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Artists 25 Years Unlimited

Artists 2009 Unlimited 2 0 0 9

Artists 2010 Unlimited 2 0 1 0

Artists 25 Jahre Unlimited


Jahresrückblicke. Kaum ist Dezember, wird man mittels großformatiger Bildwelten penetriert. Zu jeder gutbürgerlichen Fernsehzeit gibt es eine Revue-Show der letzten zwölf Monate, die echten Menschenschicksale und die lustigsten TV-Pannen lassen die Tränen fließen und das Jahr ausklingen. Muss es da auch noch einen Jahresrückblick von Artists Unlimited geben? Unbedingt! Weil er besonders erfreulich ist. Weil er nicht nur zurück, sondern auch nach vorne blickt. Und weil die erste Artists-Zeitung im letzten Jahr so gut ankam.


3 2009–2010 Artists Unlimited Bielefeld

2009 hat von Artists Unlimited sehr viel Energie gefordert – und war unglaublich spannend. Auf die zwölf kurzen Monate verteilten sich 15 Ausstellungen und die große Benefizparty im Juni, die alle bisherigen Rekorde in der Vereinsgeschichte brach. Wie immer wurden alle Veranstaltungen ehrenamtlich organisiert. Die Artists-Mitglieder kuratierten die Ausstellungen, planten das Programm, kümmerten sich um die Pressearbeit und betreuten die Galerie-Räume während der Öffnungszeiten. Gerne füllen wir die Nische aus, unverbrauchte, oft regionale Kunst zu fördern und auszustellen. Das letzte Jahr zeigt mal wieder, wie reizvoll dieses Angebot nach wie vor ist und wie umfangreich es von unterschiedlichsten Künstlern genutzt wird. Drei großartige Gastkünstlerinnen aus Griechenland, Finnland und Hongkong durften wir im Jahr 2009 begrüßen, beherbergen und ihre Arbeiten ausstellen. Zur Zeit wohnt und arbeitet die 72. Gastkünstlerin bei Artists Unlimited. Die Organisation des Gastkünstler-Stipendiums ist seit 1986 ein Hauptprojekt aller Artists-Mitglieder. Dreimal jährlich wird es an meist ausländische Künstler vergeben und ermöglicht den Stipendiaten für drei Monate das im Haus integrierte Gastatelier zu nutzen, in der Gastkünstler-Wohnung zu leben und die entstandenen Arbeiten anschließend in unserer Galerie zu präsentieren. Finanziert wird das Stipendium, für das der Verein im Jahr etwa 10.000 Euro aufbringt, hauptsächlich durch unsere Benefizveranstaltungen. Artists Unlimited besteht zum Glück aus erneuerbarer Energie. Hinter uns liegt ein Jahr, das an unseren Kräften gezehrt, aber auch Neue freigelegt hat, die wir für das Jahr 2010 gut gebrauchen können: Artists Unlimited wird 25! Und das wird das ganze Jahr hindurch mit verschiedenen Veranstaltungen gefeiert, angefangen mit dem Auftakt am 1. und 2. Mai 2010, an dem sich die Schlüsselübergabe durch die Stadt Bielefeld jährt. An diesem Tag bezog eine Hand voll kunstbegeisterter, junger Menschen offiziell die Räume der alten Papierfabrik Opitz im Zentrum von Bielefeld und funktionierte in jahrelanger Arbeit das 2000 Quadratmeter umfassende Industriegebäude in Wohn- und Arbeitsräume um. Auch 25 Jahre danach verändert sich das Haus, verändert sich Artists Unlimited fortlaufend mit den Menschen, die dort leben, die zu Besuch und zu unseren Veranstaltungen kommen. Die Idee des Vereins ist alt, aber nicht veraltet, einfach, aber nicht banal. Wir sind gewillt, Artists Unlimited weiterzuentwickeln, immer wieder neu anzusetzen und das Projekt mit viel Leben zu füllen. Und freuen uns auf alle, die daran teilhaben wollen! Auf die nächsten 25 Jahre!


6 08 01 10–17 01 10 (Dis)Order Rachael Elwell

Während ihres dreimonatigen Stipendiums bei Artists Unlimited archivierte sie Zahlen von Zugplänen, Quittungen, Websites, gefundenen Notizen. Den „Alltag in Ziffern“ pflegte sie in Raster und Koordinaten-Systeme ein, generierte ihn weiter durch einen Würfel, ließ ihn zu Regeln werden, an denen sich ihre künstlerische Arbeit orientierte. Sie sammelt den ganzen Tag. Unbemerkt filtert sie ihren Alltag, Handlun-

Elwell hat nicht Mathematik studiert, sondern das Studium „Master of

gen und Gesehenes, entwickelt daraus ein Konzentrat, das Grundlage ihrer

Arts“ in Salford (Manchester) absolviert. Wieso also dieser wissenschaftliche

Arbeit ist: Zahlen. Rachael Elwell, britische Gastkünstlerin von Artists Unli-

Hintergrund, wenn es doch um so eine freie Disziplin wie „Zeichnen“ geht?

mited, entdeckt und erdenkt immer wieder neue Systeme, die aus Codes und

Das Unerwartete, Unbeeinflusste, das Elwells Arbeiten bestimmt, fasziniert

Zahlen-Spielchen völlig losgelöste Zeichnungen entstehen lassen, die über-

die 28-Jährige. Durch die Distanz zu ihren Werken während der Entstehung,

haupt nicht nach mathematischen Grundregeln aussehen.

erforscht sie den zeichnerischen Prozess an sich, erlaubt den Arbeiten, sich zu entwickeln und klassische Techniken zu untergraben. Um neue Wege aufzuzeigen. Ihr Blog postcards from Bielefeld dokumentiert ihren Aufenthalt bei Artists Unlimited. Hier veröffentlicht sie Wissens- und Sehenswertes aus Bielefeld und Umgebung, sowie ihre entstandenen Arbeiten, die sie in ihrer AbschlussAusstellung im Januar ebenfalls präsentieren wird.


8 29 01 10–07 02 10 Rebekka Schulte

„Ich zeichne, um zu zeichnen. Ich zeichne die Dinge. Kopfgeschichten. Geschichten und Schichten, verschichten. Alltagsschichten. Gehört und  gezeichnet. Ganz viel Unwichtiges. Aber immer. Zeichne schnell. Muss  nicht groß sein. Auch nachts.“ Bewegt, mehrlagig und fragmentarisch wirkt schon dieser Auszug zur Beschreibung ihrer eigenen Arbeit. Die eigene Version von der Geschichte erzählen und Geschichten hinter  sich lassen – diese Möglichkeit findet Rebekka Schulte in ihren Zeichnungen. Klar kommen und klar werden.  Zuletzt befasste sich Schulte in ihrer Masterarbeit künstlerisch mit dem, was vom Tag bleibt. Seit 2003 leitet sie das Offene Atelier“im LWL-Zentrum für Forensische  Psychiatrie Lippstadt. Sie untersuchte sich und ihre Zeichnungen auf womögliche Impulse, die ihre Arbeit mit psychisch kranken Straftätern in ihre eigene künstlerische Arbeit sendet. Ebenso  die Notwendigkeit, sich als Person immer wieder neu zu  definieren. Zeichnerisch löst und distanziert sie sich von Einflüssen, Gesehenem und Gehörtem, von Begegnungen, dem Druck, den ihre Stelle im Maßregelvollzug mit sich bringt.  Die 1976 geborene Künstlerin, die in Bielefeld und Utrecht Freie  Zeichnung studierte (Masterabschluss 2009) und 2005 mit einer  Einzelschau in der MARTa Kapelle in Herford vertreten war, zeigt zu  Beginn des Jahres 2010 ihre Arbeiten in der Artists Unlimited Galerie. Wir freuen uns auf eine packende Ausstellung!


10 08 04 10–25 04 10 24 04 10 Nachtansichten Vielleicht hat es so begonnen Angelika Höger Im Frühjahr 2010 bespielt Angelika Höger die Räume der Artists Unlimited Galerie. Bei keinem anderen Künstler könnte der Begriff „bespielen“ passender sein – die Installationen der 43-Jährigen sind lebendig, beweglich, wirken wie eine Momentaufnahme verspielter Neugier. Seit ihrem Diplomabschluss im Jahr 2004 an der FH Bielefeld ist die in Freiburg geborene Künstlerin freischaffend tätig. Seit Anfang 2009 lebt und arbeitet sie bei Artists Unlimited. Wir freuen uns, ihre Arbeiten zu den Nachtansichten 2010 präsentieren zu können. „In ihren Installationen stellt Angelika Höger großen Gedanken spielerische Erfahrungsräume zur Verfügung. Objekte, die durch Bewegungsmelder in Gang gesetzt werden, Quirle und Schneebesen versinnbildlichen die Kraft des Prozessualen. Die gefundenen Objekte aus dem Alltag wiederum sprechen von ganz persönlichen Erfahrungen, richten sich aber genauso an ein ›kollektives Gedächtnis‹. Spieltrieb und Erkenntnisdrang sind die Motoren in Högers Kunst. Jede Arbeit bewegt und verändert sich. Aus einer Idee folgt die nächste, aus einem An- der nächste Einblick.“ (Daniel Neugebauer, Kunsthalle Bielefeld)


11 30 04 10–09 05 10 Bob Levene Gastkünstlerin

Von Britin zu Britin wird im Februar die Gastkünstler-Wohnung weiterge- hung zwischen Wissenschaft und Kunst, um die Bemühungen, ein Bewusstgeben. Bob Levene aus Sheffield, erste Gastkünstlerin im Artists-Jubiläums- sein für die Welt zu formen. Wo liegt die Wahrheit?“, erklärt Levene. Ihr Jahr, beschäftigt sich mit der menschlichen Wahrnehmung im Bezug auf den

Stipendium bei Artists Unlimited dauert drei Monate und wird mit ihrer

Körper „Welt“ und auf den eigenen Körper. Dabei interessiert sie beson- Abschluss-Ausstellung vom 30. April bis 9. Mai beendet. ders, wie sich dieses Verständnis durch neue Technologien und andere Kommunikationswege wandelt. Die 34-jährige Künstlerin nutzt oft geographische Bezüge und Motive, um mit der Wirkung von Distanz, Zeit und Raum zu experimentieren und diese mit der menschlichen Größe und individuellen Erinnerungen zu verbinden. Levene ist dabei fasziniert von den Kuriositäten und Widersprüchen, die bei den Versuchen entstehen, die Welt maßregeln und vermitteln zu wollen. So greift sie häufig die Eigenschaften dieser „Werkzeuge“ auf, die entwickelt wurden, um uns die Welt einfacher und erfahrbarer zu machen. Ihre Arbeiten bedienen sich einer großen medialen Vielfalt. Neben Audiound Video-Installationen entstanden bereits Performances zu dem Thema, Skulpturen, Wandbilder und Land-Art-Projekte. „Es geht um die Bezie-


WIEVIEL WIEVIEL Bewegung verkraftet ein Haus

WIEVIEL WIEVIEL WIEVIEL WIEVIEL

? ARTISTS

ARTISTS

WIEVIEL

Musik enthält ein Fahrstuhl

ARTISTS

Theater geht auf eine Treppenstufe

ARTISTS

WIEVIEL

Performance fasst ein Innenhof

ARTISTS

WIEVIEL WIEVIEL

Kunst kommt aus 25 Köpfen

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ARTISTS

WIEVIEL WIEVIEL

WIEVIEL WIEVIEL

25

Wurst passt auf den Grill

Zukunft passiert in zwei Tagen

UNLIMITED UNLIMITED ?

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Fragen sind die Antwort

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Tanz erträgt ein Badezimmer

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Geschichten erzählen 2000 Quadratmeter

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Visionen enthalten 25 Jahre

WIEVIEL WIEVIEL


Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Artists Unlimited wird 25! Am 1. Mai 2010 jährt sich die Schlüsselübergabe durch die Stadt Bielefeld. Wir feiern ein Vierteljahrhundert Kultur und Impulse, einen Ort, für freie und angewandte Künste. Zu diesem Anlass machen wir Durchzug, reißen alles auf und schnappen nach Luft. An zwei Tagen wird das gesamte Haus zum begehbaren Erlebnis und Artists Unlimited zum multimedialen Geburtstagskuchen.


14 31 05 10–11 06 10 11 06 10 Finissage Offene Druckwerkstatt 2 Zeichenklasse Geilen

Jochen Geilen, FH Bielefeld, Fachbereich Gestaltung, arbeitet mit Studierenden in der zur Druckwerkstatt eingerichteten Artists Unlimited Galerie. Am Ende wird daraus eine Ausstellungsgeschichte mit Finissage am 11. Juni.


16 Fachbereich Gestaltung Stellungnahme

Unter anderem war es die Raumnot am Fachbereich Gestaltung der FH Bielefeld, die vor 25 Jahren dazu führte, dass Studenten den Verein und das Haus Artists Unlimited gründeten. Seither hat immer eine starke Verbindung zwischen Artists Unlimited und dem Fachbereich bestanden. Viele Gestaltungsstudenten haben im Haus gewohnt und gearbeitet, den Verein geprägt, Semesterprüfungen und Ausstellungen in der Galerie präsentiert. Die räumlichen Veränderungen am Fachbereich, die sich im Frühjahr

Doch auch in den ortsansässigen Agenturen, Galerien und anderen Institutionen, sowie bei Vertretern

2009 anbahnten, betrachteten wir deshalb mit

der bildenden Kunst waren die massiven Raumkürzungen Thema und sorgten für Enttäuschung und

großer Sorge – die wir mit anderen kulturellen

Empörung. Hier gehören die Gestaltungsstudenten nicht nur zum Publikum dieser Einrichtungen,

Institutionen teilten.

sondern sie sind ebenso während und nach ihrem Studium Mitarbeiter. So ist über viele Jahre ein ertragreiches Netzwerk entstanden. Allgemein wurde der Umgang mit dem Fachbereich Gestaltung als

Das Gebäude des Fachbereichs Gestaltung be-

leichtfertig und unüberlegt empfunden. Es entstand das Bedürfnis, in Erinnerung zu rufen, wie posi-

stand bisher aus dem separat gelegenen Mode-

tiv der Fachbereich in die Stadt hinein wirkt. Traurig genug, das Gefühl zu bekommen, diese Errun-

bereich, Werkstätten in den Kellerräumen und

genschaften vor der eigenen Fachhochschule behaupten zu müssen – keine zwei Jahre nach der großen

dem Haupttrakt, der auf vier Etagen die Studi-

werkkunst-Feier zum 100-jährigen Bestehen, zu der Vertreter der Politik, der Wirtschaft und der Ver-

engänge Fotografie und Medien und Grafik und

waltung den Fachbereich so gelobt hatten.

Kommunikationsdesign“ beherbergte. Im Frühjahr wurden die Gestaltungsstudenten der FH

In einer von Artists Unlimited initiierten, gemeinsamen Stellungnahme von über 40 Bielefelder Institu-

Bielefeld zum ersten Mal mit der Nachricht kon-

tionen und Einzelpersonen aus dem Kultur-, Kunst- und Design-Bereich, machten wir unsere Bedenken

frontiert, dass Räume abgegeben werden müssten,

deutlich. Per Post ging dieser Brief an das Rektorat und die Verwaltung der FH Bielefeld, das Dekanat

da der Fachbereich einen Platzüberschuss habe,

des Fachbereichs Gestaltung, den Oberbürgermeister und die Mitglieder des Kulturauschusses der Stadt

während der Studiengang Wirtschaftspsycholo-

Bielefeld, die Oberbürgermeisteramts-Kandidatinnen /-Kandidaten, das Kulturamt der Stadt Bielefeld,

gie und die Verwaltung unter Platzmangel leiden.

die Bielefeld Marketing GmbH und die lokale Presse. Die Reaktion war dünn, scheinbar bestand kein

Ständig veränderten sich die Angaben, um welche

großer Bedarf an Nesselsitzerei. Bis heute wurde unsere Stellungnahme vom Rektorat der FH Bielefeld

Räume es sich konkret handelt, bis irgendwann

nicht mit einem Satz kommentiert. Erst als unser Standpunkt auch von einer der größten kulturellen

feststand: Es geht um zwei komplette Etagen des

Institutionen Bielefelds offiziell unterstützt wurde, und dies in der Presse zu lesen war, empörte und

Haupttrakts, dem Herzstück des Fachbereichs.

beschwerte man sich kurz in diese Richtung. Eine offizielle Antwort gab es trotzdem nicht. Vor kur-

Diese Aussicht führte zu massivem Protest der

zem hieß es, dass das „Innovationsministerium“ knapp 450.000 Euro „für räumliche und gebäudetech-

Studierenden.

nische Anpassungen für den neuen Studiengang Wirtschaftspsychologie am Standort Lampingstraße sowie für die Verlagerung von Teilen der Verwaltung in das Gebäude Lampingstraße“ bereitstellen wird. Man darf gespannt sein. „Wir haben Platz – seit 1985!“ Mit diesem Satz schloss unser Editorial in der letzten Artists-Zeitung ab. An diesem Umstand hat sich bei Artists Unlimited auch zum Glück nichts geändert. Vom Fachbereich Gestaltung kann man das leider nicht behaupten. Wir hoffen, dass es möglich ist, den neuen RaumBedingungen ideenreich und konstruktiv zu begegnen, um den Fortbestand des Gestaltungs-Studiums in Bielefeld zu sichern. Es wäre andernfalls ein großer Verlust für die Kultur der Stadt!


in Kooperation mit: Atelier am Turm, Berit Wrede-Wienkamp, Künstlerin Atelier La Fábrica, Luise Krolzik Atelier Ostbahnhof, Raphaela Kula, Künstlerin Atelier Rike Goll ART at WORK Dr. Daniel Bérenger, Archäologe, Gründungsvorsitzender von Artists Unlimited e.V. Bielefelder Kunstverein, Thomas Thiel Katja Breipohl, Künstlerin Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Nordrhein-Westfalen, Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe e.V. Dagmar Selje Puppenspiele Jana Duda, Vorsitzende Artists Unlimited e.V. 2007–2008 Axel Dürr, Künstler Filmhaus Bielefeld e.V. Forum Bielefeld e.V., Ralf Buschmann Forum für Kreativität und Kommunikation e.V. Bielefeld galerie 61 Christine Gensheimer, Künstlerin, ehem. Studentin Herr Grafikdesign, Hartmut Herr Pe Grigo, Illustratorin, ehem. Studentin Jens Jacobfeuerborn, Künstler jaene.art – Galerie und Kunstwerkstatt, Elisabeth Susanne Jaene, Künstlerin, ehem. Studentin katz&fuchs, Timo Katz, Jan Fuchs, Künstler, ehem. Studenten Karl-Heinz Kautzinski, Künstler Kerber Verlag, Christof Kerber Kunsthalle Bielefeld, Dr. Thomas Kellein Brigitte Kuka, kunst + visuelle kommunikation Kunstraum Rampe Tobias Link, Künstler LWL – Archäologie für Westfalen, Corinna Hildebrand, ehem. Studentin MARTa Herford gGmbH, Friederike Fast, Kuratorische Assistentin Norbert Meier, Künstler, ehem. Student meier stracke – büro für gestaltung, Jan-Frederic Meier, Tobias Stracke, ehem. Studenten Helga Mertens, Künstlerin, Ref. f. Pädagogische Beratung Gabriele Undine Meyer, Künstlerin Matthias Müller, Professor an der Kunsthochschule für Medien, Köln, Medienkünstler, Bielefeld Offene Ateliers Bielefeld e.V. planet weco, Peter Lünstroth Veronika Radulovic, Künstlerin, ehem. Studentin Lars Rosenbohm, Künstler, ehem. Student seitenweise online/offline, Oliver Hunke Alexandra Sonntag, Künstlerin Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker, Vorsitzender Artists Unlimited e.V. 1998–2007 Pan Tausendgrün, Künstler Susanne Walter, Künstlerin, ehem. Studentin Zeichenwerkstatt Pascale Gräbener


18 Rückblick 09 01 09–18 01 09 Chasing ghosts

Chasing ghosts führte die Abstraktion der Realität so weit, dass sie ganz verworfen wurde. Die Arbeiten von Frederike Busch, Lucile Dupraz, Melanie Vogel, Hiromi Nakajima (Gastkünstlerin 2007) und den Artists Unlimited-MitDas Jahr begann mit einer Geisterjagd. Unter dem Titel Chasing ghosts

gliedern Anika Budde (bis 2007), Rebecca Butzlaff und Alexander Gehring

wurden in der Artists Unlimited Galerie Fotografien und Zeichnungen prä-

schufen eine Neue. Unheimlich und lieblich zugleich. Die Eröffnungsrede

sentiert, die versuchten, „dem Unsichtbaren eine Gestalt zu geben“. Die

hielt Daniel Neugebauer von der Kunsthalle Bielefeld.

Werbung für diese Ausstellung führte sogar zum Besuch einiger Ghostwatcher, die etwas irritiert wirkten und sich unter dem Titel wohl eine andere Show vorgestellt hatten. Tatsächlich war die Inszenierung von „Abwesenheit und Unsichtbarem“ ein ambitioniertes Projekt von sieben jungen Künstlern aus England, Japan, Belgien und Deutschland. Mittels Linse und Stift wurde die menschliche Präsenz erforscht, die selbst wenn keine Personen auf den Bildern zu sehen waren, allgegenwärtig blieb. So bestand eine fotografische Arbeit aus der Abbildung von verlassenen Fluren und Gängen, nachts eingefangen, in denen tagsüber Londoner Banker agieren. Den Hall der Schritte glaubte man noch zu hören. In anderen Serien verformten sich Körper, wirkten in ihrer Maskierung tragisch, unwirklich. Alltagsgegenstände bekamen in ihrer Inszenierung einen mystischen Charakter.


20 Rückblick 23 01 09–08 02 09 Celia Amitsis Gastkünstlerin

Im Januar 2009 präsentierte unsere Gastkünstlerin Celia Amitsis die während ihres Stipendiums entstandenen Arbeiten. In den drei Monaten, in denen sie bei Artists Unlimited wohnte und arbeitete, bestand der Großteil ihres Tagesablaufs aus nur einer Bewegung: Linien auf Leinwände bringen. Die Kugelschreiberzeichnungen sah sie als eine Kombination aus beidem. Eine Beschäftigung mit dem Linien, Linien und noch mehr Linien. Horizontal, vertikal, diagonal. Im- Duktus an sich, mit den selbst vorgegebenen Regeln, und den dennoch auftauchenden Überraschungen. mer wieder führte sie die Kugelschreiber-Minen an der Plastikkante ihres Lineals entlang. Bewegung in der Statik. Ein Lockenkopf im Produktionsprozess. Das Hauptwerk ihrer Ausstellung, die von Jana Dada (Artists Unlimited) eröffnet wurde, bestand aus 55 dieser Leinwände, dem Bielefeld Block, der trotz der konstanten „Produktion“ lebendig und vielschichtig wirkte. Anfang November 2008 begann das dreimonatige Stipendium von Celia Amitsis (38). Die geborene Griechin lebte viele Jahre in Frankfurt am Main und studiert seit 2001 an der HFG Offenbach Freie Gestaltung. Dort erfuhr sie über einen Professor von Artists Unlimited und bewarb sich sofort als Gastkünstlerin. Kurz nach ihrem Stipendium zog sie nach Berlin. Neben Zeichnungen beschäftigt sie sich hauptsächlich mit Konzeptkunst.

Eine Möglichkeit, ein Konzept zu visualisieren. Klar, frei von, aber offen für Assoziationen.


21 Rückblick 13 02 09–22 02 09

Fast denkt man, man sei an Luftbildaufnahmen gewöhnt, seit dem man sich per Google Earth jeden Fleck auf der Erde in Vogelperspektive auf seinen Bildschirm holen kann. Dass „echte“ Luftbild-Fotografie nach wie vor faszinieren kann, bewies die Ausstellung Über Bielefeld, in deren Rahmen das gleichnamige Buch präsentiert wurde. Auf den großformatigen Lambda-Prints konnte die Stadt Bielefeld ganz neu entdeckt werden, eine Bewegtbild-Installation in der Artists Unlimited Galerie dokumentierte die Entstehung der Bilder von Sven Nieder und Ralph Pache. Ein Jahr lang hatten sie immer wieder

Über Bielefeld

die Stadt überflogen, Motive gesammelt, schließlich eine Reihe von 146 Fotografien zusammengestellt. Die Eröffnungsrede hielt Prof. Dr. Andreas Beaugrand (FH Bielefeld).


22 Rückblick 06 03 09–22 03 09 Cases and Boxes Reiner Tintel

Sechs Jahre nach seiner Ausstellung Cases and Boxes präsentierte Reiner Tintel im Frühjahr 2009 neue

Ergänzt wurden die „Kästen“ durch Tintels Fotografien, die in der Galerie-

Arbeiten. Großformatiger und objekthafter sind seine Collagen im Lauf der letzten Jahre geworden, „Gruft“ als Diashow präsentiert wurden. Für Tintel sind diese Bilder von entschiedener in ihrer Umsetzung. Der seit 1993 bei Artists Unlimited lebende Künstler kombiniert

seinen Erkundungstouren so etwas wie Skizzen, mal inhaltliche, mal for-

seine „Kästen“ aus gesammelten Plakatresten, Textfragmenten und malerischen Ergänzungen. Papiere

male Annäherungen an die spröde Poesie des Alltags. Der Charme des Ver-

aller Art liest er mal beiläufig, mal innerhalb gezielter Streifzüge in seinem Alltag auf, archiviert sie

brauchten und Vergessenen.

nach Farben, bis sie (oft erst Jahre später) Verwendung finden. Konkrete Motive tauchen nur selten auf, Eröffnet wurde die Ausstellung von Friederike Fast (Marta Herford). Zu Cases fungieren dann nur als Andeutung. Stimmungen sind Tintel wichtiger.

and Boxes 2 erschien der gleichnamige Ausstellungskatalog in limitierter Auflage. Dieser Katalog ist die reduzierte Umsetzung eines sehr umfangreichen Buchobjekts zu Tintels Arbeiten, mit dem Maj Mlakar Anfang 2009 seinen Diplom-Abschluss an der FH Hannover absolvierte.


Cartune Xprez, Peter Burr


26 Rückblick 27 03 09–05 04 09 anders als auch

Anders als auch – schon der Ausstellungstitel betonte Unterschiedlichkeiten. Die Gruppenausstellung der fünf jungen Künstlerinnen lebte von jeweils eigenständigen Arbeiten und erklärte sich nicht direkt durch ein einheitliches Konzept oder Thema, das verfolgt wurde. Dennoch ergänzten sich die Fotografien und Videoarbeiten in ihren Stimmungen, in ihrer Wirkung, beschrieben Gemeinsamkeiten. Neben der gedämpften, reduzierten Farbigkeit verband ein skulpturaler Ansatz die gezeigten Werke. Die unterschiedlich bespielten und beleuchteten Räume, mit Arbeiten von Katja Böhme, Katrin Kamrau, Lucie Marsmann, Harriet Esther Muntean und der Norwegerin Laila Evensen (zur Zeit der Ausstellung Gastkünstlerin von Artists Unlimited), ließen eine Spannung zwischen Natürlichkeit und Inszenierung entstehen. In der Galerie-„Gruft“ bildete eine Installation aus den Requisiten, die die Künstlerinnen für ihre Arbeiten verwendet hatten, den gemeinsamen Schlusspunkt der Ausstellung. Katrin Kamrau studiert Fotografie und Medien an der FH Bielefeld, ebenso Lucie Marsmann und Harriet Esther Muntean (beide Artists UnlimitedMitglieder). Katja Böhme (Artists Unlimited) studierte Kunst an der Universität Osnabrück und absolviert zur Zeit ihr Referendariat. Die Eröffnungsrede hielt Cem Kozcuer (Artists Unlimited).


28 Rückblick 08 04 09–26 04 09 Das Bielefelder Gefühl Bielefelder Kunstverein

„Ich bin sehr stolz auf meine Töchter“. Wohl der prägnanteste Satz des Abends. Mit ihm schloss Daniel Bérenger sichtlich gerührt seine Eröffnungsrede im Bielefelder Kunstverein ab. Die Töchter standen vor ihm, auch die Söhne, die Menschen, die heute das Projekt weiterführen, das er im Jahr 1985 als Gründungsvorsitzender mit ins Leben rief: Artists Unlimited. Als er und viele andere der „alten Hasen“ im Jahr 2007 das Künstlerhaus verließen, gab es den bis dahin extremsten Generationswechsel in der Vereinsgeschichte. Wie würde sich das Projekt entwickeln? Scheinbar wurden die Erwartungen in die Nachfolger nicht enttäuscht. Zufrieden eröffneten Thomas Thiel (Künstlerischer Leiter des Kunstvereins), Daniel Bérenger und Jenna Gesse (Vorstand Artists Unlimited) die „Bielefelder Wand“. Im Rahmen der Ausstellung Das Bielefelder Gefühl wurden mit dem Künstlerhaus LYDDA, Artists Unlimited und der galerie 61 drei lokale, nichtkommerzielle Galerien und Institutionen eingeladen, für jeweils drei Wochen eine zentrale Wand zu bespielen. Der Freude über die Einladung folgten die Diskussionen und Überlegungen bei Artists Unlimited: Würde es ein falsches Bild abgeben, nur Arbeiten der aktuellen Mitglieder zu zeigen? Wie sollte man dieses Projekt in all seinen Facetten beleuchten? Was ist denn unser „Bielefelder Gefühl“ im Bezug auf Artists Unlimited? Schnell entschieden wir, dass uns der „Ist-Zustand“ nicht ausreichte für ein Projekt, das seit 25 Jahren in Bielefeld verankert ist und von dem in dieser Zeit viele kulturelle Impulse wie die Offenen Ateliers oder der Carnival der Kulturen ausgegangen sind. Deshalb war es uns wichtig, ein Medium zu finden, in das Bild-, Text- und Filmmaterial der Gegenwart und der Vergangenheit einfließen kann. Es entwickelte sich die Idee einer Bewegtbild-Installation, die Archivmaterialien von 1985 bis heute zu einer einzigartigen Mediencollage verweben sollte. Sechs Wochen lang wurde an den Projektionen gefeilt, wurden Unmengen an VHS-Videos und Abzüge gesichtet, digitalisiert und aufbereitet. Letztendlich wurde mit fünf Beamern auf die „Bielefelder Wand“ projiziert. Jede Projektion beinhaltete verschiedene Bewegtbild-Flächen, die im Stil einer Petersburger Hängung präsentiert wurden. Die Tonspuren überlagerten sich, Sequenzen konkurrierten miteinander – dem Leben im Artists-Haus gar nicht so unähnlich. Es gibt überall Künstler, Designer und Kulturschaffende. Das Besondere an Artists Unlimited ist die Gleichzeitigkeit, in der all diese Menschen an einem Ort zur selben Zeit produktiv sind – Unser Bielefelder Gefühl.


30 Rückblick 17 04 09–26 04 09 25 04 09 Nachtansichten Klaus Braun

Bei den Kommentaren während der Nachtansichten 2009 war wieder einmal alles dabei. Von „hier sieht es ja aus, wie in meinem Keller“ bis „eine großartige Ausstellung“. Klaus Braun kann stolz auf beides sein. Ein weiteres Mal schuf er aus Alltagsgegenständen entrückte Räume, die im Detail zwar bekannt, im Ganzen aber doch äußerst fremd anmuteten. Zentrales Motiv seiner Installationen waren dieses Mal Einmachgläser. Diese Konservierungs-Gefäße, die nach wie vor Platz in vielen staubigen, deutschen Kellerregalen einnehmen, wurden hier zum sinnentleerten Fremden. Gefüllt mit Obst, Gemüse, Undefinierbarem. Zwischen abgelaufener Lebensmittel-Vorsorge und Vergangenheits-Verweisen kamen Erinnerungen, Assoziationen, Fragen auf – der Appetit blieb aus. Um die Einmachgläser herum schuf er verschiedene Welten in den Räumen der Artists Unlimited Galerie. Ein Labor erweckte den Anschein, dass hier jemand den Inhalt der Gläser erforscht oder verändert, in einem anderem Raum wurden die Gläser katalogisiert, gerade hatte sich wohl jemand von dem dunklen Wohnzimmer abgewendet, in dessen Schrankwand sich das Eingemachte stapelte – überhaupt wirkte es permanent, als sei der Platz nur kurz von jemandem verlassen worden, der gleich zurück kehren und seiner Tätigkeit weiter nachgehen würde. Eine Stimmung, die Klaus Braun in seinen Installationen detailgenau heraufbeschwört. Die Eröffnungsrede hielt Thomas Thiel vom Bielefelder Kunstverein.


31 Rückblick 08 05 09–17 05 09 susurration Laila Evensen Man musste schon genau hinsehen. Wo andere Ausstellungseröffnungen ohne Probleme mit dem Blick zur Wand und einem Glas Rotwein in der Hand bestritten werden können, musste man bei diesen Arbeiten die Augen überall haben. Viele Elemente waren viel zu klein, um sie flüchtig zu betrachten. Leicht, sanft und natürlich wirkte die Ausstellung der 70. Artists Unlimited-Gastkünstlerin Laila Evensen (34). Vieles war lebendig, keimende Pflänzchen in Reagenzgläsern, Schneekugeln oder Blumentöpfen bestimmten die Galerie-Räume, hatten sich sogar den Fußboden zum Teil erobert. Im Februar 2009 begann die Norwegerin ihr Stipendium in Bielefeld, arbeitete im Gastatelier an ihren Objekt- und Videoinstallationen. Bevor sie im Mai 2007 nach Berlin zog, lebte sie zwölf Jahre in England, wo sie 2001 ihr Kunststudium an der Hull School of Art and Design abschloss. Die Vernissage von susurration wurde ergänzt durch eine Performance des Künstlers Patrick Weh Weiland, der unter anderem auch an der OWL 2-Ausstellung im MARTa Herford beteiligt war. Eröffnet wurde die Ausstellung von Cem Kozcuer (Artists Unlimited).


32 Rückblick 20 05 09–28 05 09 Offene Druckwerkstatt Zeichenklasse Geilen

Es entsteht etwas. Veränderung zieht durch die Räume, bewegt, lässt sich an den Wänden nieder – eine Ausstellung wird lebendig. Während der Offenen Druckwerkstatt waren die Galerie-Räume von Artists Unlimited nicht nur Ausstellungsräume, sie waren Arbeitsräume, Inspiration, hinsichtlich der Arbeitszeiten sogar so etwas wie Wohnräume. Sechs Studenten um Professor Jochen Geilen verlegten die künstlerische Druckwerkstatt des Fachbereichs Gestaltung der FH Bielefeld für eine Woche in die Artists Unlimited Galerie, um täglich öffentlich zu arbeiten. Der druckgrafische Prozess konnte hautnah von den Galerie-Besuchern miterlebt werden, Schulklassen kamen, um mehr über die verschiedenen Techniken zu erfahren. Bei bestem Wetter saß die Zeichenklasse Geilen oft draußen auf dem Innenhof, bereitete Linolschnitte vor oder skizzierte. Die Ausstellung, die zu Beginn der Woche zu sehen war, wurde täglich durch neue Arbeiten ergänzt und verändert. So konnten zur Finissage völlig andere Werke präsentiert werden, die von Tagen voller Produktion, Dynamik und dreckiger Hände zeugten. Wir freuen uns, dieses Projekt im Jahr 2010 zum zweiten Mal in unserer Galerie zu Gast zu haben. An der Offenen Druckwerkstatt waren Katharina Bloch, Anatoli Budjko, Jochen Geilen, Young-Lan Kang, Irini Metz, Jan Müller und Chris Tomaszewski beteiligt. Die Eröffnungsrede hielt Professor Jochen Geilen (FH Bielefeld).


33 Rückblick 27 06 09 Don’t paint the devil on the wall Benefizparty

Alle Energien müssen gebündelt werden, um die jährliche Artists Unlimited-Benefizparty zu veranstalten. Das sind wir gewohnt. 2009 war es mehr als das. Von Beginn an wurde der Innen-

Passend zum Motto Don’t paint the devil on the wall forderte diese Veran-

hof an der August-Schröder-Straße geflutet mit

staltung alles von den Artists Unlimited-Mitgliedern, ließ Erfahrungswerte

Besuchern. Eingeteilte Theken-Schichten wirk-

und wochenlange Vorbereitungen niedlich wirken. Privatwagen mussten

ten bald lächerlich – hier war Vollzeit-Beschäf-

bald zur Bierkutsche umfunktioniert werden, der Ostbahnhof und das Café

tigung angesagt. Schon um 21 Uhr stand fest:

Milestones wurden geplündert, 30 Kilo Eis-Nachschub für die Cocktails

Das wird keine normale Party.

schickten zwei Fahrradfahrer auf eine abenteuerliche Tankstellen-Odyssee. Die Veranstaltung auf dem Innenhof und in der Galerie des Hauses an der August-Bebel-Straße ist der organisatorische Höhepunkt im Vereinsjahr. Durch die Einnahmen finanziert Artists Unlimited das Gastkünstlerstipendium, das seit 1986 dreimal jährlich an meist ausländische Künstler vergeben wird. Die detailreiche Planung des Fests geht weit über das Bestellen von Würstchen und Getränken hinaus. So waren in diesem Jahr 70 Kurzfilme zu sehen, die gemeinsam von den Artists-Mitgliedern für die Party produziert wurden. Als Video-Projektionen bespielten sie die massiven Hauswände der Hauptdarsteller, wurden zur bewegten Bebilderung der Bands Times New Roman aus London und Anorak und The Swamp Troopers aus Bielefeld, bevor die Party mit den DJs im Innenraum weiter ging. Hier sorgten V.E.B., Trio Trois, Jessika Voltastic und DJ Doe dafür, dass bis in die frühen Morgenstunden auf dem Gelände ausgelassen gefeiert wurde, bevor die Artists um 7.30 Uhr die letzten Kultur-Sponsoren verabschiedeten. Immer noch etwas ungläubig wurde gefegt und aufgeräumt. Wie nach einem langen Tag im Schwimmbad legte sich die Erschöpfung über uns. Müde, hungrig und glücklich.


36 Rückblick 28 08 09–13 09 09 Mid-Autumn Show Friendly Liu

Mitte Juni hatte das dreimonatige Stipendium der 26-Jährigen begonnen, durch das sie sich den Wunsch erfüllte, für längere Zeit in Europa zu sein und zu arbeiten. Die Verbindung zu Deutschland bestand schon lange, unter anderem durch befreundete Bielefelder Gestalter. Vor zwei Jahren nahmen sie Friendly mit zur Ausstellung Up, Down and Around in der Artists Unlimited Galerie. Dort lernte sie Mitglieder von Artists Unlimited kennen, die ihr das Projekt vorstellten und ihr vorschlugen, sich auf das Gastkünstler-Stipendium zu bewerben. Gesagt, getan. Friendly Liu studierte in Hongkong Graphic and Media Design und erlangte 2003 ihren DiplomAbschluss. Seit dem arbeitet sie als Grafikdesignerin und Illustratorin für verschiedene Agenturen und als Zeichenlehrerin für Kinder. Vor einem Jahr gründete sie mit ihrem Freund das asiatische Graffitiund Kultur-Magazin Invasian, für dessen Design und Art-Direktion sie verantwortlich ist. Mittlerweile erscheint das englisch-sprachige Magazin vierteljährlich mit chinesischer und japanischer Übersetzung und wird in China, Japan, Thailand, Taiwan, Europa und Amerika vertrieben. Die entspannte Zeit, die Friendly sich für ihren Aufenthalt vorgestellt hatte, konnte sie schnell vergessen. Ständig wurde sie zu verschiedenen Projekten eingeladen, gestaltete auch in Bielefeld verschiedene Wandbilder mit, reiste quer durch Deutschland, Dänemark und Luxemburg. Bei der Artists-Benefizparty stand sie uns ebenfalls tatkräftig zur Seite. „Ich dachte es liegt an Hongkong, dass immer alles so schnell und verImmer noch findet man bei intensiveren Putzaktionen Süßigkeiten, die rückt bei mir ist – aber in Bielefeld ist es das selbe“, resümierte Friendly vergnügt. Die Resultate dieser Friendly Liu kurz vor ihrer Abreise im gesamten Haus für uns versteckte. ruhelosen Zeit zeigte sie in ihrer Abschluss-Ausstellung Mid-Autumn Show in der Artists Unlimited „Candy“, immer und überall, so bunt wie möglich, waren neben Friendlys Galerie, die von Cem Kozcuer (Artists Unlimited) eröffnet wurde. Rastlosigkeit ihr Markenzeichen. Geschäftig rannte die zierliche Gestalt durch das Haus, über den Hof, war dabei immer bester Laune. Zur Ruhe kam sie erst bei der Arbeit. Konzentriert feilte sie an ihren Motiven, an beschwingten Kombinationen aus Graffiti, Comic und Malerei. Friendly Liu aus Hongkong war die 71. Gastkünstlerin von Artists Unlimited.


37 Rückblick 25 09 09–11 10 09 Up, Down And Around

Alle guten Dinge sind drei – zum dritten Mal luden Bielefelder Skateboardfahrer und Freunde zur Werkschau bei Artists Unlimited ein und füllten die Galerie mit Street- und Graffiti-Art. Seit der erfolgreichen Veranstaltungspremiere im Jahr 2007 wurde Up, Down and Around verändert und weiterentwickelt. Der Grundgedanke, dem recht verbreiteten „Schubladendenken“ bezüglich Skatern ein kreatives Statement entgegen zu setzen, ist geblieben. Die Ausstellung mit Arbeiten von etwa 20 Skatern und befreundeten Gestaltern gab Einblicke in künstlerische Ambitionen, Sichtweisen und Vorlieben. Zur Eröffnung mit Cocktail-Empfang spielte die Band The Von Düß, später wurde die Party im Café Milestones fortgesetzt. Teilnehmende Künstler: Simple, leckomio, the lover, the YOUNG, Sinero, inck/parsprototo, usbekistyle, Topdollar, bruderherz, erdnutz, BrandNeu, Igor „busy“ Bisic, aka vortex, aka kid nice 83, Marvin Hesse, CANTHAID, mwm, Bommel


38 Rückblick 16 10 09–23 10 09 BalkanArt-Festival Alen Hebilovic und Armin Smailovic Kaum waren die letzten Balkan-Beats verklungen, da schienen die Planun-

Lichtwerk-Kino (Filmhaus), das Theaterlabor, der Ostbahnhof, das Café Mi-

gen für das Festival im nächsten Jahr schon anzulaufen. Zufrieden blickten

lestones selbst und die Artists Unlimited Galerie, in der der Festival-Auftakt

die Organisatoren des ersten BalkanArt-Festivals zurück auf eine Woche,

stattfand. Hier wurden am 16. Oktober die Ausstellungen Srebrenica von

die der Kultur der Balkanregion gewidmet war. Seit dem Krieg Anfang der

Armin Smailovic und Out of Bosnien von Alen Hebilovic eröffnet. Zwei

1990er Jahre kämpfte das Land mit den Folgen der Zerstörung, politischer

eindringliche fotografische Aufbereitungen der jüngeren Geschichte Ex-

Instabilität und Flüchtlingsströmen. Die vielfältige Kulturszene, die in die-

Jugoslawiens.

ser Realität entstand, wurde vom 16. bis 23. Oktober in Bielefeld präsentiert.

Smailovic (41), der in Bielefeld aufwuchs und in München Fotografie stu-

Einer der Hauptorganisatoren des Festivals war Mevludin (Zilo) Demiro-

dierte, war zu Beginn der 1990er Jahre Kriegsfotograf in Kroatien. In

vic, der Betreiber vom Café Milestones, das sich im Erdgeschoss des Artists

seiner Serie Srebrenica begleitete er einen bosnischen Bauern, der 1995

Unlimited-Gebäudes befindet. Gemeinsam mit Branko Simic und Krunoslav

ein Massaker in der gleichnamigen Stadt überlebte, zu den Stationen sei-

Stojakovic entwickelte er ein Programm aus Ausstellungen, Filmen, Thea-

ner Flucht. Erschüttert lauschten die Galerie-Besucher der Lesung von

terstücken und Konzerten. Die Veranstaltungsorte waren breit gestreut. Am

Smailovic aus dem Zeit-Magazin, in dem die Geschichte des alten Mannes im

BalkanArt-Festival beteiligten sich die Galerie Baal, das Forum, das alte

Herbst 2009 in Text- und Bild erzählt wurde. Noch heute ist er ein wichtiger


Zeuge vor dem Den Haager Tribunal, als einer der wenigen Überlebenden

Die Eröffnungsrede hielten Branko Simic und Krunoslav Stojakovic. Am

dieses 8.000 Opfer fordernden Horror-Szenarios. Kurz vor dem Beginn des

Tag nach der Eröffnung fand in der Galerie ein öffentliches Werkstatt-Ge-

BalkanArt-Festivals erhielt Smailovic für diese Reportage den 1. Preis beim

spräch mit Armin Smailovic und Alen Hebilovic statt, bei dem es mehr über

Dokumentarfilm-Festival in Bad Aibling.

die Arbeiten und die Künstler zu erfahren gab.

Alen Hebilovics Arbeiten wurden als Projektion in der Galerie-„Gruft“ präsentiert. 1993 kam Hebilovic (36) als so genannter „Kontigentflüchtling“ nach Brandenburg. Out of Bosnien war ein Ausschnitt seiner fortlaufenden Dokumentation über den Alltag eines Landes in der Nachkriegs-Phase, über das tägliche Leben der Menschen in ihrer zerstörten Heimat, das selbst erlebte Flüchtlingsdasein in Deutschland. Situationen und Protagonisten wurden in einem Moment des Übergangs dargestellt, widersprüchliche und gegenläufige Bildinformationen verschmolzen zu einer fiktiv-realen Bildererzählung. Zur Zeit lebt Hebilovic in Berlin und Bosnien-Herzegowina.


40 Rückblick 23 10 09 Cartune Xprez

Wow. Völlig aufgeladen stolperten wir nach zwei Stunden aus dem KinoSaal heraus. Auch ein bisschen stolz darüber, dass wir diesen zufälligen Kontakt zu Cartune Xprez genutzt hatten, um noch einen Tour-Stop in Bielefeld zu organisieren. So flimmerten im vollbesetzten Kino im Filmhaus (altes Lichtwerk) zeitgenössische Animations-Kurzfilme über die Leinwand, wurden kombiniert mit Musik, einer Installation aus aufblasbaren, leuchtenden Objekten, und – als absoluter Höhepunkt – mit der Performance von Peter Burr. Peter Burr (29) aus Nord Amerika ist einer der Organisatoren von Cartune Xprez, der Show, mit der er im Herbst 2009 ganz Europa bereiste. Unter den gezeigten Filmen gab es sowohl Arbeiten junger als auch bekannter FilmKünstler zu sehen, die bereits bei der Whitney Biennale oder im MOMA in New York präsentiert wurden. Die Arbeiten folgten nahtlos aufeinander, nur um kurz ein neues Bier zu holen verließen die Zuschauer den Kinosaal, verfolgten dann wieder gebannt das abwechslungsreiche, bunte Programm. Als

Doch leider musste Burr bald weiter. Nach Stops in Frankreich, Spanien,

Burr schließlich im Ganzkörper-Anzug mit der Leinwand verschmolz und

Portugal, Russland und Deutschland ließen die nächsten Termine in Nord-

zu seiner Performance live seine Bass-Gitarre bearbeitete, gingen Begeiste- europa nicht lange auf sich warten. Zuvor beendeten wir jedoch mit ihm den rungs-Schübe durch das Publikum, das applaudierte, pfiff, mehr wollte.

Abend in Bielefeld multi-kulturell: Bei der Abschluss-Party des BalkanArtFestivals im Forum. Gezeigte Filme u.a. von: Francine Spiegel, Jacob Ciocci, Takeshi Murata, Hooliganship, Bruce Bickford, Barry Doupe


41 Rückblick 30 10 09 –15 11 09 im Glanze dieses Glückes

„Nicht inszeniert, einfach gefunden, aus Langweile entstanden.“ Spannungsreiche Arbeiten und lautes

Auch Lukas Webers Arbeiten handelten vom Fehlerhaften und Absurden.

Gelächter füllten die Räume der Artists Unlimited Galerie im Zuge einer Ausstellungsidee, die erst ein-

Viel Zeit zum Nachdenken, für Beobachtungen und Selbstreflexion ließ die

mal ungewohnt klang. Die Gruppenausstellung im Glanze dieses Glückes präsentierte Fotografien von

Arbeiten im Lauf der letzten Jahre entstehen, ohne je zu einem bestimmten

Heinrich Holtgreve und Zeichnungen, Objekte und eine Videoarbeit von Lukas Weber, die von den klei-

Zweck gedacht worden zu sein. Mal tragisch-komisch, mal nur als kurzer

nen und großen Absurditäten des Lebens handelten.

banaler Witz verpackt, teilten sie sich schnell mit, wirkten wie eine spontane

Heinrich Holtgreves Bilder zeigten vorgefundene Situationen, Orte und Gegenstände. Spontane, im

Bestandsaufnahme eines inneren Skizzenbuchs. Auch seine Umsetzungen

Vorübergehen festgehaltene Eindrücke, die nicht von der grandiosen Inszenierung, der ungewöhnli-

waren größtenteils einfach und schmucklos. Weißes Papier, schnelle Tusche-

chen Bildaufteilung oder der atemberaubenden Perspektive lebten, sondern vom Entzug eben dieser

Zeichnungen, kleine Formate. Dem Inhalt entsprechend und gerade des-

Parameter. Übrig blieben Banalitäten, Kuriositäten und Irritationen, die er durch die gewählte Tech-

halb faszinierend.

nik der Handy-Kamera verstärkte. Die inhaltliche „Ästhetik der Fehler“ wurde durch die geringe Bild-

Heinrich Holtgreve wuchs in Bochum auf und studiert seit 2006 Fotogra-

auflösung auch formal zelebriert, die schnörkellose Hängung (die Abzüge wurden direkt an die Wand

fie und Medien an der FH Bielefeld. Seit 2008 ist er Mitglied von Artists

genagelt) unterstrich diese Aussage.

Unlimited. Lukas Weber zog vor drei Jahren von Bonn nach Bielefeld und studiert seitdem an der FH Grafik und Kommunikationsdesign. Die Eröffnungsrede hielt Jenna Gesse (Artists Unlimited).


42 Rückblick 20 11 09

ähnlichen Projektion gegenüberlag. Andächtig wurde geflüstert, ein Husten heruntergeschluckt. Erst als sich der Raum stetig mit Menschen füllte, ließ die schweigsame Spannung nach, löste sich auf in eine entspannte Ausstellungs-Atmosphäre. „Hier sieht man, dass es sich um Personen handelt, die Lust haben, visuel-

Stille und Dunkelheit. Unsicher betraten die Besucher den privaten Wohn-

les Neuland zu betreten“, so Daniel Neugebauer (Kunsthalle Bielefeld) in

und Arbeitsraum im Artists Unlimited-Haus, suchten sich möglichst schnell

seiner Eröffnungsrede. Seit über zwei Jahren verfolgen Rebecca Butzlaff,

und unauffällig einen Steh- oder Sitzplatz an der Wand, die der Triptychon-

Dennis Neuschaefer-Rube, Tim Rehm und Tim Sürken gemeinsame Projekte,


experimentieren mit verschiedenen Medien und Ausdrucksmöglichkeiten.

Anspannung. Festgehalten und losgelassen in einer raumgreifenden, einneh-

Zum ersten Mal zeigten sie nun öffentlich Ergebnisse dieser Prozesse.

menden Präsentation.

Inszenierte, menschliche Skulpturen bestimmten die größtenteils bewe-

Rebecca Butzlaff, Tim Rehm und Tim Sürken (Artists Unlimited-Mitglieder)

gungslos wirkenden Filmsequenzen, in denen sie selbst die Rolle der Dar-

studieren Grafik und Kommunikationsdesign an der FH Bielefeld. Dennis

steller übernahmen. Formal kamen Assoziationen zu den unterschiedlichsten

Neuschaefer-Rube studiert Fotografie und Medien.

Kunstrichtungen auf, wie etwa zur Mode-Fotografie, zur Performance, zum Theater, zur Malerei. Zwischenmenschliche Konstellationen beschrieben die Bilder inhaltlich. Momente von Kampf und Annäherung, von Ent- und


44 Rückblick 04 12 09 – 06 12 09 WeihnArt 2009 Wenn sich der Einzelhandel auf der Zielgeraden zum Weihnachtsfest befindet, heißt das für Artists Unlimited: Zeit für die WeihnArt! Mit der alljährlichen, winterlichen Benefizausstellung beendeten die Artists das veranstaltungsreichste Jahr der Vereinsgeschichte und starteten den Übergang zum Jubiläums-Jahr 2010, in dem Artists Unlimited seinen 25. Geburtstag feiert. Mit den Einnahmen, die durch den Verkauf der Kunstwerke erzielt werden, finanziert der Verein den Galeriebetrieb und das Gastkünstlerstipendium. Auch diesmal boten neben den Mitgliedern zahlreiche befreundete Künstler ihre Werke zum Verkauf an, die von Malerei über Fotografie bis hin zu Skulptur und Schmuck reichten. Bei Glühwein, Bier und Plätzchen konnte so sicher Einiges auf der Geschenk-Liste abgehakt werden. Die druckfrische Artists Unlimited-Zeitung gab es gratis dazu. Und wer bei der Eröffnung an der Tombola teilnahm, hatte sogar die Chance, vom Glücksengel reich beschenkt zu werden.


45 Rückblick ART at WORK

Er kam, sah und blieb. Im Jahr 1986 kam ein schmächtiger, 24-jähriger

lichen Raum festigen die Schüler das neu erworbene Wissen und geben es

Engländer zu Artists Unlimited. Er wurde der erste Gastkünstler, lebte und

an Passanten weiter. So wird aus einem Schultag ein interaktives Umwelt-

arbeitete im Haus – und tut das bis heute: Pip Cozens. 1997 gründete er

schutz-Kunstprojekt.

gemeinsam mit Janis Somerville † die Initiative ART at WORK, die für Ak-

Für seine Arbeit wurde ART at WORK 2009 mehrfach ausgezeichnet. Das

tionskunst mit dem Überbegriff „Lebensqualität“ steht. Seit einigen Jahren

Projekt gehörte zu den Gewinnern der Ausschreibung Kunst ist Klasse der

sind Pip Cozens und Annabelle Mayntz die Basisbesetzung des Projekts, das

Bielefelder Bürgerstiftung und erhielt einen der Sei ein Futurist-Preise, eine

von Freunden auf der ganzen Welt unterstützt wird. Ein Grundgedanke von

gemeinsame Initiative von dm und der Deutschen UNESCO-Kommission.

ART at WORK ist, komplexe Themen mit Mitteln der Kunst begreifbar zu

Außerdem wurde Pip Cozens und Annabelle Mayntz der 1. OWL_Merkur-

machen und zu Veränderung und Eigeninitiative zu ermutigen – am besten

Kulturpreis überreicht. Aber ART at WORK ruht sich auf diesen Lorbeeren

schon, bevor sich ein unbewusster Umgang mit der Umwelt eingeschlichen

nicht aus. Für das Jahr 2010 sind Projekte zu den Themen „Klimaschutz

hat. Deshalb arbeitet ART at WORK häufig mit Schulklassen.

und Konsum“ und zu kultureller Vielfalt geplant, eine Reise nach Indien für

Das Aktionsthema 2009 lautete WASSER – Blaues Gold sucht Schutzgeister.

das Give a hand to free tibet-Projekt und die Unterstützung von Transition

17 Workshops veranstaltete ART at WORK an Schulen in und um OWL,

Town. Gelebtes Motto ist: Kunst ist nicht Luxus, sondern Notwendigkeit

brachte den Kindern und Jugendlichen das Thema „Wasser“ auf unter-

(Lyonel Feininger).

schiedlichste Weise näher. Inspiriert durch die Kunst Afrikas im Masken-Bau, wurden mit den Schülern afrikanische Masken gestaltet, die in anschließenden Straßenaktionen zum Einsatz kamen. Durch diese Aktionen im öffent-

art-at-work.org


08 01 10–17 01 10

01 05 10–02 05 10 31 05 10–11 06 10 05 06 10 18 06 10

Rachael Elwell Gastkünstlerin Rebekka Schulte Angelika Höger Nachtansichten Bob Levene Gastkünstlerin 25 Jahre Artists Unlimited Offene Druckwerkstatt 2 Zeichenklasse Geilen Artists-Flohmarkt Artists-Benefizparty

01 10 10

Galeriehopping

29 01 10–07 02 10 09 04 10–25 04 10 24 04 10 30 04 10–15 05 10

gemeinsame Veranstaltung der Galerie van Laak und Bérenger, Galerie Baal, Galerie GUM, galerie 61 und der Artists Unlimited Galerie

Gastkünstler 15 02 10–15 05 10 01 06 10–30 08 10 15 10 10–15 01 11

Bob Levene Marion Lehmann Anna Louisa Wolf

Artists Unlimited:

Herausgeber: Artists Unlimited e. V., Bielefeld

Katja Böhme, Benedikt Brandhofer, Klaus D. Braun, Steffen Budke, Stef- Gestaltung: Rebecca Butzlaff, Janine Gockel, Tim Rehm, Tim Sürken fen Bunte, Rebecca Butzlaff, Pip Cozens, Ricarda Enderweit, Jenna Gesse,

Textredaktion: Jenna Gesse

Janine Gockel, Cecilia Herrero, Heinrich Holtgreve, Angelika Höger, Cem

Druck: Küster Pressedruck, Bielefeld

Kozcuer, Rainer Krause, Antje Löbel, Lucie Marsmann, Irini Metz, Harriet

Auflage: 1000

Esther Muntean, Tim Rehm, Lars Rosenbohm, Uwe Schweer-Lambers, Christine Skowski, Tim Sürken, Reiner Tintel. MITGLIEDER Dezember 2009

Alle Bild- und Textrechte bei den Autoren Artists Unlimited e. V. August-Bebel-Straße 94 33602 Bielefeld Germany artistsunlimited.de

Profile for Artists Unlimited

Artists Unlimited Zeitung Nr. 2  

Die Artists Unlimited Zeitung dokumentiert das Jahr 2009 und bietet einen Ausblick auf das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm 2010.

Artists Unlimited Zeitung Nr. 2  

Die Artists Unlimited Zeitung dokumentiert das Jahr 2009 und bietet einen Ausblick auf das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm 2010.

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