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DIE FESTIVAL ZEITUNG Tech is a being - the anti - matrix, interview: von innen nach außen, Interview Mit Jury Mitglied Katja Prussas, Koproduktion: Handlungseintopf: Eine femininistische auseinandersetzung in zehn akten, Die Arena-Kooperation mit v- das studentenmagazin

Issue No.

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Tech is a being – The Anti-Matrix

© Tobiasz Papuczys

Humans using technology – this is our reality. Technology using humans – the dystopian future we’ve seen displayed in various sci-fi movies. But then there’s the Cloud Theater from Poland and they seem to bring a rather different perspective to the table. Tuesday night, the night before Cloud Theater’s Tech is a being opened the 28th ARENA of the young Arts Festival – also the night of their arrival in Erlangen – I was lucky to talk with them about their work and their concept of technology. Usually, our electric devices run in the background and the only emotional outburst we have towards them is the anger when something doesn’t work the way it’s supposed to or maybe the relieve when it finally does. Cloud Theater on the other hand celebrates these errors and

glitches. They stopped expecting technology to work machinelike and let it come to life to see what it can teach us. So, how does that look like? Here, no one is USING technology, there’s not going to be a spectacular firework of special effects (or so I was told – at least not past the first seven minutes). Cloud Theater understands the lighting and the sound and the projection as a partner with which they can have a dance. And as the human performers are live on stage as is the technical support in a way “live”; meaning, nothing is pre-set, there is no song that fades in

at minute x and cuts y seconds later. Every projection we see is live-drawn, every video live-filmed. Everything and everyone can both lead and follow and gets the space that is needed to live. With this concept Tech is a being manages to focus not on what separates humans and technology or how one replaces the other; they much rather show how we coexist with and learn from another and how we fuse together to become hybrid-beings. Von Thomas Kraft Thursday, 07.06/ 18:00 Uhr / Experimentiertheater Cloud Theater - Tech is a Being

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ihr Studium in Erlangen verbringen, werden hier jedes Jahr neue Leute zusammengewürfelt, die ein Festival von Null auf die Beine stellen. Wie das funktioniert ist etwas ganz Besonderes und „es ist einfach total schön, wie man sich gegenseitig begeistert und inspiriert während dieser Zeit.“

Von Innen nach Außen Teammitgliederinnen im Interview Ein Satz, der alles auf den Punkt bringt: „Das

Arena kann immer noch mehr Helfer brauchen. Das ganze Team arbeitet ehrenamtlich, aber Helfer bekommen für ihre Mithilfe Essen, an den Tagen, an denen sie mithelfen, kostenlosen Eintritt für nicht ausverkaufte Performances, ein Helfershirt und bei viel Mithilfe sogar ECTS-Punkte. Selbst wenn das dieses Jahr für Dich nicht mehr klappt – nächste Jahr dann garantiert zum 29. Mal, wieder unter neuem Motto. [helfer.arena-festival.org]

Arena Festival für mich, ist sehr besonders.“ Er stammt von Valentina „Lexi“ Eimer. Sie ist seit zwei Jahren Mitglied des Arena-Teams, studiert Theater- und Medienwissenschaften mit Pädagogik und ist auch sonst viel mit Theater beschäftigt. Lexi erzählt mir von den Entwicklungen, die Arena durchmacht. Sie ist „Vorstand und Management“ – aber hauptsächlich Finanzierung. Stolz erzählt sie mir von der ersten großen Reform: „Also, dieses Jahr wollen wir das erste Mal den Künstlern Geld dafür geben, dass sie hier für uns arbeiten. Was ja absolut selbstverständlich sein sollte. Es ist ja ihr Beruf und es wäre eine Unterstützung des ausbeuterischen Kunstbetriebs, wenn wir das weiterhin ehrenamtlich abverlangen würden und deswegen bin ich sehr froh, dass wir das im Rahmen dieser Umstrukturierung jetzt machen können.“ Lexi wird man diese Woche vorzugsweise im Festivalzentrum antreffen, aber sie hat sich fest vorgenommen, trotzdem jeden Tag eine Aufführung zu sehen. Ihr Geheimtipp sind die Workshops. „Die sind viel zu wenig besucht, aber eigentlich voll geil. Also da sollte man auf jeden Fall hin.“ Hier erwähnt sie hinsichtlich des Rahmenprogramms noch eine Premiere: „Es gibt noch eine Schnitzeljagd am Sonntag wo man Areno suchen kann. Unser neues Maskottchen.“ [Finding Areno: Sonntag, 10. Juni ab 13Uhr]

Von Margret Gareis

Valentina Eimer

Neu bei Arena ist auch Laura. Sie ist seit Oktober 2017 dabei. Im Oktober beginnen nämlich die Vorbereitungen für das Festival im nächsten Jahr – immer mit neuen Team. Durch die oft nur kurze Zeit, die die Teammitglieder für

Laura Wiggers

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Laura Wiggers studiert ebenfalls Theater- und Medienwissenschaft zusammen mit Kulturgeographie. Mit ihr unterhalte ich mich auf meiner blauen Couch. Bei Keksen und kühler Bitter Lemon erzählt sie mir von ihren Aufgaben und dem großen Ziel des Festivals. Es geht darum, „dass man einen künstlerischen Austausch ermöglicht, zwischen verschiedenen Künstlergruppen aus verschiedenen Ländern, aber auch zwischen Künstlergruppen, Studenten und kulturbegeisterten Menschen“. Laura ist Helferkoordinatorin. Das heißt, sie sorgt dafür, dass genug Hilfe von außen da ankommt, wo sie gebraucht wird. „Es gibt wahnsinnig viele Bereiche, wo man mithelfen kann, und meine Aufgabe ist es quasi, das zu koordinieren.“


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E V NT R I Interview mit Katja Prussas

Welche Erwartungen haben Sie an das diesjährige Arena-Festival?

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Das Motto des Festivals „404- NOT FOUND“ ermöglicht spannende, künstlerische Zugänge und Ideenentwicklungen, die mich neugierig machen. Arena ist zudem eine innovative, internationale Plattform für DANCE, THEATRE AND PERFORMANCE, ein Ort für Kontroversen und auch ein produktives Labor. Daher wäre es schön, wenn die Spiel- und Denkräume das Probieren und das künstlerische Suchen herausfordern. Worauf freuen Sie sich dieses Jahr besonders? Auf die jungen Künstler*innen und ihre Arbeit.

Sie gehören bereits zum zweiten Mal zur Jury. Wie kommen Ihnen Ihre Erfahrungen vom letzten Mal zugute? Die Anfrage der künstlerischen Leitung hat mich sehr überrascht und gefreut. Nach kurzer Terminprüfung habe ich gerne zugesagt, da mir die Arbeit in der Jury 2009 – wir waren sehr diskussionsfreudig und eine sehr humorvolle Gruppe aus Wissenschaft und Kunst – gute Impulse gegeben hat. Ebenso blieben mir die Arbeiten und Künstler*innen im Gedächtnis sowie die klugen und engagierten Arena Mitarbeiter*innen. Auch die Orte in Erlangen – z.B. mussten wir in einen Pool steigen, um ein Hörspiel unter Wasser zu erleben – waren spektakulär. Man lernt die Stadt aus einer anderen Perspektive kennen, die sehr bereichernd ist. Da Theaterkunst immer flüchtig ist und auch immer neu, denke ich nicht über Erfahrungswerte nach, denn diese begleiten mich sowohl als Zuschauerin als auch Jurorin. Nach welchen Kriterien bewerten Sie als Jury-Mitglied?

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Wir werden gemeinsam am ersten Tag des Festivals, bevor es losgeht, uns erstmalig treffen und darüber diskutieren, nach welchen Kriterien wir die zur Wahl stehenden Produktionen analysieren und bewerten werden. Daher möchte ich en Detail ohne meine Jurykollegen*innen vorab nichts erzählen. Wie schwer fällt die Entscheidung, wer den Jury-Preis bekommt? Sicherlich wird es ein spannendes und verantwortungsbewusstes Ringen aller Jurymitglieder um die diesjährigen Jury-Preisträger*innen, denn wir wissen um den Auftrag. Und zudem bürgt das ArenaFestival seit jeher für hervorragende künstlerische Expertise. Lassen wir uns also wieder von der Kunst und allen Künstlern*innen überraschen! Ich wünsche dem gesamten Arena-Team ein rauschendes, fulminantes Festival 2018 und zahlreiche Besucher*innen! Von Hannah Friedrich

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Handlungseintopf: Eine femininistische Auseinandersetzung in zehn akten Der Titel des Workshops: Das Spaßmotiv. Klingt schon mal entspannend. Als das erste Kopro Treffen war, habe ich mich trotzdem ein bisschen unsicher gefühlt. Was wird von mir erwartet? Darf ich wirklich nur Spaß haben, oder muss dieser Spaß auch besonders künstlerisch wertvoll sein? Je mehr Proben wir hatten, desto klarer wurde mir: Es geht hier wirklich um Spaß. Wir erforschten zusammen mit Saskia (und am Anfang noch mit Ivo) verschiedenste Techniken. Meistens warf Saskia uns in eine Situation und wir guckten dann zusammen, was daraus so entstand. Tatsächlich ging das einfacher als gedacht, indem man nicht krampfhaft denkt „Okay das muss jetzt voll kreativ werden“, sondern nach Herzenslust etwas gestaltet. In einer Probe haben wir beispielsweise verschiedene Objekte mitgebracht und

im Raum verteilt. Die Aufgabe war, eine Stunde lang sich mit diesen Objekten ausgiebig und neugierig zu beschäftigen. Ich saß dann sehr lange an den Fingermalfarben und habe meine Beine vollgemalt. Einfach weil es Spaß gemacht hat. An einer der letzten Probenwochenenden sollte jeder eine fünf-minütige Performance vorbereiten. Die Schlagwörter dafür waren „Frau-sein“ und „Erwartungshaltung“. Daraus entstanden teils sehr witzige, teils auch sehr persönliche Präsentationen. Überrascht war ich auch, wie schnell wir als Gruppe funktionierten. Die Proben und die Zeit zusammen waren eine perfekte Mischung aus Albernheit und Produktivität. Aus diesen verschiedensten Tasks sind dann einzelne Puzzlestücke entstanden, die uns besonders gefielen. Und dann saßen wir da am Ende auf dem Boden und

überlegten: Wie kann man daraus eine Performance zusammenbasteln? Was die besten Puzzlestücke waren, könnt ihr am Donnerstag herausfinden! Von Amrei Wesinger Donnerstag, 7.6. / 17:00 Uhr und 19:00 Uhr / Omega KoPro mit SÄCHSISCHE SCHWEIZ kollektiv Workshop Präsentation: „Das Spaßmotiv“

Die Arena-Kooperation mit v- das studentenmagazin Zum ersten Mal in der Geschichte des Arena Festivals findet eine Kooperation mit dem Studentenmagazin V statt. Vor ziemlich genau drei Jahren, zum Sommersemester 2015, erschien die erste Ausgabe der Zeitschrift. Den Grundstein dafür legten Carla Ober und Sabrina Ahmed, welche bei der Erstsemesterbegrüßung erfahren haben, dass es unserer Uni an einem solchen Medium fehlt. Dies haben sie mit ihrem Engagement geändert, seitdem sind insgesamt sieben Ausgaben erschienen, das Team hat sich vergrößert und zusätzlich zur Printausgabe werden auf dem Blog (Anklicken lohnt sich: www.v-magazin.studierende.fau.de) wöchentlich Artikel veröffentlicht. In den kommenden Tagen findet ihr dort viele Beiträge zu Arena. Dort findet ihr bereits im Zäddala erschienene Interviews, Hintergrundinfos und Rezensionen zu Aufführung und Performances aller Art. Zusätzlich dazu wird die Arenafestivalzeitung auch komplett in digitaler Form auf dem Blog erscheinen. Die V-Onlineredaktion wünscht euch allen ein aufregendes Festival und freut sich darüber, euch mit spannenden Artikeln versorgen zu dürfen. Von Christoph Forster

IMPRESSUM: Redaktion: Louisa Behr, Christoph Forster, Hannah Friedrich, Margret Gareis, Lukas Geisler, Joana Hammerer, Eric Hartmann, Anique Hoffmann, Thomas Kraft, Carolin Kunkel, Felix Reiter, Amrei Wesinger; Chef-Redakteurin: Gesine Allmann; Layout: Julia Auf der Maur; Gestaltung: Idoya Carbayo-Abrell, Julia Auf der Maur, Nicolas Riedl; Bilder: Dennis Hessek David Krohne; Auflage: 80; On-

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line-Ausgabe: v-magazin.studierende.fau.de Kontakt: Arena…Of the young Arts, Turnstraße 7, 91054- Erlangen. Telefon: +49 (0)9131 852 39 22/ E-Mail: presse@arena-festival.org