtern bis 17.1.2016 Drei der profiliertesten deutschen Comic- und CartoonZeichner sind erstmals in einer Gemeinschaftsausstellung zu Gast in der LUDWIGGALERIE. Ralph Ruthes Shit happens, Frühreif und die diversen Figuren zwischen Baum, Tod und Nashorn finden sich zusammen. Joscha Sauers NICHTLUSTIG ist mittlerweile zum Kult und Markenzeichen geworden und nun auch im Museum angekommen. Und Flix stellt Held oder seine Zeitungsstrips rund um die Schönen Töchter ebenso im Original vor wie die Literaturinterpretationen zu Faust oder Don Quijchote. Noch nie waren so viele der Cartoons und Skizzenbücher, der Comiczeichnungen und Scribbles in einer Ausstellung zu sehen.

© Ruthe, Sauer, Flix

Mit dieser Schau setzt die LUDWIGGALERIE ihre Reihe zu den wichtigsten deutschsprachigen Positionen im Bereich der populären Kunst fort. Ab 24. Januar 2016 zeigt die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen die Ausstellung AMERICAN POP ART – Meisterwerke massenhaft – von Robert Rauschenberg bis Andy Warhol aus der Sammlung Beck (bis 16. Mai 2016) LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen www.ludwiggalerie.de

Völklingen/Saarbrücken

Schädel – Ikone. Mythos. Kult. bis 3.4.2016 Die Ausstellung „Schädel – Ikone. Mythos. Kult.“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte zeigt, wie Köpfe die Menschen durch die Jahrhunderte und in verschiedensten Regionen und Kulturen fasziniert haben und welchen Kult sie um den Schädel betrieben. Sie umfasst 250 spektakuläre Schädel und Köpfe aus allen Kulturkreisen von der Steinzeit und der Zeit des Alten Ägypten bis zur Gegenwart. „Schädel – Ikone. Mythos. Kult.“ erzählt die Kulturgeschichte des menschlichen Schädels vom Neandertaler bis zu Darth Vader und bietet so eine überraschende und faszinierende Perspektive auf 170.000 Jahre Menschheitsgeschichte, Gegenwart und Zukunft. Die Ausstellung erzählt spektakuläre Geschichten von Kopfjägern, von Voodoo-Zauber und der Verehrung von Schädelreliquien. Ein wichtiger Punkt ist der Aspekt des Memento Mori, die Ausstellung ist auch eine Auseinandersetzung mit dem (eigenen) Tod. Darüber hinaus bietet „Schädel – Ikone. Mythos. Kult.“ Einblicke in den Bereich der Medizin und zeigt, wie die Faszination des Schädels bis in die Alltagskultur hineinwirkt. Das Spektrum

reicht bis zur Verwendung des Schädel-Motivs in der heutigen Pop- und Graffiti-Kultur. Weltkulturerbe Völklinger Hütte | www.voelklinger-huette.org

Weltkulturerbe Völklinger Hütte / Glas AG

togenbosch) aller Zeiten. Die Ausstellung ist höchste Ehrbezeugung für diesen bedeutendsten Künstler des Mittelalters, den es in den Niederlanden gegeben hat: noch nie zuvor wurden derart viele Werke dieses „Schöpfers der Teufel” zusammengeführt. Einmalig kehrt der größte Teil seines Œuvres nach ’sHertogenbosch zurück - jene Stadt, in der er als Jheronimus van Aken geboren wurde, in der er seine Meisterwerke schuf und aus deren Namen er seinen Künstlernamen herleitete. Die Ausstellung markiert den Höhepunkt des Nationalen Veranstaltungsjahrs Hieronymus Bosch 500, das im Jahre 2016 aus Anlass des 500. Todesjahres des Künstlers begangen wird. ’s Hertogenbosch | Het Noordbrabants Museum | www.bosch500.nl

Zürich oan Mir | Mauer Fries

andbild

bis 24.1.2016 Joan Mirós (1893 –1983) künstlerisches Schaffen ist geprägt von einer geradezu wortwörtlichen Direktheit, die auch immer die Materialität seiner Malerei thematisiert. In seinen Joan Miró, Peinture Selbstzeugnissen er- (L‘Oiseau de feu), 1927, Öl auf Leinwand, 81 x 65 cm klärte er die Wand an Privatsammlung © Successió Miró / 2015 sich zum Ausgangs- ProLitteris, Zürich punkt seiner Malerei. Anfänglich war dies die Mauer des Landgutes in Montroig, die mit ihrer Imperfektion zu Bildern Anlass gab, welche die materielle Schönheit in akribischer Detailversessenheit und gleichzeitig großer poetischer Übersetzung festhielten. Die Wand oder Mauer war für ihn somit nicht nur Gegenstand der Abbildung, sondern sie gab auch die physisch-haptische Qualität des Malerischen vor. Der Schritt von einer einfachen Abbildung zur Gleichsetzung der Leinwandfläche mit der Wand und die in allen Werkphasen anzutreffende sorgfältige Auswahl und Vorbereitung der Bildgründe ist darauf zurückzuführen. Geschüttete Farbe und bewusst gesetzte Flecken, weißgewaschene Leinwände, auch rohe Jute und ungewöhnliche Materialien wie Pressspanplatten, Schleifpapier oder Teerpappe dienen der künstlerischen Imagination und lassen Mirós Bildwelt entstehen. Zürich | Kunsthaus Zürich | www.kunsthaus.ch

London le ander alder: Performing Sculpture 11.11.2015 – 3.4.2016 Alexander Calder war einer der bahnbrechenden Künstler des 20. Jahrhunderts, Pionier der kinetischen Skulptur und Vorreiter der Moderne. Die Tate Modern widmet dem amerikanischen Künstler Alexander Calder (1898-1976) die erste große Ausstellung in Großbri- Alexander Calder in his Roxbury studio, 1941, Calder Foundation, tannien seit mehr New York / Art Resource, NY als 50 Jahren. In © ARS, NY and DACS, London 2014 der Retrospektive, die in enger Zusammenarbeit mit der Calder Foundation zeigt mehr als 100 Werke, die das gesamte Spektrum des künstlerischen Schaffens Calders zeigen, wie seinen Einfluss auf die Bereiche Film, Theater, Musik und Tanz. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen unter anderem seine Draht-Porträts von Künstlern wie Joan Miró aus dem Jahr 1930 und Fernand Léger (um 1930) sowie Figuren, die aus dem Zirkus, dem Kabarett und der Welt volkstümlicher Vergnügungen stammen, darunter Two Acrobats (1929), The Brass Family (1929) und Aztec Josephine Baker (um 1929). London | Tate Modern | www.tate.org.uk

© A che Rmn-Grand Palais, Paris 2015 / Gjon Mili/The LIFE Premium Collection/Getty Images © Succession Picasso 2015

Paris Picasso Mania bis 29.2.2016 Wie kein anderer Künstler hat Pablo Picasso die Gegenwartskunst, Generationen von Malern, Bildhauern und Grafikern beeinflusst und nachhaltig geprägt. Mit der Ausstellung »Picasso Mania« im Grand Palais in Paris wird dieser Einfluss zum ersten Mal sichtbar gemacht. Über 300 Werke zeitgenössischer Künstler, u.a. Jeff Koons, Roy Lichtenstein, Georg Baselitz oder Sigmar Polke stehen etwa 100 Arbeiten Picassos gegenüber. Die Vielfalt der gezeigten Kunstformen reicht von Gemälden, Grafiken, Skulpturen, Installationen bis hin zu Filmen u.v.m. Die Die Ausstellung entstand in enger Kooperation mit dem Pariser Picasso Museum, das in diesem Jahr sein 30jähriges Jubiläum gefeiert hat. Paris | Grand Palais | www.grandpalais.fr

Essen Der Schatten der Avantgarde Rousseau und die vergessenen Meister bis 10.1.2016 In dieser umfassenden, von Kasper König und Falk Wolf kuratierten Ausstellung „Der Schatten der Avantgarde. Rousseau und die vergessenen Meister“ werden 13 Künstler wiederentdeckt, die in den vergangenen Jahrzehnten fast ausschließlich im Kontext von Naiver oder Outsider-Kunst relevant waren: André Bauchant, Erich Bödeker, William Edmondson, Louis Michel Eilshemius, Morris Hirshfield, Séraphine Louis, Nikifor, Martín Ramírez, Henri Rousseau, Miroslav Tichý, Bill Traylor, Adalbert Trillhaase und Alfred Wallis. Gezeigt werden über 200 Werke, das Spektrum reicht dabei von Malerei und Zeichnung über Plastik bis zu Fotografie. Jeder der Positionen ist ein eigener Raum oder Bereich gewidmet, um das jeweilige Werk in dichter Zusammenstellung erleben zu können. Während ungeschulte Künstler üblicherweise als Naive oder Outsider aus der Diskussion über die Kunst der Moderne ausgeschlossen werden, stellt die Ausstellung ihre Arbeitsweise, ihr Selbstverständnis und ihre Rezeption als ein genuin modernes Phänomen heraus. Essen | Museum Folkwang www.museum-folkwang.de

Henri Rousseau | Le lion, ayant faim, se jette sur l’antilope, 1898/1905 Der hungrige Löwe wirft sich auf die Antilope Öl auf Leinwand 201 x 301,5 cm © Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Sammlung Beyeler Foto: Robert Bayer, Basel


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Konstanz

KONSTANZ TIPPS

600 JAHRE KONSTANZER KONZIL 2014 – 2018

Allensbach Mühlenweg-Museum

2016 – Imperia – Lebendiges Mittelalter Was für New York die Freiheitsstatue ist, ist in der Bodenseestadt Konstanz neuerdings die Imperia“, - schrieb die Neue Zürcher Zeitung, als die imposante Konkubine im Frühjahr 1993 im Konstanzer Hafen enthüllt wurde. Die Kurtisane, die sich bis heute unbeirrt und ziemlich lässig um sich selbst dreht und in ihren Händen den jeweiligen kirchlichen und weltlichen Machthaber hält, entsprang ursprünglich aus der Feder Honoré de Balzacs. In seinen „tolldreisten Geschichten“ schrieb er über

Imperia, die „anspruchvollste und launischste Dirne des Erdenrundes“, die um 1485 bis 1511 in Rom lebte, verfrachtete sie aber mitten hinein ins Gesehen um das Konstanzer Konzil 1414 bis 1418. Der Künstler Peter Lenk nahm sich die Geschichte zur Vorlage und erschuf ein Denkmal, das zunächst für rote Ohren und ziemliche Aufregung in der Stadt sorgte – nicht nur beim Gemeinderat. Am 24. April 2016 feiert das Lenksche Prachtweib ihren 23. Geburtstag und ist im Jubiläumsjahr 2016 der sexy Hingu-

oben: Imperia © Achim Mende | unten: Konstanzer Münster © Konzilstadt Konstanz

cker! Das Themenjahr „Lebendiges Mittelalter“ rückt die Konzilstadt mit ihrer abwechslungsriechen Geschichte in den Fokus der Feierlichkeiten.

Das Konstanzer Konzil Kirchliche und weltliche Würdenträger trafen sich vor 600 Jahren zu einem der größten Kongresse, den die westliche Welt bis dahin erlebt hatte. Hohe Vertreter aus Klerus und Adel kamen, um sich kirchlichen und politischen Fragestellungen zu widmen: Zwei Päpste, Kardinäle, Bischöfe, Könige, Fürsten, Humanisten, Musikanten, Händler, Gelehrte und Schaulustige bevölkerten die Stadt. 70.000 Besucher weilten laut dem Konstanzer Konzil-Chronisten Ulrich Richental während der vierjährigen Konzilzeit am Bodensee. Mit zwei Reichstagen, zahlreichen Belehnungen und anderen politischen Akten prägte das Konzil die europäische Geschichte nachhaltig. Der größte Kongress des Mittelalters war zugleich Treffpunkt für Universitäten, Büchermarkt und Kopierzentrum für neue oder in Vergessenheit geratene Schriften. Am Vorabend der Renaissance kam es zu einem regen Austausch von Glauben und Meinungen, Wissen und Waren, Kunst und Kultur. Konzilstadt Konstanz | Markstätte 1 | D-78462 Konstanz Tel. +49 7531 363 27-0 | www.konstanzer-konzil.de AUSWAHL AUS DEM JUBILÄUMSPROGRAMM 2016 21.–24.1.2016 HORIZONTALE Filmfestival zum Thema „Prostitution“ Scala-Kinocenter 2.–8.5.2016 HANDWERKSTADT in Kooperation mit der Handwerkskammer Konstanz 24.6.–4.8.2016 KONZILFESTSPIELE AUF DEM MÜNSTERPLATZ Umberto Eco: Der Name der Rose Teresia Walser und Karl-Heinz Ott: Konstanz am Meer Theater Konstanz 15.–16.7.2016 IMPERIAMARIE DER GEFALLENE ENGEL – DIE REINE MAGD Oratorium in zwei Teilen an zwei Tagen Kulturforum Lutherkirche unter der Leitung von Claus Gunter Biegert Konzil und Münster Konstanz 30.9. –3.10.2016 EUROPÄISCHE AVANTGARDE UM 1400 Musikfestival mit vier Konzerten in Kooperation mit SWR2 OKTOBER ILLUMINATIONEN Konzilorte in Konstanz GANZJÄHRIG JAN HUS – MUT ZU DENKEN, MUT ZU GLAUBEN, MUT ZU STERBEN Hus-Museum im Hus-Haus AB 30.5.2016 SONDERAUSSTELLUNG ZU HIERONYMUS VON PRAG Hus-Museum im Hus-Haus GANZJÄHRIG KUNSTFONDS KONZIL Kunst, Theater, Performance

Fritz Mühlenweg (geb. 1898 in Konstanz und gest. 1961 in Allensbach), ein gelernter Kaufmann, nahm ab 1927 als Rechnungsführer an Sven Hedins letzter Ostasien-Expedition teil und durchreiste bis 1932 drei Mal die Mongolei. Die Begegnungen und Eindrücke verarbeitete er später in Romanen, so in seinem Neuer Ravensburger Kunstverein preisgekrönten Buch „In Initiatoren © Neuer Ravensburger Kunstverein e.V. geheimer Mission durch die Wüste Gobi“, das in 8 Sprachen übersetzt wurde sowie in zahlreichen Erzählungen, Gedichten und Bildern. Das Mühlenweg-Museum inszeniert diese spannende und faszinierende Biografie unter anderem mit Fotografien, Bildern, Exponaten, dem Expeditionsfilm, Hörstationen und erstaunlichen Leihgaben der Familie sowie aus dem Nachlass. Allensbach | im Bahnhof | Konstanzer Str. 12 | Öffnungszeiten: 1. Juni bis 30. September: Mo – Fr 9 bis 18 Uhr und Sa 10 – 13 Uhr| 1. Oktober bis 31. Mai: Mo – Fr 9 – 12 und 14 – 17 Uhr. An Feiertagen geschl. | www.mühlenwegmuseum.de

Stadtkind Konstanz Im Konstanzer Paradies hat mit dem Stadtkind Konstanz ein neuer Backladen mit Café eröffnet. Verena Peter und ihr Team versorgen ihre Gäste täglich mit Brötchen, Snacks, Kaffee und vielem mehr. Bei der Einrichtung wurde besonderer Wert auf Details gelegt, so gleicht zum Beispiel kein Tisch dem anderen. „Ich wünsche mir, dass sich unsere Gäste immer bei uns wohlfühlen, ob für den schnellen Snack zwischendurch oder den gemütlichen Kaffeeklatsch mit Freunden“, sagt Verena Peter über ihr Café im Paradies. www.stadtkind-konstanz.de

Lachenmann Art Lachenmann Art zeigt zeitgenössische Kunst und ist im letzten Jahr zu einer festen Größe im Dreiländereck geworden. Das Team um Geschäftsführerin & Kunsthistorikerin Juliane Lachenmann zeigt in fünf wechselnden Ausstellungen pro Jahr renommierte als auch junge internationale Künstler von höchster Qualität und größtmöglichem Potential. Ab November 2015 sind die neuesten Arbeiten von Alexander Iskin zu sehen. Unter der Leitung von Steffen Lachenmann ist das Team diskret und seriös im Bereich der Vermittlung von Werken des Fine Arts-Sektors tätig. www.lachenmann-art.com Jukka Rusanen © Lachenmann Art

Il Boccone DOLCE VITA SUPERIORE So viele Möglichkeiten an einem Ort! Pasta, fatto al mano in köstlichen Variationen, knusprige Pizza aus dem Steinbackofen, handgerollte Gnocchi, selbstgemachtes Brot – wie bei mamma. Die Location: großzügig, städtisch und doch wunderbar vertraut. Genieße den wahrscheinlich besten Caffè der Stadt oder verplaudere die Stunden bei einem italienischen Aperitivo am Kamin. Und es gibt Veranstaltungen: Vom Sitzkissenkonzert der Philharmonie bis zu Auftritten von Comedy-Größen– alles echte Highlights im Kulturprogramm der Stadt. www.ilboccone.de

Hotel 47° Entdecken Sie das 47° - Das NEUE Hotel in Konstanz am Bodensee lädt ein zu Wellness, Business, Kurzurlaub, Romantik, Urlaub am Bodensee oder einfach nur Entspannen. Hier wird Gastlichkeit gepaart mit Herzlichkeit und Professionalität groß geschrieben. In 99 Zimmern & Studios verbinden sich klare Linien, schnörkelloses Design, ausgewählte Materialien und warme Erdtöne mit Farbakzenten zu Luxus und Komfort. Eine Auszeit vom alltäglichen Standard und der Tristesse des Normalen. 47° – hier sind Sie am Ziel! www.47grad.de


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Ravensburg | 29

RAVENSBURG TIPPS Die barocke KlösterleWeihnachtskrippe Die große »Klösterle-Weihnachtskrippe« mit ihren nahezu 300 Figuren und ihren mächtigen Kulissen gehört zu den interessantesten und größten Krippen Oberschwabens. Sie ist in besonderem Maße Ausdruck von Frömmigkeit und Krippenkunst. Fünf Szenen zeigen die Geburt Christi und die Anbetung der Hirten, der Zug der Heiligen Drei Leitmotiv Engel Könige, der Palast des Herodes, © Museum Humpis Quartier die Anbetung der Heiligen Drei Könige, die Hochzeit von Kana und Jesus erstes Wunder. 29.11.2015 – 2.2.2016 | Museum Humpis Quartier www.museum-humpis-quartier.de

Neuer Ravensburger Kunstverein e.V.

Max Pechstein | Liegender gelber Akt, 1909 | Farbkreide | Privatbesitz | © 2015 Pechstein Hamburg / Tökendorf | Foto: Alexander Pechstein

Ravensburg

Max Pechstein – Körper, Farbe, Licht 28.11.2015 – 10.4.2016 Im Mittelpunkt der rund 70 Werke umfassenden Ravensburger Schau steht die Darstellung des Menschen bei Max Pechstein. Zentral für den Brücke-Künstler waren von Beginn an das Figurenbild und das Porträt, anhand derer die Entwicklung des Expressionisten im Überblick vorgestellt wird. Die Ausstellung nimmt damit erstmals das Thema Körper bei Max Pechstein in den Blick. Vom Frühwerk, über die expressionistischen Akte, sein Aufenthalt in Palau, über die Porträts der 1920er Jahre bis zu den Werken der 1950er Jahre wird die Darstellung des Menschen untersucht. Als besondere Note wird das Spätwerk im Kontext von Cobra und Spur-Arbeiten der Sammlung

Peter und Gudrun Selinka präsentiert. Diese Gegenüberstellung macht auch deutlich, dass Max Pechsteins späte Werke in Farbigkeit und Malweise die expressive Malerei der Nachkriegszeit nicht zuletzt auch vorwegnahmen.

Neun Kunst- und Grafikfreunde aus der Region haben den „Neuen Ravensburger Kunstverein“ gegründet und eröffneten Initiatoren Neuer Ravensburger Kunstverein am 10. Oktober 2015 ihren © Neuer Ravensburger Kunstverein e.V. Projektraum in den Räumen der ehemaligen „Möttelin“-Bar. Er versteht sich als Salon für junge, zeitgenössische Kunst und Experimente, als Ergänzung zum bestehenden Angebot in der Stadt. Es ist ein Ort an dem junge und experimentelle Ansätze gezeigt, gesellschaftlich relevante Themen diskutiert und neue Ideen entwickelt werden können. Kurator ist Dr. Robert Huber von der Europäischen Gesellschaft für Forschung und Kunst. www.nrvk.de

VAUDE- Fabrikverkauf Für Schnäppchenjäger, die gerne in der Natur unterwegs sind und Wert auf umweltfreundlich hergestellte Produkte legen, ist der Vaude-Fabrikverkauf genau die richtige Adresse. Hier wird geboten, was das Herz großer und kleiner Outdoor-Sportler höher schlagen lässt: Ausrüstung für Berg- und Bikesport, hochwertige Regen- und Funktionsbekleidung für Damen, Herren und Kinder sowie Taschen, Rucksäcke, Schlafsäcke und Zelte. Die landschaftlich schöne Lage im Hinterland des Bodensees macht Lust darauf, die nächste Tour gleich in Obereisenbach zu beginnen. Tettnag-Obereisenbach | Siggenweilerstraße 25 www.vaude-fabrikverkauf.com

Johannes Rochhausen: Log Ein Blick ins Atelier

Die Ausstellung wurde in enger Zusammenarbeit mit Nachfahren der Künstlerfamilie Pechstein, der Max Pechstein-Urheberrechtsgemeinschaft entwickelt, die das Erbe des Künstlers und den Nachlass bis heute bewahrt. rechts: Max Pechstein | Selbstbildnis mit Pfeife, 1946 | Öl auf Leinwand | Kunstsammlungen Zwickau, Max-Pechstein-Museum | © 2015 Pechstein Hamburg / Tökendorf Dauerleihgabe aus Privatsammlung Foto: Atelier Lorenz Zschorlau

ADRESSE Kunstmuseum Ravensburg Burgstraße 9 88212 Ravensburg Tel. +49 751 82 810 www.kunstmuseumravensburg.de ÖFFNUNGSZEITEN Di – So 11-18 Uhr, Do 11 – 19 Uhr Mo geschlossen, außer feiertags Wegen Aussellungsumbau vom 9. bis 27.11.2015 geschlossen EINTRITTSPREISE Normalpreis EUR 6 ermäßigt EUR 4 frei bis 18 Jahre Jahreskarte EUR 22 FÜHRUNGEN ffentliche F hrungen Im Mittelpunkt steht die jeweilige Sonderausstellung, mit der das Kunstmuseum Ravensburg Positionen moderner und zeitgenössischer Kunst präsentiert. Jeden Fr 15.30 Uhr und So 15 Uhr. Freitagsführung mit kostenloser Kinderbetreuung im Atelier EUR 4 zuzüglich Eintritt Buchungen Gruppenführungen und (Ferien-)Workshops vormittags unter Tel. 0751 82 812 oder kunstmuseum@ravensburg.de pro Gruppe Euro 65 zuzüglich erm. Eintritt

links: Max Pechstein | Liegender Rückenakt / Akte im Freien, 1911 | Öl auf Leinwand | Leopold-HoeschMuseum & Papiermuseum Düren |© 2015 Pechstein Hamburg / Tökendorf | Foto: Peter Hinschläger

Selten war der Untertitel dieser Ausstellungsserie, in der aktuelle Arbeiten eines Künstlers präsentiert werden, treffender: ‚Ein Blick ins Atelier’. Johannes Rochhausens Bilder sind Dokumente seiner Umgebung – tatsächlich, vor Ort, während er arbeitet. Er malt Bilder seines Ateliers. Die weißen Johannes Rochhausen, Air Convon Neonröhren beleuchteten ditioning, 2013, Öl auf Leinwand, Wände, den rötlich-braunen Fuß- 198 x 147,5 cm, Foto: Uwe Walter boden, Türen, Fenster, Heizkörper, fertige und halbfertige Bilder, Tische, Materialwagen, Malutensilien. Johannes Rochhausen (*1981 in Leipzig) studierte Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Arno Rink und Neo Rauch. Memmingen | MEWO Kunsthalle | 10.10.2015 – 31.1.2016 www.mewo-kunsthalle.de

hoftheater baienfurt Das hoftheater baienfurt liegt zwischen Weingarten und Baienfurt in Hof gelegen. Es ist ein Laboratorium, in dem Kleinkunst in ihrer ganzen Vielfalt entwickelt, aufgekocht, gemischt und präsentiert wird. Kleinkunst bedeutet nicht „Kleine Kunst“, sondern „Kleinod-Kunst“. Theater- und Bühnenformen, die aus Subjektivem entstehen, von Begeisterung getragen werden und auf vielen kleinen Bühnen zu etwas Großem werden können. Auf dem Programm steht intelligentes, nicht intellektuelles Theater. Kabarett, Liedermacher Lesungen, Improvisationen... und viel viel mehr. www.hoftheater.org


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Blick in die Sammlungspräsentation Arp, © VG Bild-Kunst Bonn 2015, Foto: Mick Vincenz

Remagen

DADA-Jubiläum und Barbara Hepworth in einem der schönsten Museen im Rheinland In spektakulärer landschaftlicher Lage direkt am Rhein gelegen und mit einem wunderbaren Ausblick von der Bahnhofsterrasse ist das Arp Museum Bahnhof Rolandseck in Remagen ein einzigartiger Ort der Künste, an dem sich Bildende Kunst, Musik und Literatur zu einem hochkarätigen Programm vereinen. Aufsehen erregend ist die architektonische Verbindung eines

Bahnhofsgebäudes aus dem 19. Jahrhundert über mehrere Tunnel und Passagen sowie einen 40m hohen gläsernen Aufzug mit dem skulpturalen weißen Neubau des amerikanischen Star-Architekten Richard Meier. In diesen Räumen zeigte das Museum seit der Eröffnung 2007 rund 60 Ausstellungen mit herausragenden zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern wie Anselm Kiefer, Daniel Spoerri, Jonathan Meese, K. O. Götz und Ernesto Neto sowie aktuell (bis 01.05.2016) dem deutschen Informel-Maler und Bildhauer Bernard Schultze.

In der Nachfolge Dadas wurden die Grenzen zwischen den Künsten – Malerei, Performance, Literatur und Musik – immer mehr überwunden. Über Pop Art und Fluxus-Kunst, Ready Mades und Multiples, Performance, Happening ebenso wie über die Konkrete Poesie können wir die Spuren dieser ersten künstlerischen Rebellion bis heute verfolgen.

Hans Arp und Dada Im lichtdurchfluteten Neubau werden neben der Gegenwartskunst auch die modernen Werke der Hauspatrone Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp, einem der bedeutendsten Künstlerpaare des 20. Jahrhunderts, im Dialog mit ihren Weggefährten präsentiert, darunter Max Ernst und Hugo Ball. Hans Arp und Hugo Ball waren beide Mitbegründer der bis heute einflussreichen Kunstbewegung des Dadaismus, deren 100-jähriges Jubiläum 2016 europaweit gefeiert wird. Das Arp Museum beteiligt sich hieran mit seiner Ausstellung „Dada Genese. 100 Jahre Dada“ (14.02. –10.07.2016), die sich der Entstehung von Dada an zwei gegensätzlichen Orten widmet. So schufen Hans Arp und Hugo Ball 1916 gemeinsam mit Emmy Hennings, Marcel Janco und Tristan Tzara in einer Zürcher Bar das „Cabaret Voltaire“– eine Künstlerkneipe, die mit ihrem legendären Programm Geschichte schrieb. Junge Dichter und Künstler parodierten traditionelle Kunstformen, rezitierten Lautgedichte und schufen zufallsgesteuerte Aktionen. Hier formierte sich während des Ersten Weltkrieges eine neue künstlerische Bewegung mit antibürgerlicher Grundhaltung. „Dada“, der erste verbale Ausdruck eines Kleinkindes, sollte einen Neubeginn markieren und den Anfang aller Kunst symbolisieren.

Hans Arp, Tristan Tzara, Hans Richter, Zürich 1918, Stiftung Arp e.V. Berlin / Rolandswerth, Fotograf unbekannt

Kurz darauf gründeten die Dadaisten darüber hinaus die „Galerie Dada“ als eine der ersten Produzentengalerien. Dort fanden insgesamt vier Ausstellungen statt, die entscheidend waren für die internationale Anerkennung als ernst zu nehmende Kunstbewegung. Innerhalb kürzester Zeit revolutionierten die DadaKünstler von Zürich aus die internationale Kunstwelt.

Hugo Ball im kubistischen Kostüm, 1916, Foto: unbekannt


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„Menschenskinder“ in der Kunstkammer Rau

Remagen

Barbara Hepworth

und die moderne Skulptur Ein zweites Ausstellungshighlight stellt die groß angelegte Retrospektive »Barbara Hepworth. Sculpture for a modern World« (22.05. – 28.08.2016) dar, die das Arp Museum in Kooperation mit der Tate Britain, London/ England, und dem Kröller-Müller-Museum, Otterlo/ Niederlande, erarbeitet hat. Die Ausstellung präsentiert die künstlerische Entwicklung der britischen Bildhauerin von den 1920er Jahren bis zu ihrem Spätwerk. Gezeigt werden Skulpturen aus Holz, Marmor und Bronze ebenso wie Gemälde, Zeichnungen, Fotografien und Fotomontagen. Außerdem gewährt die Ausstellung anhand von Dokumentarfotografien und Filmmaterial einen Einblick in ihre Atelierarbeit und die künstlerischen Einflüsse. So lernte Hepworth 1933 auf einer Frankreich-Reise mit ihrem späteren Ehemann, dem Maler Ben Nichols, neben anderen international bekannten Künstlern auch Sophie Taeuber-Arp sowie die Werke von Hans Arp kennen. Wie dieser ließ sich auch Barbara Hepworth von der Natur zu neuen, modernen Formfindungen inspirieren. In Fotocollagen visualisierte sie später auch die Präsentation ihrer Skulpturen im Zusammenhang mit moderner Architektur, etwa einem von Marcel Breuer mit gestalteten Apartmenthaus in Zürich. Die Präsentation der Ausstellung im Neubau des Arp Museums von Richard Meier, der seinen Stil an den modernen Bauten von Le Corbusier schulte, lässt diese Vision der Künstlerin real werden.

oben: Barbara Hepworth, Pelagos, 1946 Tate Britain, © Bowness

unten: Barbara Hepworth in the Palais de la Danse studio, St Ives, at work on the wood carving Hollow Form with White Interior 1963 Photograph: Val Wilmer, © Bowness

Auf der Suche nach neuen unmittelbaren Ausdrucksformen in der Skulptur war Barbara Hepworth neben ihrem Künstlerfreund Henry Moore zu einer führenden Vertreterin des »Direct Carving« (Direktes Schneiden) geworden. Das heißt, sie arbeitete ohne Modell und Vorzeichnung direkt mit dem Werkstück aus Holz oder Stein. Ihre Themen waren mal figurativ – wie Tiere oder Mutter mit Kind, mal vollkommen abstrakt. Sie war fasziniert vom Material Holz und schuf Mitte der 1950er Jahre die sogenannte „Guarea“-Serie aus dem gleichnamigen tropischen Hartholz, dessen Lieferung von einer afrikanischen Plantage ein Freund organisierte. Die enorme Größe der Stämme ermöglichte ihr die Gestaltung eines komplexen Inneren ihrer Skulpturen, das Sie dazu noch mit Farbe und gespannten Schnüren versah. Mit zunehmendem internationalem Erfolg arbeitete sie auch mit Bronze, da sich die Skulpturen besser vervielfältigen, transportieren oder an öffentlichen Plätzen aufstellen ließen. Sehr wichtig war der Bildhauerin die mediale Präsentation ihres künstlerischen Werkes. Daher arbeitete sie sehr früh mit professionellen Fotografen später sogar mit Filmemachern zusammen. Auch griff sie selbst zur Kamera, um die Darstellungsmöglichkeiten ihrer dreidimensionalen Arbeiten in zweidimensionalen Fotografien auszuloten.

Besondere Aufmerksamkeit erzielen im Arp Museum immer wieder die Präsentationen der hochkarätigen Gemälde und Skulpturen aus der Sammlung Rau für UNICEF. Diese ergänzt mit rund 270 Meisterwerken vom Mittelalter bis ins beginnende 20. Jahrhundert als Dauerleihgabe seit 2009 die Museumssammlungen und gibt den Werken der Klassischen Moderne ein historisches Fundament.

August Macke, Clown im grünen Kostüm, 1912 © Arp Museum Bahnhof Rolandseck / Sammlung Rau für UNICEF, Foto: Mick Vincenz

Die nunmehr 10. Ausstellung in der Kunstkammer Rau stellt unter dem Titel „Menschenskinder. Kinderleben zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ (bis 14.08.2016) Gemälde und Skulpturen aus der Sammlung Rau in einen spannungsvollen Dialog mit prämierten Dokumentarfotografien aus dem Wettbewerb „UNICEF-Foto des Jahres“. Besonders Kinder lagen dem Kunstsammler und Philanthropen Gustav Rau, der in der Demokratischen Republik Kongo als Kinderarzt arbeitete, am Herzen. Dies spiegelt sich in den Kunstwerken seiner exzellenten Sammlung anschaulich wider. Von der Stilisierung zur Heiligen Familie bis zur oftmals traurigen Realität von Kindern rund um den Globus: In den Gemälden Alter Meister wie in den aktuellen Wettbewerbsfotografien findet sich das ganze Spektrum von Kindsein wieder. Dass das Wohl der Kinder ein kostbares Gut ist, ist eine historisch gewachsene Idee. Diese stand immer unter den verschiedensten geopolitischen und sozioChris de Bode, Kinderträume: My-Taelle träumt kulturellen Vorzeichen – davon, Clown zu werden © 2012 Chris de und ist bis heute eine AufBode, All Rights Reserved gabe und Herausforderung geblieben, der die Menschheit nicht immer gewachsen scheint. Diesem Thema widmet sich nun diese Ausstellung und gibt den Betrachtern einen differenzierten Einblick in Wunsch und Wirklichkeit kindlicher Lebenswelten zu den verschiedensten Zeiten.

Kulinarisches mit Ausblick Zum Abschluss Ihres Besuchs lohnt sich nach all diesen verschiedenen Eindrücken der Weg ins Museumsbistro im historischen Festsaal mit anspruchsvoller Gastronomie. Entspannen Sie bei Kaffee und Kuchen oder einem kleinen Mittagsmenü mit einem Glas Wein aus dem nahen Ahrtal und genießen Sie den atemberaubenden Ausblick von der Bahnhofsterrasse auf den Rhein und die sanften Hügel des Siebengebirges. Oder wenn Sie gerne selbst aktiv werden, können Sie eines der museumseigenen Fahrräder mieten und entweder auf eigene Faust oder bei einer geführten Fahrradtour die raumgreifenden Skulpturen internationaler Künstler wie Peter Hutchinson, Thomas Huber, Johannes Brus, Hamish Fulton oder Bittermann & Duka entlang des Rheins am »Skulpturenufer Remagen« für sich entdecken.

Innenansichten Neubau des Arp Museums von Richard Meier, Foto: Ulrich Pfeuffer, GDKE © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

as vollständige rogramm finden Sie unter: www.arpmuseum.org ADRESSE Arp Museum Bahnhof Rolandseck Hans-Arp-Allee 1 53424 Remagen Tel.: 002228/94 25-0 (-63 zur Anmeldung von Führungen) Fa : 0 1 E-Mail: info@arpmuseum.org ÖFFNUNGSZEITEN Di – So und an Feiertagen 11 – 18 Uhr 24. Und 31.12.2015 geschlossen 4.1. – 13.2.2016 geschlossen Barbara Hepworth, Photo-collage with Helicoids in Sphere in the entrance hall of ats designed by Alfred and Emil Roth and Marcel Breuer at Doldertal, Zurich 1939 Photograph, gelatin silver prints on paper Private collection © The Hepworth Photograph Collection


grandtour2017.com MÜNSTER Skulpturprojekte Münster 10.6. – 1.10.2017

KASSEL Documenta 14 10.6. – 17.9.2017

BASEL Art Basel 15. – 1.6.2017 VENEDIG La Biennale di Venezia Juni bis November 2017

ATHEN Documenta 14 Eröffnung Athen 8.4.2017 April bis August 2017

ein projekt der arttourist.com


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Mechatronik trifft auf Shakespeare. Braucht eine Hochschule ein eigenes Theater Die HTWG Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung Konstanz bietet seit mehr als 20 Jahren im Rahmen des Studiums Generale – Theater spielen an. Angelegt als Abwechslung zum Studium und als Chance, die eigene Präsenz der jungen »Theaterstudierenden« weiterzuentwickeln, sowie ihr Selbstbewusstsein zu steigern. Das Theater Hochschule Konstanz arbeitet  fächerübergreifend und ist für Studierende aller Fakultäten und Hochschulen offen. In diesen Tagen trifft sich die Theatertruppe und startet in das neue Semester. Noch schwingt die Begeisterung über die viel gelobte »Mitsommer« Aufführung (nach William Shakespeare »Der Sommernachtstraum«) nach, die im letzten Semester als Koproduktion von Theater der HTWG Konstanz, Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz und der Diskothek MAEX33 in den Räumlichkeiten der Diskothek stattfand. Elisabeth Schwind vom Südkurier schrieb “Vor allem aber bringt das Projekt jüngeres und älteres, studentisches und philharmonisches Publikum völlig ungezwungen zusammen. Und das ausgerechnet in der Disco. Liebe ist eben keine Frage des Alters, des Musikgeschmacks oder der Location.” Für die Studentinnen und Studenten bietet das Theaterspiel ein hohes Maß an Miteinander, Spaß, Kreativität, viel Bewegung, lässiger Musik, geschmeidigem Tanz, klasse Licht- und abgefahrene Videotechnik, viel Kommunikationsdesign, spannende Choreographien und extreme Mobilität! Aber braucht eine Hochschule ein eigenes Theater? Ist es nicht der pure Luxus, Ablenkung vom Wesentlichen, Fachfremd, einfach Unnötig? Die Hochschule Konstanz sieht dies anders und leistet sich einen eigenen »Theaterbetrieb«, der von Felix Strasser geleitet wird. Wir sprachen mit Felix Strasser und der Studentin Fiona Dietz, Mitglied der Theatergruppe.

Foto: Helmuth Scham | www.schampus.com

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Fragen an Felix Strasser Sie haben im März 2014 das THEATER HOCHSCHULE KONSTANZ übernommen? Wie war Ihr Start und sind Sie am neuen »Spielort« angekommen? Die Theaterarbeit hat an der Hochschule Konstanz eine lange Tradition. Seit über 20 Jahren wird hier mit den Studierenden Theater gespielt. Natürlich prägt eine solche Zeit eine Institution und das erleichtert das Ankommen. Wir sind dann gleich in eine ziemlich politische Spielzeit gestartet, in der wir die Frage nach der Veränderbarkeit des Systems gestellt haben. Zunächst mit Schiller und dann mit einer Eigenproduktion, in der wir die Überforderung der Unis und Hochschulen im sogenannten Bolognaprozess beschrieben haben. Das hat tatsächlich für einigen Wirbel gesorgt – aber um ihre Frage zu beantworten, das erleichtert ja auch manchmal das Ankommen, wenn man über strittige Themen diskutiert. Was hat sie gereizt nach Jahren der Selbständigkeit als Regisseur, Theaterpädagoge und Moderator Ihrer Agentur »Die Spielmacher« wieder ein festes Engagement anzunehmen? Die Stelle hier an der Hochschule Konstanz ist einzigartig! Ich kenne tatsächlich keine andere Hochschule, die einen Theatermann fest engagiert, um mit den Studierenden im Studium Generale professionell Theater zu machen. Das Besondere ist, wir begreifen die Theaterarbeit tatsächlich als einen Baukasten, der aus verschiedenen Steinen besteht. Das Schauspiel, die Bühne, die Veranstaltungstechnik, die Dramaturgie, Dreharbeiten – alles wird von Studierenden bei jeder neuen Produktion auch wirklich neu gemacht und gebaut. Die Menschen, mit denen ich hier arbeite, haben die Chance, Theater in wirklich allen Bereichen kennen zu lernen: Von der Haltung auf der Bühne bis zur Schraube in der Podesterie. Das tun zu können und dabei alle Freiheiten in der künstlerischen Arbeit zu haben – das ist wunderbar und hat mich gereizt. Braucht eine Hochschule ein eigenes Theater? Jede Hochschule braucht ein Theater und jedes Theater braucht die Hochschule bzw. die Studierenden! Ich versuche kurz zu erklären, was ich meine: Zum einen nimmt das Theater innerhalb der Hochschule Konstanz einen besonderen Stellenwert ein. Wir sind die Institution, an der sich Studierende treffen, um miteinander zu spielen und sich auszuprobieren. Wir begreifen Theater als Spielfeld für Experimente– szenische, körperliche und sprachliche Experimente. Theater ist aber auch als ein Feld, auf dem die Studierenden die Möglichkeit haben, sich über das Theaterspiel hinaus selbst zu entwickeln und zu reflektieren – politisch, sozial und in den so genannten Softskills. Das Theater steht also im besten Sinne für kulturelle Bildung und das braucht die Hochschule. Zum anderen braucht das Theater die Studierenden als Besucher! Wenn man sich heutzutage eine Inszenierung an einem städtischen oder Staatstheater anschaut, dann hat man es vor allem mit einem Besucher Ü40 zu tun oder mit jüngeren Zuschauern als Jugendalter. Das liegt vor allem daran, dass die Theater es leichter „leichter“ haben Zuschauer zu generieren. Aber gerade Studierende sind es, die meiner Meinung nach dem Theater einiges zurückspiegeln können. Hier steckt ein enorm großes Potential an kreativer Kraft, das zu wenig eingeladen wird an der Kunstform Theater teilzuhaben. Wie sieht Ihre Arbeit mit den Studenten aus, wie erarbeiten Sie sich Stücke, die Probenarbeit und Diskussionskultur bis zum fertigen Stück, der Aufführung? Das Theater der Hochschule Konstanz muss immer experimentell arbeiten und nach künstlerischen Formen jenseits des Stadttheaterbetriebs suchen. Dadurch etablieren wir es als Institution im studentischen Leben. Dies gelingt vor allem durch Stückentwicklungen, bei denen sowohl der Stücktext als auch die Inszenierung gemeinsam mit den Studierenden gestaltet werden, oder durch zeitgenössische Stücke, die Fragen zu aktuellen Themen stellen.

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Außerdem sind Koproduktionen mit unterschiedlichen professionellen Künstlern innerhalb der Stadt Konstanz, aber auch darüber hinaus der Schlüssel, um den Blick auf Theater zu verändern. Wir begreifen das Theater als Labor, in dessen Zentrum das Spiel steht. Das Spiel, manchmal ein Kinderspiel, ist Ausgangspunkt, um Szenen zu entwickeln. Warum? Weil das Spiel die Quelle für ein lebendiges und energetisches Theater darstellt, welches SchauspielerInnen und ZuschauerInnen gleichermaßen fesselt. Sie haben mit Kindern und Jugendlichen als Direktor des „jungen theater konstanz“ gearbeitet. Wieviel Kind und unbekümmerte Jugend steckt (noch) in den Studierenden, die sich mit dem Schritt an die Hochschule auch Leistungsdruck, Konkurrenz und wegweisenden Entscheidungen aussetzen und stellen? Natürlich ist die Arbeit mit den Studierenden eine andere als die mit Jugendlichen in den Jugendclubs am Theater. Die Unbekümmertheit der Jugend: „nicht an morgen zu denken“, sich „auf Teufel komm raus“ ausprobieren zu wollen und sich zunächst unkritisch auf ungewohnte Dinge einzulassen – das ist bei vielen Studierenden zunächst verdeckt. Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist es tatsächlich, das wieder heraus zu kitzeln, zum Vorschein zu bringen. Das – wie Sie sagen – Kind im Erwachsenen wieder zu entdecken und mit all seinem Anarchismus loszulassen. Da fällt mir der

Song von Grönemeyer ein „Kinder an die Macht!“. Diese ungezügelte Anarchie, das Chaos, welches Kinder in sich tragen ist ein großer Motor. Wenn der erst einmal wieder in einem jungen Erwachsenen läuft und man ihn zielgerichtet einsetzt, dann ist die Chance groß, dass einzigartige Momente auf der Bühne entstehen! Was ist Ihnen in Ihrer Arbeit wichtig? Was möchten Sie Ihren Theaterstudentinnen und –studenten mit auf den Weg geben? An was sollen Sie sich erinnern? Mir ist es zunächst wichtig, dass sich in meiner Hochschule alle angesprochen fühlen und das Theater nicht etwas ist, was nur einer elitären Kaste offen steht. In der theatralen Arbeit steht dann, wie gesagt, ein spielerischer Ansatz im Vordergrund und das Bedürfnis, relevante Geschichten zu erzählen. Geschichten, die universell sind, und dennoch unseren Alltag spiegeln. Diese Geschichten prägen das Ensemble und die Diskussionen, die geführt werden. Kulturelle Bildung – und darum geht es mir eigentlich – entsteht dann, wenn ein Maschinenbauer, eine Informatikerin, ein Kommunikationsdesigner und eine Verfahrens- und Umwelttechnikerin sich über einen Text von William Shakespeare unterhalten, rausbekommen, was der für sie im Alltag

bedeutet und dann beginnen, Interpretationsmöglichkeiten für die Bühne zu entwickeln. Wenn die Studierenden feststellen, dass das Theater eine Triebfeder für ihren Alltag geworden ist, hat sich für mich vieles eingelöst. Sie gehen als Leiter des THEATER HOCHSCHULE KONSTANZ vermehrt aus den Räumlichkeiten der Hochschule heraus und suchen die Nähe zu anderen Kultureinrichtungen in Konstanz. Zuletzt kooperierten Sie mit der Südwestdeutschen Philharmonie für die Aufführung von William Shakespeares “Sommernachtstraum” in der Großraumdisco MAEX33. War es das Stück, die Idee der Inszenierung oder…. was waren Ihre Beweggründe? Inhaltlich wurde der Sommernachtstraum zugespitzt auf die zentrale Frage: Gibt es verbotene Liebe? / Kann man Liebe verbieten? Wir haben uns deshalb den 5 wichtigsten Figuren innerhalb des Sommernachtstraums zugewandt: Demetrius, Helena, Lysander, Hermia und Puck. Das war natürlich zutiefst gesellschaftspolitisch. Und die Vorlage, die uns Shakespeare hierfür gab, ist großartig: Der Wald, in den unsere Spieler flüchten, ist die Disko. Hier kann man sich ausleben, sich austoben. Oder doch nicht? Sind wir nicht auch an solchen Orten immer unfrei…? Zum Glück gibt es den Zauber Pucks, der Verwirrung stiftet und gesellschaftliche Normen durchbricht! Der Zaubersaft ist seine Musik!

Philharmonie ihrerseits mit einem Publikum und einer Örtlichkeit, die ihnen zunächst fremd war. Spannend ist und das freut mich sehr, dass man sich treu bleibt. Es entstehen Bekanntschaften, man besucht sich und tauscht sich aus. Solche Projekte erfordern vor allem Mut auf allen Seiten. An der Stelle muss ich den Intendanten Beat Fehlmann nennen, der dieses Kooperationsprojekt mit großem Enthusiasmus getragen hat. Nicht nur finanziell, sondern auch mit Inspiration und Manpower. Sind weitere Kooperationen geplant? Ja! Wir planen momentan für den Januar 2017 gemeinsam mit der Südwestdeutschen Philharmonie in der Konstanzer Therme eine Musiktheaterinszenierung: „Capulet vs. Montague“. Der Spielort ist der Wahnsinn: Die Bodenseetherme in Konstanz mit allen Becken- und Badbereichen sowie Saunen und Dampfbädern. Das wird eine wunderbare Herausforderung für die Musiker und die Schauspieler, weil wir die Therme in Betrieb halten – das heißt mit und im Wasser agieren werden. Inhaltlich wenden wir uns dem Stoff „Romeo und Julia“ zu. Da ist auch eine schöne Verbindung zum letzten Kooperationsprojekt. Shakespeare schafft es tatsächlich, Generationen zu begeistern. Außergewöhnlich waren die bisherigen Planungstreffen – dazu muss man wissen, dass die Idee, die Therme zu bespielen vom Geschäftsführer der Konstanzer Bäder kam.

Was planen Sie für das Wintersemester 2015/2016? Im kommenden Semester wenden wir uns einer der größten Geschichten der Menschheit zu – die in Europa meiner Meinung nach noch relativ unbekannt ist. Dem Ramayana – also dem großen fast 2000 Jahre alten indischen Epos, der von Rama, Ravana und Shiva erzählt. Uns interessiert momentan vor allem, dass diese Geschichte sich mit der Brüchigkeit von Heldenfiguren auseinandersetzt. Wer ist hier böse, wer ist hier gut? Für wen setze ich alles aufs Spiel? Verkaufe ich dafür meine Seele? Sie merken, wir haben es wieder mit einer universellen Geschichte zu tun, die Fragen der heutigen Zeit genau so trifft wie vor 2000 Jahren. Was mich an dem Projekt außerdem sehr interessiert, ist die epische Form. Wir versuchen alles aus einem einzigen schauspielerischen Chor herauszuarbeiten. Dieser Chor ist widerspenstig und teilt nicht ohne Weiteres die Meinung von einem der Protagonisten, sondern schlägt sich auf die eine oder andere Seite. Da kommen Mitläufer vor, da wird debattiert, werden Entscheidungen getroffen und dann wird in die Geschichte eingegriffen. Riesenhafte Dämonen werden durch die Masse des Chores erschaffen und ganze Armeen zum Leben erweckt. Da entspringen dem Chor die Helden und Antihelden unserer Geschichte, sind also Teil des Chores, aus dem Mittsommer | Fotos © Ilja Mess sie sich lösen und speisen. Das ist ein wunderbares Bild, das Mut macht und, Die Südwestdeutsche Philharmonie, unser Soundwie gesagt, wichtige Fragen aufwirft. designer, das Meax33, das Theater Hochschule Konstanz, wir alle begaben uns in diesem Projekt Welche Wünsche hat der Theaterleiter Felix auf eine wunderbar unsichere Plattform. Wir verStrasser in sich für die nächsten 10 Jahre? suchten den Sommernachtstraum und das Thema Das ist eigentlich einfach: Dass ich dann noch imbis in die letzte Faser zu greifen und gingen deswemer die Inspirationen und Menschen treffe, die mir gen neue Wege. Auch im Ort, in der Kooperation es ermöglichen, Theater zu machen. Oder eine kleine – evtl. ein Tabubruch! Vision: Und genau darum ging es uns: Um das Verbotene! In zehn Jahren gibt es an der Hochschule Konstanz Und um „falsche“ gesellschaftliche Zwänge und ein Institut für „Kulturelle Bildung“, welches es zum Normen, die viel mit unserer eigenen Spießigkeit einen den Studierenden ermöglicht, in die unterzu tun haben. Warum soll nicht ein Musiktheaterschiedlichsten Bereiche von Kultur einzutauchen, zu stück der Hochschule Konstanz und der Südwestexperimentieren und zu forschen. Diese Einrichtung deutschen Philharmonie in der größten Diskothek wendet sich bewusst gegen den Glauben, dass ein im Bodenseeraum stattfinden?! Einbahnstraßenstudium das Richtige ist, sondern Wir werden im Theater Hochschule Konstanz imöffnet Räume als Inspiration für das Leben Campus mer wieder die eigenen Räumlichkeiten verlassen, und darüber hinaus. wenn sich Ideen und Vorstellungen treffen. Zum anderen kann ein solches Institut – ein Novum in der Hochschullandschaft – eine Vorbildfunktion Wie war die Zusammenarbeit und das gegenübernehmen, um sich gesellschaftlich drängenden seitige »Befruchten«? kulturellen Fragestellungen anzunähern. Gerade in Ich halte das Projekt für ein wunderbares Beispiel Hinblick auf eine sich äußerst schnell wandelnde einer sinnvollen und „befruchtenden“ ZusamGesellschaft, deren Struktur und Kultur, kann eine menarbeit. Das Schöne ist doch, wenn alle Seiten solche Einrichtung spannende Ergebnisse zu Tage profitieren und nachhaltig etwas entsteht. Die Stufördern. dierenden wurden bei allen Herausforderungen, die In diesem Institut soll – dem Bild der Hochschule ihnen das Theater bietet, mit klassischer Musik entsprechend – praxisnah gearbeitet werden. konfrontiert. Die Musiker der Südwestdeutschen


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THEATER TIPPS Hamburg Schiff der räume Ein europäisches Requiem nach Federico Fellini Ein Luxusdampfer gerät auf Kollisionskurs mit der politischen Realität: Die illustren Passagiere haben sich an Bord wegen einer Seebestattung versammelt. Sie sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um das Ensemble, Foto © Mathias Horn sich anbahnende Desaster zu bemerken. Denn Schiffbrüchige suchen Rettung und entfachen eine Kettenreaktion, die den Dampfer versenkt. Karin Beier inszeniert Fellinis poetisch-dramatischen Aufruf zur Kursänderung u.a. mit Charly Hübner, Lina Beckmann und Julia Wieninger. Ab 5.12.205 | Regie: Karin Beier, Bühne: Johannes Schütz Hamburg | DeutschesSchausSpielHausHamburg www.schauspielhaus.de

Harzkreis Nordharzer Städtebundtheater Fiona Dietz und Felix Strasser | Foto: Helmuth Scham | www.schampus.com

Fragen an Fiona Dietz Braucht eine Hochschule ein Theater? Unbedingt! Ich bin unglaublich froh, dass Herr Strasser uns Studierenden die Möglichkeit bietet, sich in seinem Theater kreativ auszuleben. Wer, wie ich, keinen kreativen Studiengang gewählt hat, bemerkt ziemlich schnell wie starr und trocken unsere Lernpläne sind. Viel Möglichkeit zur freien Entfaltung gibt es da nicht. Meiner Meinung

Foto: Helmuth Scham | www.schampus.com

War das Angebot der HTWG für Sie der Türöffner zum Theaterspiel? Nein, denn ich habe bereits zu meiner Schulzeit das Fach „Darstellendes Spiel“ belegt und dabei einen Einblick in die Theaterwelt bekommen. Allerdings hat es damals bei Weitem nicht so viel Spaß gemacht wie hier an der HTWG. Hier ist das Theaterspielen viel freier und professioneller gestaltet.

FELIX STRASSER *1976 in Ravensburg Nach Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität/ Gesamthochschule Essen, studierte Felix Strasser an der Pädagogischen Hochschule Weingarten und war zunächst Lehrer, bevor er 2003 an der Universität der Künste Berlin Theaterpädagogik studierte. Dort war er 2005 künstlerisch-pädagogischer Mitarbeiter am Institut für Theaterpädagogik. Strasser arbeitete u.a. an der Volksbühne am Rosa Luxemburg Platz und am Hebbel am Ufer - HAU. Seit 2006 inszeniert er am Theater Konstanz und am Theater Ravensburg und wurde 2007 Direktor des „jungen theater konstanz“. 2010 bis 2014 arbeitet Strasser als freier Regisseur und Theaterpädagoge. Hierfür gründete er Die Spielmacher, das erste mobile theaterpädagogische Zentrum Deutschlands. Strasser arbeitete in dieser Zeit als Dozent an verschiedenen internationalen Hochschulen und Universitäten im Fachbereich Theaterpädagogik

und Theaterwissenschaft. Seit März 2014 lehrt und arbeitet Strasser fest an der Hochschule Konstanz im Bereich Theaterpädagogik und ist künstlerischer Leiter des THEATER HOCHSCHULE KONSTANZ.

FIONA DIETZ

Geboren am 27.07.1994 in Bad Homburg vor der Höhe in Hessen. Ursprünglich kommt sie aus Kronberg im Taunus, nahe Frankfurt (Main). Nach ihrem Abitur hat sie für ein Jahr ein Freiwilliges Soziales Jahr in Vietnam gemacht. Dort hat sie in einem Sozialen Zentrum mit behinderten Menschen, Waisenkindern und Senioren gearbeitet. Nach dem Auslandsjahr hat sie an der HTWG Konstanz angefangen „Wirtschaftssprachen Asien und Management Süd-/Südostasien“ zu studieren. Derzeit besucht sie das dritte Semester und bereitet sich auf ein kommendes Auslandssemester vor.

nach ist aber genau das ziemlich wichtig um ausgewogen zu sein und seine Motivation nicht zu verlieren. Viele suchen dieses Gleichgewicht im Sport, der Musik – oder eben im Theater. Was bleibt? Was bleibt ist eine Menge Courage, wunderschöne Erinnerungen an die gemeinsame Zeit und das unbezahlbare Gefühl Teil etwas Großem zu sein. Außerdem bleiben natürlich viele Freunde und ein wirklich unvergleichliches Gemeinschaftsgefühl. Was ziehen Sie aus dem Theaterspiel für Ihr Studium und Sie persönlich heute und für Ihren Start ins Berufsleben? Ich denke, das was man wirklich lernt beim Theater ist Mut. Mir fällt es dank dem Theater um einiges leichter vor einer großen Menschenmenge zu reden, etwas zu präsentieren und auch bei Lampenfieber nie die Konzentration und Ruhe zu verlieren. Das ist für allem für den Start ins Berufsleben sehr wertvoll, wenn man sich allein die unzähligen Bewerbungsgespräche ansieht, die man durchlaufen muss. Ich für meinen Teil habe aber auch viel von meinen Mitspielern gelernt. In den ganzen Diskussionen über die jeweiligen Themen und vor allem in den Improvisationsspielen lernt man so viel über die verschiedenen Denkweisen der anderen. Das war für mich persönlich wirklich eine der wertvollsten Erfahrungen. Ich denke im Studium bekommt man selten die Möglichkeit einen anderen Menschen so gut kennenzulernen und seine Ansichten und Denkmuster so klar und offen vorgestellt zu bekommen. Sind sie nie in Versuchung geraten, einem Gedanken nachgegangen, das Studium gegen die Theaterwelt zu tauschen? Die Vorstellung ist sicherlich ganz schön keine Prüfungen mehr schreiben zu müssen und sich stumpf Wissen einzutrichtern, das man zu 80% im späteren Berufsleben nicht mehr braucht. Aber mir persönlich wäre ein Theaterleben nicht erfüllend genug. Ich muss zugeben ich studiere wirklich gerne. Ich meine, wie oft habe ich noch die Möglichkeit mich so gut und einfach weiterbilden zu können? Vor allem möchte ich aber später in der Entwicklungszusammenarbeit tätig sein – da hilft mir das Theaterspielen dann nicht wirklich weiter. DIE FRAGEN STELLTE KAI GEIGER

Wenn andere Theater im Sommer schließen, dann legt das Nordharzer Städtebundtheater erst richtig los! Im gesamten Harzkreis und darüber hinaus gibt es ein aufregendes Open-AirProgramm mit Konzerten, Schauspiel, Opern und Musicals. Zu unvergesslichen Events werden die© Jürgen Meusel se in historisch bedeutenden Orten und Denkmälern wie der Stiftskirche Quedlinburg mit „Der Name der Rose“, dem Märchenschloss Roseburg (bei Ballenstedt), dem Wasserschloss Westerburg, oder im Harzer Bergtheater mit seiner grandiosen Naturkulisse. Ein besonderes Highlight wird die Vorstellung zur Walpurgisnacht, am 30.04.2016 in der Fürst-Stolberg-Hütte Ilsenburg, mit der Inszenierung „Faust. Der Tragödie erster Teil“ sein. www.harztheater.de

Berlin F.I.N.D Festival Internationale Neue Dramatik 7. – 17.4.2016 Das Festival Internationale Neue Dramatik (F.I.N.D.) gehört seit 1999/2000 fest zum Spielplan der Schaubühne. In den ersten Jahren wurden TheatertexWortbildmarke te junger Autoren aus einem bestimm- © Schaubühne Berlin ten Kultur- oder Regionalraum, meist in szenischen Lesungen, vorgestellt. 2011 erfand sich F.I.N.D. als großes Gastspiel-Festival neu. Vermehrt sind seitdem Arbeiten internationaler Autoren, Theatermacher und deren Compagnien zum ersten Mal in Berlin im Programm. Berlin | Schaubühne | www.schaubuehne.de

Brüssel (B) Kunstenfestivaldesarts Unabhängig, eigenwillig und immer wieder überraschend. All diese Attribute treffen zu auf das interdisziplinäre Festival „Kunstkunstenfestivaldesarts Brussels enfestivaldesarts“, das jedes © AntonioPistis Jahr im Mai den Veranstaltungskalender von Brüssel bereichert. Drei Wochen lang öffnen mehr als 20 Theater und Kultureinrichtungen der Hauptstadt ihre Pforten, um zeitgenössischen Strömungen in Tanz, Film und Theater ein Forum zu bieten. Brüssel | diverse Orte | 6. – 28.5.2016 | www.kfda.be

Materialtheater Stuttgart Ein politischer Theateransatz, Humor, Ironie, Internationalität und die Lust zur Auseinandersetzung mit immer neuen ästhetischen Herausforderungen und künstlerischen Partnern zeichnen die Arbeiten des Ensemble Materialtheater aus, dessen Kern aus den Figuren- und Schauspielerinnen Sigrun Kilger und Annette Scheibler und dem Regisseur und Schauspieler Alberto García Sánchez besteht. Ihre Inszenierungen sind reich an Bildern, außergewöhnlichen Umsetzungen, verblüffenden Einfällen und geprägt von darstellerischer Virtuosität. Sie spielen mit Gegenständen, Puppen, Material und uns selbst in immer neuen Variationen. Das Ensemble Materialtheater steht für hintergründiges, modernes Volkstheater und wurde dafür mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. www.materialtheater.de Drei Affen © Luigi Consalvo


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Kanarische Inseln (E)

32nd International Music Festival of the Canary Islands Vom 8. Jnauar bis 14. Februar 2016 stehen die Kanarischen Inseln wieder ganz im Zeichen der Musik, anlässlich des 32. Internationalen Musikfestivals der Kanaren. Die ersten Noten erklingen beim Eröffnungskonzert im Auditorio Alfredo Kraus in Las Palmas de Grand Canaria. Das International Music Festival of the Canary Islands ist eines der ganz wenigen Festivals in Europa, das im Winter stattfindet. Es ist eines der wichtigsten Festivals in Spanien mit einer langen Tradition. Die Idee war von Beginn an, das kulturelle Leben und Angebot der Inseln zu bereichern und den Kanaren ein international bedeutendes musikalisches Ansehen zu verleihen. Dazu kam der Wunsch dadurch einen qualitativ hochwertigen und nachhaltigen Tourismus zu fördern. Auch in 2016 wartet das Festival Internacional de Música de Canarias mit einem hochkarätigen Programm auf. In Kooperation mit der Kanarischen Regierung und den einzelnen Gemeinden finden eine Serie von Massimo_Zanetti_(c)_Mauro_Turatti_-_Hyper_Active_Studio sechs Sinfoniekonzerten auf beiden Hauptinseln statt, sowohl im Auditorio Alfredo Kraus in Las Palmas de Gran Canaria als auch im Auditorium de Tenerife Adán Martín, eine Folge von vier Kammerkonzerten und weitere fünfundzwanzig Konzerte, die zum Teil an ungewöhnlichen und überraschenden Orten auf La Palma, Fuerteventura, Lanzarote, La Gomera, El Hierro und La Graciosa stattfinden. Insgesamt werden es 45 Konzerte sein, u.a. mit international bekannten Künstlern, wie dem Tenor Juan Diego Flórez, den Dirigenten Yan Pascal Tortelier, Andrés Orozco Estrada, Thomas Hengelbrock, Jukka Pekka Saraste and Ivan Fischer, den Pianisten Denis Matsuev, Dmitris Sgouros, Ivan Martín und dem Oboisten Lucas Macías Navarro. Neben dem berühmten London Philharmonic Orchestra und dem Budapest Festival Orchestra wird das Programm durch das Tenerife Symphony Orchestra, das Philharmonic Orchestra of Gran Canaria und weitere Kammerorchester, wie der Cameristi della Scala, La Petit Bande, Galdós Ensemble, Trío Arbós, Trondheim Soloists, The Signum Quartet sowie die weltbekannten und hoch geschätzten Wiener Sängerknaben kompletiert.  8.1. – 14.2.2016 | www.festivaldecanarias.com

Hamburg

Elbphilharmonie Konzerte und Kompass Spielzeit 2015/2016 Auf der Zielgeraden in Richtung Elbphilharmonie: In der letzten Saison vor dem Umzug ins neue Haus hat Generalintendant Christoph Lieben-Seutter das musikalische Profil von Elbphilharmonie und Laeiszhalle weiter geschärft. Mit einem Programm von Klassik über Jazz und Weltmusik bis zu elektronischer Musik, mit drei Festivals, facettenreichen Künstlerporträts und einem umfangreichen Musikvermittlungsprogramm wirft die Elbphilharmonie immer deutlicher ihre Schatten voraus. Magdalena Kožená und Patricia Kopatchinskaja – zwei der charismatischsten Künstlerinnen der heutigen Zeit – gestalten eigene Residenzen, und das Jerusalem Quartet legt den Fokus nach seinem umjubelten Schostakowitsch-Projekt auf die Streichquartette von Béla Bartók. Einen neuen Schwerpunkt bekommt die Orchester-Reihe »Nordic Concerts«: Erstmals sind hier ausschließlich Originalklangensembles zu Gast, unter der Leitung von herausragenden Dirigenten wie Sir John Eliot Gardiner, Nikolaus Harnoncourt und Teodor Currentzis. Der Zyklus »Oper konzertant« ist mit vier ausgesuchten Projekten wieder im Programm, und die bestens eingeführte ProArte-Reihe »Internationale Solisten« wird erstmals in Kooperation mit den Elbphilharmonie Konzerten präsentiert. Das Festival »Greatest Hits« hat mit der Reihe »NDR das neue werk« einen starken Partner hinzugewonnen, und die beliebten »ePhil«-Konzerte haben im resonanzraum St. Pauli ein neues Zuhause gefunden. Höhepunkt der Saison ist das Internationale Musikfest Hamburg, mit dem die Konzertveranstalter der Stadt im Frühsommer 2016 wieder gemeinsam einen Monat lang für musikalische Glanzlichter sorgen. Hamburg | www.elbphilharmonie.de Deutschland ist groß, aber ist es groß genug? Aus Sicht der Jungen Waldorf-Philhar-

LAEISZHALLE , Foto © Raetzke

Multistory Orchestra at Bold Tendencies (c) Emanuele Vara

London (GB)

Multi-Story Orchestra Sibelius »Symphonie Nr. 5« und Brahms »Sinfonie Nr. 1« hat gleich im ersten Jahr mehr als 1.000 Zuhörer begeistert und in den Bann gezogen. „Wo ist die neue Besuchergeneration für die Klassik? Sie waren hier, vor uns, tausende von Ihnen“ schrieb The Art Desk. Gefeiert wurde der ungewöhnliche Ansatz der Vermittlung von Klassik. „Keine Gimmicks, keine Einführung, nicht einmal ein gesprochenes Wort, nur Lärm von außen und der tosende Applaus eines schockierten, faszinierten H Possessed - Alpha 2015 commission to und verzauberten Publikums“ Metahaven © Damian Gri ths (Gramophone, 2014).

Multi-Story Orchestra ist ein Projekt der Komponistin Kate Whitley und des Dirigenten Christopher Stark mit dem Ziel klassische Musik an ungewöhnlichen Orten zur Aufführung zu bringen und junge, neue Zuhörer für die Klassik zu begeistern. 60 Musikerinnen und Musiker sind Teil dieses bemerkenswerten Klassikprojektes, das dieses Jahr für einen der renommiertesten britischen Kulturpreise nominiert ist. Es begann im Jahr 2011 mit einer Aufführung von Strawinskys »Le Sacre du Printemps« für 100 Musiker in einem Parkhaus in Peckham Rye, London, im Rahmen des Multi-Story Sommers. Multi-Story Summer ist Teil von Bold Tendencies, einer non-profit Organisation, die sich zur Aufgabe gemacht hat, die stillgelegte Peckham Parkgarage für Kultur zu revitalisieren und diesen Teil Londons den Sommer über Kultur einzuhauchen. Das Programm bietet über mehrere Wochen ein buntes Programm an Kunst, Architektur, Musik, Theater, Film, Literatur und Essen & Trinken. Das Multi-Story Orchestra ist Teil dieser Bewegung und hat in diesem Sommer acht Orchesterkonzerte, drei Kammerkonzerte und zwei Familienkonzerte aufgeführt. Das erste Konzert von Strawinskys »Le Sacre du Printemps«,

***** „a remarkable feat ... This young orchestra proved car parks are as good as concert halls for hearing classical music“ THE TELEGRAPH „an insurgent group of freelancers… they play heroically, they play loudly, and they’ll play anything…The response was ecstatic, and it deserved to be”

Die Konzerte wurden bereits nach kurzer Zeit von Sky-TV und Channel 4 ausgestrahlt und BBC 4 strahlte 2013 den Dokumentarfilm „Schall und Wahn“ mit großer Anteilnahme aus.

THE NEW YORK TIMES „The ebullient and accomplished Multi-Story group... Vigorously conducted by Christopher Stark... Nothing seemed random; everything fused“ THE TIMES „performed with compelling focus... in ever more exuberantly virtuosic display, Coombes achieved a tour de force“ BBC MUSIC MAGAZINE BLOG

H Agora 2015 commission to Richard Wentworth © Quintin Lake

Neben den Sommerkonzerten führt das Multi-Story Orchestra regelmäßig Konzerte und Workshops an Schulen durch, für die spezielle Stücke komponiert , zusammen erarbeitet, geprobt und zur Aufführung gebracht werden. Jeder, der den Sinn der musikalischen Bildung bezweifelt, sollte sich in den Beton-Dschungel von Peckham Rye begeben und beobachten, zuhören, staunen und verstehen. www.multi-story.org.uk www.boldtendencies.com

H Frank’s Cafe designed by Practice Architecture © Joao Nauman


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Erfurt DomStufen-Festspiele in Erfurt 2016 Tosca – Ein Leben für die Kunst Weit über die Grenzen Deutschlands hinaus haben sich die DomStufen-Festspiele einen Namen gemacht: Jahr für Jahr veranstaltet das Theater Erfurt das sommerliche Open-Air-Spektakel vor der atemberaubenden Kulisse des Mariendoms, in dem Martin Luther einst zum Priester geweiht wurde, und lässt die 70 Stufen des Dombergs zur Festspielbühne Foto Der Freischütz © Theater Erfurt werden. 2016 ist eine der meistgespielten Opern aller Zeiten zu sehen: „Tosca“ ist Puccinis dramatischste Oper und ein packender Psychothriller zwischen Liebe und Terror. Sichern Sie sich jetzt Ihre Tickets! 11. – 28.8.2016 | www.theater-erfurt.de | www.domstufen.de Karten: 0361 22 33 155

© Junge Waldorf-Philharmonie

Über die Grenzen hinaus monie lautet die Antwort »Nein!«. Als Orchesterprojekt, für junge Musiker aus ganz Deutschland und darüber hinaus, wird die Junge Waldorf-Philharmonie zum ersten Mal in den Osterferien 2016 zu einer Konzerttournee ins Ausland aufbrechen. Die jungen Leute wurden eingeladen, bei der internationalen Welt-Lehrer- und Erziehertagung das große Abschlusskonzert im Goetheanum zu spielen. Neben diesem Auftritt vor 1000 Lehrern und Erziehern aus aller Welt, wird das junge Orchester auch in Wien (AT), München und Ludwigsburg konzertieren. Auf dem Programm stehen Dvoraks Violinkonzert, die fünfte Sinfonie von Tschaikowsky und die Ouvertüre zur Oper „Hänsel und Gretel“ von Humperdinck. Seit Jahren gilt die Junge Waldorf-Philharmonie, ein unabhän-

giges, von Schülern und Studenten ehrenamtlich organisiertes Jugendorchester, als ein Projekt, das großes Können mit Freude an der Musik verbindet. Durch den Elan, das Engagement und die Begeisterung der jungen Musiker und Organisatoren wird die Orchestertagung Jahr für Jahr ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten. Termine Wien | 29.3.2016 | 19:30 | Odeon Theater München | 30.3.2016 | 20 Uhr | Musikhochschule München Dornach | 1.4.2016 | 20 Uhr | Goetheanum Ludwigsburg | 3.4.2016 | 17 Uhr | Forum am Schlosspark www.orchester.waldorfschueler.de

Nach der erfolgreichen ersten Ausgabe geht das Internationale Musikfest Hamburg in die zweite Runde: Vom 21. April bis 22. Mai 2016 gestalten die großen Hamburger Musikinstitutionen, Orchester und Veranstalter erneut vier abwechslungsreiche Wochen voller musikalischer Sternstunden in der ganzen Stadt. Unter dem Motto »Freiheit« setzen insbesondere NDR-Chefdirigent Thomas Hengelbrock und Generalmusikdirektor Kent Nagano Akzente. Weitere Schwerpunkte gelten verfolgten und verfemten Komponisten sowie Johannes Brahms. Hamburg 21.4. – 22.5.2016 | www.musikfest-hamburg.de 

Schwerin AIDA unterm Sternenhimmel bis 30.12. mit Frühkaufrabatt In Sichtweite des Schweriner Schlosses bildet Giuseppe Verdis monumentale Erfolgsoper „Aida“ den kulturellen Höhepunkt des Sommers 2016 in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns – auf einem der schönsten Plätze Norddeutschlands. Mit seinem Spätwerk „Aida“ schließt der aktuelle Verdi-Zyklus der SCHLOSSFESTSPIELE SCHWERIN des Mecklenburgi- Traviata Panorama schen Staatstheaters © Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin gGmbH Schwerin, die seit über 20 Jahren große Oper open air bieten. Schwerin | Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin 8.7.-14.8.2016, Do.-So. jeweils 21 Uhr | Alter Garten Karten: www.theater-schwerin.de, 0385/5300-123

Zürich

tonhalleLATE – classic meets electronic Die Grundidee von tonhalleLATE, für ein junges Publikum eine überraschende Begegnung zwischen klassischer Musik und Moderne zu schaffen, hat bereits bei ihrer ersten Umsetzung für Furore gesorgt. Der Anlass konnte sich seither zu einer Institution in Zürichs Nacht- und Kulturleben mausern. tonhalleLATE ist international zu einem Begriff geworden. David Zinman, damaliger Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters Zürich, hat mit seinem Bestreben jungen Menschen die Ohren für die klassische Musik zu öffnen, etwas in Europa Einzigartiges geschaffen: Die Vereinigung klassischer und elektronischer Musik bei einem Event hat für viele die Türen in eine bis dato unbekannte Welt aufgestoßen. Auf beiden Seiten.

Was ist tonhalleLATE

Halberstadt | Nordharz Sommerklassik

tonhalleLATE ist eine Konzertreihe für junge Leute. Sie schafft eine Verbindung von U- und E-Musik. Bei tonhalle LATE begegnen sich Klassik und Moderne. Das renommierte TonhalleOrchester Zürich unter der Leitung von Lionel Bringuier spielt Werke von klassischen Komponisten. Danach laden einige der angesagtesten Bands und DJs zur grossen Party. Konzertfoyer und Vestibül mutieren zum Dancefloor und zur Chill-outLounge mit Bar. Alles am selben Abend, alles im selben Haus. „classic meets electronic“. tonhalleLATE hat erstmals am Freitag, 1. November 2002 in der Tonhalle Zürich stattgefunden. Die Idee stammt aus der Zeit, als Chefdirigent David Zinman mit dem Baltimore Symphony Orchestra erfolgreiche „Young People’s Concerts“ gab. Auch in Zürich sollte es Konzerte speziell für junge Leute zwischen 16 und 25 geben. tonhalleLATE ist eine Veranstaltung der Tonhalle-Gesellschaft Zürich. Es spielt das Tonhalle-Orchester Zürich unter der Leitung des Chefdirigenten Lionel Bringuier. Das Konzept, insbesondere der Partyteil, wird in Zusammenarbeit mit dem Partyveranstalter Roos & Company realisiert.

Und das passiert bei tonhalleLATE Beginn ab 22 Uhr mit klassischem Konzert, Barbetrieb und coolen Beats. Klassisches Konzert im Großen Saal der Tonhalle. Dauer des Konzerts knapp eine Stunde. Party nach dem Konzert: Solisten des Tonhalle-Orchesters Zürich spielen gemeinsam mit einer Band oder einem DJ und leiten so musikalisch in die elektronische Musik über. Konzertfoyer und Vestibül verwandeln sich in einen Dancefloor und zur Chill-out-Lounge mit Bar.

Hamburg 2. Internationales Musikfest Hamburg

Tonhalle Zuerich Classis meets Electronic © Patrick Huerlimann

Termine: 11.12.2015 / 24.6.2016 www.tonhallelate.ch

Konzerte mit klassischer Musik finden nur in dunklen abgeschotteten Räumen statt? Nicht bei uns. Für den Sommer stellt das Nordharzer Städtebundtheater stets ein open-airtaugliches Konzertprogramm zusammen. In verschiedenen Schwerpunkten kommen Kenner und Neulinge auf ihre Kosten. Dirigent, MD Johannes Rieger moderiert die einzelnen Konzerte höchstpersönlich und © Nordharzer Städtebundtheater kommentiert die Werke auf seine eigene unverwechselbar unterhaltsame Art. Wer gerne effektvollen Orchesterwerken lauscht, hat in unserer Reihe SOMMERKLASSIK einiges zu hören. Für Opern-Fans werden in der OPERNGALA – ITALIENISCHE NACHT eine volle Bandbreite an berühmten Opern, populären Gassenhauern und beliebten Operettenmelodien erklingen. Titel wie „La Donna è mobile“, „Lache, Bajazzo“ oder auch „Figaro hier, Figaro da“ wurden zum Inbegriff italienischen Operngesangs. Über Verdi, Rossini und Puccini umfasst das Konzert auch Operettentitel von Lehar und neapolitanische Canzone. Halberstadt | Nordharzer Städtebundtheater www.harztheater.de


38 | Tanz

KATE | arttourist.com 2|2015 William Forsythe, Solo, 1997 Foto © The Forsythe Company

Frankfurt

William Forsythe The Fact of Matter 17.10.2015 – 31.1.2016 William Forsythe (*1949) gilt als Erneuerer der Ballettsprache, der die Praxis des Tanzes neu definiert und wie kaum ein anderer die nachfolgenden Generationen von Tänzern prägt. Nach Beendigung seiner Tätigkeit als künstlerischer Direktor der Forsythe Company im Frühjahr 2015 beginnt nun für William Forsythe ein neues Kapitel in der Entwicklung seines choreografischen Werkes. Anlässlich dieses Neubeginns innerhalb seines künstlerischen Schaffens widmet das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main dem international gefeierten Choreografen, Tänzer und Künstler eine umfangreiche Werkschau. In den letzten Jahrzehnten hat Forsythe einen unvergleichlichen tänzerischen Kosmos geschaffen: Er erarbeitete bahnbrechende Ballettchoreografien, experimentelle Tanztheaterstücke, digitale Tanzpartituren und raumbezogene Installationen, die Besucher unerwartet selbst zum Akteur werden lassen. Dazu gehört auch das Forschungsprojekt Motion Bank (Improvisation Technologies), eine digitale Plattform im Bereich der Tanzanalyse, Notation und Improvisation, die von 2010 bis 2013 entwickelt wurde. Die Stadt Frankfurt am Main ist seit 30 Jahren eng mit dem Schaffen von William Forsythe verbunden. Hier gründete er 1984 das Ballett Frankfurt und 2004 The Forsythe Company. Forsythe wurde mit zahlreichen international renommierten Tanzpreisen ausgezeichnet und erhielt im Jahr 2010 auf der Biennale in Venedig den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk. Die alle Ebenen des MMK umfassende Ausstellung wird einen programmatischen Blick auf Grenzbereiche der bildenden Kunst und der Choreografie werfen und den Museumsbesuchern ermöglichen, Forsythes Choreographic Objects am eigenen Körper zu erfahren. Seine performativen und raumbezogenen Werke werden sich im MMK 1 mit der Museumsar-

William Forsythe, Nowhere and Everywhere at the Same Time, 2005 Foto: Julian Gabriel Richter

chitektur von Hans Hollein verbinden. Zudem wird Forsythe mit seinen Arbeiten in einen Dialog mit Hauptwerken der MMK Sammlung treten, wie etwa Fred Sandbacks Gray Corner Piece (1968), Nam June Paiks One Candle (1988), Richard Serras Hand Catching Lead (1968), James Turrells Twilight Arch (1991), On Kawaras Date Paintings (1966-2000), Cy Twomblys Problem I, II, III (1966), John Chamberlains Wildroot (1959), Bruce Naumans Perfect Balance (1989), Florian Heckers Event, Stream, Object (2010), Teresa Margolles’ Aire (2003) oder Walter De Marias High Energy Bar (1966). Linie, Bewegung, Klang, Kompositionsstrukturen und performative Aspekte im Raum spielen bei all diesen Werken eine immanente Rolle. Im Fokus der künstlerischen Arbeiten von William Forsythe stehen große raumbezogene Installationen wie The Fact of Matter (2009), Additive Inverse (2007), Nowhere and Everywhere at the Same Time (2005) oder die interaktive Videoarbeit City of Abstracts (2000); ebenso Video- Installationen wie Stellenstellen Film (2013 bereits eine Kooperation mit dem MMK), Lectures from Improvisation Technologies (1994) oder das mittlerweile legendäre Solo (1997). Speziell für die Frankfurter Werkschau wird William Forsythe mehrere raumund ortsbezogene Werke neu entwickeln. Nach Einzelpräsentationen im Dresdner Lipsiusbau in 2014, im Essener Folkwang Museum 2013, im Wexner Center for the Arts in Columbus in 2009, der Londoner Tate Modern in 2009 und der Pinakothek der Moderne in München im Jahr 2006 wird die Ausstellung im MMK die erste Präsentation, die Forsythes Werk in all seinen Facetten mit Hauptwerken der vergangen 20 Jahre vorstellt.

rechts: William Forsythe, Suspense, 2008 © The Forsythe Company

William Forsythe, The Fact of Matter, 2009 Foto © Julian Gabriel Richter

ADRESSE MMK 1 Domstraße 10 60311 Frankfurt am Main Telefon +49 69 212 30447 Fax +49 69 212 37882 www.mmk-frankfurt.de

EINTRITTSPREISE Kombiticket MMK 1|2|3* Normalpreis EUR 16 ermäßigt EUR 8 MMK 1 *** Normalpreis EUR 12 Ermäßigt EUR 6

ÖFFNUNGSZEITEN Di – So 10 – 18 Uhr Mi 10 – 20 Uhr Mo geschlossen 24., 31.12.2015 und 1.1.2016 geschlossen 25., 26.12.2015 10 – 18 Uhr

Ermäßigten Eintritt erhalten Schüler, Studierende, Auszubildende, Arbeitslose, Schwerbehinderte, Frankfurt Card nhaber Gruppen ab 0 ersonen Freien Eintritt erhalten Freunde des MMK, Kinder unter 6 Jahren, MUF Card-Inhaber Studierende der Goethe niversität Frank urt am Main der Hochschule r Bildende Künste – Städelschule und der Hochschule r Gestaltung Offenbach.

FÜHRUNGEN ffentliche F hrungen äglich finden öffentliche F hrungen im MMK 1 statt. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten. Informationen zu dem abwechslungsreichen öffentlichen F hrungsprogramm finden Sie unter www.mmk-frankfurt.de Führungen buchen Anmeldung, Informationen und Führungsbuchungen unter +49 69 212 40691 (Mo – Fr. 9 – 13 Uhr) oder kunstvermittlung.mmk@stadt-frankfurt.de


KATE | arttourist.com 2|2015

Tanz | 39

TANZ TIPPS

Wunderkammer_Chamaeleon © Andy Phillipson

Berlin Das Wunder WUNDERKAMMER Wer die Kompanie Circa aus Australien mit Wunderkammer im Haus hat, darf sich auf einiges gefasst machen. Sieben multi-talentierte Artistikkünstler erzeugen mit ihrer individuellen Klasse und Ausstrahlung eine außergewöhnliche Intensität und Atmosphäre. Die Vielseitigkeit der Künstler bringt Yaron Lifschitz‘ straffe Inszenierung von “Wunderkammer“ perfekt zum Strahlen: aus der Verbindung von akrobatischen Höchstleistungen und durchchoreografierten Tanzparts mit Burlesque-Elementen und skurriler Komik entsteht überraschendes, witziges, sinnliches Unterhaltungstheater. Lifschitz, Mastermind für die CircaProduktionen und Absolvent des australischen National Institute of Dramatic Art, ist ein außerordentlich kreativer Künstler, der seit 1992 mehr als 60 Produktionen unterschiedlichster Genres auf die Bühnen gebracht hat, darunter Opern und Tanzproduktionen. 2014 war er als Regisseur mit dem Film „The Turning“ (u.a. mit Cate Blanchett) sogar bei der Berlinale vertreten. Vor allem aber hat er sich dem „Neuen Zirkus“ verschrieben. Bis zum 21. Februar ist Wunderkammer en suite im Chamäleon in den Hackeschen Höfen in Berlin zu erleben. Berlin | Chamaeleon www.chamaeleonberlin.com

Frankfurt

FO M 01 2.3. - 6.3.2016 Vom 2. bis 6. März 2016 veranstaltet das Künstlerhaus Mousonturm die zwölfte Ausgabe der Tanzplattform Deutschland. Das Festival präsentiert zwölf herausragende deutsche Tanzproduktionen der vergangenen zwei Jahre, die die ästhetische Vielfalt und die unterschiedlichen Produktionsweisen des zeitgenössischen Tanzes in Deutschland widerspiegeln. Auch junge choreografische Positionen und die Tanzszene der Rhein-Main-Region stellen sich vor. Eine Fachjury stellt das Programm zusammen, das sich nicht nur an das regionale Publikum, sondern auch an über 500 aus aller Welt anreisende Fachleute wendet. Die Tanzplattform Deutschland wird alle zwei Jahre in einer anderen deutschen Stadt ausgerichtet. Frankfurt | Künstlerturm Mousonturm www.tanzplattform.de

Diese Kunstform versteht jeder, da sie sich durch den Körper und ohne Text ausdrückt, was sie äußerst universell macht. Mit der Ballettcompagnie der Oper Lyon, dem Centre Choréographique National in Rillieux-la-Pape, dem Centre National de la Danse oder dem Centre Chorégraphik Pôle Pik in Bron, das sich auf Hip-Hop konzentriert, sowie dem Conservatoire National de Musique et de Danse ist Tanz in Lyon und der Region, wie nirgendwo sonst in Frankreich intensiv konzentriert, was Lyon zum Mekka des Tanzes macht. Lyon | Maison de la Danse www.maisondeladanse.com

Foto © Theater Heidelberg

Die Tanzbiennale Heidelberg hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle zwei Jahre die Vielfalt des zeitgenössischen Tanzes konzentriert nach Heidelberg zu bringen. Vom 22. bis 31. Januar 2016 kann das Publikum außergewöhnliche Produktionen des internationalen und nationalen Tanzes erleben und sich von der tänzerischen Energie des Landes Baden Württemberg überzeugen. 10 Tanztage zum Zuschauen und Mitmachen, für den Austausch von Stadttheatern und freier Szene, für Gespräche und Diskussionen – 10 Tage voller Dynamik, Energie und Überraschungen machen im Januar Heidelberg zur modernen Tanzstadt. Auf dem Programm stehen u. a. ein Tanztag für Kinder und Familien, Workshops für begeisterte Laien, ein Jugendtanzprojekt, ein Reigen von Gastspielen aus Frankreich, Österreich sowie der Schweiz, ein Symposium, Artist Talks, Ausstellungen, Tanzfilme und Partys. Das Festival endet mit einer großen Gala, bei der sich die geballte Tanzkraft des Landes Baden Württemberg zeigt. Ermöglicht wird dies durch die Unterstützung der Stadt Heidelberg, der Manfred Lautenschläger-Stiftung sowie durch eine Förderung des Landes Baden-Württemberg. Der Kartenvorverkauf startet bereits am 14.11.2016! Es heißt sich rechtzeitig nach der Bekanntgabe des Programms die begehrten Tickets sichern!!! Heidelberg | Theater Heidelberg www.theaterheidelberg.de

Lyon (F) Lyon ist das Tanzmekka Maison de la Danse Ob zeitgenössischer, urbaner, volkstümlicher oder exotischer Tanz – Lyon hat sie alle! Ziel des Maison de la Danse ist es Popkultur mit künstlerischen Ansprüchen in Einklang zu bringen. Jedes Jahr kommen rund 150.000 tanzbegeisterte Zuschauer zu den Aufführungen. Das Maison de la Danse ist ein wahres Haus der Bewegungskunst, sowohl was seine Virtuosität, als auch seinen Unterhaltungswert anbetrifft.

Koerper_3 © Bernd Uhlig

Wien (A) Tanzquartier Wien Zentrum für zeitgenössischen Tanz, Performance, Kunst und Theorie Das Tanzquartier Wien (TQW) wurde 2001 eröffnet und widmet sich als erstes Produktions- und Veranstaltungshaus Österreichs den Genres zeitgenössischer Tanz und Performance. Es ist eines der wichtigsten Häuser in Europa, wenn es um das Weiterdenken und die Förderung von zeitgenössischem Tanz und Performance, sowie den damit in Verbindung stehenden theoretischen Diskursen und Positionen geht. Vor dem Hintergrund eines transdisziplinären Kunstverständnisses – das sich auch in der Lage des TQW inmitten des MuseumsQuartier Wien wieder findet – bestimmen das Erspüren von gegenwärtigen Entwicklungen und richtungweisenden Tendenzen im Tanzschaffen und die dialogische Nähe mit den Künstlerinnen und Künstlern unser Handeln ebenso wie die Formate. Künstlerische Prozesse werden hier empfangen, initiiert, betreut und geschützt, aber auch im Risiko begleitet. Offene Enden aufzugreifen, sie weiterzuführen und im Dazwischen von Arbeitsprozess und Produktion zu vermitteln, sind zentrale Motivationen für die Kuratierung des internationalen Gastspielprogramms, lokaler- und perspektivisch auch internationaler - Koproduktionen, KünstlerInnen-Residenzen, der Workshop- und Vermittlungsangebote oder offener Projektformen, die Aspekte der künstlerischen Forschung in das Augenmerk rücken. Wien | Tanzquartier Wien | www.tqw.at

Flashmob | Schlossplatz Stuttgart | 27.6.15 | Foto: Simon Wachter

COLOURS International Dance Festival 2015 Im diesem Jahr im Juni | Juli fand zum ersten Mal COLOURS International Dance Festival in Stuttgart statt, ein Festival das von Ballett bis Modern Dance, von Zirkus bis HipHop die Farben des Tanzes zusammen geführt hat zu einem bunten, strahlenden und einmaligen Ereignis. Die Idee und das grundlegende Konzept für COLOURS stammen von Eric Gauthier, dem künstlerischen Leiter von Gauthier Dance. Wir sprachen mit Eric Gauthier. Wie war die Premiere von COLOURS - INTERNATIONAL DANCE FESTIVAL in diesem Jahr? Sie hätte nicht besser laufen können. Ich bin ein optimistischer Mensch - aber selbst ich hätte mir einen solchen Erfolg nie träumen lassen. Das lag auch an der fantastischen Auslastung von deutlich über 90 %. Aber ehrlich gesagt, stand für unser Team anderes im Vordergrund. Das von Meinrad Huber kuratierte Programm hat ganz offensichtlich einen Nerv getroffen. Zum einen bei den Zuschauern, die selbst anspruchsvolle Kost begeistert aufnahmen, aber auch bei den angereisten überregionalen Tanzkritikern. Stuttgart hat ganz offensichtlich auf solch ein Festival gewartet. Dazu kam das herrliche Wetter, das wie von selbst für die entsprechend gelöste Sommerlaune gesorgt hat. Mein persönliches Highlight waren die zwei großen COLOURSEvents in der Stuttgarter City, auf dem Marktplatz und vor dem Königsbau auf dem zentralen Schlossplatz. Jeweils hunderte Menschen haben mitgetanzt und mitgefiebert. Unglaublich. Das waren echte Gänsehaut-Momente. Wie geht es weiter? Gibt es eine Fortsetzung? Na klar gibt es eine Fortsetzung. Der Erfolg war so offensichtlich, dass Stadt und Land, aber auch unsere Sponsoren, allen voran die Mercedes-Benz Bank bereits signalisiert haben, dass sie ihr Engagement fortsetzen wollen. Die nächste Ausgabe wird im Juli 2017 stattfinden, denn COLOURS ist als biennales Festival angelegt. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass auch die internationale Tanzwelt sich erneut und diesmal sogar noch entschiedener beteiligen will. Die beteiligten Companies waren mehr als zufrieden. Und es ist ja auch kein Wunder, dass sich unser Ruf bei so viel Applaus und Kritikerlob, bei solch einer warmen Aufnahme im Theaterhaus Stuttgart rasend schnell herumgesprochen hat. Deshalb erwarten wir 2017 ein mindestens genauso starkes, wohl eher deutliche stärkeres Line-up als bei unserer ersten Ausgabe.

Heidelberg 2. Tanzbiennale in Heidelberg 22. – 31.1.2016 Nach der vom Publikum begeistert aufgenommen 1. Tanzbiennale Heidelberg 2014 startet die Tanzallianz bestehend aus dem Theater und Orchester Heidelberg sowie dem UnterwegsTheater Heidelberg die zweite Ausgabe dieses Festivals für zeitgenössischen Tanz in der Stadt am Neckar.

NACHGEFRAGT

Stuttgart | Theaterhaus Stuttgart www.coloursdancefestival.com www.theaterhaus.com Exterieur_MDLD_©-Maison-de-la-Danse


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KATE | arttourist.com 2|2015

Ganz kleines  Kino 3000 Kilometer zu Fuß: Auf seinen Wanderungen fotografiert Volker Gerling Menschen, denen er zufällig begegnet. Daraus entstehen Daumenkinos.

Volker Gerling trägt einen breitkrempigen Hut, hinter sich her zieht er ein Wägelchen mit einem Riesenhaufen Gepäck. Um seinen Hals baumelt an einem Lederriemen ein Bauchladen. Das Ding hat er selbst gebastelt, aus einem hölzernen Küchentablett, daran hängt ein handgeschriebener Zettel mit der Aufschrift „Wanderausstellung“. Auf dem Bauchladen liegen sechs Daumenkinos, jeweils 36 zusammengeheftete Schwarz-Weiß-Fotos im Westentaschenformat. Wohl keiner setzt den Begriff „Wanderausstellung“ so konsequent um wie Volker Gerling. Der Berliner Künstler wandert mit seiner kleinen Daumenkino-Ausstellung seit Jahren immer wieder wochen- und monatelang durch Deutschland, die Schweiz und Österreich. Er ist von Berlin nach Basel gelaufen, den Rhein entlang oder von Oldenburg nach Wismar. Mehr als 3000 Kilometer hat der Mann bislang zurückgelegt, alles zu Fuß, fast immer ohne eigenes Geld. Unterwegs zeigt er Menschen, die er zufällig trifft, seine Mini-Stummfilme. Manchmal bittet er Leute, sich von ihm fotografieren zu lassen. Die Schwarz-Weiß-Porträts zieht Gerling auf Fotokarton ab, beschneidet und heftet die Blätter zusammen – fertig ist das Daumenkino. Mit einem computeranimierten 3D-Hollywood-Blockbuster können Gerlings Umblätter-Filmchen kaum konkurrieren. Es gibt keine Effekte, keinen DolbySurround-Sound, keine Explosionen, keine Superstars. Dafür aber werden beim Durchblättern der Büchlein poetische Momente lebendig. Aus den einzelnen Porträtaufnahmen entste-

Foto: Futoshi Sakauchi

hen durch den Stroboskop-Effekt winzige Bewegungen, Ansätze von Gesten, ein Lächeln, ein Zwinkern. Manchmal ist es auch nur das Zucken einer Augenbraue, das den Charakter eines Menschen offenbart – ganz großes kleines Kino. Das Daumenkino wird als Genre ja schnell in die Witz-Schublade gesteckt. Das hängt zum einen damit zusammen, dass die Dinger so klein sind, dass man sie in eine Schublade stecken kann, zum anderen mit der überschaubaren Länge der Handlung. Dabei waren die Büchlein mit den bewegten Bildern wichtige Geburtshelfer des Films. 1868 ließ sich der Engländer J.B. Linett den „Kineograph“ patentieren, auch bekannt als „Taschenkinoskop“. Der Kinopionier Max Skladanowsky, der 1895 einen der ersten Filme überhaupt in Berlin vorführte, bestritt seinen Lebensunterhalt aus dem Verkauf von Daumenkinos. Es gibt Daumenkinofestivals und internationale Daumenkinowettbewerbe wie die Napa Flip Book Competition. Daumenkinos, wie Volker Gerling sie herstellt, sind viel mehr als Scherzartikel – sie werden in Galerien und Museen gezeigt, in Theatern vorgeführt, nummerierte und signierte Exemplare kosten 550 bis 950 Euro. Ganz sicher ist Gerling der einzige deutsche Daumenkinograf, denn diesen Beruf hat er selbst erfunden. Es ist ein Handwerksberuf, für den man viel Zeit und Fingerspitzengefühl braucht. Manchmal dauere es Monate, bis ein neues Daumenkino entsteht, sagt Gerling. Auf seinen Wanderungen findet er dafür die nötige Muße. 20 bis 30 Kilometer läuft er pro Tag von Dorf zu Dorf, und irgendwann wird das Gehen für ihn eine Art Meditation: „Es ist ein Zustand innerer Ruhe, in dem alles fließt.“ Wenn es gut läuft, entsteht während dieser puristischen Fortbewegungsart in der Natur zufällig etwas Echtes, Schönes. Auf seinen Wanderungen traf Gerling etwa einen alten Mann, der ihm das Bett zeigte, in dem seine Frau gestorben war, zwei Freunde, die mit einer Maske herumalberten oder einen Mann, der alleine in einem leeren Haus lebte und auf den Schornsteinfeger wartete. Von solchen Begegnungen erzählt er bei Kino-Abenden, bei denen er die Daumenkinos an die Wand beamt, und in seinem Buch „Bilder lernen laufen, indem man sie herumträgt“, das gerade beim Berliner Metrolit Verlag erschienen ist.


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Auf dem Küchentisch liegt eine Kiste voller Daumenkinos, jedes einzelne ein Augenblick aus einem anderen Leben. Während des Durchblätterns erzählt Gerling, 1968 im Rheinland geboren, von wichtigen Augenblicken seines eigenen Lebens. Eigentlich wollte er Filmregisseur werden, als er Ende der Neunzigerjahre in Babelsberg studierte. Nach dem Abschluss der Filmhochschule experimentierte er mit seiner Nikon F3 und bastelte sein erstes Daumenkino. Zunächst tingelte Gerling mit seiner Wanderausstellung durch Berlin. Doch er wollte wissen, ob er es schaffen würde, auch außerhalb der Subkultur in Prenzlauer Berg Erfolg zu haben. Also lief er einfach los, von Berlin aus in Richtung Süden. Mittlerweile ist er der Familie zuliebe nicht mehr so viel unterwegs, aber immer wieder mal geht er ein paar Wochen lang auf Tour – manchmal auch als „Auftragswanderung“ für Theater und Museen. Unterwegs lebt er von dem, was ihm Daumenkinobesucher spenden. Er übernachtet im Zelt oder im Freien, manchmal wird er für eine Nacht eingeladen. Warum der Verzicht auf Luxus? „So zwinge ich mich, auf Leute zuzugehen, weil ich mich nicht hinter meinem Portemonnaie verstecken kann“, sagt Gerling. Wenn er jemanden interessant findet, fragt er, ob er ihn fotografieren darf. Nicht alle sagen ja, aber wer sich darauf einlässt, meint es ernst: „Wenn ein Mensch ganz bei sich ist, wird etwas zutage gefördert, was man sonst nicht sehen kann.“ Es ist ein bisschen so, als würden die Porträtierten ihm erlauben, zwölf Sekunden lang in ihre Seele zu blicken.

An einem Flussufer in Bayern traf Volker Gerling zwei Jungen beim Angeln und fragte, ob er sie fotografieren dürfe. Im fertigen Daumenkino posieren die beiden für die Kamera, ohne mit der Wimper zu zucken. Ein Grashalm im Hintergrund ist das einzige, das sich bewegt. Vielleicht sieht es genauso in der Seele von Anglern aus. VON TITUS ARNU, ÜBERNOMMEN AUS DER SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG 21.9.2013

Wir trafen Volker Gerling zum Gespräch Wie sind Sie zum Daumenkino oder das Daumenkino zu Ihnen gekommen? Während meines Studiums an der Filmhochschule habe ich einen Dokumentarfilm gesehen, in dem Bühnenkünstler porträtiert werden, die in einem Stift in Weimar ihren Lebensabend verbringen. In einer Szene blättert eine der Protagonistinnen, eine hochbetagte Dame um die 90, in einem fotografischen Daumenkino. Es zeigt ein Porträt von ihr als junge Frau. Als die alte Dame zu blättern beginnt, geschieht ein Wunder: Aus der Aneinanderreihung von unbewegten Fotos und geronnener Zeit wird reproduzierte und erlebbare Zeit - und damit die Abbildung des Lebens selbst. Es war die aufregendste Form einer Zeitreise, die ich je gesehen hatte. Ich war so begeistert zu erleben, wie viel mehr ein Daumenkino von der Persönlichkeit eines Menschen einfangen kann als es je ein einzelnes Foto vermag, dass ich begann, selber mit Daumenkinos zu experimentieren. Ist das Daumenkino noch zeitgemäß oder eben gerade zeitlos? Zumindest für meine Daumenkinos glaube ich sagen zu können, dass sie absolut zeitlos sind - und das im doppelten Sinne. Ein Daumenkinoporträt, welches uns heute berührt, wird die Menschen auch in vielen Jahren noch berühren, weil es nämlich um etwas sehr Universelles geht: Das Kaleidoskop menschlicher Ausdrücke, Stimmungen, Gesten und Emotionen. Darüber hinaus habe ich festgestellt, dass viele meiner Daumenkinos genauso gut funktionieren, wenn man sie rückwärts abblättert. Das liegt daran, dass Emotionen keine Richtung in der Zeit und keine Geschwindigkeit kennen, also an sich zeitlos sind. Jemand hat einmal gesagt: „Glück ist weder schnell noch langsam.“

Woher nehmen Sie Ihre Kreativität, Ihre Ideen und Motive ? Die Frage müsste eher lauten: Woher nehmen Sie die Kraft, immer wieder auf Wanderschaft zu gehen und sich auf zufällige Begegnungen einzulassen? Es ist nämlich so, dass fast alle Begegnungen und Geschichten, die schließlich in Daumenkinos münden, mich finden. Deswegen besteht meine Aufgabe darin, immer wieder los zu ziehen. Wach, offen und neugierig zu bleiben für all das, was eine Wanderschaft an Überraschendem und Schönem zu bieten hat. Die kreative Herausforderung besteht dann darin, aus den vielen Begegnungen und Erlebnissen meiner Wanderschaften einen stimmigen Bühnenabend zu gestalten.

richtige Mischung zu finden. Der große Nachteil an meinem Beruf ist, dass ich unterwegs sein muss, um Geld zu verdienen. Sei es, dass ich einmal im Jahr auf Wanderschaft bin, um neue Daumenkinos zu fotografieren, sei es, dass ich auf der Bühne stehe, um über meine bisherigen Wanderschaften zu berichten. Andererseits habe ich jetzt schon so viel mehr mit der Daumenkinographie erreicht als ich es mir jemals hätte erträumen können, dass ich eher Dankbarkeit als Druck verspüre. Es gab in den letzten Jahren immer mal wieder den Versuch dem Daumenkino eine Bühne in Form eines Festivals zu geben, z.B. Hannover, Stuttgart oder Linz (2005 – 2011). Warum konnte sich keines der Festival etablieren? Da ich nur das Festival 2005 in Stuttgart selber erlebt habe, kann ich diese Frage nur schwer beantworten. Die Aufmerksamkeitsspanne, die jedes Daumenkino vom Betrachter verlangt, ist naturgemäß sehr kurz. Insofern bräuchte es vielleicht einen dramaturgischen Gesamtkontext, in dem die einzelnen Daumenkinos eingebettet sind, um einem Publikum ein befriedigendes Festivalerlebnis zu ermöglichen.

Was fasziniert Ihr Publikum an Ihrem Programm? Ist es eine Form, ein Moment der gespürten Entschleunigung, den viele Menschen suchen? Wenn ich meine Daumenkinos unter einer Videokamera abblättere und auf die Leinwand projiziere, wird das Publikum ermuntert, ganz genau hinzuschauen und sich auf kleine und kleinste mimische Veränderungen meiner ProtagonistInnen einzulassen. Ein solcher Daumenkino-Kino-Abend ist für viele Menschen eine völlig neue und Was sind Ihre aktuelbeglückende Form des BUCH TERMINE len Projekte und was Sehens und tatsächlich Volker Gerling Berlin muss Volker Gerling ein Akt der EntschleuniDaumenkino-Kino Abend Bilder lernen laufen, indem man sie herumträgt. „Bilder lernen laufen, innoch unbedingt auf gung. Ein sehr wichtiger Zu Fuß durchs Land. dem man sie herumträgt“ Daumenkino projizieBestandteil des Abends 253 Seiten mit zahlrei26.11.2015 um 20 Uhr chen S/W- Abbildungen in Berlin | Theater o.N. | ren? sind zudem die GeEUR 17,99 www.theater-on.com Ich muss in nächster schichten, die ich über METROLIT Verlag Zeit viel reisen, da ich die Menschen erzähle, Weitere Informationen und gedruckte Daumenkinos Einladungen mit mei(EUR 20) unter www.daumenkinographie.de die ich porträtieren durfnen Bühnenprogramm te. Diese berühren das u.a. bis nach NeuseePublikum oft sehr. land und Australien erhalten habe. Es stehen zudem Auftragswanderschaften in England und den Sie sind Autor, Produzent und Regisseur in USA an. Ein Projekt, welches mir sehr am Herzen einem, Familienvater auf der anderen Seite. liegt, ist für ein ganzes Jahr auf Wanderschaft zu Aus Leidenschaft wurde Beruf und Lebensgehen. Das werde ich aber erst in einigen Jahren unterhalt. Viele Aufgaben und ein gewisser realisieren, wenn meine Kinder groß sind. Danach Druck? Wie meistern Sie dies? lasse ich es ruhiger angehen und gehe nur noch Es ist manchmal eine Herausforderung, zwischen spazieren - ohne Bauchladen und Kamera. meinem Familienleben, welches mir sehr wichtig ist und den Zeiten, in denen ich nicht da bin, die DIE FRAGEN STELLTE KAI GEIGER Foto: Franz Ritschel

Volker Gerling ist der Typ Mensch, der sich zurücknimmt und lieber beobachtet, als sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Beim Gespräch in seiner Berliner Altbauwohnung antwortet er ausführlich und besonnen, während seine beiden Töchter im Zimmer nebenan einen Disney-Film anschauen. So freundlich er als Erzähler wirkt, so gnadenlos ist er als Fotograf: Er hält starr auf sein Motiv, hält den Finger auf den Auslöser seiner analogen Spiegelreflexkamera – und belichtet alle 36 Bilder des Films in zwölf Sekunden. Klack-klack-klackklack! Der Fotografierte wird abgeschossen. Viele Porträtierte sind deswegen irritiert und flüchten sich in Übersprunghandlungen – sie kratzen sich am Ohr, lüften den Hut, lachen verlegen oder murmeln etwas. Aus Volker Gerlings Sicht offenbart sich gerade in solchen Kleinigkeiten die Persönlichkeit der Porträtierten.

Film | 41

Kurzvita Volker Gerling 1968 1988

Geburt in Hilden/Rheinland Abitur am „Anno-Gymnasium“, Siegburg

1993-1994 Regiestudium an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“, PotsdamBabelsberg 1995-2003 Kamerastudium an der HFF, Potsdam-Babelsberg, Abschluss mit Auszeichnung 1998

Entdeckung der Schnittstelle zwischen Fotografie und Film Beginn der Beschä tigung mit otografischen aumenkinos rbeit als Daumenkinograf

seit 2005

Daumenkino-Bühnenprogramm „Bilder lernen laufen, indem man sie herumträgt“, Präsentationen im Rahmen zahlreicher Kunstund Theaterfestivals im In- und Ausland

STIPENDIEN UND PREISE 2015 Total Theatre Award für „Bilder lernen laufen, indem man sie herumträgt“ (Edinburgh Festival Fringe) EDINBURGH FESTIVAL FRINGE 2015 2005 Recherchestipendium der DEFA-Stiftung 2004 Arbeitsstipendium der StiftungKulturfond


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Köln Internationales Frauenfilm estival Dortmund | Köln

Berlin

Best Actress Oscars . Rollen. Bilder Als eine der wichtigsten Kategorien bei den jährlichen Academy Awards gilt die der „Best Actress in a Leading Role“, der „Besten Hauptdarstellerin“. Die Ausstellung „Best Actress“ ist eine Hommage an jene 73 Schauspielerinnen, die seit 1929 mit der begehrten Trophäe ausgezeichnet worden sind. Dazu gehören so unterschiedliche Künstlerinnen wie Katharine Hepburn, Luise Rainer und Grace Kelly, Ingrid Bergman, Meryl Streep oder Halle Berry. Sie haben die internationale Filmgeschichte geprägt und wurden zu Stilikonen ihrer Zeit. „Best Actress“ präsentiert Originalkostüme und deren Entwürfe sowie Filmrequisiten, Fotos und Plakate. Die Schau vermittelt Einblicke in Phänomene wie Mode und Zeitgeist, Starruhm und nicht zuletzt den zunehmen-

Grace Kelly, 1955, Oscar für »Best Actress« in THE COUNTRY GIRL (USA 1954, George Seaton), © Deutsche Kinemathek

den Medienrummel um die Oscar-Verleihung von den Anfängen bis heute. Berlin | Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen | 10.12.2015 - 1.5.2016 www.deutsche-kinemathek.de

Baden-Baden

27. FERNSEHFILMFESTIVAL Das FernsehfilmFestival Baden-Baden findet jährlich an fünf Tagen im November im Kurhaus in Baden-Baden statt. Es ist eine gemeinsame Veranstaltung der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und des Senders 3sat. An drei Tagen werden 12 Filme öffentlich vorgeführt und unmittelbar anschließend von einer jährlich wechselnden Jury ebenfalls öffentlich diskutiert. Diese wählt am Ende des Festivals den Preisträger für den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und weitere Sonderpreise aus, die bei der

festlichen Abschlussveranstaltung vergeben werden. Parallel zum Festival zeigt 3sat die im Wettbewerb nominierten Filme in seinem Abendprogramm. Die Zuschauer können im Internet unter www.3sat.de oder per Telefon ihren Favoriten wählen. Jährlich hat der 3sat-Zuschauerpreis einen prominenten Paten, der auf der Abschlussveranstaltung des FernsehfilmFestivals Baden-Baden den Preis überreicht. Baden-Baden | 3sat | 23. – 27.11.2016 www.fernsehfilmfestival.de

Hamburg

Internationales Kurzfilmfestival Hamburg Der Kurzfilm ist die offenste, experimentellste, schnellste, mutigste, abstrakteste, härteste, diskursivste, reaktivste Filmkunstform. Dabei muss er zugleich ungeheuer diszipliniert sein. Seine Kunst ist die Festlegung. Unter Umständen auf das eine Bild, die eine Einstellung, die eine Fahrt, den einen Dialog. Er hat keine Zeit. Er hat nur diese eine Chance. Man verzeiht ihm nichts. Er ist das Medium für die künstlerische Selbsterkundung, für die Suche nach der vorläufig absoluten Form, für die Unverschämtheit, für das Grenzwertige. Die Anfänge der Filmgeschichte waren kurz.

Die Jahrmarktsensationen bildeten Kurzfilme. Sie alle stammen aus einer Zeit, in der es noch keine Experimentalfilme gab, in der das Kino selbst noch ein Experiment war. Heute ist der Kurzfilm die andere Seite des Kinos, sein kinematografisches Labor, sein Unbewusstes und sein Gespür für das noch nicht Gezeigte, noch nicht Bebilderte, noch nicht Gesagte. Sein Ort ist viel zu selten das Kino oder auch das Fernsehen und nur in Ausnahmefällen das Feuilleton. Sein Ort ist das Internationale KurzFilmFestival Hamburg (IKFF). Hamburg | 31.5. – 6.6.2016 | www.shortfilm.com Open Air Foto © Xenia Zarafu, 2014

Am Dienstag, den 19. April 2016 startet das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund | Köln mit der Festivaleröffnung im Kölner Odeon Kino. Das einzige internationale Frauenfilmfestival Deutschlands findet in jährlich wechselndem Rhythmus in den Städten Dortmund und Köln statt. Mit rund 100 Filmen in sechs Tagen präsentiert das Festival aktuelle und innovative Filmkultur von Regisseurinnen aus unterschiedlichen Kontinenten: Internationale Spielfilmproduktionen, Dokumentarfilme, Animations-, Kurz- und Experimentalfilme, die sich nicht nur an ein weibliches Publikum richten, sondern an alle, die Spaß am Kino haben. Acht internationale Debüts konkurrieren um den Internationalen Debüt-Spielfilmpreis. Der Länderschwerpunkt nimmt das Filmschaffen von Frauen einer bestimmten Region oder eines Landes in den Fokus. „Begehrt!“ ist die Sektion für den queeren Film. Ergänzt wird das Programm durch ein Filmangebot für Schulklassen aller Altersstufen und ein umfangreiches Rahmenprogramm. Eine Filmauswahl wird parallel auch im Dortmunder Kino im U zu sehen sein. Internationales Frauenfilmfestival Dortmund | Köln 19. – 24.4.2016 in Köln | diverse Spielorte Info 0231-5025162 | www.frauenfilmfestival.eu info@frauenfilmfestival.eu

Lech ( A) Fantastic Gondolas – the LOVE Edition Disko-Gondel und Gipfel-Leinwand - Multimediales Kunstfestival versetzt Lech in Farbenrausch! Das multimediale Kunst- und Musikfestival Fantastic Gondolas findet am 12. Dezember 2015 in Lech am Arlberg bereits zum fünften Mal statt. Die Rüfikopfseilbahnen im Zentrum von Lech werden dabei für einen Abend zum Schauplatz für Kunst und Musik.Renommierte Projektionskünstler, DJs, Musiker sowie bildende Kunstschaffende verwandeln die Rüfikopfbahnen auf drei Ebenen zwischen 1344 und 2350 Höhenmetern in ein einzigartiges, multimediales Erlebnis. Fantastic Gondolas bietet die einmalige Gelegenheit, sogar in den Gondeln der Seilbahn zu den Sounds internationaler DJ´s zu tanzen. Lech ( A) | Rüfikopfbahnen | www-lech-zuers.at www.fantasticgondolas.com

Linz ( A) Crossing Europe Filmfestival Linz CROSSING EUROPE Filmfestival Linz verschreibt sich aktuellen filmischen Arbeiten der jungen Generation europäischer FilmemacherInnen: Filme, die sich durch unkonventionelle, mutige und bisweilen kontroverse künstlerische Zugänge oder auch neue Erzählformen auszeichnen, genauso wie aktuelle, gesellschaftspolitische Themen oder die Auseinandersetzung mit der europäischen Realität. CROSSING EUROPE Filmfestival Linz sorgt Jahr für Jahr Ende ApFestival Sujet ril für Festivalstimmung in © CROSSING EUROPE ganz Linz und ist inzwischen zu einem begehrten Fixpunkt für lokale, nationale und internationale CineastInnen geworden. Linz | CROSSING EUROPE Filmfestival Linz 20. – 25.4.2016 | www.crossingeurope.at

Osnabrück (D) European Media Art Festival Das European Media Art Festival in Osnabrück gehört zu den bedeutendsten Foren internationaler Medienkunst und ist ein Labor für kreative und künstlerische Experimente, die zur Weiter-

entwicklung der Medien und der Ästhetik ihrer Inhalte beitragen. Osnabrück ist einmal im Jahr Treffpunkt für Künstler, Kuratoren, Verleiher, Galeristen und interessiertes Publikum. Das Festival hat die Thematik und Ästhetik der medialen Kunst entscheidend mitgeprägt. Auf dem Programm stehen Filme, Sound-Installationen, Lichtprojekte, Vorträge, Workshops, Performances – und bietet so für jeden Besucher etwas. Einmal im Jahr wird die Osnabrücker Altstadt wieder von MedienkunstFans bevölkert, die an den verschiedenen Festivalorten das vielfältige Festivalprogramm erkunden. Osnabrück | European Media Art Festival 20. – 24.4.2016 | www.emaf.de

Selb 39. Grenzland-Filmtage vom 31.3. – 3.4.2016 im Kino-Center Selb Mittlerweile sind die Grenzland-Filmtage weit über die fränkischen Grenzen hinaus bekannt. Dies liegt besonders an dem familiären Flair, das die Grenzland-Filmtage versprühen und das sowohl Besucher als auch Filmschaffende jedes Jahr auf ein Neues begeistert. Da begegnen Besuchern zwischen den Filmblöcken und den Kinosälen immer wieder den Filmschaffenden persönlich und haben die einmalige Möglichkeit, das eben gesehene zu erörtern und völlig zwangslos Fragen anzubringen. In der Filmtagekneipe wird dann spä© Grenzland-Filmtage ter fröhlich weiter diskutiert. Das macht den Reiz der Grenzland-Filmtage aus und kommt bei Filmleuten wie Besuchern gleichermaßen gut an. Ein verstärkter Fokus liegt jedes Jahr auf der Nachwuchsförderung. Damit bieten die Filmtage Besuchern und Filmschaffenden ein gänzlich neues Spektrum an Filmen. Filme, die sich mit Grenzen beschäftigen. Filme, die unter die Haut gehen. Das Publikum entscheidet, welche Filme in den Genres Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilm am besten gefallen. Diese Produktionen werden mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Selb | 39. Grenzland-Filmtage | 31.3. – 3.4.2016 www.grenzlandfilmtage-selb.de

© Solothurner Filmtage

Solothurn (CH) 51. Solothurner Filmtage Seit über 50 Jahren präsentieren die Solothurner Filmtage jeweils im Januar eine Auswahl von Schweizer Filmen. Der Anlass ist Motor der Schweizer Filmkultur und Ort der Begegnung zwischen Publikum und Filmschaffenden. Die Werkschau des Schweizer Films wurde 1966 gegründet. Mit über 68 000 Eintritten zählt der Anlass zu den renommierten Kulturveranstaltungen der Schweiz. Das Herz des Festivalprogramms ist das «Panorama Schweiz», die Werkschau des Schweizer Films. Präsentiert werden aktuelle Produktionen aller Genres und Längen in Anwesenheit der Filmschaffenden. Das Filmprogramm widerspiegelt die Vielfalt des heimischen Filmschaffens. Podien und moderierte Gespräche bieten die Gelegenheit zum Dialog und zur vertieften Auseinandersetzung. Zwei Wettbewerbe geben dem Programm einen kompetitiven Rahmen. Das Publikum wählt aus den nominierten Filmen den Preisträger des «PRIX DU PUBLIC». Eine Jury vergibt den «Prix de Soleure» für einen herausragenden, gesellschaftsrelevanten Film. Solothurn | 21. – 28.1.2016 www.solothurnerfilmtage.ch


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© Berlinale

Berlin

Berlinale

Ali Ghandtschi © Berlinale 2008

66. Berlinale Berlin 11. – 21.2.2016 www.berlinale.de

11.–21.2.2016

Programm und Eintrittskartenvorverkauf

Berlin: ein weltoffener und aufregender Kulturschauplatz von ungebrochener Anziehungskraft. Künstler aus aller Welt kommen hierher. Eine differenzierte Kinolandschaft und ein filmbegeistertes Publikum zeichnen die Stadt aus. Mittendrin die Berlinale als großes Kulturereignis und eines der wichtigsten Events der internationalen Filmindustrie. Über 335.000 verkaufte Eintrittskarten, über 20.000 Fachbesucher aus 128 Ländern, darunter gut 3.800 Journalisten: Kunst, Glamour, Party und Geschäft sind bei der Berlinale untrennbar miteinander verbunden.

Auf www.berlinale.de finden Sie im Vorfeld der Berlinale alle Informationen zum Ticketverkauf: Preise, Verkaufsstellen und Öffnungszeiten. Neben dem Ticketverkauf über die Ticket-Counter und angeschlossenen Vorverkaufsstellen gibt es auch einen Online-Ticketverkauf über die Berlinale Website: Aus dem Festival-Programm heraus können Tickets direkt per Mausklick gebucht werden. Die Bezahlung im Online-Ticketverkauf erfolgt über Kreditkarte. Internationale Filmfestspiele Berlin Potsdamer Straße 5 | 10785 Berlin

Ein Mammutereignis, aber auch ein Fest der Begegnung und Diskussionen. Die Berlinale ist nicht nur Branchentreff, sondern auch das größte Publikumsfestival. Künstler aus aller Welt zieht es nach Berlin. Eine differenzierte Kinolandschaft, eine kritische Öffentlichkeit und ein vielschichtiges Publikum zeichnen die Stadt aus. Für zwei Wochen im Jahr ist Berlin ganz auf Berlinale eingestellt.

Jan Windszus © Berlinale 2010

Die ganze Welt des Films Das öffentliche Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin zeigt jedes Jahr ca. 400 Filme, überwiegend Welt- oder Europapremieren. Filme aller Genres, Längen und Formate finden in den verschiedenen Sektionen ihren Platz: großes internationales Kino im Wettbewerb, Independent und Arthouse im Panorama, Kino für ein junges Publikum in Generation, Neuentdeckungen und vielversprechende Talente aus der deutschen Filmlandschaft in der Perspektive Deutsches Kino, Avantgarde, Experiment und noch unbekannte Kinematografien im Forum und Forum Expanded sowie die Erkundung filmischer Möglichkeiten in den Berlinale Shorts. Das Berlinale Special, einschließlich Berlinale Special Gala, zeigt außergewöhnliche Neuproduktionen und ehrt Filmpersönlichkeiten. Seit 2015 präsentiert Berlinale Special Series ausgewählte internationale Serien. Ergänzt wird das Programm durch eine Re-

Alexander Janetzko © Berlinale 2015

trospektive sowie eine Hommage, die das Lebenswerk einer großen Filmpersönlichkeit ehrt, kuratiert von der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen. 2013 wurde die Retrospektive um die Präsentationen der Berlinale Classics erweitert. Sie zeigen aktuelle Restaurierungen von Filmklassikern sowie wiederentdeckte Filme. Zudem bietet die Berlinale jedes Jahr ein Programm von Sonderveranstaltungen, das Schwerpunkte vertieft, aktuelle An-

knüpfungspunkte schafft, Perspektiven eröffnet und die Schnittmengen des Films mit anderen kreativen Zusammenhängen untersucht. Essen, Genuss und Umwelt – das sind die Themen, welche die Sonderreihe Kulinarisches Kino in den Fokus rückt. Berlinale Goes Kiez zieht mit ausgewählten Berlinale-Filmen durch Berliner Programmkinos und NATIVe – A Journey into Indigenous Cinema widmet sich den filmischen Erzählungen indigener Völker auf der ganzen Welt.

Ali Ghandtschi © Berlinale 2012


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Christy Turlington, Dublin 1993 © Anton Corbijn

Glanz schön dunkel Die Niederlande feierten den Fotografen Anton Corbijn gerade mit zwei großen Ausstellungen. Aber wer ist der Mann, der mit seinen Schwarz-WeißBildern die verborgenen Seiten der Stars zum Vorschein bringt? Ein überraschend heiteres Treffen in Den Haag. Es war im Herbst 1979, der Beginn der Thatcher-Jahre, als der junge Fotograf aus Holland in ein kaltes, an sich selbst zweifelndes Land kam. England hatte den Blues und Anton Corbijn ein Ziel: Er wollte die Nachwuchsmusiker der Londoner Musikszene davon überzeugen, dass er genau der Richtige für sie war. Der Richtige, um ihren düsteren Glanz zum Vorschein zu bringen. Joy Division hieß die Band, die der völlig unbekannte Fotograf nach einem Konzert einfach anquatschte und trotz seines schweren holländischen Akzents davon überzeugte, mit ihm in der Tube ein paar Bilder zu machen.

Die Fotos von Joy Division waren der Grundstein für die Karriere von Anton Corbijn: Vier junge Männer stehen in der U-Bahnröhre, sie wirken wie Schattenwesen, die sich gerade davonschleichen, nur der Sänger Ian Curtis wirft noch einen Blick zurück. „Vier Musiker brechen auf zu unbekannten Vergnügungen, so wollte ich sie darstellen“, erzählt der Fotograf 35 Jahre später. Doch bei den großen Musikmagazinen wollten sie davon erst mal nichts wissen. „Denen war das viel zu abstrakt, zu karg – in den englischen Medien drehte sich damals alles nur um Frisuren und Klamotten.“

Anton Corbijn, ein großer, schlanker Mann mit Stoppelbart und engen Jeans, sitzt im Café des Fotomuseums von Den Haag. Er kommt kaum dazu, seinen grünen Tee zu trinken; ständig wollen ihn die Besucher fotografieren, sie führen die dicken Ausstellungskataloge wie Trophäen mit sich. „Du hast mich mit deinen Bildern mein Leben lang begleitet, danke dafür“, ruft ihm ein Museumsbesucher zu. Der Fotograf lässt die Liebesbekundungen seiner Fans geduldig über sich ergehen, er ist ein höflicher, eher „introvertierter Mensch“, wie er selbst sagt, aber auch die brauchen Zuneigung.

Es waren gerade Anton-Corbijn-Festspiele in Den Haag, zwei große Ausstellungen widmeten ihm die Stadt kurz vor seinem 60. Geburtstag: Das Gemeentemuseum zeigt eine Auswahl seiner bekannten Porträts und Fotoprojekte, und gleich nebenan, im Fotomuseum, hat Corbijn als Kurator der eigenen Werke ein Pantheon der Pop-Exzentriker geschaffen. Er liebt die Maskerade, das Spiel mit Identitäten, die Ausflüge ins Surreale. Mick Jagger als dominante Upper-Class-Großtante, Johnny Cash als Götzendiener, Tom Waits als vierhändiger Magier, Kurt Cobain als schöner Lackvogel: In der Corbijn-Welt taumeln die Stars auf einer leicht abschüssigen Bühne, sie scheinen sich immer auch über sich selbst zu wundern. Spricht man Anton Corbijn auf die vielen schwermütigen Bilder an, die im Museum hängen, dann erzählt er von seiner Jugend, die er auf einer einsamen Insel bei Strijen im Rhein-Maas-Delta verbrachte. Sein Vater war Pastor, Strijen ein sehr protestantisch gepräg-


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der schönen Braut: So viel Hochglanzkitsch ter Ort in Südholland. „Am Sonntag durften hätte man dem Holländer gar nicht zugewir als Pastorenkinder nicht einmal Fahrtraut – doch dann fällt das Happy End aus, rad fahren, das gehörte sich nicht für uns, die Braut sucht mit dem Helikopter das Weiich sollte den anderen Kindern ein Vorbild te, während Janis Joplin „Peace of my Heart“ sein.“ Er selbst sei kein religiöser Mensch, singt. So viel Ironie muss schon sein. Die dreisagt Corbijn, aber doch stark vom Elternhaus tägigen Dreharbeiten geprägt. Die Fragilität seien okay gewesen, des Menschen, das erzählt er, „das gesei sein Lebensthehört zum Geschäft, ma. Es hat ihn sogar und ich muss auch dazu verleitet, dass meine Angestellten er mit Anfang 50 den bezahlen – mit KinoSprung ins Filmgefilmen würde ich das schäft wagte, nachnie schaffen.“ dem er zuvor nur Musikvideos gedreht Wer sich die Bilder hatte. In seinem ersin Den Haag ansah, ten Film „Control“ entdeckte auch einen erzählt Corbijn die Künstler, der die ReaGeschichte des Sänlität gerne mal hinter gers und viel zu junsich lässt. „Hollands gen Familienvaters Clint Eastwood, Cannes © Anton Corbijn Deep“ hieß die AusIan Curtis bis zum stellung im Gemeentemuseum, genauso wie bitteren Ende, es ist eine Liebes- und Leidensdie Landschaft an der Nordsee. Vor einigen geschichte und auch eine Hommage an die Jahren kehrte er noch einmal dorthin zuKultband Joy Division. Natürlich in Schwarzrück, für einen Besuch der eigenen VerganWeiß, im Corbijn-Stil. Die musikvernarrten genheit. An den Orten seiner Kindheit machBriten waren so begeistert, dass sie den Film te er eine ganze Serie von Selbstporträts, die mit Preisen überhäuften. verblüffende Ähnlichkeit mit Musikern der Siebziger- und Achtzigerjahre haben. CorDas Heiter-Verspielte und das Düster-Dramabijn mit blonder Perücke und dem typischen tische stehen in seinem Werk nebeneinander, Kurt-Cobain-Blick, Corbijn im Elvis-Kostüm, das erzeugt Spannung. „Die Melancholie ist Corbijn als Ziegenbartträger Frank Zappa. eine Charakterschwäche von mir, aber man Und Moment mal: Ist das vielleicht doch die kann eine Schwäche auch in eine Stärke verechte Janis Joplin mit ihrer Nickelbrille und wandeln“, sagt er lächelnd. Die Welt, die er in dem wirren Haar? Beim ersten Anblick dieser Bilder gebannt hat, die Welt der RocklegenDoppelgänger-Bilder erschrickt man schon den, die noch Millionen Platten verkauften, ein wenig, schließlich sind die Legenden ja deren Songtexte jeder auswendig kannte, sie längst irgendwo zwischen Himmel und Hölle ist verschwunden – und so blicken viele Besuunterwegs, jedenfalls nicht mehr von dieser cher ein wenig wehmütig auf die Fotos. Aber Welt. In Corbijns Welt dürfen sie weiterlegibt es heute nicht auch noch Popstars, auf ben, er spielt sie einfach selbst. Youtube und anderswo? „Schon“, sagt Corbijn, „aber die Wichtigkeit der Musik nimmt „Mir hat die Verwandlung wahnsinnig viel im Internetzeitalter stark ab, das sind nicht Spaß gemacht, zum Glück hat mir meine mehr die Stimmen ihrer Generation.“ Schwester mit der Maske geholfen“, sagt er. Die Perücken und Wer ist in der Beziedie Klamotten gab es hung zwischen dem billig im Supermarkt, Star und seinem Fotoder Fotograf arbeitet grafen eigentlich der gerne auch mit einChef? Wer bestimmt fachen Mitteln, um den Stil der Bilder, die Stimmung am Set wer entscheidet über aufzulockern. „Erst die richtige Pose? wenn es dann um Wer prägt das Image? die Entwicklung der Anton Corbijn finBilder geht, werde det diese Fragen so ich zum Perfektionisfaszinierend, dass er ten.“ Dann wechselt einen Film darüber er von der Analogfogemacht hat: „Life“ tografie, die er vehelief bereits bei der ment verteidigt, zur Berlinale im Frühjahr The Rolling Stones, Toronto 1994 © Anton Corbijn digitalen Bildbearbeiund kommt nun im tung. „Im Grunde stehe ich zwischen der alHerbst in die Kinos. Nach dem politischen ten und der neuen Welt.“ Agenten-Drama „A Most Wanted Man“ (mit einem großartigen Philip Seymour Hoffman In seinem Haus in Den Haag, das früher mal als deutscher Geheimdienstler) verspricht ein Pferdestall war, zeigt Corbijn sein Archiv. Corbijn nun einen leichteren, heiteren Film, Es geht steile Treppen hinauf in den ersten der auf einer wahren Begegnung beruht. In Stock, die wilden Reisejahre, in denen er oft „Life“ geht es um die Erfindung eines Weltdrei, vier Mal in der Woche die Stadt wechstars. Es ist das Jahr 1955, der junge Schauselte, haben hier ihre Ordnung. Zehntausenspieler James Dean (Dane DeHaan) trifft auf de Fotos, festgehalten auf Kontaktbögen. In den Auftragsfotografen Dennis Stock (Robert jüngster Zeit sind bildende Künstler wie GerPattinson), und die beiden begeben sich auf hard Richter, Georg Baselitz, Damien Hirst, Ai eine Reise quer durch die USA. „Dennis Stock Weiwei, Marlene Dumas oder Julian Schnabel hat James Dean auf gewisse Weise erst zum dazugekommen: „Irgendwie finde ich sie geLeben erweckt“, erzählt Corbijn. Der Junge rade spannender als die Musiker. Vielleicht aus Indiana, der mit Zigarette im Mundwinweil ich selber Bilder mache“, erzählt Corkel und herunterhängenden Schultern über bijn und zieht ein Stück Schokolade aus einer den verregneten Times Square spaziert – dieSchublade gleich neben den abgelegten Stars. ses Foto ist zur Ikone der Popkultur geworWegzehrung für seinen Besucher. den. Es kann aber nicht immer regnen, nicht mal in den Bildern eines „typischen Nordeuropäers“ (Corbijn über Corbijn). Für den aktuellen Werbeclip „Miss Dior“ hat der Filmemacher Natalie Portman in einem spektakulären weißen Bustier-Brautkleid in Szene gesetzt. Die Sonne, der Sommer, das tiefblaue Meer, die hauchzarten Dior-Stoffblüten auf der Haut

„Ich bin dankbar, dass mir so viele Menschen die Gelegenheit gegeben haben, an ihrem Leben teilzunehmen“, sagt er zum Abschied. „Irgendwie müssen sie mir wohl vertrauen.“ CHRISTIAN MAYER, ÜBERNOMMEN AUS SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 9.5.2015

Berlin

Anton Corbijn. Retrospektive Hollands Deep & 1-2-3-4 7.11.2015 – 31.1.2016 Anton Corbijn, geboren 1955 in Strijen, Zum 60. Geburtstag von Anton Corbijn feiNiederlanden, nimmt mit 17 Jahren zum ert C/O Berlin den weltweit renommierten ersten Mal eine Kamera in die Hand, um in Fotografen und Regisseur in einer großen ReGroningen die lokale Musikgruppe „Solutrospektive mit rund 600 Fotografien, Filmen tion“ bei einem Konzert zu fotografieren. und weiteren Exponaten. C/O Berlin zeichWegen seiner Vorliebe zum Post- Punk zieht net seine Entwicklung vom Autodidakten zu er 1979 nach London, wo er für fünf Jahre einem der einflussreichsten Fotografen nach als Hauptfotograf für das führende Magazin und präsentiert die große Vielfalt seiner The„New Musical Express“ tätig ist. Hier trifft er men und verwendeten Techniken. Die Auszahlreiche Künstler, mit denen er bis heute stellung besteht aus zwei Teilen: Hollands zusammenarbeitet – unDeep bietet einen Überter anderem Depeche blick über sein gesamtes Mode und U2. 1989 puWerk der vergangenen bliziert er sein erstes Fo40 Jahre – von seinen tobuch „Famouz“ und frühen schwarz-weiß Foveröffentlicht seither 18 tografien bis hin zu perweitere Bücher. Er gestalsönlichen Projekten und tet Bühnenbilder und konzeptuellen Serien. Album-Cover und dreht 1-2-3-4 präsentiert seine ab 1983 über 80 Videos. Arbeiten aus der MusikFür das Video zu „Heart welt – darunter noch nie Shaped Box“ von Nirvaveröffentlichte Aufnahna erhält er 1994 einen men. Die Ausstellung MTV-Award. In den letzkonzentriert sich auf Bilten Jahren liegt sein Foder von Bands und Mukus auf Spielfilmen. Als sikern, die Anton CorRegisseur von „Control“ bijn über eine längere C/O Berlin zeigt die Ausstellung als einzige Station in (2007), „The American“ Zeit begleitet hat. Seine Deutschland. Zu beiden Teilen der Retrospektive ist jeein eigener Katalog erschienen – Hollands Deep (2010), „A Most Wanted Arbeit ist Teil der visuel- weils bei Schirmer/Mosel und 1-2-3-4 bei Prestel. Man“ (2014) und „Life“ len Historie von Künst(2015) ist er weltweit belern wie Rolling Stones, kannt geworden. 2012 wurde er in die WettU2, Nirvana, The Slits, Nick Cave, Siouxsie bewerbsjury der 62. Internationalen FilmfestSioux, Arcade Fire, Tom Waits, REM, Metalspiele von Berlin berufen. Anton Corbijn lebt lica, Johnny Rotten, Depeche Mode, Herbert in Den Haag und arbeitet überall. Grönemeyer und anderen. Zusätzlich präsentiert die Ausstellung zahlreiche – von ihm als „verlorene Bilder“ – bezeichnete Fotos von Persönlichkeiten wie Isaac Hayes, The Bee C/O Berlin . Amerika Haus | Hardenbergstraße 22-24 | 10623 Gees, David Bowie, Joe Cocker, Johnny Cash, Berlin | ffnungszeiten täglich 11 0 hr | intrittspreise: Normalpreis EUR 10, ermäßigt EUR 5 | www.co-berlin.org Grace Jones und weiteren mehr.


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Loredana Nemes, Max und Corinne, aus der Serie: Blütezeit, 2012 © Loredana Nemes

Berlin Das sind wir orträt otografie 1

Francesca Woodman Untitled Rome Italy 1977-79 © Betty and George Woodman

Amsterdam (NL) Francesca Woodman | On Being an Angel Das Fotografie Museum Amsterdam zeigt zum Abschluss des Jahres das ungewöhnliche Werk der amerikanischen Fotografin Francesca Woodman (1958 – 1981). Das wichtigste Thema in ihren Arbeiten war sie selbst. Sie nutzte die Fotografie als Ausdrucksform sich selbst in den Mittelpunkt zu rücken, sich zu positionieren, so als ob sie ihre Haut von innen nach außen trage. Mit gerade mal 13 begann sie zu fotografien und nahm bis zu ihrem Suizid im Alter von 22 Jahren vor allem Selbstportraits auf. Auch wenn andere Personen im Portrait zu sehen waren, fungierten sie immer nur als Ersatz, als stand-in für die Künstlerin. Sie fotografierte sich selbst am liebsten in Innenräumen, die sich im Prozess des Verfalls befanden. Ein auffallender Aspekt im Werk Woodmans war, dass sie sich entweder explizit nackt oder im Gegenzug dazu ihren Körper verdeckt zeigte, in einen Schrank gequetscht, hinter der Tapete, in verschiedene Materialien gewickelt oder in ein Leintuch gehüllt in Bewegung befindlich. Woodmans Fotografien zeigen eine Reihe von symbolistischen und surrealistischen Einflüssen und setzen sich sehr stark mit Themen wie Gender, Darstellung, Sexualität und Körperlichkeit auseinander. Amsterdam | Foam Fotografiemuseum 18.12.2015 – 9.3.2016 | www.foam.org

Foto © Thomas P Peschak, The shark surfer

Basel (CH) WILDLIFE PHOTOGRAPHER OF THE YEAR Wer die Fotografien des Wettbewerbs «Wildlife Photographer of the Year» betrachtet, ist fasziniert und berührt vom Zauber und von der Kraft der Natur. In der Schweiz sind ab Ende November die besten Fotografien des Jahres 2015 exklusiv im Naturhistorischen

NACHGEFRAGT Basel (CH) | photo basel Während der «Art Basel»-Woche, vom 17. bis 20. Juni 2015, feiert die «photo basel» als erste Fotokunstmesse, als Kunstmesse für künstlerische Fotografie, die international ausstrahlt, in Basel ihr Debüt. Aussteller aus 10 Ländern zeigten mehr als 100 Werke junger Talente und arrivierter Fotografen. Aufgrund der limitierten Ausstellungsfläche im Ackermannshof konzentrierte sich die photo basel somit auf höchste Qualität an Newcomern, junge Künstler und zukünftigen Stars auf überschaubarem Raum. Ein flankierendes Programm von Sonderausstellungen, Talks und weiteren themenbezogenen Punkten ergänzte die Messe.

Museum Basel zu sehen. Der Reichtum der Motive und die Bandbreite der stilistischen Ausdrucksformen spiegelt die Schönheit der Natur respektvoll wider. Überraschende Tierporträts, dramatische Momentaufnahmen oder poetische Landschaftsbilder: Die Fotografien zeigen die erstaunliche Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten und betonen gleichzeitig deren Empfindlichkeit. Der vom Natural History Museum London und der BBC Worldwide veranstaltete Wettbewerb ist zur weltweit anerkannten Marke für herausragende Naturfotografie geworden. Der Wettbewerb WILDLIFE PHOTOGRAPHER OF THE YEAR wird seit 1964 vom Natural History Museum und der BBC Worldwide veranstaltet. Basel | Naturhistorische Museum Basel 27.11.2015 – 3.4.2016 | www.nmb.bs.ch

Wir haben bei Sven Eisenhut, mit Samuel Riggenbach Initiator der photo basel, nachgefragt Wie ist die Premiere gelaufen? Sehr gut, wir hatten mehr Besucher als erwartet wir scheinen einen Nerv zu treffen. Auch ist das Feedback der Galeristen (welches wir mittels ei© photo basel

bis 01

Seit der Erfindung der Fotografie ist das Interesse am menschlichen Abbild ungebrochen. In der Ausstellung werden neun unterschiedliche Serien zur Porträtfotografie von 1996 bis 2013 gezeigt. Es sind Aufnahmen, die auf der Straße und im Atelier, im dokumentarischen Kontext und im experimentellen Rahmen entstanden sind. Zu sehen ist die ganze Breite heutiger Strategien, Methoden und Haltungen, mit der sich künstlerisch arbeitende Fotografen diesem Genre zuwenden. Während einige Positionen offensichtlich Bezug auf kunst- und fotohistorische Traditionen nehmen, zeichnen sich andere gerade dadurch aus, dass sie mit den Konventionen des klassischen Porträts brechen. So werden in den Serien auch die Grenzen des Mediums, der Einfluss des Internets und Genderthemen verhandelt. Bei all den unterschiedlichen Arbeitsansätzen lassen sich zwei grundsätzliche Strömungen unterscheiden: das Individualporträt und das Porträt der Gesellschaft. Die Autoren sind: Max Baumann, Kristleifur Björnsson, Dunja Evers, Verena Jaekel, Birgit Kleber, Boris Mikhailov, Loredana Nemes, Michael Schäfer und Tobias Zielony. Berlinische Galerie | 20.11.2015 – 21.3.2016 www.berlinischegalerie.de

Berlin Cindy Sherman Works from the Olbricht Collection In der retrospektiv angelegten Ausstellung „Cindy Sherman – Works from the Olbricht Collection“ werden ab dem 16. September 2015, zur Berlin Art Week, 65 Fotografien der Künstlerin im me Collectors Room zu sehen sein. Mit Arbeiten aus nahezu allen Schaffensperioden gewährt die Sammlung einen

beachtlichen Überblick über das Gesamtwerk der Fotokünstlerin. Ein unschuldiger Blick vom Spültisch im Schwarz-Weiß der 50er Jahre, eine goldblonde Maria lactans mit leeren Augen und Plastikbrust oder eine alternde Upper ClassBeauty mit zu viel Schmuck und viel zu viel Make-Up, Cindy Sherman (*1954 , USA) ist eine Meisterin der Maskerade. Sie agiert als Darstellerin und Fotografin, Subjekt und Objekt in Personalunion. Doch zeigen ihre Selbstportraits keine authentischen Persönlichkeiten, sondern paraphrasieren soziale und kulturelle Stereotype, um sie durch verschiedene Möglichkeiten der Darstellung aus Kino, klassischer Malerei oder Werbung zu dekonstruieren. Berlin | me Collectors Room Berlin Stiftung Olbricht | bis 10.4.2016 www.me-berlin.com

Wols Selbstporträt, 1940/1941 © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Karlsruhe Ich bin hier! Von embrandt zum Selfie Das Selbstporträt ist eine genuin europäische Gattung der Bildenden Kunst. Es entspringt dem fundamentalen Bedürfnis des neuzeitlichen Individuums, sich zu erforschen und neu zu entwerfen, um damit die Frage nach der eigenen Existenz  in künstlerischen Objektivationen immer wieder neu zu verhandeln.  Die mediale Besonderheit des Selbstbildnisses liegt darin, dass der Künstler nicht nur Schöpfer der Darstellung ist, sondern sich

Cindy Sherman, Untitled 96, 1981 © Courtesy of the artist and Metro Pictures New-York

ner Umfrage nach der Messe ermittelt haben) sehr positiv - die Galerien verzeichneten nicht nur gute bis sehr gute Verkäufe, auch waren zahlreiche Vertreter namhafter Institutionen auf der Messe. Darunter die Tate Modern aus London, das Centre Pompidou aus Paris sowie die großen Auktionshäuser. War und ist Platz für eine weitere Satellitenmesse während der Art Basel, Platz für eine Messe, die sich ausschließlich der Fotografie widmet, wo dieses Genre auf der etablierten Art Basel und der Liste bereits potent vertreten sind?

Wir sind keine Satellitenmesse, sondern sehen uns als Ergänzung. Für Qualität ist immer Platz. Wie geht es weiter? Wie sind die Pläne für 2016 ff? Wir sind in der äußerst privilegierten Situation, 2016 das Volkshaus Basel bespielen zu dürfen, in unmittelbarer Nähe zur Art Basel. Außerdem freu© photo basel en wir uns, neben internationalen Galerien auch im kommenden Jahr eine sensationelle Sonderschau zeigen zu dürfen. photo basel | 15. – 19.6.2016 www.photo-basel.com


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darin immer auch selbst zum Thema macht. Selbstporträts aus fünf Jahrhunderten stehen im Mittelpunkt des trinationalen Projektes, zu dem sich das Musée des Beaux-Arts in Lyon, die Scottish National Galleries in Edinburgh und die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe zusammengefunden haben. Die Ausstellung zeigt circa 100 Werke in unterschiedlichen künstlerischen Medien und Techniken; sie umfasst Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken, Fotografien und Video-Kunst.

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se werden 142 Galerien und 25 Verleger im Grand Palais in Paris ausstellen. Wie in jedem Jahr, bietet die Messe Paris Photo auch in diesem Jahr ein abwechslungsreiches und spannendes Programm. Im Mittelpunkt steht die Ausstellung „Collection Privée“ in der Werke aus der Sammlung Enea Righi gezeigt werden. Die Sammlung gehört zu den wichtigsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst in Italien. Im Salon D‘Honneur ist außerdem die Ausstellung großflächiger Bühnenmalereien geplant. Workshop und Konferenz: Die Messe versteht sich auch als Begegnungsort für Künstler und Kunstinteressierte. Die diesjährige Konferenz ist ein Austausch zu drei Aspekten: die Sammlung, die Herausforderungen des Mediums Fotografie und die Verbindung zwischen Buch und Fotografie. Preise und Verleihungen: Besonderes Augenmerk legt die Paris Photo auf Fotobücher und Bildbände. So werden zum 5. Mal die Photobook Awards für herausragende Arbeiten verliehen Paris | Grand Palais | 12.-15.11.2016 www.parisphoto.com

Foto © Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

PONGRACZ_Ausstellungsansicht_Peter Jakadofsky_Galerie OstLicht

Wien (A) WestLicht und OstLicht WESTLICHT. DIE FOTOSAMMLUNG Die am Fotomuseum WestLicht begründete Sammlung ist seit Frühjahr 2015 in einem neu adaptierten Depot am Areal der Brotfabrik im 10. Bezirk untergebracht, gemeinsam mit den Verkaufsbeständen von OstLicht. Galerie für Fotografie. Der Gesamtbestand umfasst rund

Foto © Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

WESTLICHT. DAS KAMERAMUSEUM WestLicht besitzt eine einzigartige Sammlung historisch und technisch bedeutender Kameras. Die permanente Kameraausstellung, bestehend aus privaten Leihgaben und der WestLicht Sammlung, umfasst rund 360 Apparate aller Epochen. Sie präsentiert in chronologischer Abfolge die Meilensteine der Kameratechnik, beginnend mit der Vorgeschichte der Fotografie (Zeichen- und Projektionsapparate) bis hin zu den Anfängen der digitalen Fotografie. Das historisch wertvollste Exponat des Kameramuseums ist die erste kommerziell hergestellte Kamera der Welt – der „Susse Frères Daguerréotype“.      

Begleitausstellung zu „Ich bin hier!“ Selfies JUNGE KUNSTHALLE Selbstwahrnehmung und Selbstdarstellung haben im Leben von Kindern und vor allem von Heranwachsenden große Bedeutung. Wie sehen sich unsere jungen Besucher und wie stellen sie sich dar? Welche Rolle spielen dabei Alter, Geschlecht, Herkunft und Mode? Welchen Einfluss haben die sozialen Netzwerke auf die Formung des Selbst?   Begleitend zur Präsentation der künstlerischen Selbstporträts aus fünf Jahrhunderten, die im Hauptgebäude gezeigt wird, regt die Ausstellung in der Jungen Kunsthalle zum Nachdenken über die heutigen Kommunikationsformen des Selbst in den digitalen Medien an. Sie macht differenzierte Wahrnehmungs- und Handlungsangebote und unterstützt in einem kreativ-phantasievollen Umgang mit unterschiedlichen ästhetischen Ausdrucksformen die identitätsbildende Entwicklung der Jugendlichen. Karlsruhe | Staatliche Kunsthalle Karlsruhe | 31.10.2015 – 31.1.2016 www.kunsthalle-karlsruhe.de

© Michael Eastman - Deco Stairwell 2, Havana, 2014 Courtesy Edwynn Houk Gallery, New York

Paris (F) Paris Photo 2015 Paris Photo ist die erste internationale Messe, die sich ganz und gar der Fotografie widmet. Bei der diesjährigen 19ten Ausgabe der Mes-

85.000 Fotografien, deren Bandbreite von Werken aus der Frühzeit des Mediums bis zu fotokünstlerischen Arbeiten der Gegenwart reicht. Schwerpunkte der Sammlung bilden u.a. Daguerreotypien, frühe Reise- und Pressefotografie, Wiener Studioporträts der Zwischenkriegszeit, internationale Filmfotografie und Fotojournalismus der Nachkriegszeit (Magnum), Wiener Aktionismus, Weltraum, Kubanische Fotografie (1930er bis 70er) und die Polaroid-Collection; weiters (Teil-)Nachlässe von Studio Manassé / Olga Wlassics, Photo Simonis, Stefan Kruckenhauser, Walter Henisch, Roland Pleterski, Gustav Schikola, Franz Fiedler, Padhi Frieberger, Friederike Petzold und Cora Pongracz.

Leo Kandl, Weinhaus Höller, Wien, VIII. Bezirk, 1979–1981, Silbergelatineabzug, 29,5 © Leo Kandl

29 cm, Museum der Moderne Salzburg

Salzburg (A) Leo Kandl Menschen und Orte Fotografien aus 0 ahren Otto Breicha-Preis für Fotokunst 2015 Das Museum der Moderne Salzburg widmet Leo Kandl, dem diesjährigen Träger des Otto Breicha-Preises für Fotokunst, eine umfassende Werkschau. Leo Kandl (geb. 1944 in Mistelbach, lebt in Wien) schreibt seit über vierzig Jahren Bildgeschichte. Als stiller und feinsinniger Beobachter sucht er die unterschiedlichsten Orte der Welt auf, um von dort Bilder mitzubringen, die von seinen Begegnungen künden. In Straßen, Bars und Cafés, an Bahnhöfen und in Gaststätten porträtiert Kandl mit seiner Kamera die Gesellschaft und wird so zum Dokumentaristen seiner Umwelt. Er agiert dabei niemals als Voyeur, sondern stets mit einer hohen Sensibilität für die sozialen Beziehungen innerhalb der Milieus, in denen er sich bewegt. „Kandls fotografische Einblicke in eine Welt am Rande einer Großstadtgesellschaft und ihrer gestylten Lebensbilder gehören heute zu den Klassikern der österreichischen Fotogeschichte“, unterstreicht Sabine Breitwieser, Direktorin am Museum der Moderne Salzburg. Mit etwa hundert Exponaten, bestehend aus Sammlungsbeständen des Museums und neuen Arbeiten, hat Margit Zuckriegl, Vorsitzende der Jury und Kuratorin der Ausstellung, einen Überblick über Kandls Schaffen seit den 1980er Jahren zusammengestellt. Mit dem diesjährigen Otto-Breicha-Preis für Fotokunst und der Ausstellung „Leo Kandl. Menschen und Orte – Fotografien aus 40 Jahren“ erfolgt eine umfassende Würdigung des Werkes von Leo Kandl durch das Museum der Moderne Salzburg. Salzburg | Museum der Moderne Salzburg, Rupertinum | Leo Kandl, Sonja, London 2000,Chromogener Abzug, 30,2 20,7 cm, Museum der 31.10.2015 – 28.2.2016 | www.museumdermoderne.at/ Moderne Salzburg © Leo Kandl

OSTLICHT GALERIE FÜR FOTOGRAFIE Angesiedelt in der Brotfabrik Wien - Wiens jüngstem und dynamisch wachsendem Kulturareal - zeigt die Galerie OstLicht seit ihrer Eröffnung 2012 auf rund 500 m2 Gruppenund Einzelausstellungen internationaler zeitgenössischer Fotokunst, wobei die präsentierten Arbeiten käuflich zu erwerben sind. Mit seiner frei zugänglichen Fachbibliothek mit über 20.000 Bänden zu den Themen Fotokunst, Foto- und Kameratechnik sowie einer Auswahl an Fachzeitschriften fungiert OstLicht darüber hinaus als Treffpunkt und Zentrum für alle an zeitgenössischer Fotografie Interessierten. Daneben laden auch Bar und Bookshop zum Verweilen ein. WESTLICHT | Westbahnstraße 40 1070 Wien | www.westlicht.com OstLicht. Galerie für Fotografie Absberggasse 27 | 1100 Wien www.ostlicht.com

OstLicht_Bibliothe © MarcoPauer


FROM BERLIN WITH LOVE. 9 –13 March 2016 · Send us your greetings: itb50.com

Official Partner Country ITB Berlin 2016


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stoffbruch

ein Berliner Label setzt sich durch d zufrieden und glücksin el Bi itz or M d un n an André Hofm nden ben sie mit vielen Freu ha n he oc W ar pa n ei r lich. Vo rty gefeiert. Fünf Jahre Pa e oß gr ne ei rn te ei und Wegbegl Zeit…, nsinn in der heutigen U n ei r fü as W . ch ru stoffb s wird nichts…, mögen da , … ee Id e kt üc rr ve was für eine Ihre äftspartner rückblickend ch es G d un e nd eu Fr r viele de haben es alle Partybent ön eg G n. be ha t ch da Zweifel über Modebeiden sympathischen n de an nn gi Be n vo sucher 15 in Berlin Friedrichs ße ra st ch lis üh W r de s machern au selbst, sie vor allem an sich n be ha bt au gl ge nd U hain. iern. n. Die galt es jetzt zu fe Ihre Idee und die Visio


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stoffbruch Im März dieses Jahres habe ich mich auf den Weg nach Berlin Friedrichshain gemacht, um mir ein Bild von dem zu machen, was ich kurz davor auf der Designplattform selekkt.com für mich entdeckt habe und was mich so begeistert hat. Im Concept Store treffe ich auf André Hofmann, der mir mit einer leidenschaftlichen Zurückhaltung die Welt, den Stil und die Philosophie von stoffbruch näher bringt und mir so nebenher, ein, zwei, drei heutige »Lieblingsteile« verkauft. Sie kleiden mich und stoßen auf Interesse und Nachfragen. Denn stoffbruch ist nicht beliebig, sondern individuell einzigartig, von hoher Qualität was sie »Designer Streetwear« nennen, eine Kombination aus Business- und Streetwear-Elementen mit einzigartigem Charakter. Berlin zählt weltweit zu den Top Modeadressen, die jedes Jahr immer mehr Designer und Modemacher nach Berlin kommen. Mit der Wende und einer wachsenden Kunstszene in Berlin wuchs eine neue moderne, brodelnde, kreative, junge Modeszene heran, wie es sie nur zur Jahrtausendwende in den 1900er Jahre schon einmal in Berlin gab. Ein Laden mit Designerware reiht sich an den anderen. Die Gegend rund um die Hackeschen Höfe, Akazien- und Crellestraße in Berlin-Schöneberg und auch in Friedrichshain, wo stoffbruch seinen Concept-Store eröffnet hat, hat Berlin mittlerweile den Ruf einer der wichtigen europäischen Modehauptstädte eingebracht - gleich neben Paris, Mailand und London. Die Berliner Mode- und Designmessen (z.B. bread & butter, Panorama Berlin, Show & Order, Bright, Seek, Selvedge Run, LondonEdge Berlin) gehören inzwischen zu den wichtigsten Terminen der Modebranche. Mit etwa 3.500 Unternehmen in der Modebranche und rund 20.000 Beschäftigen verfügt Berlin über die höchste Dichte an Modeunternehmen in Deutschland. Das macht es nicht einfach für jeden Einzelnen, sondern Stehvermögen, Geduld, Fortune und der Glaube an den eigenen Erfolg sind gefragt. Das alles haben André Hofmann und Moritz Biel zweifelsohne.

Ich bin nochmals nach Berlin gereist und wir haben uns unterhalten.

Wie kam es zu stoffbruch, und wie haben sich der Modedesigner André Hofmann und der Betriebswirt Moritz Biel gefunden? Wir haben uns im Rahmen eines temporären Shop-Projekts für junge Berliner Modedesigner kennengelernt. André hatte damals nach seinem Modedesign-Studium auf eigene Faust ein Modelabel betrieben und damit am Shop teilgenommen. Moritz war über ein ver Praktikum dazu gekommen, den Shop zu organisieren und zu verantworten. Im Grunde zwei Menschen, die am gleichen Punkt im Leben standen und überlegten, wie der weitere Weg aussehen soll. Als wir uns kennenlernten waren wir Po uns von Anfang an sympathisch und sahen das Potenzial in den jeweiligen Fähigkeiten des anderen ent - André Design und Moritz Antrieb. So entstand die Idee, von nun an gemeinsame Sache zu machen. Hat das Zusammenspiel »Zah von Designer und »Zahlenmensch« von Anfang an funktioniert? Das war auf jeden Fall ein Prozess. „ZahlenWir waren ja nicht nur ein „Zahlen mensch“ mit bisheriger Arbeitserfahrung im Großkonzern und ein unabhängiger Berliner Modedesigner, sondern vor allem Mo zwei Menschen, die sich erst zwei, drei Monate kannten. Sich dann gerade bei so einer Herzensangelegenheit wie stoffbruch immer Kompromis wieder auch auf den anderen und Kompromisse einzulassen war für uns beide nicht immer An einfach. Aber zum einen haben wir es von Anfang an verstanden uns auch nach einem Streit wieder zusammen zu raufen, und zum andern ist das Vertrauen in den andern und die Sache mit jedem überstandenen Fehlschlag und jedem neuen Erfolg gewachsen.

Was bedeutet stoffbruch? Der Name stoffbruch stammt von einer speziellen Fertigungsmethode beim Zuschneiden von Bekleidung bei der ein Stoffteil symmetrisch gefaltet und „im Stoffbruch zugeschnitten“ wird. Die Namensgebung spiegelt die Verbundenheit der Marke zu handgefertigten Entwürfen, dem dazugehörigen Know-How und der Liebe zur Arbeit mit hochwertigen Stoffen wider.

In diesem Jahr habt Ihr 5 Jahre stoffbruch Berlin gefeiert! Eine erste Bilanz? Sehr gut! Wir haben angefangen mit zwei Nähmaschinen und einem Laptop. Ohne externe Investoren. Heute haben wir einen schönen ei eigenen Laden und planen weitere Eröffnungen. Wir sind in über zwanzig Läden in Deutschland und Österreich vertreten und konnten Vertriebspartner für den weiteren Ausbau des Händ Händlernetzes gewinnen. Dadurch haben wir auch mehr Mög Möglichkeiten, was zum Beispiel die Auswahl der Stoffe und die Produktionsmöglichkeiten von neuen Designs wie etwa Winterjacken oder Hemden und Blusen angeht. So können wir auch neue, kreative Ideen umsetzen, die zuvor noch nicht zu realisieren waren. Es macht Spass und wir sehen den Erfolg! Was zeichnet Euch und Eure Mode aus? Die Mischung aus Business- und StreetwearElementen, kombiniert mit schönen Stoffen, ruhigen Farben und handwerklichen Details. Wir bezeichnen unsere Mode als elegant aber lässig – und dabei immer individuell. Produk Euch ist wichtig, dass die Stoffe wie die Produktion ausnahmslos aus und in Europa gefunden und produziert werden? Warum? Produktions Das ist für uns einfach sinnvoller als eine ProduktionsProdukti stätte am anderen Ende der Welt. Zu unserem Produktige onspartner in Polen sind wir in gut 4h mit dem Auto gefahren. Wir sind in ständigem Austausch und regelmäßig vor Ort. Dadurch haben wir einen persönlichen Bezug, was uns wichtig ist und vermeiden zudem lange Wege und hohe Transportkosten. Außerdem sind die Rouladen vor Ort wirk wirklich vorzüglich!


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MODE TIPPS Frankfurt Tuchfühlung Kostas Murkudis und die Sammlung des MMK Das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main widmet Kostas Murkudis, einem der international renommiertesten Designer der Gegenwart, seine Kostas Murkudis Frühjahr-/Sommerkollektion erste umfassende Museumsausstellung. 2015 / Spring/Summer Seit der Eröffnung des MMK im Jahr 1991 Collection 2015; Foto © Casper Sejersen hat das Museum immer wieder die Nähe zwischen Mode und Kunst thematisiert. Mit diesem Ausstellungsprojekt setzt das MMK seinen programmatischen Blick auf Grenzbereiche der bildenden Kunst und Mode fort und erweitert ihn. Frankfurt | MMK 2 | bis 14.2.2016 | www.mmk-frankfurt.de

Gerade ist Eure Herbst / Winter Kollektion 2015/2016 unter dem Titel »The Sweet Escape« auf den Markt gekommen. Welchen Ausbruch meint Ihr? Ist es die Farbe Rot, die ich neu in Eurer Kollektion entdeckt habe? Die Herbst-Winter-Kollektion 15/16 von stoffbruch spielt mit der Idee von Zufluchtsorten: traumhafte Plätze, an die wir uns real oder in unserer Fantasie zurückziehen. Verschiedene Farb- und Stoffstrukturen geben der Kollektion diesen Ausdruck. Das Rot ist dabei der besondere Farbtupfer. The Sweet Escape regt an zu träumen, die Gedanken schweifen zu lassen – und die (Jahres-)zeit zu genießen. Wo entstehen die Ideen, wo findet Ihr Eure Inspiration und das Gefühl für das Machbare? Im Grunde bekommen wir im Alltag laufend neue Anregungen und Ideen. Das ist auch ein ständiger Prozess von Ideen sammeln, besprechen, Muster nähen und ausprobieren. Das Gefühl für das Machbare bekommen wir zum Beispiel durch den regelmäßigen Kundenkontakt bei uns im Concept Store. Das direkte Kundenfeedback ist dafür einfach das Beste. Anfang September wart Ihr auf der Pariser Stoff Stoffmesse. Was sind Eure Entdeckungen für 2016ff und wie muss man sich einen Rundgang über die Messe vorstellen? Nach welchen Kriterien geht Ihr vor? Wie findet Ihr den perfekten Stoff für Euch? Wir haben unsere Stofflieferanten bis jetzt über die Stoffmesse in München gefunden und sind damit auch sehr zufrieden. Der Besuch in Paris war zunächst mal als grundlegende Recherche gedacht, was es noch so gibt und was eventuell in Zukunft für uns interessant sein könnte. Wir waren dann überwältigt von der Größe der Messe und auch von der großen Anzahl an Stofflieferanten, die für uns interessant sind. Wir sind von Bereich zu Bereich gegangen und haben einfach viel mit den Lieferanten gesprochen. Es gab so viele schöne Stoffe, dass wir doch direkt noch neue Stoffe in unsere neue Musterkollektion mit reingenommen haben – was ur ursprünglich gar nicht geplant gewesen war. Der Messebesuch war auf jeden Fall sehr lohnenswert und inspirierend für uns!

Wie besteht man als kleines Label in der Kreativ- und Modestadt Berlin, bei dem Überangebot an Modeschaffenden und Labels? Durch eine klare Aussage und Qualität. Wobei wir die Vielzahl an Modeschaffenden und Labels in Berlin ganz klar mehr als Bereicherung denn als Problem empfinden. Wir tauschen uns mit vielen befreundeten Designern aus, und das hilft beiden Seiten weiter. Wahrscheinlich hätte stoffbruch auch in keiner anderen deutschen Stadt so entstehen können. ei Schon manch ein Label hat im ersten Erfolg seine Seele an einen »Großen« verkauft, wurde geschluckt und ist vom Markt verschwunden. Was sind Eure »goes und no goes«? Unser Hauptziel war zunächst, dass wir zu zweit von unse unserem Label leben können. Das Ziel haben wir – nach rund 5 Jahren harter Arbeit und vielen Zugeständnissen – jetzt erreicht. Darüber freuen wir uns jetzt erst mal und wol wollen dann natürlich darauf aufbauen. Dabei gibt es kei keine wirklichen „Goes und No Goes“. Das wichtigste ist, dass wir beide immer hinter dem stehen können, was wir tun. Und wir freuen uns, wenn wir unseren Kunden mit stoffbruch ein bisschen Berliner Le Lebensgefühl mitgeben können! Wohin geht Eure Kreativ-Reise, was treibt Euch um und was sind Eure Träume? Da gibt es viele Ideen. Da gibt es kaum Grenzen. Viel Spaß macht uns die visuelle Präsentation unse unserer „stoffbruch-Welt“ bei uns im Store. Im Sommer haben wir zum Beispiel unseren Laden ausgebaut und das Angebot mit zusätzlichen Lifestyle-Produkten ergänzt, die gut zu unserem Konzept passen. Das wird super angenommen. Was unsere Kollektionen angeht, wächst mit jeder neuen Kollektion zum einen der Erfah Erfahrungsschatz und zum andern die neuen Möglichkeiten - da haben wir noch viele Ideen im Köcher. Auch Kollaborati Kollaborationen – auch mit Designern aus anderen Bereichen – sind denkbar. DIE FRAGEN STELLTE KAI GEIGER ALLE FOTOS NIC OSWALD

Berlin Seek Berlin Auf der Modefachmesse Seek für junge, urbane Mode präsentieren internationale Foto © PREMIUM ExhibiLabels und Designer ihre Kollektionen für tions II GmbH die Saison Herbst/Winter 2016/17. Bei der Modefachmesse Seek steht hochwertige, urbane Mode für die junge Generation im Fokus. In der Arena Berlin am Flutgraben in Berlin-Treptow zeigen rund 300 internationale Marken ihre Kollektionen. Rund 80 Prozent der Mode stammt von Menswear Brands, weitere Labels bieten den Fachbesuchern und Händlern Womenswear, Accessoires, Outerwear, Schuhe und Lifestyle-Gadgets. Berlin | Arena Berlin | 19. – 21.1.2016 | www.seekexhibitions.com

Dresden Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode werfen einen kritischen Blick hinter die Kulissen der Textilwirtschaft und soll dazu anregen, sich engagierter mit den Themen Mode und Konsum zu beschäftigen. Fast Fashion ist die erste Ausstellung, die sich umfassend, differenziert und kritisch mit dem System der Bekleidungsindustrie und den sozioökonomischen und ökologischen Fol- Manu Washaus: SWEATER, gen auseinandersetzt. Sie beleuchtet das study of the possible II , 2013 © anna.k.o. globale Dreieck von Konsum, Ökonomie und Ökologie unter verschiedenen Aspekten: Fashion & Victims, Mangel & Überfluss, Global & Lokal, Lohn & Gewinn, Bekleidung & Chemie, Bekleidung & Ökobilanz. Dresden | Deutsches Hygiene Museum | bis 3.7.2016 | www.dhmd.de

München Jean Paul Gaultier | From the Sidewalk to the Catwalk Wie kein zweiter Designer fordert Jean Paul Gaultier mit seinen kühnen und ironischen Kreationen unsere Vorstellung von Mode und Schönheit heraus. Exklusiv in Deutschland zeigt die Kunsthalle München eine umfassende Ausstellung, in der sein vielfältiges und faszinierendes Werk gewürdigt wird. Nachdem in Paris über 420.000 Besucher die Schau erlebt haben, bietet die Kunsthalle nun die letzte Chance, in Gaultiers wunderbare Modewelt einzutauchen. München | Kunsthalle München bis 14.2.2016 | www.kunsthalle-muc.de

Nelson Simoneau, Coco Rocha, 2011 Veröffentlicht in Elle Québec, Juni 2011 Verzierungen: kurzes Etuikleid in hautfarbener Spitze unter einem hautfarbenen Satinkorselett, bestickt mit Perlen und Markasiten. Haute Couture, Frühjahr/ Sommer 2009 Kollektion La Calligraphie Getragen von Beyoncé auf Ihrer I Am… Tour, 2009 © Nelson Simoneau

Zeitung CUT Mit CUT kam 2009 das erste deutsche Magazin für die damals aufblühende Do-it-yourself-Bewegung auf den Markt. Egal ob stricken, knicken oder flicken, CUT hat die Handarbeit entstaubt und kombiniert sie mit Mode, Design, Innenarchitektur, Reisen und Kunst. Hochwertige Fotostrecken gibt es ebenso wie Portraits von Kreativen aus der ganzen Welt und Anleitungen für so ziemlich alles, was man selber machen kann. Keramikaccessoires, Fahrräder aufmotzen, Seidenmalerei (aber in cool!) und in jedem Heft ein herausnehmbarer Schnittmusterbogen zum KlamottenNachnähen: Es gibt viel zu tun und mit ausführlichen Step-by-Step-Erklärungen ist selbst Betonieren nicht so schwer. Verpackt wird das alles im ebenfalls handgemachten Design des Hefts – und bitte bloß nicht zu ernst, denn es geht schließlich um den Spaß am Selbermachen.  CUT erscheint zwei Mal im Jahr. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang Dezember. www.cut-magazine.com


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Rezepte

für den Frieden

Der Verein „Cuisine sans frontières“ will Feinde in Krisengebieten zu Freunden machen – mit Hilfe von Essen und Trinken. Ein Treffen mit dem gastronomischen Sozialarbeiter David Höner. Gemeinsame Mahlzeiten sind viel mehr als Nahrungsaufnahme. Beim Essen werden soziale Kontakte geknüpft und gepflegt, sei es in der Familie beim Sonntagsfrühstück, mit Freunden im Restaurant oder mit Kollegen in der Kantine. Wenn Menschen nicht mehr zusammen essen wollen, dann wird es sehr schwer, überhaupt noch eine Verständigung zu finden. Genau hier setzt der Verein „Cuisine sans frontières“ (CsF) an. Die in der Schweiz gegründete Hilfsorganisation hat sich zum Ziel gesetzt, verfeindete Gruppen in Krisengebieten in Afrika, Südamerika oder Osteuropa wieder an einen Tisch zu bekommen – zum Essen und Trinken. Denn eine gemeinsame Mahlzeit kann verbinden. Staatschefs unterzeichnen bei Banketten Friedensverträge, Paare streiten und versöhnen sich beim Essen. Eine Tischgemeinschaft kann die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Parteien überhaupt wieder miteinander reden. Denn das Essen in einer Gruppe setzt ganz elementare Gefühle und Regeln in Gang. „Wenn einer nur sagt: ,Gib mir mal das Salz rüber’, dann kann das schon der Beginn von Kommunikation sein“, sagt David Höner. David Höner ist ein Multitalent, ein Lebenskünstler, ein Idealist. Er stammt aus der Schweiz, lebt hauptsächlich in Ecuador und hat unter anderem als Koch, Choreograf, Tanzlehrer, Gastro-Journalist, Hörspielautor und Theaterregisseur gearbeitet. Vor zehn Jahren gründete er zusammen mit Freunden das Hilfswerk „Cuisine sans frontières“. Die Idee erklärt der 59-Jährige so: „Ich bin der festen Überzeugung, dass Essen und Trinken Menschen jeder Herkunft und Klasse verbindet. Gemeinschaft und Frieden manifestieren sich fast immer durch Gastfreundschaft.“ Die

Grundversorgung mit Nahrungsmitteln, Medikamenten und Notunterkünften ist nicht das primäre Ziel, dafür ist die Organisation zu klein. „Wir wollen Orte schaffen, an denen sich Menschen austauschen und wieder Gemeinsamkeiten finden“, sagt Höner. Für das Gespräch in Zürich hat er – wie könnte es anders sei – gleich mal ein Mittagessen vorgeschlagen. Die Pasta mit Gorgonzola und Birne mag gut schmecken, aber um kulinarischen Hochgenuss geht es David Höner bei seiner Planung eher weniger. Gerade erst ist er aus Kenia zurückgekommen, wo er ein extrem einfaches Restaurant in einer extrem armen Gegend besucht hat. Zehn Tische unter freiem Himmel, drei, vier Gerichte auf der Karte, kalte und warme Getränke – das sei das Lokal Calabash, erzählt Höner. Man kann dort Ghiteri bestellen (Bohnen und Mais, gekocht), Ugari (Brei aus Wasser und Getreide) oder einen Teller Spaghetti. Sonntags wird manchmal eine Ziege gegrillt. Nichts Besonderes? Doch, denn das Calabash liegt mitten in einem Krisengebiet. Das Restaurant ist eine einfache Wellblechhütte in der Nähe von Orwa, einem abgelegenen Dorf im Dreiländereck Uganda, Kenia und Südsudan. Eigentlich ein ziemlich unwirtlicher Ort für eine Wirtschaft. Doch das Calabash liegt günstig an der A1, der wichtigsten Fernstraße Afrikas, die den Kontinent von Kapstadt nach Tunis durchquert. Man kann das Restaurant sicher nicht mit einem Autogrill in Italien vergleichen, was die Qualität des Kaffees und die Vielfalt des Angebots angeht, aber es hat eine ähnliche Funktion: Fremde Menschen treffen sich dort zufällig, und wenn es gut läuft, reden sie ein paar Takte freundlich miteinander.


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Essen & Trinken | 53

ESSEN & TRINKEN

Der Verein hat in den vergangenen Jahren immer wieder Köche aus der Schweiz nach Kenia geschickt, die Fachleute arbeiteten ehrenamtlich vor Ort und schulten die Einheimischen. Es ging vor allem um Grundsätzliches wie Hygiene, keimfreies Wasser, Aufbewahrung von Lebensmitteln. Küchenpersonal, Putzkräfte, Sicherheitsleute und Gärtner kommen von beiden Stämmen, die in dem Gebiet leben, von den Turkana und den Pokot. Die Stämme mögen sich nicht besonders, um es einmal vorsichtig auszudrücken. „Wenn ein Pokot zum Essen einlädt, kommt kein Turkana und umgekehrt“, sagt David Höner, „als neutraler Gastgeber haben wir da aber eine andere Position.“

wastecooking wastecooking ist eine Bewegung, die genussvoll gegen Lebensmittelverschwendung protestiert! Ohne moralischen Zeigefinger und mit einer kräftigen Prise Foto David Groß © wastecooking Selbstironie. Initiator von wastecooking ist der gelernte Koch, Filmemacher und Aktivist David Groß. „Die Helden der Mülltonne“ schreibt die Tiroler Tageszeitung Der Müll der einen, ist der Schatz der anderen. So lautet eine alte Weisheit der Wastediver. Sie transformieren die Abfälle der Wegwerfgesellschaft in delikate Gerichte, und drehen das Konsumdenken um. www.wastecooking.com

Misfits Zu allererst: Misfits gibt es überall! Egal ob in Berlin, Bonn oder Barcelona. Knollige Kartoffeln, sich umarmende Möhrchen mit drei Beinen oder überdimensionale Tanja Krakowski und Lea Brumsack., Zucchini. Gemüse und Obst, das Foto ©Marga van den Meydenberg nicht dem Standard entspricht und zu “freakig” für das Supermarktregal ist, wird im großen Stil aussortiert und entsorgt – rund ein Drittel einer Ernte! Der Reichtum einer einzigartigen Vielfalt in Form und Ästhetik geht uns dabei nachhaltig verloren. Lea Brumsack und Tanja Krakowski von Culinary Misfits finden, da läuft etwas richtig schief: Diese kulinarischen Sonderlinge sehen nicht nur einzigartig aus, sie haben auch besonders viel Charakter – und den schmeckt man!. Quelle Culinary Misfits www.culinarymisfits.de

Das Projekt begann mit einem Rückschlag. Das Calabash befindet sich auf dem Territorium der Pokot. Als das Restaurant im Jahr 2010 aufmachte, kamen achthundert Gäste zur Eröffnungsparty. Höner hatte auch die Chefin der Turkana eingeladen. Sie kam zusammen mit ein paar Bewachern. Während der Feierlichkeiten nutzten die Pokot die Gelegenheit und überfielen ein Turkana-Dorf, um Vieh zu stehlen. Ein anderes Mal lud die Organisation zu einem Kindernachmittag ein, aus den umliegenden Dörfern wurden Hunderte Mütter mit ihren Kindern mit Bussen abgeholt. Die Männer der verfeindeten Stämme vertrieben sich die Zeit, indem sie sich gegenseitig angriffen. Doch im Laufe der Jahre verbesserte sich die Zusammenarbeit. Zumal die Einheimischen nach und nach die Vorteile des Projekts schätzen lernten. Ein Problem des SubsaharaGebietes ist die fortschreitende Versteppung der Rinderweiden. Daher soll das Restaurant um ein Kamel-Zentrum erweitert werden, mit Seminaren zu Zucht und Haltung der Tiere oder zur Verarbeitung von Milch und Fleisch. Mit Kamelen könnte die lokale Hirtenkultur am Leben erhalten werden. Derzeit gibt es 28 Tiere im Calabash-Zentrum. Es scheint aufwärts zu gehen. Ähnliche Einrichtungen wie in Orwa hat Cuisine sans frontières in Kolumbien, Brasilien, Georgien und Ecuador gegründet. Höners Idee ist, die Lokale nur für einige Jahre zu betreiben und sie dann, wenn sie funktionieren, der lokalen Bevölkerung zu übergeben. Während dieser ersten Jahre werden die Projekte nur durch Spenden finanziert.

Fleischfreitag Klimaschutz kann man essen

Alle Fotos Casper Hedberg

Ein Lokal aufmachen, und dann ist Friede? So einfach ist es sicher nicht. Ein Projekt in Brasilien mussten die Helfer wieder aufgeben. Das dortige Restaurant in einer Favela funktionierte zwar gastronomisch, aber die verfeindeten Drogenbanden setzten sich trotzdem nicht an einen Tisch. Die Frontlinien blieben bestehen, auch nahmen Schießereien und andere Gewalt überhand, so dass es für die Betreiber zu gefährlich wurde. Der Verein zog sich wieder zurück. In Kenia scheint es nun besser zu laufen. Lokale Chiefs und Politiker nutzen das Restaurant regelmäßig für ihre Treffen, es gibt eigene Veranstaltungen für die Konfliktparteien. Ein festes Team von Mitarbeitern leitet das Zentrum, zehn Einheimische sind

angestellt. Im Umfeld sind weitere Projekte entstanden: das ambulante Gesundheitszentrum einer holländischen NGO, das Kamelzentrum und eine Honigsammelstelle. Ende des Jahres wird das Restaurant an lokale Organisatoren übergeben, und David Höner zieht sich aus der Organisation des Projekts zurück. Ist das Ziel dort also erreicht, hat das Essen tatsächlich Frieden gestiftet zwischen den Turkana und den Pokot? Höner ist vorsichtig und sagt: „Ich bin kein Friedensstifter, ich bin einfach nur ein gastronomischer Sozialarbeiter.“ VON TITUS ARNU, ÜBERNOMMEN AUS SÜDDEUTSCHER ZEITUNG 3.1.2015

Infos zu weiteren Projekten und Spendenmöglichkeit: www.cuisinesansfrontieres.ch

Was wir essen beeinflusst nicht nur unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit, sondern auch Luft, Wasser, Boden, das Klima und die Tierwelt. © Andreas Balon Zwanzig Prozent aller CO2-Emissionen entstehen durch unsere Ernährung. Besonders unser täglich Fleisch trägt in hohem Maße zur Klimabelastung bei. Mit nur einem fleischlosen Tag pro Woche leistet jeder einen wichtigen Beitrag für die eigene Gesundheit, für die Umwelt und das Klima. Fleischfreitag – so einfach geht‘s: Genießen Sie von Samstag bis Donnerstag mit Bewusstsein und Verantwortung, durchstöbern Sie die Webseite www.fleischfrei-tag.at und lassen Sie sich von köstlichen Rezepten, Einkauf- und RestaurantTipps inspirieren und entscheiden Sie sich freitags für Vegetarisches. Quelle: Büro Landesrat Rudi Anschober www.fleischfrei-tag.at

.de Teile Lebensmittel, anstatt sie wegzuwerfen. Foodsharing.de ist eine Initiative, um Foodsaver und BotschafterInnen zu organisieren, Lebensmittel von Lebensmittelbetrieben aller Art zu retten, die Internationalisierung von foodsharing voranzubringen, Veranstaltungen zum Thema zu organisieren uvm. Auf foodsharing.de kann man seine Lebensmittel vor dem Verfall an soziale Einrichtungen oder andere Personen abgeben Seit Mai 2013 haben sich bereits über 10.000 ehrenamtliche Menschen, die etwas gegen die Lebensmittelverschwendung unternehmen wollen, angemeldet und tausende Freiwillige von ihnen retten schon aktiv in über. 1.000 Betrieben. Quelle foodsharing.de www. foodsharing.de

Blog | Für eine bessere Welt

CUISINE SAN FRONTIERES

Cuisine sans frontiers | Küche ohne Grenzen Hôtes de l’espoir | Gastgeber der Hoffnung Was machen Cuisine sans frontiers? Sie realisieren Projekte der Esskultur wie beispielsweise Gemeinschaftsküchen, Gaststätten oder interkulturelle Zentren. Sie leiten deren Aufbau und betreuen die Inbetriebnahme. Sie prüfen Finanzierungsmöglichkeiten, suchen Partnerschaften und verhandeln mit Konfliktparteien und Behörden vor Ort. Sie engagieren uns als unabhängige Vermittler zwischen Betroffenen und anderen Hilfswerken.

Cuisine sans frontières legt grossen Wert auf die langfristige Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung. Ziel ist es, einen möglichst unabhängigen, von der lokalen Bevölkerung geführten Betrieb der Einrichtungen sicherzustellen. Bis zu diesem Zeitpunkt unterstützen Sie die unterschiedlichen Projekte mit Knowhow und finanziellen Mitteln.

Menschen, Ideen, Visionen, Projekte und Aktionen für eine bessere Welt. Idealisten, Aktivisten und Querdenker sind verträumte Spinner, Querulanten, unrealistische Gutmenschen? Das stimmt nicht! Und das zeigen die Macher von „Für eine besser Welt“ in dem Blog, über Twitter, Facebook, YouTube und welche Kanäle sich ihnen sonst noch so bieten. Menschen können tatsächlich unsere Welt verändern und zwar zum Besseren! Das müssen nicht immer die ganz großen Lösungen, spektakulären Aktionen oder außergewöhnlichen Konzepte sein. Nein, viele kleine Schritte können sich zu großen Umwälzungen addieren: Zunächst in der Geisteshaltung vieler Menschen, dann in ihren Handlungen und schließlich in der Veränderung von Politik und Gesetzgebung. Damit sind genau diese Idealisten, Aktivisten und Querdenker unerlässlich, wenn wir uns und unsere Gesellschaft weiter entwickeln wollen. Quelle: Für eine besser Welt www.fuereinebesserewelt.info


54 | Design

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Stian Korntved Ruud Stian Korntved Ruud hat immer ein Messer dabei. Und er ist ständig auf der Suche nach besonderen Hölzern. Die Faszination für das Material und seine vielen Möglichkeiten begleitet den jungen Osloer Designer schon seit seiner Kindheit. Vor fast einem Jahr begann er – mehr beiläufig als geplant – jeden Tag einen Löffel zu schnitzen und folgte damit dem wachsenden Trend für 365–Projekte, die über einen Zeitraum von einem Jahr dokumentiert und täglich auf Social-Media-Kanälen geteilt werden. Mittlerweile hat er eine große Kiste voll Löffel und eine Hand voller Narben. Anlässlich der nahenden Ziellinie sprachen wir mit ihm über sein Projekt Daily Spoon, das Ausloten von Kreativität, Schaffensfrust und Handwerkstradition. Der heutige Löffel unterscheidet sich – wie man auf Deinem Instagram-Account verfolgen kann – ganz deutlich von seinen Vorgängern. Was hat es damit auf sich? In der letzten Zeit habe ich mich viel mit dem Dampf-Biegeverfahren beschäftigt. Ich habe gerade Hölzer bekommen – Ahorn, Esche und Birke, – die sich besonders gut für diese Technik eignen. Wenn ich, wie jetzt im Moment, neue Methoden ausprobiere, dann klappt es häufig erst mal nicht besonders. Es ist ein ständiger Wechsel zwischen Lernen und Scheitern. Aber genau deshalb mache ich ja gerade gebogene Löffel (lacht)! Der wievielte Löffel ist das jetzt? Ich habe heute meinen dreihunderundvierzigsten Löffel gemacht. Irgendwann im April werde ich fertig sein.

Und weißt Du schon, wie die übrigen fünfundzwanzig aussehen werden? Gibt es so etwas wie einen Ideen-Vorrat oder methodisches Vorgehen? Ich halte meine Einfälle zeichnerisch in Skizzenbüchern fest. Aus den meisten Ideen entstehen häufig mehrere Varianten, die ich dann in verschiedenen Hölzern oder unterschiedlichen Techniken umsetze. Ich lasse mich auch sehr von den verschiedenen handwerklichen Macharten inspirieren und experimentiere viel. Es ist ein lebendiger Prozess, der mittlerweile eine eigene Dynamik entwickelt hat. Manchmal finde ich ein sonderbar aussehendes Stück Holz. Dann mache ich erst mal einen ganz einfachen Löffel daraus, um das Holz und seine Eigenschaften besser kennen zu lernen, bevor ich entscheide, wie die eigentliche Form werden soll und mit welcher Technik und mit welchem Werkzeug ich arbeite. Meistens entsteht also eine Form, welche die Eigenschaften des jeweiligen Holzes wiederspiegelt. Durch die manuelle Bearbeitung versuche ich, den natürlichen Charakter des Materials herauszuarbeiten. Ich folge da einer Art inneren, kohärenten Logik.


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Design | 55

DESIGNOBJEKTE

Wie ist das Projekt entstanden? Das Material Holz begleitet mich schon mein ganzes Leben. Mein Großvater ist Holzschnitzer. Als Kind habe ich ihm immer bei der Arbeit zugesehen und seine Werkzeuge bewundert. Diese Faszination für dieses traditionelle Handwerk brachte mich dazu, Hölzer zu sammeln. Dann hatte ich irgendwann ein paar neue Messer, die ich ausprobieren wollte und eben viel unbearbeitetes Holz herumzuliegen. Da war ein kleiner Löffel zum Testen meiner Schnitzfähigkeiten das Naheliegendste. Irgendwann hatte ich um die zwanzig Stück, fing an, sie zu dokumentieren und plötzlich wurde daraus ein Projekt. Da merkte ich: Es gibt kein Zurück. Der Löffel ist einer der archaischsten Artefakte unserer Sachkultur. Hat während des Prozesses eine Beschäftigung mit historischen und kulturellen Bezügen stattgefunden, oder sind die Entwürfe in einer Art „Vakuum“ entstanden? Im Laufe der Zeit hatte ich Kontakt zu verschiedenen Sammlern, die auch Bücher zum Thema veröffentlich haben. Dadurch konnte ich einen Einblick in die Vielfältigkeit und den Formenreichtum dieses doch relativ simplen Gegenstandes bekommen. Es passiert auch, dass jemand kommt, sich einen Löffel anschaut und sagt: „Der sieht aus wie aus dem Mittelalter.“ Dann fange ich an, das zu recherchieren und lasse mich davon inspirieren. So entsteht ein Wechselspiel zwischen historischen und kulturellen Referenzen und meiner eigenen Kreativität, mit der ich Gesehenes interpretiere. Apropos simpel: Welche formalen und ästhetischen Qualitäten müssen denn die Löffel besitzen? Gibt es vordefinierte Kriterien oder ist das angesichts der schieren Menge unmöglich? Neben der weitgehenden Berücksichtigung der klassischen, einen Löffel charakterisierenden Bestandteile wie Stiel und Laffe, versuche ich experimentelle Formen zu schaffen, um zu sehen, wie weit man das Prinzip, nach dem dieser Gegenstand funktioniert, ausreizen kann und wie die verschiedenen Formen vielleicht andere, eher unkonventionelle Handhabungen hervorbringen können. Manche Löffel sehen aus wie Essstäbchen, andere wie ein Spachtel, manche sind auch einfach wirklich dysfunktional und nur optisch-ästhetisch interessant. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Arbeit an Daily Spoon intensiv und auch sehr zeitaufwendig ist. Welche Bedeutung hat diese Arbeitsweise für deine anderen Projekte? Im Rückblick sehe ich das Projekt als eine Art Verdichtung meiner generellen Arbeitsweise, empirisch viele Alternativen zu einer einzigen, offensichtlichen Lösung zu suchen. Ich glaube, das Projekt hat mir die Augen geöffnet und gezeigt, wie ich arbeite, was ich als Gestalter leisten kann. Außerdem ein fertiges Objekt nicht als Endergebnis zu betrachten, sondern als Teil eines übergeordneten Prozesses zu be-

HÄNGK | Hochstuhl · Hocker Der Hocker »Hängk« ist ein weiteres geniales Objekt der Designerin Toni Kny, das sich mit der verstärkten Interaktion zwischen Eltern und Kindern auseinandersetzt und diese unterstützt. Dieses kleine Möbel aus Buchenholz ist Hocker und Hochstuhl in einem. Hauptidee ist die Integration des Kinders in den Arbeits- und Lebensraum der Erwachsenen. www.tonikny.de

Künstleredition Nr. 5: David Shrigley: „Shrigley‘s Own“ (Williams Christ) Der berühmte englische Künstler David Shrigley, der mit seinem subtilen, manchmal auch tiefschwarzen Humor und seinen typischen Zeichenstil der Welt einen bizarren Zerrspiegel vorhält, hat für diese Abfüllung seines eigenen Williams Christ einmal mehr das getan, was am nächsten liegt und logisch erscheint: Auf dem Etikett des „Shrigley‘s Own“ beschreibt er zeichnerisch den Weg des Destillats durch den gesamten menschlichen Körpers, vom Mundraum über Magen und Darm bis zu … naja, man kann es sich denken! www.staehlemuehle.de

Das POLADARIUM 2016 Der einzige Polaroid-Kalender der Welt greifen. Das ist eine wertvolle und schlüssige Erkenntnis für einen Designer. Gab oder gibt es Momente, in denen du dachtest, dass eine Grenze erreicht ist? Ja, manchmal ist es ermüdend, immer nur das gleiche zu machen, sich tagaus, tagein mit nur einer Sache zu beschäftigen. Vor allem dann, wenn nicht alles sofort auf Anhieb klappt. Manchmal muss ich vier Löffel machen, um am Ende einen zu haben, der funktioniert. Das gibt natürlich Frustration. Aber je mehr kaputtgeht, desto mehr lerne ich. Auf jeden Fall freue ich mich, dass das Projekt bald zu Ende sein wird und ich mich in der dann frei gewordenen Zeit wieder mehr mit anderen Dingen beschäftigen kann. Was sind die weiteren Pläne für Daily Spoon? Im Moment suche ich Verleger, um das Projekt in Form eines Buches zu veröffentlichen. Außerdem sind Ausstellungen in Oslo und Amsterdam geplant. Und es gibt schon jetzt Anfragen von Interessenten, die Löffel aus der Kollektion kaufen möchten. Aber natürlich ist das keine Option, denn damit würde das gesamte Konzept von Daily Spoon auseinanderbrechen, da ja dann Teile des Ganzen – einzelne Tage aus dem gesamten Jahr sozusagen – fehlen. Daily Spoon ist eben die Summe seiner 365 einzigartigen Teile. DAS INTERVIEW FÜHRTE TONY KNY ÜBERNOMMEN VON DESIGNLINES.DE Toni Kny ist Designerin und schreibt über Gestaltung und Produktkultur für Medien wie Designlines und Inform Magazin. In ihrem Studio in Berlin schafft sie außerdem Alltagsgegenstände und Möbel mit Sinn, Seele und einem ganzheitlichen Anspruch. Sie liebt Bücher und Bluesmusik. www.tonikny.de

Der Polaroid-Abreißkalender erscheint nun bereits zum fünften Mal und beglückt uns auch 2016 wieder Tag für Tag mit einem Sofortbild und einer eigenen kleinen Geschichte. Der Kalender zeigt nahezu intime Momentaufnahmen von von 366 bekannten Fotografen und Newcomern, von Profis und Privaten aus 24 Ländern. Das POLADARIUM ist somit ein wohlsortiertes Kleinod und ein Hingucker für Schreibtisch, Fensterbrett, Kuchenbuffet, Hutablage, Schaufenster, Nachttisch … www.seltmannundsoehne.de

RECORD STORES A tribute to record stores Seit 2009 dokumentiert der Hamburger Fotograf Bernd letzJonkmanns die Kultur der „Record Stores“. Über die letz ten sechs Jahre hat Jonkmanns auf seinen Reisen auf 5 Kontinenten in 35 verschiedene Städten über 160 „Record Stores“ fotografiert. Seine Bilder zeigen bunte Fassaden, bis unter die Decke mit Vinyls und CDs gefüllte Stores und die Menschen die im Record Store arbeiten und dort ihre Musik kaufen. Sie alle teilen sich die Liebe zur Musik – und das ist es, was die einzigartige Atmosphäre der „Re „Record Stores“ ausmacht. www.seltmannundsoehne.de

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rolled sleeve shirt mit rechteck groß 100% baumwolle, baumert schals & shirts

Seit 2008 arbeitet die diplomierte Textildesignerin Katrin Baumert unter dem von ihr gegründeten Label baumert schals & shirts. In ihrem Atelier in Berlin-Kreuzberg veredelt die Designerin im handsiebdruckverfahren hochwertige, nachhaltig und fair produzierte Shirts mit ihren zeitlosen entwürfen. Saisonal unabhängig entstehen neue Kollektionen für Frauen und Männer. Ihre Schals sind handgenähte Unikate. www.katrinbaumert.de

Die Zeit mit Worten beschreiben ... Dies gelingt Rüdiger Safranski, Philosoph und preisgekrönter Autor, in seinem neuen Bestseller „ZEIT - Was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen“ (HANSER 2015). Der Schweizer Beat Toniolo hat zum Buch die passende Uhr geschaffen - ein Zeitmessgerät ganz nach Safranskis Geschmack: „Eine Uhr sollte sich nicht protzig aufdrängen. Diese Uhr tut das nicht. Sie hält sich elegant zurück und erlaubt sich sogar ein anmutiges Spiel mit den Ziffern. Deshalb gefällt mir diese „Typografie-Philosophie“ Uhr von Beat Toniolo.“ (R. Safranski)


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AUGSBURG

MEHR MUSIK! Kinder und Jugendliche neugierig auf unerhörte Klänge machen, ihnen über Improvisation, Klangexperimente und das Erfinden von Musik einen unmittelbaren Zugang zur Musik verschaffen - für dies und vieles mehr wurde MEHR MUSIK! 2008 ins Leben gerufen, und seitdem schallt, klingt und tönt es in Augsburg, und man lauscht, hört, erfasst und staunt.

Ute Legner | Projektleiterin MEHR MUSIK! Augsburg MEHR MUSIK! will Kinder und Jugendliche in Augsburg und der Region an Neue Musik und ihre vielseitigen Klangsprachen heranführen. Neue Musik – damit sind die Formen aktueller Musik gemeint, die, ohne Unterscheidung zwischen E- und U-Musik, unseren Alltag, unsere Realität reflektieren und wiedergeben. Mit einer Vielzahl von Angeboten richtet sich das Projekt auch an junge Erwachsene, die in der Freizeit musizieren, die sich gezielt auf einen musikbezogenen Beruf vorbereiten, aber auch an alle, die – im Rahmen von Konzerten – einfach nur zuhören möchten. Für Lehrer, Musiker und Multiplikatoren bietet MEHR MUSIK! regelmäßig Weiterbildungsangebote an, um die Vermittlung Neuer und experimenteller Musik über das Projekt hinaus nachhaltig zu fördern. Im Fokus des Projekts steht zum einen das Hörerlebnis: Junge Ohren sollen für die Vielsprachigkeit der zeitgenössischen Musik geöffnet werden. Zum anderen können junge Menschen sich durch die Aktivitäten des Projekts eigene Wege zur Musik erschließen. Ich traf mich mit Ute Legner, der Projektleiterin von MEHR MUSIK!, zum wunderbaren Hörspaziergang »Augsburg per Ohr«, bei dem ich die »Alltagsmusik« der Stadt Augsburg als Klangort wahrgenommen habe. Auf dem Hörspaziergang werden Gebäude und Orte in der Stadt über das Ohr erkundet. Im Zentrum des Vorhabens steht das Zuhören überhaupt – die Sensibilisierung des Hörens ebenso wie der Rezeptionsfähigkeit im Allgemeinen. Der Hörspaziergang wird vom MEHR MUSIK!-Team begleitet, das „ortsfremde“ Klänge in das Soundgeschehen mischt und den SpazierhörerInnen so ein akustisches Rätsel stellt – und gleichzeitig eine kleine Instrumenteneinführung in unterschiedlichste Percussionsinstrumente gibt. In dieses improvisatorische Gesche Geschehen werden immer wieder einzelne SchülerInnen mit einbezogen. Wir sprachen über die anstrengenden ersten Jahre, die Basisarbeit, das Vertrauen-Schaffen und -Erhalten, aber auch über die Freude und das Glück über das Geleistete und Vollbrachte. Und vor allem immer wieder über besondere Konzert- und Hörerlebnisse. Die Stadt Augsburg hat etwas Einzigartiges, Beindruckendes entwickelt und hat es geschafft, es auf Langfristigkeit auszulegen. Das alles wäre nicht möglich ohne engagierte, musikverrückte Personen, die in der Stadt von Leopold Mozart, Bertolt Brecht und Jakob Fugger reich gesät sind. Gerade wurde mit großem Engagement der Jazzclub Augsburg eröffnet. Wie war die Eröffnung des Augsburger Jazzclubs, mit dem endlich ein festes Haus für den 2011 gegründeten Verein jazzclub augs-burg e.V. gefunden wurde? Der 26. September 2015 wird uns fest in Erinnerung bleiben. Er war der letzte von gleich drei ganz unterschiedlichen Eröffnungsabenden - einem internen für die Mitglieder, ohne deren Engagement das Ganze nie möglich gewesen wäre; einer Session für die lokale Szene, auf der sich Musiker aller Generationen neugierig einfanden und sich den ganzen Abend lustvoll den musikalischen Staffelstab von Hand zu Hand gaben - und dann Abend Nummer drei, der 26. September, das erste Konzert mit Gästen dem wunderbaren Jacob Karlzon Trio aus Schweden. Drei Mal volles Haus, drei Mal begeisterte Gäste, drei Mal sehr glückliche Organisatoren.

Sie sind Projektleiterin von MEHR MUSIK! Augsburg? Was verbirgt sich hinter MEHR MUSIK!, was war die Initialzündung, die Notwendigkeit für das Projekt und wie kamen Sie zu dem Projekt? MEHR MUSIK! ist ein Projekt zur Vermittlung neuer bzw. experimenteller Klangwelten, von Neuer Musik bis hin zur Klangkunst, das sein Augenmerk vor allem auf ein ganz junges Publikum richtet. Es entstand ursprünglich als eines von 15 Projekten des Netzwerks Neue Musik, das von 2008 bis 2011 die Vermittlung Neuer Musik in Deutschland anschob. In Augsburg, einer Stadt mit einer durchaus reichen, klassisch geprägten Musiklandschaft, hatten das 20. und 21. Jahrhundert bis dato eine eher untergeordnete Rolle gespielt. Das Projekt blies frischen Wind in die Stadt - den brachte übrigens Augsburgs Theaterintendantin Juliane Votteler mit, die zum Antritt ihrer Intendanz die Idee zur Projektbewerbung im Gepäck hatte und alle Hebel in Bewegung setzte, die Augsburger davon zu überzeugen, dass das Einreichen einer Bewerbung der Stadt gut zu Gesicht stehen würde. Ihr habe ich auch zu verdanken, dass ich das Projekt entwickeln durfte - sie warb mich von meiner vorherigen Stelle ab ...


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2008 wurde MEHR MUSIK! für Augsburg ins Leben gerufen. Sie sind quasi im »verflixten siebten Jahr«. Eine Bilanz? Für Augsburg war die Aufgabenstellung, die sich durch die Zugehörigkeit zum Netzwerk Neue Musik ergab - neben der Vermittlung Neuer Musik stand auch die lokale Vernetzung im Blickpunkt - von enormem Wert. Das Projekt MEHR MUSIK! entwickelte sich in der heimischen Szene zu einer Art „Beschleunigungsfaktor“ für Klangerlebnisse abseits der hier üblicherweise präsentierten. Als das kleine MEHR MUSIK!-Büro im April 2008 seine Arbeit im Kulturpark West aufnahm, hätte niemand gedacht, was sich alles aus dieser kleinen „Neue Musik-Keimzelle“ entwickeln würde. Denn die Skepsis innerhalb der Augsburger Kulturlandschaft war groß. Augsburg und Neue Musik? Warum? Warum Geld für „so was“? Und das in diesen Zeiten! Diese Fragen stellt heute niemand mehr. Neue Musik gehört dazu. Neue Musik-Projekte sind selbstverständlicher Teil der Veranstaltungsreihen unserer Stadt – egal ob Mozartfest, lab 30, Brecht oder Architekturwoche. Und das ist eigentlich das Beste daran. Solche ambitionierten, mit einer Grundfinanzierung ausgestatteten Projekte starten oftmals euphorisch und scheitern dann an der Weiterfinanzierung. Wie sieht das in Augsburg aus? Neue Musik stößt nicht überall auf Verständnis und ist ja nun auch nicht unbedingt der Liebling der Sponsoren? Das ist absolut korrekt, und da bildet Augsburg sicherlich keine Ausnahme. Trotzdem gibt es unser Netzwerk-Projekt noch – und zwar dank der Stadt Augsburg, die 2011 am Ende der Laufzeit der Bundesförderung Bilanz zog und der bisherigen Arbeit so viel Positives abgewinnen konnte, dass der städtische Kulturausschuss beschloss, seinen Finanzanteil auch weiterhin für das Thema und vor allem für die Vermittlung - im Sinne einer kulturellen Bildungsarbeit insbesondere für Kinder und junge Menschen - einzusetzen. Das Gleiche gilt für die Stadtsparkasse Augsburg - sie hat dem Projekt bisher ebenso die Treue gehalten, obwohl es sich „quotenmäßig“ - gemessen an dem, wie viele Menschen man mit dem Thema Neue/experimentelle Musik erreichen kann - mit anderen Kulturveranstaltungen natürlich niemals messen kann. Durch ihr Engagement garantieren beide Institutionen die Vielfarbigkeit unserer kulturellen Landschaft vor Ort, und sie unterstützen die vielen kreativen Prozesse, die wir im Rahmen des Projekts anstoßen dürfen.

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Was fasziniert Sie persönlich an der Neuen Musik und an der Vermittlung? Ich bin grundsätzlich an fast allen Arten von Musik interessiert - ich höre viel, in alle Richtungen. Die Neue und experimentelle Musik fesselt mich vor allem durch ihre unerschöpfliche Vielfarbigkeit. Ich muss dazu sagen, dass ich sie vor allem auch als LiveKunst schätze: Konzerte mit Neuer Musik sind für mich nicht nur ein Hörerlebnis, sondern ich bin hochkonzentriert und beobachte mit großem Interesse, was da alles auf dem Podium vor sich geht. Was die Vermittlung betrifft, so gibt uns die Neue Musik mit all ihren unterschiedlichen Kompositions- und Gestaltungsprinzipien viele gute Möglichkeiten, dem, was Musik überhaupt ausmacht, auf die Spur zu kommen. Dies ist insbesondere bei den vielen Kindern, die uns in unseren Projekten begegnen und die mit Musik leider wenig in Berührung kommen, unschätzbar. Wie unterschiedlich reagieren Kinder, Jugendliche und Studierende auf Neue Musik, und wie und wo setzen Sie an? Kinder reagieren in der Regel mit größtmöglicher und sehr wohltuender Offenheit – das ist für Erwachsene mit ihren oftmals eingefahrenen Hörmustern manchmal beschämend. Sie sind klar in ihrem Urteil, in positivem wie negativem Sinne. Sie sind enorm experimentierfreudig und akzeptieren noch einen breiten

Fotos auf dieser Doppelseite: Frauke Wichmann, Georg Heber, Eric Zwang Eriksson © MEHR MUSIK! Augsburg

Musikbegriff. Das ändert sich leider häufig, je größer, je älter sie werden. Viele Jugendliche, aber auch junge Menschen, die Musik studieren und ihr Instrument hervorragend beherrschen, wehren Neue Musik im ersten Augenblick ab - die scheinbare Unbegreifbarkeit dieser komplexen Kunst, die fremdartigen Klangwelten beunruhigen. Es ist ein großer Ansporn, jungen Menschen hier eine Türe aufzumachen. In der Regel gelingt dies unserer Erfahrung nach am ehesten, wenn sie über das passive Zuhören hinaus gehen, selbst aktiv werden - wenn sie versuchen, Strukturen und Klänge mit den eigenen kreativen Möglichkeiten nachzuempfinden oder zu gestalten. Die Konzentration auf die Aufgabe leitet unmerklich zu einem anderen Hören über. Nicht jeder wird so plötzlich zu einem Liebhaber Neuer Musik. Aber gerade die Studierenden in unseren Projekten gehen danach anders mit Musik um, und oftmals auch mit ihrem Instrument. Sie sind selbst Jazzsängerin, waren Regisseurin und Leiterin des Anglistentheaters Augsburg. Haben Sie noch Zeit, Ihre künstlerische Seite zu leben? Und welche Wünsche hat die Künstlerin Ute Legner in sich für die kommenden Jahre? Musik und Theater sind Bestandteile meines Lebens. Ohne sie verkümmere ich. In der Regel schaffe ich es etwa ein Mal im Jahr, ein Stück zu inszenieren. Die Musik und vor allem das Zusammenspiel mit meinen Jazzkolleginnen und -kollegen brauche ich dringend als Gegengewicht zu allem Organisatorischen, das mich Tag für Tag umtreibt. Leider ist die Zeit zum Musikmachen und regelmäßigen Proben, vor allem aber zum In-sichhinein-hören und Nach-Ideen-forschen in den vergangenen Jahren immer weniger geworden, und im Moment bin ich gerade dabei, mir dafür wieder mehr Freiräume zu schaffen - ich versuche es zumindest. Und hier decken sich Wünsche und Ziele auch schon ... und am meisten freue ich mich, wenn ich von meiner Liebe zu Theater und Musik möglichst viel an meine eigenen Kinder abgeben kann. DIE FRAGEN STELLTE KAI GEIGER


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Bundesjugendballett 1, Fotoregie Marc Engenhart, Foto© Steffen_Mueller

Hamburg Greatest Hits Vol. III - Festival für zeitgenössische Musik Garde du Nord_Bar bei Nacht © Gare du Nord

Basel (CH) Gare du Nord Bahnhof für Neue Musik Festivallogo

Berlin ultraschall berlin Ein Festival, zwei Sender und eine Fülle musikalischer Entdeckungen. Wir freuen uns auf Sie! Ultraschall Berlin versteht sich einerseits als ein Forum des Neuen, seien es Uraufführungen, neue Tendenzen, neue künstlerische Konstellationen. Darüber hinaus bietet das Festival aber auch eine historische Perspektive auf Wiederentdeckungen, deren Relevanz in einem neuen, gegenwärtigen Spannungsfeld neu beleuchtet wird. Berlin | 29. – 24.1.2016 www.ultraschallberlin.de

Gare du Nord, der Bahnhof für Neue Musik ist das erste experimentelle Musikzentrum der Schweiz mit Sitz im Badischen Bahnhof Basel. Er beherbergt und präsentiert die überaus lebendige und produktive zeitgenössische Musikszene der Schweiz und der Dreiländer-Regio Basel, Freiburg im Breisgau und Strasbourg. Der Musikbahnhof bietet sowohl KomponistInnen und InterpretInnen als auch verschiedenen Ensembles eine Plattform und so eine kontinuierliche Förderung. In rund 100 Veranstaltungen pro Saison begegnen junge und erfahrene Profi-Musiker, Komponisten und Sänger einem vielseitigen Publikum mit offenen Ohren für die unterschiedlichsten Klangreisen mit komponierter, improvisierter Musik, Klanginstallationen und Musiktheater. Gare du Nord bietet ein breites Spektrum von zeitgenössischer Kammermusik über elektronische Musik bis hin zu anspruchsvollem Jazz. Basel | Gare du Nord – Bahnhof für Neue Musik www.garedunord.ch

»Glücklich kann ich nur sein, wenn ich Musik im Kopf habe« – so beschrieb der kanadische Komponist Claude Vivier einmal sein Rezept für ein erfülltes Leben. Ein schönes Motto, das sich auch gut als Untertitel des Festivals »Greatest Hits« eignet. Denn im Fokus stehen die Kraft der Musik von heute und das Bestreben, sie möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Auch in seiner dritten Ausgabe unterläuft »Greatest Hits« daher alle Klischees rund um zeitgenössische Musik und stürzt sich mit Wonne ins pralle Festival(er)leben. Claude Vivier selbst ist darin ein großer Schwerpunkt gewidmet, der die Aufführung etlicher seiner »Hits« beinhaltet, sogar in Form eines extra für das Festival konzipierten Balletts. Nach wie vor sind Hamburger »Local Heroes« in einer eigenen Reihe zu erleben. Für ohrenöffnende Klangerlebnisse sorgt zu später Stunde die Elektroreihe ePhil, diesmal »extended«. Und auch der Nachwuchs kommt in zahlreichen Projekten auf und vor der Bühne zu seinem Recht. Dass sich »Greatest Hits« als die nachhaltige Plattform für aktuelle Musik in Hamburg etabliert hat, zeigt nicht zuletzt die Initiative der NDR-Reihe »das neue werk«, sich an der Seite der Elbphilharmonie Konzerte und Kampnagel ebenfalls beim Festival zu engagieren. Hamburg | Kampnagel | 19. – 22.11.2015 www.kampnagel.de

Köln ACHT BRÜCKEN | Musik für Köln Musik und Glaube ACHT BRÜCKEN | Musik für Köln bringt zeitgenössische Musik nach Köln. Jedes Jahr Anfang Mai erklingt für gut zehn Tage Außergewöhnliches und Ungehörtes. In den besten Konzertsälen der Stadt und an ungewöhnlichen Orten, die ihre Türen exklusiv für das Festival öffnen. Rund 50 Veranstaltungen, vorrangig aus dem Bereich der neuen Musik, aber auch aus dem Jazz, der Weltmusik oder dem Pop, laden zum Erleben ein. Dabei macht das Neue, das Unbekannte, das nicht Vorhersehbare den besonderen Reiz aus. Die Bandbreite der Interpreten bei ACHT BRÜCKEN | Musik für Köln ist groß. Weltweit renommierte Spitzenorchester, avantgardistische Klangkörper und Musiker sowohl aus der Kölner Szene als auch von den entlegensten Orten der Welt formen ein vielschichtiges Programm auf höchstem Niveau. 2016 widmet sich das Festival dem Thema „Musik und Glaube“. Es erklingen u. a. Werke von Leonard Bernstein, Olivier Messiaen, John Adams, Karlheinz Stockhausen, Jonathan Harvey und Galina Ustwolskaja, deren Kompositionen im Fokus des Festivals stehen. Köln | 30.4. – 10.5.2016 | www.achtbruecken.de

Entropy Symphony Prelud © Zefrey Throwell-014

Schwaz (A) ENTROPY SYMPHONY 22.5.2016 – DER LÄNGSTE CHOR DER WELT Nach einem erfolgreichen Auftakt im September 2014 in der Festung Franzensfeste laufen nun die Vorbereitungen für das Großprojekt „Der längste Chor der Welt“ mit 7000 Sängern zwischen Ala im Trentino und Kufstein in Nordtirol. Der amerikanische Künstler Zefrey Throwell hat den vierten Satz seiner ENTROPY SYMPHONY gemeinsam mit dem Osttiroler Komponisten Wolfgang Mitterer weiterentwickelt und zu einem Kanon neu arrangiert. Am 22.5.2016 sollen die Sänger auf einer festgelegten Route zwischen Ala und Kufstein – in einem Abstand von 30 bis 50 Metern – die vorgegebene Melodie weiterreichen. Auf der Festung Franzensfeste verbinden sich so die Klangketten aus Nord und Süd zu einem noch nie dagewesenen natürlichen Crescendo. Tragende Säulen dieses vom Südtiroler Transart-Festival und den Nordtiroler KLANGSPUREN initiierten Projekts sind die drei großen Chorverbände von Trentino, Südtirol und Nordtirol. Das Projekt ist jedoch als ein offenes zu verstehen: spontan sich bildende Sängergruppen sind ebenso willkommen wie Chöre und einzelne Sänger aus ganz Europa. Entropy Symphony – Movement IV soll zu einem grenzüberschreitenden Stimm-Zeichen werden. Schwaz | Klangspuren Schwaz – Festival Zeitgenössischer Musik | 8. – 25.9.2016 www.klangspuren.at

Steen-Andersen_Buenos Aires © Martin Sigmund_SIG0295

Stuttgart ECLAT 2016

Kubrick_Schaltraum © Warner Bros

Frankfurt cresc 2015… – Images of Sound Das viertägige Musikfestival widmet sich dem Doppelthema »Musik und Film« sowie dem 80. Geburtstag des Komponisten Helmut Lachenmann. Die dritte Ausgabe des internationalen Musikfestivals ›cresc … – Biennale für Moderne Musik Frankfurt Rhein Main‹ präsentiert vom 26. bis 29. November 2015 unter dem Motto »Images of Sound« in neun Konzerten, acht Filmkonzerten, einer Performance sowie einem Symposium an verschiedenen Spielorten im Rhein- Main-Gebiet die beiden zeitbasierten Künste »Musik« und »Film« in spannungsreichen Wechselspielen. Das Festival hat mit neuen Partnern in Wiesbaden, Frankfurt, Rüsselsheim und Hanau die Zahl der Kooperationen von sieben auf 13 erhöht. Höhepunkte der diesjährigen Biennale in Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden sind u.a. Stanley Kubricks filmischer Meilenstein ›2001: Odyssee im Weltraum‹ mit dem hr-Sinfonieorchester, das Filmkonzert ›Die Weber‹ mit Musik von Johannes Kalitzke sowie vier Uraufführungen aktueller Film-Musik-Werke junger Komponisten und Filmemacher durch das Ensemble Modern. Vielfältige Film- und szenische Konzerte, Klang- und Videoinstallationen ergänzen das Festival- Programm. Als weiteren Themenschwerpunkt widmet das Festival dem Komponisten Helmut Lachenmann zu seinem 80. Geburtstag mehrere Konzerte. Am zweiten Festivaltag wird neben groß besetzten Schlüsselwerken mit dem hr- Sinfonieorchester und dem Ensemble Modern Orchestra die Uraufführung einer Neufassung von »Air« zu erleben sein. Frankfurt | cresc… Biennale für Moderne Musik Frankfurt Rhein Main | 26. – 29.11.2015 www.cresc-biennale.de

Auch beim ECLAT Festival neue Musik 2016 spielen die Klangkörper des SWR und der Musik der Jahrhunderte wieder eine tragende Rolle. Das SWR Vokalensemble Stuttgart bringt Werke von Michael Pelzel, Ansgar Beste und Beat Furrer zur Uraufführung. Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR wird Werke von Sergej Newski, Klaus Lang sowie Iris ter Schiphorst aus der Taufe heben. Die Neuen Vocalsolisten sind mit der Uraufführung eines neuen Musiktheaters von François Sarhan für sechs Stimmen a cappella präsent. Der französische Komponist, der Cellist, Autor, Enzyklopädist, Filmemacher und Bühnenbildner in Personalunion ist, zeichnet verantwortlich für die Regie und das Bühnenkonzept des Werkes, das er nach der Vorlage von „La Philosophie dans le Boudoir“ aus der Feder des Marquis de Sade entwickelt. Weitere Gäste in ECLAT sind das Stuttgarter Ensemble ascolta und das ALEPH Gitarrenquartett. Aus Oslo kommt das Ensemble Cikada nach Stuttgart. Und mit Dario Calderone wird einer der derzeit besten und experimentierfreudigsten Kontrabassisten zu hören sein. Im Fokus dieser Interpreten stehen Uraufführungen von Lars Petter Hagen, Giorgio Netti, Anna Korsun, Benjamin Scheuer, Dror Feiler, Dietrich Eichmann, Boris Filanovsky sowie Performances und Installationen von Brahim Kerkour, Maximilian Marcoll und Clara Maïda. Stuttgart | 4.-7.2.2016 | www.eclat.org


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Jazz | 59

Otto Dix | Großstadt (Triptychon), Mitteltafel | 1927/28 | Öl und Tempera auf Holz | 181 x 402 cm | Kunstmuseum Stuttgart | Foto: Kunstmuseum Stuttgart / Uwe H. Seyl | © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Paul Colin | Blatt aus der Serie: Le tumulte noir | 1929 | Lithographie | 48 x 32 cm | Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg | Foto: Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg | © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Stuttgart

I GOT RHYTHM.

KUNST UND JAZZ SEIT 1920 10.10.2015 – 6.3.2016 In einem Parcours von den 1920er-Jahren bis heute stellt die große Sonderausstellung »I Got Rhythm. Kunst und Jazz seit 1920« im Kunstmuseum Stuttgart die engen Beziehungen und Wechselwirkungen zwischen Jazz und der bildenden Kunst dar. Präsentiert werden vielfältige künstlerische Auseinandersetzungen mit Jazz, angefangen von Gemälden der klassischen Moderne über Werke der europäischen und amerikanischen Nachkriegsabstraktion bis hin zu Installationen und Videos der Gegenwart. »I Got Rhythm« versammelt Hauptwerke aus internationalen Museen und Sammlungen. Begleitend findet ein abwechslungsreiches Programm statt. Der Jazz aus den USA eroberte in den 1920er- und 1930er-Jahren die Tanzsäle und Ballhäuser, Bars und Cafés, Varietés und Kinos in Europa im Sturm. Die neue Musik war das erste Pop-Phänomen, war Pop vor Pop und begeisterte die Bohème und das wohl situierte Groß-bürgertum genauso wie Jugendliche und Intellektuelle. Jazz und Swing als wilde und virtuose Tanzmusiken waren auch der Beginn von (widerständiger) Jugendkultur wie auch ihrer un-mittelbaren Kommerzialisierung. Nicht zuletzt war diese Musik ein als authentisch wahrgenommenes Zeichen für den Beginn der afroamerikanischen Emanzipation.

ADRESSE Kunstmuseum Stuttgart Kleiner Schlossplatz 1 70173 Stuttgart www.kunstmuseum-stuttgart.de ÖFFNUNGSZEITEN Di bis So 10 – 18 Uhr Fr 10 – 21 Uhr, Mo geschlossen 24., 25. Und 31.12.2015 geschlossen 1.1.2016 12 – 18 Uhr An allen übrigen Feiertagen von 10 – 18 Uhr geöffnet.

Die Ausstellung »I Got Rhythm. Kunst und Jazz seit 1920« zeigt anhand herausragender künstlerischer Arbeiten, dass der Jazz von Beginn an eine bemerkenswerte Rezeption in der Kunstszene Europas hervorgerufen hat. Im Jazz zeigte sich zum ersten Mal die Verbindung zwischen populärer Kultur und Kunst. Größen des JazzZeitalters wie Louis Armstrong und Josephine Baker avancierten in den 1920er- und 1930er-Jahren in Europa zu Weltstars, auf die sich Adolf Loos oder Piet Mondrian ausdrücklich bezogen. Ebenso setzten sich bildende Künstler wie František Kupka, Kees van Dongen, Otto Dix, George Grosz, Henri Matisse und Fernand Léger mit dem Jazz und seinen Protagonisten auseinander. Und auch das Bauhaus stand ganz im Zeichen des Swing. In Amerika selbst war der Jazz Schatztruhe und kultureller Motor, in dessen komplexen Rhythmen sich das moderne Maschinenzeitalter widerspiegelte. In der afroamerikanischen Bewegung der Harlem Renaissance engagierten sich neben Literaten und bildenden Künstlern vor allem Musiker wie Duke Ellington und Billie Holiday, deren Werke neues schwarzes Selbstbewusstsein ausdrückten.

James Rosenquist | Big Bo | 1966 | Öl auf Leinwand | 233,7 x 168,8 cm | Collection Mamac, Nizza / Nice, 989.10.1 | Foto: Muriel Anssens / Ville de Nice | © VG BildKunst, Bonn 2015

EINTRITTSPREISE »I Got Rhythm. Kunst und Jazz seit 1920« inkl. Sammlung: Normalpreis EUR 12 Ermäßigt EUR 8,50 Kinder unter 13 Jahre frei Freien Eintritt in die Ausstellung erhalten Studierende der Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart, der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und der Merz Akademie sowie Mitglieder des Freundeskreises des Kunstmuseum Stuttgart. AUDIOGUIDE kostenfrei in Deutsch, Englisch und leichter Sprache gegen Pfand an der Museumskasse erhältlich

FÜHRUNGEN Öffentliche Führungen Fr 18 Uhr, So 15 Uhr EUR 2,50 | ermäßigt EUR 1,50 zzgl. Eintritt Kuratorenführungen Daniel Milnes | Fr 27.11.2015, 18 Uhr Ulrike Groos | Fr 8.1.2016, 18 Uhr Eva-Marina Froitzheim | So 24.1.2016, 15 Uhr Sven Beckstette | Fr 19.2.2016, 18 Uhr EUR 2,50 | ermäßigt EUR 1,50 zzgl. Eintritt Private Führungen | Gruppen Buchungen unter T: +49 (0)711 / 2 16 196 25 | fuehrung@kunstmuseum-stuttgart.de

KATALOG hrsg. von Ulrike Groos, Sven Beckstette und Markus Müller, Deutsch / English, Prestel Verlag, 288 Seiten / 288 pages, 190 Farbabbildungen / 190 color illustrations ISBN: 978-3-7913-5497-2 Museum: EUR 35 | Buchhandel EUR 49,95 € KONZERTE UND FESTIVALS Zur Ausstellung wurde ein umfangreiches Begleitprogramm zusammengestellt. Das komplette Programm finden Sie unter www.kunstmuseum-stuttgart.de

EINE AUSWAHL Samstag 12.12.2015 | 20 Uhr REINVENTING J.E.B. – EIN JAZZPAPST WIRD REMIXT mit Martin Ruch, Andreas Schaerer, Michael Schiefel In Kooperation mit SWR2 Hörspiel und Jazz entsteht ein Projekt, das sich mit dem »Jazzpapst« Joachim-Ernst Berendt (Berlin 1922 – 2000 Hamburg) beschäftigt. Berendt war Journalist, Konzertveranstalter, Plattenproduzent, Sachbuchautor und Jazz-Redakteur beim Südwestfunk. Sein 1953 erschienenes »Jazzbuch« ist bis heute eines der internationalen Standardwerke. Der Elektroniker Martin Ruch sowie die Vokalisten Andreas Schaerer und Michael Schiefel bearbeiten in einem Live-Konzert Zitate wie Originaltöne von Berendt und montieren daraus eine Audiocollage, in der sich das Jazz-Bild der Zeit widerspiegelt. Der Remix des Konzertes wird anschließend als Hörstück in der Ausstellung zu hören sein. Sonntag 31.1.2016 | 16 Uhr KAMMERKONZERT MIT MITGLIEDERN DES SWR VOKALENSEMBLE Anlässlich der Sonderausstellung »I Got Rythm. Kunst und Jazz seit 1920« beziehen sich die Solisten des SWR Vokalensemble musikalisch auf die gezeigten Werke. Samstag 5.3.2016 & Sonntag 6.3.2016 ABSCHLUSSFESTIVAL Zum Höhepunkt und Abschluss von »I Got Rhythm. Kunst und Jazz seit 1920« findet am letzten Wochenende der Ausstellung ein Festival statt. In der Auswahl der Musikerinnen und Musiker spiegelt sich auch auf der Bühne die Verbindung von Jazz und bildender Kunst genauso wider wie die Auseinandersetzung mit Geschichte und Tradition der Musikrichtung.


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Bremen

jazzahead! Festival 7. – 24.4.2016 Bremen ist auf der Jazz-Landkarte ganz groß - wenn nicht gar die Hauptstadt. Denn hier trifft sich im April alles, was Rang und Namen in der internationalen Szene hat. Doch das jazzahead! Festival bringt nicht nur die internationale Jazzszene nach Bremen, sondern auch Kunst und Kultur aus einem jährlich wechselnden Partnerland. Sicherlich ein Grund, weshalb das Festival kürzlich für den Preis „Europäische Kulturmarke des Jahres“ nominiert wurde. jazzahead!, dieser Name steht nicht nur für den größten Jazzbranchentreff der Welt, sondern auch für ein Festival in Bremen. Der Jazz ist zwar Ausgangspunkt dieses stadtweiten Kulturfestivals, doch wird hier weitaus mehr gezeigt als die internationalen Highlights der Jazzwelt. Vom 7. bis 24. April 2016 rückt die jazzahead! ihr Partnerland, die Schweiz, in den Mittelpunkt und initiiert ein Stadtfest mit Kunst und Kultur unseres Nachbarlandes. In Theater, Filmen, Performances, Lesungen und vielen anderen Formaten nähert sich Bremen dem Thema Schweiz, lädt Künstler ein, zeigt aktuelle Produktionen. Dies geschieht in Kooperation mit zahlreichen Kulturpartnern aus der Stadt, wie z.B. der Kunsthalle Bremen, dem Theater Bremen, der Schwankhalle Bremen, dem Museum Weserburg und anderen renommierten Kulturorten.

Musikalischer Höhepunkt im Konzerthaus Die Glocke Gekrönt wird das Programm der Schweiz am 22. April 2016 mit dem Galakonzert im Konzerthaus Die Glocke. Ein Highlight und Pflichttermin für viele, denn es werden zwei Jazz-Größen aus der Schweiz in einem Doppelkonzert auf der Bühne stehen: Nik Bärtsch’s Ronin macht groovigen Funk, intensiv und pulsierend. Ganz anders gestrickt ist die zweite Band, „Hildegard lernt fliegen“, mit dem phänomenalen Sänger und Beatboxer Andreas Schaerer, der mit seiner sprudelnden Fantasie das Publikum begeistert und dafür auch 2015 mit dem ECHO Jazz belohnt worden ist.

Showcase-Festival präsentiert das Who is Who der aktuellen Jazzwelt „Hildegard lernt fliegen“ ist ein tolles Beispiel für eine Band, die einmal

Nik Bärtsch’s Ronin wird im ersten Teil des jazzahead! Galakonzerts zu sehen sein | © Martin Moell

in einem Showcase (Kurz-Konzert vor Fachpublikum) bei der jazzahead! Messe aufgetreten ist und quasi vom Fleck weg für diverse internationale Festivals engagiert wurde. In 40 Jury-erwählten Showcases werden sich auch bei der kommenden jazzahead! Bands präsentieren, die zu den besten der Welt gehören. Das Format, einst noch Geheimtipp, ist längst zum Publikumsmagneten auch für die Besucher aus Bremen und der Region geworden. In den halbstündigen Konzerten treten die Stars der nationalen Szenen auf, um sich dem breiten Publikum und insbesondere den aus aller Welt angereisten Festivaldirektoren und Programmmachern vorzustellen. Vor allem die Bands aus Übersee bekommt man sonst hierzulande selten zu sehen. Damit findet das jazzahead! Festival seinen Höhepunkt am Messewochenende (21.- 24. April 2016).

jazzahead! clubnight: ungewöhnliche Orte und viel zu entdecken © Nikolai Wolff, fotoetage / MESSE BREMEN

Clubnacht in Bremen: 1 Nacht, 1 Ticket, über 30 Clubs Die jazzahead! clubnight ist die Nacht (23. April 2016), in der der Jazz und seine musikalischen Verwandten in Clubs, Kirchen, auf Schiffen und in viele andere Orte einziehen. Im Ticket ist der Eintritt in alle Spielstätten inkludiert, ebenso wie der Transport im gesamten Nahverkehrsgebiet. Vom späten Nachmittag bis zum Morgengrauen gibt es hier viel zum Entdecken, Reinhören, Mittanzen – und Jazzliebhaber (oder solche, die es werden wollen) kommen voll auf ihre Kosten!

jazzahead! Festival mit dem Rad entdecken Das stadtweite Festival lässt sich, dank organisierter Rad-Touren und Fahrradverleihstation direkt vor den Messehallen, wunderbar erkunden. So lässt sich hautnah erleben, wie die ganze Stadt dieses Festival feiert. Neben den Kulturinsitutionen und Clubs beteiligen sich auch zahlreiche Restaurants und bieten Kulinarisches aus dem Partnerland. Und auch ein literarischer Streifzug durch die Schweiz ist in Bremen möglich, denn viele Buchhandlungen bieten eine große Auswahl an thematisch passender Literatur.

Insgesamt kann der Besucher aus einem Angebot von über 110 Konzerten wählen, ein großes Festival, das die gesamte Stadt einbindet und an jeder Ecke spürbar ist.

INFORMATIONEN, TICKETS & KONTAKT jazzahead! MESSE BREMEN WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH Findorffstraße101 D-28215 Bremen www.jazzahead.de info@jazzahead.de Tel.: +49 (0)421 3505-529 TERMIN 7.-24. April 2016 jazzahead! Festival links: Bei der jazzahead! treten derzeit angesagte Jazzbands auf. © Jens Schlenker

jazzahead! Festival: über 110 Konzerte und beste Stimmung in Bremen © Jens Schlenker

Touristische Angebote Bed & Jazzfest – Festivalwochenende in Bremen (2-Tages-Pauschale ab 109,-€ pro Erwachsener im DZ) Buchbar über die BTZ Bremer Touristik-Zentrale unter +49 (0)421 3080010 oder www.bremen-tourismus.de/

jazzahead! clubnight am 23. April 2016: 1 Ticket - 1 Nacht – über 30 Clubs © Nikolai Wolff, fotoetage / MESSE BREMEN

Weitere Information zu Hotelangeboten und der Anreise unter www.jazzahead.de/hotel-anreise/


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Jazz | 61

Kirk Whalum

Augsburg / Mallorca

Musik schreibt gute Geschichten… Europas einzige Smooth Jazz Festivals Kennen Sie etwa die von „Kirk Whalums Hut“? Unter diesem Titel kennen die Festivalgäste die Geschichte vom ersten Treffen zwischen dem Festivalgründer und Impresario Christian Bößner mit dem legendären Musiker Kirk Whalum: Im Januar 2012 war Bößner zu Gast auf einer SmoothJazz-Kreuzfahrt in die Karibik. Mit an Bord waren neben David Sanborn, Marcus Miller und Joe Sample noch 17 weitere Künstler, darunter der Grammy-Gewinner, SaxophonVirtuose und Hutfan Kirk Whalum. Nicht zu vergessen der Gitarrist Peter White. Letzteren traf Bößner am ersten Abend im Restaurant. Peter fragte ihn auf einmal: „Do you know Kirk Whalum?“ Er bejahte. „Do you want to meet him?“ Er bejahte erneut und folgte Peter in das hinterste Eck des Restaurants. Dort saßen Kirk und sein Frau Ruby und Peter stellte Bößner vor. Kirk stand lächelnd auf, schüttelte ihm die Hand und sagte: „You‘re the guy, who is doing these festivals in Europe? I want this back, when I come to play your festival!“ Sagte es, nahm seinen Hut ab und setzte ihn Bößner auf den Kopf. Dort saß er neun Monate später wieder, als Bößner auf der Bühne des Parktheaters in Augsburg stand und Kirk stolz erstmals auf seinem Festival ankündigte. An diesem Abend bewies Kirk Whalum auch, dass es eine Kunst ist, gute Geschichten erzählen zu können: Zum Ende des Konzerts hielt er inne. Der Saal war still, das Publikum lauschte, er begann zu erzählen. Davon, wie er Whitney Houston kennengelernt hatte, wie er sieben Jahre mit ihr zusammen arbeitete und wie er erstmals das Solo für „I will always love you“ einstudierte. Der Song, der kurz darauf zum Welthit wurde. Der Song, den er auf ihrer Beerdigung das letzte Mal für sie spielte. In diesem Moment setzte er sein Saxophon an und: Gänsehaut! Dieser Moment lebt in ErGäste aus über 20 Ländern

zählungen vieler Gäste weiter – eine gute Geschichte eben. Übrigens, Kirks Hut sitzt nach wie vor auf Bößners Kopf. ;-) Doch wie nahm eigentlich die Geschichte der Smooth Jazz Festivals in Europa ihren Lauf? Begonnen hat alles Ende August 2008 mit einer zweitägigen Veranstaltung im Festspielhaus Bregenz. Mit dabei waren Candy Dulfer, DePhazz, Gabin sowie die Smooth Jazzer Chieli Minucci, Marion Meadows, Alex Bugnon und Peter White. Allesamt WeltklasseKünstler, es gab nur einen Haken: Das Ganze war ein finanzielles Desaster. Mit dem Bewusstsein, „Geld im Wert eines Luxus-PKW“ im Bodensee versenkt zu haben, saß Bößner Backstage und war am Boden zerstört. Er war 27 Jahre alt, Student und von einem Tag auf den anderen mehr als Pleite – und er hatte definitiv keinen Spaß an seiner eigenen Veranstaltung. Er wagte sich erst am zweiten Tag mit einer gewissen „jetzt ist eh schon alles egal“-Einstellung unbemerkt in den Publikumsraum, sah das erste Smooth-Jazz-Konzert seines Lebens und konnte seinen Augen kaum trauen: Die Stimmung war bombastisch. Die Leute tanzten begeistert und er sah nur strahlende Gesichter. Es war das Konzert von Peter White. Als Nicht-Musiker war Bößner bis dato nie wirklich bewusst, was Musik eigentlich bedeutet. Für diesen Bereich war damals sein Partner zuständig, er hatte sein Organisations-„Talent“ beigesteuert. Doch in dem Moment wurde ihm klar: Musik macht Menschen glücklich und vereint sie. Und er wusste: Das kann ich nicht aufgeben. Es hat sich gelohnt und Christian Bößner blickt nicht ohne Stolz zurück. Heute finden jährlich zwei große Festivals statt. Eines auf Mallorca und eines in seiner Heimatstadt Augsburg. Im August dieses Jahres wurde ein weiteres Festival am Parktheater im Kurhaus Göggingen, Augsburg

Ufer des Lago Maggiore initiiert. Bei jedem Festival kann er Gäste aus über 20 Ländern weltweit begrüßen – der Schritt vom reinen Konzertveranstalter zum Musikreiseveranstalter wurde vollzogen. Eine Frage steht aber stets im Raum: Ist Smooth Jazz nun Jazz oder nicht? Es ist in jedem Fall nicht „kein Jazz“, wie manch klassischer Jazz-Fan beklagt. Es ist aber auch nicht „Jazz“, wie manch klassischer Nicht-Jazz-Fans fürchtet. Laut Wikipedia ist Smooth Jazz aus Fusion Jazz entstanden, wird von vielen Stilrichtungen beeinflusst und vom Groove getragen. Auf den Smooth Jazz Festivals hört man immer von allem etwas und Bößner nennnt sie deshalb auch: eine große Soul-, Funk- & Jazz-Party, die nebenbei noch gute Geschichten schreibt und Freundschaften schließt. Mit Grooven und ausprobieren? Die nächsten Termine stehen schon…

SMOOTH JAZZ FESTIVAL AUGSBURG 2015 29.12. – 1.1.2016 | Parktheater im Kurhaus Göggingen, Augsburg mit Jeff Lorber, Peter White, Everette Harp, Nick Colionne, Michael Lington, Jackiem Joyner, Michael Manson & Selina Albright www.augsburg.smoothjazzfestival.de

MALLORCA SMOOTH JAZZ FESTIVAL 2016 28.4. – 1.5.2016 | 5-Sterne Protur Biomar Gran Hotel & Spa in Sa Coma, Mallorca Alle Details werden in Kürze veröffentlicht. www.mallorca.smoothjazzfestival.de Fotos: © Fotostudio Xanderhof, Christian Nordström & Protur Hotels Protur Biomar Gran Hotel & Spa, Mallorca


62 | Jazz

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Bezau (A)

BEZAU BEATZ 11. - 13.8.2016 | www.bezaubeatz.at Eine Kombination aus dörflicher Kulisse und urbaner, weltoffener Musik bietet Bezau Beatz, das Festival der Bregenzerwald-Gemeinde Bezau. Moderne Holzbauarchitektur – kürzlich auch im Museum of Modern Art in New York präsentiert – bäuerliche Betriebe, intakte Umwelt und eine grandiose Landschaft sind im Bregenzerwald zu finden. Es ist diese besondere Mischung aus Tradition und Moderne, die den idealen Nährboden für kulturelle Initiativen und erlesene Festivals im ländlichen Raum bildet. Eines davon ist Bezau Beatz, bei dem ein Wochenende lang im Sommer das Publikum mit Musik aus aller Welt überrascht wird. Und zwar mit Jazz, Singer/Songwriter, World- und Pop-Musik jenseits des Mainstreams.

Wie und wann ist die Idee zu Bezau Beatz entstanden? Bezau Beatz gibt es seit 8 Jahren. Ursprünglich als Konzertreihe am Bezauer Dorfplatz entstanden und im Juli und August jeweils Dienstag Abends stattfindend, haben sich die Beatz seit 2014 in die Remise des Wälderbähnles bewegt, und zwar als komprimiertes Musikfestival am 2. Augustwochenende. Auf die Einladung des Bürgermeisters, am neu gestalteten Dorfplatz solle auch kulturell-musikalisch was los sein, kam die Idee zu den Bezau Beatz. 2 Wochen später -  im Mai 2007 (!) war mein Konzept fertig und im Juli legten wir mit dem ersten Konzert los (mit Philipp Fankhauser).  Der musikalische Ansatz war damals schon sehr vielfältig: von Singer/Songwritern bis zu wildem, aktuellem Jazz. Mittlerweile heisst es in diversen Feuilletons renommierter Zeitungen, dass Bezau locker mit Berlin oder New York mithalten kann, wenn es um improvisierte Musik geht … Am Dorfplatz hat sogar die Kirchturmglocke mitgespielt und der Brunnen schön dazu geplätschert, aber jetzt sind wir einfach wetterunabhängig, und auch atmosphärisch war es definitiv kein Rückschritt, in die Remise zu wechseln. Was zeichnet Ihr Festival aus und macht es einzigartig? Es liegt an 3 Dingen: erstens ist es der besondere Mix - es ist ein Musikfestival, und kein Jazz- oder Rock- oder Klassik-Festival. Es ist so konzipiert, wie ich auch gerne Musik höre -  ich liebe die Abwechslung. Ich esse zwar gerne ein feines Wiener Schnitzel, aber nicht täglich … und so halte ich es auch mit der Musik. Bei mir am Player wechseln sich Keith Richards mit Ornette Coleman, Ray LaMontagne oder D’Angelo ab. Ich halte Ausschau nach authentischen Künstlern, die es verstehen, ein Publikum nicht nur zu „berieseln“, sondern zu packen, am liebsten mit Haut und Haaren, Herz, Hirn und dem Bauch.  Zweitens sind das Gelände des Bahnhofs und die Möglichkeiten dort

einzigartig. Die Lok Remise mit den 2 schönen Dampflokomotiven aus dem vorigen Jahrhundert hat so eine fantastische Atmosphäre und funktioniert durch die großen Garagentore quasi auch als Semi-Openair Spielstätte. Und es hat einfach diese unglaublich präsente Stimmung, die es nur an Bahnhöfen gibt: dieses Zusammentreffen von Vergangenheit und Gegenwart, das hat für mich einen besonderen Reiz. Man ist einfach da, im hier und jetzt. Die DJ Fahrt mit dem Wälderbähnle am Freitagabend ist spätestens seit diesem Jahr Kult, und mit der Elfenküche haben wir auch einen besonderen Partner für zeitgemäßes und anregendes Catering gefunden. Und drittens ist der Bregenzerwald eine fantastische Region für Naturund Kultur-Liebhaber. Die ganzen Wander- und Sportmöglichkeiten, die tollen Hotels und Unterkünfte, die attraktive Architektur - überhaupt die hervorragende Infrastruktur und wunderschöne Landschaft hier ist einzigartig. Sie sind ein weit reisender und weit gereister Jazzmusiker, kennen die Welt, spielen auf Festivals in der ganzen Welt. Warum ein Festival in der Heimat, an den Ort, wo man sich als muskalischer Globetrotter  in der Regel zurückzieht und zur Ruhe kommt?  Nun ja, die ganze Welt kenne ich leider noch nicht - aber deswegen freut es mich so, wenn Musiker hier sind wie z.b.  Bombino aus Agadez. Und eine Band aus New York oder London lässt uns einfach erahnen, was an diesen Plätzen so los ist, was anliegt … woher nährt sich die Kunst dieser Musiker, was inspiriert diese Leute. Den Sound der Metropolen in dem ländlichen Idyll zu erleben, finde ich sehr besonders. Und es geht mir auch darum, Bewusstsein zu schaffen. Bewusstsein für das Draußen, aber auch das Hier. Interessant ist auch, wenn z.B. Gäste aus Berlin auf Sound aus Berlin treffen - in ihrer eigenen Stadt haben die Leute oft keine Zeit dafür, hier sind sie  aufnahmefähig und in der richtigen Stimmung. Und wenn ich dann über das Festival z.B. eine

Band wie AMOK AMOR zusammen bringen kann, in der die Berliner Avantgarde auf den Übertrompeter Peter Evans trifft, und sich darum dann die internationale Szene reißt, dann erfüllt mich das mit großer Freude. Weltklasse made in Bezau - das sind doch die positiven Effekte der Globalisierung! 2015 haben Sie das Festival unter dem Titel »Musik für Menschen mit einer offenen Geisteshaltung« präsentiert. Was muss man sich darunter vorstellen und ist das das Leitmotiv des Festivals? Darunter verstehe ich Menschen, die neugierig sind, sich auch mit etwas auseinandersetzen können, das nicht nach Mainstream klingt, das sie so vielleicht noch nicht kennen oder gehört haben .... die offen sind für die Berührung von unterschiedlichen musikalischen Genres, ohne gleich zu ver- oder beurteilen. Man muss nicht immer alles technisch verstehen. Die meiste Musik, die heute im Radio oder Fernsehen aber auch in den neuen Medien läuft, ist auf Gehörfälligkeit getrimmt. Egal welches Alle Fotos Lukas Hämmerle | www.lukashaemmerle.com

Kai Geiger traf Alfred Vogel, Festivalgründer und Motor von Bezau Beatz.


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Jazz | 63

JAZZTIPPS Hamburg ELBJAZZ Festival Rund 50 Konzerte im Hamburger Hafen, außergewöhnliche Schauplätze vom Stückgutfrachter bis zum Werftgelände, gewaltige Kräne, große Docks und Barkassenfahrten von Bühne zu Bühne. Diese Idee der beiden ELBJAZZ-Gründerinnen Atmo 2015 © by. www.schwalfenberg.eu Tina Heine und Nina Sauer charakterisierte der Konzertveranstalter Karsten Jahnke im Interview mit Kultur-Port.de als „eine herrliche Mischung aus Naivität, Professionalität und Leidenschaft.“ 2010 aus der Taufe gehoben, erobert das internationale Festival am jeweils letzten Maiwochenende neue Räume für alle Spielarten des Jazz: ob klassisch, sperrig, tanzbar, beschwingt, überraschend, berührend oder groovig. Das Konzept der ungewöhnlichen Spielorte im Hamburger Hafen ist gleichermaßen einzigartig, brillant, vielleicht größenwahnsinnig – aber offensichtlich den Nerv des Publikums treffend. Der Begriff „Jazz“ wird an der Elbe mit viel Know-how bewusst ausgeweitet – und spricht nicht nur eingeschworene Jazzliebhaber an, sondern begeistert auch junge Musikfans. Hamburg | 26.-27.5.206 | www.elbjazz.de

Seit 1966 bewegt sich Donostia/ San Sebastián in der zweiten Julihälfte zum Rhythmus des besten Jazz. Musikgrößen wie James Brown, Liza Minelli, Bobby McFerrin, Diana Krall, Cassandra Wilson oder B.B. King geben sich beim Internationalen Jazzfestival – Heineken Jazzaldia die Ehre. Sie nehmen Strände, Theater, Plätze und Konzertsäle ein, um beim Publikum des international bekannten Festivals für Vibrationen zu sorgen. 2016 ist Donostia | San Sebastian Kulturhauptstadt Europas. Der europäische Hauptstadtstatus gibt der Stadt einen zusätzlichen Impuls für ihr kulturelles Leben mit einem in- Foto © San Sebastián Turismo & novativen Programm, das die Förde- Convention Bureau rung des Zusammenlebens zum Ziel hat und sie 2016 mehr und besser mit Europa verknüpfen will. San Sebastián wird, wo immer möglich, mehr Kultur besitzen. Donostia | San Sebastian | Juli 2016 | heinekenjazzaldia.com

Stuttgart Internationale Theaterhaus Jazztage

Die 34. Ausgabe des Cully Jazz Festival findet vom 8. bis 16. April 2016 statt. Mit seinen 9 Tagen Musik, ungefähr 35 kostenpflichtigen Konzerten, sowie 80 kostenlosen Konzerten ist das Festival Cully Jazz ein unausweichlicher Treffpunkt für Liebhaber des Jazz in warmherziger Atmosphäre. Im Jahr 2015 sind es nicht weniger als 65‘000 Personen, die die Gassen, Oxmo Puccino Trio Keller und Seepromenaden von Cul© Rod Maurice ly überfluten. Das Cully Jazz Festival bleibt seit über dreißig Jahren den Werten treu, die seinen Erfolg ausmachen: die Qualität der Musik-Programmierung, der Einsatz freiwilliger Helfer und das gewonnene Publikum und dies Dank seiner wunderschönen natürlichen Umgebung und seinem warmen Empfang. Cully | 8. – 16.4.2016 | www.cullyjazz.ch

Die Internationalen Theaterhaus Jazztage stellen jedes Jahr an Ostern regionale Stars und Newcomer sowie international bedeutende Musiker vor. Dabei vereint das Festival die Tradition des modernen Jazz mit aktuellen Entwicklungen. Es fand 1986 erstmals statt. Stuttgart | 24. – 28.3.2016 | www.theaterhaus.de

Saalfelden (A) 3 Tage Jazz Jazzfestival Saalfelden Programm ich höre - mir wird das meistens nach 5 Minuten schon zu fad. Es sind immer Formate oder Schubladen, für die ein Sender oder ein Streaming Dienst steht. Schubladisierung ist doch das Prinzip der digitalen Intelligenz, von Big Data. Es braucht den menschlichen Verstand und die Bereitschaft, diese Algorithmen zu brechen. Da finde ich auch, liegt die größte Inspiration drin: wo sich Muster brechen. Unlängst hat mal ein Zuhörer mir die Hand geschüttelt und gemeint: „Ich hab zwar keine Ahnung von Jazz, aber das war so erfrischend für mich, wie schon lange nichts mehr“ - So eine Meldung freut mich dann besonders, und wenn es ein Leitmotiv geben soll dann dieses: Der Bezau Beatz Gast soll für seine Offenheit positiv überrascht werden. In 2016 findet das Festival vom 11. – 13. August statt? Ein kleiner Ausblick auf das was den Besucher erwartet? Wir werden am Donnerstag locker mit 2 Bands loslegen. Am Freitagmorgen möchte ich jedenfalls wieder ein Solo Konzert im Schönenbacher Vorsäß veranstalten und auch der Abend mit der DJ Fahrt vor den Konzerten hat sich bereits bestens bewährt. Am Samstagmittag die JäzzSpätzle Veranstaltung im Panorama-Restaurant auf 1650m Höhe soll auch nicht fehlen. Der Samstag ist abends dann auch musikalisch sehr vielfältig mit vermutlich wieder 3 Acts. Aber wir entwickeln sicherlich auch noch ein paar neue Ideen und Ansätze. Ich glaube es ist wichtig, das Ding in Bewegung zu halten. Der Gast soll zwischen den Konzerten auch genug Zeit haben, die Gegend zu erkunden. Welches Herz schlägt am stärksten in der Brust von Alfred Vogel? Die des Jazzmusikers, des Jazz Produzenten oder des Jazzfestivalmachers? Ich mache da eigentlich keinen Unterschied, denn ich habe ja nur ein Herz. Ich liebe das Schlagzeugspielen. Alles in meinem Leben hat sich daraus ergeben. ALFRED VOGEL 1972 in Bregenz geboren, erster Kontakt mit Sticks und Fellen Oktober 1981. Wirtschaftspädagogik Studium in Innsbruck, Mag. Rer. Soc. Oec. 1999. Verschiedene Jazz-Workshops bei Alex Deutsch, Billy Hart, Wolfgang Muthspiel, New York Aufenthalt 1999, Unterricht bei Billy Ward, Memo Ascevedo, Bobby Sanabria. Als Schlagzeuger und Percussionist in zahlreichen Pop/Rock/Jazz- Formationen seit über 15 Jahren tätig: Internationale Tourneen & Konzerte mit den Glorreichen Sieben, Intensivstation, Hang em high, The Kilimandscharo Dub & Riddim Society, CeCe Rogers Nuphunk, Hendrix Ackle, Peter Madsen´s CIA, Peter Madsen Trio, Souldepartment, Rene Mosele´s Ramblin u.v.a. Seit 2004 eigenes Label Boomslangrecords im Vertrieb von Brokensilence & Cargo; als Produzent und Schlagzeuger tätig in der „Tonschmiede“ Bezau Künstle-

rischer Leiter und Organisation der Konzertreihe „Bezau Beatz, Adventsvierklang“ im Hotel Post Bezau und „Jazz&“ am Spielboden Dornbirn. BEZAU BEATZ 2016 vom 11. – 13.8.2016 www.bezaubeatz.at www.facebook.com/bezaubeatz ADVENTSVIERKLANG IM HOTEL POST BEZAU 11. – 13.12.2015 Lucien Dubuis, Barry Guy & Maya Homburger, Shirley Grimes u.v.a www.hotelpostbezau.com BOOMSLANG RECORDS www.traps.at aktuelle Veröffentlichungen: AMOK AMOR, RENE MOSELE´s RAMBLIN, HEAVY METAL RABBIT

Donostia | San Sebastian (E) Heineken jazzaldia – Internationales Jazzfestival

3 Tage Jazz – unter diesem Namen fand 1978 das erste Jazzfestival Saalfelden statt. Ein kleines Festival mit zwölf Konzerten an drei Tagen, woraus sich bis heute ein Festival mit 31 Konzerten an vier Tagen entwickelt hat. Ab nächstem Jahr wird es nun auch im Winter ein Jazzfestival geben, welches in Anlehnung an die Wurzeln des Jazzfestival Saalfelden denselben Namen tragen wird: „3 Tage Jazz“. Das Festival wird an zwei Veranstaltungsorten abgehalten, in Saalfelden und in Leogang. Die Orte werden mittels kostenloser Shuttles miteinander verbunden. Saalfelden | 22. - 24 1.2016 | www.jazzsaalfelden.com

Liege | Lüttich (B) Jazz a Liege Internationales Jazz-Festival in Lüttich Jazz-Festival Lüttich - auch 2016 geben sich belgische und internationale Jazzgrößen und Newcomer bei dem internationalen Jazzfestival in Lüttich die Ehre. Gejazzt wird wieder im Mai. Jazz vom Feinsten: Stars und Neuentdeckungen, begnadete Solisten und große Vokalisten - das Aufgebot beherrscht die unterschiedlichen Stilrichtungen und Spielarten des Jazz und so steht das Festival ganz im ZeiBrad Mehldau © Jazz a Liege chen der Vielfalt. Liege | Lüttich | Mai 2016 | www.jazzaliege.be

Kopenhagen | Dänemark (DK) Winter Jazz Das landesweite Musikfest Winter Jazz, das 2016 zum 16. Mal stattfindet, wird im Vergleich zu den Vorjahren in 2016 um eine Woche verlängert und findet vom 5. – 28. Februar statt. Durch die Verlängerung konnten viele zusätzliche internationale Topkünstler für einen Auftritt im Rahmen des Festivals gewonnen werden. Das Ziel von Winter Jazz ist, dass im ganzen Land, in etablierten Konzerthallen wie an ungewöhnlichen Orten Jazzkonzerte stattfinden und viele neue Zuhörer für den Jazz gewonnen werden Dänemark | ganzes Land | 5. – 28.2.2016 | www.jazz.dk

Cully (CH) Cully Jazz Festival

London EFG London Jazz Festival Die EFG London Jazz Festival ist das größte Festival der Hauptstadt, das ein Großteil aller Stadtteile bespielt und es gehört zu den wichtigsten Musikereignissen des Landes. Das Festival präsentiert eine berauschende Mischung aus Weltklasse-Künstlern und aufstrebenden Stars, mit dem Ziel bei einem stetig wachsenden Publikum den Jazz zugänglich zu machen und eine Leidenschaft zu wecken. 2.000+ Künstler. 300+ Gigs. 50+ Möglichkeiten. 23 Jahre und 1 Stadt stehen auf dem Programm. Ein umfangreiches Programm für den besten und frischesten Musikstil in der Stadt London umfasst Konzerte, Clubveranstaltungen, Vorträge und ein attraktives Angebot an Workshops und open stage. Das EFB London Jazz Festival spiegelt den Reichtum und die Vielfalt des hetigen Jazz-Universums wieder. London | 13. – 22.11.2015 | www.efglondonjazzfestival.org.uk

Allensbach 18. JAZZ am SEE Im Januar startet Allensbach in das 18. JAZZ am SEE Programm, fulminant mit einem Solokonzert des einzigartigen Saxofonisten BRANFORD MARSALIS. Er kommt mit seinem Programm, für das er jüngst mit dem ECHO-Jazzpreis ausgezeichnet wurde, „In My Solitude“ am 14. Januar 2016 in die Allensbacher Gnadenkirche. Es folgt am 20. Februar Tord Gustavsen feat. Simin Tander. Der norwegische Pianist Tord Gustavsen und sein langjähriger Weggefährte Jarle Vespestad am Schlagzeug treffen auf die deutschafghanische Künstlerin Simin Tander. Die in Köln lebende Sängerin, die einen Pop-Plattenvertrag ablehnt, weil er zu viel Kommerz und zu wenig Seele bedeutete, stattdessen Jazzgesang studierte und heute zu Recht als aufgehender Stern am europäischen Jazzund Weltmusikhimmel gilt. www.allensbach.de Branford Marsalis © Palma Kolansky


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