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Hunde und Politik

Harry und Sally mögen Angela Merkel nicht. Harry und Sally sind meine Hunde. Angela Merkel ist Angela Merkel. Meine Hunde sehen gerne fern. Angela Merkel spricht gerne im Fernsehen. Meine Hunde mögen das nicht. Immer wenn sie auf dem Schirm erscheint, fangen sie an zu bellen. Dann nach einer Weile jaulen sie nur noch! Am Anfang dachte ich, dass das ein Zufall sei, dass sie Hunger hätten oder dass da draußen ein anderer Hund seine Runden drehte. Aber dem war nicht so. Es war Angela Merkel! Harry und Sally mögen sie einfach nicht. Sie gehen ganz nah dran, sie setzen sich vor der Glotze und bellen drauf los. Das interessiert Angela Merkel nicht. Angela Merkel ist für sie ein komischer Hund. Sie riecht nach nichts. Sie läuft nicht weg. Sie zeigt keinerlei Regung. Sie ignoriert sie völlig. Das mögen Harry und Sally nicht. Ich habe alles versucht: ein energisches „Pfui !“, ein entschiedenes „Nein!“, nichts, nada, nothing! Ich verstehe das nicht. Sonst hören sie immer auf mich. Fast immer. Neulich waren wir im Englischen Garten. Ein Afro-Amerikaner spielte mit seinem Kind auf der Wiese. Meine Hunde bellten wie verrückt. Das war mir vielleicht peinlich! Wer hat schon man von Hunden gehört, die Vorurteile gegen Schwarze hegen? So habe ich sie nicht erzogen! Und schwarz verschleierte Frauen mögen sie auch nicht. Auf der Maximilianstraße, vor Vier Jahreszeiten, haben sie sich vor einer Gruppe Araberinnen hingepflanzt, die gerade das Hotel betreten wollten, und haben ganz penetrant gebellt. Der Portier hat uns aufgefordert, weg zu gehen. Seitdem vermeide ich den Englischen Garten und die Maximilianstraße, aber was soll ich mit dem Fernseher machen? Vor der Wahl gabs noch Hoffnung, aber jetzt? Wer soll das Gebelle noch vier Jahre aushalten?


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