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UMBRELLA

BROTHERS

Mr. Hunt und das Einhorn Fantasy-Roman


Mr. Hunt und das Einhorn Früher gab man den Menschen einen Strohhalm und sie klammerten sich daran. Heute trinken sie daraus Piña Colada. San Hunt führt ein ruhiges und beschauliches Leben. Er wird nicht befördert, seine Freundin läuft ihm davon und er hat eine Aversion gegen Babies. Doch eines Tages sagt ihm eine schwedische Schönheit, dass er der einzige ist, der ein Einhorn finden kann. San reagiert völlig normal und hält die Frau für verrückt. Ein Einhorn im 21. Jahrhundert, das ist völlig abwegig. Doch was wäre, wenn die Frau Recht hätte? Vielleicht sollte er ihr probehalber mal ein wenig zuhören. Schließlich hatte er nichts zu verlieren...

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Locker geschrieben, humorvoll und spannend


Mr. Hunt und das Einhorn, Seite 18 bis 21 ... Das mit dem Baden hatte San ganz schnell vergessen und er hockte sich ganz einfach vor den Fernseher. Es waren einfach nur Bilder, die sich bewegten, der Sinn blieb ihm verborgen. Er wollte gerade ein Bier öffnen, als Frau Mond wie wild an die Tür klopfte. »Ich habe eine wichtige Nachricht für Sie!« San ging zur Tür. Nachdem er die Kette eingehängt hatte, öffnete er. Auf keinen Fall wollte er, dass Frau Mond in seine Wohnung kam. Es waren nämlich nur die Zimmer aufgeräumt, in denen Kerstins Sachen fehlten. »Ja?« »Da war vorhin so eine Frau, die hat mir eine Nachricht für Sie gegeben!« »Ich kenne keine Frauen.« »Die hatte so ein dreckiges Gesicht. Die sollte sich mal waschen!« San riss die Augen auf. »Hatte sie so einen schwarzen Fleck auf der linken Wange?« »Ja, genau, ich wollte es ihr erst sagen, aber ich habe mich nicht getraut. Die hatte so einen komischen Blick.« »Wollten Sie mir nicht die Nachricht geben?« »Oh, ja, hier!« Frau Mond steckte sehr vorsichtig den Zettel durch den Türspalt und so ganz nebenbei versuchte sie, einen Blick in den Flur zu erhaschen. Es gelang ihr nicht, weil San die Tür - gegen Frau Monds gesamtes Gewicht! - energisch schloss. Er hörte noch ein kleines Rumpeln. Vielleicht war Frau Mond über Frau Sawitzki gefallen, die bestimmt hinter ihr gestanden hatte, aber das war jetzt egal. Er hatte eine Nachricht von der für ihn immer hübscher werdenden Frau. Wie wohl ihr Name war? Falballa vielleicht... Die Nachricht entpuppte sich als Brief. Das Papier war alt und brüchig. Eine Ecke des Umschlages fehlte und gab eine kleine Ecke des Inhaltes frei. Der Brief war mit rotem Wachs versiegelt. In das Wachs war ein Wappen eingepresst worden, man konnte es kaum noch erkennen. San hatte den Eindruck, als würde es sich um ein trauriges Pferd handeln.


Auf der anderen Seite stand in einer alten Schrift sein Name: San Hunt. Mehr nicht. Die hat ihre Telefonnummer wohl schon länger nicht mehr weitergegeben, dachte San. Er hielt den Brief an seine Nase. »Boah!« Der Geruch erinnerte ihn an altes chinesisches Geld. Wer gesagt hat, Geld stinkt nicht, der war noch nie in China! »Na gut, der ist für mich! Steht ja drauf!« Er hielt den Brief gegen das Licht, aber das Papier war zu dick, um etwas erkennen zu können. Auch die kleine fehlende Ecke brachte ihn nicht weiter. Er schaute zur Tür und rief: »Ich werde ihn jetzt aufmachen, okay?« Von draußen hörte man eine Stimme sagen: »Ja, ist gut.Ups!« San musste schmunzeln. Er hörte vier Füße, die eilig die Treppe hinunterliefen. Dann erbrach er das Siegel und fand nichts weiter als eine leere Karte. »Da hätte ich jetzt aber mehr erwartet!« Er drehte die Karte um, die Rückseite war ebenfalls unbeschrieben. »Na toll!« Warum sollte sich jemand so viel Mühe mit dem Umschlag und dem Siegel geben, wenn er den Inhalt dagegen so sträflich vernachlässigte? Aber vielleicht konnte man ja etwas sehen, wenn man die Karte gegen das Licht hielt? Nein. Vielleicht, wenn man die Karte dichter an die Glühlampe hielt, oder besser noch ein Stück dichter ... Die Karte fing Feuer, aber für einen kurzen Moment konnte man einen Text lesen, allerdings von der falschen Seite. Er glaubte, die Worte »follow her« gesehen zu haben. Folgen? Wem denn? San war zweisprachig aufgewachsen. Sein Vater war Engländer, von ihm hatte er seinen furchtbaren Modegeschmack und seine Englischkenntnisse. Seine Mutter war Hamburgerin und lange Jahre bei einer Reederei beschäftig. Beide starben früh. Seine Mutter ertrank bei einem Schiffsunglück und sein Vater wurde von einem Pferd getreten, weil er sich von der falschen Seite genähert hatte. Pferde haben ein Ende, mit dem sie kauen, und eins, mit dem sie treten können, und zwar sehr kräftig. Er schlug damals hart mit dem Kopf auf und fiel in ein Koma, aus dem er nicht mehr erwachte. San besuchte seinen Vater in regelmäßigen Abständen auf dem nahe gelegenen Friedhof. Es war der einzige Ort, wo er nur englisch sprach.


San ging zum Fenster und schaute auf die Straße. Er wohnte im dritten Stock, dennoch konnte er unten, im Schein der Laterne, ganz deutlich eine Frau mit einem schwarzen Fleck auf der linken Wange sehen. Gute Augen! »Ich bin gleich da!«, sagte er mehr zu sich selbst. Er griff schnell noch nach seinem grauen Lieblingspulli, betrachtete sich kurz im Spiegel und eilte kurz darauf aus seiner Wohnung. »Was mache ich hier eigentlich?«, fragte er sich, als er die Treppen hinuntersprang. Frau Mond und Frau Sawitzki waren nicht mehr zu sehen. Unten angekommen, riss er die Haustür auf. Vor ihm stand der Mann mit dem gut sitzenden Anzug und raunte: »Sie sind San Hunt! Es hat nicht den Anschein, als ob Sie tot wären.« Trotz der Zigarette im Mund sprach er sehr deutlich, wahrscheinlich ein Schauspieler. »Richtig!«, bestätigte San. Der Mann zog eine Pistole mit einem Schalldämpfer mit seiner linken Hand aus seiner rechten Jackentasche. »Aber gleich werden Sie es sein!« San schloss seine Augen. Er spürte, wie das ganze Leben an ihm vorbeirauschte. Er hörte einen Schuss. ...


Früher gab man den Menschen einen Strohhalm und sie klammerten sich daran.Heute trinken sie daraus Piña Colada. San Hunt führt ein ruhiges und beschauliches Leben. Er wird nicht befördert, seine Freundin läuft ihm davon und er hat eine Aversion gegen Babys. Doch eines Tages sagt ihm eine schwedische Schönheit, dass er der Einzige ist, der ein Einhorn finden kann. San reagiert völlig normal und hält die Frau für verrückt. Ein Einhorn im 21. Jahrhundert, das ist völlig abwegig. Doch was wäre, wenn die Frau Recht hätte? Vielleicht sollte er ihr probehalber mal ein wenig zuhören. Schließlich hatte er nichts zu verlieren.

abenteuerlich - spannend - humorvoll


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