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EMILE

#7 arttourist.com gazette Fr端hling/Sommer 2015

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Design & Lifestyle


Sparpreis Kultur: per Bahn zur Kunst – besonders günstig!

Zum Beispiel zur Ausstellung „Monet und die Geburt des Impressionismus“ in Frankfurt oder „Alibis: Sigmar Polke – Retrospektive“ in Köln. Ab 39 Euro. Bis zu vier Mitfahrer sparen je 10 Euro. Hin und zurück innerhalb von 3 Tagen. Solange der Vorrat reicht. Mehr Infos unter bahn.de/kultur

Die Bahn macht mobil.

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23.01.15 15:26


EMILE | arttourist.com 1|2015

Editorial | 3

Editorial Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Kunden und Freunde der arttourist.com

»EMILE«Werner Bärtschi © Helmuth Scham, www.schampus.com

Emile Bernard, Selbstbildnis mit Blumenvase, 1897, Öl auf Leinwand, 52,7 x 42,2 cm, Van Gogh Museum, Amsterdam; Dauerleihgabe des Rijks Museums, Amsterdam (Geschenk von Françoise W. M. Bongervan der Borch van Verwolde, 1936) © Van Gogh Museum, Amsterdam

»EMILE«Werner Bärtschi

»EMILE«Emile Bernard

Während der intensiven Zeit der Recherche und Produktion unserer Zeitung begleitet uns immer wieder Musik, intensive Hörerlebnisse. Für diese Ausgabe hörten wir

Von links nach rechts: Stefano Bollani, ECM Records Nils Frahm, Erased Tapes Records Tobias Chrisl, ACT Music

Bisher erschienen:

PABLO

#1 arttourist.com gazette Frühjahr / Sommer 2012 Gratisexemplar

#2 arttourist.com gazette Herbst / Winter 2012 Gratisexemplar

THOMAS Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Shopping

#3 arttourist.com gazette Frühling / Sommer 2013 Gratisexemplar

GRET

#4 arttourist.com gazette Winter 2013/2014

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Shopping

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Shopping

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Shopping

KURT

FRIDA

#5 arttourist.com gazette Frühling 2013/2014

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Design & Lifestyle

BILLIE

#6 arttourist.com gazette Herbst/Winter 2014/2015

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Design & Lifestyle

EMILE

#7 arttourist.com gazette Frühling/Sommer 2015

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Design & Lifestyle

Im Herbst 2015

KATE

#1 arttourist.com gazette Gratisexemplar

Kunst | Kultur | Festivals | Reisen | Essen & Trinken | Shopping

Jetzt en! r e i n n o b a

ter online un urist.com o t t r .a w w w

Bonjour EMILE! Der französischer Maler, Grafiker, Kunsttheoretiker und Romanautor Emile Bernard ist Namensgeber der Ausgabe, die Sie in den Händen halten. Mit Toulouse-Lautrec studierte er in Paris, mit Gauguin entwickelte er 1888 in der Bretagne die symbolistische Malerei, Cézanne inspirierte ihn in Aix-en-Provence, und für seinen Freund Van Gogh setzte er sich auch nach dessen Tod ein. Er gehört zu den schillerndsten Figuren am Beginn der modernen Malerei. Aufhänger für EMILE ist die Ausstellung „EMILE BERNARD – Am Puls der Moderne“ in der Kunsthalle Bremen (bis zum 31.Mai) und Anlass Ihnen die Kulturstadt Bremen näher zu bringen und ans Herz zu legen. Bremen war für mich eine Entdeckung und der Beginn unserer Zeitung. arttourist.com, noch im kleinen Format, erschien erstmalig anläßlich der Ausstellung »Van Gogh Felder« in der Kunsthalle Bremen im Jahr 2002. Es war der Start einer langen bis heute andauernden freundschaftlichen Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Bremen und reger Austausch über die Kunst und ihre Umwerbung. Die Begegnungen mit dem leider viel zu früh verstorbenen Hans Diers sind bis heute für mich Inspiration weiter und vor allem um die Ecke zu denken, neue Wege zu beschreiten, sich von eigenen Ideen nicht abbringen zu lassen und immer an das Ziel und den Erfolg zu glauben. Es gäbe diese Zeitung nicht, wenn ich nicht auch diese Idee mit Hans Diers hätte besprechen können. Ein weiterer Beginn ist mit dem Namen Miró (Ausstellungen in Düsseldorf und Hamburg) und der Stadt Barcelona, dem Geburtsort Mirós, verbunden. Pere Duran, der im letzten Jahr pensionierte Direktor von Turisme de Barcelona, war einer der geistigen Väter und Freund der Bewegung ART CITIES IN EUROPE, die Mitte der neunziger Jahre vom Europäischen Städteverband für Tourismus auf meine Initiative hin ins Leben gerufen wurde. Die enge Zusammenarbeit mit Pere Duran hat mir die Chance eröffnet, 1993 die große Miró Jubiläumsausstellung zu seinem 100 Geburtstag und 10. Todestag in Barcelona zu begleiten und auf dem deutschsprachigen Markt zu vertreten. Und auch unser wunderbarer EMILE, der Schweizer Komponist und Musiker Werner Bärtschi, steht für einen Beginn. Beginn meiner Tätigkeit als Künstlerischer Co-Leiter des fünften Rheinfall Festivals in Schaffhausen 2012, für ein Festivaljahr. Einer der arbeitsreichsten, erfülltesten und glücklichsten Aufgaben in meinem Berufsleben, wo ich kreativ gestalten und zu erstmaligen und einmaligen Künstlerbegegnungen beitragen konnte, die noch heute für Gesprächsstoff sorgen. Werner Bärtschi war und ist eine der Begegnungen aus dieser Zeit. Auch wenn es damals nicht zu einem gemeinsamen Konzert mit dem Kronos Quartett aus New York kam. Im Geiste haben wir es uns ausgemalt, durchgesprochen und manch Ton schien schon hörbar zu sein. Es war leider nicht bezahlbar. So sind es immer wieder diese Anfänge, Begegnungen, Gespräche, das Entdecken und Ausprobieren von und die Offenheit für neue Dinge, die mich auch für EMILE ermuntert, inspiriert und haben leiten lassen. Und Sie? Für Sie beginnt jetzt die große, prall gefüllte Kunst-und Kulturwelt von EMILE, unserer »verflixten« siebten Ausgabe. Ich wünsche Ihnen viele anregende Lesemomente auf Ihrer Kulturreise durch EMILE Mit herzlichen Grüßen, Ihr

Kai Geiger

KUNST

Seite 4 – 47

MUSIK & THEATER

Seite 49 – 54

FESTIVAL

Seite 55 – 58

TANZ & BALLETT

Seite 59 – 63

ESSEN & TRINKEN

Seite 65 – 67

DESIGN

Seite 68 – 71

FOTOGRAFIE

Seite 72 – 75

JAZZ

Seite 76 – 79

STÄDTE & REGIONEN BREMEN

Seite 17 – 25

FLANDERN

Seite 33 – 37, 78

ST.GALLEN

Seite 45 – 46

Kai Geiger ART CITIES IN EUROPE GmbH | geiger@artcities.com Impressum: ART CITIES IN EUROPE GmbH | Titel: EMILE, Werner Bärtschi von Helmuth Scham, www.schampus.com | Produktion: FUCHS Druck + Medien GmbH, Rankstrasse

Danke:

9, 8280 Kreuzlingen, www.superfuchs.ch | Druck: Druckhaus Waiblingen www.dhw.de | DRUCKHAUS WAIBLINGEN

Redaktion: ART CITIES IN EUROPE GmbH, Glärnischstraße 7, D-78464 Konstanz, Tel. (+49) 07531 9073-0, Fax (+49) 07531 9073-5, www.arttourist.com, info@arttourist.com


4 | Kulturkooperationen

EMILE | arttourist.com 1|2015

Gemeinsam Kultur genießen Sparpreis Kultur mit Mitfahrerrabatt Ab 39 Euro im ICE und IC/EC zu 16 Sonderausstellungen und wieder zurück – für die 1. Klasse ab 49 Euro erhältlich. Bis zu vier Mitfahrer sparen jeweils EUR 10.

Kulturinteressierte reisen mit dem Sparpreis Kultur zu ausgewählten Sonderausstellungen in Deutschland. Bis zu vier Reisende sparen zudem jeweils 10 Euro. So ist die Hin- und Rückfahrt mit dem ICE zu einer der insgesamt 16 Ausstellungen für eine fünfköpfige Gruppe bereits ab 155 Euro erhältlich. Der Sparpreis Kultur gilt ab allen Bahnhöfen in Deutschland zum Preis ab 39 Euro in der 2. Klasse und ab 49 Euro in der 1. Klasse bei Hin- und Rückreise innerhalb von drei Tagen. Bis zu vier Mitfahrer sparen jeweils zehn Euro. Kinder unter 15 Jahren reisen in Begleitung ihrer Eltern oder Großeltern kostenlos mit, wenn dies beim Kauf der Fahrkarte eingetragen wird. Erhältlich ist der Sparpreis Kultur in allen DB Reisezentren und DB Agenturen bei gleichzeitigem Kauf oder Vorlage einer Eintrittskarte zur jeweiligen Ausstellung. Zu den Sonderausstellungen ist der Sparpreis Kultur über den Internetshop des jeweiligen Museums auch online buchbar. Der Vorverkauf startet drei Monate vor Ausstellungsbeginn. Das Angebot ist zuggebunden, hat einen Tag Vorkaufsfrist und wird verkauft, solange der Vorrat reicht. Inhaber einer BahnCard profitieren ebenfalls von den zahlreichen Kooperationspartnern der Deutschen Bahn im Kulturbereich. So gibt es bei 30 Sonderausstellungen bei Vorlage der Bahn-

© Deutsche Bahn AG, Jo Kirchner

Card einen vergünstigten Eintritt, so zum Beispiel zu „DRESDEN 1945“ im Panometer Dresden (bis 31.05.2015), „Die Brueghel Familie“ in der Städtischen Galerie in der Reithalle in Paderborn (bis 21.06.2015) oder „Romantik im Rhein-Main-Gebiet“ im MUSEUM GIERSCH der GOETHEUNIVERSITÄT in Frankfurt (Main) (22.03.-19.07.2015). Barrierefreie Audioguides, Führungen in Gebärdensprache oder taktil und akustisch zugängliche Ausstellungsobjekte – die Deutsche Bahn stellt auf www.bahn.de/kultur-barrierefrei Museen und Ausstellungshäuser in ganz Deutschland vor, die mindestens ein spezielles Angebot für behinderte Besucher bieten. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bahn.de/kultur

Kulturpartner der Deutschen Bahn Exklusiv in Europa

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Hamburg Bucerius Kunst Forum Miró. Malerei als Poesie 31.1. - 25.5.2015 www.buceriuskunstforum.de 1

München Kleine Olympiahalle Tutanchamun - Sein Grab und die Schätze 3.4. - 13.9.2015 www.tut-ausstellung.com

JAPANS LIEBE ZUM IMPRESSIONISMUS von Monet bis Renoir 9. Oktober 2015 – 21. Februar 2016 in Bonn

Bonn | Bundeskunsthalle Japans Liebe zum Impressionismus von Monet bis Renoir 9.10.2015 - 21.2.2016 www.bundeskunsthalle.de Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland Museumsmeile Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 4, 53113 Bonn, T +49 228 9171-200 www.bundeskunsthalle.de

12

Berlin | Alte Nationalgalerie Impressionismus - Expressionismus. Kunstwende 22.5. - 20.9.2015 www.imexinberlin.de 7

Berlin | Gemäldegalerie The Botticelli Renaissance 24.9.2015 - 24.1.2016 www.botticelli-renaissance.de

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2 Bremen | Kunsthalle Bremen Emile Bernard Am Puls der Moderne 7.2. - 31.5.2015 www.kunsthalle-bremen.de

Homo steinheimensis, Foto: Hans Lumpe, Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart

Köln | Museum Ludwig Alibis: Sigmar Polke. Retrospektive 14.3. - 5.7.2015 www.museum-ludwig.de

H O M O

E X PA N D I N G W O R L D S

Epochale Urmenschen-Funde aus fünf Weltregionen 9. Oktober bis 22. November 2015

Mobilitätspartner

www.hlmd.de

Darmstadt | Hessisches Landesmuseum Expanding Worlds – Epochale Urmenschen-Funde aus fünf Weltregionen 9.10. - 22.11.2015 www.hlmd.de

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Düsseldorf | Museum Kunstpalast Francisco de Zurbarân 10.10.2015 - 31.01.2016 www.smkp.de

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Wittenberg | diverse Orte Landesausstellung Sachsen-Anhalt »Lucas Cranach der Jüngere 2015« 26.6. - 1.11.2015 www.cranach2015.de 8

Wuppertal Von der Heydt-Museum Weltkunst - Von Buddha bis Picasso: die Sammlung Eduard von der Heydt 29.9.2015 - 28.2.2016 www.weltkunst-ausstellung.de

11

Ingolstadt | Neues Schloss, Bayerisches Armeemuseum Bayerische Landesausstellung 2015 »Napoleon und Bayern« 30.4. - 31.10.2015 www.hdbg.de 6

3 Frankfurt | Städel Museum Monet und die Geburt des Impressionismus 11.3. - 21.6.2015 www.staedelmuseum.de

9 Karlsruhe | Kulturpass KULTUR mal VIER anlässlich 300. Stadtgeburtstag Karlsruhe www.ka300.de

Frankfurt | Schirn Kunsthalle Sturm-Frauen. Künstlerinnen der Avantgarde 1910-1932 30.10.2015 - 7.2.2016 www.schirn.de

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Stuttgart Kunstmuseum Stuttgart I Got Rhythm: Kunst und Jazz seit 1920 10.10.2015 - 6.3.2016 www.kunstmuseumstuttgart.de

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1 Hamburg Joan Miró (1893-1983): Autoportrait (Selbstportrait), 1937/38 / 23. Februar 1960, Privatsammlung © Successió Miró / VG Bild-Kunst, Bonn 2015 | 2 Bremen Emile Bernard, Die Weizenernte, 1888, Öl auf Leinwand, 56,4 x 45,1 cm Musée d’Orsay, Paris © RMN-Grand Palais (musée d‘Orsay) / Jean-Gilles Berizzi | 3 Aussenansicht Städelmuseum © Städelmuseum Frankfurt | 4 Köln Sigmar Polke: Freundinnen,1965/1966, Dispersionsfarbe auf Leinwand, 150 x 190 cm. Sammlung Froehlich, Stuttgart, Foto: © Archiv der Sammlung Froehlich © The Estate of Sigmar Polke / VG Bild-Kunst Bonn, 2015 | 5 München Goldmaske des Pharaos Tutanchamun, Foto: A.-M. v. Sarosdy © SC Exhibitons | 6 Plakatmotiv „Napoleon und Bayern“ Grafik unter Verwendung des Details aus: Bonaparte überquert die Alpen am St. Bernhard (Napoleon am Großen St. Bernhard) (Bonaparte franchissant les Alpes au Grand-Saint-Bernard) Gemälde, Öl/LW, Jacques-Louis David, 1801, Österreichische Galerie Belvedere WienInv. Nr. 2089 © Grafik: Büro Wilhelm, Amberg, Foto: Belvedere, Wien | 7 Berlin Impressionismus – Expressionismus. Kunstwende I Claude Monet: En norvégienne (Die Barke in Giverny), um 1887, Detail Paris, Musée d‘Orsay. Schenkung von Princess Edmond de Polignac, 1944 © RMN-Grand Palais (Musée d‘Orsay) / Hervé Lewandowski | Franz Marc: Kühe, gelb-rot-grün, 1912, Detail © Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München | 8 Wittenberg Mitteltafel des Reformationsaltars der Stadtkirche St. Marien, Lutherstadt Wittenberg © Evangelische Stadtkirchengemeinde Wittenberg | Foto: Jürgen M. Pietsch | 9 Karlsruhe Karlsruhe 300 Logo | 10 Berlin Sandro Botticelli: Giuliano de‘ Medici, 1478 Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Jörg P. Anders | 11 Wuppertal Plakatmotiv | 12 Bonn Edouard Manet, Boy in Flowers , (Jacques Hoschedé) The National Museum ofWestern Art, Tokyo, Matsukata Collection | 13 Düsseldorf Francisco de Zurbarán | Der heilige Franziskus von Assisi, 1640, Öl auf Leinwand, 124,5 x 163,5 cm Stiftung Museum Kunstpalast © Stiftung Museum Kunstpalast – Horst Kolberg – ARTOTHEK | 14 Ernst Ludwig Kirchner, Negertanz, 1911, Öl und Tempera auf Leinwand, 151,5 x 120 cm, Kunstsammlung NordrheinWestfalen, Düsseldorf , Foto: Walter Klein, Düsseldorf | 16 Frankfurt Marcelle Cahn, Femme et voilier, ca. 1926-27, Öl auf Leinwand Musée d‘Art Moderne et Contemporain de Strasbourg © Foto Musées de Strasbourg, A. Plisson


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Kulturkooperationen | 5

© Ulrich Perrey

Kulturkooperationen der Deutschen Bahn

Über die Wichtigkeit, Chancen und Möglichkeiten einer Kulturkooperation mit der Deutschen Bahn sprachen wir mit dem Geschäftsführer des Bucerius Kunst Forums und Programmleiter Kunst und Kultur der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius Dr. Andreas Hoffmann halb von drei Tagen zum Preis ab 39 Euro in der Wie wichtig ist die Kulturkooperation mit der 2., ab 49 Euro in der 1. Klasse. Vom Hamburger Deutschen Bahn für Ihr Haus? Hauptbahnhof sind es dann nur wenige Meter bis Touristen sind eine der wichtigsten Zielgruppen zum Bucerius Kunst Forum. des Bucerius Kunst Forums. Unsere BesucherbeHinzu kommt, dass Kinder oder Enkelkinder bis fragungen zeigen, dass bei großen Ausstellungen 15 Jahre beim Sparpreis wie „Miró. Malerei als Kultur kostenfrei mitreiPoesie“, aber auch bei sen dürfen, wenn sie auf „Mondrian“ oder „Pomder Fahrkarte eingetragen peji“ bis zu 60% unserer sind. Das ist für ein AusBesucher von außerhalb stellungshaus, in dem Kinkommen. Viele von ihnen der und Jugendliche bis sind Tagesbesucher, an18 Jahre keinen Eintritt dere Übernachtungsgäste. zahlen, ein tolles ZusatzFür viele von ihnen sind angebot. Für Kinder ist unsere Ausstellungen der also nicht nur die Reise, Hauptgrund für eine Reisondern auch der Besuch se nach Hamburg. Die der Ausstellung kostenfrei. Deutsche Bahn ist vor Selbstverständlich ist der dem Hintergrund dieses Voucher für die EintrittsBesucherprofils für uns karten zur Ausstellung ein idealer Kooperationszusammen mit dem Bahnpartner und die KulturTicket erhältlich, der Sparkooperation ein wichtipreis Kultur ist somit eine ger Verstärker, um unser gute Wahl für die ganze bundesweites Publikum Familie. im Gesamtradius zu erKURZVITA Häufig dürfen wir darüber reichen. Das gilt gerade Der Kulturmanager und Klassische Archäologe hinaus im Rahmen der Prefür Ausstellungen wie Dr. Andreas Hoffmann ist seit dem 1. Januar miumkooperationen in den „Miró“. Außerdem darf 2007 Geschäftsführer des Bucerius Kunst DB Lounges auf den Bahnman nicht vergessen, Forums und Programmleiter Kunst und Kultur höfen in Norddeutschland dass die Kulturkooperader ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, die das Ausstellungshaus seit seiner Gründung auf unsere Ausstellungen tion sehr gut beworben trägt. Zuvor war der 43-Jährige als wissenschafthinweisen. Gerade hat sich wird, beispielsweise in licher Mitarbeiter für die Antikensammlung des die DB Lounge am Hamder Zeitschrift DB MoHamburger Museums für Kunst und Gewerbe burger Hauptbahnhof auf bil, die jeder Bahnfahrer verantwortlich, danach Geschäftsführer der diese Weise in eine Depenbundesweit in die Hand Freunde der Kunsthalle in Hamburg sowie des Bundesverbandes der Freundeskreise deutscher dance unserer Miró-Ausnimmt. Museen für bildende Kunst. Die Strecke zwistellung verwandelt. Hier schen Hamburg und Kiel, wo seine Frau lebt, legt kann man die schönsten Wie sieht diese im Fall er am liebsten im ICE zurück. Motive schon kennenlerder Ausstellung „Miró. nen und sogar die in der Malerei als Poesie“ DB Lounge ausliegenden Ausstellungsflyer schon (31.1. – 25.5.2015) aus? mal in Ruhe studieren. Die Ausstellung „Miró. Malerei als Poesie“ profitiert von einer Premiumkooperation mit der Wie wichtig ist ein breites DienstleistungsDeutschen Bahn. Jedes Jahr bewerben sich über spektrum für ein Museum in der heutigen Zeit? 60 Ausstellungen bundesweit für eine KulturkoDas Publikum insbesondere von großen Blockoperation, gerade einmal 16 von ihnen werden busterausstellungen ist in den letzten JahrzehnPremiumkooperationen. ten anspruchsvoller, aber auch kenntnisreicher Mit dem Sparpreis Kultur bietet die Deutsche geworden. Es weiß die Qualität der gezeigten Bahn ein preiswertes Angebot, das viele AusWerke, des Ausstellungskonzeptes und der Verstellungsbesucher nutzen. Es bietet einen erhebmittlung genau zu beurteilen und nimmt weite lichen Preisvorteil und ist gültig für die Anreise Wege in Kauf, um ganz gezielt bestimmte Auszu Miró nach Hamburg ab allen Bahnhöfen in stellungen anzuschauen. Deutschland für die Hin- und Rückfahrt inner-

Miró. Malerei als Poesie 31.1. – 25.5.2015

Erstmals widmet sich eine Ausstellung Joan Mirós Verhältnis zur Literatur und seinem Zusammenwirken mit avantgardistischen Schriftstellern im Paris der 1920er Jahre. So wie er sich von Texten inspirieren ließ, regten seine Werke Dichter an, darunter André Breton, Wortführer des Surrealismus. Mit rund 80 Werken aus allen Schaffensphasen zeigt die Schau im Bucerius Kunst Forum wie Mirós malerische Zeichensprache aus dem spielerischen Umgang mit Wort und Bild hervorging. Vom 31. Januar bis zum 25. Mai 2015 vereint Miró. Malerei als Poesie Leihgaben aus international renommierten Sammlungen wie der Fundació Joan Miró in Barcelona, der Fundació Pilar y Joan Miró a Mallorca, dem MoMA, dem Philadelphia Museum of Art und der Tate. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Viele Ausstellungen zum Werk von Joan Miró (1893-1983) führten den Begriff Poesie im Titel, jedoch beleuchtete keine Mirós Gemälde und Malerbücher aus seinem Zusammenwirken mit den avantgardistischen Schriftstellern seiner Generation. Mit „Miró. Malerei als Poesie“ widmet sich nun erstmals eine Ausstellung Mirós intensiver Auseinandersetzung mit Literatur und seiner Freundschaft zu bedeutenden Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Die Schau macht deutlich, dass die Bildpoetik Joan Mirós vor allem eine Grenzüberschreitung zwischen Malerei und Dichtung ist. Die von Michael Peppiatt, Ortrud Westheider und Marion Ackermann kuratierte Schau zeigt neben über 40 Gemälden aus allen Schaffensphasen eine repräsentative Auswahl aus den über 250 von Miró gestalteten Künstlerbüchern. ADRESSE Bucerius Kunst Forum Rathausmarkt 2 20095 Hamburg www.buceriuskunstforum.de ÖFFNUNGSZEITEN täglich von 11 bis 19 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr

EINTRITTSPREISE Normalpreis EUR 8, ermäßigt EUR 5, montags Einheitspreis EUR 5, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Bucerius Kunst Club Mitglieder und Inhaber der Jungen Karte Eintritt frei

Dieses Stammpublikum, aber auch neue kunstfernere Besucherschichten solcher Ausstellungsevents, die normalerweise vielleicht eher ein Musicalhaus besuchen, erwarten von den Museen und Ausstellungshäusern aber auch ein umfassendes Dienstleistungsspektrum. Wir versuchen, darauf zu reagieren. Das Bucerius Kunst Forum hat als einziges Hamburger Museum und Ausstellungshaus auch montags geöffnet. Es bietet an diesem Tag sogar den ermäßigten Eintrittspreis für alle Besucher. Selbstverständlich erhält man bei uns mit einem Onlineticket direkten Zugang zu unseren Ausstellungsräumen und kann Wartezeiten auch dadurch vermeiden, dass man sich den Audioguide zu unseren Ausstellungen schon zuhause herunterlädt. Ausstellungsvideos sollen helfen, die Entscheidung für den Besuch zu erleichtern und sich vorab zu informieren.

VORVERKAUF www.buceriuskunstforum.de/tickets FÜHRUNGEN siehe www.buceriuskunstforum.de FÜHRUNGEN FÜR GRUPPEN www.museumsdienst-hamburg.de

Wo gibt es auch Ihrer Sicht noch Entwicklungspotential und -bedarf? Für ein Ausstellungshaus wie das Bucerius Kunst Forum wird das internationale Publikum gerade aus den Nachbarländern Dänemark oder den Niederlanden immer wichtiger. Für die Zukunft ist deshalb die Ausweitung des internationalen Bahnangebotes interessant. Hier könnte ich mir sogar noch eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn vorstellen, denn schon jetzt reisen beispielsweise aus Kopenhagen viele Touristen nach Hamburg mit der Bahn an. © Oliver Fantitsch Die technischen Voraussetzungen dafür sind bei uns schon gegeben. Online kann der Sparpreis Kultur ja jetzt schon nach dem Kauf der Eintrittskarte in unserem Webshop über einen speziellen Link auf der Website der Deutschen Bahn gebucht und der barrierefreien Kunstgenuss ohne Wartezeit jetzt schon genutzt werden.


6 | Baden-Baden

EMILE | arttourist.com 1|2015

Fotos: © Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH

Museum Frieder Burda

Baden-Baden

Das Weltbad im Schwarzwald Landschaftlich wunderschön am Fuße des Schwarzwaldes gelegen bezaubert die elegante Bäderstadt und internationale Kunst- und Kulturmetropole anspruchsvolle Gäste aus aller Welt. Mit mediterranem Flair und exklusivem Lebensstil ist Baden-Baden ein Paradies für alle, die Genuss auf hohem Niveau schätzen. Die beiden Thermalbäder, die moderne Caracalla Therme und das historische Römisch-Irische „Friedrichsbad“ garantieren ebenso wie zahlreiche WellnessHotels Entspannung und Wohlbefinden der Extraklasse. Kulturellen Hochgenuss bietet das Festspielhaus, Europas zweitgrößtes Opernund Konzerthaus. Bekannt für seine einzigartige Akustik bietet das Festspielhaus ganzjährig hochkarätige Veranstaltungen wie zum Beispiel dem Norwegian National Ballet (20. bis 21. Februar 2015), Jonas Kaufmann (26. April 2015) oder Zubin Mehta & Rudolf Buchbinder (30. Mai 2015). Mit den dritten Osterfestspielen (27. März bis 06. April 2015) werden die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Sir Simon Rattle erneut Ihre Gäste zu verzaubern wissen. Die Oper „Strauss: Der Rosenkavalier“ ist nur eines von zahlreichen musikalischen Meisterwerke, die während den Osterfestspielen aufgeführt werden. Die über 350 Jahre alte, 3 km lange, weltberühmten „Lichtentaler Allee“ ist ein

ADRESSE Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH Solmsstraße 1 76530 Baden-Baden Tel.: + 49-7221-275 200 Fax : + 49-7221-275 202 info@baden-baden.com www.baden-baden.com

Kunstwerk aus Bäumen, Brunnen und Blüten. Verschwenderisch eingerahmt von den schönsten Denkmälern der Belle Epoque bezaubert sie gleichermaßen als stilvolle Kunst- und Kulturmeile mit ihren beeindruckenden korinthischen Säulen der historischen Trinkhalle, dem schneeweißen Kurhaus mit seinem Casino, dem im Stil der L´Opéra von Paris erbauten neobarocken Theater, dem Festspielhaus und dem über 760 Jahre alten Zisterzienserinnen-Abtei Kloster Lichtenthal. Herausragendes Juwel inmitten der prachtvollen Park- und Gartenanlage „Lichtentaler Allee“ ist das vom New Yorker Stararchitekten Richard Meier erbaute Museum Frieder Burda. Durch eine gläserne Brücke mit dem Museum Frieder Burda verbunden, schließt sich mit zeitgenössischer internationaler Kunst die Staatliche Kunsthalle an. Nur wenige hundert Meter weiter beeindruckt der gläserne Pavillon des Stadtmuseums im Alleehaus. Ein weiteres Highlight der Kunst- und Kulturmeile ist das Museum für Kunst & Technik des 19. Jahrhunderts im Kulturhaus LA8 direkt neben der Staatlichen Kunsthalle. Elegante Boutiquen, exklusive Juweliere, hochkarätige Antiquitätenläden und kleine Geschäfte mit ausgefallenen Präsenten und Dekors in den historischen Kolonnaden vor dem Kurhaus verwandeln die

VERANSTALTUNGSHIGHLIGHTS 2015 27.3. – 6.4.2015 I Festspielhaus Osterfestspiele mit den Berliner Philharmonikern 4. – 9.6.2015 I Galopprennbahn Iffezheim Internationale Galopprennen „Frühjahrsmeeting“ 22. – 30.5.2015 I Festspielhaus Pfingstfestspiele

architektonisch sehenswerten Gässchen der verkehrsfreien Innenstadt zu einem Shoppingparadies. Für Gourmets und Feinschmecker bietet Baden-Baden kulinarische Hochgenüsse der Extraklasse. Zahlreiche mit Sternen und Kochmützen ausgezeichnete Restaurants im Herzen der Stadt locken mit internationalen Köstlichkeiten und der feinen badischen Küche. Ein Geheimtipp für Gourmets und Freunde des guten Weins ist das nahe gelegene Rebland, eines der bekanntesten Riesling-Anbaugebiete Deutschlands. Vor der herrlichen Kulisse der weitläufigen Weinberge laden kleine Gasthäuser mit Lokalkolorit ebenso zu kulinarischen Streifzügen ein wie die gehobene Gastronomie. Im herrlich gelegenen historischen Schloss Neuweier, mitten in den Weinbergen des Baden-Badener Reblandes, finden die Philharmonischen Schlosskonzerte (10. und 11. Juli 2015) statt. Im wunderschönen romantischen Innenhof des Schlosses unterhalten die Musiker der Baden-Badener Philharmonie mit hochkarätiger klassischer Musik. Am Abend lockt das weltberühmte, nach Marlene Dietrich „schönste Casino der Welt“, mit seinen eleganten Sälen Gäste aus der ganzen Welt zum festlichen Ausklang des Tages.

3. – 5.7.2015 I Kurgarten Baden-Badener Sommernächte

Einzigartig ist nicht allein die faszinierende Architektur, auch die Privatsammlung beinhaltet Sternstunden der Kunst mit ausgewählten Werken der Klassischen Moderne. Die Sammlung besitzt mit insgesamt acht Werken einen überzeugenden Werkkomplex des späten Picasso. Amerikanische Künstler des abstrakten Expressionismus begründeten den Ruhm der New Yorker Schule. Neben Gemälden von Gottlieb, de Kooning, Pollock und Rothko enthält die Sammlung ein Hauptwerk von Clyfford Still – eine Seltenheit in der europäischen Museumslandschaft. Ausstellungen: 28.2. – 3.5.2015 Arnulf Rainer. Georg Baselitz 16.5. – 20.9.2015 Heinz Mack. Das Relief 3.10.2015 – 24.1.2016 Andreas Gursky

Staatliche Kunsthalle Baden-Baden Lassen Sie sich inspirieren von moderner und zeitgenössischer internationaler Kunst! Das von Hermann Billing und Wilhelm Vittali erbaute Ausstellungshaus inmitten der prachtvollen Park- und Gartenanlage Lichtentaler Allee freut sich auf Ihren Besuch. Der neoklassizistische Bau, der keine Sammlung beherbergt, bietet eine ideale Plattform für den Dialog zwischen Kunstwerk und Raum, dem hier in allen Medien (Malerei, Skulptur, Fotografie, Video und Installation) ein vielfältiges Forum geboten wird. Ob Kunstkenner oder „Einsteiger“ – in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden kommen alle auf Ihre Kosten. Ausstellungen: 21.3. – 21.6.2015 Nach dem frühen Tod 10.7. – 4.10.2015 Übermorgenkünstler

Museum LA8 Das Museum LA8 – in seiner Konzeption ist es einzigartig innerhalb der Museumslandschaft Deutschlands – widmet sich intensiven Wechselwirkungen von Kunst und Technik im 19. Jahrhundert. Thematisch interessieren insbesondere Bereiche wie die Fotografie, die Urbanisierung der Natur als Stadtgarten, das inspirative Nebeneinander von Telepathie und Telefonie, die Wissens- und Bildungsexplosion, also mentalitäts- geschichtliche Überschneidungen von Kunst und Technik sowie deren Folgen, die bis heute für unsere Gesellschaft von Bedeutung sind. Diese Aspekte werden in halbjährlich wechselnden Themenausstellungen beleuchtet. Ein Begleitprogramm zu den Ausstellungen ist mit Lesungen, Vorträgen und Workshops für Kinder und Jugendliche geplant. Ausstellung: 21.3. – 30.8.2015 MUSIK! Die Berliner Philharmoniker im 19. Jahrhundert. Die Entstehung eines Weltorchesters

5.9.2015 I Kurhaus Grand-Prix-Ball

10. und 11.7.2015 I Schloss Neuweier Philharmonische Schlosskonzerte

16. – 18.10.2015 Internationale Galopprennen „Sales & Racing Festival“

10. – 12.7.2015 I Kurgarten Internationales Oldtimer-Meeting

23.11. – 30.12.2015 I Centrum Baden-Badener Christkindelsmarkt

28.8. – 6.9.2015 Galopprennbahn Iffezheim Internat. Galopprennen „Große Woche“

31.12.2015 I Kurhaus Silvester Dinner Ball

en. ik des 19. Jahrhunderts Baden-Bad Blick ins Museum für Kunst und Techn g Vierin as Thom Foto:


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Baden-Baden | 7

Georg Baselitz. Werke aus der Sammlung Frieder Burda Georg Baselitz, einer der einflussreichsten Künstler unserer Zeit, dessen Virtuosität und Produktivität immer wieder aufs Neue begeistern, ist in der Sammlung Frieder Burda mit 14 Gemälden und 2 Skulpturen vertreten, die seine Entwicklung seit 1963 gut Georg Baselitz, Tränenbeutel, 1963, Öl auf Leinwand, 100 × 80 cm © aufzeigen. Parallel zur großen Georg Baselitz, 2015 Rainer-Retrospektive präsentiert das Museum Frieder Burda die Arbeiten von Baselitz aus der eigenen Sammlung. So lassen sich thematische und methodische Gemeinsamkeiten im Werk der beiden Künstler entdecken. 28.2. – 3.5.2015 | www.museum-frieder-burda.de

Heinz Mack. Licht Schatten Arnulf Rainer, ohne Titel, 1988, Öl auf Holz, 60 x 79,9 cm, Museum Frieder Burda, Baden-Baden © Arnulf Rainer, 2015

Baden-Baden

Arnulf Rainer

Große Retrospektive im Museum Frieder Burda 28.2. – 3.5.2015

Die große Sommerausstellung im Museum Frieder Burda zeigt Reliefs von Heinz Mack (*1931). Sie stehen zentral für das plastisch-bildnerische Werk des Mitbegründers der Gruppe ZERO. Seit den 1950er Jahren fertigt Mack in verschiedensten Materialien und Techniken Reliefs an, die vom kleinen Format bis zur Land Art reichen. lief, el-Re Dopp les Heinz Mack, Radia 1958, 112 x 81 x 14 cm © VG BildDurch die unterschiedlichen Kunst, Bonn 2015 Oberflächen und deren „Lichthaftigkeit“ wird das einfallende Licht reflektiert, absorbiert und gestreut. So entstehen Strukturen von überzeugender Klarheit und überraschender Fülle. 16.5. – 20.9.2015 | www.museum-frieder-burda.de

Andreas Gursky Mit über 100 Werken aus verschiedenen Werkphasen von 1949 bis heute präsentiert das Museum Frieder Burda eine große Retrospektive des österreichischen Künstlers Arnulf Rainer, der vor kurzem seinen 85. Geburtstag feierte. Die Ausstellung, die in Kooperation mit der Albertina in Wien entstand, macht deutlich, wie vielseitig und bedeutungsvoll das Werk des Künstlers ist. Von Anfang an gehört Arnulf Rainer auch zu den wichtigen Künstlern der Sammlung Frieder Burda. Die Ausstellung wurde von Helmut Friedel, Intendant des Museums und langjähriger Kenner des Oeuvres, in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler zusammengestellt und bereits erfolgreich in der Albertina gezeigt. Der Bogen der Exponate spannt sich vom Frühwerk mit den Zentralgestaltungen, Übermalungen und Kreuzdarstellungen über die Selbstdarstellungen der Face Farces und Body Poses und deren Überarbeitungen bis hin zu den Totenmasken und Schleierbildern. Zudem werden jüngst entstandene Bilder präsentiert. Neben Werken aus dem umfangreichen Konvolut des Künstlers in der Sammlung Frieder Burda umfasst die Ausstellung Arbeiten von internationalen Museen und privaten Leihgebern.

Arnulf Rainer, Ein Ruf (Face Coloration), 1969/70, Ölkreide auf Fotografie, 50,5 x 40,5 cm, Museum Frieder Burda, Baden-Baden © Arnulf Rainer Arnulf Rainer, ohne Titel, 2012, Acryl auf Holz, 85,5 x 102 cm, Besitz des Künstlers © Arnulf Rainer, Foto: Robert Zahornicky

Die Präsentation gliedert sich in verschiedene Werkgruppen, die Rainer jeweils obsessiv verfolgt hat, und vermittelt dabei die Parallelität seiner künstlerischen Strategien. Die bekannten Übermalungen, die eine Auslöschung des ursprünglichen Bildes im permanenten Malprozess vorantreiben, greifen nicht selten das eigene Ich als Thema auf und gehen dabei über in einen performativen Akt. Die Beschäftigung mit dem eigenen Gesicht oder Körper hat aber keinen narzisstischen Ursprung. Im Gegenteil, die künstlerische Existenz dient als einzige verbleibende Legitimation der Kunst im Zeitalter ihres Endes. So werden diese Bilder auch Ausdruck einer gewissen Sprachlosigkeit: „Es gibt für Rainer nichts mehr mitzuteilen außer der Vergegenwärtigung seiner eigenen Existenz“, wie Helmut Friedel sagt.

ADRESSE Museum Frieder Burda Lichtentaler Allee 8 b 76530 Baden-Baden www.museum-frieder-burda.de ÖFFNUNGSZEITEN Di – So 10 – 18 Uhr An allen Feiertagen geöffnet

EINTRITTSPREISE Ticket EUR 12, ermäßigt EUR 10 Schüler ab 9 Jahren EUR 5 Familienticket EUR 26 AUDIOGUIDE deutsch und französisch EUR 4

Das Kreuz ist ein wiederkehrendes Motiv im Werk Rainers. Damit orientiert sich der Künstler zum einen an der christlichen Symbolik. Zum anderen fungiert es als „zentrales Orientierungssystem des Menschen, als entscheidende Grundkoordinate“, so Friedel, „ohne die eine Ordnung auf der Welt nicht möglich erscheint.“ Mit den Masken, speziell den Totenmasken, und den Bezügen auf die Gesichtsgrimassen Messerschmidts tritt noch einmal die in den Bildwelten Rainers immer schwelende Affinität zum Thema Schmerz und Tod ins Bild. Angefangen mit der frühen Darstellung des „Sterbenden Rainer“ 1949 und eingebettet in den Wiener Kontext spielen die Erfahrungsmomente des Existentiellen wie des Psychologischen, wenn nicht Psychotischen, und ihr großes kreatives Potential immer eine wichtige Rolle.

Konsequent und unbeirrt hat Rainer seine solitäre Position im internationalen Kunstgeschehen der letzten Jahrzehnte verfolgt. Wie der ausführliche Katalog beschreibt, gab es stets auch Auseinandersetzungen mit zeitgleichen Kunstströmungen wie Informel, Zero oder dem Wiener Aktionismus, doch kennt Rainers Werk keinen Vergleich. Wie kaum ein anderer hat er in seiner kompromisslosen Suche nach Ausdrucksmitteln von Anfang an radikal neue Verfahrensweisen entwickelt. Zusammen mit Gerhard Richter, Sigmar Polke und Georg Baselitz, Maria Lassnig und Bruce Nauman oder Yves Klein zählt er damit weltweit zu den bedeutendsten Künstlern der Nachkriegszeit.

Andreas Gursky, einer der erfolgreichsten zeitgenössischen Fotografen, ist ab Oktober 2015 mit seinen charakteristischen Großformaten im Museum Frieder Burda zu sehen. Gurskys Werke sind bildhaft gewordene Zeugen seiner über Jahrzehnte fortgesetzten Reisen um die Welt. Dem Besucher eröffnet sich mit der PräsentaAndreas Gursky, Pyongyang I, 2007, C-Print, 307 x 215,5 x 6,2 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2015 tion ein bilderreiches Panorama, das einerseits unsere komplexe Wirklichkeit präzise analysiert und das anderseits eine große Lust am Betrachten und Entdecken von Bildern formuliert. 3.10.2015 – 24.1.2016 | www.museum-frieder-burda.de

Für Schulen, Kindergärten und Familien Ein spannendes und vielseitiges Programm für Kinder, Jugendliche und Familien organisiert das Museum Frieder Burda zu allen Ausstellungen. Kindgerechte Führungen bieten Geschichten und Wissenswertes, dabei wird direkt vor den Exponaten gemalt. Die Workshops und Angebote für Schulklassen starten mit einer kurzweiligen Museumstour, danach wird in der Werkstatt mit verschiedenen Techniken und Materialien experimentiert. www.museum-frieder-burda.de

Parallel zur großen Arnulf Rainer-Retrospektive werden die Arbeiten von Georg Baselitz aus der Sammlung Frieder Burda präsentiert. Dies ermöglicht dem Besucher, thematische und methodische Gemeinsamkeiten im Werk der beiden Künstler zu entdecken.

FÜHRUNGEN Öffentliche Führungen EUR 4 Mi 16 Uhr, Sa, So 11 und 15 Uhr Private Gruppenführungen EUR 75 Buchung von Führungen und Anmeldung von Gruppen T. +49 7221 39898-38 fuehrungen@museum-frieder-burda.de

KATALOG Der Katalog zur Ausstellung ist im Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln erschienen und im Museum Frieder Burda erhältlich. © Museum Frieder Burda, Baden-Baden, Foto: Ziegenfusz


8 | Bad Homburg

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oben: Ori Gersht, Ghost, Olive 07, 2003 links: Ori Gersht, Evaders, Far Off Mountains And Rivers, 2009

Bad Homburg

ORI GERSHT

NATURGEWALTEN – FILME UND FOTOGRAFIEN 15. März – 14. Juni 2015 Ori Gersht beschäftigt sich mit seiner Herkunft und den geschichtlichen Ereignissen in Europas jüngster Vergangenheit. Dabei werden Topografien und die Reise zu historisch bedeutsamen Orten zu Metaphern metaphysischer Prozesse. Das Schicksal Einzelner steht exemplarisch für die kollektive Vergangenheit, welche zugleich verborgener Subtext für die beziehungslose, jedoch sinnliche Betrachter Erfahrung ist. So spielt das Video „The Forest“ aufgenommen in den polnisch ukrainischen Moskolovka-Wäldern, an dem Ort, an dem sich die Eltern des Künstlers vor den Nazis versteckt hielten. Gersht stellt Geschichte im Verborgenen dar und erschafft Bilder für den Prozess des Erinnerns. In seiner filmischen Arbeit „Evaders“ porträtiert Gersht die Reise einer Person an der „Lister Route“ über die Pyrenäen an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien. Begleitet wird diese Reise in seinem Film von Worten Walter Benjamins, der sich nach seinem gescheiterten Fluchtversuch über diese Grenze in Portbou das Leben nahm. Mit seiner Arbeit erinnert Gersht an diesen historischen Weg, über den im II. Weltkrieg Intellektuelle, politisch Verfolgte und Künstler geschmuggelt

wurden. Heute im vereinten Europa ist er lediglich ein landschaftlich reizvoller Pfad, der nur noch symbolisch die Grenze zwischen zwei Ländern darstellt und doch einst zwischen Leben und Tod entschied. Die Fotografien der »Ghost-Olive«-Serie zeigen gleichzeitig die symbolische Kraft und die Verletzlichkeit alter Olivenbäume, denen in Israel traditionell politische und kulturelle Bedeutung zugeschrieben werden. Der Künstler hat die Fotografien im hellen Licht der Mittagssonne absichtlich überbelichtet, um den Film auszubleichen und die knorrigen Bäume verblassen zu lassen. Die daraus entstehenden Formen erscheinen geisterhaft und zerbrechlich und lösen sich vor unseren Augen fast auf. Gersht verwandelt diese uralten, verwitterten Symbole der Kraft in Gebilde fragiler Schönheit. Ori Gersht, Künstler, geboren 1967 in Tel Aviv, lebt zur Zeit in London. 1993 bis 1995 absolviert er seinen Master in Fotografie am Royal College of Art und der Universität von London. Seit 2000 sind seine Foto- und Videoarbeiten in internationalen Ausstellungen zu sehen.

VERANSTALTUNGSTIPPS IN DER AUSSTELLUNG Szenische Lesung „ANNE - Grüße und Küsse an alle“ Mittwoch, 22. 4.2015 19 Uhr I Eintritt EUR 9 Im Museum Sinclair-Haus tragen jungen Schauspieler der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt Passagen aus dem Buch »›Grüße und Küsse an alle‹ Die Geschichte der Familie von Anne Frank« von Mirjam Pressler –(erschienen im Fischer Taschenbuch Verlag), das Mittelpunkt der diesjährigen Lesereihe »Frankfurt liest ein Buch« steht.

FAMILIENTAG „Wer zuerst lacht...“ Sonntag, 26.4.2015 13 - 17.30 Uhr Teilnahme: Erwachsene EUR 7 Kinder bis 14 Jahre frei Ein gemeinsames Erlebnis für Erwachsene und Kinder: Führungen, Musik, Lesung und Expeditionstasche. Im Atelier können Familien, unter der Anleitung von Künstlern, Gemeinschaftsbilder malen, zeichnen und drucken.

VORTRAG „Landschaften in der zeitgenössischen israelischen Kunst“ Mittwoch, 27.5.2015 I 19 Uhr I Eintritt EUR 7 Dr. Eva Atlan, Kuratorin des Jüdischen Museums Frankfurt

KÜNSTLERGESPRÄCH 12.5.2015 I 19 Uhr I Eintritt EUR 9 Ori Gersht im Gespräch mit Daniella Baumeister, HR2 und Stipendiaten aus Israel über seine Reisen, auf denen er sich auf den Spuren der Vergangenheit bewegte und über den Prozess des Erinnerns, das Gersht in seinen ausdrucksstarken Werken übersetz.

LESUNG UND GESPRÄCH „Hannah Arendt und die Radikalität des Guten“ Mittwoch, 20.5.2015 I 19 Uhr I Eintritt EUR 9 Alois Prinz Autor des Bestsellers „Hannah Arendt“ im Gespräch mit Moderator Martin Maria Schwarz, Hr2 Kultur

ADRESSE Museum Sinclair-Haus Löwengasse 15, Eingang Dorotheenstraße 61348 Bad Homburg v. d. Höhe ÖFFNUNGSZEITEN Di 14 – 20 Uhr Mi – Fr 14 – 19 Uhr Sa – So 10 – 18 Uhr Montags sowie vom 23.–25. April geschlossen EINTRITTSPREISE Normalpreis EUR 5, Ermäßigt EUR 3 Familienkarte EUR 12 Inhaber der Museumsufercard Eintritt frei Mittwochs für alle Eintritt frei

AUDIOGUIDE Nein FÜHRUNGEN Anmeldung zu Führungen und Veranstaltungen Tel 0 6172 404-120 info@altana-kulturstiftung. de KATALOG WEITERE INFORMATIONEN www.altana-kulturstiftung.de

v.l.n.r.: Ori Gersht, Evaders, 2009 Ori Gersht, On Reflection, Untitled, Material 18L, 2014


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Basel | 9

Übergangsjahr für das Kunstmuseum Basel Das Jahr 2015 ist ein entscheidendes Übergangsjahr für das Kunstmuseum Basel. 2016 wird der Neubau der Gerhard Richter | Verkündigung nach Architekten Christ & GanTizian, 1973 | Kunstmuseum Basel tenbein gemeinsam mit dem Foto: Marco Blessano Fotografie, Uster renovierten Hauptbau eröffnet. Wegen der dafür nötigen Sanierungsarbeiten schliesst der Hauptbau des Kunstmuseums Basel ab Februar 2015 für ein Jahr seine Tore. Während dieser Zeit werden umfangreiche Bestände der öffentlichen Kunstsammlung in anderen Museen gezeigt, vom 14. Februar 2015 bis 21. Februar 2016 zum Beispiel die Ausstellung «Von Cézanne bis Richter» im Museum für Gegenwartskunst oder vom 11. April 2015 bis zum 28. Februar 2016 «Holbein. Cranach. Grünewald» im Museum der Kulturen Basel.

Weitere Ausstellungshighlights in den Basler Museen Nebst den Werken von Paul Gauguin und den Beständen des Kunstmuseums Basel können Sie im Frühjahr noch weitere Kunsthighlights in den Basler Museen entdecken. So zeigt das Vitra Design Museum «Making Africa» vom 14. März bis zum 13. September 2015 eine faszinierende Ausstellung zum zeitgenössischen Design Afrikas. Und das Museum Tinguely stellt mit «Belle Haleine» vom 11. Februar bis zum 17. Mai 2015 zum ersten Mal A.D.» Vigilism, «Idumota Market, Lagos 2081 nicht die visuelle Wahr, aus der «Our Africa 2081A.D.» Serie nehmung, sondern den Illustration für die Heritage Menswear Kollektion von Ikiré Jones, 2013 Geruchssinn ins Zentrum dé © Olalekan Jeyifous & Walé Oyéji einer Ausstellung. Der Einsatz von olfaktorischen Stimuli in der Kunst geschieht oft subversiv und bricht mit vielen Tabus. Diesen Umstand machen sich international bekannte Künstler zu Nutze und setzen sich dabei mit den grossen Fragen unserer heutigen Zeit und Gesellschaft auseinander.

Spezialangebot zur Art Basel

Paul Gauguin Contes Barbares, 1902 © Museum Folkwang, Essen

Basel

Paul Gauguin 8.2. – 28.6.2015

Mit Paul Gauguin (1848 – 1903) präsentiert die Fondation Beyeler einen der grossen europäischen Kulturhöhepunkte des Jahres. Dank der rund fünfzig Meisterwerke Gauguins, die aus international renommierten Museen und Privatsammlungen zusammengetragen wurden, handelt es sich um die hochkarätigste Ausstellung, die diesem herausragenden Künstler in den letzten zehn Jahren gewidmet wurde. Weiter ist das Ausstellungsprojekt mit über sechs Jahren Vorbereitungszeit das bisher aufwendigste in der Geschichte der Fondation Beyeler. Die Sonderausstellung zeigt sowohl Gauguins vielseitige Selbstporträts als auch die visionären und spirituellen Bilder aus seiner Zeit in der Bretagne. Vor allem stehen die weltberühmten, auf Tahiti entstandenen Gemälde des Franzosen im Vordergrund. In ihnen feiert der Künstler seine Idealvorstellung von einer unversehrten exotischen Welt und verbindet darin Natur und Kultur, Mystik und Erotik, Traum und Wirklichkeit auf harmonischste Weise. Neben Gemälden präsentiert die Ausstellung auch eine Auswahl geheimnisvoller Skulpturen Gauguins, welche die damals schon weitgehend verschwundene Kunst der Südsee lebendig werden lassen. Weltweit gibt es kein Kunstmuseum, das ganz dem Werk Gauguins gewidmet ist, daher kommen die kostbaren Leihgaben aus 13 verschiedenen Ländern. Darunter befinden sich namhafte Institutionen wie das Musée d’Orsay, Paris; das Art Institute of Chicago; die National Gallery of Scotland, Edinburgh; die Londoner Tate; das Museum of Modern Art in New York und viele weitere. Der Fondation Beyeler ist es gar gelungen, eine Gruppe von Werken Gauguins aus den legendären russischen Sammlungen der Eremitage in Sankt Petersburg und des Pushkin-Museums in Moskau für die Ausstellung zu gewinnen.

Paul Gauguin ist als Künstler wie als Mensch eine unglaublich faszinierende Persönlichkeit. Nach einer in Peru verbrachter Kindheit als weltreisender Seemann der Handelsmarine, als Börsenhändler und Bohémien im Paris des Fin de Siècle, Freund und Förderer der Impressionisten, Mitglied der Künstlerkommune im bretonischen Pont-Aven, WG-Partner von Van Gogh in Arles, mit seiner unstillbaren Sehnsucht nach einer Insel der Seligen, die er auf Tahiti und als Eremit auf den Marquesas-Inseln zu finden hoffte, wurde er zu einem der ersten modernen Nomaden und zivilisationskritischen Aussteiger in der Kunst. Gauguin entdeckte eine neue Form von Sinnlichkeit, Exotik, Ursprünglichkeit und Freiheit für die moderne Kunst. „Wir sind glücklich, dass es uns gelungen ist, viele seiner schönsten Meisterwerke aus aller Welt in Basel zu vereinen. Sogar für die Fondation Beyeler, die für ihre qualitätsvollen Ausstellungen internationalen Ruf geniesst, ist dies eine Sensation“, so Museumsdirektor Sam Keller.

Ihr Ausstellungsbesuch Verbinden Sie Ihren Museumsbesuch mit einer Städtereise nach Basel und profitieren Sie vom attraktiven Pauschalarrangement ab € 62. Dieses umfasst eine Übernachtung in der gewählten Hotelkategorie, das Eintrittsticket für die Sonderausstellung «Paul Gauguin» in der Fondation Beyeler und ein Mobility Ticket, welches die kostenlose Benutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel in Basel ermöglicht. Buchen Sie jetzt Ihren Aufenthalt unter Tel. +41 (0)61 268 68 68 oder auf www.basel.com/gauguin. WEITERE INFORMATIONEN ZUR AUSSTELLUNG: Fondation Beyeler, Tel. +41 (0)61 645 97 00, www.fondationbeyeler.ch, Öffnungszeiten: Täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr, mittwochs bis 20.00 Uhr

Wenn Kunstinteressierte an Basel denken, kommt ihnen unweigerlich auch die Art Basel in den Sinn, die international bedeutendste Messe für moderne und zeitgenössische Kunst. Über 300 sorgfältig ausgewählte Galerien zeigen Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts und maArt Basel - die bedeutendste Messe für chen die bekannte Veranmoderne und zeitgenössische Kunst staltung zum wichtigsten Museum auf Zeit. Künstler, Kunstsammler und viel Prominenz aus der Kulturszene treffen sich in diesen Tagen in Basel. Mit dem Spezialangebot von Basel Tourismus und der Art Basel haben Sie die Möglichkeit, zu besonders attraktiven Preisen ebenfalls Teil davon zu sein: Übernachtung, Eintritt und das offizielle Buch «Art Basel Year 45» gibt es damit vom 19. bis zum 21. Juni 2015 bereits ab € 117 pro Person.

Kunst im öffentlichen Raum Dass es in den Basler Museen viel Spannendes zu sehen gibt, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Doch der Kunst begegnet man in Basel nicht nur in den kulturellen Institutionen, sondern auch auf öffentlichen Plätzen und in den verwinkelten Gässchen Die Skulptur «Intersection» von Richard Serra der Altstadt: Richard Serra, Jonathan Borofsky, Jean Tinguely oder Pablo Picasso sind nur einige der Künstler, die das Stadtbild mit ihrem Schaffen bereichern. Ihre Werke gehören inzwischen wie selbstverständlich zum Alltagsleben der Baslerinnen und Basler und sind aus der Stadt nicht mehr wegzudenken. Mit der Broschüre «Kunst in der Stadt», die an den Tourist Informationsstellen von Basel Tourismus gratis bezogen werden kann, können Sie die spannendsten Skulpturen auf eigene Faust entdecken. Weitere Informationen und Buchungen: Basel Tourismus, Aeschenvorstadt 36, CH-4010 Basel Tel. +41 (0)61 268 68 68, info@basel.com, www.basel.com


10 | Bern

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oben: Paul Klee und Wassily Kandinsky, Hendaye, August 1929 Fotografin: Nina Kandinsky © Centre Pompidou, MnamCCi, Paris, Bibliothèque Kandinsky links: Maurice Guibert, Toulouse-Lautrec porträtiert Toulouse-Lautrec, um 1894, Fotografie © Musée Toulouse-Lautrec, Albi, Tarn, France

Bern

Kunst- und Kulturperle Bern 8.2. – 28.6.2015 Bern hat eine lange Tradition einer aktiven, interessanten Kunst- und Kulturszene, welche über die Grenzen hinweg immer wieder grosse Beachtung findet. Bedeutende Künstlerinnen und Künstler haben Bern in der Vergangenheit und der Gegenwart als Ort für ihr Schaffen gewählt. Speziell das Jahr 2015 wartet mit herausragenden Kunst- und Kulturhighlights auf. Stolz macht sich die Bundeshauptstadt in einer Schlaufe der Aare breit und blickt zufrieden in die Alpen: Die mittelalterliche Altstadt von Bern gehört zum UNESCO-Welterbe und verführt ihre Besucher mit geheimnisvollen Ecken und erhabenen Plätzen, mit Berner Gemütlichkeit und viel Kultur. Eingebettet in malerische Gassen findet der Entdecker viele kleine Galerien, Spezialgeschäfte und gastronomische Perlen. Ein verführerisches „Savoir vivre“ liegt in der Luft und verführt zum Verweilen. Goethe, Dumas, Mozart, Picasso, Rilke, Brahms, Klee… Sie waren alle einst in Bern, haben eine Zeit lang hier gearbeitet oder sind als Besucher abgestiegen. Und einige haben ihre Eindrücke von der Stadt gar schriftlich festgehalten. Ein besonders schmeichelhaftes Zitat stammt von Goethe, der Bern im Jahr 1779 einen Besuch abstattete: „…sie ist die schönste, die wir gesehen haben, in Bürgerlicher Gleichheit eins wie das andere gebaut…“.

Klee & Kandinsky erstmals vereint Einem Künstler hat die Stadt Bern im Jahr 2005 ein besonderes Denkmal gesetzt. So erhielt Paul Klee (1879-1940), der heute zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts gilt, im Osten der Stadt ein eigenes Museum. Klee verbrachte die Hälfte seines Lebens in Bern und liess sich von seinem Wohnort mehr als einmal inspirieren. Dieses Jahr feiert das Kunsthaus sein 10-jähriges Bestehen und wartet mit verschiedenen Highlights auf. Vom 19. Juni bis 27. September 2015 widmet das Zentrum Paul Klee eine umfassende Wechselausstellung den

Freunden Paul Klee und Wassily Kandinsky. Bis zum 17. Januar 2016 sind zudem Werke ausgestellt, die einen Überblick über Klees künstlerisches Gesamtwerk geben.

Toulouse im Kunstmuseum Bern Seit dem Vermächtnis von Kunstsammler Cornelius Gurlitt an das Kunstmuseum Bern ist das Haus in aller Munde. Ein Besuch lohnt sich aber auch bereits ohne Gurlitts Bilder, denn Werke von Paul Klee, Pablo Picasso, Ferdinand Hodler und Meret Oppenheim haben das Kunstmuseum Bern zu einer Institution mit Weltruf gemacht. Vom 28. August bis 13. Dezember 2015 widmet das Kunstmuseum Bern eine Ausstellung dem französischen Künstler Henri de Toulouse-Lautrec (18641901). Der Künstler besticht vor allem durch sein fotografisches Auge und seinen ungeschönten Darstellungen des Pariser Amusierviertels Montmartre.

Zentrum der kulturellen Kräfte An einem Ort, mitten im Zentrum der Stadt, bündeln sich die kulturellen Kräfte: Im sogenannten PROGR, einem ehemaligen Schulhaus, haben sich gut hundertfünfzig Kulturschaffende niedergelassen. Seit dem Auszug der Schule 2004 wird das Gebäude als Atelierhaus und Projektwerkstatt genutzt. Was ursprünglich als Provisorium gedacht war, steht heute auf eigenen Beinen. Die kreative Fabrikationsstätte vereint alle Produktionsschritte, von der eigentlichen Herstellung über die Finanzierung und Vermittlung bis hin zur Präsentation der Werke. Hier gibt es bildende Künstlerinnen, es gibt Grafikbüros, Theaterorganisatoren und Kulturvermittler. Am Abend und am Wochenende veranstaltet der beliebte Treffpunkt CaféBar „Turnhalle“ Konzerte, Discos und weitere kulturelle Aktivitäten.

Musikalische Leckerbissen Als musikalisches Highlight darf das Internationale Jazzfestival Bern genannt wer-

den (17.3.-23.5.2015). Es feiert heuer sein 40-Jahr-Jubiläum und bringt jedes Jahr während zwei Monaten Weltklasse-Jazz nach Bern. Das Jazzfestival, das im Hotel Innere Enge stattfindet, hat sich weltweit den Ruf als eines der wichtigsten traditionellen Jazzveranstaltungen erworben – mit bekannten Grössen aus der Jazz-, Blues-, und Gospelszene. Strassenmusik vom Feinsten lässt sich am Buskers Festival (6.-8.8.2015) geniessen. Auf den Strassenbühnen und unter freiem Himmel spielen sowohl nationale als auch internationale Künstlerinnen und Künstler. Wer sich für klassische Musik interessiert, ist beim Konzert Theater Bern richtig, speziell vom 19. bis 21. Juni 2015. Dann gehen Beethoven und Bern eine aussergewöhnliche Liaison ein. Sämtliche Klavierkonzerte Beethovens werden durch das Berner Symphonieorchester anlässlich des Beethoven-Festivals aufgeführt, wofür eine Schar junger und aufstrebender Solisten verpflichtet wurde.

VERGÜNSTIGUNGEN FÜR ÜBERNACHTUNGSGÄSTE Museum Card

Gratis öV dank Bern Ticket

Ob Meisterwerke der Kunst oder kulturhistorische Schätze: Mit der Museum Card profitieren Sie während 24 (CHF 28.-) oder 48 Stunden (CHF 35.-) vom freien Eintritt in alle Museen der Stadt Bern. www.bern.com/museumcard

Nun brauchen sich touristische Gäste der Schweizer Hauptstadt nicht mehr mit Billettautomaten abzumühen, denn alle Übernachtungsgäste erhalten mit dem Bern Ticket automatisch ein Billett zur freien Nutzung des öffentlichen Verkehrs im Stadtzentrum, inkl. aller Trams und Busse, der Gurtenund der Marzilibahn, des Münsterplattformliftes sowie der An- und Abreise zum Bern Airport. Am Anreisetag dient die Reservationsbestätigung als Transferticket vom Bahnhof oder Flughafen zum Beherbergungsbetrieb. Mehr Infos unter www.bern.com


EMILE | arttourist.com 1|2015

Bern | 11

KLEE IN BERN Paul Klees Gesamtwerk wird in der mehrmals wechselnden Ausstellung »Klee in Bern« das ganze Jahr über erlebbar. Dabei liegt ein Hauptaugenmerk auf dem Schaffen in den frühen Jahren 1890 bis 1906 sowie dem so wichtigen Spätwerk. Ein gespaltenes Verhältnis hatte der Künstler zur Stadt – und doch war und blieb seine Heimatstadt, die Stadt seiner Jugend und seines zugleich leidvollen wie Paul Klee Paukenspieler, 1940, 270 Kleisterfarbe auf Papier fruchtbaren Lebensabends. Die auf Karton 34,6 x 21,2 cm Ausstellung hält inne bei seinen Zentrum Paul Klee, Bern Berner Sammlerinnen und Sammlern sowie den entscheidenden Ausstellungen in der Bundesstadt. Außerdem zeigt sie welchen Einfluss er auf Berner Künstlerinnen und Künstler hatte. Das letzte Atelier Klees wird in der Ausstellung rekonstruiert und erlaubt einen authentischen Einblick in die beeindruckend bescheidende Arbeitssituation, in der herausragende Werke entstanden. bis 17.1.2016

HENRY MOORE

Paul Klee, Der wilde Mann, 1922, 43 © Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München, Dauerleihgabe der Gabriele Münter und Johannes EichnerStiftung

Bern

10 Jahre Zentrum Paul Klee Statt zurückzublicken, will das Zentrum Paul Klee (ZPK) im Jubiläumsjahr das Potential seines innovativen Konzepts als Kultur- und Begegnungszentrum in vollem Umfang entfalten. Die Besucherinnen und Besucher dürfen sich deshalb auf ein hochkarätiges vielfältiges Ausstellungsprogramm freuen – von Henry Moore über die Paarung der zwei Giganten der modernen Kunst Paul Klee und Wassily Kandinsky bis hin zu einer eindrücklichen, ja berührenden Ausstellung über »Bäume«, an der sich eine Reihe renommierter internationaler Künstlerinnen und Künstler aktiv beteiligen. Darüber hinaus wird während des ganzen Jahres Paul Klees Werk aus den Sammlungsbeständen im Überblick präsentiert und Klees Verhältnis zu seiner Heimatstadt Bern genauer untersucht.

Kindermuseum Creaviva Zehn Jahre alt werden auch das Kindermuseum Creaviva und die inzwischen weltweit renommierte Sommerakademie im Zentrum Paul Klee. Sie beide stärken das Bildungspaket, welcher dem Zentrum Paul Klee von Beginn weg eingeschrieben ist. In diesem Jahr ist Hassan Kahn zu Gast in der Sommerakademie.

ADRESSE Zentrum Paul Klee Monument im Fruchtland 3 Postfach 3000 Bern 31 www.zpk.org ÖFFNUNGSZEITEN Di – So 10 – 17 Uhr Mo geschlossen EINTRITTSPREISE Normalpreis CHF 20 Ermäßigt CHF 18 Studierende / Lernende CHF 10 Kinder 6-16 CHF 7 Preisbeispiele gültig vom 1.4. bis 18.6.2015 und 28.9. bis 31.10.2015

AUDIOGUIDE In deutscher, englischer, französischer und italienischer Sprache ÖFFENTLICHE FÜHRUNG Führungen durch die Ausstellungen Sa 15 Uhr, So 13 Uhr CHF 5 plus Ausstellungsticket KUNST AM MORGEN Führung durch eine aktuellen Ausstellungen. Deutsch: jeden 1. MI des Monats um 11 Uhr CHF 5 plus Ausstellungseintritt

Radikal, experimentell und avantgardistisch – der Künstler Henry Moore (1898 – 1986) steht mit Meisterwerken aus der Sammlung der Tate im Mittelpunkt der ersten Ausstellungseröffnung des Jahres. Mit wenigen Ausnahmen blieb er der Figuration treu – eine Leidenschaft, die er mit Paul Klee teilte. Beide kommentierten auf subtile Art das Zeitgeschehen, Moore Henry Moore (1898 - 1986) | Mother etwas als offizieller englischer and Child, 1953 | Bronze auf Holzsockel 53 x 27 x 34,5 cm | Tate: Geschenk »Kriegskünstler« im Zweiten |der Freunde der Tate Gallery 1960 | © Weltkrieg (z.B. mit seinen Tate, London 2015 | PRINT: Reproduced by permission of The Henry Moore berühmten »Shelter Dra- Foundation wings«). Die Ausstellung gibt mit 28 Skulpturen und 42 Arbeiten auf Papier aus den Sammlungen der Tate und des British Council einen Überblick über das Werk eines der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts, dessen Revival von der großen Retrospektive der Tate Britain in Gang gesetzt worden ist. bis 25.5.2015

Paul Klee und Wassily Kandinsky, Burgkühnauerallee 6-7, Dessau, 1929 Fotografin: Nina Kandinsky? Centre Pompidou, MnamCci, Paris, Bibliothèque Kandinsky

Konzerte Die Meisterkonzerte sind eine seit 2007 etablierte Kammermusikreihe, die hochkarätige Solistinnen und Solisten in das Zentrum Paul Klee einlädt. Auch in diesem Jahr erlebt das Publikum Weltstars aus nächster Nähe solistisch, im Rezital oder in Kammermusikformationen: Benjamin Grosvenor, Steven Isserlis und Robert Levin, Daniel Hope und Klaus Maria Brandauer, Mikhail Rudy, Carolin Widmann, Nicolas Altstadt und Alexander Lonquich, Albrecht Mayer & The King‘s Singers.

Literatur Als Mehrspartenhaus hat sich das ZPK auch im Bereich Literatur kontinuierlich weiterentwickelt und ist heute ein Ort spannender Begegnungen mit Schweizer Autorinnen und Autoren. In diesem Jahr erwartet das Publikum wieder mehrere Lesungen, mit denen sich Kunst- und Leselust verbinden lässt. Gewonnen werden konnten u.a. folgende Autorinnen und Autoren: Adolf Muschg, Franz Hohler, Susanna Schwager, Karoline Arn, Peter Stamm, Lukas Bärfuss sowie Lukas Hartmann. Und die Grande Dame des deutschen Films und Theater, Hannelore Hoger, wird Robert Walser lesen.

KUNST AM MITTAG Eine halbstündige Führung zu einem ausgewählten Thema aus einer Ausstellung. Jede Woche zu einem anderen Thema. Deutsch: Di 12.30 bis 13 Uhr GRUPPENFÜHRUNGEN Auskunft und Reservation für private Führungen im Zentrum Paul Klee Tel.: +41 (0) 31 359 01 94 E-Mail: kunstvermittlung@zpk.org

KATALOG Die Tunisreise 1914, Paul Klee, August Macke, Louis Moilliet Hrsg. Zentrum Paul Klee, Bern, Texte von Michael Baumgartner, Roger Benjamin, Erich Franz, Ernst-Gerhard Güse, Ursula Heiderich, Christine Hopfengart, Anna Schafroth, Deutsch und Englisch, 2014. ca. 304 Seiten, ca. 240 Abb., 21,00 x 27,00 cm, Broschur, Preis: ca. EUR 29,80, erscheint zur Ausstellung

KLEE & KANDINSKY Noch nie zuvor wurde eine so hochkarätige Auswahl von Werken dieser beiden Meister in einer gemeinsamen Ausstellung vereint. Paul Klee (1879 – 1940) und Wassily Kandinsky (1866 – 1944) gelten als Gründungsväter der abstrakt Kunst und sind zugleich eines der großen Freundespaar in der Kunstgeschichte. Die Ausstellung verrät viel über den schmalen Grat zwischen Freundschaft und Rivalität, zwischen gegenseitiger künstlerische Anregung und Abgrenzung, aber auch zwischen Erfolg und Verfemung. Neben Preziosen aus den eigenen Häusern versammeln das Zentrum Paul Klee und seine Partnerin, die Städtische Galerie im Lenbachhaus, insgesamt 150 Bilder aus den renommiertesten Museen der Welt vom Centre Pompidou in Paris über die Nationalgalerie Berlin bis zum New Yorker Guggenheim Museum. 19.6. – 27.9.2015

ABOUT TREES Die Ausstellung nimmt das Schwerpunktthema Natur–Kultur–Agrikultur des Zentrum Paul Klee auf und sprengt die räumlichen und zeitlichen Dimensionen einer klassischen Ausstellung, indem sie den umliegenden Naturraum einbezieht. Einige der Werke werden speziell für diese Ausstellung geschaffen. Mit John Isaacs, Thinking About It, Werken von: Carlos Amorales, Loui2002 | Verschiedene Materise Bourgeois, Mark Dion, Peter Doig, alien, Olbricht Collection | © John Isaacs John Isaacs, Paul McCarthy, Shirin Neshat, Pipilotti Rist, Shinji Turner-Yamamoto u.a. 16.10.2015 – 24.1.2016


12 | Davos

EMILE | arttourist.com 1|2015

Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938), Der Abschied, 1925-26, Öl auf Leinwand, 120.5 x 90 cm; verso: Dodo am Tisch („Interieur mit Dodo“), 1909, Öl auf Leinwand, 120.5 x 90 cm, Kirchner Museum Davos; Leihgabe Rosemarie Ketterer Stiftung (G 835; G 835v).

Davos

Der doppelte Kirchner – Die zwei Seiten der Leinwand Kirchner Museum Davos | 21.6. – 8.11.2015 Das Phänomen der doppelseitigen Gemälde Ernst Ludwig Kirchner zählt zu den bedeutendsten Vertretern des deutschen Expressionismus. Durch seine avantgardistische Lebenseinstellung und seinen befreiten Umgang mit Form und Farbe hat er die Malerei des frühen 20. Jahrhunderts revolutioniert. Im Werk des Künstlers, der zu Lebzeiten sein eigenes Schaffen in Form von selbstgeschriebenen Kunstkritiken und stilistischen Überarbeitungen redigierte, gibt es ein besonderes Phänomen, das in dieser ausgeprägten Form wohl bei keinem anderen Künstler der Klassischen Moderne zu finden ist: die Rückseitenbilder als eigene Werkkategorie. In Kooperation mit der Kunsthalle Mannheim und dem Kirchner Archiv in Wichtrach widmet sich das Kirchner Museum Davos ab Juni 2015 erstmalig der Werkkategorie der Rückseitenbilder.

ADRESSE Ernst Ludwig Kirchner Platz Promenade 82 CH–7270 Davos www.kirchnermuseum.ch

In einem Brief vom 7. Februar 1919 findet sich der vielzitierte Satz von Ernst Ludwig Kirchner: „Aber die Leinwand hat Gott sei Dank 2 Seiten.“ Daraus folgt allerdings nicht, dass der Künstler prinzipiell beide Seiten der Leinwand als gleichberechtigt akzeptiert hat. Es macht die Sache nicht einfacher, dass Kirchner Bilder aus der Dresdner und Berliner Zeit in Davos drehte, überarbeitete und seinem neuen Stil anpasste. Obwohl Kirchner so selbst einiges zur Unübersichtlichkeit der Sachlage beitrug, lässt sich doch deutlich unterscheiden zwischen den Vorder- und Rückseiten zu Lebzeiten Kirchners und den Wendemanövern, die nach dem Ableben des Künstlers erfolgten.

ÖFFNUNGSZEITEN Di – So 10 – 18 Uhr Mo geschlossen Nationalfeiertag 1. August 10 – 18 Uhr

EINTRITTSPREISE Normalpreis CHF 12 Rentner, AHV, IV CHF 10 Kinder, Studenten und Lehrlinge CHF 5 Familienkarte (2 Erw. mit max. 5 Kinder) CHF 24 Gruppen (min 10 Personen) CHF 10

Das Ausstellungsprojekt Die Vorder- und Rückseiten der Gemälde sind im Werk von Ernst Ludwig Kirchner untrennbar miteinander verknüpft. Vor diesem Hintergrund ist die lückenlose Dokumentation aller Seitenwechsel von zentraler Bedeutung. Darüber hinaus hat die Präsentation der Doppelseiten einen grossen Einfluss auf ihren Status als Kunstwerk und auf die Rezeption der Werke durch das Publikum, weshalb auch sie jeweils gründlich durchdacht werden muss. Die konzentrierte Ausstellung präsentiert alle Gemälde doppelseitig. Damit werden die Kunstwerke, die Kirchner im Kontext des Ateliers immer als Tafelbilder für die Wand gemeint und gemalt hat, zu Objekten im Raum, die sich erst im Umrunden, in der Bewegung des Betrachters erschliessen. Es ist den Kuratoren und Ausstellungsgestaltern wichtig, die

Haupt- und Rückseiten-Problematik im Ausstellungsraum nicht zu bewerten, sondern dem Publikum eine eigene Beobachtung und Einschätzung zu ermöglichen. Die durch die Präsentation offengelegten Rahmenvarianten geben Hinweise darauf, was als Rückseite wann, von wem und warum auch immer definiert wurde. Darüber hinaus geben sie Auskunft über die Geschichte der Bilder, die sich in Beschriftungen und Aufklebern manifestiert. In die Ausstellung einbezogen sind auch die Fotoalben aus dem Künstlerarchiv, die es dem Betrachter ermöglichen, Kirchners Denken und Vorgehen beim Redigieren des eigenen Werks nachzuvollziehen. Zu Ausstellung gehört schließlich eine interaktive Inszenierung, die das gesamte Spektrum und die große Fülle der Doppelbilder im Werk von Kirchner veranschaulicht.

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN jeden Di und So von 16 bis 17 Uhr Eintrittspreis plus CHF 5

Direktion angemeldet werden. Telefon +41 81 410 63 00 oder E-Mail: info@kirchnermuseum.ch

Private Führungen auf Anfrage Fremdführungen sind gebührenpflichtig und müssen 2 Wochen im Voraus bei der

KATALOG Zur Ausstellung erscheint im Wienand Verlag ein Katalog mit Texten von Lucius

Grisebach, Wolfgang Henze, Ulrike Lorenz, Thorsten Sadowsky und Aya Soika, ca.166 Seiten mit rund 385 farbigen Abb., 22,5 x 27 cm, gebunden. Der Katalog beinhaltet ein Werkverzeichnis aller bislang bekannten Doppelbilder von Ernst Ludwig Kirchner.


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Das Münzkabinett im Residenzschloss Die neue Schatzkammer Dresdens Eröffnung 7. Juni 2015 Sich mit der Geschichte der Münzen und Medaillen zu beschäftigen, bedeutet tief in die Historie einzutauchen. Als wichtiger Sachzeuge spiegelt jede Münze, jede Medaille ein Stück Weltund Kulturgeschehen wider und ist damit wertvoller Nachweis einer historischen Situation. Das Dresdner Münzkabinett, neben dem Grünen Gewölbe eine weitere Schatzkammer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, ist mit fast 300.000 Objekten eine der größten und ältesten Universalmünzsammlungen Deutschlands und aufgrund seiner Bestände von europäischer Bedeutung. Seit der Schließung der permanenten Sammlung im Albertinum 2004 konnte es seinen Bestand nur in kleinen Ausschnitten in Sonderausstellungen zeigen. Im Juni 2015 eröffnet das Münzkabinett im Residenzschloss eine vollkommen neu konzipierte, langersehnte Dauerausstellung und kehrt damit an seinen Ursprungsort zurück. So kann gleichzeitig eine weitere Etappe im Wiederaufbau des Dresdner Residenzschlosses vollendet werden. Fast 4.000 Exponate auf 350 m² Ausstellungsfläche verdeutlichen die Vielfalt und die historische Bedeutung von Münzen und Medaillen. Der Bestand beinhaltet unter anderem die weltweit größte Sammlung sächsischer numismatischer Objekte. Er gliedert sich in Münzen aller Länder von der Antike bis zur Gegenwart, historische und moderne Medaillen, Orden und Ehrenzeichen, Banknoten und historische Wertpapiere, Münz- und Medaillenstempel, Petschafte, Modelle, prämonetäre Zahlungsmittel sowie münztechnische Maschinen und Geräte. In vier Räumen mit einem zusätzlichen Saal für Sonderausstellungen wird der Besucher in einzigartiger Prägnanz vom Bergbau und der Münzprägung in Sachsen über den Kosmos des Geldes, von der Drachme bis zum Euro, und weiter zur Entwicklung der europäischen Medaillenkunst und einer Schauvitrine mit Orden geführt. Einen weiteren Höhepunkt findet die Präsentation im Elbsaal, in dem originelle Münznamen ebenso thematisiert werden wie außergewöhnliche Geldformen. Aller-

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Das historische Haus „Martha“ liegt im Dresdner Barockviertel, wenige Gehminuten von der Altstadt mit Frauenkirche, Zwinger, Kunstsammlungen und Semperoper entfernt. 50 stilvolle Zimmer, 2 Appartements, Frühstücksrestaurant mit Wintergarten, Sommerterrasse, Abendrestaurant mit feiner sächsischer Küche im Sandsteingewölbe Seien Sie Herzlich Willkommen! Hotel Martha Dresden | Nieritzstr. 11 | 01097 Dresden | www.hotel-martha-dresden.de

ÖFFNUNGSZEITEN Mi - Mo 10 – 18 Uhr Di geschlossen Feiertage siehe www.skd.museum

lei Gerätschaften wie eine Münzprägemaschine, Waagen und Gewichte rahmen die unter dem Titel „Vom Taler zum Dollar“ sich inzwischen über mehr als fünf Jahrhunderte erstreckende Geschichte der weltweit erfolgreichsten Währung ein. Der Begriff „Taler“ oder „Thaler“ hatte sich im 16. Jahrhundert für den Joachimstaler Guldengroschen eingebürgert, dessen Feingehalt eine Unze, also 27,2 Gramm Silber, betrug und der nach dem Silberfundort benannt wurde. Die Silberfunde im Erzgebirge brachten zu dieser Zeit Georg dem Bärtigen (Herzog 1500 – 1539) enormen Reichtum ein, man nannte ihn auch Georg den Reichen. Kein Wunder, dass gerade er bereits um 1530 das Dresdner Münzkabinett gründete. Im Lauf der Jahrhunderte wurde die Sammlung von den sächsischen Kurfürsten und Königen durch Ankäufe und Schenkungen erweitert. Anfang des 18. Jahrhunderts zählte sie zu den berühmtesten Münzkabinetten in Europa. Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich das Museum auch zu einem wissenschaftlichen Forschungszentrum. Lange wurde die fürstliche Sammlung im Residenzschloss aufbewahrt. Nachdem sie 1743 in das Taschenbergpalais verlegt worden war, überführte sie Kurfürst Friedrich August III. 1786 zusammen mit der Bibliothek und der Antikensammlung in das Japanische Palais, dem neuen „Museum Saxonicum“. 1877 wurde das Münzkabinett erneut im Residenzschloss untergebracht, von 1911 bis 1945 im Kanzleigebäude. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Sammlung von der Trophäenkommission der Roten Armee nach Moskau verbracht. Ohne die ebenfalls beschlagnahmten Bücher und Zeitschriften kehrte sie 1958 nach Dresden zurück. Seit 1959 konnte man eine Auswahl an Münzen und Medaillen im Albertinum besichtigen. Mit dem Umzug des Münzkabinetts in das Residenzschloss kehrt das Museum an seinen Ursprungsort zurück.

EINTRITTSPREISE Ticket Residenzschloss Normalpreis: EUR 12 ermäßigt EUR 9 Kinder und Jugendliche u. 17 Jahren: frei Gruppen ab 10 Personen, p. P. EUR 11

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Deutsches Hygiene Museum Dresden Das Deutsche Hygiene-Museum ist ein offenes Diskussionsforum für alle, die an den kulturellen, sozialen und wissenschaftlichen Umwälzungen unserer Gesellschaft am Beginn des 21. Jahrhunderts interessiert sind. Seine Sonderausstellungen beschäftigen sich mit aktuellen oder historischen Themen aus Wissenschaft und Gesellschaft, Kunst und Kultur. Im Mittelpunkt der populärwissenschaftlichen Dauerausstellung „Abenteuer Mensch“ steht das Themenfeld Körper und Gesundheit, das anhand von Exponaten, Medieninstallationen und vielen interaktiven Stationen erkundet werden kann. Die Dauerausstellung zeigt auch zahlreiche Objekte aus der umfangreichen Sammlung des Museums, wie z.B. den „Gläsernen Menschen“. Das ständige Angebot wird durch das erlebnisorientierte Kinder-Museum „Unsere fünf Sinne“ abgerundet. www.dhmd.de

tjg. Theater junge generationen Das große Dresdner Kinder- und Jugendtheater tjg. theater junge generation ist Treffpunkt für Familien und Jugendliche und bietet ein breitgefächertes Schauspiel- und PuppentheaterRepertoire mit Angeboten für die Allerkleinsten (ab 2 Jahre), Familieninszenierungen und zeitgemäßen Jugendstücken in urbaner Wohlfühl-Atmosphäre. Traditionelle tjg.-Spielstätten im Sommer sind das im Parkgrün gelegene Sonnenhäusel im Großen Garten sowie eine besondere Bühne im Zoo Dresden. Aktueller Spielzeitschwerpunkt sind Inszenierungen an der Schnittstelle zwischen Theater und Bildender Kunst. www.tjg-dresden.de


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Besucher der O14 vor Axel Schweppe: strahlen, 2014

Dresden

OSTRALE´O15

9. Internationale Ausstellung zeitgenössischer Künste | 10.7. - 27.9.2015 OSTRALE

Vanessa von Heydebreck: Dear Mr. X (Final Draft), 2012-2013

Malerei, Plastik, Fotografie, Sound-, Licht-, Video-, Installations- und Performance-Kunst: Die OSTRALE ist ein internationales Festival, das seit 2007 jährlich in den Sommermonaten zeitgenössische Kunst aller Genres im Dresdner Ostragehege in den Räumen des ehemaligen Erlwein-Schlachthofensembles und im Außenbereich präsentiert. Hierbei ist es den Veranstaltern wichtig, dass gleichermaßen Werke von lokalen, nationalen und internationalen, etablierten und weniger etablierten Künstlern ausgestellt werden. Damit geben sie aufstrebenden Künstlern die Möglichkeit, sich und ihre Arbeiten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Tesa Hammerstedt-Grünberg: Dizzy, 2014

In den acht Jahren ihres Bestehens hat sich die OSTRALE zu einem beständigen und attraktiven Ort für die marktunabhängige Präsentation und die bildungspolitische Vermittlung internationaler, zeitgenössischer Künste in Dresden entwickelt. Die historischen, denkmalgeschützten Gebäude des ehemaligen Dresdner Schlachthofgeländes des Architekten Hans ErlMatthias Garff: Gorilla, 2014

wein, die nach der Wiedervereinigung zunächst brach lagen, bieten jährlich etwa 200 Künstlern aus über 30 Nationen die Möglichkeit, ihre Werke über einen Zeitraum von mehr als zehn Wochen einem breiten, kunstinteressierten Publikum zu präsentieren.

OSTRALE´O15 – HANDLE WITH CARE Die 9. Edition der OSTRALE, die OSTRALE´O15, findet vom 10.07. bis zum 27.09.2015 unter dem Leitgedanken HANDLE WITH CARE statt, welcher verschiedene Schwerpunkte unter sich vereint, die zum Teil nicht nur während der O15, sondern in den kommenden drei Jahren künstlerisch betrachtet werden. So wird sichergestellt, dass komplexe Themen verständlich aufgesplittet werden und Kooperationen mit Künstlern, Galeristen und Kunstvereinen über einen längeren Zeitraum nachhaltigen Bestand haben. Ten Billion – Zehn Milliarden, der Bestseller des britischen Wissenschaftlers und Klimaforschers Stephen Emmott, warnte im Jahr 2013 auf erschreckend realistische Weise vor den Folgen des enormen Bevölkerungsanstiegs und dem unachtsamen und zerstörerischen Lebenswandel der Menschheit. Nicht nur die Natur zerfällt, sondern auch Körper, Menschen, Familien und nicht selten auch politische und gesellschaftliche Gemeinschaften. Maßlosigkeit und Verschwendung, Habgier und Ausbeutung führen zu einer Zerstörung der Welt, die heute nicht mehr zu leugnen ist: „Wenn wir jetzt nicht handeln, werden all unsere Kunst- und Kulturgüter wie auch menschliche Werte für immer verschollen sein.“, so Emmott. HANDLE WITH CARE – der achtsame Umgang mit der Welt genauso wie mit seiner direkten Umwelt, seinen Mitmenschen, der Natur. Welche Rolle kann dabei die Kunst in der eigenen Kultur und Gesellschaft und in einer globalisierten Welt spielen? Die bildendende Kunst schafft es, Ideen zusammenzu-


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führen, auszudrücken und dem Betrachter sinnlich näherzubringen. Kritik, Auseinandersetzung und Warnung werden auf einer Ebene transportiert, über die es gelingt, Menschen auf subtile Weise mit Thematiken zu konfrontieren, die sie auf anderem Wege vielleicht nicht – oder weniger eindringlich – erreicht hätten.

Nachwuchspreis der Europäischen Kulturstiftung Pro Europa Die OSTRALE´O15 erfährt zusätzliche Anerkennung, indem die Europäische Kulturstiftung Pro Europa am 2. Oktober 2015 in der Dresdner Frauenkirche neben den bisherigen Kategorien des Europäischen Kulturpreises auch einen Förderpreis für Bildende Kunst vergeben wird. Alle Künstler bis 35 Jahre, die im kommenden Jahr bei der OSTRALE´O15 ausstellen, nehmen an diesem Nachwuchswettbewerb teil. Eine Fachjury aus renommierten Experten und Künstlern wird die Arbeiten aller Teilnehmer in einem speziellen Auswahlverfahren beurteilen und den Preisträger küren. Dotiert ist die Ehrung mit 3.000 Euro.

Plattform für die europäischen Nachbarländer und Sachsen Der interkulturelle Austausch, vor allem mit unseren direkten Nachbarländern, gehört zu den wichtigsten Programmpunkten des jährlichen Kunstfestivals, sei es durch das Projekt Out of OSTRALE oder durch das Artist in Residence Programm, das Künstlern der OSTRALE die Möglichkeit gibt, direkt vor Ort künstlerisch zu arbeiten und auf internationalem Boden miteinander zu kooperieren. Die enge, freundschaftliche Kooperation mit der Städtischen Galerie in Breslau beispielsweise garantiert einen spannenden künstlerischen Austausch zur O15 und ihren Folge-Editionen. Die OSTRALE bietet jungen Nachwuchskünstlern – Studenten und Absolventen lokaler wie auch internationaler Kunsthochschulen und Autodidakten gleichermaßen – eine Plattform und fungiert als Sprachrohr für die Revolte kreativer und dynamischer Energien. Das Konzept der OSTRALE beinhaltet selbstverständlich eine intensive Beschäftigung mit künstlerischen Positionen von regionalen Künstlern. Kunst als Kapitalwert in einer neuzeitlichen, weltoffenen Gesellschaft zu etablieren, ihre Innovationskraft ökonomisch und sozial zu organisieren und lokal, regional und international nachhaltig nutzbar zu machen, sind die Idee und das Ziel der OSTRALE.

Blick nach Afrika, Russland, Beirut und darüber hinaus Der Kunstbetrieb ist eine hermetische Welt, zu der Fremde nur begrenzten Zugang haben: Globale Grenzen, tatsächliche, illegitime und erdachte, verunmöglichen oftmals eine vorurteilsfreie, transnationale Auseinandersetzung. In den vergangenen Jahrzehnten war Afrika stets der Kontinent mit den zahlreichsten Bürgerkriegen und bewaffneten Konflikten. Nach wie vor kämpft der afrikanische Kontinent mit den Folgen des Kolonialismus‘, Korruption und Armut. Dennoch, oder vielleicht auch gerade deswegen, entwickelte sich eine lebendige und vielseitige Kunstszene, die zu betrachten sich die OSTRALE zur Aufgabe gemacht hat. Der europäische Blick auf den afrikanischen Kontinent bewegt sich zwischen der Prägung durch aktuelle Nachrichtenschlagzeilen und Katastrophenmeldungen und einer jahrhundertelangen Faszination für das Fremde. Die postkoloniale Arroganz europäischer Länder produziert Paradigmen und Rassismen, die es nunmehr zu überwinden gilt. Wie sehen wir Afrika? Wie sieht Afrika sich selbst? In drei Zyklen mit spezifischen geographischen Schwerpunkten wird sich die OSTRALE in den kommenden drei Jahren mit afrikanischer Kunst und deren Rezeption im europäischen Raum auseinandersetzen.

UrbanArt Neben dem Blick nach Afrika und Asien, der Auseinandersetzung mit dem Verfall bzw. dem Erhalt unserer (Um-)Welt sollen auch UrbanArt und Graffiti einen wichtigen Bereich der O15 bilden. Dieser schließt sich im großen Stil an eine Reihe von Einzelwerken an, die sich in den vergangenen Editionen der OSTRALE bereits mit der Thematik auseinandersetzten und findet seinen Höhepunkt am 11. und 12. Juli 2015 in einem Urban-Art-Special mit Kunstmarkt, Works-in-progress, LiveBattle und einer Clubnight. Graffiti verbindet Menschen über die Grenzen hinweg. Unter diesem Gesichtspunkt lebt die Szene den Gedanken vom vereinigten Europa schon seit den 1990er Jahren aktiv. Die OSTRALE´O15 wird hinterfragen, wo die stilistischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede in verschiedenen Ländern Europas liegen. Dabei werden vor allem die Tendenzen in den Städten Dresden, Berlin, Breslau (PL), Kiew (UA) und Zagreb (HR) über einen Zeitraum von drei Jahren in einer mehrteiligen Ausstellungsreihe beleuchtet und auf aktuelle Bewegungen in der Szene eingegangen. Im Zuge der O15 wird vor allem der Schwerpunkt „Illegalität vs. Legalität“ betrachtet und hierbei Bezug auf die Doppelmoral genommen, die legales Graffiti als Kunst und illegales Graffiti als Sachbeschädigung tituliert.

© Anja Hebrank

O.xtra, Bildung und Beteiligung Die OSTRALE richtet sich an ein grundsätzlich kunstinteressiertes Publikum, das nicht unbedingt Erfahrung mit dem klassischen Kunstbegriff haben muss. Historisch aufgeladene Räumlichkeiten, facettenreiche Ausstellungsinhalte und das vielfältige Begleitprogramm OSTRALE.xtra pflastern auch Neulingen den Weg zur OSTRALE. Das Rahmenprogramm erstreckt sich über das gesamte Jahr und unterstreicht hiermit den offenen Festivalcharakter der OSTRALE. Es beinhaltet all jene zeitgenössischen Ausdrucksformen, die sich an der Schnittstelle zwischen darstellender und bildender Kunst bewegen und sich mit den historischen Räumen und Außenarealen neuartig auseinandersetzen. Das Spektrum der Aktivitäten erstreckt sich dabei von Performances, Konzerten, Work-in-Progress-Aktionen, Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden bis hin zu Tanz- und Theateraufführungen sowie Lesungen. Das OSTRALE.xtra-Programm erweitert das Ausstellungsangebot um zusätzliche Perspektiven und Standpunkte und bietet ästhetische Erfahrungen für die Sinne. Einen weiteren wichtigen Prozess der jährlichen Ausstellung bildet die Inklusion. Die OSTRALE kann hierbei auf die mehrfache und immer sehr fruchtbare Kooperation mit Behindertenwerkstätten und –vereinen zurückblicken und wird diese auch im Jahr 2015 weiterführen.

Ekkehart Panek: Capsule Avatar, 2014, Fotograf Sven Höher ADRESSE OSTRALE – Zentrum für zeitgenössische Kunst Messering 8 01067 Dresden www.ostrale.de ÖFFNUNGSZEITEN Di – So 11 – 20 Uhr Mo geschlossen

EINTRITTSPREISE Normalpreis EUR 14 ermäßigt EUR 9 Familienticket EUR 30 5-Tage-Ticket EUR 30 FÜHRUNGEN EUR 5 pro Person Informationen unter www.ostrale.de

ANREISE ÖPNV Linie 10 bis Haltestelle „Messe Dresden“ PKW Dresden, Messering 8, Parkplatz P2


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Bremen | 17 ADRESSE Kunsthalle Bremen Am Wall 207 28195 Bremen Tel. +49 (0)421-329 08-0 Fax +49 (0)421-329 08-470 www.bernard-bremen.de www.kunsthalle-bremen.de ÖFFNUNGSZEITEN Di 10 - 21 Uhr Mi - So 10 - 18 Uhr EINTRITTSPREISE Normalpreis EUR 12, ermäßigt EUR 9 StudentInnen EUR 5, Familien (2 Erwachsene und bis zu 4 Kinder) EUR 24 Kinder und Jugendliche 6 – 21 Jahre EUR 3,50 Gruppen ab 10 Personen EUR 9 p.P., Mitglieder des Kunstvereins in Bremen: Eintritt frei SPARPREIS KULTUR Mit dem „Sparpreis Kultur“ der Deutschen Bahn fahren Sie ab EUR 39 p.P. zur Ausstellung hin und zurück, innerhalb von 3 Tagen. Das Zugticket ist erhältlich bei gleichzeitigem Kauf oder Vorlage einer Eintrittskarte zur Ausstellung in allen DB Reisezentren, DB Agenturen und auf www.bahn.de/kultur AUDIOGUIDE In deutscher Sprache sowohl für Erwachsene als auch für Kinder verfügbar: Audioguide EUR 3, KinderAudioguide EUR 1,50. FÜHRUNGEN Öffentliche Führungen Di 18 Uhr, Fr 15 Uhr, So 15 Uhr EUR 4 zzgl. Eintritt (kein Vorverkauf, Tickets erhältlich ab eine Stunde vor Führungsbeginn an der Museumskasse) GRUPPENFÜHRUNGEN Gruppenführungen ab EUR

Bremen

Emile Bernard, Nach dem Bad (Die Nymphen), 1908, Öl auf Leinwand, 121 x 151 cm Musée d’Orsay, Paris © RMN-Grand Palais (musée d’Orsay) / Thierry Le Mage

Emile Bernard – Am Puls der Moderne 7.2. – 31.5.2015 In Kooperation mit den Musées d‘Orsay et de l‘Orangerie in Paris präsentiert die Kunsthalle Bremen eine umfassende Retrospektive des französischen Künstlers Emile Bernard (1868– 1941), die erstmals auch sein kaum bekanntes Spätwerk einbezieht. Gezeigt werden hochrangige Leihgaben aus dem Musée d’Orsay und internationalen Sammlungen sowie aus dem Besitz der Nachfahren Bernards. Ausgewählte Werke seiner Zeitgenossen Henri de ToulouseLautrec, Vincent van Gogh, Paul Gauguin und Paul Cézanne werden im Dialog zu Bernards Kunstwerken präsentiert. In der Ausstellung sind gut 120 Arbeiten von Bernard zu entdecken, darunter Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken, Buchillustrationen und kunsthandwerkliche Arbeiten. Zeitlebens stand Bernard im Schatten seiner Zeitgenossen und so würdigt diese Ausstellung ihn erstmals umfassend als einen der wichtigsten Impulsgeber der bildenden Kunst am Ende des 19. Jahrhunderts. Die Schau bietet einen umfassenden Einblick in Bernards vielfältiges Oeuvre und präsentiert ihn als einen der innovativsten und zugleich eigensinnigsten Künstler des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Die ausgestellten Werke verfolgen Bernards Entwicklung von den ersten Versuchen des jungen Künstlers in Paris über die spektakulären Innovationen im bretonischen Pont-Aven bis zum kaum bekannten Spätwerk, das unter anderem in Kairo entstand und sich dem Stil der italienischen Renaissance annähert. Höhepunkt der gesamten Ausstellung sind die farbintensiven, dekorativen Bilder aus den späten 1880er-Jahren, mit denen Bernard – im Dialog

mit Gauguin – den Symbolismus in der Malerei begründete: Die Menschen in der Bretagne, ihre Urtümlichkeit und Religiosität, aber auch die raue Natur inspirierten Bernard zu seinen bedeutendsten Werken. Eine besondere Entdeckung ermöglicht die Ausstellung in Bremen, da hier erstmals ein Album aus dem Kupferstichkabinett der Kunsthalle gezeigt wird, das mit mehr als 850 Zeichnungen Bernards erstaunliche Einblicke in die frühe Entwicklung des Künstlers bietet. Darin finden sich Skizzen seiner Familie, Szenen aus der Schule, aber auch frühe Bildentwürfe, die Bernards rasante stilistische Entwicklung in den Jahren 1884 bis 1888 dokumentieren. Ausgehend von Zeichnungen aus diesem Album wird in der Bremer Schau ebenfalls zum ersten Mal ein Skizzenbuch rekonstruiert, das der 18-jährige Künstler 1886 auf seiner ersten Wanderung durch die Bretagne anlegte: Diese Skizzenbuchblätter veranschaulichen seine intensive Auseinandersetzung mit der Natur und seine frühe Aneignung des Pointillismus. Bernard erweist sich als ein höchst innovativer Künstler, der mutig dem Zeitgeist trotzte und stets seinen eigenen Weg ging. Entscheidend prägte er die Avantgardemalerei vom PostImpressionismus bis zum Symbolismus, bis er sich dem klassischen Stil zuwandte: Ein rasanter Ritt durch die Kunstgeschichte und zugleich ein Leben voller Brüche und Visionen, aus dem ein berührendes und faszinierendes Werk entstand. Emile Bernard, Die Weizenernte, 1888, Öl auf Leinwand, 56,4 x 45,1 cm, Musée d’Orsay, Paris © RMN-Grand Palais (musée d’Orsay) / Jean-Gilles Berizzi

80, Informationen und Anmeldung T 0421-32908-220 Führungen für Schulklassen ab EUR 50, Informationen und Anmeldung T 042132908-330 Einzeltickets für weitere öffentliche Führungen und Gruppen sind online buchbar unter www.bernardbremen.de KATALOG Der Katalog zur Ausstellung ist die einzige aktuelle Publikation in deutscher Sprache über Emile Bernard. Sie bietet neben einer Biografie und Aufsätzen von Dorothee Hansen, Fred Leeman und Rodolphe Rapetti anschauliche Einzelanalysen sämtlicher ausgestellten Werke nebst wissenschaftlicher Dokumentation. Der Katalog erscheint im Wienand Verlag und umfasst 256 Seiten sowie zahlreiche farbige Abbildungen. Erhältlich im Museumsshop der Kunsthalle Bremen (EUR 29) oder im Buchhandel (ca. EUR 39,80). BEGLEITAUSSTELLUNG IM KUPFERSTICHKABINETT Zeitgleich zur BernardAusstellung werden im Bremer Kupferstichkabinett „Pariser Propheten der Moderne – Grafik der Nabis“ präsentiert. Arbeiten unter anderem von Pierre Bonnard, Maurice Denis und Félix Vallotton verdeutlichen den Einfluss von Bernard und Gauguin auf die nachfolgende Generation. BLOG Artikel auf dem Blog der Kunsthalle Bremen führen in das Werk von Bernard ein: www.kunsthalle-bremen.de /blog


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Bremen

Kunst und Kultur in Bremen | Ausgewählte Veranstaltungen Im Reich der Pflanzen

© Jan Rathke / BTZ Bremer Touristik-Zentrale

Moderne im Fokus

© BTZ Bremer Touristik-Zentrale | www.bremen-tourismus.de

1200 Jahre Tradition und Weltoffenheit prägen Bremen, die Hansestadt an der Weser. Unverwechselbare Wahrzeichen bleiben das prächtige Rathaus im Stil der Weser-Renaissance und die ehrwürdige Figur des Roland (beide UNESCO Welterbe seit 2004) auf dem historischen Marktplatz, der Schnoor – Bremens ältestes Stadtviertel oder die ungewöhnliche Architektur der traditionsreichen Böttcherstraße. Und natürlich sind da die weltweit bekannten Bremer Stadtmusikanten aus dem Märchen der Brüder Grimm. Das Seefahrer-Flair ist in Bremen bis heute leben-

Im Frühjahr 2015 steht die Kunsthalle Bremen ganz im Zeichen der modernen Malerei: Noch bis 31. Mai präsentiert sich hier in Kooperation mit dem Musée d’Orsay et de l’Orangerie in Paris die erste große Retrospektive des französischen Künstlers Emile Bernard (1868-1941), die auch sein wenig bekanntes Spätwerk umfasst. Neben Leihgaben aus dem Musée d’Orsay sowie internationalen Sammlungen werden in „Emile Bernard – Am Puls der Moderne“ auch Stücke aus dem Besitz der Nachfahren des Künstlers gezeigt. Die Ausstellung widmet sich darüber hinaus einem Vergleich des Werks Bernards mit ausgewählten Arbeiten seiner berühmten Zeitgenossen Paul Gauguin, Vincent van Gogh und Henri de Toulouse-Lautrec, in deren Schatten er Zeit seines Lebens stand, zu denen er jedoch engen Kontakt pflegte. Kunsthalle Bremen | 7. Februar bis 31. Mai 2015 www.bremen-tourismus.de/emile-bernard

Jazzahead Die jazzahead! ist nicht nur eine Messe sondern der wichtigste Treffpunkt für die internationale Jazzszene. 40 Showcases mit internationaler Besetzung aus insgesamt 21 Ländern werden auf der 10. jazzahead! vom 23. bis 26. April 2015 in Bremen präsentiert. Dabei sind die Kurzkonzerte tagsüber wie abends erstmalig auf drei nah beieinander liegenden Bühnen zeitlich versetzt zu sehen – © Inge Lyngaard Hansen so werden die Kurzkonzerte für die Besucher besser erreichbar sein. Zusätzlich zieht die jazzahead! clubnight am Samstag,den 25.04.2015, das Publikum in 30 Clubs und Spielstätten der Stadt, um bei rund 60 Konzerten die Nacht zum Tage zu machen. Neben den schon bekannten Stars der internationalen Jazzszene sind viele neue Namen vertreten, die ein vielfältiges Programm quer durch alle Stilrichtungen des zeitgenössischen Jazz spielen. Jazzahead | verschiedene Spielorte | 23. bis 26. April 2015 | www.bremen-tourismus.de/jazzahead

dig und für Touristen von besonderem Reiz. Mit dem Fluss Weser besonders eng auf Tuchfühlung sind die Bremer und ihre Gäste auf der Uferpromenade Schlachte. Insbesondere bei schönem Wetter pulsiert hier das Leben der Stadt. Die Wissenswelten im Universum Bremen, der botanika und im Überseemuseum vermitteln Wissen zum Anfassen. Und bei EADS Astrium erleben Besucher, wie Astronauten im Weltraum essen, schlafen und duschen. Aufregende Erlebniswelten und Science Center, Deutschlands ältestes Volksfest, der Freimarkt, das Musikfest, bedeutende KunstAusstellungen und vieles mehr. Der Veranstaltungskalender ist prall gefüllt ... die Hansestadt an der Weser steckt voller Leben und Erlebnisse!

© Inge Lyngaard Hansen

Neues im Universum Ausprobieren, mitmachen, selbst erforschen: Das Bremer Universum Science Center begeisterte mit interaktivem Konzept bereits mehr als 5 Millionen Besucher in 14 Jahren. Die bislang präsentierte Dauerausstellung wurde jetzt in viermonatiger Umbauzeit vom Boden bis unters Dach neu konzipiert und aktualisiert. Anfang März 2015 öffnen sich die Pforten zu den neuen Themenbereichen Natur, Mensch und Technik auf 4.000 Quadratmetern mit 250 Mitmach- und Multimediastationen mit weitergehenden Infos zu den Exponaten. Wie funktioniert ein Lügendetektor? Wie sehen Seepferdchen, Quallen und Glanzkäfer aus direkter Nähe aus? Und welche Empfindungen weckt ein schiefer Raum? In der neuen Dauerausstellung des Universum Science Centers liefert die spannende Welt der Wissenschaft 1.000 Antworten auf zahlreiche Fragen. Universum Bremen | neu ab 7. März 2015 | www.bremen-tourismus.de/universum-bremen

Das Spiel der Evolution ist aufregend und spektakulär. Leibhaftig erfahren kann man das in der Bremer botanika. Im berühmten RhododendronPark gelegen, ist dort die Vielfalt der Pflanzen erlebbar. Ab März 2015 eröffnet das neue Entdeckerzentrum, eine spannende Ausstellung zum Thema „Pflanzenphänomene und -vielfalt“. Hier wird die Schönheit der Pflan©botanika I www.botanika.net zenwelt durch Makrofotografien, botanische Zeichnungen, Zeitrafferfilme deutlich. Blumensamen schweben, sausen, kreiseln oder fliegen mit dem Wind. Im Experimentierlabor wird eifrig geforscht. Es locken interaktive Exponate, Spiele und visuelle Medien ins Reich der Pflanzen und der unvorstellbaren Vielfalt ihrer Farben, Düfte und Überlebensstrategien. Botanika Bremen, neu ab März 2015, www.bremen-tourismus.de/botanika

Reif fürs Museum Im Focke-Museum sind die Hühner los! Vom 17. Dezember 2014 bis 17. Mai 2015 zeigt das Bremer Landesmuseum die Sonderausstellung Peter Gaymann. Reif fürs Museum. Als scharfsinniger und humorvoller Beobachter von Alltagssituationen ist Peter Gaymann einem breiten Publikum bekannt. Für die Zeitschrift Brigitte kommentiert er in der Serie „Die Paar Probleme“ seit über 25 Jahren Beziehungskonflikte. Eine große Fangemeinde haben auch seine sympathischen Hühner, die in lebensnahen Szenen menschliches Verhalten mimen. In der Ausstellung setzt sich Peter Gaymann auf gewohnt humorvolle Weise mit dem Kunst- und Museumsbetrieb a u s e i n a n d e r. Vier Zeichenserien mit 250 Bildern werden auf 350 qm gezeigt. Mit präzisen Strichen offenbart Gaymann verzweifelte Künstler, arrogante Sammler und verständnislose Betrachter. Ausstellung „Reif fürs Museum“ | Focke-Museum | 17. Dezember 2014 bis 17. Mai 2015 | www.bremen-tourismus.de/peter-gaymann-ausstellung

Faszination Wale Bis heute sind die Menschen fasziniert von den Riesen der Meere: Wale. In einer großen Sonderausstellung geht das Übersee-Museum Bremen ab Herbst 2015 dieser Faszination nach. Ausgehend von den Spuren der Bremer Walfänger des 19. Jahrhunderts wirft die Schau einen Blick auf die Wale und Menschen im Pazifik. Neben der Größe und vermeintlichen Intelligenz dieser Tiere zeigt die Ausstellung den Wal als begehrte Quelle für Nahrung und Rohstoffe, aber auch für Mythen und Weltanschauungen. Das 1896 eröffnete Übersee-Museum vereint handels-, völker-, und naturkundliche Sammlungen unter einem Dach. Die in Europa einzigartige Kombination von Völker-, Handels- und Naturkunde wird zu einem einheitlichen Erlebnis verbunden. Hier können die Besucher in ferne Kontinente eintauchen, faszinierende Kultur- und Naturräume entdecken und einzigartige Exponate aus der ganzen Welt sowie meisterhaften Tierdioramen bestaunen. Faszination Wale – Von Walen und Menschen im Pazifik | Übersee-Museum Bremen | 7. November 2015 – 24. April 2016 | www.bremen-tourismus.de/uebersee-museum

© Übersee-Museum www.uebersee-museum.de


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Kunst in der Weserburg Inmitten der Weser, im Herzen der Hansestadt liegt die Weserburg, Bremens Museum für moderne Kunst. Mit einer Ausstellungsfläche von etwa 6.000 Quadratmetern zählt die Weserburg zu den größten Museen für moderne Kunst in Deutschland und genießt hohes internationales Ansehen. Die backsteinernen Speicherhäuser auf dem Teerhof, in denen die Weserburg residiert, machen sie zu einem der außergewöhnlichsten Kunstorte Deutschlands. Das Haus versteht sich aber nicht nur geografisch als ein Museum im Fluss: In ständig wechselnden Präsentationen der renommierten Sammlungsbestände sowie in großen Sonderausstellungen werden die spannungsreichen Entwicklungen der Kunst von den 1960er Jahren bis heute gezeigt. Erstmals in Europa wurde in Bremen die Idee eines Sammlermuseums umgesetzt, in dem der Sammler nicht nur Leihgeber, sondern engagierter Mittler moderner Kunst ist. Zum 20-jährigen Bestehen 2011 konzipierte das Museum auf der Weser-Insel eine große Ausstellung unter dem beziehungsreichen Motto „Farbe im Fluss“ mit Arbeiten so bekannter Künstler wie Ai Weiwei, Jackson Pollock oder Andy Warhol. Und auch

© BTZ Bremer Touristik-Zentrale I www.bremen-tourismus.de

zukünftig wird das Haus das Ziel verfolgen, mit anspruchsvollen Sammlungspräsentationen, Themenausstellungen und Retrospektiven über bedeutende Künstler und Künstlerinnen unserer Zeit eine interessierte Öffentlichkeit für sich und Bremen zu gewinnen.

© Deutsche Kammerphilharmonie Bremen I www.kammerphilharmonie.com

Klassik-Sommer-Freilicht-Vergnügen Beim „Sommer in Lesmona“ wird Knoops Park im Norden Bremens alljährlich zur romantischen Kulisse mit Blick auf die Lesum, wenn die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen zu ihrem Klassik-Sommer-Freiluft-Vergnügen einlädt. Dieses dreitägige Konzerterlebnis ist eine Mischung aus Picknick, Musik und Naturgenuss. Tausende Musikliebhaber aus aller Welt strömen jedes Jahr mit Picknickkörben und Klappstühlen in die malerische Parklandschaft am Ufer der Lesum, um hochkarätige Konzerte unter freiem Himmel und in fröhlicher Gesellschaft zu genießen. Der nächste „Sommer in Lesmona“ führt Orchester und Publikum nach Spanien. Warm, feurig und temperamentvoll wird es dann in Knoops Park zugehen, wenn Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen gemeinsam mit dem Publikum mit „¡Viva España!“ ein großes spanisches Fest feiert. Sommer in Lesmona | Knoops Park | Bremen-Lesum | 17. bis 19. Juli 2015 | www.bremen-tourismus.de/sommer-in-lesmona

Shakespeare im Park Die bremer shakespeare company bringt seit 1983 das bundesweit größte Shakespeare Repertoire auf die Bretter, die die Welt bedeuten – und liefert mit den Freilicht-Aufführungen „Shakespeare im Park“ den Stoff, aus dem Sommernachtsträume sind. Wie wird der Mensch zu dem, der er ist? Wird einer Mörder und Schurke durch die eigene Entscheidung oder weil die „Schicksalsschwestern“ es so bestimmt haben? Und was ist das Glück? Vielleicht ist es die Liebe, die sich mit der Maske des Flirts und Witzes tarnt. Verblendungen und Verwandlungen, Entschlusskraft und Schicksalsergebenheit – nie versprechen die großen Lebensfragen ein größeres Vergnügen als in den Dramen William Shakespeares. Shakespeare im Park | 15. bis 19. Juli 2015 | Bürgerpark | www.bremen-tourismus.de/bremer-theatersommer

Sonderausstellung:

Land in Sicht – 400 Jahre Landschaftsbilder Landschaftsbilder waren schon immer Ausdruck gesellschaftlicher Vorstellungen. Sie erzählen auf eindrückliche Weise von unseren Sehnsüchten, Träumen und Ängsten. Wer sie zu lesen versteht, wird die Welt mit neuen Augen sehen. Spätestens seit Beginn der ökologischen Diskussion ist ein unbeschwertes Erleben von Natur kaum noch denkbar. Natur ist stets ein moralisches Gegenbild der eigenen Kultur. Aber auch politische und soziale Missstände rücken ins Blickfeld. Der deutsche Künstler Anselm Kiefer bringt es auf den Punkt: „Es gibt keine Landschaft, die völlig unschuldig ist.“

farbener Tönung, in das ein großes Flüchtlingscamp eingebettet ist mit Tausenden von Menschen, die ihre Heimat im Kongo verloren haben. Selbst in den Landschaftsbildern Gerhard Richters, die auf den ersten Blick einer romantischen Bildauffassung verpflichtet sind, finden sich bewusste Störungen und Brüche als Zeichen eines zivilisatorischen Eingriffs und einer nicht mehr heilen Natur. So wird die Ausstellung in der Weserburg zu einem Ort der Entdeckungen, wo Vertrautes neu wahrgenommen werden kann. Romantische Wunschbilder und exotische Welten offenbaren ihre unerwartete Bedrohung.

Die Weserburg, Bremens Museums für moderne Kunst, versammelt mit ihrer großen Sonderausstellung vom 14. März bis 27. September 2015 annähernd 150 Landschaftsbilder aus vier Jahrhunderten. Von Gustave Courbet bis Roy Lichtenstein, von Joos de Momper bis Gerhard Richter entfaltet sich ein eindrucksvolles Panorama. Es reicht von der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts bis hin zu aktuellsten Positionen der Gegenwartskunst. Neben Malerei werden auch historische und zeitgenössische Fotografien sowie Videoarbeiten gezeigt. Das scheinbar Bekannte erfährt in der thematischen Gegenüberstellung von Alt und Neu eine überraschende Aktualität und Neubewertung, während Zeitgenössisches in seiner historischen Dimension verstanden werden kann.

Weitere Informationen zu Bremen als Kultur- und Reisedestination, Hotelbuchungen, Tickets und mehr gibt es bei der BREMER TOURISTIK-ZENTRALE www.bremen-tourimus.de Service-Telefon: 0421/3080010

„Pierre Bonnard, Gustave Courbet und Jan van Goyen haben mit Stan Douglas, Gerhard Richter und Richard Mosse etwas Grundlegendes gemeinsam, das es neu zu entdecken gilt: Sie zeigen uns ihren Blick auf die Welt, welcher sich am Ende als Blick auf uns selbst erweist.“ erklärt Peter Friese, geschäftsführender Direktor der Weserburg. In diesem Sinne installiert David Teniers d.J. in seiner idyllischen Landschaft (1637) ein massives Galgengerüst und öffnet damit den Blick für eine Landschaftssicht, die im freundlichen Naturausschnitt das Abgründige erkennen lässt. Das ist ein zentrales Thema der Landschaftskunst, wie wir sie heute nicht nur bei Anselm Kiefer wiederfinden, sondern auch bei vielen anderen Künstlerinnen und Künstlern. Der Fotograf Richard Mosse zeigt ein traumhaft schönes Tal in pink© Marianne Menke / bremer shakespeare company

DIE REISE ZUM TICKET

Ein Besuch im Museum, Theater oder beim Konzert Ihr Ticket ist gebucht und nun fehlt noch das attraktive Hotelangebot? Für den vollständigen Kulturgenuss hat die Bremer Touristik-Zentrale ein Paket zusammengestellt, mit dem Gäste der Stadt ihren Veranstaltungsbesuch ideal ergänzen können. Folgende Leistungen (pro Person) sind in der Pauschale enthalten: 1 Übernachtung 1 Frühstück vom Buffett 1 Bremer Schlemmerteller* 1 ErlebnisCARD Bremen für 1 Tag freie Fahrt im Nahverkehr 1 Reiseführer Bremen und Bremensien pro Zimmer 1 Reise-Rücktrittsversicherung Reisetermine: täglich, bis 31.12.2015 ab 69 Euro (nur buchbar in Verbindung mit einem Veranstaltungsticket)


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Hotels und Restaurants Hotel Bremer Haus Das 3-Sterne-Superior-Hotel befindet sich im Stadtzentrum in einer Seitenstraße, nur 5 Gehminuten vom Hauptbahnhof sowie 10 Gehminuten von der historischen Innenstadt entfernt. Das Privathotel ist idealer Ausgangspunkt für Business- & Städtereisende und verspricht mit seinen komfortablen Zimmern, dem reichhaltigem Frühstücksbuffet, kostenfreiem WLAN, Flatscreen-TV, Telefon, Minibar und  eigenen Parkplätzen einen angenehmen Aufenthalt. Hotel Bremer Haus – VCH Hotel | Löningstr. 16 – 20 | 28195 Bremen | www.hotel-bremer-haus.de

Wilhelm Morgner, Der Holzarbeiter, 1911, Kunstmuseum Wilhelm-Morgner-Haus, Soest | Foto Thomas Drebusch

Das kleine, feine Designhotel ÜberFluss liegt in einer ruhigen Seitenstraße mitten in der Stadt und direkt an der Weser. Die historische Stadtmauer und viele Fundstücke sind kreativ in die Hotelarchitektur eingeflossen und zu besichtigen. Geschickt werden große Historie und modernstes Design verbunden. Warme Eleganz mit Klassikern von Charles Eames und Tom Dixon lassen ein überraschendes Gesamtkonzept entstehen. Wenige Schritte entfernt: Altstadt, Marktplatz, Museen. www.hotel-ueberfluss.de

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»Ungeheuerliche Farbwunder«

INNSIDE Bremen

Wilhelm Morgner. Malerei 1910 – 1913 Museen Böttcherstraße | Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen | 15.2. – 14.6.2015 Wilhelm Morgner (1891–1971) gilt als Ausnahmetalent des Expressionismus. Seine farbgewaltigen, großformatigen Gemälde stehen zwischen Tradition und Avantgarde, Figuration und Abstraktion. Kaum 20-jährig beteiligt sich Wilhelm Morgner an den Ausstellungen der Neuen Secession Berlin, des Blauen Reiter in München und der Sonderbund-Ausstellung in Köln.

Moderne ist. In einem Nachruf auf den gefallenen Freund beschreibt der Literat Theodor Däubler Morgners Entwicklung als Weg »ins unermesslichste Vielleicht!« und sein Werk als »frühlingshafte Verheißung«. Ein Potential, das es zu entdecken gilt. Die Ausstellung zeigt anhand imposanter Gemälde aus der Sammlung des

Wilhelm-Morgner-Hauses Soest, wie der Künstler die Einflüsse seiner malerischen Vorbilder aufnimmt und zu einer eigenen, eindrucksvollen Bildsprache verarbeitet. Ergänzend werden die bemerkenswerten Druckgrafiken und Zeichnungen des Künstlers präsentiert, die ebenfalls von Morgners enormer thematischer und stilistischer Bandbreite zeugen.

Morgners Bilder beeindrucken durch eine ausdrucksstarke Leuchtkraft der Farben und die Rhythmisierung von Motiv und Bildraum durch Linien, Wellen, Kreise und Punkte. Auf seiner unermüdlichen Suche nach künstlerischen Ausdrucksformen orientiert sich der junge Künstler an so unterschiedlichen Malern wie Rembrandt, Jean-Francois Millet, Vincent van Gogh, Georges Seurat, Paul Signac oder Robert Delaunay. Daneben sind es die Expressionisten um Alexej Jawlensky, Franz Marc und Wassily Kandinsky, zu denen er eine künstlerische und spirituelle Verwandtschaft spürt. Obwohl Morgners erstaunliche Entwicklung durch den Ersten Weltkrieg jäh beendet wird, hinterlässt er ein beachtliches Werk, das richtungsweisend für die

ÖFFNUNGSZEITEN Di – So 11 – 18 Uhr Mo geschlossen

Im futuristischen & einzigartigen Design präsentiert sich das 4 Sterne Hotel direkt an der Weser. Erleben Sie in 162 großzügigen INNSIDE Guestrooms & Suiten ausgefallenes Interieur mit exzellentem Schlafkomfort. Gaumenfreude erwartet Sie im Starwalker Restaurant mit Weserterrasse. Die Kunsthalle Bremen sowie die Innenstadt erreichen Sie in nur wenigen Fahrminuten. www.innside.com

Restaurant TOPAZ Ein Team aus Vollblut-Gastronomen Das TOPAZ, einer jener raren kulinarischen Adressen, die unter Insidern hoch gehandelt werden. Schon seit vielen Jahren lockt Holle Schmidt mit ihrem Team von Vollblut-Gastronomen ihre Gäste in das angenehme Ambiente mit hervorragender Küche in die Langenstrasse in Bremen. Nur ein paar Schritte vom Marktplatz entfernt, wird jeder Gast wie ein Freund des Hauses begrüßt - egal ob man zum Mittag isst, auf einen Kaffe vorbeischaut oder nach dem Genuss einer Kulturveranstaltung den Abend bei einem guten Essen ausklingen lässt. Langenstraße 2-4 | 28195 Bremen – Mitte | Telefon: 0421 77625 Öffnungszeiten: Mo – Fr 12 – 21:30 (Küche), Sa 12 – 16 Uhr (Küche) Sa Abend für Sonderveranstaltungen offen.

Das kleine Lokal

Wilhelm Morgner, Astrale Komposition III, 1912, Kunstmuseum Wilhelm-Morgner-Haus, Soest | Foto Thomas Drebusch

ADRESSE Museen Böttcherstraße Paula Modersohn-Becker Museum Böttcherstraße 6–10 28195 Bremen www.museen-boettcherstrasse.de

Designhotel ÜberFluss. Über dem Fluss. Mitten im Leben.

FEIERTAGE 2015 Karfreitag: 13–18 Uhr Ostersonntag: 11–18 Uhr Ostermontag: geschlossen 1. Mai: 13–18 Uhr Himmelfahrt: 13–18 Uhr Pfingstsonntag: 11–18 Uhr Pfingstmontag: geschlossen EINTRITTSPREISE während der Ausstellung »Ungeheuerliche Farbwunder« Wilhelm Morgner. Malerei 1910–1913 | 15.2.–14.6.2015

Normalpreis EUR 8 ermäßigt EUR 5, Kinder bis 6 Jahre: frei Familien (2 Erwachsene mit bis zu 4 Kindern): EUR 20 Gruppen ab 10 Personen: EUR 5 p. P. ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN Jeden Sonntag von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr GRUPPENFÜHRUNGEN T +49 (0)421 33882-22 I info@ museen-boettcherstrasse.de

KATALOG Zur Ausstellung ist die Publikation »Ins unermesslichste Vielleicht!« – Wilhelm Morgner. Malerei 1910–1913 erschienen. Hardcover, Herausgegeben von Karsten Müller, mit Texten von Karsten Müller und Friederike Weimar sowie einem Glossar zu den Briefen Wilhelm Morgners, 96 Seiten inklusive ca. 80 farbige Abbildungen. EUR 22 im Museumsshop

Seit 14 Jahren präsentiert Stefan Ladenberger hier im „Kleinen Lokal“ seine eigenen Kreationen mit heimischen Produkten. In diesem gemütlichen Gourmetrestaurant mit 30 Sitzplätzen herrscht entspannte Atmosphäre mit feiner Küche. Die umfangreiche Weinkarte sowie die kreative Küche locken Gäste aus nah und fern. Besonders beliebt sind die Überraschungsmenüs, die täglich neu zusammengestellt werden. Reservierungen sind empfehlenswert. www.das-kleine-lokal.de


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Bremer Philharmoniker – Die Philharmonie für Bremen LUST AUF GROSSE EMOTIONEN? So 22.3.2015 | 11 Uhr | Glocke Mo 23.3.2015 | 19 Uhr | Glocke 8. PHILHARMONISCHES KONZERT

MESSIAH

Georg Friedrich Händel Norddeutscher Figuralchor Olof Boman, Dirigent

Ob Philharmonisches Konzert, Afterwork- und Benefizkonzerte in der Bremer Glocke oder Oper, Operette und Musical im Theater Bremen, Sonderkonzerte in historischen Speichergebäuden, Kammermusiken im Himmelssaal oder zahlreiche Musikprojekte für Kinder und Jugendliche – die Bremer Philharmoniker bilden durch ihr vielfältiges künstlerisches Engagement die tragende Säule des nordwestdeutschen Musiklebens.

Mo 20.4.2015 | 20 Uhr | Glocke Di 21.4.2015 | 20 Uhr | Glocke 9. PHILHARMONISCHES KONZERT

LEBEN OHNE KLAVIER IST IRRTUM Wolfgang Amadeus Mozart Dmitri Schostakowitsch Lars Vogt, Klavier Andrew Litton, Dirigent Mo 11.5.2015 | 20 Uhr | Glocke Di 12.5.2015 | 20 Uhr | Glocke 10. PHILHARMONISCHES KONZERT

BETÖREND SCHÖNER DOLCE-KLANG

Wolfgang Amadeus Mozart Eduard Toldrà Joaquin Rodrigo Nuria Rial, Sopran Markus Poschner, Dirigent Mo 1.6.2015 | 20 Uhr | Glocke Di 2.6.2015 | 20 Uhr | Glocke 11. PHILHARMONISCHES KONZERT

MAHLERS AXTHIEB

Gustav Mahler Symphonie Nr. 6 a-Moll Markus Poschner, Dirigent Mo 15.6.2015 | 20 Uhr | Glocke Di 16.6.2015 | 20 Uhr | Glocke 12. PHILHARMONISCHES KONZERT

ODYSSEE IM WELT(MUSIK)RAUM

Johann Strauß Gioacchino Rossini Aram Iljitsch Chatschaturjan Henry Purcell Richard Strauss Dima Slobodeniouk, Dirigent

Ein Orchester für alle Als eines der weltweit traditionsreichsten Orchester mit einer fast 200-jährigen Geschichte sind die Bremer Philharmoniker innerhalb der Spielzeit praktisch täglich zu erleben. Mit ihren 26 Abonnementkonzerten, fünf Afterwork-Konzerten um „5nachsechs“ sowie Benefiz- und Sonderkonzerten glänzen sie pro Saison in rund 70 Konzerten. Hinzu kommen mehr als 150 Vorstellungen im Theater Bremen, Kammermusiken, Familien- und Schulkonzerte, zahlreiche Projekte in Schulen und vielfältige Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche in der prämierten Musikwerkstatt. Mit jährlich mehr als 400 Veranstaltungen für alle Alters- und Zielgruppen hinterlässt das Orchester deutliche Spuren auf der musikalischen Landkarte Bremens und des Nordwestens.

Neugierig geworden? Hier gibt es noch mehr Infos über die Bremer Philharmoniker: www.bremerphilharmoniker.de www.musikwerkstatt-bremen.de www.facebook.com/bremerphilharmoniker

Ein Magnet für Weltstars Unter ihrem Chefdirigenten Markus Poschner haben sich die Bremer Philharmoniker zu einem erstklassigen Klangkörper entwickelt, der sich in die Herzen von Klassikfans aus ganz Norddeutschland gespielt hat. Die innovative Programmgestaltung, die hohe künstlerische Qualität und die leidenschaftliche Spielfreude des Orchesters haben sich auch in der internationalen Klassikszene herumgesprochen. Nicht weiter verwunderlich also, dass Solisten von Weltrang wie Frank Peter Zimmermann, Sol Gabetta, Tine Thing Helseth, Dominique Horwitz, Arabella Steinbacher, Mischa Maisky, Isabelle van Keulen und Jean-Yves Thibaudet und Dirigenten wie Hans Graf, Mario Venzago, Marco Letonja und Peter Schneider immer wieder gern nach Bremen kommen, um mit den Bremer Philharmonikern zu musizieren.

Ein Ort für Entdecker Neugier und Wagemut, Qualität und Kreativität - sie bilden die Grundlage für die abwechslungsreichen Konzertprogramme, außergewöhnlichen Konzertformate und die überzeugende Musikvermittlung der Bremer Philharmoniker. Neues entdecken, vermeintlich Bekanntes neu erleben, vergessene Schätze bergen, so lautet die Devise der Musiker. Und das Publikum wird zum Entdecker großartiger Klassikerlebnisse!

Möchten Sie regelmäßig über aktuelle Konzerte und Veranstaltungen informiert werden? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter! www.bremerphilharmoniker.de/service/newsletter

>saison 2014 /2015

Und noch ein Tipp: Das neue Saisonbuch für die Spielzeit 2015/2016 erscheint Mitte Mai – lassen Sie es sich doch einfach nach Hause schicken! www.bremerphilharmoniker.de/service/saisonbuch Und wenn Sie gar nicht viel lesen, sondern viel lieber hören möchten: Besuchen Sie unsere Saisonpräsentation mit den Highlights der kommenden Spielzeit 2015/2016! Sa 27.6.2015 | 12:00 Uhr | Glocke (Bremen) Eintritt frei!


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Die Meistersinger von Nürnberg | Foto: Jörg Landsberg

Benatzky: IM WEISSEN RÖSSL ab 26.2.2015 Als Im weißen Rössl vor der Machtergreifung der Nazis uraufgeführt wurde, war das Stück eine Vergnügung des freigeistigen Berlin. Diesem liberalen Zeitgeist der Zwischenkriegszeit geht der Regisseur Sebastian Kreyer mit der Chansonniere und Kabarettistin Désirée Nick als Rössl-Wirtin, dem Schauspielensemble, dem Chor und den Bremer Philharmonikern unter der Leitung von Daniel Mayr nach.

Anna Karenina | Foto: Jörg Landsberg

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Theater Bremen Das Theater Bremen ist ein Stadttheater mit überregionaler Bedeutung. Es versteht sich als ein öffentlicher Ort ästhetischen und politischen Nachdenkens über Probleme, Risiken, Freiheiten und Glücksmomente moderner Großstadterfahrung. „In diesem Haus wurde mancher sehend für ein ganzes Leben“, schrieb Rainer Maria Rilke 1902 über die Kunsthalle Bremen, die sich auf der Bremer Kulturmeile in unmittelbarer Nachbarschaft zum Theater befindet. Da es das Theater Bremen zu dieser Zeit – zumindest am Goetheplatz – noch nicht gab, lässt sich nicht genau sagen, ob Rilke ähnlich prägnant auch etwas über die Darstellenden Künste in der Hansestadt formuliert hätte. Man darf es aber annehmen, denn sehend wurden im Theater Bremen auch einige. Überliefert ist das vor allem aus den 1960er Jahren, in denen der Intendant Kurt Hübner und mit ihm Regisseure wie Peter Zadek oder Rainer Werner Fassbinder Theatergeschichte schrieben. Der damals entwickelte „Bremer Stil“ war mit seiner starken inhaltlichen Ausrichtung und seiner gesellschaftlichen Anbindung prägend über Bremen hinaus. Das Theater als ein Ort der Öffentlichkeit und des Diskurses war zentral für das Selbstverständnis nicht nur von Kurt Hübner, sondern auch von späteren Intendanten des Bremer Theaters. Michael Börgerding, seit 2012 Generalintendant

des Vierspartenhauses, hat sich zu Beginn seiner künstlerischen Leitung auf den Bremer Stil bezogen und unter anderem den Pfeil der Hübner-Jahre als zentrales visuelles Gestaltungselement des Hauses reaktiviert. Der Blick zurück ist im Theater meist auch einer ins Jetzt, denn das Vergegenwärtigen von ganz alten bis hin zu aktuellen Texten und Partituren ist die zentrale Beschäftigung sowohl im Schauspiel als auch im Musiktheater. Dabei ist Vergegenwärtigung nicht gleichbedeutend mit oberflächlicher Aktualisierung. Es geht nicht darum, zu behaupten, dass Geschichten wie die der Meistersinger von Nürnberg immer noch aktuell sind, indem man sie in einer Bank oder dem Bundestag spielt. Sondern es geht vor allem darum, die Stoffe und Vorgänge unmittelbar wirksam werden zu lassen und sich zu ihnen ins Verhältnis zu setzen. Für Benedikt von Peter, den leitenden Regisseur der Musiktheatersparte, FAUSTPreisträger und nicht nur laut Süddeutscher Zeitung einer der interessantesten Theatermacher überhaupt, ist dies der entscheidende Punkt einer jeden Inszenierung. In den vergangenen Jahren hat er sich in Bremen zentralen Werken des Opernrepertoires gewidmet und unter anderem mit La traviata, Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny oder – zu Beginn dieser Spielzeit – mit den Meistersingern von Nürnberg überraschend eigenständige und bei aller konzeptionellen Strenge

ausnahmslos emotional wirkungsvolle Arbeiten realisiert. Während bei Mahagonny das gesamte Haus als Stadt Mahagonny bespielt wurde und der Zuschauer gewissermaßen teilnehmend durch das Stück flanieren konnte, war La traviata eine intensive Einsamkeitsstudie einer verlassenen und an der Idee der romantischen Liebe scheiternden Frau. Der Stuttgarter Schauspielintendant Armin Petras inszenierte mit der Uraufführung von Anna Karenina in der musikalischen Fassung von Thomas Kürstner und Sebastian Vogel laut Radio Bremen das „Theaterereignis des Jahres“. Robert Lehniger wiederum kümmerte sich in seiner Inszenierung des Hippiemusicals Hair weniger um die Folklore von Schlaghosen als vielmehr um aktuelle Positionen alternativer Lebensformen in Bremen und stieß mit seinem dokumentarischen Ansatz auf große Publikumsresonanz. Und ein kleiner Vorgeschmack auf die Spielzeit 15/16 sei auch schon gestattet: Andreas Kriegenburg, der „Bildermagier des deutschen Theaters“ und leidenschaftlicher Tangotänzer wird sich Astor Piazzollas Maria de Buenos Aires widmen. Nur eine kurze Rückschau und ein kleiner Ausblick auf das vielschichtige und facettenreiche Programm des Theater Bremen, bei dem sicherlich manch einer sehend, hörend, denkend und fühlend wird für ein ganzes Leben.

Die Sache Makropulos | Foto: Jörg Landsberg

Bizet: CARMEN ab 21.3.2015 Georges Bizets 1875 uraufgeführte Carmen ist eine der meistgespielten und bestgeliebten Opern aller Zeiten. Kaum ein anderes Werk bestimmt die Vorstellung über ein ganzes theatralisches Genre so, wie die Geschichte um Don José, Carmen und ihr tödlich endendes Eifersuchtsdrama in dessen Verlauf José für seine Liebesidee alle Sicherheiten aufgeben muss und Carmen schließlich zu seinem Opfer macht. Anna-Sophie Mahler, eine der „interessantesten jungen Opernregisseurinnen“ (foyer) inszeniert nach Die Sache Makropulos, Orlando furioso und Blick der Tosca mit Carmen zum vierten Mal am Theater Bremen. Mit ihrem psychologischen Inszenierungsansatz wird sie sich der wohl populärsten Beziehungstat aller Zeiten nähern und sich mit Aspekten an Carmen beschäftigen, die jenseits der Spanienklischees und der Stierkampfromantik liegen, dafür aber umso mehr mit der Erfindung der femme fatale zu tun haben.

La traviata | Foto: Jörg Landsberg

La traviata

Hair | Foto: Jörg Landsberg

Händel: ORESTE ab 24.5. 2015

KONTAKT, INFORMATIONEN UND KARTEN: Theater Bremen Goetheplatz 1 – 3, 28203 Bremen Postfach: 10 10 46, 28010 Bremen Tel 0421 . 3653 - 0 www.theaterbremen.de THEATERKASSE Tel 0421 . 3653 - 333, Fax 0421 . 3653 - 932 Mo – Fr: 11 – 18 Uhr, Sa: 11 – 14 Uhr kasse@theaterbremen.de

Händels Oreste ist eine Studie über das Dunkle im Menschen, das der aufgeklärte Zeitgenosse lieber verdrängt statt es in seinen mühsam ausgeglichenen Seelenhaushalt zu integrieren. Der Barockspezialist Olof Boman, der in Bremen vergangene Spielzeit Orlando furioso dirigiert hatte, kehrt nach Bremen zurück, um zum ersten Mal mit dem Regisseur Robert Lehniger zusammenzuarbeiten, der schon Hair am Theater Bremen inszenierte.


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GAK Gesellschaft für aktuelle Kunst

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präsentiert Bremer Psychiatriegeschichte von den Anfängen bis ins 20. Jahrhundert. Was ist verrückt? Wie gehen wir mit Krankheit um? Die Präsentation greift diese Fragen bewusst auf. Historische Behandlungsgeräte veranschaulichen Therapie- und Behandlungsformen ihrer Zeit. Interaktive Stationen und Hörinseln erzählen von Patienten, Ärzten, Pflegenden und Angehörigen. Zusätzlich spiegeln Wechselausstellungen das Spannungsfeld zwischen Medizin und Kunst, zwischen Gegenwart und Geschichte wider. www.kulturambulanz.de

Die GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst ist der Ort für internationale richtungsweisende Kunst der Gegenwart in Bremen. Der 1980 gegründete Kunstverein liegt im Stadtzentrum auf einer Insel in der Weser – in direkter Nachbarschaft zur Weserburg | Museum für moderne Kunst und dem Studienzentrum für Künstlerpublikationen sowie fußläufig zum Künstlerhaus Bremen und zur Städtischen Galerie. Die GAK definiert sich als Verbindungsglied zwischen Akademie und Museum. In wechselnden Gruppen- und Einzelausstellungen stellt sie internationale künstlerische Positionen vor, bevor diese sich im Kunstbetrieb etabliert haben. Sie ist Labor für die jüngsten Tendenzen und Strömungen in der zeitgenössischen Kunst, bietet diesen eine Plattform und stellt sie zur Diskussion. www.gak-bremen.de

26. MUSIKFEST BREMEN

Gerhard-Marcks-Haus Das Gerhard-Marcks-Haus in Bremen ist das Museum für moderne und zeitgenössische Bildhauerei. Es zählt zu den national und international anerkannten Bildhauermuseen. Gezeigt werden in Sonderausstellungen nicht nur Klassiker wie Moore, Maillol oder Giacometti, sondern auch jüngere Künstler, die beweisen, dass Skulptur ein lebendiges Medium ist. Im Gerhard-Marcks-Haus hat sich in fast 40 Jahren ein Museumskonzept entwickelt, das bewusst moderne und traditionelle Kunst miteinander kombiniert und in seinen Ausstellungen das Zusammenspiel von Figur, Form und Raum ins Zentrum der Museumsarbeit rückt. www.marcks.de

Das Bremer Konzerthaus »Die Glocke« Die Glocke ist das traditionsreiche Zentrum des musikalischen Lebens in Bremen. International gefeierte Künstler wie Anne-Sophie Mutter, Grigory Sokolov, Cecilia Bartoli oder Hélène Grimaud kommen immer wieder gern in die Glocke. Alle zeigen sich beeindruckt vom eleganten Art déco-Ambiente und der exzellenten Akustik. Doch nicht nur Klassik, sondern auch Lesungen, Kabarett, Jazz- und A-cappellaKonzerte sowie Chanson- und Weltmusikabende finden sich im Programm und machen das Konzerthaus zu einer der ersten Adressen in ganz Norddeutschland. Die Glocke | Domsheide 6-8 | 28195 Bremen | www.glocke.de Ticket-Service in der Glocke | Mo - Fr 10 - 18 Uhr, Sa 10 - 15 Uhr | ticketverkauf@glocke.de

Krankenhaus-Museum Das Krankenhaus-Museum ist ein überraschender Ort. Die Ausstellungsräume befinden sich in einem denkmalgeschützten Hofgebäude der alten psychiatrischen Anstalt inmitten eines historischen Parks. Die ständige Ausstellung

Universum® lockt ab März mit neuer Ausstellung Das beliebte Universum® Bremen wurde umgebaut: Ab März 2015 können die spannenden neuen Themenbereiche Technik, Mensch und Natur erkundet werden. Über 300 Stationen warten darauf erforscht und entdeckt zu werden. Wie funktioniert ein Lügendetektor? Was empfinde ich in einem schiefen Raum? Und wie sehen Seepferdchen, Glanzkäfer und Quallen aus der Nähe aus? Der weitläufige Außenbereich mit weiteren Mitmachstationen unter freiem Himmel und den amüsanten Science Shows runden das vielseitige Angebot ab. Durch die vielen frischen Attraktionen ist das Universum® nicht nur für Neulinge interessant, sondern eignet sich auch bestens für Wiederholungsbesucher, die zu jeder Jahreszeit einen ereignisreichen Tagesausflug erleben wollen. Ein Muss für einen gelungenen Bremen-Besuch! www.universum-bremen.de

eingeladenen Künstlern zählen Teodor Das Musikfest Bremen, 1989 von Intendant Currentzis und sein Orchester MusicAeThomas Albert gegründet und seitdem terna, die von Ottavio Dantone geleitete von ihm geleitet, ist ein Festival für das Accademia Bizantina, Cellist Leonard ElBesondere. Jahr für Jahr setzt man hier in schenbroich, Bandoneonist Per Arne Glorder Programmgestaltung bewusst auf stivigen oder das Peter listische Vielfalt und Edwards Trio. Dazu Bandbreite – mit der werden die Spielstätkünstlerischen Qualiten in magisches Licht tät als oberster Maxigetaucht und machen me! Und so präsentiert damit den Abend das Musikfest Bremen auch zu einer spektaauch in diesem Spätkulären visuellen Atsommer wieder einen traktion. kompakten, aufregenZu weiteren Höheden Überblick über punkten des Festivals die faszinierende VielJérémie Rhorer © Yannick Coupannec zählen zwei Auffühfalt der Musik, aufführungen von Mozarts rungspraktisch immer „Entführung aus dem Avantgarde, gleich Serail“ (6. und 8. Sepwelcher Stilepoche. tember) in einer InszeDas beginnt schon nierung von Martin bei der Eröffnung. Kušej, eine KoprodukStatt eines einzigen tion mit dem Festival hochkarätigen Kond’A i x- e n - P r ove nc e, zertes bietet „Eine grofür die Jérémie Rhorer ße Nachtmusik“ am am Pult von Le Cercle 29. August als stimMaria João Pires © Harald Hoffmann / DG de l’Harmonie steht. mungsvoller Auftakt Daneben zeigen auch gleich 24 erstklassig die beiden vor Ort anbesetzte Konzerte in sässigen Klangkörper acht Spielstätten rund Präsenz: Die Deutsche um den historischen Kammer philharmo Marktplatz mit dem nie Bremen tritt unter U N E S C O -We l t e r b e der Leitung von TreRathaus und Roland. vor Pinnock mit PiaDie Besucher stellen nistin Maria João Pires sich eine dreiteilige als Solistin in Chopins musikalische Route Teodor Currentzis © Robert Kittel / SONY Classical Klavierkonzert Nr. zusammen, indem sie 2 an (5. September), während die Bremer je ein 45-minütiges Konzert um 19.30 Uhr, Philharmoniker mit ihrem Generalmusik21.00 Uhr und 22.30 Uhr auswählen. Die direktor Markus Poschner Bruckners achte Veranstaltungen finden sowohl im tradiSinfonie zur Aufführung bringen (9. Septionsreichen Konzerthaus Glocke, dem St. tember). Petri Dom und dem Rathaus als auch in zu temporären Konzertsälen umfunktio26. Musikfest Bremen | 29.8. – 19.9.2015 nierten Spielstätten wie den pittoresken www.musikfest-bremen.de Innenhöfen des Landgerichts und des Atlantic Grand Hotels statt – mit einem muStart des Kartenvorverkaufs: 16. April 2015 sikalischen Spektrum von Sinfonik über Chor- und Kammermusik bis Jazz. Zu den


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Bremen

bike it!

In keiner anderen Stadt Deutschlands mit mehr als 500.000 Einwohnern machen mehr Menschen ihre alltäglichen Wege mit dem Rad als in Bremen. Europaweit rangiert die altehrwürdige, hübsche und überaus lebendige Hansestadt auf dem dritten Platz der Radstädte. Radfahren in Bremen ist nicht nur Alltag, sondern auch ein großer Spaß. Fast immer und für alle egal ob zu Gast oder einheimisch . Die Wege sind in der Stadt der kurzen Wege zwar nicht immer wirklich kurz – die Stadt streckt sich und streckt sich an der Weser entlang. Aber: die Wege sind fast immer prima zu fahren und wirklich schön. Sie führen entlang des tideabhängigen Flusses, begleiten Kanäle und folgen Parks und Grünzügen. Sie gehen mitten durch wohnliche Stadtteile und quicklebendige Quartiere. Verbinden Sehenswürdigkeiten, Kultureinrichtungen, Wissenschaftsstandorte, Parks und Landschaftsräume. Und blendend gelegene Ausflugslokale. Was also liegt näher, als irgendein Rad nehmen, egal ob das eigene oder ein Mietrad und die Stadt zu durchfahren und zu erleben? Bremen? Bike it!. Bike it! macht Vorschläge. Für erlebnisreiche Fahrradtouren auf ausgiebig beschriebenen Rad-

Runden. Wie der Blockland-Runde „Kuh, Knipp und Kult“, der Weser-Runde „Schlachte, Werder, Übersee“, der Bremen-Nord-Runde „Berg und Wal“, der Bremerhaven-Runde „Fisch und Schipp“ oder demnächst kreuz und quer durch die Szenen der erweiterten Innenstadt. Fast alle Runden sind ausgeschildert. Darüberhinaus finden Neugierige in kostenlosen Flyern die Karte samt gleichermaßen wahren wie unterhaltsamen Informationen.

tyGuide App mühelos zu finden. Die kostenlose Fahrrad-Navigations-App funktioniert offline mit dem Smartphone sicher und bequem. Sie findet die schönsten, schnellsten und bequemsten Wege durch die Stadt, spricht deutsch, englisch oder französisch und kennt sich aus. Mit „Finn“, einem plietschen Silikonhalter lässt sich das Smartphone blickgerecht am Lenker befestigen und Schluss ist mit der nervigen Sucherei in der möglicherweise fremden Stadt. Smart! Bremen bike it! ist ein Tipp. Es gibt kein besseres Verkehrsmittel als das Rad, um der Stadt auf die Spur zu kommen: Ihrem Charme, dem Flair, den Besonderheiten und Kuriositäten. Bike it! Einen Versuch ist es immer wert. Sie werden nicht allein sein – unterwegs und sie werden das Rad in der Stadt nicht mehr missen wollen.

Bike it! BremenBikeCityGuide-App

Fast noch wichtiger: Alle Ziele und vor allem die Kultureinrichtungen und Sehenswürdigkeiten in der Stadt, in Bremen-Nord, in Bremerhaven und in der Region sind mit der BremenBikeCi-

Die schönsten, schnellsten und sichersten Wege per Rad zu den Museen und Galerien sind kein Geheimnis, sondern frei erhältlich. Laden Sie sich einfach die BremenBikeCityGuide kostenlos auf Ihr Smartphone. Die Navigations-App ist einfach zu bedienen, kennt die besten Verbindungen, macht auf Sehenswürdigkeiten aufmerksam und schlägt interessante Radtouren in Bremen, Bremen-Nord und Bremerhaven vor. Hier gibt es die App: www.bremen.de/bike-it/app

Lange Nacht der Museen Lange Nacht der Begegnungen Samstag, 30.Mai 2015 18 Uhr – bis 01 Uhr Die Lange Nacht der Museen folgt in diesem Jahr dem aktuellen Thema Begegnungen. 18 Museen und Ausstellungshäuser zeigen in Kooperation mit dem Literaturfestival Poetry on the Road eine Nacht lang ihre Sammlungen und Sonderausstellungen und bieten spannende Programme mit unterschiedlichen Akteuren anderer Kultursparten. Museen sind natürlich immer Orte der Begegnung: von Menschen, unterschiedlichen Kulturen, Zeiten und Kunstszenen. Die Lange Nacht macht die Begegnungen zum Programm. Wer nicht allein durch die Nacht will: Es gibt das Lange-Nacht-Dating-Portal auf www.bremen.de und – analog – die Möglichkeit, zum Start in die Nacht unter den Rathausarkaden zu treffen. Damit Sie nichts verpassen, fahren Busse und Bahnen durch die Nacht, historische Straßenbahnen sind unterwegs und zwei Schiffe pendeln auf der Weser. Wer will, kommt mit dem Rad oder geht zu Fuß, von Museum zu Museum. Mehr als ein Eintrittsarmband und Lust an der Entdeckerfreude braucht es nicht. Für den leckeren Happen bei einem Glas Wein, bei Saft oder Bier mit Freunden zwischendurch, sorgen die kulinarischen Angebote der beteiligten Häuser.


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Breminale 15.07. – 19.07.2015 Die 28. BREMINALE erleben: Vom 15. bis 19. Juli 2015 auf den Weserwiesen am Bremer Osterdeich. Wenn die bunten Fahnen wehen und die Osterdeichwiesen und Kunsthallenwiese voller Zelte stehen, dann ist wieder Breminale! Dann tummelt sich da draußen bei welchem Wetter auch immer ein buntes Völkchen Bremer_innen und Künstler_innen, die schlendern, hören, singen, kaufen, handeln, tanzen, grölen, schlemmen, saufen, schwimmen, das Weite suchen, Nähe finden, trommeln, tröten und noch mehr. Foto Ingo Wagner

LA STRADA

Die Breminale-Macher_innen freuen sich `nen Ast ab, sind stolz wie Bolle und die Stadt platzt gleich dazu. Das Kulturprogramm der BREMINALE entwickelt sich wieder zu einem Schaufenster der kulturellen Szenen Bremens und zu einem internationalen Markt der Bremer Kultur. So entsteht eine populäre Präsentationsplattform für die internationalen Bezüge, Verbindungen und Netzwerke der Bremer Kulturlandschaft in Europa und darüber hinaus: Jahr für Jahr ergeben sich neue spannende Impulse wechselnder Protagonisten, die das folgende Bremer Kulturjahr befruchten und erweitern – und damit ein populäres Programm, das so bremisch wie international ist, das aktuell am Puls künstlerischer Zeitgenossen lebt. http://breminale.sternkultur.de/

12.06. – 14.06. 2015 LA STRADA verwandelt vom 11. bis 14. Juni bereits zum 21. Mal die Bremer Innenstadt und die Wallanlagen in eine riesige Open-Air-Bühne. Das Festival ist einer der Höhepunkte im Sommerprogramm des Bremer Kulturkalenders. Zurückgeblickt wird auf 21 erfolgreiche Festivaljahre, in denen LA STRADA mittlerweile zum größten und prächtigsten Festival seiner Art gewachsen ist und dient europaweit als Plattform für innovatives Straßentheater und Cirque Nouveau. LA STRADA heißt: Eine neue Perspektive einzunehmen und die Stadt mit anderen Augen zu sehen. Das Publikum wird in eine Welt entführt, in der Akrobatik, skurrile Clownerie und poetische Performance begeistern. Das Festival stellt die Künste in den Mittelpunkt, motiviert zu Interpretationen, Entdeckungslust und künstlerischer Entfaltung. Jeder Jahr werden die Zuschauer mit zahlreichen Deutschlandpremieren und Uraufführungen überrascht, die neben der historischen Innenstadt auch weitere zentra-

le Punkte der Bremer Innenstadt bespielen und in Szene setzen. Doch nicht nur in der Freiluftmanege ist LA STRADA zu genießen. Am Samstag- und Sonntagabend findet wie jedes Jahr die begehrte LA STRADA Gala statt. In einer wilden und furiosen Darbietung zeigen Künstler des Tages noch einmal die Highlights ihrer Show. Die Veranstaltung findet in der bremer shakespeare company statt. Ab 20:30 wird das Publikum dort mit einer bunten Mischung aus lustigen, berauschenden, bunten und mysteriösen Shows unterhalten. Weitere Informationen finden Sie unter www.lastrada-bremen.de


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Maurice Guibert, Toulouse-Lautrec porträtiert Toulouse-Lautrec, um 1894, Fotografie © Musée ToulouseLautrec, Albi, Tarn, France

Frank Bölter, To the World’s End in Hastings, 2015, Video, HD, 41:27 cm, Foto: Alexander Brattell

Marilyn Monroe (Blick nach rechts), 1952, Farbabzug (Kodak Film), 35,6x27,9 cm, Privatsammlung USA © Nickolas Muray Photo Archives

Alkersum

Bern (CH)

Halle

PAPERMANIA! PAPIER ALS MEDIUM IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST

TOULOUSE-LAUTREC UND DIE PHOTOGRAPHIE

NICKOLAS MURAY. DOUBLE EXPOSURE

28.8. – 13.12.2015

1.03.2015 – 10.5.2015

1.3.-12.7.2015 Papermania! vereint zehn internationale Künstler/Innen, deren Werke zwei Gemeinsamkeiten verbindet – zum einen der Bildträger Papier, der in seiner Materialität eine ungeheure künstlerische Vielfalt bereit hält, zum anderen die Themen „Meer und Küste“ und „Reisen und Natur“. Zerbrechlich wirkende kleinformatige Arbeiten und detailverliebte, erzählerische Szenerien wie Reiseobjekte in Miniaturformat konkurrieren mit raumgreifenden Installationen, Paper Cuts, Skulpturen und Videos. Ganze Schwärme von Motten, entworfen von Carlos Amorales, ziehen als „Black Cloud“ über hohe Wände. Ein Schiffswrack, zuletzt mit seinem Erbauer, Frank Bölter, in Rostock in See gestochen, hat nun seinen Ankerplatz im Museum Kunst der Westküste gefunden. Auf faszinierende Weise wird deutlich, wie das Material Papier mal zart und fragil, mal robust und rau erlebt werden kann. Künstler/Innen: Carlos Amorales (MX), Frank Bölter (DE), Peter Callesen (DK), Jennifer Collier (UK), Thomas Judisch (DE),Bovey Lee (CN/USA), Charlotte McGowan-Griffin (UK/ DE), Mia Pearlman (USA), Stefan Thiel (DE), Mariëlle van den Bergh (NL).

Das Kunstmuseum Bern stellt zum ersten Mal das Werk des weltbekannten französischen Künstlers Henri de ToulouseLautrec (1864-1901) der Photographie der Zeit gegenüber. Bilder, Zeichnungen, Lithographien und Plakate des Künstlers werden mit zeitgenössischen Photographien konfrontiert, auf denen das gleiche oder ein sehr ähnliches Motiv wiedergegeben ist und die dem Künstler oft als Vorlagen gedient haben. Keine der ausgestellten Photographien stammt von ToulouseLautrec selbst – er hat nie photographiert –, aber viele davon wurden bei Freunden in Auftrag gegeben. Sei es als Vorlage für eine künstlerische Umsetzung oder weil er eine selber inszenierte Performance festhalten wollte. Das Kunstmuseum Bern besitzt in seiner Sammlung das Gemälde Madame «Misia Natanson au piano» (1897) von Toulouse-Lautrec. Misia Natanson, Gattin des Verlegers Thadée Natanson, war in den Pariser Künstlerkreisen eine viel bewunderte Persönlichkeit. Die Ausstellung widmet ihr und ihrem illustren Kreis einen eigenen Themenbereich. In der hauseigenen Sammlung befindet sich zudem eine Reihe graphischer Arbeiten von Toulouse-Lautrec, die 2014 – im Hinblick auf die bevorstehende Ausstellung – noch mit weiteren Blättern ergänzt werden konnte.

Erste Retrospektive in Deutschland! Eine Ausstellung unter der Schirmherrschaft des Generalkonsuls der Vereinigten Staaten von Amerika. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Nickolas Muray (1892–1965) schuf als Porträtfotograf legendäre in Europa zum Teil noch wenig bekannte Bildnisse von Stars und Sternchen, u. a. von Marilyn Monroe, Marlene Dietrich, Martha Graham, Fred Astair, Jean Cocteau, Joan Crawford, Greta Garbo, den Malern Claude Monet, Frida Kahlo und Diego Rivera sowie von Ingrid Bergmann, Humphrey Bogart, Ava Gardner, Judy Garland, Frank Sinatra. Ab 1931 gehörte er zu den weltweit führenden Werbefotografen. Er war einer der ersten, der für die moderne Produktwerbung in Zeitschriften und Journalen die noch junge Farbfotografie einsetzte und arbeitete u. a. für Harper’s Bazaar, Vanity Fair, Vogue oder Time. In Europa ist sein Werk bislang wenig bekannt. 2015 hat das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) die exklusive Gelegenheit, Murays Werk anlässlich desen 50. Todestages erstmals in Deutschland zu präsentieren. Gezeigt werden mehr als 200 Schwarz-Weiß- und Farbfotografien aus der Zeit zwischen 1920 und dem Beginn der 1960er Jahre. Begleitend erscheint ein opulent bebilderter Katalog, der Murays Werk dokumentiert und erstmals in deutscher Sprache vorstellt.

Museum Kunst der Westküste | Hauptstraße 7 | 25938 Alkersum/ Föhr | www.mkdw.de | Öffnungszeiten: Di-So 10-17 Uhr, Montags geschlossen

Kunstmuseum Bern | Hodlerstrasse 12 | 3000 Bern 7 | www.kunstmuseumbern.ch | Öffnungszeiten: Di 10 – 21 Uhr, Mi – So 10 – 17 Uhr, Mo geschlossen

Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) | Friedemann-Bach-Platz 5 I 06108 Halle (Saale) | Öffnungszeiten: täglich u. feiertags 10–18 Uhr, mittwochs geschlossen

Schein und Sein, Andrea und Anita, München 2007 © Herlinde Koelbl

Paul Signac: Dame auf der Terrasse, 1898, © National Gallery of Ireland, Dublin

Oberhausen

Remagen | Kunstkammer Rau

Völklingen/Saarbrücken

HERLINDE KOELBL – DAS DEUTSCHE WOHNZIMMER, SPUREN DER MACHT, HAARE UND ANDERE MENSCHLICHE DINGE – FOTOGRAFIEN VON 1980 BIS HEUTE

REVOLUTION DER BILDER. VON POUSSIN BIS MONET

„URBANART BIENNALE® 2015“

22.3. – 6.9.2015

29.3. – 1.11.2015

25.1. – 3.5.2015

Vom 17. bis in das 20. Jahrhundert setzte die französische Malerei die Maßstäbe für ganz Europa. Die Ausstellung widmet sich den revolutionären Entwicklungen in dieser Zeit. Sie zeigt rund 50 exzellente Gemälde und Skulpturen von Poussin, Chardin, Houdon, Renoir, Van Gogh, Monet, Cézanne und vielen weiteren herausragenden Künstlern. Im Zeitalter Poussins entstanden durch den königlichen Hof geprägte Historienbilder. Das Zeitalter der Aufklärung und Revolution brachte neue Themen hervor. Den Weg Frankreichs in die Moderne kennzeichnen das wachsende Selbstbewusstsein der Künstler und die Befreiung der Farbe im Impressionismus. Künstler der Ausstellung sind u.a.: François Boucher, Eugène Louis Boudin, Gustave Caillebotte, Paul Cézanne, Jean-Siméon Chardin, Gustave Courbet, Jean-Baptiste-Camille Corot, Jacques-Louis David, Edgar Dégas, Alexandre-François Desportes, Jean-Honoré Fragonard, Jean-Antoine Houdon, Claude Lorrain, Vincent van Gogh, Nicolas Lancret, Francois Millet, Jean-Baptiste Pater, Nicolas Poussin, Auguste Renoir, Paul Signac, Alfred Sisley, Pierre-Jacques Volaire, Simon Vouet, Jean-Antoine Watteau. In Kooperation mit der National Gallery of Ireland, Dublin und dem Bucerius Kunst Forum, Hamburg.

Am Sonntag, den 29. März 2015, startet mit der „UrbanArt Biennale® 2015“ die mittlerweile dritte Ausstellung des Weltkulturerbes Völklinger Hütte zur Kunst, die sich aus dem Graffiti entwickelt hat. Alle zwei Jahre zeigt das Europäische Zentrum für Kunst und Industriekultur die entscheidenden Positionen und zeitgenössischen Entwicklungen dieser jungen Kunst des 21. Jahrhunderts, die auf dem Weg von der Straße in die Museen und Galerien ist. Die „UrbanArt Biennale®“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist eine der bedeutendsten Werkschauen zur Urban Art in Europa. Kunstwerke von Superstars der Szene stehen neben Arbeiten von zahlreichen der gefragtesten jungen Urban-Art-Künstler. Ein besonderer Akzent der „UrbanArt Biennale® 2015“ liegt auf der Urban Art im arabischen Raum und in Ägypten. Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte plant, mit der „UrbanArt Biennale® 2015“ neue Räume in der Völklinger Hütte zu erschließen, die bisher für Besucher noch nicht geöffnet sind.

In dieser umfangreichen Überblicksausstellung wird das Werk einer der wichtigsten deutschen Fotografinnen vorgestellt. Bereits mit ihrem ersten Buch „Das deutsche Wohnzimmer“, erschienen 1980, zeigt Herlinde Koelbl ihr tiefgehendes Interesse am Menschen und den Dingen und Räumen, die ihn umgeben. Es müsse weiter gehen als unter die Oberfläche. Und das Vordringen in die Tiefen des Menschen ist wohl das Geheimnis ihrer faszinierenden Fotografien. Die Ausstellung vereint Werke aus allen wichtigen Schaffensphasen, so zu den Themen Kinder, USA, Feiern/Feine Leute, Jüdische Porträts, Sexualität, Beziehungen, Behausungen, Schein und Sein, Schriftsteller, Uniformen oder ihrer zum Klassiker gewordenen Langzeitstudie Spuren der Macht. Die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen zeigt die Ausstellung GREEN CITY – Geformte Landschaft – Vernetzte Kultur – Das Ruhrgebiet in der Kunst vom 10.5. bis 13.9.2015 LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen | Konrad-Adenauer-Allee 46, 46049 Oberhausen | Öffnungszeiten Di – So 11 – 18 Uhr, Montag geschlossen, Ostermontag geöffnet | Eintritt EUR 8, ermäßigt EUR 4, Familien (zwei Erwachsene plus Kinder) EUR 12, Kombiticket mit dem Gasometer EUR 11 | www.ludwiggalerie.de

Arp Museum Bahnhof Rolandseck | Hans-Arp-Allee 1 | D-53424 Remagen | Öffnungszeiten Di - So und feiertags 11 - 18 Uhr

Weltkulturerbe Völklinger Hütte | Rathausstraße 75-79, 66333 Völklingen | Öffnungszeiten: Täglich 10 bis 19 Uhr (Winter: 10 bis 18 Uhr), geschlossen am 24., 25. und 31. Dezember | Besucherservice: 06898/9100 100 | www.voelklinger-huette.org


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ganz oben: Karl Lagerfeld, Selbstportrait (Ausschnitt) © Karl Lagerfeld oben: Claude Monet, Auf dem Boot (Ausschnitt), 1887, Öl auf Leinwand,© National Museum of Western Art, Tokio links: Caravaggio, Johannes der Täufer(Ausschnitt), 1602, Öl auf Leinwand, Rom, Musei Capitolini - Pinacoteca Capitolina © 2014. Foto Scala, Florenz – courtesy of Sovraintendenza di Roma Capitale

DER GÖTTLICHE

Hommage an Michelangelo – Raffael · Caravaggio · Rubens · Rodin · Cézanne · Struth bis 25.5.2015 Michelangelo, „der Göttliche“, war schon zu Lebzeiten eine Legende. Sein herausragendes Werk wird bis heute von Künstlern bewundert, nachgeahmt und interpretiert. Der über fünf Jahrhunderte andauernde Einfluss der Werke Michelangelos liegt vor allem in seiner virtuosen Darstellung des menschlichen Körpers begründet. Er schuf ein Repertoire an Ausdrucksformen, das bis heute als Maßstab gilt. Die Ausstellung erzählt von der immensen Wirkung Michelangelos auf die europäische Kunst. Im Mittelpunkt stehen nicht die Werke Michelangelos, sondern herausragende Skulpturen, Gemälde, Drucke und Zeichnungen von Künstlern wie Raffael, Giambologna, Caravaggio, Rubens, Delacroix, Rodin, Cézanne, Moore, Mapplethorpe oder Struth, die sich mit den Werken des Florentiners auseinandergesetzt haben. Sie stehen im Dialog mit den großen Schöpfungen Michelangelos – wie der DavidSkulptur in Florenz oder den Fresken der Sixtinischen Kapelle im Vatikan –, die in der Ausstellung mit Abgüssen, Kopien und Fotografien vertreten sind. Die Interpretationen seiner Arbeiten bis in die zeitgenössische Kunst reichen von Nachahmung und Hommage bis zur kritischen Distanzierung und machen die ungebrochene Aktualität Michelangelos auf faszinierende Weise sichtbar.

KARL LAGERFELD. MODEMETHODE

JAPANS LIEBE ZUM IMPRESSIONISMUS

Karl Lagerfeld zählt zu den weltweit renommiertesten Modedesignern und gilt als Ikone des Zeitgeists. Mit der Ausstellung Karl Lagerfeld. Modemethode beleuchtet die Bundeskunsthalle erstmals und umfassend den Modekosmos des Ausnahmedesigners und erzählt auf diese Weise ein Kapitel der Modegeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. Karl Lagerfeld ist dafür bekannt, klassische Formen zeitgemäß zu erneuern und der Mode neue Impulse zu geben. Über eine Zeitspanne von nunmehr 60 Jahren zeugen seine Kreationen von einem außergewöhnlichen Gespür für das Lebensgefühl und die Strömungen der jeweiligen Zeit – ob in Haute couture und Prêt-à-porter für die Luxusmodehäuser Balmain, Patou, Fendi, Chloé, Karl Lagerfeld und Chanel oder der erschwinglichen Kollektion der Marke H&M. Als Genie der Mode gilt Karl Lagerfeld nicht nur, weil er Klassiker wie das Chanel-Kostüm durch unkonventionelles Design stetig erneuert und sich seit Jahrzehnten als Modeschöpfer fortwährend neu erfindet. Sein Prinzip, die „Modemethode“, ist eine Gesamtkonzeption: Von den ersten Entwurfsskizzen bis zum fertigen Kleidungsstück, von den Accessoires über die Architekturkulisse und Musik der Modenschau bis zu den Fotos und dem Grafik-Design für Presse, Katalog, Werbung und Schaufensterdekoration entstammt jedes Detail dem Kopf und der Hand des Designers selbst.

Bereits am Ende des 19. Jahrhunderts begannen japanische Sammler, hochkarätige impressionistische Sammlungen aufzubauen. Diese Entwicklung setzte mit dem Industriellen Kojiro Matsukata ein, der eng mit Claude Monet befreundet war. Bis heute entstanden in Japan einmalige Sammlungen, die in namhaften Museen gezeigt werden und aus denen nun einmalig in Europa herausragende Exponate präsentiert werden. Im Zentrum stehen Meisterwerke der französischen Impressionisten und Postimpressionisten wie etwa Monet, Manet, Cézanne, Gauguin, Bonnard, Pissarro, Renoir, Signac, Sisley und van Gogh. Ziel der Ausstellung ist es, diese in Europa noch nie ausgestellten Höhepunkte des Impressionismus erstmals zu zeigen. Hinzu kommen eindrucksvolle Werke japanischer Maler aus der Zeit vor 1920, welche die moderne, westlich inspirierte japanische Kunst begründeten. Sie veranschaulichen den wechselseitigen künstlerischen Einfluss zwischen Japan und Europa aus einer neuen Perspektive.

27.3. – 13.9.2015

Von Monet bis Renoir | 9.10.2015 – 21.2.2016

Weitere Ausstellungen PETRIT HALILAJ | She, fully turning around, became terrestrial 6. März bis 18. Oktober 2015

ÄRGER IM PARADIES | 24. April bis 25. Oktober 2015 Auf dem Dach der Bundeskunsthalle

HANNE DARBOVEN | Zeitgeschichten ADRESSE Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH Friedrich-Ebert-Allee 4 | D-53113 Bonn T +49 228 9171 200 | F +49 228 9171 209 www.bundeskunsthalle.de

ÖFFNUNGSZEITEN Di, Mi 10–21 Uhr Do - So und feiertags 10–19 Uhr Fr für angemeldete Gruppen ab 9 Uhr geöffnet. 24. und 31.12. sowie montags geschlossen

11. September 2015 bis 17. Januar 2016

MITTEN IM OZEAN | Die Kunst der Fidschi-Inseln 6. November 2015 bis 6. März 2016


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links: Tim Burton, Blue Girl with Wine, um 1997, Öl auf Leinwand, Privatsammlung, Courtesy of Tim Burton oben: Herbert Bayer, Einsamer Großstädter, 1932/1969, Fotomontage, Silbergelatinepapier, © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Brühl

»RealSurreal« und »THE WORLD OF TIM BURTON« Ausstellungshighlights im Max Ernst Museum Brühl des LVR 2015 Das Max Ernst Museum zeigt zum 10-jährigen Jubiläum zwei sensationelle Ausstellungen. Vom 19. April bis 19. Juli 2015 präsentiert es unter dem Titel »RealSurreal« rund 200 Meisterwerke der Avantgarde-Fotografie des Neuen Sehens zwischen Neuer Sachlichkeit und Surrealismus. Seltene Originalabzüge, Zeitschriften sowie Künstlerbücher aus der umfangreichen Münchner Sammlung von Dietmar Siegert sind zu sehen und vereinen namhafte Fotografinnen und Fotografen wie Herbert Bayer, Brassaï, André Kertész, Germaine Krull, Man Ray, László Moholy-Nagy, Albert Renger-Patzsch, Umbo oder Wols. Der Begriff des Neuen Sehens bezieht sich auf Fotografien aus der Zeit von 1920 bis 1950. Inspiriert durch das pulsierende Leben der modernen Großstädte, die fortschreitende Technisierung in der Gesellschaft und die zunehmende Bilderflut in den Zeitungen und Zeitschriften wurde das Alltägliche mit Hilfe der Kamera in faszinierende und dynamische Bildwelten verwandelt. Das fotografische Spektrum reicht von der exakten Aufzeichnung des Gesehenen in der Porträt- und Industriefotografie bis hin zum inszenierten Bild im Surrealismus. Die Wahl neuartiger Perspektiven, Fotomontagen, technische Experimente wie Fotogramm, Solarisation und Doppelbelichtung sind weitere

Facetten der neuen Kunstform, die sich im Spannungsfeld zwischen Realem und Surrealem bewegt. Die Ausstellung »RealSurreal«, die in Kooperation mit dem Kunstmuseum Wolfsburg entstand, präsentiert drei Schwerpunkte: das Neue Sehen in Deutschland, der Surrealismus in Paris und die Avantgarde in Prag. Es werden Porträts, Akte, Fotoexperimente sowie Objekt- und Architekturfotografie gezeigt. Ein Prolog mit Fotografien des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung Siegert macht deutlich, dass bereits einige frühe Aufnahmen eine verblüffende Komplizenschaft mit dem Neuen Sehen aufweisen. Als zweites Highlight folgt die Ausstellung »THE WORLD OF TIM BURTON«. Zum ersten Mal in Deutschland ist vom 16. August 2015 bis 3. Januar 2016 eine Schau des amerikanischen Filmregisseurs, Produzenten, Fotografen und Autors Tim Burton (BATMAN, EDWARD MIT DEN SCHERENHÄNDEN) zu sehen. Über 400 Zeichnungen, Gemälde, Storyboards, persönliche Dokumente etc. bieten einen faszinierenden Einblick in den künstlerischen Prozess der Ideenfindung und in die bizarren Vorstellungswelten dieses multimedial veranlagten Ausnahmekünstlers. Außergewöhnliche Arbeiten aus seiner Zeit bei Disney, Aus-

einandersetzungen mit der Psychologie der Geschlechter und Fabelwesen, eine Serie von Polaroidfotografien sowie Reflexionen über Themen wie das Karnevaleske oder Feiertage wie Weihnachten und Halloween verdeutlichen die thematische und mediale Bandbreite seines Schaffens und demonstrieren gleichzeitig die enge Verbundenheit mit popkulturellen Inhalten. Im Zentrum der Ausstellung stehen Burtons Filmcharaktere, missverstandene Außenseiter, die das Fundament für Filme wie THE NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS oder SLEEPY HOLLOW bilden. Konzeptzeichnungen ergänzt durch Gemälde, Videos, Drehbuchnotizen, Storyboards, Puppen und Maquetten zeigen den sich oftmals über Jahre hinziehenden Entstehungsprozess der Figuren Jack Skellington oder Edward Scissorhands. Die Nähe zu den Ausdrucksformen der Surrealisten zeichnet sich etwa in den zahlreichen Skizzen auf Notizzetteln oder Servietten ab. Sie spiegeln die Spontaneität seines kreativen Prozesses wider und knüpfen an die Techniken der Surrealisten um André Breton an, wie die Écriture automatique. Gleichzeitig lassen der einzigartige Einfallsreichtum und der verdrehte Humor in Burtons grellen Gemälden an die gewaltigen Traumlandschaften und skurrilen

Fantasiegestalten von Max Ernst denken. Auf spielerische Weise vermischt Tim Burton im Geiste des Surrealismus Elemente der Popkultur, des Cartoons und Comics, des B-Movies sowie der Gothic-Kultur.

Max Ernst Museum, Aussenansicht © Dominik Schmitz

ADRESSE Max Ernst Museum Brühl des LVR Comesstraße 42 / Max-Ernst-Allee 1 50321 Brühl www.maxernstmuseum.lvr.de ÖFFNUNGSZEITEN Di – So 11 – 18 Uhr sowie Pfingstmontag und Christi Himmelfahrt, 3.10., 1.11. und 26.12. jeden Montag sowie 1.5., 24.12., 25.12., 31.12. geschlossen EINTRITTSPREISE Normalpreis EUR 8 Ermäßigt EUR 4,50 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre Eintritt frei

Tim Burton Normalpreis EUR 9,50 ermässigt EUR 5,50 Tickets im Vorverkauf inklusive VRS-Fahrausweis über www.bonnticket.de bzw. www.koelnticket.de VERANSTALTUNGEN siehe www.maxernstmuseum.lvr.de INFO SERVICE Info-Service / Anmeldung / Buchung kulturinfo rheinland Tel 02234 9921 – 555 Fax 02234 9921 – 300 info@kulturinfo-rheinland.de


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Düsseldorf | 29 links: Le Cheval, la pipe et la fleur rouge (Das Pferd, die Pfeife und die rote Blume), 1920 | Öl auf Leinwand, 82,5 x 75 cm | Philadelphia Museum of Art, Philadelphia, Geschenk von Herrn und Frau C. Earle Miller 1986 | Foto: Philadelphia Museum of Art | © Successió Miró/ VG Bild-Kunst, Bonn 2015 unten: Peinture-poème (Amour) (Bild-Gedicht. Liebe), 1926 | Öl auf Leinwand, 146 x 114 cm | Museum Ludwig, Köln | Foto: Successió Miró Archive | © Successió Miró/ VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Düsseldorf

Miró. Malerei als Poesie 13.6. – 27.9.2015 Joan Miró (1893-1983) zählt zu den innovativsten und beliebtesten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Nur wenig bekannt ist sein lebenslanges Interesse an der Literatur und der Poesie. Erstmals beleuchtet die Ausstellung im K20 umfassend Mirós Verhältnis zur Dichtung und zeigt sein Werk aus neuen Blickwinkeln. Miró war ein passionierter Leser, der sowohl den Klassikern der Weltliteratur wie auch den jüngsten avantgardistischen Positionen zugeneigt war. Die Lektüre beflügelte seine künstlerische Fantasie. Mit seinem Umzug von Barcelona nach Paris 1920 fand er Aufnahme in die vom Dadaismus geprägten literarischen Zirkel. Einige der bedeutendsten Dichter des 20. Jahrhunderts, wie Paul Éluard, Tristan Tzara, Michel Leiris oder André Breton, wurden seine Freunde. Miró fühlte sich von der Dichtung stärker beeinflusst als von der zeitgenössischen Malerei und verstand sich selbst als „Malerdichter“, der keinerlei Unterschied zwischen den Künsten machte. Mitte der 1920er Jahre entwickelte er in seiner Serie von „Bild-Gedichten“ eine spezifische malerische Methode, in der Bilder und Worte vieldeutige Verbindungen auf den Leinwänden eingehen. Zunehmend näherte sich seine Bildsprache dem Zeichenhaften. So wie sich Miró von der Literatur inspirieren ließ, gaben seine Werke wiederum den Dichtern seiner Zeit kreative Impulse. Es entstanden zahlreiche Gemeinschaftsprojekte mit seinen Schriftstellerfreunden, die in aufwendig gestalteten Künstlerbüchern Ausdruck fanden.

Femmes et oiseaux dans la nuit (Frauen und Vögel in der Nacht), 12. Februar 1945 | Öl auf Leinwand, 114,5 x 146,5 cm | Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf | Foto: Walter Klein | © Successió Miró/ VG Bild-Kunst, Bonn 2015

ADRESSEN K20 GRABBEPLATZ Grabbeplatz 5, 40213 Düsseldorf K21 STÄNDEHAUS Ständehausstraße 1, 40217 Düsseldorf F3 SCHMELA HAUS Mutter-Ey-Straße 3, 40213 Düsseldorf www.kunstsammlung.de

ÖFFNUNGSZEITEN K20 GRABBEPLATZ K21 STÄNDEHAUS Di – Fr 10 – 18 Uhr Sa, So, feiertags 11 – 18 Uhr Mo geschlossen KPMG-Kunstabend jeden 1. Mittwoch im Monat 18 – 22 Uhr (Eintritt frei)

EINTRITTSPREISE K20 GRABBEPLATZ Normalpreis EUR 12 ermäßigt EUR 10 Kinder und Jugendliche (6-18 Jahre) EUR 2,50

K21 STÄNDEHAUS Normalpreis EUR 12 ermäßigt EUR 10 Kinder und Jugendliche (6-18 Jahre) EUR 2,50 Kombiticket (beide Häuser) Normalpreis EUR 17 ermäßigt EUR 14 Kinder und Jugendliche (6-18 Jahre) EUR 4

KPMG-Kunstabend Jeden 1. Mittwoch im Monat: 18.00-22.00 Uhr, Eintritt frei. Weitere Informationen zu Führungen, Veranstaltungen, Museumsshop unter www.kunstsammlung.de


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Museum Kunstpalast Francisco de Zurbarán 10.10.2015 – 31.01.2016 Erstmalig in Deutschland widmet das Museum Kunstpalast dem spanischen Barockmaler Francisco de Zurbarán (1598–1664) eine Retrospektive mit rund 70 Werken, darunter wertvolle LeihgaFrancisco de Zurbarán | Der hl. ben aus internationalen Museen, Franziskus von Assisi, 1640 | die bislang noch nie oder nur sel- Düsseldorf Museum Kunstpalast ten in der Öffentlichkeit zu sehen | © Stiftung Museum Kunstpalast, Düsseldorf waren. Zurbarán gilt neben Velázquez nicht nur als einer der bedeutendsten Vertreter des glanzvollen Goldenen Zeitalters in Spanien, er zählt auch zu den Großen der europäischen Malerei. Seine stillen Andachts- und Altarbilder, aber auch Darstellungen von luxuriös gekleideten Heiligen zeigen ihn als einen Meister der Detailgenauigkeit. www.smkp.de

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20 Grabbeplatz Miró – Malerei als Poesie 13.06. – 27.09.2015

Francisco de Zurbarán | Santa Casilda, ca. 1640–1645 | Öl auf Leinwand | 171 x 107 cm | Museo Thyssen-Bornemisza. Madrid © Museo Thyssen-Bornemisza. Madrid

Art in Düsseldorf Die Stadt Düsseldorf hat wie kaum eine andere Stadt dieser Größenordnung in Deutschland ein sehr reiches und vielfältiges Kulturangebot. Die Bandbreite reicht von der Deutschen Oper am Rhein mit ihrem renommierten Ballett über die Tonhalle als Konzerthaus, die Theater, die berühmte Kunstakademie, einer unglaublichen Dichte an Museen der verschiedensten Gattungen und den zahlreichen Galerien bis hin zu den vielen kleineren Einrichtungen und Initiativen, die alle auf einem hohen Niveau arbeiten. Es gibt zahlreiche regelmäßig stattfindende Festivals und besondere Kulturveranstaltungen, etwa das Schumannfest, die Jazz-Tage oder das Photo Weekend, die für überregionale Aufmerksamkeit sorgen. Eine außergewöhnliche Rolle in der Positionierung als Kunstund Kulturstadt kommt der bildenden Kunst zu. Düsseldorf bietet eine Vielzahl hochkarätiger Museen und Ausstellungshäuser, eine breite Off-Szene, zahlreiche Stiftungen und Forschungsprojekte sowie an die 100 Galerien. Positiv überrascht sind die Besucherinnen und Besucher der Stadt immer wieder davon, dass die meisten Kunsteinrichtungen nur wenige Gehminuten voneinander entfernt liegen. Einen Spaziergang entlang Düsseldorfs berühmter Rheinpromenade kann man mit dem Besuch zahlreicher Kunsthäuser verbinden, angefangen vom Museum Kunstpalast im Ehrenhof bis hin zum KAI 10 im Düsseldorfer Medienhafen. Ein Höhepunkt im Düsseldorfer Ausstellungsreigen 2015 wird die Ausstellung „Francisco de Zurbarán“ im Museum Kunstpalast sein (10.10.2015–31.01.2016). Erstmalig wird in Deutschland eine Retrospektive mit rund 70 Werken des spanischen Barockmalers zu sehen sein, der als einer der bedeutendsten Vertreter des Goldenen Zeitalters in Spanien gilt. www.smkp.de In der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen stehen im Mittelpunkt des Ausstellungsjahres 2015 bedeutende Positionen von Joan Miró und Günther Uecker und die große Themenausstellung „The Problem of God“, die sich mit der christlichen Bildsprache in den Werken international bedeutender zeitgenössischer Künstler beschäftigt. www.kunstsammlung.de

Kit – Kunst im Tunnel zeigt vom 27.06. bis 27.09.2015 unter dem Titel „Malerei, jetzt“ aktuelle malerische Positionen, von denen jede eine spezielle Entwicklung in der zeitgenössischen Malerei darstellt. Die Schau macht deutlich, welche Herausforderung die neuen Medien für die eher traditionell angelegten Ansätze beim Malen bedeuten und wie Künstler und Künstlerinnen mit traditionellen Methoden Bilder schaffen können, die die Konventionen dennoch brechen. www.kunst-im-tunnel.de Das Hetjens-Museum ist das weltweit einzige Institut, das sich der Geschichte der Keramik widmet – von ihren Anfängen bis in die Gegenwart, durch alle Kulturen und Epochen – und diese in Ausstellungen vermittelnd präsentiert. 2015 glänzt das Haus mit zwei Sonderausstellungen, die Porzellanschätze aus China und Meissen zeigen. www.duesseldorf.de/hetjens Ebenfalls einzigartig ist das Museum im Heinrich-Heine-Institut für den 1797 in Düsseldorf geborenen Dichter Heinrich Heine. Neben der 2014 neu eröffneten permanenten Schau „Romantik und Revolution. Die Heine-Ausstellung“ präsentiert das Haus wechselnde Sonderausstellungen insbesondere zu Themen aus dem Heine-Umkreis. www.duesseldorf.de/heineinstitut Änderungen vorbehalten.

Akademie-Galerie - Die Neue Sammlung / Ausstellungsansicht, Foto: Katja Illner

Die Ausstellung im K20 beschäftigt sich mit dem lebenslangen Interesse des Spaniers für die Literatur. Miró pflegte nicht nur Freundschaften zu bedeutenden Dichtern des 20. Jahrhunderts. Er ließ seine künstlerische Fantasie auch durch die Lektüre beflügeln und verstand sich selbst als „Malerdichter“, der keinerlei Unterschied zwischen den verschiedenen Künsten machte. Peinture-Poème („Etoiles en des sexes Erstmals beleuchtet eine d’escargot“) Kunstsammlung NordrheinAusstellung dieses The- Westfalen, Düsseldorf, © Successió Miró / VG Bild-Kunst | Foto: Walter Klein ma umfassend und zeigt © Kunstsammlung NRW damit das Werk Mirós aus einem ganz neuen Blickwinkel. Ausgangspunkt der Präsentation ist das Gemälde „Sterne im Geschlecht von Schnecken“ aus dem Besitz der Kunstsammlung. www.kunstsammlung.de

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21 Ständehaus THE PROBLEM OF GOD 26.09. – 24.01.2016 Die Ausstellung zeigt Werke von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern, die sich auf vielfältige Weise mit christlichen Motiven, Themen oder Fragestellungen auseinandersetzen. Elemente der christlichen Ikonografie als Bestandteil des kollektiven Bild- und Textgedächtnisses finden sich vielschichtig und ambivalent in zeitgenössischen Kunstwerken wieder. Die verhandelten Themen reichen von existenziellen Grundfragen des Lebens über eine humorBüchler, The Problem of God, voll kritische Beschäftigung Pavel 2007, Gefundenes Buch und mit Aspekten von Religion Vergrößerungsglas,Privatsammlung Bern Foto: © Kunstsammlung NRW und Glauben bis hin zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen. www.kunstsammlung.de

Kunsthalle Düsseldorf CODY CHOI. Culture Cuts 09.05. – 02.08.2015 Erstmalig weltweit wird eine Retrospektive des in Korea geborenen Künstlers Cody Choi (*1961 in Seoul, lebt dort) ausgerichtet. Choi arbeitet in Malerei, Skulptur, Neon, Installation, Tusche und Computergrafik. Seit den 1980er Jahren nimmt er über die Stationen Los Angeles und New York eine entscheidende Rolle in der internationalen Kunstszene ein und trägt maßgeblich zu einem Dialog der Kulturen bei. In seinen Arbeiten setzt sich der Künstler mit den kulturell produzierten Konflikten westlicher und östlicher Länder sowie der schonungslosen VerwestSONG Dong | Waste Not, lichung Asiens auseinander. MoMa New York , 2009 | www. kunsthalle-duesseldorf.de courtesy BTAP / Tokyo Gallery

www.art-in-duesseldorf.de


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Wim Wenders | Dust Road in West Australia | 1988, C-Print, 178 x 447 cm | © Wim Wenders

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4 REAL & TRUE 2 WIM WENDERS. Landschaften. Photographien. 18.4. – 16.8.2015 „Wenn man viel unterwegs ist,“ schreibt Wim Wenders, „wenn man gern umherstreift, um sich zu verlieren, kann man an den merkwürdigsten Orten landen. Es muss wohl eine Art eingebauter Radar sein, der mich oft in Gegenden führt, die entweder sonderbar ruhig oder auf eine ruhige Art sonderbar sind.“ Wim Wenders (*1945 in Düsseldorf) ist vor allem durch Filme bekannt geworden wie Der Himmel über Berlin, Pina oder jüngst Das Salz der Erde, ein Porträt des brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado. Doch der Filmemacher bekennt: Die photographische Arbeit ist die andere Hälfte meines Lebens. Bereits seit Jahrzehnten entsteht ein von Wenders filmischen Arbeiten unabhängiges fotografisches Werk: Aufnahmen von einsamen, manchmal skurril wirkenden Orten und Landschaften, von „Schau-Plätzen“ mit eigenen Geschichten. Anlässlich des 70. Geburtstages des Künstlers im Jahr 2015 zeigt das Museum Kunstpalast in Kooperation mit Wenders Images und der Wim Wenders Stiftung eine Auswahl von mehr als 70 großformatigen Fotografien, die stets analog, ohne Kunstlicht, ohne Stativ entstan-

den sind. Das Spektrum reicht von den frühen Schwarz-Weiß-Fotografien über die monumentalen Landschaftspanoramen und die selten gezeigten Aufnahmen von „Ground Zero“ bis hin zu erst im letzten Jahr entstandenen Fotografien. Für seine fotografische Arbeit bevorzugt Wenders seit jeher die Schreibweise „Photographien“, es ist ihm ein ehrwürdiger Begriff, der das geglückte Zusammenspiel von Licht (phos) und Malen (graphein) betont und die Möglichkeit, mit einem Foto einen einzigartigen Moment in der Zeit einzufangen. Wenders begann mit Schwarz-Weiß Fotografien, wechselte jedoch später zur Farbfotografie. Hier verband sich sein fotografisches Interesse mit der Leidenschaft für Malerei. Wenders, der sich erfolglos bei der Kunstakademie Düsseldorf um ein Studium beworben hatte und schließlich 1967 an der gerade gegründeten Hochschule für Fernsehen und Film in München sein Studium begann, entdeckte die Bedeutung der Farben für seine Arbeit: so begann er ein Bild erst wegen der Farben zu „sehen“ und den Bildausschnitt nach den Farben festzulegen.

„Was ich mit Macht werden wollte, war Maler. Und wenn mich Bilder wirklich beeindruckt und beeinflusst haben, dann waren das Vermeer und Rembrandt, holländische Landschaftsmaler, später Klee und Kandinsky und Beckmann, noch später Edward Hopper und andere. Als der Filmemacher, der ich dann auf Umwegen geworden bin, und schließlich auch als Photograph, verdanke ich der Geschichte der Malerei unendlich viel mehr als der Filmgeschichte und auch der Photogeschichte. Vielleicht will ich deswegen mit meinen Bildern etwas bewirken, was eigentlich in der Malerei seinen Anfang genommen hat.“ (Aus: Wim Wenders, A Sense of Place. Texte und Interviews, hrsg. von Daniel Bickermann, Frankfurt am Main 2005, S. 88) „Schau hin, das gibt es, ich habe es gesehen, ich will es Dir zeigen“: mit einer solchen Haltung, will es einem vorkommen, kehrt der Fotograf Wim Wenders von seinen Streifzügen durch die Welt, durch die Städte zurück, um uns Orte zu zeigen, die von einer, oft leise melancholischen, Stimmung durchweht sein können, wie wir sie ähnlich von seinen Filmen kennen. Anders aber als jene verzichtet er in seinen Auf-

nahmen auf jedes Geschichtenerzählen. Die Fotografien von Wenders sind deutlich anders als die Stills aus seinen Filmen: die meist stillen, meist menschenleeren Aufnahmen offerieren vielmehr ein Potential, verführen uns zu möglichen eigenen Geschichten. (Beat Wismer, Generaldirektor Museum Kunstpalast) Zu vielen seiner fotografischen Arbeiten hat Wenders Texte geschrieben, die in ihrem Rhythmus wie ein Gedicht klingen. Mit ihnen hält er seine persönlichen Eindrücke, Beobachtungen und Gedanken fest. „man kann […] eine Kamera auch wie ein Aufnahmegerät benutzen, welches nicht unbedingt nur Töne aufnimmt, sondern aufzeichnet, was der Ort zu sagen hat. Im Foto erzählt er seine Geschichte, im zweifachen Sinne des Wortes, als Historie und als Fiktion.“ (Aus: Wim Wenders, A Sense of Place. Texte und Interviews, hrsg. von Daniel Bickermann, Frankfurt am Main 2005, S. 36) Ein Farmhaus im wogenden Getreidefeld, ein rostiges Riesenrad auf einer leeren Wiese in Armenien, ein verlassenes Freiluftkino in Palermo, ein verfallenes Haus im ehemaligen jüdischen Viertel von Berlin - die Fotografien von Wenders zeigen selten Menschen und geben doch Zeugnis vom Menschsein. Die Ausstellung wird von Beat Wismer, Generaldirektor Museum Kunstpalast, gemeinsam mit Wim Wenders kuratiert. Sponsoren: METRO Group, Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West, Kunststiftung NRW Wim Wenders | Street Corner, Butte, Montana | 2003, C-Print, 124 x 303.5 cm | © Wim Wenders

ADRESSE Museum Kunstpalast Kulturzentrum Ehrenhof Ehrenhof 4-5 40479 Düsseldorf www.smkp.de

EINTRITTSPREISE Normalpreis EUR 12 ermäßigt EUR 9,50 Kinder im Alter von 7-17 Jahren EUR 1 Kinder bis 6 Jahre Eintritt frei Gruppen ab 10 Personen EUR 9,50

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN So 15 Uhr (max. 20 Personen) Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten. Begrenzte Teilnehmerzahl, keine Reservierung möglich. Weitere Führungstermine siehe www.smkp.de

ÖFFNUNGSZEITEN Di - So 11-18 Uhr, Do 11-21 Uhr, Mo geschlossen, Feiertage 11- 18 Uhr

TICKETS ONLINE www.smkp.de/shop

GRUPPENFÜHRUNGEN Führungen für Gruppen bis 20 Personen, ermäßigter Eintritt ab 10 Personen

Kosten: EUR 70 für 60 Minuten, zzgl. Eintritt pro Person Kosten: EUR 85 für 90 Minuten, zzgl. Eintritt pro Person Führungen auch in englischer, französischer, italienischer und russischer Sprache buchbar Fremdsprachenzuschlag: EUR 10, Sonderkonditionen für Schulklassen

BUCHUNG UND INFORMATION Tel.: +49 (0)211-566 42 160 bildung@smkp.de AUDIOGUIDE ca. 60 Min., dt./engl.: EUR 3, Sprecher dt. Fassung: Sophie Rois und Wim Wenders KATALOG Zur Ausstellung erscheint im Schirmer/ Mosel Verlag, München, ein Katalog in Deutsch, Preis: 29,80 €,

MEDIENPARTNER Süddeutsche Zeitung, Monopol KULTURPARTNER WDR3 MOBILITÄTSPARTNER: Mit dem Sparpreis Kultur innerhalb von 3 Tagen zur Ausstellung und zurück. Erhältlich ab 10.07.2015. www.bahn.de/kultur


FLANDERN Das Jahr 2015 steht ganz im Sinne der Kunst. Liebhaber  der  fl ämischen  Szene  kommen  hierbei ganz auf ihre Kosten; zu betrachten und  bestaunen  sind  die  Kunstwerke  des  Barockmalers Peter Paul Rubens, wobei  dessen  Porträtgemälde  im  Fokus  der  Ausstellung im Rubenshaus Antwerpen  stehen.  Des  Weiteren  kommen  Kunstliebhaber auch in den Genuss der expressionistischen  Malerei.  Ausgestellt  werden  Gemälde des jüdisch-russischen ‚Maler-Poeten‘ Marc Chagall aus verschiedenen Perioden  und  Lebensphasen,  die  in  Brüssel  zu  bewundern sind. A propos Genuss: Kreativität wird in Belgien  nicht nur in der Kunst, sondern auch  in der Küche hochgeschätzt (s. Foto,  ‚Junge wilde Köche‘)

Beaufort 2015 regt Künstler und Besucher  an  Belgiens  Küste  zur  Beschäftigung  mit  dem  Thema  der  Grenzlegung  an:  welche  Konsequenzen  haben  Grenzen  für  uns  in  der heutigen Zeit? Auch  die  Triennale  in  Brügge  widmet  sich kritisch modernen Entwicklungen,  wobei die Gedanken in diesem Fall auf  die Struktur der Städte in (naher) Zukunft  abzielen.  Ist  das  mittelalterliche  Brügge  als Millionenmetropole vorstellbar? Dieser  und weiteren Fragen wird in den vorgestellten Artikeln auf den Grund gegangen.  www.visitflanders.de


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ECHOES Die dem Nachwüchskünstler Helmut Stallaerts gewidmete Ausstellung öffnet in Kürze ihre Pforten für die Besucher. Der Young Belgian Art Prize-Gewinner von 2013 präsentiert HelmutStallaerts, Prophecy ©Kristof Vrancken einen künstlerischen Dialog zwischen seinen eigenen Bildern und Skulpturen sowie ING-Kollektionen und Werken verschiedener Künstler, darunter Christian Boltanski, Nobuyoshi Araki, Jan Vercruysse und Piet Mondriaan. Untermalt wird die Ausstellung mithilfe der visuellen und akustischen Beiträge seitens der Künstlerin Chloë Delanghe, die mit einem Film aufwartet, und diverser zeitgenössischer Autoren und Poeten wie Patrick Roegiers und Peter Verhelst. Am 25. März sowie am 20. Mai und am 11. Juni wird außerdem DJ Matthias Stallaerts zwischen 19 und 20 Uhr auflegen. Brüssel | ING Art Center | 19.3.-14.6.2015 | www.ing.be/art

Marc Chagall, The Promenade, 1917-1918, State Russian Museum, St Petersburg © Chagall ® SABAM Belgium 2015 | Kunstausstellung von Werken des Marc Chagall | Royal Museums of Fine Arts Belgium | bis 28.6.2015

Brüssel | Königliches Museum der Schönen Künste

Marc Chagall

Art Brussels 2015

„[…] Witebsk, ich verlasse dich. Bleibt mit euren Heringen allein zurück!“ | 28.2.–28.6.2015 Als der junge Marc Chagall im Alter von zwanzig Jahren seine russische Heimat verließ, um sein Kunsthandwerk in Paris fortzuführen, schien er bereits zu ahnen, welche Meilensteine er in der Kunstszene in naher Zukunft setzen würde. Mit einer Mischung aus der zeitgenössischen Avantgarde, der russischen Volkskunst der ‚Lubki‘ und Elementen aus der hebräischen Tradition kreierte er seine eigene Kunstform, mit der er neue Maßstäbe setzte. Anlässlich seiner Heirat mit Bella kehrte er nach Russland zurück und widmete sich dort künstlerisch seinem Glauben, wobei er unter anderem Arbeiten für das Jüdische Theater in Moskau anfertigte. Inmitten der Russischen Revolution verließ er 1922 mit seiner Familie das Land; nach einem kurzen, als leidensvoll erfahrenen Aufenthalt in Berlin (Chagall klagte erfolglos auf die Herausgabe seiner ausgestellten Gemälde) folgte ein langer Verbleib in Frankreich. Er floh vor dem ausbrechenden Krieg ins Exil in die USA, wo er den Tod seiner Frau verkraften musste. Die Werke aus dieser Periode weisen dunkle Nuancen auf, die erst nach seiner zweiten Eheschließung und einer Rückkehr nach Frankreich im Jahr 1948 fröhlicheren Tönen wichen. In seiner Wahlheimat setzte er sich wieder vermehrt für die Kunst des Theaters ein und trug mit seinem Schaffen zur kreativen Bereicherung bei, von der die kunstinteressierte Menschheit noch heute profitiert. In Kürze bietet sich in Belgien die Möglichkeit, in den Genuss des Be-

trachtens diverser Werke des Künstlers zu kommen.

CHAGALL RETROSPEKTIVE Das Museum hat für die Retrospektive mehr als 200 Werke von Marc Chagall aus der ganzen Welt zusammengetragen. Mit der Unterstützung des Chagall Comités bringt die Ausstellung Werke aus mehr als zwanzig internationalen Institutionen zusammen: Tate, MoMa New York, Centre Pompidou, Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, Museo Thyssen-Bornemisza, Beyeler Foundation, Maeght Foundation, Nagoya City Art Museum Japan, Russisches Museum von St. Petersburg, usw. Die Ausstellung gibt einen umfassenden Überblick über das Oeuvre des Künstlers, von seinen Anfängen ab 1908 bis hin zu seinen letzten, monumentalen Werken der 80er Jahre. Sie setzt sich mit den großen Themen seines Gesamtwerks auseinander, darunter Chagalls Verbundenheit mit der hebräischen Kultur, der Ikonografie des jüdischen Dorfes und den volkstümlichen Bräuchen. Beleuchtet werden außerdem Chagalls Liebe zur Literatur des 17. Jahrhunderts – hauptsächlich Werke La Fontaines –, die Entdeckung des Lichtes und der spezielle Gebrauch der Farben. Besondere Beachtung gilt der russischen Periode, in der er sich vom damals gängigen Kubismus unterscheidet. Nebst

Gemälden diverser Familienmitglieder widmete Chagall sich in dieser Zeit auch künstlerisch dem Judentum; nach und nach entstehen eine Folge von großen Porträts und die verschiedenen Versionen des Ewigen Juden. Für drei Stücke des jüdischen Schriftstellers Scholem Aleichem (Die Agenten, Die Lüge, Mazel Tov) schuf er völlig unrealistische, hyperbolische Bühnenbilder, ausgehend von dynamischen und abstrakten Elementen (Kreisen, Halbkreisen, Dreiecken, Rechtecken). Die einzigartige poetische Sprache Marc Chagalls lässt die Besucher der Ausstellung in seine verblüffende, kunstsinnige Welt eintauchen, die von verschiedenen Kulturen und Traditionen geprägt war.

ADRESSE Rue du Musée 9 B-1000 Brüssel Belgien www.expo-chagall.be ÖFFNUNGSZEITEN Di-Fr 10-17 Uhr, Kassenschluss um 16:30 Uhr Sa-So 11-18 Uhr, Kassenschluss  um 17:30 Uhr Mo (sowie am 1.5.2015)  geschlossen ONLINE TICKETS unter www.expo-chagall.be

EINTRITTSPREISE: Einzelticket EUR 14,50  (Di-Fr) - 17,50 (Sa-So),  Seniorenticket (65+)  EUR 12,50 (Di-Fr), 15,50  (Sa-So) E Ermäßigt (6-26 Jahre/  Lehrperson/ Person  mit Behinderung + 1  Begleitperson) EUR  7,50-8,50 Eintritt frei (Kinder bis  zu 5 Jahren/ Presse/  Freunde des Museums/  ICOM), Familienpreise (2  Erwachsene und 2 Personen bis zu 26 Jahren)  EUR 32-40 Gruppenpreise 1 (Erwachsene, mindestens  15 Personen) EUR 10,75

© Art Brussels

Mit mehr als 2000 internationalen Künstlern mit 190 Galerien unter einem Dach versammelt wartet Art Brussels auf. Typisch ist die Aufteilung der Ausstellung in Bereiche; in der Kategorie DISCOVERY streben noch unbekannte Künstler nach Anerkennung. Des Weiteren lassen sich auch Galerien bereits hochgeschätzter oder junger Künstler betrachten. Eine Möglichkeit der besonderen Art bietet sich den Kunstinteressenten bezüglich organisierter Besuche privater Kollektionen, Museen, Kunstzentren und Ausstellungen, nicht zu vergessen der Vernissage am Messevortag. Im Rahmen des diesjährigen künstlerischen Programms präsentiert der Fotograf Nick Hannes Europas Metropole von ihren schönsten Seiten und gibt dabei gekonnt den Charme und individuellen Charakter der Stadt Brüssel wieder. Brüssel | Art Brussels | 25.4. - 27.4.2015 | www.artbrussels.com

Belgische Kunst: zwischen Traum und Wirklichkeit Das Elsener Museum lädt zu einem Spaziergang durch die belgische Kunst ein und präsentiert eine Auswahl der Glanzstücke der Kollektion. Dieses Panorama gewährt Einblicke in die großartigen künstlerischen Entwicklungen des Belgiens des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts und gibt die Tiefe, Reiche und Einzigartigkeit dieser künstlerischen Periode wieder. Angesiedelt zwischen internationalen Einflüssen und der Entwicklung spezifischer lokaler Charakteristika entsteht belgische Kunst aus einer fundamentalen Suche nach Freiheit und Modernität- eine faszinierende Kunst zwischen Traum und Wirklichkeit. Mit Werken von Meunier, Laermans, Van Rysselberghe, Claus, Lemmen, Khnopff, De Smet, Permeke, Magritte, Delvaux & Alechinsky. Brüssel | Museum van Elsene | 26.2.-31.5.2015 | www.museumofixelles.irisnet.be

insky, CoBrA de transmisAusstellung Museum Elsene Alech SABAM 2015 © les dIxel e Muse Coll , sion- 1968


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Flandern  |  35

Neuer Reiseführer Auf den Spuren von Rubens

Antwerpen | Rubenshaus

Rubens privat Der Meister porträtiert seine Familie | 28.3.–28.6.2015 laut eigener Aussage die Porträtmalerei nicht besonders und steht damit im Einklang mit seinen Zeitgenossen. Trotz dieser Umstände zählte er dennoch zu den besten Porträtmalern seiner Zeit und malte ausgesprochen häufig seine große Familie, wobei er auch sich selbst mit dem ein – oder anderen Selbstporträt ein Denkmal schuf. Die Tatsache, dass die Bilder nicht als Auftragsmalereien entstanden sind, sondern als liebevoll gestaltete Werke der Erinnerung des Malers dienten, verleiht den Gemälden eine persönliche Note der besonderen Art. Dazu kommt, dass die Bilder in ihrer natürlichen und dafür ursprünglich vom Maler vorgesehenen Umgebung ausgestellt werden, Rubens‘ Haus in Antwerpen, was zum besonderen Charme der Ausstellung beiträgt. Verantwortlich für die Zusammenstellung der Ausstellung sind diverse Rubensspezialisten, die etwa 50 verschiedene Werke des Malers, neben den obligatorischen Gemälden auch Zeichnungen, aus internationalen Museen wie dem Musée du Louvre in Paris, dem Liechtensteinmuseum in Wien, der National Gallery of Art in Washington DC sowie dem British Museum in London zusammengetragen haben, um sie an den Ort ihrer Entstehung zurückzubringen. Neben den für den persönlichen Besitz bestimmten Bildern sind in der Stadt Antwerpen auch zahlreiche Gemälde zu finden, die Rubens als Auftragsarbeiten gemalt hat. Für seinen Zeitgenossen Nicolaas Rockox, der seinerzeit das Amt des Bürgermeisters innehatte und gleichzeitig Rubens‘ Gönner war, malte er unter anderem „Die Anbetung der Weisen“. Einige der Auftragsgemälde sind heute im ehemaligen Wohnhaus des Gönners, dem Rockoxhaus, zu betrachten.

Peter Paul Rubens, Clara-Serena Rubens © Liechtenstein, The Princely Collections, Vaduz-Vienna

Im Museum Plantin-Moretus sind neben diverser alter Drucke auch Kunstwerke von Rubens‘ Hand zu finden, darunter Kupferstiche und Zeichnungen. Hierbei wird deutlich, dass der Maler mit seiner Kunst ein breites Feld abdeckte und viele Talente hatte. The Rubens House - home and studio © Antwerp Tourism & Conventions.

Der Barockmaler Peter Paul Rubens zählt zu den hochrangigsten Berühmtheiten der Stadt Antwerpen und ist noch heute untrennbar mit ihr verbunden. Im Laufe seines Lebens zog es den Maler immer wieder in die Stadt, in der er beerdigt ist, die für ihn gleichzeitig Lebens- und kreativer Schaffensraum war. Mehr als 50 Gemälde des Meisters zieren noch heute die Wände der Kirchen und Museen der Stadt und locken Jahr für Jahr Bewunderer seiner Kunst ADRESSE Rubenshaus Wapper 9-11 B-2000 Antwerpen Tel.: +32 (0)3 201 15 55 Fax: +32 (0)3 227 36 92 rubenshuis@stad.antwerpen.be www.rubenshuis.be

in ihre Hallen. Besonders interessant erscheint hierbei das Rubenshaus, in dem Rubens den Großteil seines Lebens verbrachte. Wer auf seinen Spuren wandeln will, findet hier sicherlich, wonach er sucht. Im Frühjahr 2015 stellt das Rubenshaus in Antwerpen Werke des Meisters unter dem Titel „Rubens Privat“ aus und stellt dabei insbesondere seine Porträts in den Vordergrund. Rubens mochte

ÖFFNUNGSZEITEN Di-So 10-17 Uhr (Kartenverkauf  bis 16.30 Uhr) Mo geschlossen 1.5., 14.5.2015 geschlossen

[Reservierungsplicht!*], 12-26  und ab 65, Menschen mit  Behinderung) Frei für Kinder unter 12 sowie  Inhaber der Antwerp Citycard

EINTRITTSPREISE Normalpreis EUR 10 Ermäßigt (Reiseveranstalter,  Gruppen von 12-15 Personen 

FÜHRUNGEN Max. 15 Personen EUR 75 (exkl.  EUR 5 Verwaltungskosten,  exkl. Eintritt zum Museum), 

Des Weiteren ist auch der Besuch des Rubensmarktes lohnenswert, der jedes Jahr am 15. August in Antwerpen stattfindet. Zu diesem Anlass wird die Umgebung auf die Verhältnisse zu Rubens‘ Lebzeiten angepasst, man kleidet sich barock und ersteht alte Schätze und so manche Leckerei. An Beispielen wie diesen ist zu erkennen, dass der Ruhm des Malers weite Kreise zieht und sicherlich so manchen in seinen Bann zieht, der für gewöhnlich wenig mit Kunst zu schaffen hat.

in Niederländisch, Englisch,  Französisch, Deutsch mindestens 3 Wochen im Voraus zu buchen bei Antwerpen  Tourismus & Kongress Tel.:+ 32 (0)3 232 01 03   toerisme@stad.antwerpen.be Kunden von Thalys erhalten  gegen Vorlage Ihrer Fahrkarte 

einen ermäßigten Eintrittspreis  von EUR 8 statt EUR 10 und  können ein Gratisexemplar des  Rubens-Reiseführers bei den  Infoschaltern von Antwerpen  Tourismus & Kongress, Hauptbahnhof oder Grote Markt 13,  abholen. Mehr Infos unter :  www.thalys.com 

Die Kunstwerke des Malers Peter Paul Rubens zu betrachten ist ein Muss beim Besuch der Stadt Antwerpendoch ergibt sich daraus noch keine Kenntnis zu den Hintergründen des Entstehens der grandiosen Kunstwerke oder zum ganz privaten Lebensalltag des Meisters. Dies ändert sich jetzt mit Standbeeld Rubens ® Jan Pollers dem neuen, auf Rubens zugeschnittenen Stadtführer. Der Führer mutet wie eine kleine, aber feine Biografie des Meisters an, versetzt uns gedanklich ins Antwerpen des 17. Jahrhunderts und lüftet so manches Geheimnis: Warum- und worum- ihn ein ehemaliger Mitarbeiter beneidete, weshalb Rubens im Alter von 53 Jahren ein junges Mädchen zum Altar führte und wie er sich zum berühmtesten und vermutlich größten Malers des Barock entwickelte, um nur einige Begebenheiten zu nennen. Der neue Reiseführer ist ein kompakter Begleiter für den auf Rubens‘ Spuren wandelnden Kunstfreund. Der Reiseführer ist für 3,50 Euro an der Information von Antwerpen Tourismus & Kongress sowie im Museumsladen des MAS erhältlich. www.visitantwerpen.be

© Collectie HEK Nederland

‚Die gespiegelte Welt‘ Weltkarten vom Mittelalter bis zur Gegenwart Die Erdoberfläche beträgt 510 Millionen Quadratkilometer. Seit Jahrhunderten probieren Menschen auf der ganzen Welt, die Größe der Erde auf ein übersichtlicheres, kleines Format zu übertragen: die Weltkarten. Weltkarten verraten uns, was wir über die Erde wissen. Sie sind die Spiegel eines Zeitgeistes; so erschien der Planet als stets geordneter, östliche und westliche Kulturen traten miteinander in Kontakt, und durch die Satellitenkarten von Google kennen wir heute die ganze Welt- aber ist das auch so? ‚Die gespiegelte Welt‘ erzählt anhand einzigartiger Karten und Globen die Geschichte des westlichen Weltbilds, wobei zeitgenössische Künstler ihre Spiegelung der Welt den vergangenen Einschätzungen hinzufügen. Ausstellungsort ist das Museum aan de Stroom, begleitende Ausstellungen können im Plantin-Moretus-Museum sowie der Consciencebibliothek besucht werden. Antwerpen | Museum aan de Stroom | 24.4.-16.8.2015 | www.mas.be

DRIES VAN NOTEN. INSPIRATIONS Stars wie Cate Blanchett und Rihanna sind bereits von seiner Mode überzeugt, und das kommt nicht von ungefähr. Vom 13. Februar bis zum 19. Juli 2015 werden die Arbeiten des belgischen Stardesigners Dries Van Noten im MoMu, dem Modemuseum Antwerpen, ausgestellt. Hierbei handelt es sich hinsichtlich Inhalt und Ausdruck um eine Weiterentwicklung der dem Designer und seiner Arbeit gewidmeten Ausstellung in Paris. Dries Van Noten nimmt uns mit auf eine intime Reise in sein künstlerisches Universum und enthüllt die Einzigartigkeit seines kreativen Prozesses, den er anhand zahlreicher Inspirationsquellen veranschaulicht. Die Schau betont die Einflüsse, Analogien und Widersprüche der Arbeit von Dries Van Noten, vereint aber gleich© Patrice Stable zeitig auch das Modedesign mit der Welt der dekorativen und schönen Künste, um so die unverwechselbaren Techniken und das stilistische Vokabular des belgischen Modeschöpfers zu veranschaulichen. Antwerpen | Modemuseum Antwerpen | 13.2.-19.7.2015 | www.momu.be


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Copyright Atelier Bow Wow

Triennale 2.0: Brügge als Stadt der Zukunft 20.5. – 18.10.2015 Die romantische Altstadt von Brügge als Kulisse für eine Ausstellung über die Zukunft der Mega-Stadt. So lautet die spannende Grundidee der Triennale für Zeitgenössische Kunst und Architektur, die nach vier Jahrzehnten wiederbelebt wird. Auf Besucher warten jede Menge Kontraste – kostenlos und unter freiem Himmel.

INFORMATION

Fiktive Vorstellung: Brügge als Megastadt Rund fünf Millionen Menschen besuchen jährlich die Innenstadt von Brügge. Würden sie alle von heute auf morgen den Beschluss fassen, in der gegenwärtig so überschaubaren Stadt leben zu wollen, wäre Brügge mit einem Mal eine Metropole. Mit vielen Vorzügen, aber auch mit ungeheuren Problemen. Diese fiktive Vorstellung ist der gedankliche Ausgangspunkt der Triennale für Zeitgenössische Kunst und Architektur, die 2015 erstmals in dieser Form ausgetragen wird. Die Schau versteht sich als zeitgenössische Wiederbelebung der drei großen Triennalen der 60er und 70er Jahre. Ihr ehrgeiziges Ziel ist die Decodierung der urbanen DNA. Um dieses zu erreichen, möchten die Kuratoren bewusst das Spannungsfeld zwischen der mittelalterlichen Stadt Brügge und den rasant wachsenden Megastädten der Gegenwart ausleuchten.

Spannende Fragen: Mehr als 40 Künstler und Architekten Mehr als 40 international bekannte Künstler und Architekten geben vom 20. Mai bis zum 18. Oktober mit ihren Werken Gedankenanstöße: Was können die Stadtplaner von heute von der zeitlosen, mittelalterlichen Anmut Brügges lernen? Welche Auswirkung hat die rasante Urbanisierung auf die zwischenmenschlichen Beziehungen? Wie kann eine Stadt nachhaltig gestaltet werden? Und was hat es für Folgen, wenn künftig auch die kleinen und mittelgroßen Städte in rasantem Tempo wachsen?

Bei der Beantwortung sucht die Triennale die Nähe zu den Bewohnern und Besuchern Brügges, denn zahlreiche Exponate werden an prominenten Orten im öffentlichen Raum platziert. Ergänzend zeigen ausgesuchte Häuser themenbezogene Ausstellungen: Das Arentshuis etwa steht im Zeichen berühmter Stadtpläne. Das Kulturzentrum De Bond beschäftigt sich mit Aufbau und Abriss von Megastädten und Geisterstädten. In den Pakhuizen (Warenhäusern) geht es um das Abhängigkeitsgefüge von Stadt und Arbeit, und im Rathaus werden die (imaginären) Städte der Zukunft vorgestellt.

Das MAfestival legt den Fokus auf Musica Antiqua Das MAfestival Brügge ist eine der weltweit renommiertesten Veranstaltungen für Alte Musik, deren Fokus auf der Bewahrung, Erneuerung und Weiterentwicklung dieses Musikgenres liegt. Eingeteilt ist das Festival in drei Bereiche; den Höhepunkt bildet dabei der Internationale Musikwettbewerb Musica Antiqua, der sich an junge, gut ausgebildete Musiker mit der Spezialisierung auf das historische Musizieren richtet. Zahlreiche Barocksolisten haben in Brügge ihre Karriere begonnen.

Toerisme Brugge © Jan Darthet

Ein hochkarätiges Konzertprogramm umrahmt den Musikwettbewerb. Brügge und die umliegenden Gemeinden präsentieren sich in den Tagen des MAfestivals als eine einzige große Musiklandschaft. Eine begleitende Musik-

Vom  20.  Mai  bis  zum  18.  Oktober  findet  die  Triennale  an  verschiedenen  Orten  statt,  so  auch  unter  freiem  Himmel;  als  Mitwirkende  werden  internationale  schaffende  Künstler  und  Architekten  teilnehmen,  deren  Kunstwerke  speziell  für  Brüssel  kreiert  und  direkt  in  den  öffentlichen  Raum  integriert  werden.  Mithilfe ihrer Darbietungen können sowohl  positive Visionen der zukünftigen Städte  als  auch  mögliche  negative  Folgen  der  aktuellen  globalen  Urbanisierung  vermittelt  werden.  Während  der  Triennale,  die  durch  Ausstellungen  in  Museen  und  Kulturzentren  ergänzt  wird,  kann  der  Besucher  sich  bei  dem  Erschaffen  einer  imaginären Zukunftsstadt einbringen; er  ist somit Teil des Experiments mit neuen  Formen der visuellen Bürgerschaft.  Zu  den  teilnehmenden  Künstlern  gehören  Tadashi  Kawamata  (Japan),  Rainer  Ganahl (Österreich),  Nathan Coley (Großbritannien), Bruce Odland (USA), Sam Auinger (Österreich), das Atelier Bow-Wow  (Japan),  Studio  Mumbai  (Indien),  Vibeke  Jensen und Anne Katrine Senstadt (Norwegen), Nicolas Grenier (Kanada). www.triennalebrugge.be Tel.: 0032-50 44 20 02 info@triennalebrugge.be

messe hat sich mehr und mehr zu einem internationalen Treffpunkt der Musikbranche entwickelt. Sie findet im historischen Ambiente der Säle des Brügger Glockenturms statt; Musiker, Instrumentenbauer und Verleger aus der ganzen Welt geben sich hierbei ein Stelldichein. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Vorträge, Workshops, Meisterkurse und eine barocke Fahrradtour- ein einzigartiges Konzept, das eine Radtour in und um Brügge mit kurzen Konzerten alter Musik miteinander kombiniert. Die zwanglose Begegnung von Künstlern, Juroren, Journalisten und Besuchern machen das MAfestival jedes Jahr zu einem einmaligen Erlebnis. Brügge | MAfestival | 1.8.-4.8.2015 (Messe) | 29.7.-5.8.2015 (Wettbewerb) | www.mafestival.be


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Julia Margaret Cameron Würdigung der ‚Pionierin der Fotografie‘ in Gent

© Westtoer

nigstens ein Werk platzieren. Die beteiligten Künstler stammen überwiegend aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien, hinzu kommen ausgewählte Gäste aus anderen Staaten. Mitwirkende sind Einzelaussteller wie Lucile Desamory, Marc Bijl und Thomas Galler, aber auch Gruppen wie etwa das Projekt A Dog Republic um den bereits 91jährigen Architekten Yona Friedman, die den Ruf Beauforts als eine der tonangebenden Kunstmanifestationen Europas festigen.

© Westtoer

Flandern

Beaufort 2015 Beaufort Beyond Borders 21.6. – 21.9.2015 Die Definierung von Berührungspunkten zwischen Kunst und Küstenlandschaft. Diesen Ansatz verfolgt die Triennale Beaufort auch im kommenden Sommer auf ihre ganz eigene Weise. Thematischer Mittelpunkt der fünften Auflage („Beaufort 2015“) ist der Erste Weltkrieg (1914–1918), der in der Küstenregion unter anderem in Form zahlreicher Seeschlachten Narben hinterlassen hat. Bislang richtete sich das Ausstellungskonzept ausschließlich auf die monumentale zeitgenössische Kultur und beschränkte sich dabei auf die Küstenregion Belgiens; dies ändert sich in diesem Jahr mit der neuen Ausgabe der neuen Ausstellung, „Beaufort Beyond Borders“, wobei der Name gleichzeitig auch Programm ist. Das diesjährige Programm basiert auf drei Richtlinien: Dialog, Natur und Architektur sowie Nachhaltigkeit. Die Kuratoren von Beaufort 2015 laden Gegenwartskünstler aus Belgien und anderen Ländern dazu ein, sich auf dem Strand und in den Dünen mit den Besonderheiten von Grenzlinien und Grenzgebieten auseinanderzusetzen. Dabei sind sie ausdrücklich aufge-

fordert, mögliche Beziehungen zwischen Kunst und Krieg sichtbar zu machen und auch im öffentlichen Raum Fragen zu stellen, die zum Nachdenken anregen. Mögliche zu hinterfragende Themen sind dabei die Bedeutungen historischer, gegenwärtiger und noch entstehender Grenzen in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Konflikte; besprochen werden kann dabei, wie man mit diesen Problemen umgehen kann, insbesondere in diesem Sinne in der Rolle des Künstlers. Für die Realisierung ihrer Visionen stehen den Künstlern drei Areale an der flämischen Küste zur Verfügung: Das Naturschutzgebiet Het Zwin (an der Grenze zu den Niederlanden), die von den Deutschen im Zweiten Weltkrieg als Teil des Atlantikwalls errichteten Verteidigungsanlagen in Raversyde (bei Oostende) sowie die unter Naturschutz stehenden Dünen© Westtoer landschaften von De Nachtegael (bei De Panne an der französischen Grenze). Auch die übrigen Küstengemeinden werden in das Projekt einbezogen. Zu diesem Zwecke soll ein renommierter Künstler in jeder der 14 Kommunen we-

Anders als bei den bisherigen vier Austragungen nehmen die Veranstalter bei Beaufort 2015 an den drei Hauptaustragungsorten ein Eintrittsgeld in Höhe von 5 Euro. Auch soll durch Programmierung und Ortswahl weniger der Durchschnittstourist, denn ein kunstinteressiertes Publikum angesprochen werden. Die Austragungsorte werden unverändert durch die längste Straßenbahnlinie der Welt miteinander verbunden. Auch wird es ein Begleitprogramm geben, in dem Platz für Literatur, Tanz und Theater ist und das es den Besuchern ermöglicht, durch aktive Teilnahme an der Ausstellung mitzuwirken. Immer wieder sind in der Vergangenheit einzelne Beaufort-Kunstwerke von Privatiers oder öffentlichen Einrichtungen aufgekauft worden. Hierdurch ist an der Küste ein aus 26 permanent sichtbaren Exponaten bestehender Skulpturenpark gewachsen. Das touristisch-kulturelle Projekt wurde 2003 von der Provinz West-Vlaanderen ins Leben gerufen.

ADRESSE/KONTAKT +32 (0) 59 56 45 90 www.beaufort2015.be ÖFFNUNGSZEITEN Täglich von 10.00-18.00  Uhr (21.6.-21.9.2015) PREISE EUR 5 (ab 13 Jahren),  Ticket ist an einem  beliebigen Tag innerhalb  der Ausstellungsdauer  gültig.

Zu den bedeutsamsten und innovativsten Fotografen des 19. Jahrhunderts zählend, verdient Julia Margaret Cameron (1815-1879) den Titel der ‚Pionierin der Fotografie‘, deren Bilder in Kürze im Museum der Schönen Künste in © Visit Flanders Gent ausgestellt werden. Darunter befinden sich auch ihre bekannten, ausdrucksstarken Porträts, deren zeitgenössische Modelle sie zumeist in einen religiös-historischen Kontext setzte- ein interessanter Effekt! Camerons Fotokunst wurde kontrovers diskutiert: Einerseits wurde ihre eigensinnige Weise zu arbeiten kritisiert, andererseits wurde die Schönheit ihrer Bilder sehr bewundert. Das Jahr 2015 ist gleichzeitig das ihres 200. Geburtstages und der 150. Jahrestag ihrer ersten Ausstellung; die diesjährige findet vom 14. März bis zum 14. Juni 2015 statt. Gent | Museum der Schönen Künste | 14.3.-14.6.2015 | www.mskgent.be

Jef Geys Gesellschaftskritische Kunst

© Archief SMAK Gent

Jef Geys hat mit seiner Einstellung zur Kunst als etwas Autonomes einen radikalen Bruch begangen. Seine Arbeiten entpuppen sich als eine kritische Analyse der Wissenschaft, überwiegend in Form von alltäglichen Objekten und Bildern. Er führt nicht nur kritische Studien über den Wert und die Originalität von Kunst, das Museum als Institution und die Aura des Künstlers durch, sondern nimmt auch breitere gesellschaftliche Bereiche in Angriff. Er widerlegt Hierarchien durch das Austauschen von Identitäten, wobei er ungewöhnliche Schauplätze und gewöhnliche Dinge des Lebens in seine Kunst einbringt. Auch auf der SMAK bleibt er seiner kritischen Linie treu und beschäftigt sich mit Fragen und Antworten rund um Museen, Kunst und weitere Themen. Gent | Stedelijk Museum voor Actuele Kunst | 11.4.-6.9.2015 | www.smak.be

Ellen Harvey: The Unloved (Die Ungeliebten) Die Britin Ellen Harvey (geboren 1967) lebt und arbeitet in New York. Ihr Werk umfasst Videokunst, Installationen und Gemälde. Sie hatte schon Ausstellungen in der ganzen Welt, von Warschau über Berlin bis Los Angeles und Prag. Zwischen 1999 und 2001 erhellte sie die Straßen von New York mit ihrem ‚NY Beautification Project‘: 40 kleine Tondo und ovale Landschaftsszenen wurden zwischen Graffitis und Tags auf Orte und Träger in der Stadt sowie Container, Garagentore und Wände angebracht. Für ihr Projekt im Groeningemuseum spiegelt Ellen Harvey die Beziehungen zwischen Brügge und dem Wasser an der Kollektion des Museumsdepots. Für die Wände mit einer Auswahl an Gemälden des 17. bis einschließlich 20. Jahrhunderts installiert sie eine Spiegelwand mit Öffnungen. Sie laden dazu ein, direkten Kontakt mit den wenig bis nie gezeigten Kunstwerken zu suchen. Brügge | Groeningemuseum | 2.10.2014-25.5.2015 | www.bezoekers.brugge.be/de

FÜHRUNGEN Führungen sind möglich AUSSTELLUNGSFÜHRER Der Ausstellungsführer  ist frei erhältlich.

Mirror1_2PersonWalking, Ellen Harvey, © Dominique Provost


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Ausstellungen 2015 Deichtorhallen Hamburg Halle für aktuelle Kunst Günther Förg | Wandmalereien 31.7. – 25.10.2015

Streamlines Der Ozean als sechster Kontinent 4.12.2015 – 13.3.2016

Haus der Photographie THE NEW SOCIAL EUROPEAN PHOTO EXHIBITION AWARD 02 Sean Landers, Genius, 2001, Öl auf Leinwand, 218,4 x 543 cm, Sammlung Ringier, © Sean Landers, Courtesy of the artist and Petzel, New York

Hamburg

Picasso in der Kunst der Gegenwart 1.4. – 12.7.2015 | Halle für aktuelle Kunst Anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens zeigen die Deichtorhallen Hamburg im Frühjahr 2015 eine groß angelegte Ausstellung zum Thema »Picasso in der zeitgenössischen Kunst«. Die Ausstellung wird als spektakuläre Eröffnungspräsentation in der aufwendig sanierten und modernisierten Halle für aktuelle Kunst zu einem besonders bedeutenden Ereignis.

Die hochkarätige Schau zu Picasso und seinen Folgen für die Kunst versammelt rund 200 Leihgaben von 90 internationalen Künstlerinnen und Künstlern und wird in einer beeindruckenden Rauminszenierung auf über 3.000 qm Ausstellungsfläche präsentiert. In der Geschichte der Kunst gibt es keinen Künstler, dessen unerhörter, immer

wieder beschworene Form- und Ausdruckskraft jemals soviel Aufmerksamkeit gewidmet wurde wie der Picassos − kein Künstler des 20. Jahrhunderts genießt in der öffentlichen Wahrnehmung so große Beachtung wie Picasso − kein anderer moderner Künstler lockt weltweit Millionen von Besuchern in Ausstellungen. Picasso verkörpert die Kunst des 20. Jahrhundert. Die aus der zweijährigen Arbeit der Deichtorhallen resultierende Ausstellung wird dabei kein einziges Original von Pablo Picasso enthalten − zugleich ist Picasso als Inspirationsquelle in allen Werken präsent. Wie sich in den teils euphorischen Reaktionen der eingeladenen Künstlerinnen und Künstler zeigt, trifft die Ausstellung einen Nerv, der deutlich die Aktualität und Notwendigkeit einer Aufarbeitung der künstlerischen Picasso-Rezeption zeigt. Die große Faszination, die Picassos Werk auf viele der namhaftesten Gegenwartskünstler weltweit − zwischen Aneignung und Abgrenzung bzw. Neuinterpretation, Herausforderung und Ansporn − seit Jahrzehnten ausübt, wird genauso beleuchtet wie die Veränderungen kultureller und gesellschaftlicher Vorzeichen in der Rezeption des Picasso’schen Œuvres. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf den letzten 50 Jahren künstlerischen Schaffens einsetzend mit Werken von Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, Asger Jorn und Jasper Johns. Andererseits enthält die Ausstellung zahlreiche neue, eigens für diese Ausstellung produzierte Arbeiten beispielsweise von Robert Longo oder John Stezaker.. Eröffnung: Dienstag 31.3.2015

George Condo, Multi Colored Portrait, 1990. Bischofberger Collection, Switzerland © VG Bild-Kunst, Bonn ADRESSE Deichtorhallen Hamburg Deichtorstr. 1-2, 20095 Hamburg www.deichtorhalle.de ÖFFNUNGSZEITEN Di – So 11 – 18 Uhr Jeden 1. Do im Monat 11 – 21 Uhr. EINTRITTSPREISE Normalpreis EUR 10 Ermäßigt EUR 6 Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre Eintritt frei

Gruppenpreise und Rabatte weitere Infos unter  www.deichtorhallen.de ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN Jeden Sa und So 16 Uhr GRUPPENFÜHRUNGEN Besucherbüro  Persönliche Sprechzeiten:  Di − Do, 10 − 12 Uhr Tel. +49 (0)40 32103 – 200  besucherbuero@deichtorhallen.de

KATALOG Begleitend wird ein umfassender  Katalog im Snoeck Verlag mit zahlreichen Abbildungen der Ausgestellten  Arbeiten in deutscher und englischer  Sprache erscheinen. Autoren und  Themen sind u.a. Michael Fitzgerald  (Professur für Kunstgeschichte am  Trinity College, Hartford, Connecticut):  »Der globale Picasso«, Uwe Fleckner  (Professur für Kunstgeschichte an der  Universität Hamburg): »Das überall  sichtbare Meisterwerk. Picassos Guernica in der Kunst und Protestkultur der 

Gegenwart«, Hanne Loreck (Professur  für Kunst- und Kulturwissen-schaften  / -Gender Studies an der Hochschule  für Bildende Künste, -Hamburg): »Mit  appropriation ist es nicht länger getan.  Picasso als Medium von Künstlerinnen  heute« sowie einer ausführlichen Einführung des Kurators Dirk Luckow (Intendant der Deichtorhallen Hamburg):  »Picasso. Eine Jahrhundertrezeption«.  Kurztexte zu allen ausgestellten Künstlern und Künstlerinnen. Ca. 430 Seiten, 24 x 30 cm, 48,- Euro

Der European Photo Exhibition Award (epea) geht in die zweite Runde. Zwölf Nachwuchsfotografen aus acht europäischen Ländern haben zum Thema »The New Social« fotografische Essays erarbeitet. »Das Thema The New Social nimmt Bezug auf die bedeutenden politischen, sozialen und kulturellen Veränderungen, die in Europa neue Formen der demokratischen Teilhabe ermöglichen, aber auch eine kritische Auseinandersetzung mit unseren Werten erfordern«, sagt Kai-Michael Hartig, Bereichsleiter Kultur der Körber-Stiftung, die epea gemeinsam mit drei weiteren europäischen Stiftungen initiiert hat. 1.4. – 31.5.2015

TRIENNALE DER PHOTOGRAPHIE Die kommende Triennale der Photographie Hamburg stellt das Thema »Zukunft« in den Mittelpunkt. Das Motto, THE DAY WILL COME, soll Kuratoren, Künstler, Wissenschaftler anderer Disziplinen und Besucher dazu anregen, über die Zukunft der Fotografie nachzudenken. 18. – 28.6.2015 | Haus der Photographie und an anderen Orten siehe auch Seite 74

PHILLIP TOLEDANO − THE DAY WILL COME WHEN MAN FALLS In seinen Fotografien, Inszenierungen und Installationen setzt sich der 1968 in London gebore- Phillip Toledano, A New Kind of Beauty, 2011. ne, heute in New York arbeitende © Phillip Toledano Fotograf Phillip Toledano mit gesellschaftspolitisch relevanten Fragen auseinander. Seine Bildserien umkreisen dabei das Thema »Zukunft« und »Individualität« aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. 19.6. – 6.9.2015

VisualLeader Zusammenfassung der in der deutschen Presse veröffentlichten und ausgezeichneten Beiträge 19.9. – 8.11.2015

Sammlung Falckenberg  in Hamburg-Harburg

Blick in die Ausstellung VISUALLEADER 2014 im Haus der Photographie. Foto: © Henning Rogge / Deichtorhallen Hamburg

SELBSTJUSTIZ DURCH FEHLEINKÄUFE NEUERWERBUNGEN DER SAMMLUNG FALCKENBERG 2011-2014 Das wichtigste im Leben eines Sammlers sind die neuen Erwerbungen. Es handelt sich um Entscheidungen fürs Leben oder doch zumindest dafür einen langen Weg mit dem Werk dieses oder jenes Künstlers gemeinsam zu gehen. Jedes neue Werk schärft das Profil der Sammlung, lenkt die Kunstsammlung in neue Richtungen. Spannende Martin Kippenberger: Selbstjustiz durch Fragen werden aufgeworfen: Fehleinkäufe, 1984. Mixed media auf Leinwand. 120 x 100 cm. © Martin Geht der Sammler seiner Zeit Kippenberger Estate, courtesy Galerie voraus? Setzt er einen neuen Gisela Capitain. Foto: Adam Reich. Schwerpunkt? Wo begegnet der Sammler der Kunst, die er erwirbt? Welche Positionen haben ihn in den vergangenen Jahren besonders begeistert? bis 25.5.2015

LYNN HERSHMAN LEESON − CIVIC RADAR. DIE RETROSPEKTIVE 14.6. – 11.10.2015


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Hohen Luckow  |  39

Übernachtungen

Landschaftspark Gut Hohen Luckow

Perspektiven aus Stahl ∙ Stein ∙ Holz Hauser · Knubben · Röthel · Kernbach · Göhringer 2.5. – 3.10.2015 Nach der erfolgreichen SkulpturenAusstellung im letzten Jahr auf der Insel Mainau begeben sich die Kuratoren der Ulmer BEGE Galerien, Catherine Hartl und Bernd Geserick, auch in diesem Jahr in den freien Raum. Ort des skulpturalen Geschehens ist das Gut Hohen Luckow in der sanften Moränenlandschaft Mecklenburgs nur 25 km von der Ostsee gelegen. Es ist weithin für sein 1707 von Christoph von Bassewitz in Auftrag gegebenes Schloss bekannt. Der prachtvolle Stuck an den Decken der Salons hat das Herrenhaus berühmt gemacht. Das Gut mit seinen Wirtschaftsgebäuden, dem Landschaftspark und den Ländereien bilden ein in der Region einmaliges Ensemble. Der Park und das barocke Herrenhaus in Hohen Luckow bieten das ideale Ambiente für die Aufstellung von Skulpturen. Der hohen Expertise der BEGE Galerien Ulm für Kunst im öffentlichen Raum und dem verlockend, verwunschen inspirierende Ort gefolgt sind die vier Bildhauer Jürgen Knubben, Thomas Röthel, Nikolaus Kernbach und Armin Göhringer. Ergänzt werden Sie durch Werke Erich Hausers. Erich Hauser, der große deutsche Bildhauer, arbeitete zu Beginn als Bildhauer in der Tradition der Plastiken Pablo Picassos und Berto Larderas. In der Handhabung von Metallen an der zeitgenössischen tachistischen Malerei orientiert, verblieben zunächst noch sichtbare Gesten-Spuren, bevor sich Hauser für die geglättete Oberfläche entschied. Hauser arbeitete nach ersten Versuchen mit Beton Anfang der 60er Jahre später hauptsächlich mit Edelstahl.

Die Arbeiten des Holzbildhauers Armin Göhringer stehen in ständigem Dialog mit seinem Material. Seine kraftvollen abstrakten Gebilde definieren sich durch den Kontrast von blockhaften, schweren Formen zu filigranen Verbindungslinien. Mit untrüglichem Gefühl für seinen Werkstoff lotet der Künstler die Grenzen der Belastbarkeit des Materials aus und erzielt aus diesen formalen Experimenten oft spektakuläre optische Resultate: die Last eines Körpers, die Umkehrung der Schwerkraft, das Verhältnis von Volumen und Leerform, die Dimension des Raumes, das Aufbrechen der geschlossenen Form. Das Leben des Holzes. Nikolaus Kernbach arbeitet mit dem in Millionen von Jahren gewachsenen Naturmaterial Stein und zwar mit dem Schichtgestein Gneis aus dem CalancaTal in Graubünden, das im Steinbruch in Form von Blöcken abgebaut und anschließend von ihm durch Aktionen wie Bohren, Spalten, Brechen und schließlich Schichten bearbeitet und so in eine neue Form gebracht wird. Anders als bei der klassischen Bildhauerei bedient sich Kernbach des Steins dabei weniger als bloßes Ausgangsmaterial, vielmehr besteht seine Zielsetzung darin, die bereits vorhandene, ihm quasi zufallende innere Struktur des Steins zu verdeutlichen und nicht zuletzt auch dem Betrachter sichtbar zu machen, also zu vermitteln. Jürgen Knubbens Material ist Stahl, den er rosten lässt. Diesen Werkstoff setzt er ein, um Formen und Zeichen neu zu inszenieren. Die Arbeit von Jürgen Knubben hat vielfache Bezüge zu architektonischen Vorstellungen. Seine denkbaren

Behausungen aus rosttragendem Stahl, mithin Zeichen einer bereits erkennbaren Geschichte der Körper, verschließen sich vernünftigen Nutzungen im heutigen Sinne. Sie erscheinen gebogen, gestreckt, verdreht. Jürgen Knubben liebt den Raum und geht verschwenderisch mit ihm um. Einerseits sind die Stahlskulpturen Thomas Röthels Synonym der Ausgesetztheit des Menschen in einer fremd gewordenen Welt, andererseits, in ihrer Verdichtung von Raum auch Ausdruck einer künstlerischen Bewegungsrichtung, die die Stahlskulptur ins 21. Jahrhundert führt. Präzise Planung, handwerkliche Raffinesse, die kühne Beherrschung glühenden Stahls und die Inspiration des Moments kulminieren an einem Zeitpunkt. Die wirkliche Erscheinung eines Objekts von Thomas Röthel hängt von der Bewegung des Beobachters ab. Das Staunen – und daraufhin zwingend das Erkennen – setzt ein, wenn man diese Kunstwerke in ihrem Umfeld betrachtet – ganz gleich, ob dies nun ein geschlossener Raum, ein Gebäudekomplex oder die Natur ist. In diesem Sommer leben sie auf Gut Hohen Luckow … in der Natur. In Ergänzung zu Hohen Luckow zeigen die BEGE Galerien vom 20.05.-04.07.2015 Kleinskulpturen der fünf Künstler in Ulm.

ADRESSE Schloss Hohen Luckow 18239 Hohen Luckow www.guthohenluckow.de

BEGE GALERIEN Fischerplatz Galerie Galerie am Saumarkt Fischergasse 21 + 34  89073 Ulm ÖFFNUNGSZEITEN Tel. +49 179 483 4188 Der Park ist täglich bis 18  www.bege-galerien.de Uhr geöff net.  info@bege-galerien.de

Das Herrenhaus lädt mit besonderer Atmosphäre zum Verweilen ein. Im Gästeturm sind schlicht-elegante Zimmer mit Blick in den herrlichen Landschaftspark. Ein ländliches Frühstück wird im lichtdurchfluteten Ulmer Salon inmitten der Terrinensammlung serviert. Möglichkeiten zur Selbstversorgung im kleinen oder großen Rahmen bietet die Gästeküche. Das gemütliche Kaminzimmer, der einzigartige Rittersaal sowie ein Raum mit Spieltisch und Fernseher erwarten Reisende oder kleine Gruppen.

Veranstaltungen 2015 gibt es zahlreiche Konzerte, Führungen und Events auf Gut Hohen Luckow. Ein Höhepunkt ist die Landpartie der Festspiele Mecklenburg – Vorpommern am 12. September mit Musik und Besichtigung von Haus, Park, Kirche und Ställen. Neu im Programm: die Mittsommerremise nebst Fohlenschau am 20. Juni. Die Landesmeisterschaft im Vielseitigkeitsreiten am 6./ 7. Juni und der „Tag des offenen Denkmals“ am 13. September ermöglichen, Park und Haus zu erleben. Das bunte Erntedank- und Herbstfest am 3. Oktober und Weihnachten am Kamin am 5. Dezember beschließen traditionell das Jahr.

Fayencesammlung Im Herrenhaus befindet sich eine einzigartige Sammlung von Fayence- und Zinngefäßen des 18. Jahrhunderts. Zu entdecken sind prächtig bemalte Terrinen, einst Punkstücke opulenter Speisetafeln sowie fein verzierte Écuelles à bouillon, Wöchnerinnen- und Würzbierschalen. Sie repräsentieren einen wichtigen Ausschnitt der Tafelkultur des Barock und Rokoko, inspiriert vom Hof Ludwig XIV. in Versailles. Die außergewöhnliche Sammlung vereint Objekte aus über 50 Manufakturen in 14 Ländern.

Park mit Skulpturenrundgang Im weitläufigen Landschaftspark haben Skulpturen von Künstlern aus Mecklenburg und weit darüber hinaus ihre permanenten Plätze gefunden. Große Freiflächen, Achsen, Teiche aber auch versteckte Winkel und Nischen bieten eine abwechslungsreiche Kulisse. Oft reflektieren die Werke die spezifische Endmoränenlandschaft mit ihren Findlingssteinen. Der Rundgang lädt zum Spazieren, Verweilen und Entspannen ein. Viele Kunstwerke sind Sitzgelegenheiten. Benutzen und Anfassen sind extra erwünscht!

Dorfkirche in Hohen Luckow Die kleine Backsteinkirche an Rande des Gutes hat eine 700-jährige Geschichte. Ungewöhnlich pompös ist der hohe Kanzelaltar, ein Werk des fränkischen Barocks. Die Westempore trägt eine Rokoko-Orgel von Paul Schmidt aus Rostock. Seit 2014 schmückt ein moderner Zyklus der Glaskünstlerin Angelika Weingardt die Fenster und setzt einen spannungsvollen Akzent. Nicht nur kleine Besucher machen sich gern auf die Suche nach den 58 im Kirchenraum verteilten Engelsfiguren.


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Karlsruhe

Ein Festivalsommer zum 300. Ge Einst gab es dort nur Wald. Doch der neue Regent der kleinen Markgrafschaft BadenDurlach, Karl-Wilhelm, hatte 1715 eine Vision: Eine neue Stadt sollte entstehen, offen, frei, durchzogen von modernen Ideen. 300 Jahre später – Karlsruhe ist mit mittlerweile über 300.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs – feiert die Fächerstadt ihren Stadtgeburtstag mit einem prall gefüllten Programm, täglich wechselnden Veranstaltungen und 15 Wochenenden voller Attraktionen und Höhepunkte. Zentraler Ort des Stadtjubiläums ist das Schlossareal im Zentrum der Stadt, wo am 17. Juni Markgraf Karl Wilhelm den Grundstein legen ließ für seine neue Residenz – und für eine neue Stadt. Gefeiert wird aber auch in der Karlsruher Innenstadt, den 27 Stadtteilen sowie den Museen und Einrichtungen der Stadt. Kunst, Kultur, Wissenschaft, Recht, Wirtschaft, Sport – alle Facetten, die Karlsruhe ausmachen, erhalten ihren gebührenden Platz. Dazu zählt auch die Erinnerung an die großen Karlsruher Erfinder: Carl Benz, der Erfinder des Automobils, und Freiherr Drais von Sauerbronn, der Erfinder des Fahrrad-Vorläufers, der Draisine. Die Stadt würdigt ihre bekannten Söhne mit einem Oldtimerkorso und einem Draisinenrennen.

Große Eröff nungsshow  Ein gigantischer, virtueller Pinsel zeichnet auf der Schlossfassade Geschichten aus der Vergangenheit, Tänzer in leuchtenden LED-Kostümen verbinden das Geschehen mit der Zukunft: Zur Eröffnung des Festivalsommers erwartet die Zuschauer am 20. Juni 2015 am Karlsruher Schloss eine Inszenierung der Extraklasse. Das Barockschloss verwandelt sich in eine riesige Leinwand und Bühne für eine beeindruckende Lichtshow, spektakuläre Feuerwerkseffekte und hoch in den Himmel ragende Lichtsäulen. 90 Minuten lang lassen Fassadenkletterer, Tänzer, Chöre und Darsteller Personen und Ereignisse der Stadtgeschichte lebendig werden.


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Karlsruhe  |  41

Große Landesausstellung Baden-Württemberg:  Karl Wilhelm 1679-1738 9.5.– 18.10.2015,  Badisches Landesmuseum im Schloss Vor Kraft strotzend, bildschön und charmant soll er außerdem gewesen sein – Karl Wilhelm von Baden-Durlach, Karlsruhes Stadtgründer. Ab dem 9. Mai 2015 zeichnet die Große Landesausstellung „Karl Wilhelm 1679-1738“ ein faszinierendes Porträt seiner schillernden Persönlichkeit mit hochkarätigen Exponaten, die zum Teil noch nie der Öffentlichkeit gezeigt wurden. www.landesmuseum.de

Große Landesausstellung Baden-Württemberg:  Die Meister-Sammlerin –  Karoline Luise von Baden  30.5. – 6.9.2015, Staatliche Kunsthalle Karoline Luise von Baden (1723-1783) war eine Meistersammlerin: Die geschäftstüchtige und vielseitig gebildete Markgräfin pflegte Kontakte nach ganz Europa und agierte geschickt auf dem internationalen Kunstmarkt um sich ihr über 200 Gemälde umfassendes „Mahlerey-Cabinet“ zusammenzustellen, darunter Meisterwerke von Rembrandt Harmensz. van Rijn oder bedeutende Gemälde von David Teniers und Jean Siméon Chardin. Erstmals zum Stadtjubiläum werden die Werke des einstigen Cabinets zusammengeführt, die sich heute in Museen und Privatsammlungen in der ganzen Welt befinden. www.kunsthalle-karlsruhe.de

GLOBALE 21.6. – Mitte April 2016, ZKM | Zentrum für Kunst  und Medientechnologie

eburtstag Pavillon im Schlossgarten Er ist der zentrale Anlaufpunkt des Karlsruher Festivalsommers – der Pavillon im Schlossgarten. Vom 21. Juni bis zum 24. September 2015 finden hier täglich von morgens bis in die Nacht Veranstaltungen statt. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – Das Pavillonprogramm beleuchtet nicht nur die 300 Jahre Stadtgeschichte, sondern auch das Hier und Jetzt und ermöglichen einen Blick in die Zukunft Karlsruhes. Der Pavillon des international renommierten Architekten Jürgen Mayer H. steht direkt hinter dem Schloss in Kontrast und in Korrespondenz zu dem Barockbau. Da das Stadtjubiläum maximale Nachhaltigkeit anstrebt und als „Green Event“ gefeiert werden soll, sind alle Bauteile des Pavillons wiederverwertbar.

KULTURmalVIER und  Sparpreis Kultur Im Zeitraum vom 27. Juni bis 6. September 2015 gewährt der Kulturpass KULTURmalVIER der KTG Karlsruhe Tourismus GmbH an zwei Tagen Eintritt für die vier Museen (siehe rechts) zum Preis von nur 21 € pro Person. Der Sparpreis Kultur des Mobilitätspartners Deutsche Bahn ermöglicht Fahrten nach Karlsruhe innerhalb von 3 Tagen hin und zurück im ICE/EC/IC ab allen Bahnhöfen in Deutschland in der 2. Klasse ab 39 Euro. Das Kultur-Ticket ist nur bei gleichzeitigem Kauf oder Vorlage des KULTURmalVIER-Passes in allen DB Reisezentren und DB Agenturen erhältlich. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.ka300.de und www.karlsruhe-tourismus.de.

Pauschale  Kultur und Feste feiern 1-3 Übernachtungen inkl. Frühstück,  WelcomeCard & Kulturpass   

ab 79 Euro pro Person

Die 300-tägige Medienkunstausstellung präsentiert die Vielfalt und den Reichtum der gegenwärtigen Kunstproduktion weltweit, zusammengestellt von Kuratoren aus allen Kontinenten und Kulturkreisen. Die GLOBALE wird zeigen, wie sich Kunst und Wissenschaft durch neue Technologien einander annähern und eröffnet somit eine Dimension der Zukunft – eine Renaissance 2.0: Die Verbindungen von Kunst, Wissenschaft und Technologie, von digitaler Revolution und Demokratieentwicklung werden mithilfe des neuen Kunstbegriffs offengelegt. www.zkm.de

Friedrich Weinbrenner 27.6. – 04.10.2015, Städtische Galerie Zum 300. Stadtjubiläum präsentiert die Städtische Galerie Karlsruhe eine faszinierende Ausstellung zum Lebenswerk von Friedrich Weinbrenner (1766–1826). Wie kein anderer hat der berühmte Baumeister und Stadtplaner des Klassizismus das Erscheinungsbild von Karlsruhe bis heute geprägt. Zu den Exponaten zählen Originalzeichnungen aus Sammlungen in Deutschland und den USA, außerdem historische und aktuelle Fotografien, neu angefertigte Modelle und aufwändige Computervisualisierungen. www.karlsruhe.de/b1/kultur/kunst_ausstellungen/ museen/staedtische_galerie.de


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EMILE | arttourist.com 1|2015

oben: Ernst Ludwig Kirchner, Akt auf blauem Grund, 1911. Buchheim Museum, Bernried links: Erich Heckel, Der schlafende Pechstein, 1910, Öl/Lwd. © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen. Buchheim Museum, Bernried

Emden

Ein Fest fürs Auge Buchheims Expressionisten in der Kunsthalle Emden 26.9.2015 – 17.1.2016 gens für seine Sammlung errichteten „Museum Erstmals seit Eröffnung des „Museums der der Phantasie“ in Bernried am Starnberger See Phantasie“ am Starnberger See verlässt die begefunden. rühmte Expressionisten-Sammlung von LoBuchheim und Nannen haben viel miteinthar-Günther Buchheim ihr Haus in Bernried. ander gemein und – angesichts ihres Hangs Sie zieht für mehr als drei Monate aus dem tiefen Süden weit hoch in den Norden, ans andere Ende der Republik: in die Kunsthalle Emden, die der gebürtige Ostfriese Henri Nannen 1986 gegründet hat. Beide, Henri Nannen (1913-1996) und Lothar-Günther Buchheim (19182007) waren passionierte Sammler. Henri Nannen studierte in München Kunstgeschichte, der aus Weimar stammende und in Chemnitz aufgewachsene Lothar-Günther Buchheim ebendort Kunst. Im Zweiten Weltkrieg war Nannen Kriegsberichterstatter bei der Luftwaffe, während Buchheim in selber Funktion auf und unter dem Otto Mueller, Dünenlandschaft. Buchheim Museum, Bernried Wasser bei der Marine unterwegs war. zu kompromisslosen Urteilen keine SelbstNach dem Krieg wurden beide berühmt, der verständlichkeit – sie schätzten sich auch. Sie eine als Gründer, Chefredakteur und Herausgewaren beide virtuose Schreiber, streitbare Redber des Stern, der andere vor allem durch den ner, gefragte Kunstexperten und leidenschaftWeltbestseller Das Boot. liche Sammler; und sie haben beide in Form Henri Nannen kehrte nach Ende seiner jourlandschaftlich reizvoll gelegener und viel benalistischen Laufbahn in seine Heimatstadt achteter Kunstmuseen der Welt wundervolle Emden zurück, um dort eine Kunsthalle zu Vermächtnisse hinterlassen: die Kunsthalle gründen. Seit 2001 haben die Werke von LoEmden in Nannens Heimatstadt an der Nordthar-Günther Buchheim eine Bleibe in dem ei-

see und das Buchheim Museum der Phantasie nahe Buchheims Wohnort am Starnberger See. Ihre künstlerische Sozialisation erfuhren beide größtenteils in der Kunst des Expressionismus. Hier berühren sich ihre Sammlungen. Im Norden wie im Süden bilden die Meisterwerke des Expressionismus und ihrer benachbarten Strömungen das pulsierende Herz der jeweiligen Häuser. Buchheim und Nannen haben mit Corinth, Beckmann, Feininger, Kirchner, Heckel, Pechstein, Schmidt-Rottluff, Nolde, Mueller, Jawlensky und Dix gemeinsame Sammlungsschwerpunkte. Was nun zum ersten Mal seit der Gründung des Bernrieder Museums Bayern verlässt, zählt zu den Hauptwerken des Expressionismus in Deutschland. In nur wenigen Jahren nach Ende des Zweiten Weltkriegs war es Buchheim gelungen, so bedeutende Arbeiten wie den „Schlafenden Pechstein“ von Erich Heckel oder die „Norwegische Landschaft“ von Karl Schmidt-Rottluff zu erwerben. In dieser Dichte und Qualität sind die prägenden Jahre der Brücke und auch die verschiedenen parallelen Strömungen in kaum einer anderen Privatsammlung nachzuvollziehen.

Es stellt daher eine einmalige Chance dar, diese Meisterwerke des Expressionismus im Museum eines anderen Sammlers zu zeigen, dessen Schwerpunkt ebenfalls in der Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts liegt. Im Gegenzug schickt die Kunsthalle Emden 14.3.-5.7.2015 ihre Sammlung gen Süden. Mit rund 80 Werken bietet dann ab dem 26. September die Ausstellung in Emden einen Überblick über Buchheims Sammelleidenschaft und vermittelt darüber hinaus anhand von Hauptwerken einen lebhaften Eindruck der Kunst vom beginnenden 20. Jahrhundert bis in die 1930er Jahre.

ADRESSE Kunsthalle Emden Hinter dem Rahmen 13 D – 26721 Emden www.kunsthalle-emden.de

AUDIOGUIDE Kostenlos

ÖFFNUNGSZEITEN Di – Fr 10 – 17 Uhr, Sa, So,  Feiertage 11 – 17 Uhr, Mo  geschlossen 23., 24., 25. und 31.12.  geschlossen

FÜHRUNGEN Tel. (04921) 97 50 70 Mo bis Fr 8 – 12 Uhr marlies.tjaden@kunsthalleemden.de

EINTRITTSPREISE Erwachsene EUR  8 Ermäßigt EUR 6  Kinder/Jugendliche (bis 15  Jahre) Eintritt frei

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN Sonntags, 11.30 Uhr, 3 €

TOURISTISCHE ARRANGEMENTS Tourist-Info Emden Tel. (04921) 97 40-0 Ostfriesland Tourismus GmbH www.ostfriesland.de Tel. (0491) 91 96 96 69


EMILE | arttourist.com 1|2015

Konstanz  |  43

Comic-Pop-Kultur und Spielentwicklung In der Zollernstraße, direkt am Hohen Haus in der Konstanzer Altstadt, befindet sich seit über 20 Jahren der „SEETROLL“, das Fachgeschäft für Comics und Spiele in der Bodenseeregion. Hier wird der Besucher von der Faszination für Spielkultur und Comic-Kunst regelrecht angesteckt. Auf der Suche nach dem richtigen Geschenk findet man hier ausführliche Beratung. Doch nicht nur das: Das „SEETROLL“-Team entwickelt auch selbst Spiele, die ausprobiert und getestet werden können. Ein Reinschauen lohnt sich. www.seetroll.de

 Restaurant Münsterhof

Graffiti © www.eminhasirci.com

Konstanz

600 JAHRE KONSTANZER KONZIL 2014 – 2018 2015 – Jan Hus - Jahr der Gerechtigkeit Am 06. Juli 1415 wurde der böhmische Theologe Jan Hus in Konstanz als Ketzer verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. 600 Jahre später erinnert das zweite Jahr des Konziljubiläums an den Magister aus Prag sowie seinen Weggefährten, Hieronymus von Prag, den wenig später das gleiche Schicksal in Konstanz ereilte. Die Konzilstadt lädt mit einem breitgefächerten Programm und vielfältigen Formaten 2015 zum „Jahr der Gerechtigkeit“ zur kulturellen, wissenschaftlichen und religiösen Auseinandersetzung an den Bodensee ein.

Das Konstanzer Konzil und sein Jubiläum Vor 600 Jahren trafen sich in Konstanz kirchliche und weltliche Würdenträger zu einem der größten Kongresse, den die westliche Welt bis dahin erlebt hat-

te. Insgesamt 70.000 Besucher weilten laut dem Konstanzer Konzil-Chronisten Ulrich Richental während der vier Jahre des Konstanzer Konzils am Bodensee. Hohe Vertreter aus Klerus und Adel kamen um sich kirchlichen und politischen Fragestellungen zu widmen. Mit zwei Reichstagen, zahlreichen Belehnungen und anderen politischen Akten prägte es die europäische Geschichte nachhaltig. Der größte Kongress des Mittelalters war zugleich Treffpunkt für Universitäten, Büchermarkt und Kopierzentrum für neue oder in Vergessenheit geratene Schriften. Am Vorabend der Renaissance kam es zu einem regen Austausch von Glauben und Meinungen, Wissen und Waren, Kunst und Kultur. Nachdem das erste Jubiläumsjahr König Sigismund als Jahr der Europäischen Begegnung gewidmet war, erinnert das zweite Jahr als

Jahr der Gerechtigkeit an das Schicksal von Jan Hus, und Hieronymus von Prag. Auseinandersetzung mit Themen wie Toleranz, Umgang mit Andersgläubigen sowie Werten und ihrem Wandel sollen über das Jubiläum hinaus anregen. KONZILSTADT KONSTANZ Marktstätte 1 D-78462 Konstanz Tel. +49 7531 363 27-0 www.konstanzer-konzil.de AUSWAHL AUS DEM JUBILÄUMSPROGRAMM 2015 AUSSTELLUNGEN 23.5. - 30.8.2015 (in Kreuzlingen nur bis 2.8.2015) Meeting Point  Kunstprojekt des Kunstverein Konstanz Konstanz und Kreuzlingen 5.6. - 31.7.2015 Jan Hus in der tschechischen zeitgenössischen  Kunst Hus-Haus Konstanz 3.7. - 26.7.2915 Jiri Anderle: Sakrale  Grafi ken Rathausgalerie und  Lutherkirche Konstanz ERINNERN 28.6. - 12.7.2015 Taborer Wochen tschechisch-deutsches  Kulturprogramm an  verschiedenen Orten der  Stadt Film, Führungen, Ausstellungen, Konzerte 3.7.2015 I 18 Uhr Feierlicher Gedenkakt für  Jan Hus Konzilgebäude 6.7.2015 I 19 Uhr Internationaler ökumenischer Gedenkgottesdienst zum Tod von  Jan Hus

MUSIK 9.5.2015 I 20 Uhr „Verbrennt das Feuer!“  Ein Jan Hus Oratorium  von Franciesco Obieta  über Texte von Ivo  Ledergerber Urauff ührung des Vorarlberger Landeskonservatoriums im Rahmen des  Bodenseefestivals Münster Konstanz 1. - 4.10.2015 Europäische Avantgarde  um 1400 Festival mit Musik aus  Konzilzeiten in Kooperation mit SWR2  1.10.2015: Gothic  Voices, 20 Uhr, Münster  Konstanz 2.10.2015: Leones, 20  Uhr, Dreifaltigkeitskirche  Konstanz  3.10.2015: La Main  Harmonique, 20 Uhr,  Münster Konstanz 4.10.2015: Capella de  la torre, 18 Uhr, Konzil  Konstanz 14.11.2015 I 20 Uhr und 15.11.2015 I 17 Uhr „Jan Hus“. Oratorium von  Carl Loewe Kooperation von Sinfonischer Chor Konstanz,  Südwestdeutsche  Philharmonie und  Theater Konstanz sowie 5  Vokalsolisten Leitung: Wolfgang Mettler, Choreographie: Ana  Mondini Kirche St. Stephan  Konstanz

Gegenüber dem Hauptportal des Konstanzer Münster lädt der Münsterhof von mittags bis spät in die Nacht zum Verweilen und genießen ein. Man trifft auf Alt und Jung, Einheimische und Gäste aus aller Welt, vor allem Liebhaber von regionalen Gerichten und frischen Zutaten. Täglich wechselnder Mittagstisch, leckere Kuchen, eine abwechslungsreiche Abendkarte bietet für jeden Geschmack das richtige. Oder lassen Sie den Tag im Münsterhof ausklingen. Genießen Sie einen Drink oder gönnen Sie sich ein gutes Glas Rotwein. www.muensterhof-konstanz.de

Galerie Geiger Am Fischmarkt 5a, im Herzen der traditionsreichen Konzil-Stadt Konstanz gelegen, präsentiert die Galerie Geiger Ausstellungen international renommierter Künstler. Den Schwerpunkt des Galerieprogramms bildet seit nunmehr 40 Jahren die Avantgarde der Sechziger Jahre, insbesondere die Künstler der Gruppe ZERO (Heinz Mack, Christian Megert, Daniel Spoerri, herman de vries) sowie wichtige Vertreter der konkreten Kunst. Vom 28. März bis 20. Mai zeigt die Galerie Geiger eine Einzelausstellung von Heinz Mack, die farbkräftige Leinwandarbeiten und Pastelle des berühmten ZERO-Künstlers versammelt. 23.5. – 11.7.2015 | „Our Artists, Our Friends. 40 Jahre Galerie Geiger“mit Werken u.a. von Hans Jörg Glattfelder, G. C. Kirchberger, Heinz Mack, Marcello Morandini, Christian Megert, Georg Karl Pfahler, Daniel Spoerri und herman de vries 18.7. – 22.8.2015 | „Young Collector‘s Choice. Namen und Neuentdeckungen unter 3000 Euro“ www.galerie-geiger.de

„An historischer Stätte ein wahrhaft  gastliches Haus” Dieser Leitspruch des Barbarossa-Begründers Martin Miehle von 1874 wird heute durch Ur-Ur-Enkel Florian Miehle, seine Frau Christiane sowie den beiden kleinen Töchtern Katharina und Klara und durch das gesamte Barbarossa-Team täglich aufs Neue mit Leben gefüllt. Wir möchten, dass Sie sich bei uns Zuhause fühlen. In unserem Haus, mit den vielen historischen Details, spüren Sie die bewegte Konstanzer Geschichte. Dank unserer Lage mitten in der Altstadt am Obermarkt lässt sich Konstanz bequem zu Fuß erkunden. www.hotelbarbarossa.de

Weinkulinarische Entdeckungen –  SELEKTION Hellmut Wolf Es gibt sie: charaktervolle und individuelle Weine, fernab der großen Masse. Man muss sie nur finden: mit Liebe und Leidenschaft von selbstbewussten Winzern gemacht. Genießen Sie handwerklich perfekt gemachte außergewöhnlich Weine aus Frankreich, Italien, Spanien und eine kleine Auswahl an heimischen Spezialitäten. Weitere kulinarische Köstlichkeiten wie naturbelassenes Olivenöl, Aceto Balsamico finden Sie in der SELEKTION Hellmut Wolf! Biozertifiziert BIO-ÖKO-106. www.hellmut-wolf.de


44  |  Ravensburg

EMILE | arttourist.com 1|2015

Einhaldenfestival  Das Musik- und Kabarettfestival auf dem über 850 Jahre alten Bauernhof Einhalden bei Ravensburg ist ein familiäres Kulturprojekt – tief verwurzelt in Festivalgelände © Beate Armbruster der Region Oberschwaben und trotzdem – oder gerade deswegen – ein Lieblingsplatz hochkarätiger Virtuosen und Charakterköpfe aus dem Südwesten Deutschlands und der ganzen Welt. Auch 2015 wird Bauer Rauch auf seiner Wiese vorm Haus wieder Musiker, Komödianten und ihr Publikum begrüßen, und zwar vom 30. Juli bis zum 2. August. www.einhaldenfestival.de

Deutsches Hutmuseum Spazieren Sie durch 300 Jahre Hutmode und entdecken Sie Vertrautes, Interessantes und Kurioses rund um das Thema Kopfbedeckungen. Mitmachstationen laden zum Ausprobieren und Staunen ein. Im Deutschen Hutmuseum Foto © Daniel Strauch in Lindenberg können Sie nach Herzenslust Hüte anprobieren und herausfinden, unter welchen Hut Sie passen. Erleben Sie das faszinierende Handwerk der Hutmacher im „Fabrik-Kino“ und entdecken Sie den „Huttornado“ bekannte und berühmte Hutträger. Im Mittelpunkt der Erzählungen stehen die Menschen: fleißige Heimarbeiterin, mutige Huthändler und mächtige Fabrikanten. Über vier Millionen Strohhüte produzierten die Frauen und Männer in Lindenberg um 1900. Die ganze Welt trug Hüte aus Lindenberg. Das „Klein- Paris“ der Hutmode lag mitten im beschaulichen Allgäu. In einer der größten Hutfabriken jener Zeit, der ehemaligen Hutfabrik Ottmar Reich, finden Sie heute das Deutsche Hutmuseum. Ein Hutmuseum dieser Art und Größe ist deutschlandweit einmalig. www.deutsches-hutmuseum.de

 Bio Hotel Mohren Science Fashion Exhibition | hinten links nach rechts: E. Kirchhoff, Hannelore Mosel Otto Dressler, Lothar Fischer, Erik Mosel; vorne Heimrad Prem, Fritz Goller und ein Mannequins mit Kleidern von H. Prem und Frisuren von Lothar Fischer | Foto: Francis Ray Hoff © Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Deutsches Kunstarchiv, NL Fischer, Lothar, AFS 17 (0003)

Ravensburg

Lothar Fischer 14.2. – 21.6.2015 um sein künstlerisches Universum zu Lothar Fischer (1933–2004) zählt zu erschaffen. den wichtigsten deutschen Bildhauern der Nachkriegszeit. Als Bildhauer interessierZusammen mit seinen Wegten Fischer naturgemäß gefährten Heimrad Prem, die Möglichkeiten der plasHelmut Sturm und HP Zimtischen Form. In der hapmer gründete er 1957 die tischen AuseinandersetKünstlergruppe SPUR, zung mit den Materialien deren fantasievolle abEisen, Ton und Bronze strakt-figurative Werke entwickelte er spontan Peter Selinka sammelte. und intuitiv autonome Als einziger Bildhauer Kunstfiguren und Kunstnimmt Lothar Fischer ingebilde zwischen Figuratinerhalb der Gruppe SPUR on und Abstraktion. „Die eine Sonderstellung ein. Lust am Erfinden führt Geprägt vom Kontext der mich im Umgang mit unmittelbaren Nachdem Material zu immer kriegszeit, in der vor alneuen Varianten (…)“, lem in Deutschland das beschrieb Lothar Fischer Menschenbild durch den sein künstlerisches VorgeNationalsozialismus enthen. „(…) das ist für mich wertet war, machte sich Gestalten.“ In immer Fischer auf die Suche wieder neuen Variatinach einer neuen onen entstehen aus Figuration. Wie aneinem organischdere Künstler seiner sinnlichen GestalGeneration knüpfte Lothar Fischer | Mantida, 1963/1965 | Ton tungsprozess heraus er an eine archaische bemalt | Peter und Gudrun Selinka-Stiftung, fiktive Gestalten, die Formensprache an, Ravensburg | Foto: Wynrich Zlomke ADRESSE Kunstmuseum Ravensburg Burgstraße 9 88212 Ravensburg Tel. +49 751 82 810 www.kunstmuseumravensburg.de

ÖFFNUNGSZEITEN Di – So 11-18 Uhr, Do 11 – 19  Uhr Geöff net am 3.4. Karfreitag,  6.4. Ostermontag, 1.5. Tag der  Arbeit, 14.5. Christi Himmelfahrt , 25.5. Pfi ngstmontag,  4.6. Fronleichnam 

EINTRITTSPREISE Normalpreis EUR 6 ermäßigt EUR 4  frei bis 18 Jahre Jahreskarte EUR 22  Ravensburger Museumskarte  EUR 14 

Lothar Fischer | Motorradfahrer I, 1966 |  Ton bemalt | Peter und Gudrun SelinkaStiftung, Ravensburg

Idyllisch gelegen, auf einer Anhöhe mit Blick auf Bodensee und Alpen, umgeben von Wiesen, Feldern und Streuobstbäumen, bekannt für besondere Gastfreundschaft und gute Bioküche. Viele Generationen ein Landgasthof, ist der Mohren heute ein modernes Biohotel. Der Mohren war erstes Mitglied der Biohotels in der Bodenseeregion. Im Restaurant wird 100 % Bio serviert, viele Produkte kommen vom eigenen Gutshof. Eine moderne Saunalandschaft mit Ruhegarten, Anwendungsbereich für Massagen, Wellness und Kosmetik mit Naturprodukten runden das „rundum genießen“-Paket ab. Waizenegger`s Mohren ist eine Herberge für Naturliebhaber und Biogenießer aus nah und fern, die familiäres Ambiente genießen. Perfekt um Kunst & Kultur am Bodensee zu genießen. www.naturhotel-mohren.de

die Wirklichkeit nicht abbilden, sondern vielmehr die Grundprinzipien des menschlichen Körpers wie Stehen, Sitzen, Liegen auf ganz eigenständige Art und Weise skulptural veranschaulichen.

Es liegt was in der Luft –  Duft in der zeitgenössischen Kunst

Angefangen vom Frühwerk über den vom Informel geprägten dynamisch raumgreifenden Facettenstil der SPURZeit folgt die Präsentation chronologisch den Werkgruppen des Künstlers über den Einfluss der Pop-Art bis hin zu den späten, als „Hüllen“ entwickelten Großplastiken. Die Schau verdeutlicht nicht zuletzt die spielerische Experimentierfreudigkeit von Lothar Fischer, in dessen über 40-jährigem Schaffensprozess sowohl individuelle bildhauerische Energie als auch der Zeitgeist auf unnachahmliche Art und Weise in immer neuen Variationen zum Ausdruck kommen.

Die Ausstellung im Museum Villa Rot spürt der Bedeutung des Geruchssinns und dessen unterschiedlichen Rollen in der künstlerischen Auseinandersetzung nach. Die Ausstellung im Museum Villa Rot präsentiert Rauminstallationen von internationalen zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern, die GeruchsUeda | Olfactory Labyrinth Vol. 1 sinn und Düfte unter unter- Maki | 2013 | Installation © Courtesy by the schiedlichen Vorzeichen auf artist Ursache, Zusammensetzung, Wirkung und Erinnerungspotential untersuchen. Darüber hinaus bietet ein kunsthistorischer Exkurs konzentrierte Einblicke in futuristische und surrealistische Ansätze und Theorien. 22.3. – 2.8.2015 | www.villa-rot.de

Die von Dr. Nicole Fritz kuratierte Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Museum Lothar Fischer, Neumarkt i.d.OPf. und stellt mit über 80 Werken Fischers Schaffen von 1955 bis zu seinem Tod 2004 im Überblick vor.

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN jeden So 15 Uhr  EUR 3 | ermäßigt 1,50 zzgl.  Eintritt ARCHITEKTURFÜHRUNGEN Sa 4.4 11.30 Uhr,  Do 9.4  18 Uhr EUR 3 | EUR 1,50  zzgl. Eintritt

GRUPPENFÜHRUNGEN Buchung vormittags unter  Tel. 0751 82 812 pro Gruppe EUR 65 zzgl.  ermäßigten Eintritt

Inspirierende Spannung zwischen Kulturdenkmal  und moderner Architektur Das Humpis-Quartier ist eines der besterhaltenen spätmittelalterlichen Wohnquartiere in Süddeutschland. Die Fernhandelsfamilie Humpis hat dem Ensemble im 15. Jahrhundert die heutige Gestalt gegeben. Das Museum ist ein ungewöhnlicher Ort, an dem städtische Kulturgeschichte vom 11. bis zum 21. Jahrhundert emotional und authentisch erlebt werden kann. Insgesamt sieben Gebäude erwarten Sie mit Ausstellungen, Führungen und Veranstaltungen. Wechselnde Themenführungen: Do (18 Uhr) und 1. und 3. So im Monat (11 Uhr). | www.museum-humpis-quartier.de


EMILE | arttourist.com 1|2015

Stuttgart  |  45

Spiegel der Seele.  Landschaftszeichnungen der Romantik Seltene Handzeichnungen aus der Epoche der Romantik zeigt die Galerie Stihl Waiblingen. Die Ausstellung präsentiert 100 Blätter Johann Christoph Erhard, Bei Ponte Salario, aquarellierte Bleistiftzeichnung, aus dem Bestand der Stif- 1820, Stiftung Museum Kunstpalast, Graphische tung Museum Kunstpalast Sammlung, Düsseldorf mit Reiseeindrücken aus Italien, heimischen Landschaften, empfindungsreichen Darstellungen von Naturgewalten oder Detailstudien nach der Natur. Sie entfaltet die Vielfalt der Landschaftszeichnung mit Arbeiten von 46 Künstlern, herausragenden Vertretern der Zeit wie den Brüdern Achenbach, Carl Blechen, Carl G. Carus, Johann G. von Dillis, Ludwig Richter und Adrian Zingg. 14.5. – 23.8.2015 | Galerie Stihl Waiblingen | www.galerie-stihl-waiblingen.de

Colours International Dance Festival

Kunstmuseum Stuttgart, Foto: Dirk Wilhelmy, © Kunstmuseum Stuttgart

Stuttgart

10 Jahre Kunstmuseum Stuttgart Jubiläumsjahr »Kunst & Musik« Vor 10 Jahren, am 4. März 2005, eröffnete das Kunstmuseum Stuttgart in einem spektakulären Neubau am Kleinen Schlossplatz im Herzen der Landeshauptstadt. Heute zählt es zu den bundesweit bedeutenden Häusern für moderne und zeitgenössische Kunst. In seiner noch jungen Geschichte hat sich das Museum mit seiner einzigartigen Sammlung, die mittlerweile über 15 000 Kunstwerke umfasst, und seinen abwechslungsreichen Ausstellungen fest in der deutschen Museumslandschaft verankert. Anlässlich des Jubiläums wird ein vielfältiges Programm eingeläutet, das unter dem Motto »Kunst & Musik« zahlreiche Sonderausstellungen, Projekte und Aufführungen bereit hält. Die Ausstellungsreihe »Sound in Motion« (bis 15. Januar 2017) widmet sich dem Thema im Bereich der Video- und Performancekunst. In dieser Reihe setzt die Verbindung von bildender Kunst und Musik auf die Zusammenführung von visuellen und akustischen Erlebnissen und lässt die Übergänge und Durchdringung der beiden Bereiche erfahrbar werden. In wechselnden Präsentationen zeigt das Kunstmuseum u.a. Arbeiten von Annika Kahrs, William Hunt, Carsten Nicolai, Ragnar Kjartansson, Christian Marclay, Ann-Sofí Siden mit Jonathan Bepler, Kristof Georgen und Hajnal Németh. Laurie Anderson gehört zu den weltweit einflussreichsten Künstlerinnen und Musikerinnen unserer Zeit. Mit ihren multimedial angelegten Performances aus Klangcollagen, Poesie, Gesang und Musik hat sie Grenzen überschritten ADRESSE Kunstmuseum Stuttgart Kleiner Schlossplatz 1 70173 Stuttgart T: +49 (0)711 / 216 196 00 F: +49 (0)711 / 216 196 15 info@kunstmuseum-stuttgart.de www.kunstmuseum-stuttgart.de www.twitter.com/kunstmuseum www.facebook.de/KunstmuseumStuttgart

und zugleich Verbindungen hergestellt. Am 21. Mai 2015 ist Anderson zu Gast im Kunstmuseum Stuttgart – in »Song Conversation« mit Nik Bärtsch und Eivind Aarset. Zum zweiten Mal wird der von der Sparda-Bank Baden-Württemberg und dem Kunstmuseum Stuttgart gemeinsam ins Leben gerufene Kunstpreis »Kubus« an eine Künstlerin oder einen Künstler mit Bezug zum Land Baden-Württemberg vergeben. Für die Ausstellung »Kubus. Sparda-Kunstpreis im Kunstmuseum Stuttgart« (14. Mai – 13. September 2015) werden Nevin Aladag, Peter Vogel und das Künstlerduo Discoteca Flaming Star eingeladen, jeweils eine Ebene des Kubus zu bespielen.

Otto Dix, Großstadt (Triptychon), Mitteltafel, 1927/28, Öl und Tempera auf Holz, 181 x 402 cm, Kunstmuseum Stuttgart, Foto: Uwe H. Seyl, © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Die Ausstellung »Camille Graeser und die Musik« (19. September 2015 – 3. Januar 2016) konzentriert sich auf eine zwischen 1946 und 1951 entstandene Werkgruppe, die auf Graesers Beschäftigung mit musikalischen Strukturen und Stimmungen zurückgeht. Sie zeichnet ÖFFNUNGSZEITEN Di bis So 10 –18 Uhr, Fr 10 – 21 Uhr, Mo geschlossen Feiertage siehe www.kunstmuseum-stuttgart.de EINTRITTSPREISE Sonderausstellung EUR 8 | ermäßigt EUR 6,50 Sonderausstellung inkl. Sammlung:  EUR 11 | ermäßigt EUR 8  Sammlung: EUR 6 | ermäßigt EUR 4  Kinder unter 13 Jahren frei Gruppen ab 10 Personen ermäßigt

sich gegenüber allen anderen Werkfolgen von Camille Graeser (1892 – 1980) durch eine bewegte, lyrische Ordnung der Einzelformen aus. »I Got Rhythm. Kunst und Jazz seit 1920« (10. Oktober 2015 – 6. März 2016) zeigt anhand herausragender Künstler – darunter Otto Dix, Piet Mondrian, Adolf Loos, Jackson Pollock, Andy Warhol, K.R.H. Sonderborg, A.R. Penck und Jean-Michel Basquiat – wie der Jazz das 20. Jahrhundert hindurch eine bemerkenswerte Rezeption in der Kunst hervorgerufen hat. Und noch in der Gegenwart finden sich zahlreiche Belege dafür, dass der Jazz künstlerische Prozesse, Ideen und Produktionen beeinflusst. Präsentiert werden vielfältige künstlerische Auseinandersetzungen mit Jazz, angefangen von Gemälden der klassischen Moderne über Werke der europäischen und amerikanischen Nachkriegsabstraktion bis hin zu Installationen und Videos der Gegenwart. Begleitend zu den Exponaten vermitteln Hörstationen einen Überblick über die Geschichte des Jazz. Ein absolutes Kulturhighlight in diesem Jahr! Im Anschluss folgt die Ausstellung »Candice Breitz« (9. April – 28. August 2016). Die Videoarbeiten der in Südafrika geborenen Künstlerin beschäftigen sich mit Erzählstrukturen der Popkultur, Fankult sowie der Frage nach Individualität in unserer Mediengesellschaft. Neben Werken, mit denen die Künstlerin bereits international bekannt geworden ist, zeigt das Kunstmuseum Videoarbeiten, die speziell für die Ausstellung geschaffen wurden. KOSTENLOSER AUDIOGUIDE An der Museumskasse erhältlich ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN Fr 18 Uhr und So 15 Uhr Tickets EUR 2,50 | ermäßigt EUR 1,50  PRIVATE FÜHRUNGEN T: +49 (0)711 / 216 196 25 fuehrung@kunstmuseum-stuttgart.de

Tanz leuchtet – in einer Fülle von kraftvollen Farben. Von Ballett bis Modern Dance. Von Zirkus bis HipHop. So unterschiedlich diese Farbtöne sind, gehören sie doch zusammen. Wie im Lichtspektrum, wie auf der Palette des Malers. COLOURS – INTERNATIONAL DANCE FESTIVAL bringt die Farben des Tanzes zusammen, bunt, strahlend, einmalig. Für beinahe drei Wochen wird COLOURS das Theaterhaus Stuttgart mit Tanz, Tanz und noch mal Tanz füllen. Dazu zählen die Gastspiele weltberühmter Kompanien ebenso wie ein umfangreiches Rahmenprogramm und Workshops unter Beteiligung von etlichen der eingeladenen Choreographen. Das Niveau reicht von Angeboten für Anfänger bis hin zu Profis. Siehe auch Seite 60-61 25.6. – 12.7.2015 | www.coloursdancefestival.com

22. Internationales Trickfi lm-Festival Stuttgart Stuttgart wird animiert – Das Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart ist eine der größten Animationsfilmveranstaltungen weltweit und präsentiert auch 2015 ein fulminantes Filmprogramm für Jung und Alt. Ob beim Open Air auf dem Stuttgarter Schlossplatz (kostenlos) oder in den Innenstadtkinos, dem Mercedes-Benz Museum und vielen weiteren Veranstaltungsorten – erreichbar mit dem kostenlosen Busshuttle. Inmitten der einzigartigen Kulisse des Stuttgarter Schlossplatzes verleiht das Open Air-Kino dem Festival eine ganz besondere Atmosphäre. 5. – 15.5.2015 | www.itfs.de

Renitenztheater Stuttgart Das Renitenztheater gehört in der Kleinkunstszene zu den renommiertesten Häusern im deutschsprachigen Raum. Auf dem Spielplan stehen politisches und sozialkritisches Kabarett, Musik-Kabarett, Satire, Comedy und Chansons sowie internationale Begegnungen. Künstlergrößen von Lisa Fitz über Helmut Schleich, Mathias Richling und Christoph Sieber bis hin zu Hagen Rether füllen regelmäßig das Haus. Jährliche Festival-Höhepunkte: das Stuttgarter Kabarettfestival mit dem Kleinkunst-Wettbewerb «Stuttgarter Besen», die «Deutsch-Türkische Kabarettwoche» sowie das «ChanSongFest». www.renitenztheater.de

GOLDBERG Restaurant & Winelounge Am Fuße schöner Rebhänge, nordöstlich von Stuttgart gelegen, überrascht das Goldberg Restaurant & Winelounge durch sein Interieur und seine Küche, die mit eleganten Kreationen überzeugt. Die Regionalität im Blick, bereichern internationale Gerichte die abwechslungsreiche Karte. Hervorgehoben wird die Feinheit der Speisen durch die Innenarchitektur samt angenehmem Lichtkonzept. Von Montag bis Samstag immer abends geöffnet. www.goldberg-restaurant.de

 Deutscher Evangelischer Kirchentag | 3. – 7.6.2015 Der Kirchentag findet vom 3. bis 7. Juni 2015 statt. Erwartet werden mehr als 100.000 Menschen aus Deutschland und der ganzen Welt zu über 2.000 geistlichen, kulturellen und politischgesellschaftlichen Veranstaltungen. Zentren des Kirchentages werden die Stuttgarter Innenstadt sowie der NeckarPark in der Nähe des Cannstatter Wasen sein. Die Losung eines Kirchentages ist der Leitgedanke, an dem sich alle Vorbereitungen und Veranstaltungen inhaltlich orientieren. Sie entstammt einem Bibelzitat und wird vom Präsidium beschlossen. Der Deutsche Evangelische Kirchentag in Stuttgart 2015 steht unter der Losung „damit wir klug werden“ aus dem 90. Psalm, Vers 12. www.kirchentag.de


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Wenn Bücher  Recht haben Ausstellung: Wenn Bücher Recht haben. Justitia und ihre Helfer in der Stiftsbibliothek St.Gallen Bis 8. November widmet sich die Stiftsbibliothek St. Gallen in ihrer Jahresausstellung dem mittelalterlichen Recht. Anhand ihrer einzigartigen Handschriftensammlung führt sie durch die faszinierende Entwicklung des Rechts von der Antike bis zum Ende des Mittelalters. bis 8.11.2015 | Stiftsbibliothek St. Gallen | www.stibi.ch

10. St.Galler Festspiele

La Favorita, 2014 | Foto: Hans Jörg Michel

La Favorita, 2014 | Foto: Hans Jörg Michel

St.Gallen–Bodensee

Kunstwerk Alpen

Kunst- und Kulturhighlights Das Schweizer Bodenseeufer lockt 2015 mit der UNESCO-Weltkulturerbestadt St.Gallen als Highlight auf der neuen „Grand Tour of Switzerland“, mit spannenden Ausstellungen und den St.Galler Festspielen. Ein Tipp vorweg: Es lohnt sich, die Region St.Gallen-Bodensee in diesem Jahr mit dem Auto zu besuchen. Denn 2015 wird die „Grand Tour auf Switzerland“ geboren – eine Art Route 66 durch die Schweiz. Ausgeschildert ist eine 1600 Kilometer lange Route durch 23 Kantone, auf welcher ein Grossteil der schönsten Orte dieses Landes abgefahren werden können. So auch die Ostschweiz. Die Strecke führt entlang des Schweizer Bodenseeufers vom grössten Wasserfall Europas, über die mittelalterlichen Städtchen Schaffhausen und Stein am Rhein bis in die Region St.Gallen-Bodensee. Hier wartet das Tour-Highlight, der Stiftsbezirk mit seiner barocken Kathedrale, der seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Sein Ursprung geht auf den irischen Mönch Gallus zurück, der dort vor über 1.400 Jahren seine Eremitage einrichtete. Hundert Jahre später entstand das Kloster, das im Mittelalter zur „Schreibstube Europas“ und

VERANSTALTUNGSHIGHLIGHTS 2015 4. Aufgetischt! St.Gallen – Das Strassenfestival 8. – 9.5.2015  www.aufgetischt.sg

zu einem der wichtigsten kulturellen Zentren des Abendlandes wurde.

Rokoko, alte Schriftstücke und  eine Mumie Das wohl bekannteste und beliebteste Gebäude des heutigen Klosterareals ist die Stiftsbibliothek: Tausende von Besucherinnen und Besuchern schlurfen jedes Jahr ehrfürchtig in Pantoffeln über den holzgetäferten Boden der ehemaligen Schreibstube der Benediktiner-Mönche.

Erlebnistipp: Profi tieren  Sie  von  attraktiven  Pauschalangeboten  und  erleben  Sie  beispielsweise  die  UNESCO-Weltkulturerbestadt  mit  dem  „Seelenwärmer“  inkl.  Besuch  der  weltberühmten  Stiftsbibliothek.  Buchen  Sie  weitere  Angebote  wie  „Textile  Träume“,  “Theaterarrangement“  oder Kombiangebote mit Tickets für die  St.Galler  Festspiele  über  www.st.gallenbodensee.ch.  Als  Geschenk  erhalten  Sie  von  uns  eine  kostenlose  Teilnahme  an  unserem geführten Altstadtrundgang.

Musicaltage 2015 14. – 16.5.2015  Theater St.Gallen  www.theatersg.ch  St.Galler Kinderfest 20.5.2015 Kinderfestplatz, Innenstadt  www.kinderfest.ch (Verschiebedatum bei schlechtem Wetter) 

Venezianisch geht es dann im Sommer bei den St.Galler Festspielen zu: vom 19. Juni bis 4. Juli wird nämlich der Stiftsbezirk St.Gallen zur einmaligen Kulisse für die Oper „I due Foscari“ von Giuseppe Verdi. Die St.Galler Festspiele gehören mittlerweile zum festen Bestandteil auf dem internationalen Festspiel-Kalender und feiern in diesem Jahr ihr 10. Jubiläum. 19.6. – 4.7.2015 | www.stgaller-festspiele.ch

10. St.Galler Festspiele 19.6. – 3.7.2015  Klosterhof St. Gallen  www.stgaller-festspiele.ch mit der Openair-Auff ührung  der Oper „I due Foscari“ von  Giuseppe Verdi Übernachtungspauschalen: St.Gallen-Bodensee Tourismus, Tel. +41 (0)71 227 37 37, www.st.gallen-bodensee.ch

Die Mönche sind zwar heute verschwunden, aber ihre Bibliothek beherbergt zigtausend unschätzbare Schriftstücke. Kostbarkeiten aus der Handschriftensammlung, welche bis ins Frühmittelalter zurückreicht und zu den weltweit wertvollsten gehört, bewundert werden. Touristenmagnet ist jedoch die Mumie der Schepenese, die zusammen mit ihrem Doppelsarg in der Stiftsbibliothek ruht. Die Priestertochter Schepenese lebte zwischen 700 und 650 v.Chr. in Theben und gehörte zur Elite jener Stadt. Ihre Mumie mit dem reich bemalten Innen- und Aussensarg gelangte 1821 nach St. Gallen. Schepenese‘s Mumie und ihre beiden Särge bilden damit die erste altägyptische Bestattung, die in die Schweiz gelangte.

17. Internationales Sandskulpturenfestival Ausstellung bis 6.9.2015 8. – 15.8.2015  Arionwiese Rorschach  www.sandskulpturen.ch 4. Appowila Highland Games 4. – 6.9.2015  Dorfzentrum Abtwil  www.appowila-highlandgames.ch 

11. Museumsnacht St. Gallen 5.9.2015  St.Galler Innenstadt  www.museumsnachtsg.ch KONTAKTINFO St.Gallen-Bodensee Tourismus Bankgasse 9 CH-9001 St.Gallen Tel. +41(0)71-227 37 19 www.st.gallen-bodensee.ch

Sie bedecken rund 2/3 der Fläche des Landes, sind viel bewunderte Naturschönheit und eine stetige Herausforderung für Bergsteiger: Die Schweizer Alpen. Die Sonderausstellung ‹Kunstwerk Alpen› im Naturmuseum St.Gallen widmet sich nun in einer faszinierenden Bilderreise der Entstehungsgeschichte des mächtigen Gebirgszuges im Herzen Europas. Der Fotograf und Geologe Bernhard Edmaier hat sich in den letzten 20 Jahren mit seinen oft abstrakt anmutenden Aufnahmen von der Erdoberfläche international einen Namen gemacht. Mehrmals im Jahr reist er für seine Projekte in abgelegene, vom Menschen wenig berührte Gegenden der Welt, in den vergangenen Dent de Morcles | Waadtländer Alpen | Schweiz Jahren verstärkt auch © Bernhard Edmaier immer wieder in die Alpen. bis 10.5.2015 | Naturmuseum St. Gallen | www.naturmuseumsg.ch

Kunst direkt am Bodensee Auch am See kommen Kunstinteressierte auf ihre Kosten. Im Forum Würth werden direkt am Seeufer hochkarätige Kunstwerke der Moderne gezeigt. Die Ausstellung ist frei zugänglich. In seiner aktuellen Ausstellung setzt sich das Forum Würth unter dem Titel „Waldeslust“ mit den vielfältigen kulturellen und künstlerischen Aspekten des Natur- und Waldbewusstsein auseinander. Übrigens: Auf der Themenführung „Kunst am See“ von St.Gallen-Bodensee Tourismus können sowohl das Kornhaus als auch das Forum besichtigt werden. www.wuerth-haus-rorschach.ch


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Textilland Ostschweiz – Pioniergeist und Tradition von Weltruf Sie gingen um die Welt: die Bilder von der Hochzeit des berühmten Schauspielers George Clooney und seiner Frau Amal Alammudin. Was aber nur Insider wissen: Sowohl bei der Trauungszeremonie als auch bei der Fahrt auf dem Canale Grande war Mrs. Clooney in einen Traum aus St.Galler Spitze gehüllt. Auch andere Prominente wie Madonna, die Fürstin von Monaco oder Mrs. Obama kleiden sich gerne mit Stoffen, die aus der Werkstatt der St.Galler Textilunternehmen stammen.

Textile Vergangenheit Denn St.Gallen und die ganze Region Ostschweiz ist international bekannt für die herausragende Qualität der hier produzierten Stoffe und das spezielle Knowhow dieser Branche. Grosse Designer wie Chanel, Christian Dior, Giorgio Armani und andere verarbeiten Spitzen aus St.Gallen, und kaum eine bedeutende Modenschau in Paris, Mailand oder New York verzichtet auf die Präsentation der entsprechenden Haute Couture. St.Galler Stickereien sind nicht erst seit heute besonders begehrt, sondern stehen in einer langen Tradition, die bis in das frühe Mittelalter zurückreicht. Über Jahrhunderte war das Leben der St.Gallerinnen und St.Galler von der Leinwandherstellung, der Verarbeitung von Baumwolle und dem Besticken gefertigter Stoffe geprägt. Bis in die Gegenwart ist er Einfluss der Textilwirtschaft in der Ostschweiz spürbar – dies besonders in der Architektur.

Auf den Spuren textiler Perlen

Erlebnistipp:

Um die spannende Textiltradition der Region sichtbar und erlebbar zu machen, wurde vor einigen Jahren das „Textilland Ostschweiz“ ins Leben gerufen.

Arrangement „Spurensuche in der Textilstadt“ St.Gallen-Bodensee  Tourismus  bietet  ein  spezielles  Arrangement  „Spurensuche  in  der  Textilstadt mit • Übernachtung inkl. Frühstück in einem speziellen Textilzimmer • Eintritt in das Textilmuseum • kleines Textilgeschenk • Stadtführung mit dem I-Guide  ab CHF 135 an.

Als eines der Angebote von „Textilland Ostschweiz“ werden nun herausragende Perlen der Textilgebäude in St.Gallen und der Region nach und nach mit gestickten QR-Codes in Plexiglas-Schatullen ausgezeichnet. Diese sind an den Gebäuden angebracht und wer die Codes scannt, kann online in Geschichten rund um die Gebäude eintauchen.

Stadtführung „Auf den Spuren des Textillands“ Von Mai bis Juli bietet St.Gallen-Bodensee Tourismus  an ausgewählten Terminen Themenführungen zur St.Galler Textilgeschichte an: 6.  5.,  13.5.,20.5.,  27.5.,  3.6.,  10.6.,  17.6.,  24.6.,  1.7., 8.7. www.st.gallen-bodensee.ch

Zugleich entsteht ein St.Galler Textilweg, der ab Mitte 2015 diese und weitere Textilgebäude in der Stadt mit Kurzbeschrieben erlebbar macht und dazu einlädt, auf dem Pfad der Textilindustrie zu wandeln.

Schlafen in textilen Träumen Wer textile Träume nicht nur sehen, sondern gerne auch darin schlafen möchte, kann dies in einem der Textilzimmer in den Ostschweizer Hotels tun. In Zusammenarbeit mit den führenden Textilunternehmen entstanden und entstehen diese speziellen, mit ausgesuchten Textilien gestalteten Zimmer.

Textilzimmer Bio Schlosshotel Wartegg Ausstellung im Textilmuseum St.Gallen.

Textilmuseum St.Gallen Weisse Pracht & Wildwuchs Das 1878 gegründete Textilmuseum St. Gallen beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen der Schweiz. Textilien aus aller Welt und vielen Jahrhunderten, Musterbücher, Entwurfszeichnungen, Fotografien und andere Archivalien illustrieren die wechselvolle Geschichte der Schweizer Textilindustrie zwischen regionaler Verbundenheit und internationalen Verflechtungen. Ausstellungen und Publikationen informieren zu historischen und aktuellen Entwicklungen, ergänzend werden Führungen, Museumsgespräche und andere Veranstaltungen angeboten. Eine besondere Attraktion stellt die Handstickmaschine aus der Zeit um 1890 dar, die jeweils am Donnerstag und Freitag von 12 bis 17 in Betrieb genommen wird.

‘s isch – ‘s isch nöd. Das St.Galler Kinderfest St. Gallen steht für Stickerei. Neben der bis heute von der Haut Couture geschätzte Guipure erlangt die weisse Broderie Anglaise weltweite Popularität. So wundert es denn nicht, dass eine der wichtigsten öffentlichen Veranstaltungen der Stadt, das St. Galler Kinderfest, schon früh weisse Stickereien ins Bild rückt. Verarbeitet zu festlichen Kleidern für Mutter und Tochter, do-

minieren sie über lange Jahre Umzug wie auch die Strassenszenen und die anschliessenden Feierlichkeiten. Die Ausstellung »‘s isch – ‘s isch nöd« widmet sich Geschichte und Gegenwart des St. Galler Kinderfestes, das erstmals im Jahr 1824 begangen wurde und bis heute, so auch 2015, alle drei Jahre stattfindet. 11.2. – 9.8.2015

Traum & Realisation Die Ausstellung «Traum & Realisation» gibt einen Einblick in die facettenreiche Textilproduktion der Ostschweiz vom 16. Jahrhundert bis heute. Vom „weissen Gold“ Leinen spannt sich der Bogen bis zu Hightech Textilien der neuesten Generation. Feinbestickt, bunt bedruckt oder täuschend unscheinbar präsentieren sich die Produkte der Ostschweizer Textilindustrie, die die Geschicke der Region über viele Jahrhunderte massgeblich bestimmte. ab 11.2.2015

Vivarium – Textile Arbeiten von  Francisca Artigues nach Zeichnungen ihres Sohnes Miquel Barceló Anlässlich des 89. Geburtstages von Francisca Artigues widmet das Textilmuseum St. Gallen

der mallorquinischen Künstlerin eine Ausstellung. Zu sehen sind riesige, surreal anmutende Wandbehänge, auf denen frei umherwirbelnde Meerestiere, Reptilien, Raubkatzen und Vögel zu erkennen sind. Als Vorlage für diese Arbeiten wählt Francisca Artigues Zeichnungen ihres Sohnes Miquel Barceló, die sie collageartig zu bunten Bildern zusammenfügt und mit der Tambouriernadel auf den Stoff überträgt. Präsentiert wird auch eine Auswahl von Barcelós dafür verwendeten Entwurfszeichnungen - diese illustrieren seine künstlerische Leidenschaft für paläolithische Höhlenmalerei und die Unterwasserwelt der Meere. Dies wiederum verbindet die textilen Arbeiten mit Barcelós in der Schweiz wohl bekanntestem Werk: dem monumentalen Deckengemälde im Saal der Menschenrecht der UNO in Genf. Die Ausstellung wird in Kooperation mit der Galerie Bruno Bischofberger gezeigt. 19.4. – 15.11.2015

furor floralis Blumen machen Furore: Ab August 2015 widmet sich das Textilmuseum St. Gallen den facettenreichen Erscheinungsformen floraler Motive auf europäischen Textilien aus fünf Jahrhunderten. Geordnet wird die textile Pflanzenpracht, die sich mal üppig naturalistisch, mal sorgsam stilisiert gibt, indem sie historischen Gartentypen gegenübergestellt wird. Der Weg führt vom mittelalterlichen Paradiesgarten über den streng gegliederten Renaissancegarten, die barocken Parterres de Broderie, zu den malerischen Landschaftsgärten und den Gärten des 20. Jahrhunderts. Grundrisspläne aus dem Schweizer Archiv für Landschaftsarchitektur werden einer Auswahl an Textilien aus den Beständen des Textilmuseums St. Gallen, historischen Kostümen aus einer Schweizer Privatsammlung sowie zeitgenössischen Kleidern namhafter Modedesigner gegenübergestellt. 26.8.2015 – 17.1.2016

Plattfische. Stickerei von Francisca Artigues nach einem Entwurf von Miquel Barcelo. Foto: Agustí Torres ADRESSE Textilmuseum St. Gallen Vadianstrasse 2 CH-9000 St.Gallen  +41 (0)71 222 17 44 www.textilmuseum.ch info@textilmuseum.ch ÖFFNUNGSZEITEN täglich von 10 – 17 Uhr

EINTRITTSPREISE Erwachsene CHF 12 Senioren / ermässigter Eintritt CHF 10 Gruppen ab 10 Personen CHF 9 / Person Lehrlinge, Studenten (bis 26 Jahre) CHF 5 Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre  sowie Inhaber der Raiffeisen Membercard, des Schweizer Museumspass und  Schweizer Werkbunds haben freien  Eintritt ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN Öffentliche Führungen werden einmal  im Monat jeweils am Sonntag um 11 Uhr  angeboten. Die Termine entnehmen Sie  bitte unserer Website.

GRUPPENFÜHRUNGEN Führungen (60 min) für Gruppen bis zu  25 Personen ab 120 CHF (zzgl. Eintritt) Buchung und Information: +41 (0)71  222 17 44, info@textilmuseum.ch HANDSTICKMASCHINE Vorführungen jeweils am Donnerstag-  und Freitagnachmittag von 12  bis 17  Uhr sowie an einem Wochenende im  Monat. Die Termine entnehmen Sie bitte  unserer Website.


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Alte Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin Museumsinsel Berlin, Bodestraße 1–3, 10178 Berlin www.imexinberlin.de, www.smb.museum


WERNER BÄRTSCHI

Kommunikator und Vermittler. Seine Sprache ist die Musik. Sein Antrieb – seine Leidenschaft.

Werner Bärtschi ist zufrieden und erschöpft. Ich treffe ihn in seinem Haus »zum Komet« oberhalb von Schaffhausen, in Mitten von Rebbergen gelegen, wohin er sich so oft wie möglich zurückzieht. Die ersten Wochen des Jahres sind immer arbeitsreich für den Schweizer Musiker und Komponisten. Hinter ihm liegt eine intensive und glückliche Woche mit jungen Musikerinnen und Musikern, die zu seinen, von ihm initiierten Schaffhauser Meisterkursen mit offenen Sinnen und großen Erwartungen angereist sind. „Das fordert und fördert. Für mich selber ist auch die Zeit darum herum besonders dicht besetzt, denn in den letzten Tagen davor findet im Zürcher Oberland stets »mein« Festival KLAVIERISSIMO statt und wie fast jedes Jahr gab ich auch 2015 kurz zuvor und danach Konzerte in meiner Reihe REZITAL in der Zürcher Tonhalle“ erzählt Werner Bärtschi mit einem jugendlichen Strahlen in seinen Augen. Er liebt was er macht, ruht in sich, begeistert und reißt einen mit.


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Werner Bärtschi lässt sich nicht festlegen. Er spielt neben bekannten Meistern wie Bach, Mozart, Beethoven, Chopin, Liszt, Debussy auch Komponisten wie Froberger, Carl Philipp Emanuel Bach, Fauré, Nielsen, Satie, Ives und ganz alte Musik von der Spätrenaissance. „ Außerdem habe ich immer auch Musik der Avantgarde gespielt und spiele sie noch immer“. Mit Komponisten wie Scelsi, Cage, Stockhausen war er persönlich bekannt. Sie haben sein musikalisches Denken und sein eigenes Komponieren beeinflusst. „Im Übrigen ist man, wenn man immer wieder Beethoven spielt, zuletzt auch mit Beethoven >>bekannt<<“ sagt er mit einem breiten, ansteckenden Lachen. Auch Beethoven hat sein musikalisches Denken und Komponieren beeinflusst. Zeitgenössische Musik war Gegenstand unserer ersten Begegnung im Herbst 2011, wo wir uns über ein mögliches Konzert des New Yorker >>Kronos Quartet<< zusammen mit Werner Bärtschi unterhalten haben, das wir als eines der Highlights des fünften Rheinfall Festivals in Schaffhausen ins Programm nehmen wollten. Dass es schlussendlich nicht stattfand, weil das Kronos Quartett nicht zu bezahlen war, spielte damals, wie auch heute im Rückblick keine Rolle für mich. Es war ein intensives Gespräch über die Liebe zur Avantgarde, die Neue Musik, über die Möglichkeit aktuelle Musik zu vermitteln, die Moderne in den Mittelpunkt eines Festivals zu stellen und eine breite Öffentlichkeit für die Zeitgenössische Musik zu sensibilisieren. Die Begeisterung für sein Tun, die Musik, das Komponieren und Konzertieren, vor allem seine Offenheit gegenüber Neuem, ist damals wie heute das, was mich an Werner Bärtschi fasziniert, begeistert und ihn so zeitlos Mensch macht. Seine Gedanken und Ideen fangen an zu klingen, wenn er wild gestikulierend von seinen Plänen, Ideen und Wünschen erzählt. „Ich möchte ein Klavierkonzert schreiben, ein ganz >>klassisch<< dreisätziges. Den ersten Satz hab ich schon lange fertig. Außerdem habe ich Opernpläne und schon lange wartet eine großformatige Toccata für Klavier auf weiteres Gedeihen. Als Pianist erfülle ich mir kommende Saison einen alten Herzenswunsch, einen Klavierabend >>con voce<<, an dem ich in allen Werken auch mit der Stimme agiere, sprechend und sogar auch singend“. Wie sonst nur junge Musikerinnen und Musiker zu Beginn ihrer Karriere verfolgt er seine Ziele mit leidenschaftlicher Zielstrebigkeit, die den Zuhörer nie daran zweifeln lässt, dass alles irgendwann zur Aufführung kommt. Wir verabschieden uns und ich denke mehr denn je an ein mögliches Konzert von Werner Bärtschi mit dem »Kronos Quartet«. Was für ein Erlebnis. Text Kai Geiger, Herausgeber

Belastender Anfang, der in Jubel Der Komponist und Pianist Werner Bärtschi beschreibt, wie Hoffnung in der klassischen Musik klingt, wo der und worauf junge Musikerinnen und Musiker heute noch hoffen dürfen. Herr Bärtschi, worauf haben Sie heute bereits gehofft? Ich habe heute früh schon eine Klavierstunde gegeben. Das ist eine sehr schöne Tätigkeit: Die Schülerin hat ja schon sehr viel eigene Wünsche in die Arbeit hineingetragen und hofft nun, dass ich noch weiterhelfen kann. Ich meinerseits hoffe, dass mir das gelingt. Da sind unendlich viele Hoffnungen drin.

Spüren Sie selbst keinen Druck, wenn Sie auf die Bühne gehen? Nicht allzusehr, jedenfalls weniger als viele Kollegen. Ich möchte aber selbstverständlich das Bestmögliche machen.

War die Hoffnung heute berechtigt? Oh ja. Das ist sie fast immer. Es geht dabei nicht darum, zu beurteilen, wie gut etwas ist, sondern, wie die Arbeit vorangeht.

Macht Sie das zum Optimisten? Nein, das macht mich zu einem strebsamen Menschen. Ich glaube aber, dass ich ein optimistischer Mensch bin. Ich werde stets nach positiven Möglichkeiten suchen und mich nicht lange damit aufhalten, festzustellen, welches die schlechten Möglichkeiten sein könnten. Ich suche nach einer Lösung.

Aber einer Hoffnung liegt doch auch eine Erwartungshaltung inne, die zu Enttäuschungen führen kann. Ich arbeite nicht so sehr mit Erwartungen. Eine Erwartung an einen anderen Menschen setzt ihn unter Druck, und ich mag es nicht, dass man Menschen unter Druck setzt. Eine Firma macht Druck auf ihre Mitarbeitenden, Eltern machen Druck auf ihre Kinder – das sollte man auf keinen Fall tun.

Sind Optimismus und Hoffnungen gleichzusetzen? Ich finde, dass Optimismus mit Hoffnung verwandt ist, es ist aber nicht das Gleiche: Optimismus ist eine Einstellung, nach gängiger Auffassung ein Charakterzug. Hoffnung, scheint mir, ist eine Kraft. Der Mensch kann ohne Hoffnung nicht leben. Selbst in schwierigsten Lebensumständen müssen wir winzige Hoffnungen aufbauen können. Hoffnung ist sozusagen eine Arbeit an der Zukunft.

Heisst das, Hoffnung ist anstrengend? Ich hab das nie so empfunden, aber mein Verhältnis zu Anstrengung und Arbeit ist ohnehin ein ungewöhnliches. Ich arbeite nicht, sondern mache, was mir passt. Das sieht von aussen aus, als ob ich arbeitete. Die Hoffnung jedoch, sie arbeitet, aber sie arbeitet von selbst, da gibt es keine Anstrengung. Hatten Sie während Ihrem Schaffen nie einen Moment, wo Sie die Hoffnung aufgeben wollten? Aufgeben wollte ich nie, nein. Ich werde nie aufhören. Wenn niemand mir zuhören wollte und alle schlecht fänden, was ich spiele, würde mir das schon zu schaffen machen, denn ich hoffe ja auch auf Anerkennung. Das ändert aber nichts an meiner Motivation, denn diese ist auf mich selbst bezogen. Gab es Situationen in Ihrem Leben, wo ebenjene Anerkennung kleiner war, als sie es sich erhofften? Natürlich, ja. Da ereignet sich teils völlig Absurdes. Man wird gelobt für Sachen, die man selber

missglückt findet, und wird getadelt, wenn man denkt, man hätte es gut gemacht. Doch daran gewöhnt man sich, und es ist auch nicht so wichtig. Dennoch: Wer jung ist, möchte gelobt werden – eigentlich jeder Mensch. Zu den jungen Musikerinnen und Musikern: Was können diese heute noch hoffen? Eine glänzende Karriere in der klassischen Musik zu machen, ist schon immer ausserordentlich schwer gewesen. Aber das Leben ist ein Langstreckenlauf, kein Hundert-Meter-Sprint: Wenn jemand Musik wirklich liebt, dann würde ich ihm immer grünes Licht geben, dass er Musik machen soll. Wenn man aber sein Glück davon abhängig macht, äussere Anerkennung zu finden damit, dann sind die Chancen klein. Worin besteht die Erfüllung im professionellen Musikmachen denn dann? Wenn ich Schülerinnen und Schüler ausgebildet, über Jahre begleitet habe, so habe ich stets versucht, ihre Beziehung zur Musik so zu kräftigen, dass sie ein glückliches Leben als Musiker haben können. Das hängt nicht davon


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Portrait | 51

endet Unterschied zum Optimismus liegt –

ab, ob sie etwas Grosses werden. Berühmtheit macht nur scheinbar glücklich. Aber den Alltag der Musik mit voller Seele leben zu können, das macht glücklich. Es ist ein fantastischer Beruf. Sind Sie der modernen, populären Musik auch derart wohlgesinnt? Ich bin kein Kenner und verfolge diese Szene nicht regelmässig. Wenn ich aber mit ihr in Berührung komme, bin ich manchmal entsetzt, wie miserabel die Qualität ist. Es ist mir in diesen Momenten unverständlich, dass vernünftige Menschen so etwas machen oder sich damit abgeben können. Doch es gibt natürlich in jeder Szene gute und grossartige Musik voller Witz und Fantasie. Zeitgenössischer Pop drückt sich nicht nur akustisch, sondern multimedial aus. Wie erzeugt klassische Musik Gefühle und Geschichten? Wir sollten wieder lernen, uns darüber zu wundern, dass es Musik gibt, die ganz ohne Text auskommt. Man nennt sie Absolute Musik: Sie ist sich sozusagen selbst genug. Ganz verein-

facht gesagt: Mit Dur und Moll zum Beispiel werden Gefühle wie Heiterkeit und Traurigkeit geweckt. Es sind keine wirklichen Gefühle, eher eine Assoziation an wirkliche Gefühle, eine Parallelwelt. Sie erkennen das allein schon daran, dass Ihre wirklichen Gefühle kaum je so schnell in ein anders Extrem kippen wie es in der Musik geschehen kann. Die Musik muss eben nicht den Gesetzen einer menschlichen Geschichte folgen, sondern kann mit Hinweisen, mit Versatzstücken spielen. Das tut sie übrigens nicht nur mit Gefühlen, sondern auch auf der geistigen Ebene. Und wie entsteht aus diesen Versatzstücken Hoffnung? Konkrete Dinge wie Hoffnung haben in etwas Abstraktem wie der Musik nicht so ohne weiteres Platz. Will der Komponist das Gefühl von Hoffnung wecken, das Gefühl, dass etwas besser wird, so könnte er einen Prozess komponieren, wo eine schwere, belastende Musik sich wandelt und in einem heiteren Jubel endet. Ein solches Stück erinnert Sie dann vielleicht an Hoffnung. Gibt es konkrete Beispiele?

Ich würde sagen, Beethoven ist ein Komponist der Hoffnung. Und das ist kein Zufall, denn er wurde in der Zeit der Französischen Revolution erwachsen. Deren Hoffnungen haben ihn natürlich beschäftigt. Die Ideen unserer Zeit sind ja in uns wirksam. Beethovens Musik greift sie auf, etwa in der berühmten fünften Sinfonie. Er zeichnet in ihren vier Sätzen den Weg vom ernsten, schicksalshaften Beginn zum strahlenden Triumph. Ein anderes Beispiel ist der erste Satz seiner allerersten Klaviersonate in f-Moll. Nach einem tastenden Beginn und einem konfliktreichen Mittelteil kehrt der Anfang zurück – aber nicht mehr leise, sondern kräftig bestätigt, als ob sich durch das inzwischen Geschehene etwas verändert hätte. So entstehen die erstaunlichen Wunder der absoluten Musik. Musik kann ganz aus sich allein heraus eine gefühlte, erlebte Geschichte erzählen. Welches Gefühl finden Musikliebhaber in Stücken am liebsten wieder? Die Leute lieben melancholische Musik. Das ist, wie wenn man eine Katze streichelt, da geht was weg, was aus Ihrer Seele rausmuss.

Bevorzugen Sie auch die melancholische Musik? Ich bin so in meinem Beruf drin, dass ich eigentlich alles mag. Ich muss aber gestehen, dass ich selber eher eine Vorliebe für die Heiterkeit habe. Heiterkeit ist nicht das Gleiche wie Hoffnung. Ich meine mit Heiterkeit auch nicht Witz, sondern die tiefe, umfassende Lebensheiterkeit. Ich habe das Gefühl, es sei vielleicht die grösste Leistung, die ein Mensch vollbringen kann, diese Heiterkeit zu erlangen. Das Interview führte Anna Rosenwasser Anna Rosenwasser schreibt als freie Journalistin über die Schnitttstellen von Kultur, Pop und Politik. Sie arbeitet in der Deutschschweiz und studiert aktuell Politikwissenschaft an der Universität Zürich.

www.rezital.ch www.gesellschaftrezital.ch www.mkzo.ch www.klavierissimo.ch www.meisterkonzerte.ch www.meisterkurse.ch


52 | Musik & Theater

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Fr 1.5. 20 Uhr Kölner Philharmonie New York Philharmonic

Di 5.5. 21 Uhr Kölner Philharmonie Susana Baca | Ana Tijoux

Mi 6.5. 20 Uhr Kölner Philharmonie Wiener Philharmoniker

Sa 9.5. 20 Uhr Kölner Philharmonie Ensemble intercontemporain

1926 ging das Kölner Publikum bei der Uraufführung von Béla Bartóks Ballettpantomime „Der wunderbare Mandarin“ auf die Barrikaden. Heute ist das Stück längst ein Klassiker, bei dem gerade Spitzenorchester wie das New York Philharmonic ihre ganze Klasse ausspielen können. Chefdirigent Alan Gilbert leitet im Anschluss die Uraufführung von „Senza sangue“, ein Opern-Einakter von Bartóks Landsmann Peter Eötvös.

Mit Susana Baca und Ana Tijoux sind gleich zwei Latin-Grammy-Gewinnerinnen und Ikonen der lateinamerikanischen Musikszene an einem Abend zu erleben. Die Peruanerin Susana Baca verbindet in ihren Liedern mal charmant, mal feurig afrikanische, lateinamerikanische und spanische Musikstile. Die in Frankreich geborene Chilenin Ana Tijoux kombiniert hingegen bei ihren sozialkritischen Hits wie „Shock“ Hip-Hop-Grooves mit Pop und Jazz.

1911 haben die Wiener Philharmoniker Mahlers Orchesterliederzyklus „Das Lied von der Erde“ uraufgeführt. Quasi aus erster Hand ist dieser Musikmeilenstein daher jetzt zu erleben – begleitet wird das Wiener Weltklasseorchester von Klaus Florian Vogt (Tenor) und Matthias Goerne (Bariton). Unter der Leitung von Daniel Harding hebt es zudem das Orchesterwerk „Masaot / Clocks without Hands“ der Österreicherin Olga Neuwirth aus der Taufe.

Wie spannend neue Musik den politischen Puls der Zeit einfangen kann, unterstreicht das Programm des Pariser Ensemble intercontemporain unter der Leitung von Pablo HerasCasado. So spannt Marco Stroppa in einem neuen Stück den Bogen von der Französischen Revolution bis zum Mauerfall. Nicht weniger spektakulär fällt auch die konzertante Aufführung des Polit-Dramas „Passaggio“ aus, mit der Luciano Berio 1963 an der Mailänder Scala einen Skandal auslöste.

ACHT BRÜCKEN | Musik für Köln

Musik. Politik?

Seit 2011 findet in Köln ein außergewöhnliches Musikfestival statt. Unter dem Titel ACHT BRÜCKEN | Musik für Köln widmet sich das Festival nicht nur der Musik der Moderne, eine breite Palette an Workshops, Filmen, Ausstellungen, Vorträgen und Angeboten für Kinder vervollständigt das kulturelle Angebot. Jede FestivalAusgabe bespielt mit einem Schwerpunktthema die Kölner Philharmonie sowie viele andere, auch ganz ungewöhnliche Veranstaltungsorte Kölns. Bei der fünften Ausgabe von ACHT BRÜCKEN | Musik für Köln (30. April bis 10. Mai 2015) werden die Themen Musik und Politik in Beziehung gestellt. Dabei zeigen sich die Festivalmacher um den Intendanten Louwrens Langevoort durchaus offen in der Deutung des Emblems „Musik der Moderne“. Neben nationalen und internationalen Künstlern aus der Klassik sind auch Akteure aus Jazz, Pop und Weltmusik präsent. Mit dem Niederländer Louis Andriessen steht ein Komponist im Fokus, der sein ganzes Leben hindurch die beiden Wirkungsfelder Musik und Politik miteinander verbindet. „Obwohl die neue Musik stets im Verdacht steht“, so Festivalleiter Louwrens Langevoort, „sich gesellschaftspolitischen Themen zu entziehen, ist es uns nicht schwergefallen, weitere Komponistenpersönlichkeiten auszuwählen, die Musik und persönliche politische Intention verknüpft haben – wie beispielsweise Luigi Nono, Heiner Goebbels, Hans Werner Henze, Luciano Berio oder auch Cornelius Cardew. Zudem führen 17 Uraufführungen den Prozess der Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld Musik und Politik fort, insbesondere die Kompositionen für die „Hymne für ein nicht existierendes Land.“ Zehn junge Komponisten erhielten den Auftrag, ihren Visionen eines utopischen Staates ein akustisches Profil zu verleihen. Ein Highlight des Festivals findet vom 2. bis zum 3. Mai in der Kölner Philharmonie, ihren Foyers, dem Filmforum, im «Ludwig im Museum» und im Festivalzelt statt. Unter dem Titel „Ein Tag und eine Stunde in urbo kune“ entsteht eine gemeinsame fiktive europäische Stadt. Das 25 Stunden dauernde Spektakel vereint Beiträge aus Musik, Kunst, Wissenschaft, Film und Literatur. Neben der Philharmonie als zentrale Spielstätte von ACHT BRÜCKEN | Musik für Köln laden außergewöhnliche Veranstaltungsorte zu den Konzerten ein. So öffnen etwa die Trinitatiskirche und die Kunst-Station Sankt Peter ihre Pforten, das Kölner Rathaus wird zur Spielfläche für ein Großprojekt für Chöre und Instrumentalensembles und ein Raum, in dem für gewöhnlich mobile Hochwasserschutzelemente gelagert werden, wird exklusiv für das Festival zum Ort für musikalische Entdeckungen. Das Festival konnte auch in diesem Jahr wieder traditionsreiche Klangkörper für die Domstadt begeistern. Zu Gast sind die Wiener Philharmoniker mit Daniel Harding, das New York Philharmonic mit Alan Gilbert, das Ensemble intercontemporain mit Pablo Heras-Casado u. v. a.

Informationen: Festivalzeitraum: 30.04. – 10.05.2015 | Tickets & Infos auf achtbruecken.de und unter 0221 280 281 | Festivalpass: Besuchen Sie alle Festivalkonzerte mit einem Pass zum Preis von EUR 105 (ermäßigt EUR 51)


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Musik & Theater | 53

Sa 2.5. 12:30 Uhr – So 3.5. 13:30 Uhr Kölner Philharmonie, Filmforum, Festivalzelt und «Ludwig im Museum» ACHT BRÜCKEN Freihafen – Ein Tag und eine Stunde in urbo kune Stolze 25 Stunden dauert dieser Konzertmarathon rund um die Kölner Philharmonie. Und wie der Titel „Freihafen“ andeutet, gibt es bei freiem Eintritt musikalisch keine Grenzen. Das Klangforum Wien, unter der Leitung von Enno Poppe, die David Kweksilber Big Band und SUONO MOBILE präsentieren Uraufführungen, aber auch Stücke von Mauricio Kagel bis Steve Reich. Vorträge, Workshops und Diskussionen inspirieren und bieten Raum zur Interaktion.

Mo 4.5. 20 Uhr, So 10.5. 20 Uhr Kölner Philharmonie Porträtkonzerte Louis Andriessen Der Niederländer Louis Andriessen hat in seinen Werken stets die gesellschaftliche Kraft der Musik beschworen. Eines seiner wegweisenden Stücke, „De Staat“ nach Platon, steht im Mittelpunkt des von Ingo Metzmacher geleiteten Porträtkonzerts am 4. Mai. Am 10. Mai wird das Porträt- zum Filmkonzert. „M is for Man, Music, Mozart“ lautet der Titel zum gleichnamigen Film von Peter Greenaway. Mit der Projektion des Videokünstlers Jaap Drupsteen besticht auch das Stück „La Passione“ durch einen zusätzlichen visuellen Aspekt.

Die Kölner Philharmonie

Locktöne eines demokratischen Saals AUSGEWÄHLTE KONZERTE IN DER KÖLNER PHILHARMONIE: Samstag 23.5.2015 | 20 Uhr Lisa Batiashvili | Violine The Philadelphia Orchestra Yannick Nézet-Séguin | Dirigent Nico Muhly Mixed Messages (2015) für Orchester Dmitrij Schostakowitsch Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 a-Moll op. 77 Sergej Rachmaninow Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 44 EUR 110 I 95 I 80 I 55 I 32 I 25 I Z: € 80,– Donnerstag 11.6.2015 I 20 Uhr Gunnar Idenstam | Orgel Gunnar Idenstam Procession III (2014) für Orgel Toccata V (2014) für Orgel sowie Werke von Claude Debussy, Jean-Baptiste Lully und Maurice Ravel Auf die Frage, was das Erfolgsgeheimnis der Kölner Philharmonie ist, gibt es natürlich reichlich seriöse Antworten aus berufenem Musikermund. So schwört der italienische Meisterpianist Maurizio Pollini auf „die exzellente Akustik und das phantastische Publikum.“ Star-Geiger Gidon Kremer sieht die Philharmonie zudem als „einen der wenigen Orte auf Erden, wo die Musik mit so einer Wärme, Fürsorge und Offenheit behandelt wird.“ Für den Kölner Kabarettisten Jürgen Becker gibt es dagegen einen mentalitätsbedingten Grund, aus dem die Philharmonie das ganze Jahr hindurch so glänzend besucht ist: „Hier können die Kölner tun, was sie am liebsten tun: Anderen bei der Arbeit zuschauen.“ Wenn das stimmen sollte, trifft dieser Charakterzug jedoch nicht nur auf den Kölner zu. Schließlich übt das 1986 eröffnete Haus auf Konzertfreunde aus der ganzen Republik sowie dem nahen und fernen Ausland gleichermaßen eine magnetische Anziehungskraft aus. Unter dem Strich sind es inzwischen weit über 16 Millionen Konzertbesucher, die sich eine Karte für eines der inzwischen mehr als 10.000 Konzerte gesichert haben.

Dass die Kölner Philharmonie mit ihren rund 2000 Plätzen von Beginn an in der Champions League der internationalen Top-Konzerthäuser mitspielte, liegt auch an den Gastspielen internationaler Musikergrößen. Von Georg Solti über Plácido Domingo und Claudio Abbado bis hin zu Simon Rattle und Alfred Brendel sind alle Klassikstars hier aufgetreten. Eine ähnliche Prominenzdichte gab es ebenfalls im Jazz, etwa mit Frank Sinatra, Pat Metheny und Keith Jarrett. Doch was die Philharmonie besonders auszeichnet, ist für ihren Intendanten Louwrens Langevoort die Tatsache, „dass sie von allen Bevölkerungsschichten angenommen wird und dass sie ein demokratischer Saal ist, in dem sich jeder findet“. Tatsächlich gehörte von Beginn an zum philharmonischen Ton auch die musikalische Vielfalt. So hat Barockmusik hier genauso ihren festen Platz wie die konzertante Opernaufführung, die breite Kölner Chorszene oder die Weltmusik. Und nicht zuletzt dank solcher Festivals wie ACHT BRÜCKEN | Musik für Köln ist auch die neue Musik fest im Programm verankert. „Wo die Philharmonie ist, ist Köln!“, hat Kabarettist Becker an anderer Stelle einmal festgestellt. Man könnte aber auch sagen: Wo die Philharmonie ist, da hört man das Leben.

Gunnar Idenstam spielt die Werke des Konzerts in eigenen Bearbeitungen für Orgel EUR 25 Dienstag 16.6.2015 I 20 Uhr Bugge Wesseltoft, Henrik Schwarz & Dan Berglund Bugge Wesseltoft | piano, synth Dan Berglund | bass Henrik Schwarz | computer, perc EUR 25

Tickets & weitere Infos auf www.koelner-philharmonie.de und unter 0221 280 280


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Die Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker Jede Saison über 40 Live-Übertragungen in High Definition | Hunderte Mitschnitte im Konzertarchiv | Historische Konzerte mit Herbert von Karajan und Claudio Abbado | Hunderte kostenlose Interviews mit Dirigenten und Solisten | Umfangreiche Dokumentationen, darunter »Rhythm is it!« und »Trip to Asia« | Kostenlose Kinderkonzerte für die ganze Familie Das Projekt Die vor fünf Jahren eröffnete Digital Concert Hall gilt weltweit als Musterbeispiel für die Verbreitung klassischer Musik über die digitalen Medien. Als einzige Musikinstitution überhaupt verbreiten die Berliner Philharmoniker über diese Website nahezu sämtliche Konzertprogramme der Saison in bester HD-Videoqualität. Inhaber eines Tickets zur Digital Concert Hall können neben rund 40 Live-Übertragungen pro Spielzeit ein Video-Archiv mit bereits über 230 Konzertmitschnitten nutzen. Darüber hinaus gibt es Filmdokumentationen sowie kostenfreie Künstlerinterviews und Trailer. Neben den philharmonischen Konzerten werden auch die Late Night-Konzerte der Berliner Philharmoniker gezeigt. Eine besondere Rolle kommt darüber hinaus dem musikalischen Nachwuchs zu. So werden Konzerte und Projekte des Education-Programms der Berliner Philharmoniker kostenlos übertragen und im VideoArchiv angeboten. Ebenfalls gratis zeigt die Digital Concert Hall die Gastspiele der Jungen Deutschen Philharmonie und des Bundesjugendorchesters in der Philharmonie.

Resonanz 1,6 Millionen Menschen haben die Digital Concert Hall in den vergangenen 12 Monaten besucht. Insgesamt haben sich über 350.000 Musikfreunde als Nutzer registriert; 20.000 von ihnen verfügen über ein aktuell gültiges Ticket oder ein Abonnement. Die Kunden der Digital Concert

deren Institution der klassischen Musik weltweit. Videos des YouTube-Kanals der Berliner Philharmoniker wurden über 20 Mio. Mal abgerufen, über 60.000 »Follower« haben die Twitter-Nachrichten des Orchesters abonniert.

Kino, DVD, Internet-TV, mobile Anwendungen

Hall kommen aus über 100 Ländern, wobei 26% des Umsatzes in Deutschland generiert werden, 17% in Japan und 16% in den USA. Ausschnitte der Videos der Digital Concert Hall werden außerdem auf den SocialMedia-Kanälen der Berliner Philharmoniker gezeigt. Vor allem jüngere Menschen nutzen die Möglichkeit, hier schnell und unverbindlich einen audiovisuellen Eindruck des Orchesters zu erhalten und sich insgesamt über dessen Aktivitäten zu informieren. Auf Facebook haben sich fast 650.000 »Freunde« der Berliner Philharmoniker registriert, mehr als bei jeder an-

Darüber hinaus werden vielfältige Initiativen ergriffen, um die Produktionen der Digital Concert Hall auch jenseits etablierter Internet-Anwendungen zugänglich zu machen. Ein zentrales Projekt sind dabei Kino-Liveübertragungen, bei denen per Satellit jeweils drei Konzerte der Berliner Philharmoniker pro Spielzeit in rund 120 Kinos in Deutschland und im europäischen Ausland gezeigt werden. Unter einem eigenen Label der Berliner Philharmoniker werde besondere Konzerte auf DVD und Blu-ray-Disc veröffentlicht. Von besonderer Bedeutung für die Digital Concert Hall ist die von verschiedenen Geräteherstellern betriebene Verschmelzung von TV und Internet. Ein weiterer wichtiger Schritt war die Entwicklung einer Digital Concert Hall-App für iPhone und iPad. Ebenso gibt es eine Mobil-App für Windows 8; eine Android-App ist in Vorbereitung. Mit diesen Entwicklungen soll weiter der Anspruch der Digital Concert Hall verwirklicht werden, Menschen in aller Welt auf vielfältigem Wege Gelegenheit zu geben, die Konzerte der Berliner Philharmoniker zu erleben. www.digitalconcerthall.com

Im Gespräch mit: Olaf Maninger Dafür braucht es nicht unbedingt eine Digital Concert Hall, die ja einen erheblichen Aufwand bedeutet. Grundsätzlich finde ich es aber gut, wenn möglichst viele Orchester auf allen nur denkbaren Wegen daran mitarbeiten, der klassischen Musik im Internet eine Stimme zu geben.

Wir sprachen mit Olaf Maninger, SoloCellist der Berliner Philharmoniker, der die Idee zur Digital Concert Hall aus dem Orchester heraus hatte und entwickelte. Aus welcher Intention heraus wurde die Idee der Digital Concert Hall ins Leben gerufen? Mit der Digital Concert Hall reagieren wir zunächst auf einen Bedarf. Die Berliner Philharmoniker haben Freunde in der ganzen Welt, von denen die wenigsten je Gelegenheit erhalten werden, unser Orchester live zu erleben. Und selbst wenn Sie in Berlin wohnen, ist das nicht ganz einfach, weil unsere Konzerte ja meistens ausverkauft sind. Vor diesem Hintergrund habe ich mir vor nun schon fast zehn Jahren überlegt, dass wir einen Weg finden müssen, live und regelmäßig mit diesem internationalen Publikum ins Kontakt zu treten. Und das geht natürlich am besten online. Wie müssen wir uns die Digital Concert Hall vorstellen, was können wir dort alles finden? Sie finden hier eigentlich alles, was die Musik und die künstlerische Arbeit der Berliner Philharmoniker ausmacht - zuallererst natürlich viele, viele Konzerte. Wir übertragen hier sämtliche Konzertprogramme des Orchesters - damit kann man rund 40 Mal pro Saison bei uns live dabeisein. Anschließend werden unsere Produktionen in einem Videoarchiv angeboten, mit dem man inzwischen sozusagen durch die jüngere Ge-

schichte der Berliner Philharmoniker reisen kann. Und Sie finden hier natürlich nicht nur unser Orchester, sondern alle großen Solisten und Dirigenten - bis hin zu Konzerten der Karajan-Ära. Im Prinzip bildet die Digital Concert Hall alle Facetten der Orchestermusik der letzten Jahrzehnte ab - und dazu nahezu unser gesamtes Repertoire, von Bach über Beethoven bis zur Gegenwart. Dass das alles in bester Bild- und Tonqualität präsentiert wird, war für uns von Anfang an eine Selbstverständlichkeit. Wie wichtig ist die Nutzung der digitalen Medien für die Kommunikation, den Wert und Erfolg eines Orchesters in heutiger Zeit? Das ist sicherlich von Orchester zu Orchester verschieden - für uns selbst ist diese digitale Kommunikation inzwischen elementar. Wir haben ganz neue Möglichkeiten, uns unserem Publikum zu öffnen - zu zeigen, was wir tun. Und umgekehrt erfahren wir unglaublich viel über unsere Fans in der ganzen Welt. Die Chancen des digitalen Austauschs sind sicher für jede kulturelle Institution eine Bereicherung.

Was für eine Bedeutung & Auswirkung hat die Digital Concert Hall für den einzelnen Orchestermusiker? Für die meisten bedeutete es am Anfang schon einen gewissen Extra-Stress, zu wissen, dass die eigene Leistung nun regelmäßig und weltweit verbreitet wird. Aber natürlich tritt hier eine gewisse Gewöhnung ein. Die Berliner Philharmoniker sind ja ihr eigener Manager. Wir unternehmen im Mediengeschäft nichts, was uns in der Ausübung unserer künstlerischen Arbeit behindern würde. Die Vorzüge der Digital Concert Hall wiegen den damit verbundenen Extra-Aufwand also um ein Vielfaches auf. Wenn das nicht so wäre, würde es die Digital Concert Hall nicht geben. Olaf Maninger begann 1978 seine Studien bei János Starker und setzte sie von 1985 bis 1991 bei Boris Pergamenschikow fort. Er kam 1994 als Cellist zu den Berliner Philharmonikern, deren Solocellist er seit 1996 ist. Von 1997 bis 2002 war Olaf Maninger Geschäftsführer der Berliner Philharmoniker GbR. Seit Gründung der Stiftung Berliner Philharmoniker im Jahr 2002 übt er diese Funktion als Medienvorstand weiter aus und ist außerdem Mitglied des Stiftungsvorstands. Er war maßgeblich an der Konzeption der Digital Concert Hall beteiligt und ist seit 2008 Geschäftsführer der Berlin Phil Media GmbH. Zudem ist er Mitglied der 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker.

Immo Karaman inszeniert „Der feurige Engel“ in der Deutschen Oper am Rhein – Premiere am 13. Juni Düsseldorf Vier Opern von Benjamin Britten und Zemlinskys Operneinakter „Der Zwerg“ brachte der deutsch-türkische Regisseur Immo Karaman seit 2009 bereits auf die Bühnen der Deutschen Oper am Rhein. Alle Inszenierungen Svetlana Sozdateleva (Renata) wurden für ihre scharf konturierte in "Der feurige Engel" und tiefsinnige Personenregie gelobt. © Hans Jörg Michel Wie „Karaman die Seelentragödie des geächteten Außenseiters mit subtilster Personenzeichnung gleichsam von innen heraus belebt“, beeindruckte nicht nur den Kritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nach der Premiere von „Peter Grimes“. Auch in Prokofjews Oper „Der feurige Engel“ hat Immo Karaman einen Stoff gefunden, der ihm erlaubt, tief in extreme menschliche Seelenzustände einzudringen. Unter der musikalischen Leitung von Wen-Pin Chien feiert sie am Samstag, 13. Juni 2015, ihre Premiere im Opernhaus Düsseldorf, wo bis zum 28. Juni vier weitere Vorstellungen zu sehen sind. Die beiden Hauptrollen Ruprecht und Renata übernehmen Boris Statsenko und Svetlana Sozdateleva, die für die eindrucksvolle Gestaltung dieser Partie an der Komischen Oper Berlin für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST 2014 nominiert wurde. Klar ist schon jetzt: Die Oper des russischen Komponisten ist nichts für schwache Nerven. Sie erzählt eine wahre Schauergeschichte über eine Frau, die mit teuflischer Besessenheit einen Engel liebt. Heute würde man diesen Stoff mit einem MysteryThriller assoziieren, bei dem es um Wahn, absurde Vertauschungen von Perspektiven und die Vorahnung einer neuen Spiritualität geht. Tickets und weitere Informationen: Deutsche Oper am Rhein, Tel. 0211.89 25 211, www.operamrhein.de

»Ein Tag für Pierre Boulez« Mit einem Konzertmarathon am 23. August begeht LUCERNE FESTIVAL im Rahmen des Sommer-Festivals den 90. Geburtstag von Pierre Boulez, dem Gründer und Künstlerischen Leiter der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY. Studierende der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY und Mitglieder des Ensemble intercontemporain geben insgesamt 11 Konzerte als «BoulezHommages» in den Sälen des KKL Luzern, mit Klassikern des Jubilars und insgesamt acht Uraufführungen: Die Komponisten Heinz Holliger, György Kurtág, Tod Macho© Stefan Deuber, LUCERNE FESTIVAL, ver, Christian Mason, MatPierre Boulez und die Lucerne Festival thias Pintscher und Wolfgang Academy 2013 Rihm steuern neue Werke bei, die von LUCERNE FESTIVAL in Auftrag gegeben wurden. Von Samy Moussa und Piotr Peszat erklingen die Uraufführungen der Roche Young Commissions. Pierre Boulez wird am 26. März 90 Jahre alt – 2004 gründete er mit Intendant Michael Haefliger die LUCERNE FESTIVAL ACADEMY, eine weltweit einzigartige Schmiede für Orchestermusiker, Komponisten und Dirigenten im Bereich der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts und seit Jahren eine der wichtigsten Säulen des Festivals. www.lucernefestival.ch

Europatournee: Michael Tilson Thomas / San Francisco Symphony Seit nunmehr 20 Jahren sind sie ein eingeschworenes Team, das San Francisco Symphony Orchester und sein Music Director Michael Tilson Thomas. Unter seiner Leitung hat sich das Orchester längst von einem Geheimtipp zu einer der ersten Adressen in den USA entwickelt, wenn es um visionäre Programmplanung, innovative Projekte und vor allem natürlich um mitreißende, bewegende Konzerte geht. Auf ihrer gemeinsamen Europatournee sind sie in insgesamt 14 Konzerten zu erleben. Im Gepäck haben sie Werke der amerikanischen Komponisten John Adams, Charles Ives und Henry Cowell sowie von Beethoven, Mahler und Tschaikowsky und präsentieren so die gesamte Palette ihrer meisterhaften Zusammenarbeit. Edinburgh (27./28.8.), London (30./31.08.), Wiesbaden/Rheingau (3.9.), Berlin (4.9.), Bukarest (6./7.9.), Luzern (9./11.9.), Luxemburg (12.9.), Amsterdam (13.9.) und Paris (14./15.9.) www.sfsymphony.org


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Festival | 55

Schwetzingen

Festival Tipps

Wilde

Edinburgh (GB) Edinburgh's Summer Festivals 2015

Opern-Uraufführung bei den 64. Schwetzinger SWR Festspielen

Bizarre Klangmaschine oder komplexe Wirklichkeit? Die Kompositionsskizze von Hèctor Parra zu „Wilde"

Abenteuer, welches die Arbeit an einem neuen Stück ja immer bedeutet, gemeinsam anzugehen.

von Alter und Neuer Musik an, um den Funken daraus zu schlagen, der dann die heimlichen Verbindungen und Kreuzungen offenlegt.

Die Auftragswerke zeitgenössischer Komponisten haben bei den Schwetzinger SWR Festspielen eine lange Tradition und machen das Festival einzigartig. In diesem Jahr wird mit „Wilde“ eine Komposition des Spaniers Hèctor Parra zu hören sein, inszeniert von Landsmann und „enfant terrible“ der Opernszene, Calixto Bieito. Parra beschreibt sein Arbeiten als „eine Form, die Wirklichkeit zu verstehen und mit ihr in Beziehung zu treten“ und so erlebt man seine Musik: dynamisch, raffiniert, elegant und komplex zugleich. Der musikalische Leiter der Uraufführung, Peter Rundel, steckt bereits mitten in der Auseinandersetzung mit Parras Werk. Im Interview schlägt er den Bogen von Alt zu Neu und unterstreicht dadurch die Wichtigkeit einer FestspielDramaturgie, wie sie in Schwetzingen seit vielen Jahren gepflegt wird. Mitte April beginnen die Proben zu „Wilde“ und sicher liegt Ihnen die komplette Partitur bereits vor. Was ist Ihnen direkt ins Auge gesprungen? Hèctor Parra hat das Libretto von Händl Klaus in eine extrem farbige, gärend aufwühlende Musik von unmittelbar physischem Zugriff übersetzt. Die Dichte der Orchesterpartitur in Balance mit den Gesangslinien zu bringen und Raum für die Aktionen der Sänger zu schaffen, wird die Herausforderung unserer Arbeit an dem Stück sein.

„Altes wiederentdecken. Neues wagen.“ - Wie schätzen Sie die Dramaturgie der Schwetzinger SWR Festspiele ein? Ist eine Verbindung von Alter und Neuer Musik zwangsläufig nötig, um letztere an ein breites Publikum zu bringen? Sie ist nicht zwangsläufig nötig, kann aber hilfreich sein: Neue Musik existiert nicht geschichtslos. Sie ist verwurzelt in der Tradition und sollte sich notwendigerweise verbinden mit unserer aktuellen Erfahrung als Menschen in dieser Gesellschaft. Umgekehrt verkommt die Pflege der Alten Musik zum reinen historischen Aufbewahrungsort, sollten wir es nicht schaffen durch Interpretation oder persönliche Rezeption eine Brücke zum Hier und Jetzt unser Zeitgenossenschaft zu schlagen… So kommt es letztendlich auf das "Wie" der Verbindung

Edinburgh International Film Festival | 17. – 28.6.2015 – Edinburgh International Jazz and Blues Festival | 17. – 26.7.2015 – Edinburgh Art Festival | 30.7. – 30.8.2015 – Royal Edinburgh Military Tattoo | 7. – 29.8.2015 – Edinburgh Festival Fringe | 7. – 31.8.2015 – Edinburgh International Book Festival | 15. – 31.8.2015 – Edinburgh Mela | 29. – 30.8.2015

www.eif.co.uk Welche Chance bietet das Musiktheater für die Entwicklung der Neuen Musik? Nun, das hört sich ein wenig so an, als ob die Neue Musik ein todkranker Patient ist, der durch das Musiktheater wiederbelebt werden kann/muß... Ich sehe das eher umgekehrt: Für das Musiktheater bedeutet die Neue Musik die längst überfällige Frischzellenkur, zeitgenössische theatrale Themen mit einer adäquaten Musiksprache zu konfrontieren, auf dass daraus neue Ausdrucksformen erwachsen, die mit unserer Realität, sei sie nun gesellschaftlicher oder seelischer Art oder beides, zu tun haben. In diesem Sinne bietet das zeitgenössische Musiktheater eine Chance für Künstler und Publikum diese Verbindung wahrzunehmen und einzugehen.

Feuchtwangen Freilichttheater vor historischer Kulisse Feuchtwangen ist eine der großen klassischen Stätten des deutschen Freilichttheaters. Seit 1949 wird im romanischen Kreuzgang des ehemaligen Benediktinerklosters vor der Kulisse der mächtigen Stiftskirche Theater gespielt. Im Sommer 2015 steht das Volksstück „Der Brandner Kaspar“ und der Klassiker „Der eingebildete Kranke“ von Molière auf dem Abendspielplan. Mit dem für seine Streiche berühmten „Michel aus Lönneberga“ von Astrid Lindgren kommt für Kinder und Familien ein Stück Schweden in den Kreuzgang. www.kreuzgangspiele.de

Graz (A) styriarte – Die steirischen Festspiele … und lachte :) Jedes Jahr hat die styriarte Graz, die in den schönsten Räumen der Stadt spielt – vom prächtigen Schloss Eggenberg bis hin zur hochmodernen Helmut List Halle – ein besonderes Motto. 2015 hat sie sich einen Smiley auf die Fahnen geschrieben, denn sie gab sich den Titel „…und lachte“. Ganz klar, es geht um den Humor und den Witz in der Musik. Und der ist so vielfältig wie das Programm des Festivals, mal überschäumend in Rossinis komischer Oper „Der Barbier von Sevilla“, mal hintergründig wie in Erasmus von Rotterdams „Lob der Torheit“, dem der katalanische Klangmagier Jordi Savall einen großen Abend widmet. Nikolaus Harnoncourt Nikolaus Harnoncourt selbst entwirft den größten © Werner Kmetitsch Spannungsbogen: von Beethovens majestätischer „Missa solemnis“ zu Haydns verschmitzter Sinfonie Nr. 97. 26.6. – 26.7.2015 | www.styriarte.com

In Schwetzingen weiß man, dass die Texte des Autors und Librettisten Händl Klaus in Bereiche des menschlichen Denkens und Fühlens vordringen, die mitunter sehr verwinkelt und dunkel sind. Müssen wir Angst vor den Wilden haben? Nur wenn wir die Erkenntnis unserer eigenen Abgründe fürchten... Aber wozu sollte Kunst denn sonst gut sein, wenn nicht uns die Augen und Ohren über uns selbst zu öffnen? Welche Erwartungen haben Sie an die Zusammenarbeit mit Calixto Bieito? Ich kenne Calixto Bieito bis jetzt nur über einige seiner Arbeiten für das Musiktheater und erachte ihn als einen Regisseur, der an der radikalen Offenlegung der gesellschaftlichen Bedingungen und Zwänge unserer Existenz interessiert ist. Ich bin sehr gespannt darauf, wie er mit diesem Stoff umgehen wird und freue mich darauf das

Edinburgh, die schöne Hauptstadt Schottlands, ist weltweit bekannt als die Festival City. Jedes Jahr im August verwandelt sich Edinburgh in eine einzig große Bühne. Von Juni bis August erlebt die Stadt und ihre Besucher aufregende Wochen. Das Festival präsentiert das Beste aus der Welt der Kunst. In Edinburghs sechs großen Theatern und Konzertsälen, in ein paar kleineren Orten und oft an unkonventionellen Veranstaltungsorten toppt die Kultur mit dem aus Musik, Theater, Oper und Tanz.

Hohenloher Kultursommer

Balanceakt unter Wilden: Peter Rundel dirigiert die diesjährige Opern-Uraufführung in Schwetzingen © Henrik Jordan

TERMINE 22. Mai (Uraufführung), 24. & 25. Mai Rokokotheater, Schloss Schwetzingen „Wilde“ Oper von Hèctor Parra, Libretto: Händl Klaus Musikalische Leitung: Peter Rundel Regie, Bühne & Licht: Calixto Bieito Mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR Koproduktion mit dem Staatstheater Mainz

64. Schwetzinger SWR Festspiele | 25.4. – 30.5.2015 www.schwetzinger-swr-festspiele.de

16. Mai „Flüchtige Schwingungen“ Komponistenporträt Hèctor Parra 11 Uhr: ensemble recherche 15 Uhr: José Menor (Klavier) 19.30 Uhr: Séverine Ballon (Violoncello), Sisco Aparici (Percussion) und IRCAM, Centre Pompidou: Thomas Goepfer (Klangregie) Hèctor Parra ist anwesend und führt in die Konzerte ein.

Tickets: www.SWR2kulturservice.de | 07221-300200

Mittlerweile auch überregional bekannt zeichnet sich das Festival durch hochkarätige Konzerte in Verbindung mit architektonisch-historischen Räumlichkeiten als Spielstätten aus. Schlösser, Klöster, Kirchen, Keltern und Scheuern werden zum Podium des Musikfestivals. Künstler aus der ganzen Welt präsentieren auch in der 29. Saison Programme, die von Mittelalterklängen über KamRittersaal Schloss Neuenstein mermusik bis zu authentischer Foto Wernhild Baars. Weltmusik keine Wünsche offen lassen – ob im intimen Rahmen in einer kleinen Kapelle oder beim festlichen Sinfoniekonzert im Schloss. Bei Konzerten mit u.a. Olga Scheps, Rebekka Hartmann, Gábor Boldoczki, Harmonic Brass, Herbert Pixner oder Vano Bamberger kommen Kulturgenießer voll auf ihre Kosten. 30.5.-27.9.2015 | Hohenloher Land www.hohenloher-kultursommer.de

Interlaken (CH) Interlaken Classics: Spitzenmusik im Nachwuchsbereich Interlaken Classics steht für Qualität, Nachwuchsförderung und klassische Musikerlebnisse Esther Yoo © Marco Borggreve auf höchstem Niveau. Die beiden Nachwuchsorchester „European Union Youth Orchestra“ und das „Zakhar Bron Festival Orchestra“ begeistern auch 2015 wiederum die Herzen von Klassik-Liebhabern aus Nah und Fern.


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»UNERHÖRT«

Musikdorf Ernen 2015

Sommer für Sommer verwandelt sich das charmante Walliser Bergdorf Ernen in der Schweiz in ein Musikdorf, in dem K Francesco Walter, Intendant Festival Musikdorf Ernen über das diesjährige Festival «Unerhört» lautet das Motto der diesjährigen Festivalausgabe im Musikdorf Ernen. Und ich garantiere Ihnen: «Unerhört» ist hier weder ein Ausdruck der Empörung, noch der Entrüstung. Im Gegenteil: Im Musiksommer 2015 soll in Ernen «Unerhört» als Ausruf der Freude und Begeisterung zu vernehmen sein – aus Ihrem Munde. Denn – wie wir finden – ist die Vielfalt an grossartigen, wenig bekannten Werken, die wir Ihnen mit dem diesjährigen Festivalprogramm präsentieren dürfen, tatsächlich unerhört. «Unerhört» im übertragenen Sinn passt auch perfekt zu Beethoven, dem wir im Programm einen Schwerpunkt widmen. Für den Komponisten blieben bekanntlich etliche seiner eigenen Werke «unerhört». Ludwig van Beethoven war noch nicht dreissig Jahre alt, als sich bei ihm die ersten Anzeichen einer schleichenden Schwerhörigkeit zeigten. Am Ende seines Lebens war er taub. Der Gehörverlust hat

die Arbeit des Komponisten beeinflusst: Forscher haben belegt, dass Beethoven in seinen Werken mit fortschreitender Taubheit auf ganz hohe, schwieriger zu hörende Töne verzichtete. Allerdings brauchte er – anders als wir – zum Hören nicht nur die Ohren: Beethovens musikalisches Genie erlaubte es dem Komponisten, trotz des Gehörverlusts mit Hilfe seines «inneren» Gehörs eine Fülle an unsterblicher Musik zu schreiben. Zu hören gibt es in Ernen auch bekannte und «unerhörte» Werke aus der Zeit des Barocks, der Jazzmusik sowie zeitgenössische Kompositionen: Gleich zwei Uraufführungen können Sie diesen Sommer im Musikdorf erleben. Das «Unerhörte» in der Geschichte der Musik wird im Festivalprogramm facettenreich aufgefächert. Und es wird auch im Rahmenprogramm aufscheinen: Ein Filmabend, Vorträge und Konzerteinführungen sowie Lesungen ergänzen das musikalische Angebot. Auch ausserhalb der Veranstaltungen im Musikdorf gibt es für Auge und Ohr Unerhörtes zu entdecken. Am besten hören Sie auf Ihr Herz: Ernen ist der per-

fekte Ausgangspunkt – nicht nur für Musikfreunde. Auch Wanderer, Abenteuer und kulinarische Gipfelstürmer kommen auf ihre Kosten. Lassen Sie sich überraschen! Ich freue mich auf Sie. INFOS UND TICKETS www.musikdorf.ch oder +41 27 971 1000

Programm MUSIK Jugendorchester | 6.6.2015 | 18 Uhr: Konzert mit den Jugendorchester der Allgemeinen Musikschule Oberwallis (Leitung: Paul Locher)

Kammermusik kompakt | 4. – 5.7.2015 6 Kammerkonzerte in 24 Stunden Die Künstlerische Leitung für das diesjährige »Kammermusik kompakt« hat das renommierte Schumann Quartett, bestehend aus den drei Brüdern Erik, Ken und Mark Schumann sowie der aus Estland stammenden Bratschistin Liisa

Kammermusikensemble Musikdorf Ernen

Randalu. Das Konzept von Kammermusik kompakt ist, dass jedes Jahr ein Ensemble/eine Formation das Wochenende, die Künstlerische Leitung bestreitet, einmalig. Sie müssen aber auch einen oder mehrere Musikerinnen einladen, die nicht zum Ensemble gehören. Im Sommer 2015 ist es der Pianist Da Sol. Spätestens seit dem Gewinn des renommierten Concours de Bordeaux im Mai 2013 machen die vier Furore und begeistern das Publikum auf der ganzen Welt. „Hohe emotionale Intelligenz” zusammen mit einer „traumwandlerischen technischen Sicherheit” lobt die Fachpresse das En-


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Ernen | 57

LITERATUR Im Musikdorf Ernen wird nicht nur auf höchstem Niveau musiziert. Die Literaturwochenenden verwandeln jeweils im Juli das Musikdorf in ein Lesedorf. »Biografie-Werkstatt« »Schreibseminar mit Donna Leon« und »Querlesen« heißen die Veranstaltungen, die viel mehr bieten als Vorlesungen.

Besondere Begegnungen

die Konzertbesucher: 'Auch sie sollen gefordert, aber nicht überfordert werden.'

Biographie-Werkstatt 11. – 17.7.2015 | «Lust auf das eigene Leben» Biographie-Werkstatt mit Prof. Dr. Brigitte Boothe

Querlesen

Konzerte von Weltklasseniveau aufgeführt werden. Barock | 19. – 30.7.2015 Ein Tour d’horizon durch den musikalischen Barock Europas verspricht das Programm der diesjährigen Erner Barockwochen. Von der Wiege Italien über Deutschland, Frankreich bis in das England Henry Purcells und Händels. Mit dabei: der Händel-Spezialist Laurence Cummings sowie die beiden Sopranistinnen Ana Quintans und Maria Keohane.

Es sind die Begegnungen, der Austausch, die Gespräche mit Musikern wie Publikum, die nach den Konzerten weiter gehen, die Xenia Jankovic so sehr mit Ernen verbindet, schätzt und liebt. Über die Jahre haben sich im Musikdorf Freundschaften entwickelt, selbst wenn man sich nur einmal im Jahr für zwei Wochen sieht. So lange wird sie auch in diesem Sommer in Ernen bleiben .Einmal zwischen den Konzerten nicht reisen zu müssen ist für sie ein Luxus, den sie auskosten möchte. Xenia Jankovic freut sich auf Wanderungen, auf Sonnenuntergänge, die spezielle Stimmung von Sommergewittern. Und auf das Erlebnis, wieder einmal – ohne Cello – in einer Berghütte zu übernachten. Nein, sagt sie, der Weg nach Ernen sei ihr nie zu weit, obwohl sie nicht gleich um die Ecke wohne.

Meisterkurs für Orgel | 21. August 2015 | 20 Uhr: Abschlusskonzert Meisterkurs für Orgel

Weihnachtskonzert 30. Dezember 2015 | 20 Uhr: Silvesterkonzert

Klavier | 11. – 17.7.2015 mit der Pianistin Beatrice Berrut und den Pianisten Pietro De Maria, Chi Ho Han und Konstantin Scherbakov

Kammermusik plus | 2. – 15.8.2015 Künstlerische Leitung Kammermusik plus 2015: Xenia Jankovic Ein Patentrezept, wie man zum 'perfekten Konzertprogramm' findet, das alle Wunsche und Anspruche erfüllt, hat die serbisch-russische Cellistin Xenia Jankovic, die in diesem Sommer zum 26. Mal nach Ernen kommt, nicht. Sie berücksichtige bei der Zusammenstellung von Musikstucken stets ganz unterschiedliche Faktoren: 'Ein Programm soll spannend sein für die Interpretinnen und Interpreten, gleichzeitig nicht zu stressig.' Und das Gleiche gelte für

Viele literaturbegeisterte kommen seit 2008 jedes Jahr regelmässig zum «Querlesen», weil sie den persönlichen Kontakt mit den Autoren schätzen. Erfahrungsgemäss zeigen die geladenen Meister des Wortes im Musikdorf keine Berührungsängste. Meister ist nicht übertrieben: Der deutsche Autor Christoph Poschenrieder, der 2015 nach Ernen reist, wurde letztes Jahr für den Deutschen Buchpreis nominiert. Und der Basler Schriftsteller Alain Claude Sulzer, der es mit dem Roman «Aus den Fugen» auf die Shortlist des Schweizer Buchpreises geschafft hat, wurde eben mit dem Literaturpreis des Freien Deutschen Autorenverbands ausgezeichnet. Als dritter Autor kommt der Hamburger Friedrich Dönhoff zum «Querlesen».

Winterkonzerte | 25. Dezember 2015 | 18 Uhr:

Schumann Quartett

semble und sagt „Kein Zweifel: diesem Quartett gehört die Zukunft.” In Ernen interpretiert das Schumann-Quartett neben Streichquartetten von Haydn, Mozart, Schumann, Schubert und Brahms u. a. auch das 2011 entstandene Streichquartett «Quadriga» der Schweizer Komponistin Helena Winkelman.

25. – 26.7.2015 Ein literarisches Wochenende mit Friedrich Dönhoff, Christoph Poschenrieder und Alain Claude Sulzer, moderiert von Bettina Böttinger.

Bettina Böttinger

Moderiert wird das literarische Wochenende von Bettina Böttinger. Bettina Böttinger gehört zu den profiliertesten Talkshowmoderatoren des deutschen Fernsehens. Christoph Poschenrieder


58 | Festival

EMILE | arttourist.com 1|2015

Die insgesamt 15 Festival-Konzerte finden zwischen dem 28. März bis 31. Mai 2015 statt. www.interlaken-classics.ch

La Roque d’Anthéron (F) Festival international de Piano La Roque d‘Anthéron

Christa Ludwig

Das Internationale Pianofestival findet jeden Sommer in dem kleinen südfranzösischen Dorf la Roque d'Anthéron statt und wird jedes Jahr erneut zum Mekka von Liebhabern der Klaviermusik. Nationale und internationale Pianisten, große Meister und neue junge Talente, verzaubern das südfranzösische Städtchen. Auf dem Programm stehen Klassik, Jazz, zeitgenössische und elektronische Musik. Das Festival findet in einem herrlich schattigen alten Schlosspark statt, was Besucher wie Künstler gleichermaßen verzaubert, das Spielen und Hören an der frischen Luft. 24.7. – 23.8.2015 | www.festival-piano.com

Ludwigsburg LUDWIGSBURGER SCHLOSSFESTSPIELE

Angelika Kirchschlager

Brigitte Fassbender

Richard-Strauss-Festival Garmisch-Partenkirchen

Von Leidenschaft und Tod

Auch in diesem Jahr sind wieder renommierte und neu zu entdeckende Künstler bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen zu Gast, um faszinierende Konzertmomente in meist eigens für das Festival konzipierten Programmen jenseits der Gattungsgrenzen zu präsentieren. So treffen Laurie Anderson, Nik Bärtsch und Eivind Aarset in der »Song Conversation« aufeinander, Angelika Kirchschlager und Rufus Wainwright gestalten eiLaurie Anderson © Tim Knox nen einmaligen Liederabend und Alain Platel feiert die Deutsche Erstaufführung seines neuen Projekts »En avant, marche!«. Neben den Orchesterkonzerten des neuen Chefdirigenten Pietari Inkinen erwartet das Publikum in den Sommermonaten in über 60 Veranstaltungen ein facettenreiches Festivalprogramm. 15.5. – 25.7. und 12., 13., 26.9.2015 | www.schlossfestspiele.de

Es begann mit einem Skandal Mit seiner „Salome“, einer Oper, die sich bekanntlich um Leidenschaft und Tod dreht, sorgte Richard Strauss 1905 für einen Opernskandal. Auch Kaiser Wilhelm II. war von der Provokation wenig begeistert und meinte: „Es tut mir leid, daß Strauss diese ‚Salome‘ komponiert hat, ich habe ihn sonst sehr gern, aber er wird sich damit furchtbar schaden.“ Der Komponist kommentierte trocken: „Von diesem Schaden konnte ich mir die Garmischer Villa bauen!“ Genau genommen begann also die Geschichte des Richard-Strauss-Festivals in Garmisch-Partenkirchen mit einem handfesten Skandal. Seit 1989 findet in der Wahlheimat des Komponisten jedes Jahr im Frühsommer ein vielbeachtetes Festival statt, das nicht nur bei Strauss-Liebhabern mit einer Besonderheit punktet: Das Publikum erlebt die Musik von Richard Strauss genau dort, wo er sie komponiert hat. Und spürt die inspirierende Atmosphäre, die Richard Strauss seine bedeutendsten Werke in der oberbayerischen Idylle komponieren ließ. Seit 2009 leitet Ks. Brigitte Fassbaender, deren künstlerische Laufbahn untrennbar mit Richard Strauss verbunden ist, das Festival. Zu Beginn ihrer internationalen Karriere schrieb die große Mezzosopranistin mit der Partie des Octavian Operngeschichte, setzte später als Interpretin seiner Lieder stilistische Maßstäbe und widmet sich nun als Regisseurin seinen Opern. Ihr jüngster Streich: die Inszenierung des „Rosenkavalier“ mit Sir Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern in BadenBaden. Das Richard-Strauss-Festival findet im Zeitraum 20. – 27. Juni 2015 statt und bietet ein spannendes Programm, gestaltet von international renommierten KünstlerInnen, Ensembles und Orchestern. In den kommenden drei Jahren liegt der programmatische Schwerpunkt bei den Tondichtungen, die in chronologischer Reihenfolge aufgeführt werden. Mit „Don Juan“, „Macbeth“, „Tod und Verklärung“, in denen es dem Motto gemäß um Leidenschaft und Tod geht, sowie der selten zu hörenden Sinfonischen Fantasie „Aus Italien“ schuf bereits der junge Komponist Richard Strauss beeindruckende Zeugnisse seiner Meisterschaft. In den Orchesterkonzerten der Staatskapelle

Weimar und des Nationalen Symphonieorchesters des Polnischen Rundfunks sind die frühen Tondichtungen zu erleben. Ganz nebenbei kommt es zu einem beeindruckenden „Octavian-Gipfel“, wenn sich Brigitte Fassbaender, Christa Ludwig und Angelika Kirchschlager ein Stelldichein geben. Jede der Künstlerinnen prägte die prominenteste Hosenrolle der Opernliteratur auf unvergessliche Weise. Angelika Kirchschlager, Gast beim Künstlergespräch mit Ks. Brigitte Fassbaender, gibt einen Liederabend, und Ks. Christa Ludwig hält einen ihrer begehrten Meisterkurse. Weiterer Höhepunkt ist ein Filmabend, bei dem der Stummfilm „Der Rosenkavalier“ vom Sinfonieorchester Münster unter der Leitung von Fabrizio Ventura begleitet wird. Die beliebten King’s Singers ziehen alle Register ihrer Vokalkunst, während die Klassik-Kabarett-Truppe Bidla Buh im Rahmen der „Late Night“ für die humoristische Note sorgen. Auch der vielversprechende Nachwuchs setzt Akzente: Am 20. Juni gestalten die Gewinner des Richard-Strauss-Gesangswettbewerbs die Eröffnung. Das jüngste Publikum kommt auch nicht zu kurz. Workshops und das Kinderkonzert bereichern das Angebot. Am 27. Juni feiern dann alle beim Abschluss-Fest „Strauss für alle“ im Michael-Ende-Kurpark. RICHARD-STRAUSS-FESTIVAL 2015 20. – 27. Juni 2015 Von Leidenschaft und Tod – Die Tondichtungen | www.richard-strauss-festival.de

Von Leidenschaft und Tod | Richard-Strauss-Festival 2015 Die Festivalwoche lädt 2015 mit den Tondichtungen „Don Juan“, „Macbeth“ und „Tod und Verklärung“, Kammerkonzerten, Liederabenden, einem Klassikkabarett und speziellen Angeboten für Kinder dazu ein, den Komponisten Richard Strauss und sein vielfältiges Werk zu entdecken. Mit dabei sind international renommierte KünstlerInnen und Ensembles, u.a. Angelika Kirchschlager, Soile Isokosi, das Herbert Schuch Trio, François Leleux und die King’s Singers. 20. – 27. Juni 2015 | www.richard-strauss-festival.de

Oper L'Orfeo, Foto: © Wilfried Hösl

Münchner Opernfestspiele Höhepunkt des Münchner Kultursommers 2015 werden auch dieses Jahr wieder die Münchner Opernfestspiele sein. 70 Veranstaltungen innerhalb von fünf Wochen setzen sich mit dem Spielzeitthema Blicke Küsse Bisse auseinander, darunter die beiden Premieren von Claude Debussys Pelléas et Mélisande und Richard Strauss Arabella, drei der aktuellen Neuproduktionen sowie die Glanzlichter des Repertoires der letzten Jahre. Am letzten Tag der Opernfestspiele findet zudem im Rahmen von Oper für alle die audiovisuelle Live-Übertragung von Giacomo Puccinis Manon Lescaut mit Kristine Opolais und Jonas Kaufmann direkt vor der Oper statt. Wie immer ist der Eintritt auf dem Max-Joseph-Platz frei. Mit diesem Höhepunkt feiert die Bayerische Staatsoper am letzten Tag der Spielzeit den grandiosen Abschluss der Saison 2014/2015. 24.06.-31.07.2015 | München | www.staatsoper.de

Verbier (CH) | Verbier Festival 2015 Das Comeback der Weltklassedirigenten Das 22. Verbier Festival bringt im Herzen der Schweizer Alpen einen Künstlerkreis zusammen, auf den so mancher Festivalorganisator neidisch sein wird. Die Liste ist beeindruckend. Sechs der bedeutendsten Dirigenten unsere Zeit sind am Programm beteiligt. Ein Programm an dem die Besucher große Freude haben werden. Die Eröffnung des Festival bestreitet der amerikanisch Maestro James Levine, der nach acht langen Jahren Abwesenheit das Verbier Festival als Ort für sein europäisches Bühnen-Comeback auserkoren hat. Ein weiteres bemerkenswertes Comeback ist das des indischen Dirigenten Zubin Mehta. Valery Gergiev, ManCombins © Aline-Paley-9206 fred Honeck, Gianandrea Noseda und Charles Dutoit sind die weiteren Dirigenten. Alle diese Dirigenten haben das Verbier Festival geprägt. 17.7. – 2.8.2015 | www.verbierfestival.com


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Tanz | 59

Eines von acht Tanzstudios des Tanzhaus NRW © Katja Illner

TANZHAUS NRW 2014 Beginn der neuen Intendanz von Bettina Masuch. Seit 1998 bietet das Tanzhaus NRW, das einzige in Deutschland, auf zwei Bühnen rund 230 wechselnde Tanz-Gastspiel auf zwei Bühnen an sowie in acht Tanzstudios Unterricht für professionelle Tänzer als auch für nicht-professionelle Tänzer. 1989 Umzug in ein saniertes Straßenbahndepot. Umbenennung in „Tanzhaus NRW“, institutionell gefördert durch die Landeshauptstadt Düsseldorf sowie das Land Nordrhein-Westfalen. 1982 „Die Werkstatt“ öffnet ihre Pforten und wird zum „Mekka der Kultur abseits von Opernhaus und Museen“ (Rheinische Post). 1979 Erste öffentlich Zuschüsse und Etablierung des Erfolgskonzepts der Verschränkung von Vorstellung, Workshop und Kommunikation zwischen Künstler und Amateur. 1978 Gründung des gemeinnützigen Vereins „Die Werkstatt für Tanz, Theater, Malen, Werken und Gestalten“ unter Leitung von Bertram Müller. 1973 Gründung der „Urwerkstatt“ als Künstlerinitiative in Düsseldorf. tanzhaus nrw Erkrather Strasse 30 D-40233 Düsseldorf www.tanzhaus-nrw.de

Beste Aussichten Das Tanzhaus NRW in Düsseldorf Vergangenes Jahr durch das Fachmagazin „tanz“ zu einem von 33 Hoffnungsträgern „mit den besten Aussichten“ gekürt, leitet Bettina Masuch (50) seit 2014 das Tanzhaus NRW. Die neue Chefin wage „mehr als ein Update“ nach 35 Jahren unter der Leitung von Bertram Müller. „Alles frisch – die Farben des Corporate Design, die Programmatik und das Auftreten der neuen Intendantin,“ wertet das führende europäische Magazin für Ballett, Tanz und Performance die Handschrift der Theaterwissenschaftlerin, Festivalleiterin und Dramaturgin. Immerhin: Aus einer Künstler- und Bürgerbewegung der 1970er Jahre hat sich ein international anerkanntes Haus mit wöchentlich 3600 Besuchern entwickelt, das heute Theater und Tanzschule, Produktionsort und Treffpunkt für Tanzschaffende aus aller Welt ist!

das Tanzhaus NRW. Auf 4.000 Quadratmetern Fläche ist es zugleich Aufführungsort mit wechselnden Bühnenveranstaltungen, ein Produktions- und Fortbildungsort für Tänzer und Choreografen, anerkannte Weiterbildungsstätte mit durchschnittlich 350 Kursen und Workshops wöchentlich sowie ein Zentrum für Tanz mit und für Kinder und Jugendliche.

Weltweite Aufmerksamkeit Eine hohe weltweite Aufmerksamkeit erhält das Haus als Initiator von europäischen Projekten, als Produktionspartner, als Vorbild der kulturellen Weiterbildung und als internationaler Netzwerker. Die Verbindung der unter dem Dach des Hauses vereinten Bereiche der Bühne, der Akademie mit einer Vielzahl von Kursen und Workshops sowie des Jungen Tanzhaus findet seit der neuen Spielzeit noch intensiver statt. Aktuell zum Beispiel ist eine Düsseldorfer Version von „The show must go on“ des renommierten Choreografen Jérôme Bel im Haus zu sehen, entstanden mit vor Ort gecasteten Tanzbegeisterten zwischen neun und 91 Jahren. Eines von einer Vielzahl neuer intelligenten Konzepte für eine engere Verschränkung zwischen Publikum und Künstlern, zwischen nicht-professionellen und professionell tätigen Tänzern und zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen!

Dubois wechseln sich mit einer Vielzahl von Künstlern aus Deutschland und der Region ab, darunter in der Spielzeit 2014/2015 Stephanie Thiersch, Barbara Fuchs und Takao Baba. Auch die besondere Programmlinie der Workshop-Festivals, die insbesondere im Flamenco einen wachsenden Zuspruch hat, ist in der Verschränkung von Unterricht und Bühnengastspiel ein besonderes Kennzeichen des Hauses. Das Zauberwort: langfristigere Beziehungen in der Zusammenarbeit mit Künstlern und dem Publikum. Mit den Choreografen Alexandra Waierstall aus Düsseldorf, Sebastian Matthias aus Berlin und Jan Martens, ansässig in Antwerpen, bindet das Tanzhaus NRW seit der neuen Spielzeit drei Residenzkünstler, sogenannte „Factory Artists“, an Düsseldorf. Im Rahmen dieser Partnerschaft suchen die Künstler nach intensiven Begegnungen u.a. im Rahmen von kontinuierlichen Proben- und Aufführungsmöglichkeiten und Lehrtätigkeiten. Jüngst etwa hat Jan Martens begeistert mit der neu gegründeten Jugendkompanie B2B gearbeitet. Der Belgier nutzte das Potenzial des Hauses auch in einem Intensivworkshop mit nichtprofessionellen Tänzern als Recherche für die Vorbereitung seiner neuen Produktion „The Common People“, die im Frühjahr 2016 im Tanzhaus NRW zur Uraufführung kommt. Der Choreograf und Tanzwissenschaftler Sebastian Matthias hingegen lässt sich auf Düsseldorf und sein „Little Japan“ ein. Ausgehend von seinem partizipativen Konzept lässt er seine Forschungs- und Performanceserie „groove space“ gemeinsam mit lokalen Künstlern und Zuschauern in verschiedenen Städten vor Ort entstehen, um den jeweiligen urbanen Rhythmus einzufangen. Die Deutsch-Zypriotin Alexandra Waierstall lebt in Düsseldorf und sucht den sensiblen Grenzgang zwischen Tanz und Musik u.a. demnächst mit dem Düsseldorfer Komponisten und Pianisten Hauschka.

Junges Tanzhaus Viel war vor rund zehn Jahren in Deutschland über Tanz mit und für Kinder und Jugendliche nicht zu finden! Pionierarbeit, strukturell als auch als Koproduzent von Künstlern, leistet das Junge Tanzhaus gemeinsam mit einer Vielzahl von Kulturschaffenden, um Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an die Sparte Tanz heran zu führen. Dies findet sowohl im Theater als auch im Unterrichtssaal

Von HipHop bis Stepptanz

Yasmeen Godder „Lie like a Lion“ © Tamar Lamm

Jan Martens & Peter Seynaeve/CAMPO „VICTOR“ © Phile Deprez

Alles pulsiert, wenn der Besucher das lichtdurchflutete Haus nahe des Düsseldorfer Hauptbahnhofs betritt: Kurse für die Allerkleinsten laufen in den ersten drei Tanzstudios, während in den hinteren Räume bereits der Wechsel für die Erwachsenen-Kurse am Abend vorbereitet wird. Auf der großen Bühnen sammeln sich die Tänzer einer internationalen Kompanie in einem Warm up für die heutige Abendvorstellung vor 320 Zuschauern. In der kleinen Bühne probt eine Choreografin für ihre nächste Produktion, die sich an Kinder wendet und bei der eine Grundschulklasse als Testpublikum und strenger Feedback-Geber minütlich erwartet wird. Vor 17 Jahren eröffnete in diesem überzeugend sanierten Straßenbahndepot ein in Europa annähernd einzigartiges Haus für den Tanz:

Das besondere Profil und die außergewöhnlich lebendige Atmosphäre entsteht u.a. durch die vielen, aus allen Teilen der Welt stammenden 90 Dozenten, die von HipHop, Modern Dance über Samba bis Stepptanz Kurs- und Workshopteilnehmer mit und ohne Tanzerfahrung unterrichten. Das Angebot wendet sich an alle Generationen und fasziniert durch die künstlerisch geprägten Persönlichkeiten. Das Haus scheint ab 10 Uhr morgens nicht mehr still zu stehen, wenn Tänzer das Profi-Training besuchen und erste Morgenklassen für Amateure stattfinden. Zweimal jährlich lädt ein „Tag der offenen Tür“ zum Ausprobieren ein, so dass immer wieder neue Besucher das Haus und den Tanz in seinen ästhetischen und kulturellen Spielarten entdecken und lieben lernen.

Factory Artists In mehr als 200 wechselnden Bühnenveranstaltungen jährlich präsentiert das Haus im Rahmen von Festivals, Gastspielen, thematischen Reihen und Koproduktionen die internationale Bandbreite des zeitgenössischen Tanzes. Gastspiele renommierter zeitgenössischer Choreografen wie Alain Platel, Emanuel Gat, Louise Lecavalier, Raimund Hoghe, Christian Rizzo, Yasmeen Godder und Olivier

„The show must go on“ Düsseldorfer Version von Jérôme Bel © Andreas Endermann

sowie in Schulen statt: Das Tanzhaus NRW konnte diese Arbeit mit dem durch die Kulturstiftung des Bundes initiierten Tanzplan Deutschland und dem erfolgreichen Projekt „Take-off: Junger Tanz“ sowie einer Vielzahl anderer Aktivitäten in den vergangenen Jahren intensivieren. So wurden bundesweit Maßstäbe gesetzt, die u.a. mit einer Buchveröffentlichung im Beltz-Verlag dokumentiert sind. „Tanzen ist für mich Freiheit, eine Parallelwelt, in der ich mich unbeschadet aufhalten und bewegen darf,“ erzählt Ron (17), einer der Tänzer der Jugendkompanie B2B am Tanzhaus NRW, und macht in einfachen Worten und unmittelbar spürbar, was Tanz bewegen kann.


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Stuttgart

COLOURS

INTERNATIONAL DANCE FESTIVAL 25.6. – 12.7.2015 TANZ // GLANZ // FARBE! Tanz leuchtet – in einer Fülle von kraftvollen Farben. Von Ballett bis Modern Dance. Von Zirkus bis HipHop. So unterschiedlich diese Farbtöne sind, gehören sie doch zusammen. Wie im Lichtspektrum, wie auf der Palette des Malers. COLOURS – INTERNATIONAL DANCE FESTIVAL bringt die Farben des Tanzes zusammen, bunt, strahlend, einmalig.

ACHTZEHN TAGE TANZ

Gauthier Dance – Ensemble Foto: Regina Brocke

Gauthier Dance "Wie könnte man Jugendliche für zeitgenössisches Ballett begeistern? (…) Die Antwort ist ganz einfach: Man verführe junge Menschen dazu, eine Aufführung der Gauthier Dance Company zu besuchen. Da springt der Funke von selbst über." Süddeutsche Zeitung Gauthier Dance ist das Tanzensemble des Theaterhaus Stuttgart mit 14 Tänzerpersönlichkeiten unter der Leitung des Choreographen, Tänzers und Musikers Eric Gauthier. Gegründet im Oktober 2007, hat sich die Company innerhalb kürzester Zeit einen ganz eigenen Platz in der internationalen Tanzlandschaft erobert. Anspruchsvolle Choreographien, getragen von originellen Ideen, Humor und hohem tänzerischen Niveau sind das Markenzeichen von Gauthier Dance und sorgen für ausverkaufte Vorstellungen und Euphorie bei Publikum und Presse. Das selbst gesteckte Ziel, ein neues Publikum für den zeitgenössischen Tanz zu begeistern, hat die Company erreicht. Sie steht für Zuschauernähe und Kunstgenuss ohne Schwellenangst. www.theaterhaus.com/gauthierdance

Eric Gauthier Künstlerischer Leiter/Choreograph, Gauthier Dance Innerhalb weniger Jahre ist Eric Gauthier der große Sprung gelungen: vom charismatischen Publikumsliebling des Stuttgarter Balletts zum international gefragten Choreographen und Künstlerischen Leiter seiner eigenen Truppe, Gauthier Dance//Dance Company Theaterhaus Stuttgart. Die erste Premiere SIX PACK, im Januar 2008, war der Auftakt für sechs außerordentlich erfolgreiche Jahre bis heute. Ihren fünften Geburtstag feierte die Company im Juli 2012 mit der großen Jubiläumsshow CELEBRATION. Gauthier Dance präsentiert nicht nur Werke international renommierter Choreographen wie Mauro Bigonzetti, William Forsythe, Jirí Kylián, Itzik Galili, Paul Lightfoot/Sol León und Hans van Manen, sondern auch Gauthiers eigene hochgelobte Stücke.

Für beinahe drei Wochen wird COLOURS das Theaterhaus Stuttgart mit Tanz, Tanz und noch mal Tanz füllen. Dazu zählen die Gastspiele weltberühmter Kompanien ebenso wie ein umfangreiches Rahmenprogramm und Workshops unter Beteiligung von etlichen der eingeladenen Choreographen. Das Niveau reicht von Angeboten für Anfänger bis hin zu Profis. Selbstverständlich ist auch die Kompanie des Theaterhauses ins COLOURSGeschehen eingebunden: Gauthier Dance präsentiert eine Neuproduktion, ein berühmtes Stück des israelischen Star-Choreographen Ohad Naharin – und nutzt dafür die Theaterhaus-Sporthalle! Kamuyot wird (fast) täglich um 19:00 Uhr gezeigt und läutet damit die COLOURS-Festivalabende ein.

25.6. – 12.7.2015 Theaterhaus Stuttgart www.coloursdancefestival.com www.theaterhaus.com Karten für COLOURS gibt es online unter www.coloursdancefestival.com, www.reservix.de oder per Mail: tickets@theaterhaus.com. Außerdem telefonisch unter +49 711-4020720 und an der Theaterhaus-Kasse, täglich geöffnet von 10.00 - 21.30 Uhr. www.theaterhaus.com

DIE MACHER Die Idee und das grundlegende Konzept für COLOURS stammen von Eric Gauthier, dem Künstlerischen Leiter von Gauthier Dance. Doch im Alleingang ist noch kein großes Festival entstanden. Wie schon bei der Gründung von Gauthier Dance vor sieben Jahren konnte sich Gauthier auf das Theaterhaus und seinen Leiter verlassen: Werner Schretzmeier und sein Team freuen sich, die Produktion von COLOURS zu übernehmen. Für das Programm von COLOURS haben sich Gauthier und das Theaterhaus einen maximal versierten Kollegen an Bord geholt: Meinrad Huber ist einer der beiden Geschäftsführer von ecotopia dance productions, einer profilierten internationalen Tanzagentur. Seit der Eröffnung 1998 ist er außerdem verantwortlich für das Tanzprogramm des Burghof Lörrach – eine Funktion, die er auch viele Jahre für die Ludwigsburger Schlossfestspiele innehatte. Künstlerische Leitung, Idee & Konzept COLOURS: Eric Gauthier Künstlerische Leitung Programm COLOURS: Meinrad Huber Leitung Theaterhaus Stuttgart: Werner Schretzmeier, Willi Friedmann

Interview mit Eric Gauthier Wie kam es zur Idee von Colours International Dance Festival und was verbirgt sich hinter Colours? Ich träume schon lange von einem großen Tanzfestival für Stuttgart. Das Publikum hier ist verrückt nach Tanz. Und obwohl es hier Gauthier Dance, das Stuttgarter Ballett und die freie Szene gibt, hat man das Gefühl: Es reicht den Leuten immer noch nicht! Natürlich war es nicht einfach, die Finanzierung für ein so ambitioniertes Projekt zusammenzubekommen. Aber unser Konzept hat ganz offensichtlich überzeugt: die Vielfalt des zeitgenössischen Tanzes zu präsentieren. Jede der eingeladenen Kompanien bringt ihre ganz eigene, unverwechselbare Farbe mit: Sidi Larbi Cherkaoui den Tango, Compagnie Käfig Breakdance und asiatischen Tanz, CIRCA die Akrobatik, Jakop Ahlbom den Slapstick à la Buster Keaton und so weiter. Auf diese Weise können wir dem Publikum die ganze Palette an zeitgenössischen Stilen bieten.

Eric Gauthier © Joachim Riederer

Schon in den neunziger Jahren gab es mit »Sprachen des Körpers« ein sehr ambitioniertes Tanzfestival in Stuttgart. Das als Biennale angelegte Festival wurde nach der dritten Auflage im Jahr 1998 eingestellt. Was ist und was machen Sie anders? Von den Bedingungen, wie wir sie haben, konnte Sprachen des Körpers nur träumen. Mit dem Theaterhaus Stuttgart hat das Festival nicht nur einen festen und äußerst

tanzerfahrenen Produzenten, sondern auch eine richtige Heimat. Wir sind kein alle zwei Jahre neu zusammengesetztes Projektteam, sondern arbeiten nun schon im achten Jahr zusammen, für meine eigene Company Gauthier Dance, und sind dadurch maximal eingespielt. Zudem ist das Theaterhaus die ungleich größere Spielstätte. Stellen Sie sich einfach vor: 18 Tage non-stop Festival, in allen vier Hallen parallel. Das sind ganz andere Dimensionen, als sie die Kollegen damals hatten. Tanz ist für alle da! Ist eine Ihrer programmatischen Kernaussagen. Sie planen ein umfangreiches Rahmenprogramm. Wie sieht dieses aus? Neben den Festival-Aufführungen bieten Künstler der angereisten Kompanien zahlreiche Workshops an. Diese Workshops sind bewusst sehr unterschiedlich konzipiert und richten sich teils an Profis oder zumindest sehr tanzerfahrene Menschen, teils aber auch wirklich an Laien, an "Jedermann und Jederfrau". Außerdem gibt es sechs Tage vor der eigentlichen Eröffnung einen großen Event auf dem Stuttgarter Marktplatz, COLOURS IN THE CITY. Drei Stunden lang gibt es da ein Show- und MitmachProgramm, das Lust auf unser Festival machen soll. Der Eintritt ist frei, jeder kann einfach kommen - und sich davon überzeugen: Tanz ist etwas ganz Wunderbares!


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Tanz | 61

Programm | Kompanien Charleroi Danses (Charleroi / B) KISS & CRY

Dada Masilo (Johannesburg / ZA) CARMEN

Jakop Ahlbom (Amsterdam / NL) LEBENSRAUM

CIRCA (Brisbane / AUS) S

Foto © John Hogg

Foto © Maarten Vanden Abeele

Die Bühne als Filmset für ein poetisches Gesamtkunstwerk: Mit ungewöhnlichen Mitteln erzählt „Kiss & Cry“ die Geschichte der alten Gisèle, die zurückblickt auf ihr Leben, ihre Lieben. Hauptdarsteller sind vier Hände, die Gisèles bewegtes Liebesleben tanzen und dabei gefilmt werden. Vor den Augen des Publikums entsteht auf einem kleinen Tisch in wechselnden Miniaturkulissen großes Kino: ein anrührend zartes, zärtliches Fingerballett, live projiziert auf Großbildleinwand. „Kiss & Cry“ ist eine faszinierende Symbiose aus Tanz, Theater, Kino und Performance, produziert am renommierten belgischen Choreographiezentrum Charleroi Danses von Chefin Michèle Anne De Mey und dem Filmemacher Jaco Van Dormael. Fr 10.07. | Sa 11.07. | So 12.07. www.charleroi-danses.be

CCN Créteil et Val-de-Marne / Cie Käfig (Paris / F) YO GEE TI

Foto © Darcy Grant

Die Cirque-Nouveau-Kompanie aus dem australischen Brisbane erzählt Geschichten von und mit menschlichen Körpern: ihren Möglichkeiten und Grenzen, ihrer Kraft und Verwundbarkeit. Es sind berührende, erregende Geschichten wie in der Show „S“, die nach dem kurvigen 19. Buchstaben des Alphabets benannt ist. Auf einer schwebenden weißen BühnenRaute zeigen die sieben Circa-Artistinnen und -Artisten darin atemberaubende Kunststücke am Rand des physisch Machbaren. Doch letztlich geht es nicht um Akrobatik und Effekte. Eingebettet in eine poetische Gesamtkonzeption entsteht eine neue, leidenschaftliche Vision von Zirkus. Man kann es mit Worten schwer beschreiben. Man muss es sehen. Di 30.06. | Mi 01.07. | Do 02.07. | circa.org.au

Compagnie Marie Chouinard (Montreal / CDN) ON THE EDGE, STILL HUMID, SOFT VIRTUOSITY

Choreographie-Shootingstar Dada Masilo aus Südafrika ist berühmt für ihre radikal neuen Deutungen der großen Ballettklassiker. International für Furore sorgte ihre afrikanisierte Version von „Schwanensee“: eine explosive Mischung aus klassischem und modernem Ballett mit traditionellem afrikanischem Tanz. Dada Masilos jüngstes Stück ist eine Adaption von George Bizets Erfolgsoper „Carmen“. Sie selbst verkörpert die Titelpartie – eine Paraderolle für die charismatische, in Johannesburg klassisch und in Brüssel (bei Anna Teresa de Keersmaeker) zeitgenössisch ausgebildete Tänzerin. Ihre Carmen ist mehr als eine eiskalte Verführerin: eine vielschichtige, auch verletzliche Frau in einer dramatischen Geschichte um Sex und Macht, Liebe und Verrat. Sa 11.07. | So 12.07. | www.facebook.com/dada.masilo

Gallim Dance (New York / USA) BLUSH

Gauthier Dance//Dance Company Theaterhaus Stuttgart (Stuttgart | D) KAMUYOT

Foto © Sylvie-Ann Paré

Marie Chouinard zählt zu den ganz Großen des zeitgenössischen Tanzes, und ihre Kompanie gilt als eine der interessantesten der Welt. In Stuttgart zeigen die gefeierten Kanadier eine Uraufführung extra für und in Koproduktion mit COLOURS – INTERNATIONAL DANCE FESTIVAL. Als zweites Stück steht „Henri Michaux: Mouvements“ auf dem Programm. Unter dem Einfluss der Droge Mescalin schuf der belgische Dichter und Maler Michaux 1951 sein Buch „Mouvements“, bestehend aus einem 15-seitigen Gedicht und 64 Seiten Tuschzeichnungen. Chouinard setzt sie mit ihren Tänzerinnen und Tänzern in Bewegung. Vor überdimensionalen Projektionen der halluzinatorischen Grafiken verkörpern sie Michaux’ Fantasien, aber auch seinen Drogenrausch: lebendig gewordene Pinselstriche. Fr 26.06. / Sa 27.06. | www.mariechouinard.com

Foto © Sanne Peper

Jakop Ahlboms „Lebensraum“ ist eine Hommage an den großen Stummfilmkünstler Buster Keaton: ein Feuerwerk absurder Späße und burlesker Komik. In rasender Slapstickmanier bringt der schwedische, in Amsterdam lebende Theatermacher die Geschichte zweier Männer auf die Bühne, die sich für ihren winzigen gemeinsamen Haushalt eine mechanische Haushälterin basteln – mit unabsehbaren Folgen ... Inspiriert von Buster Keatons Film „The Scarecrow“ (1920) und mit Livemusik der Zwei-Mann-Band Alamo Race Track, ist dem vielfach preisgekrönten Jakop Ahlbom ein Glanzstück zwischen Pantomime, Tanz, Akrobatik, Musik und Illusionskunst gelungen, ausgezeichnet mit dem begehrten VSCD Mime Award 2012. „Ein wunderschön inszeniertes SlapstickMärchen“ (Trouw Amsterdam). Sa 04.07. | So 05.07. | jakopahlbom.nl

Foto © Franziska Strauss

Foto © Michel Cavalca

Mourad Merzouki hat eine erstaunliche Karriere hinter sich: vom Kinderzirkusartisten und jugendlichen Breakdancer zum Gründer einer Hip-Hop-Schule in Lyon bis zum gefeierten Choreographen, Chef seiner angesagten Compagnie Käfig und künstlerischen Leiter des Centre Chorégraphique National de Créteil et du Val-de-Marne (CCN). Markenzeichen des Franzosen algerischer Herkunft ist die Verbindung von Hip-Hop mit anderen Tanzstilen. In „Yo Gee Ti“ (chinesisch: organischer Gegenstand) begegnet die Cie. Käfig klassisch ausgebildeten Tänzern aus Taiwan in einer märchenhaften Bühnenlandschaft aus Strick, Filz und fließender Seide des chinesischen Modeschöpfers Johan Ku. Sa 27.06. | So 28.06. | www.ccncreteil.com

Sidi Larbi Cherkaoui (London / UK) M¡LONGA

NDT 1 & Kronos Quartet (Den Haag / NL & USA) SPIRITWALKING Vom Erröten (englisch: blush) ließ sich die New Yorker Choreographin Andrea Miller zu einem eindringlichen Tanzstück für ihre Gallim Dance Company inspirieren. Sechs Akteure verausgaben sich darin bis zur Erschöpfung, um das Phänomen des Errötens in seiner ganzen Emotionalität auszuloten: Scham, Verlegenheit, Freude, Wut. „It’s hard to leave the show without feeling changed.“ (Dance Europe) Seit seiner Premiere tourt „Blush“ erfolgreich um den Globus und festigt den beinahe schon legendären Ruf, den Gallim Dance in der Tanzwelt genießt. Kopf der Gruppe ist die vielfach preisgekrönte Andrea Miller, die einige Jahre in dem berühmten israelischen Batsheva Ensemble tanzte, ehe sie 2007 in die USA zurückkehrte und ihre eigene Company gründete. Di 30.06. | Mi 01.07. | www.gallimdance.com

Aufführung Batsheva Dance Company © Gadi Dagon

Tanz hautnah und für alle: Mit „Kamuyot“ präsentiert Gauthier Dance// Dance Company Theaterhaus Stuttgart ein Erfolgsstück des israelischen Starchoreographen Ohad Naharin, das Jung und Alt begeistert. Allein das Setting ist ungewöhnlich. Keine klassische Bühnensituation, vielmehr eine lockere Turnhallen-Atmosphäre. Der gesamte Raum wird zur Bühne, das Publikum ist mitten im Geschehen und sitzt rings um die Tanzfläche, von wo auch die Gauthier-DanceTänzerinnen und -Tänzer in die Vollen gehen: Getanzt wird zu Musik von Klassik bis Asia-Pop – verrückt und virtuos, beherzt und voller Überschwang! Ein unwiderstehliches Tanzvergnügen. Fr 26.06 – So 12.07. | www.theaterhaus.com/gauthierdance

Suche nach der perfekten Beziehung handelt „Blue Love“ des preisgekrönten, weltweit gefragten australischen Choreographen Shaun Parker. Glenn und Rhonda jagen einem Ideal von Liebe, Familie und heiler Welt hinterher, wie sie es aus Popsongs kennen. Und so führen sie auch ihren Ehestreit in Liedzitaten: „I never promised you a rose garden“, sagt er. „Love is a battlefield“, antwortet sie. Dazu wird getanzt, was das Zeug hält. Und alles fügt sich mit Filmsequenzen zu einer brillanten Physical-Theatre-Komödie voller Überraschungen: geistreich, witzig – und enorm unterhaltsam! Fr 03.07. | Sa 04.07. | www.shaunparkercompany.com

Foto © Tristram Kenton

Der flämisch-marokkanische Star-Choreograph Sidi Larbi Cherkaoui ist ein Wanderer zwischen den Welten, inspiriert von fremden Ländern, Kulturen und Tanzstilen. Mit Shaolin-Mönchen hat er gearbeitet, mit dem Kathak-Tänzer Akram Khan und der Flamenco-Tänzerin Maria Pagès. In „m¡longa“ ist es die Erotik und Intimität des Tangos, die ihn herausfordert. Vor atmosphärisch dichten Filmbildern aus Buenos Aires und zur Live-Musik einer original argentinischen Tangokapelle inszeniert er eine furiose Show mit echten Tangueros und Tangueras. Doch unter seine fünf Tanzpaare aus Argentinien mischt Cherkaoui ein zeitgenössisches Tanzpaar aus Belgien, das die Rituale des Tangos aufbricht – und öffnet für Neues. „This is tango as we love it, but transcending clichés“ (The Guardian). Mi 01.07. | Do 02.07. | Fr 03.07. | www.east-man.be

Stephen Shropshire (USA / NL) MY EVERLASTING

Foto © Rahi Rezvani

Das Nederlands Dans Theater 1 (NDT 1) ist eine der führenden Tanzkompanien der Welt. Nach prägenden Jahren mit Hans van Manen und Jirˇí Kylián formt heute vor allem das erfolgsverwöhnte Choreographen-Duo Sol León und Paul Lightfoot Stil und Repertoire der Kompanie. COLOURS – INTERNATIONAL DANCE FESTIVAL ist einer der Koproduzenten der Kreation „Spiritwalking“ (Seelenwanderung) von León/Lightfoot für NDT 1. Der Titel bezieht sich auf den Glauben indianischer Schamanen, dass die Seele zeitweise unseren Körper verlassen, unser Ego überwinden und so dem wahren Sein näher kommen kann. Beim Holland Festival 2014 feierte das furiose Stück seine umjubelte Uraufführung – mit Musik des Kult-Komponisten Philip Glass, live gespielt vom ebenso kultigen Kronos Quartet aus den USA. Mo 06.07. | Di 07.07. | www.ndt.nl/ndt1

Shaun Parker & Company (Sydney / AUS) BLUE LOVE

Ein Bühnenbild? Fehlanzeige. Requisiten? Null. Musik? Nur ganz am Schluss,

Foto © Thomas Ammerpohl

ein wenig. In „My Everlasting“ sind zwei Tänzer völlig auf sich selbst gestellt. Durch diese bedingungslose Konzentration auf den menschlichen Körper gelingt ein selten intensives Pas de deux: ein berührendes Duett um Festhalten-Wollen und Loslassen-Müssen, um Erinnerung und Vergänglichkeit. Der in den Niederlanden ansässige amerikanische Choreograph Stephen Shropshire hat es zwei Tänzern der namhaften ehemaligen Kompanie Noord Nederlandse Dans (NND) auf den Leib geschrieben, die er von 2009 bis 2012 leitete: der Französin Aimee Lagrange und dem Finnen Jussi Noussiainen. „Sonderklasse“ (Neue Presse). Do 09.07. | Fr 10.07.

Rahmenprogramm Tanz ist für alle da! Deswegen gibt es ein umfangreiches RahmenFoto © Prue Upton

programm und Workshops unter

Zuerst läuft alles bestens: Sie treffen sich, verlieben sich, heiraten. Aber dann ... Glenn und Rhonda Flune sind ein Paar wie viele andere. Von ihrer (vergeblichen)

Beteiligung von etlichen der eingeladenen Choreographen. Das Niveau reicht von Angeboten für Anfänger bis hin zu Profis.


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EMILE | arttourist.com 1|2015

Dresden | St. Petersburg DEREVO Tanztheater aktuell Vor einigen Jahren waren die Besucher der Premiere KETZAL im projekttheater dresden Zeuge, wie eine junge Generation von DEREVO-Tänzern gemeinsam mit ihrem Lehrer Anton Adasinskiy ein ungewöhnliches Theaterstück aus der Taufe hob. Viele internationale Preise sollte es für KETZAL in den Folgejahren auf Theaterfestivals weltweit geben. Der schottische The Herald schrieb damals. „Darsteller krümmen sich und hüpfen wie die ersten Ankömmlinge aus der Ursuppe. Knochenlose Körper wandeln zwischen den Arten und, wenn die Bühne schließlich geflutet wird, tauchen, rutschen und winden sie sich mit absurder Verlassenheit. Tod und Wiedergeburt: eine epische Reise, menschlich gezeigt…“ Die damaligen Interpreten gingen in den Folgejahren eigener kreativer Wege und der Schnabel des mythischen Ketzal wurde eingelagert. Nun ist für eine neue DEREVO – Tänzergeneration die Zeit gekommen, sich mit dem mexikanisch inspirierten Thema zu erproben. Die Wiederaufnahme KETZAL ist vom 3. bis 5. April im Festspielhaus Hellerau zu erleben!

KETZAL, Photo Anna Bogodist

Berlin | DUMMY lab – Neuer Circus im CHAMÄLEON Theater Berlin DUMMY lab ist Energie, Virtuosität und Phantasie: Neuer Circus auf außergewöhnlichem Niveau. Regie führt Eike von Stuckenbrok, bisher schon international als das Ausnahmetalent unter den deutschen Artistikkünstlern gefeiert. Die Suche nach neuen, freien Ausdrucksformen abseits überkommener Genregrenzen reizt den gerade 25-jährigen, der auch als Soloperfomer in zeitgenössischen Tanzprojekten reüssierte. So verschmilzt die Show (Co-Regie: MarFoto : Dummylab Chamaeleon kus Pabst) ebenso spie© Carolin Saage lerisch wie atemberaubend artistische Höchstleistungen, tänzerische Elemente und urbanes Sounddesign mit sensationeller Bühnentechnik und interaktiven Videoprojektionen zu einem komplexen Gesamtkunstwerk. Seit dem 26. Februar laufen schon die Previews im CHAMÄLEON Theater, die Premiere findet am 19. März statt. Bis zum 9. August ist DUMMY lab dann en suite in den Hackeschen Höfen in BerlinMitte zu erleben. www.chamaeleonberlin.com

Spiritus rector wieder Tänzer, Choreograph und Sängerpoet Anton Adasinskiy. Geboren 1959 im sibirischen Krasnojarsk, wird er in seiner Heimat Russland verehrt wie ein Rockstar. In Japan schätzt man ihn als legitimen Nachfolger der berühmten Butoh-Meister und in Italien liebt man seine clowneske Ader. Sein Talent offenbarte sich mit Versen bereits in Kinderjahren, später kam die Leidenschaft für die Musik dazu. Als Musiker der bekannten sowjetischen Band AVIA und Mitglied der Clowns-Gruppe Licedei entdeckte er den Spaß an der Performance und so ist die Bühne seit nunmehr zwanzig Jahren eigentlicher Lebensraum. Sein Lebensmittelpunkt ist jedoch seit langem

München | Dance 2015 14. Internationales Festival für zeitgenössischen Tanz der Landeshauptstadt München Über 100 Stunden Tanz und 44 Aufführungen an 11 Festivaltagen DANCE 2015 feiert die Vielfalt des zeitgenössischen Tanzes mit einem Programmfeuerwerk, das keine Wünsche offen lässt: 20 Produktionen von Choreografen aus aller Welt, u.a. Japan, China, Frankreich, Belgien, Israel, Kanada, den USA und Deutschland, sind nach München geladen und werden auf den wichtigsten Kulturbühnen der Stadt gezeigt. Und auch im öffentlichen Raum kann durch die Verlegung des Festivals in den Frühsommer bei hoffentlich schönstem Maiwetter getanzt werden. Das Publikum darf sich auf Stars und Neuentdeckungen freuen: Saburo Teshigawara kommt mit seinem neuesten Stück „Landscape“, Richard Siegal und das Choreografenpaar Peeping Tom bringen Uraufführungen nach München, Christian Rizzo zeigt Männertanz und eine Filminstallation und Alain Platel präsentiert endlich sein weltweit gefeiertes Tanz-Konzert „Coup Fatal“ an den Kammerspielen.

ISLANDS, Photo Sergey Kusnetzow

Anton Adasinsky, Harlekin, Photo Lena Dolmatova

Dresden. Hierher kam er Anfang der Neunziger mit Gastspielen seiner Tanztheatercompany DEREVO. Deren Mitglieder hatte er 1988 nach einem schwierigen Findungsprozess im damaligen Leningrad selbst ausgewählt. Bis heute steht ihr Manifest für eine ganz eigene Sicht auf Leben, Theater und Welt. Verschiedene Provisorien belebte die Truppe in Dresden mit ihrer eigensinnigen Theaterarbeit, bevor sie 2003 am Festspielhaus Hellerau eine stete Arbeitsstätte fand. Ihr jüngstes Projekt hier: die Uraufführung AEROKRAFT im Dezember 2014. Ein Epos über die Mechanik der rhythmischen Bewegung, die Ästhetik des wissenschaftlichen Fortschrittes und die Schrecken des Krieges. Mit DEREVO-Aufführungen, Soloauftritten (so tanzt er am Marinskiy Teatre den Drosselmeyer), Meisterklassen und zunehmenden Filmdrehs lebt Adasinskiy, womit woanders eine ganze Belegschaft beschäftigt ist. Seine Arbeitsinstrumente sind ein extrem belastbarer Körper und der Mut zum geistigen Chaos. Wer ihn kennen lernt, erlebt einen eher verschlossenen, denn mitteilsamen Menschen, getrieben

jedoch von steter motorischer Unruhe.Auf der Bühne ist er eine schillernde Gestalt. Und gern verschreckt er den unbelasteten Theatergänger mit archaisch-zerstörerischer Geste!

Einige Choreografinnen und Choreografen werden erstmals in München zu sehen sein neben bekannte Namen wie Raimund Hoghe, der sein neuestes Werk „Quartet“ zeigt, Helena Waldmann, die mit „Made in Bangladesh“ die prekären Arbeitsbedingungen in indischen Nähfabriken offen legt, der Münchner Choreograf Micha Purucker mit seinem Nachtprogramm „radio luma : into the night“ und Hillel Kogan aus Israel, der in „We love Arabs“ mit Klischees und Vorurteilen der israelisch-arabischen Beziehungen spielt.

Symposiums zur Lecture Performance, ein Filmprogramm begleitet das Live-Programm mit Tanzfilmen und thematisch passenden Produktionen und auch die Münchner freie Szene wird sich mit Lesung, Vortrag, Aktion, Film und Statements im Kreativquartier beteiligen. Und das Café im Müller’schen Volksbad wird wieder zum Festivalzentrum und lädt zur Begegnung und zum Austausch zwischen Künstler_innen und Publikum ein.

Die DEREVO - Inszenierungen umgibt dank seiner Kreativität bei aller Spielfreude und bildhaften Eindringlichkeit ein surrealistisch anmutendes Geheimnis, das die Kritik herausfordert. Ab 23. April kann man sich im Theater ERARTA in St. Petersburg bei der Wiederaufnahme ISLANDS davon ein weiteres Bild machen: „Ein Grundton, raumgreifend und durchdringend zugleich, empfängt den Zuschauer. Ein Ton vom Grund des Meeres und aus den Tiefen der menschlichen Seele. Noch am Ufer stehend, beginnt das Theater DEREVO seine Gäste sanft und doch mit schicksalhafter Unausweichlichkeit hinein zu ziehen in einen wogenden Bildertraum, der die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmen lässt...“ www.derevo.org | www.hellerau.org

7. – 17.5.2015 | www.dance-muenchen.de Stefan Dreher bringt mit „Dancing Days“ einen 66-stündigen Tanzmarathon, der im Made in Bangladesh © Wonge Bergmann Celibidacheforum im Gasteig täglich zur Interaktion einlädt und das Festival mit einer permanenten Bewegung und Hintergrundchoreografie begleitet.

Antigogne © Lars Pehrson

Trajal Harrell © Bengt Gustafsson

Richard Siegal: Metrie Dozen © JC Verchere

BallettFestwoche 2015 25 Jahre Staatsballett 25 Jahre als vorläufiger krönender Abschluss einer 370 Jahre währenden Tradition von Tanz in München. Das Bayerische Staatsballett konnte sich durch die 1989 vollzogene offizielle Gleichstellung zu Theater und Oper - in den zweieinhalb Jahrzehnten einen Ausnahmeplatz unter den Compagnien in Deutschland und einen internationalen Namen erobern. Das komplette Petipa-Repertoire des 19. Jahrhunderts, das vielfältigste und kohärenteste in der Moderne, vertreten durch internationale Stars, von denen viele zuerst und nur in München gear-

Peeping Tom_Vader © Marie Gyselbrecht


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beitet, ja, kreiert haben, und diese Woche prägen. Eingebettet in eine Spielzeit der Highlights von Forsythe über Kylián bis Limón, von Mary Wigman bis John Neumeier, von Schlemmer bis Kandinsky zeigt die BallettFestwoche neben „Les Ballets Russes“ und „Ein Sommernachtstraum“ vor allem Richard Siegal, Martin Schläpfer, Michael Simon/Frank Zappa, Aszure Barton, Russell Maliphant und Alexei Ratmansky. Sie alle werden gefeiert werden und den Zuschauern im Nationaltheater wieder einmal die spannendsten Farben historischer und zeitgenössischer Choreographie präsentieren. 18.–26.4.2015 | www.staatsballett.de | Tel. +49 (0)89 2185 1920

Nijinsky Gala, Schlussapplaus © Holger Badekow

Hamburg | 41. Hamburger Ballett-Tage Sie sind jedes Jahr der Höhepunkt und Abschluss der aktuellen Spielzeit: die Hamburger Ballett-Tage. Das zweiwöchige Ballettfestival eröffnet John Neumeier in diesem Jahr mit der Premiere von »Peer Gynt«. 26 Jahre nach der Uraufführung 1989 beleuchtet er seine Choreografie noch einmal neu. Das HAMBURG BALLETT präsentiert zudem an jedem Abend ein Ballett aus seinem aktuellen Repertoire. Außerdem im Programm ein Gastspiel der Compagnie des Houston Ballet. Die Ballett-Tage, die John Neumeier 1975 ins Leben rief, enden traditionell mit der »NijinskyGala«, die jeweils einem tanzspezifischen oder balletthistorischen Thema gewidmet ist. Die Ersten Solisten des HAMBURG BALLETT sowie internationale Gaststars tanzen Werke aus allen Schaffensperioden. John Neumeier selbst wird durch den Abend führen. 28.6. – 12.7. 2015 | www.hamburgballett.de | Karten: Tel. 040/35 68 68

Leipzig | TANZOFFENSIVE LOFFT – DAS THEATER Nur eine Bahnstunde südlich von Berlin liegt Deutschlands neue Kreativhauptstadt Leipzig. Nicht nur wegen der illustren Vergangenheit zieht es Musiker, Designer, Maler und Theaterleute an die Pleiße. Auch mehr und mehr Gäste aus aller Welt lassen sich vom Charme der Stadt verzaubern. Denn Leipzig hat nur 550.000 Einwohner, aber das kulturelle Angebot einer Millionenstadt. Das LOFFT im trendigen LeipziFoto ©Wim te Brake ger Westen ist der der place to be in Sachen Tanz – einer internationalen, grenzüberschreitenden und mitreißenden Kunstform. Hunderte Künstler aus ganz Europa treten jedes Jahr im LOFFT auf und genießen die inspirierende Atmosphäre des Theaters und der Stadt. Das absolute Tanz-Highlight 2015 ist die TANZOFFENSIVE vom 30. April bis 9. Mai. Das Festival nimmt Sie mit auf eine wilde Reise durch die Welt des Flamenco und Tango, des Breakdance und HipHop, der Akrobatik und Artistik. 30.4. - 9.5.2015 I www.lofft.de

„2 Gents“ Neues Shakespeare-Ballett in Mannheim Das Kevin O’Day Ballett am Nationaltheater Mannheim feierte am 30.1. die bejubelte Uraufführung von dem Ballett „2 Gents“! Ganz nach der Manier des englischen Dramatikers führt Kevin O’Days Adaption von Shakespeares Komödie Zwei Herren aus Verona die Paare Proteus und Julia sowie Valentine und Silvia zwischen den beiden Welten der Ordnung und Unordnung hin und her. Anfangs sind die Gentlemen noch gute Freunde. Sie geraten auf Abwege, als Proteus plötzlich an Stelle seiner Verlobten die Geliebte seines vermeintlich besten Freundes begehrt. Die Szenerie des Mannheimer Ballettintendanten ist eine komödiantische Welt voller Andeutungen und Witz: Ausgangspunkt ist die Kurpfalz und Ziel der Liebenden ist die verführerische Großstadt. Die Musik wurde eigens für diese Uraufführung in Auftrag gegeben. Thomas Siffling, Jazzmusiker, Komponist und Kurator, hat für „2 Gents“ eine ausgesprochen vielseitige und humorvolle Komposition geschaffen. Voller Dynamik wird sie von einer Liveband gespielt, zu deren hochkarätiger Besetzung der Mannheimer Jazztrompeter selbst zählt. Im Stile der Bigband sind die neun Jazzmusiker als Teil dieses Tanzabends aufgestellt. „2 Gents“ ist nach „Romeo und Julia“ und „Othello“ der dritte Teil der Shakespeare-Trilogie von Kevin O’Day. Im Foyer des Nationaltheaters ist eine Fotoausstellung unter dem Titel „Kevin O’Day Ballett tanzt Shakespeare“ zu sehen. Nach der Vorstellung am 21. März findet ein Shakespeare-Expertengespräch statt. Zu Gast im Nationaltheater ist Prof. Peter Paul Schnierer, Professor für Anglistische Literaturwissenschaft an der Universität Heidelberg. Seit der Spielzeit 2002/2003 steht die Tanzsparte des Nationaltheaters Mannheim unter der künstlerischen Leitung des amerikanischen Tänzers und Choreografen Kevin O’Day und seiner Stellvertreterin Dominique Dumais. Seitdem hat die Compagnie mit mehreren Uraufführungen jährlich ein eigenständiges, zeitgenössisches Repertoire entwickelt. Kevin O’Day hat bislang über 60 Stücke choreografiert, unter anderem für das New York City Ballet, Les Ballets de Monte Carlo und das königlich Dänische Ballett.

Chouinard treffen auf junge Performancetalente, die in der [8:tension]-Reihe für den europäischen Tanznachwuchspreis Prix Jardin d'Europe nominiert sind, der bei ImPulsTanz in Wien verliehen wird. Überdies bieten mehr als 230 Workshops die Chance, den Performer in sich zu entdecken. 16.7. – 16.8.2015 | www.impulstanz.com | Bestellung des kostenfreien Programms: T: +43.1.523 55 58 | info@impulstanz.com

Anne Teresa De Keersmaeker, Rosas - Verklärte Nacht © Anne Van Aerschot

Wien (A) | ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival ImPulsTanz ist längst zu einem Synonym für die Erfolgsgeschichte der zeitgenössischen Tanz- und Performancekunst geworden – und die Stadt Wien im Sommer zu einer der aufregendsten Tanzmetropolen der Welt. 2015 wartet das ImPulsTanz-Performanceprogramm mit einer Fülle von Highlights auf: Mehr als 40 hochkarätige Ensembles aus dem In- und Ausland zeigen u.a. im Burgtheater und MuseumsQuartier ihre neuesten Werke und Performanceklassiker. So auch Maguy Marin, Pionierin des französischen Tanztheaters, der ImPulsTanz in diesem Jahr eine Personale widmet. Weitere Stars wie Meg Stuart, Anne Teresa De Keersmaeker, Dada Masilo und Marie

oben: Malthe Clemens und Julia Headley in „2 Gents“ von Kevin O’Day unten: Malthe Clemens, Nadège Cotta, Brian McNeal in „2 Gents“ von Kevin O’Day.

München | Tanzwerkstatt Europa Workshops & Performances 29.7. – 8.8.2015 Seit 1991 veranstaltet JOINT ADVENTURES – Walter Heun die TANZWERKSTATT EUROPA in München und lockt jeden Sommer Tanzbegeisterte, Tänzer und Künstler aus Bayern, München und der ganzen

Foto © Lisbeth Gruwez, ahha

Welt an die Isar. Neben einem hochkarätig besetzten Workshop-Programm zeigt das Münchner Festival aktuelle Arbeiten renommierter Wegbereiter des zeitgenössischen Tanzes. Ebenso werden Newcomer eingeladen, um ihre Stücke dem Münchner Publikum zu präsentieren. Ein Symposium schafft eine interdisziplinäre Plattform, die Fragen zu Theorien, Konzepten oder Ästhetiken im zeitgenössischen Tanz und der choreografischen Praxis untersucht. In der Verzahnung von Aufführungen, Workshops und wissenschaftlichem Diskurs liegt die Besonderheit und europaweite Einmaligkeit der TANZWERKSTATT EUROPA. 29.7. – 8.8.2015 | www.jointadventures.net

Pforzheim | Theater Pforzheim „Sacre“, der neue Tanzabend von James Sutherland Wasser ist und bleibt das essenziellste und zugleich unberechenbarste Element, von dem die Menschheit seit jeher abhängig ist und gegen das sie immer wieder kämpfen muss. Die Naturgewalten - auch Feuer, Erde, Luft – sind schwer zu bändigende Kräfte, die in unseren Gesellschaften oft zu Ausnahmezuständen führen. Ausgehend von diesen Gedanken konzipiert Chefchoreograph James Sutherland seinen neuen Tanzabend „Sacre“. Seine Choreografie zeigt diesen Kontrollverlust, das, was die Gesellschaft opfern

Sacre, Marcati Matsuoka Sbezzo © Tai Zheng

muss, wenn auf der Welt ein solcher Vakuumzustand herrscht. Die perkussive Musik von Bang On A Can sowie diverse Stücke von Arvo Pärt stehen hierbei Pate. Die tänzerische Ekstase, die rituellen Elemente finden ihre Ruhepunkte in der bedachtsamen, emotionalen Musik von Pärt, beispielsweise im „Cantus in memoriam Benjamin Britten“, die zugleich einen Bogen zu Strawinskys „Sacre du Printemps“ spannt. "Momente der Stille und wilder Ekstase" Leonberger Kreiszeitung Theater Pforzheim | 8.3., 18.3., 1.4., 7.4., 6.5., 12.5., 17.5., 5.6. und 14.6.2015 www.theater-pforzheim.de


Publikumstage 7. + 8. März 2015 itb-berlin.de / publikum

Großes ReiseGewinnspiel mehrmals täglich in Halle 4.1

Die Highlights für alle neugierigen Entdecker: Insider-Informationen aus über 180 Ländern Fremde Kulturen und Menschen aus aller Welt Alles über unser Partnerland Mongolei in Halle 26c Vielfältige Familien- und Kinderangebote

Offizielles Partnerland ITB Berlin 2015


Vinschgerl vom Fass In S端dtirol gibt es jetzt die erste Whisky-Brennerei Italiens. Denn die Globalisierung auf dem Spirituosenmarkt ist nicht einmal von den Grappa-Herstellern aufzuhalten


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Vor gut vier Jahren, im April 2011, rückten also die Schotten in der kleinen Stadt Glurns im Vinschgau an. Sie kamen mit Badehosen und T-Shirts, denn der Auftrag hieß, der ersten Whisky-Destillerie Italiens auf die Beine zu helfen. Da greift man schnell zur Badehose, weil Italien schließlich das Land ist, wo die Zitronen blühen und wo das Leben ansonsten dermaßen süß ist, dass es nur aus Strandurlaub und lauen Sommerabenden besteht. Im Zitronenland angekommen, staunten die Badehosen-Schotten dann nicht schlecht. „Bei uns lag ja noch Schnee“, sagt Jonas Ebensperger. Er weiß das genau, denn seine Familie hatte die Schotten nach Glurns geholt. Auf den ersten Blick passt Whisky nicht so recht nach Italien. Wein und Grappa ja, vielleicht noch Limoncello, eine Art Alkopop aus dem Südwesten des Landes für all jene, die aus dem Alkopop-Alter raus sind. Doch das Vinschgau ist ein merkwürdiges Tal, das schon allein deshalb nicht so recht nach Italien passt, weil es in Südtirol liegt. Die Sonne ist zwar ein verlässlicher Gast und zeigt sich hier häufiger als in manch südlicher gelegenen Orten, aber statt der Zitronen blühen vor allem Äpfel und Aprikosen; besonders gut gedeiht auch der Roggen. Das Vinschgau ist außerdem das Tal Der Kastanien und Schlösser und –wie das so bei Tälern manchmal der Fall ist – der Berge. Deshalb sagt Ebensperger: „Wir sind die Highlands Italiens.“ Gut, die Gipfel sind hier bis um das Vierfache höher als das schottische Gebirge, im Falle des Ortlers enden sie erst auf knapp 4000 Metern; aber es geht ja nicht nur um reine Höhenangaben, sondern um ein gemeinsames Gefühl. Schottland erinnert Ebensperger generell an Südtirol – oder auch andersrum, und er meint damit das Fremdeln in einem Staat, zu dem man irgendwie nur zu 55 Prozent gehören will, und wahrscheinlich auch die gelegentlich bis häufig auftretende Bockigkeit als bestimmender Charakterzug der Bewohner. Jonas Ebensperger entspricht allerdings nicht dem Klischee des Südtirolers – und auch nicht dem des Whisky-Brenners. Er hat nach dem Studium Musik in Deutschland gemacht, ziemlich spezielle Musik, wie er selber sagt, eher am Rechner als instrumental. Er sagt: „Ich bin von der brotlosen Kunst dazu übergewechselt, aus Brot Kunst zu machen.“ Dann zögert er kurz und schiebt nach: „Gut, das war jetzt a bisserl pathetisch.“ Als er eines Tages nach Südtirol zu Besuch kam, habe sein Vater Albrecht jedenfalls in einer Art „Alchimistenkeller“ gesessen. Der Senior hat als Kunsthistoriker nicht nur ein Händchen für alte Gebäude – unter anderem sanierte der Baumeister das MessnerMuseum Sigmundskron in Bozen –, sondern auch einen Sinn für das Geschäft und als Sommelier eine Vorliebe für gute Getränke. „Von ihm Kam die Idee, aus dem einheimischen Roggen etwas zu machen“, meint sein Sohn. Dabei war man früher eigentlich der Meinung, dass guter Whisky meist aus Gerste herstellt wurde, und zwar dort, wo Die Menschen den Whisky noch wie Whisky aussprechen: in Schottland oder Irland oder vielleicht gerade noch in Kentucky, wobei sich die Amerikaner meistens mit Mais behelfen. Inzwischen räumen die Japaner reihenweise Preise für ihre Whisky- Kreationen ab, und in Deutschlandwerden selbst für junge Single Malts von oberbayerischen Seen horrende Preise verlangt – und bezahlt. Der letzte Beweis, wie unglaublich trendy Whisky mittlerweile sein soll, ist wohl der, dass er angeblich schon wieder von anderen Trendgetränken wie dem Gin abgelöst wurde, wie trendsettende Autoren von Lifestyle-Postillen meinen beobachtet zu haben. Der Familie Ebensperger war die Whisky- Nachfrage jedenfalls Grund genug, etwas zu wagen. Sicherlich ist es kein Zufall, dass die erste Whisky-Brennerei Italiens von einem eher fachfremden Schlösser- Restaurator und seiner generell noch fachfremderen Familie aus einer reinen Liebhaberei heraus gegründet wurde. Aus dem Trentino habe Ebensperger Junior beispielsweise von einem der Grappa-Brenner, die sich eigentlich auf Hochprozentiges verstehen, gehört: „Whisky hat hier nichts verloren.“ Nur lässt sich die Globalisierung der Whisky-Welt nicht aufhalten, nicht einmal von Grappa-Brennern aus dem Trentino. „Wir haben uns bewusst dazu entschieden, den schottischen Weg zu gehen“, sagt Ebensperger. Eine mehr als 100 Jahre alte Getreidemühle wurde für viel Geld von der Insel ausgelöst. „Da hätten wir uns auch zwei Porsches dafür kaufen können.“ Auch die Brennblasen lieferte eine schottische Firma, Forsyths, wobei diese gewissermaßen der Porsche unter den BrennblasenProduzenten ist. Unbezahlbar war der Gedankenaustauschmit den schottischen Besuchern. Andererseits geht es in der globalen Whisky-Welt nicht ohne eine lokale Note, ob man diese nun als südtirolerisch, italienisch oderkontinentaleuropäisch bezeichnet. Gelagert wird das Destillat in Marsalafässern aus Sizilien. Die Gerste kommt aus Bayern, aber ein Großteil des Weizens und natürlich vor allem der komplette Roggen wurde im Vinschgau geerntet. „Nach Roggenbrot ist Whisky das Beste, was man aus dem Ge-

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treide machen kann“, findet Ebensperger. Roggenlaiberl aus dem Vinschgau Kommen als Vinschgerl, fladenförmige Miniaturbrote mit Kümmel, auf den Tisch und sind mittlerweile ein eigener Markenname. Das flüssige Vinschgerl des Familienunternehmens aus Glurns heißt Puni und leitet sich aus dem Namen eines naheliegenden Baches ab. Und dann ist da die Destillerie selbst, ein 13 Meter hoher Kubus aus 5500 roten Betonziegeln, der eher an eine überdimensionale Obstkiste erinnert als an eine schottische Destillerie. Sie liegt in einem Industriegebiet, das so aussieht wie alle Industriegebiete zwischen Schottland und Sizilien, immerhin aber mit Ausblick auf ein paar Apfelbäume, den Ortler und die Kirche der historischen Innenstadt. Die dort zu findenden Scheunenfenster aus Ziegeln hätten Pate bei der Architektur des Glurnser Brennkubus gestanden, nicht Obstkisten. Außerdem sagt Jonas Ebensperger natürlich diesen Satz, den jeder Whisky-Hersteller im Repertoire führt:

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KÜCHENGESPRÄCHE

„Ohne unser Klima ließe sich unser Whisky so nicht herstellen.“Durch die eisigen Winter und die heißen Sommerreife das Destillat schneller. Dabei liegt ein Teil der Fässer in drei angemieteten Militäranlagen mit vier bis sechs Meter dicken Betonwänden. Selten war Alkohol so gut gebunkert. Ob sich all das gelohnt hat, wird das nächste Jahr zeigen. Dann kommt der erste Puni-Whisky auf dem Markt, der sich nach dreijähriger Reifezeit auch wirklich so nennen darf. Bislang gibt es nur Vorläuferprodukte von der Coffee Cream bis zum Aquavite di Cereali. 30 000 bis 50 000 Flaschen werden es dann sein, eine recht überschaubare Menge. Schonjetzt meint Ebensperger: „Wenn die Amerikaner hören, dass es einen Whisky aus Italien gibt, müssen wir wohl Kontingente vergeben.“ Manche sind nämlich der Meinung, dass Whisky noch vor dem Brot das Beste ist, was man aus Getreide machen kann. www.puni.com Übernahme SZ-Artikel "Vinschgerl vom Fass", Dominik Prantl, SZ vom 25.9.2014

HOFKÄSEREI ENGLHORN (I)

Puni Destillerie GmbH Am Mühlbach 2 39020 Glurns Italien PUNI Shop ÖFFNUNGSZEITEN Di – So 10 – 12 & 14 – 18 Uhr Mo geschlossen April – September zusätzlich geöffnet: So 10 – 12 Uhr FÜHRUNGEN Fr 10 Uhr Mi 15 Uhr Anmeldung bis zum Vortag 18 Uhr EUR 10 pro Person GRUPPEN Führungen auf Anfrage EUR 70 + zusätzlich EUR 5 pro Teilnehmer ANMELDUNG & BUCHUNG Sie können Ihre Führung sowohl per E-Mail als auch per Telefon buchen. Teilen Sie uns einfach den gewünschten Tag samt Uhrzeit und die Teilnehmerzahl mit. E-Mail: info@puni.com Telefon: 0473 83 55 00

Die Hofkäserei Englhorn ist seit weit über 200 Jahren im Besitz der Familie Agethle und liegt im Obervinschgau. Viehwirtschaft und Getreideanbau prägen die Landschaft. Die Tradition der Milchalmen hat dazu veranlasst, die gesamte Milch des kleinen Betriebes zu veredeln und dabei nach neuen Wegen zu suchen, die den Mitarbeitern und dem Betrieb Freude und Spaß, aber auch ein entsprechendes Einkommen garantieren. Seit mehr als 10 Jahren verarbeiten sie in der kleinen Hofkäserei die Milch der eigenen Kühe zu qualitativ hochwertigem biologischen Rohmilchkäse. Maximilian Eller der Senner stellt daraus 3 verschiedene Käsesorten her: Arunda der Weichkäse, Tella der Schnittkäse und Rims der Hartkäse. Namengeber für die Käse sind die Gipfel der Sesvennagruppe: Arunda – und Tellakopf sowie der Piz Rims. www.englhorn.com

LA CAVE DE COGNE Restaurant? Wein-Bar? Tee-Stube? Weinladen? Ein bisschen von allem und sogar noch mehr. An einem wunderbaren Fleck in den Bergen des Nationalparks Gran Paradiso liegt dieser neue kulinarische Konzeptladen in Mitten des Aosta Tals, einer kleinen italienischen Alpenregion nahe dem Mont Blanc und dem Matterhorn. Die Einrichtung des Ladens ist warm, traditionell und doch modern zugleich, eine Mischung aus Holz, Stein, Glas und Stahl bestimmt den Stil. Im Sommer sitzt der Gast im Garten und blickt durch ein großes Glasfenster in die offene Küche des Chefkochs Jun Nakajima und genießt einen hervorragende Küche mit lokalen, frischen Produkten, erlesenem Wein und allerlei süßen Köstlichkeiten. Weine, Regionale Wurstwaren und Käsespezialitäten werden das ganze Jahr angeboten. www.lacavedecogne.com

Lembergerland Eine Genussregion für alle Sinne Geprägt von einzigartigen Kulturlandschaften, schlängelt sich das Lembergerland durch das württembergische Enztal. Besucher erleben diese Weinregion aus ganz neuen Perspektiven. Sei es bei einer Weinprobe im Heißluftballon, auf einem Segway durch die Weinberge oder bei Genuss-Seminaren, bei denen die Nase schon mal hinters Licht geführt wird. Im Fokus steht aber immer der Steillagenweinbau. So führen exakt 401 Stufen die terrassierten Weinberge nach oben, umgerechnet 23 Stockwerke. Wer sich sportlich betätigen will, stellt sich am 15. Mai 2015 dem 401-Stäffele-Teamlauf und überwindet die Treppen im Laufschritt. Knapp 300 Genossenschaftsmitglieder im Lembergerland zeigen, wieviel Lebensfreude ihre Weinberge zu bieten haben. www.lembergerland.de

Markthalle Rotterdam Ein Markt, auf dem Lebensmitteleinkauf zum Erlebnis wird, wo man sitzen und sich mit einem Glas Wein und einem leckeren Happen zurück lehnen und genießen, und dabei das bunte Markttreiben beobachten und in sich aufsaugen kann. Die im letzten Herbst eröffnete neue Markthalle, so groß wie ein Fußballplatz, ist ein spektakulärer Bau in Hufeisenform. Staunen Sie und begeben Sie sich auf eine Weltreise des guten Geschmacks und erleben Sie ein Mix aus Marktständen, Restaurants, Bars und open Kirchen Vorführungen. Ergänzt und farblich abgerundet wird das Angebot durch Blumen und Pflanzen. www.markthalrotterdam.nl


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Das Kork-Revival Es korkt. Und das hat nicht so sehr mit Wein oder Champagner zu tun. Nein, immer mehr Designer entdecken Kork für sich. Sie entwerfen Möbel, Leuchten und Accessoires, bei denen das nachhaltige Material zum Einsatz kommt. Von Claudia Simone Hoff Wer erinnert sich nicht an die Achtziger, als Kork auf dem Boden und an den Wänden klebte? Was damals in Mode war und einige Jahre später als Geschmacksverirrung galt, kommt nun in einem schöneren Gewand daher. Denn Kork ist wieder en vogue im Produktdesign. Kein Wunder, denn er absorbiert Schall, ist leicht, elastisch, wirkt feuchtigkeitsregulierend und wärmedämmend. Designer wie Jasper Morrison, Nendo und Patrick Norguet setzen auf Kork und entwerfen für Hersteller wie Vitra, Materia und Kristalia.

Zeit haben Etwas ein Drittel der weltweiten Produktion – 100.000 Tonnen pro Jahr – stammt aus Portugal, aber auch Spanien, Marokko und Algerien produzieren Kork. Über dreißig Jahre dauert es, bis die Korkeiche das erste Mal geschält werden kann – und das auch nur alle neun Jahre. Dabei wird die Korkrinde in mühevoller Arbeit so geschickt vom Stamm gelöst, dass dieser nicht verletzt wird. Ist die Korkrinde geschält, wird sie in großen Wasserbädern gekocht, zwei bis drei Wochen gelagert, geglättet, sortiert und die beste Qualität anschließend zu Wein- und Champagnerkor-

ken verarbeitet – in Portugal immerhin vierzig Millionen Stück pro Tag. Nicht zur Korkenproduktion geeignetes Material und Korkreste werden zu Granulat verarbeitet und zu verschieden dicken Korkplatten und -blöcken gepresst. Daraus werden dann Möbel, Leuchten und Accessoires gefertigt.

Ideen finden Korkabbau, -produktion und -handwerk sind tief in der portugiesischen Kultur verwurzelt. Unterwegs im Land der Korkeichen rund um die Kleinstadt Loulé an der Algarve erzählt João Silvestre Ministro von seinem Hausbau. Er hat Kork für die Konstruktion der Außenwände verwendet, denn das Naturmaterial ist hervorragend geeignet als Wärme- und Akustikdämmung. João Silvestre Ministro schätzt Kork aber nicht nur als Baumaterial. Als Leiter des Projekts TASA (Técnicas Ancestrais, Soluções Actuais/ Altes Handwerk, zeitgenössische Lösungen) engagiert er sich für das Handwerk der Region und versucht es zu vermarkten. Die Idee: das traditionelle Handwerk wiederzubeleben mit Entwürfen junger Designer. Die spiegeln den Zeitgeist wider und schöpfen zugleich aus dem über Generatio-


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nen überlieferten Wissen. Auch das von Wirtschaftskrise und Massenproduktion bedrohte Handwerk – Töpferei, Korbflechterei, Holzund Korkverarbeitung – erhält so neue Impulse. António Luz beispielsweise war Tischler, eher er auf das Material Kork umgestiegen ist. In seiner Werkstatt in S. Romáo im Hinterland von Loulé stellt er für das Projekt TASA in Zusammenarbeit mit einem Keramiker eine Leuchtenkollektion und einen Weinspender her – entworfen vom Berliner Designbüro The Home Project.

Produkte gestalten Leuchtenkollektion und Weinspender sind aus zwei verschiedenen Materialien gefertigt: Kork und Ton. Materialkombinationen sind gerade sehr beliebt, auch bei den großen Herstellern außerhalb Portugals. So hat der finnische Tableware-Hersteller Iittala seine erfolgreiche Dosenkollektion Vitrinii um ein Kork-GlasEnsemble ergänzt und der japanische Designer Nendo für Materia wunderbar schlichte Salz- und Pfefferstreuer mit einem Körper aus Kork und Aufsätzen aus Glas entworfen. Und sogar eine Gartenschere kann aus Kork bestehen, wie die designprämierte Schneidegerätserie Quantum von Fiskars zeigt. Die Scherengriffe aus Aluminium und einem Korkgemisch dämpfen Stöße und liegen rutschfest in der Hand. Neben Gebrauchsobjekten für den Alltag wie Schalen, Leuchten und sogar Waschbecken entdecken immer mehr Designer das strapazierfähige, haltbare und leichte Material Kork auch für ihre Möbelentwürfe. Den internationalen Startschuss für eine kleine Invasi-

on der Korkmöbel hat der britische Designer Jasper Morrison vor einigen Jahren gegeben, als er Cork Family für Vitra entworfen hat. Das sind verschieden geformte Objekte aus Kork, die als Hocker oder Beistelltisch dienen. Oder aber Lucie Koldova. Die tschechische Designerin hat sich für Per/ Use an einen Sofa-Entwurf gewagt, der im April während des Salone del Mobile in Mailand Premiere hatte. Corques ist aus Abfällen der Korkproduktion gefertigt und wird effektvoll kombiniert mit einer Sitzfläche, die mit einem knallroten Stoff vom dänischen Textilhersteller Kvadrat bezogen ist.

Zukunft sichern Auch wenn immer mehr Designer und Hersteller die Vorzüge des Korks zu schätzen wissen. Die Zukunft sieht weniger rosig aus. Denn immer weniger Menschen sind bereit sich mit der arbeits- und zeitintensiven Korkgewinnung und -verarbeitung zu beschäftigen. Und auch die Korkeiche selbst ist bedroht – von Erosion, Waldbränden und einem Pilz namens Phytophthora cinnamomi. Allein an der Algarve hat sich der Korkeichenbestand seit den sechziger Jahren um ein Drittel reduziert und mit ihm die Zahl der Korkfabriken. Bleibt zu hoffen, dass sich die Menschen zurückbesinnen – auf die Tradition des Korkanbaus und auch auf die haptischen und visuellen Qualitäten des Materials. Dann haben gut entworfene Produkte aus Kork eine Zukunft. Claudia Simone Hoff ist Kunsthistorikerin und schreibt über Design, Architektur und Lifestyle für Medien wie Atrium, Wohnrevue, Form, Designlines, pure und ihren Blog http://artandbranding.blogspot.de. Wenn sie nicht gerade auf Reisen ist, lebt sie in Berlin.


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Designmonat Graz Der Mai 2015 steht in Graz wieder im Zeichen des Designmonat Graz, der von den Creative Industries Styria koordiniert und organisiert wird. Designschaffende aller Kreativdisziplinen geben den Ton an. Die UNESCO City of Design Graz lädt zu Ausstellungen, Veranstaltungen und zum Vernetzen ein. 2015 ist Montreal als Partnerstadt aus dem Netzwerk der UNESCO Cities of Design zu Gast. Neu ist die Schaffung eines eigenen Programmschwerpunktes: 2015 ist er dem Thema „(NEU-)Gestaltung des öffentlichen Raums“ gewidmet. Ebenso Teil des Programms sind das Designfestival assembly, „die Lecture Days“ der FH Joanneum, die Ausstellung „SELECTED“ zu zeitgenössischem internationalem Interior-Design und die Award-Gala des „EMEE/Young Scenographers Contest“. Graz | 1.– 31.5.2015 | www.designmonat.at

OPP - Ein reduziertes Porzellanservice für zeitgemäßen Genuss Die asymmetrische Form der Tassen liegt gut in der Hand, so dass trotz Verzicht auf einen Henkel einhändiges Trinken möglich ist. Unterschiedliche Haptiken werden durch feine geometrische Reliefs im Porzellan und präzise aufglasierte farbige und transparente Reliefs erzielt. Durch eben diese verschiedenen Reliefs, Farben und Muster lassen sich unendlich viele Kombinationen zusammenstellen. Individuelles Mischen und Mixen ist eindeutig erlaubt und gewünscht! Materialien: Limoges Porzellan | Fassungsvermögen: niedrige Tasse 250 ml, hohe Tasse: 200 ml OPP entworfen von/ designed by: FAMOS (Hanna Litwin & Romin Heide) www.buerofamos.com

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Neues Urlaubsarchitektur-Buch erschienen!

Mit dem Memoboard Mini von klotzaufklotz können ab sofort wichtige Einkäufe oder Termine nicht mehr vergessen werden. Außerdem ist das Memobard Mini ein toller Blickfang. klotzaufklotz ist ein junges bayerisches Unternehmen für exzellente Holzprodukte www.klotzaufklotz.de

Die erste Publikation in der Edition Urlaubsarchitektur präsentiert drei Essays der Architekturspezialisten Niklas Maak, Gottfried Müller und Frank Kaltenbach und 41 ungewöhnliche Häuser, in denen man Urlaub machen kann. Das Spektrum reicht von luxuriösen Neuinterpretationen der Berghütte über urbane Baum- und andere Traumhäuser in der Stadt bis hin zu spektakulären Unterkünften am Meer. Herausgegeben wird das Buch wieder von Jan Hamer, der im Jahr 2007 die Internetseite www.urlaubsarchitektur.de ins Leben rief. Über 330 Häuser gibt es heute auf der Seite, und laufend werden es mehr. Bei der handverlesenen Auswahl der Destinationen geht es Jan Hamer neben der Architektur auch um den individuellen Anspruch, die konsequente Realisierung eines Konzepts und die persönliche Nähe der Betreiber zu ihrem Objekt. 41 Beispiele werden in diesem Buch ausführlich vorgestellt. www.urlaubsarchitektur.de

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BEAUTIFICATIONproject BIGBAG Carine- grau/schwarz Schöner, geräumiger Shopper aus Rindsleder. Oben hellgraues Velour Leder unten schwarzes Glattleder. www.selekkt.com

London Design Festival 2015

Alex Valder Salatschleuder (gross) Die große Salatschleuder von Alex Valder eignet sich hervorragend für grosse Familien, lässt sich in der Maschine waschen, verschwindet ganz klein in der Schublade oder tarnt sich als Geschirrtuch. Unübertroffen der Spassmoment und der Erfolg, wenn das Wasser aus dem Beutel fließt. Aussen Baumwolle PUbeschichtet, innen PE-Netzstoff, bei 60Grad waschbar. Maße: Höhe ca.65 cm, Breite ca.33 cm. www.alexvalder.de

Das London Design Festival zeigt die neuesten Design-Trends an verschiedensten Orten der Stadt. Das führende und innovative Designfestival präsentiert die größten kreativen Talente, Studios wie Einzelpersonen aus der ganzen Welt, in mehr als 300 Veranstaltungen, Ausstellungen, Seminaren, Shows und Pop-up Veranstaltungen. Ob in dem ehrwürdigen Victoria and Albert Museum, in kleinen Studios, im öffentlichen Raum an einigen bekannten Londoner Sehenswürdigkeiten oder an ungewöhnlichen Orten, man kann und soll dem Design nicht aus dem Weg gehen, sondern ihm bewusst begegnen und sich mit den originellen Entwürfen auseinander setzten, begeistern und darüber nachdenken. London | 19. – 27.9.2015 www.londondesignfestival.com

Jahrhundert des Kindes Nordisches Design für Kinder von 1900 bis heute Das Nordische Designmuseum widmet sich in seiner Ausstellung >>Jahrhundert des Kindes>> der Einstellung zu KinKay Bojesen, 1930erne, dern in der Gesellschaft und Foto © Pernille Klemp reflektiert das Phänomen der Kindheit selbst.. Gezeigt wird von Junk-Spielplätze und Odders Kinderwagen bis hin zu Winthers Dreiräder und LEGO Steinen, alles was nordisches Design und Architektur für Kinder des 20. Jahrhunderts ausgemacht hat Die Ausstellung zeigt alle Aspekte der Kind gerechten Gestaltung von Plakaten, Spielzeug und Kinderbüchern, Möbeln, Schulbauten und Spielplätze Kopenhagen | Designmuseum Danmark | bis 30.8.2015 | www.designmuseum.dk

TATTOO SCHTIEFBRUDER Männer Hoodie/Kaputzenpulli Leidenschaft Hellgrauer, schmal und kurz geschnittener Männer Hoodie mit Seitentaschen. Handgefertigter Siebdruck auf 85 % ringgesponnene, gekämmte Bio-Baumwolle und 15 % Polyester Hochwertiger Hoodie von dem Textilhersteller Stanley & Stella, welcher Mitglied bei der Fairwear Foundation (Corporate Social Responsibility) ist und mit anspruchsvollen Zertifizierungen (GOTS, OCS 100, OCS Blended, OEKO-TEX ®, REACH) ausgezeichnet wurde. www.selekkt.com

Im Winter verborgen, im Sommer öffentlich zur Schau getragen: Tattoos sind heute allgegenwärtig. Als kulturhistorische Konstante sind sie aber weit mehr als ein Massenphänomen und kultiges Modeaccessoire. Tattoos erzählen persönliche Geschichten, schaffen Identität und Zugehörigkeit, sollen schmücken, heilen und schützen, sie faszinieren oder stoßen Saira Hunjan, Ashleigh tattooed by Saira Hunab, werden mystifiziert oder sind Teil von jan Foto: Tareq Kubaisi Trends. Die Ausstellung Tattoo lotet erst- © Saira Hunjan mals das breite Spektrum dieser alten und noch immer sehr lebendigen Kulturtechnik im Fokus von Kunst und Design aus, stellt internationale Positionen vor und greift aktuelle Diskussionen auf. Sie beleuchtet die Ambivalenz des Tattoos zwischen Auszeichnung, sozialer Zuordnung, Identitätsmerkmal und Stigmatisierung in verschiedenen Kulturen, sozialen Schichten und Epochen. Hamburg | bis 6.9.2015 | Museum für Kunst und Gewerbe www.mkg-hamburg.de


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© Lucas Foglia AUSSTELLUNGSORTE Hauptausstellung IMAGINE REALITY Fotografie Forum Frankfurt Braubachstraße 30 – 32 60311 Frankfurt am Main www.ff frankfurt.org Museum Angewandte Kunst Schaumainkai 17 60594 Frankfurt am Main www.museumangewandtekunst.de MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main Domstraße 10 60311 Frankfurt am Main www.mmk-frankfurt.de AUSSTELLUNGSDAUER IMAGINE REALITY 20.6. – 20.9.2015 PUBLIKATION Begleitend zu RAY 2015 wird ein umfangreicher Katalog im Kehrer Verlag erscheinen. EINTRITT RAY 2015 Hauptausstellung IMAGINE REALITY im Fotografi e Forum Frankfurt,  Museum Angewandte Kunst und MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main Regulär EUR 12 (ermäßigt EUR 6) ÖFFNUNGSZEITEN: Di – So 10 – 18 Uhr,  Mi 10 – 20 Uhr Montag geschlossen

IMAGINE REALITY RAY 2015 Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain 20.6. – 20.9.2015 Vom 20. Juni bis 20. September 2015 präsentiert die internationale Fotografie-Triennale RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain herausragende Positionen der zeitgenössischen Fotografie in Frankfurt und im RheinMain-Gebiet. Gemeinsam zeigen das Fotografie Forum Frankfurt, das Museum Angewandte Kunst und das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main die Hauptausstellung IMAGINE REALITY. 28 zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler nehmen Fragmente der Wirklichkeit zum Ausgangspunkt, um imaginäre und visionäre Bildwelten zu erschaffen. Dabei bewegen sie sich zwischen dokumentarischer, angewandter und künstlerischer Fotografie. Bereits die frühen Fotokunst-Pioniere des 19. Jahrhunderts verwendeten die fotografischen Verfahren, die zunächst eine naturgetreue Abbildung der Wirklichkeit ermöglichen sollten, für ihre eigenen unvorhergesehenen Zwecke: für die Erzeugung von Illusionen, Bildwirklichkeiten die inszeniert und konstruiert wurden. Damit waren Sie den Illusionisten und Schaustellern näher als

die Dokumentaristen ihrer Zeit. Anderthalb Jahrhunderte nach der Erfindung der Fotografie haben durch die digitalen Medien Parallelwelten und -identitäten Einzug in unseren Alltag gehalten. Konsumenten stehen eine Vielzahl von Mitteln bereit, um sich in Zweit-Realitäten zu begeben oder diese selbst zu erschaffen. Dies stellt neue Herausforderungen an den Reflexionsgrad und die Komplexität der künstlerischen Fotografie dar. Während die Trennlinien zwischen Realität und Imagination unschärfer geworden sind, hat der Akt des Transformierens an Bedeutung gewonnen und ist selbst Gegenstand der Kunst geworden. Die Gruppenausstellung IMAGINE REALITY greift diese Prozesse auf: Durch die heutigen unbegrenzten Möglichkeiten der Erzeugung, Bearbeitung und Verbreitung von Bildern eröffnet sich ein facettenreiches Spektrum, Übergangsszenarien zu erfassen und zu interpretieren. Es entstehen neue Bildwelten, die ebenso von unserer Gegenwart zeugen, als auch in die Zukunft weisen. Wie können und möchten wir die Welt heute sehen? Wie entwickeln sich jenseits des Dokumentarischen Bild-

sprachen, die philosophische und existentielle Aspekte menschlichen und dinglichen Daseins unserer Zeit vermitteln? Die Ausstellung stellt künstlerische Positionen vor, die sich vom Anspruch des Authentischen lösen und sich bewusst der Flut von Abbildungen privater wie gesellschaftlicher Ereignisse entgegensetzen. Echter und virtueller Raum, Dokumentation und Inszenierung durchdringen sich in ihren Werken und führen zu einer Erweiterung des Realen. Bei allen unterschiedlichen Verfahren und Möglichkeiten des Mediums zeigt die Ausstellung, was den Künstlern gemeinsam ist: Ihre Bilder führen durch Verwandlung der Umgebung in eine Welt, in der Realität und Fiktion, Fakten und Illusion untrennbar miteinander verwoben sind. Auf Initiative des Kulturfonds Frankfurt RheinMain haben sich renommierte Institutionen zu dieser einzigartigen Kooperation zusammengeschlossen: Die Art Collection Deutschen Börse, die Darmstädter Tage der Fotografie, die Sammlung Deutsche Bank, die DZ BANK


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PARTNER-AUSSTELLUNGEN RAY 2015 legt in ihrer zweiten Ausgabe besonderen Wert auf künstlerische Neuproduktionen. Die im Auftrag von RAY 2015 entstehenden Arbeiten werden in enger Zusammenarbeit zwischen den Kuratoren und Künstlern entwickelt und knüpfen thematisch an die Hauptausstellung IMAGINE REALITY an. Sie sind sowohl in der Hauptausstellung als auch in den Partnerinstitutionen in Frankfurt und der Region, teilweise im Rahmen von Einzelausstellungen der beauftragten Künstler, zu sehen. So bündelt RAY 2015 nicht nur die Kompetenz der Partner in der Region, sondern stärkt diese auch nachhaltig durch die Unterstützung von Neuproduktionen.

© Georges Rousse, ADAGP, 2014

© Trevor Paglen

Darmstädter Tage der Fotografie Georges Rousse

Frankfurter Kunstverein Trevor Paglen

26. Juni – 4. September 2015 Eröffnung: 25. Juni 2015 | www.dtdf.de

20. Juni – 30. August 2015 Eröffnung: 19. Juni www.fkv.de

© Zanele Muholi

© Jörn Vanhöfen

© Nicole Ahland, VG-Bildkunst, Bonn, 2014

Deutsche Börse Photography Prize im MMK 3 des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main

Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim Jörn Vanhöfen

Museum Wiesbaden Nicole Ahland. Nichtraum – Die Sache mit dem Licht

20. Juni – 20. September 2015 Mit den 4 Finalisten Nikolai Bakharev, Zanele Muholi, Viviane Sassen sowie ein Kooperationsprojekt der Künstler Mikhael Subotzky & Patrick Waterhouse. www.deutsche-boerse.com/art

1. Juli – 20. September 2015 Eröffnung: 28. Juni www.opelvillen.de

19. Juni – 13. September 2015 Eröffnung: 18. Juni, 18 Uhr www.museum-wiesbaden.de

© Abelardo Morell, 2010

Kunstsammlung, das Fotografie Forum Frankfurt, der Frankfurter Kunstverein, die Marta Hoepffner-Gesellschaft für Fotografie e.V./ Stadtmuseum Hofheim, das Museum Angewandte Kunst, das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, das Museum Wiesbaden, der Nassauische Kunstverein Wiesbaden und die Stiftung Opelvillen, Rüsselsheim. Nicole Ahland (DE), Sonja Braas (DE/US), Barbara Breitenfellner (AT), Sophie Calle (FR), David Claerbout (BE), Jonas Dahlberg

© Anna Vogel

© Ming Wong

ART FOYER – DZ BANK Kunstsammlung Die Idee der Landschaft

NKV Nassauischer Kunstverein Wiesbaden Ming Wong „Me in Me“

26. Juni – 5. September 2015 www.dzbank-kunstsammlung.de

19. Juni – 2. August 2015 Eröffnung: 18. Juni, 19 Uhr www.kunstverein-wiesbaden.de

(SE), Cristina de Middel (ES), Klaus Elle (DE), Jan Paul Evers (DE),

© Sascha Weidner

Marta Hoepffner-Gesellschaft für Fotografie e.V. im Stadtmuseum Hofheim Sascha Weidner

22. Juni – 20. September 2015 Eröffnung: Sonntag, 21. Juni www.hoepffner-preis.de | www.hofheim.de

Lucas Foglia (US), Joan Fontcuberta (ES), João Maria Gusmão & Pedro Paiva (PT), Beate Gütschow (DE), Barbara Kasten (US), Annette Kelm (DE), Cinthia Marcelle (BR), Maix Mayer (DE), Abelardo Morell (CU/US), Sanaz Mazinani (IR/CA), Yamini Nayar (US), Hans Op de Beeck (BE), Trevor Paglen (US), Miguel Rio Branco (BR), Georges Rousse (FR), Viviane Sassen (NL), Kathrin Sonntag (DE), Simon Starling (GB), Anoek Steketee (NL), John Stezaker (GB), Jan Tichy (CZ/US), Jörn Vanhöfen (DE), Sascha Weidner (DE), Ming Wong (SG), Wolfgang Zurborn (DE).

www.ray2015.de

AKADEMIE DES FOTOGRAFIE FORUM FRANKFURT Workshops und Vorträge im Rahmen von RAY 2015 IMAGINE REALITY Samstag, 20.6.2015, 18 Uhr Vortrag von Lucas Foglia,  Fotograf, USA

Freitag, 26.6.2015, 18 Uhr Vortrag „Catch“ Wolfgang Zurborn, Fotograf, Köln

Freitag, 3.7.2015, 18 Uhr Vortrag von Beate Gütschow,  Künstlerin, Köln/Berlin

Samstag/Sonntag, 5./6.9.2015, 10 – 18 Uhr Samstag/Sonntag, 10./11.10.2015, 10 – 18 Uhr Workshop mit Markus Schaden und Wolfgang Zurborn „Das Fotobuch - Basic und Advanced Workshop“

Samstag/Sonntag, 4./5.7.2015, 10 – 18 Uhr Workshop mit Beate Gütschow Freitag, 4.9.2015, 18 Uhr Vortrag Sascha Weidners

Samstag/Sonntag, 27./28.6.2015, 10 – 18 Uhr Workshop „Bis es weh tut – Photographie als ein Bild von Empathie und Bilderzählung“ Sascha Weidner Freitag, 9.10.2015, 18 Uhr Vortrag von Markus Schaden,  Buchhändler und Publizist, Köln

Samstag/Sonntag, 10./11.10.2015, 10 – 18 Uhr Zweiter Teil des Workshops »Das Fotobuch - Basic und Advanced Workshop« Mit Markus Schaden, und  Wolfgang Zurborn


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Fotografie der Musealisierung seines Werks entgegentreten: „Cheap, quick, and dirty, that’s how I like it!“. Darüber hinaus wird die Ausstellung durch die seltene Serie From the Bus (1958) aus dem Bestand des Museum Folkwang ergänzt, die Franks Abschied von der Street Photography und seinen Übergang zum Film markiert. 24.4. – 16.8.2015 | Museum Folkwang | www.museum-folkwang.de

© photo basel

Basel (CH) | photo basel Basel wird Standort einer neuen Messe für Fotokunst. Die photo basel ist die erste Messe in der Schweiz, welche sich der internationalen künstlerischen Fotografie widmet. Das Spezielle daran; prominente Galerien zeigen Werke von jungen Künstlern welche unter 40 Jahre alt sind. Die photo basel findet erstmals statt vom 17. bis 20. Juni 2015 zeitgleich zur Art Basel. Etwa 30 Galerien aus aller Welt zeigen klassische und zeitgenössische Positionen der Fotografie. Die photo basel bietet ihren Besuchern außerdem Sonderausstellungen und ein themenbezogenes Begleitprogramm zu Fragen des Fotokunstmarkts. Zusammen mit der Messe werden gemeinnützige Engagements umgesetzt. Ort der Vorstellung der photo basel ist der Ackermannshof, ein teils mittelalterlicher Gebäudekomplex  in der Basler Altstadt, unweit des Rheins mit einigen hundert  Quadratmetern nutzbarer Ausstellungsfläche.  „Die Fotografie ist das populärste Medium unserer Zeit.  Während der vergangenen beiden Jahrzehnte hat es sich im Kunstmarkt und in den Museen spektakulär etabliert. Nicht nur die Schweiz, sondern auch der Raum Basel besitzt große fotografische Traditionen.  Die Art Basel-Woche spiegelt das nur unzureichend wider. Basel steht nicht auf der Agenda der internationalen Fotoszene, ihrer Protagonisten, Kuratoren und Sammler. Dies werden wir ändern“, sagt der Basler Sven Eisenhut, einer der Gründer der photo basel.  Ihm stehen als Organisatoren zahlreiche Partner der Kunst und Messeszene zur Seite. Die photo basel positioniert sich nicht als Konkurrenz  zur Art Basel und ihrer Satellitenmessen. „Fotografie braucht eigene Räume. Sie braucht ein Forum im Kontext der zeitgenössischen Kunst. Deswegen veranstalten wir die photo basel.“ 17. – 20.6.2015 | Ackermannshof, St. Johannsvorstadt 19-21, 4056 Basel | www. photo-basel.com

Berlin | Bühne West-Berlin Fotografien von Harry Croner aus  vier Jahrzehnten Die Gedächtniskirche in einem besonderen Rahmen. 40 Jahre begleitete der Pressefotograf Harry Croner (1903-1992) das Leben in der Halbstadt mit der Kamera: den Wiederaufbau und das Entstehen neuer Wahrzeichen, große und kleine Ereignisse, Prominenz aus Kultur und Politik, ganz besonders das Geschehen auf den Bühnen der Stadt. Seine Bekanntschaft mit vielen in Berlin lebenden und gastierenden Künstlern ermöglichte ihm eindrucksvolle Momentund Porträtaufnahmen. Croners fotografisches Werk, das mit dieser Auswahl erstmals vorgestellt wird, ist die Chronik einer Epoche und zugleich Hommage an eine kleine Insel der Weltpolitik, die vor allem eines war, die große Bühne für Kultur. Bis 28.6.2015 | Märkisches Museum | Stadtmuseum Berlin | Infoline: (030) 24 002–162 | www.west.berlin | www.stadtmuseum.de Die Kinogrößen Paul Hubschmid und Sonja Ziemann während der III. Berliner Filmfestspiele 1953 auf dem Kürfürstendamm. © Stadtmuseum Berlin | Foto: Harry Croner

Aus der Serie „THINGS COME APART“ © Linda Bournane-Engelberth

Hamburg | The New Social European Photo Exhibition Award 02

TASHA TILBERG. PARIS, DUTCH MAGAZINE, 1997. © Mario Testino

Berlin | Mario Testino. In Your Face Erstmals ist der einflussreiche Fotograf Mario Testino in einer Ausstellung in Berlin zu sehen. Die von der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin in den Ausstellungshallen am Kulturforum präsentierte Schau „Mario Testino: In Your Face“ zeigt in 125 Bildern die ganze Bandbreite seiner fotografischen Arbeit und setzt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die provokanten Kontraste. Die Ausstellung wurde realisiert in Partnerschaft mit Swarovski. Die Ausstellung „In Your Face“ feierte ihre Premiere 2012 im Museum of Fine Arts, Boston, und war 2014 im Museo de Arte Latinoamericana de Buenos Aires (MALBA) sowie im Museu de Arte Brasileira (FAAP) in Sao Paolo zu sehen. Nun wird sie zum ersten Mal in Europa gezeigt. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Experimentierfreude und Vielfalt im fotografischen Schaffen Mario Testinos, die Respektlosigkeit, Eleganz und Widersprüchlichkeit seiner Bilder. Auswahl und Präsentation der offiziellen Porträts und privaten Schnappschüsse, von Akt- und Modefotografien, von Farb- und Schwarz-Weiß-Aufnahmen entstanden unter Testinos Mitwirkung. Berlin Kulturforum | 20.1. – 26.7.2015 | www.smb.museum

Essen | CHINA 8 Works in Progress Fotografie aus China Im Rahmen des großangelegten Ausstellungsprojektes CHINA 8 in acht Städten und neun Museen an Rhein und Ruhr präsentiert das Museum Folkwang zeitgenössische chinesische Fotografie: Die Ausstellung, kuratiert von William A. Ewing, gibt eine Bestandsaufnahme der aktuellen chinesischen Fotoszene in Echtzeit wieder. Ausgestellt werden Arbeiten von rund 20 chinesischen Fotografinnen und Fotografen, Künstlerinnen und Künstlern, die zur gleichen Zeit, Frühjahr und Sommer 2015, in Museen und Kunsthallen in China präsentiert werden. Damit unterscheidet sich die Ausstellung von allen bisherigen Retrospektiven oder ÜberblicksausCai Dong Dong The photographer, 2014 Bromsilbergelatine 25, 15 × 30 4×2 cm Courtesy of the artist © Cai Dong Dong

stellungen, die es zum Thema der zeitgenössischen chinesischen Fotografie gab. Im Museum Folkwang werden ausschließlich Arbeiten zu sehen sein, die im Jahr 2015 produziert, erstmals ausgestellt oder veröffentlicht worden sind. Zudem werden bereits einige Arbeiten gezeigt, bevor sie im Herbst in China erstmals öffentlich ausgestellt werden. 15.5. – 13.9.2015 | Museum Folkwang | www.museum-folkwang.de

Der European Photo Exhibition Award (epea) geht in die zweite Runde. Zwölf Nachwuchsfotografen aus acht europäischen Ländern haben zum Thema »The New Social« fotografische Essays erarbeitet. Für Deutschland nehmen die Fotografen Stephanie Steinkopf und Paula Winkler aus Berlin sowie der aus der Ukraine stammende und nun in Mainz lebende Kirill Golovchenko an dem Projekt teil. Die Foto-Essays werden vom 1. April bis 31. Mai im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg als Abschluss der Wanderausstellung zu sehen sein, die über Oslo und Lucca sowie die Messe Paris Photo führte. 1.4. – 31.5.2015 | Deichtorhallen Hamburg/Haus der Photographie | www.epeaphoto.org und www.deichtorhallen.de

Essen | Robert Frank Books & Films, 1947–2014  Robert Frank (*1924, lebt in New York und Mabou) gehört zu den einflussreichsten Fotografen des 20 Jahrhunderts. Das Museum Folkwang richtet in der Schau Robert Frank. Books and Films, 1947–2014 den Blick auf die vielen, publizierten Bücher und Manuskripte dieses Revolutionärs der subjektiven Dokumentarfotografie; außerdem wird Franks filmisches Werk vollständig gezeigt. Die Fotografien aus Robert Franks Büchern werden zusammen mit einer Auswahl von bislang noch nicht ausgestellten Kontaktabzügen per Acryl-Inkjetdruck auf bis zu vier Meter lange Zeitungspapierbahnen gedruckt und dann direkt an die Wände geklebt. Mit diesem Präsentationskonzept will Frank selber Robert Frank From the Bus, New York, 1958 © Robert Frank

Aus der Serie "Upper Eastside Party", 2013, © Phillip Toledana

Hamburg | 6. TRIENNALE DER PHOTOGRAPHIE HAMBURG INTERNATIONALES FOTOFESTIVAL  10 Tage für die Fotografie – Ausstellungen – Internationale Konferenzen – Künstlergespräche u.v.m. Unter dem Motto „THE DAY WILL COME“ wird Hamburg vom 18. bis 28. Juni 2015 zum sechsten Mal das Zentrum für Fotografie in Deutschland. In zehn Tagen konzentriert die Triennale außergewöhnliche Ideen, Begeisterung und Engagement für die Fotografie in Vorträgen, Filmen, Projektionen, Begegnungen sowie Ausstellungen, die auch über den Festivalzeitraum hinaus zu sehen sein werden. Festivalzentrum ist ein Containerdorf an den Deichtorhallen, in denen eine umfangreiche Schau des New Yorker Fotografen Phillip Toledano und Werke aus der Sammlung F.C. Gundlach zur Triennale präsentiert werden. 18. – 28.6.2015 | Deichtorhallen Hamburg/ Haus der Photographie | www.phototriennale.de und www.deichtorhallen.de

Hannover | Nan Goldin Nan Goldin (*1953 in Washington, D.C.) nimmt eine zentrale Position in der zeitgenössischen Fotografie ein. Häufig erzählen die Aufnahmen von ihren persönlichen Beziehungen und ihrem Freundeskreis. In Form eines visuellen Tagebuchs beschreibt Goldin nicht nur intime Momente, sondern verweist zugleich auf soziale Zustände und Entwicklungen in der Gesellschaft. Das Werk »Sco-


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Fiona Tan, „Vox Populi, Tokyo“ (2007), 4. Fotofestival 2011, Foto: Michael Ebert.

DAS 6. FOTOFESTIVAL MANNHEIM-LUDWIGSHAFEN-HEIDELBERG

Zeitgenössische Fotografie als Spiegel der Gesellschaft Alle zwei Jahre im Herbst verwandeln sich die Städte Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg für zwei Monate zum internationalen Treffpunkt der Fotoszene. Das Fotofestival Mannheim_Ludwigshafen_Heidelberg zieht den fachkundigen Experten genauso an wie den fotointeressierten Besucher, denn seit 2005 hat sich das Festival zum größten kuratierten Fotofestival in Deutschland entwickelt. Jede neue Ausgabe widmet sich einem spezifischen Thema, das von einem renommierten Gastkurator entwickelt wird und der internationale, bekannte und aufstrebende KünstlerInnen zu einer thematischen Gruppenschau in den beteiligten Ausstellungshäusern der Städte einlädt. Die Zahl 7 verweist dieses Jahr nicht nur auf die 7 Kunstinstitutionen, u.a. die Kunsthalle Mannheim, das WilhelmHack-Museum in Ludwigshafen und der Heidelberger Kunstverein, die beteiligt sind, sondern sie spielt auch thematisch eine zentrale Rolle bei der sechsten Ausgabe des Festivals.

ten Psychen, maßloser Gier, schließlich mit „[7]PF − [7] Orte [7] Prekäre Felder heute − dem Verlust von Selbstkontrolle, mit Gewalt, [7] Places [7] Precarious Fields Today“ lautet Überwachung und Strafe. Ebenfalls wird die der Titel des diesjährigen Fotofestivals und Kommunikation und die Kontrolle mit und beschreibt die Verhältnisse der heutigen durch fotografische Bilder ein zentraler Fokus Welt-Gesellschaft anhand von ausgewählten des Festivals sein. So wird u.a. der chinesiinternationalen zeitgenössischen Fotografien sche Künstler Ai Weiwei, der für seine reund Videoarbeiten in 7 Museen und Kunstorgimekritischen Performances ten der Metropolregion Rheinund Installationen weltweit Necker. In einer Mischung Beachtung findet, seine erste aus dokumentarischen und Bilderserie zum Thema „Prokünstlerischen Arbeiten, aus visional Landscape“ zeigen. Wandbildern, Projektionen, Er dokumentiert die rasende Installationen und VitrinenUmwälzung der Vororte in Arbeiten soll ein auch optisch Peking in den letzten Jahren, sichtbares diskursives Klima die vor allem zu Lasten der erzeugt werden, das der BeEinwohner gehen. Alle Ausschäftigung mit diesen wichtistellungen setzen sich mit gen Themen gerecht wird. Die einer Lebensrealität im 21. Ausstellung beschäftigt sich Jahrhundert auseinander und mit Entwurzelung, Entortung, Urs Stahel, Kurator des 6. Fotofestispiegeln über die Werke der Entfremdung, mit High-Techvals 2015 | © Dan Cermak, Zürich. Fotografen und Künstlern die Produktion und Sozialkonprekären Verhältnisse einer turbo-globalitrolle, mit realer und virtueller Migration, sierten Welt wider. mit übersteigerten Selbstbildern, überspann-

Kuratiert wird das diesjährige Fotofestival vom international tätigen Fotografiespezialisten und Kurator Urs Stahel. Der gebürtige Schweizer studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Universität Zürich. Er arbeitete als Redakteur und Kunstkritiker für Feuilletons und Kunstmagazine. 1993 gründete er zusammen mit Walter Keller und George Reinhart das Fotomuseum Winterthur, das sich in den 20 Jahren unter seiner Leitung zu einem der wichtigsten Häuser für Fotografie entwickelt hat. Außerdem ist er auch tätig als Gastprofessor an der Universität Zürich, als Dozent an der Zürcher Kunsthochschule und als Kurator des neuen Zentrums für Industriekultur in Bologna, MAST. Urs Stahel kuratierte zahlreiche Ausstellungen weltweit und verfasste Publikationen der bekanntesten Fotokünstler. 6. FOTOFESTIVAL MANNHEIM-LUDWIGSHAFEN-HEIDELBERG 18.9. – 15.11.2015 Verschiedene Ausstellungsorte in Mannheim, Ludwigshafen  und Heidelberg www.fotofestival.info KONTAKT: Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg E 4, 6 | 68159 Mannheim Tel: +49 (0)621 - 122 73 12 | Fax: +49 (0)621 - 122 73 80 info@fotofestival.info

Eine Auswahl von mehr als sechzig Bildern zeigen Hepburn als Ikone, mit zum Teil alten, klassischen und seltenen Drucken von führenden Fotografen des zwanzigsten Jahrhunderts wie Richard Avedon, Cecil Beaton, Terry O‘Neill, Norman Parkinson und Irving Penn. Daneben werden eine Reihe von Vintage Magazin Covern, Fotos aus Filmen und außergewöhnliches Archivmaterial gezeigt, dass die Besonderheit, das Talent und den Kultstatus Audrey Hepburns unterstreichen. London | National Portrait Galery | 2.7. – 18.10.2015 | www.npg.org.uk

Reggio Emilia (I) | Fotografia Europea

Nan Goldin, The Look, 2014 © Nan Goldin

pophilia« umfasst Fotografien von Meisterwerken im Louvre in Paris. Diese setzt sie in Bezug zu sehr persönlichen Aufnahmen von Freunden und ihrer Familie. 19.6. – 27.9.2015 | kestnergesellschaft.de

London (GB) | Audrey Hepburn  Portraits of an Icon Diese faszinierende Fotoausstellung »Audrey Hepburn – Portraits of an Icon« veranschaulicht das Leben der Schauspielerin und Mode-Ikone Audrey Hepburn (1929-1993), von ihren frühen Jahren als Chorsängerin in Londons West End bis hin zu ihrer wohltätigen Arbeit im späteren Leben. Sie zeigt Portraits einer Ikone, die einer der weltweit am meisten fotografierten und erkennbaren Stars war und ist. Audrey Hepburn in Rome by Cecil Beaton, 1960 ©The Cecil Beaton Studio Archive at Sotheby’s

Seit 2006 veranstaltet die Stadt Reggio Emilia ein internationales Fotofestival, die »Fotografia Europea«. Dabei steht die Fotografie im Mittelpunkt als privilegiertes Werkzeug zur Reflexion von der Komplexität des modernen Lebens. Jedes Jahr sind Fotografen eingeladen sich einem bestimmten Thema zu stellen, wie z.B. Urbanität, Körper, Zeit, das sehende Auge, Veränderungen oder Staatsbürgerschaft. Viele Aufnahmen entstehen speziell für das Festival und werden anschließend Teil der öffentlichen Sammlung der Stadt. Anlässlich der diesjährigen Expo in Mailand widmet sich das Festival dem Expo Thema >> Feeding the Planet, Energy for Life<<.Die eingeladenen Fotografen sind aufgefordert sich mit der zukünftigen, großen Herausforderungen der Welternährung auseinanderzusetzen. 15.5. – 17.5.2015 Eröffnungstage | www.fotografiaeuropea.it/

© FOTOGRAFIA EUROPEA - EDIZIONE 2014


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Leverkusen

Bezau Beatz »Musik für Menschen mit einer off enen Geisteshaltung«

JAZZ bei Bayer Kultur

Von Bregenz am Bodensee bis zum Hochtannberg am Arlberg erstreckt sich das breite Tal des Bregenzerwaldes, in welchem in mitten einer wundervollen Natur sich seit Jahrhunderten eine beispielhaft authentische Kultur entwickelt: Landwirtschaft, Architektur, kreatives Handwerk, Holzbau, Kunst- und Gastgewerbe existieren hier in einer Symbiose, die den Spagat aus alpiner Alpenromantik und globalisierter Vernetzung herausragend geschafft hat. Es ist deswegen nicht weit hergeholt, dass der Bregenzerwald auch in Sachen Musik- und Kulturveranstaltungen die Nase vorn hat. Vom 6. bis 8. August wird mit den BEZAU BEATZ offensichtlich und mit großer Freude die Kreativität der Metropole in die Provinz verlegt. Dabei kommt es nicht etwa zu Qualitätsverlusten, sondern zu einem spürbaren wie fruchtbaren Aufeinander treffen von Gegensätzen. www.bezaubeatz.at

Off beat Jazzfestival Basel - das grosse Jubiläum

Olivia Trummer © Dietmar Scholz

„Ich las die Geschichte, wie Louis Armstrong zur Band King Olivers kam, und daher spielte ich beim Üben immer aus dem Fenster heraus, in der Hoffnung, dass Louis Armstrong vorbeikommen und mich für seine Gruppe engagieren würde.“ (Lester Bowie, 1972)

Es ist nicht bewiesen, dass die Künstlerinnen und Künstler, die bei Bayer Kultur auftreten, ebenfalls bei geöffnetem Fenster üben. Sicher ist, dass sie die Leidenschaft für die Musik eint. Bereits seit 1907 engagiert sich die Bayer AG kulturell, 1908 kam mit dem Erholungshaus ein eigenes Theater- und Konzerthaus hinzu. Ursprünglich gegründet, um die Lebensqualität der Mitarbeiter zu verbessern, entwickelte die Kulturabteilung – heute Bayer Kultur – über Jahrzehnte ein eigenes Profil und richtet jährlich rund 150 Veranstaltungen in den Sparten Konzerte, Oper, Tanz, Schauspiel und Kunst aus. In dieser Reihe hat selbstverständlich auch der Jazz seinen Platz, momentan mit vier verschiedenen „Formaten“: dem Jazz STUDIO, der Jazz KULISSE, einem Auftritt der WDR Big Band sowie der langjährigen Zusammenarbeit mit den Leverkusener Jazztagen.

Insbesondere im Jazz STUDIO und der Jazz KULISSE setzt Bayer Kultur gleichermaßen auf junge, inspirierende Solisten und Bands, die sich durch ihr Können, ihre Spielfreude und eine individuelle Stilistik auszeichnen. So konnte das Leverkusener Publikum in dieser Spielzeit bereits das Louis Stapleton Trio, oui d´accord, das Henning Wolter Trio oder die Pianistin und Sängerin Olivia Trummer erleben. Letztere ist gleichzeitig stARTKünstlerin bei Bayer Kultur und präsentierte im Erholungshaus ihre durch Unterstützung von Bayer Kultur produzierte CD Fly Now. Den Reigen der Jazz-Konzerte setzen im weiteren Verlauf der Spielzeit Benjamin Schaefer – ebenfalls ein ehemaliger stARTKünstler – mit seinem Ensemble Quiet Fire, die deutsch-libanesische Kombo Masaa, DuckTapeTicket sowie Masha Bijlsma und Band fort, die mit handfesten, traditionsbewussten, aber dennoch zeitgemäßen Stücken verzaubern. Schauen Sie doch einfach mal vorbei! Mehr zum Jazz-Programm von Bayer Kultur unter: www.kultur.bayer.de Masaa © Masaa

25 Jahre Offbeat Festival, 40 Jahre Jazz in Basel! Es gibt wahrlich etwas zu feiern. Die Weltklasse zu Gast in Basel vom 8.2.15 bis zum 3.6.15 in über 25 Konzerten mit mehr als 30 Bands und über 200 Musikerinnen und Musikern.Okzident – Orient, Drummer als Bandleader, Mediterranes, Africa meets Jazz, Grosse Stimmen in Jazz und Worldmusic sowie Best Piano-Jazz. Die Schweizer Szene wird im Gare du Nord und im neuen Club des Jazzcampus präsentiert. Grosse Stars der Jazzszene sind zu Gast in Basel: Dino Saluzzi, Stanley Clarke mit seiner Up-Band, Till Brönner mit seinem Quintett, Pete York, Daniel Humair, Tuck & Patti, Dianne Reeves und Avishai Cohen. Eröffnet wird das Festival zusammen mit dem Sinfonieorchester Basel, der e.s.t.-symphony am 16. April 2015. www.offbeat-concert.ch

Jazzdor | Berlin Zum neunten Mal präsentiert das Festival Jazzdor Berlin die neuesten Tendenzen des französischen Jazz und einzigartige deutsch-französische Bandprojekte. Der hochkarätige JazzAustausch findet erneut im Donkey Monkey © Pauline Ruhr Saur Kesselhaus in der Kulturbrauerei in Berlin statt. Dieses Jahr treffen die renommierte Pianistin Julia Hülsmann, Charlotte Greve und ihr Lisbeth Quartet sowie der vielversprechende, junge Berliner Vibrafonist Simon Kanzler auf französische Musiker. Neben dem neuen Trio des Saxophonisten Daniel Erdmann mit Henri Texier, Frankreichs Altmeister am Kontrabass, sowie Christoph Marguet am Schlagzeug, sind auf Jazzdor Berlin gleich sechs weitere Deutschlandpremieren der aktuellen französischen Jazzszene zu erleben. Vier Tage lädt das Festival Jazzdor Berlin wieder zu musikalischen Begegnungen und Entdeckungen ein. 9. Festival Jazzdor | Berlin 2. - 5. Juni 2015 | Kesselhaus, Kulturbrauerei | Knaackstr. 97 | 10435 Berlin | www.jazzdor-strasbourg-berlin.eu

Jazzfest Bonn Moderner Jazz in Bonn: Zwischen dem 7. und 16. Mai ist zum sechsten Mal das „who is who“ der internationalen Jazzszene beim Jazzfest Bonn zu erleben. Efrat Alony | Foto: Carola Schmidt Eröffnet wird das diesjährige Programm mit einem Doppelkonzert des Ausnahmegitarristen Pat Martino und der Jazzsängerin Ulita Knaus im Post Tower. Es folgen unter anderem Konzerte mit der US-amerikanischen Sängerin Lizz Wright, der deutsch-israelischen Sängerin Efrat Alony (Foto), dem Franco Ambrosetti Sextet mit Terri Lyne Carrington und Buster Williams und ein Konzert mit Marilyn Mazur. Das Festival schließt mit einer Weltpremiere: Der Geigenvirtuose Nigel Kennedy präsentiert mit einer kleinen Band sein überarbeitetes Jimi-Hendrix-Programm im Telekom Forum. Erleben Sie Jazz in seiner ganzen Vielfalt: mal melodiös, mal experimentell, mal mit sattem Bigband-Sound. 7. – 16.5.2015 | www.jazzfest-bonn.de

Die 46. Internationale Jazzwoche Burghausen Wenn sich vom 17.-22.03.2015 Kenner und Liebhaber des Jazz‘ zur 46. Internationalen Jazzwoche der malerischen Stadt an der österreichischen Grenze einfinden, kann die IG Jazz Burghausen mit Fug und Recht behaupten: musikalische Schmuckstücke vom Feinsten erwarten das Publikum! Ob es die fünf Nachwuchsbands sind, die als Auftakt bereits um den 7. Euro-


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päischen Burghauser Nachwuchspreis „batteln“ oder die charismatischen Altvorderen wie Pianist Monty Alexander, Trompetenveteran Charles Tolliver und der hochenergetische Saxophonist Kenny Garret, ob es eindrucksvolle Großformationen wie die HR Bigband feat. Rebekka Bakken oder generationsübergreifende Kleingefüge, wie das Duo Michael Wollny/Heinz Sauer sind, eines ist klar: das Programm verheißt eine schillernde Vielfalt rund um den Jazz! www.b-jazz.com

14. Darmstädter Jazzforum

PROGRAMM JACOB KARLZON 3 „Shine“-Tour 2015 Jacob Karlzon – piano, keys, synths & programming | Hans Andersson – bass | Robert Mehmet Ikiz - drums Freitag 13. 2015 | 20 Uhr ev. Gnadenkirche Karten: EUR 26 | erm. EUR 23

Allensbach

„Grenzgänge – Jazz und mehr“ 17. JAZZ am SEE 2015 Einmal mehr unterstreicht Allensbach am Bodensee, dass hochkarätiger Jazz auch abseits der großen Metropolen stattfindet und auf ein begeistertes Publikum trifft. Inzwischen kommen Besucher von Zürich, Freiburg und Stuttgart, um herausragende Musiker/innen in der evangelischen Gnadenkirche, dessen Pfarrer seine Kirche sehr gerne und aus Leidenschaft für den Jazz den Veranstaltern zu Verfügung stellt, zu erleben. Oft verweilen die Besucher nach dem Konzert, um den nächtlichen Blick über den See von der über Allensbach gelegenen Konzertkirche aufzusaugen. Oder bleiben über Nacht, ein, zwei, drei Tage. Dann verbindet sich großartiger Jazz mit dem Erlebnis Geschichte, Natur, Wasser, Essen & Trinken und Wellness für Geist & Seele. Wo kann man dies sonst erleben?

Von Anfang an steht JAZZ am SEE für außergewöhnliche musikalische Grenzgänge, Begegnungen verschiedener Kulturen und Genres, aber auch großer Stimmen des Jazz. Dafür hat sich die Reihe einen renommierten Platz in der Jazzszene geschaffen. Ein Konzert mit der Musikerlegende Charlie Mariano war der Beginn der Reihe. Viele weitere unvergessliche Konzerte mit beeindruckenden Künstlern aus der ganzen Welt folgten. Auch in diesem Jahr wird es wieder musikalische Entdeckungen und Überraschungen geben. Ein kleines, feines und internationales Programm, das Raum für musikalische Grenzgänge gibt, fern jeglicher Banalität.

ADAM BALDYCH (vl) & YARON HERMAN (p) >The New Tradition< Donnerstag, 16.4.2015 | 20 Uhr   ev. Gnadenkirche Karten: EUR 22 | erm. EUR 20 REBEKKA BAKKEN singt Tom Waits “Little drop of poison” Rebekka Bakken – vocals & piano | Rune Arnesen – drums | Svante Henryson – cello & basses | Geir Sundstol – guitars Montag, 11.5.2015 | 20 Uhr ev. Gnadenkirche Karten: EUR 33 | erm. EUR 30 TAKSIM TRIO Hüsnü Şenlendirici – Klarinette | Aytaç Doģlan - Kanun | Ismail Tunçbilek - Bağlama Mittwoch, 30.9.2015 | 20 Uhr ev. Gnadenkirche Karten: EUR 27 I erm. EUR 25 SILJE NERGAARD TRIO »Unclouded« Silje Nergaard – vocal | Hallgrim Bratberg – guitar | Havar Bendiksen – guitar Freitag, 16.10.2015 | 20 Uhr ev. Gnadenkirche Karten: EUR 24 | erm. EUR 21 Das Konzert ist bereits ausverkauft RITA MARCOTULLI (p) & LUCIANO BIONDINI (acc) »La Strada Invisibile« Dienstag, 1.12.2015 I 20 Uhr ev. Gnadenkirche Karten: EUR 22 I EUR 20 Termin-, Besetzungs- und Programmänderungen vorbehalten.

JAZZ „UMSONST & DRAUSSEN“ auf der Bühne am See im Seegarten. Bei schlechter Witterung finden diese Konzerte im Pfarrheim statt. Auszug aus dem Programm: Dienstag 2.6.2015 Trio „mkd“ Freitag 26.6.2015 Landes-Jugend-Jazz-Orchester Ltg.: Klaus Graf Juli 2015 BÊ – Betina Ignacio & Band “Musica Popular do Brasil” Freitag 31.7.2015 Frank Wuppinger Quartett Mittwoch 26.8.2015 Gaptones „Funk & Soul“ aus der Schweiz

JAZZ AM SEE PASS 2015 Sichern Sie sich Ihren Jazzpass für alle 7 Konzerte zum Sonderpreis: EUR 170 I erm. EUR 155

Beim Kauf eines Jazzpasses für 4, 5  oder 6 Konzerte erhalten Sie ca. 10 % Nachlass auf die regulären Eintrittspreise.

SCHÜLERKARTEN Schüler bis 16 J.zahlen EUR 10 pro Ticket.

VERANSTALTER UND KARTENVORVERKAUF Kultur- und Verkehrsbüro Allensbach I Konstanzer Str. 12 | 78476 Allensbach | Tel. +49 (0)7533 / 801 35 | kulturbuero@allensbach.de | www.allensbach.de

“I don’t care whom you’re screwing as long as you’re screwing somebody”, stellt der Pianist Orrin Evans fest – Jazz handle eben vom Zwischenmenschlichen. Tatsächlich kennt der Jazz vielleicht weder Geschlecht noch sexuelle Orientierung, doch der Begriff der „Identität“ spielt eine wichtige Rolle. Dies gilt für Kreative wie für diejenigen, die über Kunst oder Musik nachdenken. Anfang Oktober werden sich in Darmstadt Vertreter/innen aus Wissenschaft, Journalismus und musikalischer Praxis mit dem Thema “Gender and Identity” befassen. Das Darmstädter Jazzforum, das seit 1989 alle zwei Jahre stattfindet, ist eine weltweit einmalige Mischung aus Vorträgen, Diskussionen und Konzerten, die sich mal wissenschaftlich mal aus der Perspektive praktischer Erfahrung mit Jazzmusik auseinandersetzen. 1. – 4.10.2015 | www.jazzinstitut.de

Heidelberg | Enjoy Jazz Das Festival Enjoy Jazz präsentiert sich alljährlich im Oktober und November ca. sieben Wochen lang mit exklusiven Veranstaltungen rund um den Jazz und angrenzende Genres. Mit seinem umfangreichen Programm, seiner Innovationsfreude und hohen programmatischen Qualität hat sich Enjoy Jazz nicht nur als größtes Jazzfestival Deutschlands, sondern auch als eines der renommiertesten Festivals weltweit etabliert. Mehr als 20.000 Besucher kommen jedes Jahr zu eindrucksvollen Spielstätten in und rund um Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen, um Größen wie Joshua Redman, Brad Mehldau oder Archie Shepp, sowie junge Nachwuchskünstler zu sehen. Darüber hinaus bietet Enjoy Jazz wichtige Förderprogramme wie das internationale Symposium für junge Kulturmanager ‚At the Boundaries of Sound’ in der Mannheimer Popakademie. www.enjoyjazz.de

Niendorf I Schleswig-Holstein | JazzBaltica Mehr als 10.000 Besucher folgten Nils Landgrens Ruf »Komm mit ans Meer« im vergangenen Jahr. Vom 3. bis 5. Juli geht das renommierte Jazzfestival auf dem Gelände der Niendorfer Evers-Werft und im Niendorfer Hafen nun in eine neue Runde. Wo im Winter Segelboote und Yachten eingelagert werden, stehen auch in diesem Jahr wieder die Stars der Jazzszene auf einer eigens errichteten Bühne. Neben Konzerten und Sessions wird es auch ein kostenfreies Open-AirProgramm geben – ganz maritim inmitten des bunten Treibens des Niendorfer Hafens. Nur wenige Meter davon entfernt laden der breite Sandstrand und das Rauschen der Ostsee zum Entspannen ein. Und wer in den frühen Morgenstunden, nach der letzten Session, erfüllt den Heimweg antritt, kann mit ein wenig Glück das Auslaufen der Fischerboote beobachten. Landgren, Nils & 3. – 5.7.2015 | www.jazzbaltica.de | TiStrand_1©Hannah Schuh ckets ab 23.3.2015 unter 0431-23 70 70

Europas Bühne für Freigeister – Das Internationale Jazzfestival Saalfelden Längst ist das Festival zum Fixpunkt des europäischen Jazzkalenders geworden, denn der Ruf als „Bühne für Freigeister“ eilt ihm schon lange voraus. Seit mehr als drei Jahrzehnten, immer pünktlich Ende August, eilen Musiker aus aller Welt in die 16.000 Seelenstadt um mit ihren erfrischenden und bunten Klanglandschaften die Konzerthörer zu erfreuen. Musikalisch immer am Puls der Zeit gehört das Jazzfestival Saalfelden mit zu den experimentellsten seiner Art. Die insgesamt 32 Konzerte finden auf sieben Spielbühnen statt, vier davon auf den umliegenden Almhütten inmitten der eindrucksvollen Kulisse des Steinernen Meeres. 27. – 30.08.2015 | www.jazzsaalfelden.com | TicketreservieJazzfestival 2014_by artisual-at_I_ Peter Moser rungen +43 / 6582 / 70660


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Festival da Jazz St. Moritz – die 8. Ausgabe Als wohl höchstgelegenstes Jazz Fest der Welt ist das Festival da Jazz St. Moritz bereits eine fixe Größe auf der Landkarte des Jazz. Nicht zuletzt, weil ganz gegen jedweden Trend zu anonymen Großkonzerten und Megaevents Macher Christian Jott Jenny die ausgewählten Stars in ein außergewöhnliches, intimes Venue einlädt: Dem legendären Dracula Club. Vor 150 Zuschauern und auf Armeslänge entfernt, erleben hier Jazzkenner und -liebhaber, wie ein Chick Corea oder Brad Mehldau in der Clubatmosphäre auftauen und zu den Wurzeln des Jazz als Club-Musik zurückfinden. Das aktuelle Programm wird in Kürze unter www.festivaldajazz.ch veröffentlicht.

20 Jahre Bingen swingt Zur diesjährigen Jubiläumsausgabe warten die Macher des Festivals neben musikalischen Überraschungen auch mit touristischen Leckerbissen auf. Während in der Stadt auf acht Bühnen von Namen, wie China Moses, Roger Cicero, Hildegard lernt fliegen und Jesper Munk gejazzt, geswingt, gebluest und gejamt wird, nimmt der Riverboat-Shuffle den Dixiland mit auf eine Reise. Durch das romantische Flusstal des UNESCO Welterbes Oberes Mittelrheintal zur sagenumwobenen Loreley geht es und für sechs Stunden sorgen die ausgesuchten Bands für gute Laune – echtes MississippiFeeling vor atemberaubender Kulisse! Wer nichts verpassen will, sollte bequem im 4**** Hotel vor Ort übernachten. Das Tourismus-Büro Bingen am Rhein hat verschiedene „Rundum-SorglosPakete“ für Jazz-Freunde vorbereitet. www.bingen-swingt.de

Jazz Festivals in Flandern eine Auswahl

GENT Citadelic Jazz Summer Festival + 28. – 31.5.2015 www.citadelic.be

HUY Ça Jazz à Huy  Juli 2015 www.pays-de-huy.be

Jazzstadt Brüssel Brüssel ist Heimat unzähliger Konzerthallen und Clubs, wo täglich eine Vielzahl an unterschiedlichen Jazzveranstaltungen stattfinden. Dazu ist es Hauptstadt von Generationen belgischer und internationaler Jazztalente. Die Jazzszene Brüssels hat sich in den letzten Jahren zusammen gefunden, formiert und koordiniert, um die Vielfalt, die Einmaligkeit und die spezielle Musikszene der Stadt gmeinschaftlich nach Außen wirken zu lassen und übersichtlicher zu machen. Hierfür haben sich die führenden Veranstalter der Stadt, das Flagey, Brosella, Jazz Station, Jazztronaut und Brussels Jazz Orchestra zusammen getan und haben mit vereinten Kräften und der Untertützung von visit.brussels und der Region BrüsselHauptstadt die Brüssel Jazz Plattform ins Leben gerufen. Brüssel, die JazzTERMINE

GENT Gent Jazz Festival

Hauptstadt Europas? Überprüfen Sie es, und entdecken Sie das große und vielfältige Jazz Angebot Brüssels. Der Brussels Jazz Marathon lockt jedes Jahr Jazzfans aus der ganzen Welt , zahlreiche Festivals wie das Brosella Folk & Jazz, eine alter Bahnhof, der in einen Jazzclub umgewandelt wurde, ein MusikinstrumentenMuseum mit der weltweit größten Sammlung von Saxophonen und verschiedene Plattenfirmen im Herzen der europäischen Hauptstadt tragen zu dem Ruf bei. Jazz erklingt in vielen Clubs , in der Brüsseler U-Bahn oder in den Straßen am International Jazz Day. Brüssel hat etwas für jeden Jazzliebhaber etwas zu bieten.. Informationen unter www.jazzbrussels.be

Marni Jazz Festival 8. – 19.9.2015

Brussels Jazz Marathon (20th edition) 22. – 24.5.2015 www.brusselsjazzmarathon.be

www.theatremarni.com

Jazz Jette June 19.6.2015 www.jazzjettejune.be

10 years of Jazz Station

Brosella Folk & Jazz 11. – 12.7.2015 www.brosella.be

Saint-Jazz-ten-Noode 25. – 26.9.2015 www.saintjazz.be

30.9. – 3.10.2015 www.jazzstation.be Festival (30th edition) 1.10. – 30.11.2015 www.skodajazz.be

Gent Jazz Festival ist das größte Jazz-Festival in Belgien! Es findet in den Gärten des Bijloke statt, wo sich auch das innovative Muziekcentrum De Bijloke befindet. Musiker aus Belgien und internationale Künstler bieten den Besuchern einen bunten Jazzmix. Highlight dieses Jahr ist ein Auftritt des neuen Traumduo des Jazz, Tony Bennett und Lady Gaga. Lunch- und Clubkonzerte rudnen das Programm auf der großen Bühne ab. 9. – 19.7.2015 | www.gentjazz.com

ANTWERPEN Jazz Middelheim Das Ende der 60er Jahre gegründete Festival Jazz Middelheim hat sich zu enem legendären Jazzevent entwickelt. Das Festivalgelände in Antwerpen sind nur wenige Gehminuten von der berühmten Skulpturenpark entfernt. Das viertägige Festival im Grünen zieht jedes Jahr mehr als 20.000 Jazzfans nach Antwerpen und bietet ein spannenden Programmmix aus international bekannten Jazzgrößen und Newcomern. 13. – 16.5.2015 | www.jazzmiddelheim.be Jazz Centrum Vlaanderen


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jazzopen stuttgart – Jazz and More!

Schlossplatz in blue by Opus GmbH Reiner Pfisterer

Jährlich im Juli verwandelt sich die Landeshauptstadt Stuttgart zehn Tage lang in einen Hotspot für Musikfans im Allgemeinen und Jazzfans im Speziellen. Weltstars aus den Genres Jazz, Soul, Blues, Pop und Rock, gastieren auf den Bühnen der jazzopen und ziehen die Besucher in ihren Bann. Hauptbühne des Festivals ist der Ehrenhof vor der imposanten Kulisse des Neuen Schlosses im Herzen der Stuttgarter Innenstadt.

Zu schaffen ist dies nicht nur mit jährlich rund 25.000 Besuchern, sondern auch mit Unterstützung namhafter Sponsoren, die mit rund einem Drittel zum Festivaletat beitragen. Ein besonderes Augenmerk haben die Festivalmacher auf speziell für die jazzopen entwickelte Fusion- und Orchester Projekte, die exklusiv in Stuttgart zu hören sind. So verschmolzen die Genre-Grenzen zwischen Jazz und Klassik, als Starpianist Lang Lang, Jazz-Ikone Dee Dee Bridgewater und das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart gemeinsam auf der Bühne standen, oder als Katie Melua mit Roger Cicero und Till Brönner einen Abend gemeinsam musizierten.

Seit seiner Gründung im Jahr 1994 haben sich die jazzopen längst zu einem der größten und renommiertesten Jazzfestivals Europas entwickelt. Die Namen der Musiker, die bisher in Auch die 22. Auflage der jazzopen vom 3. bis Stuttgart gastierten, lesen sich wie ein „Who 12. Juli 2015 verspricht ein hochkarätiges Prois Who“ der Szene: BB King, Bobby McFerrin, gramm. Mit dabei sind die französische ChanChicago, Dee Dee Bridgewater, Dianne Reeves, sonnière Zaz mit der SWR Big Band, Max Herre Dr. John, George Benson, Grace Jones, Herbie „MTV Unplugged“, der britische Shooting-Star Hancock, Joss Stone, Katie Melua, Lauryn Hill, Jamie Cullum und „die schönste Stimme des Lenny Kravitz, Lang Lang, Wayne Shorter, Jamie Cullum, Paul Simon, Paolo Max Herre © Eric Weiss Conte, Randy Crawford, Santana, Sonny Rollins, Till Brönner, Van Morrison, Zaz und viele mehr waren bei den jazzopen in teilweise einzigartigen Projekten zu erleben.

Bühnen sind das Eventcenter SpardaWelt, wo u.a. die German Jazz Trophy verliehen wird, Brad Mehldau und David Sanborn auftreten, sowie das Kunstmuseum Stuttgart und nicht zuletzt der BIX Jazzclub, wo der Jazz 10 Tage lang zu Hause ist und schon mancher Abend in einer spontanen Jam-Session mündete.

für den sich junge Nachwuchsbands bewerben, um die Bühnen des Festivals für die jeweiligen Headliner des Abends zu eröffnen.. Das gesamte Festivalprogramm, Infos zu Tickets mit und ohne Catering sowie den übertragbaren Festivalpässen gibt es online nachzulesen unter www.jazzopen.com.

Vervollständigt wird das Programm alljährlich mit dem Contest „Playground BW jazzopen“ Jamie Cullum by Opus GmbH Reiner Pfisterer

Das Line-up macht klar, dass sich die jazzopen nicht als puristisches Jazz-Festival verstehen, sondern der musikalischen Vielfalt eine Bühne geben – vorausgesetzt, die Qualität stimmt. Jürgen Schlensog, Promoter der jazzopen, erzählt: „Die beiden namengebenden Begriffe „Jazz“ und „Open“ stehen für die musikalische Ausrichtung des Festivals. Dem Jazz, als musikalischem Fundament, werden angrenzende Genres gegenübergestellt.“ Inzwischen werden die jazzopen gerne auch von den Künstlern in einem Atemzug mit dem North Sea Festival in Rotterdam oder dem Montreux Jazz Festival genannt – die jazzopen Stuttgart sind ein „anchor date“ im Festivalsommer.

Jazz“ Gregory Porter gemeinsam mit der frisch gebackenen Grammy-Gewinnerin Dianne Reeves. Auf der zweiten Bühne des Festivals, vor dem futuristischen Bau des Mercedes-Benz Museums, können die Besucher u.a. Caro Emerald und Mario Biondi, Bob Geldof, Mariza, Marcus Müller und Joshua Redman erleben. Weitere

Zaz by Opus GmbH Reiner Pfisterer


ABC ART BERLIN CONTEMPORARY POSITIONS BERLIN — ART FAIR MORE THAN 20 INSTITUTIONAL EXHIBITIONS PRIVATE COLLECTIONS PROJECT SPACES CONFERENCE ART AWARD CEREMONY GALLERY NIGHTS PERFORMANCES, SCREENINGS, TALKS

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