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„arTiger“ 2009, Susanne Praetorius


Programm

Inhalt

ACTS & SPECIALS Ausstellung Sa. 19.09. bis Sa. 26.09.2009 täglich von 10 - 19 Uhr* geöffnet Fr. 18.09. 18 Uhr Vernissage für geladene Gäste Sa. 19.09. 20 Uhr Cantalupe Samba, Salsa, Merengue live So. 20.09. 11:30 Uhr Musik-Matinee* mit Kaisermelange Salon- und Kaffeehausmusik Wiener und anderer Art. n e l e i 15 Uhr öffentl. Pressekonferenz Vorstellung artig‘09, artig e.V. V r v on in e a 16 Uhr Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl: Wahlprüfsteine zur R Kulturpolitik der Parteien

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Cantalupe

Natur. Licht. Zeit. von und mit Susanne Praetorius Interview. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12

Mo. 21.09. tagsüber Tattoo-Show* by Stechwerk.de 20 Uhr BuchstAbend* 10-Minuten-Poetry mit eigenen und (nicht) fremden Texten, u.a. mit Renate Boos, Maria Kiechle, Stephan A. Schmidt, Giovanna Thomma u.a. Di. 22.09. 20 Uhr Rainer von Vielen Karten nur im Vorverkauf auf der artig‘09, keine Abendkasse! Mi. 23.09. 20 Uhr ImproTheater SpontanShow

28 8

Do. 24.09. 18 Uhr Kunstgenuss mit Jacques‘ Wein-Depot (Voranmeldung notwenig) 20 Uhr Docs Olliday live

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Malen ist wie Feste feiern. von und mit Peter Morgner Interview. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30

Nhung Vu: Keyla, Titel Band 1, 2008

Fr. 25.09. ab 14 Uhr Nhung Vu prämierte Manga-Künstlerin, u.a. EUPublikumspreis bei der Euro-Cartoon 2009, mit Signierstunde* zum neuen Buch Keyla 02 Docs Olliday

Sa. 26.09. Ausstellung letztmalig von 10 - 19 Uhr geöffnet So. 27.09. Bundestagswahl*. Und warten bis zur artig‘10... * Eintritt frei. Änderungen vorbehalten. Programm immer aktuell unter www.artig.st

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Kunststück. Handgemacht. von und mit Uta Seyberlich Interview. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48

Wir bedanken uns artig für die vielArtige Unterstützung bei: ATG Allgäuer Treuhand GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ihre Generalvertretungen in Kempten: Zech, Klüpfel & Schwald • Letzner • Heckl • Haas

f64 Architekten Thomas Kreiter Brandschutz + Architektur Sachverst. u. Beratender Ing. Vorbeugender Brandschutz, Dipl. Ing. Architekt (FH)


14 14

18 8

2 24

Finden, erfinden, finden lassen Die Natur als Muse.

Mein Gegenspieler. Licht.

von und mit Stephan A. Schmidt Interview. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

von und mit Lux Larson Interview. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

von und mit Mercedes Rodriguez de Vetter Interview. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20

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Der Fotobildermacher

Selbstredend.

Tausendmal gehört...

von und mit Klaus Kiechle Interview. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34

von und mit Gwendolyn Boos Interview. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38

von und mit Maria Kiechle Interview. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42

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Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Kunst kommt von welchem Können? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 eine Richtigstellung von Stephan Schmidt

Lautmalerei. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45 von Susanne Praetorius

50 50

Extreme Risikobereitschaft von und mit Mario Riedesser Interview. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52

Abspann (Impressum) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58 neun Anonyme Inter views: Jeder Aussteller hatte den anderen mit dem

anonym eine Frage gestellt. Erst bei Drucklegung wurden diese nd........ Namen des Fragestellers versehen. Es blieb also bis zum Schluss spanne

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EDITORIAL

Liebe artige, liebe Artgenossen, herzlich willkommen zur ersten artig im Jahre 2009! Kunst? Wir haben versucht, dieses Wort zu vermeiden, seit der ersten Idee für diese Ausstellung bis hin zum Flyer und Plakat, zur Pressemeldung. Es hat nicht geklappt. Denn wann ist was Kunst? Ist dies nicht Deko, jenes Kunsthandwerk, anders Liebhaberei oder Effekthascherei? Oder wird’s Kunst, wenn wir einen Zettel mit dem Wort „Kunst“ darauf geklebt hätten? Es roch zu arg nach Pathos. Sicherlich sagen einige von uns ganz klar von sich, Sie sind Künstler, haben wie Gwen Boos seit über 17 Jahren diese (Haupt-) Berufung auf sich genommen, und andere sehen sich neben Ihrem Beruf „nur“ als kreativen Menschen, aus dem tagtäglich etwas herausdrängt. Es liegt wohl auch in der Konstellation der unterschiedlichen Charaktere, die sich für artig’09 zusammengefunden haben, dass man dieses „schwere“ Wort nicht über alle drüberkleben mag. So fehlte für uns selbst die begriffl iche Klammer, das Schlagwort für die knappe Überschrift einer Pressemitteilung oder eines Brückenbanners. „Großkunst. Kleinkunst. Halbkunst.“ war eine Antwort, und „artig“, dieses „ähnlich wie“ oder „so wie“, ihre Klammer. Damit konnten wir schmunzelnd das offen lassen, worauf wir Sie wie uns nicht festlegen wollten. Heute ist der 1. September, dieses Magazin muss morgen in den Druck. Ob dieses „artig“ funktioniert hat, werden wir erst in drei Wochen wissen. Denn es ist die gemeine Tragik jedes Editorials, dass Sie, während Sie diese Zeilen lesen, die Ausstellung bereits gesehen haben, während wir hier noch vor einem 1:50 Modell aus

Papier (s. Bild oben) über der Frage brüten, ob denn eine Beleuchtung für 3.000 Euro weniger der Sache keinen Abbruch tut. Nicht, dass sich jeder von uns dieser „Kunst“-Frage nicht stellen würde – wir wollten sie nur nicht im Vordergrund haben wie ein matt gewordenes, milchiges Fenster, das den Blick trübt, statt den Betrachter frei auf etwas blicken zu lassen. Wir möchten Sie entscheiden lassen, nicht was Kunst ist oder je nach Gemütszustand in diese Schublade passt, sondern was Sie beeindruckt, verblüff t, triff t, bewegt, beschäftigt, eigene Gedanken hervorbringen lässt: Wünsche, Träume, Sorgen, Wut. Denn Kunst passiert meist zweimal: Einmal, wenn eine vielleicht alte Idee, die plötzlich wie ein Küken aus dem Ei schlüpft und einem in den brütenden Hintern tritt, weil es auch ans Tageslicht, an das Licht des Ateliers, der Werkstatt oder des Fotostudios will. Irgendwann, oft nach vielen Monaten, steht das Küken da, nach viel Arbeit dem Entwurfsstadium ent- wie erwachsen und dennoch vielleicht ein Kind, das neue Eltern sucht – und muss sich z.B. in einer Galerie anleuchten lassen. Wenn Sie nun, lieber artig-Besucher, vor einem unserer Küken stehen, es unvoreingenommen betrachten und in Ihnen eigene Gedanken oder Emotionen keimen – dann passiert zum zweiten Mal Kunst. Und vielleicht sogar deswegen, weil wir es gar nicht draufgeschrieben haben. In diesem Sinne: Lassen Sie sich beschäftigen, „berühren“. Stellen Sie Fragen, oder kritisieren Sie und. Nur schauen Sie nicht weg oder schweigen Sie nicht. Da verhungert die Kunst.

Kunst passiert meist zweimal.

Ihr & Euer Stephan Schmidt, Vorsitzender des artig / art interessengemeinschaft e.V.

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PORTRAIT

Natur. Licht. Zeit. von Susanne Praetorius

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Seit 1999 hat sich das Malen immer mehr in meinem Leben manifestiert. Mein Thema ist die Darstellung der Natur in ihrer genialen und alltäglichen Schönheit. Wenn alles gut geht, entsteht ein Moment der Stille und des Lichts. Manchmal mit einem Augenzwinkern, denn Dinge sind nicht immer so, wie sie im ersten Moment scheinen.

2009 ist für mich ein schöner Anlass für eine Jubiläums- und Gemeinschaftsausstellung mit neun kreativen Weggefährten; und so erklärt sich auch der witzige Titel der Ausstellung artig‘09: Kunstinteressengemeinschaft 2009. Ich wünsche allen viel Freude in der Ausstellung.

Meine Bilder sind meist großformatig, vorwiegend Acryl auf Leinwand, aber auch Öl, Farbstifte, Dispersion – und auch auf Holz.

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INTERVIEW

Kreativrot, Unterwasserblau und Philosophischgelb einfach die Abwesenheit politischen Bestrebens. Daraus könnte man einen philosophischen Anspruch ableiten. Aber um wirklich genau über alles nachdenken zu können, brauchen wir alle manchmal einen Ort, der menschenleer ist.

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Peter Morgner: Malst du dir die Welt schöner als sie ist? Die Welt ist schöner, als ich sie malen kann.

Maria Kiechle: Was fördert die Kreativität mehr – Armut oder Reichtum? Sofern materielle Armut nicht existenzbedrohend ist und materieller Reichtum nicht das ganze Sein bestimmt, bieten beide Situationen Potenziale für Kreativität. Stephan Schmidt: Deine Bilder sind ebenso unpolitisch wie menschenleer. Ist das schon wieder politisch? Oder philosophisch? Statt unpolitisch würde ich meine Bilder mit nicht politisch beschreiben. Unpolitisch heisst für mich, keine klare Stellung zu Politik zu beziehen. Nicht politisch ist

Mario Riedesser: Welches Tier malst Du am liebsten? Ich male am liebsten die Tiere, die die Atmosphäre einer Landschaft steigern, wie zum Beispiel bei dem Bild „Afrikanischer Pegasus“, oder die Dimension einer Landschaft in Frage stellen, wie z. B. in den Bildern „der große Farn“ oder „Löwenzahn und Gänseblümchen“. Lux Larson: Immer wieder taucht bei Dir das Thema Wasser auf. Was fasziniert Dich so an diesem Element? Mich faszinieren die unendlichen Erscheinungsformen und -farben dieses Elements. Und die intensive Stille unter Wasser. Uta Seyberlich: Wie lange arbeitest Du an einem Bild, bis Du zufrieden bist? Liegt hier schon die Antwort in der Frage...? Nein, im Ernst: Das Bild sagt mir, wenn es

fertig ist. Ebenso meine temporären Fähigkeiten. Mercedes R. d. Vetter: Würdest Du gerne in der Südsee tauchen und die Eindrücke in Deinen Bildern wiedergeben? Bisher hatte ich keine Sehnsucht nach der Südsee (außer mit Euch Artgenossen nach Bora Bora), sehr wohl aber immer wieder nach dem Mittelmeer, das ist ein bißchen wie nach Hause kommen... Klaus Kiechle: Bist Du manchmal Wortoder sprachlos? Wortlos, wenn ich schweige und sprachlos, wenn mich etwas sehr fasziniert, entsetzt oder irritiert. Gwendolyn Boos: Du bekommst den hoch bezahlten Auftrag, ein Selbstportrait in nur drei Farben zu malen. Welche verwendest du? Die drei Grundfarben, also gelb, rot und blau. Das ergibt größtmögliche Farbvariationen. Von warm bis kühl und hell bis dunkel. Danke für die fi nanzielle Wertschätzung, ich würde mich aber nicht verkaufen.

Susanne Praetorius Gemälde *1961 in München. Malerin und Dipl.-Kommunikationsdesignerin (FH). Ausstellungen u.a. in Kempten, Berlin, Frankreich, Italien. Publikumspreis der Kunstausstellung zur Allgäuer Festwoche 2005, 2006 und 2008 www.susanne-praetorius.com


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PORTRAIT

Die Metaphern sind schon da. Ohne dass man es merkt. Und wenn man sie nicht verbiegt, werden sie auch nicht zerbrechen wie Glas.

Finden, erfinden und finden lassen. von Stephan A. Schmidt

14 Abbildung links: Ausgangs foto zu „Rusty Ant“ Mitte: Rusty Ant II. (You only thought that we have to leave the planet?) 2005/2009 Unten: Manipation. 2009 Andere Seite: Waiting Room I. Rooms 1 - 4. (Selbstportrait, 2009)

Diejenigen meiner Bilder, die mir etwas bedeuten, weil ich darin etwas gefunden habe oder weil in ihnen irgend etwas von mir steckt, habe ich so nie geschossen. Sie sind Collagen, ohne zum Konstrukt zu werden, werden umgebaut oder ergänzt mit weiteren Fotoausschnitten. „Waiting Room“ z.B. brauchte eine andere Tapete, fett, warm und dick, in der ich mich selbst sah und die ich schon im Kopf hatte, als ich fotografierte. Egal wieviel Zeit es kostet, diese zu fi nden und einzubauen. „Rusty Ant“ dagegen lief mir bereits vor fünf Jahren beim Fotografieren einfach zu, blinzelte mich an und wurde innerhalb weniger Tage zur fertigen Figur  aber bis vor wenigen Tagen noch ohne eine „Welt“ um sie herum. Der Himmel dahinter hat mich zehn Dollar gekostet - und zehn Tage, bis ich den passenden gefunden hatte. Vielleicht aber

wird diese Figur mich in ein paar Jahren noch einmal anblinzeln und auch nach einer Tapete fragen. Wie ich zu diesen Motiven komme? Zu jedem anders. Manchmal benutze ich die Kamera wie einen Schwamm; und erst wenn ich ihn ausdrücke, wirkt das eine oder andere Bild und erzählt eine Geschichte, die man nur finden muss. Und manchmal habe ich eine fi xe Szene vor dem inneren Auge, nicht klar, eher wie ein Traum, der beim Aufwachen droht, unscharf und blass zu werden, manchmal verschwindet und erst nach Monaten wieder auftaucht. Dann beginne ich, dieses „Gespinst“ mit der Kamera zu konkretisieren, zu erfinden und nachzuempfinden, ohne dass ich mich dabei auf sie verlasse, und mit dem Gefühl, sowieso aus zwei Bildern eins machen zu müssen, weil das Seitenverhältnis nicht passt, man selbst oder mit der Lampe zwei Schritte weiter zurückgehen hätte müssen, wenn da nicht diese blöde Wand wäre. Andere Motive oder Bildideen wiederum geben mir nur das Gefühl, sie könnten Geschichten erzählen, je nach Betrachter verschieden. „Mancipation“ ist eine solche – und gleichzeitig eine jener fi xen, metapherhaften Bildideen, die hängenblieb und seit Monaten rief, „ich will hier raus, will was erzählen!“ Es besteht übrigens nur aus einem einzigen Foto, ist aber das etliche Male geschnitten und umgebaut – und wird hoffentlich Geschichten erzählen, Empfindungen auslösen und Metaphern finden lassen, von denen ich selbst nur einen Bruchteil vermute.


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INTERVIEW

„In Provokation selbst liegt kein Reiz.“

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Lux Larson: Du bist hauptberufl ich Werber. Früher spielte in den ausgereiften Designs und Kampagnen Kunst durchaus eine Rolle. Wie siehst Du den Stand der Kunst in der Werbung heutzutage? Da muss ich etwas ausholen: Ende des 19. Jahrhunderts wurde aus Plakaten, eines der damals wenigen und bedeutenden Werbemittel, meist selbst Kunst, Plakatkunst. Damals wurde aber noch gemalt, illustriert und lithografiert statt hochglanzfotografiert, und die damaligen singulären Aussagen und Motive, die noch nicht strategisch mit anderen Werbeformen und ganzen Kampagnen verwoben waren, warben fast nur für Tanzlokale, Bälle oder Bekleidung. Gerade weil insbesondere ersteres selbst kulturelle und künstlerische Ansprüche hatte, konnte man sich mit der Kunst eines Toulouse-Lautrec gerne die Hand geben. Zumal damals nur Künstler malen konnten – sogenannte „Gebrauchsgrafi ker“ gab es ja noch keine.

Diese Plakate wurden nach den Kriterien der freien Kunst bewertet, die Künstler der Belle Epoque wollten den Geist anregen. Man unterlag noch nicht den Kriterien der Werbepsychologie, mochte „Liebe und Verständnis für gute Kunst auch in Kreisen wecken, die sonst nicht mit ihr in Berührung kommen”. Solche Kunst gibt es auch heute, auf Plakaten für Konzerte, Theater oder aus politischen oder karitativen Motiven. Aber Kunst im Dienste der Reklame für eine Wurst, ein Auto oder Bücherregal? Kunst ist doch dann Kunst, wenn ihr eigene oder auch gar keine Aussagen innewohnen, aber nicht fremde. Auch wenn manche meiner Berufskollegen gebetsmühlenhaft wiederholen, auch Werbung sei – zumindest – zeitgenössische Kunst. Ebenso, wenn ein Künstler Werbung macht, wird es Werbung sein und keine Kunst. Kunst braucht für mich keinen Stand in der Werbung. Und ein guter Werber braucht keine Kunst; er soll seinen Job bitteschön schon selbst machen. Oder Kunst. Aber nicht rumrühren. Mario Riedesser: Ideenfi ndung – eher Land oder Stadt? Ich gehe mal davon aus, mit „Land“ ist wohl Kempten gemeint. Wenn ich könnte, würde ich alle sechs Wochen ein paar Tage in Städten wie Berlin, Köln, Hamburg, Prag oder Barcelona verbringen, Eindrücke vom Flyerständer in der Kneipe bis zum Museum aufsaugen und mich dann wieder nach Kempten zurückziehen – auch um zu sehen, welche Eindrücke und Ideen im Kopf oder Bauch hängenbleiben. Nun kann man einwerfen, dass Kempten mit solchen Metropolen nicht vergleichbar ist, aber ich fi nde schon in Ravensburg, Bregenz usw. oft mehr Kultur, mehr Design, mehr Kreativität und Sprachwitz – mehr Anspruch und Mut. Das sehe ich jetzt noch nicht mal graphisch, sondern schon

in drögen, unreflektierten Aussagen, nicht zu Ende gedachten Plattitüden: Was soll ein Ulmer oder ein Augsburger von einer Festwoche halten, die „Für uns im Allgäu“ ist? Oder die Sätze des City-Managements wie „Gemeinsam glänzen für Kempten“, „Kempten öff net sich“, die rein selbstbezogen sind, aber nach außen plakatiert werden: Was will ein Immenstädter, der nach Kempten gelockt werden soll, gemeinsam für Kempten glänzen? Weil sich Kempten, hoppla, an diesem Tag einmal öff net? Anspruchslosigkeit – oder mangelnder Mut, Ansprüche umzusetzen – wird aus der Angst geboren, etwas falsch zu machen. Bloß nie jemanden, bis hin zum letzten Unterschichtenfernseh-Glotzer, überfordern, nur keine Synapse reizen... Da fehlt mir die Achtung gegenüber der Zielgruppe. Wenn ich jemanden unterschätze, schätze ich ihn nicht. Susanne Praetorius: Wenn eines Deiner Ausstellungsfotos in einen Fotokunstkalender aufgenommen wäre, mit welchen Foto-Künstlern wärst Du gerne in diesem Kalender? Puh, solches ist mir noch nie in den Sinn gekommen. Die aktuellen Fotokünstler, viele davon im Bund Freischaffender FotoDesigner verdienen Ihr Brot mit Werbeund Modefotografie, arbeiten klassisch, sehr kompositorisch schon im Aufbau einer Szenerie vor der Kamera. Ein großer Teil der Arbeit geschieht, bevor auf den Auslöser klickt. Mir persönlich ist da vieles auch zu glatt, zu scharf, zu effekthaschend, zu viel Selbstzweck. Ich sehe mir solches gerne an, aber eher aus berufl ichem oder technischem Interesse. Aber man staunt nur noch, ohne zu denken oder zu fühlen. Das wird dann austauschbar, zu viel Deko. Ich denke, ich gehöre da nicht rein; ich sammle oft nur mit der Kamera – natürlich mit Ausnahmen – Versatzstücke oder Basismaterial für digitale Collagen und hole fehlendes manchmal aus Archiven. Um dennoch zu einer Antwort zu kommen: Lieber wäre ich irgendwann mal mit Klaus Staeck in einem Band zu politischer Plakatkunst oder mit David Carson in einem Buch zu Plattencovern oder Magazin-Layouts. Uta Seyberlich: Willst Du mit Deinen Bildern provozieren? In der Provokation selbst liegt kein Reiz. Das grenzt nur ab, statt jemanden zu ge-


winnen. In seinem Ursprung heißt provocare ja ‚hervorrufen‘, ‚herausfordern‘. In diesem Sinne möchte ich zum Empfi nden, zum Interpretieren, zum galoppierenden Assoziieren oder zum Nachdenken „provozieren“. Wenn jemand bei einem Bild z.B. erschrickt, dann wird das in ihm begründet sein, nicht durch meine Absicht. Mercedes R. d. Vetter: Wie kritisch verhältst Du dich mit Deinen Arbeiten? Erst einmal gar nicht. Ich gehe da sehr spielerisch ran, wenig mit dem Kopf. Ich habe was vor Augen, will jonglieren und ausprobieren. Erst spät, wenn sich das zu einem Ganzen fügt und fast fertig ist, versuche ich Abstand zu gewinnen – mit der Achtung vor etwas „eigenem“, und ich entdecke auch eigenes. Sehr kritisch bin ich eher gegenüber der handwerklichen Umsetzung. Das kostet oft viel Fummelei. Letztlich aber hilft mir schon in der Entstehung eines Bildes mein Perfektionismus, der mir wie aus dem Nacken immer über die Schulter blickt. Perfektionismus ist der größere Bruder der Selbstkritik, der aufpasst und bewahrt. Ok, „Rusty Ant“ habe ich für artig‘09 nochmal neu entwickelt – aber das lag eher daran, dass das damals eine eher grafische Geschichte für ein CD-Cover war; der Figur selbst fehlte noch der eigene Kontext, und ich wusste bald, dass da noch mehr ging und das nicht der endgültige Stand war – zumal auf 12 mal 12 Zentimetern eines Covers wenig zu erzählen ist und die Musik darin ihren eigenen Kontext bildet. Klaus Kiechle: Wie empfi ndest Du Stille? Für mich das Erholsamste der Welt. Bestenfalls halten sogar die gedanken die

MARKTOBERDORF

Schnauze, um einfach in sich zuhause sein. Und zugleich oft das Meditativste. Einfälle hat man immer, aber um diese zu konkretisieren, brauche ich Stille – wenn nicht mal Musik läuft, obwohl ich Musik liebe, und wenn sogar die Sonne still ist. Gwendolyn Boos: Nenne mir deine wichtigsten fünf Wörter... 1. Achtung. 2. Achtung. 3. Aufgeschlossenheit. 4. Anspruch. 5. Mut. Oder in nur drei Wörtern: Herz, Hirn und Eier. Peter Morgner: Was denkst du, werden immer mehr Maler durch die neuen Möglichkeiten in der Fotografie zu Fotografen konvertieren? Welche neuen Möglichkeiten? Wenn, dann sind das rein softwaretechnische, die ein Maler noch nie brauchte, da er eh‘ sein eigenes Bild malt, statt aus Abbildern noch etwas heraus oder hinein retuschieren zu müssen. Malerei und Fotografie sind für mich in ihrem Handwerk und dem dazugehörigen Talent zwei grundverschiedene Welten. Wenn ich einen Pinsel in die Farbe drücke, mit anderer Farbe mische und dann auf‘s Papier oder die Leinwand drücke – wie will ich das mit einer Digitalkamera machen? Eher werden Fotografen zu Malern konvertieren (wenn sie Talent dazu haben), um nicht mehr durch die Realität, die Existenz einer Szenerie, den Zwang des Lichts, eines Hintergrundes oder hängende Mundwinkel eines zu Portraitierenden beschränkt oder gebunden zu sein. Denn ein Maler kann bestimmen und auch korrigieren, was und wieviel in seinem Bild ist. Und er hat die Zeit dazu, die ein dich festlegender Auslöser nie gestattet.

Maria Kiechle: Glaubst du an Gott? An welchen? Den, der straft, Schicksal spielt, uns zu Marionetten macht? Den, der gütig lächelnd auf uns herabblickt, und dabei alles in der Hand hat, weil er uns für naiv hält? Den, der in beiden Fällen letztendlich selbst schuld an allem ist? Ich weiß nicht, ich glaube vor allem an die Selbstbestimmung und Gestaltungskraft eines jeden von uns, und an die Verantwortung, damit umgehen zu können, zu müssen. Denn wir haben hier schon selbst was zu regeln. Und an das Glück des Mutigen. Um aber den Bogen zur Kunst zu ziehen: Kunst ist für mich eine weltliche, oder besser gesagt, diesseitige, wenn auch philosophische oder empfi ndsame Angelegenheit, aber keine religiöse. Allen, die anderer Meinung sind, empfehle ich zur Ernüchterung diverse Zitate des deutschen Romantikers Wackenroder, laut dem ohne religiöse Haltung und göttliche Inspiration künstlerisches Schaffen überhaupt nicht möglich sei. Tjajaja...

17 Stephan A. Schmidt Fotografi ken, Texte *1967 in Marktredwitz. Autodidaktischer Gestalter von Jugend an zunächst per Rubbelbuchstaben, Tusche, Tipp-Ex und Schwarzweißkopierer. Studium Kommunikationswissenschaften, währenddessen Fotoreporter, PR-Journalist, später Art Director bei Einsteinet. Heute selbständig, Ausbilder f. Mediengestalter. Aufnahme in den int. „Web Design Index“, Bd. 2006 für Sir André Previn sowie Bd. 2007 für AnneSophie Mutter, eOscar Systems 2000

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Montag - Freitag: 9.00 - 18.00 Uhr Samstag: 9.00 - 16.00 Uhr


PORTRAIT

Die Natur 18

von Mercedes Rodriguez de Vetter

Der Reiz, das Experiment und die Neugier sind für mich wichtige Komponenten, um ein Bildkonzept zu erstellen. Die zum Teil großformatigen Bilder geben die nicht immer leichte Auseinandersetzung mit der Natur wieder und bringen meine persönliche Interpretation zum Ausdruck. Meine Arbeiten entstehen in verschiedenen Techniken wie Acryl, Öl und Pigmenten. Durch die überwiegend eigene Herstellung der Farben erziele ich die individuellen Farbtöne und Nuancen, die mir für mein jeweiliges Farbkonzept unentbehrlich sind.


als Muse. 19 Stets strebe ich danach – natürlich auch durch den mehrschichtigen farblichen Aufbau der Bilder – Transparenz und Leuchtkraft zu erzielen. Es ist mein Ziel, ein Werk zu schaffen, das in Motiv, Struktur und Farbe Harmonie ausstrahlt und durch Ausdrucksstärke und Stimmigkeit zu einer Einheit wird. Meine Vorliebe für die erdigen Farben hat sicherlich mit der Erinnerung an meine spanische Heimat zu tun, die nicht zuletzt auch durch die Musikbegleitung während der Arbeit präsent ist. Abbildungen linke Seite: Oben: o. T. II / 2009 Mitte: Ressourcen / 2009 Unten: o. T. I / 2008 Pedrera IV / 2008 Diese Seite: Oben: Pedrera I / 2008 Camoufl age / 2006 Mitte: Rocio I / 2006 Rocio II / 2006 Unten: Pedrera III / 2008


INTERVIEW

„Ästhetik ist bei mir zweitrangig.“ Peter Morgner: Besteht deine Motivation zum Malen aus rein ästhetischen Gründen oder treibt dich mehr? Ästhetik ist bei mir zweitrangig. Mein Bild muss stimmig in sich sein. Wenn am Ende das Werk ästhetisch wirkt, ist es für mich auch in Ordnung. Mario Riedesser: Was liebst Du am Meer? Meer und Kindheit gehören für mich zusammen. Ich liebe das für mich vertraute Rauschen und das Schlagen des Wellengangs. Lux Larson: Spielt Deine spanische Mentalität eine Rolle in Deiner künstlerischen Arbeit? Sicherlich! Z.B. meine Liebe für Erdfarben ist, glaube ich, ziemlich südländisch bzw. spanisch angehaucht.

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Susanne Praetorius: Welches Deiner Bilder ist Dein Lieblingsbild? Momentan würde ich sagen o.T.II. Maria Kiechle: Wie wichtig ist Musik für Dich? Ich meine, wer Kunst liebt, liebt auch die Musik. Meine Bilder entstehen immer in Rhythmus der Musik. Je nach Temperament, mal Jazz, mal Klassik, oder vor allem spanische Folklore / Klassik. Stephan Schmidt: Stell Dir vor, die Menschen hätten nur Augen, um Auto zu fahren, um Hindernissen auszuweichen oder den Lichtschalter zu fi nden. Würdest Du malen? Das Malen ist mir ein Bedürfnis. Dabei spielt das Verhalten anderer Menschen keine Rolle. Daher würde ich, egal unter welchen Umständen, immer malen.

Uta Seyberlich: Arbeitest Du an mehreren Objekten gleichzeitig? Ja! Für mich ist das notwendig. So gewinne ich genügend Abstand zu den einzelnen Bildern und kann sie objektiv beurteilen. Klaus Kiechle: Kannst Du Dich im Monat November wohl fühlen? Damit habe ich kein Problem. Meine Motivation zum Malen hängt nicht von der Jahreszeit ab, wenn auch meine Bilder doch in der Farbgebung ein wenig anders werden. Gwendolyn Boos: Die deutsche Regierung beschlagnahmt die Farbe Rot aller Malerinnen. Deine Konsequenz? Das wäre doch für mich die Chance, die Farben zu entdecken, die ich sonst immer vernachlässige.

Mercedes Rodriguez de Vetter Gemälde *1948 in Cádiz, ES. Bildende Künstlerin (AFC / Kunstakademie Faber-Castell). Ausstellungen u.a. in Kempten, Memmingen, Stein


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PORTRAIT

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Mein Gegenspieler. LICHT. Kamera. Objektive. Reflektoren. Blitze. Abschatter. Stativ. Filter. Pixel. Generator. Raw-Converter. Diffusoren. Softboxen. Location. Model. Und nun kommst Du noch, hart, weich, stark, farbig... Ich zähme Dich. von Lux Larson

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INTERVIEW

„Perfekt ohne zu perfekt zu sein.“ Tonwert, Kontrast, Gradiation und Farbkorrektur. Keine Manipulation an sich. Starke Retusche kann aber auch, abhängig von der Idee und Ziel, durchaus seinen Reiz haben. Es muss letztendlich zum Motiv passen.

Susanne Praetorius: Wie entstand Dein Künstlername Lux Larson? Entstanden ist er eigentlich aus einer Laune heraus. Ein kleiner Gag mit dem Hintergrund, dass meine Fotos nicht sofort mit meinem realen Namen assoziiert werden sollten. Der Fokus liegt somit erstmal wertneutral auf meinen Fotos und nicht auf dem Gedanken: Ach, jetzt fotografiert er auch noch... In unserer Gesellschaft ist es ja verpönt, wenn man mehrere unterschiedliche Tätigkeiten / Berufe macht. Mit diesem Vorurteil sollte unbedingt aufgeräumt werden. Find your talent and do it.

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Mario Riedesser: Digital oder Analog? Kurze Frage, kurze Antwort. Digital.

Maria Kiechle: Welche Möglichkeiten bietet dir dein jetziger Beruf dich künstlerisch auszuleben? Obwohl ich tagtäglich mit Kreation und Gestaltung zu tun habe, kommt es sehr selten vor, dass man künstlerisch arbeitet. Werbung hat einen ganz anderen Anspruch als die Kunst. Somit hole ich mir meine künstlerische Freiheit beim Fotografieren. Und das tut unheimlich gut. Stephan Schmidt: Wenn Du, statt in Deinem Beruf sicher oft auch zwangsweise kreativ zu sein, fotografierst, steckt in den Ideen dazu mehr Spaß und Witz, oder mehr Ernst? Wo verlierst oder gewinnst Du mehr Energie? Jeder, der schon mal bei einem professionellem Fotoshooting dabei war, weiß, wie viel Aufwand dahinter steckt. Ideenentwicklung, Locationsuche, Requisite, Model, Planung, Set usw. Das benötigt natürlich eine gewisse Ernsthaftigkeit, vor allem wenn man im Team arbeitet. Gleichzeitig bringt das Shooting aber auch eine Menge Spaß. Und ein gut abgeschlossenes Fotoprojekt bringt Lux Larson mir sehr viel neue Energie. Photoartcore Peter Morgner: Wäre Fotografie ohne die Möglichkeit der digitalen Manipulation auch dein Medium des Ausdrucks? Absolut. Der Großteil meiner Aufnahmen beinhaltet lediglich die digitalen Bearbeitungen der damaligen Dunkelkammer, also

Uta Seyberlich: Wen würdest Du als Vorbilder für Deine Fotografie bezeichnen? Wenn ich so recht überlege, hatte ich eigentlich nie richtige Vorbilder. Aber selbstverständlich gibt es einige Fotografen, die ich toll fi nde wie Newton, La Chapelle, Comte, Knight, Rankin und natürlich meine Freunde, die Fotografen W. Fallier und A. Druschel. Mercedes R. d. Vetter: Wann hast du dein Talent, deine Neigung zur Fotografie entdeckt? Schon in früher Kindheit war ich fasziniert vom Fotografieren. Sowohl mein Vater als auch mein Opa haben sehr gerne fotografiert. Mit 14 bekam ich die alte Spiegelreflex, eine Canon EF, von meinem Dad geschenkt. Das war zwar der Einstieg, richtig los gings aber tatsächlich erst 2008. Worauf ich stolz bin. Klaus Kiechle: Ist Tradition fü r Dich negativ besetzt? (überlegt lange) Nicht zwangsweise. Es ist ein Drahtseilakt, Traditionen in die Gegenwart zu portieren oder mitzunehmen, ohne dass es nervt. Außerdem ist nicht jede Tradition, nur weil sie eine Tradition ist, etwas bemerkenswertes.

*1968 in Aarau, CH. Kindheit toll. Was vernünftiges gelernt. Ja. Studentenzeit genossen. Sehr. Job. Nein. Sondern Berufung. Seit 1996 als Werber in verschiedenen Agenturen unterwegs. Selbstständig. Auch noch. Und dann das. Erst 2008 kam der brutale Ausbruch seiner bis dahin brodelnden Leidenschaft, der Entschluß der Fotografie einen Teil in seinem Leben einzuräumen. www.luxlarson.com

Gwendolyn Boos: Es heisst: Jeden Tag eine gute Tat. Heißt für Dich? Ein toller Gedanke... Aber ist das die Realität? Da lügt man sich auch gerne mal in die eigene Tasche, oder? Also ich schaffe das nicht jeden Tag. Dennoch versuche ich hier und da, bei Menschen, die mir wichtig sind, meine positiven Akzente zu setzen.


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Kunst kommt von welchem Können? „Kunst kommt von Können.“ Dieser Aphorismus, ein geflügeltes Wort, zudem ekelhaft verabsolutiert, fliegt jedem Kreativen irgendwann einmal um die Ohren. Doch historisch betrachtend fällt es leicht, ihn dorthin zu verweisen, wohin er gehört: in die Mülltonne düsterer Geschichte. 26

137 Jahre nach Herder wütete in Deutschland der wohl verheerendste wie fatalste, der ekel- und krankhafteste Versuch, Kunst zu defi nieren: „Gequälte Leinwand – seelische Verwesung – krankhafte Phantasten – geisteskranke Nichtskönner“ titelten blutrote Plakate und warben: „Besuchet die Ausstellung ‚Entartete Kunst’“, die 1937 in München startete. Für die gleichgeschaltete Presse sei die Berliner Morgenpost vom 25. Februar 1938 zur Ausstellungseröff nung in Berlin zitiert: „Kunst kommt von Können; wenn eine Richtigstellung von Stephan Schmidt sie von Wollen käme, müsste sie Wunst heißen.“ […] Es ist wirklich Wunst, was sich uns Johann Gottfried von Herder, Schriftsteller Wie es aber oft so ist, verselbständigte hier entgegenwölbt. Und so sinnlos dieses und Philosoph der Weimarer Klassik und sich auch diese wie so viele Redensarten, Wort klingt, genau so sinnlos glotzen uns ein Verfechter der während der Aufklä- die man nach Belieben in die Dienste sei- die Kleckerein an, die mit Malerei nur dem rung bedeutenden Idee von Toleranz und ner Ansichten stellt, um sie mit vermeintli- Material nach etwas zu tun haben. Es sind Menschlichkeit, ist Autor dieses von ande- chen Weisheiten untermauert unters Volk Gebilde aus Leinwand und Farbe, formlos ren amputierten, ekelhaft verabsolutierten zu bringen. und schreiend; oft ist nur der Rahmen das Halbsatzes. Ohne Punkt und Komma folgHerder wie Fulda jedoch setzten sich einzig Gestaltete an ihnen. Voller Beschäten ihm in Herders Original mung denkt man daran, daß aus dem Jahre 1800 ein „oder“, diese Machwerke der Primidann ein „vielleicht“ und ein tivität und des Unverstandes „wenigstens“: Denn Können einmal „Zierden“ staatlicher und Kennen hingen von einMuseen waren. Und noch gröander ab, um Kunst zu gebäßer wird die Bestürzung des ren. Ein Können allein aber Besuchers, wenn er entdeckt, wäre reines Handwerk. dass die Namen dieser Kunst„Kunst kommt von Handstümper noch in seinen Erinwerk“ hätte jener Kleingeist, nerungen leben […], wenn wir der Herder das Wort im Munheute noch wissen, wer Otto de verdrehte, also sagen müsDix und Paul Klee, Kokoschka sen. Wie absurd. und Nolde* war. [...] Die FormKnapp 100 Jahre später losigkeit […] verkörpert die mit trieb der Bühnenautor Ludkünstlerischen Mitteln unterwig Fulda diesen Satz ironisch stützte Volksverdummung, die auf die Spitze: „Kunst kommt Johann Gottfried Herder: Kalligone, 1800, Band 2, Kaptel 1, in: Sämmtliche Disharmonie der Farben – was von Können, nicht von Wollen: Werke, hrsg. v. B. Suphan, Bd. XXII, Berlin 1880, S.125. (Ausschnitt) bezweckt die anders, als den Sonst hieß es ‚Wulst’.“ Doch angeborenen Schönheitssinn auch diesem Satz fehlt sein Kontext, denn zwar mit dem Wesen „Kunst“ auseinan- des deutschen Menschen zu ertöten?“ Fulda richtete sich an die Kunst zerre- der, wollten aber nie versuchen, diese zu In der von Goebbels initiierten Ausdende Theoretiker: „Weiß nicht, was echte defi nieren. Beiden ist, wie direkt aus den stellung mit insgesamt 650 konfiszierten Künstler sollen, mit eurem theoretschen zitierten Texten herauszulesen, ein solcher Kunstwerke wurden „zersetzende“ oder Schwulst.“ Theoretiker zuwider. „Kretins und Huren“ verherrlichende Ex-


ponate unter anderem mit Fotos verkrüppelter Menschen kombiniert, die Abscheu und Beklemmung erregen sollten, oder unvorteilhaft, eng und dunkel sowie teilweise rahmenlos gehängt und mit Schmähsprüchen an den Wänden versehen. „Entartete Kunst“ hatte laut offi ziellen Angaben über zwei Millionen Besucher und war – Ironie der Geschichte – damals eine der meist besuchten Ausstellungen Moderner Kunst, während die bewusst zeitgleich terminierte „Große Deutsche Kunstausstellung“ im Haus der Deutschen Kunst in München nur von 420.000 Menschen gesehen wurde. Jedenfalls: Just unter jener Überschrift Herders und Fuldas wurden Kunstwerke aus Museen entfernt, konfisziert, verbrannt, Wandgemälde übermalt, planmäßig Kunstsammlungen „gesäubert“, Künstlern der Beruf und das Malen gene-

Ludwig Fulda: Sinngedichte, Magazin für Litteratur, 14. April 1894, Seite 4

rell verboten, manche inhaftiert. Manche starben in Armut, in den Freitod getrieben oder wurden ermordet. Die Zitate Herders und Fuldas, obwohl aus anderem Kontext stammend, mögen einem vor diesem Hintergrund bis in alle Ewigkeit im Hals stecken bleiben. Beide Autoren haben „Können“ nie als das Kriterium proklamiert – zumal, wenn man sich von diesem Vokabular nicht vereinnahmen lässt sondern gedanklich ein paar Schritte Abstand sucht, sich die Frage stellt, von welchem Können denn Kunst kommen könnte? Aber: Absurd wird auch diese Frage spätestens dann, wenn man sich einfach einmal vorstellt, dass ein Künstler in einen Fisch verwandelt wird: Kann er nun deswegen, weil er keine Hände mehr hat, kein Maler mehr sein, oder kein Dichter weil er keine Stimme mehr hat und keine Hände zum Schreiben? Ziemlich absurd…

Der Schweizer Professor Dr. Wilhelm Kufferath von Kendenich hat sich in seinem Buch „Kunst kommt nicht von können“ 1996 die Mühe gemacht, das Wort Kunst nochmals von vorne aufzurollen und seine etymologische Entwicklung in der deutschen Sprache zu untersuchen: „Das Wort Kunst leitet sich weder von können, noch von künden her. Es hat schon existiert, als die Wörter können und künden noch nicht in Gebrauch waren. Kunst hat sich im Altdeutschen aus dem Partizip zum Verb kunnan, das erkennen, wissen, kennen bedeutet, gebildet. Kunnan wiederum ist aus der indogermanischen Wortwurzel gen- bzw. gno- entstanden, dessen Bedeutung wissen, kennen, erkennen war und das sich nicht nur bis ins Altdeutsche durchgesetzt hat, sondern auch im Altgriechischen und Lateinischen und in deren Nachfolgesprachen anzutreffen ist.“ Nur habe sich die inhaltliche Bedeutung des Wortes kunnan über die Jahrhunderte weg vom ursprünglichen Inhalt „wissen“ immer stärker zum Begriff „Befähigung durch Anwenden von Wissen“ (= können) verschoben. In den modernen romanischen und anderen germanischen Sprachen aber sei eine ähnliche Formulierung wie „Kunst kommt von Können“ nirgends anzutreffen; den Menschen dieser Sprachen liege eine solche Denkweise, wie sie hinter der deutschen Formulierung steht, völlig fern und würde als absurd empfunden – etymologisch wie inhaltlich. Vielleicht sollte man sich daher einfach vollends davon befreien, das Wort Kunst und sein Verständnis vor die Kunst selbst zu stellen. Denn „die Kunst ist etwas persönliches, und mit Allgemeinheiten soll nie Persönliches erklärt werden“ (Friedrich

Artig!

Wenn Kunst von Dürfen käme...

Dürrenmatt in „Theaterprobleme“, 1955), und kommt sicherlich nicht davon, diese allgemein defi nieren zu können. Das gibt im schlimmsten Falle Tote.

* neben Dix, Klee, Kokoschka und Nolde galten ebenfalls als „entartet“ und seien stellvertretend für viele andere erwähnt: Ernst Barlach, Willi Baumeister, Max Beckmann, Max Ernst, Otto Freundlich, Wilhelm Geyer, Otto Griebel, George Grosz, Karl Hofer, Ernst Ludwig Kirchner, Käthe Kollwitz, Elfriede Lohse-Wächtler, August Macke, Franz Marc, Gerhard Marcks, Paula Modersohn-Becker, Rudolf Möller, Otto Pankok, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff, Kurt Schwitters oder auch Ausländer wie Edvard Munch, Wassily Kandinsky, Pablo Picasso oder jüdische Künstler wie Marc Chagall. Abb. oben: artig gesetzt in gotischer, d.h. Fraktur- und vermeintlicher Nazi-Schrift, die Hitler 1941 jenseits historischer Grundlagen durch Stabsleiter Martin Bormann als „Schwabacher Judenlettern“ diffamieren und verbieten ließ. Seitdem herrscht auch in Deutschland die lateinische Antiqua vor.

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PORTRAIT

Malen ist wie Feste feiern. von Peter Morgner

Man kann es mir verzeihen – man muß es natürlich nicht. Ich hatte jedenfalls unmäßigen Spaß an dieser Fête.

Immerhin habe ich es schon erwähnt, Lozano nachzueifern ist ein Spaß der Sorte, die jede Reue darüber als bigott entlarvt. Der Meister hat schließlich zur Feier geladen – und da gehe ich hin. Es geht ja auch ohne Meister, ich werde Ihnen meine ureigenen Arbeiten nicht vorenthalten. Ur-eigen schon aus dem Grund, weil viele noch in der guten alten Heimat entstanden sind. Mit dem hier abgebildeten „Kulmain“ habe ich einen Toskana-Tag in Oberfranken sehen wollen, schlichte Schönfärberei im positivsten Sinne zu dem ich fähig bin. Spanische Häfen liegen ja mal nicht vor jedermanns Haustür.

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Unvollendet

Die Überschrift habe ich mir auch gleich von José Martínez Lozano entliehen. Nachdem die Lust zu malen wie gehabt keine Geduld zur Motivsuche übrig ließ, griff ich wieder zu diesem Buch, eine Armlänge von der Staffelei entfernt. Kaum aus dem Regal gezogen, klappt es sich inzwischen von selbst bei den Seiten mit Lozanos Bildern auf. Um annähernd zu erfassen, was ich da viel zu klein abgebildet vor mir sah, habe ich es dieses Mal endgültig gewagt, zwei seiner Werke „nach zu erfahren“. Hallo? Wurde hier gerade das Wort Abkupfern umschiff t? Wenn man seinen eigenen Zweifeln trotzt, ist man irgendwann mutig oder übermütig.

Und ständig gibt es was vorzubereiten – im Fall des Malers spricht man dann wohl auch von Skizzen. Der Reiz daran: es kleckert nicht beim arbeiten und schont die Wohnung. Wenn es ginge, würde ich Ihnen mal die Wand neben meiner Staffelei mitbringen, gerahmt, als Hommage an Pollock. War jetzt nicht zu unterdrücken. Der fragmentarische Ausdruck einer Zeichnung, die unvollendete Dokumentation eines Motivs fl irtet eben mit herberem Charme als das vollendete Kunstwerk, das auch mal gerne in der Tonne verendet, weil über das glückliche Ende hinaus gemalt wurde. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich ebenfalls schon mit unvollendeten Zuständen anfreunden wollen. Und jetzt bitte das Feiern nicht vergessen. Ist ja noch nichts zu Ende.


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INTERVIEW

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„Zufriedenheit heißt der Hase beim Hunderennen.“ Susanne Praetorius: Was fasziniert Dich daran, Raben zu Peter Morgner zeichnen bzw. zu malen? Aquarelle, Zeichnungen Ist doch ein sympathischer Vo*1965 in Marktredwitz. Gegel: Für die Indianer der pazifilernter Porzellanmaler und schen Nordwestküste bedeutet staatlich geprüfter Dekorentder Rabe Sonne und Licht, er ist werfer, seit 1999 hauptberufein Zeichen für Leben. lich Web-Layouter. AusstelMich faszinierten sehr früh die lungen in Marktredwitz, Selb, detailreichen Zeichnungen von Aš (CZ), Nürnberg, Kempten; Förderpreis der staatl. FachTierkleidern, wie sie z. B. Albschule Selb recht Dürer wiedergegeben hat. An dem Raben lernte ich endlich www.donpedro.de mit über 20 Jahren, dass Weniger Mehr ist. Der Versuch, jedes Federchen abzuzeichnen, führte früher oder später zu großem Missmut. Bei dem Raben hatte ich meine persönliche und nachhaltige Erkenntnis über den Wert der Abstraktion. Maria Kiechle: Welchen Stellenwert hat dein Handy für Dich? Mal tief in der Hose, mal irgendwo verlegt. Es verändert jedenfalls ständig Stelle und Wert. Stephan Schmidt: Wenn Du könntest, wie Du wolltest... Autarkes Leben in Süditalien, drei Werkstätten, eine bestückt mit allem was für Holzbearbeitung nötig ist, eine für die Malerei, die andere zum Kochen. Manche würden hier auch von so was profanem wie einer Küche sprechen – diese Werkstatt aber wäre im Freien.

Und, au Mist, immer den neuesten Mac und die Software umsonst – um zu merken, ob ich das brauche. Mario Riedesser: Wärst Du gern ein Vogel? Nur wenn ich meine Gestalt immer wieder zurückverwandeln könnte und ein menschliches Hirn hätte, um zu verarbeiten, was ich von dort oben sehe. Selbstverständlich spreche ich nicht von den Flügen einer Stadt-Taube. Lux Larson: Du bist ja gelernter Porzellanmaler, ein schöner Beruf, der leider mehr und mehr ausstirbt. Hat Dir Deine Ausbildung und das Arbeiten als Porzellanmaler auch bei Deinen freien Arbeiten geholfen, z.B. bei Genauigkeit oder Disziplin oder Ähnlichem? Meine Motivation zu malen war von jeher die Interpretation meiner Umwelt, soll heißen, ich will Motive darstellen und umsetzen, die ich vor Augen sehen kann. Dafür habe ich in jedem Fall von der Ausbildung, die auf Porzellanmaler-Lehre folgte, profitiert, die Weiterbildung zum Dekorentwerfer. Hier ging es weniger ums Porzellan als ums Zeichnen, Malen und Gestalten. Disziplin war hier auch weit weniger gefragt als Konzentration, die man sich selbst auferlegt, wenn einem eine gute Umsetzung am Herzen liegt. Der Wert, der hier auf Genauigkeit gelegt wurde, ist heute von großer Bedeutung für mich: Nur dadurch habe ich ein Gefühl für die Stellen, an denen Ungenauigkeit nicht nur erlaubt, sondern erforderlich ist. Allerdings wird


dieses Bestimmen des Unterschieds mein Malerleben lang andauern und mal gut und mal weniger gut gelöst werden. Beim Aquarell kann man zwar aus Genau noch Ungenau machen, aber anders rum geht da nichts. Das vorhergehende Leben als Porzellanmaler bestand darin, im Akkord Linien, Ränder, Bänder und Staffagen auf Geschirr zu bringen. Disziplin hieß, sich Montag bis Freitag um 6 Uhr 30 auf die Minute natürlich am Maler-Bankett zu befi nden, stundenlang zu sitzen und sich sklavisch nach Maß-Vorgaben auf den halben Millimeter aus Dekor-Büchern zu richten: Eine Genauigkeit von anderem Niveau. Gebracht hat mir das gar nichts außer die Ausdauer im Sitzen zu trainieren und dabei das Hirn durch diverse Lösungsmitteldämpfe auszutrocknen. Das beste aus dieser Zeit ist die legendär ruhige Hand des Porzellanmalers und ein gewisses Misstrauen gegenüber jeder romantischen Berufsvorstellung. Uta Seyberlich: Wie kamst Du vom Porzellanmaler zur Aquarellmalerei? Der Weg ist nicht weit: Man arbeitet hauptsächlich mit lasierenden Techniken und spart das Licht aus. Allerdings ist Wasser angenehmer als Öl, und ich brauche weder Brennofen noch irgendwelches seltsam geformtes Geschirr. Mercedes R. d. Vetter: Bist Du schon einmal auf einem Termitenhügel gesessen? Ich glaube, ich habe mich schon überall hingesetzt. Klaus Kiechle: Was bedeutet für Dich Zufriedenheit? Kleine Pause von der Unzufriedenheit. Zufriedenheit heißt der Hase beim Hunderennen. Gwendolyn Boos: Du erwachst im Jahr 1911. Wie lebst du? Pech gehabt: Ich lebe in Westfalen, heiße Wilhelm und bin expressionistischer Maler. sechs Jahre später falle ich im ersten Weltkrieg. Glück gehabt: Ich bin Knecht im Bayrischen Wald und mache mir über Zufriedenheit keine Gedanken.


PORTRAIT

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Fotobilder aus dem Augenblick. Wie ich meine Bilder sehe. von Klaus „Bschese“ Kiechle

Wer kennt das? Bei einem Spaziergang oder einer Radtour, „Halt da war doch etwas“. Aus dem Augenwinkel gerade noch gesehen, eine Kleinigkeit fast zum Übersehen. Ich muss zurück, schauen, begutachten, bewundern, genießen und dann fotografieren. Eine Holzstruktur, ein Schattenspiel, Eiskristalle im Spiel mit dem Sonnenlicht, in scheinbar Nebensächlichem das Besondere entdecken. Alltägliches durch einen anderen Betrachtungswinkel zu Außergewöhnlichem gestalten. Unbeachtetes in das rechte Licht rücken – so entsteht ein großer Teil meiner Bilder, aus dem Augenblick heraus. Immer wieder erhebt sich die Frage: Schwarz-Weiß oder Farbe? Ein Vergleich wie Scherenschnitt oder Gemälde. Ist

Schwarz-Weiß-Fotografie archaisch, nostalgisch, romantisch, oder im Zeitalter der Digitalfotografie überholt? Ich bin mir sicher, dass Schwarz-WeißBilder nach wie vor eine große Faszination auf den Betrachter ausüben. Jedes Motiv hat seinen Anspruch auf Schwarz-Weiß oder Farbe. Die Entscheidung liegt in der Sichtweise des Fotografen. Schwarz-Weiß-Bilder haben für mich den Vorteil, dass dem Spielraum meiner Farbenfantasie keine Grenze gesetzt wird. So entstand für mich die Idee, die Stimmung meiner Schwarz-Weiß-Fotografien mit nur einer Farbe in eine bestimmte Richtung zu lenken oder abzurunden. Abbildung oben: Leben, 2008 Abbildung rechts: Code, 2009


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INTERVIEW

„Der Widerspruch von Schwarzweiß und Farbe fasziniert.“ Susanne Praetorius: Wie entstand Deine Idee, farbige Schwarzweissfotos zu gestalten? Schwarzweiß-Fotos und Farbe sind ein Widerspruch, und Widersprüchliches übt eine große Faszination auf mich aus.

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Maria Kiechle: Was ist für dich ein Abenteuer? Eine Reise in die Mongolei. Stephan Schmidt: Du hast vor kurzem den Schritt zur Digitalfotografie gewagt. Dein erstes Fazit für Dich selbst? Ich bin noch Lehrling und das hat für mich einen großen Reiz Peter Morgner: Ist der Grund, den Auslöser zu drücken, der Eindruck des Motivs vor Augen oder der Ausdruck des fotografierten Bildes? Der Ausdruck des fotografierten Bildes entsteht in mir durch den Eindruck des Motivs. Es ist nur eine Frage, wie viel Zeit ich benötige, um beides zusammenzufügen und dann den Auslöser zu drücken Mario Riedesser: Welche Farbe magst Du nicht? Lila, Rosa, Türkis. Lux Larson: Neben Deiner Fotografie sammelst Du auch leidenschaftlich alte Kameras. Welchen Reiz haben die alten Fotoapparate für Dich? Die technische Entwicklung von der Lochkamera bis zur Digitalfotografie. Die unterschiedlichen Spielarten des Kameradesigns. Die Würde, die alte Fotoapparate ausstrahlen.

Ich wünsche mir oft, meine Sammelstücke könnten ihre Geschichte erzählen. Uta Seyberlich: Wie entstand Deine Liebe zur Fotografie und zu Deinen alten Kameras, die Du ja sammelst? Wie Liebe so entstehen kann, plötzlich und jäh, oder aber auch langsam und schleichend. Die Liebe zur Fotografie entstand langsam Ende der sechziger Jahre im letzten Jahrhundert, weil es in unsere Clique „cool“ war, schräge Filme oder Bilder zu machen. Die Liebe zu alten Kameras entstand, weil ich meine abgelegten Fotoapparate nicht entsorgen wollte. Und plötzlich sammelte ich alte Fotoapparate. Mercedes R. d. Vetter: Was hat Deine Liebe zur Fotografie ausgelöst ? Die Agfa Klick 2, ein Geschenk meiner Eltern zum Weihnachtsfest 1963. Gwendolyn Boos: Wer oder was gibt deinem Leben Gewicht? Meine Frau Mary.

Klaus „Bschese“ Kiechle Handkolorierte Schwarzweiß-Fotografien *1951 in Oberstaufen. Autodidaktischer Fotobildermacher, Musiker und Laienschauspieler. Ausstellungen in Kempten, Immenstadt, Sonthofen, Bilder in Kalendern, MusikCD, Buch »Alls im Leabe hot sei Zeit«, 2005, für und mit Hans Weixler www.bschese.de


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PORTRAIT

Selbstredend. von Gwendolyn Boos

Ich male. Den Mensch in seiner Welt,...

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nicht wie er ist,

...sondern wie ich ihn sehe und erkenne.


Innere Bilder...

...werden zur äußerlichen Gegenwart. Meine Farben – meine Gefühle.

Das Bild, das im Kopf klar ist, brauche ich nicht mehr zu malen, da ist mir die Zeit zu schade. Das Bild, das nicht im Kopf klar ist, das male ich, das muss auf der Leinwand geklärt werden.“ Cornelia Schleime in einem Interview mit Martin Hellmond

Ich male die Metaphern, mit welchen ich versuche,

mein Leben

und Erleben

zu verstehen,

zu erklären...

EIGEN-ARTIG eben.

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INTERVIEW

„Elvis und Jesus“ Susanne Praetorius: Welches Malthema bzw. Projekt ist Dein nächstes? Elvis und Jesus. Maria Kiechle: Was war für dich die beste Erfi ndung des 20. Jahrhunderts? Die Waschmaschine. Stephan Schmidt: Wie persönlich ist der Bezug, die Verbindung zur Deinen Bildern? Wieviel Seele – losgelassen oder abgebildet – geht mit? Und nur auf die Leinwand, oder auch bewusst zum Betrachter? Mal mehr mal weniger persönlich, aber immer mit Seele! Die sich allerdings nicht jedem Betrachter öff net...

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Peter Morgner: Bedienst du dich auch anderer gestaltender Medien außer der Malerei? Ich fotografiere und schreibe. Mario Riedesser: Malst Du in Freude oder in Trauer am besten? In beiden Zuständen, sofern sie extrem sind...

Begeisterung? Der Wagen ist Sinnbild meiner männlichen Seite. Uta Seyberlich: Was inspiriert Dich zu Deinen Motiven? Alles! Im Grunde müsste ich 24 Stunden am Tag malen. Folglich sortiere ich nach Motiven, die sich nicht verflüchtigen. Die farbiger sind oder eindeutiger als andere. Manchmal entscheidet aber auch die Lust: Aufwändige Portraits erfordern Hingabe... Mercedes R. d. Vetter: Was ist ausschlaggebend für Dein Bilder-Aussehen: Charakter, Ausstrahlung oder das Einfangen von momentanen Stimmungen? Eher das Festhalten innerer Bilder. Ich erzähle in meinen Bildern nonverbal, was ich fühle, denke und wünsche. Klaus Kiechle: Ist ein schlanker Koch ein Widerspruch in sich? Nö. Aber das Klischee ist glaubhafter! Siehe rauchende Ärzte, essende Models, strukturierte Künstler...

Gwendolyn Boos Lux Larson: Du fährst ja einen toll restaurierten Oldtimer. Diese Begeisterung für ein Auto und vor allem ein altes Auto sieht man bei Frauen relativ selten. Warum begeistert es Dich? Mein Commodore ist nicht restauriert! Außer dem Auspuff ist alles original! Warum

Gemälde in Öl und Acryl *1972 in Tübingen. Autodidaktin und Kunsttherapeutin. Ausstellungen u.a. in Tübingen, Kempten www.gwenboos.de

Dr. Volker Vohwinkel Frauenarztpraxis Salzstraße 2 87435 Kempten

„Kunst ist eine ansteckende Tätigkeit, je ansteckender, desto besser.” Leo N. Tolstoi (1828-1910), russ. Schriftsteller


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PORTRAIT

Tausendmal gesehen und tausendmal gehört... ...und es hat plötzlich Sinn gemacht: Scheinbar alltägliche Motive und floskelhafte Sprichwörter vereinen sich zu neuen Sinnbildern. 40 von Maria Kiechle

Sozusagen mit der Muttermilch werden wir gefüttert mit kurzen prägnanten Sprich-

wörtern: „Was Hänschen nicht lernt – lernt Hans nimmermehr.“ Oder „Alles hat seine Zeit“ und vieles mehr können wir jederzeit abrufen und seiner Bedeutung zuordnen. Bilder sind visuell. Wir sehen unsere Umgebung, nehmen sie wahr, aber wir speichern sie selten als Einzelbild oder als Momentaufnahme ab. Worte sind ganz ähnlich. Ich versuche Gehörtes und Gelesenes festzuhalten und für mich zu vertiefen. Diese „Alltagswörter“ mit „Alltagsfotos“ zusammenzubringen ist eine Idee, die mich erst überraschte und bald faszinierte: Scheinbar banale Worte und alltägliche Bilder fügen sich zu einer neuen, verblüffenden Einheit zusammen, ergänzen sich und geben sich Sinn. Abbildung links: „Am Schluss wird abgerechnet.“, 2009. Schnappschuss an einem Allgäuer Bauernhof: Wie‘s schmeckt, is‘ wurst, wenn‘s gar nicht mehr schmeckt, wird‘s Wurst... Quantität vor Qualität. Abbildung rechts: „Geld regiert die Welt“, 2009. Stilleben im Zuge der Allgäuer Festwoche, gesehen – wie es der Zufall will – an der Tiefgarage eines Geldinstituts.


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INTERVIEW

„Unerhörtes und Banales“ Susanne Praetorius: Wenn Du ein Buch schreiben würdest, von was würde es handeln? Von den Widersprüchen zwischen Denken und Handeln, und dass Unausgesprochenes, also Gedanken, auch Handlungen sind, die wir zu verantworten haben.

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Stephan Schmidt: Wenn Du zwischen Deinen beiden Vorlieben wählen müsstest – würdest Du lieber Musik machen oder Dich in Deinen Text-Bild-Puzzles verlieren wollen? Da ich talenthalber bei Musik nur beschränkt reproduzierende Möglichkeiten habe, würde ich lieber all das wählen, was fantasiemässig sonst noch aus mir rauskommt. Peter Morgner: Benutzen Frauen das Medium Sprache verantwortungsvoller als Männer? Da ich Zeit brauchte, um über diese Frage nachzudenken, wird es wohl auf ein JA hinauslaufen. Männer wären sicher gleich beim NEIN. Mario Riedesser: Wie schaut´s aus mit Bora Bora? Hab schon gepackt!!!

Was willst Du heute tun?

Lux Larson: Arbeitest Du sehr kontrolliert oder eher spontan? Wann und wo kommen Dir die besten Ideen für Deine Texte? Immer spontan. Beim Zeitunglesen, Spazierengehen oder Radiohören, im Gespräch und beim Zuhören. Themen, die mich beschäftigen, verarbeite ich für mich und auf meine Weise. Uta Seyberlich: Was regt Deine Phantasie zum Schreiben an? Unerhörtes und Banales. Mercedes R. d. Vetter: Verunsichert Dich die Kritik ? Ja, obwohl es mich ärgert. Klaus Kiechle: Kann man Glück mit Worten beschreiben? Nur mein Glück kann ich mit Worten beschreiben. Des einen Glück, des anderen Leid. Gwendolyn Boos: Du bist Bürgermeisterin von Kempten: Deine erste Amtshandlung? Das Forum abreissen.

Maria Kiechle Text vs. Bild / Plakatkunst *1950 in Immenstadt. Mitglied der Schreibwerkstatt Sonthofen, Musikerin und Laienschauspielerin

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Lautmalerei von Susanne Praetorius

Es war einer jener stillen Tage, mit viel Zeit für meine Arbeit – das Malen. Also keine Termine oder Telefon. Ich bin halbwegs versunken in meine Arbeit, das Radio läuft leise im Hintergrund: „murmelmurmelleitkulturmurmel...“ Ich halte inne und denke, wie hat der (Sprecher) das jetzt gemeint? Ich bin raus aus dem Malen, leise und genervt wendet sich die Muse von mir ab. Ich schaue ihr gedankenverloren nach, manchmal ist sie zu überempfi ndlich...

Also: Leitkultur. Ich denke an unsere artig-Ausstellung. Im Internet fi nde ich eine Defi nition: Der Politologe Bassam Tibi beschreibt mit (europäischer) Leitkultur einen gesellschaftlichen Wertekonsens im Zusammenhang mit der Integration von Zuwanderern. Kultur von lat. colere = pflegen, urbar machen, ausbilden Kultur ist im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbstgestaltend hervorbringt. Kunst ist ein menschliches Kulturprodukt.

Also reden wir über die artig-Kunstausstellung – auch im Zusammenhang mit unserem artig e.V., dem Haus International e.V. und dem Kulturamt Kempten.

Oder ist es light-Kultur? Aus dem Englischen für leicht. Light-Produkte in der Ausstellung, leicht verdauliche Kost für das Gehirn, leicht und heiter, einfach zu konsumieren, anspruchslos, und ohne dass man dabei gedanklich zunimmt, will heißen, dass man sich damit auseinandersetzt, beschäftigt, diskutiert...?

Oder wäre das unerwünscht und würde zu großer Leid-Kultur führen? Das beginnt beim Künstler, der sich bei der Gestaltung intensiv mit Sinn und Wirkung des Werkes auseinandersetzt, in kreativen Höhenflügen plötzlich zaudert und zweifelt, ob „das“ nicht besser oder anders ginge... Das vollendete Werk in der Ausstellung stellt dann zuweilen den Betrachter vor die L-Kulturfrage: „Hm, was is´n das jetzt – wenn das jetzt große Kunst ist, und ich verstehe es nicht, dann oute ich mich als Kulturbanause. – Aber wenn das jetzt keine große Kunst ist, weil ich das auch gekonnt hätte, dann darf ich das auch nicht sagen.“ Irritiert bleibt der Betrachter seinen Gedanken ausgeliefert – und leidet.

Oder ist es Light-Kultur. Aus dem Englischen für Licht. Lichte Höhen, Offenbarung und Erleuchtung allerorten in der artig- Ausstellung. Lauter helle Köpfe, die Kunst und Kultur – Musik und Malerei – einem hellhörigen und freudestrahlenden Publikum darbieten. Ein überirdisches Lichtspielhaus, diese artigAusstellung!? Meine Muse ist von mir unbemerkt aus ihrem Schmollwinkel zurückgekehrt und beißt mich übermütig in den Nacken. Ich hab` sie abgewehrt.

Was wollte ich sagen? Genau: So gesehen wäre für jeden Besucher der artig-Ausstellung was dabei, und das ist ja auch Traum und Trauma des Künstlers, weil er nicht konform, sondern individuell sein muss, aber in einer so großen Gruppe so verschiedener Couleur doch „nur“ Teil eines Ganzen ist. Alle Künstler der artig-Ausstellung leben in oder um Kempten, und so bliebe (ausatmend) immer noch die gradlinige Allgäuer Variante:

Kultur für`d Leit.

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PORTRAIT

Wenn man viel hineinzustecken hat, hat ein Tag hundert Taschen.

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Kunststück. Handgemacht. von Uta Seyberlich

Foto: 3 x Modell Companion, B x H xT 26 x 27x16 cm, von links: • Miederösen, Miedersatinband • Bleisstift, Filzstift, übertragen mit Acetontechnik, Textilfarbe • PVC-Planenplot, (un)artig abknöpfbar...

Friedrich Nietzsche


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Die Zutaten für ein Unikat: Immer eine Idee für Applikationen, Drucke oder Zeichnungen. Dann LKW-PLane. Stoffe. Autogurt. Klett. Gurtband. Reissverschluss. Faden. Karabiner. Und für ein wandelbares Unikat ein zweiter Deckel. Die Zubereitung: Entwerfen, zuschneiden. Und nähen, nähen, nähen....

Warum gestalte und nähe ich Taschen? Weil ich schon immer gerne die verschiedensten Taschen gekauft, geschenkt und schlussendlich selbst genäht habe. Mich haben immer Taschen interessiert, die es nicht in jedem Laden zu kaufen gibt. Etwas Besonderes eben. So lag es nahe, dass ich vor zirka 5 Jahren begann, selbst Taschen zu kreieren und zu nähen. Inzwischen wurden daraus drei verschiedene Taschenformen und ein Geldbeutel aus LKW-Plane. Ein großer Vorteil dieser Liebhaberei ist: Taschen passen im-

mer, egal ob man dünner oder dicker wird. Man wächst nicht raus. Meine Taschen sind kleine Kunstwerke, die nicht zuhause bleiben, sondern einen begleiten – also Kunstbegleiter. Jede Tasche verfügt über einen Deckel, der sich je nach Laune und Wetter gegen einen anderen austauschen lässt: meine sogenannten Wechseldeckel, die ich gerne auch gesondert fertige. Handgemacht – für mich ein besonderes Qualitätsmerkmal. Manufakturen verbinden Handwerk und Design, ihre Werke strahlen Individualität aus.


INTERVIEW

„So bunt wie das Leben.“ Genau gleich werden die Taschen wie die Deckel nie. Wenn jemand eine ähnliche Art möchte, bleibt es doch individuell.

Susanne Praetorius: Für welche Prominenten oder Stars würdest Du gerne eine Tasche entwerfen? Ich würde gerne für James Hetfield von Metallica eine Tasche entwerfen. Ich weiß zwar nicht, ob er Taschen trägt, aber vielleicht würde er ja meine tragen.

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Maria Kiechle: Bist du politisch aktiv? Ich bin Ehrenmitglied bei Horst Schlämmers Partei HSP. Schlämmer for Kanzler. Stephan Schmidt: Das Design einer Tasche, ist nur ein Bruchteil der Zeit, die Du fürs Nähen brauchst. Würdest Du das eine ohne das andere machen wollen? Mir macht es Spaß, beides zu machen, da mir beim Nähen auch oft Ideen für neue Designs einfallen. Für mich wird es mein „Gesamtwerk“, wenn ich beides mache. Peter Morgner: Deine Taschen sind Einzelstücke – was tust du, wenn jemand auf eine Kopie besteht?

Mario Riedesser: Würdest Du jemals ohne Tasche aus dem Haus gehen? Niemals. Ich habe immer eine Tasche dabei, selbst wenn das Haus brennen würde, wären beim Verlassen des Hauses meine aktuell getragene Tasche oder sogar mehrere dabei. Gwendolyn Boos: Du verlässt für ein Jahr das Land. Dein Gepäck: Eine Umhängetasche. Was packst Du? Ich würde wohl mehrere Taschen in verschiedenen Größen mitnehmen, und einen Wechseldeckel. Damit ich für jede Stimmung und Anlass das richtige dabei habe. Dazu Reisepass, Geld und Kreditkarte, Stift und mein kleines Büchlein für neue Ideen. Mercedes R. d. Vetter: Deine Arbeiten brauchen sicherlich Geduld und Ausdauer. Sind sie der Ausgleich zu Deinem hektischen Beruf? Beim Kreieren und Nähen der Taschen kann ich etwas herstellen, was man später sieht, für sich steht und spricht. Das ist Ausgleich und Bereicherung für mein Dasein.

Klaus Kiechle: Ist für Dich Geschwindigkeit bedrohlich? Eigentlich nicht, da ich keine Massenproduktion machen will und kann. Es ist Handarbeit, und die braucht mehr Zeit wie z.B. Sachen aus China. Das ist gut und das macht Handarbeit aus. Lux Larson: Die Tasche ist neben den Schuhen der Frauen liebstes Kind. Es gibt unzählige Versionen und Varianten. Warum glaubst Du, kann man eine Tasche immer wieder neu erfinden? Die Nachfrage scheint ja jedes Jahr aufs Neue ungebrochen. Es gibt immer etwas, was es so noch nie gegeben hat, bis jetzt fällt mir auch immer wieder was Neues ein. Taschen mit all ihren Varianten sind so bunt wie das Leben selbst.

Uta Seyberlich Design-Taschen, handgefertigte Unikate *1972 in Porz am Rhein. Die Besonderheit ihrer Taschen aus LKW-Plane sind – neben der Einmaligkeit durch die individuelle Produktion – die von ihr erfundenen Wechseldeckel, die mit ungewöhnlichen Materialien oder auch von anderen Künstlern gestaltet werden. Gruppenausstellung „Frauenpower“ 2007. www.seyta.com


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PORTRAIT

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Extreme Risikobereitschaft von Mario Riedesser

So wie mit dem Material Stein an die Grenzen des Machbaren gegangen wird, gehe ich als Steinbildhauer auch an meine eigenen Grenzen. Filigrane Durchbrüche im Stein, lebendige Formen im eigentlich „toten Material“. Mit wenig viel erschaffen. Ich suche die Nähe zur Natur, wie man oft in Farben, Formen und Materialien erkennen kann. Tusche, Kohle, Asche, Öl und Acryl werden gemischt, Holzreliefs und Zeichnungen auf spannende Weise vereint. 2007 wagte ich den Sprung in die Selbständigkeit und verbinde so meinen Beruf mit meiner Leidenschaft - handwerkliches Können und Kunst.


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INTERVIEW

„Angst vor Bruch garantiert den Fehlschlag.“ 52

Susanne Praetorius: Wenn Du nicht Künstler wärst, welcher Berufung gingst Du dann nach? Landwirt in Permakultur. Maria Kiechle: Ergänze: wem Gott will rechte Gunst erweisen… ...den lässt er als Steinhauer meißeln! Stephan Schmidt: Von einem Künstler, vor allem von einem, der aus Erdigem und Stein viel wachsen lässt, erwartet man nicht unbedingt auch Grabsteine, die ja vielmehr das Ende markieren. Ist das dennoch Kunst mit anderen Mitteln – oder der Gegenpol, der Deinem Schaffen innewohnt? In einem individuellen und auf die verstorbene Person maßgeschneiderten Grabdenkmal kann ich mich genauso verwirklichen.

Mario Riedesser Skulpturen und Gemälde *1974 in Wangen. Freischaffender Bildhauer, Steinmetz- und Steinbildhauergeselle, Fachoberschule für Gestaltung. Ausstellungen u.a. in Kempten, Augsburg, München www.mario-riedesser.de

Peter Morgner: Deine Wunsch-Ära und dein Wunsch-Ort für deine Kunst? Gotischer Bildhauer am Dom zu Mailand. Lux Larson: Du arbeitest oft mit sehr teuren Materialien, wie z. B. dem weißen Marmor. Wie sehr setzt Dich das beim Arbeiten unter Druck, oder spornt es Dich sogar an? Der Druck ist gleichermaßen Ansporn. Angst vor Bruch jedoch garantiert den Fehlschlag, und nur der mutige Arbeitsgang schaff t Filigranes und auch Außergewöhnliches. Uta Seyberlich: Trennst Du Kunst und Handwerk, da Du ja beides machst? Ja, ich bin durchaus mal Künstler und mal Handwerker. Mercedes R. d. Vetter: Zweifelst Du manchmal an Deiner Kunst und Künstler-Dasein ? An meiner Kunst ja, vor allem wenn es lange Durststrecken gibt. Klaus Kichle: Können Steine weinen? Nur wenn man sie „verhaut“. Gwendolyn Boos: Für einen Tag lebst du als Frau. Was tust du? Ich lasse mich auf Händen tragen.


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