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12 „Deshalb haben die Jungs ihm zugejubelt als wir wieder kamen.“ „Ja, du bist seine neuste Errungenschaft.“ „Was? Wir hatten doch aber noch kein Date.“ „Hat er dich denn gefragt?“, fragte Amy überrascht. „Ja, wir sind morgen verabredet.“ „Das geht ja fix. Und du gehst mit ihm aus, auch wenn du Deine Aufmerksamkeit jemand anderem widmen möchtest?“ „Stimmt ja gar nicht“, zischte ich leise. „Natürlich. Du bist total fasziniert von ihm und beobachtest ihn die ganze Zeit.“ „Bin ich nicht.“ „Dann sieh nicht mehr hin.“ „Mach ich.“ In dem Moment sah ich Alex durch das Wohnzimmer gehen und ertappte mich dabei, wie ich ihm nachsah. „Siehste, du bist total auf ihn fixiert.“, kicherte Amy. Ich seufzte. Alex kam wieder zurück und wurde von einem Mädchen aufgehalten. „Ach der Arme, Rita-Sue hat ihn jetzt in ihren Klauen.“, erklärte Amy. „Rita-Sue?“ „Ja, sie ist der Co-Kapitän der Chearleader und denkt, sie kann hier jeden haben, voll die Schlampe.“, schimpfte Amy. „Und jetzt ist Alex dran?“, fragte ich nervös. „Ja schon eine ganze Weile, aber Alex hat sie bisher immer abblitzen lassen.“ „Aha, also hat er im Moment keine Freundin, richtig?“ „Richtig. Freie Bahn für dich.“, Amy grinste mich an. „Genau, weil ich exakt das bin, was er immer haben wollte.“, spottete ich. „Ja, nur er weiß es noch nicht.“ Wir kicherten. „Noch etwas zu trinken, Anna?“, fragte Scott. „Gern. Aber Cola wäre mir lieber.“ „Dein Wunsch sei mir Befehl.“, säuselte Scott und verschwand mit meinem Becher. Im ganzen Haus dröhnte die Musik. Der Großteil tanzte, einige andere unterhielten sich oder standen in der Ecke und beobachteten die Leute. Zwei der Chearleaderinnen waren offensichtlich angetrunken und sie begannen sich auf dem runden Esstisch auszuziehen. Die betrunken Jungs klatschten und feuerten sie lautstark an. Scott brachte mir einen Becher Cola und er setzte sich zu mir und Amy. Nach und nach gesellten sich Marc, Peter und andere Basketballspieler dazu. Die neugierigen Jungs fragten mich über meine Heimat aus und ich beantwortete alle Fragen, so gut ich konnte. Kurz vor Mitternacht bat Amy Scott, uns nach Hause zu fahren, was er anstandslos tat. Auf dem Weg zum Pickup sah ich mich genau um, aber ich konnte Alex nirgends finden. Enttäuscht setzte ich mich in den Wagen und wir ließen uns zum Haus der Larsons fahren, wo der Sheriff mit verschränkten Armen auf der Veranda stand. „Hallo Dad.“ „Guten Abend Glen.“, begrüßte ich Amys Vater. „Sheriff.“, kam von Scott, der gleich wieder losfuhr, als wir ausgestiegen waren und die Tür des Wagens geschlossen hatte. Mit einem Blick zu Uhr und einem bestätigenden Nicken ging Sheriff Glen Larson wieder ins Haus. Nachtrag im Brief an Claire: Ein Sommer in Carmel

von Diane Krüger

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