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KULTURRING HEILBRONN E.V. www.kulturring-heilbronn.de

HORNQUARTETT

GERMAN HORNSOUND DONNERSTAG, 16. JANUAR 2020 19.30 UHR


Guten Abend, das Hornquartett german hornsound, das sich 2009 aus vier ehemaligen Studenten der Hornklasse von Christian Lampert an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart gründete, hat sich durch sein außergewöhnliches Profil mittlerweile einen internationalen Namen gemacht und debütierte in den vergangenen Jahren bei nahezu allen deutschsprachigen Musikfestivals. Heute, im ersten Kulturringkonzert des neuen Jahres, sind die Hornisten Christoph Eß, Sebastian Schorr, Stephan Schottstädt und Timo Steininger in Heilbronn und bringen ihre Lieblingsstücke – sie nennen sie #hornlikes – mit und lassen Sie, das KulturringPublikum, in der Pause auch mit auswählen und entscheiden, was in der letzten Gruppe, den #yourlikes, gespielt werden soll. Viel Vergnügen und einen guten Start ins neue Jahr mit german hornsound!

Gefördert:


GERMAN HORNSOUND

Das Repertoire des Ensembles german hornsound beinhaltet sämtliche Epochen der Musikgeschichte, Originalwerke sowie Arrangements. Besonders jedoch zeichnet sich das Ensemble durch die Entwicklung eigener Projekte aus. Für das Jahr 2013 entwickelte german hornsound in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Schriftsteller Herbert Rosendorfer (†2012) und dem Berliner Dramaturgen Karl Dietrich Gräwe zu Ehren der beiden Geburtstagsjubilare Richard Wagner und Giuseppe Verdi das dreiaktige Opernfragment Siegfried und Violetta für vier Hörner und Sprecher. Seit 2015 ist german hornsound mit seinem Programm Pictures für acht Hörner und Schlagzeug mit Werken russischer Komponisten rund um M. Mussorgskis Bilder einer Ausstellung unterwegs und präsentiert in der laufenden Saison das romantische Programm Wald.Horn. Lied mit dem preisgekrönten Vokalensemble amarcord zusammen. »german hornsound« hatte den norwegischen Komponisten Trygve Madsen beauftragt, ein Werk für vier Hörner und Orchester zu schreiben. Diese Sinfonia concertante brachten die vier Hornisten mit dem Bayerischen Landesjugendorchester unter Olivier Tardy


2013 zur Uraufführung und produzierten sie gemeinsam mit Schumanns Konzertstück für vier Hörner und Leopold Mozarts Sinfonia di caccia mit den Bamberger Symphonikern und Michael Sanderling. In der kommenden Saison wird german hornsound Aufführungen mit dem Tokyo Symphony Orchestra sowie mit Orchestern in Hongkong, Taiwan und Deutschland spielen. Alle Hornisten des Quartetts: Christoph Eß, Timo Steininger, Sebastian Schorr und Stephan Schottstädt, haben Anstellungen in professionellen Orchestern: bei der Württembergischen Philharmonie Reutlingen, der Staatsoper Hannover, dem Konzerthausorchester Berlin sowie den Bamberger Symphonikern. Die besondere Individualität des Ensembles zeigt sich auch darin, dass sämtliche Arrangements aus den Federn der Mitglieder stammen und somit perfekt auf das Ensemble zugeschnitten sind. Außerdem verleihen Sebastian Schorrs Illustrationen, die gerade bei Pictures eine ganz besondere Rolle spielen, den Booklets der CD-Produktionen eine ganz persönliche Note.

CHRISTOPH ESS gilt heute als einer der führenden Hornisten seiner Generation. Neben seiner Tätigkeit als Solohornist der Bamberger Symphoniker (seit 2007) ist er Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe und tritt zudem als gefragter Solist und Kammermusiker in Erscheinung. Zum Wintersemester 2017/2018 folgte er einem Ruf als Professor für Horn an die Musikhochschule Lübeck. Seine Ausbildung begann er bei Peter Hoefs an der Tübinger Musikschule und studierte bei Prof. Christian Lampert und Wolfgang Wipfler an den Musikhochschulen Basel und Stuttgart, wo er im Juni 2008 sein Diplom mit Auszeichnung ablegte. Mit seinem Spiel sorgte Christoph Eß bei nationalen wie internationalen Wettbewerben für großes Aufsehen. Er wurde Preisträger beim Klassik-FestivalRuhr, dem »1oConcorso Internazionale per Corno di


Sannicandro di Bari«, dem ARD-Wettbewerb in München und dem »Richard-Strauss-Wettbewerb«. 2007 gewann Christoph Eß zusammen mit sieben Sonderpreisen den weltweit renommierten Musikwettbewerb »Prager Frühling«. Im darauffolgenden Jahr wurde ihm der WEMAG-Solistenpreis der »Festspiele Mecklenburg-Vorpommern« und 2009 ein Stipendium des Deutschen Musikwettbewerbs verliehen. 2011 wurde er in die »Orpheum Stiftung zur Förderung junger Solisten« in Zürich aufgenommen und gab im Zuge dessen sein Debüt in der Züricher Tonhalle. In der Saison 2017/2018 war Eß Artist in Residence bei der Philharmonie Neubrandenburg und nimmt mit dem Folkwang Kammerorchester Essen alle MozartHornkonzerte auf. Weitere Höhepunkte waren Auftritte mit den Bamberger Symphonikern, der Kammerphilharmonie Graubünden sowie der Rheinischen Philharmonie Koblenz. Christoph Eß arbeitet mit Dirigenten wie Jonathan Nott, Yakov Kreizberg (†2011), Rafael Frübeck de Burgos (†2014), Christoph Poppen und Michael Sanderling zusammen. Produktionen bei zwei CD-Labels sowie bei führenden Rundfunk-Anstalten wie dem Bayerischen Rundfunk, Deutschlandradio Kultur, dem Tschechischen Rundfunk sowie dem Schweizer Radio DRS unterstreichen seine Erfolge. Zudem widmet sich Eß intensiv der Kammermusik in verschiedensten Formationen. Als Initiator des 2010 gegründeten Hornquartett »german hornsound« sowie mit Partnern wie Christian Zacharias, Andreas Scholl, dem Fauré Quartett, dem Zemlinsky Quartett, Quatour Ebène, Boris Kusnezow und Viviane Hagner ist er in regelmäßigen Abständen auf führenden Musikfestivals zu hören. Der Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes und der Deutschen Stiftung Musikleben war Solohornist der Jungen Deutschen Philharmonie und des European Union Youth Orchestras.


SEBASTIAN SCHORR (*1982) begann sein Studium 2002 bei Prof. Christian Lampert und Horst Ziegler in Basel und folgte seinem Professor 2004 nach Stuttgart an die Musikhochschule. Erfolge bei Jugend musiziert und die Mitgliedschaft beim Bundesjugendorchester gaben ihm weitere musikalische Impulse. Nachdem er als Aushilfe für ein Jahr beim Staatstheater Kassel angestellt war, wechselte er 2006 als erster Solohornist zur Württembergischen Philharmonie Reutlingen, mit der er viele Konzertreisen im In- und Ausland unternimmt. Seine Aushilfstätigkeit erstreckt sich über führende deutsche Orchester wie dem Deutschen Sinfonie-Orchester Berlin, den Bamberger Symphonikern oder dem Konzerthausorchester Berlin. STEPHAN SCHOTTSTÄDT entschied sich nach neun Jahren Trompetenunterricht 1997 für das Horn. Schon bald wurde er Jungstudent an der HfM Köln bei Paul van Zelm und studierte dort anschließend bis zum Vordiplom. Stephan wechselte 2006 an die MH Stuttgart zu Christian Lampert, wo er 2008 sein Diplom mit Auszeichnung ablegte. Er war mehrere Jahre Hornist im Landesjugendorchester NRW sowie im Bundesjugendorchester und von 2003 bis 2009 Mitglied der Jungen Deutschen Philharmonie. 2004 bis 2006 spielte er als Akademist bei den Düsseldorfer Sinfonikern. Es folgten Aushilfen u. a. an der Oper Frankfurt, der NDR Radiophilharmonie und den Bamberger Symphonikern. 2008 hatte Stephan einen Zeitvertrag an der Staatsoper Stuttgart inne. Von 2009 bis 2010 war er Mitglied der Württembergischen Philharmonie Reutlingen und von 2010 bis 2011 beim Staatstheater Kassel und spielt seit 2011 beim Staatsorchester Hannover. Zudem ist Stephan seit 2013 Mitglied des Orchesters der Bayreuther Festspiele und erweitert sein kammermusikalisches Schaffen mit dem Ensemble »german hornsound«. TIMO STEININGER (*1984 in Lörrach) bekam seinen ersten Hornunterricht im Alter von sechs Jahren bei Heiner Krause. Im Jahr 2001 wurde er Jungstudent bei Professor Xiao-Ming Han an der Hochschule für Musik und Theater in Saarbrücken. 2002 wech-


selte er als Jungstudent an die Musikakademie der Stadt Basel zu Professor Christian Lampert und Horst Ziegler. 2004-2008 studierte er bei Christian Lampert an der Musikhochschule Stuttgart. Timo Steininger gewann zwei erste Bundespreise bei »Jugend musiziert« und war Mitglied im Bundesjugendorchester, der Jungen Deutschen Philharmonie und im Gustav-Mahler-Jugendorchester. Von 2005-2006 war er als Aushilfe beim Staatstheater Stuttgart angestellt. 2007 ging er als tiefer Hornist für ein festes Engagement zum Konzerthausorchester Berlin. Er spielte in namhaften Orchestern wie dem Symphonieorchester des SWR, dem Symphonieorchester des NDR und den Bamberger Symphonikern. Seit 2008 wird er regelmäßig zu Gastspielen bei den Berliner Philharmonikern eingeladen und spielte im Juli und August dieses Jahres erstmalig bei den Bayreuther Festspielen mit. Er konzertierte unter berühmten Dirigenten wie Claudio Abbado, Sir Simon Rattle, Christian Thielemann, Mariss Jansons, Bernard Haitink und Franz Welser-Möst. »Die Idee zu #hornlikes entstand im Laufe der letzten Jahre, nachdem uns viele Zuhörer, Veranstalter und Freunde nach einer reinen Quartett-CD gefragt hatten. Ein Ziel seit unserer Gründung war es, nicht nur die Originalliteratur für Hornquartett einzustudieren, sondern auch selbst Stücke, die uns gefallen, zu arrangieren und diese genau auf die Stärken des Ensembles zuzuschneiden. So entstand eine Vielzahl an tollen Stücken und jedes Mitglied hat seine eigenen Favoriten. Dieses Konzept vervollständigten wir nun in #hornlikes. Jedem von uns Vieren ist ein kleiner Block von drei seiner Lieblingswerke zugeordnet. Entweder hat er sie gleich selbst arrangiert oder sie wurden speziell für ihn bearbeitet oder er kann darin solistisch hervortreten, kurz und neudeutsch gesagt: jeder präsentiert seine LIKES. So entstand ein bunter Blumenstrauß an Arrangements toller und bekannter Werke, von Johann Sebastian Bach über Anton Bruckner bis hin zu Astor Piazzolla.«


Hornquartett

CHRISTOPH ESS, SEBASTIAN SCHORR, STEPHAN SCHOTTSTÄDT & TIMO STEININGER

3. Veranstaltung der Kulturring-Konzertreihe 2019/2020, Theodor-Heuss-Saal, 19.30 Uhr #hornlikes #sebilikes HÄNDEL, GEORG FRIEDRICH 1685–1759 Wassermusik: Vivo (Arr. Christoph Eß)

HÄNDEL, GEORG FRIEDRICH 1685–1759 Rinaldo: Lascia chi’o pianga (Arr. Stephan Schottstädt)

PERGOLESI, GIOVANNI 1710–1736 Stabat Mater dolorosa (Arr. Stephan Schottstädt)

#stephanlikes DVOŘÁK, ANTONIN 1841–1904 Symphonie Nr. 9 »Aus der neuen Welt«: Largo (Arr. Stephan Schottstädt)

BRUCKNER, ANTON 1824–1896 Drei Choräle (Arr. Christoph Eß, Michael Höltzel)

MENDELSSOHN, FELIX 1809–1847 Ouvertüre »Die Hebriden« (Arr. Stephan Schottstädt) PAUSE

#christophlikes MENDELSSOHN, FELIX Ein Sommernachtstraum: Nocturno (Arr. Christoph Eß)

BACH, JOHANN SEBASTIAN 1685–1750 Brandenburgisches Konzert Nr. 2 F-Dur: Allegro (Arr. Christoph Eß)

MARCELLO, ALESSANDRO 1673–1747 Oboenkonzert : Adagio (Arr. Christoph Eß)

#timolikes BRUCKNER, ANTON 1824–1896 Symphonie Nr. 4 »Die Romantische«: Scherzo (Arr. Stephan Schottstädt)

VERDI, GIUSEPPE 1813 –1901 aus dem »Requiem«: Offertorio (Arr. Stephan Schottstädt)

PIAZZOLLA, ASTOR 1921–1992 Meditango (Arr. Georg Köhler)


»Teil des Projektes ist auch die Idee, unser Publikum miteinzubeziehen bzw. in einen Block zu integrieren, den wir #yourlikes genannt haben. Beim letzten Programmblock sind also Sie an der Reihe! Aus vielen verschiedenen Möglichkeiten können Sie in der Pause per Abstimmung ihre Lieblingswerke wählen, die wir am Ende des Programms spielen. Wir freuen uns auf Ihre Favoriten!«

#SEBILIKES »Das Vivo aus der Wassermusik von Georg Friedrich Händel (1685-1759) wurde 1743 anlässlich einer Lustfahrt des englischen Königs Georg I. geschrieben und uraufgeführt. Als der König in einer Barke die Themse entlang fuhr, wurde er von drei weiteren Barken begleitet, in welchen Musiker mit bis zu 50 Instrumenten saßen und spielten. Diese Suite gefiel dem König derart, dass sie dreimal wiederholt werden musste und das nicht zu Unrecht: Herrlicher lässt sich die Lichtigkeit und Leichtigkeit des Barock durch Triller, Tonrepetitionen und Dreiklangsbrechungen nicht darstellen. 1707 komponierte Händel in Rom das Oratorium Il Trionfo del Tempo e del Disinganno. Darin legte er die vorhandene Melodie der allegorischen Figur des Piacere (»Vergnügen«) in den Mund: Lascia la spina, cogli la rosa (»Lass doch die Dornen, pflücke die Rose«). Erst in der Oper Rinaldo wurde die Musik zur Klage. Im Verlauf der Handlung, einem phantastischen Kreuzzugdrama, gerät die christliche Jungfrau Almirena in Gefangenschaft und wird von dem sarazenischen König Argante umworben. An ihn richtet sich ihre Bitte, die verlorene Freiheit beweinen zu dürfen, um dadurch Erbarmen und Freilassung zu erwirken. Diese Melodie ist so innig, dass sicher jeder sofort die herzzerreißende Stimmung spürt und mitempfindet. Es ist mir ein Bedürfnis, dieses Werk einmal nicht nur zu hören, sondern es zu interpretieren. Das Stabat Mater von Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736) wurde 1736 geschrieben und war seine letzte vollendete Komposition. Ursprünglich wurde es von zwei Halbchören gesungen, wobei der erste Halbchor die erste Teilstrophe auf eine Melodie gesungen


und dann der zweite Halbchor mit der zweiten Strophe auf die gleiche Melodie geantwortet hat. In Pergolesis Werk reiben sich zwei Singstimmen in Sekunden aneinander und treiben sich klagend in die Höhe. Ein unerbittlich pochender Bass verweist auf die bittere Realität und den Schmerz, mit dem die Mutter (Maria) ihren Sohn (Jesus) beweint. Diese Dualität der Stimmen könnte man als religiöses und weltliches Klagen zur selben Zeit interpretieren. Auf jeden Fall aber fühlt man den Schmerz der Mutter fast körperlich mit. Es bleibt nicht aus, dieses Thema vor sich hin zu summen und so ist es kein weiter Weg, die Interpretation auf unserem Instrument zu versuchen.« Sebastian Schorr

#STEPHANLIKES »Über Antonin Dvořáks (1841-1904) Sinfonie aus der neuen Welt, sein wahrscheinlich bekanntestes Werk, wurde sicher mehr als genug geschrieben. Was mich daran fasziniert ist das trotz seines auch hier verwendeten volksliedhaften Tons exotische Kolorit, welches – wie er selbst berichtete – indianischen Melodien entstammt. Es ist eine Musik, die, je öfter man sie spielt bzw. hört, immer eindringlicher wird, die man, wie wenig vergleichbare Stellen in der Literatur, sobald sie im Fluss ist, gar nicht mehr hergeben möchte, sondern sich wünscht, sie möge niemals enden. In diesem Zauber, welcher vor allem das Adagio verströmt, kann ich immer wieder versinken. Vielleicht ist es auch eine willkommene Gelegenheit, innere Ruhe und Ausgeglichenheit zu finden, Kraft zu tanken und sich durch die gänzlich intime Stimmung auf das Wesentliche im Leben zu besinnen – gerade heute, wo der Alltag, die politische Realität und alle damit verbundenen Folgen im Ursprungsland dieser Musik eine unvorhersehbare Richtung einzuschlagen drohen. Abgesehen davon ist eine logische Folge meiner Faszination die Frage, ob die wundervolle Englischhorn-Melodie nicht auch auf dem Horn spielbar wäre. Und so wurde dieses Stück zu meiner ersten Idee für #hornlikes! »Wenn die Sache mit Gott stimmt, ist es gut, wenn nicht, kann das bisschen Beten auch nicht schaden.«


Anton Bruckners (1824-1896) tiefer Frömmigkeit (er betete mehrmals täglich für Inspiration, Gesundheit und auch sein tägliches Leben) war, wie man sieht und häufig vergisst, gelegentlich auch eine Prise Humor beigemischt! Seine instrumental besonders für uns Hornisten bedeutenden Sinfonien hatte er ebenso dafür bestimmt, den Herrn gnädig zu stimmen wie seine geistlichen Werke: »Wenns beim jüngsten Gericht schief geht, möchte ich unserem Herrgott die Partitur vom »Tedeum« hinhalten und sagen »Schau, das hab ich ganz allein für Dich gemacht!« Nachher würd ich schon durchrutschen.« Man könnte fast ein eigenes Projekt mit grandioser Musik von Bruckner, arrangiert für unser von ihm ohnehin mit unzähligen tollen Stellen bedachtes Instrument füllen. So standen wir vor der nicht leichten Entscheidung, welche Stücke wohl am besten geeignet wären und wählten u. a. die drei wunderschönen getragenen Choralsätze Andante, Alleluja und Gebet. »Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.« Diesen Psalm (91,11-12), welchen Felix MendelssohnBartholdy (1809-1847) auf seine unverkennbar leichte Weise als achtstimmigen Chor in den Elias integrierte, möchte ich meinem Vater und meiner Familie widmen. Es war eines seiner Lieblings-Stücke, welches oft im familiären Rahmen erklang. Ihm habe ich sehr viel zu verdanken, die Liebe zur Musik lebte er wie kaum jemand sonst und wird so immer ein Vorbild für mich sein.« Stephan Schottstädt

#CHRISTOPHLIKES »William Shakespeares Drama A Midsummer Night’s Dream ist für mich erst mit der dazugehörigen Bühnenmusik (op.61; MWV M13) von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) vollendet. Der Komponist verstand es auf unnachahmliche Weise, diese Fabelwelt der Elfen, Feen, Riesen, Titania und Oberon, Lysander und Hermia, Demetrius und Helena und vielen anderen zu vertonen, die Gestalten durch die Musik zu charakterisieren und weiter zu entwickeln. Das zentral stehende Werk


Nocturno widmete Mendelssohn auch im Original dem Horn und so war schnell klar, dass dieses schöne Stück auch für eines unserer Arrangements in Frage kommen könnte, denn selbst der filigrane Mittelteil der Streicher lässt sich auf Hörnern sehr gut zum Klingen bringen. Johann Sebastian Bachs (1685-1750) sechs Brandenburgische Konzerte gehören zu den virtuosesten, spannendsten und temperamentvollsten weltlichen Werken, die er geschrieben hat. Gewidmet sind sie dem Markgrafen Christian Ludwig von BrandenburgSchwedt, den Bach 1718 kennenlernte. Der Finalsatz des Zweiten Konzertes, im Original für Trompete, Violine, Oboe, Blockflöte und Streicher ist eines meiner Lieblingsstücke. Die Signale der Trompete lassen sich auch auf einem hohen Horn sehr gut umsetzen und wir hoffen, dass es uns gelingt, auch mit vier gleichen Instrumenten die klangliche Vielfalt zu zeigen, welche das Original so lebendig macht. Dieser Finalsatz ist eine voll ausgebaute Fuge und steht in F-Dur, insofern lag es nahe, die Originaltonart zu behalten. Den langsamen Satz aus Alessandro Marcellos (16731747) Oboenkonzert in d-Moll hörte ich viele Male als Zugabe nach einem Oboen-Solokonzert im Orchester und war immer beeindruckt von der Schönheit der Melodien, die man als Solist mit unzähligen Verzierungen ausschmücken sollte und durfte. Für mich ist es eine der schönsten Instrumentalarien des Barock. Marcello war neben seinem Komponistendasein auch Dichter, Jurist und Philosoph, trotzdem ist er heutzutage hauptsächlich als Komponist dieses hier zu hörenden Oboenkonzertes bekannt, insbesondere weil Johann Sebastian Bach das Werk selbst für Cembalo arrangierte.« Christoph Eß

#TIMOLIKES »Das Offertorium aus der Messa da Requiem von Giuseppe Verdi (1813-1901) ist nicht das erste Arrangement aus Verdis Requiem, das wir spielen. Schon unser Projekt Siegfried und Violetta, bei dem ausschließlich Werke von Verdi und Wagner zu hören sind, beinhaltet das


Lacrimosa aus dieser außergewöhnlichen Totenmesse, welche ausschließlich für den konzertanten Gebrauch komponiert wurde. Schon damals war ich sehr begeistert, als vierter Hornist die Gesangspartie des Basses übernehmen zu können. Als wir dann unsere Stücke für unsere neue CD auswählen sollten, fragte ich Stephan, ob er nicht Lust hätte, mehr aus Verdis Requiem zu arrangieren. So entstanden gleich drei neue wunderbare Arrangements. Das schönste dieser drei Stücke befindet sich nun auf dieser CD. Das Offertorium: »Jesus Christus, König der Ehren, befreie die Seelen der Gläubigen von den Strafen der Hölle und vom tiefen Abgrund. Errette sie aus dem Rachen des Löwen, dass die Hölle sie nicht verschlinge und sie nicht in die Tiefe fallen.« Welche Symphonie von Anton Bruckner (1824-1896) würde man wählen, wenn man sie für Hornquartett arrangieren würde? Natürlich die vierte, die Romantische. Und was wäre da nicht besser geeignet als das Jagd-Scherzo aus der zweiten Fassung dieses unglaublich schönen Werkes. Das dachten wir uns 2014 auch und seitdem ist dieses tolle Arrangement fester Bestandteil in unserem Konzertprogramm Jagd und Romantik. Es ist wahrscheinlich eines der Arrangements, welches wir am häufigsten gespielt haben. Wir überarbeiten unsere Programme immer wieder und tauschen Stücke aus. Bei diesem ist das undenkbar. Es ist fest gesetzt! Astor Pantaleón Piazzolla (1921-1992) ist der wahrscheinlich bekannteste Tango-Komponist unserer Zeit. Er hat maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des Tango Nuevo. Der Tango Nuevo vereint die Stilmittel des klassischen Tango Argentino mit populärmusikalischen Elementen. Er ist musikalisch komplexer als der klassische Tango und somit auch eher für Konzertbühnen geschaffen als für den Tanzsaal. Unter anderem genau solche Musik suchen wir für unsere Konzerte. Als wir unseren Freund Georg Köhler anfragten, uns einen Tango von Piazzolla zu arrangieren, war er sofort begeistert. Er hat sich für den Meditango entschieden. Eine sehr gute Wahl.« Timo Steininger


Konzerte der Abonnementreihe 2019 / 2020 im Theodor-Heuss-Saal der Harmonie, 19.30 Uhr Mittwoch, 5. Februar 2020 Freitag, 13. März 2020

Streichquartett

NOVUS STRING QUARTET Violine-Klavier-Duo

MIRIJAM CONTZEN, Violine BERND GLEMSER, Klavier

Mittwoch, 22. April 2020

TRIO JEAN PAUL

Klaviertrio

Montag, 25. Mai 2020

LUCAS & ARTHUR JUSSEN

Klavierduo

Konzerte der Reihe »Perspektiven Heilbronn« 2019 / 2020, Städtische Museen Heilbronn im Deutschhof, 19.30 Uhr Mittwoch, 25. März 2020

BENEDIKT BÜSCHER (STUTTGART), Kontrabass

Samstag, 30. Mai 2020 18.00 Uhr

DUO2KW (MÜNCHEN) mit KLAUS-PETER WERANI, Viola KAI WANGLER, Akkordeon

Herausgeber: Kulturring Heilbronn e.V. Geschäftsstelle: Heilbronner Reisebüro Böhm Sülmerstraße 13 / Tel. 0 71 31/62 40 17 Text: Ulrich Heffter / Gestaltung: www.wsk-werbung.de

Profile for Kulturring Heilbronn

German Hornsound  

Kulturringkonzert in Heilbronn am 16. Januar 2020

German Hornsound  

Kulturringkonzert in Heilbronn am 16. Januar 2020

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