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Ausgabe 19┃02/2013

Wasser in Fluss

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Winter-Wasser-Welt

ÖWR-Sicherheitstage

Weltflusstag

Wasser fasziniert nicht nur in der warmen Jahreszeit, auch wenn es friert und schneit, blubbert, plätschert und fließt es unermüdlich – oft unter einer Eisschicht – und zaubert wunderschöne Winterlandschaften. Mehr zu den Winterprojekten im Lebensraum Wasser auf den Seiten 14 und 15.

Wasser kann Spaß machen, aber besonders für Kinder kann es gleichzeitig auch zur Gefahr werden. Rutschige Uferböschungen und Steine, Untiefen, gefährliche Strömungen – beim Spielen übersieht man oft diese Zeichen. Was die Kinder gelernt haben, lesen Sie ab Seite 4.

Der Weltflusstag ist eine Hommage an unsere Flüsse und wurde 2005 von der UNO zum Symbol für die Dekade Water For Life erklärt. Ende September feierten Lebensraum Wasser mit der Marktgemeinde Ferlach und der VS Ferlach diesen Tag am Loiblbach. Seiten 6 und 7.


10 Jahre, 124 Projekte ... Projektpartner seit 2013

Wer von uns kennt sie nicht – die Faszination Wasser. Egal, ob man am Ufer sitzt und die Ruhe des Wassers auf sich wirken lässt, ob man darin eintaucht zum Sporteln oder Abkühlen, oder ob man einfach nur das blubbernde Nass zum Plantschen oder Spielen nutzt. Kein Element ist facettenreicher als unser Wasser in Kärnten. Lebensraum Wasser hat in den letzten 10 Jahren gezeigt, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, fast immer ohne großen Aufwand in Abstimmung mit der Natur und den Menschen errichtet, oder einfach die natürlichen Vorgaben in Szene gesetzt. Leise, und ohne großes Trara haben sich insgesamt 124 der schönsten Wasserprojekte unter der Dachmarke Lebensraum Wasser auf Initiative der Wasserwirtschaft des Landes Kärnten zusammengefunden. Jährlich zählen diese Projekte an Kärntens Flüssen und Bächen über 350.000 Besucherinnen und Besucher. Egal, ob kleine Wasserrastplätze oder große Schluchten, im Lebensraum Wasser findet jeder seinen persönlichen Lieblingsplatz.

Saisonbeginn in der Bienenwelt Bründl

Lebensraum Wasser startet ins Jubiläumsjahr mit einem Bienentag. Gemeinsam mit dem Bienenzuchtverein Petzenland-Peča lud Lebensraum Wasser zu einem spannenden Blick hinter die Kulissen der fleißigen Honigproduzentinnen in die Bienenwelt Bründl in Bleiburg. Wie geht es in einem Bienenstock zu? Wie findet man eine Königin inmitten Ihres Bienen-

Die Auszeichnung der Schaumühle Gemmersdorf als 122. Lebensraum-Wasser-Projekt wurde im Rahmen des Sterzfestes mit über 500 Besuchern so richtig gefeiert.

volkes? Wie ernst ist die Situation rund um die Carnica-Biene wirklich? Wie wichtig ist Wasser für das Überleben der Bienen? Das und viele anderen Fragen beantworteten Obmann Erich Rudolf und seine Kollegen beim Tag des offenen Bienenstocks in Bleiburg. Den Rückblick gibt es unter www. lebensraumwasser.at/bienenfest

Neu 2013 Lebensbaumpfad in St. Georgen i. L.

Vor den Sommerferien ist Lebensraum Wasser sprichwörtlich in die Welt der Kelten abgetaucht. Ausgezeichnet wurde der Lebensbaumpfad in St. Georgen im Lavanttal, der mit 22 Lebensbäumen fasziniert, die schon von den Kelten verehrt wurden. Für sie waren Bäume von Göttern und Geistern beseelt, daher ordneten sie jeder Gattung verschiedene Eigenschaften, Kräfte und medizinische Wirkungen zu. Wenn Sie Ihren persönlichen Lebensbaum finden möchten, kommen Sie doch einmal nach St. Georgen im Lavanttal.

Bienenzuchtwart Adalbert Britzmann führt mit viel Feingefühl und immer zum Wohl der Honigsammler durch den Lehrpfad.

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Neu 2013 ausgezeichnete Schaumühle Gemmersdorf Beim Sterzfest Anfang September erhielt die Schaumühle Gemmersdorf vom Land Kärnten das LebensraumWasser-Zeichen verliehen. Lange Zeit war es ja still geworden um die verfallenen Mühlen am Gemmersdorfer Bach, doch 1997 legte die ORE Gemmersdorf den Grundstein für den liebevollen, detailgetreuen Bau der Schaumühle mit Originalteilen. Heute ist sie ein Schmuckstück und voll funktionsfähig. Gertrude Oswald, die Obfrau der ORE Gemmersdorf freut sich, wenn Sie zum Schaumahlen vorbekommen, bitte vorher einen Termin vereinbaren unter 0664 106 2027.

Neu 2013 zwei neue VERBUND-Projekte

Von Beginn an begleitet und unterstützt VERBUND die Initiative Lebensraum Wasser und hat in den letzten Jahren insgesamt acht Wasserprojekte im Umfeld seiner Lauf- oder Speicherkraftwerke in Kärnten geschaffen, die heute viele Besucher anziehen. Dazu zählt die Kölnbreinsperre ebenso wie das einzigartige Biotop in Wernberg oder Europas größtes Landartprojekt – die Zikkurat in Ludmannsdorf. Anfang Oktober eröffnete VERBUND gemeinsam mit den Gemeinden Mühldorf und Reißeck und 170 Gästen eine neue Fischwanderhilfe beim Wehr Rottau an der Möll, die im Zuge der Errichtung des Pumpspeicherkraftwerkes Reißeck II entstanden ist. Auf einer Länge von fast 500 m verbinden insgesamt 104 Pools die Möll mit dem

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Wasser in Fluss


... Erfolgsgeschichte Lebensraum Wasser 13

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15,5 m höher liegenden Ausgleichsbecken und machen dieses imposante Bauwerk zu einer der höchsten Fischwanderhilfen Europas. Einen ausführlichen Bericht dazu finden Sie auf den Seiten 8 und 9. VERBUND-Projekte müssen aber nicht immer groß sein, das zeigt der in Zusammenarbeit mit der TU Graz geschaffene Rastplatz Feistritzer Stausee. Die neue Landzunge ist eine Oase am Drauradweg, die eine WinWin-Situation für Menschen und Tiere mit sich bringt. Sie schafft die erforderlichen Rahmenbedingungen für das Drau-Kraftwerk Feistritz-Ludmannsdorf, verbessert den Hochwasserschutz und gleichzeitig entstehen am erweiterten Uferareal neue Lebensräume. Wussten Sie, dass sich im Feistritzer Stausee über 20 verschiedene Fischarten tummeln? Oder, dass sich auch Biber hier wohl fühlen? Die Landzunge schafft neue Futter- und Laichzonen und ist gleichzeitig ein herrlicher Rast- und Anglerplatz in der wunderschönen Drauarena. Mit über 70 Gästen wurde das 124. Projekt in der Landesinitiative Lebensraum Wasser durch Wasserreferent LR Rolf Holub aufgenommen, er brachte auch gleich das LebensraumWasser-Zeichen mit. Es ist die zehnte Auszeichnung für VERBUND und die zweite Auszeichnung für die Marktgemeinde Feistritz im Rosental.

Wasserveranstaltungen schärfen das Bewusstsein

Bei den Wasserfesten in Ferlach und Gallizien stand die Ressource Wasser ganz im Mittelpunkt. Ein wichtiger

Beim Weltflusstag in Ferlach blieb bei der Flussreinigung sprichwörtlich kein Stein auf dem anderen, insgesamt sammelten die kleinen UNO-Botschafter in nur 20 Minuten 624 Stück Müll – jetzt ist der Loiblbach wieder sauber.

www.lebensraumwasser.at

An diesem herrlichen Herbsttag übergab Wasserreferent LR Rolf Holub gemeinsam mit dem zweiten Landtagspräsidenten Rudolf Schober die Lebensraum-Wasser-Auszeichnung für den Rast- und Anglerplatz Feistritzer Stausee an DI Dr. Karl Heinz Gruber, Vorstand der VERBUND Hydro Power AG, und an Sonya Feinig, Bürgermeisterin der Marktgemeinde Feistritz im Rosental.

Aspekt neben dem Feiern ist aber immer die Information, was in Kärnten mit Wasser alles möglich ist, aber auch die Gefahren werden angesprochen. Die Themen sind Wasserkraft, Wasserlebewesen, Vogelbeobachtungen am Wasser, Bootsfahrten und Sicherheit am Wasser. Höhepunkt der Wissensvermittlung, wie wichtig saubere Flüsse und Bäche in Kärnten sind, ist der Weltflusstag Ende September, den wir heuer in der Stadtgemeinde Ferlach mit der Volksschule Ferlach verbringen durften. 70 Kinder waren als UNO-Botschafter unterwegs und reinigten nach den Wasser-Lern-Stationen gemeinsam ihren Loiblbach. Mehr Infos auf den Seiten 6 und 7. Wasser bringt auch Gefahren mit sich. Gerade Kinder übersehen beim Spielen am Wasser oft die Gefahren, die davon ausgehen können. Egal ob im Sommer oder im Winter – für Lebensraum Wasser hat die Sicherheit an unseren Fließgewässern und den Projekten immer oberste Priorität.

Die Kinder der Volksschule Mühldorf haben die Fischtreppe ganz besonders in ihr Herz geschlossen, stammen doch die bunten Wandbilder von ihnen – schade, dass die Fische innen vorbeischwimmen!

Daher wurde mit der Österreichischen Wasserrettung – Partner von Lebensraum Wasser seit 2012 – ein eigenes Volksschulprogramm ausgearbeitet. 2013 wurden in ganz Kärnten sechs Sicherheitstage für Tafelklässler angeboten und insgesamt wurden 174 Kinder von der Wasserrettung geschult. Das bedeutete aber vor allem immer viel Spaß am Wasser und praktische Übungen, die die Kinder nicht so schnell vergessen werden. Mehr dazu auf den nächsten beiden Seiten und wichtige Infos zur Eisrettung auf den Seiten 18 und 19. Das Team von Lebensraum Wasser bedankt sich bei allen Wasserpartnern für die gute Zusammenarbeit und wünscht Ihnen eine schöne Weihnachtszeit. Schauen Sie doch auch im Winter im Lebensraum Wasser vorbei, es lohnt sich! Alle Fotos und Projekte unter www.lebensraumwasser.at

Wie rutschig es mit Gummistiefeln am Wasser werden kann, das lernten die Kinder bei den Sicherheitstagen am Wasser mit der Österreichischen Wasserrettung – manchmal bezahlten sie es auch mit einem nassen Hintern.

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ÖWR-Sicherheitstage am Wasser ... Die UNESCO hat das Jahr 2013 unter das Motto Wasserzusammenarbeit gestellt. Lebensraum Wasser und die Österreichischen Wasserrettung (ÖWR) haben heuer dieses Thema aufgegriffen – gemeinsam wurden Schulworkshops zum Thema „Sicherheit am und im Wasser“ für Volksschulen angeboten – insgesamt haben sechs Volksschulen einen Sicherheitstag absolviert und waren begeistert. Ausgebildete Wasserretterinnen und Wasserretter kamen in die Schulen und arbeiteten mit den Kindern theoretisch und praktisch an der Erkennung von Gefahren, die von Flüssen und Bächen, aber auch von Seen ausgehen. Damit schärft Lebensraum Wasser und ÖWR gemeinsam das Bewusstsein, dass Wasser Spaß machen, aber gleichzeitig auch eine Gefahr sein kann.

Viel gelernt

Fluss und See? Welche Gefahren gehen von Flüssen und Seen aus? Die wichtigsten Informationen, die die Kinder mit nach Hause genommen haben, waren, wie man sich selbst  und anderen in einer Gefahrensituation helfen kann. Mit den Wasserrettern starteten die Kinder auch viele Versuche an Land und im Wasser.

digkeit, spürten die Kraft des Wasser bei Rettungsübungen, und durften teilweise auch ins Gewässer einsteigen – natürlich immer mit Hilfe der Retter und durch Schwimmwesten gesichert. Dort, wo es möglich war, boten die Wasserretter Einsatzübungen und Fahrten mit den Einsatzbooten, was den Kindern am meisten Spaß machte.

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Wasserrettungs-Quiz

So erkundeten sie die Uferbeschaffenheit ihres nächstgelegenen Flusses oder Baches, testen die FließgeschwinRR

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Dabei waren die Kinder richtig gefordert, mussten viele Fragen beantworten und Beispiele einbringen: Welche Gewässer gibt es in deiner Gegend? Was gefällt euch am Wasser? Was ist der Unterschied zwischen

Die Fahrten mit den Einsatzbooten der Wasserrettung sind immer das Highlight bei den Sicherheitstagen – selbstverständlich immer mit Schwimmwesten ausgestattet.

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Ausbildungen | Überwachungen | Einsätze

Das Programm wurde mit LehrerInnen in Zusammenarbeit mit der Wasserrettung erarbeitet. Für die teilnehmenden Schulen fielen keine Kosten an, alle Materialien wurden vom Wasserrettungsteam mitgebracht oder von Lebensraum Wasser zur Verfügung gestellt. Als Lernunterlage diente ein eigenes Sicherheits-Heftchen, das für die Sicherheitstage am Wasser, das eigens für die Volksschulen entwickelt wurde.

Sicherheitstage 2014

www.kaernten.owr.at

Wasserrettung Kärnten:

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Zum Schluss gab es immer ein Quiz nach dem Motto „ob du recht hast oder nicht ...“, bei dem die Kinder kleine Preise gewinnen konnten.

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Wenn Sie mit Ihrer Schulklasse – maximal können pro Termin 25 SchülerInnen teilnehmen – Interesse an einem der Workshops für 2014 haben, melden Sie sich bitte unter 0463 419 100-11 bei Tina Tomasch, Projektkoordinatorin für Lebensraum Wasser, oder per Mail an: info@lebensraumwasser.at

Wasser in Fluss


... an Kärntner Volksschulen Folgende Volksschulen haben 2013 einen Sicherheitstag am Wasser absolviert: Volksschule Bad Eisenkappel am 7. Juni Volksschule Baldramsdorf am 20. Juni Volksschule 9 Fellach in Villach am 28. Juni Volksschule Lind ob Velden am 2. Juli Volksschule Millstatt am 25. September Volksschule Lind ob Velden am 3. Oktober

Noch ist die Ausrüstung zu groß, aber früh übt sich, wer eine gute Wasserretterin werden will.

Die Ausrüstung der Wasserretter ist für alle Sicherheitseinsätze konzipiert und besonders belastbar.

Oberstes Gebot, wenn man ins Wasser fällt: Immer auf den Rücken drehen, damit man herbeischwimmende Gefahren sofort erkennen und ihnen ausweichen kann.

Beim Wasserquiz rauchen die kleinen Köpfe.

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Erst noch zögerlich, dann aber doch mit Hilfe des Wasserretters in den Fluss getraut.

Wasserrettung erfordert immer auch Muskelkraft.

Die Wasserretter haben wirklich jede Frage beantwortet und die Kinder immer gut beschützt.

www.lebensraumwasser.at

Ein ganz besonderes Dankeschön von der Volksschule Bad Eisenkappel.

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Weltflusstag 2013 ...

So sehen Sieger aus: Die UNO-Botschafter der 4. Klasse der VS 2 Ferlach haben mit 182 Müllstücken tolle Preise gewonnen.

Am 27. September holte die Landesinitiative Lebensraum Wasser gemeinsam mit der Stadtgemeinde Ferlach den „World Rivers Day“ zum dritten Mal nach Kärnten. Das Thema Wasser stand bei den SchülerInnen der Volksschulen 2 und 3 in Ferlach am Loiblbach bei der Einmündung in die Drau im Mittelpunkt. Was vor über 30 Jahren in Kanada begann, fand nun zum dritten Mal seinen Weg ins wasserreiche Kärnten: Der World Rivers Day oder Weltflusstag, der am letzten Wochenende im September zu Ehren der Flüsse weltweit gefeiert wird und Symbol der UNO-Dekade Water for Life 2005-2015 ist. Am vergangenen Freitag lud das Land Kärnten gemeinsam mit Bgm. Ingo Appé 62 Kinder ans Ufer des Loiblbachs, wo sie allerlei Span-

nendes rund um das kühle Nass lernen und erleben konnten. Dass das richtig Spaß machen kann, zeigten die acht Wasserstationen wie Wasser.klima mit Christian Finger vom klimabündnis Kärnten, Wasser.fauna mit Gerda Berg von der Arge NATURSCHUTZ, Wasser.kraft mit Gerhard Müller von VERBUND, Wasser.experimente mit Brunnenmeister Thomas Tautscher, Wasser.farben, Wasser.quiz, Wasser. rettung mit Landesleiter Heinz Kernjak und seinem Team sowie Wasser. geschmack mit Daniel Abart von Gesundheitskissen Österreich. Zum Schluss wurde es richtig spannend: Bei der Flussreinigungsaktion durften die Kinder als „UNO-Botschafter“ ausschwärmen, um das Gelände gründlich von Unrat zu befreien. In nur 20 Minuten wurden 624 Stück Müll entsorgt, die sonst über den Winter lie-

Die Wasserexperimente von Thomas Tautscher sind auch zu Hause ganz einfach nachzubauen.

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gen geblieben wären. Die Müllsammelaktion gewannen die „Libellen“ der 4. Klasse der VS 2 in Ferlach. Sie freuten sich mit Lehrerin Ninette Durl über T-Shirts, Lesebücher und einen kleinen Beitrag für die Klassenkasse. Alle Fotos unter www.lebensraumwasser.at/weltflusstag

Bgm. Ingo Appé und Erich Obertautsch, LD der Wiener Städtischen schauten bei der „coolen“ Station der Wasserrettung vorbei.

Gerda Berg von der Arge NATURSCHUTZ bastelte mit den Kindern die Eintagsfliegenlarve aus Stein und Holz.

Wasser in Fluss


... in Ferlach

Viel Kreativität an der Station Wasser.farben.

Erschreckend, dass die Kinder so viel Müll gefunden haben.

So funktioniert die Wasserkraft im Kleinen: Gerhard Müller von VERBUND kann komplexe Themen einfach erklären.

Spannend, was alles im Wasser kreucht und fleucht.

Um mit der Wasserkraft spielen zu können, war Muskelkraft notwendig.

Wiener Städtische: Prävention & Umweltschutz Vorsorge, Schutz und Sicherheit sind die Kriterien, die die Wiener Städtische als verlässlichen Partner in allen Lebenslagen auszeichnen. Deswegen ist es für die Wiener Städtische eine Selbstverständlichkeit, das Projekt „Lebensraum Wasser“ zu unterstützen und so die einzigartigen Fluss- und Bachlandschaften Kärntens zu bewahren und auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen. Denn nur durch nachhaltigen Umweltschutz und Prävention kann gezielt in eine Zukunft investiert werden, die auch nachfolgenden Generationen Sicherheit und Lebensqualität bietet.

Sicherheit auf Schritt und Tritt mit der privaten Unfallvorsorge der Wiener Städtischen

Für eine hohe Lebensqualität sorgt nicht nur eine saubere Umwelt, sondern auch ausreichend Bewegung – am besten an der frischen Luft. Unsere Gesundheit ist unser größtes Gut und Wasser – in all seinen Facetten – ist dabei nicht nur im Sommer ein Thema. Ob Canyoning, Schifahren oder Eislaufen im Winter – es gibt viele Möglichkeiten. Aber nur eine, um im Falle des Falles bestmöglich geschützt zu sein: die private Unfallvorsorge der Wiener Städtischen.

Weitere Informationen zur Unfallvorsorge PREMIUM finden Sie unter www.wienerstaedtische.at

Die Statistik zeigt: Die meisten Unfälle passieren in der Freizeit. Oft sind es nur die kleinen Dinge, die große Auswirkungen haben: Eine kurze Unachtsamkeit, eine falsche Bewegung – das geht ganz schnell.

Erich Obertautsch, Landesdirektor der Wiener Städtischen Versicherung: „Eine intakte Umwelt gibt Sicherheit und Lebensqualität. Sicherheit in allen Lebenslagen bieten wir auch unseren KundInnen – mit maßgeschneiderten Versicherungslösungen, die optimal auf die persönlichen Bedürfnisse und Ziele abgestimmt sind.“

Schutz vor finanziellen Folgen bietet dabei die private Unfallvorsorge der Wiener Städtischen: rund um die Uhr, weltweit, auf Schritt und Tritt. Tel. 050 350-44203 www.wienerstaedtische.at

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EU-Hochwasserrichtlinie ...

Hochwasser an der Metnitz in Kärnten. Foto: Trippl 2008

Mehr als 100 Überschwemmungen haben nach Schätzungen der Europäischen Kommission zwischen 1998 und 2004 Schäden von mehr als 25 Milliarden Euro verursacht. Die Schäden allein des Juni-Hochwassers 2013 werden von Wirtschaftsforschern mit bis zu zwei Milliarden Euro angegeben, das Versicherungsgewerbe rechnet mit bis zu drei Milliarden. Da Extremereignisse auch mit aufwändigstem Hochwasserschutz nicht komplett verhindert werden können, richten sich moderne Sicherheitskonzepte auf eine möglichst große Sicherheit vor Hochwasser durch ein sinnvolles Zusammenwirken von raumplanerischen, bautechnischen und organisatorischen Maßnahmen. Man spricht in diesem Zusammenhang von integralem Hochwasserrisikomanagement. Diesem Prinzip des integralen Hochwasserrisikomanagement wurde mit

der Hochwasserrichtlinie (2007/60/ EG) auch auf EU-Ebene Rechnung getragen. Die neue Herausforderung im Rahmen dieser Richtlinie ist die flächenhafte Bewertung des Risikos. Dabei hat sich der Einsatz von Geoinformationssystemen bewährt, wobei die Risiken durch Hochwasserprozesse auf unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Skalen dargestellt und analysiert werden. Die Ergebnisse dieser Analyse bilden eine wichtige Entscheidungshilfe für eine objektive und transparente Prioritätensetzung der Maßnahmenplanung zum Hochwasserschutz und sind Grundlage für ein verbessertes Risikomanagement. Für die Umsetzung der Hochwasserrichtlinie sind folgende verpflichtende Schritte vorgesehen:

Vorläufige Bewertung des Hochwasserrisikos

Die vorläufige Bewertung des Hochwasserrisikos stellt eine erste Abschätzung des Hochwasserrisikos dar und darauf aufbauend wurden jene Gebiete identifiziert, welche ein signifikantes Hochwasserrisiko aufweisen. Für diese Gebiete werden in der Folge Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten, sowie Pläne für das Hochwasserrisikomanagement erstellt.

Erstellen von Hochwassergefahren- und -risikokarten Hochwasser im Lavanttal (Auenbach) 21. August 2005, Foto: Petutschnig

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Die Gefahrenkarten enthalten Angaben über das Ausmaß der Überflutungen (Überflutungsflächen, Wassertiefen

und Fließgeschwindigkeiten). In den Risikokarten werden potenzielle hochwasserbedingte nachteilige Auswirkungen, wie z. B. die gefährdeten Einwohner, die betroffenen Nutzungen und umweltgefährdende Betriebe angegeben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Bereichen menschliches Leben, Umwelt, Kulturerbe, wirtschaftliche Tätigkeiten und Infrastrukturen.

Pläne für Hochwasserrisikomanagement für Gebiete mit signifikantem Hochwasserrisiko

Die Hochwasserrisikomanagementpläne enthalten alle Maßnahmen zur Verringerung der Hochwasserwahrscheinlichkeit und der Folgenminderung. Sie stellen eine gemeinsame übergeordnete Strategie für alle von Hochwassergefahr betroffenen Fachbereiche wie Wasserwirtschaft, Raumordnung, Flächennutzungsplanung, Katastrophen- und Naturschutz dar. Schwerpunkte des Hochwasserrisikomanagements sind Vermeidung, Schutz und Vorsorge, Hochwasservorhersagen und Frühwarnsysteme, sowie Katastrophenschutz. Die Hochwassermanagementpläne müssen bis September 2014 erstellt werden.

Umsetzung in Kärnten

Im ersten Umsetzungsschritt wurden in Kärnten 43 Gebiete mit signifikantem Hochwasserrisiko erfasst. Für diese Gebiete werden zurzeit Gefahren- und Risikokarten erstellt. Die Grundlage dafür bieten die Gefahrenzonenpläne,

Wasser in Fluss


... und die Umsetzung in Kärnten

Hochwasser an der Lavant in Reichenfels, 3. Juli 2012, Foto: Hans Mokoru

die in Kärnten seit den 1980er Jahren erstellt werden. Für den Großteil der Kärntner Flüsse sind Gefahrenzonenpläne im KAGIS verfügbar. Diese Karten werden ab 20. Dezember 2013 veröffentlicht. Das Jahr 2014 steht im Zeichen des dritten Schrittes, der Erstellung der Hochwasserrisikomanagementpläne, dazu laufen die Erhebungen. Die Einbindung der betroffenen Stellen ist für 2014 vorgesehen. Unabhängig von der Umsetzung der Hochwasserrichtlinie ist das Land Kärnten seit 2004 bestrebt, den Schutz vor Naturgefahren über die verschiedenen Fachbereiche hinweg zu betrachten: Die Hochwasser- und Wildbachereignisse der letzten Jahre, sowie der Lawinenwinter 1999 haben uns in Kärnten gezeigt, dass der Schutz vor Naturgefahren, nicht zuletzt aufgrund der Auswirkungen durch den Klimawandel, aber vor allem durch den steigenden Lebensstandard und die größer werdenden zu schützenden Werte, zu einer zentralen Herausforderung für die Gesellschaft geworden ist. Diesem Thema widmet sich im Projekt „Naturgefahren Kärnten“ eine interdisziplinäre Expertenarbeitsgruppe aus den Abteilungen für Raumplanung,

Forstwesen, Schutzwasserwirtschaft, Geologie und Bodenschutz des Amtes der Kärntner Landesregierung sowie des Forsttechnischen Dienstes der Wildbach- und Lawinenverbauung, Sektion Kärnten und des Studienbereichs Geoinformation der Fachhochschule Kärnten. Daher werden in Kärnten neben Hochwasser auch durch Lawinen, Muren, Steinschlag und Rutschungen hervorgerufenes Risiko auf Menschenleben, Siedlungen und Infrastruktur untersucht. Dabei erfolgt eine Identifizierung, Analyse und Bewertung der potentiellen Risiken auf alle Naturgefahren ausgeweitet. Als Ergebnis steht der „Naturgefahren-Gemeindesteckbrief“ für alle Gemeinden in Kärnten zur Verfügung, wobei eine interdisziplinäre Betrachtung aller Naturgefahren innerhalb einer Gemeinde dargestellt wird. Zunächst gibt der „Naturgefahren-Gemeindesteckbrief“ einen statistischen Überblick über die Gemeinde und fasst die durch Naturgefahren exponierten Werte auf Gemeindeebene zusammen. Die Gefahrensituation wird zusätzlich noch zusammenfassend in einer Karte dargestellt. Weiters können die in Schutzgüterklassen unterteilten ex-

ponierten Werte je nach Betroffenheit dem jeweiligen Prozesstyp zugeordnet werden. Die Grundstruktur des Gemeindesteckbriefs wurde im EU-Projekt „AdaptAlp“ und „Naturgefahren Kärnten“ entwickelt und soll in einem weiteren EU Projekt „Start_it_up“ optimiert werden.

Weitere Planungen

Im nächsten Jahr sollen die Hochwasserrisikomanagementpläne für die lokalen Hochwasserrisikogebiete in enger Kooperation mit allen betroffen Fachabteilungen des Landes, aber vor allem gemeinsam mit Gemeinden, Feuerwehr, Wasserverbänden etc. entwickelt werden. Amt der Kärntner Landesregierung Abteilung 8 – Kompetenzzentrum Umwelt, Wasser und Naturschutz DI Dr. Barbara Kogelnig DI Dr. Stephan Schober DI Norbert Sereinig Flatschacher Straße 70 9020 Klagenfurt am Wörthersee Telefon: +43 050 536-18384 wasser.ktn.gv.at

Auszug aus dem „Online-Tool“ des Naturgefahren-Gemeindesteckbriefes zum Prozess Hochwasser. (Quelle: Amt der Kärntner Landesregierung)

www.lebensraumwasser.at

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Höchste Fischwanderhilfe ... Wehr Rottau an der Möll in Mühldorf. Dieses imposante Bauwerk verbindet die Möll mit dem über 15 Meter höher liegenden Ausgleichsbecken. Damit ist die Fischwanderhilfe Rottau nicht nur die höchste in Kärnten, sondern derzeit eine der höchsten Europas.

Auf dem Foto von links nach rechts, hintere Reihe: Dr. Markus Larcher, VERBUND-Projektleiter Reißeck II, Bgm. Kurt Felicetti, Bgm. Erwin Angerer, Fischereiberechtigter Mag. Gert Gradnitzer, Projektleiterin Fischwanderhilfe Rottau-Mühldorf Dipl.-HTL-Ing. Sabine Käfer, Mag. Reinhard Schinner in Vertretung von LR Rolf Holub sowie DI Dr. Karl Heinz Gruber, Vorstand VERBUND Hydro Power AG mit den Kindern der Volksschule Kolbnitz.

Bis 2021 sollen alle bedeutenden Fließgewässer Österreichs durchgängig gemacht werden, damit die Wasserbewohner wieder ihre naturnahen Lebensbedingungen vorfinden. Wasserkraftwerke und Wehranlagen werden dazu mit Fischwanderhilfen ausgestattet. Eine dieser Aufstiegshilfen wurde am 4. Oktober beim Wehr Rottau in Mühldorf von VERBUND feierlich eröffnet und gemeinsam mit dem Land Kärnten und den Gemeinden Mühldorf und Reißeck als 123. Lebensraum-Wasser-Projekt begrüßt. Die rechtliche Grundlage für den Bau von Fischwanderhilfen liefert die Europäische Wasserrahmenrichtlinie, die unter anderem Ziele für den Schutz und die Verbesserung des Zustandes der aquatischen Ökosysteme vorgibt. Aktueller Fokus liegt auf der umweltgerechten Sanierung der großen

Fließgewässer. Dabei geht es um das Wiederherstellen der Durchgängigkeit, das Vernetzen von Lebensräumen und die Verbesserung der Gewässer. In einer fachübergreifenden engen Zusammenarbeit mit Experten, Behörden, Fischerei und Anrainern wird VERBUND bis 2021 allein in Kärnten rund 25 Millionen Euro für die Erreichung dieser Umweltziele investieren, gab DI Dr. Karl Heinz Gruber, Vorstandsdirektor VERBUND Hydro Power AG, bei der Eröffnung bekannt. Dazu zählt die Herstellung der Durchgängigkeit bei allen zehn Drau-Kraftwerken ebenso, wie die naturnahe Strukturierung der Stauräume und Fließstrecken. Eine dieser Fischwanderhilfen entstand in den vergangenen Monaten im Zuge der Errichtung des Pumpspeicherkraftwerkes Reißeck II beim

Auf einer Länge von 435 Metern entstanden hier insgesamt 104 Pools mit 16 Ruhe- und Laichzonen – so genannte Fischhotels. Durch die Schlitze in den Pools wird die Wasserbewegung konstant ruhig gehalten und die Strömung s-förmig gelenkt, was dem Widerstandsverhalten von natürlichen Gewässern entspricht. Ausgerichtet ist die Wanderhilfe an den wichtigsten Fischarten der Möll: Huchen, Aalruten, Koppen, Äschen und Bachforellen bis zu einer Länge von einem Meter.

Kräftiger Impuls für die Region

Mit dem Investitionsprojekt Reißeck II setzt VERBUND einen wichtigen Impuls für die regionale Wertschöpfung. Während der mehr als vierjährigen Bauzeit werden 385 Millionen Euro investiert. Das Projekt sichert nicht nur hunderte Arbeitsplätze in der Industrie und im Baugewerbe, sondern auch regional im Handel, in den Beherbergungsbetrieben und der Gastronomie. VERBUND investiert beim Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II insgesamt 6 Millionen Euro in ökologische Ausgleichsmaßnahmen, davon fließen 1,9 Millionen Euro in die neue Fischwanderhilfe Rottau-Mühldorf. Wie die Aufstiegshilfe in der Zukunft angenommen wird, das wird durch den Fischereiberechtigten an der Möll,

Die neu geschaffenen Lebensräume werden von den Tieren sofort angenommen.

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Das Fluten der neuen Fischwanderhilfe war der Höhepunkt der Eröffnung.

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Bei der Eröffnung konnten über 170 Besucherinnen und Besucher das Fluten der neuen Fischwanderhilfe hautnah erleben.

Mag. Gert Gradnitzer, per Video genau geprüft. Die neue Fischwanderhilfe ist nicht nur eine technische Meisterleistung, sie ist auch ein Augenschmaus. So wurden Teile der Betonelemente von der Volksschule Mühldorf kreativ in Szene gesetzt, spannende Informationstafeln und begehbare Pools geben Einblicke, wie dieses Bauwerk genau funktioniert. Die neue Fischtreppe ebenfalls willkommen geheißen haben Mag. Reinhard Schinner vom Land Kärnten, der das Lebensraum-WasserZeichen als Symbol der Partnerschaft mit Lebensraum Wasser mitgebracht hat, Bezirkshauptmann Mag. Dr. Klaus Brandner, die Bürgermeister von Mühldorf und Reißeck, Erwin Angerer und Kurt Felicetti, Wasserwirtschafter des Landes Kärnten DI Kurt Rohner, Hofrat DI Gert Gradnitzer, ehemaliger FischeDie Kinder der VS Mühldorf haben mit Begeisterung die Wände verschönert.

Die neuen Infotafeln begeistern durch zweisprachige Beschreibungen und durch viele tolle Fotos und Grafiken.

reibeauftragter, der die Möll geprägt hat wie kein anderer, Univ.-Prof. DI Dr. Helmut Mader von der Gesellschaft für Kulturtechnik, Ökologie und Rechtsgutachten mbH in Obertrum, der die Fischwanderhilfe geplant hat, DI Dr. Markus Larcher, VERBUNDProjektleiter des Pumpspeicherkraftwerkes Reißeck II, die Kinder, DirektorInnen und LehrerInnen der Volksschulen Mühldorf und Kolbnitz sowie rund 150 Gäste.

Interesse an fachlichen Führungen? Dipl.-HTL-Ing. Sabine Käfer VERBUND-Projektleiterin Tel.: +43 050 313-33773 Bitte Termin vorab vereinbaren.

Auszeichnung des Projekts durch Mag. Reinhard Schinner im Auftrag von Landesrat Rolf Holub.

Das imposante Bauwerk in seiner ganzen Länge, von der Möll über die 104 Pools zum Oberwasser.

Zahlen / Daten / Fakten zur Fischwanderhilfe Höhenunterschied: Gesamtlänge: Wasserdotation: Bauart: Pools: Schlitzweite: Ruhe- und Laichzonen: Verbauter Beton: Verbauter Stahl: Personen am Bau: Bauzeit: Gesamtinvestition:

15,5 m zwischen Möll und Ausgleichsbecken 435 m 350 – 390 Liter/Sekunde enature® MultistrukturSlot Fishpass 104 enature®Pools 3,00 x 2,18 m, Tiefe 100 – 155 cm 35 cm 16 (ab 90° Richtungsänderung) 925 m³ 96 t durchschnittlich 12 2012 - 2013 1,9 Millionen Euro

www.verbund.com

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Zu Besuch in ... Hermagor

Projektpartner seit 2004

Siegfried Ronacher, Bürgermeister Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger

Der Gailtaler Goldschutzstein – hier mit Blick auf Rattendorf – ist ein meditativer Kraftplatz am Wassererlebnisweg. Der vierte Gold Sitzstein des Landart Projekts „Gitschtaler Gold Sitzsteine“ des Künstlers Johannes Angerbauer-Goldhoff liegt am Schnittpunkt der historischen Heidenmauer (165 n. Chr.) und des neuzeitlichen Schutzwalles gegen Hochwasser. www.gailtalgold.com

„Der Lebensraum Wasser gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die vielen Wassererlebnisplätze dienen nicht nur der Inszenierungen als Freizeiterlebnis, sondern sollen uns immer wieder veranschaulichen, was für ein kostbares Gut wir in unserem Lande besitzen. Daher müssen wir mit diesen Ressourcen behutsam umgehen und der Nachwelt erhalten.

stationen errichtet. Der Wassererlebnisweg Rattendorf, der 1998 eröffnet wurde, hat gleich vom Start weg die Fließwasserkampagne des ORF gewonnen. Bei diesem 4 km langen Rundweg, an dem vor allem die Kraft des Wassers und deren Folgen bei Hochwasserereignissen dargestellt wird, kann man viel über die Geschichte von Rattendorf erfahren.

Auch die Stadtgemeinde HermagorPressegger hat einige Wassererlebnis-

Seit Sommer 2011 gibt es am Wassererlebnisweg auch einen eigenen

Naturlehrpfad und Infos über die Jägerschaft der Region, die dazu anregen, den vielfältigen Lebensraum für eine große Anzahl an Tieren und Pflanzen näher zu betrachten. Viele Lehrtafeln informieren über die Vorgänge und das Leben in der Natur. Als Bürgermeister der Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See darf ich alle einladen, den Naturlehrpfad am Wassererlebnisweg in Rattendorf – auch im Winter – zu besuchen!“

Saubere Energie mit h Wasserkraftleitungen Um die Energie des fließenden Wassers bestmöglich in Strom umzuwandeln, braucht es effiziente Technologien und Rohrsysteme. Mit hochwertigen GFK-Rohren und einem optimalen Design des Rohrverlaufs holen wir bei HOBAS im Hinblick auf Sicherheit, Effizienz und Rentabilität das Beste aus jedem Wasserkraftwerk heraus.

Die verbogene Leitschiene am Wassererlebnisweg Rattendorf zeigt drastisch, was die Kraft des Wassers anrichten kann. Der Wassererlebnisweg in Rattendorf ist auch im Winter größtenteils geräumt und lädt zu Schneespaziergängen ein.

Und sorgen mit Umweltschutzmaßnahmen in allen Phasen des Produktlebenszyklus dafür, dass grüne Energie kein Lippenbekenntnis bleibt. HOBAS. Make things happen.

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www.hobas.com

Wasser in Fluss


Wassergeschichte von Ella Höfinger Die Schneeflocke

Zuerst die Geschichte, dann die Zeichnung.

Es war einmal eine kleine Prinzessin namens Emelie, sie lebte in einem Königreich. Das Königspaar war sehr beliebt unter den Leuten. Emelie hatte im Dorf, das an einem Fluss lag, einen Lieblingsplatz. Dieser Platz war unten an der alten Mühle. An dieser Mühle entdeckte sie ihre wundersamen Fähigkeiten. Emelie war nämlich kein normales Kind, sie hatte magische Kräfte. Sie konnte das Wetter bestimmen. Als es Winter wurde, ging Emelie, die 7 Jahre alt ist, mit ihren Eltern ins Dorf und erzählte von großen Abenteuern. Diesen Winter gab es nur ein bisschen Schnee. Emelie hatte eine Idee, sie könnte es doch schneien lassen. Der König und die Königin waren besorgt, dass etwas passieren könnte, denn Emelie war noch nicht so gut im Wetter bestimmen. Emelie versuchte Schnee zu zaubern. Sie wusste, dass sie das konnte, doch anstatt Schnee herzuzaubern, zauberte sie Regen her und die Leute im Dorf waren besorgt.

Sie hatten Angst, dass noch etwas Schlimmeres passieren könnte. Emelie gab nicht auf und versuchte es gleich noch einmal. Sie glaubte ganz fest an sich, dass es ihr jetzt gelingen würde. Sie probierte es wieder! Und dann fing es auf einmal an zu schneien. Alle Leute im Dorf freuten sich, dass Emelie es geschafft hatte. Sie feierten ein großes Fest und Emelie war auch glücklich, dass es ihr gelungen war. Ein paar Kinder im Dorf versuchten Schneemänner zu bauen, andere versuchten Emelie aus Schnee nachzubauen und die restlichen Kinder freuten sich über den Schnee und veranstalteten eine große Schneeballschlacht. Der König und die Königin erwarteten sie im Palast. Ihr Vater, der König überreichte ihr eine Kette aus Gold. An dieser Kette war ein Anhänger, der aussah wie eine große, dicke Schneeflocke. Emelie war überglücklich und wusste, dass sie von diesem Tag an immer gefeiert werden würde.

Ella Höfinger ist 10 Jahre alt und lebt mit ihren Eltern in Klagenfurt.

Projektpartner seit 2008

1. Dezember 2013 – 4. Jänner 2014 | Mo – Sa 10 – 17 Uhr Sonn- und Feiertag, 24. und 31. Dezember 2013 geschlossen 1. 12. ab 14:00 Uhr – Eröffnung mit Kinderprogramm und Konzertstunde 12. 12. um 20:00 Uhr – Konzert OldSchoolBasterds „Still Holy“ Tour 2013 19. 12. um 19:30 Uhr – Konzert hochglanz „Diesmal GLANZ anders“ Info und Reservierung: 04246 / 29 135 | www.granatium.at

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Winterprojekte im ... Die vier Jahreszeiten: Im Frühling – wenn in Kärnten alles zu sprießen beginnt und die Natur nach dem Winterschlaf wieder erwacht, dann beginnt bei Lebensraum Wasser der Frühlingsputz. Die Lebensraum-Wasser-Plätze werden sauber gemacht und freuen sich auf die großen und kleinen Gäste … Projektpartner seit 2007 Projektpartner seit 2013

Im Sommer – ja dann ist natürlich Hochsaison: Baden, pritscheln, aufstauen, waten, daran entlanglaufen oder wandern – die Erlebnisbereiche von Lebensraum Wasser sind so vielfältig wie Kärntens Natur an den insgesamt 8.000 Flusskilometern … Galerie Ante Pante an der Vellach, Bad Eisenkappel Rast- und Anglerplatz Feistritzer Stausee, Feistritz im Rosental

Naturlehrweg Astner Moos, Großkirchheim

Projektpartner seit 2007

Wildensteiner Wasserfall, Galizien

Projektpartner seit 2008

Im Herbst – präsentiert sich Kärntens Natur in den schönsten Orangeund Rottöne und die Luft ist herrlich klar und frisch. Es ist die perfekte Zeit die LebensraumWasser-Plätze zu genießen, denn sie sind in vielen Fällen Ausgangspunkte für Wanderungen in die herrliche Natur …

Im Winter – Viele LebensraumWasser-Plätze liegen im Winter unter einer dicken Schneeschichte und halten Winterschlaf, das ist auch wichtig für die Natur und die Tierwelt. Aber einige haben auch im Winter geöffnet und überraschen mit einer ganz anderen Sicht auf unsere Flüsse und Bäche.

Projektpartner seit 2004

Zauberwald Rauschelesee

Im neu erbauten Wichtelhaus, dort wo der Zauberwaldwichtel wohnt, kann man basteln und auch mit Speckstein arbeiten. Seit heuer neu, man darf mit zwei Lamas spazieren gehen und auch Ponyreiten (1 Runde EUR 2,-) ist möglich. Öffnungszeiten: 22. 12. 2013 – 2. 2. 2014 immer sonntags (in den Weihnachtsferien auch samstags) 10:30 – 16:30 Uhr. Kontakt: +43 4273 2325, Barbara Petritz-Reichenhaus, www.familienparadies-reichenhauser.at

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Projektpartner seit 2006

Landgut Moserhof

Geführte Schneeschuhtouren und Wildtierbeobachtungen mit Rodelfahrt (Mallnitz) begleitet von Nationalpark-Wildhütern. Erleben Sie Steinbock, Bartgeier, Steinadler, Schneehuhn und Gämse oder einen Sonnenuntergang am Schareck am Mölltaler Gletscher. Buchen Sie diese Magischen Momente im Buchungscenter der Hohe Tauern Nationalparkregion, +43 4824 2700. Öffnungszeiten: Ganzjährig Kontakt: +43 4783 2300, Familie Hartweger, www.moserhof.net

Wasser in Fluss


... Lebensraum Wasser Auch im Winter einen Besuch wert:

Einige Projekte, die sich nicht in Naturschutzzonen befinden, sind auch im Winter aktiv. Wenn die Luft so richtig klirrend kalt ist, haben diese Projekte einen ganz besonderen Reiz:

Projektpartner seit 2006

Projektpartner seit 2008

Finkensteiner Moor

Granatium

Öffnungszeiten: Durchgehend begehbar. Kontakt: +43 4254 2690-10, Mag. Gerhard Hoi, Marktgemeinde Finkenstein am Faaker See

Öffnungszeiten: 1. 12. 2013 – 4. 1. 2014, Mo – Sa 10:00 – 17:00 Uhr, So und Feiertag, 24.12. und 31.12. 2013 geschlossen. Kontakt: +43 4246 29 135, www.granatium.at

Wenn die Natur ruht und das Moor unter einer Schnee- oder Eisdecke schläft, finden Sie einzelne Überlebenskünstler aus der Tierwelt wie Hasen, Füchse, Igel, Rehe und Eichhörnchen. Manche hinterlassen sogar ihre unverwechselbaren Fährten. Können Sie anhand der Spuren erkennen, wer das Finkensteiner Moor alles besucht hat?

Projektpartner seit 2009

Das Granatium Radenthein in Adventstimmung ist etwas ganz besonderes. Erleben Sie das weihnachtlich beleuchtete Granatium und genießen Sie die stimmungsvollen Veranstaltungen. Am 1. Dezember startet der „Advent im Granatium“ ab 14:00 Uhr mit einem Kinderprogramm und dem MGV Almrose.

Foto: Karlheinz Fessl

Projektpartner seit 2005

Kunsthaus kärnten:mitte

Sturm Archehof Heiligenblut

Öffnungszeiten: Durchgehend begehbar. Kontakt: +43 4264 2341, Werner Hofmeister, www.qnstort.at

Kontakt: +43 4824 2327 oder +43 664 155 63 79, Angelina Pucher, www.sturm-archehof.at

Das Kunsthaus kärnten:mitte in Klein St. Paul ist auch in dieser kalten Jahreszeit durchgehend begehbar. Erleben Sie das Kunsthaus kärnten:mitte und den Skulpturenpark bei Schnee und Eis. Nicht St. Paul, nicht St. Pauli, nicht Peter und Paul, nein, Klein St. Paul ist dann der Nabel der Welt und entdeckt seine Winzigkeit.

Genießen Sie einen kalten Wintertag in der Knopfmacherstube des Sturm Archehof in Heiligenblut. Bestaunen Sie die Unterschiedlichkeit der Knöpfen und die daraus entstandenen Produkte. Alle Materialien sind Naturmaterialen und jedes Produkt ein Unikat. Schon alleine die winterliche Anreise durch das Mölltal ist wie ein Kurzurlaub.

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Hydrographischer Dienst ...

Niederschlag, witterungsbedingte Zuflüsse, Seefläche, Wasserstände, Temperatur und Abflüsse bestimmen den Wasserhaushalt unserer Seen. Die Hydrographie beobachtet bereits seit 110 Jahren auch den Gang der Wasserstände und Wassertemperaturen der Seen.

Abstand zum Mittelwasserstand im Oktober 2013: Wörthersee: -29 cm Ossiacher See: -20 cm Millstatter See: -7 cm

Ende Oktober hatte der Wörthersee einen Rekordtiefstand bei 96 cm Pegelstand. Vor 42 Jahren wurde ein noch niedrigerer Wert von 92 cm gemessen. Der niederste Wasserstand überhaupt wurde 1961 mit 72 cm und der höchste 1916 mit 196 cm beobachtet. Der ergiebige Niederschlag der letzten drei Wochen von ca. 171 l/m2 hat den See wieder um 29 cm angehoben. Es ist ein beständiges „auf“ und „ab“ bei den Wasserständen und den Wassertemperaturen zu beobachten, wobei extreme Verhältnisse nur sehr selten auftreten.

Der Wasserhaushalt des Sees ist hauptsächlich von den gefallenen Niederschlagsmengen, den Zuflüssen aus der Umgebung, aber auch von den Lufttemperaturen abhängig. Temperaturen über 30 °C bewirken eine hohe Verdunstungsrate. Bleiben die Niederschläge, wie heuer im Sommer, aus, dann sinkt der Wasserspiegel stark ab. Fällt der Seewasserstand unter den Mittelwert, werden die Abflüsse aus dem Wörthersee in die Glanfurt mit der Seeschleuse auf ein Mindestmaß reduziert, das für die Biosphäre der Glanfurt erforderlich ist. Die Seeschleuse besteht bereits seit dem 19. Jahrhundert. Damals wurde die Glanfurt (auch Sattnitz genannt) aus Hochwasserschutzgründen reguliert. Mit der Vergrößerung der Abflussverhältnisse in der Glanfurt wurde der Bau der Schleuse erforderlich, um die ursprünglichen Wasserstandsverhältnisse im See zu erhalten.

Dichteanomalie des Wassers Oder: Die Dichte des Wassers in Abhängigkeit von der Temperatur. Haben Sie sich auch schon immer gefragt, wie unsere Fische unter einer dicken Eisschichte überleben können? Hier zeigt die Natur ihre geniale Seite, denn ohne dieses Phänomen wäre der Lebenskreislauf in kälteren Klimazonen kaum möglich. Bei den meisten Stoffen auf unserer Erde nimmt die Dichte mit abnehmender Temperatur zu. Einige Stoffe wie Gallium, Silicium und auch Wasser weisen eine Dichteanomalie auf – also ein Abweichung von der Regel. Unter Normaldruck hat Wasser seine größte Dichte von ca. 1000 kg/m3 bei 3,98 °C. Unterhalb von 3,98 °C dehnt sich Wasser – auch beim Wechsel zum festen Aggregatzustand (Eis) – wieder aus.

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Die Anomalie des Wassers besteht also im Bereich zwischen 0 °C und 3,98 °C. Der Grund der Anomalie des Wassers liegt in der Verkettung der Wassermoleküle. Bei 3,98 °C ist der Zustand erreicht, bei dem die einzelnen Verkettungen das geringste Volumen einnehmen und damit die größte Dichte haben. Wenn die Temperatur weiter sinkt, wird durch die Veränderung der Kristallstrukturen mehr Volumen benötigt. Wenn die Temperatur steigt,

brauchen die Moleküle wieder mehr Freiraum, dadurch steigt das Volumen. Die Dichteanomalie des Wassers ist wichtig für das Leben in Gewässern kälterer Klimazonen. Unterhalb einer Temperatur von etwa 4 °C sinkt Oberflächenwasser nicht nach unten. Das verhindert das Auskühlen von tieferen Gewässerschichten. Dadurch wird ein vollständiges Durchfrieren von unten her verhindert. Wassertiere und -pflanzen können unter der Eisschicht überleben. Quelle Wikipedia Grafik: Klaus-Dieter Keller

Wasser in Fluss


... der Puls der Seen An den Wasserstandsaufzeichnungen des Wörthersees von 1903 – 2013 kann man deutlich erkennen, dass im Mittel der Wasserhaushalt über die Jahre ausgeglichen ist (Mittelwasserstand 125 cm). Ein leichter Abwärtstrend ist auf die abnehmenden Niederschlagsmengen in Kärnten im letzten Jahrhundert und die zunehmende Verdunstung infolge der Erderwärmung zurückzuführen. Dies kann an vielen Gewässern beobachtet werden. Auch am Ossiacher See, dessen Abfluss nicht geregelt wird, wurde heuer

ein ähnlicher Niederwasserverlauf verzeichnet. Der Ossiacher See wird jedoch von einem größeren Zufluss von der Tiebel gespeist. Die Schwankungen der Seen gehören zum Wesen der Natur. Bei Niederwasser gibt es meistens Probleme bei der Schifffahrt, bei Hochwasser werden zahlreiche ufernahe Gebäude geflutet. Umso wichtiger ist es daher, die Aufzeichnungen der Hydrographie bei Projekten am See zu berücksichtigen, um damit im Vorhinein Probleme zu vermeiden.

Pegel Pörtschach / Wörthersee (Wasserstände 1903 - 2013) 200 190

Hochwasserstände HW (cm)

180 170

Pegel-Wasserstand (cm)

160 150

Hydrographischer Dienst Kärnten 450 Messstation in ganz Kärnten messen: – Niederschlag – Lufttemperatur – Wind – Wasserstände – Abflüsse – Wassertemperaturen – Schwebstoffe – Grundwasserstände Team: 13 Personen Leistungen: – Errichtung / techn. Service Messnetz – Messdienst – Datenanalysen und -service – Hochwasserwarnservice Die Daten stehen der Öffentlichkeit und Planern für Projekte zur Verfügung. Amt der Kärntner Landesregierung Abteilung 8 – Kompetenzzentrum Umwelt, Wasser und Naturschutz

140 130 120 110 100 90

Mittelwasserstände MW (cm) Niederwasserstände NW (cm)

80 70 60

DI Johannes Moser Flatschacher Straße 70 9020 Klagenfurt am Wörthersee Telefon: +43 050 536-18311 www.wasser.ktn.gv.at/hydrographie

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empfiehlt:

Wintertage am Landgut Moserhof Genießen Sie Natur pur im Landgut Moserhof im verschneiten Kärnten und lassen Sie sich verwöhnen.

rtner seit

Projektpa

2006

• • • • •

4 traumhafte Tage / 3 Übernachtungen (Mo-Do) Wohnen im kuscheligen Ferienhaus, uriger Almhütte oder gemütlicher FeWo Täglich Frühstückskorb ins Ferienhaus Private Nature Spa mit Snack, 1 Badeanwendung und 1 Wellnessmassage 1 Pferdeschlittentour mit Hüttenjause und 1 Wildnistour

Ferienhaus: EUR 448,- / Almhütte: EUR 430,- / Ferienwohnung: EUR 354,Preise pro Person inkl. der angeführten Leistungen.

www.lebensraumwasser.at

www.moserhof.net

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Eisrettung EICHI

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Die kalte Jahreszeit bringt viele Gefahren mit sich. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Winter nicht mehr so streng sind wie früher, muss man häufiger mit nicht ausreichend tragfähigem Eis rechnen. Zahlreiche, kaum zugefrorene Seen und Teiche ziehen vor allem Kinder und Jugendliche, aber auch unbelehrbare Erwachsene an, die in unvernünftiger Weise auf den frisch zugefrorenen Gewässern „Tastversuche und Mutproben“ unternehmen und dann einbrechen.

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Die Zahl der Eisunfälle könnte aber deutlich reduziert werden, wären nicht Leichtsinn und Übermut im Spiel.

Wie genau bildet sich Eis?

Tragfähige Eisdecken brauchen längere Frostperioden. Erst, wenn die Temperatur über mehrere Tage ständig im Frostbereich bleibt, können Eisstärken entstehen, die zur Benutzung als Eislauffläche geeignet sind. Bevor die Eisfläche betreten werden kann, muss die Tragfähigkeit geprüft werden. Am besten ist es, wenn das Eis von sachkundigen Personen, wie einem Eismeister oder von einer Behörde geprüft und freigegeben bzw. gesperrt wird. Die Eisfläche wird in der Regel für die Benutzung als Eislauffläche freigegeben, wenn die Kerneisstärke mindestens 12 cm beträgt. Ist mit großen Menschenansammlungen zu rechnen, muss die Kerneisstärke mindestens 18 cm erreichen, für Fließgewässer gelten sogar 22 cm. Diese Angaben sind Faustregeln, jedes Gewässer ist individuell zu beurteilen.

Regelmäßige Einsatzübungen auch im Winter sind für das Team der Wasserrettung wichtig.

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Die Kälte und die besonderen Eigenschaften von Eis machen die Rettung von Menschen im Winter schwierig und fordern Retter und Material.

Die Freigabe einer Eislauffläche hängt ab von: • Eisbeschaffenheit • Wettergegebenheiten • Temperatur • Eisstärke • Belastung (für Eislaufen, Transporte usw.) • Wettervorhersagen

Verschiedene Eisstärken

Aufgrund verschiedener Einflüsse kann das Eis jedoch an verschiedenen Stellen eines Gewässers recht unterschiedliche Stärken aufweisen. Bei fließenden Gewässern kann die Eisstärke vom Ufer zur Flussmitte stark abnehmen. Auch in Flusskrümmungen kann das Eis unerwartet dünn sein. Bei stehenden Gewässern hingegen ist das Eis häufig im Uferbereich sehr schwach. Durch warme Zuflüsse (Grundwasser, Kanal) wird oft großflächig die Eisstärke vermindert. Hier ergeben sich sehr hohe Gefahrenmomente. Eis von geringer Tragfähigkeit entsteht auch durch den Einschluss von Gasbläschen über schlammigen Grund und Unterwasserpflanzen. Besonders tückisch ist das Eis, wenn es wegen Absinkens oder Ansteigens des darunter befindlichen Wassers starken inneren Spannungen unterliegt. Da Schnee ein sehr schlechter Wärmeleiter ist, sind schneebedeckte Eisflächen meist dünner als schneefreie. Ferner ist aufgrund des Schnees

eine ganzflächige Beurteilung des Eises nur sehr eingeschränkt möglich.

Gefahren beim Einbrechen ins Eis

Wasser ist ein besserer Wärmeleiter als Luft. Dem Körper wird im kalten Wasser sehr schnell Wärme entzogen. Ein Eingebrochener, der sich nicht selbst retten kann, sollte sich möglichst ruhig verhalten, um möglichst wenig Wärme abzugeben. Hektische und kraftaufwändige Bewegungen vermeiden. Bei starker Unterkühlung muss die Bergung sehr vorsichtig, ohne große Bewegungen für das Opfer erfolgen. Kommt es zur Vermischung des kalten Blutes mit dem Kernblut, kann dies zum Kreislaufstillstand führen. Daher: Körper flach lagern, nicht unnötig bewegen, Zustand des Geretteten überwachen und Person dem Rettungsdienst übergeben! Bei einem Aussetzen von Atmung und Puls sind selbstverständlich lebensrettende Sofortmaßnahmen einzuleiten (Herz-Lungen-Wiederbelebung).

Notrufnummern: 144 – Rettung 130 – Wasserrettung 122 – Feuerwehr

Wasser in Fluss


Rettungsmaßnahmen bei Eisunfällen Die goldenen Eisregeln Absperrungen beachten – nicht überteten oder überfahren. Nur freigegebene Eisflächen betreten!

Auf Warntafeln, Meldungen in Radio und Zeitungen achten! Nie alleine auf die Eisfläche!

Bei Dunkelheit oder Nebel Eisflächen grundsätzlich meiden!

In der Nähe von Schilfzonen, Wasserzuläufen, Brücken nicht aufs Eis gehen! Vor dem Betreten der Eisfläche nach Rettungsmitteln Ausschau halten. Achtung bei dunklen Stellen: hier ist das Eis zu dünn!

Eine geschlossene Schneedecke bewirkt eine Isolation – das Eis ist dünner. Verlassen Sie sofort die Eisfläche, wenn es knistert und knackst! Drohen Sie einzubrechen, flach auf die Eisfläche legen,

Sicher ist sicher: Beachten Sie die Eisregeln und kommen Sie gut durch den Winter!

vorsichtig Richtung Ufer bewegen.

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Selbstrettung

Nimmt man auf der Eisfläche ein verdächtiges Knistern und Knacken wahr, so sollte man sich flach auf die Eisfläche legen und in Bauchlage auf dem Weg, von wo man gekommen ist, Richtung Ufer bewegen.

Beim Einbruch durch die Eisdecke sollte man versuchen, sich in Bauchlage auf die feste Eisschicht zu schieben. Ist die Einbruchstelle nicht zu groß, so kann die Selbstrettung durch ein Abstoßen an der gegenüberliegenden Eiskante mit den Füßen versucht werden. Auf jeden Fall immer Richtung Ufer steuern. Die Bewegungen sollten auf ein Mindestmaß reduziert werden, um die Abkühlung des Körpers nicht zu beschleunigen.

Fremdrettung

Eisrettungen von Personen können nur dann erfolgreich verlaufen, wenn sie schnell durchgeführt werden. Deshalb ist eine Verwendung von behelfsmäßigen Rettungsgeräten in einer Notlage sehr sinnvoll. Dem Opfer nie die eigene Hand reichen, es besteht die Gefahr, selbst ins kalte Wasser gezogen zu werden.

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• Sofort Hilfe holen, Arzt rufen: Notruf 144, 130 oder 122. • Eingebrochenem Mut zusprechen. • Schutzausrüstung oder eine Leine zur Sicherung anlegen. • Auf der Eisfläche nur kriechen oder robben – sich immer vom Ufer oder einer festen Eisfläche aus sichern. • Bergungsgeräte wie Bretter, Leinen oder Schlauchboote verwenden. • Opfer möglichst schonend bergen. • Vitalfunktionen überprüfen. • Weitere Auskühlung verhindern.

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Ist jemand ins Eis eingebrochen, sofort Hilfe holen und niemals zur Einbruchstelle hinlaufen, das kann katastrophale Folgen für den Retter haben.

• Patienten in einen warmen Raum oder an einen windstillen Ort bringen, flach lagern und wenig bewegen. • Patienten mit Decken zudecken oder einwickeln. Rettungsdecke nie direkt auf die Haut bringen, weil die Isolation fehlt. • Warme, gezuckerte Getränke geben. • Atmung und Puls kontrollieren. • Patienten an Rettung übergeben.

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Eiskristalle züchten

so geht‘s Die Beilagscheibe wird an dem Wollfaden festgebunden und in das Glas mit der Salzlösung gelegt. Das andere Ende des Fadens befestigt man außen an dem Glas, damit der Faden auch beim Verdunsten des Wassers nicht verrutscht.

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Jetzt heißt es abwarten

Mit Salz holen Sie sich die Schönheit von Eiskristallen nach Hause. Foto: Fotolia

Echte Eiskristalle züchten ist leider nicht so leicht – für die Herstellung zu Hause benötigt man aber nur einfache Hausmittel, wie Kochsalz und Wasser.

„Eiskristallen für zu Hause“ ist, dass diese auch bei Zimmertemperatur nicht schmelzen, sondern immer ihre Form behalten.

Wer im Winter einen Spaziergang an der frischen Luft macht, kann über die Schönheit der Einkristalle nur staunen und möchte diese Pracht am liebsten mit nach Hause nehmen. Eiskristalle züchten, das geht aber leider nicht so einfach. Selbst ausgebildete Wissenschaftler benötigen dafür besondere Apparaturen. Es gibt aber die Möglichkeit, sich zu Hause mit Salz tolle funkelnde Kristalle selbst zu züchten, die genauso schön glitzern wie Eiskristalle. Der Vorteil an diesen

Man benötigt zunächst 40 g Kochsalz und 200 ml Wasser. Daraus wird eine Lösung hergestellt. Dazu wird das Wasser in einem Topf zum Kochen gebracht, danach gibt man das Kochsalz hinzu und rührt dieses so lange ein, bis es sich vollständig aufgelöst hat. Sind keine Salzkörnchen mehr zu sehen, wird die Lösung in ein sauberes Glas gegeben. Um sich nun die schönen Abbilder der Eiskristalle züchten zu können, benötigt man eine Beilagscheibe und einen Wollfaden.

So geht das Experiment

Wer aus Salz glitzernde Eiskristalle züchten möchte, benötigt auch ein bisschen Geduld. Nachdem alles entsprechend vorbereitet wurde, kann man jetzt nur noch abwarten, dass die Kristalle langsam wachsen. Dazu wird das Glas offen und ohne Abdeckung auf einen Platz gestellt, wo es einige Zeit unberührt bleiben kann, bis das gesamte Wasser verdunstet ist. Durch die Verdunstung wird das Wasser immer weniger und entsprechend hat auch das aufgelöste Kochsalz immer weniger Platz. Schon nach zwei bis drei Tagen fängt es an, sich als wunderschöne Kristalle an der Beilagscheibe abzusetzen. So holt man sich mit ganz einfachen Mitteln die winterliche Schönheit der Eiskristalle nach Hause. aus: www.hilfreich.de

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Lebensraum-Wasser-Newsletter

Ihre Ansprechpartner

Zwischen März und Dezember bekommen Sie den Newsletter mit aktuellen Terminen, Festen, Aktivitäten und Eröffnungen an Kärntens zahlreichen Wassererlebnisplätzen per E-Mail zugesandt. Bestellen Sie den Newsletter jetzt unter: www.lebensraumwasser.at

Mag. Tina Tomasch, arco GmbH Tel.: +43 463 419 100-11, info@lebensraumwasser.at Mag. Berndt Triebel, Abteilung 8 des Landes Kärnten Tel.: +43 050 536-18111, berndt.triebel@ktn.gv.at Mit freundlicher Unterstützung von: EICHI

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Der Hochalpen-Apollo (Parnassius phoebus) findet sich in Höhen zwischen 1.600 und 2.800 Metern. Entsprechend der Vorlieben seiner Raupennahrungspflanze trifft man den Hochalpen-Apollo vor allem an feuchten und sumpfigen Stellen, in Senken, an Quellfluren und Gebirgsbächen. Dieses Exemplar ist in der Nähe des Möllursprungs aufgenommen worden. Foto: Dr. Wolfgang Pessentheiner

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Impressum: Herausgeber, Medieninhaber und Verleger: Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung 8 - Kompetenzzentrum Umwelt, Wasser und Naturschutz, Flatschacherstraße 70, 9020 Klagenfurt am Wörthersee, www.lebensraumwasser.at. Konzeption, Umsetzung: arco GmbH, Klagenfurt am Wörthersee. Fotos (wenn nicht direkt vermerkt): VERBUND, Wiener Städtische, Wasserrettung, Projektpartner, Gemeinden, Hydrographischer Dienst der Kärntner Landesregierung, Thomas Holzer, Tina Tomasch, Katharina Rohner, Wolfgang Wagner, BigStock. Alle Angaben ohne Gewähr. Sämtliche Rechte und Änderungen vorbehalten. Stand: November / Dezember 2013

Wasser in Fluss


Wasser in Fluss - Ausgabe 19 - 2013