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Publishing


Titel Kunde

actio LINDA AG

Format DIN A4 Umfang 36 Seiten

Konzeption Gesamterstellung Produktion


actio

Magazin zur Ertragssteigerung Ihrer Apotheke

Nr. 2 OVIVO und PRIMA – Alle Produkte, alle Infos

Einfühlsam und zielgerichtet – Tipps für das Verkaufsgespräch Der Blick zurück – Die Apothekenhistorie

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Editorial Impressum Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter HerrInhalt Kollege,

TAL

Herausgeber

die Aussage „Der Apothekenmarkt ist4imEinfühlsam Umbruch“ und zielgerichtet

Marketing Verein Deutscher Apotheker e. V.letzten (MVDAJahren e. V.) und Jahrzehnten Tipps so für das Verkaufsgespräch wurde in den

CHER

zurück

Redaktion Dr. Sven Simons, Werner Naujok oft bemüht, dass sie mittlerweile etwas abgenutzt 8 OVIVO SLIM Konzept und Gestaltung art_work_buero, Köln erscheint. Richtig bleibt sie dennoch. Nicht nur die

ekenhistorie

12 OVIVO Enzym Druck Courir Print Media GmbH, sich Bonn durch Politik verändernden Rahmenbedingun-

16 PRIMA VITAL 20 PRIMA SICHER 24 Der Blick zurück Die Apothekenhistorie

gen sind eine Herausforderung für uns. Auch unsere Kunden sind in Bezug auf Service und Beratung anspruchsvoller geworden. Wie bei allen Veränderungen liegt auch in diesem Wandel eine große Chance. Da der gesetzlich geregelte Vertrieb von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und das Premiummarken-OTCSortiment allein nicht die nötige Basis für eine gesunde wirtschaftliche Zukunft unserer Apotheken sichern können, kommt den Eigenmarken eine stetig wachsende Bedeutung zu. Ihr MVDA hat daher das Sortiment der eigenen Handelsmarken konsequent erweitert. Neben der verbesserten PRIMA VITAL- und PRIMA SICHERProduktpalette sind mit OVIVO Enzym und OVIVO SLIM zwei weitere Produkte angetreten, die Ihnen im „Windschatten“ eingeführter und mit hohem Werbedruck etablierter Premiummarken einen wesentlich höheren Stücknutzen garantieren. Der im Beratungs- und Verkaufsgespräch wichtige Hinweis auf das für den Kunden meist günstigere PRIMA- oder OVIVO-Produkt führt nicht in jedem Einzelfall zum Verkauf, aber er lohnt sich! Mit einem Deckungsbeitrag von nicht selten über 50 Prozent steckt in den MVDA-Eigenmarken ein konkurrenzloses Ertragspotenzial. Dies gilt es zu nutzen: actio = reactio! Bei allen Anforderungen des heutigen Apothekenalltags hilft gelegentlich auch der Blick zurück, um sich seiner selbst zu vergewissern. Die Geschichte der Apotheke ist und bleibt eine Erfolgsgeschichte. Lassen Sie uns gemeinsam diese Geschichte fortschreiben!

Ihr Dr. Sven Simons Apotheker Vorsitzender der Kommission Eigenmarken

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Editorial Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege, die Aussage „Der Apothekenmarkt ist im Umbruch“ wurde in den letzten Jahren und Jahrzehnten so oft bemüht, dass sie mittlerweile etwas abgenutzt erscheint. Richtig bleibt sie dennoch. Nicht nur die sich durch Politik verändernden Rahmenbedingungen sind eine Herausforderung für uns. Auch unsere Kunden sind in Bezug auf Service und Beratung anspruchsvoller geworden. Wie bei allen Veränderungen liegt auch in diesem Wandel eine große Chance. Da der gesetzlich geregelte Vertrieb von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und das Premiummarken-OTCSortiment allein nicht die nötige Basis für eine gesunde wirtschaftliche Zukunft unserer Apotheken sichern können, kommt den Eigenmarken eine stetig wachsende Bedeutung zu. Ihr MVDA hat daher das Sortiment der eigenen Handelsmarken konsequent erweitert. Neben der verbesserten PRIMA VITAL- und PRIMA SICHERProduktpalette sind mit OVIVO Enzym und OVIVO SLIM zwei weitere Produkte angetreten, die Ihnen im „Windschatten“ eingeführter und mit hohem Werbedruck etablierter Premiummarken einen wesentlich höheren Stücknutzen garantieren. Der im Beratungs- und Verkaufsgespräch wichtige Hinweis auf das für den Kunden meist günstigere PRIMA- oder OVIVO-Produkt führt nicht in jedem Einzelfall zum Verkauf, aber er lohnt sich! Mit einem Deckungsbeitrag von nicht selten über 50 Prozent steckt in den MVDA-Eigenmarken ein konkurrenzloses Ertragspotenzial. Dies gilt es zu nutzen: actio = reactio! Bei allen Anforderungen des heutigen Apothekenalltags hilft gelegentlich auch der Blick zurück, um sich seiner selbst zu vergewissern. Die Geschichte der Apotheke ist und bleibt eine Erfolgsgeschichte. Lassen Sie uns gemeinsam diese Geschichte fortschreiben!

Ihr Dr. Sven Simons Apotheker Vorsitzender der Kommission Eigenmarken

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Einf체hlsam und zielgerichtet Tipps f체r das Verkaufsgespr채ch in Ihrer Apotheke

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„Ich möchte nicht, wenn ich ein Rezept

„Pure Qualität. Alle sind äusserst freundlich

einlöse, gleich ungefragt damit konfron-

und kompetent und der Service ist wohl

tiert werden, ob ich zusätzlich noch dieses

der Beste für eine Apotheke. Hier spürt

Vitamin oder jenes Zusatzpräparat kaufen

man, dass man als ‚Kunde‘ wichtig ist und

will. Ich möchte auch nicht ständig auf das

auch als König behandelt wird.“1

Bonusprogramm und die Werbeblättchen angesprochen werden. Aufdringlich.“1

Eine Apotheke lebt vom guten Kontakt mit den

Ohne Frage kann man zwischen der Begrüßung

Kunden. Eigentlich eine Binsenweisheit, die aber all-

und dem Abschied des Kunden aus der Apotheke

zu oft im Alltag vergessen wird. Zwar sind die aller-

manches falsch machen. So dürfte vielen Kunden

meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter exzellente

die Kontaktaufnahme mit der Frage „Kann ich

Berater, die äußerst kompetent über Wirkstoffgrup-

Ihnen helfen?“ unbewusst eher unangenehm sein:

pen, Wechselwirkungen und Darreichungsformen

Selbst in einer Apotheke geben die Wenigsten gern

Auskunft geben können.

zu, dass sie Hilfe benötigen. Die offene Frage „Was

Aber verkaufen? Lieber nicht. Und die gegen-

kann ich für Sie tun?“, bietet deutlich mehr Chan-

teilige Haltung – ich überfalle den Kunden mit

cen für einen vertrauensvollen Gesprächsverlauf, bei

meinen gut gemeinten Vorschlägen – ist auch keine

dem sich beide Partner auf Augenhöhe begegnen.

positive Option. Im Spannungsfeld zwischen Angst

Detailliertes Fachwissen gibt Sicherheit, ist

vor Ablehnung und Übermotivation kann ein erfolg-

Basis eines jeden Kundengesprächs. Aber was

reiches Verkaufsgespräch nur schwer gedeihen.

nützt es, wenn ich meine inhaltlichen Kenntnisse nicht vermitteln kann oder die Apothekenbesucher

Warum ist das so?

mit unverständlichen Fachbegriffen verunsichere?

Die Gründe dafür sind vielfältig. Zunächst einmal

Mithilfe von Beispielen oder Vergleichen lassen sich

bedarf es einer gewissen Überwindung, mitunter

komplexe Sachverhalte ebenso präzise, aber sehr

komplizierte Kunden auf sinnvolle Zusatzprodukte

viel verständlicher darstellen.

hinzuweisen. Wer sich über nicht vorrätige Medika-

Der Weg zum richtigen Verkaufsgespräch ist mit

mente ärgert, mit der Packungsgröße hadert oder

einigen Stolpersteinen gepflastert, aber sicher keine

einfach nur in berechtigter Sorge um seine Gesund-

Geheimwissenschaft. Es ist für Apotheker in Zeiten

heit ist, dem steht der Sinn selten nach Informatio-

von Umsatzrückgängen und steigendem Konkur-

nen über zusätzliche Mittel, mit deren Hilfe manche

renzdruck von zentraler Bedeutung, zusätzliche

Wehwehchen gar nicht erst ausbrechen würden. Ein

Einnahmen durch gesundheitsbezogene Service-

derart offensichtliches Desinteresse sollte selbst-

leistungen wie dem Verkauf von Nahrungsergän-

verständlich erkannt und respektiert werden.

zungsmitteln oder Wellness- und Beautyprodukten

Ein weiteres Motiv dürfte die verbreitete Sorge

zu erzielen.

sein, man gebe dem Kunden das Gefühl, ihm etwas „unterjubeln“ zu wollen. Diese respektable Haltung verkennt jedoch den Umstand, dass viele Kunden durchaus an zusätzlicher Beratung interessiert sind. Es gibt keinen fachlichen Grund, Menschen mit Bedarf an medizinischer Unterstützung nicht sämtliche vorhandenen Informationen zur Verfügung zu stellen. Dabei geht es nicht in erster Linie um ein bestimmtes Produkt, sondern um den zusätzlichen Nutzen ausgewählter Wirkstoffe.

1 Beide Zitate sind dem Ärztebewertungsportal jameda.de entnommen. Sie markieren die Wahrnehmungsextreme, zwischen denen sich aus Kundensicht die Beratung in der Apotheke bewegt.

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7 83 93 8 96607 5

Titel

ISBN: 978-3-938966-07-5

Kunde

Stephan Quenkert > Von den Sachen zum Bild und zur端ck arthellweg verlag

Format Umfang

245 x 300 mm 104 Seiten Konzeption Gesamterstellung Produktion

Stephan Quenkert

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Stephan Quenkert > Von den Sachen zum Bild kc端ruz dnu


Autonomes


Modernismus hin und zurück

Die Arbeiten von Stephan Quenkert im Berliner

Museum für Kommunikation haben eine starke kommunikations- und medientheoretische Dimension. Diese

entfaltet sich entlang der Thematik der Übersetzung und

erzeugt dabei eine kunst- und kommunikationstheoretische Fragestellung.

Ihre Beantwortung führt von der Konkretion zur

Abstraktion. Dreidimensionales Erleben des Raumes faltet

sich zunächst in die zwei Dimensionen der Fotografie und

schließlich in die abstrakte (und ebenfalls primär flächige, d.h. zweidimensionale) Formensprache der Metall-

skulpturen. Insofern führen sie buchstäblich eine drei Schritte vom erlebten Raum zur abstrakten Form.

Abstrakt heißt traditionell auch „autonom“, weil sich

mit der abstrakten Form die Weigerung verbindet, vordergründigen Repräsentationsansprüchen zu entsprechen

(der Begriff Repräsentation hat hier immer den doppelten Sinn von etwas und jemanden repräsentieren) und insofern

im Dienst zu stehen. In diesem Sinn ist die Überleitung von

der Repräsentation zur Abstraktion, die auch historisch den

Weg über die Fotografie genommen hat – als diese nämlich das repräsentative Vermögen der Malerei zu überbieten vermochte und die Kunst ihre eigene Zuflucht suchte –,

eine kleine Rekapitulation des ästhetischen Modernismus,

die sich dafür anbietet, einige seiner zentralen Entwicklungen und Spannungslinien zu rekonstruieren. Der Weg von der Repräsentation zur selbst reflexiven Form führt

Design

47

jedoch keineswegs aus der gesellschaftlichen Erfahrungswirklichkeit hinaus. So sehr sich die pure Form des

Modernismus in einzelnen Fällen auch dagegen gesträubt

haben mag, sie ist immer zugleich auch Teil der Welt, der sie sich qua Abstraktion entgegenstellt. >


w채chter

51


>

Drei Abstraktionsstufen ästhetisier ter Kommuni kation

Nun ist das Verhältnis von zweckgebundener Darstellung, von Repräsentation und Abstraktion, niemals eindeutig

und schon gar nicht in Quenkerts dreistufiger Arbeit im Berliner Museum für Kommunikation. Denn Museums-

didaktik und Räumlichkeit des Museums zehren bereits von einer ästhetischen Formensprache und kreisen um Themen, die sich nicht einfach von Kunst unterscheiden

lassen. Kommunikation selbst, ihre Medien und Rituale –

möglichst interaktiv und taktil, dennoch als ein abstrakter (Wie und durch was wird kommuniziert?) und eben nicht inhaltlicher Zugang (Was wird kommuniziert?) – bilden das

Thema des Museums. Die Selbstbesinnung der Kunst im

Zeichen ihrer Autonomisierung war gleichermaßen eine Orientierung an den Medien und Techniken der Kommu-

nikation, eine Besinnung auf ihre Form, die ja Konglomerat und Sediment aus Medien und Techniken der Kommu-

nikation sowie ihrer Verwendungsweisen darstellt. Kommunikative Reflexivität ist Modernismus in nuce.

Und freilich ist jede Form der Musealisierung, der

dekontextualisierten Präsentation jenseits praktischer

Lebenszusammenhänge, selbst schon eine Ästhetisierung. Das Museum ist kunstnah aufgrund der Tatsache, dass es ein Museum ist, aber eben auch aufgrund seines be-

sonderen Gegenstands. Es kann nicht anders.

Zudem sind die Foto-

grafien Harry Zderas, die die zweite Abstraktions-

ebene des Konzepts darstellen, nicht einfach Darstellungen.

Fotografien

sind unweigerlich Abstraktionen, umso mehr dort, wo sie sich ihrer ästhe-

tischen Qualitäten bewusst sind und kompositorische

Schwerpunkte setzen. Das

perspektivische Sehen abstrahiert vom Bewegungsver-

mögen und vom Tiefensehen des Betrachters und schafft

mitunter radikale Verkleinerungen oder Vergrößerungen. Vor allem aber bilden Fotografien immer nur Ausschnitte ab.1 Ästhetisierung heißt daher im Bereich der Fotografie nicht zuletzt, diese Abstraktion durch verschobene

Perspektiven und besondere Bildausschnitte zu betonen. >

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Titel Kunde

Materialien Nr. 122 BMZ Bundesministerium f端r Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Format DIN A4 Umfang 72 Seiten

Gesamterstellung


GATS – The Relevance for Developing Countries

Hugo Cayrús Maurín (Uruguay, Ständige Vertretung in Genf) I. Introduction – World Services Trade

The services sector accounts for a large (around two thirds) and growing share of global GDP (in the case

The year 2001 witnessed an unexpectedly sharp

of Uruguay, a developing country, since 1990 the ser-

downturn in the expansion of global output and a

vices sector has accounted for 66% of the GDP).

decline in world trade. World GDP, which in the preceding year recorded its highest annual growth rate

Between 1985 and 1999, services exports grew at a

in more than a decade, edged up by about 1.5 %.

compound annual rate of over 9 % compared to

World trade decreased by 1.5 % after expanding 11%

8.2 % for merchandise trade. These figures are on a

in the preceding year. For the first time since 1982

balance-of payments basis, and their coverage of

world trade growth was negative. Merchandise

services trade is thus confined largely to two modes

exports recorded a decrease of 4.5 %, the steepest

of supply falling under the GATS : cross-border trade

decline in more than a decade, contrasting sharply

(mode 1) and consumption abroad (mode 2).

with the 6.5 % average expansion recorded in 1990s. Commercial services exports, which expanded at the

Commercial presence (mode 3), the largest and most

same rate as merchandise trade between 1990 and

dynamic form of services transactions, is not covered.

2000, declined marginally in 2001. This was the first

Further liberalization of restrictions under this mode,

decrease in world exports of commercial services

and any resulting inflows of foreign investment, can

since 1983 (WTO, International Trade Statistics 2002).

be an essential ingredient of growth and development strategies. Relaxation of restrictions on the

Table 1:

movement of natural persons, covered by mode 4 of

World Merchandise Trade and World Trade

the GATS could also help to reduce poverty in poorer

in Commercial Services

countries including through remittances, reductions

Exports and Imports, 2001 (Billion dollars)

in surplus labour and skills transfers.

(WTO, International trade statistics 2002) Merchandise Exports

6155

Imports

6441

Commercial Services

28

Exports

1460

Imports

1445


In relation to the different GATS modes of supply and

Table 3:

their respective participation in world services trade,

Share of developing countries in world merchandise

in the Symposium on Assessment of Trade in Services

and commercial services trade, 2001 (percentage)

which was held in the WTO in March 2002, the following statistical approximation (percentage) was presented :

Merchandise Exports

29,1 %

Imports

26,2 %

Table 2: Commercial Services

Sales by GATS Modes of Supply: Statistical Approximation (percentage) Mode 1 (Cross-border trade)

28 %

Modo 2 (Consumption abroad)

14 %

Modo 3 (Commercial presence)

56.3 %

Mode 4 (Movement of natural persons)

1.4 %

Exports

23,4 %

Imports

26,4 %

It was against this background (referred to in chapter I of this paper), that WTO Members agreed in Doha in November 2001 to launch a new round of multilateral trade negotiations which includes the services sector in a broad agenda. This constitutes

II. Developing Countries, the GATS

an important step in promoting the liberalization of

and the Current WTO Negotiations

the services sector and in strengthening world trade

on Trade in Services

in services.

In 2001, total merchandises exports and imports of

Paragraph 15 of the Doha Ministerial Declaration sta-

the developing regions combined decreased by

tes that “the negotiations on trade in services shall

6.5 % and 4.0 % respectively. Commercial services

be conducted with a view to promoting the econo-

trade of developing countries indicate near stag-

mic growth of all trading partners and the develop-

nation in 2001. Their share in world services trade

ment of developing and least-developed countries.�

remained roughly unchanged from 2000.

It also establishes that Members “reaffirm the Guidelines and Procedures for the Negotiations adopted by the Council for Trade in Services on 28 March 2001 as the basis for continuing the negotiations with a view to achieving the objectives of the General Agreement on Trade in Services, as stipulated in the Preamble, Article IV and Article XIX of that Agreement. Participants shall submit initial requests

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Titel Kunde

Naturschutz heute NABU – Naturschutzbund Deutschland e. V.

Format DIN A4 Konzeption der Titelgestaltung

Die Titelbanderole ist in der Vertikalen  exibel und kann in Position und Farbgebung individuell dem jeweiliegen Titelbild angepasst werden.


1/05

Magazin des NABU Naturschutzbund Deutschland e.V.

Uhu | Vogel des Jahres 2005. B채ren | Sie sind zur체ck. M채use | Nachts zu langsam. Journal | Reiten.

naturschutz heute


Titel Kunde

Untere Havel NABU – Naturschutzbund Deutschland e. V.

Format 210 x 230 mm Umfang 36 Seiten

Gesamterstellung


Die enorme Artenvielfalt der Region zu erhalten, die einzigartige Auenlandschaft wiederherzustellen sowie die Lebensbedingungen in und an der Havel zu verbessern,

Vision und Ziel

sind die Ziele des Projektes. Auf rund 90 Flusskilometern soll die Havel wieder ein für sie typisches aufgespaltetes, inselreiches Flussbett bekommen, mit möglichst vielen unverbauten Ufern, die sich dynamisch verändern dürfen. Im Hauptarm würde nur noch eine kleine Fahrrinne unterhalten werden. Die künstlichen Uferverwallungen sollen weitgehend aufgelöst und die alten Flutrinnen wieder durchströmt werden, so dass das Wasser wieder schneller fließen und sich dadurch besser selbst reinigen kann. Ziel ist auch, die Wasserstände wieder natürlicher schwanken und die Auen im Frühjahr länger überfluten zu lassen. Die Stauwehre bleiben zwar bestehen, müssen aber möglichst durchgängig für wasserliebende Lebewesen sein.

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Rotmilan In Mitteleuropa gehört der Rotmilan zu den seltensten Greifvögeln. Deutschland trägt eine große Verantwortung für die Zukunft dieses Vogels, denn mehr als Durch die Renaturierungsmaßnahmen soll ein Mehr an

die Hälfte aller Rotmilane weltweit leben hier. Keine

Lebensqualität durch ein Mehr an Strukturvielfalt und

andere Vogelart brütet bei uns mit einem so hohen

nicht zuletzt eine verbesserte Selbstreinigungskraft des

Anteil ihrer Weltpopulation.

Flusses entstehen. Auf den angelandeten Sand- und Kiesbänken könnten sich dann wieder spezialisierte Vogelarten wie Flussregenpfeifer und Flussuferläufer heimisch fühlen. Aus der Elbe aufsteigende Aale, Maifische, vielleicht sogar Lachse und Störe, werden hoffentlich eines Tages wieder das Havelwasser besiedeln. In den Auwäldern könnten sich Hopfen, Wein- und Waldrebe lianenartig um Weiden, Pappeln, Eschen, Ulmen und Eichen schlingen.

Hauptziele: 1. Ökologische Verbesserung der Unteren Havelniederung zum Schutz und zur Entwicklung der charakteristischen und auetypischen Lebensgemeinschaften, Strukturen und Funktionen sowie Sicherung der

Zu seiner Nahrung zählen Mäuse und andere

Retentionspotenziale (Hochwasserrückhaltevermögen)

Kleinsäuger, Fische, Amphibien und Vögel. Rotmilane

der Havelaue in Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

sammeln auch kranke und tote Fische von der Wasser-

2. Eine naturnahe, durch biotoplenkende Maßnahmen

oberfläche und vom Ufer auf und jagen anderen

und fließgewässerdynamische Prozesse geprägte

Greifvögeln ihre Beute ab. Mit einer Flügelspannweite

Entwicklung im Unterlauf der Havel und innerhalb

von bis zu 190 Zentimetern ist der Rotmilan eine

der Aue zur Verbesserung der Gewässerstruktur,

imposante Erscheinung. Der für diese Art typisch lang

zur Verkleinerung des Abflussprofils und für häufigere

gegabelte Schwanz, auch die rostrote Schwanzober-

und längere Ausuferungen der Havel.

seite, die rotbraune Unterseite und die großen hellen

3. Optimierung der Bindegliedfunktion im Biotop-

Felder auf den Handflügeln machen diesen Greifvogel

verbundsystem zwischen Elbe und Oder und Entwick-

unverwechselbar. Rotmilane überwintern rund um das

lung als Lebens- und Reproduktionsraum für an

Mittelmeer und kehren Anfang März zu uns zurück.

Feuchtgebiete gebundene Lebensgemeinschaften.



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Nelleke Beltjens

Titel Kunde

IMMENSE GlobalArtAffairs Publishing

Format 310 x 230 mm Umfang 68 Seiten

Konzeption Gesamterstellung Produktion


1

IMMENSE Nelleke Beltjens


Fragments of the Parts Fragments of the Parts #3 | 2008 | Detail

22


Fragments of the Parts #3

Fragments of the Parts #3

2008 | 140 x 224 cm

2008 | 140 x 224 cm

2323


What does it mean to orient oneself in drawing? Remarks on the drawings of Nelleke Beltjens By Peter Lodermeyer

I. In the proper meaning of the word, to orient oneself means to use a given direction (when we divide the horizon into four of them) in order to find the others— literally to find the sunrise. Now if I see the sun in the sky and I know it is now midday, then I know how to find south, west, north, and east. Immanuel Kant, What does it mean to orient oneself in thinking?1

The aspirations are high: “I am practicing life, and my own work is a great ‘guide’ while everything is in continuous movement. [...] My work teaches me. It is ahead of me in a way. It brings me to the next step, a ‚higher’ level, makes me grow.”2 This statement by Nelleke Beltjens in an interview of 2009 suggests an astonishing trust in the power of art, even though she does not espouse the avant-garde utopia of the merging of art and life (let alone the simple understanding of art as a mere reflex of life). As surprising as the statement may sound, it can hardly surprise us that it refers to drawing, since this genre of art has always been a particularly suitable medium of orientation. A person looking for orientation in order to “take the next step”, regardless of the field of creativity, will have a preference for the medium of drawing. With draughtsman’s means, we satisfy ourselves concerning the proportions of an object to be designed, the structure of a building, the cut of a piece of clothing, the dance steps of choreography …

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The classical visual means for for creating creating an an orientaorientation in a narrow spatial sense sense are are maps maps and and plans. plans. Here the four directions north, north, south, south, west west and and east east are translated into the extensions extensions of of the the surface: surface: top, top, bottom, left and right. Nelleke Nelleke Beltjens Beltjens is is fascinated fascinated by by all kinds of maps because by by using using them, them, we we can can dedescribe a terrain without depicting depicting itit realistically realistically in in the the least. This abstract cartographic cartographic element element is is aa feature feature she would like to transpose to to her her work. work. This This applies applies to her sculpture installations installations spread spread out out on on the the floor floor as well as to her more recent recent drawings. drawings. “Mapping “Mapping the the 33 invisible” is how she refers to We are are to this this intention. intention. We indeed able to intuit certain certain cartographic cartographic phenomena phenomena in many of her drawings. It is is no no coincidence, coincidence, for for exexample, that the rectangles implemented in implemented in the the series series of 2009 called Uncut make us us think think of of superimposed superimposed projections of building floor floor plans, plans, whereas whereas other other drawings are redolent of traffic traffic networks. networks. With With aa view view to the Complex drawings (2005/06) (2005/06) we we may may imagine imagine for a moment that they are aerial aerial photographs photographs of of cities built unbelievably densely, densely, at at the the edge edge of of the the sea …

Exhibition Exhibition Fragments Fragments of of the the Parts Parts Galerie Galerie Christian Christian Lethert, Lethert, Köln/Cologne Köln/Cologne || 2009 2009

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Titel Kunde

PRIMA INTERN MVDA e. V.

Format DIN A4 Umfang 32 Seiten

Konzeption Gesamterstellung Produktion


#1

PRIMA Blutdruckmessger채te | PRIMA Marken-Relaunch | Alle Produkte, alle Infos | Kurzroman: The Beat Goes On

Informationen zur Ertragssteigerung Ihrer Apotheke


Willkommen

Impressum

zur ersten Augabe von PRIMA INTERN.

Herausgeber: Marketing Verein Deutscher Apotheker e.V. (MVDA e.V.)

Konzept und Gestaltung: art_work_buero, Kรถln

Redaktion: Apotheker Frank Strobach, Werner Naujok

Lektorat: K + I, Hannover

Sitz der Redaktion:

Druck: Courir-Druck GmbH, Bonn

Marketing Verein Deutscher Apotheker e.V. Kirschbaumweg 23, 50996 Kรถln Telefon: +49 (0)2236-39 44-18 E-Mail: prima@mvda.de


Editorial

Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege, der Apothekenmarkt ist im Umbruch. Innerhalb von nur drei Jahren ging der Rohertrag im verschreibungspflichtigen Sortiment – bedingt durch staatliche Eingriffe – um mehr als 20 % zurück. Das Rezept wurde und wird schrittweise zum ertragsneutralen Frequenzbringer reduziert. Doch auch im OTC- und Ergänzungssortiment schwinden die Erträge durch zunehmenden Wettbewerb mit dem Versandhandel und verschiedenen Discountkonzepten. Den Ausweg aus diesem Dilemma weisen exklusive Handelsmarken, die bei vergleichbarer Qualität dank deutlich günstigerer Einstandspreise wesentlich höheren Stücknutzen versprechen als Premiummarken. Auch die Verbraucher schätzen Handelsmarken ihres besseren PreisLeistungs-Verhältnisses wegen. Ihr MVDA hat deshalb schon vor neun Jahren mit der Handelsmarke PRIMA ein Sortiment von Nahrungsergänzungsmitteln und Messgeräten im Markt etabliert, das jüngst technisch und optisch überarbeitet wurde. Wir nehmen diesen Marken-Relaunch zum Anlass, Ihnen in der ersten

ab Seite 6

Ausgabe von PRIMA INTERN das neue Packungsdesign vorzustellen, Sie über die einzelnen Produkte und ihre Anwendungsgebiete eingehend zu informieren und Ihnen Verkaufsempfehlungen und Stücknutzenberech-

ab Seite 10

nungen zur Verfügung zu stellen, die zur Verbesserung Ihres Betriebsergebnisses beitragen werden. Zur Verkaufsförderung in Ihren Apotheken stellen wir Ihnen eine Reihe von Schaufensterplakaten und Werbemitteln vor, die den zeitgemäßen,

ab Seite 17

verbraucherorientierten Charakter des aktuellen Designs unterstreichen. Ein Kurzroman rundet die erste Ausgabe PRIMA INTERN ab. Wir wünschen Ihnen und Ihren Mitarbeitern eine interessante Lektüre.

Inhalt Die neue Generation der PRIMA Blutdruckmessgeräte

4

Neuer Auftritt für eine glänzende Zukunft

6

PRIMA VITAL

10

Ihr Frank Strobach

PRIMA SICHER

14

Apotheker, Vorsitzender der Kommission Qualitätsmarken

PRIMA PROMOTION

17

„The Beat Goes On” von Christian Pfarr

18


The Beat Goes On von Christian Pfarr

„Es handelt sich um eine Herzrhythmus-

Aber wie geht’s jetzt mit mir weiter?“

störung”, sagte Dr. Moebius. „Genau gesagt

„Zunächst einmal bewerfen wir den Feind mit

um sogenanntes Vorhofflimmern.“

Betablockern – bevor es dann in die Folter-

Herzrhythmusstörung! Bernd Noskes inneres

kammer geht: Belastungs- und Langzeit-EKG,

Abwehrsystem schlug schrillen Alarm.

Kernspintomografie und so weiter.“ Noske

„Ist das – gefährlich? Du kannst ganz

seufzte resigniert. Arztbesuche waren ihm ein

offen sein.“

Gräuel, auch wenn er mit Moebius seit

„Ich bin immer ganz offen“, antwortete der

40 Jahren befreundet war.

Arzt ein wenig unwirsch. „Na, sagen wir:

„Nimm erst mal brav die Medizin und komm

fast immer. Aber lebensbedrohlich ist das nicht,

übermorgen wieder“, sagte der Arzt leicht

jedenfalls nicht in deinem Fall.“

belustigt. Er kannte seinen widerspenstigen

Noske atmete tief durch. Klar, mit 57 musste

Patienten zur Genüge.

man mit dem einen oder anderen Zipperlein

„Mal wieder was von Edgar gehört?“

rechnen, der Meniskus hatte sich schon vor

Noske versuchte, das Gespräch auf ein weniger

Jahren zu Wort gemeldet. Nun also das Herz.

verfängliches Terrain zu lenken.

„Du denkst gerade an Horst, stimmt’s?“,

„Allerdings“, meinte der Arzt. „Edgar ist ein

fragte Dr. Moebius mitten in Noskes Selbst-

klassischer Hypochonder – an dem kann ich

beobachtung hinein.

wirklich was verdienen! Im Gegensatz zu dir

„Ach weißt du, Ralph, ich denke öfter an Horst.

rennt er mir geradezu die Bude ein! Und an


19

den Wochenenden begegnen wir uns ab und

Bassgitarre gespielt, beinahe so gut wie Paul

zu auf dem Golfplatz.“

McCartney, aber nicht annähernd so erfolg-

„So ein Leben möchte ich auch mal haben“,

reich. „Der Bass ist das schlagende Herz einer

schnaubte Noske. „Aber für einen kleinen

Band“ – auch so ein Satz aus dem musika-

Journalisten reicht’s bestenfalls für eine Runde

lischen Poesiealbum. Ausgerechnet ihn musste

Minigolf im Urlaub – falls ich überhaupt dazu

es mit Herzrhythmusstörungen erwischen!

komme.“

Wann hatte er eigentlich das letzte Mal den

„Ich glaube, was dir wirklich fehlt, ist der

alten Rickenbacker in der Hand gehalten?

Rhythmus“, sagte der Arzt trocken. „Du hast

„Du hast deinen Rhythmus verloren“,

deinen Rhythmus verloren, Bernd – denk mal

hatte Moebius gesagt . . .

drüber nach.“ Die Zuhörer im noblen Park- und Golfhotel „Im Anfang war der Rhythmus.“ An diesen

waren restlos aus dem Häuschen, als die

Satz des Dirigenten Hans von Bülow musste

Silverboys nach etlichen Zugaben ihr Come-

Bernd Noske denken, als er nach Hause schlen-

back-Konzert beendeten.

derte. Sein alter Musiklehrer hatte ihn bei jeder

„Stefan ähnelt seinem Vater musikalisch und

Gelegenheit deklamiert – aber was verstand

äußerlich bis aufs Haar“, stellte Edgar Küster

dieser bekennende Wagnerianer schon davon?

fest. „Er hat tatsächlich die gleiche Haarfarbe

Er hasste doch Elvis und die Beatles und die

wie damals Horst. Bei uns dagegen trifft der

Rolling Stones und überhaupt alles, was nach

Bandname erst jetzt so richtig zu.“

„Urwald“ und „Affenmusik“ klang – mithin

„Mein Haar und ich haben uns vor einiger Zeit

alles, wofür das Wort Rhythmus doch eigentlich

aus persönlichen Gründen getrennt“, knurrte

stand.

Dr. Ralph Moebius. „Apropos Alterserscheinung – dein Bass pumpt wie eh und je, Bernd, du

Ihre Band hatte Silverboys geheißen. Ralph

hast also doch noch das alte Rhythmusgefühl.“

Moebius hatte die Leadgitarre gespielt und

„Ich glaube, es ist mehr als das“, sagte Bernd

gesungen. Nach dem Abitur hatte er Medizin

Noske schmunzelnd. „Es ist ein Lebensgefühl.

Christian Pfarr lebt als Autor,

studiert, weil er fand, das passe gut zu seinem

Und das war nur vorübergehend gestört.

Komponist und Journalist in Mainz.

Namen. Orgel und Saxofon spielte Horst

The Beat Goes On!“

www.christianpfarr.de

Franke, der musikalischste der vier. Er war tatsächlich Musiklehrer geworden, einer der ersten, die neben Schubert auch Santana gelten ließen. Vor ein paar Jahren war er beim Training für einen Marathonlauf tot zusammengebrochen, wenige Tage nach seinem 50. Geburtstag. Dieses Schicksal blieb dem Schlagzeuger Edgar Küster erspart. Er zog das vergleichsweise beschauliche Golfen dem Langstreckenlauf vor, was ihn aber offenbar nicht daran hinderte, sich von Dr. Moebius regelmäßig auf tatsächliche oder eingebildete Wehwehchen hin untersuchen zu lassen. Sein Dasein als Besitzer einer ergiebigen Kiesgrube ließ ihm den hierfür nötigen zeitlichen und finanziellen Spielraum. Bernd Noske hatte bei den Silverboys die


ISBN: 3-938966-08-4

Titel Kunde

Klaus Hundgeburt | dunkelste strahlung arthellweg verlag

Format 150 x 180 mm Umfang 42 Seiten

Konzeption Gesamterstellung Produktion


Klaus Hundgeburt d u n k e l s t e s t r a h l u n g geteilter schatten

gedicht


schatten weiß furchen erfließend denn so uferlos erfüllt ein dunkelstes teilend

schließend leuchtenden bogen

widerstrahlt umgebend diese helligkeit nicht mehr nur weiteres im gewordenen erklingen

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an der peripherie entgegen sich die worte bloß im widerhall uns weite raum gegeben fließend strömend netzend ufern anzuschmiegen feuchtend farben klänge schließlich mit den körpern einer sprache

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Titel Kunde

Jahresbericht 2012 SUE Stiftung f端r Umwelt und Entwicklung NRW

Format DIN A 4 Umfang 74 Seiten

Gesamterstellung Produktion


2012 Jahresbericht


KlIma

16


Klima

Das Jahr 2012 endete für den globalen Klimaschutz mit einer verpassten Chance. Wie viele seiner Vorgänger hat auch der 18. Weltklimagipfel in Doha/Katar kaum nennenswerte Fortschritte erbracht. Und hätte Gipfelpräsident Abdullah Bin Hamad al-Attija am Ende nicht in einem kuriosen Husarenritt einen Minimalkompromiss durchgepeitscht, wäre es nicht einmal zur Verlängerung des eigentlich Ende 2012 ausgelaufenen Kyoto-Protokolls bis zum Jahr 2020 gekommen. Jetzt soll in drei Jahren ein neues weltweites Klimaschutzabkommen beschlossen werden, die Klimagipfel 19 und 20 werden also bestenfalls der Vorbereitung dienen. Natürlich ist internationale Klimadiplomatie ein ganz dickes Brett und Kritik an den größtenteils ernsthaften Bemühungen wohlfeil. Aber diese bittere Einsicht wird jene Entwicklungsländer kaum trösten, die den geringsten Anteil an den Ursachen des Klimawandels haben und dennoch die härtesten Konsequenzen tragen müssen. Der fehlende Wille von Staaten wie Kanada, den USA, China und Russland, aber auch Polen, wird aller Voraussicht nach auch in den kommenden Jahren substanzielle Fortschritte beim weltweiten Klimaschutz verhindern. So mehren sich die ernst zu nehmenden Stimmen, die eine Abkehr vom starren Blick auf das bisherige Zwei-Grad-Ziel fordern und stattdessen für umfassende und intelligente Anpassungsmaßnahmen plädieren. Denn während weltweit über den rechten Weg beim Klimaschutz gestritten wird, sind die Konsequenzen der globalen Erwärmung längst spürbar. Die sozialen Folgen des Klimawandels in Lateinamerika untersucht ein von der Stiftung gefördertes Bildungsprojekt des Bonner Lateinamerika-Zentrums (Z-5191, S. 21). Im Zentrum der Aktivitäten stehen die Länder Bolivien, Brasilien und Chile, wo der Klimawandel bereits deutlich spürbar ist und sich in seiner Folge ganze Ökosysteme in den Anden oder im Amazonasbecken verändern – mit unabsehbaren Folgen für die dort lebenden Menschen.

Problemfall Emissionshandel Neben der Blockadehaltung wichtiger Staaten gilt der nicht funktionierende Handel mit Emissionsrechten vor allem in Europa als zentrale Hürde auf dem Weg zu mehr und effizienterem Klimaschutz. Zwar beteiligen sich in 30 europäischen Ländern rund 11.000 Industriebetriebe und Kraftwerke am Emissionshandel, doch die Nachfrage ist durch die anhaltende Wirtschaftskrise und einen Überschuss an Zertifikaten auf dem Markt beinahe zusammengebrochen. 30 Euro für den Ausstoß einer Tonne Kohlendioxid waren ursprünglich anvisiert, derzeit sind es nur rund sieben Euro. Deshalb hatte die EU-Kommission vorgeschlagen, zwischen 2013 und 2016 zunächst 900 Millionen Zertifikate aus dem Markt zu nehmen und die Ausgabe weiterer CO2-Zertifikate zu verzögern. Dadurch sollte der Preis für den CO2-Ausstoß von Unternehmen ansteigen, um

Klimabremser Jeder US-Amerikaner ist pro Jahr im Durchschnitt für den Ausstoß von über 17 Tonnen CO2 verantwortlich. Die Usa sind damit relativer Klimasünder Nr. 1, wollen sich aber im Rahmen der Vereinten Nationen erst dann zu Emissionsminderungen verpflichten, wenn deren Umfang zuvor in einem nationalen Klimaschutzgesetz festgelegt worden ist. Allerdings ist ein solches Gesetz bereits 2010 im Kongress gescheitert. Und selbst wenn die US-Delegation 2015 einem weltweiten Klimaabkommen ohne nationales Gesetz zustimmen würde, wäre die Zustimmung durch eine Zweidrittelmehrheit im Senat eher unwahrscheinlich – gerade vor dem Hintergrund des aktuellen Booms bei der Förderung von Gas und Öl durch das sogenannte Fracking. Dabei werden die Rohstoffe durch Bohrungen unter Einsatz von enormem Druck, Chemikalien und Wasser aus dem Schiefergestein gelöst. Die durch dieses Verfahren nutzbaren Ressourcen sind nach Einschätzung der Internationale Energieagentur (IEA) so groß, dass die USA Russland und Saudi-Arabien bis 2020 als größte Ölproduzenten einholen könnten. Kanada ist bereits 2011 aus dem Kyoto-Protokoll ausgestiegen. Das Land hatte zu diesem Zeitpunkt seine Emissionsminderungsziele um 30 Prozent verfehlt und kam mit dem Ausstieg einer Strafzahlung in Höhe von knapp 14 Milliarden Dollar zuvor. Kanadische Politiker führen den Ausbau der Ölsandförderung, die energieintensive Rohstoffindustrie, das kalte Klima und die großen Distanzen als Begründung für die anhaltend hohen Emissionen an. Die Klimapolitik chinas befindet sich in einer Zwickmühle. Die überall sichtbare Luftverschmutzung durch Kohlekraftwerke und rasant wachsenden PKW-Verkehr zwingt die Regierung zum Handeln, bis 2015 soll der Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Stromversorgung von acht auf zwölf Prozent steigen. Gleichzeitig will das Land seinen wirtschaftlichen Aufschwung fortsetzen und ist daher skeptisch gegenüber verpflichtenden Klimaschutzabkommen. Nach Berechnungen der IEA werden die CO2-Emissionen in China bis 2035 um 37 Prozent steigen. russland zeigt kein großes Interesse an einem verbindlichen internationalen Klimaabkommen. Das Land verweist dabei auf den mangelhaften Klimaschutz großer Emittenten wie China oder die USA, fürchtet aber in erster Linie um Absatzchancen für russisches Erdöl und Gas.

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fInanzen

Finanzen der Stiftung

Unsere Satzung verpfl ichtet uns zu einem Jahresabschluss mit einer Einnahmen- und Ausgabenrechnung und einer Vermögensauf stellung sowie zur Prüfung dieses Abschlusses durch einen anerkannten Wirtschaftsprüfer. Die Prüfung des Jahresabschlusses 2012 wurde durch die Axis GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Köln vorgenommen. Der Abschluss hat das uneingeschränkte Testat der Wirtschaftsprüfer erhalten. Die Tabellen enthalten Rundungsdifferenzen.

Einnahmen- und Ausgabenrechnung Die Zinserträge des Jahres 2012 lagen mit 833 T€ noch einmal um 59 T€ über den Erträgen des Jahres 2011. Die Stiftung hat damit eine Rendite von etwa fünf Prozent auf ihr Vermögen erwirtschaftet. Die Zuweisung des Landes Nordrhein-Westfalen betrug 5.535 T€. Das waren 422 T€ mehr als im Vorjahr. Diese Steigerung ist vor allem der Aufl ösung von Sicherungsfonds der Landeslottogesellschaft und Restmitteln des Vorjahres geschuldet, die zusätzlich in das Verteilverfahren gekommen sind. Die Bewilligungslöschungen betrugen im Jahr 2012 53 T€. Sie lagen damit um 2 T€ unter der Summe des Vorjahres. Bewilligungslöschungen kommen zustande, wenn Fördernehmer bei den Nachweisen ihrer Projektausgaben unterhalb der ursprünglich an- ge nommenen Kosten bleiben. Da die Förderbeiträge der Stiftung jeweils maximal einen bestimmten Prozentanteil der Projektkosten betragen, mindern sich bei geringeren Gesamtvolumina auch die Fördersummen. Mit den Tilgungen von Förderdarlehen in Höhe von 100 T€ zahlen uns Fördernehmer Darlehen zurück, die wir ihnen zum Zweck der Überbrückung von Liquiditätsengpässen in Projekten gewährt haben, z. B. weil andere Fördergeber ihre Fördermittel erst nach Abschluss der Projekte auszahlen. Die Mitarbeit der Stiftung an der Eine-Welt-Strategie der Landesregierung wurde bereits im Jahr 2011 abgeschlossen. Deshalb sind hierfür im Jahr 2012 keine Kosten mehr angefallen. Die Personalkosten betrugen im Jahr 2012 487 T€, das waren 84 T€ mehr als 2011. Gründe dafür waren zum einen die Besetzung einer im Vorjahr noch vakanten Stelle in der Geschäftsstelle der Stiftung und zum anderen der zeitweilige Einsatz einer Aushilfsarbeitskraft, um das gestiegene Förderantragsvolumen zu bewältigen.

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Die sächlichen Verwaltungskosten sind mit 65 T€ um 11 T€ unter der Vorjahressumme geblieben. Hintergrund dafür ist die Verschiebung einer größeren Drucker-Investition in das Jahr 2013. Die Personal- und Verwaltungskosten insgesamt betrugen 563 T€. Sie waren damit um 57 T€ höher als im Vorjahr. Die Geschäftsstelle der Stiftung ist gehalten, die Personal- und Verwaltungskosten aus den Zinserträgen des Stiftungsvermögens zu fi nanzieren. Wir freuen uns, um 270 T€ unterhalb dieser Schwelle geblieben zu sein. Die Ausgaben für Stiftungszwecke betrugen im Jahr 2012 insgesamt 4.266 T€ gegenüber 2.838 T€. Das ist eine Steigerung um etwa 50 %. Die zusätzlichen Fördermöglichkeiten, die sich uns durch die seit dem Landeshaushalt 2011 höhere Landeszuweisung eröffneten, schöpfen wir nunmehr vollständig aus. Von der Gesamtsumme zur Realisierung des Stiftungszweckes entfi elen 4.153 T€ auf die Projektförderung (im Vorjahr 2.686 T€). Die BnE-Agentur haben wir im Jahr 2012 mit 25 T€ mitfi nanziert. Der Budget ansatz des Wirtschaftsplans 2012 sah hier ein Ausgabevolumen von 60 T€ vor. Da die Agentur aber erst mit dem vierten Quartal ihre Arbeit aufgenommen hat, war der Finanzierungsbeitrag der Stiftung entsprechend niedriger. Auf sonstige Eigenprojekte entfi elen 11 T€, nach 18 T€ im Vorjahr. Für Öffentlichkeitsarbeit haben wir 76 T€ ausgegeben, nach 51 T€ im Vorjahr. Diese Steigerung ist vor allem auf den größeren Umfang unseres Jahresberichts und die Ausweitung des Umfangs unseres Rundbriefes von 8 auf 12 Seiten zurück zu führen. Dem Stiftungskapital haben wir zum Ausgleich von Infl ationsverlusten der Vorjahre 280 T€ zugefügt (Vorjahr 499 T€). Im Wirtschaftsplan waren 300 T€ vorgesehen, diese Summe konnten wir aber aus steuerrechtlichen Gründen nicht in voller Höhe dem Stiftungskapital zufügen. Es verbleibt ein Haushaltsrest von 7.876 T€, der für die künftige Realisierung des Stiftungszweckes zur Verfügung steht.


4265 487 65 6 4

5535 883 100 53 0

Einnahmen 2012

Ausgaben 2012

 84,9 %  12,8 %  1,5 %  < 1 %  0 %  0 %

 88,3 %  10,1 %  1,3 %  < 1 %  < 1 %

Zuweisungen aus Landeshaushalt Zinserträge Tilgung Förderdarlehen Bewilligungslöschungen Erstattung Mitarbeit Eine-Welt-Strategie Sonstige Erträge und Erstattungen

Einnahmen 2012

Ausgaben für Stiftungszwecke Personalausgaben Sächliche Verwaltungsausgaben Investitionen Ausgaben für Stiftungsorgane

in T€

in %

2011

Veränderung

833

12,8

775

+59

5.535

84,9

5.112

+422

53

0,8

55

-2

100

1,5

0

+100

Erstattung Mitarbeit Eine-Welt-Strategie

0

0,0

44

-44

Sonstige Erträge und Erstattungen

0

0,0

0

0

6.522

100

5.986

+535

Projektförderung BnE-Agentur

Zinserträge Zuweisungen aus dem Landeshaushalt Bewilligungslöschungen Tilgung Förderdarlehen

Summe Einnahmen Aufl ösung Rücklagen

0

292

-292

Haushaltsrest Vorjahr

6.463

4.081

+2.383

Summe Auflösung Rücklagen und Haushaltsrest Vorjahr Gesamteinnahmen

Ausgaben 2012

in T€

in %

2011

Veränderung

487

10,1

403

+84

65

1,3

76

-11

Investitionen

6

0,1

23

-17

Ausgaben für Stiftungsorgane

4

0,1

4

0

563

11,7

507

+57

4.153

86,0

2.686

+1.467

25

0,5

40

-15

Mitarbeit Eine-Welt-Strategie

0

0,0

44

-44

Sonstige Eigenprojekte

11

0,2

18

-7

Öffentlichkeitsarbeit

76

1,6

51

+25

88,3

2.838

+1.427

Personalausgaben Sächliche Verwaltungsausgaben

Summe Personal- und Verwaltungskosten

6.463

4.373

+2.091

Summe Ausgaben für Stiftungszwecke

4.266

12.985

10.359

+2.626

Gesamtausgaben

4.829

3.345

+1.484

280

499

-219

0

51

-51

7.876

6.463

+1.413

Zuführung zum Stiftungskapital Zuführung Rücklagen Haushaltsrest

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Titel Kunde

Naturparke in Deutschland Verband Deutscher Naturparke e. V. (VDN)

Format DIN A 4 Umfang 52 Seiten

Gesamterstellung Produktion


Naturparke Deutschland

Naturparke in Deutschland Starke Partner für biologische Vielfalt

„In jedem Geschöpf der Natur lebt das Wunderbare.“ Aristoteles


16_ N AT U R PA R K E I N D E U TS C H L A N D

Heimlichtuer mit Pinselohren

Luchse im Naturpark Bayerischer Wald

Tendenz positiv

Fledermäuse in den Naturparken Barnim und Märkische Schweiz Derzeit sind in Deutschland 24 Fledermausarten nachgewiesen. 15 davon leben im Naturpark Barnim in Brandenburg; die meisten davon werden als gefährdet eingestuft. In langjähriger Erfassungsarbeit wurde festgestellt, dass der langfristige Erhalt der Populationen im Naturpark an vielen Stellen nicht gesichert ist. Zu den Ursachen gehört der geringe Anteil an Alt- und Totholz in den Wirtschaftswäldern ebenso wie die Sanierung der Altbausubstanz im ländlichen Raum. Zur Überwinterung sowie zur Aufzucht ihrer Jungen benötigen Fledermäuse daher Ausweichquartiere, die in Form ungenutzter Bunker und Keller zahlreich im Naturpark zu finden sind. Der Förderverein Naturpark Barnim führt in Zusammenarbeit mit der Naturparkverwaltung und der Naturwacht Brandenburg sowie dem polnischen Drawienski Nationalpark in einem von der EU geförderten Projekt Maßnahmen zur Sicherung und zum fledermausgerechten Umbau von 22 Objekten durch. Aktuelle Untersuchungen belegen, dass sich dadurch die Fledermauspopulationen im Naturpark positiv entwickelt haben. Das Internationale Fledermausmuseum Julianenhof im Naturpark Märkische Schweiz informiert Besucher nicht nur umfassend über die Fledermäuse Brandenburgs, sondern beherbergt auf seinem Dachboden auch ein Wochenstubenquartier der Großen Bartfledermaus. Der Einbau zusätzlicher Spalträume trug mit dazu bei, dass sich dort im Sommer 2009 rund 550 Tiere aufhielten und der Dachboden des Julianenhofes damit auf dem besten Weg ist, zur größten Wochenstube der Großen Bartfledermaus in Brandenburg zu werden. www.np-barnim.de www.mugv.brandenburg.de

Der Bayerische Wald bildet gemeinsam mit dem tschechischen Böhmerwald und dem österreichischen Mühlviertel eine in Europa einmalige großflächige Kultur- und Naturlandschaft. Wegen der Vielzahl seltener Arten wie Luchs, Fischotter, Flussperlmuschel oder Wachtelkönig nimmt der Naturpark Bayerischer Wald beim Thema Artenschutz eine besondere Stellung ein. Zu den spektakulärsten Arten in der Region zählt sicher der Luchs, auch wenn bislang kaum jemand die verborgen lebende Großkatze in freier Wildbahn gesehen haben dürfte. Der Luchsbestand im bayerisch-böhmischen Grenzgebirge wird aktuell auf etwa 40 Tiere geschätzt; auf bayerischer Seite dürften sich maximal zehn Tiere aufhalten. Zwischen Dezember 2000 und Januar 2004 wurde im Naturparkgebiet die Lebensweise von vier Luchsen mit Hilfe der Telemetrie detailliert dokumentiert. Seither weiß man, dass der Bayerische Wald als Lebensraum für Luchse durchaus geeignet ist, wenngleich die Reviergröße von bis zu 400 Quadratkilometern pro Tier die Zahl der Luchse im Bayerischen Wald begrenzen wird. Voraussetzung für eine stabile Luchspopulation ist aber – genauso wie beim Wolf oder anderen größeren Raubtieren – in erster Linie die Akzeptanz durch den Menschen. Die Naturschützer im Bayerischen Wald bemühen sich daher in den letzten Jahren verstärkt um öffentliche Aufklärung und Informationsarbeit, damit das Miteinander von Mensch und Luchs hier langfristig eine Chance hat. www.naturpark-bayer-wald.de


b I oTo P S C H U T Z _ 17

Juwelen unter Druck Biotopschutz als zentrale Aufgabe der Naturparke Der Anteil der Schutzgebiete (LSG, NSG, FFH-Gebiete In Deutschland sind vor allem die seltenen nährstoffarmen Biotoptypen gefährdet, die am wenigsten der menschlichen etc.) innerhalb der teilnehmenden Naturparke ist in der Regel doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt; in Nutzung unterliegen. Dazu gehören oligotrophe Gewässer, 15 Prozent der Naturparke ist zudem eine Vergrößerung Dünen, Heiden, Magerrasen oder Hochmoore. In den seit der Naturschutzgebietsflächen geplant. langer Zeit von Menschen beeinflussten Kulturlandschaften haben viele Arten eine Nische gefunden, aber auch im Zum Schutz der Kulturlandschaft führen rund 70 Prozent offenen Grünland oder in Waldgebieten wird der Nutder befragten Naturparke regelmäßig Pflege- und Renatuzungsdruck zunehmend spürbar. In der Anteil deutschlandweit Bundesrepublik Anteile deutschlandweit in % Anteile in den Naturparken in % Landschaftsschutzgebiete 29,9 (LSG) 59,5 rierungsmaßnahmen durch. Knapp drei Viertel betreiben gelten rund 72 Prozent aller Biotoptypen mindestens als Naturschutzgebiete (NSG) 3,3 7,2 FFH-Gebiete 9,3 eine entsprechende 15,72 Öffentlichkeitsarbeit, um schützensgefährdet. EU-Vogelschutzgebiete 9,4 20,57 Feuchtgebiete internat. Bedeutung 2,3 6,11 werte 0,55 Naturräume vor potenzieller Überlastung durch Naturwaldreservate 0,088 ungeregelte Nutzung zu bewahren. Wildlebende Tiere und Pflanzen lassen sich am besten in ihrer natürlichen Umgebung erhalten. Dafür sind in einer Anteile deutschlandweit intensiv genutzten Landschaft ausreichend große und durchschnittlicher Anteil in den teilnehmenden Naturparken miteinander vernetzte Schutzgebiete ohne Alternative. Das Landschaftsschutzgebiete (LSG) europaweite Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 weist hier Naturschutzgebiete (NSG) den richtigen Weg, allerdings hapert es bei uns wie überall in Europa mancherorts noch an der Umsetzung. FFH-Gebiete Spätestens in ihrem Petersberger Programm haben die Naturparke diese zentrale Herausforderung angenommen. Die historisch gewachsene Arten- und Biotopvielfalt in den Naturparken gilt es – gerade vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Klimawandels – zu erhalten und sogar auszubauen.

EU-Vogelschutzgebiete Feuchtgebiete internat. Naturwaldreservate 0

10

20

30

40

Vergleich der durchschnittlichen Schutzgebietsanteile in den teilnehmenden Naturparken und deutschlandweit

50

60 %


34_ N AT U R PA R K E I N D E U TS C H L A N D

Vielfalt vor Ort Regionale Produkte als Botschafter des Naturschutzes Naturparke sind häufig Kulturlandschaften mit einer Jahrhunderte alten Tradition extensiver menschlicher Nutzung. Daraus hat sich eine spezifische Qualität entwickelt, sind artenreiche Lebensräume und Biotope entstanden, die sich ohne schonende menschliche Eingriffe nicht entwickelt hätten. Insofern stehen Naturparke wie keine andere Großschutzgebietskategorie für das harmonische Miteinander86,36 13,64 3,03 von Mensch und Natur. 39,39 31,82 33,33 37,88 37,88 42,42 16,67 28,79 10,61 24,24 18,18

Die Vermarktung hochwertiger landwirtschaftlicher Produkte aus der Region fördert nicht nur die Wertschöpfung vor Ort, sondern hat vielerorts zur Folge, dass prägende Landschaftsformen – etwa der vielfältige Wechsel von Wald und landwirtschaftlich genutztem Offenland in zahlreichen Naturparken – sowie die dort lebenden Arten erhalten bleiben. Darüber hinaus sorgt der Einsatz regionaler Produkte für eine Identifikation der Produzenten und Konsumenten mit ihrer Region, trägt zur Verbreitung des Naturschutzgedankens bei und unterstützt den Klimaschutz durch kurze Transportwege. Die Einführung regionaler Marken sowie die Kooperation mit ausgesuchten gastronomischen Partnern erhöhen die Attraktivität regionaler Produkte gerade für Anhänger eines nachhaltigen Tourismus. Gäste sind oft erstaunt darüber, wie gut die „Heimat schmeckt“ und welche Vielfalt etwa an alten Obstsorten es bei uns noch gibt.

Gut 70 Prozent der befragten Naturparke unterstützen eine umweltgerechte Landbewirtschaftung oder den Ökolandbau, z. B. über die Entwicklung und Vermarktung regionaler Produkte, durch Vertragsnaturschutzmaßnahmen oder die Beratung einzelner Betriebe. Weitere Aktionen zur Vermarktung regionaler Produkte wie etwa spezielle2Kampagnen, die Einführung regionaler Marken oder die Entwicklung regionaler Speisekarten in enger Abstimmung mit der Gastronomie vor Ort führen über 80 Prozent der Naturparke regelmäßig durch. keine Maßnahmen durchgeführt Maßnahmen durchgeführt Auflagen zur Verwendung in der Gastronomie Unterstützung Werbe- und Vermarktungsaktivitäten Andere Initiativen Unterstützung Naturpark-Partnerschaften Schaffung eines Gütesiegels Veranstaltung von Bauernmärkten o. ä. Erstellung Übersicht Direktvermarkter Unterstützung Kooperation Forstwirtschaft-Handwerk Nutzung regionaler Produkte für eigenen Bedarf Förderung extensiver Pflegemaßnahmen Werbung für Verwendung regionaler Rohstoffe Sonstiges 0

15 30 45 60 75 90 %

Maßnahmen zur Produktion und Vermarktung regionaler Produkte in den teilnehmenden Naturparken (Mehrfachnennungen möglich)


R Eg I o N A L E P R o D U K T E _ 35

Geflammter Kardinal und Krügers Dickstiel

Alte Obstsorten im Wendland Der Naturpark Elbhöhen-Wendland liegt zwischen der Lüneburger Heide und der Elbtalaue und ist von Kontrasten geprägt: Still- und Fließgewässer gibt es hier ebenso wie urtümliche Waldgebiete, Wiesen und Heidelandschaften. In der landwirtschaftlich geprägten Region Lüchow-Dannenberg findet sich eine überraschende Vielfalt alter Obstsorten.

Landschaft schmeckt!

Der „Naturparkteller“ im Schwäbisch-Fränkischen Wald Der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald vereint naturnahe Mischwälder, malerische Weinberge, Grotten und Schluchten mit bezaubernden Wasserfällen zu einem abwechslungsreichen und harmonischen Gesamtbild. Im Lauf der Zeit ließen die traditionellen Nutzungsformen eine große Vielfalt an teils seltenen Lebensräumen entstehen. Herausragende Beispiele sind die typischen Streuobstwiesen als Heimat für viele Schmetterlingsarten, holzbewohnende Käfer, Fledermäuse oder den Grünspecht. Traditionell nehmen Konzepte zur Vermarktung regionaler Produkte in der Naturparkarbeit einen hohen Stellenwert ein. So werden die bäuerlichen Direktvermarkter als wichtigste Partner für die Pflege und den Erhalt der Kulturlandschaft unterstützt. Seit mittlerweile elf Jahren steht der „Naturparkteller“ – ein Gericht aus regionalen Zutaten inklusive eines Viertele Weines – für die Qualität der bäuerlichen Erzeugnisse im Naturpark. Dabei werden Genuss, Landschaftsschutz und Regionalentwicklung erfolgreich miteinander vernetzt. Eine Broschüre informiert über die teilnehmenden Gastronomen und zeigt, dass Erzeugung und Konsum heimischer Produkte, lokale Wirtschaft, Schönheit der Landschaft, regionale Identität und Schutz der Natur in enger Verbindung stehen. www.naturpark-sfw.de

Der Landschaftspflegeverband Wendland-Elbetal e. V. hat sich zusammen mit dem Naturpark zum Ziel gesetzt, alte Obstsorten wie den Prinzenapfel, die Rote Sternrenette, den Gravensteiner, die Harberts Renette und den Purpurroten Cousinot zu erhalten und neu zu kultivieren, um so die Sortenvielfalt für die Zukunft zu bewahren. Darüber hinaus dienen die Obstbestände als Lebensraum für viele, teilweise gefährdete Tier- und Pflanzenarten wie Wendehals, Kleinspecht, Aurorafalter, Körner-Steinbrech und Tausendgüldenkraut. Die Route der alten Obstsorten durch das Wendland verbindet auf 200 Kilometern Länge Streuobstwiesen, Alleen, sehenswerte Privatgärten, Schul- und Pfarrgärten und bemerkenswerte Einzelbäume. Die Route ist Teil des länderübergreifenden Projekts „Straße der alten Obstsorten“ und schließt direkt an die Routender Nachbarregionen an. www.elbtalaue-wendland.de www.route-der-alten-obstsorten-im-wendland.de


Referenzen

Bayer AG, Leverkusen Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung DGB Bildungswerk leuchtpol e. V. LINDA AG Marketingverein Deutscher Apotheker (MVDA e.V.) Konrad Adenauer Stiftung NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V. Verband Deutscher Naturparke e. V./VDN Senatsauschuss für Kunst und Kultur der WWU SUE – Stiftung für Umwelt und Entwicklung NRW TÜV Rheinland


Kontakt

art_work_buero® Robère Scholz Eintrachtstraße 99 50668 Köln

Telefon +49(0) 221-92 30 820 Telefax +49(0) 221-99 76 22 56

E-Mail r.scholz@art-work-buero.de


... und noch einen schรถnen Tag!

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