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#4 arttourist.com gazette Winter 2013/2014


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Ballett | 33

Über die Grenzen hinweg – Die Company von Aaron S. Watkin an der Semperoper Dresden Nicht nur, was die Bandbreite der Stile betrifft, die das Semperoper Ballett beherrscht, auch in punkto Nachwuchsförderung schlägt Ballettdirektor Aaron S. Watkin Brücken: Gemeinsam mit der Palucca Hochschule für Tanz Dresden bietet er jungen Tänzerinnen und Tänzern ein hochkarätiges Elevenprogramm an. Eine der Elevinnen,

Garance Hurfin, berichtet in dieser Ausgabe davon. Was den Charakter, das Erfolgsrezept und die Pläne des Semperoper Ballett ausmacht, erzählt Aaron S. Watkin im Interview. Einer seiner Gastchoreografen wird in der noch laufenden Spielzeit Alexei Ratmansky für eine Strauss-Hommage sein. © Helmuth Scham, www.schampus.com


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© Ian Whalen

In Bewegung Der Ballettabend „Choreografen On the move“ ist Ausdruck einer engen Partnerschaft der Semperoper Dresden mit der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen Weite, lichtdurchflutete Räume, die unterschiedlichsten Perspektiven und das Zusammenspiel von Formen, Flächen und Kanten prägen den besonderen Raum der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen in Dresden. Ein idealer Ort, um Kreativität und Fantasie freien Lauf zu lassen, um Bühne zu sein für außergewöhnliche Tanzprojekte. In der Vergangenheit bot der scheinbare Kontrast zwischen künstlerischem Prozess und Manufaktur-Fertigung bereits mehrfach eine spannende Herausforderung für Künstler des Semperoper Ballett, die im Rahmen des Formats „Junge Choreografen“ sowie mit „Silent Spring“ eigene choreografische Arbeiten vorstellen konnten. Unter dem Titel „Choreografen On the move“ wird dieses erfolgreiche Konzept in der Saison 2013/14 fortentwickelt. Mit Neukreationen von Caroline Beach, Claudio Cangialosi und Sjoerd Vreugdenhil werden drei choreografische Handschriften in der Gläsernen Manufaktur zu entdecken sein. Der ungewöhnliche Veranstaltungsort bildet dabei den Ausgangspunkt für die Choreografien der Künstler. „Bewegung – the move – ist zentrales Element und Ausdrucksform des Tanzes. ‚Choreografen On the move‘ geht noch einen Schritt weiter. Es verlässt die klassische Bühne auf der Suche nach der inspirierenden Kraft außergewöhnlicher Orte“, so Oliver Winkes, Leiter des Bereichs Vertrieb und Marketing der Gläsernen Manufaktur. Die Semperoper Dresden und die Gläserne Manufaktur von Volkswagen verbindet eine langfristig angelegte Partnerschaft. Als im August 2002 Teile des Opernhauses in Folge der Elbeflut unter Wasser standen, hatte sich die Gläserne Manufaktur spontan bereit erklärt, die eigenen Räumlichkeiten als Probe- und Spielstätte zu öffnen. Darauf aufbauend, entwickelte sich mit den Jahren eine einzigartige Zusammenarbeit, deren Qualität Oliver Winkes wie folgt beschreibt: „Die Gläserne Manufaktur hat sich den Anspruch gesetzt, im doppelten Wortsinn Raum für neue Ideen zu schaffen. Sie bietet Kunst und Kultur nicht nur eine innovative Bühne, sondern mit ihrer transparenten Fertigung auch eine unverwechselbare Kulisse. Nach ‚Silent Spring‘ 2012 und ‚Junge Choreografen‘ 2013 freuen wir uns auf ‚Choreografen On the move‘, ein neues, spannendes Gemeinschaftsprojekt im Januar 2014 mit unserem Partner, der Semperoper Dresden.“ Die Premiere findet am 25. Januar 2014 um 19 Uhr in der Gläsernen Manufaktur statt. Weitere Vorstellungstermine sind am 26. Januar 2014 um 17 Uhr und um 20.30 Uhr. Premiere 25. Januar 2014, 19 Uhr 26. Januar 2014, 17 und 20.30 Uhr Die Gläserne Manufaktur von Volkswagen

Alle Fotos © Helmuth Scham, www.schampus.com

Ein Glücksfall Garance Hurfin über das Elevenprogramm der Palucca Hochschule für Tanz und der Semperoper Dresden Sie sieht selbst aus wie einem der BallerinenGemälde von Edgar Degas entsprungen, so zart und feingliedrig und aus sich selbst leuchtend. Einer Choreografie über Degas’ berühmte Darstellungen verdankt sie ein wenig den Weg, den sie eingeschlagen hat: Seit August 2013 gehört die junge Tänzerin Garance Hurfin, die in Paris aufgewachsen ist, dem Elevenprogramm an, das die Palucca Hochschule für Tanz Dresden und das Semperoper Ballett zusammen anbieten. Und so setzt Hurfin in Dresden nicht nur ihre Tanzausbildung fort, sondern steht mit den großen Solisten der Company von Aaron S. Watkin gemeinsam an der Ballettstange und auf der Bühne. Tänzerin zu werden – war das bei Ihnen der klassische Jungmädchentraum? Nicht ganz. Ich hatte schon immer einen sehr großen Bewegungsdrang. Mein Vater, der leider nicht Konzertpianist werden durfte, spielte zu Hause viel Klavier. Und dazu war ich immer in Bewegung. Dann sah ich am Palais Garnier in Paris „La petite danseuse de Degas“. Das Stück war für mich der Auslöser. Mit acht Jahren fing ich zu tanzen an. Sie haben in Paris am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse studiert. Wie kamen Sie nun als Elevin nach Dresden? Aaron S. Watkin war Mitglied der Jury bei meinem Examen. Er lud mich ein, in Dresden vorzutanzen. Die Audition fand hier in der Semperoper statt.

Wie gestaltet sich eigentlich Ihr Tagesablauf zwischen der Palucca Hochschule für Tanz und den Engagements an der Semperoper? Das hängt davon ab, ob wir Eleven gerade an Produktionen beteiligt sind. Wenn das der Fall ist, trainieren und proben wir zusammen mit dem Semperoper Ballett, nehmen an den Classes und den Warm-ups teil. Wenn wir nicht gebraucht werden, sind wir an der Schule und haben drei und mehr Classes pro Tag. Schule und Company halten sich in etwa die Waage. Im August bin ich nach Dresden gekommen, seitdem war ich an „Dornröschen“ beteiligt. Gerade bereiten wir „Gestatten, Monsieur Petipa!“ vor, eine Aufführung für Schulklassen. Und dann wird es gleich mit dem „Nussknacker“ weitergehen.

Haben Sie besondere Verhaltensweisen, um als Tänzerin dem hohen Anspruch an den Körper gerecht zu werden? Ich brauche eine Menge Schlaf. Und muss natürlich sehr viel stretchen. Aber ich muss zum Beispiel keine Diät halten und esse ganz normal, da habe ich Glück.

Wie würden Sie den Charakter dieser Company beschreiben? Was ist Ihr Eindruck aus Ihren ersten Monaten? Diese Company ist ein Glücksfall für mich. Wir erleben unmittelbar mit, wie sie arbeitet. Alle arbeiten hart. Und wir dürfen mitarbeiten.

Gibt es Ihrer Erfahrung nach in der Tanzausbildung große Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschland? Bei meiner fünfjährigen Ausbildung am Conservatoire in Paris wurde mehr Wert auf Klassisches Ballett gelegt. Der Zeitgenössische Tanz musste etwas zurück stehen. Das ist an der Palucca Hochschule anders: Beides hat das gleiche Gewicht in der Ausbildung. Und das trifft ja auch auf das Semperoper Ballett zu – ich finde, diese Bandbreite ist seine große Stärke. Ich persönlich fühle mich im Neoklassischen Tanz besonders wohl, darin kann ich mich noch besser ausdrücken. Außerdem mochte ich zum Beispiel den neuen Ballettabend „Nordic Lights“ sehr gern!

Und wie ist das Verhältnis der Eleven zu den „gestandenen“ Tänzern? Sehr gut. Sie sind uns gegenüber sehr aufgeschlossen und kollegial. Sie nehmen uns durchaus ernst als Tänzer, und wir sind in gutem Austausch mit ihnen, fühlen uns gut aufgehoben.

Und in welchen Stücken oder Partien würden Sie sich selbst gerne tanzen sehen? In Paris habe ich „Nine Sinatra Songs“ von Twyla Tharp erlebt – das wäre mein Traum. Ich liebe diese Sinatra Songs. Außerdem würde ich gerne Choreografien von Jiˇrí Kylián tanzen.


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Ein neues Kapitel aufschlagen was jedoch nicht bedeutet, dass seine Persönlichkeit hinter dieser Vielseitigkeit verschwinden darf. Gerade die Vielseitigkeit eines Künstlers formt doch dessen Identität, macht ihn stark und bringt seine Persönlichkeit zum Vorschein. Diese Tänzertypen sind mir wichtig.

Seit der Saison 2006/07 ist Aaron S. Watkin Ballettdirektor des Semperoper Ballett. Dem ehemaligen William-Forsythe-Tänzer gelang es, die Company unter seiner Leitung auf internationaler Ebene stark zu positionieren und zu einem der renommiertesten Ballettensembles zu machen. Seine künstlerische Vision ist es, Grenzen zu überwinden, die traditionell zwischen klassischem und zeitgenössischem Tanz bestehen, um so den Tanz als Krönung beider Stile neu definieren zu können. Neben den klassischen Handlungsballetten, für deren choreografische Neubearbeitungen Watkin mehrfach selbst verantwortlich zeichnete, kann das Semperoper Ballett auf ein beeindruckendes zeitgenössisches Repertoire blicken.

Für den Ballettabend „Legenden – Hommage an Richard Strauss“ konnten Sie neben Stijn Celis auch Alexei Ratmansky für eine Neukreation gewinnen. Als ehemaliger Ballettdirektor des Bolshoi Balletts und Hauschoreograf des American Ballet Theatre ist er einer der international derzeit gefragtesten Choreografen überhaupt. Wie ist Ihnen das gelungen und was darf das Publikum erwarten? In Deutschland gibt es, wie übrigens in vielen anderen Ländern auch, die Tendenz, dass sich das Repertoire einzelner Companies häufig auf die stets gleichen bekannten Namen beschränkt. Ich habe unter anderem in Kanada, den USA, Großbritannien, den Niederlanden, Belgien und Spanien gearbeitet und so einen sehr international geprägten Hintergrund. Deshalb ist es mir auch besonders wichtig, internationale Gäste nach Dresden zu holen. Dass ich Alexei Ratmansky gewinnen konnte, war ein enormer Glücksfall. Er ist sehr berühmt und eigentlich auf Jahre hin ausgebucht. Wir haben uns 2010 in New York beim Festival „Fall for Dance“ kennengelernt und glücklicherweise hatte er genau jetzt Zeit, um für eine Neukreation nach Dresden zu kommen. Ich freue mich sehr darauf, mit einem der wichtigsten neoklassischen Choreografen für das Semperoper Ballett zusammenzuarbeiten.

Herr Watkin, Sie haben seit Beginn Ihrer Ballettdirektion ein sehr charakteristisches und individuelles Ensemble zusammengestellt. Neben sehr erfahrenen Tänzern wie beispielsweise dem Ersten Solisten Jiˇrí Bubeníˇcek stehen junge Tänzerinnen und Tänzer aus dem Elevenprogramm der Palucca Hochschule für Tanz Dresden. Ist diese Mischung ein Teil Ihres Erfolgsrezeptes? Ja, auf jeden Fall! Für mich war es von Beginn an besonders wichtig, ein Ensemble zu formen, das sich gerade durch seine Vielschichtigkeit und seine unterschiedlichen Persönlichkeiten auszeichnet. Nur so kann eine Company als Einheit stark sein und sich mit einer unverwechselbaren und einzigartigen Identität präsentieren. Bei der Entwicklung von Tänzerpersönlichkeiten spielen selbstverständlich die Erfahrung, das Alter und die verschiedenen Ränge vom Eleven bis hin zum Ersten Solisten eine große Rolle. Wenn neue, junge Ensemblemitglieder in unsere Company aufgenommen werden, lernen sie im täglichen Training und bei den Proben ganz automatisch durch Beobachtung ihrer erfahrenen Kollegen. Diese fungieren natürlich auch als Vorbilder – das ist ein völlig natürlicher Prozess.

Gibt es einen großen Traum, den Sie sich gemeinsam mit dem Semperoper Ballett erfüllen wollen? In den vergangenen acht Jahren haben wir gemeinsam sehr viel aufgebaut und erreicht. Daran anschließend möchte ich nun ein neues Kapitel aufgeschlagen. Ich möchte unsere internationale Präsenz weiter stärken und gleichzeitig Leiter einer Company sein, die sich dem internationalen Tanzgeschehen verpflichtet fühlt. Mats Ek, William Forsythe, Jiˇrí Kylián, Pina Bausch und Ohad Naharin sind fünf der wirklich großen zeitgenössischen Choreografen. Ihre Arbeiten gilt es lebendig zu halten. Es ist ein großer Traum von mir, eine Choreografie von Pina nach Dresden zu holen. Außerdem glaube ich weiterhin fest daran, dass das Semperoper Ballett gesehen werden muss, nicht nur in Dresden, sondern auf der ganzen Welt.

Welche Zutaten gehören noch zu Ihrem Rezept? Neben einzigartigen Tänzerinnen und Tänzern ist auch ein einzigartiges Repertoire von großer Bedeutung. Ein Repertoire, das exakt auf die Company abgestimmt ist, ich denke, das zeichnet uns aus. Je vielschichtiger das Repertoire, desto größer natürlich auch die Anforderungen an die Tänzerinnen und Tänzer. Ich wollte nie ein Ensemble, das sich in rein-klassische Tänzer auf der einen und extrem moderne Tänzer auf der anderen Seite spaltet. Ein Tänzer muss heute sehr vielseitig sein, Portrait Aaron S. Watkin © Ian Whalen

Aktuelle Höhepunkte der Ballettsaison 2013/14 Der Nussknacker Choreografie Aaron S. Watkin und Jason Beechey nach Marius Petipa 26., 30. November & 4., 5., 6., 10., 13., 15. (14 & 18 Uhr), 17., 23. (14 & 18 Uhr), 25. (14 & 18 Uhr) Dezember 2013

Choreografen On the move Choreografien von Caroline Beach, Claudio Cangialosi, Sjoerd Vreugdenhil Premiere 25. Januar 2014 weitere Vorstellungen: 26. Januar 2014 (17 & 20.30 Uhr)

Bella Figura Choreografien von Jiˇrí Kylián, David Dawson, Ohad Naharin 10., 15., 20. Januar & 12., 15. Februar 2014

Ein William Forsythe Ballettabend Choreografie William Forsythe 16., 24. Februar & 14., 18. (14 & 19 Uhr) Mai 2014

Bella Figura © Costin Radu

Ein William Forsythe Ballettabend © Costin Radu

4. Biennale Tanzausbildung 15. bis 25. Februar 2014 Romeo und Julia Choreografie Stijn Celis 21., 25. Februar, 17., 19. März, 24., 26., 27. April & 1. Mai 2014 Giselle Choreografie David Dawson 9., 11., 17., 20., 22. April 2014

Romeo und Julia © Costin Radu

Schwanensee Choreografie Aaron S. Watkin nach Marius Petipa und Lew Iwanow 2., 3., 5., 7., 10., 25. (14.30 & 19 Uhr) & 31. Mai 2014 Legenden – Hommage an Richard Strauss Choreografien von Stijn Celis, Alexei Ratmansky, Premiere 28. Juni 2014 weitere Vorstellungen: 30. Juni & 5., 9., 11. Juli 2014

Schwanensee © Costin Radu


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Ein Festjahr für Richard Strauss Die Semperoper Dresden ehrt den Komponisten in Oper, Konzerten und Ballett Während an der Semperoper Dresden das Wagnerjahr ausklingt, kündigt sich ein weiteres Jubiläum an: Richard Strauss’ Geburtstag jährt sich 2014 zum 150. Mal. Seine Verbindung zu Dresden ist besonders eng: Neun seiner 15 Opern wurden hier uraufgeführt, unter den Generalmusikdirektoren Ernst von Schuch, Fritz Busch und Karl Böhm.

Portrait Evelyn Herlitzius als Salome | © Matthias Creutziger

Das Festjahr beginnt im Januar 2014 mit einer Neuproduktion der „Elektra“. Barbara Frey, die Intendantin des Zürcher Schauspielhauses, inszeniert die Konflikte, Zwänge und vermeintlich schicksalhaften Notwendigkeiten im Stamm der Tantaliden. Christian Thielemann wird diese Feinheiten musikalisch herausarbeiten – mit den Solisten Evelyn Herlitzius, Waltraud Meier, Anne Schwanewilms und René Pape.

Portrait Nina Stemm | © Tanja Niemann

Portrait Christian Thielemann, Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle | © Matthias Creutziger

Portrait Anja Harteros © Marco Borggreve

Zwei frühe Werke von Strauss schließen sich an: Sein selten gespielter „Guntram“ aus dem Jahr 1894 wird ab 23. Februar 2014 dreimal unter der musikalischen Leitung von Omer Meir Wellber konzertant aufgeführt. Am 7. Juni 2014 folgt in einer halbszenischen Aufführung unter freiem Himmel im Großen Schlosshof des Residenzschlosses das Singgedicht „Feuersnot“, mit dessen Uraufführung 1901 in Dresden die Strauss-Tradition begründet wurde. In dieser Koproduktion mit den Dresdner Musikfestspielen dirigiert Stefan Klingele das Dresdner Festspielorchester, das auf Originalklanginstrumenten musiziert. In den Wiederaufnahmen von „Ariadne auf Naxos“ und „Salome“ ab März 2014 singen Marjorie Owens, Romy Petrick, Barbara Senator, Erika Sunnegårdh, Burkhard Fritz, Wookyung Kim und Jürgen Müller. Die Sächsische Staatskapelle Dresden widmet Strauss drei Symphoniekonzerte, einen Aufführungsabend sowie ein Geburtstags-Sonderkonzert am 11. Juni 2014. Es erklingen an diesem Festabend Auszüge aus den neun in Dresden uraufgeführten Strauss-Opern, mit den Sopranistinnen Nina Stemme, Anja Harteros und Camilla Nylund. Außerdem kommt im Rahmen der Osterfestspiele Salzburg, deren Residenzorchester die Staatskapelle ist, neben Konzerten auch die mit der Semperoper koproduzierte „Arabella“ in der Regie von Florentine Klepper zur Aufführung. Und auch bei „Klassik picknickt“ am 12. Juli 2014 vor der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen feiert Maestro Thielemann den Jubilar Strauss, mit dessen Burleske d-Moll für Klavier und Orchester und mit Rudolf Buchbinder am Flügel. Eine Ballett-Hommage an Strauss am 28. Juni 2014 rundet den Schwerpunkt ab. Sie zeigt seine „Josephs Legende“ in einer choreografischen Uraufführung von Stijn Celis und einen Ausschnitt aus „Verklungene Feste“, den der international gefragte Alexei Ratmansky choreografiert. In der Spielzeit 2014/15 wird der RichardStrauss-Schwerpunkt fortgesetzt. Darüber hinaus finden vom 6. bis 20. November 2014 „Richard-Strauss-Tage“ mit Aufführungen von „Capriccio“, „Daphne“ und „Arabella“ und mit exquisiten Besetzungen wie Renée Fleming und Thomas Hampson sowie Aufführungen des Balletts „Legenden“ statt. Buchungen sind voraussichtlich ab Dezember 2013 möglich. www.semperoper.de

OPER UND BALLETT ELEkTRA Premiere 19. Januar 2014 weitere Vorstellungen: 22., 25., 31. Januar & 22., 29. Juni 2014 GUNTRAm (kONzERTANT) Premiere 23. Februar 2014 weitere Vorstellungen: 28. Februar & 2. März 2014 ARiADNE AUF NAxOS 9., 16. März & 15., 18. April 2014 SALOmE 21., 25., 27. März 2014 ARABELLA Koproduktion mit den Osterfestspielen Salzburg Premiere 12. April 2014 21. April 2014 Osterfestspiele Salzburg 2014 FEUERSNOT (OPEN AiR) Premiere 7. Juni 2014 weitere Vorstellungen: 9., 10. Juni 2014 LEGENDEN – HOmmAGE AN RiCHARD STRAUSS (BALLETT) Stijn Celis, Alexei Ratmansky Premiere 28. Juni 2014 weitere Vorstellungen: 30. Juni & 5., 9., 11. Juli 2014

kONzERTE DER SÄCHSiSCHEN STAATSkAPELLE DRESDEN 7. SymPHONiEkONzERT Christian Thielemann 2., 3., 4. März 2014 8. SymPHONiEkONzERT Christoph Eschenbach 30., 31. März & 1. April 2014 4. AUFFüHRUNGSABEND Christian Thielemann 15. Mai 2014 11. SymPHONiEkONzERT Christian Thielemann 8., 9. Juni 2014 SONDERkONzERT zUm 150. GEBURTSTAG vON RiCHARD STRAUSS Christian Thielemann 11. Juni 2014 kLASSik PiCkNiCkT – DiE GLÄSERNE mANUFAkTUR vON vOLkSWAGEN Christian Thielemann 12. Juli 2014 Freuen Sie sich u.a. auf: Renée Fleming, Anja Harteros, Evelyn Herlitzius, Waltraud Meier, Camilla Nylund, Marjorie Owens, Romy Petrick, Anne Schwanewilms, Barbara Senator, Nina Stemme, Erika Sunnegårdh, Rachel Willis-Sørensen, Rudolf Buchbinder, Gautier Capuçon, Burkhard Fritz, Thomas Hampson, Jürgen Müller, René Pape, Tómas Tómasson, Georg Zeppenfeld In der Spielzeit 2014 / 15 finden vom 6. bis 20. November 2014 Richard-Strauss-Tage u.a. mit Aufführungen von „Capriccio”, „Daphne”, „Arabella” und dem Ballett „Legenden” an der Semperoper Dresden statt. Informationen auf www.semperoper.de. Buchungen der verschiedenen StraussZyklen voraussichtlich ab Dezember 2013.


RAHMENPROGRAMM SAMSTAG, 15. FEBRUAR 2014, 19 UHR SEMPEROPER

BELLA FIGURA

CHOREOGRAFIEN VON JIRÍ KYLIÁN, DAVID DAWSON UND OHAD NAHARIN, MEHRTEILIGER BALLETTABEND SAMSTAG, 15. FEBRUAR 2014, 20 UHR HELLERAU – EUROPÄISCHES ZENTRUM DER KÜNSTE DRESDEN

SIDER – EINE ARBEIT VON WILLIAM FORSYTHE UND DER FORSYTHE COMPANY SAMSTAG, 16. FEBRUAR 2014, 15 UHR HELLERAU – EUROPÄISCHES ZENTRUM DER KÜNSTE DRESDEN

SIDER – EINE ARBEIT VON WILLIAM FORSYTHE UND DER FORSYTHE COMPANY SONNTAG, 16. FEBRUAR 2014, 19 UHR SEMPEROPER

EIN WILLIAM FORSYTHE BALLETTABEND ERÖFFNUNG DER 4. BIENNALE TANZAUSBILDUNG MONTAG, 17. FEBRUAR 2014, 19 UHR SEMPEROPER

PRÄSENTATION DER ARBEITEN VON STUDIERENDEN DER ZEHN NATIONALEN AUSBILDUNGSSTÄTTEN FÜR TANZ – TEIL I DIENSTAG, 18. FEBRUAR 2014, 19 UHR SEMPEROPER

PRÄSENTATION DER ARBEITEN VON STUDIERENDEN DER ZEHN NATIONALEN AUSBILDUNGSSTÄTTEN FÜR TANZ – TEIL II MITTWOCH, 19. FEBRUAR 2014, 20 UHR HELLERAU – EUROPÄISCHES ZENTRUM DER KÜNSTE DRESDEN

SIDER – EINE ARBEIT VON WILLIAM FORSYTHE UND DER FORSYTHE COMPANY DONNERSTAG, 20. FEBRUAR 2014, 20 UHR HELLERAU – EUROPÄISCHES ZENTRUM DER KÜNSTE DRESDEN

SIDER – EINE ARBEIT VON WILLIAM FORSYTHE UND DER FORSYTHE COMPANY FREITAG, 21. FEBRUAR UND SAMSTAG, 22. FEBRUAR 2014 DEUTSCHES HYGIENE-MUSEUM DRESDEN

SYMPOSIUM «EDUCATION – PROFESSION _ A CREATIVE PROCESS» FREITAG, 21. FEBRUAR 2014, 20 UHR DEUTSCHES HYGIENE-MUSEUM DRESDEN

FRÉDÉRIC FLAMAND – INTERAKTIVE INSTALLATION FREITAG, 21. FEBRUAR 2014, 19 UHR SEMPEROPER

ROMEO UND JULIA

BALLETT IN DREI AKTEN, CHOREOGRAFIE VON STIJN CELIS. NEUKREATION SAMSTAG, 22. FEBRUAR 2014, SEMPEROPER

ÖFFENTLICHE PROBE IM BALLETTSAAL. MIT DEM SEMPEROPER BALLETT SAMSTAG, 22. FEBRUAR 2014, 20 UHR DEUTSCHES HYGIENE-MUSEUM DRESDEN

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Dresden Stadt des Tanzes

Dr. Bernhard Freiherr von Loeffelholz, bis 2009 Vier junge Frauen auf einer Wiese, sie sind barPräsident des Sächsischen Kultursenats das fuß und tragen zarte Kleider, fassen sich an den Konzept zusammen. Innerhalb kürzester Zeit Händen. In einer fließenden Bewegung recken traf sich in Hellerau die internationale Avantsie die Arme nach oben, legen den Kopf in den garde. Bei den Festspielen begeisterten vor alNacken und springen schwungvoll hoch, ein lem die Bewegungschöre mit ausdrucksvoller Bein schwebt über dem Gras, das andere geht Gebärdensprache die Zuschauer. Architekten angewinkelt in die Höhe… Die Schwarz-Weißwie Le Corbusier und Walter Gropius, BallettFotografie ist mehr als 100 Jahre alt und strahlt direktoren, Tänzer, Schriftsteller und Maler kaimmer noch gute Laune und Freiheit aus. Sie men auf der Suche nach neuen Impulsen in die zeigt Übungen im Freien, die der Genfer MuGartenstadt. Oskar Kokoschka, Stefan Zweig, sikpädagoge Emile Jacques-Dalcroze nach HelMax Reinhardt, Franz Werfel, Rainer Maria Rillerau gebracht hatte. ke, Gerhart Hauptmann – die Gästeliste liest Die erste deutsche Gartenstadt nördlich von sich wie das Who’s who der damaligen intelDresden war ein Gegenentwurf zur ausufernlektuellen Elite. den Industriestadt. Auf einer Fahrradtour durch Zu den Hunderten von Schülern, die vor dem die Umgebung entdeckte der Möbelfabrikant Ersten Weltkrieg von Emile Jacques-Dalcroze Karl Schmidt 1908 „eine stille Landschaft, nahezu unbebaut, die Aussicht prachtvoll, die Luft würzig“ und verlegte sein Unternehmen an diesen Ort. Gemeinsam mit befreundeten „Vor 100 Jahren war das Festspielhaus Architekten plante er ein Magnet für Tanzbegeisterte, Archinach englischem Vortekten, Literaten und Gesellschaftsreformer. Heute ist hier mit dem Eurobild geschwungene päischen Zentrum der Künste Dresden Straßen, ländliche Reiund seinem hochkarätigen internatiohenhäuser mit kleinen nalen Programm und der weltberühmGärten, Schulen und ten Forsythe Company wieder eine der Villen, eine Stadt, in ersten Adressen für den zeitgenössider Arbeit, Wohnen schen Tanz in Europa entstanden“ und Kultur eine EinDieter Jaenicke heit bilden sollten. Die Hellerau – Europäisches Zentrum Theorie von Jacquesder Künste Dresden Dalcroze, dass die Harmonie des modernen Menschen durch Rhythmus wiederhergestellt werden könne, passte bestens in dieses Konzept. Im eigens erbauten Festspielhaus lehrte der Schweizer rhythmische Gymnastik, modernen Ausdruckstanz, Musikimprovisation und Gehörbildung. „Dem Takt des neuen Maschinenzeitalters und der marschierenden Soldaten stellte man die rhythmische Gymnastik, den Uniformen und Reifröcken luftige Gewänder entgegen, den Mietskasernen der Arbeiter in den Großstädten bezahlbare Häuser in der Gartenstadt“, fasst

TERmiNE [AUSWAHL] „tanz! Wie wir uns und die Welt bewegen“ Ausstellung im Deutschen Hygiene-Museum Dresden 12. Oktober 2013 bis 1. Juni 2014 Tanzwoche Dresden 22. bis 20. Juli 2014 www.tanzwoche.de

Forsythe Company Vorstellungen in Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden 14. bis 16./19.+20. Februar 2014 5. bis 8./12. bis 15. Juni 2014 11. bis 14./18. bis 21. September 2014 4. bis 7. Dezember 2014 www.theforsythecompany.com

März, April und ab 15. Dezember Open-Air-Produktion am und im Zwingerteich Juni 2014 www.derevo.org

DEREVO Tanztheater Vorstellungen in Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden

Dresdner Sinfoniker “Dede Korkut" 7.+8. Februar 2014

HELLERAU – EUROPÄiSCHES zENTRUm DER küNSTE DRESDEN

labors und Tanzateliers – die Stadt, die so viele Aspekte der Kunst in sich konzentriert, entwickelt auch die Sprache und den Ausdruck des Körpers weiter. In der Semperoper stehen in jeder Spielzeit zahlreiche Ballett-Aufführungen auf dem Programm – von Klassikern bis zu modernen Produktionen. Und auch in dem viele Jahrzehnte als Polizeischule und Kaserne für die sowjetische Armee missbrauchten Festspielhaus in Hellerau ist wieder Leben eingezogen. Seit 2004 befindet sich hier das Europäische Zentrum der Künste Dresden, in dem man unter der künstlerischen Leitung von Dieter Jaenicke wieder an die Glanzzeit von früher anknüpfen will. Die Forsythe Company und das in Leningrad gegründete Tanztheater-Ensemble DEREVO haben in Hellerau ihr Domizil. Der Schwerpunkt des ganzjährigen Spielplans liegt vor allem auf zeitgenössischem Tanz und Musik, Hellerau versteht sich als „Laboratorium der Moderne“. Die Bühnen der Oper, des Festspielhauses und weiterer Spielstätten sind Schauplatz für die seit mehr als zwei Jahrzehnten im April in der Stadt an der Elbe statt findenden Tanzwoche. Zehn Tage lang zeigen 40 verschiedene „Meine künstlerische Vision ist es, künstlerische ProdukGrenzen zu überwinden, die traditionell zwischen klassischem und zeittionen die aktuellen genössischem Tanz bestehen, um den Entwicklungen beim Tanz als Krönung beider Stile neu defizeitgenössischen nieren zu können“ Tanz, Tanztheater und Aaron S. Watkin, Ballettdirektor Semperoper bei der Performance. Auch die Biennale lernten, gehörte auch Tanzausbildung bringt Mary Wigman, die Gret Palucca entscheidend eine Woche lang Tanzbegeisterte aus aller Welt beeinflusste. Beide Frauen entwickelten die und Festival-Flair nach Dresden. Die von StuTanztheorien und -methoden weiter. „Ich bedenten, Tanzpädagogen und renommierten ginne. Ich stehe im Saal und höre eine Musik, Choreografen erarbeiteten Ergebnisse der Traimehrere Musiken. Ich habe nicht die Absicht, nings und Workshops werden öffentlich prädieses oder jenes zu tun. Ich bewege mich wie sentiert. von selbst. Dann gibt es einen Punkt, wo der Wie spannend das Thema Tanz ist, wird in der Körper auf einen Rhythmus (…) reagiert“, erAusstellung „tanz! Wie wir uns und die Welt läuterte Gret Palucca ihre Auffassung von mobewegen“ im Deutschen Hygiene-Museum dernem Tanz. Die gefeierte Tänzerin gründete Dresden deutlich. 1912 ebenfalls als „Kind der 1925 in Dresden ihre eigene Schule, eine noch Moderne“ auf Initiative des Dresdner Industriheute in Deutschland einzigartige Institution, ellen und Odol-Fabrikanten Karl August Lingdie Tanz- und Schulausbildung miteinander ner gegründet, stellt es aktuelle Fragestellungen verbindet. des Menschen unter verschiedenen interdiszipNeben der Tanz-Hochschule gibt es in Dresden linären Gesichtspunkten in den Vordergrund. ein vielfältiges Angebot an Tanzzentren, Tanz„Das Thema Tanz ist bei uns sehr gut aufgeho-

Jan Fabre "Theatrical Madness" 5. April 2014

BALLETT iN DER SEmPEROPER [AUSWAHL]

William Forsythe Ballettabend 16./24. Februar, 14./18. Mai 2014

Wim Vandekeybus/Ictus "What the body does not remember" 11.+12. April 2014

Adolphe Adam „Giselle“ 9./11./17./20.+22. April 2014

Richard Strauss „Legenden – Hommage an Richard Strauss“ 28./30. Juni, 5./9./11. Juli 2014ऀ

Taiwan-Festival 25. April bis 10. Mai 2014 TonLagen – Dresdner Festival der zeitgenössischen Musik 10. bis 25. Oktober 2014

Sergej Prokofjew „Romeo und Julia“ 21./25. Februar, 17./19. März, 24./26.+27. April, 1. Mai 2014 Peter Tschaikowsky „Schwanensee“ 2.+3./5./7./10./25./31. Mai 2014


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ben“, so Christoph Wingender. „Viele Bereiche sind davon berührt: der Tanz ist Ausdruck des Körpers, eine Kunstform, spiegelt gesellschaftliche Entwicklungen wider und er beschäftigt auch die Neurophysiologie. Ähnlich vernetzt sind auch die Gestalter- und Kuratoren-Teams, die sich an dem Projekt beteiligen: die PaluccaHochschule, die Semperoper, das Europäische Zentrum der Künste in Hellerau, die Forsythe Company und die freie Tanzszene Dresden. Zusammen haben wir eine Ausstellung geschaffen, die ein ästhetisches Erlebnis ist.“ Und bei diesem ist der Besucher von Anfang an mit im Spiel. Im Foyer flackern die Schatten der Umhergehenden an den Wänden, hübsche Projektionen, die ihre eigenen Geschichten erzählen. Weniger einfach wird das Vorwärtskommen beim Betreten der Ausstellung. Bälle in allen Größen versperren den Weg, sobald man einen Schritt nach vorne macht, ändert sich der wabernde Untergrund, neue Hindernisse türmen sich auf, wenn andere Besucher die Spur kreuzen. „Unsere Gäste sollen sich hier bewusst bewegen und auf andere reagieren“, erläutert Wingender das Konzept. Wer sich darauf einlässt, taucht in die faszinierende Welt des Tanzes ein. Geht der Frage nach, wie ein so flüchtiges Medium überhaupt fassbar ist, und erfährt, was die schwebende Göttin Nike mit einem Turnschuh zu tun hat. Dass sich im Tanz die Geschlechterrollen manifestierten und dass Tanz auch nationale Identität schafft, überrascht weniger, als die Tatsache, dass der Walzer einst ein Verstoß gegen sämtliche Konventionen war. Schwungvoll wie im Walzerschritt gelangen die Besucher durch die im wahrsten Sinne des Wortes bewegende Ausstellung.

„Im Tanz werden die Phantasien und Metaphern, Strukturen und Spielregeln in Bewegung überführt, die in den anderen Bereichen unserer Gesellschaft, in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wirksam sind. Nirgendwo liegen Vergnügen und Erkenntnis so nah beieinander wie im Tanz. Das erlebbar zu machen, ist eines der Ziele der Ausstellung“ Christoph Wingender, Deutsches Hygiene-Museum

Ballett | Dresden | 39

Sonderausstellung „tanz!“; DHMD, Foto: Oliver Killig, 2013

tanz! Wie wir uns und die Welt bewegen Deutsches Hygiene-Museum: 12.10.2013 – 20.07.2014 Weltweit und zu allen Zeiten tanzen die Menschen. Sie tun es in unendlich vielen Spielarten, aus den unterschiedlichsten Anlässen und quer durch alle Kulturen. Denn im Tanz wird artikuliert, was uns alle bewegt: hemmungslose Ekstase und gezügelte Disziplin, Neugier auf Neues, die Erfahrung von Gemeinschaft und der Spaß an der Bewegung des eigenen Körpers. Erstmalig befasst sich diese große Sonderausstellung mit den ästhetischen und gleichzeitig mit den kulturellen und gesellschaftlichen Aspekten des Tanzes und des Tanzens. Denn der Tanz ist nicht nur ein Freizeitvergnügen und eine hochentwickelte Kunstform. Im Tanz spiegeln sich immer auch die sozialen Rahmenbedingungen, auf die er reagiert und auf die er selbst mit seinen kreativen Impulsen zurückwirkt. Ob Wiener Walzer oder Rock ’n’ Roll, ob Breakdance oder Punk – neuartige Bewegungsformen können in ihrer Ent-

stehungszeit die gesellschaftlichen Verhältnisse im wahrsten Sinne des Wortes zum Tanzen bringen. Die interaktive Show nimmt die uralte Ausdrucksmöglichkeit des Tanzes vor allem als Bestandteil unserer Alltagskultur in den Blick. Die Besucher erleben ein dynamisches Zusammenspiel von kulturhistorischen Exponaten, multimedialen Stationen und interaktiven Installationen, von Filmen mit Tänzern und Choreografen wie Josephine Baker, Pina Bausch, William Forsythe oder Mary Wigman sowie Kunstwerken von Camille Claudel, Keith Haring, Robert Longo, Emil Nolde oder Auguste Rodin u.v.a.

Projektpartner dieses Ausstellungsereignisses sind The Forsythe Company, das Semperoper Ballett Dresden, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste sowie die Palucca Hochschule für Tanz. Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. ADRESSE Deutsches Hygiene-Museum Lingnerplatz 1 | 01069 Dresden 0351 – 4846 – 0 | www.dhmd.de EiNTRiTT EUR 7 / EUR 3, Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren frei ÖFFENTLiCHE FüHRUNGEN Übersichtsführung durch die Dauerausstellung samstags und sonntags, 14 Uhr Übersichtsführung durch die Sonderausstellung „tanz!“ samstags, 16 Uhr Weitere Angebote unter: www.dhmd.de

Schwebende Nike, 4. Jh. vor Chr.; © Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Jürgen Karpinski, 1994

Dresdner Kinder-Museum; DHMD, Foto: David Brandt, 2005

Dauerwellenapparat, 1920er Jahre; DHMD Dauerausstellung, Foto: Olaf Martens, 1999

Begleitprogramm zur Ausstellung "tanz!"

Broschüre "Die Moderne – Eine Epoche in Sachsen" zu bestellen unter www.sachsen-tourismus.de ADRESSEN Dresden Tourismus GmbH Tel. +49 (0) 351 50 15 01 | www.dresden.de/tourismus HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden Tel. +49 (0) 351 26 46 20 | www.hellerau.org Sächsische Staatsoper Dresden – Semperoper Dresden Tel. +49 (0)351 49 11 70 5 | www.semperoper.de Deutsches Hygiene-Museum Dresden Tel. +49 (0)351 48 46 40 0 | www.dhmd.de

Das umfangreiche Begleitprogramm bietet neben populären Tanzveranstaltungen und einer Filmreihe auch zahlreiche künstlerische Höhepunkte. Das Semperoper Ballett On the Move präsentiert in der Dauerausstellung ein Stück zum Körper als Werkzeug und Kunstprodukt. Der belgische Choreograf Frédéric Flamand, der mit Architekturstars wie Zaha Hadid, Jean Nouvel oder Dominique Perrault zusammengearbeitet hat, wird während der 4. Biennale Tanzausbildung in Dresden mit seinen Studenten die Museumsarchitektur in

Bewegung versetzen. Und der Molekularbiologe Xavier Le Roy stellt in einer Lecture Performance seinen Werdegang zum Künstler und Choregrafen vor.

entdecken, wie wir mit unseren Sinnen die Welt erkunden – die perfekte Ergänzung zur Dauerausstellung und den Sonderausstellungen.

Abenteuer Mensch

Sonderausstellung

Die Dauerausstellung lädt ein auf einen interaktiven kultur- und wissenschaftsgeschichtlichen Parcours der Körperbilder und –begriffe: Leben, Ernährung, Sexualität, Erinnern, Denken, Bewegung oder Schönheit

Unsere fünf Sinne

Das Kinder-Museum eignet sich für Eltern mit Kindern im Alter von vier bis zehn Jahren. Gemeinsam spielerisch

Das neue Deutschland. Von Migration und Vielfalt 7. März bis 12. Oktober 2014 Mit diesem Projekt setzt das DHMD neue Akzente im Einwanderungsland Deutschland, das zunehmend von kultureller und gesellschaftlicher Vielfalt geprägt sein wird.


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Foto: PR Konrad Hirsch

Palucca Hochschule für Tanz Dresden Sie ist Deutschlands einzige eigenständige Hochschule für Tanz und ermöglicht ihren derzeit knapp 200 Schülern und Studierenden eine interdisziplinäre Ausbildung in den Bachelor Studiengängen Tanz und Tanzpädagogik und in den Masterstudiengängen Tanzpädagogik und Choreografie. Studierende aus 20 Nationen sind zurzeit an der Hochschule eingeschrieben. Palucca gründete 1925 ihre erste eigene Schule in Dresden, 1957 entstand der Schulbau der den architektonischen Kern der heutigen Hochschule bildet. Unterrichtet wird in den drei Säulen Klassischer Tanz, Zeitgenössischer Tanz und Improvisation. Die Tanzausbildung beginnt im Alter von 10 Jahren. Für den allgemeinbildenden Schulabschluss verfügt die Palucca Hochschule über eine integrierte Oberschule. Im Vordergrund der Ausbildung steht die Vision kreatives Lernen zu ermöglichen und damit jeder und jedem Studierenden die Chance zu geben, sich zu einem selbständig denkenden, kreativen Künstler zu entwickeln. www.palucca.eu 4. Biennale Tanzausbildung | 15. bis 23. Februar 2014 Palucca Hochschule für Tanz Dresden Basteiplatz 4 | 01277 Dresden biennale-tanzausbildung.de Präsentation der Palucca Hochschule für Tanz Dresden während der 3. Biennale Tanzausbildung Foto © Bettina Stöss

DRESDEN TANZT zur 4. Biennale Tanzausbildung 15. – 23. Februar 2014 Der Tanz ist in Dresden tief verwurzelt. Künstlerinnen und Künstler wie Wigman, Dalcroze, Kreutzberg, Palucca und heute Forsythe verkörpern die Tradition neue Wege einzuschlagen, voranzugehen und keine Angst vor Experimenten zu haben. Womit wäre dieser Tradition besser Raum gegeben als mit einer Woche nur für den Tanz. Anlass dazu gibt die 4. Biennale Tanzausbildung, die vom 15. bis 23. Februar 2014, in der sächsischen Landeshauptstadt zu Gast sein wird. Ausrichter dieser Biennale ist die Ausbildungskonferenz Tanz (AK|T) – der Zusammenschluss aller zehn staatlichen Institutionen für die Tanzausbildung in Deutschland. Gastgeber der 4. Biennale in Dresden ist die Palucca Hochschule für Tanz. Die Biennale Tanzausbildung bietet ein Forum und ermöglicht weit mehr als den fachlichen Austausch: Sie macht die Vielfalt tänzerischen Ausdrucks und tänzerischer Ausbildung deutlich und dient damit zum einen der Vergewisserung einer reichen Geschichte und gleichermaßen einem Ausblick auf die Zukunft des Tanzes in Deutschland und dies bei weitem nicaht nur für Experten sondern im Rahmen zahlreicher öffentlicher Präsentationen vor allem auch für ein breites Publikum. Dem will die Biennale Gelegenheit bieten, sich über den aktuellen Stand der Tanzausbildung in Deutschland zu informieren und einen Einblick zu erhalten, in eine sich dynamisch entwickelnde Tanz-(ausbildungs-) landschaft. Erstmals werden zur Dresdner Biennale auch Vertreter internationaler Tanzausbildungsinstitutionen er-

wartet, von der Amsterdam School of the Arts, von Canada's National Ballet School, von der Rotterdamse Dansacademie Codarts, Hogeschool voor de Kunsten und der Vaganova Ballet Academy aus Sankt Petersburg.

Die Biennale – Orte In Dresden lebt der Tanz gleichermassen durch eine Ausbildungsinstitution wie die Palucca Hochschule vor allem aber auch durch Institutionen wie das Semperoper Ballett, das Festspielhaus Hellerau oder die Forsythe Company. Da nimmt es kaum Wunder, dass es ebendiese „Orte“ sind, die sich als Kooperationspartner am Projekt Biennale beteiligen. Darüber hinaus konnte das Deutsche Hygiene-Museum mit seiner aktuellen Ausstellung „tanz! Wie wir uns und die Welt bewegen“ und die freie Dresdner Tanzszene als Partner gewonnen werden. Dies vor allem auch, weil das Thema der Dresdner Biennale „Education_profession – A creative process“ eben gerade die Verbindung zwischen Ausbildung und der professionellen Karriere, den Dialog zwischen ausbildender Institution und Company in den Blick nimmt.

Die Fachwelt Marguerite Donlon, Frédéric Flamand, William Forsythe, Jan Pusch, Sasha Waltz & Guests – um nur einige Namen renommierter Vertreter der internationalen Tanzszene zu nennen, die Workshops und Trainings im Rahmen der Biennale ausrichten werden. Stars, die

sich Zeit nehmen für den tänzerischen Nachwuchs. Außerdem wird ein zweitägiges Fachsymposium im Rahmen der Biennale den Blick der nationalen und internationalen Fachwelt auf die Tanzausbildung lenken. Dieses Symposium wird sich unter anderem Fragen zur Kreativität, zu Tanzausbildung und Tänzerberuf und zu Sinn und Unsinn von Wettbewerben im Rahmen der Tänzerkarriere zuwenden.

Die Öffentlichkeit Ein breites, für die Öffentlichkeit zugängliches, Rahmenprogramm begleitet die Dresdner Biennale (siehe Anzeige). Besonderes Highlight ist dabei die Präsentation der Ausbildungsinstitutionen in der Dresdner Semperoper. An zwei Abenden werden sich alle an der Biennale teilnehmenden nationalen und internationalen Hochschulen mit eigenen Produktionen präsentieren. Zum Ende der Biennale werden im Hygiene Museum-Dresden die Ergebnisse des Biennale Workshops mit Frédéric Flamand der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Viel Tanz für wenig Geld bietet dabei der extra zur Biennale aufgelegte Tanzpass. Für 20 Euro berechtigt er dazu, für fast alle Vorstellungen im Rahmenprogramm maximal zwei Karten mit einer Ermäßigung von rund 50 Prozent auf den Normalpreis zu erwerben. Die 4. Biennale Tanzausbildung wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Ostdeutsche Sparkassenstiftung.

Präsentation der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main zur 3. Biennale Tanzausbildung, Foto © Valentin Fanel

So viel Tanz für wenig Geld Um das vielfältige Rahmenprogramm der Biennale erleben zu können – darunter die Abende des Semperoper Ballett „Bella Figura“, „Ein William Forsythe Ballettabend“ und „Romeo und Julia“ oder „Sider“, eine Arbeit von William Forsythe und der Forsythe Company im Festspielhaus Hellerau haben die Veranstalter einen Tanzpass aufgelegt. Zum Preis von EUR 20 berechtigt der Tanzpass dazu für die Vorstellungen im Rahmenprogramm je maximal zwei Karten mit einer Ermäßigung von fast 50 Prozent auf den Normalpreis zu erwerben. Reduzierte Karten für die Ausstellung „tanz! Wie wir uns und die Welt bewegen“ sowie für die Installation von Frédéric Flamand sind mit dem Tanzpass an der Kasse des Deutschen Hygiene-Museums erhältlich. Den Tanzpass gibt es unter Telefon: 0351 4911 705 und per E-Mail unter bestellung@semperoper.de sowie im Festspielhaus Hellerau unter www.hellerau.org


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Ballett | Dresden | 41

The Forsythe Company Spielplan Januar bis Juni 2014 23., 24., 25., 26., 29., 30., 31. Januar, 1., 2. Februar, 19.30 Uhr Frankfurt LAB, Frankfurt am Main Wiederaufnahmepremiere

Angoloscuro

Eine Arbeit von William Forsythe 14., 15., 19., 20., Februar, 20 Uhr 16. Februar, 15 Uhr HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden

Sider

Eine Arbeit von William Forsythe und der Forsythe Company Im Rahmen der 4. Biennale Tanzausbildung 2014 Dresden 26., 27. Februar, 20 Uhr Kampnagel, Hamburg - Tanzplattform 2014

Sider

Eine Arbeit von William Forsythe und der Forsythe Company 13., 14., 15., 16. März, 20 Uhr deSingel, Antwerpen

N.N.N.N. / Study # 3

Sider | Foto: Dominik Mentzos | Tänzer: Ander Zabala, Brigel Gjoka, Fabrice Mazliah

Choreografien von William Forsythe 4., 5. April, 20 Uhr Tanzquartier, Halle E, Wien

William Forsythe

Ein in Bewegung Denkender Der Choreograf William Forsythe fordert das Publikum im Festspielhaus Hellerau zu Neugier und Offenheit heraus. Wer herausfinden will, was der Choreograf William Forsythe mit seiner eigenwilligen Kunst zu sagen hat, wird das wohl kaum in nur wenigen Stunden oder bei einer einzigen Aufführung erfahren können. Forsythe als stetig Suchender und Fragender bezieht auch andere permanent in seine Überlegungen ein, denkt in Bewegung, sorgt für Bewegung. Und das gemeinsam mit Tänzern, Musikern, bildenden Künstlern, Wissenschaftlern, auf eine Art und Weise, die jedem Beteiligten - speziell auch dem Zuschauer – einiges an Neugier und Offenheit abverlangt, vor allem aber Mitdenken. Es ist somit ein Glücksfall, dass ausgerechnet dieser beharrlich und immer wieder neu formende, ideenreiche Künstler mit seiner hervorragenden Forsythe Company sowohl in Frankfurt am Main wie auch im Festspielhaus Hellerau seine Wirkungsstätte hat. An dem Ort, wo vor rund 100 Jahren das Schulexperiment des Schweizer Musikpädagogen Emile Jaques-Dalcroze für internationales Aufsehen sorgte. Der mit viel Aufwand sanierte repräsentative Bau von Heinrich Tessenow gilt auch heute wieder als eine Stätte der Moderne, wo es gärt und brodelt, Neues entsteht. William Forsythe, 1949 in New York geboren, absolvierte zunächst eine Ballettausbildung beim früheren BalanchinTänzer Nolan Dingman, studierte ab 1969 an der Joffrey Ballet School in New York und tanzte schon bald in der Juniorkompanie, später im Joffrey Ballet. Als das unter John Cranko aufblühende Stuttgarter Ballett in New York gastierte,

bot ihm dieser ein Engagement in Stuttgart an. Doch Forsythe konnte erst 1973 die Chance in Europa wahrnehmen, da war Cranko kurz zuvor auf der Rückreise von einer USA-Tournee verstorben. Forsythe begann als Tänzer in Stuttgart, kam schon bald mit eigenen Choreografien heraus und wurde 1976 Hauschoreograf. Er arbeitete sowohl mit dem Stuttgarter Ensemble wie auch mit Kompanien in München, Den Haag, London, Basel, Berlin, Frankfurt am Main, Paris, New York und San Francisco. Ab 1984 war er zunächst Ballettdirektor der Oper Frankfurt, dann von 1990 bis 2004 Intendant und künstlerischer Leiter des Ballett Frankfurt, veränderte grundlegend das klassisch geprägte Ensemble, sorgte für atemberaubend spannenden Tanz. Es entstanden Arbeiten wie beispielsweise „Artifact“ (1984), „Limb’s Theorem“ (1990), „The Loss of Small Detail“ (1991) oder „Decreation“ (2003). Und manche dieser Werke gehören heute auch zum Repertoire des hervorragenden Semperoper Balletts in Dresden. 2004 formierte sich The Forsythe Company und arbeitet seitdem als unabhängiges Ensemble mit Unterstützung der Länder Sachsen und Hessen, der Städte Dresden und Frankfurt am Main sowie privater Sponsoren. Sie hat ihre festen Spielstätten an besagten beiden Orten und ist zudem weltweit unterwegs. Wer die Entwicklung des international gefragten Choreografen und seiner Company weiter verfolgen will, wird also auch nach Hellerau kommen. Und diese weltweite Wahrnehmung wie auch des Zentrums der Künste überhaupt ist unverzichtbar und belebend. Dresden hat somit als einstige Tanzstadt der Moderne auch mit William Forsythe und ihm

verbundenen Künstlern neuen Aufwind erhalten. Und das wird deutlich speziell in der engen Zusammenarbeit von The Forsythe Company, Semperoper Ballett, Palucca Hochschule für Tanz und Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden. Jede dieser Institutionen ist für sich schon ein Juwel, aber zusammen sind sie unschätzbar kostbar. Und das ist nun mal eine unverrückbare Tatsache. Dabei bleibt Forsythe auch in Hellerau gefragt wie umstritten zugleich in seinem kompromisslosen Anspruch, den mitdenkenden Zuschauer herauszufordern. Und er schafft es, dass man zuweilen auch daran verzweifelt, wenn sich kein sinnlicher Zugang zu den Arbeiten findet. Aber dieses Denken in Bewegung, die Suche nach künstlerischen, wissenschaftlichen Wegen macht den Besucher gewiss nicht dümmer. Forsythe zerlegt, analysiert, und das bekommt keiner so schnell wieder zu einem Ganzen zusammen, macht aber auch im Enträtseln Spaß. Musikalisch verwendet er meist elektronische Geräuschkompositionen, besonders von Thom Willems, bevorzugt szenische Brüche, Irritationen. Deutlich interessiert ihn weit mehr der Weg, weniger das Ziel. Und er erforscht im Projekt Motion Bank gemeinsam mit Wissenschaftlern und Künstlern die Entwicklung digitaler Online-Partituren von Choreografien. Dabei ist er keinesfalls unnahbar oder nur für Experten zu verstehen – in Publikumsgesprächen beispielsweise kann Forsythe höchst charismatisch sein. Und er verbiegt sich nicht, bleibt sich selbst treu, ist einer, der stets in Bewegung ist. Gabriele Gorgas

Yes we can’t

Eine Arbeit von William Forsythe und den Tänzern der Forsythe Company 25., 26., 27., 28. April, 1., 2., 3., 4. Mai, 20 Uhr Bockenheimer Depot, Frankfurt am Main

The Returns

Eine Arbeit von William Forsythe 14., 15. Mai, 20 Uhr Schauspiel Köln, Depot 2, Köln

N.N.N.N. / Study # 3

Choreografien von William Forsythe 5., 6., 7., 8., 10., 11. Juni, 20 Uhr 12., 13. Juni, 20.30 Uhr HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden

Angoloscuro

Eine Arbeit von William Forsythe 12., 13. Juni, 19 Uhr 14., 15. Juni, 20 Uhr HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden

Eifo Efi

Eine Choreografie von und mit Ioannis Mandafounis und Fabrice Mazliah Eine Koproduktion von Künstlerhaus Mousonturm, The Forsythe Company, kunstenfestivaldesarts, PACT Zollverein Essen Gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes. 23. , 24. , 25. Juni, 20.30 Uhr Westergasfabriek, Zuiveringshal West, Amsterdam

The Returns

Eine Arbeit von William Forsythe

The Forsythe Company www.TheForsytheCompany.com www.hellerau.org The Forsythe Company wird gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden und den Freistaat Sachsen sowie die Stadt Frankfurt am Main und das Land Hessen. Sie ist Company-in-Residence in HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste in Dresden und im Bockenheimer Depot in Frankfurt am Main. Mit besonderem Dank an die ALTANA Kulturstiftung für die Unterstützung der Forsythe Company.


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Foto: Stephan Floss

42 | Ballett | Dresden

Laboratorium einer neuen Menschheit 25./26.01.

Tanz

SABURO TESHIGAWARA MIRROR AND MUSIC 14.–16./19./20.02.

Tanz

Das Festspielhaus HELLERAU zwischen Mythos und Moderne

THE FORSYTHE COMPANY SIDER

14.–29.03.

Festival

FESTIVAL DANCE DIALOGUES AFRICA 04.–13.04.

Festival

FESTIVAL SZENE: BELGIEN Mit dabei: 05.04.

JAN FABRE/TROUBLEYN

THE POWER OF THEATRICAL MADNESS und 11./12.04.

WIM VANDEKEYBUS

WHAT THE BODY DOES NOT REMEMBER 25.04.–10.05.

Festival

TAIWAN-FESTIVAL Mit dabei: 25.04.

Tanz

CLOUD GATE TAIWAN

RICE Deutschlandpremiere 16./17.05.

Tanz

LIA RODRIGUES PINDORAMA 11./12.07.

Tanz

10.–25.10.

Festival

AKRAM KHAN/ISRAEL GALVAN TONLAGEN

DRESDNER FESTIVAL DER ZEITGENÖSSISCHEN MUSIK

Hellerau ist diese idyllische Gartenstadt im Dresdner Norden. Und HELLERAU ist dieses Festspielhaus im Zentrum, das von Anfang an seiner Zeit voraus war in Architektur und Inhalt. Mit einfachen Grundformen erzielte Heinrich Tessenow eine größtmögliche Wirkung der Fassade. Das Prinzip setzt sich im Inneren fort: Es gibt keine Trennung zwischen Publikum und Bühne. Die Fenster hoch über dem Bühnenteil lassen Arbeit bei Tageslicht zu. „Wir haben die ideale Bühne hier“, sagt der heutige Leiter von HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Dieter Jaenicke. „Die Größe und Offenheit lässt jede Art von Inszenierungen zu.“ Die nostalgische Gartenstadt und der moderne Theaterbau sind zwei Resultate derselben Idee, die etwas sehr Elementares wollte: Die Menschen auf ihre ureigenen Fähigkeiten zurückführen. Es ging um ein neues Leben. Und eine neue Art zu denken. Der Schweizer Musikpädagoge Émile JaquesDalcroze betrieb im 1911 erbauten Festspielhaus seine musikalisch-rhythmische Bildungsanstalt bis 1914. Eine kurze Zeit – die ausreichte, um nicht nur Dresdens Kulturszene bis heute zu beeinflussen. Damals pilgerte die kulturelle Elite Europas in den Dresdner Norden; in den neunziger Jahren befruchtete die Erinnerung daran den Neuanfang: Nach einer wechselvollen Geschichte als Polizei-

schule, Militärlager und dann ab 1945 als Kaserne für die sowjetische Armee ist das Festspielhaus nun wieder ein Ort der Kunst. In HELLERAU setzt sich der Geist der ersten Stunde fort: Als interdisziplinäres und internationales Zentrum für zeitgenössische Künste experimentiert, entwickelt und präsentiert HELLERAU unterschiedlichste Sparten und Formen aktueller Gegenwartskunst: Musik, Tanz, Theater, Performance, Neue Medien, Bildende Kunst, Literatur mit einem Fokus auf zeitgenössischem Tanz und Neuer Musik – wieder entsteht hier ein „Arbeitsplatz Kunst“. Das genreübergreifende Programm des Hauses eröffnet den Weg zu neuen Ausdrucksformen und überschreitet herkömmliche Veranstaltungsformate. Vor zwei Jahren hat eine Initiative die Bewerbung Helleraus als Weltkulturerbestätte angeschoben. Im Zentrum dieser Bewerbung mit dem Titel „HELLERAU – Laboratorium einer neuen Menschheit“ steht das Festspielhaus mit seiner bis ins 21. Jahrhundert hinein wegweisenden Theaterbühne. Dass den Künstlern immer noch das Herz aufgeht, wenn sie hier arbeiten können, beschreibt für den künstlerischen Leiter Dieter Jaenicke „die Größe der Vision derer, die hier vor 100 Jahren gebaut haben.“

Besucherdienst / Visitors’ Service HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden Karl-Liebknecht-Straße 56, 01109 Dresden +49 351-8893884 ticket@hellerau.org www.hellerau.org Öffnungszeiten Di – Fr: 10 – 19 Uhr

Sa/So 11–16 Uhr

Abendkasse / Box Office +49 351-2646244 abendkasse@hellerau.org ab 16 Uhr an Veranstaltungstagen | opens at 4 pm on performance days Ticket Online / Print@Home hellerau.org/Spielplan www.reservix.de Besucherservice der Musikfestspiele (hier ohne VVK-Gebühren) Weiße Gasse 8, 01067 Dresden Mo – Fr 10 – 19 Uhr Sa 10 – 16 Uhr Dauerausstellung HELLERAU – Die Idee vom Gesamtkunstwerk Westflügel des Festspielhausgeländes Mo – Fr 9.30 – 16 Uhr Sa – So 11 – 16 Uhr Eintritt frei Führungen im Festspielhaus HELLERAU Freitags 10.30 Uhr und jeden dritten Sonntag im Monat 11 Uhr. Preise 4/3 €. Zusätzliche Führungen für Gruppen ab 15 Personen nach Anmeldung. Anmeldung: +49 351-8893884 sachsen@deutscher-werkbund.de


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Dresden | 43

Kulturstadt Dresden Kunst

Dresden ist eine Kunststadt. International bedeutende Museen und Sammlungen haben diesen Ruf über Jahrhunderte ebenso geprägt wie die Kunstakademie und das Wirken zahlreicher Bildender Künstler. Heute begeistern sich Gäste aus aller Welt für Dresdens Museen und Ausstellungen. Weltberühmt sind die historisch bedeutsamen Sammlungen, wie die Gemäldegalerie Alte Meister mit Raffaels »Sixtinischer Madonna« und die königliche Schatzkammer, das »Grüne Gewölbe«. Ein breites Themenspektrum reicht von Stadt- bis Technikgeschichte und von der klassischen Ausstellung bis zum interaktiven Experimentierfeld

Kunsthaus Dresden

Militärhistorische Museum der Bundeswehr | Olbricht-

Gegenwartskunst in ihren aktuellsten Tendenzen wird im Kunsthaus Dresden in der Inneren Neustadt, in unmittelbarer Nähe zur Augustusbrücke und zum Palaisplatz, gezeigt. In wechselnden Ausstellungen präsentiert die Städtische Galerie für Gegenwartskunst internationale Strömungen der Kunst. Bei der Orientierung auf künstlerische Sujets bleiben die Ausstellungen stets einem der Zukunft zugewandten Blick verpflichtet.

platz 2 | 01099 Dresden | www.mhmbw.de | Öffnungs-

Sächsische Staatsoper und Staatskapelle Dresden

zeiten: Do – Di 10 – 18 Uhr, Mo 10 – 21 Uhr, Mi geschlossen

Deutsches Hygiene Museum EIN FORUM FÜR WISSENSCHAFT, KULTUR UND GESELLSCHAFT

Kunsthaus Dresden, Städtische Galerie für Gegen-

© Matthias Creutziger

wartskunst | Rähnitzgasse 8 | D-01097 Dresden | www.kunsthausdresden.de | Öffnungszeiten: Di – Do

Theaterplatz 2 | 01067 Dresden | www.semperoper.de

14 – 19 Uhr, Fr – So 11 – 19 Uhr, Mo geschlossen

siehe auch Seite 33 – 36

Dresdner Philharmonie

Leonhardi-Museum

Museen

Deutsches Hygiene Museum | Lingnerplatz 1 | 01069 Dresden | www.dhmd.de | Öffnungszeiten: Di – So, Fei-

Staatliche Kunstsammlungen Dresden

ertage 10 – 18 Uhr, Mo geschlossen | Siehe auch Seite 39

Neuer Sächsischer Kunstverein

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zählen zu den bedeutendsten Museen der Welt. Insgesamt 14 Museen bieten eine thematische Vielfalt, die in ihrer Art einzigartig ist. Ursprung der Museen ist die Sammlung der sächsischen Kurfürsten und polnischen Könige. Historische Quellen belegen die Gründung der fürstlichen Kunstkammer im Residenzschloss durch Kurfürst August im Jahre 1560. August der Starke und sein Sohn König August III. waren bedeutende Mäzene und bemerkenswerte Kunstkenner. Ihre systematisch angelegten Kunstkabinette, die schon damals ausgewählten Kreisen zugänglich gemacht wurden, bilden den Kern der wunderbaren Kunstschätze der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Bis heute sehen sich die Sammlungen verpflichtet, Traditionen zu bewahren, Visionen zu entwickeln und die Zukunft mitzugestalten. Im Jahr 2010 feierten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden unter dem Motto "Zukunft seit 1560" ihre 450-jährigen Sammeltätigkeit.

Das Leonhardi-Museum ist ein besonderer Ort für Begegnungen mit Kunst. Die Anbindung an das künstlerische Vermächtnis Eduard Leonhardis sorgt dafür, dass die Vermittlung von zeitgenössischer Kunst hier eine geistige Rückbindung erhält, die man in den enthistorisierten, sozusagen »ambientefreien« Ausstellungszusammenhängen von Kunsthallen und White-Cube-Architektur oft vermisst. Von diesem auratischen Platzvorteil müssen wir grundsätzlich ausgehen, nicht zuletzt, weil der Ort nach dem Willen seines Gründers als Förderstätte für junge Kunst schon angelegt worden war. Leonhardi-Museum | Grundstraße 26 | D-01326 Dresden | www.leonhardi-museum.de | Öffnungszeiten: Di – Fr 14 – 18 Uhr, Sa, So 10 – 18 Uhr, Mo geschlossen

Militärhistorisches Museum der Bundeswehr

www.skd.museum

Foto © Nick Hufton.

Städtische Galerie Dresden Die Städtische Galerie Dresden ist das Kunstmuseum der Landeshauptstadt. Wenige Minuten von der Brühlschen Terrasse entfernt, befinden sich die Ausstellungsräume im historischen Landhaus. Mit einer ständigen Ausstellung und regelmäßig wechselnden Präsentationen verpflichtet sich die Städtische Galerie seit ihrer Eröffnung 2005 der reichen Kunstproduktion in Dresden und der Region vom 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Städtische Galerie Dresden | Wilsdruffer Straße 2 | 01067 Dresden | www.galerie-dresden.de | Öffnungszeiten: Di – Do 10 – 18 Uhr, Fr 10 – 19 Uhr,

Im Oktober 2011 eröffnete das von dem amerikanischen Architekten Daniel Libeskind umgebaute und erweiterte Militärhistorische Museum der Bundeswehr seine neue Dauerausstellung. Mit über 10.000 Exponaten wird darin Gewalt als ein historisches, kulturelles und anthropologisches Phänomen thematisiert. Dabei werden die Besucher mit dem eigenen innewohnenden Aggressionspotenzial konfrontiert. Das Museum möchte Denkräume öffnen, es versteht sich als Forum für die Auseinandersetzung mit Militärgeschichte, für den Diskurs über die Rolle von Krieg und Militär in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Der "Neue Sächsische Kunstverein e.V." wurde aus der Tradition und in Nachfolge dieses 1828 von Johann Wolfgang von Goethe und Johann Gottlob von Quandt in Dresden gegründeten "Sächsischen Vereins zur Beförderung der bildenden Kunst zur Ermutigung der Künstler" gegründet. Mit einem strukturellen "Sich-Öffnen" gegenüber allen Künsten und deren interdisziplinären Verbindung möchte der Verein dem heutigen multimedialen Zeitgeist gerecht werden.

kunstverein.de | Öffnungszeiten: Mi – Fr 13 – 17 Uhr, Sa, So 11 – 17 Uhr, Mo geschlossen

www.dresdnerphilharmonie.de

Neuer Sächsischer Kunstverein | Karl-LiebknechtStraße 56 | 01109 Dresden | www.saechsischer-

Musik

ASiSi PANOmETER DRESDEN Gasanstaltstraße 8b / 01237 Dresden (Reick) / www.asisi.de / Öffnungszeiten: Di – Fr 10 – 17 Uhr, Sa, So, Feiertage 10 – 18 Uhr, Mo geschlossen BOTANiSCHER GARTEN DER TU DRESDEN Stübelallee 2 / 01307 Dresden (Altstadt) / www.tu-dresden.de / Öffnungszeiten: April – September: täglich 8

Staatsoperette Dresden

Dresdens Musikkultur besitzt weltweit einen exzellenten Ruf. Mit der Sächsischen Staatskapelle und der Dresdner Philharmonie sind zwei Orchester von internationalem Rang in der Landeshauptstadt ansässig. Der Dresdner Kreuzchor und die Dresdner Kapellknaben repräsentieren mehrere Jahrhunderte liturgischer Musiktradition. Im Europäischen Zentrum der Künste Hellerau finden dagegen zeitgenössische Kompositionen ihr Podium. Auch die Alte Musik ist mit angesehenen Ensembles in Dresden stark vertreten. Internationale Spitzenkünstler konzertieren bei den jährlich stattfindenden Dresdner Musikfestspielen. Die Dresdner Semperoper versammelt in jeder Spielzeit die weltweit führenden Sängerstars. Herausragende Konzertprogramme bieten auch die großen Kirchen wie die Frauenkirche, die Kreuzkirche und die Kathedrale. Dresden zeichnet sich aber auch durch eine lebendige und vielfältige Szene populärer Musik aus. Locations wie der Alte Schlachthof, der Beatpol oder die Scheune präsentieren unterschiedlichste Künstler und Musikstile. Im Jazzclub Neue Tonne finden jährlich über 100 Jazz-Sessions und Konzerte statt. Die großen Bildungsinstitute wie die Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber" und das HeinrichSchütz-Konservatorium bereichern darüber hinaus das musikalische Profil Dresdens.

Mo geschlossen

WEiTERE mUSEEN (eine Auswahl)

Orchester Dresdner Philharmonie © Marco Borggreve

Mit Gründung der Dresdner Philharmonie 1870 nahm die bürgerliche Musikkultur Dresdens neuen Aufschwung. Ihre Konzerte im „Gewerbehaussaal“ verliehen dem öffentlichen Konzertwesen eine neue Qualität. In dieser Tradition steht das Orchester noch heute und fühlt sich neben der Pflege des klassischromantischen Repertoires auch der zeitgenössischen Musik verpflichtet. Große Komponisten wie Johannes Brahms, Peter Tschaikowsky, Antonín Dvořák oder Richard Strauss führten ihre eigenen Werke mit dem „Gewerbehausorchester“ auf.

Repertoiretheater ausschließlich für Operette, Musical und Spieloper. Jährliches JohannStrauß-Festival. www.staatsoperette-dresden.de

Staatsschauspiel Dresden Repertoiretheater mit deutschlandweit beachteten Produktionen fast täglich an zwei Spielstätten. www.staatsschauspiel-dresden.de

Frauenkirche Dresden

Regelmäßige Konzerte samstags 20 Uhr, alle 2 Wochen sonntags 15 Uhr, alle drei Wochen Orgelkonzerte mittwochs sowie an weiteren Terminen. Chor, Kammerchor der Frauenkirche Dresden und ensemble frauenkirche unter Ltg. Von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert. www.frauenkirche-dresden.de

– 18 Uhr, März und Oktober: täglich 10 – 17 Uhr, Februar und November: täglich 10- 16 Uhr, Januar und Dezember: täglich 10 – 15:30 Uhr

(Neustadt) / www.erich-kaestner-museum.de / Öffnungszeiten: So – Fr 10 – 18 Uhr, Do nur für angemeldete Gruppen und Schulklassen

(Neustadt) / www.koernigreich.org / Öffnungszeiten: Mo, Do, Dr – So 11 – 18 Uhr, Di, Mi geschlossen Schloss & Park Pillnitz

CARL-mARiA-vON-WEBER-mUSEUm Dresdner Straße 44 / 01326 Dresden (Hosterwitz) / www.museen-dresden.de / Öffnungszeiten: Mi – So 13 – 18 Uhr, Mo, Di geschlossen

küGELGENHAUS - mUSEUm DER DRESDNER ROmANTik Hauptstraße 13 / 01097 Dresden (Neustadt / www.museen-dresden.de / Öffnungszeiten: Mi – So 10 – 18 Uhr, Mo, Di geschlossen

August-Böckstiegel-Straße 2 / 01326 Dresden (Pillnitz / www.schlosspillnitz. de / Öffnungszeiten: Schlosspark: täglich 6 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit; Schlossmuseum: Mai bis Oktober Di – So 10 – 18 , November bis April Sa, So 11/12/13/14/15 Uhr Rundgang mit Führung; Palmenhaus: täglich 10 – 18 Uhr, November bis Februar 10 – 16 Uhr

ERiCH kÄSTNER mUSEUm Villa Augustin Literaturhaus am Albertplatz / Antonstraße 1 / 01097 Dresden

mUSEUm kÖRNiGREiCH Wallgäßchen 2 / 01097 Dresden

Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden Japanisches Palais / Palaisplatz 11 / 01097 Dresden (Neustadt) / www. senckenberg.de / Öffnungszeiten: während der Sonderausstellungen: Di – So 10 – 18 Uhr Stadtmuseum Dresden Wilsdruffer Straße 2 / 01067 Dresden (Altstadt) / www.stadtmuseum-dresden.de / Öffnungszeiten: Di, Mi, Do, Sa, So 10 – 18 Uhr, Fr 10 – 19 Uhr, Mo geschlossen

Universitätssammlungen. Kunst+Technik der TU Dresden Altana-Galerie der Technischen Universität Dresden / Helmholtzstraße 9 / 01069 Dresden / www.altana-galeriedresden.de / Öffnungszeiten: während der Sonderausstellungen Mo – Fr 10 – 18 Uhr


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GRET | arttourist.com 2|2013

Landesbühnen Sachsen Die Landesbühnen Sachsen, Reisetheater, bereichern die Theaterlandschaft von Dresden und Umgebung an ihrer Hauptspielstätte in Radebeul, in zahlreichen Stadttheatern und Kulturhäusern Sachsens und auf der Felsenbühne Rathen u. a. mit Oper, Operette, Musicals, Ballett, Schauspiel, Kinder- und Jugendtheater und Konzert.

punkt seiner Arbeit, ebenso anspruchsvolle a-cappella-Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Zusammenarbeit mit bedeutenden Orchestern und Dirigenten und Einladungen zu weltweiten Gastspielen unterstreichen das internationale Renommee des Chores. Informationen unter 0351.8044100 www.dresdner-kammerchor.de www.facebook.com/dresdnerkammerchor

www.dresden-theater.de

HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden Das Festspielhaus ist ein faszinierender, lebendiger Kunstort vor den Toren Dresdens, an dem künstlerische Visionen und Experimente umgesetzt werden. Seit 2004 beherbergt es HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden, das sich als interdisziplinär arbeitende Kunsteinrichtung mit Schwerpunkt auf der europäischen Avantgarde versteht. Das Programm umfasst Tanz, Theater, Medienkunst, Bildende Kunst, Performance und Musik, darunter die TonLagen Dresdner Festival der zeitgenössischen Musik und das Medienkunst-Festival CYNETart. Zudem ist das Festspielhaus heute Produktions- und Aufführungsort von The Forsythe Company und des Tanztheaters Derevo. www.hellerau.org

Festivals Dresdner Musikfestspiele Die Dresdner Musikfestspiele haben sich im Laufe ihrer mehr als dreißigjährigen Geschichte als prägende Kulturinstitution in Dresden etabliert und ziehen das Publikum weit über Deutschlands Grenzen hinaus jährlich zwischen Mai und Juni an die Elbe. In drei Festivalwochen reisen namhafte Orchester, gefeierte Solisten und facettenreiche Ensembles nach Dresden, um in den schönsten Spielstätten im Stadtzentrum und der Umgebung Konzerte zu geben und die Stadt mit Musik zu füllen 23.5. – 10.6.2014 / www.musikfestspiele.com

Moritzburg Festival Kammermusik in königlicher Umgebung

Dresdner Kreuzchor

Foto © Matthias Krüger, Berlin

Der Dresdner Kreuzchor ist einer der ältesten und berühmtesten Knabenchöre der Welt. Auch nach fast 800 Jahren besteht seine wichtigste Aufgabe darin, die Vespern und Gottesdienste in der Kreuzkirche am Dresdner Altmarkt musikalisch zu gestalten. Nicht nur an hohen kirchlichen Feiertagen, sondern über das gesamte Kirchenjahr hinweg bestreitet der Kreuzchor die Hälfte aller liturgischen Dienste in dem berühmten Gotteshaus am Altmarkt. Die Kreuzkirche dient gleichermaßen als eindrucksvoller Bau für die Chorkonzerte, die von bis zu 3000 Zuhörern besucht werden. Der Dresdner Kreuzchor prägt damit als älteste städtische Kulturinstitution das musikalische Leben Dresdens in besonderer Weise. www.kreuzchor.de

Dresdner Kammerchor

Foto: Frank Cendelin

Der Dresdner Kammerchor ist einer der führenden deutschen Chöre. Seit seiner Gründung 1985 durch Hans-Christoph Rademann hat er sich zu einer festen Größe im deutschen und europäischen Musikleben entwickelt. Klangschönheit, Ausdrucksstärke und berührende musikalische Botschaften prägen die Konzerte des vielfach ausgezeichneten Chores. Mit Initiativen wie der ersten Heinrich-Schütz-Gesamteinspielung (2011-2017) prägt er die kulturelle Identität der Region und wirkt international als Botschafter Dresdens und Sachsens. Die Chorsinfonik der Klassik und Romantik bildet einen weiteren Schwer-

Ein reger Innovationsgeist, unwiderstehliche Dynamik und einmalige Spielstätten sind in vitaler Kombination die drei unverzichtbaren Charakteristika der musikalischen Atmosphäre des Moritzburg Festivals. Unter der künstlerischen Leitung des weltweit bekannten Cellisten und Echo-Preisträgers Jan Vogler hat es sich als eines der führenden Kammermusikfestivals in Europa etabliert. Alljährlich im August treffen sich über 25 Stars der internationalen Musikszene und herausragende Nachwuchskünstler in Moritzburg bei Dresden 9. – 24.8.2014 / www.moritzburgfestival.de

Heinrich Schütz Musikfest Klang.Welt.Weisheit Musikalische Entdeckungen, ergreifende Interpretationen Unsterbliche Klangpracht, emotionale Tiefe und dennoch Staatskunst im Dienste politischer Interessen? Heinrich Schütz‘ „Psalmen Davids“ erzeugten bereits bei ihrer Erstaufführung 1617 zur Feier des Reformationsjubiläums in Dresden eine überwältigende Wirkung. Das hat sich bis heute nicht geändert! Die bildhafte Umsetzung der Texte, der klangliche Reichtum, die moderne

mehrchörige Anlage und die enorme Ausdrucksstärke sind bis heute zeitlos, lebendig und begeisternd. Genau 33 Jahre später erschienen Schütz' „Symphoniae sacrae III“, die nach dem langersehnten Ende des Dreißigjährigen Krieges eine regelrechten Hymne auf den Frieden sind. – Was hat Musik mit Politik zu tun? Alles und Nichts! Das Heinrich Schütz Musikfest 2014 widmet sich mit einem reichhaltigen Programm dieser vielschichtigen Beziehung. Die Fragestellungen um Politik, Glaube, Macht und Gewissensfreiheit gaben stets Anlass auch für verschiedenartigste musikalische Werke. In ihnen spielen Aspekte von Repräsentation und Huldigung ebenso eine Rolle wie Leid und Trauer, Ausdruck des Friedenswunsches wie des Widerstands, in verallgemeinerter Form wie auf ganz persönlicher Ebene. Damit beleuchtet das Musikfest durchaus unbekanntes (musikalisches) Terrain und sucht nach interessanten (klingenden) Querverbindungen. Es empfiehlt Neugier, offene Augen und Ohren, mit denen es sich gemeinsam mit seinen Besuchern auf den Weg macht, um zugleich die „mitteldeutsche Welt“ mit ihren auratischen und authentischen Orten zu erkunden. Dresden, die Hauptwirkungsstätte des Komponisten, ist dabei neben Bad Köstritz, Zeitz und Weißenfels ein Veranstaltungsort des Festivals. Zugleich erwächst aus der Musik von Heinrich Schütz eine lebendige Musikkultur der Gegenwart: Ob nun mit internationalen Spezialensembles für Alte Musik, ob in zeitgenössischer Annäherung und Bearbeitung oder mit vielversprechenden Nachwuchskünstlern – es entfaltet sich ein vielfältiges Panorama der Interpretationen. Artist in residence 2014 ist das Grammy-gekrönte Vokalensemble Ars Nova Copenhagen, das für seine Schütz-CDs wie seine Konzerte von der Kritik mit Lob nur so überschüttet wurde. „Worldclass vocal music“, schrieb ein britischer Kritiker, in „sinnlicher Fülle mit spiritueller Dimension“, ergänzte begeistert die Süddeutsche Zeitung. – Beste Aussichten also auf ein Heinrich Schütz Musikfest 2014!

Hotels

10.–19.10.2014

Restaurants

Dresden | Bad Köstritz | Zeitz | Weißenfels www.schütz-musikfest.de www.facebook.com/HeinrichSchuetzMusikfest

weitere Festivals (eine Auswahl) Filmfest Dresden 15. – 20.4.2014 / www.filmfest-dresden.de

Johann Strauss Festival Dresden 2. – 11.5.2014 / www.staatsoperette-dresden.de

Dixieland Festival Dresden 11. – 18.5.2014 / www.dixieland-festival.de

Jazztage Dresden 7. – 16.11.2014 / www.jazztage-dresden.de

Pullman Dresden Newa Das First Class Hotel erwartet Sie in bester Citylage direkt am eleganten Shoppingboulevard Prager Straße und nah an den berühmten Sehenswürdigkeiten, Kunstsammlungen und Bühnen in der historischen Altstadt. Freuen Sie sich auf ein Hotel mit Style und Design, Wohlfühl-Atmosphäre und persönlichem Service. Ob Geschäftsreise, Tagung oder Kurzurlaub – hier wird Ihr Aufenthalt in Dresden unvergesslich. Pullman Dresden Newa | Prager Straße 2c | 01069 Dresden | www.pullmanhotel-dresden.com

Swissôtel Dresden Am Schloss Das Swissôtel Dresden Am Schloss befindet sich im Herzen der historischen Altstadt und ist umringt von zahlreichen bekannten Sehenswürdigkeiten wie Frauenkirche und Semperoper der ideale Ausgangsort, um die Stadt zu erkunden. Das gegenüberliegende Residenzschloss mit dem Historischen Grünen Gewölbe, dem Neuen Grünen Gewölbe und der Türckischen Cammer lädt Kunstund Geschichtsinteressierte ebenso zum Verweilen ein wie der Zwinger mit Porzellansammlung und Mathematisch-Physikalischem Salon. Swissôtel Dresden Am Schloss | Schlossstrasse 16 | 01067 | www.swissotel.com/dresden

Hotel Martha Das historische Haus „Martha“ liegt im Dresdner Barockviertel, wenige Gehminuten von der Altstadt mit Frauenkirche, Zwinger, Kunstsammlungen und Semperoper entfernt. 50 stilvolle Zimmer, 2 Appartements, Frühstücksrestaurant mit Wintergarten, Sommerterrasse, Abendrestaurant mit feiner sächsischer Küche im Sandsteingewölbe Seien Sie Herzlich Willkommen! Hotel Martha Dresden | Nieritzstr. 11 | 01097 Dresden | www.hotel-martha-dresden.de

Bean & beluga, , Erlesene Sterneküche im Restaurant, kreative Kulinarik in der Tagesbar, Kochschule und Feinkostladen – erleben Sie vielfältigen Genuss auf höchstem Niveau. Bohne oder Kaviar, kreative Spitzenküche im Gourmetrestaurant oder exklusive Weinauswahl in der Weinbar, hausgemachte Spezialitäten im Feinkostladen oder Bratwurst auf dem Konzertplatz nach eigenem Rezept, feines Fingerfood in der Semperoper oder Weihnachtliches auf dem Dresdner Striezelmarkt - wenn Sie nach vielfältigem Genuss auf höchstem Niveau suchen, sind Sie bei bean & beluga Bean & beluga | Bautzner Landstr. 32 | 01324 Dresden | www.bean-and-beluga.de

Villa Marie Mit vorzüglichem Essen, auserlesenen italienischen Weinen und einer entspannten Atmosphäre am Fuße der Brücke „Blaues Wunder“ mit Blick auf die Elbhänge, lässt es sich in der Villa Marie herrlich entspannen. Daneben überzeugt hier natürlich die mediterrane Küche: Frische Produkte und italienische Feinkost sowie hausgemachte, frische Pasta machen die Küche aus. Besonders beliebt ist der Brunch des Hauses an Sonn- und Feiertagen! Villa Marie | Fährgässchen 1 | 01309 Dresden | www.villa-marie.com


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Ballett | Düsseldorf | Duisburg | 45

b.16: ab 21.11.2013 in Duisburg Mit Jerome Robbins‘ „Afternoon of a Faun“ und Hans van Manens „Without Words“ eröffnen zwei erotisch-aufgeladene „Kammerspiele des VerHans van Manen: Without Words langens“ (FAZ) das Programm. © Gert Weigelt Martin Schläpfer schuf mit „Nacht umstellt“ dagegen ein ganzes Kaleidoskop romantischer Phantasmagorien: eine „Reise in die Nacht“ zwischen Himmel und Erde, Traum und Wahn.

b.17: ab 23.11.2013 in Düsseldorf Menschen in schweren Stiefeln und Mänteln finden nach einer langen Reise wieder Boden unter den Füßen. Musik und Tanz verbinden sich zu einem Psychogramm getriebener Existenzen. Martin Schläpfer: 7 © Gert Weigelt Und dann plötzlich: Unbeschwertheit, kindliche Naivität und Spitzentanz-Virtuosität. Martin Schläpfer trifft Gustav Mahler und lässt zu dessen 7. Sinfonie die Welt zur Bühne werden: „Eine zurecht gefeierte Inszenierung“ (3sat).

b.18: ab 17.1.2014 in Duisburg

Ballett am Rhein: b.16 - Martin Schläpfer: Nacht umstellt © Gert Weigelt

Tanz für das 21. Jahrhundert Martin Schläpfer und das Ballett am Rhein im Opernhaus Düsseldorf & Theater Duisburg Wie ein gefährliches Kampfgeschwader mit nach vorne geschobenen Hüften und aggressiv in den Boden gerammten Spitzenschuhen attackiert eine Gruppe von Tänzerinnen den Zuschauer. Dann plötzlich Bilder von äußerster Fragilität wie ein verlorenes Weinen: Ein Tänzer versucht seine eigenen Tränen aufzufangen, eine Tänzerin wie eine romantische Elfe über den Boden zu schweben, doch humpelnd zieht sie einen Fuß hinterher. Wild, anarchisch, ungehobelt und durchaus auch etwas komisch ein männliches Trio im Spitzenschuh. Eine von allen Schranken völlig befreite Passage ist von einer Leichtigkeit, die aber auch die Schwere kennt – ein gelöstes Tanzen über dem Abgrund. Die Formen des klassischen Balletts beginnen in ihrer extremen Überdehnung weit über sich selbst hinauszuweisen – oder werden zur Chiffre für eine Grazie, die ihre Schönheit aus dem Wissen um ihre Begrenztheit bezieht. Als wäre sie in die Körper der Tänzerinnen und Tänzer geradezu hineingeschrieben wirkt die psychologisch vertiefte und mit individuellem Ausdruck belebte Bewegungssprache des Choreographen Martin Schläpfer. Immer wieder sind es die Herausforderungen des Menschseins, die er in all ihren Facetten – mit Ernst ebenso wie mit Humor – in seinen Stücken buchstäblich verkörpern lässt, interpretiert von einem 48-köpfigen Ensemble, das längst zu den profiliertesten Compagnien der internationa-

len Tanz-Szene zählt. Eine Umfrage der „Deutschen Bühne“ setzte das Ballett am Rhein bereits 2010 auf den 1. Platz. Das renommierte Magazin „tanz“ kürte Martin Schläpfer zum „Choreographen des Jahres 2010“ und zeichnete sein Ensemble als „Beste Kompanie des Jahres 2013“ aus, denn – so der Kritiker Manuel Brug – „hier paart sich tänzerische Sorgfalt mit kluger Repertoirepolitik, überstrahlt von einem eigenwilligen Schöpfergeist in der Gestalt von Martin Schläpfer“. Der Schweizer Martin Schläpfer ist seit 2009 Direktor und Chefchoreograph des von ihm neu formierten Balletts am Rhein und präsentiert dem Publikum auf den beiden Bühnen der Deutschen Oper am Rhein im Opernhaus Düsseldorf und Theater Duisburg sowie auf internationalen und nationalen Gastspielen ein Programm von einer großen stilistischen Bandbreite. In seinem eigenen, mit Preisen wie dem Prix Benois de la Danse, dem Theaterpreis Der Faust sowie dem Schweizer Tanzpreis ausgezeichneten Werk, knüpft er auf der Suche nach einer Ballettkunst für das 21. Jahrhundert immer wieder an einer abstrakten Neoklassik an, um diese für die Gegenwart weiterzudenken. Die Musik steht dabei für ihn meist am Anfang einer neuen Arbeit, aus ihren Tönen, Klängen, Rhythmen und Farben schöpft er die Energien für seine zutiefst musikalische Tanzkunst. Mehrteilige Abende halten mit sorgfältig einstudierten Klassikern von George Balanchine, Jerome Rob-

bins, Antony Tudor, Frederick Ashton oder Kurt Jooss nicht nur das Erbe der Tanzgeschichte lebendig, sondern zeigen auch Entwicklungslinien zwischen Vergangenheit und Gegenwart auf. Choreographien von Merce Cunningham, Twyla Tharp, Mats Ek, Jiˇrí Kylián sowie Paul Lightfoot und Sol León gehören inzwischen ebenso zum Repertoire der Compagnie wie Uraufführungen von Nils Christe, Amanda Miller, Regina van Berkel, Uri Ivgi und Johan Greben, Antoine Jully und Martin Chaix. Längst hat sich das Ballett am Rhein aber auch zu einem der wichtigsten Interpreten der Werke Hans van Manens entwickelt. Die zeitlose Ästhetik des Niederländers zählt nicht nur zu den wesentlichen Farben im Spielplan der Compagnie, vielmehr urteilte die Tanzkritikerin Wiebke Hüster im Deutschlandfunk: Das Ballett am Rhein „ist die beste Adresse in Deutschland, um Hans van Manens wundervolle Stücke zu sehen“.

Mit George Balanchines „Episodes“ trifft ein Schlüsselwerk der New Yorker Avantgarde der 1950er Jahre auf Spitzentanz ganz anderer Art in Martin Schläpfers „Sinfonien“: ein hochkonzentriertes, stilles Stück, in dem „das Geschehen etwas Magisches“ erhält (FAZ). Der Niederländer Nils Christe begibt sich mit der Uraufführung „Sorrowful Songs“ dagegen hinein in ein expressives Tanzen zwischen Melancholie und Hoffnung.

b.19: ab 28.3.2014 in Düsseldorf Mit „Scenario“ schufen Merce Cunningham und die Modedesignerin Rei Kawakubo ein Stück, in welchem Deformation und Schönheit auf eigenartige Weise miteinander verschwistert erscheinen. Dazu eine Uraufführung Antoine Jullys, der sich auf die Suche nach den Beziehungen zwischen realer und virtueller Welt begibt, und mit Hans van Manens „Großer Fuge“ ein raffiniertes Spiel aus Annäherungen, Verführungen und Zurückweisungen.

b.20: ab 23.5.2014 in Düsseldorf „Die großen Dramen der Menschen, die Machtkämpfe und Geschichten von Leben und Sterben pulverisieren sich im Universum, Worte verschwinden, es bleibt der Klang, das Geräusch, das Geheimnis.“ Für Martin Schläpfer hat die Komponistin Adriana Hölszky das abendfüllende Stück „DEEP FIELD“ geschrieben. Seinen Ort wird es in einem Licht-Skulptur-Entwurf der Künstlerin rosalie finden, in dem sich Tanz und Musik – interpretiert vom WDR Rundfunkchor Köln und den Düsseldorfer Symphonikern – zu einem ganz eigenen künstlerischen Kosmos verdichten.

b.09 – Ein Deutsches Requiem: ab 5.3.2014 in Düsseldorf & Duisburg „Auf Augenhöhe mit Gott. Martin Schläpfer verwandelte ‚Ein Deutsches Requiem’ von Johannes Brahms in eine Schöpfungsliturgie“, schrieb Dorion Weickmann in der Süddeutschen Zeitung. Ein preisgekröntes Ballett über die großen Themen des Menschseins: Vergänglichkeit und Tod, Trauer, aber auch Trost und Zuversicht.

ADRESSEN Opernhaus Düsseldorf Heinrich-Heine-Allee 16a 40213 Düsseldorf Theater Duisburg Opernplatz 47051 Duisburg iNFOS & kARTEN Tel. +49(0)211.8925-211 oder Tel. +49(0)203.940 77 77 Mo–Sa: 9.00–18.00 Uhr E-Mail: ticket@operamrhein.de www.ballettamrhein.de

Martin Schläpfer: Ein Deutsches Requiem © Gert Weigelt


46 | Ballett | Karlsruhe

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Sasha Waltz

Performances Über die gesamte Ausstellungsdauer hinweg werden zu unterschiedlichen Tageszeiten Performances mit TänzerInnen, die von Sasha Waltz in einem Workshop am ZKM ausgewählt wurden, stattfinden. Es handelt sich um performative Interaktionen mit den künstlerischen Objekten der Ausstellung: Mittwochs 10.10−11.10 Uhr & 11.30−12.30 Uhr Freitags 15.10−16.10 Uhr & 16.30−17.30 Uhr Samstags 15.10−16.10 Uhr & 16.30−17.30 Uhr Sonntags 11.10−12.10 Uhr, 12.30−13.30 Uhr , 15.10−16.10 Uhr & 16.30−17.30 Uhr

Installationen Objekte Performances 28.9.2013 – 2.2.2014

Betriebszeiten der Installationen Erstmals präsentiert das ZKM | Karlsruhe im Rahmen einer Ausstellung das Werk der international renommierten, aus Karlsruhe stammenden Choreografin Sasha Waltz. „Sasha Waltz. Installationen Objekte Performances“ bietet erstmalig einen Überblick über Sasha Waltz' Schaffen in den letzten fünfzehn Jahren. Die Ausstellung setzt ihre Arbeiten dabei bewusst in den Kontext der bildenden Kunst, in dem sich Sasha Waltz als dezidiert multidisziplinäre Künstlerin immer schon bewegt. Acht große Installationen bilden dabei das Zentrum der Ausstellung: „Vitrine“ (Videoinstallation aus „Körper“, 2000), „Wolke“ (Performance/ Objekt aus „noBody“, 2002), „Pigments“ (Performance/ Objekt aus „Impromptus“, 2004), „Gezeiten“ (Installation aus „Gezeiten“, 2005), „Mediterranean Sea“ (Videoinstallation aus „Dido und Aeneas“, 2005), „Fries“ (Videoinstallation aus „Medea“, 2007), „Hängende“ (performative Installation aus „Dialoge 09/ MAXXI“, 2009), „Stab“ (Objekt aus „Sacre“, 2013). Diese Arbeiten werden durch zahlreiche kleinere Installationen und Objekte, noch nie gezeigte Dokumente und Archivmaterialien sowie durch ein umfangreiches Performanceprogramm vervollständigt. „Es gibt Objekte aus meinen Choreografien, Arbeiten, die ich zu Videoinstallationen fortentwickele und live auch einige Sequenzen aus meinen Stücken, die Bewegung zur Skulptur formen und festhalten. Ich habe versucht Elemente auszuwählen, die an dieser Grenze zwischen Tanz und Bild, Körper und Installation entlang angesiedelt sind. Dabei habe ich versucht, die Objekte – wie zum Beispiel die Glaswand aus Körper – auch vom Bühnenraum erzählen zu lassen. Ich wollte, dass man ihr Volumen, ihre Funktion, ihre Herkunft spürt. (...)“. (Sasha Waltz) „In der aktuellen Avantgarde zeigen sich zwei konvergierende Tendenzen: Bildende Künstler streben in ihrer Konzeption und Praktik von Raum- zu Zeitformen, verwandeln Ausstellungsräume in Bühnen. Darstellende Künstler hingegen streben in Konzeption und Praktik von Zeit- zu Raumformen von der Aufführung zur Ausstellung. Bewegte Bilder verwandeln sich in Skulpturengruppen, „Tableaux vivants“ in Installationen und zurück. Sasha Waltz artikuliert am klarsten und künstlerisch komplexesten die neue Phase der performativen Wende.“ (Peter Weibel) Sasha Waltz spielte schon lange mit der Idee, Installations- und Multimedia-Elemente aus dem Bühnenkontext herauszulösen und als eigenständige Installationen zu präsentieren. An diesem Punkt treffen sich die Choreografin und das ZKM, um ein ganz neues, innovatives Format zu entwickeln. Erstmals wird die flüchtige Form der Aufführung in eine permanent zu sehende Situation – eine Ausstellungssituation – überführt. Damit wird eine

Bitte beachten Sie: Diese Installationen sind ohne Performances zu erleben! »Cloud« − Ballon aus dem Stück »noBody«, 2002 (Ballon im ZKM-Foyer) Di – Do 10 Uhr Fr 10 und 14 Uhr Sa und So 11 und 14 Uhr

oben: „Dialoge 09 - MAXXI“ Choreographische Installation von Sasha Waltz 2009 © Foto: Bernd Uhlig unten: Performance "Continu" (2009) während der Pressekonferenz zur Ausstellung "Sasha Waltz. Installationen Objekte Performances" 26.09.2013, ZKM | Medienmuseum ZKM | Karlsruhe 2013| Foto: Felix Grünschloss

»Wind« − Objekte aus dem Stück »Medea«, 2007 (Windmaschinen im ZKM_Kubus/Subraum) Mi – Fr 9 – 10 Uhr und 13 – 14 Uhr Sa – So 10 – 11 Uhr und 13 – 14 Uhr

Finissage Zum Finissagewochenende (1. und 2. Februar 2014) wird die Compagnie Sasha Waltz & Guests erneut im ZKM | Karlsruhe präsent sein. Zeitgleich erscheint eine Publikation auf Deutsch und Englisch.

Vermittlungsprogramm Ein umfangreichens Vermittlungsprogramm mit Führungen und Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene begleitet die Ausstellung. Zusätzlich finden Tanzworkshops für Kinder, Erwachsene und Tänzer statt, unter anderem mit Susan Klein (New York) sowie den Leitern der Kindertanzcompagnie von Sasha Waltz & Guests. siehe www.zkm.de

ADRESSE ZKM I Karlsruhe Lorenzstraße 19 76135 Karlsruhe www.zkm.de

Zusammenschau der Werke möglich, wie sie eine Aufführung nicht erlaubt. Dies ist ein innovativer Schritt innerhalb zeitgenössischer Kunst- und Tanztendenzen, die einem internationalen Publikum bekannt gemacht werden soll. „Das ZKM ist ja ein unglaublich lebendiger Ort. Es ist für mich die Möglichkeit, den Schwerpunkt auf einen Aspekt meiner Arbeit zu legen, der in allen StüPorträt von Sasha Waltz 2013 © Foto: André Rival

cken existiert, aber weniger wahrgenommen wird. Im Tanztheater arbeiten wir mit der Zeit, (...). In Karlsruhe kann ich einige Momente ausstellen, den Blick auf jene Bilder richten, die für mich wie Ikonen meiner Stücke sind, indem man aus dem Zeitstrahl des Stücks das Davor und das Danach einfach abschneidet. Tanz ist eine ephemere Kunst. Im Museum können wir die Zeit anhalten. Ich empfinde das als eine große Chance.“ (Sasha Waltz)

ÖFFNUNGSzEiTEN Mi – Fr 10 – 18 Uhr Sa, So 11 – 18 Uhr Mo, Di geschlossen 24. und 31.12.2013 geschlossen 25.12.2013 13 – 18 Uhr 26.12.2013 10 – 18 Uhr 1.1.2014 13 – 18 Uhr 6.1.2014 11 – 18 Uhr (Tag der offenen Tür) EiNTRiTTSPREiSE Normalpreis EUR 6 ermäßigt und Gruppen ab 10 Personen EUR 4 Kinder und Jugendliche 7 – einschließlich 17 Jahre EUR 2

Familienkarte (max. 2. Erw. + max. 3 Kinder [unter 18 Jahre]) EUR 12 Kombiticket Medienmuseum und Museum für Neue Kunst Normalpreis EUR 10 ermäßigt und Gruppen ab 10 Personen EUR 6,50 Kinder und Jugendliche 7 - einschließl. 17 Jahre EUR 3,00 Familienkarte (max. 2. Erw. + max. 3 Kinder [unter 18 Jahre]) EUR 19 ÖFFENTLiCHE FüHRUNGEN siehe www.zkm.de GRUPPENFüHRUNGEN Information und Buchungen Mo-Fr 9-13 Uhr, Di 14-16 Uhr Tel.: ++49[0]721-8100-1990 I Email: fuehrungen@zkm.de BROSCHüRE EUR 5 im Museumsshop

Performance "Cloud" (Objekt aus dem Stück "noBody", 2002) während der Ausstellungseröffnung "Sasha Waltz. Installationen Objekte Performances" 27-29.09.2013, ZKM_Foyer ZKM | Karlsruhe 2013 | Foto: Felix Grünschloss


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Ballett | München | 47

Bayerisches Staatsballett 2013 © Norbert Stück

Tanzland Deutschland Bauhaus und Ausdruckstanz Oskar Schlemmer „Das Triadische Ballett“ Das Bayerische Staatsballett und die Akademie der Künste in Berlin werden im Juni 2014 gemeinsam eine Neuaneignung von Gerhard Bohners Rekonstruktion von Oskar Schlemmers revolutionärem Ballett auf die Bühne bringen. Es tanzen junge Tänzer des Bayerischen Staatsballetts II, die künstlerische Leitung und Einstudierung übernimmt der Direktor des Staatsballetts, Ivan Liška, gemeinsam mit Ballettmeisterin Colleen Scott. Die Arbeit an seinem Werk „Das Triadische Ballett“ begann Oskar Schlemmer schon vor dem Ersten Weltkrieg. 1922 wurde es erstmals aufgeführt und ist im Laufe der Zeit zu internationaler Berühmtheit gelangt. Ivan Liška und seine Frau Colleen Scott hatten es als junge Tänzer in der von Gerhard Bohner im Auftrag der Akademie der Künste Berlin choreographierten Fassung von 1977 nicht weniger als 82 Mal auf Gastspielen auf der ganzen Welt getanzt. Gerhard Bohners Rekonstruktion, Neufassung und Choreographie, die er in einem außergewöhnlichen künstlerischen Rekonstruktionsprozess zu einer Auftragskomposition von Hans-Joachim Hespos realisierte, war eine der erfolgreichsten Produktionen der jüngeren Tanzgeschichte. Gerhard Bohner pflegte zu München bis zu seinem Tod eine enge Beziehung. Sein Ballett „Folterungen der Beatrice Cenci“ hatte er hier mit Konstanze Vernon und kurz nach Gründung des Staatsballetts mit Gabriela Hubert in der Hauptrolle einstudiert. Auf den DANCE-Festivals der 80er und 90er Jahre tanzte er selbst die Schlemmer Tänze „(Stäbe/Metall)“ und sein „Schwarz weiß zeigen“. Posthum waren seine von Cesc Gelabert kongenial einstudierten Arbeiten „Im (Goldenen) Schnitt“ und „Schwarz weiß zeigen“ immer wieder in München zu sehen, zuletzt 2010. Was liegt näher, als 20 Jahre nach seinem und 70 Jahre nach dem Tod Oskar Schlemmers das intelligente, humorvolle Experiment des „Triadischen Balletts“ mit dem Staatsballett II zu rekonstruieren. So erleben die jungen Tänzer hautnah die Auseinandersetzung mit Überlieferung und Erbe, Material und Form. Ganz im Geist der Malerei und der Theaterkonzepte des Bauhauses, seiner eigenen Gemälder und farbigen Skulpturen schuf Schlemmer marionettenhafte, skulpturale Kostüme für die Tänzer und somit eine weitest mögliche Abstraktion des Tanzes vom natürlichen Körper. Schlemmer erfüllte sich einen Traum, indem er seine plastischen Vorstellungen auf die Tänzer übertrug und durch die choreographische Gestaltung – Schritt, Geste, Bewegung, Tanz – eine weitere künstlerische Ausdrucksebene hinzufügte. Damit konnte er seine malerischen Visionen in Bewegung versetzt sehen. ‚Triadisch‘, abgeleitet von Trias, also Dreizahl, Dreiklang, bezog sich auf die Dreiteilung der Tanzfolgen – ein heiter-burlesker Teil in Citron, ein seriös getragener in Rosa, ein abstrakt-metaphysischer in Schwarz. Drei Tänzer – eine Dame, zwei Herren – tanzen 12 Tänze in 18 Kostümen. Die Tänzer bewegen sich dabei fast me-

Akademie der Künste, Berlin, Sichtung der Kostüme aus den 70er Jahren, Caroline Rehberg, Ivan Liška, Bettina Wagner-Bergelt, Bayerisches Staatsballett 2013 © Norbert Stück

chanisch in abstrakten Mustern und nehmen damit ihre eigene Individualität aus dem Tanz heraus. In einem Brief vom 4. Oktober 1922 an Hans Hildebrandt schreibt Schlemmer: „Wesentlich ist mir der symphonische Charakter des Balletts derart, daß für die einzelnen Tänze musikalisch-symphonische Bezeichnungen gesetzt werden könnten (…)." Durch die Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes, TanzFonds Erbe, kann diese Neuproduktion am Münchener Staatsballett realisiert werden. Ballett extra gibt am 27. Mai 2014 einen Einblick in die Proben zu „Das Triadische Ballett”. Premiere am Mittwoch, 04.06.14, 20 Uhr, Reithalle München Weitere Vorstellungen: 06.06.14, 20 Uhr | 07.06.14, 20 Uhr, Reithalle München 27.06.14 | 28.06.14 | 30.06.14, jeweils 20 Uhr, Akademie der Künste Berlin Alle Informationen hierzu finden Sie unter www.staatsballett.de.

Mary Wigman © Deutsches Theatermuseum / Archiv Hanns Holdt

„Ohne Ekstase kein Tanz! Ohne Form kein Tanz!“ (Wigman)

Mary Wigman "Le Sacre du printemps" Ein weiteres Highlight der Saison 2013/14 ist die Rekonstruktion von „Le Sacre du printemps“ von Mary Wigman am Bayerischen Staatsballett – Premiere 14. Juni 2014. Völlig in Opposition zum ästhetischen Konzept Schlemmers, der mit skulpturalen geometrischen Kostümen den Bewegungsradius des Tänzers bestimmt, steht Wigmans Forderung an die fast ekstatische Freiheit des menschlichen Körpers. Oskar Kokoschka sagte über Wigman: „Sie setzte Expressionismus in Bewegung um.“ Für die Rekonstruktion „Le Sacre du printemps“ in der Choreographie von Mary Wigman zur Musik von Igor Strawinsky haben die Städtischen Bühnen Osnabrück und Bielefeld als Kooperationspartner des Bayerischen Staatsballetts den Zuschlag der Kulturstiftung des Bundes (Tanzfonds Erbe) erhalten. Damit wird die wissenschaftliche Recherche und Rekonstruktion eines der wichtigsten Ballette des 20. Jahrhunderts unter der Leitung der Tanzhistorikerin Dr. Patricia Stöckemann in NRW stattfinden, und die Choreographie in der Fassung einer der wegweisenden deutschen Tanzschöpferinnen wieder auf die Bühne zurückkehren. Da keine Filmaufzeichnung der Choreographie vorliegt, erfolgt die Rekonstruktion unter der Leitung der Choreographin Henrietta Horn u.a. anhand einer Fülle von Skizzen und Tagebuchnotizen Mary Wigmans, Fotomaterial sowie unter der Mitarbeit von Zeitzeuginnen. Am 14. Juni 2014 wird die rekonstruierte Fassung von Wigmans "Le Sacre du printemps" in der Originalbesetzung mit 45 Tänzerinnen und Tänzern und dem originalen Bühnenbild von 1957 am Bayerischen Staatsballett Premiere feiern. Den zweiten Teil des Abends bildet Simone Sandronis Ballett „Das Mädchen und der Messerwerfer“ nach dem Gedichtzyklus von Wolf Wondratschek (1997), das 2012 beim Bayerischen Staatsballett uraufgeführt wurde. Mit Oskar Schlemmers „Triadischem Ballett“ und Mary Wigmans „Le Sacre du printemps“ stehen 2014 zwei besondere Schätze der Ballett- und Tanzgeschichte auf dem Programm des Bayerischen Staatsballetts, welche die so gegensätzlichen Strömungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – Bauhaustradition mit seiner Nähe zur Bildenden Kunst, und Ausdruckstanz – auf einmalige Art und Weise sichtbar machen. Premiere am Samstag, 14.06.14, 15 Uhr, Reithalle München Weitere Vorstellungen: 14.06. | 15.06. | 16.06. | 17.06. | 18.06. | 19.06.14, jeweils 19.30 Uhr, Reithalle München


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DIE MODERNE – EINE EPOCHE IN SACHSEN ZEUGEN EINES AUFBRUCHS

Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt. Dante Alighieri


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Ballett | 49

Tänzerinnen des Semperoper Ballett in der Probenarbeit mit Ballettmeister Daniel Chait | Foto: Š Helmuth Scham, www.schampus.com


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40 JAHRE TANZTHEATER WUPPERTAL PINA BAUSCH

Kurzbiographie

Erinnerungen, Ausblicke, Rückblicke auf 40 Jahre Tanztheater. 16. – 26. Januar 2014 Wuppertal 1. – 25. Mai 2014 Wuppertal

Pina Bausch, geboren 1940 in Solingen, gestorben 2009 in Wuppertal, erhält ihre Tanzausbildung an der Folkwang Hochschule der Künste Essen unter Leitung von Kurt Jooss. Hier erlernt sie eine exzellente Tanztechnik. Als der Wuppertaler Intendant Arno Wüstenhöfer sie zur Spielzeit 1973/74 als Choreographin verpflichtet, benennt sie das Ensemble schon bald in Tanztheater Wuppertal um. Unter diesem Namen erlangt die Kompanie, obwohl anfänglich umstritten, mit den Jahren Weltgeltung. Ihre Verknüpfung von poetischen und Alltagselementen beeinflusst entscheidend die internationale Tanzentwicklung. Weltweit mit den höchsten Preisen und Ehrungen ausgezeichnet, zählt Pina Bausch zu den bedeutendsten Choreographinnen der Gegenwart.

PINA40, konzipiert als Hommage an Pina Bausch, umfasst rund 130 Veranstaltungen an 18 Orten in Wuppertal, Düsseldorf und Essen:42 Aufführungen von Stücken von Pina Bausch, 40 Aufzeichnungen, mehr als 40 Filme von, mit und über Pina Bausch, bewegte und bewegende Bilder, Konzerte befreundeter Musiker aus der ganzen Welt (Jun Miyake, Alexander Balanescu Quartett, Felix Lajkó ua) Workshops mit Tänzern des Tanztheaters und ehemaligen Tänzern. Außerdem Choreografien ehemaliger Tänzer des Tanztheaters (Meryl Tankard, Fabien Prioville, Raphaelle Delaunay, Morena Nascimento) im tanzhaus nrw in Düsseldorf. Ausstellungen (Walter Vogel, Rolf Borzik), Installationen, (Peter Pabst), Begegnungen mit Künstlerfreunden von Pina Bausch - , Anne Teresa de Keersmaeker, William Forsythe, Robert Wilson, Lin Wai min, Sidi Larbi Cherkaoui, Mats Ek und Ana Laguna. Gespräche mit Alice Schwarzer und Norbert Servos . 1973 gründete Pina Bausch das Tanztheater Wuppertal und wurde damit weltberühmt. Vier Jahre nach ihrem Tod feiert die Compagnie Geburtstag. „PINA40“ - ein Jubiläum zwischen Rückblick und schwierigem Neubeginn Das Programm zeigt Bekanntes und weniger Bekanntes, Klassiker und Neueinstudierungen. Es wird Einstudierungen mit neuer Besetzung geben: So das Stück „Nelken“ ohne die langjährigen Tänzer Dominique Mercy und Lutz Förster oder das 1979 zuletzt gezeigte „Wind von West“ mit Studenten der Folkwang Hochschule der Künste Essen und der Juilliard School in New York - beides Stationen im Leben von Pina Bausch. Und das berühmte „Sacre du printemps“ wird erstmals live vom Wuppertaler Sinfonieorchester begleitet, unter der Leitung von Toshiyuki Kamioka. Stücke, aber auch Arbeitsmaterial und der Arbeitsprozess werden erstmalig für ein breites Publikum zu sehen sein. Möglich macht das die PinaBausch-Stiftung, die umfangreiches Archivmaterial zur Verfügung stellt. So werden Videos, die den Entstehungsprozess der Stücke von den 70er bis zu den 2000er Jahren dokumentierenden, in einem langen Filmmarathon im Wuppertaler Cinemaxx gezeigt. Es werden größtenteils bisher unveröffentlichte Aufzeichnungen von Stücken, meistens Urfassungen gezeigt. Und weil die Musik eine große Rolle im Werk Pina Bauschs spielt, wird es ein eigenes Musikprogramm geben. Musiker und Komponisten, deren Musik in den Stücken des Tanztheaters vorkommen, werden eigene musikalische Abende gestalten - vom Geigensolo im Skulpturenpark Waldfrieden bis zum Korea-Abend mit Gespräch und Film im Cafe Ada. www.pina-bausch.de, www.pina40.de Palermo Palermo © Jochen Viehoff

Pina Bausch 1940 – 2009 Foto: Wilfried Krüger


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Programm

Begegnungen im Opernhaus Wuppertal

Aufführungen Opernhaus Wuppertal 1980 – Ein Stück von Pina Bausch 28., 29., 30.11., 1.12.2013 Für die Kinder von gestern, heute und morgen 16., 17., 18., 19.1.2014 Bandoneon – Neueinstudierung 24., 25., 26.1.2014 Café Müller | Das Frühlingsopfer (mit Livemusik) 1., 2., 3., 4.5.2014 Ahnen – Neueinstudierung 10., 11., 12., 13.5.2014 Viktor 22.–25.5.2014

PINA40 | Tanztheater Wuppertal | Ballett | 51

Für die Kinder von gestern , heute und morgen © Julieta Cervantes

1.12.2013 | 22 – 23:30 Uhr Alice Schwarzer mit: Mechthild Großmann 16.1.2014 | 22:45 Werkstattgespräche: Norbert Servos über das Tanztheater Wuppertal 24.1.2014 | 22:45 Werkstattgespräche: Norbert Servos über das Tanztheater Wuppertal 1.5.2014 | 20:15 – 21:45 Uhr Alice Schwarzer mit: Lutz Förster 10.5.2014 | 22:45 Werkstattgespräche: Norbert Servos über das Tanztheater Wuppertal 23.5.2014 | 23:00 Uhr Werkstattgespräche: Norbert Servos über das Tanztheater Wuppertal zu Gast waren bereits: Robert Wilson, Mats Ek und Ana Laguna

Freunde zu Gast im Opernhaus Wuppertal: 12.5.2014 | 17:30 – 19 Uhr Lin Hwai-min & Peter Pabst 14.5.2013 | 19:30 – 20:30 Uhr Sidi Larbi Cherkaoui 25.5.2013 | 16 – 17:30 Uhr William Forsythe N.N.: 19.1.2014 | 15:30 – 17:30 Uhr Anne Teresa De Keersmaeker Bandoneon © Bettina Stöß

Nelken © Oliver Look

Ausstellungen Wuppertal 40 Jahre Reisen - Augenblicke einer Company 3.11.2013 – 2.1.2014 Café Ada Rolf Borzik und das Tanztheater Pina Bausch 16.1. – 28.2.2104 Historisches Zentrum Wuppertal Installationen des Bühnenbildners Peter Pabst 17.1. – 9.3.2014 Skulpturenpark Waldfrieden Lebensrollen – Erfahrungen von Damen und Herren ab 65 25.1. – 2.2.2014 Neuer Kunstverein Wuppertal The Oracle Foto Paul White | © Regis Lansac


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Staatsballett Berlin Am 1. Januar 2004 wurde das Staatsballett Berlin gegründet, 2014 besteht es also zehn Jahre! Vladimir Malakhov, Intendant und Erster Solotänzer, freut sich, dieses Jubiläum mit seinem Publikum zu feiern. In den vergangenen zehn Jahren lag sein Augenmerk auf zwei wesentlichen Komponenten: dem Aufbau eines abwechslungsreichen Repertoires und der Herausbildung eines herausragenden Ensembles, das künstlerisch Maßstäbe setzt. Die Qualität einer klassisch geschulten Compagnie zeigt sich in der exquisiten Bewegungskultur des Corps de ballet wie in den herausragenden Solisten, die das Staatsballett Berlin weltweit repräsentieren. Für den Ballettspielplan der Hauptstadt sucht Vladimir Malakhov nach einer ausgewogenen Mischung von Werken aus dem großen Ballettrepertoire, der klas-

TANZPLATTFORM DEUTSCHLAND Das wichtigste Forum für zeitgenössischen Tanz

sischen Moderne und aus Neukreationen, aus großen Publikumsstücken und Raritäten. Für die Jubiläumsspielzeit ist ein umfangreiches Programm geplant: Die Premieren DER NUSSKNACKER in liebevoll historisierender Rekonstruktion und THE NIGHTS, eine moderne Interpretation der Märchen aus Tausendundeiner Nacht von Angelin Preljocaj sowie ein zweiteiliger Ballettabend mit Werken von Alexei Ratmansky und Stanton Welch. Am Ende der Saison gelangt Giorgio Madias Interpretation von Christoph Willibald Glucks DON JUAN zur Uraufführung. Zum zehnten Ge-

Vladimir Malakhov in TSCHAIKOWSKY | © Bettina Stöß.

burtstag des Staatsballetts Berlin steht die Gala MALAKHOV & FRIENDS auf dem Spielplan, das ein besonders glamouröses Ereignis zu werden verspricht. www.staatsballett-berlin.de Kartentelefon: (030) 20 60 92 630 Fax: (030) 20 35 44 83 tickets@staatsballett-berlin.de Staatsballett Berlin, Kartenservice Bismarckstraße 110, 10625 Berlin

Die biennal stattfindende Tanzplattform Deutschland ist das wichtigste Schaufenster der zeitgenössischen Tanzszene aus hiesiger Produktion. Als Fachmesse zieht sie ca. 500 internationale und nationale Fachbesucher an, als Festival ist sie Gelegenheit für das Publikum einen Überblick über die interessantesten Tanzentwicklungen und neuen Künstler zu „Sider“ von der Forsythe Company erhalten. Kampnagel ist ©Dominik Mentzos Ausrichter der Tanzplattform Deutschland 2014 und verwandelt die Stadt Hamburg für eine Woche in den Dreh- und Angelpunkt der Tanzwelt. Eine durch ganz Deutschland reisende Jury wählt die herausragendsten Tanz-Inszenierungen der letzten beiden Jahre aus - für die Tanzplattform 2014 konnten mit Sophie Becker, Esther Boldt und Bettina Masuch drei Jurorinnen gewonnen werden, die zu den wichtigsten Tanzakteuren Deutschlands gehören. Kampnagel plant die Tanzplattform 2014 nicht nur als internationale Fachmesse, sondern auch als Festival für das Hamburger Publikum. 27.2. – 2.3.2014 | www.kampnagel.de

Dance München nisch versierten und vielseitigen Ta n z e n s e m b l e s holt sie sowohl renommierte Choreografen als auch aufstrebende Talente ans Luzerner Theater und bietet dem Publikum so die Möglichkeit, eine Vielzahl zeitgenössischer Tanz«Tanz 13: Dornröschen» von Stijn Celis sprachen kennen zu lernen. Die zehn Tänzerinnen und Tänzer des Ensembles geKlein, aber fein – die Kompanie «Tanz niessen die Herausforderung, immer wieder mit neuen Stilen und Einflüssen in Luzerner Theater» hat viel zu bieten Berührung zu kommen: Sie arbeiten mit international bekannten Choreografen, Seit Beginn der Spielzeit 2009/10 leitet wie Stijn Celis, Georg Reischl, Ken Ossodie Amerikanerin Kathleen McNurney la, Felix Landerer, Cayetano Soto u.a. zudie Kompanie «Tanz Luzerner Theater». sammen und zeigen fast ausschliesslich Als Künstlerische Leiterin dieses tech-

Luzern

Uraufführungen. Zusätzlich verstärken regelmässig junge Hospitanten aus der Rotterdamer Tanzakademie und Kunsthochschule Codarts die Reihen im Ballettsaal. Mit Tschaikowskis Ballettklassiker „Dornröschen“ in einer Adaption von Stijn Celis (designierter Ballettdirektor am Staatstheater Saarbrücken) ist dem jungen Tanzensemble des Luzerner Theaters ein erfolgreicher Auftakt der Spielzeit 2013/14 gelungen. Im Frühjahr 2014 kann die Kompanie in «Tanz 15: Moving Metaphors» wieder ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellen. Der zweiteilige Ballettabend mit Uraufführungen von Patrick Delcroix und Lukáš Timulak feiert am 15. März 2014 Premiere. Wir freuen uns auf Ihren Besuch in Luzern! Informationen zu den Produktionen finden Sie unter www.luzernertheater.ch Ticketreservationen: Tel: +41 41 228 14 14 oder kasse@luzernertheater.ch

Radebeul Carlos Matos ist seit September 2013 der neue Chefchoreograf der Tanzcompagnie der Landesbühnen Sachsen Der Portugiese Carlos Matos übernahm im September 2013 die Tanzcompagnie der Landesbühnen Sachsen. Mit seiner Compagnie bietet er ganz in der Nähe der Kunststadt Dresden in Radebeul ein breites Spektrum an Tanz an. In seiner ersten Spielzeit zeigen sie Tanzabende wie „Visitenkarten“ und „Der Tod und das Mädchen“. Zu einem Abend mit Chansons von Jaques Brel lädt er ab 3. Mai 2014 ein. Mit „Romeos Julia“ und „Ich, Medea“ stehen schwache und starke Frauen zugleich im Mittelpunkt. Matos absolvierte nach intensivem Training als Kunstturner seine Tanzausbildung an der Schule des Gulbenkian Ballettes und anschließend an der Schule des Portugiesischen Nationalballettes in Lissabon, wo er auch sein erstes Engagement erhielt. Weitere Stationen seiner erfolgreichen Karriere als Tänzer waren das Euroballett Luxemburg, das Stadttheater Luzern und die Städtischen Bühnen Nürnberg und

Dortmund, wo er u.a. in Choreografien von John Cranko, Jean Renshaw, Jacopo Godani, Rui Horta und William Forsythe zu sehen war. Schon bald widmete er sich zunehmend eigenen choreografischen Arbeiten. Er war Preisträger des Internationalen Choreographen Wettbewerbs in Hannover und kreierte etliche Werke als freischaffender Choreograf, u.a. für das Staatstheater Cottbus, das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin, das Theater Vorpommern in Greifswald und das Theater am Kirchplatz Liechtenstein. 2002 bis 2007 war er künstlerischer Leiter und Chefchoreograf der Tanzkompanie am Stadttheater Hildesheim. 2008 gründete er die Tanzkompanie „Oficina dos Sentidos“ und gastierte u.a. in Deutschland, Portugal, Dänemark und der Schweiz. Parallel dazu absolvierte er eine Gesangsausbildung und arbeitete seitdem auch als Sänger und Musicaldarsteller. Mit seiner neuen Tanzcompagnie beschreitet er in Radebeul neue Wege mit fünf abendfüllenden Tanzproduktionen und innovativen, spartenübergreifenden Tanzprojekten.

Service: Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Kasse: Tel. 0351/8954 214 www.landesbuehnen-sachsen.de

Der ToD unD Das MäDchen Tanzabend von Carlos Matos mit Musik u.a. von Franz Schubert Premiere: 7.2.2014 Landesbühnen Sachsen Radebeul Brel Tanzabend zu Chansons von Jacques Brel von Carlos Matos Premiere: 3.5.2014 Landesbühnen Sachsne Radebeul Ich, MeDea Solo-Tanzabend von Wencke Kriemer de Matos, Choreografie Carlos Matos Premiere: 7.6.2014 Landesbühnen Sachsen Radebeul

Internationales Festival für zeitgenössischen Tanz der Landeshauptstadt München. Das nächste Festival findet 2014 statt. DANCE findet in Kooperation mit verschiedenen Münchner Spielstätten für Tanz statt. In den vergangenen Jahren war das Festival im Nationaltheater, im Staatstheater am Gärtnerplatz oder im Muffatwerk, aber auch in Off-Orten wie dem i-camp / neues theater münchen oder schwere reiter zu Gast. Das Festival zeigt nicht nur relevante Produktionen, es umfasst auch ein umfangreiches Begleitprogramm. Damit will es zeitgenössischen Tanz nachhaltig in der öffentlichen Wahrnehmung stärken. Das Festival gibt es seit 1987 und wird alle zwei Jahre - im Wechsel mit dem Theaterfestival SpielArt - veranstaltet. Mai 2015 | www.dance2012.de

Gauthier Dance Dance Company Theaterhaus Stuttgart Gauthier Dance ist ein junges dynamisches Ensemble von zwölf vielseitigen Tänzerpersönlichkeiten unter der Leitung des Choreographen, Tänzers und Musikers Eric Gauthier. Das Repertoire der „Future 6“: „Malasangre“, Dance Company Theaterhaus Choreographie Cayetano Soto | Stuttgart umfasst originelle, Foto © Regina Brocke. oft humorvolle Werke von Gauthier und renommierten zeitgenössischen Choreographen wie Mauro Bigonzetti, William Forsythe, Jiˇrí Kylián, Itzik Galili, Lightfoot/León und Hans van Manen. Nach der Gründung im Oktober 2007 etablierte sich die Company in Rekordgeschwindigkeit als internationale Marke. Inzwischen gehört die Truppe zu der Handvoll deutscher Companies mit der intensivsten Tourtätigkeit in Deutschland und ganz Europa. Einen echten Volltreffer landete Gauthier Dance mit der Uraufführung von Christian Spucks POPPEA//POPPEA, das Spuck im November 2011 nicht nur den Deutschen Theaterpreis DER FAUST als bester Choreograph einbrachte. Die Produktion wurde im Sommer 2013 komplett in 3D aufgezeichnet (Regie von Nikolai Vialkowitsch). Die Weltpremiere im Kino findet im Dezember 2013 bei der Filmschau Baden-Württemberg statt, die Ausstrahlung auf arte folgt in den kommenden Monaten. Neben über 100 „normalen“ Auftritten im Jahr engagiert sich die Company mit einem wegweisenden sozio-kulturellen Programm: Mit einem speziellen Repertoire, das sich auch für kleine Räumen eignet, bringt Gauthier Dance Mobil den Tanz zu Kindern und Jugendlichen, Senioren und Menschen mit Behinderungen. www.theaterhaus.com

Movimentos Festwochen Seit 2003 veranstaltet die Autostadt einmal jährlich im Frühjahr die Movimentos Festwochen – ein Kultur- und Tanzfestival, das eine ganze Region bewegt. In einer Spielzeit von mehreren Wochen begeistern im Rahmen des Festivals renommierte internationale Künstler ihr Publikum bei Tanzaufführungen, Konzerten, Matineen, Soireen, Workshops, Szenischen Lesungen und Schauspiel sowie Filmvorführungen www.movimentos.de

Kibbutz Contemporary Dance | Foto © Thomas Ammerpohl


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Ballett | Stuttgart | 53

John Cranko Schule: Die Talentschmiede des Stuttgarter Balletts Uraufführungen für das Stuttgarter Ballett von den Absolventen Demis Volpi, Katarzyna Kozielska und Louis Stiens Als John Cranko 1961 Ballettdirektor in Stuttgart wurde, brachte er das Stuttgarter Ballett innerhalb von kurzer Zeit zu Weltruhm. Zehn Jahre später wurde sein Wunsch Wirklichkeit, und Stuttgart erhielt eine professionelle Ausbildungsstätte für Nachwuchstänzer: Als erste staatliche Ballettschule in Westdeutschland bot die „Big Blur“ (Ch. Demis Volpi), John Cranko Schule Foto: Stuttgarter Ballett jungen Tänzern eine vollständige Berufsausbildung mit staatlichem Diplom an. Heute ist sie eine der renommiertesten Ballettschulen der Welt. Mittlerweile stammen etwa zwei Drittel der Tänzer des Stuttgarter Balletts aus der John Cranko Schule. Zu ihnen gehören unter anderen die Ersten Solistinnen Alicia Amatriain, HyoJung Kang, Anna Osadcenko sowie die Ersten Solisten Daniel Camargo und Evan McKie. Doch die Schule versorgt das Stuttgarter Ballett nicht nur mit erstklassigen jungen Tänzern, aus den Reihen der Absolventen haben sich auch mehrere begabte Choreographen entwickelt: Hauschoreograph Demis Volpi zum Beispiel, aber auch die Tänzer Katarzyna Kozielska und Louis Stiens. Von diesen jungen Talenten sind in der Spielzeit 2013/14 mehrere Stücke beim Stuttgarter Ballett zu sehen, darunter auch drei Uraufführungen.

On Velvet Marco Goecke kreiert ein neues Stück für das Stuttgarter Ballett

Marijn Rademaker in Marco Goeckes „On Velvet“, Foto: Stuttgarter Ballett

Als Choreograph ist Marco Goecke Kosmopolit. Er ist nicht nur Hauschoreograph des Stuttgarter Balletts, sondern auch Associate Choreographer am Nederlands Dans Theater, hat bereits am New York City Ballet und beim Scapino Ballet Uraufführungen präsentiert und gerade erst ein überaus erfolgreiches Stück für die São Paulo Companhia de Dança kreiert. Dabei gerät schnell einmal in Vergessenheit, dass seine Heimatstadt die „Tanzstadt“ Wuppertal ist. 2004 wurde Marco Goecke von Pina Bausch eingeladen, seine Stücke „Blushing“ und „Mopey“ beim ihrem Festival „30 Jahre Tanztheater Wuppertal“ zu präsentieren. Diese Einladung und die damit verbundene Anerkennung seiner Arbeit durch Pina Bausch sind für den damals noch jungen Choreographen bis heute von besonderer persönlicher Bedeutung. Seine prägnante und avantgardistische Tanzsprache begeistert bis heute die Kritiker. Das Ausloten und Sprengen ästhetischer Grenzen mithilfe völlig neuer Bewegungen bestimmen Marco Goeckes ganz eigenen Stil. Schon zweimal hat ihn das Magazin Tanz zum „Hoffnungsträger“ gekürt, weil sich „die seltenen Glücksmomente des Balletts in schöner Regelmäßigkeit mit dem Namen Marco Goecke verbinden.“ Oft berühren seine Arbeiten auch so manchen Betrachter, der sonst für die Reize des klassischen Balletts unempfänglich ist. Und diese Gründe waren es denn auch, die Ballettintendant Reid Anderson 2005 dazu bewogen, ihn zum Hauschoreographen des Stuttgarter Balletts zu ernennen. Mittlerweile ist Stuttgart Marco Goeckes künstlerische Heimat geworden. Am 8. November 2013 brachte das Stuttgarter Ballett ein neues Stück von Marco Goecke zur Uraufführung. „On Velvet“ stellt den Höhepunkt des Ballettabends FORT//SCHRITT//MACHER dar. Seit der Uraufführung seines hochgelobten Handlungsballetts „Orlando“ im Jahr

2010 ist dies die erste Kreation Goeckes für die Bühne des Opernhauses. Zur Musik des jungen österreichischen Komponisten Johannes Maria Staud: Segue für Cello und Orchester (2008) sowie March of the Mogul Emperors (1911-12) von Edward Elgar erarbeitet Goecke mit zwölf Tänzern des Stuttgarter Balletts seine neue Choreographie. Die Tanz-Journalistin Angela Reinhardt schreibt über Marco Goecke: „Nach fast einem Jahrhundert modernen Tanzes ist es gar nicht mehr so einfach, das Publikum zu erschrecken oder zum Staunen zu bringen, aber Marco Goecke schafft es. Wer zum ersten Mal eines seiner dunklen, geheimnisvollen Ballette sieht, der reagiert unwillkürlich: irritiert oder amüsiert, verstört oder fasziniert. Irgendetwas in diesen Stücken bringt die Zuschauer an die Sitzkante.“ Von Beginn seiner choreographischen Karriere an haben Goeckes Arbeiten, insbesondere die frühen, sowohl Publikum als auch Kritiker polarisiert. Davon unbeirrt, ist er seinem unnachahmlichen Stil treu geblieben. Mit einem außergewöhnlichen Blick auf den Körper und einem psychologischen auf sein Innenleben erforscht Goecke das menschliche Bewegungsspektrum. Er seziert das klassische Tanzvokabular, zerlegt jede Geste, jede Bewegung in kleinste Teile, macht dabei Emotionen physisch sichtbar. Seine strenge, erhaben schöne und zugleich groteske Ästhetik, gepaart mit einer Prise Ironie an den richtigen Stellen, macht Goeckes Ballette zu den originellsten, die zurzeit in Europa kreiert werden. Dementsprechend sind Marco Goecke und seine Arbeiten stets gefragt. Der Ballettabend FORT//SCHRITT//MACHER vereint Goeckes „On Velvet“ mit Stücken von William Forsythe und Hans van Manen. Alle drei Choreographen gelten als Vorreiter unter den „Schrittemachern“ ihrer jeweiligen Generation, alle drei haben zu Beginn ihrer Karriere

kontroverse Reaktionen hervorgerufen und alle drei sind mittlerweile feste Größen in den Reihen der einzigartigsten Tanzschaffenden Europas. Ballettabend FORT//SCHRITT//MaCHeR Choreographien von William Forsythe, Hans van Manen und Marco Goecke Premiere am 8. november 2013 im Opernhaus weitere Vorstellungen am 12., 14. november | 1., 7., 8., 10., 15. (nm/abd), 18. dezember 2013

Demis Volpi Der deutsch-argentinische Choreograph Demis Volpi kam in der Spielzeit 2004/05 als Absolvent der John Cranko Schule ans Stuttgarter Ballett. Schon früh verbuchte er auch als Choreograph Erfolge. In der Spielzeit 2012/13 wurde sein erstes großes Handlungsballett „Krabat“ uraufgeführt. Nach der Premiere ernannte Intendant Reid Anderson Demis Volpi zum Hauschoreographen. Für den Ballettabend FAHRENDE GESELLEN, der im April 2014 Premiere hat, kreiert Demis Volpi ein neues Stück für das Stuttgarter Ballett, zu einer Auftragskomposition des Amerikaners Michael Gordon, über den Alex Ross in The New Yorker schreibt, seine Musik verkörpere „das Feuer des Punkrock, die Brillanz des Free-Jazz und die Kompromisslosigkeit der klassischen Moderne.“ Hierzu wird Demis Volpi eine Choreographie ausschließlich für Tänzerinnen kreieren, in der er die Möglichkeiten zeitgenössischen Spitzentanzes ausloten will. Ballettabend FaHRende GeSeLLen | mit Choreographien von demis Volpi, Maurice Béjart und eduard Clug | Premiere am 17. april 2014 im Opernhaus | weitere Vorstellungen am 25., 26. april / 7., 9., 25., 29. (nm/abd), 31. Mai / 2., 3. Juni 2014

Tanzlabor

Marco Goecke, Foto: Roman Novitzky aDresse Stuttgarter Ballett Oberer Schlossgarten 6 | 70173 Stuttgart KarTenBesTellung Telefonisch unter 0711 / 20 20 90 (Montag bis Freitag 10 bis 20 Uhr, samstags von 10 bis 18 Uhr) Online unter www.stuttgarter-ballett.de TagesKasse Theaterkasse, Königstr. 1B (Theaterpassage), 70173 Stuttgart (Montag bis Freitag 10 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr)

Die intime Bühne des Schauspielhauses fungiert für Katarzyna Kozielska und Louis Stiens, beide Absolventen der John Cranko Schule, in der Spielzeit 2013/14 als Tanzlabor, wo sie „Blender“ (Ch. Katarzyna Kozielska), neue Stücke präsenFoto: Stuttgarter Ballett tieren werden. Die Halbsolistin Katarzyna Kozielska kreiert seit 2011 hoch ästhetische, elegante und geistreiche Choreographien. Nach einer Arbeit für die New Yorker Compagnie BalletNext, die im April 2013 in der renommierten Brooklyn Academy of Music uraufgeführt wurde, kreiert sie nun ihr erstes großes Werk im Auftrag des Stuttgarter Balletts. Louis Stiens ist seit der Spielzeit 2011/12 Tänzer am Stuttgarter Ballett. Trotz seiner jungen Jahre schuf er bereits mehrere mutige und außergewöhnliche Choreographien, die viel Beachtung finden. Im April 2014 kreiert er sein erstes Stück für das Stuttgarter Ballett. Ballettabend TanzLaBOR | mit Choreographien von Katarzyna Kozielska, Louis Stiens und douglas Lee | Premiere am 23. Mai 2014 im Schauspielhaus | weitere Vorstellungen am 27. Mai / 20. Juni / 2. Juli 2014


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ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival Das Wiener Kultfestival ImPulsTanz, längst zum Fixstern im Universum des zeitgenössischen Tanzes avanciert, zeigt alljährlich die neuesten Werke internationaler und heimischer Compagnien. Für die 31. Ausgabe 2014 hebt Intendant Karl Regensburger zwei Highlights hervor: Eine Weltpremiere von Lloyd Newson und dem legendären DV8 Physical Theatre aus England sowie eine Ismael Ivo & Grupo Biblioteca Do Corpo „NO SACRE“ © Karolina Miernik Uraufführung der Grupo Biblioteca Do Corpo rund um Ismael Ivo. Darüber hinaus wird der europäische Tanzpreis für Newcomer „Prix Jardin d’Europe“ bei ImPulsTanz in Wien verliehen. Wer sich selbst aufs Parkett wagt, für den heißt es: Alles Contemporary! In mehr als 200 Workshops für AnfängerInnen und Profis. 17.7. – 17.8.2014 / www.impulstanz.com

Dance Umbrella London Foto © John Hogg

Schweiz In 35 Schweizer Städten: Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps Das Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps präsentiert zeitgenössischen Tanz aus allen Teilen der Welt. Bereits zum 14. Mal verführt die Biennale das Schweizer Publikum – auf 39 Bühnen von Basel bis Lugano, Genf bis St. Gallen, in Lausanne und Luzern ebenso wie in Verscio oder Delémont.

Am 24. April 2014 eröffnet das Ballett Zürich Steps mit einer Uraufführung von Choreographien von Christian Spuck, Wayne McGregor und Marco Goecke. Um die sinnliche Auseinandersetzung des Belgiers Sidi Larbi Cherkaoui mit dem argentinischen Tango geht es in der Produktion „M¡longa“. „Desh“ zeigt die märchenhafte Reise des Briten Akram Khan in sein Ursprungsland Bangladesh. Das Tanzfeuerwerk der Compagnie Danza Contemporánea de Cuba, die Neuinterpretation

Saarbrücken

des Ballettklassikers „Swan Lake“ der Südafrikanerin Dada Masilo – mit insgesamt zwölf Produktionen bietet Steps einen hochkarätigen Einblick in das aktuelle internationale Tanzschaffen. 24.4. – 17.5.2014 | Programm ab Januar 2014 unter www.steps.ch

TANZOLYMP 2014 11. Internationales Tanzfestival in Berlin

Heidelberg

Foto ©Bettina Stöss

Marguerite Donlon: „Wings” Ballett des Saarländischen Staatstheaters Jedem Menschen wohnt eine Kraft inne, die es ihm erlaubt, auch größte Schwierigkeiten zu überwinden. Dieser Kraft spürt Marguerite Donlon in ihrem neuen Stück „Wings“ nach, das die Choreografin als Tribut an alle Helden des Alltags, die die Flügel ihrer Gedanken nicht beschneiden lassen, versteht. In eindrucksvollen Bildern erzählt sie von Verzweiflung und Gefangensein, vor allem aber von Ausbruch und Befreiung. Dadurch ruft Donlon nicht zuletzt die Geschichte ihrer irischen Vorfahren wach: Ihnen war es über viele Jahre hinweg verwehrt, ihre Sprache und Kultur zu leben. Als Ausgangspunkt der Choreografie dient ein Werk Gavin Bryars‘ aus dem Jahr 1971, das auf dem brüchigen, aber dennoch entschlossenen Gesang eines Obdachlosen aufbaut: „Jesus‘ Blood Never Failed Me Yet“. Sam Auinger schuf den zweiten musikalischen Beitrag des Abends. Er fing die Umgebungsgeräusche des Saarländischen Staatstheaters ein und fügte sie zu einer Real-Time-Komposition zusammen. Die Modedesignerin Laura Theiss, die ihre Entwürfe bereits auf den Modewochen in London und Paris sowie auf internationalen Ausstellungen präsentierte, entwarf die Kostüme. Das Ballett des Saarländischen Staatstheaters gehört zu den führenden zeitgenössischen Compagnien, das erstklassige Tänzer genauso anzieht wie namhafte Gastchoreografen und zu Gastspielreisen in ganz Europa, in den USA und in Asien eingeladen wurde. Vorstellungstermine: 21.12.2013, 27.12.2013, 12.01.2014, 17.01.2014 | Saarländisches Staatstheater, Großes Haus | www.theater-saarbruecken.de

Seit 1978 bringt Dance Umbrella zeitgenössischen Tanz nach London. Getragen von der Dynamik und Offenheit der Stadt lädt Dance Umbrella jedes Jahr Künstler und außergeCelebrating Trisha Brown at Tate Modern 09 | wöhnliche AufführunFoto © Hugo Glendinning gen nach London ein, die die Besucher gleichermaßen begeistert und überraschen. Dance Umbrella präsentiert Eigen- und Auftragsstücke, wie Ensemble und Tänzer der internationalen Tanzszene. Neben Veranstaltungen in verschiedenen Spielstätten gibt es eine Reihe von kostenfreien Events, wo einerseits der Nachwuchs, herausragende Talente präsentiert werden und andererseits neues Publikum für den Tanz gewonnen wird. www.danceumbrella.co.uk

Tanzstadt Heidelberg! Das Interesse und Engagement des Heidelberger Publikums für den Tanz gehört gefeiert und belohnt: Die Tanzbiennale Heidelberg – das neue Festival für den zeitgenössischen Tanz – holt künftig alle zwei Jahre die Welt des Tanzes in die Stadt. Gemeinsam ausgerichtet vom Heidelberger UnterwegsTheater und dem Theater und Orchester Heidelberg, gefördert durch die Stadt Heidelberg, die Manfred Lautenschläger-Stiftung und einmalig durch das Land Baden-Württemberg, zeigt sie nationale wie internationale Gastspiele und Top-Kompanien und -Choreografen aus Baden-Württemberg. In interaktiven und partizipativen Großproduktionen schwingt ganz Heidelberg das Tanzbein. Ein Kindertanztag, Workshops, Gespräche, Filme, Ausstellungen und Installationen runden das Programm ab, das in den Spielstätten der beiden Häuser geboten wird. Sie bildet die ästhetische Bandbreite der heutigen Tanzkunst ab: Interdisziplinäre Arbeiten an der Schnittstelle zu Bildender Kunst, Theater, Musik, Medien, Wissenschaft. Sie schaut hin und zieht an: Produktionen und Impulse aus allen konzentrischen Kreisen um die Festivalstadt – aus Heidelberg, aus Baden-Württemberg, national und international – werden gleichermaßen präsentiert. Tanzbiennale Heidelberg feiert den Tanz in all seinen Facetten! 21.2. – 2.3.2014 | www.theaterheidelberg.de © Theater Heidelberg

Das internationale Tanzfestival TANZOLYMP findet jährlich in Berlin unter dem Motto «Tanz als Weltsprache» statt. Seine Beliebtheit ist an den stetig wachsenden Teilnehmerzahlen abzulesen: Im Gründungsjahr 2004 waren es 380 Teilnehmer, in den Folgejahren stiegen die Zahlen auf über 400, 500 etc. In diesem Jahr werden über 1000 junge Tänzerinnen und Tänzer aus aller Welt in Berlin erwartet. Das größte Tanzfestival der Welt in Berlin! Mehr als 1000 junge Tänzerinnen & Tänzer aus 90 Nationen! Das Festival gilt inzwischen unter Künstlern und Fachleuten als « internationale Börse für junge Talente». Hier treffen Intendanten auf Tänzer, Tänzer auf Förderer, Ausbildungsstipendien werden vergeben, Kontakte geknüpft, zukünftige Karrieren geplant... Und natürlich werden hier neue Impulse. © „International besetzte Jury des TANZOLYMP 18. – 21.2.2014 / 2012 internationales Tanzfestival Berlin“  www.tanzolymp.com

Holland Dance Festival 2014 Das Holland Dance Festival ist das größte internationale Tanzfestival in den Niederlanden. Es präsentiert ein starkes und erfrischendes Programm, das neben international bekannten Ensembles auch kleinen, unbekannte Gruppen und Nachwuchstalenten eine Bühne gibt. Die familiäre Atmosphäre ist Programm und Markenzeichen vom Holland Dance Festival. DDer Stilmix ist breit gefächert und reicht von Urban Dance bis klassischem Ballett, von Tango bis Moderne Dance. 25.1. – 16.2.2014 / www.hollanddancefestival.com

Bangarra, dancer Leonard Mickelo, Foto © Jason Capobianco


GRET | arttourist.com 2|2013

Ballett | Bregenz | 55

What the Body Does Not Remember Foto: Danny Willems

Tanzfestival Bregenzer Frühling 2014

oben: 4D Foto: Koen Broos unten: SHUTTERS SHUT Foto Rahi Rezvani

Das begehrte Tanzfestival in Bregenz sorgt für Frühlingsgefühle. Es begeistert mit zeitgenössischem Tanz und startet am 20. November 2013 mit dem Vorverkauf. Hochkarätige internationale Tanz-Kompanien gastieren ab März 2014 im Rahmen des Tanzfestivals Bregenzer Frühling im Festspielhaus Bregenz und präsentieren hier ihre neuesten Produktionen. Unter der künstlerischen Leitung von Wolfgang Fetz werden Uraufführungen und österreichische Erstaufführungen, die international Aufsehen erregt haben, zu sehen sein. Die Bandbreite ist groß. „Desh“ ist das bislang persönlichste Werk, das der Tänzer und Star-Choreograf Akram Khan beim Bregenzer Frühling in einer Soloperformance zeigt. Khan gilt als Meister des nordindischen Tanzstils Kathak, den er auf virtuose Weise mit europäischen Tanzformen verbindet. Er entführt damit das Publikum in einen Kosmos, der sich aus vielen Facetten eines Landes, vielen Geschichten und vielen Schicksalen zusammensetzt. Hochenergetischen Tanz und kraftvolle Live-Musik lässt der gebürtige Israeli und derzeitige Shooting Star der Londoner Tanzszene Hofesh Shechter in „Political Mother“ aufeinander treffen. Das Ergebnis ist ein intensives und atmosphärisch dichtes Gesamtkunstwerk, ein komplexes Puzzle aus traurigen, amüsanten und schockierenden Szenen, eine surreale Bilder-Kette von zwischenmenschlichen Begegnungen. Im Werk Sidi Larbi Cherkaouis spielen Duette eine wichtige Rolle. „4D“ ist eine Folge von vier seiner besten Duette, die im März dieses Jahres entstanden sind. In der Zusammenfüh-

rung ergeben sie spektakuläres abendfüllendes Programm. Es ist die Vollkommenheit, die das Nederlands Dans Theater 2 ausstrahlt, die sie so unverwechselbar macht. Es ist die Perfektion, die nicht gekünstelt ist, sondern eine natürliche Anmut vermittelt. Ein Abend, der das Publikum über die Vielfalt des Tanzes staunen lässt: geistreich, frech, erregend und faszinierend. Eine wahre Schockwelle löste die Choreografie „What the Body Does Not Remember“, als es 1987 zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wurde, aus. Extreme Schnelligkeit, äußerste Präzision und atemberaubende Spannung dominieren Wim Vandekeybus’ Debut-Werk, das den Belgier mit nur 24 Jahren zu einem der weltweit einflussreichsten Choreographen hochkatapultiert hat. Hart, brutal, verspielt und grandios führt Vandekeybus seine neun Tänzerinnen an die äußersten Grenzen des Möglichen. Das aktionstheater ensemble bringt mit „Pension Europa“ wieder eine Uraufführung unter der Regie von Martin Gruber auf die Bühne des Festspielhauses: es wird gefeiert, gesungen und getanzt, bis zum Morgengrauen. Am Ende wird abgerechnet und der „Lampedusa-Putztrupp“ reinigt die Zimmer. Wir wünschen allen Besucherinnen und Besuchern des Tanzfestivals Bregenzer Frühling 2014 bei den künstlerisch exklusiven Aufführungen der fünf Kompanien und des aktionstheater ensemble starke Eindrücke und viele neue Anregungen. Wir würden uns freuen, Sie beim Bregenzer Frühling 2014 im Festspielhaus begrüßen zu dürfen. www.bregenzerfruehling.at

Eine Veranstaltung des Bregenzer Kunstvereins. KünsTlerIsche leITung: Dr. Wolfgang Fetz Der Bregenzer Kunstverein dankt seinen Partner und Subventionsgebern: Landeshauptstadt Bregenz, Land Vorarlberg, Schoellerbank, i+R Schertler, illwerke vkw, Wolford, Casinos Austria. Medienpartner: VN, ORF Vorarlberg, Ö1, Der Standard. PrograMM Bregenzer FrühlIng 2014 Freitag, 21. März 2014 Akram Khan Company Desh Samstag, 29. März 2014 Hofesh Shechter Company Political Mother Samstag, 26. April 2014 Eastman / Sidi Larbi Cherkaoui 4D Österreichpremiere Samstag, 3. Mai 2014 Nederlands Dans Theater 2 Sara / Shutters Shut / Cacti / N.N. Österreichpremiere Freitag, 16. und Samstag, 17. Mai 2014 aktionstheater ensemble Hotel Europa Uraufführung Freitag, 23. Mai 2014 Ultima Vez / Wim Vandekeybus What the Body Does Not Remember

Bregenzer FrühlIng BalleTTPass Für alle Tanzinteressierten bietet der Bregenzer Kunstverein wieder einen Ballettpass. Schnell Entschlossene erhalten beim Kauf eines Ballett-Abo-Passes bis zum 24.12.2013 eine Rabattierung von – 25%! (ab einem Preis von € 105,- für fünf Ballettveranstaltungen!). Ab 25.12.2013 –10% Rabatt. Damit haben Sie die einzigartige Möglichkeit ganz unterschiedliche Formen des Tanzes kennen zu lernen: meisterhafte Fusionen aus Tanz, Musik, Architektur, Video-Art und Spiritualität. Allesamt Sternstunden des zeitgenössischen Tanzes! Detaillierte Informationen ab 20.11.2013: www. bregenzerfruehling.at

sonnTagsMaTInee Für alle Interessierten werden am 24.11.2013, 11.00 Uhr im Rahmen einer Sonntags-Matinee die neuesten Informationen zum Tanzfestival Bregenzer Frühling 2014 im Saal Propter Homines im Festspielhaus Bregenz präsentiert. Zu dieser Präsentation sind Sie herzlich eingeladen. Um Anmeldung wird bis spätestens 14.11.2013 unter katarina.simic@bregenz.at oder T +43 (0)5574/4101511 gebeten. InFo & Buchung ab 20.11.2013, ab 13.00 Uhr bei: Bregenz Tourismus & Stadtmarketing, A-6900 Bregenz, Rathausstraße 35a Tel. +43 (0)5574/40 80-0, tourismus@bregenz.at www.v-ticket.at


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Das Prädikatsweingut am Kaiserstuhl Nirgendwo in Deutschland finden Terroirs, Klima und Burgundersorten so perfekt zusammen wie bei uns am Kaiserstuhl im Dreiländereck von D, F und CH. Es ist ein wahres Privileg, hier in Süd-Baden - der wärmsten Ecke des Landes - Wein anzubauen.

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