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Das vivesco

Gesundheitsbarometer

Wir wollen Sie gesund.


vivesco Gesundheitsbarometer

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Grußwort Wir bei vivesco beschäftigen uns in erster Linie damit, wie wir die Gesundheit unserer Kunden erhalten oder wiederherstellen können. Das bringen wir auch mit unserer Botschaft „Wir wollen Sie gesund.“ zum Ausdruck. Unsere Apothekerinnen und Apotheker verstehen sich als Gesundheitsberater, die ihren Kunden dabei helfen, gesund zu werden oder noch besser: erst gar nicht krank zu werden. Und viele nehmen dieses Angebot bereits wahr – in mehr als 1.100 vivesco Apotheken bundesweit. Ob Hilfe bei der Zusammenstellung der Reiseapotheke vor dem Start in die schönsten Wo­chen des Jahres, Ratschläge in Sachen Stressbewältigung vor der Examensprüfung oder Tipps für den Marathonläufer, wie er die 42,195 Kilometer am besten schafft – vivesco Apothekerinnen und Apotheker beraten jeden individuell und unterstützen ihre Kunden dabei, ihre persönlichen Ziele zu erreichen. Und als eine der führenden Apothekenkooperationen in Deutschland ist es unser Anspruch, Gesundheitsberatung und -versorgung auf höchstem Niveau zu bieten. Gesund sein, sich gesund ernähren oder gesund leben – das eigene Wohlbefinden nimmt heute einen immer größer werdenden Stellenwert im Leben der Deutschen ein. Doch wie steht es eigentlich um die Gesundheit in Deutschland? Wie entwickelt sich der allgemeine Gesundheitszustand? Wir haben uns das oft gefragt und keine befriedigende Antwort gefunden. Das war der Grund für uns, das vivesco Gesundheitsbarometer ins Leben zu rufen. Dank der Unterstützung unserer vivesco Apothekerinnen und Apotheker und der Experten Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen und Max A. Höfer ist erstmalig ein Index entstanden, der die Ent­­wicklung des Gesundheitszustands der Deutschen darstellt und aktuelle Gesundheitstrends identifiziert. Zusätzlich haben wir uns für die Erstauflage des vivesco Gesundheitsbarometers zwei Krankheitsbilder ganz genau angesehen: „Adipositas“ und „Depression“. Wie sich unser Gesundheitszustand verändert hat und was uns Deutsche am meisten plagt, können Sie auf den folgenden Seiten nachlesen. Wir wünschen Ihnen eine interessante und anregende Lektüre mit vielen neuen Erkenntnissen.

Ihr Thomas Hofmann, Geschäftsführer vivesco Apotheken-Partner GmbH


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vivesco Gesundheitsbarometer

Hintergrund der Studie Zielsetzung

Das vivesco Gesundheitsbarometer ist ein Index, der die Entwicklung des Gesundheitszustands der Deutschen beschreibt. Werden wir gesünder oder geht es uns schlechter? Welche Krankheiten nehmen in ihrer Häufigkeit ab, welche zu und in welchem Ausmaß? Das sind die Fragen, die mit dem vivesco Gesundheitsbarometer beantwortet werden. Kern des vivesco Gesundheitsbarometers ist die Kompetenz der Apothekerinnen und Apotheker, die tagtäglich an vorderster Front im Gesundheitswesen stehen und Veränderungen im Gesundheitszustand ihrer Kunden sowie Trends bei spezifischen Erkrankungen hautnah erfahren. Auf Basis eingehender Befragungen der vivesco Apothekerinnen und Apotheker und validiert durch repräsentative Statistiken wurde ein Index geschaffen, der die Veränderung des Gesundheitszustands der Deutschen dokumentiert. Darüber hinaus sind wir mit dem vivesco Gesundheitsbarometer in der Lage, Gesundheitstrends aktuell abzubilden. So zeitnah ist keine andere Erhebung zum Gesundheitszustand der Deutschen.


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Zusammensetzung der Studie

Befragung der vivesco Apothekerinnen und Apotheker

vivesco Gesundheitsbarometer

Öffentlich zugängliche Statistiken u. Studien

ArzneimittelAbverkaufsdaten der GESDAT

Das vivesco Gesundheitsbarometer 2011 ist erst der Anfang. In Zukunft wird der Index jährlich erhoben und kontinuierlich weitergeführt – um Aussagen darüber zu treffen, wo wir ganz aktuell bei wichtigen Krankheitsbildern stehen, ob es Verbesserungen gibt und wo Anlass zum Handeln besteht. Insbesondere werden auch die vertiefenden Erhebungen zu spezifischen Krankheitsbildern – wie in diesem Jahr Adipositas und Depression – fortgesetzt. Zudem sind Kurzumfragen zu saisonalen Themen geplant.


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Methode Für die Konzeption und Durchführung der Erhebung sowie die Auswertung der Daten arbeitet vivesco mit den externen Experten Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen und Max A. Höfer zusammen. Das Studiendesign charakterisiert sich durch eine Kombination aus Apothekerbefragung und der Verknüpfung dieser Ergebnisse mit wissenschaftlichen Gesundheitsdaten. Diese bestehen aus den Arzneimittelabverkaufsdaten der Gesellschaft für Informations­ management GmbH (GESDAT) sowie öffentlich zugänglichen Statistiken und Literatur, wie der Gesundheitsberichterstattung des Bundes oder Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Statement Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen „Die vivesco Apothekerinnen und Apotheker verfügen über eine langjährige umfassende Gesundheitskompetenz, die aus der täglichen Kundenberatung zu einem breiten Spektrum von Krankheits- und Beschwerdebildern gewonnen wird. Es lag daher nahe, im Gesundheitsbarometer auf diese Kompetenz zurückzugreifen und sie sichtbar zu machen.“ Im Zeitraum von Februar bis April 2011 wurden alle 1.100 vivesco Apotheken in Deutschland aufgerufen, an der Studie teilzunehmen, die sich mit allgemeinen und spezifischen Gesundheitsfragen, sowie der Einschätzung zu den Krankheitsbildern Depression und Adipositas befasst. Insgesamt 444 Apothekerinnen und Apotheker haben an der Studie mitgewirkt. Hinsichtlich Geschlecht, Alter und Berufserfahrung der Befragten zeigte die Auswertung eine sehr ausgewogene Verteilung.


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Die befragten Apotheker

7

444

Teilnehmer gesamt

200

47 Jahre

durchschnittliches Alter

männliche Teilnehmer, im Alter zwischen 27 und 76 Jahren

244

weibliche Teilnehmer, im Alter zwischen 23 und 76 Jahren

20 Jahre

durchschnittliche Berufserfahrung

Externe wissenschaftliche Partner Um die wissenschaftliche Fundierung des vivesco Gesundheitsbarometers zu gewährleisten, wurden die Experten und Wissenschaftler Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen und Max A. Höfer mit dem Projekt betraut. Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen leitet das Forschungszentrum Generationenverträge (FZG) der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Neben der Leitung des unabhängigen wissenschaftlichen Forschungsinstituts und seiner Professur für Finanzwissenschaft, hat Prof. Dr. Raffelhüschen eine weitere Professur an der Universität Bergen, Norwegen, inne. Die Forschungsschwerpunkte des studierten Volkswirts sind der demographische Wandel sowie die Systeme der sozialen Sicherung. Max A. Höfer ist seit 2003 Leiter des Deutschen Instituts für Gesundheitsökonomie in Berlin. Der Wirtschaftswissenschaftler und Politologe war zuvor leitender Redakteur verschiedener Zeitschriften und führte das Berliner Büro des Wirtschaftsmagazins Capital. Seit 2010 ist Max A. Höfer Geschäftsführer der Agentur Höfermedia.


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Ergebnisse Wie geht es Deutschland? Die zehn wichtigsten Krankheitsbilder Krankheiten sind in Deutschland unterschiedlich häufig verbreitet. Aus den 30 häufigsten Diagnosen im ambulanten Sektor wurden für das vivesco Gesundheitsbarometer die zehn wichtigsten Krankheitsbilder herangezogen. Die Auswahl begründet sich zum einen in der Fokussierung auf sogenannte Volks- und Zivilisationskrankheiten und zum anderen auf weitere besonders häufig diagnostizierte Krankheiten. • Adipositas • Bluthochdruck • Depression • Diabetes • Erhöhtes Cholesterin • Herzerkrankungen • Osteoporose • Rückenleiden • Schlafstörungen • Sodbrennen Jedes einzelne Krankheitsbild wurde von den vivesco Apothekerinnen und Apothekern hinsichtlich seiner Entwicklung innerhalb der vergangenen zehn Jahre unter die Lupe genommen. Danach wurde bei allen eine Steigerung der Fallzahlen beobachtet. Die Ergebnisse im Überblick: Depression – In den Augen der Apothekerinnen und Apotheker zeigen Depressionen die gravierendste Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren. 97 Prozent von ihnen bestätigen, dass die Häufigkeit zugenommen hat. Über drei Viertel sprechen sogar von einer deutlichen Zunahme. Adipositas – Auch die Fettleibigkeit hat in Deutschland seit dem Jahr 2001 bis heute zugenommen. Das sehen 95 Prozent der Befragten so.


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Diabetes – Die Zahl der Zuckererkrankungen ist gestiegen. Die Mehrheit der befragten Apothekerinnen und Apotheker (63 Prozent) geht von einer deutlichen Zunahme aus, knapp ein Drittel (30 Prozent) von einer leichten Zunahme. Rückenleiden – Dass den Deutschen zunehmend der Rücken schmerzt, bestätigen 90 Prozent der Apothekerinnen und Apotheker – davon beobachteten 58 Prozent eine deutliche, 32 Prozent eine leichte Verschlechterung. Erhöhtes Cholesterin – 88 Prozent der befragten Apothekerinnen und Apotheker bescheinigen eine Zunahme des Krankheitsbildes in den vergangenen zehn Jahren. So sagen 47 Prozent der Befragten, die Probleme mit erhöhten Blutfettwerten haben deutlich zugenommen, 41 Prozent gehen von einer leichten Verschlechterung aus. Schlafstörungen – Immer mehr Deutsche finden schwer in den Schlaf. Zu diesem Schluss kommen 86 Prozent der Apothekerinnen und Apotheker. Jeder zweite von ihnen geht von einer deutlichen Zunahme von Schlafstörungen aus, gut ein Drittel von einer leichten. Bluthochdruck – Die Häufigkeit von Hypertonie hat ganz klar zugenommen. Das beobachtet die deutliche Mehrheit (85 Prozent) der Apothekerinnen und Apotheker (43 Prozent: leichte Verschlechterung; 42 Prozent: deutliche Verschlechterung). Herzerkrankungen – 73 Prozent der Apothekerinnen und Apotheker stellen eine Zunahme von Herzerkrankungen in den vergangenen zehn Jahren fest. Vergleichsweise wenige (28 Prozent) sprechen dabei von einer deutlichen Verschlechterung. Sodbrennen – 41 Prozent der Apothekerinnen und Apotheker berichten von einer leichten Zunahme von Sodbrennen im Zehnjahresvergleich; 28 Prozent sagen, die Häufigkeit hat deutlich zugenommen. Osteoporose – Laut Apothekermeinung ist die Zahl der an Knochenschwund Erkrankten in den vergangenen zehn Jahren gestiegen. 43 Prozent der Apothekerinnen und Apotheker sprechen von einer leichten, 17 Prozent von einer deutlichen Zunahme.


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Die Entwicklung der zehn wichtigsten Krankheitsbilder Angaben in Prozent Depression

21

76

Adipositas

28

67

Diabetes

30

63

Rückenleiden

32

58

Erhöhtes Cholesterin

41

47

Schlafstörungen

35

51

Bluthochdruck

43

42

Herzerkrankungen

45

28

Sodbrennen

41

28

Osteoporose

43

17

leicht zugenommen

deutlich zugenommen

„Psychische Erkrankungen“ werden aus Sicht der Apothekerinnen und Apotheker in der Zukunft eine sehr große Rolle spielen. Sie denken dabei besonders an Depressionen oder Burnout. Knapp ein Viertel (23 Prozent) der Apotheker nennt namentlich die Depression als das Krankheitsbild mit dem stärksten Wachstum.

¹ DALY = Disability Adjusted Life

Statement Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen

Year. „1“ DALY entspricht einem verlorenen gesunden Lebensjahr; d.h.

„Das vivesco Gesundheitsbarometer identifiziert ‚Depression‘ als

die DALY-Berechnung berücksichtigt

Krankheit mit dem größten Wachstumspotenzial. Das deckt sich mit

die durch einen vorzeitig eingetre-

der WHO-Einschätzung. Danach wird erwartet, dass die Depression

tenen Tod verlorenen Lebensjahre

im Jahr 2030 den ersten Platz im DALY-Ranking für beide Geschlechter

sowie die unter einer Behinderung

und alle Altersgruppen einnehmen wird. Bereits heute nimmt sie den

leidend verbrachten Lebensjahre.

zweiten Platz in der Altersgruppe der 15- bis unter 45-Jährigen ein.“


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Wie gesund ist Deutschland? Der Gesundheitsbarometer-Wert 2011 141 – das ist der Indexwert des vivesco Gesundheitsbarometers 2011. Danach hat sich der Gesundheitszustand der Deutschen in den vergangenen zehn Jahren signifikant verschlechtert. Wie funktioniert das vivesco Gesundheitsbarometer? Prof. Dr. Raffelhüschen und sein Team wählten den Gesundheitszustand im Jahr 2001 als Referenzpunkt. Der Index steht hier auf 100. Anschließend wurde der Wert des Gesundheitsbarometers basierend auf den Ergeb­ nissen der Apothekerbefragung berechnet; dabei wurden die Befragungsergebnisse entsprechend der WHO-Einschätzung 2 zur Krankheitsbelastung der einzelnen Krankheitsbilder ge-

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wichtet. Zur abschließenden Validierung wurden sowohl Medikamenten-Verkaufsstatistiken

heitslast basiert auf dem DALY-

der GESDAT als auch Fallzahlenstatistiken der WHO verwendet.

Konzept.

Die WHO-Berechnung der Krank-

Der Indexwert 141 signalisiert keine dramatische Verschlechterung. Trotzdem wird deutlich: Es geht uns heute gesundheitlich schlechter als noch vor zehn Jahren. Alle untersuchten Krankheitsbilder haben in ihrer Häufigkeit zugenommen.

GB2011 =

10

Ʃ i=1

DALYi Angabe des Apothekers zur Krankheit i × × 100) ( 10 3 Ʃ DALYi i=1

141 100

2001

2011

wobei Wert des Gesundheitsbarometers in 2011 GB2011 i Eine der zehn ausgesuchten Krankheitsbilder Anzahl der Disability – Adjusted – Life – Years DALYi im Jahr 2004 pro 100.000 Einwohner für das ausgesuchte Krankheitsbild i Angabe des Apothekers zur Krankheit i: 1 (deutliche Abnahme) bis 5 (deutliche Zunahme)

Vier von zehn Apothekerinnen und Apothekern gehen davon aus, dass sich der allgemeine Gesundheitszustand der Deutschen in Zukunft weiter verschlechtern wird. Das liegt vor allem an der fortschreitenden Überalterung der Gesellschaft. Umso positiver stimmt daher das Ergebnis, dass das Gesundheitsbewusstsein hierzulande steigt. Und auch für die kommenden zehn Jahre prognostizieren mehr als drei Viertel der Apothekerinnen und Apotheker einen leichten Aufwärtstrend.


sonderauswertung 2011


Depression

Adipositas


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Depression – Macht Leistungsdruck uns alle krank? Laut WHO sind weltweit rund 121 Millionen Menschen von Depressionen betroffen – einer Studie des Robert-Koch-Instituts zufolge leiden in Deutschland sechs Millionen Erwachsene an Depressionen. Die Krankheit ist eine der Hauptursachen für Arbeitsunfähigkeit weltweit. Im schlimmsten Fall führt sie zu Selbstmord. Man kann mittlerweile von einer Volkskrankheit sprechen, die sich in beruflichen Burnouts und Lebenskrisen niederschlägt. Ein hochrelevantes Thema also, mit dem sich vivesco im Rahmen des Gesundheitsbarometers auseinander­ gesetzt hat. Für eine angemessene medizinische Reaktion ist die Frage entscheidend: Wie hat sich die Anzahl der Patienten mit depressiven Erkrankungen in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren bis heute entwickelt? Das vivesco Gesundheitsbarometer liefert die aktuelle Antwort: 76 Prozent der befragten Apothekerinnen und Apotheker beobachten eine deutliche Zunahme depressiver Erkrankungen, 21 Prozent gehen von einer leichten Zunahme aus. Das ist insgesamt der höchste Häufigkeitswert im Gesundheitsbarometer. Auch die Daten der GESDAT sprechen eine deutliche Sprache: Denn danach haben sich die Absatz- und Umsatzzahlen für in Apotheken verkaufte Arzneimittel zur Behandlung depressiver Erkrankungen erkennbar gesteigert. Als wichtigste Auslöser für Depressionen sehen die Apothekerinnen und Apotheker Leistungsdruck, Überforderung und Alltagsstress. Ein starker Einfluss wird ebenfalls den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sowie der veränderten Wahrnehmung und genaueren Diagnostik des Krankheitsbildes zugeschrieben. Hervorzuheben ist, dass fast die Hälfte der Apotheker ausdrücklich berufliche Gründe als Ursache für die Zunahme von Depressionen nennt. Auch dieses Ergebnis deckt sich mit Statistiken und Daten der Gesundheitsbericht­erstattung des Bundes. Denn danach steigt der Anteil der an Depressionen erkrankten Personen im erwerbsfähigen Alter an. Ein positiver Trend: Depressionen sind heute kein Tabuthema mehr. Drei Viertel der Apothekerinnen und Apotheker beobachten einen etwas offeneren Umgang mit depressiven Erkrankungen als noch vor zehn Jahren. Trotzdem erwarten die Apotheker auch für die kommenden zehn Jahre eine ungebremste Fortsetzung des deutlichen Wachstumstrends depressiver Erkrankungen. Statement Stefan Zürn, vivesco Beirat und Apotheker „Wir bemerken, dass die Kunden heute viel direkter mit dem Thema Depression auf uns zukommen als noch vor einigen Jahren. Das heißt noch lange nicht, dass heute genauso frei über eine depressive Erkrankung gesprochen wird wie über einen Schnupfen. Aber ein offenerer Umgang ist zu spüren und das macht es uns erst möglich, unserem Anspruch gerecht zu werden, jeden Kunden individuell zu beraten.“


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Depression Auf dem Weg zur VOlkskrankheit

97%

der Apothekerinnen und Apotheker sagen, dass die Anzahl der Patienten mit de­pressiven Erkrankungen in den vergangenen zehn Jahren bis heute zugenommen hat.

ursachen

68% 46% 19%

Stress, Leistungsdruck, Überforderung und Ängste

berufliche Gründe

veränderte Gesellschaft, Lebensweise, Zeitgeist

10%

veränderte Wahrnehmung, Diagnostik

Kein Tabuthema mehr

Die Apothekerinnen und Apotheker beobachten einen etwas offeneren Umgang mit depressiven Erkrankungen als noch vor zehn Jahren – drei Viertel der Apotheker sagen, dass Patienten in der Apotheke heute weniger zurückhaltend über depressive Erkrankungen sprechen.

Trend

Für die nächsten zehn Jahre erwarten die Apotheker eine ungebremste Fort­setzung des deutlichen Wachstumstrends depressiver Erkrankungen.


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Adipositas – Deutschland verfettet immer mehr

Als „Globesity“ bezeichnet die WHO die globale Epidemie von Übergewicht und Adipositas mit ihren Folgeerkrankungen. Dabei handelt es sich um eine vom Normalgewicht um mehr als 20 Prozent abweichende Vermehrung der Körpermasse durch Zunahme des Depotfetts oder einem Body-Mass-Index größer als 30. Wenn auch die Ursachenforschung sehr umstritten ist, so tritt die Adipositas am häufigsten infolge von Überernährung und Bewegungsmangel auf. Adipositas ist eines der größten Gesundheitsprobleme in vielen Teilen der Erde und stellt das weltweit fünftgrößte Sterberisiko dar. Seit 1980 hat sich die Anzahl Adipöser weltweit verdoppelt – einer von zehn Erwachsenen der Weltbevölkerung leidet unter Fett­ leibigkeit. In Deutschland sind es laut Angaben der Gesundheitsberichterstattung des Bundes zwölf Millionen Menschen. Nahezu alle befragten vivesco Apothekerinnen und Apotheker sagen, dass das Problem in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren zugenommen hat. Zwei Drittel sprechen von einer von deutlichen Zunahme, 28 Prozent von einer leichten negativen Veränderung. Die Gründe sehen 57 Prozent im Konsum von Fastfood sowie in Fehl- und übermäßiger Ernährung. Auch Bewegungsmangel und ein sich veränderndes Freizeitverhalten – PC statt Sport – machen mehr als 40 Prozent der Apothekerinnen und Apotheker für die deutliche Zunahme der Fettleibigkeit verantwortlich. Besorgniserregend: Laut Einschätzung von 64 Prozent der befragten Apothekerinnen und Apotheker nimmt der Anteil der Kinder, die an Adipositas leiden, stetig zu. Das deckt sich 3

KiGGS: Studie des Robert-Koch-

mit den Ergebnissen der KIGGS-Studie.3 Danach waren in Deutschland im Jahr 2006 etwa

Institutes zur Gesundheit von Kindern

6,3 Prozent aller Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 17 Jahren adipös. Der Anteil hat

und Jugendlichen in Deutschland.

sich im Vergleich zur Generation davor verdoppelt, wobei es keine erkennbaren Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen gibt. Und das Problem wird weiter bestehen: 90 Prozent der Apothekerinnen und Apotheker erwarten auch für die nächsten zehn Jahre eine Zunahme der Fettleibigkeit.


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Adipositas deutschland verfettet immer mehr

95% der Apothekerinnen und Apotheker geben an, dass das Krankheitsbild Adipositas in den vergangenen zehn Jahren zugenommen hat.

Ursachen

57% 43% 19%

Fastfood, Fehl- und übermäßige Ernährung

Bewegungsmangel, Freizeitverhalten (TV, PC) Familienstruktur, gesellschaftliche Veränderungen, Lebensweise, soziale Umstände

7%

Veränderung des Lebensmittelangebotes und der Verfügbarkeit

Mehr Kinder Und Jugendliche

64% der Apothekerinnen und Apotheker schätzen, dass der Anteil der Kinder, die an Adipositas leiden, zunimmt.

Trend

Auch für die nächsten zehn Jahre erwarten rund 90 Prozent der Apotheker eine Fortsetzung des Wachstumstrends.


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Fazit Das vivesco Gesundheitsbarometer hat, ausgehend von den zehn wichtigsten Krankheits­ bildern hierzulande, erstmalig gezeigt, wie sich der Gesundheitszustand der Deutschen in den vergangenen zehn Jahren entwickelt hat. Die Kernaussage: Wir sind heute weniger gesund als noch vor zehn Jahren. Insbesondere Krankheitsbilder wie Depression und Adipositas haben deutlich zugenommen und werden auch in den kommenden Jahren eine wesentliche Rolle spielen. Das ist ein Grund zur Besorgnis – und ein Anlass zum Handeln. Dabei können wir uns allerdings einen positiven Trend zunutze machen: Denn das Gesundheitsbewusstsein der Deutschen nimmt zu. vivesco Geschäftsführer Thomas Hofmann sagt: „Die Ergebnisse des vivesco Gesundheitsbarometers zeigen, bei welchen Krankheiten besonderer Handlungsbedarf besteht. Den Apothekerinnen und Apothekern liefern sie Erkenntnisse darüber, wo sie mit ihrer Beratungsleistung heute und in Zukunft besonders gefordert sind. Denn weil sie nahe am Kunden sind, können sie auch viel für die Gesundheit ihrer Kunden tun. Dies ist auch der Kern des Lebensbegleiterkonzeptes der vivesco: nämlich die Menschen je nach Gesundheitszustand und persönlichen Zielen individuell zu beraten.“ vivesco wird das Gesundheitsbarometer von nun an jährlich aktualisieren. Dabei wird uns der Index anzeigen, wie sich der Gesundheitszustand der Deutschen weiter entwickelt. Aktueller als jede andere Studie bietet das Gesundheitsbarometer auf der Basis des Apothekerwissens eine klare Orientierung, wohin sich Deutschlands Gesundheit entwickelt.


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Über vivesco Die vivesco Apotheken-Partner GmbH ist eine Kooperation, die aus rund 1.100 Apotheken mit 9.000 Mitarbeitern in ganz Deutschland besteht. Seit 2010 treten alle vivesco Apotheken mit der Botschaft „Wir wollen Sie gesund.“ auf. Der Claim ist dabei mehr als ein semantischer Kniff. In erster Linie sagt er aus, was für vivesco Apothekerinnen und Apotheker im Mittelpunkt steht: die Gesundheit ihrer Kunden zu erhalten und wiederherzustellen. Dabei gibt es für vivesco nicht nur „die Gesundheit“, sondern viele „Gesundheiten“. Denn Gesundheit hat für jeden eine völlig andere Bedeutung. Die Apotheker verstehen sich als Gesundheitsberater, die ihren Kunden dabei helfen, gesund zu werden oder noch besser: erst gar nicht krank zu werden. Das Lebensbegleiterprinzip trägt vivesco auch ins Social Web. Auf Facebook, Twitter und YouTube tritt die Apothekenkooperation direkt mit Endverbrauchern in den Dialog. vivesco ist eine 100-prozentige Tochter der Andreae-Noris Zahn AG (ANZAG). Der Pharmagroßhändler ANZAG sichert das Konzept und investiert damit in die selbstständige Apotheke. Dadurch kann sich die vivesco ganz auf die Bedürfnisse der Apotheker konzentrieren und ihre Dienstleistungen und Services entsprechend ausrichten. Mehr dazu unter www.vivesco.de und www.facebook.de/vivesco.


Kontakt Für Fragen zum vivesco Gesundheitsbarometer sowie zu Details, die über die hier publizierten Ergebnisse hinausgehen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Sprechen Sie uns an: vivesco Apotheken-Partner GmbH Thomas Graf, Pressesprecher Telefon: +49 (0) 69 / 71 91 85-124 Fax: +49 (0) 69 / 77 06 38-115 E-Mail: thomas.graf@vivesco.de Solmsstraße 25 60486 Frankfurt am Main MSL Germany Heiko Geibig Telefon: +49 (0) 69 / 66 12 456-8379 Fax: +49 (0) 69 / 66 12 456-8399 E-Mail: heiko.geibig@mslgroup.com Otto-Meßmer-Straße 1 60314 Frankfurt am Main


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