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10 Amy schritt im Minirock und Top die Treppe hinunter und ihre langen schwarzen Haare überdeckten ihre braungebrannten Schultern. Glen sah seine Tochter misstrauisch an. „Deine Mutter sagte, ihr werdet von Scott Seavers wieder nach Hause gebracht?“ „Ja Dad, mach dir keine Sorgen, wenn wir bis Mitternacht nicht wieder da sind, darfst du ihn verhaften.“, beruhigte Amy ihren Vater. “Ich bezweifle, dass sich auch nur irgendeiner an uns beiden vergreifen wird.“, erklärte Amy als wir vor der Sporthalle den Polizeiwagen verließen. „Das hoffe ich doch.“, sagte Glen und zog ein ernstes Gesicht. In der Sporthalle herrschte bereits helle Aufregung. Die Spieler wärmten sich mit Korbwürfen auf und die Zuschauer riefen wild durcheinander. Ich suchte automatisch das Spielfeld nach Alex ab. Als ich ihn erblickte unterdrückte ich ein Lächeln der Freude. Er trug eine blauweiße Sportbekleidung, wie seine Teamkollegen. Ich verfolgte jeden seiner Schritte auf dem Spielfeld, auch wenn ich nicht viel von Basketball verstand. Ich begriff aber schnell, dass Alex die Vorarbeit für Scott leistete und ihm die Bälle für den Wurf auf den Korb zuspielte. Amy hatte Recht, Scott war der Star und die Halle bebte, wenn er einen Treffer gelandet hatte. Das Carmel High School Team spielte gegen ein Team aus Salinas, einem Nachbarort und gewann mit 3 Punkten Vorsprung. Wie verabredet warteten Amy und ich nach dem Spiel vor der Halle und Scott kam mit einem Dodge Pickup vorgefahren, hintendrauf, die halbe Basketballmannschaft und einige der Cheerleader. Für Amy und mich hatte er Plätze neben sich in der Fahrerkabine freigehalten. Ich überflog vor dem Einsteigen die Menschen auf dem Pickup, konnte Alex aber nicht finden. „Hüpf rein, Kleines.“, forderte Scott mich auf. Enttäuscht von Alex Abwesenheit und verwundert über Scotts Äußerung stieg ich ein und Scott gab Gas. Wir fuhren durch die Stadt, hinunter zur Küstenstrasse. Nach ein paar Kilometern bog Scott rechts ein und hielt vor einem wenig spektakulär aussehenden Strandhaus. Eine weiße Bretterwand mit einer Tür zeigte zur Straßenseite. Als wir das Haus betraten, erblickte ich die durchgehende Glasfront zur Strandseite, die mich dann doch beeindruckte. In Windeseile wurden Getränke hervorgeholt, die Musik laut aufgedreht und alle redeten wild durcheinander. Ich bekam von Scott einen Plastikbecher mit Bier gereicht und er fragt: „Magst du Bier?“ „Ja, wieso nicht.“ „Amy, hast du was dagegen, wenn ich mit Anna ein wenig an den Strand gehe?“, fragte er höflich. „Wenn Anna das auch möchte?“ “Ja, Anna möchte.“, sagte ich und lachte. „Sei lieb zu ihr Scott.“, befahl Amy. „Natürlich, keine Angst, ich bring sie heil zurück.“, antwortete Scott und dann sagte er zu mir: „Wollen wir?“ „Ja, gern.“ Scott nahm meine Hand und führte mich hinaus auf die Terrasse. Wir liefen über einen Holzsteg direkt zum Strand hinunter. Auf dem Weg dort hin sah ich mich um und erblickte Alex in einer Ecke der Terrasse. Mein Herz pochte wieder. Zu meinem Erstaunen beobachtete er uns. Ich schluckte und meine Hand in der von Scott war mir nun sehr unangenehm. Ich bedauerte meine Entscheidung, mit Scott mitgegangen zu sein, lief aber stillschweigend den Weg bis zum Strand. Nach nur wenigen Metern im Sand füllten sich meine Schuhe blitzartig mit den feinen Körner und ich stoppte Scott: „Warte bitte, ich muss mir die Schuhe ausziehen.“ „Moment, ich nehme dir das Bier ab.“, bot Scott hilfsbreit an. Ein Sommer in Carmel

von Diane Krüger

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