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»PERSPEKTIVEN HEILBRONN« KONZERTREIHE FÜR NEUE MUSIK —

NATASHA LÓPEZ (STUTTGART), SOPRAN ULRICH SCHLUMBERGER (STUTTGART), AKKORDEON — Mittwoch, 06. Dezember 2017, 19.30 Uhr Städtische Museen Heilbronn


»PERSPEKTIVEN HEILBRONN« KONZERTREIHE FÜR NEUE MUSIK — Konzert II — Mittwoch, 06. Dezember 2017, 19.30 Uhr Städtische Museen Heilbronn —

NATASHA LÓPEZ (STUTTGART), Sopran ULRICH SCHLUMBERGER (STUTTGART), Akkordeon Programm:

GUILLAUME DE MACHAUT (ca. 1300 - 1377) Motette Faus Samblant m’a deceu

JOHN CAGE (1912 - 1992) Harmony XIII (1986)

ˇ ROJKO (*1954) UROS aus Whose Song (1992)

LOTHAR KLEIN (1932 - 2004) aus Esercizi (1980)

JAIME PADRÓS (1926 - 2007) aus Cancionero Del Lugar (1956/57): 1. Cançó d´Olivarers (Mallorca) 2. Fandanguillo (Andalucia) 3. Cançonetes de Simbomba (Mallorca) SOFIA GUBAIDULINA (*1931) Et expecto (1978)

GIROLAMO FRESCOBALDI (1583 - 1643) Kyrie

TOSHIO HOSOKAWA (*1955) Sen V (1991/92)

GIROLAMO FRESCOBALDI (1583 - 1643) Kyrie

RAYMOND MURRAY SCHAFER (*1933) La Testa d’ Adriane (1978) — Gefördert durch die Stadt Heilbronn und das Land Baden-Württemberg


NATASHA LÓPEZ wurde in Johannesburg (Südafrika) geboren. Studium der spanischen Philologie an der Universidad Complutense de Madrid (Diplomabschluss) sowie Violine und Gesang am Conservatorio Provincial de Música de Gualadajara. 2011 Gesangsdiplom an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, 2013 Master ‚Neue Musik Gesang‘ an der Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart (Prof. Angelika Luz und Prof. Frank Wörner) mit Auszeichnung. Meisterkurse bei Vokalperformern wie Lauren Newton (freie Improvisation), David Stützel (Obertongesangtechnik), Sigune von Osten und Donatienne Michel-Dansac (Neue Vokalmusik) bei den Internationalen Ferienkursen Darm-stadt. Auftritte u. a. beim 2. Stuttgarter Klangbüro-Festival, Novalis Music + Art Festival 2014 (Kroatien), Festival Suså 2016 (Dänemark) und Festival ECLAT Stuttgart (2017).

ULRICH SCHLUMBERGER, geboren 1969, erhielt nach seinem Studium an den Musikhoch-schulen Trossingen und Essen ein Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg. Er ist Preisträger nationaler und internationaler Solo- und Kammermusikwettbewerbe. Sein Repertoire umfasst Übertragungen Alter Musik wie auch zeitgenössische Originalwerke, von denen er mehrere uraufführte. Ulrich Schlumberger war u.a. bei den Schwetzinger Festspielen, Sommet Musicaux de Gstaad/Schweiz, Eclat Stuttgart, TonArt Esslingen, mit dem ehemaligen Radio-Sinfonie-Orchester Stuttgart, den Stuttgarter und Münchner Philharmonikern, den Prager Sinfonikern und dem Stuttgarter Kammerorchester zu hören. GUILLAUME DE MACHAUT, geboren um 1300, gestorben am 7. April 1377 in Reims, gilt als bedeutendster Komponist der Ars nova. Wegen der komplizierten Harmonik, Isoperiodik und Isorhythmie sowie der Loslösung vom Cantus firmus im Tenor und der Aufwertung der Cantilena gilt er als „Avantgardist“ des 14. Jahrhunderts. Seine Messe de Nostre Dame (um 1360/65) gilt als die erste vollständige vierstimmige Vertonung der Ordinariumsteile als ein Zyklus. Neben 23 Motetten bilden jedoch weltliche Kompositionen das Hauptwerk Guillaume de Machauts: Virelais (von Machaut in Abgrenzung zu seiner neuen Strukturierung der Ballade auch Chanson balladé genannt), Rondeaus sowie Balladen.


Bei der Motette „Faus Samblant m’a deceu“ (= „Falscher Schein hat mich getäuscht“) handelt es sich um eine mehrfach textierte Triplum-Motette mit den Bestandteilen „Amours qui ha le pouoir (Triplum) / Faus Samblant m’a deceu (Motetus) / Vidi Dominum (Tenor)“, wobei die französischen Texte den Konventionen zeittypischer höfischer Liebeslyrik entsprechen.

UROSˇ ROJKO, geboren am 9. September 1954, studierte in Ljubljana Klarinette und Kompo-sition, ferner von 1983 bis 1986 Komposition bei Klaus Huber in Freiburg und von 1986 bis 1989 in Hamburg bei György Ligeti. Er gewann zahlreiche internationale Preise und schrieb Auftragskompositionen, unter anderem für die Donaueschinger Musiktage (1988), für Radio France (1999 für das Ensemble Percussions de Strasbourg), für die Bayerische Staatsoper (2003), für die Slowenische Philharmonie (2004, 2013) sowie 2008 für das Sinfonieorchester des Slowenischen Rundfunks (EBU-Konzert in Ljubljana). Aufführungen erfolgten unter anderem im Wiener Konzerthaus (2001), bei der Eröffnung der Slowenischen Musiktage (2004) und bei den ISCM Weltmusiktagen in Hong Kong (1988), Stockholm (1994), Basel (2004), Stuttgart (2006) und Zagreb (2011). Rojko ist seit 1995 Professor für Komposition an der Musikakademie in Ljubljana (Slowenien). LOTHAR KLEIN wurde am 27. Januar 1932 in Hannover geboren. Er studierte Komposition bei Paul Fetler an der University of Minnesota, nahm von 1956 bis 1958 Privatunterricht in Orchestration bei Antal Dorati, studierte Komposition bei Goffredo Petrassi und – mit einem Fulbright-Stipendium – von 1958 bis 1960 Komposition bei Josef Rufer und Boris Blacher an der Hochschule für Musik in Berlin. Klein unterrichtete an den Universitäten von Minnesota (1962 – 64) und Texas (1964 – 68). 1968 wurde er als Professor für Komposition Mitglied der Fakultät an der University of Toronto. 1985 erhielt Klein die kanadische Staatsbürgerschaft. JOHN CAGE wurde am 5. September 1912 in Los Angeles geboren. Ab 1930 Europareise; Cage studierte u.a. in Paris Architektur (Ernö Goldfinger) und Klavier (Lazare Levy). Nach Rückkehr in die USA wurden Henry Cowell und Arnold Schönberg (1933/34) seine wichtigsten Kompositionslehrer. Von 1936 bis 1938 war Cage an der Cornish School in Seattle tätig, wo er Schlagzeugensembles zusammenstellte und Konzerte mit Musik nur für Schlaginstrumente orga-


nisierte. Ab 1941 komponierte Cage in New York für die Tanztruppe von Merce Cunningham und arbeitete vorwiegend mit dem so genannten „präparierten“ Klavier. Diese Bereicherung des Klavierklangs brachte ihm 1949 den Guggenheim-Preis und eine Auszeichnung der National Academy of Arts and Letters. 1950 verwendet Cage zum ersten Mal Zufallsoperationen und das I Ging für seine kompositorische Arbeit. Sein Auftritt bei den Donaueschinger Musiktagen 1954, wo seine Komposition 34‘46.776‘‘ für zwei präparierte Klaviere uraufgeführt wurde, erzeugte einen Skandal und brachte ihn auch in Europa ins Gespräch. Er starb am 12. August 1992 an den Folgen eines Schlaganfalls in New York. Der gebürtige Katalane JAIME PADRÓS ist eine der engagiertesten Musikerpersönlichkeiten, die sich im spanischen Musikleben nach der durch den Bürgerkrieg entstandenen kulturellen Isolation für zeitgenössische Musik einsetzte. So führte er 1954 als erster Pianist in Spanien überhaupt das gesamte Klavierwerk der Neuen Wiener Schule auf. In frühen Jahren als Sängerknabe am Kloster Montserrat ausgebildet, folgten Musikstudien in Barcelona (Klavier bei Alicia de Larocha und Frank Marshall, Komposition bei Josep Barbera und Cristobal Taltabull). Ein Stipendium ermöglichte 1955 Studien bei Darius Milhaud in Paris. Padrós’ kompositorisches Schaffen umfaßt mehr als 90 Werke in unterschiedlichsten Besetzungen, darunter eine ganze Reihe von Werken für Akkordeon und Akkordeonkammermusik, die bereits zu den Klassikern für dieses Instrument zählen. Seit 1956 lebte Padrós in Ulm, 1964 bis 1995 war er Professor für Klavier an der Musikhochschule Trossingen. Padrós starb 2007 nach kurzer Krankheit in Barcelona.

SOFIA GUBAIDULINA, geboren am 24. Oktober 1931 in Tschistopol (Tatarische Autonome Sowjetrepublik), beendete 1954 ihre Ausbildung am Konservatorium von Kasan und setzte bis 1959 ihr Kompositionsstudium bei Nikolai Pejko in Moskau fort. Seit 1963 ist Gubaidulina als freischaffende Komponistin tätig. Nachdem ihre kompositorische Tätigkeit in der Sowjet-union ständigen Repressalien unterlag, übersiedelte sie 1992 nach Deutschland und lebt seitdem in der Nähe von Hamburg. Gidon Kremers Einsatz für ihr Violinkonzert „Offertorium“ in den 80er Jahren half


ihr, im Westen rasch bekannt zu werden. Seit den 80er Jahren spielen für Gubaidulina Zahlenverhältnisse eine große Rolle, mit deren Hilfe sie Tonhöhen, Rhythmen und Formverläufe strukturiert. Die Sonate Et expecto hat fünf Sätze: Der erste Satz wartet mit Clustern auf, die wie ein tiefes beruhigendes Einatmen wirken. Spielerische Freiheit prägt der zweiten Satz; gewaltige Glissandi profilieren neben unruhig bohrenden Dissonanzen den bedrohlich anmutenden mittleren Satz, während der homophone vierte an einen verschränkten Choral denken lässt. Quasi improvisando kommt schließlich der virtuose Finalsatz daher. Der Werktitel ist den Schlußzeilen des liturgischen Credo entnommen: et expecto [resurrectionem mortuorum, et vitam venturi saeculi]. Das Stück ist dem russischen BajanSpieler Friedrich Lips gewidmet.

TOSHIO HOSOKAWA, geboren 1955 in Hiroshima, studierte ab 1976 Komposition bei Isang Yun und Musiktheorie bei Witold Szalonek an der Hochschule der Künste in Berlin. 1983 bis 1986 Studium bei Klaus Huber und Brian Ferneyhough in Freiburg. Zahlreiche Auszeich-nungen, darunter Preis für junge Komponisten in Tokyo, erster Preis beim Kompositions-wettbewerb aus Anlaß des 100. Geburtstags der Berliner Philharmoniker, Kompositionspreis der „Jungen Generation in Europa“ (Köln, Paris, Venedig 1985). Gründer und Leiter des Aki-yoshidai-Festivals. 1982 erstmals Teilnehmer, später mehrfach Dozent bei den Darmstädter Ferienkursen. „Sen“ steht in der Kalligraphie für eine mit einem Tuschepinsel gemalte Linie. Sen V versucht, eine Verbindung zwischen Akkordeon und dem Höreindruck buddhistischer Gesänge aus Tibet herzustellen. Im gesamten Stück ist der Ton E im Hintergrund als Klanglinie zu hören, er durchschreitet dabei insgesamt sechs Oktaven.

RAYMOND MURRAY SCHAFER, geboren am 18. Juli 1933 in Sarnia / Ontario, wuchs in Toronto, auf. Ab 1954 studierte er an der University of Toronto Cembalo bei Greta Kraus, Komposition bei John Weinzweig und Klavier bei Alberto Guerrero. Von 1958 bis 1961 arbeitete er als Journalist in London. 1962 bis 1963 war Schafer Direktor


der von ihm gegründeten Serie Ten Centuries Concerts in Toronto. 1963 bis 1965 lehrte er an der Memorial University of Newfoundland, von 1965 bis 1975 an der Simon Fraser University in Burnaby bei Vancouver. Dort rief er 1971 das World Soundscape Project ins Leben, das es sich zur Aufgabe gemacht hatte, weltweit Soundscapes aufzunehmen, zu erforschen und zu dokumentieren. Heute wird das Projekt vom World Forum for Acoustic Ecology weitergeführt.

Herausgeber: Kulturring Heilbronn e.V. Geschäftsstelle: Heilbronner Reisebüro Böhm Sülmerstr. 13 / Tel. 0 71 31/62 40 17 Texte: Lothar Heinle / Die Komponisten Gestaltung: www.wsk-werbung.de


Konzerte der Abonnementreihe im Theodor-Heuss-Saal der Festhalle Harmonie, Beginn 19.30 Uhr Donnerstag, 12. Oktober 2017

Streichquartett

CUARTETO CASALS

Dienstag, Ensemblekonzert 28. November 2017 OXALYS Donnerstag, 11. Januar 2018

Liederabend

Dienstag, 06. Februar 2018

Saxophon-Quartett mit Violine

Freitag, 09. März 2018

Klavierabend

Mittwoch, 18. April 2018

Klavierduo

Mittwoch, 02. Mai 2018

Cello-Klavier-Duo

ANDRÈ SCHUEN, Bariton DANIEL HEIDE, Klavier ARCIS CLAIRE HUANGCI LUCAS & ARTHUR JUSSEN EDGAR MOREAU, Violoncello DAVID KADOUCH, Klavier

Konzerte der Reihe »Perspektiven Heilbronn« in den Städtischen Museen Heilbronn, Beginn in der Regel 19.30 Uhr Mittwoch, 25. Oktober 2017

MATTHIAS LORENZ (Dresden), Violoncello

NATASHA LÓPEZ (Stuttgart), Sopran Mittwoch, 06. Dezember 2017 ULRICH SCHLUMBERGER (Stuttgart), Akkordeon Sonntag, 04. März 2018, 18.00 Uhr

_ELEKTRONISCHE MUSIK_

Sonntag, 29. April 2018 18.00 Uhr

TRIO CORIOLIS (München)

López Schlumberger  
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