Page 1

GRET

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Shopping

#4 arttourist.com gazette Winter 2013/2014


Sparpreis Kultur: per Bahn zur Kunst – besonders günstig!

Ab allen Bahnhöfen in Deutschland zur Ausstellung. ❚ Pro Person ab 39 Euro (2. Kl.), ab 59 Euro (1. Kl.), im ICE, EC oder IC, Zugbindung ❚ Zu den Topausstellungen z. B. in Frankfurt, Mannheim und Stuttgart ❚ Hin und zurück innerhalb von 3 Tagen ❚ Erhältlich in allen DB Reisezentren und DB Agenturen, solange der Vorrat reicht ❚ Mehr Infos unter www.bahn.de/kultur

Die Bahn macht mobil. PINA_286x436_4c.indd 1

19.07.13 14:41


GRET | arttourist.com 2|2013

Editorial  |  3

Editorial



Liebe Leserin, lieber Leser, Kunden und Freunde der arttourist.com

Portrait Garance Hurfin, © Helmuth Scham, www.schampus.com

Portrait Margarete Paluka, © Siegfried Prölß

Garance Hurfin

Gret Palucca

Elevin am Semperoper Ballett in Dresden, geboren in Frankreich. Ausbildung Elevenprogramm Palucca Hochschule für Tanz Dresden, Semperoper Ballett Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris, Frankreich

geboren am 8.1.1902 als Margarete Paluka, war eine deutsche Tänzerin und Tanzpädagogin. Noch jung will Palucca nicht nur auf der Bühne stehen und tanzen. Sie ist eine rebellische Frau, will die Energie ihrer Zeit weitergeben. So gründet sie 1925 – erst 23jahrig – ihre eigene Schule in Dresden, wo sie bis kurz vor Ihrem Tod am 22.3.1993 wirkte.

GRET 

GRET 

Garance Hurfin

Gret Palucca

Sie haben gerade GRET aufgeschlagen, die eigentlich PINA heißen sollte. PINA mit der Assoziation PINA Bausch, die von mir sehr bewunderte Tänzerin und langjährige Leiterin des von ihr gegründeten Tanztheaters Wuppertal, das in dieser Saison sein 40jähriges Bestehen feiert. Uns wurde von der Pina Bausch Stiftung die einmalige Nutzung für unser arttourist.com nicht genehmigt. Auf dem Namen Pina ist ein nationaler und internationaler Markenschutz. Diesen zu wahren und zu schützen akzeptieren wir selbstverständlich. Über die Jahre wird es zunehmend komplizierter und schwieriger, Inhalte, Ideen und schreiberische und gestalteKai Geiger rische Visionen aus dem Bauch heraus zu realisieren, wenn man nicht davor alle Rechte nach allen Seiten abgeklärt hat. Oft verliert man sich auf diesem Weg, hinterfragt und überwirft. So bleibt manches bei mir, was ich sonst mit Ihnen teilen würde. Ein anderer Name war schnell gefunden. GRET, Gret Palucca, Tänzerin, Mary Wigman Schülerin, Tanzpädagogin und Gründerin der Palucca Hochschule für Tanz in Dresden mit den Studienschwerpunkten Tanz, Choreographie und Tanzpädagogik. GRET steht in einem direkten Kontext mit >>unserer<< Pina und jetzt GRET, der jungen französischen Tänzerin Garance Hurfin, Mitglied des Eleven Programms des Semper Oper Balletts und der Palucca Hochschule und dem Tanzstadt Dresden Portrait, mit dem unser Tanz & Ballettschwerpunkt in dieser Ausgabe beginnt. Ein großer Dank geht an Garance Hurfin, das Team der Semperoper und an den Fotografen Helmuth Scham, der erneut fantastische Bilder gemacht hat, die Sie in dieser Ausgabe bestaunen dürfen. Das Gesamterlebnis Kultur wird nach PABLO und FRIDA (Kunst), THOMAS (Literatur) nun mit GRET (Tanz & Ballett) weiter gezeichnet. Ballett, Tanz hat mich persönlich schon sehr früh infiziert und ist sehr weit vorne in meinem persönlichen Gesamterlebniskulturgebilde. Die Möglichkeit wortlos Geschichten mit der Kraft und dem Ausdruck des Körpers zu erzählen fasziniert mich. Und dies im klassischen Ballett, wie im modernen Tanztheater gleichermaßen. Geprägt haben mich in dieser Leidenschaft das Stuttgarter Ballett unter Leitung von Márcia Haydée, das Hamburger Ballett John Neumeier, der wunderbare Rui Horta und sein Ensemble S.O.A.P. im Mousonturm Frankfurt in den 90er Jahren und Johann Kresnik mit seinen bewegenden, aufrüttelnden und kontroversen Tanzstücken. An diesem Gesamterlebnis schreiben wir weiter mit KURT im Frühjahr 2014 und im Anschluss mit BILLIE, auf die Sie gespannt sein dürfen. Begleiten Sie uns in dieser Geschichte und unterstützen Sie uns mit einem Abonnement (Coupon auf Seite 63 oder online unter www.arttourist.com), reden Sie über uns und reichen Sie uns weiter. Wir brauchen Sie, wenn wir Ihnen gefallen. Kommen Sie mit! Ich freue mich auf Sie! Mit herzlichen Grüßen

Kai Geiger ART CITIES IN EUROPE GmbH geiger@artcities.com

The Making of GRET 

KURT

#1 arttourist.com gazette Gratisexemplar

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Shopping

Jetzt en! r e i n n o b a

eite 63 Coupon S e oder onlin urist.com o t t r .a w w w

Impressum: ART CITIES IN EUROPE GmbH | Titel: GRET, Garance Hurfin von Helmuth Scham www.schampus.com | Produktion: FUCHS Druck + Medien GmbH, Rankstrasse

Danke:

9, 8280 Kreuzlingen, www.superfuchs.ch | Druck: Druckhaus Waiblingen www.dhw.de | DRUCKHAUS WAIBLINGEN

Redaktion: ART CITIES IN EUROPE GmbH, Glärnischstraße 7, D-78464 Konstanz, Tel. (+49) 07531 9073-0, Fax (+49) 07531 9073-5, www.arttourist.com, info@arttourist.com


4  |  Aachen

GRET | arttourist.com 2|2013

„Karl der Große. Macht Kunst Schätze“ Karl der Große starb am 28. Januar 814 in Aachen. 1200 Jahre danach präsentiert die Stadt eine hochkarätige Ausstellung zum legendären Frankenkaiser: Unter dem Titel „Karl der Große. Macht Kunst Schätze“ werden im Rahmen des Karlsjahrs 2014 vom 20. Juni bis zum 21. September an drei verschiedenen Stationen im Bereich der ehemaligen Kaiserpfalz Meisterwerke gezeigt, die sich der Kultur, dem Wirken und dem höfischen Leben Karls des Großen widmen. Neben eigenen Sammlungsbeständen wer© Projekt2508 / Stadt Aachen den zahlreiche bedeutende Leihgaben aus internationalen Museen und Privatsammlungen die Ausstellung bereichern. www.karldergrosse2014.de

Heiligtumsfahrt 2014 Im nächsten Jahr findet zudem vom 20. bis zum 29. Juni in Aachen die Heiligtumsfahrt statt, bei der Pilgern aus aller Welt die Reliquien aus dem Aachener Dom gezeigt werden. Der Geschichte nach erhielt Karl der Große die Reliquien um das Jahr 800 n.Chr. als Geschenk aus Jerusalem. Seit 1349 werden die Reliquien alle sieben Jahre den Gläubigen aus dem europäischen Raum und aus aller Welt gezeigt und für den Zeitraum von zehn Tagen aus dem goldenen Marienschrein im Aachener Dom entnommen. © A. Herrmann / ats www.heiligtumsfahrt2014.de

Dom bei Abenddämmerung © Bernd Schröder / ats

Aachen Kunst und Kultur in der   westlichsten Großstadt Deutschlands Stadt der Pferde, bekannt durch Karl den Großen, berühmt für ihre Printen – Aachen hat viele Facetten. Im Dreiländereck Deutschland-Belgien-Niederlande, am Fuße der waldreichen Eifel und der niederländischen Region Limburg gelegen, ist die Kaiserstadt ein beliebtes Reiseziel für Kulturliebhaber, Naturfreunde und Genießer. Zahlreiche Baudenkmäler geben heute Zeugnis von rund 2000 Jahren Stadtgeschichte - allen voran der Aachener Dom, der 1978 als erstes deutsches Baudenkmal in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Bewundert und gefürchtet zugleich, unterwirft Karl der Große im frühen Mittelalter fast ganz Westeuropa und versammelt an seinem Hof die wichtigsten Gelehrten seiner Zeit. Mit dem Bau der imposanten Pfalzanlage realisiert er seinen Traum eines „neuen Roms“ in Aachen. Mittelpunkt ist die Marienkirche, deren Höhe von über 31 Metern seit der Römerzeit im Norden einmalig ist und bis zur Hochromanik unübertroffen bleibt. Seine heutige Gestalt erhielt der Dom im Verlauf einer mehr als 1000-jährigen Geschichte. Unweit des Münsters befindet sich das gotische Rathaus, dessen figurengeschmückte Fassade an die in Aachen vollzogenen Königskrönungen erinnert. Im Inneren des Rathauses können unter anderem der Krönungsfestsaal sowie Replikate der Reichsinsignien besichtigt werden.

Kräuter-Printe, mit Nüssen oder Mandeln belegt, mit Schokolade oder Zuckerguss überzogen: Für jeden Geschmack gibt es die richtige Sorte.

Genuss auf ganzer Linie

Internationales Zeitungsmuseum © Peter Hinschläger

Aber nicht nur Dom und Rathaus sind einen Besuch wert: Aachens historische Altstadt ist eine eigene Sehenswürdigkeit. Malerische Gassen und historische Plätze laden zum Bummeln, Einkaufen und Verweilen ein. In kleinen, originellen Geschäften lässt sich neben aktueller Mode auch Kurioses, Handwerkliches und natürlich Kulinarisches entdecken. Genuss wird in Aachen groß geschrieben, am liebsten rund um das berühmteste Backwerk der Stadt: der Printe. In den Aachener Cafés und Bäckereien hat der Printenkäufer die Qual der Wahl. Ob schlichte

Kunst von Mittelalter bis Moderne Auch das Kunstangebot ist einmalig, schließlich ist Aachen die Heimat einer der größten Kunstsammlungen der Welt: der Ludwig-Stiftung. So widmet sich das Suermondt-Ludwig-Museum vorrangig der mittelalterlichen Skulptur und der Malerei des 17. Jahrhunderts, während im Ludwig Forum für Internationale Kunst Hauptwerke der Pop-Art, des Fotorealismus und zeitgenössischer,

Aachener Altstadt © Bernd Schröder / ats

Stadtführungen

internationaler Kunstströmungen gezeigt werden – darunter Meisterstücke von Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Duane Hanson und Chuck Close. Mitten in der Aachener Altstadt können im CouvenMuseum die Wohnkultur des 18. und 19. Jahrhunderts sowie die Adler Apotheke bestaunt werden, die auch als „Wiege der Schokoladenindustrie“ gilt. Das Internationale Zeitungsmuseum präsentiert in einem imposanten Wohnhaus aus dem 15. Jahrhundert mit einer interaktiven Ausstellung die Medienwelt von ihren Anfängen bis in die Gegenwart. Beeindruckend: Dort ist eine der umfangreichsten Zeitungssammlungen weltweit untergebracht. Sie beruht auf einem Bestand von ca. 200.000 internationalen Zeitungen aus fünf Jahrhunderten.

Es gibt keinen besseren Weg Aachen kennenzulernen, als mit einer Stadtführung. Das Angebot des aachen tourist service e.v. reicht von der klassischen Altstadtführung über verschiedene Themenführungen bis hin zur Stadtrundfahrt. Die unterschiedlichen Führungen werden sowohl für Gruppen als auch für Einzelgäste angeboten. Die öffentlichen Altstadtführungen finden samstags, sonntags © A. Steindl / ats und feiertags um 11 Uhr statt. Von April bis Ende Oktober werden sie zusätzlich von Montag bis Samstag täglich um 14 Uhr angeboten. Zudem können Interessierte jeden Mittwoch um 18 Uhr sowie jeden Sonntag um 15.30 Uhr an einer interessanten Themenführung teilnehmen. aachen tourist service e.v. / Tourist Info Elisenbrunnen / FriedrichWilhelm-Platz / 52062 Aachen / Tel.: 02 41/180 29 60 www.aachen-tourist.de/tour

Stadt der Wissenschaft

Ein Wochenende nach Aachen

Aachen ist mühelos historisch bedeutende Kaiserresidenz sowie junge, moderne Großstadt zugleich. Die RWTH Aachen (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule) und die anderen Hochschulen bringen mit ihren mittlerweile rund 50.000 Studenten junges Leben ins geschichtsträchtige Aachen. Bereits zum zweiten Mal ist die RWTH Aachen innerhalb der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder erfolgreich und gehört damit zu den besten Universitäten Deutschlands und Europas.

Mit der Pauschalreise „Aachen klassisch“ lernen Sie die Kaiserstadt von allen Seiten kennen: Bummeln Sie durch die pittoreske Altstadt, schlendern Sie durch gemütliche Gassen und lernen Sie die Geschichte rund um Aachen, den Dom und Karl den Großen bei spannenden Führungen kennen. Am Abend locken zahlreiche Restaurants und Bistros mit lokalen und internationalen Spezialitäten als Ausklang eines perfekten Kurztrips. Ab 60 Euro pro Person. Tel.: 02 41/180 29 50 | www.aachen-pauschal.de

RWTH, Super C © A. Herrmann / ats

Nancy Graves Project & Special Guests Mit dem „Nancy Graves Project & Special Guests“, der ersten umfassenden Retrospektive der amerikanischen Künstlerin überhaupt, präsentiert das Ludwig Forum für Internationale Kunst in Aachen vom 13.10.2013 bis zum 16.02.2014 etwa 150 Skulpturen, Installationen, Zeichnungen, Gemälde und Filme der Künstlerin und kongenialer Kollegen. Nancy Graves (1939 – 1995) gehört zu den bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre bekanntesten Skulpturen, die Kamele, wurden Anfang 1969 erstmals im Whitney Museum of American Art gezeigt. Die Ausstellung im Ludwig Forum entsteht in Kooperation mit der Nancy Graves Foundation in New York. www.ludwigforum.de © Carl Brunn


GRET | arttourist.com 2|2013

Augsburg  |  5

Gedenkblatt | 1918,19 | Feder, Bleistift  und Aquarell auf Papier auf Karton | 28,5 x 21 cm |  Privatbesitz Schweiz, Depositum im Zentrum Paul Klee, Bern

Spiel der Kräfte einer Lechlandschaft | 1917,102 | Aquarell auf Kreidegrundierung auf Leinwand und Papier auf Karton | 16,4 x 24,3 cm | Galerie Rosengart, Luzern

Fotokarte von Paul Klee an Felix Klee | 20.3.1916 | Paul Klee in der Korporalschaft der Landsturm-Kompanie Landshut, dritte Reihe stehend, Bildmitte | Zentrum Paul Klee, Bern, Schenkung Familie Klee | Inv. Nr. SFK Ko PK 0765

Paul Klee –   Mythos Fliegen 23.11.2013 – 23.2.2014 Mit der Ausstellung „Paul Klee – Mythos Fliegen“ präsentieren die Kunstsammlungen und Museen Augsburg ein überregionales Highlight. Rund 80 Werke, die Klee als einer der Wegbereiter der Klassischen Moderne größtenteils während seiner Stationierung an der Königlich Bayerischen Fliegerschule V in Gersthofen bei Augsburg unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges geschaffen hat, sind vom 23.11.2013 bis 23.2.2014 im H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast zu sehen. In der Ausstellung wird erstmals diese zentrale, aber bis heute kaum im Kern untersuchte Periode aus Klees künstlerischem Gesamtwerk in den Fokus gestellt. In Kooperation mit dem Zentrum Paul Klee in Bern sowie durch Leihgaben von nationalen und internationalen Museen und Privatsammlungen wird in der Ausstellung die Fülle und Vielfalt von Klees Schaffen während des Ersten Weltkrieges visualisiert. „Die Zeit ist nicht leicht, aber voller Aufschlüsse. Ob meine Kunst bei gelassenem Weiterleben auch so schnell emporgeschossen wäre wie anno 16/17??? Ein leidenschaftlicher Zug in der Verklärung ist doch mit Produkt des äußeren Erlebens.“ (Brief an Lily Klee, 09.09.1917) Mit dieser an seine Frau Lily gerichteten Einschätzung deutet Klee die rasante Entwicklung in seiner Kunst an. In dieser Zeit entstehen

Adresse H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast Beim Glaspalast 1 86153 Augsburg besucherservice-kusa@augsburg.de www.mythos-fliegen.de Buchung und Ausstellungsinfo: +49(0)821 / 324 4112

zahlreiche Arbeiten mit neuen Formen, die er in Motive wie Krieg, Fliegen, Landschaften und Religion einbettet. Die Ausstellung Paul Klee – Mythos Fliegen zeigt in verschiedenen Abteilungen Werke zu diesen Aspekten und durchleuchtet deren Zusammenhänge. Zudem kann der Besucher in weiteren Abschnitten den Alltag und das Wirken Klees auf dem Flugplatz Gersthofen, am Lech und in Augsburg verfolgen. Auf den Spuren des Künstlers bietet die Kunstvermittlung zur Ausstellung außerdem ein umfangreiches Programm mit spannenden und kreativen Erlebnissen, die ganz dem Leitmotiv des Künstlers folgen: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“ „Ich habe diesen Krieg in mir längst gehabt. Daher geht er mich innerlich nichts an.“ (Tagebucheintrag 952, 1915) ... schreibt Paul Klee in einem undatierten Tagebucheintrag vom Beginn des Jahres 1915, einige Monate nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Im Gegensatz zu anderen Münchener Künstlern der Avantgarde (wie etwa Franz Marc und August Macke) bleibt Klee ein Kriegsgegner. Zu Anfang weiß er noch nicht, wie stark der Krieg sein Leben verändern sollte, wenn auch der folgende Tagebucheintrag einer Vorahnung gleich kommt: „Um mich aus meinen Trümmern herauszuarbeiten, musste ich

Öffnungszeiten Di, Mi, Fr – So 10-18 Uhr Do 10 – 20 Uhr Mo geschlossen 24.12./30.12./31.12. geschlossen Eintrittspreise Erwachsene EUR 10 / ermäßigt EUR 8 / Kinder bis einschl. 6 Jahre frei / Kinder 7 – 10 Jahre EUR 1 / Familienkarte EUR 30 / Gruppen 10 – 20 Pers. EUR 7,50 Euro

fliegen. Und ich flog.“ Denn am 6. März 1916, einen Tag nachdem Franz Marc an der Front gefallen war, bekommt Paul Klee seinen „roten Zeddel“ und wird am 11. März zum Militärdienst eingezogen. Nach Etappen in Landshut, München und Oberschleißheim wird er die längste Phase seines Militärdienstes vom 16. Januar 1917 bis Weihnachten 1918 Dogmatische Komposition | 1918,74 | Feder und Aquarell auf Papier, zerschnitten und neu an der Königlich Bay- kombiniert, auf Karton | 26,5 / 26,3 x 20,3 cm | Staatsgalerie Stuttgart / Graphische Sammlung erischen Fliegerschule V in Gersthofen bei vor einem Fronteinsatz zu verarbeiten. Bald Augsburg ableisten. Obwohl er in dieser Zeit zeichnet er bei seiner Tätigkeit in der Kassenselbst nie in die Luft aufsteigen muss, lässt verwaltung des Flugplatzes heimlich in der sich diese Phase seines künstlerischen Œuvres Schublade und malt in seinem angemieteten durch keine andere Metapher besser auf dem Zimmer im Oberhausener Gasthaus Ost in Punkt bringen als durch die des Fliegens. In der Ulmer Straße. Unverhofft entdeckt Klee eine Uniform gezwängt und weit weg von seischließlich auch die Landschaft der Lechauen nem Atelier in München, weiß Klee recht früh, bei Gersthofen, wo farbenprächtige Aquarelle dass er sich jetzt v. a. auf seine Kunst konzenentstehen, die seine Eindrücke einer noch untrieren muss, um dem militärischen Alltag auf berührten Natur wiedergeben. dem Flugplatz zu entgehen und seine Ängste

führungen Turnusführungen: So 11 Uhr, EUR 3 p. P. zzgl. Eintritt Gruppenführung (max 20 Personen): EUR 40 zzgl. Eintritt Fremdsprachenführung (max 20 Personen): EUR 50 zzgl. Eintritt Anmeldung: +49(0)821 / 324 4112 Audioguide Neben einem klassischen Audioguide (EUR 2) bietet die Ausstellung zudem eine kostenlose Audioguide-App für Smartphone oder Tablet.

Ausstellungskatalog Der Katalog zeigt alle ausgestellten Werke in farbigen Abbildungen und vertieft durch seine Aufsätze das Wissen um Paul Klees Augsburger Zeit. (Preis EUR 29.90)


6  |  Berlin

GRET | arttourist.com 2|2013

Ai Weiwei im Martin-Gropius-Bau Im Frühjahr 2014 widmet der Martin-Gropius-Bau dem chinesischen Künstler Ai Weiwei eine große Ausstellung. Auf 3000qm wird der Künstler neue und bisher nicht in Deutschland gezeigte Werke ausstellen. Für den Lichthof entwickelt der Künstler eine große Installation. Das gesamte Erdgeschoss wird der Konzeptkünstler im Außenansicht des Martin-Gropius-Bau © Jansch, 2013 Martin-Gropius-Bau bespielen.  3.4. – 7.7.2013 / www.gropiusbau.de

Egon Schiele | Eduard Kosmack, 1910 | Belvedere, Wien, © erloschen

Gustav Klimt | Johanna Staude (unvollendet), 1917/18 |   Belvedere, Wien, © erloschen

Wien Berlin Kunst zweier Metropolen. Von Schiele bis Grosz Eine Kooperation der Berlinischen Galerie und der   Österreichischen Galerie Belvedere Berlinische Galerie, Berlin: 24.10.2013 – 27.01.2014 Galerie Belvedere, Wien: 14.02. – 15.06.2014 Die Berlinische Galerie und die Österreichische Galerie Belvedere präsentieren in einer großen Sonderausstellung erstmals gemeinsam zentrale Werke der Wiener und Berliner Moderne von den Sezessionen über den Expressionismus bis hin zur Neuen Sachlichkeit. Meisterwerke beider Sammlungen und bislang weniger beachtete Positionen geben im Zusammenspiel einen umfassenden Einblick in den intensiven Austausch beider Metropolen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Während die künstlerischen Beziehungen in den Bereichen Literatur, Theater und Musik bereits weitgehend bekannt sind, widmet sich die Ausstellung mit rund 200 Exponaten dem bislang nicht aufgearbeiteten Dialog Wiener und Berliner Positionen der Klassischen Moderne in der Bildenden Kunst. Ausgangspunkt sind die Gründungen der Sezessionen, deren Protagonisten sich in Abkehr vom Akademismus zwischen Jugendstilkunst und Spätimpressionismus bewegen. Der Aufbruch in die Moderne zeigt sich auf beiden Seiten in der Suche nach neuen Ausdrucksmitteln. Doch während sich die Berliner Sezessionisten um Max Liebermann zunehmend der Alltagswirklichkeit widmen und die Erfahrung der Großstadt thematisieren, dominiert bei den Wiener Stilkünstlern um Gustav Klimt und Koloman Moser die ornamentale Form, häufig in Verbindung mit einer symbolistischen Bildsprache. Zahlreiche Ausstellungen jener Zeit zeugen allerdings von stetem Austausch und gegenseitiger Kenntnisnahme. Adresse Berlinische Galerie Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur Stiftung Öffentlichen Rechts Alte Jakobstraße 124-128 10969 Berlin www.berlinischegalerie.de Öffnungszeiten Mi – Mo 10 – 18 Uhr Di geschlossen 24. und 31.12. geschlossen Eintrittspreise Tageskarte EUR 10 Ermäßigt EUR 7 Gruppen ab 10 Personen EUR 7 Freier Eintritt bis 18 Jahre

Mit der jüngeren Generation der Expressionisten, vertreten unter anderem durch Ernst Ludwig Kirchner verdrängt das aufstrebende Berlin im Verlauf der 1910er Jahre die Donaumetropole Wien zusehends aus ihrer Rolle als führende Kunststadt. Junge österreichische

Jeanne Mammen | Revuegirls, 1928/29 | Berlinische Galerie | © VG Bild-Kunst, Bonn, 2013, Reproduktion: Kai-Annett Becker

Künstler wie Oskar Kokoschka und Egon Schiele treten aus dem Schatten Klimts und werden mit ihrer avantgardistischen Kunst in Berlin einem aufgeschlossenerem, aber auch kritischen Publikum bekannt gemacht. Kunsthändler und Publizisten wie Paul Cassirer, Herwarth Walden oder Karl Kraus sind in der Kunstwelt beider Städte gleichermaßen zuhause und knüpfen ein enges Netzwerk, über das vor allem nach dem ErsAudioguide Der Multimediaguide für den Ausstellungsrundgang bietet vielfältige akustische und visuelle Zusatzinformationen. Länge: 60 Minuten, Sprachen: Deutsch, Englisch Leihgebühr: EUR 2 zzgl. Eintritt Führungen Kuratorenführungen Mo 14 Uhr Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten. Wochenendführungen zu Sammlung und Sonderausstellungen Sa, So 15 Uhr Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten. Gruppenführungen Führungen für Gruppen bis 20 Personen  Kosten: ab EUR 55 für 60 Minuten, zzgl. des geltenden ermäßigten Eintritts pro Person Führungen auch in englischer, französischer und italienischer Sprache buchbar

ten Weltkrieg zahlreiche Künstler nach Berlin kommen. Der Untergang der Donaumonarchie nach dem Ersten Weltkrieg sowie der Tod wichtiger Künstler wie Egon Schiele und Gustav Klimt lassen die Wiener Kunstwelt in den 1920er und 1930er Jahren aus dem Fokus der internationalen Wahrnehmung verschwinden. Während sich Dada, Verismus und Neue Sachlichkeit in Berlin offensiv mit der neuen politischen und gesellschaftlichen Lage auseinandersetzen, geschieht dies in der österreichischen Metropole nur vereinzelt. Zugleich entwickeln sich in Wien völlig eigenständige Phänomene wie der Kinetismus, der in utopischen Weltentwürfen eine avantgardistische Bildsprache zur Anwendung bringt. Bislang zu Unrecht wenig beachtet wurde außerdem die spezielle österreichische Interpretation der Neuen Sachlichkeit. Sie weist Verbindungen zu den Berliner Werken eines Otto Dix oder George Grosz auf, steht aber gleichermaßen in der Wiener Tradition psychologisierender Kunst. Die von Friedrich Kiesler organisierte „Internationale Ausstellung neuer Theatertechnik“ lässt die Donaumetropole 1924 wieder zu einem Anziehungspunkt der Avantgarde werden. Mit dem Ausstellungsmacher und Kunsthistoriker Hans Tietze wird schließlich eine historische, hierzulande fast unbekannte Persönlichkeit gewürdigt, dessen Aufforderung zur „lebendigen Kunstwissenschaft“ die Schau „Wien Berlin. Kunst zweier Metropolen“ inspiriert hat. Buchung und Information: MuseumsInformation Tel +49 (0)30-247 49-888 / E-mail: museumsinformation@kulturprojekte-berlin.de Katalog Zur Ausstellung erscheint ein gebundener Katalog im Prestel Verlag. 392 Seiten, 300 farbige Abbildungen, Museumsausgabe EUR 39,80, im Buchhandel EUR 49,95 App Zur Ausstellung steht eine zweisprachige Wien Berlin App zur Verfügung. Informationen zu ausgewählten Bildern, Rahmenprogramm, Empfehlungen zu Restaurants, Cafés, Hotels und Tipps für den Abend. Ratespiel zur „Griaslersprache“

MaerzMusik 2014 – Festival für neue Musik Nach Berlin! Nach Berlin! Berlin – Magnet musikalischer Immigration MaerzMusik – das Festival für aktuelle Musik der Berliner Festspiele – wendet sich 2014 der heimischen Musiklandschaft zu. Zum ersten Mal steht Berlin thematisch im Mittelpunkt des Festivals – als globalisierter Ort innovativer Musikausübung, dessen internationale Durchmischung seinesgleichen sucht. Berlin hat – besonders nach dem Mauerfall – eine starke Anziehungskraft auf Künstler aller Genres und Richtungen ausgeübt, die temporär oder langfristig nach Berlin gezogen sind, um hier ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt zu finden. Durch diese künstlerische „Immigration“ – die nationale Grenzen überschreitende ebenso wie die innerdeutsche – ist Berlin zu einer kosmopoliten Kunst- und Musikstadt geworden. Gerade auch das Feld neuer, zeitgenössischer Musik hat in den letzten 20 Jahren nachgerade einen Boom erlebt und wurde durch den Zustrom musikalischer Begabungen aller Art energetisch aufgeladen und erfrischt. 14. – 23.3.2014 / www.berlinerfestspiele.de

Arte Luise Kunsthotel Das Hotel in Berlin wird oft als eine “Galerie zum Übernachten” bezeichnet, an einem der spannendsten Orte der Stadt. Ein Hotel für Kunstliebhaber, ein Hotel für Individualisten, ein Hotel für Menschen Foto: Arte Luise Kunsthotel die das Besondere lieben. In bester Lage, mitten im Zentrum der pulsierenden Hauptstadt. www.luise-berlin.com

Restaurant Noi Quattro Die pure Welt des guten Geschmacks. Das NOI QUATTRO interpretiert die feine, italienische Küche mit mediterranem Charme. stilsicher und individuell. Kreative Menü-Kompositionen sind die Spezialität. Verleben Sie unvergessliche Genussmomente. www.noiquattro.de

Foto: Jan Heerlein

A-Trane Der seit 1992 existierende Club hat sich in Berlin in kürzester Zeit unverzichtbar gemacht. Denn Musiker unterschiedlichster Couleur wie Herby Hancock, Wynton Marsalis, Diana Krall oder Brad Mehldau haben sich hier schon das Mikro in die Hand gegeben. Für Jazz-Neulinge bietet sich die jeden Samstag stattfindende „Late Night JamSession“ an, Improvisation pur, und ab 0.30 Uhr ist der Eintritt frei. www.a-trane.de

Foto: A-Trane


GRET | arttourist.com 2|2013

Bern  |  7

Das schwache Geschlecht – Neue Mannsbilder in der Kunst Hinterfragt Männlichkeit Wer oder was ist überhaupt ein Mann? Wie definieren, reflektieren und repräsentieren sich Männer in der Kunst seit der Frauenbewegung? Die thematische Gruppenausstellung versteht sich als Beitrag zur Diskussion um das heutige Selbstverständnis © Sam Taylor Johnson  von Männern, welche schon länger Buscemi sowohl im wissenschaftlichen als auch populärkulturellen Kontext schwelt. Anhand von Werken von rund 40 Künstlern und Künstlerinnen wird untersucht, wie männliche Rollenbilder und Männlichkeit in der Gegenwartskunst inszeniert werden. Bis 9.2.2014 / www.kunstmuseumbern.ch    

Camerata Bern

oben: August Macke | Markt in Tunis I | Aquarell auf Papier auf Karton | 29 x 22,5 cm | Privatsammlung, courtesy Thole Rotermund Kunsthandel, Hamburg links: LWL-MKuK/Sabine Ahlbrand-Dornseif | Paul Klee und August Macke mit Fremdenführer vor der Barbier-Moschee, Kairuan, April 1914 | Fotograf: Louis Moilliet | Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster

Paul Klee, August   Macke, Louis Moilliet. Die Tunisreise 1914 Zentrum Paul Klee, 14.3. – 22.6.2014

Adresse Zentrum Paul Klee Monument im Fruchtland 3 Postfach 3000 Bern 31 www.zpk.org Öffnungszeiten Di – So 10 – 17 Uhr Mo geschlossen Anreise: Mit dem Europa-Spezial Kultur der Deutschen Bahn ab 59 EUR (2.Kl.) und ab 99 EUR (1. Kl.) pro Person zur Ausstellung und zurück, innerhalb von 3 Tagen. Auf bestimmten grenznahen Verbindungen auch schon günstiger.

Höchstleistungen inspirierte. Ihre Bilder sind von einer vorher kaum gesehenen leuchtenden Strahlkraft der Farben geprägt, in denen der Schein des südlichen Lichts aufzuleuchten scheint. Und auch Louis Moilliet, der auf der Reise nur wenig malte, fand zu erstaunlichen Bildlösungen. Für Paul Klee wurde die Reise im Rückblick zum entscheidenden Wendepunkt in seiner künstlerischen Laufbahn und zum Moment seines endgültigen Durchbruchs zur Farbe. In seiner autobiografischen Tagebuch schrieb er “Die Farbe hat mich. Ich brauche nicht mehr nach ihr zu haschen. Sie hat mich für immer, ich weiss das. Das ist der glücklichen Stunde Sinn: ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler.” In der Ausstellung werden die in Tunesien entstandenen Aquarelle von Klee, Macke und Moilliet der Chronologie der Reise folgend, gezeigt: ausgehend von der ers-

Das Ticket erhalten Sie ab 15.12.2013 bei gleichzeitigem Kauf oder Vorlage einer Eintrittskarte zur Ausstellung in allen DB Reisezentren und DB Agenturen. Zugbindung, solange der Vorrat reicht. Weitere Informationen unter HYPERLINK „http://www.bahn.de/ kultur“ www.bahn.de/kultur Eintrittspreise Normalpreis CHF 20 Ermäßigt CHF 18 Studierende / Lernende CHF 10 Kinder 6-16 CHF 7 Audioguide In deutscher, englischer, französischer und italienischer Sprache

ten Reisestationen, der Stadt Tunis über St. Germain und Sidi Bou Said nach Hammamet und in die Wüstenstadt Kairouan. Die Zusammenstellung der Werkgruppen widerspiegelt den Verlauf der Reise, wird aber auch in Themen wie der Beziehung zwischen Architektur und Bildarchitektur, der neuen Auffassung der Landschaft und Bildkonstruktion verdichtet. Dabei wird deutlich, dass das was in Tunesien als farbige Erleuchtung zum Durchbruch gelangte, erst durch das Momentum der Reise zur vollen künstlerischen Entfaltung gelangen konnte. Die von Michael Baumgartner kuratierte Ausstellung ist nur im Zentrum Paul Klee in Bern zu sehen. Sie umfasst ca. 140 Exponate (davon rund 100 farbige Werke, hauptsächlich Aquarelle). Die Leihgaben stammen aus 65 amerikanischen und europäischen Museen und Privatsammlungen. www.zpk.org

Öffentliche Führung Führungen durch die Ausstellungen Sa 15 Uhr, So 13 Uhr CHF 5 plus Ausstellungsticket Kunst am Morgen Führung durch eine aktuellen Ausstellungen. Deutsch: jeden 1. MI des Monats um 11 Uhr CHF 5 plus Ausstellungseintritt Kunst am Mittag Eine halbstündige Führung zu einem ausgewählten Thema aus einer Ausstellung. Jede Woche zu einem anderen Thema. Deutsch: Di 12.30 bis 13 Uhr

Hotel Innere Enge Ein einzigartiges ViersternSuperior Hotel mit Fünfstern-Komfort. 26 sehr geräumige und ruhige Zimmer, die meisten mit belüfteten Fenstern, teilweise klimatisiert, alle mit Bad und einige davon mit zusätzlicher separater Dusche, Radio, TV, Minibar, Nespresso-/Teemaschine, Tresor, elektrische Hosenpresse, Bademäntel und Wireless-Lan. Von jedem Zimmer Blick ins Grüne oder auf die Stadt Bern (UNESCO Weltkulturerbe) sowie die Alpen. Die Umgebung ist Natur pur, der Park gepflegt, der Service freundlich und persönlich. www.innere-enge.ch

La Tavola Pronta

Eröffnung: Do 13.3.2014 2014 jährt sich das Ereignis der legendären Tunisreise, die die drei Künstlerfreunde Paul Klee, August Macke und Louis Moilliet im April 1914 unternahmen, zum hundertsten Mal. Das Zentrum Paul Klee nimmt sich das Datum zum Anlass, diese Sternstunde der Moderne noch einmal aufleben zu lassen und die auf der Reise entstandenen oder von ihr inspirierten Werke zum ersten Mal seit fast dreissig Jahren in einer umfassenden Ausstellung wieder zu vereinen. Die Tunisreise von Klee, Macke und Moilliet gehört zu den kunsthistorischen Schlüsselereignissen des 20. Jahrhunderts. Sie ist von der Aura des Fremden und Exotischen umstrahlt, vom Schein des Lichts und der Farben - von der Faszination künstlerischer Inspiration und Selbstverwirklichung. Paul Klee und August Macke lieferten sich in Tunesien einen faszinierenden bildnerischen „Wettstreit“, der sie künstlerischen

Die CAMERATA BERN ist ein weltweit anerkanntes Kammerorchester und ge© Giorgia Bertazzi hört zu den führenden Ensembles in Europa. Die 14 Ensemblemitglieder sind ausnahmslos ausgebildete Solistinnen und Solisten. Ihr Spiel unter der künstlerischen Leitung von Antje Weithaas zeichnet sich aus durch subtile und absolut homogene Klangkultur, Frische und aussergewöhnliche Stilsicherheit in allen Bereichen des Repertoires, von Barock bis in die Gegenwart. Die herausragenden Qualitäten der CAMERATA BERN führten bereits zur Zusammenarbeit mit zahlreichen international renommierten Künstlern. www.cameratabern.ch

Gruppenführungen Auskunft und Reservation für private Führungen im Zentrum Paul Klee Tel.: +41 (0) 31 359 01 94 E-Mail: kunstvermittlung@zpk.org Katalog Die Tunisreise 1914, Paul Klee, August Macke, Louis Moilliet Hrsg. Zentrum Paul Klee, Bern, Texte von Michael Baumgartner, Roger Benjamin, Erich Franz, Ernst-Gerhard Güse, Ursula Heiderich, Christine Hopfengart, Anna Schafroth, Deutsch und Englisch, 2014. ca. 304 Seiten, ca. 240 Abb., 21,00 x 27,00 cm, Broschur, Preis: ca. EUR 29,80, erscheint zur Ausstellung

Ein genussvoller Abend in einzigartigem Ambiente erwartet Sie im La Tavola Pronta. Seit 15 Jahren bietet dieses familiäre und doch sehr moderne Restaurant piemontesische Gerichte und edle Weine an. Das Restaurant La Tavola Pronta führt keine fixe Speisekarte. Täglich bieten Beat Thomi und Nadina Maillart ein 5-Gang Menu mit einer alternativen Vorspeise und Hauptgang an. Über Mittag erwartet Sie ein 3-gängiges Lunch-Menu. Die Tagesangebote werden auf einem dafür vorgesehenen Spiegel angepriesen. www.latavolapronta.ch

Rosengarten Willkommen im Garten Eden Berns! Von ihrer allerschönsten Seite präsentiert sich die zum UnescoWeltkulturerbe gekürte Zähringerstadt vom Rosengarten aus. Hoch über der Aareschleife genießen Sie in diesem wunderschön angelegten Ort der Ruhe und Erholung einen eindrücklichen Ausblick auf die mittelalterliche Altstadt, bei klarer Sicht bis zum Jura und den Voralpen. Das Restaurant mit den Panoramafenstern und der großen Terrasse bietet feine Köstlichkeiten für jeden Anlass. Vom reichhaltigen Frühstück über preiswerte Tagesmenüs bis zum mehrgängigen Lunch oder Abendessen werden zu jeder Tageszeit kulinarische Gaumenfreuden serviert. www.facebook.com/rosengartenbern

Westside Westside ist eine neuartige Erlebnisdestination für den Grossraum Bern mit nationaler Ausstrahlung und internationalem Flair, die Shopping, Gastronomie, Erlebnisbad & Spa, Kino und Hotel in sich vereint. Die außergewöhnliche Architektur von Daniel Libeskind schafft die inspirierende Hülle für diese Erlebnisdestination und macht Westside zu einem neuen Wahrzeichen von Bern. www.westside.ch


8  |  Bernried

GRET | arttourist.com 2|2013

Marc Chagall, Frühjahrswiese, Blatt V, M 314, Farblithografie aus: Daphnis und Chloé, 1961  © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Marc Chagall, Der Spaziergang I, Supplement-Blatt 26, Radierung aus: Mein Leben, 1922  © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

CHAGALL Leben und Lieben 10.11.2013 – 16.2.2014 Zwei große Themen der Menschheit stehen im Mittelpunkt dieser Ausstellung über Marc Chagall: das Leben und die Liebe. Viele der gezeigten Arbeiten stammen aus den Grafikbeständen des Buchheim Museums. Darüber hinaus ist es gelungen, Leihgaben von herausragender Bedeutung aus einer privaten Sammlung zu bekommen. Die Zusammenschau von den Lithografiezyklen Daphnis & Chloé und Four Tales from Arabian Nights sowie dem Radierzyklus Mein Leben, aber auch einer ganzen Reihe einzelner druckgrafischer Arbeiten machen die Schau zu einem einzigartigen, farbenprächtigen und heiteren Ereignis. Daphnis & Chloe illustriert den gleichnamigen antiken Hirtenroman, den Johann Wolfgang Goethe als so beglückend wie den „hellsten Tag“ empfand. Viel mehr noch hat dies für Chagalls 42 Farblithografien zu gelten. Der Künstler war eigens nach Lesbos gereist, um die Stimmungen

der mediterranen Handlungsorte aufzunehmen. Nach höchst aufwändiger Produktion bei dem Lithografen Fernand Mourlot mit bis zu 25 Druckschichten erschien das Mappenwerk 1961 bei dem Pariser Verleger Tériade. Entstanden sind Farbkompositionen von satter Tonalität, intensiver Leuchtkraft und berückender Leichtigkeit, welche die erwachende Liebe zweier im mythischen Naturerleben heranwachsender Hirtenkinder ästhetisch reflektieren. Ein Zyklus, der bei der Themenstellung nicht fehlen durfte, sind die Four Tales from Arabian Nights. Eines von nur zehn Exemplaren der Sonderausgabe dieses farblithografischen Mappenwerks konnte als Leihgabe hinzugewonnen werden. Die Bildfolge zu 1001 Nacht entstand zwischen 1945 und 1946 während Chagalls Exil in New York. Das Rahmenthema des arabischen Textes aus dem 15. Jahrhundert, die Kraft der Liebe im Angesicht des Todes, steht in Bezug zu Chagalls damaliger Lebenssituation. Noch weitaus illustrativer angelegt als Daphnis & Chloe, weisen die dreizehn Blätter eine erstaunliche Palette auf. Chagall gelingt es, die Erzählung im betörenden Spiel der Farben und Figuren auf ihre erotischen Handlungskerne zu verdichten und mit dem exotischen Aroma des Morgenlandes zu würzen. Mein Leben, der dritte für die Ausstellung bedeutsame Zyklus – kann dank einer Kombination von Leihgaben und eigenen Beständen nahezu vollständig gezeigt werden. Alle 20 Radierungen der Folge sind zu sehen, und darüber hinaus fünf von sechs Supplementblättern. Sie entstanden zwischen 1922 und 1923 in Berlin, auf Vorschlag des Galeristen Paul Cassirer, mithilfe des Radierers Hermann Struck. Es handelt sich um die ersten druckgrafischen Arbeiten Chagalls überhaupt. Grundlage ist sein autobiografischer Roman. Chagall wurde 1887 in Witebsk geboren. Vor dem Ersten Weltkrieg erlangte er in Paris und Berlin seinen internationalen Durchbruch. Er unterstützte die Oktoberrevolution und wurde Kunstkommissar von Witebsk. 1922 kehrte er nach Berlin und Paris zurück. Als Jude und „entarteter“ Künstler von den Nationalsozialisten doppelt diskriminiert, wanderte er in die USA aus. Von dort kehrte er 1948 nach Frankreich zurück. Deutschland besuchte er nie wieder. Auf dem Hintergrund des Holocausts war es Chagall ein inneres Anliegen, durch die Harmonie seiner Kunst den Gedanken der Aussöhnung in die Welt zu tragen. So sind die präsentierten Werke auch als suggestive Gegenbilder zu den von ihm durchlebten Schrecken zu verstehen. „In der Kunst wie im Leben“, so brachte Chagall einmal sein Grundanliegen auf den Punkt, „ist alles möglich, wenn es auf Liebe gegründet ist. Marc Chagall, Die Wolfsfalle, Blatt VI, M 312,   Farblithografie aus: Daphnis und Chloé, 1961 © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Adresse Buchheim Museum der Phantasie Am Hirschgarten 1 82347 Bernried Tel. 08158/99 700 Fax: 08158 - 99 70 61 info@buchheimmuseum.de www.buchheimmuseum.de Öffnungszeiten Di – So und feiertags 10 – 17 Uhr Mo geschlossen 24. und 31.12. geschlossen Eintrittspreise Normalpreis EUR 8,50 Kinder unter 6 Jahren frei; Jugendliche von 6-17 Jahren, Schüler, Studenten, Behinderte EUR 4 Schüler in Schulklassen EUR 2,50 Personen in Gruppen EUR 7 Familien (2 Erw. mit Kindern) EUR 19 Jahreskarte EUR 60 Audioguide nein Führungen Sa 15.30 Uhr Samowar Führung Rundgang durch die Ausstellung und Gespräch bei einem heißen Glas Tee am Samowar, Teilnahme frei mit gültiger Museumskarte Unser individuelles Angebot Gruppenführungen, Schulklassenführungen, Workshops Beratung und Buchung unter Tel 08158 / 997050 oder info@buchheimmuseum.de Chagall-Kalender Chagall. Lieben und Leben der Kalender für das Jahr 2014, auch als ewiger Jahreszeitenkalender, anstelle eines Ausstellungskataloges, hg. v. Daniel J. Schreiber, mit maßstabsgetreu faksimilierten Bildern von Marc Chagall aus Daphnis & Chloe sowie den dazugehörenden Textstellen aus dem antiken

Liebesroman, einer Biografie des Künstlers sowie einem Nachwort des Herausgebers, erschienen im Buchheim Verlag Feldafing, erhältlich im Museumsladen für EUR 25,Begleitprogramm eine Auswahl So 1., 8., 15. und 22.12.2013 14.30 – 16 Uhr Fliegen und Träumen mit Chagall. Familienprogramm Werkstatt für Kinder ab 7 Jahren mit Leonore Maria Pflanzer, und öffentliche Führung oder einfach nur freie Zeit für die Eltern im Buchheim Museum, Teilnahme frei mit gültiger Eintrittskarte So 8.12.2013 16 Uhr Marc & Bella. Yvonne Brosch und Matthias Eberth lesen in der Ausstellung aus Marc Chagalls Mein Leben und Bella Chagalls Brennende Lichter, eine Kooperation mit dem Stadttheater Weilheim, Teilnahme frei mit gültiger Eintrittskarte So 15.12.2013 16 Uhr Direktorenführung Rundgang durch die ChagallAusstellung mit Daniel J. Schreiber, Teilnahme frei mit gültiger Eintrittskarte So 2.2.2014, 15 Uhr Love Poetry Show Mit dem bekannten Münchner Slam Master Ko Bylantzky, den Slammern Frank Klötgen (Berlin), Franziska Holzheimer (Hamburg) und Alex Burkhard (München). Dazu Poetry-DJ Rayl Patzak (München) Fr 14.2.2014 Valentinstag! Freier Eintritt für alle Liebespaare am Tag der Liebenden!


GRET | arttourist.com 2|2013

Bonn  |  9

Max Beckmann, Selbstbildnis als Krankenpfleger (Ausschnitt), 1915, Öl auf Leinwand, © Von der Heydt-Museum Wuppertal

1914. Die Avantgarden im Kampf   8.11.2013 – 23.2.2014 Der Erste Weltkrieg gilt als „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. 70 Millionen Soldaten standen in Europa, Afrika, Asien und auf den Weltmeeren unter Waffen, 17 Millionen Menschen verloren ihr Leben. Die prägenden Jahre von 1914 bis 1918 waren Endpunkt und Neubeginn zugleich. Mitten in den Auseinandersetzungen kämpften auch die Künstler, und die Ereignisse hinterließen in ihren Werken deutliche Spuren. Während vor dem Krieg die europäischen Avantgarden einen engen Austausch untereinander pflegten, zerstörte der große Krieg dieses fruchtbare Zusammenspiel auf brutale Weise. Bei Kriegsende waren die Weichen für die richtungsweisenden Strömungen des 20. Jahrhunderts gestellt. Die Ausstellung präsentiert die künstlerischen Aktivitäten dieser dramatischen Zeit anhand herausragender Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen von Beckmann, Dix, Kandinsky, Kirchner, Klee, Lehmbruck, Macke, Malewitsch, Marc, Picasso, Schiele und weiteren Künstlern.

Kasimir Malewitsch, Suprematistisches Gemälde (mit schwarzem Trapez und rotem Viereck) 1915, © Stedelijk Museum Amsterdam

Florenz! 22.11.2013 – 9.3.2014 Florenz fasziniert seit jeher durch sein reichhaltiges Kulturerbe. Philosophen, Schriftsteller, Architekten, Ingenieure, Maler und Bildhauer haben in der Stadt am Arno über Jahrhunderte unzählige Meisterwerke geschaffen. Florenz, das ist die Stadt von Dante und Boccaccio, von Donatello und Sandro Botticelli, von Amerigo Vespucci und Machiavelli und die Heimat der Medici. Die Bundeskunsthalle geht mit der Ausstellung Florenz! dieser Faszination nach, indem sie – zum ersten Mal in Deutschland – der toskanischen Hauptstadt und dem „wunderbaren florentinischen Geist“ (Jacob Burckhardt) eine umfangreiche Präsentation widmet. Sie zeichnet das Porträt der Stadt Florenz, vom Finanzund Handelszentrum des Mittelalters über die Stadt der Kunst und der Wissenschaft im 15. und 16. Jahrhundert bis zu ihrer Bedeutung als intellektuelles und kosmopolitisches Zentrum im späten 18. und 19. Jahrhundert. Die Ausstellung präsentiert und beschreibt das berühmte Florenz, jenes der großen Künstler und Wissenschaftler der Renaissance. Gleichzeitig stellt sie das weniger bekannte, wenn auch nicht minder faszinierende Florenz vor: jenes eines sich dynamisch wandelnden Stadtraums, der umfangreichen Sammlungen von Kostbarkeiten aus aller Welt, der Erfindung neuer Kunsttechnologien und einer sich zwischen Mythos und Tradition suchenden Moderne. Die Ausstellung stellt nicht nur die kulturellen Errungenschaften, sondern auch die wirtschaftlichen, politischen und religiösen Entwicklungen in den Vordergrund: Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Textilien, Archivalien fügen sich zu einem Bild von Florenz als Laboratorium von Kunst und Wissenschaft. Diese Meisterwerke zeigen die gebaute, gemalte und geschriebene Stadt, die, in stetem Wandel begriffen, selbst zu einem Kunstwerk wird. Domenico di Michelino, Dante und die Göttliche Komödie (Ausschnitt), 1465,   © Opera di Santa Maria del Fiore - Archivio storico e fototeca, Firenze

Kasimir Malewitsch und die Russische   Avantgarde 11.3. – 22.6.2014 Kasimir Malewitsch (1878–1935) gehört zu den prägendsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Der Künstler und Theoretiker ist vor allem als Begründer des Suprematismus – der reinen gegenstandslosen Kunst – bekannt. Sein künstlerisches Gesamtwerk entwickelte sich im Spannungsfeld zwischen Abstraktion und Figuration, zwischen einer universalen Idee vom Menschsein und dem erklärten Willen, die Welt mit künstlerischen Mitteln neu zu gestalten. Die Ausstellung zeigt die wichtigsten Schaffensphasen Malewitschs von den symbolistischen Anfängen und Bezügen zur altrussischen Kunsttradition über die Bildfindungen des Kubofuturismus und Suprematismus bis zu den figurativen Gemälden der späten Jahre. Die Ausstellung umfasst über 300 Werke der Malerei, Grafik und Skulptur aus europäischen und amerikanischen Sammlungen. Eine Ausstellung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, in Kooperation mit dem Stedelijk Museum Amsterdam und der Tate Modern, London.

Adresse Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH Friedrich-Ebert-Allee 4, D-53113 Bonn T +49 228 9171 203 F +49 228 9171 209 www.bundeskunsthalle.de

Öffnungszeiten Di, Mi 10–21 Uhr, Do–So und feiertags 10–19 Uhr, Freitags für angemeldete Gruppen ab 9 Uhr geöffnet. 24. und 31.12. sowie montags geschlossen Führungen und Workshops Mo bis Do 9 – 15 Uhr, Fr 9 – 12 Uhr Tel +49 228 9171–243 | kunstvermittlung@bundeskunsthalle.de


10  |  Bremen

GRET | arttourist.com 2|2013

Sie. Selbst. Nackt. Paula Modersohn-Becker und andere Künstlerinnen im Selbstakt Ausgehend von Paula ModersohnBeckers Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag (1906), das zur Sammlung des Paula Modersohn-Becker Museums gehört und als erster weiblicher Selbstakt in die Kunstgeschichte einging, zeigt die Ausstellung Künstlerinnen, die sich selbst nackt darstellten.Als Pionierin der Moderne legte Paula Modersohn-Becker Paula Modersohn-Becker: (1876–1907) mit ihren Selbstakten Selbstbildnis am 6. Hochzeitsden Grundstein für die Aktmalerei tag, 25. Mai 1906, Museen Böttcherstraße, Paula Modersohnder Avantgarde des frühen 20. JahrBecker-Museum, Bremen hunderts. Noch vor Richard Gerstl (1908) und Egon Schiele (1910) hatte sie bereits 1906 in einem nahezu lebensgroßen Gemälde eine Selbstinszenierung als Ganzkörperakt vorgenommen und sich damit einem zu diesem Zeitpunkt kaum bekannten und durchaus brisanten Bildthema zugewandt. bis 2.2.2014 / www.museen-boettcherstrasse.de

Krankenhaus-Museum Pablo Picasso | Sylvette, 1954 | Öl auf Leinwand | Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen | Foto: Lars Lohrisch | © Succession Picasso / VG BildKunst, Bonn 2013

André Villers | Picassos Modell Sylvette David | (geb. 14. November 1934), 1954 |   S/W-Foto | Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen, Kupferstichkabinett |   © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Sylvette, Sylvette, Sylvette. Picasso   und das Modell 22.2. – 22.6.2014 Im Frühjahr 1954 lernte Pablo Picasso in Vallauris an der Côte d’Azur die junge Französin Sylvette David kennen. Sie verkörperte das Schönheitsideal der Zeit – hochgewachsen mit langem blondem Haar – und inspirierte den Maler zu einer Serie von Porträtdarstellungen. Über Monate experimentierte er vor dem Modell mit unterschiedlichen Stilrichtungen und Techniken. Scheinbar mühelos variierte Picasso zwischen realistischen Abbildungen und kubistischen Abstraktionen desselben Bildgegenstandes. Mit Pinsel und Zeichenstift schuf Picasso naturnahe Bildnisse und kubistische Abstraktionen. Zugleich entstanden nahezu abstrakte Faltplastiken aus Metall. Die Werkgruppe umfasst mehr als 50 Arbeiten bestehend aus Zeichnungen, Gemälden, Metallskulpturen und Keramiken. Die Sylvette-Serie steht nun erstmals im Zentrum einer Ausstellung. Nie zuvor konnte eine nahezu vollständige Zusammenführung präsentiert werden. Ein zentrales Gemälde der Serie befindet sich seit 1955 – ein Jahr nach seiner Entste-

hung – im Besitz der Kunsthalle Bremen und ist der Anlass zur Ausstellung. Es werden außerdem wichtige Werke von Museen aus Europa, Israel, Japan, den USA sowie aus zahlreichen Privatsammlern gezeigt, die erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Chronologisch rahmen Darstellungen von Françoise Gilot und Jacqueline Roque die Sylvette-Serie, die vor beziehungsweise nach Picassos Begegnung mit dem Modell Sylvette seine Lebensgefährtinnen waren. Anhand der gezeigten Frauendarstellungen und der Variation ein und desselben Motivs wird die Schöpfungskraft des Künstlers deutlich. Neben dem seriellen Charakter spielt in der Ausstellung auch die Beziehung von Maler und Modell eine wichtige Rolle. Picasso beschäftigte sich bereits vor seiner Begegnung mit Sylvette mit diesem Sujet. Der Zyklus Das unbekannte Meisterwerk (1927) und weitere Arbeiten Picassos zum Thema „Maler und Modell“ reflektieren das komplexe Verhältnis des Künstlers zu den Frauen, zum Altern und zum schöpferischen Akt.

Adresse Kunsthalle Bremen| Am Wall 207 | 28195 Bremen T +49 (0)421-329 08-0 | Fax +49 (0)421-329 08-470 info@kunsthalle-bremen.de www.picasso-bremen.de www.kunsthalle-bremen.de www.facebook.com/KunsthalleBremen https://twitter.com/Kunsthalle_HB www.kunsthalle-bremen.de/blog

Kombitickets (für Erwachsene, Kinder bis 21 Jahre und Familien): Mit dem „Sparpreis Kultur“ der Deutschen Bahn fahren Sie ab € 39 p. P. zur Ausstellung und zurück, innerhalb von 3 Tagen. Das Zugticket ist erhältlich ab 15.12.2013 in allen DB Reisezentren, DB Agenturen und auf www.bahn.de/kultur und ist dort nur in Verbindung mit einer Eintrittskarte zu erwerben.

Öffnungszeiten Di 10 – 21 Uhr Mi – So 10 – 18 Uhr Eintrittspreise Erwachsene EUR 12, Ermäßigt EUR 9, StudentInnen EUR 5, Familien EUR 24, Kinder 6–21 Jahre EUR 3,50, Gruppen EUR 9 p.P. Mitglieder des Kunstvereins in Bremen EUR 0

Audioguide Der Audioguide ist auf Deutsch und auf Englisch erhältlich. Der deutsche Audioguide wird von den Schauspielern Matthias Brandt und Theresa Maibach gesprochen. Außerdem sind O-Töne von Sylvette David zu hören. Es gibt zudem einen Kinder-Audioguide. Audio Guide EUR 3, Kinder-Audioguide EUR 1,50

Pablo Picasso, Das unbekannte Meisterwerk, 1927, Foto: Karen Blindow, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen, Kupferstichkabinett © Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Die Fotografen David Douglas Duncan, Alexander Liberman, Arnold Newman, François Pages, Edward Quinn und André Villers dokumentierten die Begegnung von Sylvette David und Picasso. Sie geben einen Einblick in die Beziehung zwischen Künstler und Modell. Die ausgestellten Fotografien und Kunstwerke reflektieren Picassos Schaffensprozess sowie den Zeitgeist, die Mode und das Leben an der Côte d’Azur der 1950er-Jahre. Führungen Di 18 Uhr, Fr und So 15 Uhr, pro Person EUR 4 zzgl. Eintritt Gruppenführungen EUR 90 zzgl. Eintritt Anmeldung und Informationen: T 0421 329 08-330 Ausstellungskatalog „Sylvette, Sylvette, Sylvette. Picasso und das Modell“ (deutsch / englisch), hrsg. von Christoph Grunenberg und Astrid Becker, ca. 300 Seiten, ca. 270 Abbildungen, Prestel Verlag, erhältlich im Museumsshop der Kunsthalle und im Buchhandel

Das Krankenhaus-Museum ist ein überraschender Ort. Die Ausstellungsräume befinden sich in einem denkmalgeschützten Hofgebäude der alten psychiatrischen Anstalt inmitten eines historischen Parks. Die ständige Ausstellung präsentiert Bremer Psychiatriegeschichte von den Anfängen bis ins 20. Jahrhundert. Was ist verrückt? Wie gehen wir mit Krankheit um? Die Präsentation greift diese Fragen bewusst auf. Historische Behandlungsgeräte veranschaulichen Therapie- und Behandlungsformen ihrer Zeit. Interaktive Stationen und Hörinseln erzählen von Patienten, Ärzten, Pflegenden und Angehörigen. Zusätzlich spiegeln Wechselausstellungen das Spannungsfeld zwischen Medizin und Kunst, zwischen Gegenwart und Geschichte wider. www.kulturambulanz.de

Bremer Touristik-Zentrale (BTZ) Ein Ansprechpartner für alle touristischen Fragen: Von der Hotelbuchung bis zur Pauschalreise, von der Stadtführung über die Betreuung von Busgruppen bis zur Kongressplanung ... die Bremer Touristik-ZenJonas Ginter / BTZ Bremer Touristik-Zentrale trale (BTZ) verrät Bremern und ihren Gästen nicht nur wie, wo, wann und was stattfindet, sondern liefert ihnen kompletten Service aus einer Hand. Die BTZ ist seit über zehn Jahren der touristische Dienstleister der Freien Hansestadt Bremen. Hier finden Interessierte die passenden Pauschalen und Hotels nicht nur zur Sylvette-Ausstellung sondern zu vielen spannenden Bremen-Angeboten mehr. www.bremen-tourismus.de

Das kleine Lokal Seit 14 Jahren präsentiert Stefan Ladenberger hier im „Kleinen Lokal“ seine eigenen Kreationen mit heimischen Produkten. In diesem gemütlichen Gourmetrestaurant mit 30 Sitzplätzen herrscht entspannte Atmosphäre mit feiner Küche. Die umfangreiche Weinkarte, sowie die kreative Küche locken Gäste aus nah und fern. Besonders beliebt sind die Überraschungsmenüs, die täglich neu zusammengestellt werden. Reservierungen sind empfehlenswert. www.das-kleine-lokal.de

ATLANTIC GrandHotel Einen Tag in einem der führenden Museen Deutschlands ist immer etwas Besonderes. Mit diesem Arrangement wird daraus ein unvergessliches Erlebnis für alle Sinne, denn mit dem zentral gelegenen ATLANTIC Grand Hotel und der Kunsthalle Bremen erleben Sie einmaligen Kulturgenuss. Das Picasso-Arrangement zur Ausstellung (22.02.-22.06.2014) beinhaltet eine Übernachtung im Komfort-Zimmer, unser reichhaltiges Frühstücksbuffet, ein Drei-Gang-Menü à la Picasso, den Besuch der Ausstellung und ein Überraschungsgeschenk. Preise pro Person: € 110,00 im Doppelzimmer / € 170,00 im Einzelzimmer (buchbar auf Anfrage, nach Verfügbarkeit) www.atlantic-hotels.de/grandhotel


GRET | arttourist.com 2|2013

Davos  |  11

Neujahrskonzert Davos Festival – young artists in concert

Georg Baselitz (*1938) | Das Liebespaar | 1984 (25.10.-13.12.) | Öl auf Leinwand | 252 x 331 cm Depositum der Freunde des Kunstmuseums Basel und des Museums für Gegenwartskunst 1991

Georg Baselitz (*1938) | Sing Sang Zero | 2011 | Zedernholz und Ölfarbe | 336,5 x 194,5 x 129 cm | Privatsammlung | Foto ©: Jochen Littkemann

Am 1. Januar 2014 um 16.00 Uhr veranstaltet das Davos Festival das traditionelle Neujahrskonzert im Kongresszentrum Davos. Auftreten werden die sieben jungen Musiker des österreichischen Bläserensembles „Federspiel“. Schier unheimliches Können trifft auf die nötige jugendliche, charmante Frechheit in Spiel, Arrangements und im Auftreten. Kreativität, Spontanität und Spielwitz werden von „Federspiel“ gross geschrieben! Tickets zu Fr. 65.- inkl. Aperitif können Sie ab sofort bei der Destination Davos Klosters unter Tel. +41 (0)81 415 21 21 oder www.davosticket.ch bestellen. Das 29. Davos Festival – young artists in concert findet vom 2. bis 16. August 2014 statt. Davos Festival | www.davosfestival.ch

Georg Baselitz.   Besuch bei   Ernst Ludwig

Songbird Festival

8.12.2013 – 21.4.2013

ART ON ICE TOUR

Die Ausstellung Georg Baselitz: Besuch bei Ernst Ludwig versammelt Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen aus verschiedenen Schaffensperioden des Künstlers von 1980 bis zur Gegenwart. Den Ausgangspunkt bilden zentrale Werke der frühen 1980er Jahre wie Die Familie (1980), Das Liebespaar (1984), Der Brückechor (1983) und die RemixVersionen The Bridge Ghost’s Supper (2006) und Nachtessen in Dresden (Remix) (2006) sowie die zeitgleich entstandenen Serien der Tuschezeichnungen mit Köpfen (Brücke-Künstler) und Stiefeln/Schuhen. Das Familien-Thema wird von Georg Baselitz 2011 in mehreren großformatigen Gemälden wieder aufgegriffen und 2012 entstehen nach Negativvorlagen Doppelporträts von Edvard Munch, Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel, die wiederum an die Brücke-Geister anschließen. Ferner ist die monumentale

Georg Baselitz (*1938) | Ohne Titel | 2006 |  Tuschfeder und Tusche auf Papier | 65.5 x 50.8 cm | Privatsammlung | Foto ©: Jochen Littkemann

Adresse: Kirchner Museum Davos Promenade 82 CH 7270 Davos Platz Tel. 0041 81 410 63 00 www.kirchnermuseum.ch Öffnungszeiten Di – So 10 – 18 Uhr

Holzskulptur Sing Sang Zero (2011) in der Ausstellung vertreten. 2005 trifft Georg Baselitz die Entscheidung, neue und andersartige Versionen von bereits vor Jahrzehnten entstandenen Gemälden zu schaffen. Schon zuvor hatte er Zyklen von Erinnerungsbildern nach alten Familienfotos und eigenen Kinderzeichnungen erarbeitet. Baselitz agiert mit großer Leichtigkeit und klaren Farben auf weiß belassenen Leinwänden; die schnellen und frischen Remix-Bilder erscheinen wie ironische Gesten der Erinnerung und offenbaren einen überaus vitalen Künstler, der seinem Werk verblüffende und inspirierende Bildfindungen abringt. Das am 25. September 2006 vollendete Gemälde Nachtessen in Dresden (Remix) variiert in diesem Sinne die mehr als zwanzig Jahre zuvor entstandene Vorlage: Wie schon damals auf dem Kopf stehend, treten wiederum Edvard

Das SONGBIRD FESTIVAL DAVOS ist eines der schönsten Musikfestivals der Schweiz und ist bei Liebhabern gut gemachter Schweizer (Pop-) Musik DER Geheimtipp. Auch gilt es in der Schweizer Musikszene für die jungen Musiker als wichtiges Sprungbrett, für die etablierten Musiker als LiebhaberFestival, wo man gerne spielt. 6. – 21.12.2013 | www.songbirdfestival.ch

Munch, Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff auf. Baselitz scheint es bei diesen Variationen eigener Werke um die Frage nach dem Alterswerk großer Künstler zu gehen. Insbesondere die nervöse Existenzkunst Edvard Munchs und dessen selbstgewähltes Aussenseitertum haben ihn beeindruckt. Er verspüre »eine Abhängigkeit von Munch und SchmidtRotluff, Hochachtung für Kirchner und Verständnis für Heckel« kommentierte Baselitz seine Auswahl der alten Meister. Die Geste der Wiederholung, die Baselitz mit seinen Remix-Bildern vollführt, bringt keine Kopie auf die Leinwand, sondern ist vielmehr die Darstellung einer Interaktion mit der eigenen Vergangenheit. Das Neue, das dabei entsteht, rührt aber auch von den Regeln oder »Handikaps« her, die Baselitz sich selbst auferlegt. Die innere Notwendigkeit, die den Maler 1969 dazu veranlasste das Motiv zu drehen und fortan umgekehrt zu malen, hat in jüngerer Zeit zu einem neuen Kunstgriff geführt. Der Maler der Remix-Bilder bearbeitet die Leinwand am Boden mit dem Pinsel – ohne dabei das große Format in Gänze überblicken zu können –, während er in der linken Hand ein Foto oder andere erforderliche Vorlagen hält. Mittlerweile werden die farbigen Vorlagen nicht mehr als solche verwendet, sondern zuvor am Computer zu Negativen bearbeitet. Das Negativ tritt gewissermassen als Bildstörung auf und ermöglich der gegenständlichen Malerei von Georg Baselitz – ähnlich wie seinerzeit die Inversion der Motive – eine neue spielerische Autonomie.

Georg Baselitz (*1938), Ernst Ludwig Kirchner, 2006, Tuschfeder und Tusche auf Papier, 66x50.8 cm Kunstsammlung Chemnitz | Foto: Jochen Littekmann.

Mo geschlossen 24., 25., 30., 31.12.2013 10 – 18 Uhr 1.1.2014 14 – 18 Uhr Eintrittspreise Normalpreis CHF 12 Ermäßigt CHF 10 Familienkarte (2 Erwachsene und maximal 5 Kinder) CHF 24

Kinder, Studenten. Lehrlinge CHF 5 Gruppen (min. 10 Personen) CHF 10 Audioguide Nein Führungen Di und S0 16 Uhr

Gruppenführungen Private Führungen auf Anfrage Telefon +41 81 410 63 00 oder E-Mail: info@kirchnermuseum.ch Katalog Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in deutscher und englischer Sprache.

Art on Ice ist das einmalige, farbenfrohe Zusammenspiel zwischen Olympiasiegern und -Weltmeistern auf dem Eis und internationalen Musik-Stars live auf der Bühne. Art on Ice ist mehr als eine Eislauf-Gala. Art on Ice zählt mit jährlich rund 90 000 Zuschauern zu den meistbesuchten Indoor-Shows der Welt. Die Europa-Tournee 2014 (27. Februar bis 13. März) führt von Zürich (6 Vorstellungen) nach Lausanne (2), dann nach Davos (2), Helsinki (1) und Stockholm (1). Die Stars für die Bühne sind für 2014 die Band Hurts, die Pianistin Khatia Buniatishvili (nicht in Lausanne und Davos), Loreen, die Eurovision Contest-Siegerin von 2012 und das Schweizer Ensemble Mummenschanz, Inbegriff des zeitgenössischen Figuren- und Maskentheaters. Die Stars auf dem Eis sind Stéphane Lambiel, Sarah Meier, Kurt Browning, Joannie Rochette, Florent Amodio (nur Zürich und Lausanne), Aljona Savchenko & Robin Szolkowy, Gev Manoukian, Tatiana Volosozhar & Maxim Trankov und Nathalie Péchalat & Fabian Bourzat. www.artonice.com

Das Hotel Grischa: Für Aktive und Gourmets. Mit dem Hotel Grischa hat die Besitzerfamilie aus Holland im Dezember 2011 ein für Davos einzigartiges Konzept realisiert: 93 Zimmer und Suiten sowie gastronomische Vielfalt mit 5 Restaurants, welches den Anforderungen an ein Viersterne Superior Hotel mehr als nur gerecht wird. Das Hotel ist bekannt für die vielen kulturellen wie auch kulinarischen Anlässe. Im Rahmen des Songbirdfestival 2013 findet auch in diesem Jahr das Nightcap im Hotel Grischa statt (6.-21.12.13). Die Konzerte werden vom Hotel gesponsort und sind für alle Gäste kostenlos. Wir freuen uns auf Sie. www.hotelgrischa.ch


12  |  Düsseldorf

GRET | arttourist.com 2|2013

Eine ganze Stadt für die Kunst Quadriennale Düsseldorf 2014 Die Quadriennale Düsseldorf ist ein alle vier Jahre stattfindendes Fest der Bildenden Kunst, an dem sich die führenden Düsseldorfer Kunstmuseen, Ausstellungshäuser und die Kunstakademie sowie zahlreiche Partnerinstitutionen beteiligen. Charakteristikum der Quadriennale Düsseldorf ist ein zentrales Leitthema, auf das sich alle teilnehmenden Institutionen entsprechend ihrer programmatischen Ausrichtung mit einzigartigen Werkschauen, Ausstellungen und einem umfangreichen Begleitprogramm beziehen. So entsteht im Rhythmus von vier Jahren ein unverwechselbares Angebot für Kunstliebhaber und Kunstschaffende aus aller Welt. DIE QUADRIENNALE DÜSSELDORF 2014 ÜBER DAS MORGEN HINAUS Über das Morgen hinaus – unter diesem Titel lädt die Quadriennale Düsseldorf 2014 ihre Besucher ein, über die Zukunft nachzudenken. 13 Museen, Kunsthäuser und Partner-Institute präsentieren vom 5. April bis zum 10. August mannigfaltige Zugänge zu diesem Thema. Wie stellen sich Künstler heute die Zukunft vor? Welche Vorstellungen hatten sie früher? Welche Rolle spielt dabei das Material, das sie verwenden? Mit thematisch dicht geknüpften Ausstellungen, mit zahlreichen Aktionen im Stadtraum und einem lebendigen Begleitprogramm schafft die dritte Quadriennale Düsseldorf vielfältige Gelegenheiten für die Betrachter, sich mit der Zukunft zu beschäftigen und zu erkennen, wie stimulierend das Nachdenken über die Welt von morgen sein kann und wie viel in der Kulturgeschichte im Bemühen um eine bessere Zukunft immer wieder geleistet wurde.

Dabei widmet sich jedes Kunsthaus der Quadriennale Düsseldorf 2014 einem besonderen Aspekt des Leitthemas und schafft gleichzeitig inhaltliche Verbindungen zu den anderen Häusern. Insgesamt elf Begriffe werden kunstvoll miteinander verknüpft und legen sich wie ein Netz über die Kunsthäuser und Museen der Quadriennale Düsseldorf 2014. So stellen einige Ausstellungen die Vorstellung einer Zukunft in den Mittelpunkt, die Experiment, Aufbruch und Verwandlung bedeutete; andere Präsentationen zeigen Arbeiten von Künstlern, die die Zukunft als einen Ort des Rückzuges betrachteten und vom Dunklen und Schweren fasziniert waren.

Foto links und rechts: Katja Illner


GRET | arttourist.com 2|2013

Düsseldorf  |  13

Teilnehmende Museen 01 Museum Kunstpalast

Alchemie: Das ist die Kunst, Gold zu machen und Metalle oder andere Stoffe aus ihrem vermeintlich unvollkommenen Zustand zu erlösen. Den Wunsch, Neues entstehen zu lassen und die Welt zu erforschen, teilten Alchemisten mit vielen Künstlern. Das Museum Kunstpalast lädt dazu ein, dieser Faszination nachzuspüren. Präsentiert werden Werke aus allen Gattungen von der Antike bis heute, von Künstlern wie Joseph Beuys, Jan Brueghel d. Ä., Albrecht Dürer, Max Ernst, Hendrick Goltzius, Rebecca Horn, Anish Kapoor, Yves Klein, Sigmar Polke, Rembrandt van Rijn, Peter Paul Rubens oder David Teniers d. J.

VERWANDLUNG FORTSCHRITT EXPERIMENT

03 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen

K21 Ständehaus

Ständehausstraße 1, Tel. +49 (0)211 83 81 204, www.kunstsammlung.de Führungen: Tel. +49 (0)211 83 81 204, service@kunstsammlung.de

02 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen

K20 Grabbeplatz

Grabbeplatz 5, Tel. +49 (0)211 83 81 204, www.kunstsammlung.de Führungen: Tel. +49 (0)211 83 81 204, service@kunstsammlung.de

FEUER

Christoph Büchel, Terminal, Projektskizze, 2000,  Foto: © Christoph Büchel

Unter der Erde. Von Kafka bis Kippenberger

RÜCKZUG LICHT NEUGIER

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen greift mit einer Ausstellung im K20 das Thema der weißen Flächen in den Werken von Wassily Kandinsky, Kasimir Malewitsch und Piet Mondrian auf. Weiß war für die Avantgarde-Maler nicht nur ein Teil ihrer Farbpalette, sondern Symbol für eine zukünftige Welt. In einer gegenstandslosen Kunst sahen die drei berühmten Künstler den Aufschwung zu höherer Geistigkeit und zu einer neuen gesellschaftlichen Ordnung. Es ist das erste Mal, dass die vielschichtigen Aspekte der Farbe Weiß im Werk der drei Künstler das thematische Zentrum einer Ausstellung bilden. In Anlehnung an die künstlerischen Konzepte der drei erarbeitet der Künstler Olafur Eliasson gemeinsam mit der Kunstsammlung darüber hinaus einen Raum für eine Resensibilisierung der Menschen, welcher die Besucher in überraschender Weise auf die Ausstellung vorbereitet und sie dauerhaft für die komplexen Wahrnehmungs- und Materialqualitäten des Weiß sensibilisiert. Wegen der eng befristeten Leihdauer vieler Exponate kann „Kandinsky, Malewitsch, Mondrian – Der weiße Abgrund Unendlichkeit“ nur bis zum 6. Juli 2014 gezeigt werden. Das Ausstellungsprojekt von Olafur Eliasson bleibt bis zum 10. August 2014 geöffnet.

Kunst und Alchemie – Das Geheimnis der Verwandlung

ERDE

HIMMEL

Ehrenhof 4–5, Tel. +49 (0)211 89 90 200, www.smkp.de Führungen: Tel. +49 (0)211 89 90 100, bildung@smkp.de

Rebecca Horn, Zen of Ara, 2011 | Federn, Motor, Messing, Elektrik,   D: 73 cm | Privatsammlung Rebecca Horn | Foto: Karin Weyrich, © Rebecca Horn, VG Bild- Kunst, Bonn 2013

AUFBRUCH

UTOPIE

Kandinsky, Malewitsch, Mondrian – Der weiße Abgrund Unendlichkeit

Wassily Kandinsky | Bild mit weißem Rand, 1913 | Öl auf Leinwand | 140,3 x 200,3 cm | Solomon R. Guggenheim Museum, New York | © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

In ihrer Ausstellung im K21 widmet sich die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen den utopischen und antiutopischen Aspekten des Unterirdischen: Als Motiv bietet das Unterirdische die Möglichkeit, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aus mehreren Perspektiven wahrzunehmen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Material Erde. Für die Ausstellung entstehen neue Werke, etwa von Christoph Büchel. Vertreten sind darüber hinaus Künstler wie Roni Horn, Max Ernst, Martin Kippenberger, Thomas Schütte und Bruce Naumann.


14  |  Düsseldorf

GRET | arttourist.com 2|2013

04 KIT – Kunst im Tunnel

06 Kunstverein für die Rheinlande

und Westfalen

Auf der Spur der Erfindung – Bildhauer zeichnen

Grabbeplatz 4, Tel. +49 (0)211 21 07 420, www.kunstverein-duesseldorf.de Führungen: Tel. +49 (0)211 21 07 42 12, vongelmini@kunstverein-duesseldorf.de

Die Sammlung der Akademie-Galerie umfasst unter anderem Werkzeichnungen von Bildhauern der Kunstakademie. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl dieser Skizzen – und macht damit den Schaffensprozess nachvollziehbar: von der ersten Idee bis zur in die Zukunft weisenden Umsetzung des Entwurfs. Außer den Künstlerinnen und Künstlern der Akademie wie Tony Cragg, Rita McBride oder Rosemarie Trockel bezieht die Ausstellung Positionen vier weiterer Künstler ein: Henry Moore, Germaine Richier, Hans Uhlmann und Fred Sandback.

Mannesmannufer 1b, Tel. +49 (0)211 89 20 769, www.kunst-im-tunnel.de Führungen: Tel. +49 (0)211 89 96 256, bildung@kunsthalle-duesseldorf.de

08 Filmmuseum Düsseldorf Claire Burrus, Sujet à discrétion, 1985 , 3 colour photographs and 3 title cards , Each photograph 65 x 80 cm; each title card 4 x 12 cm | „ANONYME la mer en méditerranée (vue générale) multiple“ „PHILIPPE THOMAS autoportrait (vue de l‘esprit) multiple“ „CLAIRE BURRUS autoportrait (vue de l‘esprit) pièce unique“ © Claire Burrus und Jan Mot, Brussels / Mexico City

Pauline M’barek, Semiophoren, 2013, Videostill, HD, 14´00 Min, Ton, sw, © Courtesy the artist

Pauline M’barek – Der berührte Rand. Ein Rand bildet eine Grenze zwischen zwei Körpern. Berührt man diese, entsteht eine gemeinsame Fläche. Doch was passiert, wenn die rechte Hand die linke berührt? Welche Hand ist die berührte, welche die berührende, wo ist außen, wo innen? Pauline M´barek befasst sich in ihrer Ausstellung mit Umkehrungen von Körpern und Verhältnissen. Der Raum des KIT wird so in einen Schwebezustand versetzt, in dem sich klare Kategorien wie die des Sehens und Berührens verschieben.

Zukunftsperspektiven – Zum Beispiel Les Immatériaux. Oder: Wie Zukunft gezeigt wurde.

Schulstraße 4, Tel. +49 (0)211 89 92 232; Ausstellung im NRW-Forum, Ehrenhof 2, www.duesseldorf.de/filmmuseum Führungen: Tel. +49 (0)211 89 94 730, Karin.Woyke@duesseldorf.de

Der französische Philosoph Jean-François Lyotard entwickelte Mitte der 1980er Jahre eine Ausstellung zur Zukunft der Informationsgesellschaft. Sie irritierte ihr Publikum über die Maßen und avancierte zur viel diskutierten Kult-Ausstellung. Der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen greift diese Ausstellung auf und geht unter anderem der Frage nach, wie sich drei Jahrzehnte später unser Umgang mit Information verändert hat. Dabei werden auch neue Arbeiten ausgewählter Künstlerinnen und Künstler gezeigt.

05 Kunsthalle Düsseldorf

Fritz Lang, Metropolis, 1927, Transit-Film

Grabbeplatz 4, Tel. +49 (0)211 89 96 243, www.kunsthalle-duesseldorf.de Führungen: Tel. +49 (0)211 89 96 256, bildung@kunsthalle-duesseldorf.de

Visionen und Alpträume – Die Stadt der Zukunft im Film

Weitere Ausstellungen –   Die Partner

Der Blick in die Zukunft ist eines der beliebtesten Motive im Film, namentlich im Genre der Science-Fiction. Viele dieser Filme befassen sich mit Visionen von Städten. Die Ausstellung Visionen und Alpträume – Die Stadt der Zukunft im Film verfolgt den Blick in die Zukunft und dessen Wandlung im Film über den Zeitraum von 100 Jahren und setzt ihn in Beziehung zu gesellschaftlichen Entwicklungen.

07 Akademie-Galerie –

MOON Kyungwon & JEON Joonho, El Fin Del Mundo,   2012, HD Film, Filmstill

Zukunftsperspektiven – 2084 In George Orwells Epochenroman 1984 sind die Verhältnisse klar: Auf der einen Seite der totalitäre Überwachungsstaat, auf der anderen ein freiheitsliebender Opportunist. Heute jedoch steht Big Brother nur noch für ein Fernsehformat, und Big Data hat die Herrschaft über unseren Alltag übernommen. Mit militärischer Präzision werden riesige Datenmengen erfasst, um sie analytisch auszuwerten. Die Ausstellung 2084 fragt nach Momenten der Handlungsmacht oder Ohnmacht des Einzelnen innerhalb der Datamaschinerie und projiziert aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen in ein zukünftiges Szenario, um ein kritisches Bild unserer Gegenwart zu fassen.

Die Neue Sammlung

Burgplatz 1, Tel. +49 (0)211 13 96 223 / 353, www.kunstakademie-duesseldorf.de

09 Hetjens-Museum

Markus Lüpertz , Ohne Titel (Herkules), 2010, Wachskreide auf Aquarell auf Papier 42x29,5 cm ©Markus Lüpertz, VG Bild- Kunst courtesy Galerie Michael Werner Märkisch Wilmersdorf, Köln & New York

Schulstraße 4, Tel. +49 (0)211 89 94 210, www.duesseldorf.de/hetjens Führungen: +49 (0)211 89 94 206

Keramischer Bauschmuck am Phoenix-Haus in Düsseldorf, Entwurf Ludwig Gies, Fertigstellung 1926 Foto: Sally Schöne

Ton. Ein Aufruf Plastik und Baukeramik 1910–1930 Ab 1910 entdeckten Künstler und Architekten in Deutschland den Werkstoff Ton neu, fasziniert von seinen Gestaltungsmöglichkeiten. Die Formbarkeit des Materials kam einem expressiven Arbeiten im Sinne der Ausdruckskunst entgegen; als wetterfester Bauschmuck prägte Ton durch seine Farbigkeit das Bild der Städte. Die Ausstellung beleuchtet die Entwicklung der keramischen Plastik und des Bauschmucks bis zum Ende der Weimarer Republik.


GRET | arttourist.com 2|2013

10 imai – inter media art institute

Düsseldorf  |  15

12 KAI 10 | Arthena Foundation

Bildhauer Galerie um nungen von . Die Aus-

möglichkeiten. Die Formbarkeit des Ma Ehrenhof 2, Tel. +49 (0)211 89 98 799, terials kam einem expressiven Arbeiten Ausstellung im NRW-Forum, im Sinne der Ausdruckskunst entgegen; www.imaionline.de als Bauschmuck prägte Führungen: Tel.wetterfester +49 (0)211 89 98 799, rb@imaionline.de Ton durch seine Farbigkeit das Bild der

eser Skizzen ensprozess n Idee bis Umsetzung lerinmie wie Rosemarie Positionen ry Moore, nn und Fred

Städte. Die Ausstellung beleuchtet die Entwicklung der keramischen Plastik und des Bauschmucks bis zum Ende der Weimarer Republik.

RF

Ausstellung im

seum in.Woyke@

IMAI – INTER MEDIA ART INSTITUTE IM NRW-FORUM

Lutz Mommartz, Rechts/Links, Filmstills aus der Doppelprojektion, Zweileinwandkino, 1968/2014

Ehrenhof 2, Tel. +49 (0)211 89 98 799, Ausstellung im The Invisible Force Behind. NRW-Forum, www.imaionline.de Materialität in der Medienkunst

Führungen: Tel.Frage +49 (0)211 799, rb@imaionline. Die Ausstellung wirft die nach 89 der98 Zukunft de des Materials in der bildenden Kunst auf. Ebenso wie in der heutigen verästelten Informationsgesellschaft ist auch in der Medienkunst ein zunehmender Verlust von körperhafter Substanz zu beobachten. Die ausgewählten Werke werden aus technologischen Informationsquellen gespeist und eröffnen komplexe Wissens-, Kommunikations- und Projektionsräume. Lutz Mommartz, Rechts/Links, Filmstills aus der Doppelprojektion Zweileinwandkino, 1968/2014

The Invisible Force Behind. Materialität 11 Julia Stoschek Collection

Stadt der

es der amentlich Viele dieser n von Städnd AlpträuFilm verund dessen itraum von ziehung zu en.

www.duessel-

her Bauam Haus in rf, Ludwig Gies, lung 1926 y Schöne

in der Medienkunst

Schanzenstraße 54, 13 Die Ausstellung wirft die Frage nach der Tel. +49 (0)211 58 58 840, Zukunft des Materials in der bildenden www.julia-stoschek-collection.net Kunst auf. Ebenso wie in der heutigen Führungen: Tel. +49 (0)211 58 58 840, verästelten Informationsgesellschaft ist www.julia-stoschek-collection.net/besuch/ fuehrungen.html auch in der Medienkunst ein zunehmender Verlust von körperhafter Substanz zu

beobachten. Die ausgewählten Werke werden aus technologischen Informationsquellen gespeist und eröffnen komplexe Wissens-, Kommunikationsund Projektionsräume.

KAI 10 | ARTHENA FOUNDATION

Kaistraße 10, Tel. +49 (0)211 99 43 41 30, www.kaistrasse10.de Kaistraße 10, Tel. +49 (0)211 99 43 41 30, www.kaistrasFührungen: Tel. +49 (0)211 99 43 41 30, se10.de info@kaistrasse10.de Führungen: Tel. +49 (0)211 99 43 41 30, info@kaistras-

Aktuelle News, VideosVideos und Beiträge Aktuelle News, und auf: Beiträge auf: www.quadriennale-duesseldorf.de/blog www.quadriennale-duesseldorf.de/blog

se10.de

Jean-Pascal Flavien, Double space / Los Angeles, 1999 Los Angeles Models, Foto: Jean-Pascal Flavien Courtesy Galerie Catherine Bastide Jean-Pascal Flavien, Double space / Los Angeles, 1999, Los Angeles Models, Foto: Jean-Pascal Flavien,   © Galerie Catherine Bastide

Backdoor Fantasies Die Ausstellung findet im KAI 10, im öfRaum und in Unternehmen des fentlichen Backdoor Fantasies Medienhafens Düsseldorf Der Blick Die Ausstellung findet im KAI 10,statt. im öffentlichen Raumdie undFassaden in Unternehmen Medien- Anliehinter ist ein des zentrales hafens Düsseldorf statt. Der Blick hinter die Fasgen des Projekts: Es konzentriert sich auf saden ist ein zentrales Anliegen des Projekts: Es die Vorstellungsbilder und unterdrückten konzentriert sich auf die Vorstellungsbilder und Gefühle, die bei der Planung eines Areals unterdrückten Gefühle, die bei der Planung eines Areals Medienhafen gleichsam gleichsam unter wie wie demdem Medienhafen unter den Teppich gekehrt werden. Statt auf den direkden Teppich gekehrt werden. Statt auf den ten Ortsbezug setzt das Projekt auf überraschendirekten Ortsbezug setzt das Projekt auf de Konfrontationen und die Erforschung subtiler überraschende Konfrontationen und die Eremotionaler Qualitäten. forschung subtiler emotionaler Qualitäten.

Langen Foundation

LANGEN FOUNDATION

Raketenstation Hombroich 1, 41472 Neuss, Tel. +49 (0)2182 57 01 15, 1, 41472 Neuss, Tel. +49 Raketenstation Hombroich www.langenfoundation.de (0)2182 57 01 15 Führungen: Tel. +49 (0)211 98 92 005, www.langenfoundation.de hans-willi.notthoff@gmx.de Führungen: Tel. +49 (0)211 98 92 005, hans-willi.notthoff@gmx.de

QUADRIENNALE ENTDECKEN UND BESUCHEN Düsseldorf besitzt eine besondere Atmosphäre: Eine lebendige Kunstszene, ein Opernhaus und ein Ballett mit internationalem Ruf, architektonische Glanzlichter der Vergangenheit und QUADRIENNALE Gegenwart, rheinische Lebensfreude und den ENTDECKEN UND BESUCHEN Charme einer Metropole. DieAtmosphäre: Vitalität derEine Stadt Düsseldorf besitzt eine besondere lebendige Kunstszene, einUnzählige Opernhaus Restaurants, und ein Ballett ist überall zu spüren. mit internationalem Ruf, architektonische GlanzBrauhäuser, Bars und Clubs bieten die Möglichter der Vergangenheit und Gegenwart, rheinische lichkeit, Kunsterlebnisse mit dem rheinischen Lebensfreude Charme Tourenvorschläge einer Metropole. Die Savoir-vivreund zu den verbinden. Vitalität der Stadt ist überall zu spüren. Unzählige mit zahlreichen Tipps und Empfehlungen, sowie Restaurants, Brauhäuser, Bars und Clubs bieten die Übernachtungsmöglichkeiten finden Sie hier. Möglichkeit, Kunsterlebnisse mit dem rheinischen http://quadriennale-duesseldorf.de/ihr_besuch Savoir-vivre zu verbinden. Tourenvorschläge mit zahlreichen Tipps und Empfehlungen, sowie Übernachtungsmöglichkeiten finden Sie hier: EINTRITTSKARTEN http://quadriennale-duesseldorf.de/ihr_besuch

Für die Quadriennale Düsseldorf 2014 gelten in EINTRITTSKARTEN allen teilnehmenden Museen und Kunsthäusern Für Quadriennale Düsseldorf 2014 gelten in aldiedie jeweiligen Einzelpreise. len teilnehmenden Museen undverschiedene Kunsthäusern Tadie Darüber hinaus gibt es zwei jeweiligen Einzelpreise. Darüber hinaus gibt es zwei ges-Tickets:

verschiedene Tages-Tickets: 1-Tages-Ticket 20 Euro (ermäßigt 15 Euro) 2-Tages-Ticket 30 Euro (ermäßigt 1-Tages-Ticket 20 Euro (ermäßigt 15 Euro) 20 Euro) Beide Tages-Tickets berechtigen zum einma2-Tages-Ticket Euro (ermäßigt 20 Euro) ligen Besuch aller 30 Ausstellungen der Quadriennale Düsseldorf 2014; das 2-Tages-Ticket ist an zwei frei Beide Tages-Tickets einmaligen wählbaren Tagen gültig.berechtigen Sie erhalten zum die Tickets in Besuch aller Ausstellungen derden Quadriennale den teilnehmenden Häusern und Düsseldorfer Tourist-Informationen. Düsseldorf 2014; das 2-Tages-Ticket ist an zwei

frei wählbaren Tagen gültig. Sie erhalten die FÜHRUNGEN Tickets in den teilnehmenden Häusern und den Das anspruchsvolle Ausstellungsprogramm wird von Düsseldorfer Tourist-Informationen

einem breiten Vermittlungsangebot der teilnehmenden Museen und Kunsthäuser begleitet. Führungen können direkt bei den jeweiligen AusstellungshäuFÜHRUNGEN sern gebucht werden. Darüber hinaus steht Ihnen das Das der anspruchsvolle wird Team Quadriennale Ausstellungsprogramm GmbH gerne zur Verfügung. von einem breiten Vermittlungsangebot der teilSie erreichen uns per Mail unter info@quadriennalenehmendenoder Museen Kunsthäuser begleitet. duesseldorf.de unterund der Nummer unserer Hotline +49 (0)211 89 99 919. Führungen können direkt bei den jeweiligen

Ausstellungshäusern gebucht werden.

JULIA STOSCHEK COLLECTION

Trisha Donnelly, Untitled, 2012, Digitales Video, Courtesy of the artist and Casey Kaplan, New York

54, Tel. +49 (0)211 58 58 840, www. Number Schanzenstraße Eight: julia-stoschek-collection.net Trisha Donnelly

Führungen: Tel. +49 (0)211 58 58 840, Das Werk der US-amerikanischen Künstlerin www.julia-stoschek-collection.net/besuch/fuehrungen. Trisha Donnelly (*1974) umfasst Video- und html Soundinstallationen, Zeichnungen, Skulpturen, Fotografie und Performances. Ihre Arbeiten TrishaentDonnelly, Untitziehen sich einer herkömmlichen Bildhaftigkeit led, 2012, und ihrer Bedeutung, stattdessen hält sie Zustän-Video, CourDigitales of the artist and de in fluiden Raum-Zeit-Szenarien vontesy höchster Casey Kaplan, New York Intensität fest.

Number Eight: Trisha Donnelly Das Werk der US-amerikanischen Künstlerin Trisha Donnelly (*1974) umfasst Video- und Soundinstallationen, Zeich-

SKY LEI, Waikiki Sky Event, Kapiolani Park, Honolulu,   SKY LEI, Waikiki Sky Event, Kapiolani Hawaii, USA, 19. September 1970, Foto: Nan Rosenthal

Park, Honolulu, Hawaii, USA,

19. September Otto Piene – 1970, Foto: Nan Rosenthal Inflatables und Sky Event Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Inflatables: große aufblasbare Skulpturen Otto Piene – Inflatables und von Sky Otto Event Piene. Ein Höhepunkt der Schau ist das Sky Event Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die am 15.06.2014. Dabei werden unter Beteiligung Inflatables: große aufblasbare Skulpturen der Besucher mit Helium gefüllte Skulpturen in von Otto aufsteigen. Piene. Ein Höhepunkt der Schau den Himmel Das Event verdeutlicht das SkyPienes: Event 15.06.2014. Dabei dasist Leitmotiv Dieam Kunst geht – vergleichbarwerden der Architektur Andos – der eine Besucher Verbinunter Tadeo Beteiligung dung mit der sie umgebenden Landschaft ein.

mit Helium gefüllte Skulpturen in den Himmel aufsteigen. Das Event verdeutlicht das Leitmotiv Pienes: Die Kunst geht – vergleichbar der Architektur Tadeo Andos – eine Verbindung mit der sie um-

HOTELPAKETE Für Ihren Besuch Quadriennale Darüber hinausdersteht Ihnen dasDüsseldorf Team der2014 Quadhat Düsseldorf Marketing & Tourismus Hotelpakete riennale GmbH gerne zur Verfügung. in drei verschiedenen Preiskategorien zusammengeSie erreichen uns per Mail unter stellt. Jedes Paket umfasst: info@quadriennale-duesseldorf.de oder unter - eine Übernachtung inkl. Frühstück der 2-Tages-Ticket Nummer unserer - ein für dieHotline (0)211 89Düsseldorf 99 919. 2014 +49 Quadriennale - eine Düsseldorf WelcomeCard mit zahlreichen freien Eintritten in Freizeiteinrichtungen sowie freier Fahrt mit dem ÖPNV HOTELPAKETE - ein Für Düsseldorf-Infopaket Ihren Besuch der Quadriennale Düsseldorf - einen Merian-Stadtführer 2014 hat Düsseldorf Marketing & Tourismus

Hotelpakete in drei verschiedenen Preiskategori-

Sie können Ihren Aufenthalt unter en zusammengestellt. www.duesseldorf-tourismus.de/hotelpakete buchen.

Jedes Paket umfasst: - eine Übernachtung inkl. Frühstück - ein 2-Tages-Ticket für die Quadriennale Düsseldorf 2014 - eine Düsseldorf WelcomeCard mit zahlreichen freien Eintritten in Freizeiteinrichtungen sowie


1311_ECM_286x436_Pina_RZ 13 11 13 10:39 Seite 1

ECM

NO END AUTUMN 2013

Keith Jarrett No End ECM 2361/62

2-CD

Kayhan Kalhor Erdal Erzincan Kula Kulluk Yakisir Mi ' ECM 2181

Carla Bley Andy Sheppard Steve Swallow Trios

Ralph Towner Wolfgang Muthspiel Slava Grigoryan Travel Guide

ECM 2287

ECM 2310

CD

Marc Sinan Hasretim – Journey to Anatolia ECM 2330/31

CD/DVD

CD

Keith Jarrett Gary Peacock Jack DeJohnette Somewhere ECM 2200

CD

Maria Pia de Vito Francois Couturier Anja Lechner Michele Rabbia Il Pergolese ECM 2340

Tim Berne's Snakeoil Shadow Man ECM 2339

ECM 2338

CD

CD

CD

Keith Jarrett Concerts Bregenz/München ECM 1227-29

CD

John Abercrombie Quartet 39 Steps Marc Copland Drew Gress Joey Baron ECM 2334

Aaron Parks Arborescence

CD

CD

Yeahwon Shin Lua ya Aaron Parks Rob Curto ECM 2337

ECM 2332

CD

Ralph Alessi Baida Jason Moran Drew Gress Nasheet Waits ECM 2321

Stefano Bollani Hamilton de Holanda O que será

3-CD

www.ecmrecords.com www.ecm-sounds.de www.facebook.com/ecmrecords

Im Universal Vertrieb

CD


EM_Plakat_320-470_39L300.indd 1

12.11.13 08:52


18  |  Frankfurt

GRET | arttourist.com 2|2013

The Forsythe Company William Forsythe gilt als einer der führenden Choreografen weltweit. Seine Werke sind dafür bekannt, die Praxis des Balletts aus der Identifikation mit dem klassischen Repertoire geFoto: The Forsythe Company löst und zu einer dynamischen Kunstform des 21. Jahrhunderts transformiert zu haben. Forsythes tiefgreifendes Interesse an organisatorischen Grundprinzipien hat ihn dazu geführt, ein breites Spektrum von Projekten in den Bereichen Installation, Film und internetbasierte Wissensentwicklung zu realisieren. www.theforsythecompany.com

Restaurant Emma Metzler

Albrecht Dürer (1471–1528) | Bildnis der Mutter des Künstlers, Barbara Dürer, geb. Holper, um 1490 | Tannenholz, 47 x 35,8 cm | Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg | Foto: Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg

Albrecht Dürer (1471–1528) | Portrait eines Geistlichen, 1516 | Pergament auf Leinwand, 41,2 x 32,7cm | National Gallery of Art, Washington | © Washington, National Gallery of Art

Dürer.

Kunst – Künstler – Kontext 23.10.2013 – 2.2.2014 Vom 23. Oktober 2013 bis 2. Februar 2014 präsentiert das Städel Museum den wohl bedeutendsten deutschen Renaissancekünstler Albrecht Dürer (1471–1528) in einer umfassenden Sonderausstellung. Diese umfasst insgesamt über 280 Werke, darunter etwa 200 Arbeiten von Albrecht Dürer selbst. Insgesamt zeigt die Präsentation das Schaffen des deutschen Meisters in der ganzen Breite und Vielfalt seiner künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten. Zu sehen sind Tafel- und Leinwandbilder, Handzeichnungen, Blätter in unterschiedlichen druckgrafischen Techniken sowie von Albrecht Dürer verfasste und illustrierte Bücher. Dürers fortwährende Auseinandersetzung mit den Werken seiner deutschen, niederländischen und italienischen Künstlerkollegen ist zentrales Thema der Frankfurter Altmeisterausstellung, die Dürers Arbeiten in den historischen Kontext ihrer Entstehung stellt. „Mit seinen reichen Beständen spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Kunst gehört das Städel Museum zu den weltweit herausragenden Sammlungen in diesem Bereich. Einen besonderen Schwerpunkt in unserem Ausstellungsprogramm haben wir in den letzten Jahren auf Altmeisterausstellungen gelegt, darunter ‚Kultbild‘ (2006), ‚Hans Baldung Grien‘ (2007), ‚Cranach der Älte-

Sa, So, feiertags EUR 12 pro Person Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung erforderlich. Tel.: +49(0)69-605098-200 duerer@staedelmuseum.de

Öffnungszeiten Di, Mi, Sa und So 10 – 19 Uhr, Do und Fr 10 – 21 Uhr Sonderöffnungszeiten: 25., 26. und 30.12.2012 10 – 19 Uhr, 1. und 6.1.2014 10 – 19 Uhr 24. und 31.12.2013 geschlossen

Audioguide Durch die Ausstellung führt eine Audiotour in deutscher und englischer Sprache. Die deutschsprachige Tour spricht Schauspieler Heino Ferch. EUR 4

Eintrittspreise Di - Fr Normalpreis EUR 12 ermäßigt EUR 10 Familienkarte EUR 20 Sa, So, feiertags Normalpreis EUR 14 ermäßigt EUR 12 Familienkarte EUR 24 freier Eintritt für Kinder bis zu 12 J.; Kartenvorverkauf unter: tickets.staedelmuseum.de Gruppen ab 10 Personen Di - Fr EUR 10 pro Person

Ensemble Modern

re‘ (2007/08), ‚Der Meister von Flemalle und Rogier van der Weyden‘ (2008/09) oder ‚Botticelli‘ (2009/10). Ich freue mich, dass diese Serie nun eindrucksvoll mit einer umfassenden Sonderausstellung zu Albr echt Dürer fortgesetzt werden kann“, so Städel-Direktor Max Hollein. „Die umfassende Präsentation im Städel zeigt Dürers Kunst im Kontext ihrer Zeit und unterscheidet sich darin deutlich von vergleichbaren Ausstellungen der Vergangenheit. Seine künstlerischen Innovationen, seine theoretischen Forschungen und nicht zuletzt sein Geschick in der Vermarktung und Inszenierung seines Schaffens machten Dürer schon zu Lebzeiten zu einem der einflussreichsten europäischen Künstler. Diesen ‚ganzen‘ Dürer wollen wir in unserer Ausstellung zeigen“, ergänzt Prof. Dr. Jochen Sander, Kurator der Ausstellung. Als Maler und gelernter Goldschmied bewies der 1471 in Nürnberg geborene Albrecht Dürer sein Können in den unterschiedlichsten Medien: Der viel beschäftigte Tafelmaler, gefeierte Porträtist, Meister des Holzschnitts und Revolutionär des Kupferstichs realisierte aufwendige Auftragsarbeiten für Kaufleute, Adlige und Kaiser, entwarf aber auch Werke für andere künstlerische Techniken und arbeitete gemeinsam mit Glas-, Buch- und Wandmalern,

Adresse Städel Museum Schaumainkai 63 60596 Frankfurt am Main www.duerer-in-frankfurt.de

Führungen Überblicksführungen durch die Ausstellung Di 15 Uhr, Mi 11 Uhr, Do 19 Uhr, Freitag 19 Uhr, Sa 15 Uhr, So 16 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, Tickets: EUR 5 Euro zzgl. des Eintrittspreises. Erhältlich an der Städel Kasse ab zwei Stunden vor Führungsbeginn. Sonderführungen auf Anfrage Tel.: +49(0)69-605098-200 / duerer@ staedelmuseum.de

Aufgestiegen! Im puristischen Museumslokal mit dem schönen Park steht das Terroir im Mittelpunkt, bei Weinen wie Speisen. Küchenchef Uwe Weber lässt gigantische Portionen auftragen. Kalbsbriesperlen und Entenleber verbindet intensive Jus, abgerundet durch dezent säuerliche Rhabarberstücke. Hauchdünne Bratkartoffeln fügt er mit Auberginenpüree zum VeggieTürmchen, dem konfierte Kirschtomaten fruchtig-frischen Pep verleihen. Vor allem Fleisch ist Webers Stärke, was er bei Kotelett und karamellisiertem Bauch von Spanferkel vortrefflich beweist. Auf der Weinkarte viele Trouvaillen aus Deutschland und Frankreich. Terrasse zum Museumspark. www.emma-metzler.com

Bildhauern und Goldschmieden. Dürer bildete sich darüber hinaus auch in theoretischen Themengebieten weiter, ging wissenschaftlichen Fragestellungen nach, erforschte Natur und Mensch und schrieb und veröffentlichte Lehrbücher zu seinen so gewonnenen Erkenntnissen. Aufenthalte in Oberitalien und in den Niederlanden weiteten Dürers künstlerische Perspektive und erschlossen ihm zugleich neue Absatzmärkte. Dürers Ehefrau und auch seine Mutter unterstützten ihn beim Verkauf seiner Werke und organisierten den Messevertrieb. Bald war Dürer so erfolgreich, dass er eine Werkstatt gründete, ein eigenes „Copyright“ einführte und Handlungsreisende damit beauftragte, seine Kunst über die Stadtgrenzen hinaus zu verkaufen. Albrecht Dürer starb 1528 wohl an den Folgen einer Malaria-Erkrankung im Alter von 57 Jahren. Die Ausstellung vereint Leihgaben aus den bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt, wie der National Gallery London, dem Museo Nacional del Prado in Madrid, der National Gallery of Art in Washington, dem Pariser Louvre, dem British Museum in London, den Staatlichen Museen zu Berlin, den Uffizien in Florenz, dem Amsterdamer Rijksmuseum oder dem J. Paul Getty Museum in Los Angeles.

Katalog Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher, von Jochen Sander herausgegebener Katalog. Mit einem Vorwort von Max Hollein und Beiträgen von Jeffrey Chipps Smith, Katrin Dyballa, Erik Eising, Christian Feest, Karoline Feulner, Stephan Kemperdick, Hans Körner, Christof Metzger, Andrew Morrall, Ulrich Pfisterer, Almut Pollmer-Schmidt, Jochen Sander, Johann Schulz, Jeroen Stumpel und Berit Wagner. Deutsche und englische Ausgabe, ca. 400 Seiten, Prestel Verlag, EUR 39,90 Begleitheft Zur Ausstellung erscheint ein 44-seitiges Begleitheft (ab 12 Jahren), EUR 7,50, im Klassensatz für Schulen EUR 1 pro Heft.

App Zur Ausstellung wird erstmals im Städel Museum eine eigene App entwickelt. Die für iOS und Android erhältliche App kann in allen gängigen Stores heruntergeladen werden. Die Gratisversion beinhaltet allgemeine Informationen zur Ausstellung sowie eine durch die Willy Robert Pitzer Stiftung ermöglichte interaktive Kindertour. Die für EUR 3,59 erhältliche Vollversion bietet zudem die komplette deutsch- und englischsprachige Audiotour mit Bildergalerie und Texten zu jeder Station. Social Media Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #duerer und #staedel.

Die Gründung des basisdemokratisch organisierten Ensemble Modern (EM) war eine Initiative von StudentInnen des Bundesjugendorchesters im Jahr 1980 mit dem Foto: Manu Theo bald Ziel, Neue Musik zu fördern und angemessen aufzuführen. Es zählt zu den weltweit führenden Ensembles für Neue Musik. Jährlich gibt das EM ca. 100 Konzerte. In enger Zusammenarbeit mit den Komponisten, verbunden mit dem Anspruch nach größtmöglicher Authentizität, erarbeiten die Musiker jedes Jahr durchschnittlich 70 Werke neu, darunter etwa 20 Uraufführungen. Das Ensemble Modern wurde 2003 von der Kulturstiftung des Bundes zu einem ›Leuchtturm‹ zeitgenössischer Kultur in Deutschland erklärt. www.ensemble-modern.com

Die Göttliche Komödie Himmel, Hölle, Fegefeuer aus Sicht afrikanischer Gegenwartskunst Mit der Ausstellung „Die Göttliche Komödie. Himmel, Hölle, Fegefeuer aus Sicht afrikanischer Gegenwartskünstler“ wird das MMK auf über 4500 Quadratmetern zum SchauEdson Chagas, TIPO PASSplatz Dantes „Göttlicher Komödie“: Filipe D. Kuangana, 2012 In diesem Epos aus dem frühen 14. © Edson Chagas Jahrhundert, das zentrale Gedanken des Christentums mit Glaubensvorstellungen aus der Antike verbindet, setzt sich der italienische Dichter Dante Alighieri (1265-1321) mit theologischen, philosophischen und moralischen Fragen auseinander, die bis heute von gesellschaftlicher und politischer Brisanz sind. Das Werk bildet die Grundlage für die Ausstellung, die der Kurator Simon Njami zusammen mit dem MMK konzipiert hat und die in der Folge an vier weiteren internationalen Ausstellungsorten zu sehen sein wird. 1.3. – 6.7.2014 | www.mmk-frankfurt.de

Hotel Hessischer Hof Am Rande des Frankfurter Westends, gegenüber der Messe liegt das Frankfurter 5 Sterne Hotel Hessischer Hof, Member of „The Leading Hotels of the World“ – ideal für anspruchsvolle Kulturliebhaber. Das Luxushotel liegt in Frankfurt ideal - nur wenige Gehminuten von der Innenstadt und den zahlreichen Frankfurter Sehenswürdigkeiten und der Schirn Kunsthalle entfernt. www.hessischer-hof.de


GRET | arttourist.com 2|2013

Frankfurt  |  19

Pablo Picasso, Nue aux bas rouges/Nude with Stockings, 1901 © Musée de Beaux Arts de Lyon

Henri de Toulouse-Lautrec, ELLES/La Clownesse assise, Mademoiselle Ch-U-Ka-O © Sammlung J.P. Gimbergues

ESPRIT MONTMARTRE. Die Bohème in Paris um 1900

Ramón Casas, The Bohemian, Satie, 1891, © Library Evanston Illinois

7.2. – 1.6.2014 „Das Viertel ähnelte einem riesigen Atelier“, schrieb ein zeitgenössischer Kritiker in den 1890er Jahren über den Montmartre in Paris. Anders als das industrialisierte, großstädtische Paris mit seinen von Haussmann radikal systematisierten Straßen und breiten Boulevards, hatte sich der am damaligen Pariser Stadtrand gelegene Montmartre-Hügel ein ländliches Flair bewahrt. Mehrere alte Mühlen oder das unbebaute Gelände, das berühmte „Maquis“, eine brache Fläche am Nordhang, hatten dörflichen Charakter. Diese ursprüngliche, stellenweise ärmliche und heruntergekommene Umgebung bot neben zahlreichen Künstlern auch allen Arten sozialer Randexistenzen Raum und Unterschlupf. Die Ausstellung ESPRIT MONTMARTRE in der SCHIRN beleuchtet den Stadtteil Montmartre zwischen 1880 und 1910 als Gegenwelt zum mondänen Paris der „Belle Epoque“. Viele Künstler – darunter auch einige aus heutiger Sicht sehr bedeutende – wählten diese Umgebung, um dort zu leben und zu arbeiten. Dichter, Komponisten und Maler entschieden sich zum Teil bewusst für ein Leben als ärmliche Bohemiens am Rande der Gesellschaft. Dieses neue künstlerische Selbstverständnis als freiwillig-unfreiwillige Außenseiter spiegelte sich erstmals besonders realistisch und eindrücklich

auch in ihrer Kunst wider. Die Ausstellung untersucht abseits von Klischees die soziologischen Zusammenhänge, die zu jenem Zeitpunkt wirkten und die das Bild vom Künstler und auch seine Themen bis heute maßgeblich beeinflussen. ESPRIT MONTMARTRE präsentiert eine Reihe von Themen, wie etwa das „dörfliche“ Montmatre und seine fortschreitende Verstädterung. Fotos historischer Mühlen oder des noch unbebauten Geländes am Montmartre-Hügel finden in Bildern des Baus der monumentalen Kirche Sacré-Cœur in unmittelbarer Nähe ihrer krassen Gegensatz. Besonders Vincent van Gogh, der Großstädte verabscheute, widmete sich in seinen Bildern häufig dem ländlichen Paris. Auch der Alltag, seine Bewohner und soziale Veränderungen werden in der Ausstellung thematisiert: einfache Leute in den Straßen, darunter, Wäscherinnen, Bergarbeiter, aber auch Bettler und andere Existenzen am Rande der Gesellschaft. Ebenso blickt die Ausstellung in die zahlreichen Trinklokale am Montmartre. Edgar Degas’ „Absinthtrinkerin“ kann als ein berühmtes, aber keinesfalls einzigartiges Beispiel eines Genres bezeichnet werden, welches sich dem sozialen Problem des Alkoholismus widmet. Wie nahe Armut und Dekadenz häufig beisammen liegen, zeigen die erotischen bis grotes-

Adresse SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT Römerberg 60311 Frankfurt TEL 069.29 98 82-0 welcome@schirn.de WWW.SCHIRN.DE

Eintrittspreise Normalpreis EUR 10, ermäßigt EUR 8 Eintritt für Kinder unter 8 Jahren frei Gruppen: ab 20 Personen gilt der ermäßigte Eintrittspreis. Online-VVK ab Dezember 2013 auf www.schirn.de/tickets

Öffnungszeiten Di, Fr – So 10 – 19 Uhr Mi, Do 10 – 22 Uhr Mo geschlossen

Audioguide 3 €; die Audiotour stellt die wichtigsten Werke der Schau einzeln und im Detail vor

Ab EUR 39 mit der Bahn zu Esprit Montmartre EM_Plakat_320-470_39L300.indd 1

12.11.13 08:52

ken Schilderungen von Prostituierten und Tänzerinnen in den Varietés und Nachtlokalen, wie dem Moulin Rouge oder dem Moulin de la Galette. Allen voran Henri de Toulouse-Lautrec, aber auch viele andere Künstler jener Epoche schildern erstmals in aller Deutlichkeit die grellen und die Schattenseiten ihrer Welt. Weitere Werke zeigen den intensiven Austausch der am Montmartre lebenden Künstler mit Galeristen, Literaten und Komponisten. In rund 160 Gemälden, Arbeiten auf Papier sowie historischen Fotos und Plakaten wird diese besondere Atmosphäre am Montmartre um 1900 erlebbar. Gezeigt werden Werke von namhaften Künstlern wie PIERRE BONNARD, EDGAR DEGAS, VINCENT VAN GOGH, AMEDEO MODIGLIANI, PABLO PICASSO, HENRI DE TOULOUSE-LAUTREC und SUZANNE VALADON, die exklusiv aus den international renommiertesten Sammlungen zusammengetragen werden. ESPRIT MONTMARTRE hat in Frankfurt ihre weltweit einzige Station. INFORMATIONEN, ANGEBOTE UND TICKETS ZU DIESEM AUSSTELLUNGSHIGHLIGHT AUF WWW.SCHIRN.DE

Führungen Reisegruppen zahlen den regulären Eintritt zzgl. EUR 100 (deutsch) bzw. EUR 120 (fremdsprachig) Führungsgebühr. Reisegruppen mit eigenem Führer zahlen den regulären Eintritt zzgl. EUR 30 Lizenzgebühr. Firmen zahlen den regulären Eintritt zzgl. EUR 120 (deutsch) bzw. EUR 140 (fremdsprachig) Führungsgebühr. Private Gruppen zahlen für deutschsprachige Führungen den regulären Eintritt zzgl.

70 € (Wochentags) bzw. 80 € (Wochenende) Führungsgebühr. Für fremdsprachige Führungen zahlen private Gruppen 90 € (Wochentags) bzw. 100 € (Wochenende). Ab 20 Personen gilt der ermäßigte Eintrittspreis. Info und Buchung TEL 069.29 98 82-112 fuehrungen@schirn.de

Fahren Sie mit dem Sparpreis Kultur nach Frankfurt am Main Hbf – hin und zurück innerhalb von drei Tagen – bequem und schnell im ICE/EC/IC ab allen Bahnhöfen in Deutschland. In der 2. Klasse ab 39 Euro bzw. ab 49 Euro in der 1. Klasse. Bis zu vier Mitfahrer sparen jeweils 10 Euro. Den Sparpreis Kultur erhalten Sie nur bei gleichzeitigem Kauf oder Vorlage einer Eintrittskarte zu ESPRIT MONTMARTRE in allen DB Reisezentren und DB Agenturen oder online auf www.schirn.de. Buchbar solange der Vorrat reicht ab 15. Dezember 2013. Infos auch unter Auguste Chabaud, Le Moulin Rouge, www.bahn.de/kultur la nuit,

Reisearrangements

1907, © Association des Amis du Petit Palais, Genève/Foto: Studio Monique Bernaz, Genève

Esprit Montmartre – Frankfurt Package für Gruppen ab 15 P. 1 Übernachtung mit Frühstücksbuffet, Gästeführer für Stadtbesichtigung, Ticket und Führung in der Ausstellung Preis pro Person im DZ ab EUR 64 Esprit Montmartre – Frankfurt Weekend für Individualreisende 1 Übernachtung mit Frühstücksbuffet, Frankfurt Card, Ticket für die Ausstellung und Frankfurt-Info-Paket Preis pro Person im DZ ab EUR 56 Infos und Buchung Tourismus+Congress GmbH Frankfurt am Main Tel. 069.21 23 08 08 info@infofrankfurt.de, www.frankfurt-tourismus.de

Ameropa-Reisen Kunst und Kultur: 1 Nacht im DZ inkl. Frühstück, Eintrittskarte in die Ausstellung und Audioguide sowie Hin- und Rückfahrt mit der Bahn (2. Kl.) mit BahnCard ab EUR 115 pro Person Infos und Buchung Im Reisebüro, im Bahnhof oder unter www.ameropa.de


20  |  Mannheim

GRET | arttourist.com 2|2013

Dix/Beckmann: Mythos Welt

Mannheimer Meisterkonzerte

22.11.2013 – 23.3.2014 meinsamen Erleben ihres Zeitalters der heime Sehnsüchte und Albträume. Max Beckmann (1884-1950) und Otto Extreme geprägt waren. Beiden widerBeckmann tendierte zu symbolisch Dix (1891-1969) – die zwei herausrafuhr der Erste Weltkrieg als künstlerische verdichteten Kompositionen, Dix blieb genden figurativen Maler des deutschen Initialzündung. Mit ihren Nach-Expressionismus fasKarrieren begleiteten sie zinieren und polarisieren Aufstieg und Fall der Weibis heute. Mit ihren Bildern marer Republik; Mitte der prägten sie maßgeblich die 1920er Jahre wurden sie an kulturelle Blütezeit der Weibedeutende Kunstakademimarer Republik. 1925 stellte en berufen. Der Nationalsosie der Direktor der Kunstzialismus verfemte sie gleihalle Mannheim, Gustav F. chermaßen und bedrohte Hartlaub, ins Zentrum der ihre Existenz. Dann trennprogrammatischen Ausstelten sich die Wege: Dix blieb lung „Die neue Sachlichin Deutschland, das nach keit“. Jetzt findet in den glei1945 ein geteiltes Land wurchen Räumen des sanierten de. Beckmann emigrierte Jugendstilbaus erstmals ein nach Amsterdam und 1947 direkter Dialog der Künstler nach Amerika. Beckmann statt. „Dix/Beckmann: Myund Dix – persönlich sind thos Welt“ überrascht mit sie sich offenbar nie begegungeahnten Bezügen. net. Als Künstler treffen sie „Dix/Beckmann: Mythos gemeinsam den magischen Welt“ eröffnet einen spanMoment, wenn das Genenden Parcours durch die wohnte plötzlich fremd und Lebenswerke des ungleichen die Welt zum Mythos wird. Malerpaars. Fünfzehn The„Dix/Beckmann: Mythos menräume führen überraWelt“ präsentiert 100 Geschende Differenzen und mälde und 165 PapierarbeiAnalogien in Weltbild und Otto Dix: Bildnis Frau Martha Dix, 1923 | Kunstmuseum Stuttgart, Geschenk der Landesten, darunter SchlüsselwerBildsprache vor. Der Raum girokasse Stuttgart | Foto: Kunstmuseum Stuttgart | © VG Bild-Kunst, Bonn 2013 ke aus bedeutenden Museen „Welt als Bühne“ etwa verund Privatsammlungen in setzt den Betrachter in die Amsterdam, Berlin, London, München, seinem veristischen Blick treu. „Physio„Goldenen Zwanziger“, als beide MaNew York oder Washington. Zur Ausstelgnomie der Zeit“ präsentiert großartige ler vom Erfolg gekrönt das pulsierende lung erscheint ein umfassender Katalog. Porträtmalerei und zeigt Netzwerke auf. Großstadtleben in ihre Bilder bannten. „Dix/Beckmann: Mythos Welt“ verdeutUnter dem Motto „Trieb & Traum“ oflicht, wie stark diese Künstler vom gefenbaren Gemälde und Aquarelle ge-

Vor historischer Jugendstil-Kulisse können Besucher des Rosengartens die großen Sinfonie- und Chorkonzerte der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz besonders stilvoll genießen: Am 1. Februar 2014 um 20.00 Uhr ist der junge Solist Michael Barenboim, Sohn der Klavier-Legenden Daniel Barenboim und Elena Bashkirova, in Mannheim zu Gast. Er zählt zu den begabtesten Geigern seiner Generation und wird mit Peter Tschaikowskys Violinkonzert zu hören sein. Am Pult steht Karl-Heinz Steffens, Chefdirigent und Generalmusikdirektor der Staatsphilharmonie. Tickets unter Telefon 0621 59909-83. www.staatsphilharmonie.de

Alte Feuerwache Von Jazz bis HipHop, von Lesungen bis Partys – die Alte Feuerwache Mannheim ist eines der wichtigsten Ziele für Musikliebhaber in der RheinNeckar-Region. Bis zu 1000 Besucher finden in der neobarocken ehemaligen Fahrzeughalle Platz. Im Veranstaltungskalender findet man das ganze Jahr über einzigartige Konzerte, nicht selten mit Künstlern von Weltruf, deren Tourneen sie sonst nur nach Köln, Berlin oder München führen. www.altefeuerwache.com

bootshaus Das bootshaus definiert den Begriff Steakhaus im Delta neu – im Gegensatz zu den meisten Steakhäusern, präsentiert sich das bootshaus seit 12 Jahren, mit direktem Neckarblick als stylisches Restaurant mit einer großen Auswahl an Steak-Spezialitäten. Unter anderem wählt der Gast zwischen den 21 Tage trocken am Knochen gereiften Ribeye- und Sirloinsteaks vom irischen Starmetzger Donald Russell und dem 28 Tage lang selbstgereiften bootshaus Cut. neben einer Vielzahl an leckeren Beilagen, runden die hausgemachten Saucenkreationen das Geschmackserlebnis in gewohnter bootshaus-Manier ab. www.bootshaus.net

Speicher7 Hafen Hotel & Bar Mannheim Ein Getreidespeicher voll mit Leben. Ein Weltplatz, an dem die Zeit langsam ist. Ein privater Ort zum Wohlfühlen. Ein Raum der Begegnungen. Eine Terrasse am Wasser. Eine große Seele. Nouvelle Vague. Ein Lebensgefühl. Alles im Flow. Leben. Lieben. Lachen. Delighted to have you. www.speicher7.com

Die Wittelsbacher am Rhein Die Kurpfalz und Europa

Max Beckmann: Tanz in Baden-Baden, 1923, Bayerische Staatsgemäldesammlungen | München, Pinakothek der Moderne | © bpk / Bayerische Staatsgemäldesammlungen, VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Otto Dix: Selbstbildnis mit Staffelei, 1926, Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren | Foto: Peter Hinschläger | © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Adresse Kunsthalle Mannheim Friedrichsplatz 4 68165 Mannheim www.kunsthalle-mannheim.de

Führungen Öffentlichen Führungen an Wochenenden und feiertags. Alle 14 Tage donnerstagsvormittags Weitere Informationen unter www. kunsthalle-mannheim.de.

Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag und Feiertage 11 – 18 Uhr Mittwoch 11 – 20 Uhr

Montag geschlossen 24. und 31.121.2013 geschlossen Eintrittspreise Normalpreis EUR 9 Ermäßigt EUR 6 Familienkarte EUR 16 Kinder unter 6 Jahre Freitag  

Gruppenführungen Auskunft und Buchung: Marita Vogt, Tel. (0621) 293 6445

Katalog Mythos Welt: Max Beckmann und Otto Dix. Hrsg. Ulrike Lorenz, Roger Diederen und Beatrice von Bormann. Ca. 264 Seiten, ca. 200 Abbildungen in Farbe 24 × 28 cm, gebunden, ca. EUR 39,90

Fast 600 Jahre regierten die Wittelsbacher die Pfalz. Die 2. Ausstellung der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen „Die WitAusstellungsimpression | Im Vordergrund telsbacher am Rhein. Die ist der sogenannte Böhmische Reichsapfel des „Winterkönigs“ Friedrich V. von der Kurpfalz und Europa“ lässt Pfalz zu sehen. Der Reichsapfel ist eines ihre wechselvolle Herrder Highlights der 3-Länder-Ausstellung „Die Wittelsbacher am Rhein. Die Kurpfalz schaft Revue passieren und Europa“. | © rem, Foto: Carolin Breckle – von der Verleihung der Pfalzgrafenwürde 1214 bis zur Auflösung der Kurpfalz im Jahre 1803. Sie vereint prachtvolle Buchmalereien, kostbare Goldschmiedearbeiten, imposante Herrschergemälde, kunstvolle Skulpturen, mediale Inszenierungen und Mitmachstationen. Die Präsentation ist noch bis 2. März 2014 im Museum Zeughaus und im Barockschloss Mannheim zu sehen. Weitere Informationen unter 8.9.2013 – 2.3.2014 | Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Zeughaus C5 | Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Barockschloss Mannheim | www.wittelsbacher2013.de.


GRET | arttourist.com 2|2013

Münster  |  21

Vernis Martin

Henri Matisse Figur & Ornament 24.11.2013 – 16.2.2014 Osmanische Haremsdamen, arabeske Linien und islamische Textilien – die Welt des berühmten französischen Künstlers Henri Matisse (1869-1954) ist geprägt

von den faszinierenden Eindrücken des Orients. Auf seinen Reisen und in den Maghreb - Algerien und Marokko - ließ er sich von den fremden Bildern der ori-

entalischen Welt verführen und inspirieren. Neben den sinnlichen Erfahrungen sind es vor allem islamische Teppiche, ornamentale Stoffe und Keramiken, die er nach seiner Rückkehr nach Südfrankreich immer wieder in seine Kunst einfließen lässt. Mit der Sonderausstellung über Henri Matisse (24.11.2013 - 16.2.2014) widmet sich das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster einem grundlegenden Aspekt im Werk des französischen Künstlers: dem Zusammenspiel zwischen Figur und Ornament. „Ich wollte immer zwei Dinge gleichzeitig machen“, sagte der Franzose selbst einmal über sein kreatives Schaffen. Das ist ihm vor allem mit seinen Darstellungen der Odalisken, der vorderorientalischen Damen in ihren Gemächern, gelungen. Hier kreiert Matisse immer wieder aufs Neue sein meisterhaftes Zusammenspiel aus figürlicher Darstellung und ornamentaler Verzierung.

Henri Matisse, Hindufrau mit Tüllrock, 1929, Lithografie | Musée Matisse, Nizza | Foto Ville de Nice - Service photographique | © Succession H. Matisse, VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Henri Matisse, Odaliske mit rotem Schmuckkästchen, 1926, Öl auf Leinwand | Musée Matisse, Nizza | Foto Ville de Nice - Service photographique | © Succession H. Matisse, VG Bild-Kunst, Bonn

Adresse Kunstmuseum Pablo Picasso Münster Picassoplatz 1, 48143 Münster www.kunstmuseum-picasso-muenster.de Öffnungszeiten Mo – So 10 – 18 Uhr, Fr 10 – 20 Uhr Fr 6. und 20.12. nur bis 18 Uhr 24., 25., 30. und 31.12.2013 geschlossen 26.12.2013 und 1.1.2014 ab 13 Uhr offen

14.2.2014 Die lange Nacht am Valentinstag bis 22 Uhr Eintrittspreise Normalpreis EUR 10 Ermäßigt EUR 8 Kinder bis 6 Jahre kostenfrei Kinder unter 16 Jahre EUR 4 Familienkarte EUR 20 Gruppen ab 10 Personen EUR 8

Matisse zeigte großes Interesse an Stoffen und Mustern außereuropäischer Kulturen. Er baute eine eigene Sammlung islamischer Textilien auf, die ihm als künstlerische Inspirationsquelle diente und mit denen er seine Modelle in seinem französischen Atelier regelmäßig inszenierte. Sein erstes orientalisches Werk schuf Henri Matisse 1917. Die Ausstellung nimmt dieses Jahr zum Ausgangspunkt und führt mit rund 90 Gemälden, Zeichnungen, Grafiken, Skulpturen und Textilien bis in die 1940er Jahre. Ergänzt werden die Arbeiten durch ausgewählte Fotografien, die den Künstler mit seinen Modellen bei der Arbeit zeigen. Die hochkarätigen Leihgaben, stammen aus amerikanischen und europäischen Museen und Sammlungen, darunter u.a. das Musée Matisse in Nizza, das Columbus Art Museum in Ohio, das Pariser Musée d’Orangerie und die Matisse-Erbengemeinschaft.

Audioguide An der Museumskasse ist ein Audioguide in Deutsch, Englisch und Niederländisch erhältlich. EUR 3 Öffentliche Führungen Donnerstag 16:30 Uhr, Sa, So + Feiertage: 15 Uhr und 16:30 Uhr Preis pro Person: 5 € zzgl. Eintritt. Wir bitten Sie um telefonische Voranmeldung unter Tel. 0251/41447-10

Gruppenführungen Kunstmuseum Pablo Picasso Münster Picassoplatz 1, 48143 Münster Tel. 0251/4144710 E-Mail: b.lauro(at)picassomuseum.de www.kunstmuseum-picasso-muenster.de Katalog ca. 272 Seiten mit zahlreichen farbigen Abb., 22 x 29 cm, Hardcover Preis: ca. EUR 29,80

Seit dem 18. Jahrhundert ist der Name Vernis Martin ein Synonym für französische Lackkunst und wird als Gattungsbegriff für die Lackdekore, die aus den Pariser Werkstätten der Brüder Martin und ihrer Söhne hervorgingen, verwendet. Berühmt für ihre Imitation ostasiatischer Lackarbeiten, wandten sie sich in den vierziger Jahren von den fernöstlichen Vorbildern ab, erweiterten das Farbspektrum und entwickelten neue Ziertechniken. Erstmalig widmet sich eine Ausstellung dem Wirken der Martins und ihrer Bedeutung für die europäische Lackkunst. bis 12.01.2014/ www.museum-fuer-lackkunst.de

Theater Münster Mit einem umfangreichen Angebot aus den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater sowie der Niederdeutschen Bühne, Konzerten, Lesungen, Vorträgen und Ausstellungen bietet das Theater Münster für jeden Geschmack und jedes Alter ein vielfältiges, gleichermaßen traditionelles wie avantgardistisches Programm: von gern gesehenen Klassikern bis zu Stücken, die in Münster ihre Uraufführung erleben www.theater-muenster.com

Sex als Motor der Evolution Bunte Vogelmännchen, imposante Geweihe, farbenfrohe Schmetterlinge, leuchtende Käfer, Gesänge und Brautgeschenke. Wozu soll das gut sein? Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zeigt ab Freitag (11.10.) ein Jahr lang (bis 19.10.2014) die neue AusstelFoto: LWL/Oblonczyk lung „Sex und Evolution“ im LWL-Museum für Naturkunde in Münster. Die Schau mit 450 Exponaten und Objekten widmet sich auf über 500 Quadratmetern der „schönsten Sache der Welt“. Den Besucher erwarten Einblicke in die verschiedensten Facetten der sexuellen Fortpflanzung im Tier- und Pflanzenreich und deren Bedeutung für die Evolution. Und auch der Mensch mit seiner Sexualität ist Thema der Sonderausstellung. www.lwl.org

Das Factory Hotel Münster Das Factory Hotel in Münster ist eins von weltweit mehr als 250 Hotels (in über 40 Ländern) individuell geführten Design Hotels™. Als zentrales Element des Germania Campus entstand das Factory Hotel 2008 in und um die denkmalgeschützten Mauern der ehemaligen Germania Brauerei. Mit seinen fünf Unternehmensbereichen Sleep, Eat, Meet, Drink und Dance möchte das Factory Hotel attraktive Angebote für Reisende und Münsteraner gleichermaßen schaffen. www.factoryhotel-muenster.de

Pinkus Müller Von den 150 Altbierbrauereien, die es einmal in Münster gab, ist eine einzige übriggeblieben: Pinkus Müller. Die verwöhnten Gaumen der münsteraner Biertrinker ließen wohl nur dieses Produkt gelten. Pinkus - ein Name, der nicht nur für Braukunst steht, sondern auch für eine langjährige Familientradition, und das seit 5 Generationen, oder seit 1816, um genau zu sein. Von Generation zu Generation wurden die alte Rezepte weitergegeben, kamen neue hinzu, wurde das Brauhaus erweitert und ausgebaut www.pinkus.de


22  |  Ravensburg

GRET | arttourist.com 2|2013

Heilige Kunst aus dem Verborgenen Lange war sie auf Dachböden, in Depots und in Sakristeischränken verborgen: die sakrale Kunst aus den Ravensburger Werkstätten Schnell und Schlachter. Heute erfreuen sich die Kirchenausstattungen des Historismus wieder großer Beliebtheit, zeigen sie doch die ganze Bandbreite der europäischen Kunststile. Theodor Schnell der Jüngere hat sich auch in den Jugendstil vorgewagt und exzellente Werke geschaffen. Das Museum HumpisQuartier in Ravensburg hat Skulpturen und Altäre von großer Schönheit aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt; auf einem inszenierten Rundgang sind diese zu entdecken. Sonderausstellung bis 16.3.2014. Kuratorenführungen: 1. und 3. Do (18 Uhr) und 1. und 3. So (11 Uhr) im Monat bis 16.3.2014 | www.museum-humpis-quartier.de

Egon Schiele. Der Anfang 16.11.2013 – 23.3.2014 Passender könnte ein Titel für ein Museum, das noch in den Kinderschuhen steckt und gerade ins Laufen kommt, nicht sein: „Egon Schiele. Der Anfang“, heißt die neue Sonderausstellung im Kunstmuseum Ravensburg, die erstmals den jungen Schiele beleuchtet. Das Frühwerk von Egon Schiele (1890– 1918) ist erstmals außerhalb Österreichs in einer Ausstellung zu sehen. Er ist einer der berühmtesten österreichischen Künstler. Der Schwerpunkt der Schau umfasst die behüteten Jahre in Tulln bis zum selbstbewussten Austritt des jugendlichen Schieles aus der Wiener Akademie des Jahres 1909. Dabei geht die Ausstellung über eine Darstellung des Frühwerks hinaus, indem frühe Arbeiten dem reifen Schaffen gegenübergestellt werden. Diese Gegenüberstellung zeigt, wie früh Schiele das für sein Werk Charakteristische wie die Thematisierung des Ichs oder rätselhafte Allegorien bearbeitet hat und damit den Weg in die Moderne findet. Die Ausstellung des Kunstmuseums Ravensburg erklärt die Faszination Schieles aus seinen Anfängen heraus und beleuchtet die Entwicklungslinien der Frühzeit in Gegenüberstellung mit Beispielen des expressionistischen Schaffens der reifen Jahre anhand von zahlreichen wichtigen Werken, darunter die „Sonnenblumen“ der Landessammlungen Niederösterreich. Der wichtigste Werkblock der Ausstellung wird von der einzigen Privatsammlung im Besitz der Nachfahren der Künstlerfamilie bereitgestellt. Die Sammlung von Melanie Schuster-Schiele, der ältesten Schwester des Künstlers, ging nach ihrem Tod an den Neffen Norbert Gradisch, dessen Sohn Werner Gradisch das kostbare Erbe bis heute bewahrt. Die Stadtgemeinde Tulln, die Landessammlungen Niederösterreich und zahlreiche weitere Privatsammlungen stellen dem Kunstmuseum Ravensburg wichtige Werkblöcke zur Verfügung, die zum großen Teil noch nie außerhalb Österreichs zu sehen waren. Mehr noch: Die neun Werke der Landessammlungen Niederösterreich, eine fast vollständige Reihung der Schlüsselwerke der Kollektion, haben in dieser Dichte noch nie das Land Niederösterreich verlassen. Insgesamt rund 70 Werke ‒ Ölgemälde, Aquarelle und Zeichnungen ‒ bilden damit die bislang ambitionierteste Schau zum „frühen Schiele“, die die Entwicklung des „ganzen Schiele“ von den ersten künstlerischen Arbeiten im Knabenalter bis zur beruhigten Formensprache der letzten Jahre in den wesentlichsten Etappen nachzeichnet. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Egon Schiele Museum in Tulln. Zur Ausstellung erscheint ein Buch mit Beiträgen von Carl Aigner, Christian Bauer und Nicole Fritz. Die Ausstellung wird gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung.

hoftheater baienfurt DFas hoftheater baienfurt liegt zwischen Weingarten und Baienfurt in Hof gelegen. Es ist ein Laboratorium, in dem Kleinkunst in ihrer ganzen Vielfalt entwickelt, aufgekocht, gemischt und präsentiert wird. Kleinkunst bedeutet nicht „Kleine Kunst“, sondern „KleinodKunst“. Theater- und Bühnenformen, die aus Subjektivem entstehen, von Begeisterung getragen werden und auf vielen kleinen Bühnen zu etwas Großem werden können. Auf dem Programm steht intelligentes, nicht intellektuelles Theater. Kabarett, Liedermacher Lesungen, Improvisationen... und viel viel mehr. www.hoftheater.org

Museum Villa Rot

Egon Schiele | Selbstbildnis mit Gilet, 1910 | Kohle, Aquarell auf Papier Landessammlungen Niederösterreich

„Die höchsten Empfindungen sind

Religion und Kunst. Natur ist Zweck;

aber dort ist Gott, und ich empfinde ihn stark, sehr stark, am stärksten.“

Egon Schiele

Das Museum Villa Rot ist ein zeitgenössisches Ausstellungshaus mit interkultureller Programmatik. Gezeigt werden internationale Einzel- und Gruppenausstellungen, die sich mit den inhaltlichen und formalen Grenzbereichen von Kunst, Kultur und Gesellschaft auseinandersetzen. Ziel ist es aktuelle Positionen und Tendenzen der Gegenwartskunst einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Einen besonderen Schwerpunkt bildet deshalb das umfassende Veranstaltungs- und Vermittlungskonzept speziell für Familien, Jugendliche und Kinder. www.villa-rot.de

Hofgut & Hofcafé Schleinsee Sich vom ersten Moment an wie zu Hause fühlen - das wird Ihnen auf dem Hofgut Schleinsee leicht gemacht, denn herzliche Gastlichkeit erwartet Sie. Erleben Sie die besondere Atmosphäre eines ursprünglichen Hofgutes. Direkt am eigenen See, umgeben von endlosen Wäldern und Wiesen. Platz genug, um Ihre Gedanken auf die Reise zu schicken. Das Hofcafé am schönen Schleinsee ist der ideale Platz für Ihre HofgutZeit. Liebevoll eingerichtet wurde aus der ehemaligen Hopfendarre ein ganz außergewöhnlicher Ort. Das wunderschöne Ambiente bietet viel Gemütlichkeit durch unzählige kleine Details, den Panorama Blick ins weite Grün und den wunderschönen Kachelofen.   www.schleinsee.de

Gasthof Ochsen Der Ochsen beim Mehlsack

Egon Schiele | Holländische Kinder im Hafen, 1906 | Aquarell auf Papier | Sammlung Gradisch

Adresse Kunstmuseum Ravensburg Burgstraße 9 88212 Ravensburg Tel. +49 751 82 810 www.kunstmuseum-ravensburg.de Öffnungszeiten Di – So 11-18 Uhr, Do 11 – 20 Uhr 24.12. geschlossen, 25./26.12. geöffnet; 31.1. bis 16 Uhr und 1.1. ab 14 Uhr geöffnet

Eintrittspreise Normalpreis EUR 6 ermäßigt EUR 4 frei bis 18 Jahre Jahreskarte EUR 22 Ravensburger Museumskarte EUR 14

Öffentliche Führungen jeden Freitag und Samstag, 15 Uhr jeden Sonntag, 11.15 Uhr und 15 Uhr ohne Voranmeldung, 3 € pro Person zzgl. Eintritt

Audio Guide Egon Schiele mit Hintergrundinformationen und Werkkommentaren pro Person EUR 2

Gruppenführungen Buchung vormittags unter Tel. 0751 82 812 pro Gruppe EUR 65 zzgl. ermäßigten Eintritt

Willkommen im Gasthof Ochsen in Ravensburg! Mitten in der wunderschönen Altstadt Ravensburgs liegt der kleine Gasthof in nächster Nähe zum Kunstmuseum und dem Ravensburger Wahrzeichen, dem Mehlsack.  Wolfgang Kimpfler und seine Mitarbeiter verwöhnen Sie mit schwäbischen Leckereien, saisonalen Schmankerln wie Wild und Spargelgerichten sowie dem besten Wiener Kalbsschnitzel Ravensburgs.  Gerne laden wir sie auch ein, bei uns zu übernachten... www.ochsen-rv.de


GRET | arttourist.com 2|2013

Salzburg  |  23

Mozartwoche 2014 International renommierte Dirigenten, Orchester und Solisten machen vom 23.1. bis 2.2.2014 die Mozartwoche zu einem Highlight des Klassik-Winters. Im Gluck-Jahr wird “Orfeo ed Euridice“ unter dem Dirigat von Marc Minkowski mit Bejun Mehta, Camilla Tilling Portrait Mark Minkowski und Maria Savastano zu erleben sein. In © marco borggreve den 31 Konzerten wird Mozarts Schaffen wird mit Werken von Christoph Willibald Gluck, Richard Strauss, Carl Philipp Emanuel Bach, Muzio Clementi und vor allem Arvo Pärt in Beziehung gesetzt. Künstler wie Anja Harteros, Rolando Villazón, oder Fazil Say werden die Mozartwoche bestimmen. www.mozarteum.at | tickets@mozarteum.at

Jonathan Meese MALERMEESE – MEESERMALER

Landestheater Salzburg

16.11.2013 - 9.3.2014 Mit MALERMEESE-MEESERMALER zeigt das MdM SALZBURG eine umfassende Werkschau der malerischen Arbeiten des Künstlers Jonathan Meese. Meese, 1970 in Tokio geboren, lebt und arbeitet in Ahrensburg und Berlin. Von 1995 bis 1998 studierte er an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg bei Franz Erhard Walther. Heute zählt er zu den herausragendsten deutschen Künstlern seiner Generation. Seine originäre, unverwechselbare malerische Sprache nimmt in ihrer Kraft und Aussage auch international einen singulären Status im Kunstgeschehen ein.

Die chronologisch angelegte Überblicksschau bietet erstmals anhand exemplarischer Arbeiten einen vollständigen Überblick über das gesamte Spektrum und die Entwicklung des malerischen Schaffens von Meese. Sie legt damit den Fokus auf den umfangreichsten und wichtigsten Teil seiner künstlerischen Arbeit, die darüber hinaus auch Skulpturen, Performances, Installationen und Bühnenarbeiten umfasst. Die ersten Ölbilder Meeses aus den Jahren 1992 bis 1994 lassen noch die Auseinandersetzung mit der Formensprache der Klassischen Moderne erkennen. Eine

Jonathan Meese | Selbstporträt mit eisernem Kreuz, 2001 | Öl auf Leinwand, 80 x 60 cm | Deichtorhallen Hamburg - Sammlung Falckenberg | Foto: Egbert Haneke, Hamburg © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

verstärkte Beschäftigung mit der Malerei erfolgte ab dem Jahr 2000, nachdem sich Meese einige Jahre überwiegend Performances und Installationen gewidmet hatte. Die für seine Arbeit wesentliche Idee von der Bühne als inszenierter Gegenwelt überträgt er nun auf großformatige („Historien“-)Bilder, die eine intensive Beschäftigung mit Charakteren und Motiven aus der Hoch- und Populärkultur darstellen. Daneben sind vor allem auch die Gattungen des Porträts und des Selbstbildnisses ein zentraler Aspekt in seinem Schaffen. In seinen Selbstdarstellungen betreibt Meese ein raffiniertes Rollenspiel, mit dem er weniger die Suche nach der eigenen Identität als vielmehr das Maskenhafte und Oberflächliche verfolgt, das er in spielerisch-imaginierten Selbstumkreisungen variiert. Meeses Gesamtwerk wird von der Beschäftigung mit Persönlichkeiten der Weltgeschichte, Ur-Mythen und Heldenepen bestimmt. In spezifischer Weise verdichtet der Künstler diese Motive unter Einbeziehung des Trivialen zu einem im Wortsinn „fantastischen“ Ganzen. Kompromisslos proklamiert er dabei sein utopisch angelegtes Konzept von der „Diktatur der Kunst“, in dem die Auseinandersetzung mit verfemten Figuren und Symbolen der jüngeren deutschen ZeitGeschichte ein bestimmendes Element ist. Oft grotesk überzeichnet, dekonstruiert sie Meese zum bloßen Ornament seiner Malereien oder führt sie im Mix mit Müll und Spielzeug ad absurdum. Mit dem systematischen, inflationären Einsatz dieser Symbole, die im Kontext der Darstellung von ihrer ursprünglichen Botschaft entkoppelt werden, verfolgt der Künstler deren Neutralisierung. Damit soll ihre Wirkungslosigkeit für die Gegenwart bekräftigt werden. Dass dabei auch öffentliche Diskussionen provoziert werden, ist sich Meese bewusst. Doch geht es seinem Selbstverständnis nach vorrangig darum, die Freiheit der Kunst zu bewahren, die sich keinen gesellschaftlichen und politischen Konventionen unterordnen darf. Kuratoren: Veit Ziegelmaier in Zusammenarbeit mit Doris Mampe

Adresse Museum der Moderne Salzburg Mönchsberg Mönchsberg 32 5020 Salzburg www.museumdermoderne.at Öffnungszeiten: Di – So 10 – 18 Uhr Mi 10 – 20 Uhr Mo geschlossen (während der Mozartwoche, Osterfestspiele, Pfingstfestspiele und Salzburger Festspiele auch montags geöffnet)

Eintrittspreise Normalpreis EUR 8 ermäßigt Senioren, Kinder (6 bis 15 Jahre), Jugendliche (16 bis 18 Jahre) und Studenten (bis 26 Jahre) EUR 7 Gruppen ab 10 Personen EUR 7 Familienticket EUR 12 Führungen Mi 18.30 Uhr kostenlose Führung So und Feiertag 15.00 Uhr EUR 2

Gruppenführungen Information und Anmeldung: Mag. Martina Pohn Lena Hofer M.A. T +43.662.84 22 20 -351,-352,-356 Studentenspecials ART 4U Studentenmittwoch von 18 – 20 Uhr, inkl. Gratisführung um 18.30 Uhr, mit Student_innen-ausweis bis 26 Jahre um EUR 2 Lazy Sunday Afternoon von 14–18 Uhr, inkl. Gratisführung um 15 Uhr, mit Student_innen-ausweis bis 26 Jahre um EUR 2

Katalog Meese: Malermeese - Meesermaler MEESE, JONATHAN - SALZBURG, MUSEUM DER MODERNE - Malermeese - Meesemaler. Katalog. Salzburg 2013/14.. 180 S. mit 100 farb. Abb., Ppbd. - Text in dt. & engl. Sprache EUR 39,90

Das Salzburger Landestheater ist die führende und prägende Institution für darstellende Künste in Stadt und Land Salzburg. Unter dem Dach des Theaters arbeiten Oper, Schauspiel, Ballett und die Jugendsparte „Junges Land“ als vier lebendige und profilierte Sparten zusammen. Das Theater spielt pro Saison, die von September bis Juni reicht, etwa 375 Aufführungen im Stammhaus am Mirabellgarten. www.salzburger-landestheater.at

Greek, Foto © Christina Canaval

Fotohof Salzburg Markus Krottendorfer Phantom of the Poles 15. 11. 2013– 18. 1. 2014 Die Ausstellung, in der drei Dia-Projektionen sowie Fotoarbeiten zu sehen sind, ist eine phantastische Entdeckungsreise und beschreibt den Blick von unserer Welt aus in unerforschte Gebiete - sowohl ins Innere als auch ins Äußere, ins Universum. Rob Hornstra – The Sochi Project 30.1. – 22. 03. 2014 Rob Hornstra und der Autor Arnold van Bruggen begannen 2007 ihr Projekt über die Region um Sotschi (Russland). Bilder und Texte eröffnen zusammen die komplexe und Rob Hornstra - Georgian Military Highway, Gudauri, Georgia, 2013. © Rob Hornstra / Flatland Gallery. vielschichtige Ge- From: An Atlas of War and Tourism in the Cuacasus schichte dieser un- (Aperture, 2013). ruhigen Region und werfen ein grelles Licht auf Vladimir Putins Bestreben, dass sich die „olympische Familie in Sotschi zu Hause fühlen wird.“ www.fotohof.at

Hotel Die Blaue Gans Die Blaue Gans ist mit 660 Jahren das älteste GASThaus der Stadt in Salzburgs bester Lage, mitten im Zentrum des Weltkulturerbebezirks, nur wenige Schritte von Mozarts Geburtshaus entfernt und liegt in Salzburgs Szene- und Museumsviertel zwischen Festspielhaus und dem Museum der Moderne. Wir haben die historischen Mauern dieser traditionsreichen Herberge behutsam mit modernem Design und zeitgenössischer Kunst kombiniert. Daraus entstand ein ungekünstelter Ort der Inspiration, ein Boutiquehotel für Menschen, die ihre eigenen Wege gehen. Wir freuen uns, wenn wir ein Stück weit ihre Begleiter sein dürfen. artHOTEL: mehr als ein Designhotel - Freiraum für individuellen Lebensstil. Die Blaue Gans ist das älteste Gasthaus und das erste artHOTEL in Salzburg! www.hotel-blaue-gans-salzburg.at

Carpe Diem Finest Fingerfood Ein Genuss für alle Sinne und für alle Gelegenheiten. Was Mozart für die Ohren ist, ist das Carpe Diem Finest Fingerfood für den Gaumen. Die kulinarische Oase in der Salzburger Getreidegasse ist eine der außergewöhnlichsten Gourmetadresse in der Mozartstadt und etablierte sich mit dem einzigartigen Genusskonzept in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Treffpunkt der Salzburger Szene und der in- und ausländischen Gäste. www.carpediemfinestfingerfood.com


24  |  Schweinfurt

GRET | arttourist.com 2|2013

Restaurant Kugelmühle Mit Stil und Atmosphäre, modern und leicht. Genießen und Wohlfühlen im Restaurant Kugelmühle. Was Küchenchef Max Matreux seinen Gästen serviert, das ist mit viel Können und außergewöhnlicher Kreativität zubereitet. Angebote der Jahreszeit, mediterran, französisch und regional, inspirieren den gebürtigen Franken. Sei es bei einem mittäglichen Geschäftsessen oder bei einem romantischen Abendessen zu zweit. Ideal für eine Geschäftsbesprechung während des Business Menüs, ein Candlelightdinner für zwei Personen oder Feierlichkeiten in kleiner Runde ist unser speziell abtrennbarer Raum. Georg-Schäfer-Straße 30 | 97421 Schweinfurt Fon 09721/914702 | www.restaurant-kugelmuehle.de

Theater der Stadt Schweinfurt – „Faszination Theater und Konzerte!“

links: Mel Ramos,Della Monty, 1971. VG BildKunst,Bonn 2013 unten: Andy Warhol, Gunter Sachs, 1972. Warhol Foundation for the visual Arts, Inc. New York. Estate Gunter Sachs, Courtesy Institut für Kulturaustausch, Tübingen

Im Theater der Stadt, einem nicht nur architektonischen Schmuckstück, wird seit 44 Jahren Gastspieltheater in allen Genres auf höchstem Niveau durchgeführt, das von einem kritischen und treuen Publikum weit über die MainRhön-Grenzen hinaus geschätzt wird. Das Theater der Stadt Schweinfurt wurde 1966 fertig gestellt und am 1. Dezember mit „Die Hochzeit des Figaro“ von der Bayerischen Staatsoper München eröffnet. Planer und Erbauer des viel gelobten Hauses war Professor Erich Schelling, der außer in Schweinfurt vor allem in Karlsruhe und Straßburg architektonische Glanzpunkte gesetzt hat. www.theaterschweinfurt.de

Panorama Hotel Schweinfurt

Die Sammlung Gunter Sachs Hauptwerke des Surrealismus bis Graffiti 15.11.2013 – 30.3.2014 Die Familie von Gunter Sachs hat sich nach seinem Tod im Mai 2011 entschlossen, seine unverwechselbare Kunstsammlung einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Sie gibt gleichzeitig auch das Interieur seiner Wohnungen weltweit wieder. Seit dem Beginn seiner Laufbahn als Sammler im Paris der 1950er- und 1960er-Jahre begleitete Kunst das Leben von Gunter Sachs. Mitte zwanzig und als charismatisch-gebildeter Erbe eines Millionenunternehmens bewegte er sich in den Kreisen der Künstler des Informel und des Nouveau Réalisme und lebte das verwegene Savoir-vivre der Pariser Kunstszene. Sachs kaufte, sammelte und trennte sich wieder von Werken, tauschte und verkaufte sie, um seine Sammlung zu bereichern. Er schuf so kein starr-gewachsenes, Stil- oder Künstler-gebundenes Konglomerat von Wertanlagen, sondern seine Kunstsammlung zeigt einen lebendigen Spiegel seiner Interessen, Bekanntschaften und auch seines subjektiven Geschmacks. In den 1960er-Jahren entdeckte er die Pop Art und ließ sein legendäres Turm-Appartement in Sankt Moritz von befreundeten Künstlern wie Roy Lichtenstein und Andy Warhol einrichten. Die Ausstellung in der Kunsthalle Schweinfurt präsentiert rund 165 Arbeiten und ist gleichzeitig ein Who´s who der internationalen Nachkriegskunst. Be-

ginnend mit den Surrealisten Max Ernst, René Magritte, Yves Tanguy sowie DalÍ zeigt sie die Informellen Jean Fautrier und Hans Hartung. Im Zentrum stehen Hauptwerke der Pop-Art vertreten durch Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Mel Ramos, Robert Rauschenberg und Tom Wesselmann. Gunter Sachs interessierte sich auch bevorzugt für den Nouveau Réalisme, wofür Arman, Daniel Spoerri, César oder Yves Klein beispielhaft ste-

Adresse Kunsthalle Schweinfurt Rüfferstraße 4 97421 Schweinfurt www.kunsthalle-schweinfurt.de Öffnungszeiten Di - So 10 – 17 Uhr Do 10 – 21 Uhr Mo geschlossen Jeder 1 So im Monat freier Eintritt

hen. Vertreten sind mit herausragenden Exponaten die Arte Povera mit Michelangelo Pistoletto, die Fluxus-Bewegung oder berühmte Künstler der GraffitiKunst wie TOAST und Shepard Fairey und viele, viele mehr. Die Schweinfurter Ausstellung der Sammlung Gunter Sachs zeigt sich gegenüber der Präsentation in der Münchener Villa Stuck in neuem Gesicht durch die große Anzahl weiterer Leihgaben aus dem Besitz der Familie. Warum Gunter Sachs in Schweinfurt? Die Präsentation der Sammlung Gunter Sachs in der Kunsthalle Schweinfurt ist eine Hommage der Familie Sachs an ihre Wurzeln und die Ursprünge ihres sozialen Engagements. Die Ausstellung wird in jenem repräsentativen Gebäude gezeigt , das 1933 als mäzenatische Schenkung des Firmengründers Ernst Sachs an die Bürger der Stadt gegeben wurde und noch heute engstens mit dem Namen „Sachs“ verbunden ist. Farbwerte cmyk Logo auf Weiß:

1. Text Anthrazit: c=30% | m=20% | y=20% | k=80% | Pantone: 425 2. Blau: c=90% | m=15% | y=7% | k=5% | Pantone: Proc. Blue 3. Pink: c=9% | m=94% | y=20% | k=5% | Pantone: 7425 4. Lichtgrau: 15% Anthrazit | Pantone: 420

5. Gelb: c=21% | m=23% | y=93% | k=0% | Pantone: 117

6. Grün: c=72% | m=20% | y=81% | k=10% | Pantone: 363

1

Eintrittspreise Normalpreis EUR 5 Ermäßigt EUR 3,50 Familienkarte EUR 9

speziellen Themen, regelmäßige Sonntagsführungen um 11 Uhr Information und Buchung Tel. + 49 (0)9721-51 4744

Führungen Themenführungen für Erwachsene, Seniorennachmittag jeden 3. Dienstag im Monat um 15 Uhr, kunstpädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche zu

Katalog Zur Ausstellung ist ein Katalog beim Hirmerverlag in München erschienen.

Das Panorama Hotel Schweinfurt ist der perfekte Ort vom Alltag Auszeit zu nehmen. Alle 74 Zimmer mit modernster Ausstattung sind Nichtraucherzimmer, zum Teil Allergiker geeignet und bieten Ihnen einen herrlichen Blick über die Altstadt von Schweinfurt oder über die Haßberge und den Steigerwald - genießen Sie das Ambiente unseres Hotels in Schweinfurt. Zur Entspannung nach einem anstrengenden Tag steht Ihnen das Fitnessstudio zur Verfügung. Die Einrichtung befindet sich im gleichen Gebäude und ist bequem mit dem Aufzug zu erreichen. Auch die im Haus befindliche Bowlingbahn ist per Aufzug zu erreichen www.panoramahotel-schweinfurt.de

Museum Georg Schäfer Das Museum Georg Schäfer präsentiert die bedeutendste Privatsammlung der Kunst des 19. Jahrhunderts aus dem deutschsprachigen Raum. Mit Gemälden und Arbeiten auf Papier vom ausgehenden 18. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts bietet es ein Panorama der unterschiedlichsten Kunstströmungen dieser Zeit – vom späten Rokoko, über Klassizismus und Romantik bis hin zum Impressionismus. Die Qualität der Sammlung beruht auf hochkarätigen Einzelwerken und bedeutenden Gemälden weniger bekannter Meister. www.museumgeorgschaefer.de

Musica Sacra Grafenrheinfeld Musikalischer Genuss mit Künstlern und Ensembles aus aller Welt, dafür steht im unterfränkischen Grafenrheinfeld die Konzertreihe 6 klangkunst seit nunmehr 5 4 Jahren. Sie wird orga14 3 2 nisiert von „Musica Sacra Grafenrheinfeld e.V.“ und veranstaltet von der Kath. Kirchenstiftung Grafenrheinfeld. Alle Konzerte finden in der Barockkirche Kreuzauffindung statt, deren prächtige Kirchtürme kilometerweit aus jeder Richtung zu sehen sind. Der helle und lichtdurchflutete Raum besitzt eine wunderbare Akustik und eine hervorragende Orgel mit 43 Klangfarben, 1999 im französischsymphonischen Stil erbaut durch Claudius Winterhalter. http://www.musica-sacra-grafenrheinfeld.de/


GRET | arttourist.com 2|2013

Stuttgart  |  25

Brueghel, Rubens, Ruisdael Mit der HOHENBUCHAU COLLECTION ist eine der qualitätsvollsten Privatsammlungen nordeuropäischer Kunst des Barock in der Staatsgalerie Stuttgart zu Gast. Die Präsentation konzentriert sich auf ein rund 80 niederländische Werke umfassendes Ensemble, das die Geschlossenheit und Qualität der Sammlung eindrucksvoll darstellt. Im Mittelpunkt steht die niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts mit ihrer typischen Themenvielfalt vom Historienbild, dem Porträt, über die Landschaft und das Genre bis hin zum Stillleben. Die flämische Malerei ist mit hervorragenden Gemälden ihrer Protagonisten Brueghel, Momper, Rubens und Jordaens präsent. 8.11.2013 – 23.2.2014 www.staatsgalerie.de

BACHWOCHE STUTTGART 2014

Willi Baumeister | Schwarz-Violett, 1948 | Öl mit Kunstharz auf Karton, 64,8 x 80,9 cm | Archiv Baumeister im Kunstmuseum Stuttgart | Foto: Archiv Baumeister im Kunstmuseum Stuttgart | © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Willi Baumeister International 19.10.2013 – 2.3.2014 Willi Baumeister (1889 – 1955) gehört zu den bedeutendsten Künstlern der deutschen Nachkriegszeit. Seine Rolle als Verfechter der abstrakten Malerei in den 1950er Jahren, seine Funktion als Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und seine Arbeit als Kunsttheoretiker haben dieses Bild über Jahrzehnte gefestigt. Baumeister verbrachte bis auf wenige Ausnahmen sein ganzes Leben in Stuttgart. Aus diesem Grund wurde die Rezeption seines Wirkens lange von der Meinung dominiert, dass sein Einfluss auf Westdeutschland beschränkt blieb. Die Reduzierung auf sein Schaffen als wichtiger deutscher Nachkriegskünstler greift allerdings zu kurz. Tatsächlich knüpfte Baumeister Zeit seines Lebens ein Netzwerk zu Protagonisten des Kunstgeschehens auf der ganzen Welt. Mit der Ausstellung »Willi Baumeister International« stellt das Kunstmuseum Stuttgart Baumeister erstmals als international agierenden Künstler vor. Bereits als Student orientierte sich der 1889 in Stuttgart geborene Willi Baumeister an internationalen Kunstströmungen. Der Durchbruch gelang ihm in den frühen 1920er Jahren mit seinen konstruktivistischen »Mauerbildern«. Es folgten Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in Paris, die ihn in ganz Europa bekannt machten. In Frankreich war Baumeister durch seinen »undeutschen« Stil besonders beliebt. »Er war kein Expressionist«, erklärt Kuratorin Ilka Voermann. »Damit stand er außerhalb der gängigen deutschen Kunsttendenz in dieser Zeit.« 1933 wurde Baumeister durch die Nationalsozialisten aus seinem Lehramt an der Frankfurter Kunstgewerbeschule (Städelschule), das er seit 1928 inne gehabt hatte, entlassen. Im Ausland war er dagegen weiterhin sehr präsent: Bis 1939 wurden seine Arbeiten in Galerien und Museen in Italien, Frankreich, der Schweiz und England gezeigt. »Im Ausland gelte ich noch als Künstler«, beurteilte er selbst seine Situation. 1941 erhielt er schließlich Mal- und Ausstellungsverbot. Erst nach dem Krieg konnte Baumeister in Deutschland wieder an seine Erfolge anknüpfen: 1946 wurde er zum Professor an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart berufen. Ein Jahr später erschien seine kunsttheoretische Schrift »Das Unbekannte in der Kunst«. In den folgenden Jahren setzte sich Baumeister nicht nur für die gegenstandslose Malerei in der jungen Bundesrepublik ein, sondern trieb auch den künstlerischen Austausch innerhalb Europas voran. 1949 war er der erste deutsche Künstler, der nach Kriegsende eine Einzelausstellung in Frankreich erhielt. Auch im außereuropäischen Ausland wurde er nun verstärkt wahrgenommen. Anhand von rund 200 Werken zeichnet die Ausstellung Willi Baumeisters Werdegang nach. Neben zentralen Werkgruppen werden bisher selten oder nie gezeigte Archivalien, wie Briefe, Fotografien und Zeitungsartikel aus dem Archiv Baumeister präsentiert, das sich seit 2005 im Kunstmuseum Stuttgart befindet. Darüber hinaus sind auch erstmals Teile aus Baumeisters privater Kunstsammlung zu sehen, die er durch den Tausch von Arbeiten mit befreundeten Künstlern aufbaute. Sie umfasst u. a. Werke von Georges Braque, Marc Chagall, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Le Corbusier, Fernand Léger, Joan Miró, László Moholy-Nagy und Pablo Picasso.

Die Bachwoche 2014 wird erstmals die Motetten und Orchestersuiten des Thomaskantors in den Blick nehmen und diese mit entsprechenden Werken der älteren Bach-Familie und der Vorgänger Bachs an der Thomaskirche konfrontieren — ein erhellender Blick in die Musikgeschichte! Erstmals findet auch im Rahmen der Bachwoche ein Meisterkurs © Marco Borggreve für Ensemblegesang statt, den das Calmus Ensemble bestreitet. Calmus mit seiner einzigartigen Besetzung aus Sopranistin, Countertenor, Tenor, Bariton und Bass ist heutzutage eine der erfolgreichsten Vokalgruppen Deutschlands. 2. – 8.3.2014 / www.bachakademie.de

Theaterhaus Stuttgart Mit über 300.000 Besuchern und rund 900 Veranstaltungen im Jahr ist das Theaterhaus das bestbesuchte Haus seiner Art in Deutschland. Neben den Aufführungen seiner beiden Ensembles, dem Internationalen Schauspielensemble und Gauthier Dance // Dance Company Theaterhaus Stuttgart, stehen Gastspiele mit Künstlern aus verschiedensten Bereichen auf dem Spielplan: Comedy, Kabarett, Pop- und Rockmusik, Lesungen, Jazz, Klassik und Neue Musik. Comedy-Dauerbrenner wie „Caveman“ locken ebenso wie internationale Stars aus der Musikbranche. Jedes Jahr zu Ostern pilgern Jazzfreunde zu den „Internationalen Theaterhaus-Jazztagen“ auf den Stuttgarter Pragsattel. Mehr Informationen www.theaterhaus.com Kartentelefon: 0711-40207-20/-21/-22/-23 – täglich von 10:00 bis 21:30 Uhr

Fein & Mein

Willi Baumeister | Trommelschlag, 1942 | Öl mit Kunstharz und Spachtelkitt auf Papier über Hartfaserplatte, 53 x 45,5 cm | Archiv Baumeister im Kunstmuseum Stuttgart | Foto: Archiv Baumeister im Kunstmuseum Stuttgart | © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Adresse Kunstmuseum Stuttgart Kleiner Schlossplatz 1 70173 Stuttgart www.kunstmuseum-stuttgart.de Öffnungszeiten Di – So 10 – 18 Uhr, Fr 10 – 21 Uhr, Mo geschlossen Eintrittspreise Normalpreis EUR 8, ermäßigt EUR 6,50 Ausstellung + Sammlung Normalpreis EUR 11 Ermäßigt EUR 8, Kinder bis 13 Jahre frei Audioguide In deutscher und englischer Sprache. Im Eintrittspreis enthalten Öffentliche Führungen Fr 18 Uhr So 15 Uhr Tickets EUR 2,50 / ermäßigt EUR 1,50 zzgl. Eintritt Führungen Unter www.kunstmuseum-stuttgart.de Katalog »Willi Baumeister International« hrsg. von Felicitas Baumeister und Ulrike Groos, mit Texten von Peter Chametzky, Sabine Fastert, Erich Franz, Hadwig Goez, Brigitte Pedde, Andreas Schalhorn und Ilka Voermann, 335 Seiten, 300 Abbildungen, Deutsch / Englisch, Deutscher Kunstverlag, ISBN 978-3-422-07220-6 Museum EUR 39 €, Buchhandel EUR 45

KUNST für Geld/Geld für Kunst lautet der Untertitel der Ausstellung. Schon seit einiger Zeit ist sichtbar, dass bestimmte Käuferschichten in hochwertige KUNST investieren, da die Zinsen keinen Gewinn mehr bringen. Der Mehrwert liegt also im Fassbaren und hier besonders in der KUNST. Die Galerie KEIM zeigt aus Ihrem Bestand über100 Arbeiten in der jetzigen Ausstellung Fein & Mein Arbeiten von Künstlern nach 1950. Die 1950er und 1960er Jahre sind als Jahrzehnte des Aufbruchs in die Kunstgeschichte eingegangen. Nach der Zäsur des Weltkrieges galt es auch in der Bildenden Kunst NEUES aufzubauen. Darunter kleine Kostbarkeiten wie Pablo Picassos komplettes Carnet de la Californie 1956, seltene Lithos von Henry Mathisse sowie kleine abstrakte Aquarelle von Heinz Nowag, den ich persönlich noch kennengelernt habe. Im Atelierhaus von Heinz Nowag lebten auch Max Ackermann und Ida Kerkovius und heute Hannes Steinert die ebenfalls in der Ausstellung mit Arbeiten vertreten sein werden. 18.11. bis 11.1.2014 / www.galerie-keim.de

ARCOTEL Camino Inmitten einer der grünsten Großstädte Europas liegt das elegante ARCOTEL Camino. Nur wenige Gehminuten entfernt befindet sich der Hauptbahnhof, der Einkaufsboulevard „Königstraße“, parallel dazu verläuft die Ausgehmeile „Theodor-Heuss-Straße“, prächtige Schlösser sowie zahlreiche kulturelle Angebote, wie zum Beispiel das Staatstheater. Das ARCOTEL Camino ist inspiriert vom Jakobsweg „Camino de Santiago“. Historisches trifft auf Zeitgemäßes, Sandstein auf naturfarbenes Leder und dunkles Holz. Natürliche Materialien, warme Erdfarben, State-of-the-Art Technik und der charmante Service schaffen Atmosphäre und Design zum Wohlfühlen. www.arcotelhotels.com


26  |  Toledo

GRET | arttourist.com 2|2013

El Greco Jahr 2014 2014 wird der 400. Todestag von El Greco, einem der bekanntesten Maler der Geschichte, gefeiert. Er gilt als Pionier, der seiner Zeit voraus war und überraschend moderne Bilder malte, die sogar die Avantgardebewegungen des 20. Jahrhunderts beeinflusst haben. El Greco wurde 1541 als Domínikos Theotokópoulos auf Kreta geboren, kam jedoch mit seiner Kunst erst in Toledo, wo er lange Jahre lebte und auch starb, zu Ruhm und Ansehen. Diesem Umstand ist zu verdanken, dass seine Meisterwerke an mehreren Orten in Spanien zu sehen sind. Nach seinem Tod schien sein Werk in Vergessenheit zu geraten, bis es im 19. Jahrhundert von den Romantikern wiederentdeckt wurde. Heute sind seine Bilder in Museen der ganzen Welt zu sehen.

Ganz Spanien

Toledo

Programm

Wenn man mehrere Werke von El Greco gesehen hat, erkennt man sofort seinen unverwechselbaren Stil wieder. Beim Betrachten seiner Bilder wird man von den leuchtenden Farben, den Schatten, der Vorstellungskraft und der Verve mitgerissen, mit der er religiöse Inhalte vermittelt. Man gewinnt den Eindruck, in eine fast irreale Welt einzutauchen. In Toledo ist das El-Greco-Museum mitten im früheren Jüdischen Viertel die erste Adresse, um den „Griechen aus Toledo“ kennenzulernen, denn dort sind einige seiner bekanntesten Werke wie „Die Tränen Petri“, das „Altarbild des hl. Bernhardin“ und „Ansicht und Plan von Toledo“ zu sehen. Auch die Kirche Santo Tomé, das Kloster Santo Domingo el Antiguo, das Hospital Tavera, die Sakristei der Kathedrale, die Kapelle San José und das Museum Santa Cruz. besitzen Bilder von El Greco. Sie alle lohnen sich wirklich.

El Greco, Santiago el Mayor, Museo del Greco

Madrid In der nur 70 Kilometer von Toledo entfernten spanischen Hauptstadt, die mit dem Zug und dem Bus hervorragend angebunden ist, stellt das Prado-Nationalmuseum ein Muss dar. Die herausragende Bildersammlung enthält u.a. das berühmte Werk von El Greco „Bildnis eines Edelmanns mit der Hand auf der Brust“. Weitere Museen, in denen man dieses Genie in Madrid entdecken kann, sind das Museum Thyssen-Bornemisza, das Cerralbo-Museum und die Stiftung Lázaro Galdiano. El Greco, Laokoon, 1610/14, Sa<muel H. Kress Collection, Image coutresy National Gallery of Art, Washington

Ausstellung El Greco

Ausstellung El Greco

Zwar sind Madrid und Toledo die beiden wichtigsten Stationen einer El Greco-Bilderreise, doch findet man auch an anderen Orten Spaniens Werke dieses Künstlers. Hier einige Beispiele: Das Museum der Kathedrale von Palencia, das Kunstmuseum von Sevilla, das Diözesanmuseum von Sigüenza, das Kunstmuseum von Valencia, das Nationale Kunstmuseum von Katalonien (MNAC), das Museum der Kathedrale von Ávila, die Stifts- und Pfarrkirche von Pa­ strana, das Gemeindemuseum von San Telmo (in Donostia-San Sebastián). www.elgreco2014.com

Die 400 Jahr Feier konzentriert sich auf Sonderausstellungen zu El Greco, ein Festival und auf die Hommage IV Centenario Hommage IV Centenario Liturgischer Akt in der Kathedrale von Toledo 7.4.2014 Geburtstag von El Greco Begräbnismesse, Ensemble Plus Ultra unter der Leitung von Michael Noon Eröffnung Skulpturenprogramm 7.4.2014 Cristina Iglesias Plaza de Ayuntamiento Festival El Greco 2014 Festival >>Kunst auf der Straße<< 02 – 12. 2014 Festival für Musik und Darstellende Kunst 03 – 12. 2014 Greco im Sommer 06 – 08. 2014 GastroGreco 01 – 12. 2014 Lichterfest 5. – 8.12.2014 Ausstellungen Toldeo Contemporánea 14.2. – 14.6.2014 Toledo, Centro Cultural San Marcos Der Grieche von Toledo 14.3. – 15.6.2014 Toledo, Museu de Santa Cruz El Creco und die Moderne Malerei 24.6. – 5.10.2014 Madrid, Museo del Prado El Greco – Kunst und Handwerk 8.9. – 9.12.2014 Toledo, Muso de Santa Cruz Greco-Räume Öffnung für das Publikum Sacristía Catedral, 01 – 12.2014 Hospital Tavera, 01 – 12. 2014 Santo Tomé 01 – 12. 2014 Santo Domingo el Antiguo, 01 – 12. 2014 Capilla de San José, 14.3. – 2.6.2014


GRET | arttourist.com 2|2013

Trento  |  27

© Matteo De Stefano

© Matteo De Stefano

© Matteo De Stefano

MUSE Trento Das neue Museum für Wissenschaft Am 27. Juli 2013 wurde in Trento das >>MUSE<< MUseo delle ScienzE eröffnet. Das neue Museum der Wissenschaft setzt mit seinem Äußeren als auch mit seiner Innenarchitektur neue Maßstäbe Seine Form erinnert an die Trentiner Berge. Im Inneren des Gebäudes weitet sich der Blick ungestört über die offenen Räume, da die Tragelemente fast unsichtbar in die Geschossebenen integriert wurden. Das MUSE basiert auf dem Fundament des ehemaligen Museo Tridentino di Scienze Naturali. Das fünfstöckige Gebäude mit einem Kellergeschoss und einem tropischen Gewächshaus wurde von dem berühmten Architekten Renzo Piano gestaltet. Das Museum wurde nach modernsten ökologischen Erkenntnissen gebaut und gemäß dem amerikanischen Nachhaltigkeitszertifikat LEED mit der Kategorie Gold bewertet. Natürliche Materialien und erneuerbare Energien sind wesentliche Faktoren der ganz auf Nachhaltigkeit

fokussierten Philosophie des Projekts. Das MUSE bietet Begegnungen mit prähistorischen Gegebenheiten und eröffnet auch einen Blick in die Zukunft, mit Fokus auf die Entwicklung unserer Umwelt. Im Inneren des Gebäudes durchläuft der Besucher eine vertikal angeordnete Darstellung, welche die Veränderungen der alpinen Ökosysteme beschreibt - von den Gletschern bis hinunter zu den Tälern. Zudem gibt es eine horizontale Darstellung, welche das Publikum zum Reflektieren über globale und planetarische Themen anregt. Der Besuch im MUSE wird zu einem vielfältigen Erlebnis, das auf interaktive Elemente und sensorische Erfahrungen baut. Wissen wird durch Experimente und Spiele, Kreativität sowie Sensibilität vermittelt. Ob man sich inmitten von Dinosauriern wieder findet, mit der Hand einen Gletscher berührt, durch eine tropische Landschaft läuft oder den Geräuschen eines

Waldes lauschen kann - das MUSE bietet eine neue Qualität der Begegnung mit wissenschaftlichen Themen. Eine Abteilung im Stockwerk -1, in der Galerie, ist der Evolution des Lebens, vor 270 bis vor 65 Millionen Jahren, in den Dolomiten, den Alpen und dem Rest der Welt gewidmet. Unter anderem werden Abdrücke von 3 großen Reptilien ausgestellt: ein Inostrancevia, ein Plateosaurus, sowie ein Dilophosaurus direkt vom chinesischen Original. Als Kriterium wird die „Schwerelosigkeit“ angewandt, welche die ausgestellten Tiere auf eine Art imaginären Berg platziert; den Mittelpunkt der Ausstellung bildet, ebenfalls schwebend, das Skelett eines Wals. Mit diesem neuen Museum setzt das Trentino seine Tradition fort, den Menschen Kultur, Geschichte und Wissenschaft auf höchstem Niveau zugänglich zu machen.

© Paolo Riolzi Adresse Muse - Museo delle Scienze Corso del Lavoro e della Scienza, 3 38123 Trento Tel: +39 (0461) 270311 Öffnungszeiten Di–Fr 10–18 Uhr Sa, So, feiertags 10–19 Uhr Mo geschlossen

Eintrittspreise Normalpreis EUR 9 Ermäßigt EUR 7 Familienkarte 2 Erwachsene und Kinder bis 14 Jahre EUR 18 Familienkarte 1 Erwachsener und Kinder bis 14 Jahre EUR 9

www.muse.it © Alessandro Gadotti


28  |  Ulm

GRET | arttourist.com 2|2013

Ulm/Neu-Ulm

The Walther Collection

Von der Eiszeitkunst zur Moderne

Ganz schön mutig, diese Ulmer: da wird einfach gegenüber des ehrwürdigen Ulmer Münsters das blendend weiße Stadthaus gestellt, dem historischen Rathaus gesellt sich als unmittelbarer Nachbar die Stadtbibliothek als gläserne Pyramide und mittendrin stehen noch die modernen Bauten der Neuen Mitte. Ist das in Ordnung? Sieht das gut aus? Aber sicher, denn es zeigt: langweilig ist es hier nicht! Ulm auf der einen Donau­ seite und Neu-Ulm als bayerische Schwesterstadt auf der anderen Uferseite bieten Traditionelles und Modernes im spannenden Miteinander.

35.000 Jahre sind doch kein Alter ... Das zeigt sich auch in der vitalen Kunstszene der Doppel-Stadt. Schnell wird deutlich, dass hier Vergangenheit und Gegenwart auf spannende Art und Weise miteinander verzahnt sind. Prägnantes Beispiel: das Ulmer Museum und die Kunsthalle Weishaupt. Erstgenanntes Haus präsentiert mit dem ‚Löwenmensch‘ die älteste Mensch-TierPlastik der Welt (über 35.000 Jahre alt) und eine bedeutenden Sammlung von Kunst und Kunsthandwerk des Mittelalters. Die Kunsthalle Weishaupt, 2007 als Teil von Ulms ‚Neue Mitte‘ eröffnet und über eine Brücke mit dem Ulmer Museum verbunden, zeigt in wechselnden Ausstellungen Originale weltbekannter Künstler des 20./21.Jahrhunderts, von Warhol über Longo bis ganz aktuell Reuter.

Noch ein Beispiel? Auf dem Weg zum Museum der Brotkultur im historischen Salzstadel liegt das von Richard Meier entworfene Stadthaus. In dieser strahlend-weißen Bauskulptur prägen experimentelle und außergewöhnliche Kunstprojekte das Bild. Das Museum der Brotkultur selbst beheimatet Exponate zur Naturgeschichte des Getreides, des Mahlens und Backens. Hier werden unterschiedliche Aspekte des Brotes vor allem im Spiegel der Kunst aufgezeigt. Werke unter anderem von Brueghel, Kollwitz und Dali prägen die Präsentation.

Mönchische Ideale und weltliche Herrschaft Facettenreich ist auch das Edwin Scharff Museum in Neu-Ulm. Zum einen Kunst-

museum mit vorwiegend Sonderausstellungen zur klassischen Moderne und zum anderen ein Kindermuseum als Kulturort für die ganze Familie, wo Themen plakativ erlebbar gemacht werden. Um die wechselvolle Geschichte der Donauschwaben dreht sich alles im Donauschwäbischen Zentralmuseum, das in einer vollbildlich renovierten Bastion der ehemaligen Bundesfestung untergebracht ist. Hier wird vom Leben der Donauschwaben in Dörfern und Städten, von Arbeits-, Wohn- und Kleidungskultur erzählt und die Flucht und Vertreibung nach 1945 skizziert. Im ehemaligen Benediktinerkloster Wiblingen imponieren vor allem der repräsentative Bibliothekssaal und die Basilika. Das dortige Museum im Konventbau führt in die Welt barocker Klosterherrschaften. Im Mittelpunkt steht der spannungsreiche Gegensatz zwischen den mönchischen Idealen und der weltlichen Herrschaft einer Abtei. Ergänzt wird die Museumslandschaft durch die ‚Walther Collection‘, einem Privatmuseum mit einer der weltweit bedeutendsten Sammlungen für Fotografie und Videokunst mit Schwerpunkt auf Künstlern aus Afrika und Asien, mit ‚Herrn Zopfs Friseurmuseum‘ (zu sehen sind 6.000 interessante Exponate der Friseurgeschichte von der Römerzeit bis heute) und mit dem neuen ‚Archiv der Hochschule für Gestaltung‘, die bis zu ihrer Schließung 1968 Maßstäbe in der Ausbildung von Gestaltern setzte und bis heute einen ausgezeichneten Ruf hat.

Das älteste Stadttheater Deutschlands Und wer nicht durch die Museumslandschaft wandern möchte, kann bequem in einem der vielen Theater Platz nehmen: vom ‚Theater Ulm‘, das sich übrigens ältestes Stadttheater Deutschlands mit Gründung Anfang des 16. Jahrhunderts nennen darf, über das kleine ‚Theater in der Westentasche‘ bis hin zum ‚Neu-Ulmer Theater‘ und der türkischen Bühne ‚ulüm‘ reicht die Bandbreite der Sitzmöglichkeiten. Und das waren noch nicht alle... Mehr Infos unter www.tourismus.ulm.de

Im Juni 2010 eröffnete der in NeuUlm aufgewachsene und heute in New York lebende Sammler Artur Walther die Walther Collection in Neu-Ulm/Burlafingen, ein internationales Privatmuseum für Fotografie und Videokunst. Ein Schwerpunkt liegt auf Künstlern aus Afrika und Asien, die Sammlung zählt zu den weltweit bedeutendsten auf diesem Gebiet. Sie beinhaltet darüFoto © Helmuth Scham ber hinaus zentrale Werke der deutschen und amerikanischen Fotokunst des 20. Jahrhunderts. www.walthercollection.com

Theater in der Westentasche Das kleinste Theater Deutschlands. Traditionelle, moderne und internationale „ Kleine Bühne“. Gespielt wird das ganze Jahr, seit 2012 in den neuen Räumen in Ulm -Böfingen sowie von Mai bis September im Grünen Hof, Forum Theater Stadtbibliothek Ulm und im Ulmer Naturtheater in der Au (Fort Friedrichsau). www.westentascheulm.de

BEGE Galerien Galerie am Saumarkt und Fischerplatz Galerie Mitten im Ulmer Fischerviertel präsentieren die BEGE Galerien seit 1984 zeitgenössische Kunst. In 6-8 Ausstellungen jährlich werden Malerei, Grafik und Fotografie sowie Skulptur gezeigt. Ein Schwerpunkt darüber hinaus liegt auf jungen Künstlern der internationalen Szene. Empfangen werden Galeriebesucher seit Sommer 2013 nun auch vis à vis der Fischerplatz Galerie in den neu errichteten Räumen der Galerie am Saumarkt www.bege-galerien.de

Hotel Lago Das modern gestaltete Hotel Lago, umgeben von einer herrlichen Grünanlage und dennoch nur wenige Minuten von der Ulmer Innenstadt entfernt, bietet sich als optimaler Ausgangspunkt für den geschäftlichen und privaten Aufenthalt an. Die stilvoll eingerichteten Zimmer sind zwischen 22m² und 28m² groß. Alle Zimmer sind über Lift erreichbar und in jeder Etage befindet sich ein barrierefreies Zimmer. Das Klimahotel LAGO und ebenso das dazugehörige Restaurant haben bereits seit vielen Jahren den Vorteil regionaler Produkte entdeckt, und befassen sich intensiv mit der eigenen Herstellung hochwertiger, ursprünglicher Lebensmittel. Spitzenprodukte werden dort sowohl traditionell als auch puristisch in ein kulinarischen Genusserlebnis verwandelt. Im November 2013 wurde unser Restaurant mit einem Michelin Stern ausgezeichnet www.lago-ulm.de

Internationales Donaufest Seit 1998 begegnen sich beim Internationalen Donaufest Künstler und Gäste aus den Ländern an der Donau. Das alle zwei Jahre in Ulm und Neu-Ulm stattfindende Festival ist ein Schaufenster der internationalen Donau-Partnerschaft und der kulturellen Begegnung.

Das Programm der 10-tägigen Veranstaltung setzt unterschiedliche künstlerische Akzente. Die Donau-Ufer sind dabei zentrale Orte: der hier etablierte ‚Markt der Donauländer‘ ist Mittelpunkt des Festivals. Er spiegelt die Grundidee des Donaufestes wider, die Vielfalt der Kulturen, Musik- und Tanzformen sowie Lebensstile an der Donau zu vermitteln. 4. – 13.7.2014 / www.donaubuero.de


GRET | arttourist.com 2|2013

Zürich  |  29

allblues «The Finest in Jazz, World, Funk & Soul, Singer-Songwriters and Legends» www.allblues.ch

Schauspielhaus Zürich Das Schauspielhaus Zürich ist die grösste Sprechtheaterbühne der Schweiz und eines der bedeutendsten Theater im deutschsprachigen Raum. Mit dem traditionsreichen Pfauen in ZürichHottingen und dem 2000 eröffneten Schiffbau in Zürich-West verfügt es über zwei grosse Häuser in zwei Stadtteilen. Seit 2009 wird das Schauspielhaus mit seinen 260 festen Mitarbeitenden und einem Ensemble von 34 SchauspielerInnen von der Regisseurin Barbara Frey geleitet. Das Theater lockt mit einem vielfältigen Programm und jährlich ca. 20 Neuinszenierungen namhafter Regisseure. www.schauspielhaus.ch

ewz.stattkino 2014 Das andere Filmfestival

Erich Heckel | Mädchen mit Puppe, 1910 | Öl auf Leinwand, 65 x 70 cm | Serge Sabarsky Collection, Courtesy Neue Galerie New York | © Nachlass Erick Heckel / 2013 VG Bild-Kunst, Bonn

Von Matisse zum Blauen Reiter Expressionismus in Deutschland und Frankreich 7.2. – 11.5.2014 Vom 7. Februar bis 11. Mai 2014 findet im Kunsthaus Zürich die Ausstellung «Von Matisse zum Blauen Reiter. Expressionismus in Deutschland und Frankreich» statt. Über 100 Werke von Cézanne, Gauguin, Matisse oder Delaunay korrigieren im Vergleich mit Schmidt-Rottluff, Kirchner, Pechstein u.a. die allgemeine Ansicht, der Expressionismus sei eine ausschließlich deutsche Erfindung. Die ebenso erkenntnisreiche wie farbintensive Schau reist anschließend in die USA und nach Kanada weiter. «Expressionismus» wird heute gemeinhin als deutsche Bewegung verstanden, ungeachtet der Tatsache, dass er sich am Anfang des 20. Jahrhunderts aus einer lebhaften Auseinandersetzung von deutschen Künstlern mit der Klassischen Moderne in Frankreich entwickelte und die aktuelle französische Kunst in Deutschland präsent war. «Van Gogh traf moderne Kunst wie ein Blitzschlag», schrieb ein deutscher Beobachter über den Einfluss des Malers auf die deutschen Künstler zu einer Zeit, als diese bereits Seurat, Signac und die Postimpressionisten rezipierten. Es folgten Cézanne, Gauguin und MaAdresse Kunsthaus Zürich Heimplatz 1 CH–8001 Zürich www.kunsthaus.ch Öffnungszeiten Fr–So/Di: 10–18 Uhr Mi/Do: 10–20 Uhr Mo geschlossen Ostern 18.-21.4., 1.5.2014 10 – 18 Uhr

tisse. Mit wahren Farbexplosionen reagierten die Künstler der «Brücke» und des «Blauen Reiters» auf die Werke der französischen Postimpressionisten und der«Fauves». Französische Kunst wurde in Deutschland auch eifrig gesammelt, ausgestellt und von fortschrittlichen Museumsdirektoren für die eigenen Sammlungen erworben.

EINZIGE STATION IN EUROPA Die Ausstellung rückt die Verhältnisse ins richtige Licht. Sie zeigt, dass der Expressionismus eine im Geiste des Kosmopolitismus entstandene Bewegung ist, die von produktivem Austausch geprägt war. Zu den 107 Meisterwerken von 38 Künstlerinnen und Künstlern werden neue Forschungsergebnisse dieser bisher kaum wissenschaftlich nachgezeichneten Rezeptionsgeschichte präsentiert. Kuratorin für die einzige Station in Europa ist Cathérine Hug. Zusammen mit Timothy O. Benson, dem am Robert Gore Rifkind Center für Studien auf dem Gebiet des deutschen Expressionismus tätigen Kurator, ist es dem Kunsthaus Zürich gelungen, Gemälde und Grafiken zusammenzutragen, die zur damaligen Zeit

Eintrittspreise inkl. Audioguide in drei Sprachen Normalpreis CHF 22 Ermäßigt und Gruppen CHF 17 Kombiticket inkl. Sammlung Normalpreis CHF 25 Ermäßigt und Gruppen CHF 18 Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre gratis Audioguide

Hochspannung vom 14. – 28.2.2014: Dann flimmern die etwas anderen Filmtage über die Leinwände. Und dies bereits zum 15. Mal! Jährlich verwöhnt das Festival mit einem bunten Programm, welches das KinoErlebnis weit über die Leinwand hinausgehen lässt. ewz.stattkino steht für Interaktivität im Kino und der Lust am Experiment. Quer durch alle Genres und Kunstsparten werden Filme neu inszeniert und aus dem eigenwilligen Blickwinkel der interpretierenden Künstler gezeigt. Zu sehen gibt es Kultfilme, Raritäten und Trouvaillen – immer mit «Zusatz» und in einem neuen Rahmen. Der Name ist Programm, denn jeder Abend gestaltet sich anders und vor allem nie einfach als Kinobesuch. ewz-statt-kino eben wie es nur einmal im Jahr stattfindet! 14. – 28.2.2014 / www.ewz.stattkino.com und www.arthouse.ch

Hotel Ambassador à l’Opéra Das in der 3. Generation privat geführte und exquisit dekorierte Boutiquehotel Ambassador à l’Opéra ist Teil des ehemaligen Utoschlosses aus 1898 und befindet sich an bester Lage Zürichs, direkt beim Opernhaus und der malerischen Seepromenade. Nur wenige Gehminuten entfernt erwartet Sie die charmante Altstadt, die Einkaufsmeile Bahnhofstrasse, das Schauspielhaus, die Tonhalle und viele weitere kulturelle Highlights. Das hauseigene Fischrestaurant Opera gleicht einem surrealistisch-barocken Kunstwerk, begeistert durch Kreativität und Abwechslung und ist mit Gault Millau Punkten ausgezeichnet. www.ambassadorhotel.ch

Restaurant JOSEF

Alexej von Jawlensky | Mädchen mit Pfingstrosen, 1909 | Öl auf Karton, 101 x 75 cm | Kunst- und Museumsverein Wuppertal

in wichtigen Ausstellungen und Sammlungen vertreten oder von deutschen Künstlern in Paris eingehend studiert worden waren. Diesen Werken werden «Pendants» gegenübergestellt, in denen die Wirkung der «Vorbilder» deutlich erkennbar ist.

Öffentliche Führungen Mittwoch 18 Uhr, Donnerstag 15 Uhr, Freitag 17 Uhr und Sonntag 11 Uhr. Mit elektronischem Gruppenführungssystem (Kosten CHF 6) Samstags von 15 bis 16 Uhr werden vernetzte Führungen angeboten. Sie verbinden die Inhalte der Ausstellung mit Werken aus der Sammlung des Kunsthauses.

Gruppenführungen Anmeldung und Information Tel. +41 (0)44 253 84 84, Mo–Fr 9–12 Uhr

Adventures in modern Cuisine: Das Josef’s pflegt eine globale Küche mit Erdhaftung und achtet auf eine sorgfältige Auswahl und Verarbeitung der Produkte. Alle Gerichte werden in kleinen Portionen serviert. Anstatt einem Hauptgang gibt es eine Auswahl von Gerichten, welche nach Lust und Laune zusamemngestellt werden können. >> Ein Schlaraffenland für neugierige Esser<< so die NZZ. Restaurant JOSEF | Gasometerstr. 24 | 8005 Zürich | www.josef.ch


30  |  Kunsttipps

GRET | arttourist.com 2|2013

Bad Homburg

Salzburg

REISENOTIZEN

Politischer Herbst im Museum der Moderne Salzburg

Fotografien von Barbara Klemm im Dialog mit Originalskizzen von Johann Wolfgang Goethe | 16.3. – 9.6.2014 Das Museum Sinclair-Haus zeigt vom 16. März bis 9. Juni 2014 Fotografien von Barbara Klemm und Originalzeichnungen von Johann Wolfgang Goethe. Die Zeichnungen von Goethe dokumentieren Orte und Landschaften seiner Reisen und auch die alltägliche Umgebung in Frankfurt und Weimar. Barbara Klemm kreuzte immer wieder die Wege Goethes von Weimar bis nach Rom und fotografierte Motive, die der Dichter ebenfalls gezeichnet hatte. Extra für diese Ausstellung und mit Blick auf die über 50 gezeigten Goethe-Grafiken folgt die Fotografin erneut den Spuren des Dichters. Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit der Klassik Stiftung Weimar konzipiert und Anfang 2015 auch in Weimar gezeigt.

WASSER Fotografien von Edward Burtynsky und Werke aus der Sammlung ab Ende Juni 2014 Ohne Wasser gibt es kein Leben. Wo das Wasser herkommt, wie es genutzt, verteilt und verschwendet wird, davon erzählt Ed Burtynskys neues Film- und Fotoprojekt

WATER. Er zeigt abgelegene Quellen, beeindruckende antike Stufenbrunnen, Menschenmassen beim rituellen Bad, die Verwandlung von Wüsten in von Wasserwegen durchzogene Städte, vom Austrocknen bedrohte Landschaften des amerikanischen Südwestens. Er erkundet die Infrastrukturen der Wasserwirtschaft: die riesigen Staudämme und Reis-Terrassen in Chin a, die ausgedehnten Bewässerungssysteme der amerikanischen Kornkammer, Aquakulturen und Wasserparks. Burtynskys Farbfotografien sind poetisch und dabei eminent politisch: Sie führen uns deutlich vor Augen, zu welcher Blüte unsere Zivilisation durch Wasser gelangt ist, aber auch wie sehr unsere Zukunft von unserem Umgang mit dieser immer knapper werdenden Ressource abhängt. Im Dialog mit rund 30 Fotografien Burtynsky stehen in dieser „WASSER“-Schau Werke hochkarätiger Künstler aus der Sammlung der ALTANA Kulturstiftung. MUSEUM SINCLAIR-HAUS, Bad Homburg v. d. Höhe MUSEUM SINCLAIR-HAUS | Löwengasse 15, Eingang Dorotheenstraße | 61348 Bad Homburg v. d. Höhe | Öffnungszeiten: Di 14 – 20 Uhr, Mi – Fr 14 – 19 Uhr, Sa, So 10 – 18 Uhr | Eintrittspreise Normalpreis EUR 5 (Ermäßigt EUR 3), Familienkarte EUR 12 | www.altana-kulturstiftung.de

Bonn 1914 – Welt in Farbe bis 26.3.2014 Die Ausstellung 1914 – Welt in Farbe bringt den Bilderschatz einer längst versunkenen Welt ans Licht. Im Zentrum stehen die bislang fast vergessenen Farbfotografien und Filme des französischen Bankiers Albert Kahn. Begeistert von dem farbfotografischen Verfahren der Gebrüder Lumière beauftragte er in einer Zeit, als die Nationen Europas bereits zum großen Krieg rüsteten, Fotografen, um mit Farbbildern aus aller Welt die Archives de la planète aufzubauen. In diesem wahrhaft planetarischen Bildarchiv haben sich uber 70.000 Farbbildaufnahmen erhalten. Sie stellen einen immensen ethnografischen Schatz dar und sollten zugleich eine Friedensmission erfüllen: Die Fremde in die Nähe zu holen und den Menschen von Angesicht zu Angesicht zu begegnen. Das sollte den langst brüchig gewordenen Frieden sichern helfen. Die Ausstellung im LVR-LandesMuseum in Bonn stellt diese faszinierende und immer noch aktuelle Vision in einen zeitgeschichtlichen, keineswegs immer nur friedfertigen Zusammenhang. Gezeigt werden u.a. auch die im Auftrag von Zar Nikolaus II. entstandenen Farbfotografien des Russischen Reiches von Sergei M. Prokudin-Gorskii, das werbeträchtige „Stollwerck-Album“, das einflussreiche Großprojekt „Bilder aus den deut-

Die Herbstausstellungen des Museum der Moderne auf dem Mönchsberg in Salzburg stehen ganz im Zeichen der Politik. „Under Pressure“ zeigt zeitgenössische Fotografie zum Thema Politik aus den Sammlungsbeständen. Zentrales Thema dieser Ausstellung sind politische Fragestellungen und Situationen, in denen sich Menschen in Extremsituationen befinden oder „unter Druck“ stehen, sei es durch ein Regime, Repressionen, gesellschaftspolitische Umwälzungen, Kriegsgeschehen oder Vertreibung. Tanja Boukal fokussiert in ihrer Ausstellung „Political Correctness“ auf Menschen und deren politischen Aktivitäten im Umbruch gesellschaftlicher Veränderungen. In 14 Werkserien verarbeitet die Künstlerin fotografische Vorlagen von brisanten politischen und gesellschaftlichen Ereignissen in traditionellen Arbeitsverfahren, wie etwa Stick- und Stricktechniken, zu berührenden und einprägsamen Momentaufnahmen. Ausgangspunkt für die Werke Tanja Boukals sind offizielle Medienbilder und Bilder aus kollektiv gespeisten Foren wie Flickr, welche sie mit eigenen Fotografien kombiniert. Mit MALERMEESE - MEESERMALER zeigt das Museum der Moderne Salzburg eine umfassende Werkschau der malerischen Arbeiten des Künstlers

Jonathan Meese. Die chronologisch angelegte Schau bietet erstmals anhand exemplarischer Arbeiten einen Überblick über das gesamte Spektrum und die Entwicklung von Meeses malerischem Schaffen. Under Pressure. Politik in der zeitgenössischen Fotografie: 1.11.2013 – 2.3.2014 Tanja Boukal. Political Correctness: 9.11.2013 – 2.3.2014 MALERMEESE – MEESEMALER. Jonathan Meese: 16.11.2013 – 9.3.2014 Museum der Moderne Mönchsberg | Mönchsberg 32 | 5020 Salzburg | Öffnungszeiten: Di – So 10 – 18 Uhr, Mo geschlossen | Eintrittspreise: Normalpreis EUR 8, Ermäßigt EUR 6 www.museumdermoderne.at

Tanja Boukal, Aus der Serie: Unfinished, 2012/13 Stickerei auf Leinwand, aktuell 75-teilig, jeweils 21 x 30 cm Courtesy of the Artist

Brühl schen Kolonien“ oder das „Kaiserpanorama“, dessen Farbbilder in 3D damals wie heute faszinieren. Im Studiolo der Ausstellung können die Besucher einige der frühen kostbaren Farbfotobücher im Original durchblättern und sich mit der Technik von 1902 selbst in Farbe fotografieren. So ermöglicht die Ausstellung einen ganz neuen, farbenprächtigen Einblick in eine vergangene Welt, die wir bislang nur in schwarz-weiß kannten: bis 26. 03. 2014 LVR-LandesMuseum Bonn | Colmantstraße 14 – 16 | 53115 Bonn | Öffnungszeiten: Di – Fr, So 11 – 18 Uhr, Sa 13 – 18 Uhr, Mo geschlossen | Eintrittspreise: Normalpreis EUR 8, Ermäßigt EUR 6 | www.landesmuseum-bonn.lvr.de

„Seine Augen trinken alles“ Max Ernst – Kunst und Kultur am Vorabend des Ersten Weltkrieges 23.2. – 29.6.2014 Mit den poetischen Worten »Seine Augen trinken alles, was in den Sehkreis kommt« charakterisierte Max Ernst im Rückblick die vielfältigen Eindrücke, die er während seines Studiums an der Bonner Universität gesammelt hatte. Die Ausstellung beleuchtet die „Inkubationszeit“ des 1891 in Brühl geborenen Ausnahmetalentes in den Jahren unmittelbar vor Kriegsausbruch. Es werden Kunstwerke und Objekte präsentiert, die ihn beeindruckten und die er kritisch rezipierte. Eigenen frühen Werken wer-

den Beispiele seiner damaligen Favoriten wie Delaunay, Macke, Klee, Picasso oder Matisse gegenübergestellt. Werke der von ihm kritisierten Künstler aus den ehemaligen Beständen des Obernier-Museums (heute Stadtmuseum Bonn) kontrastieren mit diesen avantgardistischen Positionen. Die konservativ geprägte Ausbildung am Kunsthistorischen Institut der Universität Bonn mit Rekurs auf die Antike und die Kunst des 19. Jahrhunderts sowie seine Faszination für ozeanische und afrikanische Kultobjekte werden thematisiert. Dieses vielfältige Panorama im Spannungsfeld zwischen künstlerischen Positionen der Tradition und der Moderne im Rheinland der Vorkriegszeit visualisiert die Einflusssphäre und den subjektiven Bezugsrahmen von Max Ernst. Ein exemplarischer Ausblick auf seine Kunst nach dem Ersten Weltkrieg zeigt deren Überwindung und seine Entwicklung hin zu ganz neuen Formen und Inhalten Max Ernst Museum Brühl des LVR | Comesstr. 42 | Max-Ernst-Allee 1 | 50321 Brühl | Öffnungszeiten: Di – So 11 – 18 Uhr | Eintrittspreise: Normalpreis EUR 6, Ermäßigt EUR 3,50 www.maxernstmuseum.lvr.de

Max Ernst, Die chinesische Nachtigall, 1920, Fotografische Vergrößerung einer Collage, Privatsammlung, © VG Bild-Kunst Bonn, 2013


GRET | arttourist.com 2|2013

Kunsttipps  |  31

Völklingen

Baden-Baden

„Generation Pop! … hear me, feel me, love me!“ bis 15.6.2014 „Generation Pop! … hear me, feel me, love me!“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist das bedeutendste Ausstellungsprojekt unserer Gegenwart zum Phänomen Pop. Sieben Themenräume zur Pop-Kultur der 50er, 60er oder 70er-Jahre bis hin zum 21. Jahrhundert machen das Lebensgefühl der Generation Pop erlebbar, die durch Musik und Pop-Kultur geprägt wurde.

metern – multimedial erzählt von Objekten, Bildern und dem ‚Sound‘ der Generation Pop. Eine Ausstellung der großen Gefühle und mit viel Musik. Und gleichzeitig ein zeitgeschichtlicher Überblick, der das Lebensgefühl von Elvis Presley bis Lady Gaga in den Blick nimmt. Weltkulturerbe Völklinger Hütte | Rathausstraße 75-79 | 66333 Völklingen | Öffnungszeiten: Sommer täglich 10 – 19 Uhr, Winter täglich 10 – 18 Uhr | Eintrittspreise: Normalpreis EUR 12, Ermäßigt EUR 10 | www.voelklinger-huette.org

Sehnsuchtsobjekte wie Signature-Gitarren von Eric Clapton, AC/DC oder den Rolling Stones, Original-Lyrics von Elvis Presley, der Bühnenanzug von Michael Jackson, Kleidungsstücke, die Madonna oder Eminem auf der Bühne getragen haben oder das verspiegelte Bühnenklavier von Elton John lassen den Puls höher schlagen. Alltagsgegenstände der Pop-Kultur wie Mode, Möbel, Autos oder die Kultur der Jukebox lassen das Lebensgefühl der verschiedenen Jahrzehnte lebendig werden und machen die Ausstellung zu einem Spaziergang durch die eigenen Erinnerungen oder durch Zeiten, die man aus den Erzählungen der Eltern kennt. Die größte Maschine der Welt, die Gebläsehalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte, bietet dafür das perfekte Ambiente. „Generation Pop!“ ist eine emotionale Zeitreise auf den Spuren des Pop auf einer Ausstellungsfläche von mehr als 6.000 Quadrat-

www.voelklinger-huette.org +49 (0) 6898 - 9 100 100

… hear me, feel me, love me!

15. September 2013 bis 15. Juni 2014 du 15 septembre 2013 au 15 juin 2014 täglich ab 10 Uhr tous les jours à partir de 10 h Medienpartner / Partenaire médias

In Kooperation mit / En coopération avec

Gefördert von / Soutenue par

Oberhausen

Suppendosen und Marilyn Monroe – Plattencover und die Ermordung John F. Kennedys. Andy Warhol ist einer der wichtigsten Vertreter der Pop Art. Er machte Gesellschaftsthemen, tagesaktuelle Medien und Massenprodukte kunstfähig. Den Betrachter konfrontierte er mit vertrauten Objekten aus einer künstlichen, konsumorientierten und oberflächlichen Welt. Die Verwendung der in der Werbung neu eingesetzten Technik des Siebdrucks bot ihm dabei unbegrenzte Möglichkeiten, prägte die Ästhetik seiner Bilder und ihren hohen Wie-

JR (*1983) zählt zu den innovativsten Vertretern der internationalen Gegenwartskunst und lebt in Paris sowie New York. Seine Fotografien platziert er weltweit als monumentale Plakate an Hauswänden, Treppen und Mauern. JR arbeitet in kulturellen und zeitgeschichtlichen Zusammenhängen. Neben der Architektur wird stets die Kultur der Stadt zum Thema, was sich in den Gesichtern, die JR in Nahaufnahme fotografiert, manifestiert.

kabine porträtieren lassen und Teil der Museumsinszenierung werden, sowie UNFRAMED, ein Baden-Badener Projekt zur deutsch-französischen Geschichte.

Im Museum Frieder Burda stehen vier fortlaufende Projekte von JR im Mittelpunkt: FACE 2 FACE und WRINKLES OF THE CITY als Projektdokumentation mit Fotos und Videos, INSIDE OUT, bei dem die Besucher sich in einer Foto-

Museum Frieder Burda | Lichtentaler Allee 8b | D-76530 Baden-Baden | Öffnungszeiten: Di – So 10 – 18 Uhr, Mo geschlossen | Eintrittspreise: Normalpreis EUR 12, Ermäßigt EUR 10 | www.museum-frieder-burda.de

Emden

Andy WARHOL in his „Factory“ at Union Square. New York City. USA.1981. ©Thomas Hoepker/Magnum Photos

Andy Warhol Pop Artist 19.1. – 18.5.2014

JR 1.3. – 29.6.2014

dererkennungswert. Alltägliches künstlerisch übersetzen und trotzdem in Masse reproduzieren – Warhol schuf Symbole und Ikonen, deren Anziehungskraft bis heute besteht. LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen | Konrad-Adenauer-Allee 46 | 46049 Oberhausen | Öffnungszeiten Di – So 11 – 18 Uhr, Montag geschlossen, Ostermontag geöffnet | Eintritt EUR 8, ermäßigt EUR 4, Familien (zwei Erwachsene plus Kinder) EUR 12

Horizont Jawlensky. Ein Maler und seine Vorbilder van Gogh, Gauguin, Munch 21.6. – 19.10.2014 Kunsthalle Emden Im Jahr 2014 jährt sich zum 150. Mal der Geburtstag von Alexej von Jawlensky. Die Kunsthalle Emden ehrt dieses führende Mitglied der Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“ mit einer großen Ausstellung in Kooperation mit dem Museum Wiesbaden. Im Fokus stehen der junge Jawlensky und seine Verbindungen zu Künstlerkollegen wie Cézanne, Gauguin, Corinth, van Gogh, Matisse und Munch. Rund 70 Arbeiten aus seiner fruchtbaren Schaffensphase von 1900 bis Alexej von Jawlensky, Mutter des Nikita, 1910, Öl auf Karton auf Leinwand. Kunst1914 stehen 30 Werke sei- halle Emden ner einflussreichen Vorbilder und Zeitgenossen gegenüber. Kunsthalle in Emden | Stiftung Henri und Eske Damit erschließt die Ausstellung die Genese Nannen und Schenkung Otto van de Loo | Hinter seines Schaffens und bietet zugleich einen dem Rahmen 13 | 26721 Emden | Öffnungszeiten: faszinierenden Einblick in das KunstgescheDi – Fr 10 – 17 Uhr, jeden 1. Di im Monat 10 – 21 hen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Uhr, Sa, So, Feiertage 11 – 17 Uhr | Eintrittspreise: Normalpreis EUR 8, Ermäßigt EUR 6 www.kunsthalle-emden.de

Winterthur Gerhard Richter: Streifen und Glas 18.1. – 21.4.2014 In den letzten Jahren hat Gerhard Richter mehrere neue Werktypen entwickelt, die nun erstmals in einer gemeinsam mit dem Künstler konzipierten Museumsausstellung gezeigt werden – Strip-Bilder, grosse Lackbilder auf Glas, sowie grossdimensionierte Glasskulpturen. Ihre Entstehung steht im Zusammenhang mit der Konzeption eines Richter gewidmeten Museums auf der japanischen Insel Toyoshima, das einige der Werke künftig aufnehmen könnte. Die Strips mit ihren überaus feinen und unüberschaubar zahlreichen Farblinien sind nicht von Hand gemalt, sondern in einem komplizierten Prozess konzipiert und dann digital mittels Inkjet auf die Bildfläche gebracht. 

Kunstmuseum Winterthur | Museumstrasse 52 | CH-8400 Winterthur | Öffnungszeiten: Di 10 – 20 Uhr, Mi – So 10 – 17 Uhr, Mo geschlossen | Eintrittspreise: Normalpreis CHF 15, Ermäßigt CHF 12 | www.kmw.ch

Gerhard Richter | Strip (927-8), 2012 | Digitaler Druck, montiert zwischen Aluminium und Perplex, H: 210, B: 230 cm © Gerhard Richter, Köln 2013


Klassische Moderne und Gegenwartskunst 13. - 16. M채rz 2014

Messe Karlsruhe www.art-karlsruhe.de


GRET | arttourist.com 2|2013

Ballett  |  33

Über die Grenzen hinweg – Die Company von Aaron S. Watkin an der Semperoper Dresden Nicht nur, was die Bandbreite der Stile betrifft, die das Semperoper Ballett beherrscht, auch in punkto Nachwuchsförderung schlägt Ballettdirektor Aaron S. Watkin Brücken: Gemeinsam mit der Palucca Hochschule für Tanz Dresden bietet er jungen Tänzerinnen und Tänzern ein hochkarätiges Elevenprogramm an. Eine der Elevinnen,

Garance Hurfin, berichtet in dieser Ausgabe davon. Was den Charakter, das Erfolgsrezept und die Pläne des Semperoper Ballett ausmacht, erzählt Aaron S. Watkin im Interview. Einer seiner Gastchoreografen wird in der noch laufenden Spielzeit Alexei Ratmansky für eine Strauss-Hommage sein. © Helmuth Scham, www.schampus.com


34  |  Ballett  |  Dresden

GRET | arttourist.com 2|2013

© Ian Whalen

In Bewegung Der Ballettabend „Choreografen On the move“ ist Ausdruck einer engen Partnerschaft der Semperoper Dresden mit der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen Weite, lichtdurchflutete Räume, die unterschiedlichsten Perspektiven und das Zusammenspiel von Formen, Flächen und Kanten prägen den besonderen Raum der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen in Dresden. Ein idealer Ort, um Kreativität und Fantasie freien Lauf zu lassen, um Bühne zu sein für außergewöhnliche Tanzprojekte. In der Vergangenheit bot der scheinbare Kontrast zwischen künstlerischem Prozess und Manufaktur-Fertigung bereits mehrfach eine spannende Herausforderung für Künstler des Semperoper Ballett, die im Rahmen des Formats „Junge Choreografen“ sowie mit „Silent Spring“ eigene choreografische Arbeiten vorstellen konnten. Unter dem Titel „Choreografen On the move“ wird dieses erfolgreiche Konzept in der Saison 2013/14 fortentwickelt. Mit Neukreationen von Caroline Beach, Claudio Cangialosi und Sjoerd Vreugdenhil werden drei choreografische Handschriften in der Gläsernen Manufaktur zu entdecken sein. Der ungewöhnliche Veranstaltungsort bildet dabei den Ausgangspunkt für die Choreografien der Künstler. „Bewegung – the move – ist zentrales Element und Ausdrucksform des Tanzes. ‚Choreografen On the move‘ geht noch einen Schritt weiter. Es verlässt die klassische Bühne auf der Suche nach der inspirierenden Kraft außergewöhnlicher Orte“, so Oliver Winkes, Leiter des Bereichs Vertrieb und Marketing der Gläsernen Manufaktur. Die Semperoper Dresden und die Gläserne Manufaktur von Volkswagen verbindet eine langfristig angelegte Partnerschaft. Als im August 2002 Teile des Opernhauses in Folge der Elbeflut unter Wasser standen, hatte sich die Gläserne Manufaktur spontan bereit erklärt, die eigenen Räumlichkeiten als Probe- und Spielstätte zu öffnen. Darauf aufbauend, entwickelte sich mit den Jahren eine einzigartige Zusammenarbeit, deren Qualität Oliver Winkes wie folgt beschreibt: „Die Gläserne Manufaktur hat sich den Anspruch gesetzt, im doppelten Wortsinn Raum für neue Ideen zu schaffen. Sie bietet Kunst und Kultur nicht nur eine innovative Bühne, sondern mit ihrer transparenten Fertigung auch eine unverwechselbare Kulisse. Nach ‚Silent Spring‘ 2012 und ‚Junge Choreografen‘ 2013 freuen wir uns auf ‚Choreografen On the move‘, ein neues, spannendes Gemeinschaftsprojekt im Januar 2014 mit unserem Partner, der Semperoper Dresden.“ Die Premiere findet am 25. Januar 2014 um 19 Uhr in der Gläsernen Manufaktur statt. Weitere Vorstellungstermine sind am 26. Januar 2014 um 17 Uhr und um 20.30 Uhr. Premiere 25. Januar 2014, 19 Uhr 26. Januar 2014, 17 und 20.30 Uhr Die Gläserne Manufaktur von Volkswagen

Alle Fotos © Helmuth Scham, www.schampus.com

Ein Glücksfall Garance Hurfin über das Elevenprogramm der Palucca Hochschule für Tanz und der Semperoper Dresden Sie sieht selbst aus wie einem der BallerinenGemälde von Edgar Degas entsprungen, so zart und feingliedrig und aus sich selbst leuchtend. Einer Choreografie über Degas’ berühmte Darstellungen verdankt sie ein wenig den Weg, den sie eingeschlagen hat: Seit August 2013 gehört die junge Tänzerin Garance Hurfin, die in Paris aufgewachsen ist, dem Elevenprogramm an, das die Palucca Hochschule für Tanz Dresden und das Semperoper Ballett zusammen anbieten. Und so setzt Hurfin in Dresden nicht nur ihre Tanzausbildung fort, sondern steht mit den großen Solisten der Company von Aaron S. Watkin gemeinsam an der Ballettstange und auf der Bühne. Tänzerin zu werden – war das bei Ihnen der klassische Jungmädchentraum? Nicht ganz. Ich hatte schon immer einen sehr großen Bewegungsdrang. Mein Vater, der leider nicht Konzertpianist werden durfte, spielte zu Hause viel Klavier. Und dazu war ich immer in Bewegung. Dann sah ich am Palais Garnier in Paris „La petite danseuse de Degas“. Das Stück war für mich der Auslöser. Mit acht Jahren fing ich zu tanzen an. Sie haben in Paris am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse studiert. Wie kamen Sie nun als Elevin nach Dresden? Aaron S. Watkin war Mitglied der Jury bei meinem Examen. Er lud mich ein, in Dresden vorzutanzen. Die Audition fand hier in der Semperoper statt.

Wie gestaltet sich eigentlich Ihr Tagesablauf zwischen der Palucca Hochschule für Tanz und den Engagements an der Semperoper? Das hängt davon ab, ob wir Eleven gerade an Produktionen beteiligt sind. Wenn das der Fall ist, trainieren und proben wir zusammen mit dem Semperoper Ballett, nehmen an den Classes und den Warm-ups teil. Wenn wir nicht gebraucht werden, sind wir an der Schule und haben drei und mehr Classes pro Tag. Schule und Company halten sich in etwa die Waage. Im August bin ich nach Dresden gekommen, seitdem war ich an „Dornröschen“ beteiligt. Gerade bereiten wir „Gestatten, Monsieur Petipa!“ vor, eine Aufführung für Schulklassen. Und dann wird es gleich mit dem „Nussknacker“ weitergehen.

Haben Sie besondere Verhaltensweisen, um als Tänzerin dem hohen Anspruch an den Körper gerecht zu werden? Ich brauche eine Menge Schlaf. Und muss natürlich sehr viel stretchen. Aber ich muss zum Beispiel keine Diät halten und esse ganz normal, da habe ich Glück.

Wie würden Sie den Charakter dieser Company beschreiben? Was ist Ihr Eindruck aus Ihren ersten Monaten? Diese Company ist ein Glücksfall für mich. Wir erleben unmittelbar mit, wie sie arbeitet. Alle arbeiten hart. Und wir dürfen mitarbeiten.

Gibt es Ihrer Erfahrung nach in der Tanzausbildung große Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschland? Bei meiner fünfjährigen Ausbildung am Conservatoire in Paris wurde mehr Wert auf Klassisches Ballett gelegt. Der Zeitgenössische Tanz musste etwas zurück stehen. Das ist an der Palucca Hochschule anders: Beides hat das gleiche Gewicht in der Ausbildung. Und das trifft ja auch auf das Semperoper Ballett zu – ich finde, diese Bandbreite ist seine große Stärke. Ich persönlich fühle mich im Neoklassischen Tanz besonders wohl, darin kann ich mich noch besser ausdrücken. Außerdem mochte ich zum Beispiel den neuen Ballettabend „Nordic Lights“ sehr gern!

Und wie ist das Verhältnis der Eleven zu den „gestandenen“ Tänzern? Sehr gut. Sie sind uns gegenüber sehr aufgeschlossen und kollegial. Sie nehmen uns durchaus ernst als Tänzer, und wir sind in gutem Austausch mit ihnen, fühlen uns gut aufgehoben.

Und in welchen Stücken oder Partien würden Sie sich selbst gerne tanzen sehen? In Paris habe ich „Nine Sinatra Songs“ von Twyla Tharp erlebt – das wäre mein Traum. Ich liebe diese Sinatra Songs. Außerdem würde ich gerne Choreografien von Jiˇrí Kylián tanzen.


GRET | arttourist.com 2|2013

  Ballett  |  Dresden  |  35

Ein neues Kapitel aufschlagen was jedoch nicht bedeutet, dass seine Persönlichkeit hinter dieser Vielseitigkeit verschwinden darf. Gerade die Vielseitigkeit eines Künstlers formt doch dessen Identität, macht ihn stark und bringt seine Persönlichkeit zum Vorschein. Diese Tänzertypen sind mir wichtig.

Seit der Saison 2006/07 ist Aaron S. Watkin Ballettdirektor des Semperoper Ballett. Dem ehemaligen William-Forsythe-Tänzer gelang es, die Company unter seiner Leitung auf internationaler Ebene stark zu positionieren und zu einem der renommiertesten Ballettensembles zu machen. Seine künstlerische Vision ist es, Grenzen zu überwinden, die traditionell zwischen klassischem und zeitgenössischem Tanz bestehen, um so den Tanz als Krönung beider Stile neu definieren zu können. Neben den klassischen Handlungsballetten, für deren choreografische Neubearbeitungen Watkin mehrfach selbst verantwortlich zeichnete, kann das Semperoper Ballett auf ein beeindruckendes zeitgenössisches Repertoire blicken.

Für den Ballettabend „Legenden – Hommage an Richard Strauss“ konnten Sie neben Stijn Celis auch Alexei Ratmansky für eine Neukreation gewinnen. Als ehemaliger Ballettdirektor des Bolshoi Balletts und Hauschoreograf des American Ballet Theatre ist er einer der international derzeit gefragtesten Choreografen überhaupt. Wie ist Ihnen das gelungen und was darf das Publikum erwarten? In Deutschland gibt es, wie übrigens in vielen anderen Ländern auch, die Tendenz, dass sich das Repertoire einzelner Companies häufig auf die stets gleichen bekannten Namen beschränkt. Ich habe unter anderem in Kanada, den USA, Großbritannien, den Niederlanden, Belgien und Spanien gearbeitet und so einen sehr international geprägten Hintergrund. Deshalb ist es mir auch besonders wichtig, internationale Gäste nach Dresden zu holen. Dass ich Alexei Ratmansky gewinnen konnte, war ein enormer Glücksfall. Er ist sehr berühmt und eigentlich auf Jahre hin ausgebucht. Wir haben uns 2010 in New York beim Festival „Fall for Dance“ kennengelernt und glücklicherweise hatte er genau jetzt Zeit, um für eine Neukreation nach Dresden zu kommen. Ich freue mich sehr darauf, mit einem der wichtigsten neoklassischen Choreografen für das Semperoper Ballett zusammenzuarbeiten.

Herr Watkin, Sie haben seit Beginn Ihrer Ballettdirektion ein sehr charakteristisches und individuelles Ensemble zusammengestellt. Neben sehr erfahrenen Tänzern wie beispielsweise dem Ersten Solisten Jiˇrí Bubeníˇcek stehen junge Tänzerinnen und Tänzer aus dem Elevenprogramm der Palucca Hochschule für Tanz Dresden. Ist diese Mischung ein Teil Ihres Erfolgsrezeptes? Ja, auf jeden Fall! Für mich war es von Beginn an besonders wichtig, ein Ensemble zu formen, das sich gerade durch seine Vielschichtigkeit und seine unterschiedlichen Persönlichkeiten auszeichnet. Nur so kann eine Company als Einheit stark sein und sich mit einer unverwechselbaren und einzigartigen Identität präsentieren. Bei der Entwicklung von Tänzerpersönlichkeiten spielen selbstverständlich die Erfahrung, das Alter und die verschiedenen Ränge vom Eleven bis hin zum Ersten Solisten eine große Rolle. Wenn neue, junge Ensemblemitglieder in unsere Company aufgenommen werden, lernen sie im täglichen Training und bei den Proben ganz automatisch durch Beobachtung ihrer erfahrenen Kollegen. Diese fungieren natürlich auch als Vorbilder – das ist ein völlig natürlicher Prozess.

Gibt es einen großen Traum, den Sie sich gemeinsam mit dem Semperoper Ballett erfüllen wollen? In den vergangenen acht Jahren haben wir gemeinsam sehr viel aufgebaut und erreicht. Daran anschließend möchte ich nun ein neues Kapitel aufgeschlagen. Ich möchte unsere internationale Präsenz weiter stärken und gleichzeitig Leiter einer Company sein, die sich dem internationalen Tanzgeschehen verpflichtet fühlt. Mats Ek, William Forsythe, Jiˇrí Kylián, Pina Bausch und Ohad Naharin sind fünf der wirklich großen zeitgenössischen Choreografen. Ihre Arbeiten gilt es lebendig zu halten. Es ist ein großer Traum von mir, eine Choreografie von Pina nach Dresden zu holen. Außerdem glaube ich weiterhin fest daran, dass das Semperoper Ballett gesehen werden muss, nicht nur in Dresden, sondern auf der ganzen Welt.

Welche Zutaten gehören noch zu Ihrem Rezept? Neben einzigartigen Tänzerinnen und Tänzern ist auch ein einzigartiges Repertoire von großer Bedeutung. Ein Repertoire, das exakt auf die Company abgestimmt ist, ich denke, das zeichnet uns aus. Je vielschichtiger das Repertoire, desto größer natürlich auch die Anforderungen an die Tänzerinnen und Tänzer. Ich wollte nie ein Ensemble, das sich in rein-klassische Tänzer auf der einen und extrem moderne Tänzer auf der anderen Seite spaltet. Ein Tänzer muss heute sehr vielseitig sein, Portrait Aaron S. Watkin © Ian Whalen

Aktuelle Höhepunkte der Ballettsaison 2013/14 Der Nussknacker Choreografie Aaron S. Watkin und Jason Beechey nach Marius Petipa 26., 30. November & 4., 5., 6., 10., 13., 15. (14 & 18 Uhr), 17., 23. (14 & 18 Uhr), 25. (14 & 18 Uhr) Dezember 2013

Choreografen On the move Choreografien von Caroline Beach, Claudio Cangialosi, Sjoerd Vreugdenhil Premiere 25. Januar 2014 weitere Vorstellungen: 26. Januar 2014 (17 & 20.30 Uhr)

Bella Figura Choreografien von Jiˇrí Kylián, David Dawson, Ohad Naharin 10., 15., 20. Januar & 12., 15. Februar 2014

Ein William Forsythe Ballettabend Choreografie William Forsythe 16., 24. Februar & 14., 18. (14 & 19 Uhr) Mai 2014

Bella Figura © Costin Radu

Ein William Forsythe Ballettabend © Costin Radu

4. Biennale Tanzausbildung 15. bis 25. Februar 2014 Romeo und Julia Choreografie Stijn Celis 21., 25. Februar, 17., 19. März, 24., 26., 27. April & 1. Mai 2014 Giselle Choreografie David Dawson 9., 11., 17., 20., 22. April 2014

Romeo und Julia © Costin Radu

Schwanensee Choreografie Aaron S. Watkin nach Marius Petipa und Lew Iwanow 2., 3., 5., 7., 10., 25. (14.30 & 19 Uhr) & 31. Mai 2014 Legenden – Hommage an Richard Strauss Choreografien von Stijn Celis, Alexei Ratmansky, Premiere 28. Juni 2014 weitere Vorstellungen: 30. Juni & 5., 9., 11. Juli 2014

Schwanensee © Costin Radu


36  |  Ballett  |  Dresden

GRET | arttourist.com 2|2013

Ein Festjahr für Richard Strauss Die Semperoper Dresden ehrt den Komponisten in Oper, Konzerten und Ballett Während an der Semperoper Dresden das Wagnerjahr ausklingt, kündigt sich ein weiteres Jubiläum an: Richard Strauss’ Geburtstag jährt sich 2014 zum 150. Mal. Seine Verbindung zu Dresden ist besonders eng: Neun seiner 15 Opern wurden hier uraufgeführt, unter den Generalmusikdirektoren Ernst von Schuch, Fritz Busch und Karl Böhm.

Portrait Evelyn Herlitzius als Salome | © Matthias Creutziger

Das Festjahr beginnt im Januar 2014 mit einer Neuproduktion der „Elektra“. Barbara Frey, die Intendantin des Zürcher Schauspielhauses, inszeniert die Konflikte, Zwänge und vermeintlich schicksalhaften Notwendigkeiten im Stamm der Tantaliden. Christian Thielemann wird diese Feinheiten musikalisch herausarbeiten – mit den Solisten Evelyn Herlitzius, Waltraud Meier, Anne Schwanewilms und René Pape.

Portrait Nina Stemm | © Tanja Niemann

Portrait Christian Thielemann, Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle | © Matthias Creutziger

Portrait Anja Harteros © Marco Borggreve

Zwei frühe Werke von Strauss schließen sich an: Sein selten gespielter „Guntram“ aus dem Jahr 1894 wird ab 23. Februar 2014 dreimal unter der musikalischen Leitung von Omer Meir Wellber konzertant aufgeführt. Am 7. Juni 2014 folgt in einer halbszenischen Aufführung unter freiem Himmel im Großen Schlosshof des Residenzschlosses das Singgedicht „Feuersnot“, mit dessen Uraufführung 1901 in Dresden die Strauss-Tradition begründet wurde. In dieser Koproduktion mit den Dresdner Musikfestspielen dirigiert Stefan Klingele das Dresdner Festspielorchester, das auf Originalklanginstrumenten musiziert. In den Wiederaufnahmen von „Ariadne auf Naxos“ und „Salome“ ab März 2014 singen Marjorie Owens, Romy Petrick, Barbara Senator, Erika Sunnegårdh, Burkhard Fritz, Wookyung Kim und Jürgen Müller. Die Sächsische Staatskapelle Dresden widmet Strauss drei Symphoniekonzerte, einen Aufführungsabend sowie ein Geburtstags-Sonderkonzert am 11. Juni 2014. Es erklingen an diesem Festabend Auszüge aus den neun in Dresden uraufgeführten Strauss-Opern, mit den Sopranistinnen Nina Stemme, Anja Harteros und Camilla Nylund. Außerdem kommt im Rahmen der Osterfestspiele Salzburg, deren Residenzorchester die Staatskapelle ist, neben Konzerten auch die mit der Semperoper koproduzierte „Arabella“ in der Regie von Florentine Klepper zur Aufführung. Und auch bei „Klassik picknickt“ am 12. Juli 2014 vor der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen feiert Maestro Thielemann den Jubilar Strauss, mit dessen Burleske d-Moll für Klavier und Orchester und mit Rudolf Buchbinder am Flügel. Eine Ballett-Hommage an Strauss am 28. Juni 2014 rundet den Schwerpunkt ab. Sie zeigt seine „Josephs Legende“ in einer choreografischen Uraufführung von Stijn Celis und einen Ausschnitt aus „Verklungene Feste“, den der international gefragte Alexei Ratmansky choreografiert. In der Spielzeit 2014/15 wird der RichardStrauss-Schwerpunkt fortgesetzt. Darüber hinaus finden vom 6. bis 20. November 2014 „Richard-Strauss-Tage“ mit Aufführungen von „Capriccio“, „Daphne“ und „Arabella“ und mit exquisiten Besetzungen wie Renée Fleming und Thomas Hampson sowie Aufführungen des Balletts „Legenden“ statt. Buchungen sind voraussichtlich ab Dezember 2013 möglich. www.semperoper.de

OPER UND BALLETT Elektra Premiere 19. Januar 2014 weitere Vorstellungen: 22., 25., 31. Januar & 22., 29. Juni 2014 Guntram (konzertant) Premiere 23. Februar 2014 weitere Vorstellungen: 28. Februar & 2. März 2014 Ariadne auf Naxos 9., 16. März & 15., 18. April 2014 Salome 21., 25., 27. März 2014 Arabella Koproduktion mit den Osterfestspielen Salzburg Premiere 12. April 2014 21. April 2014 Osterfestspiele Salzburg 2014 Feuersnot (Open Air) Premiere 7. Juni 2014 weitere Vorstellungen: 9., 10. Juni 2014 Legenden – Hommage an Richard Strauss (Ballett) Stijn Celis, Alexei Ratmansky Premiere 28. Juni 2014 weitere Vorstellungen: 30. Juni & 5., 9., 11. Juli 2014

KONZERTE DER SÄCHSISCHEN STAATSKAPELLE DRESDEN 7. Symphoniekonzert Christian Thielemann 2., 3., 4. März 2014 8. Symphoniekonzert Christoph Eschenbach 30., 31. März & 1. April 2014 4. Aufführungsabend Christian Thielemann 15. Mai 2014 11. Symphoniekonzert Christian Thielemann 8., 9. Juni 2014 Sonderkonzert zum 150. Geburtstag von Richard Strauss Christian Thielemann 11. Juni 2014 Klassik picknickt – die gläserne Manufaktur von Volkswagen Christian Thielemann 12. Juli 2014 Freuen Sie sich u.a. auf: Renée Fleming, Anja Harteros, Evelyn Herlitzius, Waltraud Meier, Camilla Nylund, Marjorie Owens, Romy Petrick, Anne Schwanewilms, Barbara Senator, Nina Stemme, Erika Sunnegårdh, Rachel Willis-Sørensen, Rudolf Buchbinder, Gautier Capuçon, Burkhard Fritz, Thomas Hampson, Jürgen Müller, René Pape, Tómas Tómasson, Georg Zeppenfeld In der Spielzeit 2014 / 15 finden vom 6. bis 20. November 2014 Richard-Strauss-Tage u.a. mit Aufführungen von „Capriccio”, „Daphne”, „Arabella” und dem Ballett „Legenden” an der Semperoper Dresden statt. Informationen auf www.semperoper.de. Buchungen der verschiedenen StraussZyklen voraussichtlich ab Dezember 2013.


RAHMENPROGRAMM SAMSTAG, 15. FEBRUAR 2014, 19 UHR SEMPEROPER

BELLA FIGURA

CHOREOGRAFIEN VON JIRÍ KYLIÁN, DAVID DAWSON UND OHAD NAHARIN, MEHRTEILIGER BALLETTABEND SAMSTAG, 15. FEBRUAR 2014, 20 UHR HELLERAU – EUROPÄISCHES ZENTRUM DER KÜNSTE DRESDEN

SIDER – EINE ARBEIT VON WILLIAM FORSYTHE UND DER FORSYTHE COMPANY SAMSTAG, 16. FEBRUAR 2014, 15 UHR HELLERAU – EUROPÄISCHES ZENTRUM DER KÜNSTE DRESDEN

SIDER – EINE ARBEIT VON WILLIAM FORSYTHE UND DER FORSYTHE COMPANY SONNTAG, 16. FEBRUAR 2014, 19 UHR SEMPEROPER

EIN WILLIAM FORSYTHE BALLETTABEND ERÖFFNUNG DER 4. BIENNALE TANZAUSBILDUNG MONTAG, 17. FEBRUAR 2014, 19 UHR SEMPEROPER

PRÄSENTATION DER ARBEITEN VON STUDIERENDEN DER ZEHN NATIONALEN AUSBILDUNGSSTÄTTEN FÜR TANZ – TEIL I DIENSTAG, 18. FEBRUAR 2014, 19 UHR SEMPEROPER

PRÄSENTATION DER ARBEITEN VON STUDIERENDEN DER ZEHN NATIONALEN AUSBILDUNGSSTÄTTEN FÜR TANZ – TEIL II MITTWOCH, 19. FEBRUAR 2014, 20 UHR HELLERAU – EUROPÄISCHES ZENTRUM DER KÜNSTE DRESDEN

SIDER – EINE ARBEIT VON WILLIAM FORSYTHE UND DER FORSYTHE COMPANY DONNERSTAG, 20. FEBRUAR 2014, 20 UHR HELLERAU – EUROPÄISCHES ZENTRUM DER KÜNSTE DRESDEN

SIDER – EINE ARBEIT VON WILLIAM FORSYTHE UND DER FORSYTHE COMPANY FREITAG, 21. FEBRUAR UND SAMSTAG, 22. FEBRUAR 2014 DEUTSCHES HYGIENE-MUSEUM DRESDEN

SYMPOSIUM «EDUCATION – PROFESSION _ A CREATIVE PROCESS» FREITAG, 21. FEBRUAR 2014, 20 UHR DEUTSCHES HYGIENE-MUSEUM DRESDEN

FRÉDÉRIC FLAMAND – INTERAKTIVE INSTALLATION FREITAG, 21. FEBRUAR 2014, 19 UHR SEMPEROPER

ROMEO UND JULIA

BALLETT IN DREI AKTEN, CHOREOGRAFIE VON STIJN CELIS. NEUKREATION SAMSTAG, 22. FEBRUAR 2014, SEMPEROPER

ÖFFENTLICHE PROBE IM BALLETTSAAL. MIT DEM SEMPEROPER BALLETT SAMSTAG, 22. FEBRUAR 2014, 20 UHR DEUTSCHES HYGIENE-MUSEUM DRESDEN

HÖRST DU? TANZ ... TANZNETZDRESDEN TRIFFT KLANGNETZ DRESDEN EIN TANZ- UND MUSIKABEND VON CHOREOGRAPHEN DES TANZNETZDRESDEN UND DEM VOKALENSEMBLE AUDITIV VOKAL.

TANZ P ASS

DR ESD E

N

TANZPASS DRESDEN TANZ-PASS ZUR BIENNALE FÜR 20 EURO ERHALTEN SIE 50% RABATT FÜR DIE VERANSTALTUNGEN IM RAHMEN DER BIENNALE. WEITERE INFOS UNTER: WWW.SEMPEROPER.DE ODER WWW.HELLERAU.ORG

AZ Biennale concerti 286 x 436.indd 1

08.11.13 08:39


38  |  Ballett  |  Dresden

GRET | arttourist.com 2|2013

Dresden Stadt des Tanzes

Dr. Bernhard Freiherr von Loeffelholz, bis 2009 Vier junge Frauen auf einer Wiese, sie sind barPräsident des Sächsischen Kultursenats das fuß und tragen zarte Kleider, fassen sich an den Konzept zusammen. Innerhalb kürzester Zeit Händen. In einer fließenden Bewegung recken traf sich in Hellerau die internationale Avantsie die Arme nach oben, legen den Kopf in den garde. Bei den Festspielen begeisterten vor alNacken und springen schwungvoll hoch, ein lem die Bewegungschöre mit ausdrucksvoller Bein schwebt über dem Gras, das andere geht Gebärdensprache die Zuschauer. Architekten angewinkelt in die Höhe… Die Schwarz-Weißwie Le Corbusier und Walter Gropius, BallettFotografie ist mehr als 100 Jahre alt und strahlt direktoren, Tänzer, Schriftsteller und Maler kaimmer noch gute Laune und Freiheit aus. Sie men auf der Suche nach neuen Impulsen in die zeigt Übungen im Freien, die der Genfer MuGartenstadt. Oskar Kokoschka, Stefan Zweig, sikpädagoge Emile Jacques-Dalcroze nach HelMax Reinhardt, Franz Werfel, Rainer Maria Rillerau gebracht hatte. ke, Gerhart Hauptmann – die Gästeliste liest Die erste deutsche Gartenstadt nördlich von sich wie das Who’s who der damaligen intelDresden war ein Gegenentwurf zur ausufernlektuellen Elite. den Industriestadt. Auf einer Fahrradtour durch Zu den Hunderten von Schülern, die vor dem die Umgebung entdeckte der Möbelfabrikant Ersten Weltkrieg von Emile Jacques-Dalcroze Karl Schmidt 1908 „eine stille Landschaft, nahezu unbebaut, die Aussicht prachtvoll, die Luft würzig“ und verlegte sein Unternehmen an diesen Ort. Gemeinsam mit befreundeten „Vor 100 Jahren war das Festspielhaus Architekten plante er ein Magnet für Tanzbegeisterte, Archinach englischem Vortekten, Literaten und Gesellschaftsreformer. Heute ist hier mit dem Eurobild geschwungene päischen Zentrum der Künste Dresden Straßen, ländliche Reiund seinem hochkarätigen internatiohenhäuser mit kleinen nalen Programm und der weltberühmGärten, Schulen und ten Forsythe Company wieder eine der Villen, eine Stadt, in ersten Adressen für den zeitgenössider Arbeit, Wohnen schen Tanz in Europa entstanden“ und Kultur eine EinDieter Jaenicke heit bilden sollten. Die Hellerau – Europäisches Zentrum Theorie von Jacquesder Künste Dresden Dalcroze, dass die Harmonie des modernen Menschen durch Rhythmus wiederhergestellt werden könne, passte bestens in dieses Konzept. Im eigens erbauten Festspielhaus lehrte der Schweizer rhythmische Gymnastik, modernen Ausdruckstanz, Musikimprovisation und Gehörbildung. „Dem Takt des neuen Maschinenzeitalters und der marschierenden Soldaten stellte man die rhythmische Gymnastik, den Uniformen und Reifröcken luftige Gewänder entgegen, den Mietskasernen der Arbeiter in den Großstädten bezahlbare Häuser in der Gartenstadt“, fasst

Termine [Auswahl] „tanz! Wie wir uns und die Welt bewegen“ Ausstellung im Deutschen Hygiene-Museum Dresden 12. Oktober 2013 bis 1. Juni 2014 Tanzwoche Dresden 22. bis 20. Juli 2014 www.tanzwoche.de

Forsythe Company Vorstellungen in Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden 14. bis 16./19.+20. Februar 2014 5. bis 8./12. bis 15. Juni 2014 11. bis 14./18. bis 21. September 2014 4. bis 7. Dezember 2014 www.theforsythecompany.com

März, April und ab 15. Dezember Open-Air-Produktion am und im Zwingerteich Juni 2014 www.derevo.org

DEREVO Tanztheater Vorstellungen in Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden

Dresdner Sinfoniker “Dede Korkut" 7.+8. Februar 2014

Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden

labors und Tanzateliers – die Stadt, die so viele Aspekte der Kunst in sich konzentriert, entwickelt auch die Sprache und den Ausdruck des Körpers weiter. In der Semperoper stehen in jeder Spielzeit zahlreiche Ballett-Aufführungen auf dem Programm – von Klassikern bis zu modernen Produktionen. Und auch in dem viele Jahrzehnte als Polizeischule und Kaserne für die sowjetische Armee missbrauchten Festspielhaus in Hellerau ist wieder Leben eingezogen. Seit 2004 befindet sich hier das Europäische Zentrum der Künste Dresden, in dem man unter der künstlerischen Leitung von Dieter Jaenicke wieder an die Glanzzeit von früher anknüpfen will. Die Forsythe Company und das in Leningrad gegründete Tanztheater-Ensemble DEREVO haben in Hellerau ihr Domizil. Der Schwerpunkt des ganzjährigen Spielplans liegt vor allem auf zeitgenössischem Tanz und Musik, Hellerau versteht sich als „Laboratorium der Moderne“. Die Bühnen der Oper, des Festspielhauses und weiterer Spielstätten sind Schauplatz für die seit mehr als zwei Jahrzehnten im April in der Stadt an der Elbe statt findenden Tanzwoche. Zehn Tage lang zeigen 40 verschiedene „Meine künstlerische Vision ist es, künstlerische ProdukGrenzen zu überwinden, die traditionell zwischen klassischem und zeittionen die aktuellen genössischem Tanz bestehen, um den Entwicklungen beim Tanz als Krönung beider Stile neu defizeitgenössischen nieren zu können“ Tanz, Tanztheater und Aaron S. Watkin, Ballettdirektor Semperoper bei der Performance. Auch die Biennale lernten, gehörte auch Tanzausbildung bringt Mary Wigman, die Gret Palucca entscheidend eine Woche lang Tanzbegeisterte aus aller Welt beeinflusste. Beide Frauen entwickelten die und Festival-Flair nach Dresden. Die von StuTanztheorien und -methoden weiter. „Ich bedenten, Tanzpädagogen und renommierten ginne. Ich stehe im Saal und höre eine Musik, Choreografen erarbeiteten Ergebnisse der Traimehrere Musiken. Ich habe nicht die Absicht, nings und Workshops werden öffentlich prädieses oder jenes zu tun. Ich bewege mich wie sentiert. von selbst. Dann gibt es einen Punkt, wo der Wie spannend das Thema Tanz ist, wird in der Körper auf einen Rhythmus (…) reagiert“, erAusstellung „tanz! Wie wir uns und die Welt läuterte Gret Palucca ihre Auffassung von mobewegen“ im Deutschen Hygiene-Museum dernem Tanz. Die gefeierte Tänzerin gründete Dresden deutlich. 1912 ebenfalls als „Kind der 1925 in Dresden ihre eigene Schule, eine noch Moderne“ auf Initiative des Dresdner Industriheute in Deutschland einzigartige Institution, ellen und Odol-Fabrikanten Karl August Lingdie Tanz- und Schulausbildung miteinander ner gegründet, stellt es aktuelle Fragestellungen verbindet. des Menschen unter verschiedenen interdiszipNeben der Tanz-Hochschule gibt es in Dresden linären Gesichtspunkten in den Vordergrund. ein vielfältiges Angebot an Tanzzentren, Tanz„Das Thema Tanz ist bei uns sehr gut aufgeho-

Jan Fabre "Theatrical Madness" 5. April 2014

Ballett in der Semperoper [Auswahl]

William Forsythe Ballettabend 16./24. Februar, 14./18. Mai 2014

Wim Vandekeybus/Ictus "What the body does not remember" 11.+12. April 2014

Adolphe Adam „Giselle“ 9./11./17./20.+22. April 2014

Richard Strauss „Legenden – Hommage an Richard Strauss“ 28./30. Juni, 5./9./11. Juli 2014ऀ

Taiwan-Festival 25. April bis 10. Mai 2014 TonLagen – Dresdner Festival der zeitgenössischen Musik 10. bis 25. Oktober 2014

Sergej Prokofjew „Romeo und Julia“ 21./25. Februar, 17./19. März, 24./26.+27. April, 1. Mai 2014 Peter Tschaikowsky „Schwanensee“ 2.+3./5./7./10./25./31. Mai 2014


THOMAS | arttourist.com 1|2013

ben“, so Christoph Wingender. „Viele Bereiche sind davon berührt: der Tanz ist Ausdruck des Körpers, eine Kunstform, spiegelt gesellschaftliche Entwicklungen wider und er beschäftigt auch die Neurophysiologie. Ähnlich vernetzt sind auch die Gestalter- und Kuratoren-Teams, die sich an dem Projekt beteiligen: die PaluccaHochschule, die Semperoper, das Europäische Zentrum der Künste in Hellerau, die Forsythe Company und die freie Tanzszene Dresden. Zusammen haben wir eine Ausstellung geschaffen, die ein ästhetisches Erlebnis ist.“ Und bei diesem ist der Besucher von Anfang an mit im Spiel. Im Foyer flackern die Schatten der Umhergehenden an den Wänden, hübsche Projektionen, die ihre eigenen Geschichten erzählen. Weniger einfach wird das Vorwärtskommen beim Betreten der Ausstellung. Bälle in allen Größen versperren den Weg, sobald man einen Schritt nach vorne macht, ändert sich der wabernde Untergrund, neue Hindernisse türmen sich auf, wenn andere Besucher die Spur kreuzen. „Unsere Gäste sollen sich hier bewusst bewegen und auf andere reagieren“, erläutert Wingender das Konzept. Wer sich darauf einlässt, taucht in die faszinierende Welt des Tanzes ein. Geht der Frage nach, wie ein so flüchtiges Medium überhaupt fassbar ist, und erfährt, was die schwebende Göttin Nike mit einem Turnschuh zu tun hat. Dass sich im Tanz die Geschlechterrollen manifestierten und dass Tanz auch nationale Identität schafft, überrascht weniger, als die Tatsache, dass der Walzer einst ein Verstoß gegen sämtliche Konventionen war. Schwungvoll wie im Walzerschritt gelangen die Besucher durch die im wahrsten Sinne des Wortes bewegende Ausstellung.

„Im Tanz werden die Phantasien und Metaphern, Strukturen und Spielregeln in Bewegung überführt, die in den anderen Bereichen unserer Gesellschaft, in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wirksam sind. Nirgendwo liegen Vergnügen und Erkenntnis so nah beieinander wie im Tanz. Das erlebbar zu machen, ist eines der Ziele der Ausstellung“ Christoph Wingender, Deutsches Hygiene-Museum

Ballett  |  Dresden  |  39

Sonderausstellung „tanz!“; DHMD, Foto: Oliver Killig, 2013

tanz! Wie wir uns und die Welt bewegen Deutsches Hygiene-Museum: 12.10.2013 – 20.07.2014 Weltweit und zu allen Zeiten tanzen die Menschen. Sie tun es in unendlich vielen Spielarten, aus den unterschiedlichsten Anlässen und quer durch alle Kulturen. Denn im Tanz wird artikuliert, was uns alle bewegt: hemmungslose Ekstase und gezügelte Disziplin, Neugier auf Neues, die Erfahrung von Gemeinschaft und der Spaß an der Bewegung des eigenen Körpers. Erstmalig befasst sich diese große Sonderausstellung mit den ästhetischen und gleichzeitig mit den kulturellen und gesellschaftlichen Aspekten des Tanzes und des Tanzens. Denn der Tanz ist nicht nur ein Freizeitvergnügen und eine hochentwickelte Kunstform. Im Tanz spiegeln sich immer auch die sozialen Rahmenbedingungen, auf die er reagiert und auf die er selbst mit seinen kreativen Impulsen zurückwirkt. Ob Wiener Walzer oder Rock ’n’ Roll, ob Breakdance oder Punk – neuartige Bewegungsformen können in ihrer Ent-

stehungszeit die gesellschaftlichen Verhältnisse im wahrsten Sinne des Wortes zum Tanzen bringen. Die interaktive Show nimmt die uralte Ausdrucksmöglichkeit des Tanzes vor allem als Bestandteil unserer Alltagskultur in den Blick. Die Besucher erleben ein dynamisches Zusammenspiel von kulturhistorischen Exponaten, multimedialen Stationen und interaktiven Installationen, von Filmen mit Tänzern und Choreografen wie Josephine Baker, Pina Bausch, William Forsythe oder Mary Wigman sowie Kunstwerken von Camille Claudel, Keith Haring, Robert Longo, Emil Nolde oder Auguste Rodin u.v.a.

Projektpartner dieses Ausstellungsereignisses sind The Forsythe Company, das Semperoper Ballett Dresden, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste sowie die Palucca Hochschule für Tanz. Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Adresse Deutsches Hygiene-Museum Lingnerplatz 1 | 01069 Dresden 0351 – 4846 – 0 | www.dhmd.de Eintritt EUR 7 / EUR 3, Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren frei Öffentliche Führungen Übersichtsführung durch die Dauerausstellung samstags und sonntags, 14 Uhr Übersichtsführung durch die Sonderausstellung „tanz!“ samstags, 16 Uhr Weitere Angebote unter: www.dhmd.de

Schwebende Nike, 4. Jh. vor Chr.; © Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Jürgen Karpinski, 1994

Dresdner Kinder-Museum; DHMD, Foto: David Brandt, 2005

Dauerwellenapparat, 1920er Jahre; DHMD Dauerausstellung, Foto: Olaf Martens, 1999

Begleitprogramm zur Ausstellung "tanz!"

Broschüre "Die Moderne – Eine Epoche in Sachsen" zu bestellen unter www.sachsen-tourismus.de Adressen Dresden Tourismus GmbH Tel. +49 (0) 351 50 15 01 | www.dresden.de/tourismus HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden Tel. +49 (0) 351 26 46 20 | www.hellerau.org Sächsische Staatsoper Dresden – Semperoper Dresden Tel. +49 (0)351 49 11 70 5 | www.semperoper.de Deutsches Hygiene-Museum Dresden Tel. +49 (0)351 48 46 40 0 | www.dhmd.de

Das umfangreiche Begleitprogramm bietet neben populären Tanzveranstaltungen und einer Filmreihe auch zahlreiche künstlerische Höhepunkte. Das Semperoper Ballett On the Move präsentiert in der Dauerausstellung ein Stück zum Körper als Werkzeug und Kunstprodukt. Der belgische Choreograf Frédéric Flamand, der mit Architekturstars wie Zaha Hadid, Jean Nouvel oder Dominique Perrault zusammengearbeitet hat, wird während der 4. Biennale Tanzausbildung in Dresden mit seinen Studenten die Museumsarchitektur in

Bewegung versetzen. Und der Molekularbiologe Xavier Le Roy stellt in einer Lecture Performance seinen Werdegang zum Künstler und Choregrafen vor.

entdecken, wie wir mit unseren Sinnen die Welt erkunden – die perfekte Ergänzung zur Dauerausstellung und den Sonderausstellungen.

Abenteuer Mensch

Sonderausstellung

Die Dauerausstellung lädt ein auf einen interaktiven kultur- und wissenschaftsgeschichtlichen Parcours der Körperbilder und –begriffe: Leben, Ernährung, Sexualität, Erinnern, Denken, Bewegung oder Schönheit

Unsere fünf Sinne

Das Kinder-Museum eignet sich für Eltern mit Kindern im Alter von vier bis zehn Jahren. Gemeinsam spielerisch

Das neue Deutschland. Von Migration und Vielfalt 7. März bis 12. Oktober 2014 Mit diesem Projekt setzt das DHMD neue Akzente im Einwanderungsland Deutschland, das zunehmend von kultureller und gesellschaftlicher Vielfalt geprägt sein wird.


40  |  Ballett | Dresden

GRET | arttourist.com 2|2013

Foto: PR Konrad Hirsch

Palucca Hochschule für Tanz Dresden Sie ist Deutschlands einzige eigenständige Hochschule für Tanz und ermöglicht ihren derzeit knapp 200 Schülern und Studierenden eine interdisziplinäre Ausbildung in den Bachelor Studiengängen Tanz und Tanzpädagogik und in den Masterstudiengängen Tanzpädagogik und Choreografie. Studierende aus 20 Nationen sind zurzeit an der Hochschule eingeschrieben. Palucca gründete 1925 ihre erste eigene Schule in Dresden, 1957 entstand der Schulbau der den architektonischen Kern der heutigen Hochschule bildet. Unterrichtet wird in den drei Säulen Klassischer Tanz, Zeitgenössischer Tanz und Improvisation. Die Tanzausbildung beginnt im Alter von 10 Jahren. Für den allgemeinbildenden Schulabschluss verfügt die Palucca Hochschule über eine integrierte Oberschule. Im Vordergrund der Ausbildung steht die Vision kreatives Lernen zu ermöglichen und damit jeder und jedem Studierenden die Chance zu geben, sich zu einem selbständig denkenden, kreativen Künstler zu entwickeln. www.palucca.eu 4. Biennale Tanzausbildung | 15. bis 23. Februar 2014 Palucca Hochschule für Tanz Dresden Basteiplatz 4 | 01277 Dresden biennale-tanzausbildung.de Präsentation der Palucca Hochschule für Tanz Dresden während der 3. Biennale Tanzausbildung Foto © Bettina Stöss

DRESDEN TANZT zur 4. Biennale Tanzausbildung 15. – 23. Februar 2014 Der Tanz ist in Dresden tief verwurzelt. Künstlerinnen und Künstler wie Wigman, Dalcroze, Kreutzberg, Palucca und heute Forsythe verkörpern die Tradition neue Wege einzuschlagen, voranzugehen und keine Angst vor Experimenten zu haben. Womit wäre dieser Tradition besser Raum gegeben als mit einer Woche nur für den Tanz. Anlass dazu gibt die 4. Biennale Tanzausbildung, die vom 15. bis 23. Februar 2014, in der sächsischen Landeshauptstadt zu Gast sein wird. Ausrichter dieser Biennale ist die Ausbildungskonferenz Tanz (AK|T) – der Zusammenschluss aller zehn staatlichen Institutionen für die Tanzausbildung in Deutschland. Gastgeber der 4. Biennale in Dresden ist die Palucca Hochschule für Tanz. Die Biennale Tanzausbildung bietet ein Forum und ermöglicht weit mehr als den fachlichen Austausch: Sie macht die Vielfalt tänzerischen Ausdrucks und tänzerischer Ausbildung deutlich und dient damit zum einen der Vergewisserung einer reichen Geschichte und gleichermaßen einem Ausblick auf die Zukunft des Tanzes in Deutschland und dies bei weitem nicaht nur für Experten sondern im Rahmen zahlreicher öffentlicher Präsentationen vor allem auch für ein breites Publikum. Dem will die Biennale Gelegenheit bieten, sich über den aktuellen Stand der Tanzausbildung in Deutschland zu informieren und einen Einblick zu erhalten, in eine sich dynamisch entwickelnde Tanz-(ausbildungs-) landschaft. Erstmals werden zur Dresdner Biennale auch Vertreter internatio­ naler Tanzausbildungsinstitutionen er-

wartet, von der Amsterdam School of the Arts, von Canada's National Ballet School, von der Rotterdamse Dansacademie Codarts, Hogeschool voor de Kun­ sten und der Vaganova Ballet Academy aus Sankt Petersburg.

Die Biennale – Orte In Dresden lebt der Tanz gleichermassen durch eine Ausbildungsinstitution wie die Palucca Hochschule vor allem aber auch durch Institutionen wie das Semperoper Ballett, das Festspielhaus Hellerau oder die Forsythe Company. Da nimmt es kaum Wunder, dass es ebendiese „Orte“ sind, die sich als Kooperationspartner am Projekt Biennale beteiligen. Darüber hinaus konnte das Deutsche Hygiene-Museum mit seiner aktuellen Ausstellung „tanz! Wie wir uns und die Welt bewegen“ und die freie Dresdner Tanzszene als Partner gewonnen werden. Dies vor allem auch, weil das Thema der Dresdner Biennale „Education_profession – A creative process“ eben gerade die Verbindung zwischen Ausbildung und der professionellen Karriere, den Dialog zwischen ausbildender Institution und Company in den Blick nimmt.

Die Fachwelt Marguerite Donlon, Frédéric Flamand, William Forsythe, Jan Pusch, Sasha Waltz & Guests – um nur einige Namen renommierter Vertreter der internationalen Tanzszene zu nennen, die Workshops und Trainings im Rahmen der Biennale ausrichten werden. Stars, die

sich Zeit nehmen für den tänzerischen Nachwuchs. Außerdem wird ein zweitägiges Fachsymposium im Rahmen der Biennale den Blick der nationalen und internationalen Fachwelt auf die Tanz­ ausbildung lenken. Dieses Symposium wird sich unter anderem Fragen zur Kreativität, zu Tanzausbildung und Tänzerberuf und zu Sinn und Unsinn von Wettbewerben im Rahmen der Tänzerkarriere zuwenden.

Die Öffentlichkeit Ein breites, für die Öffentlichkeit zugängliches, Rahmenprogramm begleitet die Dresdner Biennale (siehe Anzeige). Besonderes Highlight ist dabei die Präsentation der Ausbildungsinstitutionen in der Dresdner Semperoper. An zwei Abenden werden sich alle an der Biennale teilnehmenden nationalen und internationalen Hochschulen mit eigenen Produktionen präsentieren. Zum Ende der Biennale werden im Hygiene Museum-Dresden die Ergebnisse des Biennale Workshops mit Frédéric Flamand der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Viel Tanz für wenig Geld bietet dabei der extra zur Biennale aufgelegte Tanzpass. Für 20 Euro berechtigt er dazu, für fast alle Vorstellungen im Rahmenprogramm maximal zwei Karten mit einer Ermäßigung von rund 50 Prozent auf den Normalpreis zu erwerben. Die 4. Biennale Tanzausbildung wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Ostdeutsche Sparkassenstiftung.

Präsentation der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main zur 3. Biennale Tanzausbildung, Foto © Valentin Fanel

So viel Tanz für wenig Geld Um das vielfältige Rahmenprogramm der Biennale erleben zu können – darunter die Abende des Semperoper Ballett „Bella Figura“, „Ein William Forsythe Ballettabend“ und „Romeo und Julia“ oder „Sider“, eine Arbeit von William Forsythe und der Forsythe Company im Festspielhaus Hellerau haben die Veranstalter einen Tanzpass aufgelegt. Zum Preis von EUR 20 berechtigt der Tanzpass dazu für die Vorstellungen im Rahmenprogramm je maximal zwei Karten mit einer Ermäßigung von fast 50 Prozent auf den Normalpreis zu erwerben. Reduzierte Karten für die Ausstellung „tanz! Wie wir uns und die Welt bewegen“ sowie für die Installation von Frédéric Flamand sind mit dem Tanzpass an der Kasse des Deutschen Hygiene-Museums erhältlich. Den Tanzpass gibt es unter Telefon: 0351 4911 705 und per E-Mail unter bestellung@semperoper.de sowie im Festspielhaus Hellerau unter www.hellerau.org


GRET | arttourist.com 2|2013

Ballett  |  Dresden  |  41

The Forsythe Company Spielplan Januar bis Juni 2014 23., 24., 25., 26., 29., 30., 31. Januar, 1., 2. Februar, 19.30 Uhr Frankfurt LAB, Frankfurt am Main Wiederaufnahmepremiere

Angoloscuro

Eine Arbeit von William Forsythe 14., 15., 19., 20., Februar, 20 Uhr 16. Februar, 15 Uhr HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden

Sider

Eine Arbeit von William Forsythe und der Forsythe Company Im Rahmen der 4. Biennale Tanzausbildung 2014 Dresden 26., 27. Februar, 20 Uhr Kampnagel, Hamburg - Tanzplattform 2014

Sider

Eine Arbeit von William Forsythe und der Forsythe Company 13., 14., 15., 16. März, 20 Uhr deSingel, Antwerpen

N.N.N.N. / Study # 3

Sider | Foto: Dominik Mentzos | Tänzer: Ander Zabala, Brigel Gjoka, Fabrice Mazliah

Choreografien von William Forsythe 4., 5. April, 20 Uhr Tanzquartier, Halle E, Wien

William Forsythe

Ein in Bewegung Denkender Der Choreograf William Forsythe fordert das Publikum im Festspielhaus Hellerau zu Neugier und Offenheit heraus. Wer herausfinden will, was der Choreograf William Forsythe mit seiner eigenwilligen Kunst zu sagen hat, wird das wohl kaum in nur wenigen Stunden oder bei einer einzigen Aufführung erfahren können. Forsythe als stetig Suchender und Fragender bezieht auch andere permanent in seine Überlegungen ein, denkt in Bewegung, sorgt für Bewegung. Und das gemeinsam mit Tänzern, Musikern, bildenden Künstlern, Wissenschaftlern, auf eine Art und Weise, die jedem Beteiligten - speziell auch dem Zuschauer – einiges an Neugier und Offenheit abverlangt, vor allem aber Mitdenken. Es ist somit ein Glücksfall, dass ausgerechnet dieser beharrlich und immer wieder neu formende, ideenreiche Künstler mit seiner hervorragenden Forsythe Company sowohl in Frankfurt am Main wie auch im Festspielhaus Hellerau seine Wirkungsstätte hat. An dem Ort, wo vor rund 100 Jahren das Schulexperiment des Schweizer Musikpädagogen Emile Jaques-Dalcroze für internationales Aufsehen sorgte. Der mit viel Aufwand sanierte repräsentative Bau von Heinrich Tessenow gilt auch heute wieder als eine Stätte der Moderne, wo es gärt und brodelt, Neues entsteht. William Forsythe, 1949 in New York geboren, absolvierte zunächst eine Ballett­ ausbildung beim früheren BalanchinTänzer Nolan Dingman, studierte ab 1969 an der Joffrey Ballet School in New York und tanzte schon bald in der Juniorkompanie, später im Joffrey Ballet. Als das unter John Cranko aufblühende Stuttgarter Ballett in New York gastierte,

bot ihm dieser ein Engagement in Stuttgart an. Doch Forsythe konnte erst 1973 die Chance in Europa wahrnehmen, da war Cranko kurz zuvor auf der Rückreise von einer USA-Tournee verstorben. Forsythe begann als Tänzer in Stuttgart, kam schon bald mit eigenen Choreografien heraus und wurde 1976 Hauschoreograf. Er arbeitete sowohl mit dem Stuttgarter Ensemble wie auch mit Kompanien in München, Den Haag, London, Basel, Berlin, Frankfurt am Main, Paris, New York und San Francisco. Ab 1984 war er zunächst Ballettdirektor der Oper Frankfurt, dann von 1990 bis 2004 Intendant und künstlerischer Leiter des Ballett Frankfurt, veränderte grundlegend das klassisch geprägte Ensemble, sorgte für atemberaubend spannenden Tanz. Es entstanden Arbeiten wie beispielsweise „Artifact“ (1984), „Limb’s Theorem“ (1990), „The Loss of Small Detail“ (1991) oder „Decreation“ (2003). Und manche dieser Werke gehören heute auch zum Repertoire des hervorragenden Semperoper Balletts in Dresden. 2004 formierte sich The Forsythe Company und arbeitet seitdem als unabhängiges Ensemble mit Unterstützung der Länder Sachsen und Hessen, der Städte Dresden und Frankfurt am Main sowie privater Sponsoren. Sie hat ihre festen Spielstätten an besagten beiden Orten und ist zudem weltweit unterwegs. Wer die Entwicklung des international gefragten Choreografen und seiner Company weiter verfolgen will, wird also auch nach Hellerau kommen. Und diese weltweite Wahrnehmung wie auch des Zentrums der Künste überhaupt ist unverzichtbar und belebend. Dresden hat somit als einstige Tanzstadt der Moderne auch mit William Forsythe und ihm

verbundenen Künstlern neuen Aufwind erhalten. Und das wird deutlich speziell in der engen Zusammenarbeit von The Forsythe Company, Semperoper Ballett, Palucca Hochschule für Tanz und Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden. Jede dieser Institutionen ist für sich schon ein Juwel, aber zusammen sind sie unschätzbar kostbar. Und das ist nun mal eine unverrückbare Tatsache. Dabei bleibt Forsythe auch in Hellerau gefragt wie umstritten zugleich in seinem kompromisslosen Anspruch, den mitdenkenden Zuschauer herauszufordern. Und er schafft es, dass man zuweilen auch daran verzweifelt, wenn sich kein sinnlicher Zugang zu den Arbeiten findet. Aber dieses Denken in Bewegung, die Suche nach künstlerischen, wissenschaftlichen Wegen macht den Besucher gewiss nicht dümmer. Forsythe zerlegt, analysiert, und das bekommt keiner so schnell wieder zu einem Ganzen zusammen, macht aber auch im Enträtseln Spaß. Musikalisch verwendet er meist elek­ tronische Geräuschkompositionen, besonders von Thom Willems, bevorzugt szenische Brüche, Irritationen. Deutlich interessiert ihn weit mehr der Weg, weniger das Ziel. Und er erforscht im Projekt Motion Bank gemeinsam mit Wissenschaftlern und Künstlern die Entwicklung digitaler Online-Partituren von Choreografien. Dabei ist er keinesfalls unnahbar oder nur für Experten zu verstehen – in Publikumsgesprächen beispielsweise kann Forsythe höchst charismatisch sein. Und er verbiegt sich nicht, bleibt sich selbst treu, ist einer, der stets in Bewegung ist. Gabriele Gorgas

Yes we can’t

Eine Arbeit von William Forsythe und den Tänzern der Forsythe Company 25., 26., 27., 28. April, 1., 2., 3., 4. Mai, 20 Uhr Bockenheimer Depot, Frankfurt am Main

The Returns

Eine Arbeit von William Forsythe 14., 15. Mai, 20 Uhr Schauspiel Köln, Depot 2, Köln

N.N.N.N. / Study # 3

Choreografien von William Forsythe 5., 6., 7., 8., 10., 11. Juni, 20 Uhr 12., 13. Juni, 20.30 Uhr HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden

Angoloscuro

Eine Arbeit von William Forsythe 12., 13. Juni, 19 Uhr 14., 15. Juni, 20 Uhr HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden

Eifo Efi

Eine Choreografie von und mit Ioannis Mandafounis und Fabrice Mazliah Eine Koproduktion von Künstlerhaus Mousonturm, The Forsythe Company, kunstenfestivaldesarts, PACT Zollverein Essen Gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes. 23. , 24. , 25. Juni, 20.30 Uhr Westergasfabriek, Zuiveringshal West, Amsterdam

The Returns

Eine Arbeit von William Forsythe

The Forsythe Company www.TheForsytheCompany.com www.hellerau.org The Forsythe Company wird gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden und den Freistaat Sachsen sowie die Stadt Frankfurt am Main und das Land Hessen. Sie ist Company-in-Residence in HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste in Dresden und im Bockenheimer Depot in Frankfurt am Main. Mit besonderem Dank an die ALTANA Kulturstiftung für die Unterstützung der Forsythe Company.


GRET | arttourist.com 2|2013

Foto: Stephan Floss

42  |  Ballett  |  Dresden

Laboratorium einer neuen Menschheit 25./26.01.

Tanz

SABURO TESHIGAWARA MIRROR AND MUSIC 14.–16./19./20.02.

Tanz

Das Festspielhaus HELLERAU zwischen Mythos und Moderne

THE FORSYTHE COMPANY SIDER

14.–29.03.

Festival

FESTIVAL DANCE DIALOGUES AFRICA 04.–13.04.

Festival

FESTIVAL SZENE: BELGIEN Mit dabei: 05.04.

JAN FABRE/TROUBLEYN

THE POWER OF THEATRICAL MADNESS und 11./12.04.

WIM VANDEKEYBUS

WHAT THE BODY DOES NOT REMEMBER 25.04.–10.05.

Festival

TAIWAN-FESTIVAL Mit dabei: 25.04.

Tanz

CLOUD GATE TAIWAN

RICE Deutschlandpremiere 16./17.05.

Tanz

LIA RODRIGUES PINDORAMA 11./12.07.

Tanz

10.–25.10.

Festival

AKRAM KHAN/ISRAEL GALVAN TONLAGEN

DRESDNER FESTIVAL DER ZEITGENÖSSISCHEN MUSIK

Hellerau ist diese idyllische Gartenstadt im Dresdner Norden. Und HELLERAU ist dieses Festspielhaus im Zentrum, das von Anfang an seiner Zeit voraus war in Architektur und Inhalt. Mit einfachen Grundformen erzielte Heinrich Tessenow eine größtmögliche Wirkung der Fassade. Das Prinzip setzt sich im Inneren fort: Es gibt keine Trennung zwischen Publikum und Bühne. Die Fenster hoch über dem Bühnenteil lassen Arbeit bei Tageslicht zu. „Wir haben die ideale Bühne hier“, sagt der heutige Leiter von HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Dieter Jaenicke. „Die Größe und Offenheit lässt jede Art von Inszenierungen zu.“ Die nostalgische Gartenstadt und der moderne Theaterbau sind zwei Resultate derselben Idee, die etwas sehr Elementares wollte: Die Menschen auf ihre ureigenen Fähigkeiten zurückführen. Es ging um ein neues Leben. Und eine neue Art zu denken. Der Schweizer Musikpädagoge Émile JaquesDalcroze betrieb im 1911 erbauten Festspielhaus seine musikalisch-rhythmische Bildungsanstalt bis 1914. Eine kurze Zeit – die ausreichte, um nicht nur Dresdens Kulturszene bis heute zu beeinflussen. Damals pilgerte die kulturelle Elite Europas in den Dresdner Norden; in den neunziger Jahren befruchtete die Erinnerung daran den Neuanfang: Nach einer wechselvollen Geschichte als Polizei-

schule, Militärlager und dann ab 1945 als Kaserne für die sowjetische Armee ist das Festspielhaus nun wieder ein Ort der Kunst. In HELLERAU setzt sich der Geist der ersten Stunde fort: Als interdisziplinäres und internationales Zentrum für zeitgenössische Künste experimentiert, entwickelt und präsentiert HELLERAU unterschiedlichste Sparten und Formen aktueller Gegenwartskunst: Musik, Tanz, Theater, Performance, Neue Medien, Bildende Kunst, Literatur mit einem Fokus auf zeitgenössischem Tanz und Neuer Musik – wieder entsteht hier ein „Arbeitsplatz Kunst“. Das genreübergreifende Programm des Hauses eröffnet den Weg zu neuen Ausdrucksformen und überschreitet herkömmliche Veranstaltungsformate. Vor zwei Jahren hat eine Initiative die Bewerbung Helleraus als Weltkulturerbestätte angeschoben. Im Zentrum dieser Bewerbung mit dem Titel „HELLERAU – Laboratorium einer neuen Menschheit“ steht das Festspielhaus mit seiner bis ins 21. Jahrhundert hinein wegweisenden Theaterbühne. Dass den Künstlern immer noch das Herz aufgeht, wenn sie hier arbeiten können, beschreibt für den künstlerischen Leiter Dieter Jaenicke „die Größe der Vision derer, die hier vor 100 Jahren gebaut haben.“

Besucherdienst / Visitors’ Service HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden Karl-Liebknecht-Straße 56, 01109 Dresden +49 351-8893884 ticket@hellerau.org www.hellerau.org Öffnungszeiten Di – Fr: 10 – 19 Uhr

Sa/So 11–16 Uhr

Abendkasse / Box Office +49 351-2646244 abendkasse@hellerau.org ab 16 Uhr an Veranstaltungstagen | opens at 4 pm on performance days Ticket Online / Print@Home hellerau.org/Spielplan www.reservix.de Besucherservice der Musikfestspiele (hier ohne VVK-Gebühren) Weiße Gasse 8, 01067 Dresden Mo – Fr 10 – 19 Uhr Sa 10 – 16 Uhr Dauerausstellung HELLERAU – Die Idee vom Gesamtkunstwerk Westflügel des Festspielhausgeländes Mo – Fr 9.30 – 16 Uhr Sa – So 11 – 16 Uhr Eintritt frei Führungen im Festspielhaus HELLERAU Freitags 10.30 Uhr und jeden dritten Sonntag im Monat 11 Uhr. Preise 4/3 €. Zusätzliche Führungen für Gruppen ab 15 Personen nach Anmeldung. Anmeldung: +49 351-8893884 sachsen@deutscher-werkbund.de


GRET | arttourist.com 2|2013

Dresden  |  43

Kulturstadt Dresden Kunst

Dresden ist eine Kunststadt. International bedeutende Museen und  Sammlungen  haben diesen Ruf über Jahrhunderte ebenso geprägt wie die Kunstakademie und das Wirken zahlreicher Bildender Künstler. Heute begeistern sich Gäste aus aller Welt für  Dresdens  Museen und Ausstellungen. Weltberühmt sind die historisch bedeutsamen  Sammlungen, wie die Gemäldegalerie Alte Meister mit Raffaels »Sixtinischer Madonna« und die königliche Schatzkammer, das »Grüne Gewölbe«.  Ein breites Themenspektrum reicht von Stadt- bis Technikgeschichte und von der  klassischen Ausstellung bis zum interaktiven  Experimentierfeld

Kunsthaus Dresden

Militärhistorische Museum der Bundeswehr | Olbricht-

Gegenwartskunst in ihren aktuellsten Tendenzen wird im Kunsthaus Dresden in der Inneren Neustadt, in unmittelbarer Nähe zur Augustusbrücke und zum Palaisplatz, gezeigt. In wechselnden Ausstellungen präsentiert die Städtische Galerie für Gegenwartskunst internationale Strömungen der Kunst. Bei der Orientierung auf künstlerische Sujets bleiben die Ausstellungen stets einem der Zukunft zugewandten Blick verpflichtet.

platz 2 | 01099 Dresden | www.mhmbw.de | Öffnungs-

Sächsische Staatsoper und Staatskapelle Dresden

zeiten: Do – Di 10 – 18 Uhr, Mo 10 – 21 Uhr, Mi geschlossen

Deutsches Hygiene Museum EIN FORUM FÜR WISSENSCHAFT, KULTUR UND GESELLSCHAFT

Kunsthaus Dresden, Städtische Galerie für Gegen-

© Matthias Creutziger

wartskunst | Rähnitzgasse 8 | D-01097 Dresden | www.kunsthausdresden.de | Öffnungszeiten: Di – Do

Theaterplatz 2 | 01067 Dresden | www.semperoper.de

14 – 19 Uhr, Fr – So 11 – 19 Uhr, Mo geschlossen

siehe auch Seite 33 – 36

Dresdner Philharmonie

Leonhardi-Museum

Museen

Deutsches Hygiene Museum | Lingnerplatz 1 | 01069 Dresden | www.dhmd.de | Öffnungszeiten: Di – So, Fei-

Staatliche Kunstsammlungen Dresden

ertage 10 – 18 Uhr, Mo geschlossen | Siehe auch Seite 39

Neuer Sächsischer Kunstverein

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zählen zu den bedeutendsten Museen der Welt. Insgesamt 14 Museen bieten eine thematische Vielfalt, die in ihrer Art einzigartig ist. Ursprung der Museen ist die Sammlung der sächsischen Kurfürsten und polnischen Könige. Historische Quellen belegen die Gründung der fürstlichen Kunstkammer im Residenzschloss durch Kurfürst August im Jahre 1560. August der Starke und sein Sohn König August III. waren bedeutende Mäzene und bemerkenswerte Kunstkenner. Ihre systematisch angelegten Kunstkabinette, die schon damals ausgewählten Kreisen zugänglich gemacht wurden, bilden den Kern der wunderbaren Kunstschätze der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Bis heute sehen sich die Sammlungen verpflichtet, Traditionen zu bewahren, Visionen zu entwickeln und die Zukunft mitzugestalten. Im Jahr 2010 feierten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden unter dem Motto "Zukunft seit 1560" ihre 450-jährigen Sammeltätigkeit.

Das Leonhardi-Museum ist ein besonderer Ort für Begegnungen mit Kunst. Die Anbindung an das künstlerische Vermächtnis Eduard Leonhardis sorgt dafür, dass die Vermittlung von zeitgenössischer Kunst hier eine geistige Rückbindung erhält, die man in den enthistorisierten, sozusagen »ambientefreien« Ausstellungszusammenhängen von Kunsthallen und White-Cube-Architektur oft vermisst. Von diesem auratischen Platzvorteil müssen wir grundsätzlich ausgehen, nicht zuletzt, weil der Ort nach dem Willen seines Gründers als Förderstätte für junge Kunst schon angelegt worden war. Leonhardi-Museum | Grundstraße 26 | D-01326 Dresden | www.leonhardi-museum.de | Öffnungszeiten: Di – Fr 14 – 18 Uhr, Sa, So 10 – 18 Uhr, Mo geschlossen

Militärhistorisches Museum der Bundeswehr

www.skd.museum

Foto © Nick Hufton.

Städtische Galerie Dresden Die Städtische Galerie Dresden ist das Kunstmuseum der Landeshauptstadt. Wenige Minuten von der Brühlschen Terrasse entfernt, befinden sich die Ausstellungsräume im historischen Landhaus. Mit einer ständigen Ausstellung und regelmäßig wechselnden Präsentationen verpflichtet sich die Städtische Galerie seit ihrer Eröffnung 2005 der reichen Kunstproduktion in Dresden und der Region vom 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Städtische Galerie Dresden | Wilsdruffer Straße 2 | 01067 Dresden | www.galerie-dresden.de | Öffnungszeiten: Di – Do 10 – 18 Uhr, Fr 10 – 19 Uhr,

Im Oktober 2011 eröffnete das von dem amerikanischen Architekten Daniel Libeskind umgebaute und erweiterte Militärhistorische Museum der Bundeswehr seine neue Dauerausstellung. Mit über 10.000 Exponaten wird darin Gewalt als ein historisches, kulturelles und anthropologisches Phänomen thematisiert. Dabei werden die Besucher mit dem eigenen innewohnenden Aggressionspotenzial konfrontiert. Das Museum möchte Denkräume öffnen, es versteht sich als Forum für die Auseinandersetzung mit Militärgeschichte, für den Diskurs über die Rolle von Krieg und Militär in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Der "Neue Sächsische Kunstverein e.V." wurde aus der Tradition und in Nachfolge dieses 1828 von Johann Wolfgang von Goethe und Johann Gottlob von Quandt in Dresden gegründeten "Sächsischen Vereins zur Beförderung der bildenden Kunst zur Ermutigung der Künstler" gegründet. Mit einem strukturellen "Sich-Öffnen" gegenüber allen Künsten und deren interdisziplinären Verbindung möchte der Verein dem heutigen multimedialen Zeitgeist gerecht werden.

kunstverein.de | Öffnungszeiten: Mi – Fr 13 – 17 Uhr, Sa, So 11 – 17 Uhr, Mo geschlossen

www.dresdnerphilharmonie.de

Neuer Sächsischer Kunstverein | Karl-LiebknechtStraße 56 | 01109 Dresden | www.saechsischer-

Musik

Asisi Panometer Dresden Gasanstaltstraße 8b / 01237 Dresden (Reick) / www.asisi.de / Öffnungszeiten: Di – Fr 10 – 17 Uhr, Sa, So, Feiertage 10 – 18 Uhr, Mo geschlossen Botanischer Garten der TU Dresden Stübelallee 2 / 01307 Dresden (Altstadt) / www.tu-dresden.de / Öffnungszeiten: April – September: täglich 8

Staatsoperette Dresden

Dresdens Musikkultur besitzt weltweit einen exzellenten Ruf. Mit der Sächsischen Staatskapelle und der Dresdner Philharmonie sind zwei Orchester von internationalem Rang in der Landeshauptstadt ansässig. Der Dresdner Kreuzchor und die Dresdner Kapellknaben repräsentieren mehrere Jahrhunderte liturgischer Musiktradition. Im Europäischen Zentrum der Künste Hellerau finden dagegen zeitgenössische Kompositionen ihr Podium. Auch die Alte Musik ist mit angesehenen Ensembles in Dresden stark vertreten. Internationale Spitzenkünstler konzertieren bei den jährlich stattfindenden Dresdner Musikfestspielen. Die Dresdner Semperoper versammelt in jeder Spielzeit die weltweit führenden Sängerstars. Herausragende Konzertprogramme bieten auch die großen Kirchen wie die Frauenkirche, die Kreuzkirche und die Kathedrale. Dresden zeichnet sich aber auch durch eine lebendige und vielfältige Szene populärer Musik aus. Locations wie der Alte Schlachthof, der Beatpol oder die Scheune präsentieren unterschiedlichste Künstler und Musikstile. Im Jazzclub Neue Tonne finden jährlich über 100 Jazz-Sessions und Konzerte statt. Die großen Bildungsinstitute wie die Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber" und das HeinrichSchütz-Konservatorium bereichern darüber hinaus das musikalische Profil Dresdens.

Mo geschlossen

Weitere Museen (eine Auswahl)

Orchester Dresdner Philharmonie © Marco Borggreve

Mit Gründung der Dresdner Philharmonie 1870 nahm die bürgerliche Musikkultur Dresdens neuen Aufschwung. Ihre Konzerte im „Gewerbehaussaal“ verliehen dem öffentlichen Konzertwesen eine neue Qualität. In dieser Tradition steht das Orchester noch heute und fühlt sich neben der Pflege des klassischromantischen Repertoires auch der zeitgenössischen Musik verpflichtet. Große Komponisten wie Johannes Brahms, Peter Tschaikowsky, Antonín Dvořák oder Richard Strauss führten ihre eigenen Werke mit dem „Gewerbehausorchester“ auf.

Repertoiretheater ausschließlich für Operette, Musical und Spieloper. Jährliches JohannStrauß-Festival. www.staatsoperette-dresden.de

Staatsschauspiel Dresden Repertoiretheater mit deutschlandweit beachteten Produktionen fast täglich an zwei Spielstätten. www.staatsschauspiel-dresden.de

Frauenkirche Dresden

Regelmäßige Konzerte samstags 20 Uhr, alle 2 Wochen sonntags 15 Uhr, alle drei Wochen Orgelkonzerte mittwochs sowie an weiteren Terminen. Chor, Kammerchor der Frauenkirche Dresden und ensemble frauenkirche unter Ltg. Von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert. www.frauenkirche-dresden.de

– 18 Uhr, März und Oktober: täglich 10 – 17 Uhr, Februar und November: täglich 10- 16 Uhr, Januar und Dezember: täglich 10 – 15:30 Uhr

(Neustadt) / www.erich-kaestner-museum.de / Öffnungszeiten: So – Fr 10 – 18 Uhr, Do nur für angemeldete Gruppen und Schulklassen

(Neustadt) / www.koernigreich.org / Öffnungszeiten: Mo, Do, Dr – So 11 – 18 Uhr, Di, Mi geschlossen Schloss & Park Pillnitz

Carl-Maria-von-Weber-Museum Dresdner Straße 44 / 01326 Dresden (Hosterwitz) / www.museen-dresden.de / Öffnungszeiten: Mi – So 13 – 18 Uhr, Mo, Di geschlossen

Kügelgenhaus - Museum der Dresdner Romantik Hauptstraße 13 / 01097 Dresden (Neustadt / www.museen-dresden.de / Öffnungszeiten: Mi – So 10 – 18 Uhr, Mo, Di geschlossen

August-Böckstiegel-Straße 2 / 01326 Dresden (Pillnitz / www.schlosspillnitz. de / Öffnungszeiten: Schlosspark: täglich 6 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit; Schlossmuseum: Mai bis Oktober Di – So 10 – 18 , November bis April Sa, So 11/12/13/14/15 Uhr Rundgang mit Führung; Palmenhaus: täglich 10 – 18 Uhr, November bis Februar 10 – 16 Uhr

Erich Kästner Museum Villa Augustin Literaturhaus am Albertplatz / Antonstraße 1 / 01097 Dresden

Museum Körnigreich Wallgäßchen 2 / 01097 Dresden

Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden Japanisches Palais / Palaisplatz 11 / 01097 Dresden (Neustadt) / www. senckenberg.de / Öffnungszeiten: während der Sonderausstellungen: Di – So 10 – 18 Uhr Stadtmuseum Dresden Wilsdruffer Straße 2 / 01067 Dresden (Altstadt) / www.stadtmuseum-dresden.de / Öffnungszeiten: Di, Mi, Do, Sa, So 10 – 18 Uhr, Fr 10 – 19 Uhr, Mo geschlossen

Universitätssammlungen. Kunst+Technik der TU Dresden Altana-Galerie der Technischen Universität Dresden / Helmholtzstraße 9 / 01069 Dresden / www.altana-galeriedresden.de / Öffnungszeiten: während der Sonderausstellungen Mo – Fr 10 – 18 Uhr


44  |  Dresden

GRET | arttourist.com 2|2013

Landesbühnen Sachsen Die Landesbühnen Sachsen, Reisetheater, bereichern die Theaterlandschaft von Dresden und Umgebung an ihrer Hauptspielstätte in Radebeul, in zahlreichen Stadttheatern und Kulturhäusern Sachsens und auf der Felsenbühne Rathen u. a. mit Oper, Operette, Musicals, Ballett, Schauspiel, Kinder- und Jugendtheater und Konzert.

punkt seiner Arbeit, ebenso anspruchsvolle a-cappella-Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Zusammenarbeit mit bedeutenden Orchestern und Dirigenten und Einladungen zu weltweiten Gastspielen unterstreichen das internationale Renommee des Chores. Informationen unter 0351.8044100 www.dresdner-kammerchor.de www.facebook.com/dresdnerkammerchor

www.dresden-theater.de

HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden Das Festspielhaus ist ein faszinierender, lebendiger Kunstort vor den Toren Dresdens, an dem künstlerische Visionen und Experimente umgesetzt werden. Seit 2004 beherbergt es HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden, das sich als interdisziplinär arbeitende Kunsteinrichtung mit Schwerpunkt auf der europäischen Avantgarde versteht. Das Programm umfasst Tanz, Theater, Medienkunst, Bildende Kunst, Performance und Musik, darunter die TonLagen Dresdner Festival der zeitgenössischen Musik und das Medienkunst-Festival CYNETart. Zudem ist das Festspielhaus heute Produktions- und Aufführungsort von The Forsythe Company und des Tanztheaters Derevo. www.hellerau.org

Festivals Dresdner Musikfestspiele Die Dresdner Musikfestspiele haben sich im Laufe ihrer mehr als dreißigjährigen Geschichte als prägende Kulturinstitution in Dresden etabliert und ziehen das Publikum weit über Deutschlands Grenzen hinaus jährlich zwischen Mai und Juni an die Elbe. In drei Festivalwochen reisen namhafte Orchester, gefeierte Solisten und facettenreiche Ensembles nach Dresden, um in den schönsten Spielstätten im Stadtzentrum und der Umgebung Konzerte zu geben und die Stadt mit Musik zu füllen 23.5. – 10.6.2014 / www.musikfestspiele.com

Moritzburg Festival Kammermusik in königlicher Umgebung

Dresdner Kreuzchor

Foto © Matthias Krüger, Berlin

Der Dresdner Kreuzchor ist einer der ältesten und berühmtesten Knabenchöre der Welt. Auch nach fast 800 Jahren besteht seine wichtigste Aufgabe darin, die Vespern und Gottesdienste in der Kreuzkirche am Dresdner Altmarkt musikalisch zu gestalten. Nicht nur an hohen kirchlichen Feiertagen, sondern über das gesamte Kirchenjahr hinweg bestreitet der Kreuzchor die Hälfte aller liturgischen Dienste in dem berühmten Gotteshaus am Altmarkt. Die Kreuzkirche dient gleichermaßen als eindrucksvoller Bau für die Chorkonzerte, die von bis zu 3000 Zuhörern besucht werden. Der Dresdner Kreuzchor prägt damit als älteste städtische Kulturinstitution das musikalische Leben Dresdens in besonderer Weise. www.kreuzchor.de

Dresdner Kammerchor

Foto: Frank Cendelin

Der Dresdner Kammerchor ist einer der führenden deutschen Chöre. Seit seiner Gründung 1985 durch Hans-Christoph Rademann hat er sich zu einer festen Größe im deutschen und europäischen Musikleben entwickelt. Klangschönheit, Ausdrucksstärke und berührende musikalische Botschaften prägen die Konzerte des vielfach ausgezeichneten Chores. Mit Initiativen wie der ersten Heinrich-Schütz-Gesamteinspielung (2011-2017) prägt er die kulturelle Identität der Region und wirkt international als Botschafter Dresdens und Sachsens. Die Chorsinfonik der Klassik und Romantik bildet einen weiteren Schwer-

Ein reger Innovationsgeist, unwiderstehliche Dynamik und einmalige Spielstätten sind in vitaler Kombination die drei unverzichtbaren Charakteristika der musikalischen Atmosphäre des Moritzburg Festivals. Unter der künstlerischen Leitung des weltweit bekannten Cellisten und Echo-Preisträgers Jan Vogler hat es sich als eines der führenden Kammermusikfestivals in Europa etabliert. Alljährlich im August treffen sich über 25 Stars der internationalen Musikszene und herausragende Nachwuchskünstler in Moritzburg bei Dresden 9. – 24.8.2014 / www.moritzburgfestival.de

Heinrich Schütz Musikfest Klang.Welt.Weisheit Musikalische Entdeckungen, ergreifende Interpretationen Unsterbliche Klangpracht, emotionale Tiefe und dennoch Staatskunst im Dienste politischer Interessen? Heinrich Schütz‘ „Psalmen Davids“ erzeugten bereits bei ihrer Erstaufführung 1617 zur Feier des Reformationsjubiläums in Dresden eine überwältigende Wirkung. Das hat sich bis heute nicht geändert! Die bildhafte Umsetzung der Texte, der klangliche Reichtum, die moderne

mehrchörige Anlage und die enorme Ausdrucksstärke sind bis heute zeitlos, lebendig und begeisternd. Genau 33 Jahre später erschienen Schütz' „Symphoniae sacrae III“, die nach dem langersehnten Ende des Dreißigjährigen Krieges eine regelrechten Hymne auf den Frieden sind. – Was hat Musik mit Politik zu tun? Alles und Nichts! Das Heinrich Schütz Musikfest 2014 widmet sich mit einem reichhaltigen Programm dieser vielschichtigen Beziehung. Die Fragestellungen um Politik, Glaube, Macht und Gewissensfreiheit gaben stets Anlass auch für verschiedenartigste musikalische Werke. In ihnen spielen Aspekte von Repräsentation und Huldigung ebenso eine Rolle wie Leid und Trauer, Ausdruck des Friedenswunsches wie des Widerstands, in verallgemeinerter Form wie auf ganz persönlicher Ebene. Damit beleuchtet das Musikfest durchaus unbekanntes (musikalisches) Terrain und sucht nach interessanten (klingenden) Querverbindungen. Es empfiehlt Neugier, offene Augen und Ohren, mit denen es sich gemeinsam mit seinen Besuchern auf den Weg macht, um zugleich die „mitteldeutsche Welt“ mit ihren auratischen und authentischen Orten zu erkunden. Dresden, die Hauptwirkungsstätte des Komponisten, ist dabei neben Bad Köstritz, Zeitz und Weißenfels ein Veranstaltungsort des Festivals. Zugleich erwächst aus der Musik von Heinrich Schütz eine lebendige Musikkultur der Gegenwart: Ob nun mit internationalen Spezialensembles für Alte Musik, ob in zeitgenössischer Annäherung und Bearbeitung oder mit vielversprechenden Nachwuchskünstlern – es entfaltet sich ein vielfältiges Panorama der Interpretationen. Artist in residence 2014 ist das Grammy-gekrönte Vokalensemble Ars Nova Copenhagen, das für seine Schütz-CDs wie seine Konzerte von der Kritik mit Lob nur so überschüttet wurde. „Worldclass vocal music“, schrieb ein britischer Kritiker, in „sinnlicher Fülle mit spiritueller Dimension“, ergänzte begeistert die Süddeutsche Zeitung. – Beste Aussichten also auf ein Heinrich Schütz Musikfest 2014!

Hotels

10.–19.10.2014

Restaurants

Dresden | Bad Köstritz | Zeitz | Weißenfels www.schütz-musikfest.de www.facebook.com/HeinrichSchuetzMusikfest

weitere Festivals (eine Auswahl) Filmfest Dresden 15. – 20.4.2014 / www.filmfest-dresden.de

Johann Strauss Festival Dresden 2. – 11.5.2014 / www.staatsoperette-dresden.de

Dixieland Festival Dresden 11. – 18.5.2014 / www.dixieland-festival.de

Jazztage Dresden 7. – 16.11.2014 / www.jazztage-dresden.de

Pullman Dresden Newa Das First Class Hotel erwartet Sie in bester Citylage direkt am eleganten Shoppingboulevard Prager Straße und nah an den berühmten Sehenswürdigkeiten, Kunstsammlungen und Bühnen in der historischen Altstadt. Freuen Sie sich auf ein Hotel mit Style und Design, Wohlfühl-Atmosphäre und persönlichem Service. Ob Geschäftsreise, Tagung oder Kurzurlaub – hier wird Ihr Aufenthalt in Dresden unvergesslich. Pullman Dresden Newa | Prager Straße 2c | 01069 Dresden | www.pullmanhotel-dresden.com

Swissôtel Dresden Am Schloss Das Swissôtel Dresden Am Schloss befindet sich im Herzen der historischen Altstadt und ist umringt von zahlreichen bekannten Sehenswürdigkeiten wie Frauenkirche und Semperoper der ideale Ausgangsort, um die Stadt zu erkunden. Das gegenüberliegende Residenzschloss mit dem Historischen Grünen Gewölbe, dem Neuen Grünen Gewölbe und der Türckischen Cammer lädt Kunstund Geschichtsinteressierte ebenso zum Verweilen ein wie der Zwinger mit Porzellansammlung und Mathematisch-Physikalischem Salon. Swissôtel Dresden Am Schloss | Schlossstrasse 16 | 01067 | www.swissotel.com/dresden

Hotel Martha Das historische Haus „Martha“ liegt im Dresdner Barockviertel, wenige Gehminuten von der Altstadt mit Frauenkirche, Zwinger, Kunstsammlungen und Semperoper entfernt. 50 stilvolle Zimmer, 2 Appartements, Frühstücksrestaurant mit Wintergarten, Sommerterrasse, Abendrestaurant mit feiner sächsischer Küche im Sandsteingewölbe Seien Sie Herzlich Willkommen! Hotel Martha Dresden | Nieritzstr. 11 | 01097 Dresden | www.hotel-martha-dresden.de

Bean & beluga, , Erlesene Sterneküche im Restaurant, kreative Kulinarik in der Tagesbar, Kochschule und Feinkostladen – erleben Sie vielfältigen Genuss auf höchstem Niveau. Bohne oder Kaviar, kreative Spitzenküche im Gourmetrestaurant oder exklusive Weinauswahl in der Weinbar, hausgemachte Spezialitäten im Feinkostladen oder  Bratwurst auf dem Konzertplatz nach eigenem Rezept, feines Fingerfood in der Semperoper oder Weihnachtliches auf dem Dresdner Striezelmarkt  - wenn Sie nach vielfältigem Genuss auf höchstem Niveau suchen, sind Sie bei bean & beluga Bean & beluga | Bautzner Landstr. 32 | 01324 Dresden | www.bean-and-beluga.de

Villa Marie Mit vorzüglichem Essen, auserlesenen italienischen Weinen und einer entspannten Atmosphäre am Fuße der Brücke „Blaues Wunder“ mit Blick auf die Elbhänge, lässt es sich in der Villa Marie herrlich entspannen. Daneben überzeugt hier natürlich die mediterrane Küche: Frische Produkte und italienische Feinkost sowie hausgemachte, frische Pasta machen die Küche aus. Besonders beliebt ist der Brunch des Hauses an Sonn- und Feiertagen! Villa Marie | Fährgässchen 1 | 01309 Dresden | www.villa-marie.com


GRET | arttourist.com 2|2013

Ballett  |  Düsseldorf  |  Duisburg  |  45

b.16: ab 21.11.2013 in Duisburg Mit Jerome Robbins‘ „Afternoon of a Faun“ und Hans van Manens „Without Words“ eröffnen zwei erotisch-aufgeladene „Kammerspiele des VerHans van Manen: Without Words langens“ (FAZ) das Programm. © Gert Weigelt Martin Schläpfer schuf mit „Nacht umstellt“ dagegen ein ganzes Kaleidoskop romantischer Phantasmagorien: eine „Reise in die Nacht“ zwischen Himmel und Erde, Traum und Wahn.

b.17: ab 23.11.2013 in Düsseldorf Menschen in schweren Stiefeln und Mänteln finden nach einer langen Reise wieder Boden unter den Füßen. Musik und Tanz verbinden sich zu einem Psychogramm getriebener Existenzen. Martin Schläpfer: 7 © Gert Weigelt Und dann plötzlich: Unbeschwertheit, kindliche Naivität und Spitzentanz-Virtuosität. Martin Schläpfer trifft Gustav Mahler und lässt zu dessen 7. Sinfonie die Welt zur Bühne werden: „Eine zurecht gefeierte Inszenierung“ (3sat).

b.18: ab 17.1.2014 in Duisburg

Ballett am Rhein: b.16 - Martin Schläpfer: Nacht umstellt © Gert Weigelt

Tanz für das 21. Jahrhundert Martin Schläpfer und das Ballett am Rhein im Opernhaus Düsseldorf & Theater Duisburg Wie ein gefährliches Kampfgeschwader mit nach vorne geschobenen Hüften und aggressiv in den Boden gerammten Spitzenschuhen attackiert eine Gruppe von Tänzerinnen den Zuschauer. Dann plötzlich Bilder von äußerster Fragilität wie ein verlorenes Weinen: Ein Tänzer versucht seine eigenen Tränen aufzufangen, eine Tänzerin wie eine romantische Elfe über den Boden zu schweben, doch humpelnd zieht sie einen Fuß hinterher. Wild, anarchisch, ungehobelt und durchaus auch etwas komisch ein männliches Trio im Spitzenschuh. Eine von allen Schranken völlig befreite Passage ist von einer Leichtigkeit, die aber auch die Schwere kennt – ein gelöstes Tanzen über dem Abgrund. Die Formen des klassischen Balletts beginnen in ihrer extremen Überdehnung weit über sich selbst hinauszuweisen – oder werden zur Chiffre für eine Grazie, die ihre Schönheit aus dem Wissen um ihre Begrenztheit bezieht. Als wäre sie in die Körper der Tänzerinnen und Tänzer geradezu hineingeschrieben wirkt die psychologisch vertiefte und mit individuellem Ausdruck belebte Bewegungssprache des Choreographen Martin Schläpfer. Immer wieder sind es die Herausforderungen des Menschseins, die er in all ihren Facetten – mit Ernst ebenso wie mit Humor – in seinen Stücken buchstäblich verkörpern lässt, interpretiert von einem 48-köpfigen Ensemble, das längst zu den profiliertesten Compagnien der internationa-

len Tanz-Szene zählt. Eine Umfrage der „Deutschen Bühne“ setzte das Ballett am Rhein bereits 2010 auf den 1. Platz. Das renommierte Magazin „tanz“ kürte Martin Schläpfer zum „Choreographen des Jahres 2010“ und zeichnete sein Ensemble als „Beste Kompanie des Jahres 2013“ aus, denn – so der Kritiker Manuel Brug – „hier paart sich tänzerische Sorgfalt mit kluger Repertoirepolitik, überstrahlt von einem eigenwilligen Schöpfergeist in der Gestalt von Martin Schläpfer“. Der Schweizer Martin Schläpfer ist seit 2009 Direktor und Chefchoreograph des von ihm neu formierten Balletts am Rhein und präsentiert dem Publikum auf den beiden Bühnen der Deutschen Oper am Rhein im Opernhaus Düsseldorf und Theater Duisburg sowie auf internationalen und nationalen Gastspielen ein Programm von einer großen stilistischen Bandbreite. In seinem eigenen, mit Preisen wie dem Prix Benois de la Danse, dem Theaterpreis Der Faust sowie dem Schweizer Tanzpreis ausgezeichneten Werk, knüpft er auf der Suche nach einer Ballettkunst für das 21. Jahrhundert immer wieder an einer abstrakten Neoklassik an, um diese für die Gegenwart weiterzudenken. Die Musik steht dabei für ihn meist am Anfang einer neuen Arbeit, aus ihren Tönen, Klängen, Rhythmen und Farben schöpft er die Energien für seine zutiefst musikalische Tanzkunst. Mehrteilige Abende halten mit sorgfältig einstudierten Klassikern von George Balanchine, Jerome Rob-

bins, Antony Tudor, Frederick Ashton oder Kurt Jooss nicht nur das Erbe der Tanzgeschichte lebendig, sondern zeigen auch Entwicklungslinien zwischen Vergangenheit und Gegenwart auf. Choreographien von Merce Cunningham, Twyla Tharp, Mats Ek, Jiˇrí Kylián sowie Paul Lightfoot und Sol León gehören inzwischen ebenso zum Repertoire der Compagnie wie Uraufführungen von Nils Christe, Amanda Miller, Regina van Berkel, Uri Ivgi und Johan Greben, Antoine Jully und Martin Chaix. Längst hat sich das Ballett am Rhein aber auch zu einem der wichtigsten Interpreten der Werke Hans van Manens entwickelt. Die zeitlose Ästhetik des Niederländers zählt nicht nur zu den wesentlichen Farben im Spielplan der Compagnie, vielmehr urteilte die Tanzkritikerin Wiebke Hüster im Deutschlandfunk: Das Ballett am Rhein „ist die beste Adresse in Deutschland, um Hans van Manens wundervolle Stücke zu sehen“.

Mit George Balanchines „Episodes“ trifft ein Schlüsselwerk der New Yorker Avantgarde der 1950er Jahre auf Spitzentanz ganz anderer Art in Martin Schläpfers „Sinfonien“: ein hochkonzentriertes, stilles Stück, in dem „das Geschehen etwas Magisches“ erhält (FAZ). Der Niederländer Nils Christe begibt sich mit der Uraufführung „Sorrowful Songs“ dagegen hinein in ein expressives Tanzen zwischen Melancholie und Hoffnung.

b.19: ab 28.3.2014 in Düsseldorf Mit „Scenario“ schufen Merce Cunningham und die Modedesignerin Rei Kawakubo ein Stück, in welchem Deformation und Schönheit auf eigenartige Weise miteinander verschwistert erscheinen. Dazu eine Uraufführung Antoine Jullys, der sich auf die Suche nach den Beziehungen zwischen realer und virtueller Welt begibt, und mit Hans van Manens „Großer Fuge“ ein raffiniertes Spiel aus Annäherungen, Verführungen und Zurückweisungen.

b.20: ab 23.5.2014 in Düsseldorf „Die großen Dramen der Menschen, die Machtkämpfe und Geschichten von Leben und Sterben pulverisieren sich im Universum, Worte verschwinden, es bleibt der Klang, das Geräusch, das Geheimnis.“ Für Martin Schläpfer hat die Komponistin Adriana Hölszky das abendfüllende Stück „DEEP FIELD“ geschrieben. Seinen Ort wird es in einem Licht-Skulptur-Entwurf der Künstlerin rosalie finden, in dem sich Tanz und Musik – interpretiert vom WDR Rundfunkchor Köln und den Düsseldorfer Symphonikern – zu einem ganz eigenen künstlerischen Kosmos verdichten.

b.09 – Ein Deutsches Requiem: ab 5.3.2014 in Düsseldorf & Duisburg „Auf Augenhöhe mit Gott. Martin Schläpfer verwandelte ‚Ein Deutsches Requiem’ von Johannes Brahms in eine Schöpfungsliturgie“, schrieb Dorion Weickmann in der Süddeutschen Zeitung. Ein preisgekröntes Ballett über die großen Themen des Menschseins: Vergänglichkeit und Tod, Trauer, aber auch Trost und Zuversicht.

AdresseN Opernhaus Düsseldorf Heinrich-Heine-Allee 16a 40213 Düsseldorf Theater Duisburg Opernplatz 47051 Duisburg Infos & Karten Tel. +49(0)211.8925-211 oder Tel. +49(0)203.940 77 77 Mo–Sa: 9.00–18.00 Uhr E-Mail: ticket@operamrhein.de www.ballettamrhein.de

Martin Schläpfer: Ein Deutsches Requiem © Gert Weigelt


46  |  Ballett  |  Karlsruhe

GRET | arttourist.com 2|2013

Sasha Waltz

Performances Über die gesamte Ausstellungsdauer hinweg werden zu unterschiedlichen Tageszeiten Performances mit TänzerInnen, die von Sasha Waltz in einem Workshop am ZKM ausgewählt wurden, stattfinden. Es handelt sich um performative Interaktionen mit den künstlerischen Objekten der Ausstellung: Mittwochs 10.10−11.10 Uhr & 11.30−12.30 Uhr Freitags 15.10−16.10 Uhr & 16.30−17.30 Uhr Samstags 15.10−16.10 Uhr & 16.30−17.30 Uhr Sonntags 11.10−12.10 Uhr, 12.30−13.30 Uhr , 15.10−16.10 Uhr & 16.30−17.30 Uhr

Installationen Objekte Performances 28.9.2013 – 2.2.2014

Betriebszeiten der Installationen Erstmals präsentiert das ZKM | Karlsruhe im Rahmen einer Ausstellung das Werk der international renommierten, aus Karlsruhe stammenden Choreografin Sasha Waltz. „Sasha Waltz. Installationen Objekte Performances“ bietet erstmalig einen Überblick über Sasha Waltz' Schaffen in den letzten fünfzehn Jahren. Die Ausstellung setzt ihre Arbeiten dabei bewusst in den Kontext der bildenden Kunst, in dem sich Sasha Waltz als dezidiert multidisziplinäre Künstlerin immer schon bewegt. Acht große Installationen bilden dabei das Zentrum der Ausstellung: „Vitrine“ (Videoinstallation aus „Körper“, 2000), „Wolke“ (Performance/ Objekt aus „noBody“, 2002), „Pigments“ (Performance/ Objekt aus „Impromptus“, 2004), „Gezeiten“ (Installation aus „Gezeiten“, 2005), „Mediterranean Sea“ (Videoinstallation aus „Dido und Aeneas“, 2005), „Fries“ (Videoinstallation aus „Medea“, 2007), „Hängende“ (performative Installation aus „Dialoge 09/ MAXXI“, 2009), „Stab“ (Objekt aus „Sacre“, 2013). Diese Arbeiten werden durch zahlreiche kleinere Installationen und Objekte, noch nie gezeigte Dokumente und Archivmaterialien sowie durch ein umfangreiches Performanceprogramm vervollständigt. „Es gibt Objekte aus meinen Choreografien, Arbeiten, die ich zu Videoinstallationen fortentwickele und live auch einige Sequenzen aus meinen Stücken, die Bewegung zur Skulptur formen und festhalten. Ich habe versucht Elemente auszuwählen, die an dieser Grenze zwischen Tanz und Bild, Körper und Installation entlang angesiedelt sind. Dabei habe ich versucht, die Objekte – wie zum Beispiel die Glaswand aus Körper – auch vom Bühnenraum erzählen zu lassen. Ich wollte, dass man ihr Volumen, ihre Funktion, ihre Herkunft spürt. (...)“. (Sasha Waltz) „In der aktuellen Avantgarde zeigen sich zwei konvergierende Tendenzen: Bildende Künstler streben in ihrer Konzeption und Praktik von Raum- zu Zeitformen, verwandeln Ausstellungsräume in Bühnen. Darstellende Künstler hingegen streben in Konzeption und Praktik von Zeit- zu Raumformen von der Aufführung zur Ausstellung. Bewegte Bilder verwandeln sich in Skulpturengruppen, „Tableaux vivants“ in Installationen und zurück. Sasha Waltz artikuliert am klarsten und künstlerisch komplexesten die neue Phase der performativen Wende.“ (Peter Weibel) Sasha Waltz spielte schon lange mit der Idee, Installations- und Multimedia-Elemente aus dem Bühnenkontext herauszulösen und als eigenständige Installationen zu präsentieren. An diesem Punkt treffen sich die Choreografin und das ZKM, um ein ganz neues, innovatives Format zu entwickeln. Erstmals wird die flüchtige Form der Aufführung in eine permanent zu sehende Situation – eine Ausstellungssituation – überführt. Damit wird eine

Bitte beachten Sie: Diese Installationen sind ohne Performances zu erleben! »Cloud« − Ballon aus dem Stück »noBody«, 2002 (Ballon im ZKM-Foyer) Di – Do 10 Uhr Fr 10 und 14 Uhr Sa und So 11 und 14 Uhr

oben: „Dialoge 09 - MAXXI“ Choreographische Installation von Sasha Waltz 2009 © Foto: Bernd Uhlig unten: Performance "Continu" (2009) während der Pressekonferenz zur Ausstellung "Sasha Waltz. Installationen Objekte Performances" 26.09.2013, ZKM | Medienmuseum ZKM | Karlsruhe 2013| Foto: Felix Grünschloss

»Wind« − Objekte aus dem Stück »Medea«, 2007 (Windmaschinen im ZKM_Kubus/Subraum) Mi – Fr 9 – 10 Uhr und 13 – 14 Uhr Sa – So 10 – 11 Uhr und 13 – 14 Uhr

Finissage Zum Finissagewochenende (1. und 2. Februar 2014) wird die Compagnie Sasha Waltz & Guests erneut im ZKM | Karlsruhe präsent sein. Zeitgleich erscheint eine Publikation auf Deutsch und Englisch.

Vermittlungsprogramm Ein umfangreichens Vermittlungsprogramm mit Führungen und Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene begleitet die Ausstellung. Zusätzlich finden Tanzworkshops für Kinder, Erwachsene und Tänzer statt, unter anderem mit Susan Klein (New York) sowie den Leitern der Kindertanzcompagnie von Sasha Waltz & Guests. siehe www.zkm.de

Adresse ZKM I Karlsruhe Lorenzstraße 19 76135 Karlsruhe www.zkm.de

Zusammenschau der Werke möglich, wie sie eine Aufführung nicht erlaubt. Dies ist ein innovativer Schritt innerhalb zeitgenössischer Kunst- und Tanztendenzen, die einem internationalen Publikum bekannt gemacht werden soll. „Das ZKM ist ja ein unglaublich lebendiger Ort. Es ist für mich die Möglichkeit, den Schwerpunkt auf einen Aspekt meiner Arbeit zu legen, der in allen StüPorträt von Sasha Waltz 2013 © Foto: André Rival

cken existiert, aber weniger wahrgenommen wird. Im Tanztheater arbeiten wir mit der Zeit, (...). In Karlsruhe kann ich einige Momente ausstellen, den Blick auf jene Bilder richten, die für mich wie Ikonen meiner Stücke sind, indem man aus dem Zeitstrahl des Stücks das Davor und das Danach einfach abschneidet. Tanz ist eine ephemere Kunst. Im Museum können wir die Zeit anhalten. Ich empfinde das als eine große Chance.“ (Sasha Waltz)

Öffnungszeiten Mi – Fr 10 – 18 Uhr Sa, So 11 – 18 Uhr Mo, Di geschlossen 24. und 31.12.2013 geschlossen 25.12.2013 13 – 18 Uhr 26.12.2013 10 – 18 Uhr 1.1.2014 13 – 18 Uhr 6.1.2014 11 – 18 Uhr (Tag der offenen Tür) Eintrittspreise Normalpreis EUR 6 ermäßigt und Gruppen ab 10 Personen EUR 4 Kinder und Jugendliche 7 – einschließlich 17 Jahre EUR 2

Familienkarte (max. 2. Erw. + max. 3 Kinder [unter 18 Jahre]) EUR 12 Kombiticket Medienmuseum und Museum für Neue Kunst Normalpreis EUR 10 ermäßigt und Gruppen ab 10 Personen EUR 6,50 Kinder und Jugendliche 7 - einschließl. 17 Jahre EUR 3,00 Familienkarte (max. 2. Erw. + max. 3 Kinder [unter 18 Jahre]) EUR 19 Öffentliche Führungen siehe www.zkm.de Gruppenführungen Information und Buchungen Mo-Fr 9-13 Uhr, Di 14-16 Uhr Tel.: ++49[0]721-8100-1990 I Email: fuehrungen@zkm.de Broschüre EUR 5 im Museumsshop

Performance "Cloud" (Objekt aus dem Stück "noBody", 2002) während der Ausstellungseröffnung "Sasha Waltz. Installationen Objekte Performances" 27-29.09.2013, ZKM_Foyer ZKM | Karlsruhe 2013 | Foto: Felix Grünschloss


GRET | arttourist.com 2|2013

Ballett  |  München  |  47

Bayerisches Staatsballett 2013 © Norbert Stück

Tanzland Deutschland Bauhaus und Ausdruckstanz Oskar Schlemmer „Das Triadische Ballett“ Das Bayerische Staatsballett und die Akademie der Künste in Berlin werden im Juni 2014 gemeinsam eine Neuaneignung von Gerhard Bohners Rekonstruktion von Oskar Schlemmers revolutionärem Ballett auf die Bühne bringen. Es tanzen junge Tänzer des Bayerischen Staatsballetts II, die künstlerische Leitung und Einstudierung übernimmt der Direktor des Staatsballetts, Ivan Liška, gemeinsam mit Ballettmeisterin Colleen Scott. Die Arbeit an seinem Werk „Das Triadische Ballett“ begann Oskar Schlemmer schon vor dem Ersten Weltkrieg. 1922 wurde es erstmals aufgeführt und ist im Laufe der Zeit zu internationaler Berühmtheit gelangt. Ivan Liška und seine Frau Colleen Scott hatten es als junge Tänzer in der von Gerhard Bohner im Auftrag der Akademie der Künste Berlin choreographierten Fassung von 1977 nicht weniger als 82 Mal auf Gastspielen auf der ganzen Welt getanzt. Gerhard Bohners Rekonstruktion, Neufassung und Choreographie, die er in einem außergewöhnlichen künstlerischen Rekonstruktionsprozess zu einer Auftragskomposition von Hans-Joachim Hespos realisierte, war eine der erfolgreichsten Produktionen der jüngeren Tanzgeschichte. Gerhard Bohner pflegte zu München bis zu seinem Tod eine enge Beziehung. Sein Ballett „Folterungen der Beatrice Cenci“ hatte er hier mit Konstanze Vernon und kurz nach Gründung des Staatsballetts mit Gabriela Hubert in der Hauptrolle einstudiert. Auf den DANCE-Festivals der 80er und 90er Jahre tanzte er selbst die Schlemmer Tänze „(Stäbe/Metall)“ und sein „Schwarz weiß zeigen“. Posthum waren seine von Cesc Gelabert kongenial einstudierten Arbeiten „Im (Goldenen) Schnitt“ und „Schwarz weiß zeigen“ immer wieder in München zu sehen, zuletzt 2010. Was liegt näher, als 20 Jahre nach seinem und 70 Jahre nach dem Tod Oskar Schlemmers das intelligente, humorvolle Experiment des „Triadischen Balletts“ mit dem Staatsballett II zu rekonstruieren. So erleben die jungen Tänzer hautnah die Auseinandersetzung mit Überlieferung und Erbe, Material und Form. Ganz im Geist der Malerei und der Theaterkonzepte des Bauhauses, seiner eigenen Gemälder und farbigen Skulpturen schuf Schlemmer marionettenhafte, skulpturale Kostüme für die Tänzer und somit eine weitest mögliche Abstraktion des Tanzes vom natürlichen Körper. Schlemmer erfüllte sich einen Traum, indem er seine plastischen Vorstellungen auf die Tänzer übertrug und durch die choreographische Gestaltung – Schritt, Geste, Bewegung, Tanz – eine weitere künstlerische Ausdrucksebene hinzufügte. Damit konnte er seine malerischen Visionen in Bewegung versetzt sehen. ‚Triadisch‘, abgeleitet von Trias, also Dreizahl, Dreiklang, bezog sich auf die Dreiteilung der Tanzfolgen – ein heiter-burlesker Teil in Citron, ein seriös getragener in Rosa, ein abstrakt-metaphysischer in Schwarz. Drei Tänzer – eine Dame, zwei Herren – tanzen 12 Tänze in 18 Kostümen. Die Tänzer bewegen sich dabei fast me-

Akademie der Künste, Berlin, Sichtung der Kostüme aus den 70er Jahren, Caroline Rehberg, Ivan Liška, Bettina Wagner-Bergelt, Bayerisches Staatsballett 2013 © Norbert Stück

chanisch in abstrakten Mustern und nehmen damit ihre eigene Individualität aus dem Tanz heraus. In einem Brief vom 4. Oktober 1922 an Hans Hildebrandt schreibt Schlemmer: „Wesentlich ist mir der symphonische Charakter des Balletts derart, daß für die einzelnen Tänze musikalisch-symphonische Bezeichnungen gesetzt werden könnten (…)." Durch die Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes, TanzFonds Erbe, kann diese Neuproduktion am Münchener Staatsballett realisiert werden. Ballett extra gibt am 27. Mai 2014 einen Einblick in die Proben zu „Das Triadische Ballett”. Premiere am Mittwoch, 04.06.14, 20 Uhr, Reithalle München Weitere Vorstellungen: 06.06.14, 20 Uhr | 07.06.14, 20 Uhr, Reithalle München 27.06.14 | 28.06.14 | 30.06.14, jeweils 20 Uhr, Akademie der Künste Berlin Alle Informationen hierzu finden Sie unter www.staatsballett.de.

Mary Wigman © Deutsches Theatermuseum / Archiv Hanns Holdt

„Ohne Ekstase kein Tanz! Ohne Form kein Tanz!“  (Wigman)

Mary Wigman "Le Sacre du printemps" Ein weiteres Highlight der Saison 2013/14 ist die Rekonstruktion von „Le Sacre du printemps“ von Mary Wigman am Bayerischen Staatsballett – Premiere 14. Juni 2014. Völlig in Opposition zum ästhetischen Konzept Schlemmers, der mit skulpturalen geometrischen Kostümen den Bewegungsradius des Tänzers bestimmt, steht Wigmans Forderung an die fast ekstatische Freiheit des menschlichen Körpers. Oskar Kokoschka sagte über Wigman: „Sie setzte Expressionismus in Bewegung um.“ Für die Rekonstruktion „Le Sacre du printemps“ in der Choreographie von Mary Wigman zur Musik von Igor Strawinsky haben die Städtischen Bühnen Osnabrück und Bielefeld als Kooperationspartner des Bayerischen Staatsballetts den Zuschlag der Kulturstiftung des Bundes (Tanzfonds Erbe) erhalten. Damit wird die wissenschaftliche Recherche und Rekonstruktion eines der wichtigsten Ballette des 20. Jahrhunderts unter der Leitung der Tanzhistorikerin Dr. Patricia Stöckemann in NRW stattfinden, und die Choreographie in der Fassung einer der wegweisenden deutschen Tanzschöpferinnen wieder auf die Bühne zurückkehren. Da keine Filmaufzeichnung der Choreographie vorliegt, erfolgt die Rekonstruktion unter der Leitung der Choreographin Henrietta Horn u.a. anhand einer Fülle von Skizzen und Tagebuchnotizen Mary Wigmans, Fotomaterial sowie unter der Mitarbeit von Zeitzeuginnen. Am 14. Juni 2014 wird die rekonstruierte Fassung von Wigmans "Le Sacre du printemps" in der Originalbesetzung mit 45 Tänzerinnen und Tänzern und dem originalen Bühnenbild von 1957 am Bayerischen Staatsballett Premiere feiern. Den zweiten Teil des Abends bildet Simone Sandronis Ballett „Das Mädchen und der Messerwerfer“ nach dem Gedichtzyklus von Wolf Wondratschek (1997), das 2012 beim Bayerischen Staatsballett uraufgeführt wurde. Mit Oskar Schlemmers „Triadischem Ballett“ und Mary Wigmans „Le Sacre du printemps“ stehen 2014 zwei besondere Schätze der Ballett- und Tanzgeschichte auf dem Programm des Bayerischen Staatsballetts, welche die so gegensätzlichen Strömungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – Bauhaustradition mit seiner Nähe zur Bildenden Kunst, und Ausdruckstanz – auf einmalige Art und Weise sichtbar machen. Premiere am Samstag, 14.06.14, 15 Uhr, Reithalle München Weitere Vorstellungen: 14.06. | 15.06. | 16.06. | 17.06. | 18.06. | 19.06.14, jeweils 19.30 Uhr, Reithalle München


forder n n a e r ü h c s Bro ko s t e n f r e i rismus.de u o t – n e s h www.sac - 49 17 00 1 5 ) 3 ( 0 9 Hotline +4

DIE MODERNE – EINE EPOCHE IN SACHSEN ZEUGEN EINES AUFBRUCHS

Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt. Dante Alighieri


GRET | arttourist.com 2|2013

Ballett  |  49

Tänzerinnen des Semperoper Ballett in der Probenarbeit mit Ballettmeister Daniel Chait | Foto: © Helmuth Scham, www.schampus.com


50  |  PINA40 | Tanztheater Wuppertal | Ballett

GRET | arttourist.com 2|2013

40 JAHRE TANZTHEATER WUPPERTAL PINA BAUSCH

Kurzbiographie

Erinnerungen, Ausblicke, Rückblicke auf 40 Jahre Tanztheater. 16. – 26. Januar 2014 Wuppertal 1. – 25. Mai 2014 Wuppertal

Pina Bausch, geboren 1940 in Solingen, gestorben 2009 in Wuppertal, erhält ihre Tanzausbildung an der Folkwang Hochschule der Künste Essen unter Leitung von Kurt Jooss. Hier erlernt sie eine exzellente Tanztechnik. Als der Wuppertaler Intendant Arno Wüstenhöfer sie zur Spielzeit 1973/74 als Choreographin verpflichtet, benennt sie das Ensemble schon bald in Tanztheater Wuppertal um. Unter diesem Namen erlangt die Kompanie, obwohl anfänglich umstritten, mit den Jahren Weltgeltung. Ihre Verknüpfung von poetischen und Alltagselementen beeinflusst entscheidend die internationale Tanzentwicklung. Weltweit mit den höchsten Preisen und Ehrungen ausgezeichnet, zählt Pina Bausch zu den bedeutendsten Choreographinnen der Gegenwart.

PINA40, konzipiert als Hommage an Pina Bausch, umfasst rund 130 Veranstaltungen an 18 Orten in Wuppertal, Düsseldorf und Essen:42 Aufführungen von Stücken von Pina Bausch, 40 Aufzeichnungen, mehr als 40 Filme von, mit und über Pina Bausch, bewegte und bewegende Bilder, Konzerte befreundeter Musiker aus der ganzen Welt (Jun Miyake, Alexander Balanescu Quartett, Felix Lajkó ua) Workshops mit Tänzern des Tanztheaters und ehemaligen Tänzern. Außerdem Choreografien ehemaliger Tänzer des Tanztheaters (Meryl Tankard, Fabien Prioville, Raphaelle Delaunay, Morena Nascimento) im tanzhaus nrw in Düsseldorf. Ausstellungen (Walter Vogel, Rolf Borzik), Installationen, (Peter Pabst), Begegnungen mit Künstlerfreunden von Pina Bausch - , Anne Teresa de Keersmaeker, William Forsythe, Robert Wilson, Lin Wai min, Sidi Larbi Cherkaoui, Mats Ek und Ana Laguna. Gespräche mit Alice Schwarzer und Norbert Servos . 1973 gründete Pina Bausch das Tanztheater Wuppertal und wurde damit weltberühmt. Vier Jahre nach ihrem Tod feiert die Compagnie Geburtstag. „PINA40“ - ein Jubiläum zwischen Rückblick und schwierigem Neubeginn Das Programm zeigt Bekanntes und weniger Bekanntes, Klassiker und Neueinstudierungen. Es wird Einstudierungen mit neuer Besetzung geben: So das Stück „Nelken“ ohne die langjährigen Tänzer Dominique Mercy und Lutz Förster oder das 1979 zuletzt gezeigte „Wind von West“ mit Studenten der Folkwang Hochschule der Künste Essen und der Juilliard School in New York - beides Stationen im Leben von Pina Bausch. Und das berühmte „Sacre du printemps“ wird erstmals live vom Wuppertaler Sinfonieorchester begleitet, unter der Leitung von Toshiyuki Kamioka. Stücke, aber auch Arbeitsmaterial und der Arbeitsprozess werden erstmalig für ein breites Publikum zu sehen sein. Möglich macht das die PinaBausch-Stiftung, die umfangreiches Archivmaterial zur Verfügung stellt. So werden Videos, die den Entstehungsprozess der Stücke von den 70er bis zu den 2000er Jahren dokumentierenden, in einem langen Filmmarathon im Wuppertaler Cinemaxx gezeigt. Es werden größtenteils bisher unveröffentlichte Aufzeichnungen von Stücken, meistens Urfassungen gezeigt. Und weil die Musik eine große Rolle im Werk Pina Bauschs spielt, wird es ein eigenes Musikprogramm geben. Musiker und Komponisten, deren Musik in den Stücken des Tanztheaters vorkommen, werden eigene musikalische Abende gestalten - vom Geigensolo im Skulpturenpark Waldfrieden bis zum Korea-Abend mit Gespräch und Film im Cafe Ada. www.pina-bausch.de, www.pina40.de Palermo Palermo © Jochen Viehoff

Pina Bausch 1940 – 2009 Foto: Wilfried Krüger


GRET | arttourist.com 2|2013

Programm

Begegnungen im Opernhaus Wuppertal

Aufführungen Opernhaus Wuppertal 1980 – Ein Stück von Pina Bausch 28., 29., 30.11., 1.12.2013 Für die Kinder von gestern, heute und morgen 16., 17., 18., 19.1.2014 Bandoneon – Neueinstudierung 24., 25., 26.1.2014 Café Müller | Das Frühlingsopfer (mit Livemusik) 1., 2., 3., 4.5.2014 Ahnen – Neueinstudierung 10., 11., 12., 13.5.2014 Viktor 22.–25.5.2014

PINA40 | Tanztheater Wuppertal | Ballett  |  51

Für die Kinder von gestern , heute und morgen © Julieta Cervantes

1.12.2013 | 22 – 23:30 Uhr Alice Schwarzer mit: Mechthild Großmann 16.1.2014 | 22:45 Werkstattgespräche: Norbert Servos über das Tanztheater Wuppertal 24.1.2014 | 22:45 Werkstattgespräche: Norbert Servos über das Tanztheater Wuppertal 1.5.2014 | 20:15 – 21:45 Uhr Alice Schwarzer mit: Lutz Förster 10.5.2014 | 22:45 Werkstattgespräche: Norbert Servos über das Tanztheater Wuppertal 23.5.2014 | 23:00 Uhr Werkstattgespräche: Norbert Servos über das Tanztheater Wuppertal zu Gast waren bereits: Robert Wilson, Mats Ek und Ana Laguna

Freunde zu Gast im Opernhaus Wuppertal: 12.5.2014 | 17:30 – 19 Uhr Lin Hwai-min & Peter Pabst 14.5.2013 | 19:30 – 20:30 Uhr Sidi Larbi Cherkaoui 25.5.2013 | 16 – 17:30 Uhr William Forsythe N.N.: 19.1.2014 | 15:30 – 17:30 Uhr Anne Teresa De Keersmaeker Bandoneon © Bettina Stöß

Nelken © Oliver Look

Ausstellungen Wuppertal 40 Jahre Reisen - Augenblicke einer Company 3.11.2013 – 2.1.2014 Café Ada Rolf Borzik und das Tanztheater Pina Bausch 16.1. – 28.2.2104 Historisches Zentrum Wuppertal Installationen des Bühnenbildners Peter Pabst 17.1. – 9.3.2014 Skulpturenpark Waldfrieden Lebensrollen – Erfahrungen von Damen und Herren ab 65 25.1. – 2.2.2014 Neuer Kunstverein Wuppertal The Oracle Foto Paul White | © Regis Lansac


52  |  Ballett  |  Tanztipps

GRET | arttourist.com 2|2013

Staatsballett Berlin Am 1. Januar 2004 wurde das Staatsballett Berlin gegründet, 2014 besteht es also zehn Jahre! Vladimir Malakhov, Intendant und Erster Solotänzer, freut sich, dieses Jubiläum mit seinem Publikum zu feiern. In den vergangenen zehn Jahren lag sein Augenmerk auf zwei wesentlichen Komponenten: dem Aufbau eines abwechslungsreichen Repertoires und der Herausbildung eines herausragenden Ensembles, das künstlerisch Maßstäbe setzt. Die Qualität einer klassisch geschulten Compagnie zeigt sich in der exquisiten Bewegungskultur des Corps de ballet wie in den herausragenden Solisten, die das Staatsballett Berlin weltweit repräsentieren. Für den Ballettspielplan der Hauptstadt sucht Vladimir Malakhov nach einer ausgewogenen Mischung von Werken aus dem großen Ballettrepertoire, der klas-

TANZPLATTFORM DEUTSCHLAND Das wichtigste Forum für zeitgenössischen Tanz

sischen Moderne und aus Neukreationen, aus großen Publikumsstücken und Raritäten. Für die Jubiläumsspielzeit ist ein umfangreiches Programm geplant: Die Premieren DER NUSSKNACKER in liebevoll historisierender Rekonstruktion und THE NIGHTS, eine moderne Interpretation der Märchen aus Tausendundeiner Nacht von Angelin Preljocaj sowie ein zweiteiliger Ballettabend mit Werken von Alexei Ratmansky und Stanton Welch. Am Ende der Saison gelangt Giorgio Madias Interpretation von Christoph Willibald Glucks DON JUAN zur Uraufführung. Zum zehnten Ge-

Vladimir Malakhov in TSCHAIKOWSKY | © Bettina Stöß.

burtstag des Staatsballetts Berlin steht die Gala MALAKHOV & FRIENDS auf dem Spielplan, das ein besonders glamouröses Ereignis zu werden verspricht. www.staatsballett-berlin.de Kartentelefon: (030) 20 60 92 630 Fax: (030) 20 35 44 83 tickets@staatsballett-berlin.de Staatsballett Berlin, Kartenservice Bismarckstraße 110, 10625 Berlin

Die biennal stattfindende Tanzplattform Deutschland ist das wichtigste Schaufenster der zeitgenössischen Tanzszene aus hiesiger Produktion. Als Fachmesse zieht sie ca. 500 internationale und nationale Fachbesucher an, als Festival ist sie Gelegenheit für das Publikum einen Überblick über die interessantesten Tanzentwicklungen und neuen Künstler zu „Sider“ von der Forsythe Company erhalten. Kampnagel ist ©Dominik Mentzos Ausrichter der Tanzplattform Deutschland 2014 und verwandelt die Stadt Hamburg für eine Woche in den Dreh- und Angelpunkt der Tanzwelt. Eine durch ganz Deutschland reisende Jury wählt die herausragendsten Tanz-Inszenierungen der letzten beiden Jahre aus - für die Tanzplattform 2014 konnten mit Sophie Becker, Esther Boldt und Bettina Masuch drei Jurorinnen gewonnen werden, die zu den wichtigsten Tanzakteuren Deutschlands gehören. Kampnagel plant die Tanzplattform 2014 nicht nur als internationale Fachmesse, sondern auch als Festival für das Hamburger Publikum. 27.2. – 2.3.2014 | www.kampnagel.de

Dance München nisch versierten und vielseitigen Ta n z e n s e m b l e s holt sie sowohl renommierte Choreografen als auch aufstrebende Talente ans Luzerner Theater und bietet dem Publikum so die Möglichkeit, eine Vielzahl zeitgenössischer Tanz«Tanz 13: Dornröschen» von Stijn Celis sprachen kennen zu lernen. Die zehn Tänzerinnen und Tänzer des Ensembles geKlein, aber fein – die Kompanie «Tanz niessen die Herausforderung, immer wieder mit neuen Stilen und Einflüssen in Luzerner Theater» hat viel zu bieten Berührung zu kommen: Sie arbeiten mit international bekannten Choreografen, Seit Beginn der Spielzeit 2009/10 leitet wie Stijn Celis, Georg Reischl, Ken Ossodie Amerikanerin Kathleen McNurney la, Felix Landerer, Cayetano Soto u.a. zudie Kompanie «Tanz Luzerner Theater». sammen und zeigen fast ausschliesslich Als Künstlerische Leiterin dieses tech-

Luzern

Uraufführungen. Zusätzlich verstärken regelmässig junge Hospitanten aus der Rotterdamer Tanzakademie und Kunsthochschule Codarts die Reihen im Ballettsaal. Mit Tschaikowskis Ballettklassiker „Dornröschen“ in einer Adaption von Stijn Celis (designierter Ballettdirektor am Staatstheater Saarbrücken) ist dem jungen Tanzensemble des Luzerner Theaters ein erfolgreicher Auftakt der Spielzeit 2013/14 gelungen. Im Frühjahr 2014 kann die Kompanie in «Tanz 15: Moving Metaphors» wieder ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellen. Der zweiteilige Ballettabend mit Uraufführungen von Patrick Delcroix und Lukáš Timulak feiert am 15. März 2014 Premiere. Wir freuen uns auf Ihren Besuch in Luzern! Informationen zu den Produktionen finden Sie unter www.luzernertheater.ch Ticketreservationen: Tel: +41 41 228 14 14 oder kasse@luzernertheater.ch

Radebeul Carlos Matos ist seit September 2013 der neue Chefchoreograf der Tanzcompagnie der Landesbühnen Sachsen Der Portugiese Carlos Matos übernahm im September 2013 die Tanzcompagnie der Landesbühnen Sachsen. Mit seiner Compagnie bietet er ganz in der Nähe der Kunststadt Dresden in Radebeul ein breites Spektrum an Tanz an. In seiner ersten Spielzeit zeigen sie Tanzabende wie „Visitenkarten“ und „Der Tod und das Mädchen“. Zu einem Abend mit Chansons von Jaques Brel lädt er ab 3. Mai 2014 ein. Mit „Romeos Julia“ und „Ich, Medea“ stehen schwache und starke Frauen zugleich im Mittelpunkt. Matos absolvierte nach intensivem Training als Kunstturner seine Tanzausbildung an der Schule des Gulbenkian Ballettes und anschließend an der Schule des Portugiesischen Nationalballettes in Lissabon, wo er auch sein erstes Engagement erhielt. Weitere Stationen seiner erfolgreichen Karriere als Tänzer waren das Euroballett Luxemburg, das Stadttheater Luzern und die Städtischen Bühnen Nürnberg und

Dortmund, wo er u.a. in Choreografien von John Cranko, Jean Renshaw, Jacopo Godani, Rui Horta und William Forsythe zu sehen war. Schon bald widmete er sich zunehmend eigenen choreografischen Arbeiten. Er war Preisträger des Internationalen Choreographen Wettbewerbs in Hannover und kreierte etliche Werke als freischaffender Choreograf, u.a. für das Staatstheater Cottbus, das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin, das Theater Vorpommern in Greifswald und das Theater am Kirchplatz Liechtenstein. 2002 bis 2007 war er künstlerischer Leiter und Chefchoreograf der Tanzkompanie am Stadttheater Hildesheim. 2008 gründete er die Tanzkompanie „Oficina dos Sentidos“ und gastierte u.a. in Deutschland, Portugal, Dänemark und der Schweiz. Parallel dazu absolvierte er eine Gesangsausbildung und arbeitete seitdem auch als Sänger und Musicaldarsteller. Mit seiner neuen Tanzcompagnie beschreitet er in Radebeul neue Wege mit fünf abendfüllenden Tanzproduktionen und innovativen, spartenübergreifenden Tanzprojekten.

Service: Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Kasse: Tel. 0351/8954 214 www.landesbuehnen-sachsen.de

Der Tod und das Mädchen Tanzabend von Carlos Matos mit Musik u.a. von Franz Schubert Premiere: 7.2.2014 Landesbühnen Sachsen Radebeul Brel Tanzabend zu Chansons von Jacques Brel von Carlos Matos Premiere: 3.5.2014 Landesbühnen Sachsne Radebeul Ich, Medea Solo-Tanzabend von Wencke Kriemer de Matos, Choreografie Carlos Matos Premiere: 7.6.2014 Landesbühnen Sachsen Radebeul

Internationales Festival für zeitgenössischen Tanz der Landeshauptstadt München. Das nächste Festival findet 2014 statt. DANCE findet in Kooperation mit verschiedenen Münchner Spielstätten für Tanz statt. In den vergangenen Jahren war das Festival im Nationaltheater, im Staatstheater am Gärtnerplatz oder im Muffatwerk, aber auch in Off-Orten wie dem i-camp / neues theater münchen oder schwere reiter zu Gast. Das Festival zeigt nicht nur relevante Produktionen, es umfasst auch ein umfangreiches Begleitprogramm. Damit will es zeitgenössischen Tanz nachhaltig in der öffentlichen Wahrnehmung stärken. Das Festival gibt es seit 1987 und wird alle zwei Jahre - im Wechsel mit dem Theaterfestival SpielArt - veranstaltet. Mai 2015 | www.dance2012.de

Gauthier Dance Dance Company Theaterhaus Stuttgart Gauthier Dance ist ein junges dynamisches Ensemble von zwölf vielseitigen Tänzerpersönlichkeiten unter der Leitung des Choreographen, Tänzers und Musikers Eric Gauthier. Das Repertoire der „Future 6“: „Malasangre“, Dance Company Theaterhaus Choreographie Cayetano Soto | Stuttgart umfasst originelle, Foto © Regina Brocke. oft humorvolle Werke von Gauthier und renommierten zeitgenössischen Choreographen wie Mauro Bigonzetti, William Forsythe, Jiˇrí Kylián, Itzik Galili, Lightfoot/León und Hans van Manen. Nach der Gründung im Oktober 2007 etablierte sich die Company in Rekordgeschwindigkeit als internationale Marke. Inzwischen gehört die Truppe zu der Handvoll deutscher Companies mit der intensivsten Tourtätigkeit in Deutschland und ganz Europa. Einen echten Volltreffer landete Gauthier Dance mit der Uraufführung von Christian Spucks POPPEA//POPPEA, das Spuck im November 2011 nicht nur den Deutschen Theaterpreis DER FAUST als bester Choreograph einbrachte. Die Produktion wurde im Sommer 2013 komplett in 3D aufgezeichnet (Regie von Nikolai Vialkowitsch). Die Weltpremiere im Kino findet im Dezember 2013 bei der Filmschau Baden-Württemberg statt, die Ausstrahlung auf arte folgt in den kommenden Monaten. Neben über 100 „normalen“ Auftritten im Jahr engagiert sich die Company mit einem wegweisenden sozio-kulturellen Programm: Mit einem speziellen Repertoire, das sich auch für kleine Räumen eignet, bringt Gauthier Dance Mobil den Tanz zu Kindern und Jugendlichen, Senioren und Menschen mit Behinderungen. www.theaterhaus.com

Movimentos Festwochen Seit 2003 veranstaltet die Autostadt einmal jährlich im Frühjahr die Movimentos Festwochen – ein Kultur- und Tanzfestival, das eine ganze Region bewegt. In einer Spielzeit von mehreren Wochen begeistern im Rahmen des Festivals renommierte internationale Künstler ihr Publikum bei Tanzaufführungen, Konzerten, Matineen, Soireen, Workshops, Szenischen Lesungen und Schauspiel sowie Filmvorführungen www.movimentos.de

Kibbutz Contemporary Dance | Foto © Thomas Ammerpohl


GRET | arttourist.com 2|2013

Ballett  |  Stuttgart  |  53

John Cranko Schule: Die Talentschmiede des Stuttgarter Balletts Uraufführungen für das Stuttgarter Ballett von den Absolventen Demis Volpi, Katarzyna Kozielska und Louis Stiens Als John Cranko 1961 Ballettdirektor in Stuttgart wurde, brachte er das Stuttgarter Ballett innerhalb von kurzer Zeit zu Weltruhm. Zehn Jahre später wurde sein Wunsch Wirklichkeit, und Stuttgart erhielt eine professionelle Ausbildungsstätte für Nachwuchstänzer: Als erste staatliche Ballettschule in Westdeutschland bot die „Big Blur“ (Ch. Demis Volpi), John Cranko Schule Foto: Stuttgarter Ballett jungen Tänzern eine vollständige Berufsausbildung mit staatlichem Diplom an. Heute ist sie eine der renommiertesten Ballettschulen der Welt. Mittlerweile stammen etwa zwei Drittel der Tänzer des Stuttgarter Balletts aus der John Cranko Schule. Zu ihnen gehören unter anderen die Ersten Solistinnen Alicia Amatriain, HyoJung Kang, Anna Osadcenko sowie die Ersten Solisten Daniel Camargo und Evan McKie. Doch die Schule versorgt das Stuttgarter Ballett nicht nur mit erstklassigen jungen Tänzern, aus den Reihen der Absolventen haben sich auch mehrere begabte Choreographen entwickelt: Hauschoreograph Demis Volpi zum Beispiel, aber auch die Tänzer Katarzyna Kozielska und Louis Stiens. Von diesen jungen Talenten sind in der Spielzeit 2013/14 mehrere Stücke beim Stuttgarter Ballett zu sehen, darunter auch drei Uraufführungen.

On Velvet Marco Goecke kreiert ein neues Stück für das Stuttgarter Ballett

Marijn Rademaker in Marco Goeckes „On Velvet“, Foto: Stuttgarter Ballett

Als Choreograph ist Marco Goecke Kosmopolit. Er ist nicht nur Hauschoreograph des Stuttgarter Balletts, sondern auch Associate Choreographer am Nederlands Dans Theater, hat bereits am New York City Ballet und beim Scapino Ballet Uraufführungen präsentiert und gerade erst ein überaus erfolgreiches Stück für die São Paulo Companhia de Dança kreiert. Dabei gerät schnell einmal in Vergessenheit, dass seine Heimatstadt die „Tanzstadt“ Wuppertal ist. 2004 wurde Marco Goecke von Pina Bausch eingeladen, seine Stücke „Blushing“ und „Mopey“ beim ihrem Festival „30 Jahre Tanztheater Wuppertal“ zu präsentieren. Diese Einladung und die damit verbundene Anerkennung seiner Arbeit durch Pina Bausch sind für den damals noch jungen Choreographen bis heute von besonderer persönlicher Bedeutung. Seine prägnante und avantgardistische Tanzsprache begeistert bis heute die Kritiker. Das Ausloten und Sprengen ästhetischer Grenzen mithilfe völlig neuer Bewegungen bestimmen Marco Goeckes ganz eigenen Stil. Schon zweimal hat ihn das Magazin Tanz zum „Hoffnungsträger“ gekürt, weil sich „die seltenen Glücksmomente des Balletts in schöner Regelmäßigkeit mit dem Namen Marco Goecke verbinden.“ Oft berühren seine Arbeiten auch so manchen Betrachter, der sonst für die Reize des klassischen Balletts unempfänglich ist. Und diese Gründe waren es denn auch, die Ballettintendant Reid Anderson 2005 dazu bewogen, ihn zum Hauschoreographen des Stuttgarter Balletts zu ernennen. Mittlerweile ist Stuttgart Marco Goeckes künstlerische Heimat geworden.

2010 ist dies die erste Kreation Goeckes für die Bühne des Opernhauses. Zur Musik des jungen österreichischen Komponisten Johannes Maria Staud: Segue für Cello und Orchester (2008) sowie March of the Mogul Emperors (1911-12) von Edward Elgar erarbeitet Goecke mit zwölf Tänzern des Stuttgarter Balletts seine neue Choreographie. Die Tanz-Journalistin Angela Reinhardt schreibt über Marco Goecke: „Nach fast einem Jahrhundert modernen Tanzes ist es gar nicht mehr so einfach, das Publikum zu erschrecken oder zum Staunen zu bringen, aber Marco Goecke schafft es. Wer zum ersten Mal eines seiner dunklen, geheimnisvollen Ballette sieht, der reagiert unwillkürlich: irritiert oder amüsiert, verstört oder fasziniert. Irgendetwas in diesen Stücken bringt die Zuschauer an die Sitzkante.“ Von Beginn seiner choreographischen Karriere an haben Goeckes Arbeiten, insbesondere die frühen, sowohl Publikum als auch Kritiker polarisiert. Davon unbeirrt, ist er seinem unnachahmlichen Stil treu geblieben. Mit einem außergewöhnlichen Blick auf den Körper und einem psychologischen auf sein Innenleben erforscht Goecke das menschliche Bewe­gungsspektrum. Er seziert das klassische Tanzvokabular, zerlegt jede Geste, jede Bewegung in kleinste Teile, macht dabei Emotionen physisch sichtbar. Seine strenge, erhaben schöne und zugleich groteske Ästhetik, gepaart mit einer Prise Ironie an den richtigen Stellen, macht Goeckes Ballette zu den originellsten, die zurzeit in Europa kreiert werden. Dementsprechend sind Marco Goecke und seine Arbeiten stets gefragt.

Am 8. November 2013 brachte das Stuttgarter Ballett ein neues Stück von Marco Goecke zur Uraufführung. „On Velvet“ stellt den Höhepunkt des Ballettabends Fort//Schritt//Macher dar. Seit der Uraufführung seines hochgelobten Handlungsballetts „Orlando“ im Jahr

Der Ballettabend FORT//SCHRITT//MACHER vereint Goeckes „On Velvet“ mit Stücken von William Forsythe und Hans van Manen. Alle drei Choreographen gelten als Vorreiter unter den „Schrittemachern“ ihrer jeweiligen Generation, alle drei haben zu Beginn ihrer Karriere

kontroverse Reaktionen hervorgerufen und alle drei sind mittlerweile feste Größen in den Reihen der einzigartigsten Tanzschaffenden Europas. Ballettabend Fort//Schritt//Macher Choreographien von William Forsythe, Hans van Manen und Marco Goecke Premiere am 8. November 2013 im Opernhaus weitere Vorstellungen am 12., 14. November | 1., 7., 8., 10., 15. (nm/abd), 18. Dezember 2013

Demis Volpi Der deutsch-argentinische Choreograph Demis Volpi kam in der Spielzeit 2004/05 als Absolvent der John Cranko Schule ans Stuttgarter Ballett. Schon früh verbuchte er auch als Choreograph Erfolge. In der Spielzeit 2012/13 wurde sein erstes großes Handlungsballett „Krabat“ uraufgeführt. Nach der Premiere ernannte Intendant Reid Anderson Demis Volpi zum Hauschoreographen. Für den Ballettabend Fahrende Gesellen, der im April 2014 Premiere hat, kreiert Demis Volpi ein neues Stück für das Stuttgarter Ballett, zu einer Auftragskomposition des Amerikaners Michael Gordon, über den Alex Ross in The New Yorker schreibt, seine Musik verkörpere „das Feuer des Punkrock, die Brillanz des Free-Jazz und die Kompromisslosigkeit der klassischen Moderne.“ Hierzu wird Demis Volpi eine Choreographie ausschließlich für Tänzerinnen kreieren, in der er die Möglichkeiten zeitgenössischen Spitzentanzes ausloten will. Ballettabend Fahrende Gesellen | mit Choreographien von Demis Volpi, Maurice Béjart und Eduard Clug | Premiere am 17. April 2014 im Opernhaus | weitere Vorstellungen am 25., 26. April / 7., 9., 25., 29. (nm/abd), 31. Mai / 2., 3. Juni 2014

Tanzlabor

Marco Goecke, Foto: Roman Novitzky Adresse Stuttgarter Ballett Oberer Schlossgarten 6 | 70173 Stuttgart Kartenbestellung Telefonisch unter 0711 / 20 20 90 (Montag bis Freitag 10 bis 20 Uhr, samstags von 10 bis 18 Uhr) Online unter www.stuttgarter-ballett.de Tageskasse Theaterkasse, Königstr. 1B (Theaterpassage), 70173 Stuttgart (Montag bis Freitag 10 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr)

Die intime Bühne des Schauspielhauses fungiert für Katarzyna Kozielska und Louis Stiens, beide Absolventen der John Cranko Schule, in der Spielzeit 2013/14 als Tanzlabor, wo sie „Blender“ (Ch. Katarzyna Kozielska), neue Stücke präsenFoto: Stuttgarter Ballett tieren werden. Die Halbsolistin Katarzyna Kozielska kreiert seit 2011 hoch ästhetische, elegante und geistreiche Choreographien. Nach einer Arbeit für die New Yorker Compagnie BalletNext, die im April 2013 in der renommierten Brooklyn Academy of Music uraufgeführt wurde, kreiert sie nun ihr erstes großes Werk im Auftrag des Stuttgarter Balletts. Louis Stiens ist seit der Spielzeit 2011/12 Tänzer am Stuttgarter Ballett. Trotz seiner jungen Jahre schuf er bereits mehrere mutige und außergewöhnliche Choreographien, die viel Beachtung finden. Im April 2014 kreiert er sein erstes Stück für das Stuttgarter Ballett. Ballettabend Tanzlabor | mit Choreographien von Katarzyna Kozielska, Louis Stiens und Douglas Lee | Premiere am 23. Mai 2014 im Schauspielhaus | weitere Vorstellungen am 27. Mai / 20. Juni / 2. Juli 2014


54  |  Ballett | Tanztipps

GRET | arttourist.com 2|2013

ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival Das Wiener Kultfestival ImPulsTanz, längst zum Fixstern im Universum des zeitgenössischen Tanzes avanciert, zeigt alljährlich die neuesten Werke internationaler und heimischer Compagnien. Für die 31. Ausgabe 2014 hebt Intendant Karl Regensburger zwei Highlights hervor: Eine Weltpremiere von Lloyd Newson und dem legendären DV8 Physical Theatre aus England sowie eine Ismael Ivo & Grupo Biblioteca Do Corpo „NO SACRE“ © Karolina Miernik Uraufführung der Grupo Biblioteca Do Corpo rund um Ismael Ivo. Darüber hinaus wird der europäische Tanzpreis für Newcomer „Prix Jardin d’Europe“ bei ImPulsTanz in Wien verliehen. Wer sich selbst aufs Parkett wagt, für den heißt es: Alles Contemporary! In mehr als 200 Workshops für AnfängerInnen und Profis. 17.7. – 17.8.2014 / www.impulstanz.com

Dance Umbrella London Foto © John Hogg

Schweiz In 35 Schweizer Städten: Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps Das Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps präsentiert zeitgenössischen Tanz aus allen Teilen der Welt. Bereits zum 14. Mal verführt die Biennale das Schweizer Publikum – auf 39 Bühnen von Basel bis Lugano, Genf bis St. Gallen, in Lausanne und Luzern ebenso wie in Verscio oder Delémont.

Am 24. April 2014 eröffnet das Ballett Zürich Steps mit einer Uraufführung von Choreographien von Christian Spuck, Wayne McGregor und Marco Goecke. Um die sinnliche Auseinandersetzung des Belgiers Sidi Larbi Cherkaoui mit dem argentinischen Tango geht es in der Produktion „M¡longa“. „Desh“ zeigt die märchenhafte Reise des Briten Akram Khan in sein Ursprungsland Bangladesh. Das Tanzfeuerwerk der Compagnie Danza Contemporánea de Cuba, die Neuinterpretation

Saarbrücken

des Ballettklassikers „Swan Lake“ der Südafrikanerin Dada Masilo – mit insgesamt zwölf Produktionen bietet Steps einen hochkarätigen Einblick in das aktuelle internationale Tanzschaffen. 24.4. – 17.5.2014 | Programm ab Januar 2014 unter www.steps.ch

TANZOLYMP 2014 11. Internationales Tanzfestival in Berlin

Heidelberg

Foto ©Bettina Stöss

Marguerite Donlon: „Wings” Ballett des Saarländischen Staatstheaters Jedem Menschen wohnt eine Kraft inne, die es ihm erlaubt, auch größte Schwierigkeiten zu überwinden. Dieser Kraft spürt Marguerite Donlon in ihrem neuen Stück „Wings“ nach, das die Choreografin als Tribut an alle Helden des Alltags, die die Flügel ihrer Gedanken nicht beschneiden lassen, versteht. In eindrucksvollen Bildern erzählt sie von Verzweiflung und Gefangensein, vor allem aber von Ausbruch und Befreiung. Dadurch ruft Donlon nicht zuletzt die Geschichte ihrer irischen Vorfahren wach: Ihnen war es über viele Jahre hinweg verwehrt, ihre Sprache und Kultur zu leben. Als Ausgangspunkt der Choreografie dient ein Werk Gavin Bryars‘ aus dem Jahr 1971, das auf dem brüchigen, aber dennoch entschlossenen Gesang eines Obdachlosen aufbaut: „Jesus‘ Blood Never Failed Me Yet“. Sam Auinger schuf den zweiten musikalischen Beitrag des Abends. Er fing die Umgebungsgeräusche des Saarländischen Staatstheaters ein und fügte sie zu einer Real-Time-Komposition zusammen. Die Modedesignerin Laura Theiss, die ihre Entwürfe bereits auf den Modewochen in London und Paris sowie auf internationalen Ausstellungen präsentierte, entwarf die Kostüme. Das Ballett des Saarländischen Staatstheaters gehört zu den führenden zeitgenössischen Compagnien, das erstklassige Tänzer genauso anzieht wie namhafte Gastchoreografen und zu Gastspielreisen in ganz Europa, in den USA und in Asien eingeladen wurde. Vorstellungstermine: 21.12.2013, 27.12.2013, 12.01.2014, 17.01.2014 | Saarländisches Staatstheater, Großes Haus | www.theater-saarbruecken.de

Seit 1978 bringt Dance Umbrella zeitgenössischen Tanz nach London. Getragen von der Dynamik und Offenheit der Stadt lädt Dance Umbrella jedes Jahr Künstler und außergeCelebrating Trisha Brown at Tate Modern 09 | wöhnliche AufführunFoto © Hugo Glendinning gen nach London ein, die die Besucher gleichermaßen begeistert und überraschen. Dance Umbrella präsentiert Eigen- und Auftragsstücke, wie Ensemble und Tänzer der internationalen Tanzszene. Neben Veranstaltungen in verschiedenen Spielstätten gibt es eine Reihe von kostenfreien Events, wo einerseits der Nachwuchs, herausragende Talente präsentiert werden und andererseits neues Publikum für den Tanz gewonnen wird. www.danceumbrella.co.uk

Tanzstadt Heidelberg! Das Interesse und Engagement des Heidelberger Publikums für den Tanz gehört gefeiert und belohnt: Die Tanzbiennale Heidelberg – das neue Festival für den zeitgenössischen Tanz – holt künftig alle zwei Jahre die Welt des Tanzes in die Stadt. Gemeinsam ausgerichtet vom Heidelberger UnterwegsTheater und dem Theater und Orchester Heidelberg, gefördert durch die Stadt Heidelberg, die Manfred Lautenschläger-Stiftung und einmalig durch das Land Baden-Württemberg, zeigt sie nationale wie internationale Gastspiele und Top-Kompanien und -Choreografen aus Baden-Württemberg. In interaktiven und partizipativen Großproduktionen schwingt ganz Heidelberg das Tanzbein. Ein Kindertanztag, Workshops, Gespräche, Filme, Ausstellungen und Installationen runden das Programm ab, das in den Spielstätten der beiden Häuser geboten wird. Sie bildet die ästhetische Bandbreite der heutigen Tanzkunst ab: Interdisziplinäre Arbeiten an der Schnittstelle zu Bildender Kunst, Theater, Musik, Medien, Wissenschaft. Sie schaut hin und zieht an: Produktionen und Impulse aus allen konzentrischen Kreisen um die Festivalstadt – aus Heidelberg, aus Baden-Württemberg, national und international – werden gleichermaßen präsentiert. Tanzbiennale Heidelberg feiert den Tanz in all seinen Facetten! 21.2. – 2.3.2014 | www.theaterheidelberg.de © Theater Heidelberg

Das internationale Tanzfestival TANZOLYMP findet jährlich in Berlin unter dem Motto «Tanz als Weltsprache» statt. Seine Beliebtheit ist an den stetig wachsenden Teilnehmerzahlen abzulesen: Im Gründungsjahr 2004 waren es 380 Teilnehmer, in den Folgejahren stiegen die Zahlen auf über 400, 500 etc. In diesem Jahr werden über 1000 junge Tänzerinnen und Tänzer aus aller Welt in Berlin erwartet. Das größte Tanzfestival der Welt in Berlin! Mehr als 1000 junge Tänzerinnen & Tänzer aus 90 Nationen! Das Festival gilt inzwischen unter Künstlern und Fachleuten als « internationale Börse für junge Talente». Hier treffen Intendanten auf Tänzer, Tänzer auf Förderer, Ausbildungsstipendien werden vergeben, Kontakte geknüpft, zukünftige Karrieren geplant... Und natürlich werden hier neue Impulse. © „International besetzte Jury des TANZOLYMP 18. – 21.2.2014 / 2012 internationales Tanzfestival Berlin“  www.tanzolymp.com

Holland Dance Festival 2014 Das Holland Dance Festival ist das größte internationale Tanzfestival in den Niederlanden. Es präsentiert ein starkes und erfrischendes Programm, das neben international bekannten Ensembles auch kleinen, unbekannte Gruppen und Nachwuchstalenten eine Bühne gibt. Die familiäre Atmosphäre ist Programm und Markenzeichen vom Holland Dance Festival. DDer Stilmix ist breit gefächert und reicht von Urban Dance bis klassischem Ballett, von Tango bis Moderne Dance. 25.1. – 16.2.2014 / www.hollanddancefestival.com

Bangarra, dancer Leonard Mickelo, Foto © Jason Capobianco


GRET | arttourist.com 2|2013

Ballett | Bregenz  |  55

What the Body Does Not Remember Foto: Danny Willems

Tanzfestival Bregenzer Frühling 2014

oben: 4D Foto: Koen Broos unten: SHUTTERS SHUT Foto Rahi Rezvani

Das begehrte Tanzfestival in Bregenz sorgt für Frühlingsgefühle. Es begeistert mit zeitgenössischem Tanz und startet am 20. November 2013 mit dem Vorverkauf. Hochkarätige internationale Tanz-Kompanien gastieren ab März 2014 im Rahmen des Tanzfestivals Bregenzer Frühling im Festspielhaus Bregenz und präsentieren hier ihre neuesten Produktionen. Unter der künstlerischen Leitung von Wolfgang Fetz werden Uraufführungen und österreichische Erstaufführungen, die international Aufsehen erregt haben, zu sehen sein. Die Bandbreite ist groß. „Desh“ ist das bislang persönlichste Werk, das der Tänzer und Star-Choreograf Akram Khan beim Bregenzer Frühling in einer Soloperformance zeigt. Khan gilt als Meister des nordindischen Tanzstils Kathak, den er auf virtuose Weise mit europäischen Tanzformen verbindet. Er entführt damit das Publikum in einen Kosmos, der sich aus vielen Facetten eines Landes, vielen Geschichten und vielen Schicksalen zusammensetzt. Hochenergetischen Tanz und kraftvolle Live-Musik lässt der gebürtige Israeli und derzeitige Shooting Star der Londoner Tanzszene Hofesh Shechter in „Political Mother“ aufeinander treffen. Das Ergebnis ist ein intensives und atmosphärisch dichtes Gesamtkunstwerk, ein komplexes Puzzle aus traurigen, amüsanten und schockierenden Szenen, eine surreale Bilder-Kette von zwischenmenschlichen Begegnungen. Im Werk Sidi Larbi Cherkaouis spielen Duette eine wichtige Rolle. „4D“ ist eine Folge von vier seiner besten Duette, die im März dieses Jahres entstanden sind. In der Zusammenfüh-

rung ergeben sie spektakuläres abendfüllendes Programm. Es ist die Vollkommenheit, die das Nederlands Dans Theater 2 ausstrahlt, die sie so unverwechselbar macht. Es ist die Perfektion, die nicht gekünstelt ist, sondern eine natürliche Anmut vermittelt. Ein Abend, der das Publikum über die Vielfalt des Tanzes staunen lässt: geistreich, frech, erregend und faszinierend. Eine wahre Schockwelle löste die Choreografie „What the Body Does Not Remember“, als es 1987 zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wurde, aus. Extreme Schnelligkeit, äußerste Präzision und atemberaubende Spannung dominieren Wim Vandekeybus’ Debut-Werk, das den Belgier mit nur 24 Jahren zu einem der weltweit einflussreichsten Choreographen hochkatapultiert hat. Hart, brutal, verspielt und grandios führt Vandekeybus seine neun Tänzerinnen an die äußersten Grenzen des Möglichen. Das aktionstheater ensemble bringt mit „Pension Europa“ wieder eine Uraufführung unter der Regie von Martin Gruber auf die Bühne des Festspielhauses: es wird gefeiert, gesungen und getanzt, bis zum Morgengrauen. Am Ende wird abgerechnet und der „Lampedusa-Putztrupp“ reinigt die Zimmer. Wir wünschen allen Besucherinnen und Besuchern des Tanzfestivals Bregenzer Frühling 2014 bei den künstlerisch exklusiven Aufführungen der fünf Kompanien und des aktionstheater ensemble starke Eindrücke und viele neue Anregungen. Wir würden uns freuen, Sie beim Bregenzer Frühling 2014 im Festspielhaus begrüßen zu dürfen. www.bregenzerfruehling.at

Eine Veranstaltung des Bregenzer Kunstvereins. Künstlerische Leitung: Dr. Wolfgang Fetz Der Bregenzer Kunstverein dankt seinen Partner und Subventionsgebern: Landeshauptstadt Bregenz, Land Vorarlberg, Schoellerbank, i+R Schertler, illwerke vkw, Wolford, Casinos Austria. Medienpartner: VN, ORF Vorarlberg, Ö1, Der Standard. Programm Bregenzer Frühling 2014 Freitag, 21. März 2014 Akram Khan Company Desh Samstag, 29. März 2014 Hofesh Shechter Company Political Mother Samstag, 26. April 2014 Eastman / Sidi Larbi Cherkaoui 4D Österreichpremiere Samstag, 3. Mai 2014 Nederlands Dans Theater 2 Sara / Shutters Shut / Cacti / N.N. Österreichpremiere Freitag, 16. und Samstag, 17. Mai 2014 aktionstheater ensemble Hotel Europa Uraufführung Freitag, 23. Mai 2014 Ultima Vez / Wim Vandekeybus What the Body Does Not Remember

Bregenzer Frühling Ballettpass Für alle Tanzinteressierten bietet der Bregenzer Kunstverein wieder einen Ballettpass. Schnell Entschlossene erhalten beim Kauf eines Ballett-Abo-Passes bis zum 24.12.2013 eine Rabattierung von – 25%! (ab einem Preis von € 105,- für fünf Ballettveranstaltungen!). Ab 25.12.2013 –10% Rabatt. Damit haben Sie die einzigartige Möglichkeit ganz unterschiedliche Formen des Tanzes kennen zu lernen: meisterhafte Fusionen aus Tanz, Musik, Architektur, Video-Art und Spiritualität. Allesamt Sternstunden des zeitgenössischen Tanzes! Detaillierte Informationen ab 20.11.2013: www. bregenzerfruehling.at

Sonntagsmatinee Für alle Interessierten werden am 24.11.2013, 11.00 Uhr im Rahmen einer Sonntags-Matinee die neuesten Informationen zum Tanzfestival Bregenzer Frühling 2014 im Saal Propter Homines im Festspielhaus Bregenz präsentiert. Zu dieser Präsentation sind Sie herzlich eingeladen. Um Anmeldung wird bis spätestens 14.11.2013 unter katarina.simic@bregenz.at oder T +43 (0)5574/4101511 gebeten. Info & Buchung ab 20.11.2013, ab 13.00 Uhr bei: Bregenz Tourismus & Stadtmarketing, A-6900 Bregenz, Rathausstraße 35a Tel. +43 (0)5574/40 80-0, tourismus@bregenz.at www.v-ticket.at


56  |  Design

GRET | arttourist.com 2|2013

Seit Sommer 2008 glänzt Urban Nature auf der gedeckten Tafel: Das für Villeroy & Boch entworfene Porzellanservice variiert gekonnt extravagante und schlichte Formen.

Im Gespräch mit Christian Haas Christian Haas liebt das Experiment. Er lässt auf fragilen Glasobjekten Farne wachsen, Bienen summen und Astronauten fliegen. Oder er bringt simple Seile zum Leuchten. Geboren 1974, studierte Haas Industriedesign in München und arbeitete bereits als Student für namhafte Hersteller. Er liebt das Reisen und Entdecken und pendelt zwischen seinen Studios in Paris und München. Seit Beginn an hegt Christian Haas eine besondere Vorliebe für Porzellan und Glas, doch arbeitet er auch als Interiordesigner. Wir sprachen mit ihm über paradiesische Arbeitsumstände, Alvar Aalto und ein Bund Ranunkeln.

Die ganze Welt spricht von der Wirtschaftskrise. Sind kostspielige Tableware-Produkte eine gute Geldanlage? Das sehe ich emotionaler. In erster Linie sollten hochpreisige Produkte rund um den gedeckten Tisch Freude machen. Luxus bedeutet für mich solche Produkte täglich einzusetzen und nicht nur zu besonderen Anlässen. Kaufen, in die Vitrine stellen und warten, dass das Objekt irgendwann mehr Geld wert ist – das finde ich falsch gedacht. Limitierte Editionen und Sammlerstücke können natürlich im Wert steigen, aber als klassische Geldanlage sehe ich diese Produkte nicht. Du hast bereits als junger Designer für die Kristallmanufaktur Nachtmann gearbeitet. Wie kam es dazu? Als Diplomarbeit hatte ich eine Home Collection mit Tabletts, Votivständern, Kerzenhaltern und Lederkissen für den Modehersteller Marc O’Polo konzipiert, die dann auch produziert wurde. Der Marketingleiter von Marc O’Polo wechselte dann ein paar Jahre später zu Nachtmann und hat mich ins Boot geholt.

Wie gestaltet sich Deine langjährige Zusammenarbeit mit Villeroy & Boch? Ich schätze an Villeroy & Boch das große Vertrauen, dass mir dort entgegengebracht wird. Außerdem die fundierte und konzeptionelle Herangehensweise bei der Produktentwicklung. Der Kunde und seine Bedürfnisse stehen immer im Mittelpunkt. Um ihn herum wird ein schlüssiges Lifestyle-Konzept kreiert – da geht es nicht nur um ein neues Tischservice. Diesen ganzheitlichen Ansatz finde ich sehr smart und der Erfolg gibt der Firma recht. Ist es ein Unterschied, ob man mit Massenherstellern wie Rosenthal und Villeroy & Boch zusammenarbeitet oder mit einer Manufaktur wie Theresienthal, für die Du künstlerisch ambitionierte Produkte in kleiner Stückzahl entworfen hast? Natürlich. Die künstlerischen Freiheiten sind bei Manufakturen größer und die unmittelbare Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen und Handwerkern ist paradiesisch für einen Designer. Ideen können schneller und unkomplizierter ausprobiert werden als in großen Organisationen.

Das Porzellanservice Contour für den Hotelporzell Fußball-WM 2010 in Südafrika aus


GRET | arttourist.com 2|2013

Design  |  57

Für den Porzellanhersteller Bauscher entwickelte der Designer das cremefarbene Hartporzellan Silhouette – angepasst an die Anforderungen der Gastronomie.

unten: Bleikristall in Vollendung und gekonnter Mustermix: Einen glänzenden Auftritt legt die farbenfrohe Glasserie Skin von Nachtmann hin. Die Produktwelten von heute bewegen sich zwischen Luxus- und Billigsegment. Beides hat seine Daseinsberechtigung. Ich denke, dass Luxus- und Billigwaren zukünftig stärker als bisher miteinander gemischt werden. Da sehe ich Parallelen zur Mode und ich finde die Kombination von günstigen und teuren Produkten auch gut und unserer Zeit entsprechend. Günstig ist ja nicht per se schlecht und Teuer kann wiederum geschmacklos sein. Gut und Böse lassen sich nicht so leicht auseinanderhalten. Wo siehst Du die Trends für den gedeckten Tisch? Haptik und Stofflichkeit für den gedeckten Tisch werden meiner Ansicht nach immer interessanter, gerade auch für ein breiteres Publikum. Gimmicks und ‚trendiges junges Design‘ wirken dagegen eher gestrig. Neu interpretierte Klassik und archaisch unkomplizierte, authentische Konzepte mit einer gewissen Griffigkeit sehe ich auf dem Vormarsch. Spielt dabei das Thema Nachhaltigkeit eine Rolle? Wenn Nachhaltigkeit nicht nur zum schmückenden Trendbegriff ohne Inhalt wird, dann ja. Vernünftiges Entwerfen in Bezug auf die Fertigung und vor allem ästhetische Langlebigkeit der Produkte sind für mich die besten Mittel gegen die Wegwerfmentalität. Du bist vor einigen Jahren mit Deinem Designbüro von München nach Paris gezogen. Warum? Um neuen Input zu bekommen. In einem anderen Land zu leben und zu arbeiten ist aufregend. Damit verändert sich die Herangehensweise an das Entwerfen automatisch. Es ist einfach spannend.

Foto: Julia Champeau

llan-Hersteller Tafelstern wurde als offizielles Geschirr für die sgewählt und Tausende Einzelteile auf einen Schlag verkauft.

Hersteller wie Theresienthal, Lobmeyr oder Hering Berlin haben einen künstlerischen Anspruch, bei dem das Handwerk eine große Rolle spielt. Können diese kostspieligen Nischenprodukte jemals eine größere Käuferschicht erreichen? Das Exklusive trägt ja gerade den Namen, weil es den Anspruch haben sollte, von der breiten Masse zwar begehrt, aber nicht unbedingt gekauft zu werden. Dass Manufakturware bis zu einem gewissen Grad zu einem Nischenmarkt geworden ist, liegt vielmehr an der gesunkenen Bereitschaft der Kunden für Produkte des gedeckten Tisches Geld zu investieren. Aber der Nische gehört die Zukunft der Konsumwelt. Was ist so faszinierend am Handwerk? Die unmittelbare Umsetzung einer Idee in ein greifbares Produkt und die Spezialisierung auf ein bestimmtes Betätigungsfeld. Großes Know-how und Erfahrung mit dem Material imponieren mir. Welche Eigenschaften muss ein Designer besitzen, der Produkte für den gedeckten Tisch entwirft? Er sollte sich als Generalist verstehen und Empathie für die Firma entwickeln, für die er entwirft.

Visionäre Tendenzen, ganzheitliches Denken, Perfektionismus und Umgänglichkeit sind mit Sicherheit ebenso förderlich. Ist die Durchsetzung eines eigenständigen Formenvokabulars überhaupt möglich, wenn man für ganz unterschiedlich positionierte Hersteller arbeitet? Ich denke schon, dass meine Entwürfe eine eigene Handschrift tragen, auch wenn sie für unterschiedliche Hersteller konzipiert sind. Mein Kopf und das persönliche ästhetische Empfinden lassen sich ja nicht einfach abschalten beim Arbeiten. Im Idealfall lässt eine gute Serie die DNA der Firma und die Handschrift des Designers erkennen. Bei den Editionen von Theresienthal ist das meiner Ansicht nach der Fall. Wie wichtig sind Designernamen in der Porzellan- und Glasindustrie? Das Produkt sollte immer der Hero sein. Denn wenn das Produkt nicht überzeugt, bringt auch der schillernste Name nichts.

Welches ist Dein persönlicher Tableware-Klassiker? Die Vasen, die Alvar Aalto für Iittala entworfen hat. Sie sind an Perfektion nicht zu überbieten. Darin sehen selbst ein einfaches Bund Ranunkeln vom Markt fantastisch aus. Christian, danke schön für das Gespräch. www.christian-haas.com Das Gespräch führte Claudia Simone Hoff.

Claudia Simone Hoff ist Kunsthistorikerin und schreibt über Design, Architektur und Lifestyle für Medien wie Atrium, Wohnrevue, Form, Designlines, pure und ihren Blog http://artandbranding.blogspot.de. Wenn sie nicht gerade auf Reisen ist, lebt sie in Berlin.


58  |  Design

GRET | arttourist.com 2|2013

pliet Timp Oak Klemmleuchte (Eiche)

Loula Design Couch Tablett Couch Tablett - für gemütliche Snacks auf dem Sofa. Das Tablett ist aus Birkenholz und wird ganz einfach mittels Magneten auf das Kissen geklipst. Das Kissen ist aus einem Leinen/Baumwoll Gemisch und mit Microperlen befüllt. Diese vermeiden das Wackeln des Tabletts und passen sich Bewegungen an. Für einen stabilen Halt auf der Couch. Chill auf der Couch....mit Bier, Brezeln und und und.... www.selekkt.com

Die Kombination aus dem archaischen Werkstoff Holz, modernster Leuchtstofftechnologie und stark geometrischer Gestalt macht diese Leuchte zu einem markanten und funktionalen Objekt. Die Schreibtischleuchte wird mit einem justierbaren Klemmmechanismus an Schreibtischplatten verschiedener Stärken befestigt. Sie zeichnet sich neben der ungewöhnlichen Materialwahl auch durch ihre hohe Effizienz aus – mit nur 21 Watt wird die Arbeitsfläche gleichmäßig hell und blendfrei ausgeleuchtet. Mit einem getarnten Taster wird die Leuchte geschaltet. www.selekkt.de

es Spooky Books Bücherregal Bücher schweben wie von Geisterhand.°es ist magisch, durchdacht, geknickt, luftig, versteckt, gestapelt und kompakt. Ein minimalistisches Bücherregal mit zwei Bügeln, die unter den Büchern verschwinden. Material: Stahl, pulverbeschichtet. www.selekkt.com

Njustudio das kann doch nicht design. Tote Doch, das kann! Hier steht`s weiß auf schwarz, das Statement für diverse unglaubliche Anlässe: DAS KANN DOCH NICHT DESIGN Jede Stofftasche wird in Franken einzeln von Hand bedruckt – kleine Fehler sind daher ein Qualitätsmerkmal. www.selekkt.com

kolor Altpapiersack Langlebig und viele Male wiederverwendbar - aufgestellt und in Form gebracht wird der Altpapiersack in jedem Raum zur Skulptur und zeigt schon von weitem mit seinem Aufdruck was in ihm steckt. Größe: 55 x 84 cm, 2-lagiges Kraftpapier. www.selekkt.com

Sechzisch Vierzisch Roséwein + Orangenlimonade (15er-Kiste) Sechzisch Vierzisch ist ein spritzig frisches Weinmischgetränk aus Mainz. Im Rheinhessischen als „Persching bekannt“, besteht die Weinschorle aus 60% Roséwein (Rheinhessischer Winzerwein) gemischt mit 40% selbstgemachter Orangenlimonade. www.selekkt.com

letter stools von Sascha Grewe Biblisch betrachtet war am Anfang das Wort. Aber. Da war noch was. Davor. Vor dem kompletten Wort kommt der einzelne Buchstabe. Erst im Kopf, dann in Realität.  Hier beginnt die Erfolgsgeschichte von Sascha Grewe. Das Ergebnis sind Buchstaben und Worte aus MDF, Kork oder Beton. Buchstaben, auf denen man bequem Platz nehmen kann. Buchstaben, die als Regal im Raum ihre Verwendung finden. Buchstaben, die einzeln als Installation Größe beweisen. Und Buchstaben, die einen Tisch in ein Kommunikationsobjekt verwandeln. www.artcanbreakyourheart.de

Regalsystem UOCU Das Regalsystem aus Sandwichkarton besteht aus drei unterschiedlich großen Modulen, die sich auf vielfältige Weise zu stabilen Regalen kombinieren lassen. Das bietet jede Menge Flexibilität, um das System in unterschiedlichen räumlichen Kontexten immer wieder neu zu kombinieren oder zu erweitern. Häufig auch im Möbelbau verwendet, um möglichst viel Volumen und Steifigkeit bei geringem Gewicht zu erzielen, wird das Material normalerweise kaschiert und durch andere Materialien versteckt. Hier aber ist es quasi bis auf den Kern freigelegt und zeigt sich so ehrlich, wie es ist. Neben den vorkonfigurierten Regalkombinationen bieten UOCU natürlich gerne individuelle Zusammenstellungen an. www.uocu.de

DO NOT FORGET! Der Türhänger als Gedankenstüze und Organizer. Erinnert einen an die Dinge, die man nicht vergessen sollte. Einfach an den Türgriff hängen. Mehrfachstecktasche mit zusätzlichem Schlüsselkarabiner. Ideal für Schlüssel, Stifte, Brillen oder Briefe. www.dfp-design.de

Men’s Homes Überraschend, stilvoll, anders Wohnen Männer eigentlich anders? In Men’s Homes zeigen nun kreative Männer, wie sie sich ihre individuelle Wohnwelt geschaffen haben. Egal ob traditionell, klassisch elegant oder überraschend verspielt – alle Einrichtungslösungen heben sich ab von Konventionen und folgen in erster Linie den ganz persönlichen Bedürfnissen und dem Geschmack ihrer Bewohner. www.knesebeck-verlag.de

World Design Capital ® (WDC) Kapstadt 2014 Die Design Hauptstadt 2014 ist Kapstadt und damit die erste afrikanische Stadt, die den alle zwei Jahre vergebene Titel erhält. Kapstadt hat sich knapp gegen Bilbao und Dublin durchgesetzt. Zuletzt wurden Turin (2008), Seoul (2010) und Helsinki (2012) diese Ehre zu teil. Die World Design Capital Auszeichnung würdigt Errungenschaften von Städten, die Architektur und Gestaltung nutzen, um das soziale, kulturelle und wirtschaftliche Leben zu verbessern. Kapstadt rückt damit ins Rampenlicht und ist für ein Jahr Plattform für Design. Kreative Köpfe aus der ganzen Welt werden von der World Design Hauptstadt angezogen, arbeiten, planen und tauschen ihr Wissen mit lokalen Talenten aus. Die Besucher erwarten mehr als 450 Veranstaltungen. Ausstellungen, Workshops, Kongresse und Projekte. www.wdccapetown2014.com

Das HfG-Archiv Ulm Das HfG-Archiv Ulm wurde im Jahr 1987 auf Initiative ehemaliger HfGAngehöriger von der Stadt Ulm eingerichtet und ist seit 1993 eine Abteilung des Ulmer Museums. Es verfolgt das Ziel, die Geschichte der Hochschule für Gestaltung Ulm möglichst umStapelgeschirr TC 100, fassend zu dokumentieren. In seiner 1959, © Ulmer Museum, Doppelfunktion als Museum und ArHfG-Archiv Ulm Stapelgeschirr TC 100, 1959, chiv hat das HfG-Archiv die Aufgabe, © Ulmer Museum, HfGInhalte und Bedeutung der HochschuArchiv Ulm le einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dies geschieht durch Wechselausstellungen, Publikationen und Symposien. Eine vom HfG-Archiv erarbeitete Dauerausstellung im Ulmer Museum gibt Einblick in die Geschichte und Entwicklung der Hochschule für Gestaltung Ulm. www.hfg-archiv.ulm.de

Depot Basel Depot Basel ist keine Messe, kein Festival, kein Museum, kein Showroom, keine Galerie. Es ein temporärer Ort für kontemporäre Gestaltung, mit den besten AbsichFoto: © Depot Basel ten. Die Gründer, Gestalterinnen/er, Journalistinnen und Ökonomen betreiben das Depot Basel im gemeinsamen Interesse an der theoretischen und praktischen Auseinandersetzung mit dem Thema Gestaltung, an deren Präsentation, Vermittlung und Förderung. Depot Basel ist bestrebt, unabhängig zu bleiben und zukunftsorientiert zu arbeiten, aktuelle Themen zu benennen und aufzubereiten und neue Konzepte der Präsentation und Vermittlung zu entwickeln, um ein breites Publikum an Interessierten, Fachleuten und Kreativen aus anderen Gebieten zu erreichen und zum Austausch anzuregen. www.depotbasel.ch

imm Cologne Wohnen. Einrichten. Leben. Entdecken Sie auf der ersten Einrichtungsmesse im Jahr stets die Trends, die den Einrichtungsmarkt in den kommenden Monaten beherrschen werden. Im Januar eines jeden Jahres kommen Anbieter und Entscheider aus allen wichtigen Märkten der Einrichtungsbranche in Köln zusammen. Für die internationale Einrichtungsbranche ist die imm cologne die Business-Plattform Nummer 1. Zur imm cologne finden Sie konzentriert an einem Ort ein in seiner Breite und Tiefe einmalig vielfältiges Angebot marktreifer Produkte. Für Anbieter und Nachfrager aus allen wichtigen Märkten ist die imm cologne der wichtigste Handelsplatz für den globalen Möbelhandel und das sachkundige Publikum. 13. – 19.01.2014 | Publikumstage 17. – 19.1.2014 | www.imm-cologne.de

petiteposte ist eine Plattform mit einzigartigen Postkarten, kreiert von Künstlern aus aller Welt. Die Postkarten aus Fotografie, Kunst und Illustration können online und per Post verschickt oder zum Selberschreiben nach Hause bestellt werden – weltweit. www.petiteposte.com First snow © Menulis yra Nulis


v

Ihr Geschenk: Beim Kauf eines Lounge Chair & Ottoman erhalten Sie von uns einen Eames Stool. G체ltig vom 01.11.2013 bis zum 31.01.2014.

Lounge Chair & Ottoman, Stool Design: Charles & Ray Eames Vitra Fachhandelspartner in Ihrer N채he finden Sie unter www.vitra.com. Vitra-ad_Lounge-Chair_Xmas-Promotion_286x436_DE-de_PINA-2-13_600.indd 1

www.vitra.com/xmas-promo 09.10.13 11:24


60  |  Essen & Trinken

GRET | arttourist.com 2|2013

Frau Porschen, sind Ihre Torten Kunst? Ich sehe mich als Designerin – mit einer großen Wertschätzung für Aromen und Geschmacksrichtungen. Gestaltung und Patissier-Handwerk sind für mich schon immer Hand in Hand gegangen. Wenn ich etwas entwerfe, dann stehen Geschmack, Handwerk, Füllung und Zuckerdekor gleichrangig nebeneinander. Eine Torte sollte immer ein Gesamterlebnis sein: ästhetisch spektakulär und köstlich zugleich. Was macht die Freude am Backen aus? Die Flexibilität von Zucker als Zutat. Freude und Aufregung, wenn eine Torte fertig ist. Ich mag es, wenn Menschen meine Torte für ihre Schönheit bewundern und zugleich ihren Geschmack schätzen. Das ist eine doppelte Belohnung! Ein deutscher Kuchen, auf den Sie nicht verzichten können? Meine Vorlieben ändern sich mit den Jahreszeiten. Im Moment bin ich ganz versessen auf meine Schwarzwälderkirsch-Cupcakes. Sie lösen ein wohliges Gefühl in mir aus – mit dem dunklen Schokoladen-Teig, den Griottine-Kirschen, der Schicht Vanillecreme mit einem Schuss Kirsch, den darüber gestreuten Schoko-Raspeln und der Kirsche als Verzierung. Da kann ich nicht widerstehen! Sie dekorieren Ihre Torten gern mit Rosen, Spitzen und Schleifen. Was sagen die Männer dazu? Da bin ich wirklich ein typisches Mädchen! Ich mag alles, was schön, anmutig und weiblich ist. Mich inspiriert vieles: Mode, Vintage-Teetassen oder Briefpapier. Zwar ist mein Stil sehr weiblich, doch das hält Männer anscheinend nicht davon ab, meine Kreationen ebenfalls zu mögen. Was darf nicht fehlen bei einer Hochzeitstorte? Bevor man sich über Geschmack und Gestaltung der Torte Gedanken macht, sollte man wissen, an welchem Ort die Hochzeit stattfindet, welche Farben und Blumen oder welches Thema es geben wird. Die Größe der Location ist ebenfalls wichtig, denn schließlich soll die Hochzeitstorte im Mittelpunkt der Inszenierung stehen. Es gibt auch praktische Dinge, an die man denken sollte: Ist die Torte gleichzeitig das Dessert? Wo wird die Torte angeschnitten? Meine eigene Hochzeitstorte war übrigens perfekt. Absolut schön und elegant, wobei ich das Klassische und Traditionelle mit einer Satin-Schleife abgemildert habe. Gestalterisch war die Torte auf das Hochzeitsbriefpapier und die Blumen abgestimmt.

Im Gespräch mit Peggy Porschen

Kann ein guter Bäcker auch gut kochen? Ich bin zwar auch als Köchin ausgebildet, koche aber nicht so gut wie ich eigentlich sollte. Doch zum Glück bin ich mit einem talentierten Koch verheiratet. Er hat bei Gordon Ramsey gearbeitet und verwöhnt mich mit den köstlichsten Dingen. Ich bin für das Dessert zuständig. Frau Porschen, vielen Dank für das Gespräch. www.peggyporschen.com Claudia Simone Hoff

Peggy Porschen backt keine Kuchen. Peggy Porschen stellt Kunstwerke her. Geboren in Deutschland, kam sie 1998 nach London, wo sie eine rasante Karriere als Patissière hinlegte. 2003 gründete sie Peggy Porschen Cakes und hat seitdem mit ihren extravaganten Kreatio-

nen für Furore gesorgt. Die wundervoll dekorierten Torten, Cupcakes und Kekse kann man in ihrem rosaroten Salon in London kosten. Wir sprachen mit ihr über Kunst und Handwerk, die Möglichkeiten von Zucker und ihre eigene Hochzeitstorte.

Claudia Simone Hoff ist Kunsthistorikerin und schreibt über Design, Architektur und Lifestyle für Medien wie Atrium, Wohnrevue, Form, Designlines, pure und ihren Blog http://artandbranding.blogspot.de. Wenn sie nicht gerade auf Reisen ist, lebt sie in Berlin.


GRET | arttourist.com 2|2013

Essen & Trinken  |  61


62  |  Hotels

GRET | arttourist.com 2|2013

Superbude Ihre Hostel in Hamburg - Super Wahl ohne Qual! Wenn Sie ein super-günstiges und stylisches Hotel oder Hostel in Hamburg suchen, sind Sie hier genau richtig! Denn die Hansestadt ist jetzt doppelt so gastfreundlich! Aber keine Angst, Sie müssen sich nicht klonen, um super zu schlafen. Mit einem Klick auf die Internetseite finden Sie heraus, ob die Superbude St. Georg oder St.Pauli für Sie das superste Hostel in ganz Hamburg ist. Oder schauen Sie einfach Sie auf der elektronischen Pinnwand nach, was die anderen Super-Gäste empfehlen. Stylish, komfortabel, kommunikativ und preiswert: www.superbude.de

Zu Gast in der Albergo diffuso Eineinhalb Stunden nordöstlich von Rom, zwischen dem 2.912 Meter hohen Gipfel des Corno Grande und den Sandstränden der Adria, eingebettet in der Mitte des Apennin, ist Santo Stefano di Sessani. Eines der auffällig schönen, aber verlassenen Bergdörfer im Süden Italiens, das durch den schwedisch-italienischen Unternehmer und Hotelier Daniele Kihlgren zu neuem Leben erweckt wurde. Er kaufte mehrere Häuser und renovierte nachhaltig und mit viel Leidenschaft und eröffnete seine „Albergo diffuso“, zu Deutsch „verstreute Herberge in dem abgelegenen Abruzzendorf. Das Sextantio entstand aus seinem Ehrgeiz, eine neue Lebensgrundlage für die Kulturlandschaft der Abruzzen zu schaffen. Dies ist ihm mehr als gelungen. Der Besucher erwartet ein ungewöhnliches Hotelprojekt, absolute Ruhe und die von jeglicher Zersiedelung verschont gebliebene Berglandschaft des Nationalparks Gran Sasso und Montidella Laga. www.sextantio.it

rocksresort Im rocksresort Design Hotel wird alpiner Lebensstil neu interpretiert und mit Leidenschaft zelebriert. Die modernen Appartements bieten Wohnqualität auf höchstem Niveau - Restaurants und Shops liegen in unmittelbarer Nähe. Auch für Familien bietet das rocksresort im Sommer ein vielseitiges Angebot: neben der Lage direkt an der Talstation in Laax mit Zugang 235 Pistenkilometer in einem Skigebiet der Extraklasse, steht Ihnen ein vielseitiges Angebot für Groß und Klein zur Verfügung, inklusive Kindehort mit speziellem Kinderprogramm und liebevoller Ganztagsbetreuung - beste Voraussetzungen für unbeschwerte Ferientage in der einzigartigen Bergwelt der Region Flims Laax Falera. www.rocksresort.com/

1

urlaubsarchitektur.de Die schönsten Häuser für die schönste Zeit im Jahr Vor sechs Jahren begann der Hannoveraner Architekt Jan Hamer besondere Urlaubsdestinationen zu sammeln. Wo er war und wo es schön war, wollten von ihm als zuverlässiger Quelle bald auch Freunde, Bekannte, Freunde von Freunden und Bekannte von Bekannten als Empfehlung hören. Um das kommunikative Prozedere zu vereinfachen, entschied er sich schließlich, die gesammelten Schätze ins Internet zu stellen. Und weil Jan Hamer kein Mann der halben Sachen ist, professionalisierte er bald die Seite, die heute unter dem unprätentiösen Titel „urlaubsarchitektur.de“ im Netz zu finden ist. „Wenn jemand in seinem ganz normalen Alltag in einer schönen Umgebung lebt, gibt es keinen Grund, warum er die schönsten Wochen des Jahres in einer Konserve hausen sollte. Für diese anspruchsvolle Klientel bieten wir Ferien-

häuser an, die durch ihre Bauweise, ihre Ausstattung und ihre Lage auf den ersten Blick bestechen – und dabei auch noch bezahlbar sind“, sagt Hamer. „urlaubsarchitektur.de“ ist nicht nur eine Schatzkiste für architekturinteressierte Urlauber. Architekten finden hier Inspirationen in idyllischer Umgebung. Bauherren, die ein ungewöhnliches Ferienhaus planen, entdecken hier möglicherweise neue Perspektiven. Und Kapitalanleger finden hier ein Forum, das die Vermarktung einer entsprechend hochwertigen Ferienimmobilie erfolgreich unterstützt. Vorsicht, für Architekturliebhaber ist die Seite auch ein Zeitfresser: Fängt man an zu blättern, kommt man nur mit viel Disziplin wieder aus der Homepage heraus. Derzeit umfasst „urlaubsarchitektur.de“ 225 anspruchsvolle Häuser, vor allem in Europa. Im Angebot sind Unterkünfte für Einsiedler und Paare, Familien und Grup-

pen – in Form von sehr individuellen Ferienhäusern, Appartements und Hotels.

Traumorte, nicht nur für Architekten Architekten wollen auch mal Urlaub machen, zweifellos. Aber wer seinen Beruf liebt, wird auch im Urlaub dem Zauber eines gelungenen Bauwerks erliegen. Einzigartige Ferienhäuser, -wohnungen und Hotels sprudeln dem Besucher von urlaubsarchitektur.de entgegen: Die Art Lodge in Kärnten setzt auf Kunst im weiten Grün, an der englischen Ostküste ist ein Dünenhaus ganz auf Glas gebaut, in Graubünden verschmilzt die Behausung wie eine Muschel mit ihrer Umgebung, und La Pergola bietet auf Stromboli spektakuläre Aussichten auf blaues Meer und rote Lava. Im Huberhaus, einem traditionellen „Strickbau“ im Oberwallis, macht der Gast auf 1500 Höhenmetern und

1 © James Ross | 2 © Michael Heinrich | 3, 10 © Stefan Müller-Naumann | 4 © Michael van den Boogard | 5 © Andreas Fluetsch | 6 © Lisbet Wedendahl | 7 © Peter Cook | 8 © MCésar | 9 © C. Otteni | 11 © Guether Wett | 12 © Svenja Bockhop | 13 © www.the-box.house.com | 14 © www.villa-helgoland.de | 15 © Alexander Gempeler | 16, 17 © Andreas Graber | 18 © Dana van Leeuwen | 19 © de+Architekten | 20 © www.spoor62.be | 21 © www.salvinialodge.com | 22 © Mathias Friel | 23 © www.alpinelodging.ch | 24 © www.villafabrica.com | 25 © Florian Klotz

Der neue Lanserhof Tegernsee Eine Oase zum Wohlfühlen und Regenerieren In der Natur des Tegernseer Tals wird die Tradition des seit fast 30 Jahren führenden und mehrfach ausgezeichneten Gesundheitszentrums Lanserhof fortgesetzt. Auf einem Areal neben dem Golfplatz Margarethenhof in Marienstein/Waakirchen wird im Januar 2014 der neue Lanserhof Tegernsee eröffnet. Auf 21.000 Quadratmetern bietet der Lanserhof Tegernsee außergewöhnlich viel Platz für seine Gäste. Herzstück ist der 5.000 Quadratmeter große Behandlungsbereich mit einem auf dem erfolgreichen LANS Med Concept basierenden breit gefächerten Portfolio an diagnostischen, therapeutischen und kosmetischen Angeboten. Die Architektur ist reduziert und zeitlos. Schlichte Formen und dezente Farben. Viel Weiß und natürliche Materialien. Der Blick soll für das Wesentliche geschärft und Raum zur Regeneration geschaffen werden. http://www.lanserhof.com/

2

3

7

4

5

6

8

9

Natur meets Kultur In den fünfziger Jahren von den Architekten Paul Schwebes und Hans Schoszberger erbaut, war das sogenannte Bikinihaus architektonischer Ausdruck eines neuen, von Dynamik, Freiheit, Lifestyle und Konsum geprägten Lebensgefühls. Diese Architektur verbunden mit dem einmaligen Standort stellt die unveränderbare Identität des BIKINI BERLIN für die Zukunft dar. Ab Anfang Februar 2014 wird das Gebäude-Ensemble von 1955 wieder mit Leben gefüllt. Das 25hours Hotel Bikini Berlin zieht ins ins alleinstehende kleine Hochhaus beim sogenannten Elefantentor des Berliner Zoos. Das Team um Designer Werner Aisslinger erarbeitet im Spannungsbogen zwischen Natur und Kultur ein ganzheitliches Gestaltungskonzept unter dem Arbeitstitel Urban Jungle. www.25hours-hotels.com/berlin

10

11

12

13


GRET | arttourist.com 2|2013

Discover  |  63

PABLO n | Shopping n | Essen & Trinke Festivals | Reise Kunst | Kultur |

#1 arttourist.com gazette 2012 Frühjahr / Sommer Gratisexemplar

FRIDA

#2 arttourist.com gazette Herbst / Winter 2012 Gratisexemplar

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Shopping

THOMAS

#3 arttourist.com gazette Frühling / Sommer 2013 Gratisexemplar

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Shopping

GRET

#4 arttourist.com gazette Winter 2013/2014

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Shopping

14

bei niedrigen Decken eine kleine Zeitreise ins 16. Jahrhundert. Großbürgerlicher geht es in der schwedischen Villa Sjötorp zu, die ganz den Charme des 19. Jahrhunderts atmet, während der Duft von Zimtschnecken durchs Haus weht. Im niedersächsischen Bad Zwischenahn können sich Erwachsene den Traum vom Baumhaus erfüllen, zwischen Buchen und Eichen, mit Bad, Küche und Fußbodenheizung. Bauhaus-Fans mieten sich mitten in Berlin in „Tautes Heim“ ein, das Bruno Taut vor einem Jahrhundert erbaut hat und das von seinen Nachfahren originalgetreu wiederbelebt wurde... Laute Familien und ruhebedürftige Designliebhaber, Gruppen und Alleinreisende werden auf urlaubsarchitektur.de gleichermaßen ihr Lieblingsdomizil fern vom Alltag finden.

MANN

#1 arttourist.com gazette Gratisexemplar

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Shopping

15

KURT Kunst | Kultur | Festivals

?

#1 arttourist.com gazette Gratisexemplar

| Reisen | Essen & Trinken | Shopping

FRAU

?

#1 arttourist.com gazette Gratisexemplar

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Shopping

Im Mai 2013 erschien bei Callwey das Buch „ URLAUBSARCHITEKTUR. DIE SCHÖNSTEN FERIENHÄUSER ZUM MIETEN“ von Jan Hamer und Christiane Pfau (zweisprachig Deutsch/Englisch, 192 Seiten, zahlreiche Farbfotos, EUR 29,95). www.urlaubsarchitektur.de I www.holidayarchitecture.com

16

IHR Gesamterlebnis Kultur. 17

18

Abokarte 19

20

arttourist.com

oder online unter www.

für das Jahres-Abo lmässig lesen. Der Preis nächsten Ausgabe rege der St. und Versand. ab Mw . om inkl ist.c our sind artt ise Pre  Ja, ich möchte 12 (Ausland EUR 18). Alle EUR land tsch Deu in (2 Ausgaben) beträgt rzeit kündigen. Bezugjahres kann ich jede Nach Ablauf des ersten Preis von EUR 5. ein Ansichtsexemplar zum om testen und bitte um ist.c our artt chte mö ch I   nschrift

Bestellungs-/Rechnungsa Name Straße & Hausnummer

21

22

Land Telefon-Nummer

Vorname PLZ & Ort Geburtsdatum eMail

ündung von 2 Wochen ohne Begr ellung kann ich innerhalb 7, 78464 Konstanz, Widerrufsrecht: Die Best PE GmbH, Glärnischstraße EURO IN S CITIE ART , arttourist.com .com) widerrufen. Email, info@arttourist in Textform (Brief oder

Datum

23

24

25

Unterschrift

bei


EinE WElt. EinE BranchE. EinE MEssE. 5. – 9. März 2014 · itb-berlin.de

Convention & Culture Partner 2014

GRET  

GRET is culture, art, music, theatre, design, travel, food, celebrities - published in Konstanz...

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you