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Re_Imaging Africa 2013

WWW.AFRIKAMERA.DE

12 —17 NOVEMBER KINO ARSENAL BERLIN

PRÄSENTIERT VON


RE_Imaging AFRICA 2013

IN KOOPERATION MIT

FĂ–RDERER Ambassade du burkina faso en allemagne

Podiumsdiskussion

iN weiterer Kooperation mit

Partnerfestivals

Medienpartner und weitere Partner


AFRIKAMERA PRÄSENTIERT: RE_IMAGING AFRICA 2013

Von Ouagadougou bis Antananarivo hat sich in den letzten Jahren eine lebhafte Festivalszene entwickelt. Das burkinische FESPACO oder das tunesische JCC haben es bereits geschafft, sich einen festen Platz als Treffpunkte der globalen Filmszene zu erarbeiten. Jüngere Filmfestivals wie das madagassische Kurzfilmfestival RENCONTRES DU FILM COURT oder das COMOROS INTER­ NATIONAL FILM FESTIVAL (CIFF) sind auf dem Weg dorthin. Festivals haben sich als Schaufenster für aktuelles Kino aus Afrika und als Sprung­ bretter für junge afrikanische Filme­macher etabliert. Gleichzeitig eröffnen immer mehr Filmschulen, die es jungen afrikanischen Filmemachern ermöglichen sollen, eigene Visionen vom afrikanischen Kino zu ent­wickeln und umzusetzen. In diesem ­Zusammenhang gewinnen strategische Partnerschaften zwischen Film­festivals und Filmschulen eine immer größere Bedeutung. Aus diesem Grund hat toucouleur e.V. das auf drei Jahre angelegte Projekt RE_IMAGING AFRICA: Issues, Perspectives and Utopias of Contemporary African Cinemas initiiert.

Die im Zeitraum von November 2013 bis März 2015 stattfindenden Film-, Wort- und Seminarveranstaltungen stellen die Förde­ rung der Austauschbeziehungen zwischen ausgewählten Filmfestivals und Filmschulen in Deutschland und in den afrikanischen

Ländern in den Mittelpunkt. Ein zentraler Baustein des Projekts ist das Austausch­ programm „Moving Images, Moving Experiences“ zwischen afrikanischen Filmschulen und deutschen Filmhochschulen, das im Jahr 2014 starten soll. Spielorte von RE_IMAGING AFRICA sind neben Berlin und Kassel (Dokfilmfest) auch die Partnerfestivals in den afrikanischen Ländern. Zum Auftakt werden im Kino Arsenal vier mit den Partnern in Afrika bilateral kuratierte Filmprogramme zu Themen präsentiert, die die „Post Independence Generation“ junger afrikanischer Filmemacher heute bewegen, darunter sind einige Deutschlandpremieren. Das Thema Auswanderung und Identität zieht sich wie ein roter Faden durch den afrikanischen Film. Das gemeinsam von AFRIKAMERA – AKTUELLES KINO AUS AFRIKA mit dem FESPACO kuratierte Programm präsentiert neben Klassikern des Genres wie GITO THE UNGRATEFUL (16.11.) auch jüngere Filme zum Thema wie ESPOIR VOYAGE (16.11.). Hier macht sich der burkinische Regisseur Michel K. Zongo auf eine persönliche Spurensuche nach seinem älteren Bruder Joanny, der in der Elfenbeinküste sein Glück versuchte und dort verschwand. Filme zum Themenkomplex „Africa in Tran­sition“ werden gemeinsam mit dem tunesi­ schen Festival JOURNEES CINEMATOGRAPHIQUES DE CARTHAGE (JCC) vorgestellt – beheimatet in dem nordafrikanischen Land, in dem die sogenannte „Arabellion“ begann. Während C´EST EUX LES CHIENS (13.11.) von den Um­ brüchen in Marokko erzählt, führt die Dokumentation ATALAKU (17.11.) mitten hinein in den Präsidentschaftswahlkampf in der Demokratischen Republik Kongo im Jahre 2012. RE_Imaging AFRICa 2013, 12 —17 November

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Das von Laza (RENCONTRES DU FILM COURT (RFC)) gemeinsam mit Mohamed Saïd Oumar (COMOROS INTERNATIONAL FILM FESTIVAL (CIFF))

zusammengestellte Programm richtet den Fokus auf die Filmszene der ostafrikanischen Inseln, einer Region, die auf der Landkarte des Weltkinos bislang noch weitgehend unbekannt ist. Gezeigt werden unter anderem aktuelle African Island Shorts (15.11.) als Deutschlandpremiere. Das ebenfalls von Laza kuratierte Programm „Africa for the Future“ stellt eine Auswahl von innovativen Kurzfilmen aus Tunesien, Gabun, Südafrika und Sambia vor, die sich durch eine Filmsprache jenseits sozialrealis­ tischer Nüchternheit auszeichnen. Mit Jean-Pierre Bekolo ist einer der großen Visionäre des aktuellen Kinos aus Afrika zu Gast. Die Vorstellung Ousmane Sembènes erweiternd, mit Hilfe des Kinos das Bewusst­ sein und damit Gegenwart zu entwickeln und zu verändern, begreift Bekolo Kino als „imaginative space“ für die Entwicklung von Ideen. Er stellt zum Abschluss von RE_IMAGING AFRICA seinen neuesten Film LE PRESIDENT vor, der aus Angst vor Repres­ sionen erst einmal auf dem afrikanischen Kontinent gezeigt werden konnte. Neben den Filmprogrammen steht der Samstag (16.11.) im Zeichen des ganztägi­gen Symposiums „The Art of Collaboration“.

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RE_ImaginG AFRICa 2013, 12 —17 November

Eingeladen sind Akteure aus Kultur, Politik, Medien und Zivilgesellschaft, die sich mit den Entwicklungen auf dem afrikanischen Kontinent befassen und diese unterstützen: Kulturschaffende, Journalisten und Mitglie­ der von NGOs, genauso wie Vertreter der beteiligten Filmschulen und Filmfestivals. Diskutiert werden neue Modelle und Wege der partnerschaftlichen Kooperation zwischen Filmakteuren in Deutschland und afrikanischen Ländern sowie die Frage, wie über das Medium Film neues Engagement für deutsch-afrikanische Partnerschaften generiert werden kann. Das Symposium findet statt in Koopera­ tion mit dem COMENGA-Programm der Stiftung Partnerschaft mit Afrika e.V. mit finanzieller Unterstützung des Bundesminis­ teriums für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) und der HeinrichBöll-Stiftung. Im Anschluss darf gefeiert werden: RE_IMAGING AFRICA und INTERFILM laden am Samstag (16.11.) zu einer gemeinsamen FESTIVALPARTY in den Grünen Salon (Volksbühne) in Berlin-Mitte. Wir freuen uns auf ein spannendes Festival!

Moussa Sawadogo, Florian Wachinger, Uta Rüger, Koffi Kan Kra (AFRIKAMERA)


Programm 12—17 November 2013 Dienstag, 12. November 20.00 RE_IMAGING AFRICA Eröffnung Virgem MargarIda Licínio Azevedo Mosambik / Frankreich / Portugal In Anwesenheit von Pedro Pimenta (Produzent)

2012

Blu Ray

OmU

90 min

Mittwoch, 13. November 19.00 Imbabazi The Pardon Joel Karekezi Ruanda 2013 DCP engl. OF 73 min In Anwesenheit des Regisseurs 20.45 C´est eux les chiens Hicham Lasri Marokko 2013 DCP OmE 85 min

Donnerstag, 14. November 19.00 Africa for the Future Kurzfilme aus Tunesien, Gabun, Südafrika und Sambia (2012 / 2013) DVD engl. OF I OmE Deutschlandpremiere In Anwesenheit von Laza, Rencontres Du Film Court Madagascar (RFC) 21.00 l’ivresse d’une oasis   Hachimiya Ahamada Komoren 2011 DVD OmE 88 min Deutschlandpremiere In Anwesenheit von Mohamed Saïd Ouma, Comoros International Film Festival (CIFF)

Freitag, 15. November 18.30 African Islands Shorts Kurzfilme von den Komoren, Mauritius, Madagaskar (2012 / 2013) DVD Deutschlandpremiere In Anwesenheit von Mohamed Saïd Ouma (CIFF) und Laza (RFC) 20.30 Les enfants de Troumaron Harrikrisna + Sharvan Anenden Mauritius 2012 DCP OmE 93 min In Anwesenheit von Harrikrisna Anenden

OmE

88 min

85 min

Samstag, 16. November 09.30 RE_IMAGING AFRICA: Symposium THE ART OF COLLABORATION mit Peter Rorvik, Executive Director African Arts Institute und Gründer des African Festival Networks AFRIFESTNET, Südafrika; Claire Diao, Féderation Africaine de la Critique Cinématographique (FACC), Frankreich / Burkina Faso; Mohamed Saïd Ouma, Comoros International Film Festival (CIFF),  Komoren; Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Institut für Kulturpolitik , Universität Hildesheim; Eric van Grasdorff, AfricAvenir International, Berlin Begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldung unter info@afrikamera.de

RE_Imaging AFRICa 2013, 12 —17 November

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Programm

18.00 Yema Djamila Sahraoui Algerien / Frankreich 2012 DCP OmE 93 min 20.00 Espoir Voyage Michel K. Zongo Burkina Faso / Frankreich 2011 DigiBeta OmE 81 min In Anwesenheit von Christian Lelong (Produzent) 21.30 Gito, the Ungrateful Léonce Ngabo Burundi / Frankreich 1992 BetaSP OmE 90 min In Anwesenheit des Regisseurs 23.00 Interfilm & RE_IMAGING AFRICA Festival Party Grüner Salon (Volksbühne), Berlin-Mitte

Sonntag, 17. November 17.00 Aya de Yopougon Marguerite Abouet + Clément Oubrerie Frankreich 2013 DCP OmE 84 min Deutschlandpremiere Atalaku 19.00 Dieudo Hamadi Demokratische Republik Kongo / Frankreich 2013 DCP OmE Deutschlandpremiere In Anwesenheit des Regisseurs 20.30 Le Président Jean Pierre Bekolo Kamerun / Deutschland 2013 HDCAM OmU 62 min In Anwesenheit des Regisseurs

Festivalkino und TicketS RE_IMAGING AFRICA 2013

12 — 17 November 2013 im Kino Arsenal, Potsdamer Str. 2, 10785 Berlin Eintrittspreise

Erwachsene: 7,50 Euro Arsenalmitglieder: 5 Euro Kinder: 3 Euro Berlin-Pass: 3 Euro Kartenvorbestellung Arsenal

030  26955100 ticket@arsenal-berlin.de www.arsenal-berlin.de Infos zum Programm

www.afrikamera.de 6

RE_ImaginG AFRICa 2013, 12 —17 November

60 min


Di 12 NOV 20.00

MI 13 NOV 19.00

RE_IMAGING AFRICA: ERÖFFNUNG Virgem MargarIdA

Imbabazi

von Licínio Azevedo

von Joel Karekezi

Mosambik / Frankreich / Portugal Blu Ray

OmU

2012

90 min

The Pardon

Ruanda

2013

DCP

engl. OF

73 min

In Anwesenheit des Regisseurs

In Anwesenheit von Pedro Pimenta (Produzent)

Mosambik im Jahr 1975, kurz nach Erlangung der Unabhängigkeit des südostafrikanischen Staates von Portugal. Im Zuge der revolutio­ nären Wirren wird die 16-Jährige Margarida als vermeintliche Prostituierte festgenommen und in ein staatliches Umerziehungslager gebracht. Gemeinsam mit anderen Frauen soll sie dort in einem harten Trainingspro­ gramm im „revolutionären Geist“ umerzogen und zu einer „neuen“ Frau geformt werden. Nach einiger Zeit beginnen die inhaftierten Frauen, sich gegen die Unterdrückung unter dem Deckmantel sozialistischer Ideologie zu wehren... Das geschichtspolitische Drama gewann beim französischen Amiens International Film Festival 2012 den Publikumspreis.

Ruanda im Jahr 1994: Manzi und Karemera sind die besten Freunde. Als das Land nach dem tödlichen Flugzeugabsturz von Präsident Habyarimana in einen grausamen ethni­ schen Bürgerkrieg zwischen der Hutu-Mehr­ heit und den Tutsi abdriftet, muss sich Manzi zwischen Freundschaft und Familie ent­ scheiden – und Karemera muss dafür teuer bezahlen. Die Freundschaft der beiden zerbricht. 15 Jahre nach dem Genozid wird Manzi aus dem Gefängnis entlassen. Während er selbst mit dem hadert, was er getan hat, will Karemera ihn so schnell wie möglich wieder hinter Gittern sehen. IMBABAZI erzählt eindrücklich vom Kampf der ruandischen Gesellschaft um Gerechtigkeit und Vergebung.

Präsentiert vom FESPACO Festival (Burkina Faso).

Präsentiert vom FESPACO Festival (Burkina Faso).

Licínio Azevedo ist Autor und Regisseur. Der gebürtige Brasilianer wanderte in den 1970er Jahren nach Mosambik aus. Am neu gegründeten Nationalen Filminstitut arbeitete er mit Ruy Guerra und Jean-Luc Godard zusammen. Heute ist er freier Filmemacher und Mitbegründer der größten mosambikanischen Produktionsfirma Ebano Multimedia. Seine zahlreichen Produktionen wurden weltweit mit Preisen ausge­ zeichnet. Virgem Margarida ist sein erster langer Spielfilm.

Joel Karekezi, selbst ein Überlebender des Völker­ mords in Ruanda, machte im Jahr 2008 sein RegieDiplom an der Fernakademie Cinecours. Ursprünglich als Kurzfilm konzipiert, gewann The Pardon beim Amakula Film Festival in Kampala / Uganda den Golden Impala Award, 2010 wurde er beim African Film Festival im Silicon Valley in Kalifornien ausgezeich­ net. Mit seiner eigenen Firma Karekezi Film Production will der Regisseur afrikanische Filme weltweit einem Publikum zugänglich machen. RE_Imaging AFRICa 2013, 12 —17 November

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Mi 13 NOV 20.45

DO 14 NOV 19.00

C´est eux les chiens

Africa for the Future

von Hicham Lasri Marokko

2013

Kurzfilme aus Tunesien, Gabun, Südafrika und DCP

OmE

85 min

Sambia (2012 / 2013)

DVD

engl. OF I OmE

88 min

Deutschlandpremiere

Ein Fernsehteam dreht in den Straßen Casablancas einen Film über die sozialen Bewegungen Marokkos im Zuge der Ara­ bischen Rebellion und hat dabei mit der Polizei und Kriminellen zu kämpfen. Dabei fällt der Crew ein Mann ins Auge, der in­mitten des Chaos verwirrt und verloren zu sein scheint. Die Fernsehleute wittern eine Story und heften sich an seine Fersen. Seine aufreibende Geschichte führt sie zurück ins Jahr 1981, als Marokko schon einmal von Unruhen erschüttert wurde.

In Anwesenheit von Laza (Rencontres Du Film Court MadagasCar (RFC)

Unter dem Titel AFRICA FOR THE FUTURE hat Laza eine Auswahl innovativer Kurzfilme aus vier verschiedenen afrikanischen Ländern zusammengestellt – aktuelles Kino aus Afrika als ein „imaginative space“ für die Entwicklung. Sabbat El Aid von Anis Lassoued (Tunesien) erzählt die Geschichte des neunjährigen Nader, einem besessenen Läufer, der in einem Laden Turnschuhe mit Flügeln entdeckt...

Präsentiert vom tunesischen Festival Journées Cinématographiques de Carthage (JCC). Hicham Lasri, geboren 1977 in Casablanca, erhielt als Autor von Romanen und Theaterstücken zahl­ reiche Auszeichnungen. Als Drehbuchautor arbeitet er mit Regisseuren wie Omar Chraîbi, Taieb Louhichi und Nabil Ayouch zusammen. Seit 2002 dreht er Filme.

In Dialemi von Nadine Otsobogo (Gabun) findet ein Bildhauer seine künstlerische Inspiration erst wieder, als eine mysteriöse Frau in sein Leben tritt. In Kayne Kayne ist ein südafrikanisches Township durch einen Apfelstreit entzweit. Die Befürworter des grünen Apfels stehen den Anhängern des roten Apfels gegenüber. Eines Tages bricht Thomas, ein Junge von der grünen Seite, mit den Regeln und verliebt sich in Thandi, einem Mädchen von der roten Seite. Ein Film von Miklas Manneke (Südafrika). Als er zeigen will, dass er ein Held ist, passiert Mwansa das Unverzeihliche: Er zerbricht versehentlich die Tonpuppe seiner älteren Schwester Shula. In Mwansa the Great von Rungaro Nyoni (Sambia) muss Mwansa die Puppe nicht nur reparieren – er muss vor allem beweisen, dass er wirklich Mwansa der GroSSe ist.

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Do 14 NOV 21.00

FR 15 NOV 18.30 / 20.30

L’ivresse d’une oasis

African Islands Shorts

Von Hachimiya AhamadA Komoren

2011

DVD

OmE

18.30

Kurzfilme von den Komoren, Mauritius, 88 min

Madagaskar (2012 / 2013)

DVD

OmE

85 min

Deutschlandpremiere

Deutschlandpremieren

In Anwesenheit von

In Anwesenheit von Mohamed Saïd Ouma,

Mohamed Saïd Ouma (CIFF) und Laza (RFC)

Comoros International Film Festival (CIFF)

Auf den Komoren nennt man die Ausgewanderten „Je Viens“ und die Dageblie­benen „Je Reste“. Wie alle „Je Viens“ kehrt der Vater der Regisseurin Hachimiya Ahamada 1991 für einige Wochen in sein Heimatdorf zurück, um ein Haus für seine Familie zu bauen. Mit einer VHS-Kassette informiert die Familie über den Stand der Bauarbeiten. Doch bis heute ist das Haus nicht bezugsfertig. Hachimiya Ahamada, geboren 1976 in Frankreich, entdeckt mit 21 Jahren das Heimatland ihrer Eltern: die Komoren. Nach einigen dokumentarischen Porträts im Rahmen eines Video-Workshops in Dunkerque studiert sie Film am Institut National Supérieur des Arts du Spectacle (INSAS) in Brüssel, wo sie 2004 ihr Diplom macht. Ihr Kurzfilm The Ylang Ylang Residence (2011) gewann zahlreiche Preise, unter anderem beim Quintessence Festival Ouidah und beim Francophone Festival of Vaulx in Velin. L’ivresse D’une oasis ist ihr erster Langfilm.

Das Filmschaffen der ostafrikanischen Inseln ist noch weit­gehend unentdeckt. Der Leiter des CIFF, Mohamed Saïd Ouma, stellt erstmals in Deutschland eine Auswahl aktueller AFRICAN ISLANDS SHORTS vor. Les enfants de Troumaron

20.30

von Harrikrisna + Sharvan Anenden Mauritius

2012

DCP

OmE

93 min

in Anwesenheit von Harrikrisna Anenden

Der Alltag der Teenager Sadiq, Eve, Clelio und Savita in Troumaron, einem Armenviertel von Port-Louis, ist von Arbeitslosigkeit, Armut und Gewalt geprägt. Als Savita und Eve einen Plan schmieden, Troumaron zu verlassen, glimmt Hoffnung auf. Doch der Plan scheitert... Präsentiert von AFRIKAMERA. Harrikrisna Anenden wurde 1947 auf Mauritius geboren. Nachdem er sich 30 Jahre lang mit Dokumentarfilmen beschäftigt hat, wendet er sich mit Les enfants de Troumaron der Fiktion zu. Sharvan Anenden, Jahrgang 1984, studierte Visuelle Kommunikation in London und drehte mehrere kurze Animationsfilme und Werbespots.

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Sa 16 NOV 9.30 –17.00 RE_IMAGING AFRICA 2013: SYMPOSIUM THE ART OF COLLABORATION Begrenzte Teilnehmerzahl Anmeldung unter: info@afrikamera.de organisiert von toucouleur e.v. (Afrikamera) in Kooperation mit dem COMENGA-Programm der Stiftung Partnerschaft mit Afrika e.v. mit finanzieller Unterstützung des Bundesministe­ riums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Heinrich-Böll-Stiftung.

Das aktuelle Kino aus Afrika erlebt in den letzten Jahren einen Aufschwung. Filmfestivals spielen im Zusammenhang mit der Produktion und Distribution dieser neuen Filme eine immer größere Rolle. Sie sind Sprungbretter für die „Post Independence Generation“ junger afrikanischer Filmemacher, Plattformen des Austausches und Geburtsorte neuer Projektideen. Im letzten Jahrzehnt wurden zunehmend mehr Festivals und Filmschulen gegründet. Sie schaffen jungen afrikanischen Filmemachern eine Plattform eigene Visionen vom afrikanischen Kino zu entwickeln und umzusetzen. In diesem Zusammenhang gewinnen strategische Partnerschaften zwischen Filmschaffenden in Deutschland und Afrika sowie anderen europäischen Staaten eine immer größere Bedeutung. Im Zuge des Symposiums sollen mögliche neue Modelle und Wege der partnerschaft­ lichen Kooperation zwischen Film­akteuren in Deutschland und Afrika diskutiert und erarbeitet werden. Was können Festivalnetz­ werke leisten, um die Sichtbarkeit des aktuellen afrikanischen Kinos auf dem Kontinent selbst und in Deutschland / Europa zu stärken? Wie können Barrieren zwischen französischen und englischen Netzwerken überwunden und deutsche Filmfestivals eingebunden werden? Wie muss die Zusammenarbeit gestaltet sein, damit beide Seiten davon profitieren? Und was ist notwendig, um die Verknüpfung zwischen deutschen und afrikanischen Filmschulen zu verbessern, das 10

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professionelle Know-How afrikanischer Filmschaffender zu stärken und neue Talente zu fördern? Dabei gilt besondere Aufmerksam­ keit der Frage, welche Rolle zivilgesellschaft­ lichen Initiativen in diesem Zusammenhang zukommt: Wie können diese unterstützen und welche konkreten Kooperationsmodule sind denkbar? Wie kann über das Medium Film neues Engagement für deutsch-afrika­ nische Partnerschaften generiert werden? Eingeladen sind Akteure aus Kultur, Politik, Medien und Zivilgesellschaft, die sich mit den Entwicklungen auf dem afrikanischen Kontinent befassen und diese unterstützen: Kulturschaffende, Journalisten und Mitglieder von NGOs, genauso wie Vertreter der beteiligten Filmschulen und Filmfestivals. Keynotes / Hosts: Claire Diao arbeitet als Kritikerin und Autorin mit Schwerpunkt Aktuelles Kino aus Afrika (Afrik.com, Clap Noir, Africultures sowie Africiné ). Diao ist Mitglied der Féderation Africaine de la Critique Cinémato­ graphique (FACC) sowie der Association des Critiques de Cinéma Burkinabè (ASCRIC-B). Prof. Dr. Wolfgang Schneider ist Direktor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls „Cultural Policy for the Arts in Development“ (Kulturpolitik für die Künste innerhalb gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse). Peter Rorvik (Südafrika) ist Generalsekretär des Arterial Networks, einem zivilgesellschaftlichen Netzwerk, bestehend aus Künstlern, Aktivisten und NGOs, das 2007 zur Stärkung des Kultur- und Kreativsektors in den afrikanischen Ländern gegründet wurde. Als Direktor des südafrikanischen Centre for Creative Arts (CCA) leitete er von 1999 – 2012 unter anderem das Durban International Film Festival (DIFF) und initiierte dort in Zusammenarbeit mit der Berlinale den Talent Campus Durban. Mohamed Saïd Ouma ist künstlerischer Leiter des Comoros International Film Festival (CIFF) sowie seit 2004 Co-Organisator des International African Film Festival of Africa and the Islands (FIFAI) in Réunion Island. Er arbeitet zudem als Journalist und Dokumen­ tarfilmer (u.a. Le mythe de la cinquième île, 2007). Der Politikwissenschaftler Eric van Grasdorff arbeitet in der Kommunikationsabteilung der südafrikanischen Botschaft in Berlin und ist Vorsitzender der deutschen Sektion von AfricAvenir International e.V.. Seit mehr als 10 Jahren organisiert er eine monatliche Filmreihe, die sich systematisch mit dem filmischen Schaffen in Afrika auseinandersetzt.


Stiftung Partnerschaft mit Afrika e.V. www.german-african-partnership.org Die Stiftung Partnerschaft mit Afrika e.V. ist eine Non-Profit-Organisation mit dem Ziel, eine nachhaltige, partnerschaftliche Zu­ sammen­­­arbeit zwischen zivilgesellschaft­ lichen Akteuren in Deutschland und Afrika

zu etablieren. Wir möchten zu einer differenzier ten Wahrnehmung der vielfältigen ­politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebensrealitäten auf beiden ­Seiten beitragen.

COMENGA www.comenga.net Commitment und Engagement für starke deutsch-afrikanische Partnerschaften, das ist die Idee von COMENGA. Die Stiftung Partner­schaft mit Afrika e.V. hat das auf drei Jahre (2013-2015) angelegte Programm ­e ntwickelt und setzt es im Rahmen der ­Afrika-Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) um. COMENGA vernetzt ­engagierte Menschen in Deutschland und Afrika. Partnerschaften werden gestärkt und neue Verbindungen geschaffen. In verschiedenen Alltagsbereichen (Aktionsräumen) sollen gemeinsam Modelle entwickelt werden, die par tnerschaftlich umsetzbar sind. ­Deutsche und afrikanische Akteure tauschen sich über Erfahrungen aus und vermitteln

­ egenseitig Kompetenzen. Ideen entstehen, g Strategien werden formuliert und innovative Projekte gemeinschaftlich umgesetzt. ­C OMENGA begleitet und unterstützt den ­Planungs- und Umsetzungsprozess. Machen Sie mit! Unsere neun Aktionsräume sind: 1. Schule 2. Wirtschaft und berufliche Bildung 3. Zivilgesellschaft 4. Sport 5. Hochschule 6. Medien 7. Kunst und Kultur 8. Außerschulische Jugendbildung 9. Frühkindliche Bildung


SA 16 NOV 18.00

SA 16 NOV 20.00

Yema

Espoir Voyage

Von Djamila Sahraoui Algerien / Frankreich

von Michel K. Zongo 2012

DCP

OmE

93 min

Burkina Faso / Frankreich OmE

YEMA ist das eindrückliche Portrait einer Mutter, die sich nach dem Tod ihres Sohnes Tarik in ein verlassenes Haus mit Garten in die algerischen Berge zurückzieht. Ihr zweiter Sohn Ali, der am Tod Tariks eine Mitschuld trägt, versucht sich der Mutter anzunähern. Die Regisseurin Djamila Sahraoui, die auch die Hauptrolle spielt, zeichnet die Folgen des Kampfes zwischen der algerischen Regie­ rung und islamistischen Gruppen nach, dessen Front mitten durch die Gesellschaft und Familie verläuft. YEMA wurde mit mehre­ ren Preisen ausgezeichnet, unter anderem beim DUBAI INTERNATIONAL FILM FESTIVAL und dem diesjährigen FESPACO. Präsentiert vom tunesischen Festival JCC. Djamila Sahraoui wurde in Algerien geboren und studierte Literaturwissenschaften in Algier. Am Institut des hautes études cinematographiques (IDHEC) in Paris absolvierte sie ein Regiestudium. Immer wieder setzt sie sich in ihren Filmen mit Frauenrollen im alltäglichen Krieg um Algerien auseinander – wie in Barakat! (2005).

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RE_ImaginG AFRICa 2013, 12 —17 November

2011

DigiBeta

81 min

In Anwesenheit von Christian Lelong (Produzent)

In ESPOIR VOYAGE begibt sich der burkinische Regisseur Michel Zongo mit der Kamera auf eine persönliche Spurensuche nach seinem älteren Bruder Joanny, der das Heimatdorf mit nur 14 Jahren verließ und an der Elfen­ beinküste sein Glück versuchte. Wie lebte Joanny? Warum starb er? Mit der Geschichte seines Bruders erzählt Zongo auch die Geschichte innerafri­ kanischer Arbeitsmigration und reflektiert dabei die Folgen: den Zusammenhalt sowie die Konflikte der Wanderarbeiter und die Sorgen der zurückgelassenen Familien, die oft monatelang keine Nachricht vom Verbleib ihrer Nächsten erhalten. Präsentiert vom FESPACO Festival (Burkina Faso). Michel K. Zongo wurde 1974 in Burkina Faso geboren. Er begann seine Karriere beim Film als Kameramann und Regieassistent. Von 2003 bis 2008 war er für die Einrichtung Cinomade in Burkina Faso tätig, die sich der politischen Aufklärungsarbeit mit den Mitteln des Kinos widmet. 2009 führt er mit seinen Kurzfilmen Ti Tiimou und Sibi, l’âme du violon erstmalig Regie. Sein erster langer Film Espoir Voyage lief bei der Berlinale 2012 beim Internationalen Forum des Jungen Films.


SA 16 NOV 21.30

SO 17 NOV 17.00

Gito, the Ungrateful

Aya de Yopougon

Von Léonce Ngabo Burundi / Frankreich

von Marguerite Abouet + Clément Oubrerie 1992

BetaSP

OmE

90 min

Frankreich

2013

DCP

OmE

84 min

In Anwesenheit des Regisseurs

Deutschlandpremiere

Auswanderung und die Suche nach der eigenen Identität sind nach wie vor zentrale Fragen für afrikanische Filmemacher. Gito von Leónce Ngabo ist eine frühe Komödie zum Thema. Nach seinem Studienaufenthalt in Frankreich beschließt Gito, in seine Heimat Burundi zurückzukehren – nicht ohne seiner französischen Freundin vorher zu verspre­ chen, dass er sie nachholt, sobald er Minister ist. Doch selbstverständlich läuft nichts nach Plan, beruflich kommt er keinen Schritt weiter. Stattdessen wendet er sich wieder seiner Jugendliebe zu, was seiner Freundin in Paris gar nicht gefällt.

Der auf dem gleichnamigen Erfolgscomic basierende Animationsfilm Aya de Yopougon handelt vom Alltag dreier 19-Jährigen Freundinnen in Yopougon, einem Arbeiter­ viertel von Abidjan, Ende der 1970er Jahre. Aya, die Ärztin werden will, erlebt mit Adjoua und Bintou einen Alltag zwischen den Zwängen des Elternhauses und eigenen Plänen, zwischen gepredigter Moral und gelebter Doppelmoral, zwischen der örtlichen Tanzbar und der Suche nach dem „richtigen“ Freund.

Präsentiert von AFRIKAMERA. Léonce Ngabo ist als Kulturmanager und Berater sowohl in Burundi als auch im Ausland tätig. Mit seiner Firma Productions Grands Lacs hat er mehrere Dokumentarfilme produziert, darunter The Mother and the Angel und Waiting for the Return of Elephants. 2009 gründete er das Internationale Festival für Film und audiovisuelle Kunst von Burundi (FESTICAB).

Präsentiert von AFRIKAMERA. Marguerite Abouet, geboren 1971 in Abidjan, ver­brachte ihre ersten zwölf Lebensjahre in Yopougon, bis ihre Eltern sie und ihren Bruder zum Besuch der weiterführenden Schule nach Frankreich schickten. Ihr Comic Aya de Yopougon ist in sechs Bänden erschienen und wurde bislang in mehr als 12 Sprachen übersetzt. Clément Oubrerie begann ein Kunststudium, das er jedoch abbrach, um in die USA zu gehen. Seit seiner Rückkehr nach Frankreich illustriert er erfolgreich Jugendbücher. Er ist Mitbegründer des Trickfilmstudios La Station, das zahlreiche Serien produzierte, darunter für die französischen Fernsehsender TF1 und M6.

RE_Imaging AFRICa 2013, 12 —17 November

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SO 17 NOV 19.00

SO 17 NOV 20.30

Atalaku

Le Président

von Dieudo Hamadi, Demokratische Republik

von Jean Pierre Bekolo

Kongo / Frankreich

Kamerun / Deutschland

2013

DCP

OmE

60 min

2013

HDCAM

OmU

Deutschlandpremiere

62 min

In Anwesenheit des Regisseurs

in Anwesenheit des Regisseurs

Der preisgekrönte Dokumentarfilm gibt Einblick in den Präsidentschaftswahlkampf 2012 in der Demokratischen Republik Kongo. Der junge Regisseur Dieudo Hamadi begleitet den Prediger Gaylor, der seine Gottesdienste an den zahlungsstärksten Kandidaten verkauft hat, beim Versuch, die Wähler auf den Straßen von Kinshasa zu mobilisieren. Atalaku, was übersetzt „der Rufer“ bedeutet, wurde in diesem Jahr mit dem Preis Joris Ivens aus Cinéma Réel in Paris ausgezeichnet.

LE PRESIDENT

Präsentiert vom tunesischen Festival JCC.

Präsentiert vom tunesischen Festival JCC.

Dieudo Hamadi wurde 1984 in Kisangani in der Demokratischen Republik Kongo geboren und besuchte die Filmschule INSAS in Brüssel. Für seinen gemeinsam mit Divita Wa Lusala realisierten Doku­ mentarfilm Dames en attente erhielt er den „Pierre and Yolande Perrault Grand“.

Pierre Bekolo, geboren 1966 in Kamerun, zeigte 1992 im Alter von nur 25 Jahren beim Festival von Cannes seinen Film Quartier Mozart. Er wurde zum Vertreter einer neuen Generation, die sich in der Nachfolge von Djibril Diop Mambéty den eng gesteckten Erwartungen an afrikanisches Kino widersetzte, die Genres mixte und Pop mit Politik verknüpfte. Neben seiner Arbeit als Filmemacher (Les saignantes, 2005) unterrichtet Bekolo Film in Frankreich, Kamerun und den USA und ist in verschiedenen Netzwerken afrikani­scher Filmemacher aktiv.

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RE_ImaginG AFRICa 2013, 12 —17 November

ist das neueste, kontrovers diskutierte Werk des kamerunischen Regisseurs Jean Pierre Bekolo. Ein Präsident, der seit 42 Jahren an der Macht ist, verlässt am Vortag der Wahl amtsmüde den Präsidentenpalast und versetzt damit sein Land in Aufruhr und Euphorie. Bekolos zwischen Fiktion und Realität changierender Film spielt auf die aktuelle politische Situation Kameruns an. LE PRESIDENT wurde in den afrikanischen Ländern aus Angst vor Repression bislang nur einmal öffentlich aufgeführt.


IMPRESSUM RE_IMAGING AFRICA wird präsentiert von Afrikamera – Aktuelles Kino aus Afrika, in Kooperation mit der Stiftung Partnerschaft mit Afrika e.V. / Schirmherrschaft Afrikamera: Dr. Uschi Eid Veranstalter: toucouleur e.V., Dieffenbachstr. 58, 10967 Berlin, info@afrikamera.de, ww.afrikamera.de Stiftung Partnerschaft mit Afrika e.V., Geschwister-Scholl-Str. 85, 14471 Potsdam Künstlerische Leitung und Programm: Alex Moussa Sawadogo / Kuratorische Beratung: Dorothee Wenner /  Programmkonzeption und Text: Alex Moussa Sawadogo, Florian Wachinger Projektmanagement, Marketing und Finanzen: Uta Rügner / PR und Kommunikation: Florian Wachinger /  Presse: Christiane Dramé / Produktionsleitung : Koffi Kan Kra / Projektkoordination Workshop: Friederike Zenk /  Mitarbeit Festivalorganisation: Amelia Umuhire, Francis Ouédraogo, Thomas Kaske, Angelica Mormando /  Festivalfotografie: Ali Ghandtschi / Filmmoderation: Claire Diao / Video: Lorena Dos Santos Spülbeck / Redaktion Programmheft: Susanne Sawadogo, Florian Wachinger / Übersetzungen: Susanne Sawadogo, Erling Pedersen /  Gestaltung Programmheft: Antonia Neubacher / Corporate Design Afrikamera: Romeo Umulisa / Titelmotiv: Romeo Umulisa, Antonia Neubacher / Webdesign: Romeo Umulisa (Lycamedia) / Druck primeline.print, Berlin   © 2013 toucouleur e.V.  © für die Texte bei den Autoren / © für die Abbildungen bei den Urhebern und Rechteinhabern


RE_IMAGING AFRIKA 2013  

FILMFESTIVAL PROGRAM

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