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„Berührt: Kabinett der künstlerischen Kuriositäten“

Marie Acker Valerian Felder Agnès Ferla Carina Kirsch Isabelle Klaus Esther Michaud Dylan Quiquerez Myriam Streiff Yaeka Tabara Olivia Malena Vidal

Februar bis Dezember 2020

3512 Walkrigen

www.sensorium.ch


Texte : Künstler der Gemeinschaftsausstellung Fotos : Künstler der Gemeinschaftsausstellung © 2020, Sensorium Stiftung Rüttihubelbad Rüttihubel 29 CH-3512 Walkringen www.sensorium.ch


Gemeinschaftsausstellung "Berührt: Kabinett der künstlerischen Kuriositäten" 01.02 - 31.12 2020 Im Rahmen der jährlichen Ausstellung „Berührt!“ lädt Sie das Sensorium ein, die sensiblen Arbeiten von zehn Künstlern zu diesem inspirierenden Thema zu entdecken. Durch Fotografien, Stickereien, Malereien, Collagen, Skulpturen und Installationen ist es ihnen gelungen die Komplexität dieses Sinnes einzufangen und uns ihre individuelle Interpretation davon aus der Kunstwelt zu vermitteln. Marie Acker Valerian Felder Agnès Ferla Carina Kirsch Isabelle Klaus Esther Michaud Dylan Quiquerez Myriam Streiff Yaeka Tabara Olivia Malena Vidal Seit drei Jahren lädt das Sensorium jedes Jahr Künstler ein, die sich im Museum zum Thema der Wechselausstellung einbringen können, um den Besuchern das Thema aus der künstlerischen Perspektive greifbar zu machen. Die ausgestellten Werke rufen Überraschung und Bewunderung hervor, regen zum vertieften Betrachten an, und animieren so zu spontanen Diskussionen.


Marie Acker

Kontakt marie.acker7@gmail.com www.marieacker.net

Biographie Mit zwei verschiedenen Abschlüssen, dem ersten einem Bachelor in bildenden Künsten und dem zweiten in Museumswesen, gefällt es Marie Acker sehr die Kunstmittel zu kreuzen und zu überschreiten. Insbesondere hat sie eine gewisse Vorliebe für das Bildphänomen. Sie interessiert sich für das „Sehen“ und „Nicht sehen“ sowie für die Spannung zwischen unseren Wahrnehmungen und Überlegungen. Woraus das Bild besteht, im Rahmen der Darstellung und des Materiales ist eine Kernfrage für sie. Sie hat sich immer für den Gebrauch visueller Vorrichtungen; Ferngläsern, Fernrohren, Mikroskopen oder Nachtsichten interessiert. Mechanische Zusätze unseres Blickes erlauben es nämlich, dass Bilder auftauchen, welche normalerweise nicht für unsere Augen zugänglich sind. Diese Bilder sind die Träger von etwas Anderem, die mehr aufwecken als nur erzählen. Künstlerisch gesehen fragt Marie Acker nach dem Rahmen, dem Zoomen, der Einrichtung, dem Falschen und der Narration. Sie hat schon an der Ferme-Asile in Sitten, am Espace TOPIC in Genf, im Manoir de Martigny sowie im Comic-Festival BDFIL in Lausanne ausgestellt.


Künstlerischer Ansatz „Exothanate“ ist eine Fotoserie, die den Tod durch dessen AussenSkelette und deren organischen Hüllen thematisiert. Indem das Projekt die bekannte Neugier der Natur inszeniert, entdeckt man die Plastik der Natur und ihre Evokationskraft: Stillleben in voller Natur, die aus Zinnkräutern, Rinden, Aussenschalen, Hölzern, Schoten und Flechten bestehen. Diese Arbeit spiegelt eine sehr persönliche Erfahrung des Waldes wider: erstmals rein ästhetisch, künstlerisch aber auch unheimlich: Bilder, die man gerne anfassen oder denen sogar zuhören möchte.

Exothanate © Marie Acker


Valérian Felder

Kontakt valerian.felder@gmail.com www.vfelder.com

Biographie Valérian Felder, der unter dem Pseudo Vfelder arbeitet, ist ein autodidaktischer Sticker mit Sitz in Genf, Schweiz. Als eher schüchterner Mensch beginnt er seine Kleidung zu besticken, um seine Botschaften und Gedanken durch Zeichnen oder Schreiben an möglichst viele Menschen weiterzugeben, ohne in der Öffentlichkeit sprechen zu müssen. Dieser Prozess hat es ihm ermöglicht mehr und mehr zu der Öffentlichkeit zu sprechen und seine Arbeit zu erklären. Er fand einen Weg, andere auf freundliche und unterhaltsame Weise zu erreichen. Die Personen, die seine Arbeit zu schätzen wissen, haben ihn dazu motiviert sein Konzept vorzustellen. Inspiriert von den Tattoo Flashes überträgt er dieses Konzept auf die Stickerei, um ein innovatives und neues Konzept in der Schweiz zu entwickeln, die Stickerei Flashes. Massgeschneiderte, handgefertigte Stickereien nach Mass und in einer einzigartigen Kopie. Alle Produktionsschritte führt er selbst und von Hand durch. Das Vfelder-Projekt basiert auf handgefertigten, umweltverträglichen Materialien, einzigartigen Kreationen, alles in einen naiven Universum inszeniert, das einen zum Schmunzeln bringt.


Künstlerischer Ansatz Vision Tactile, ist ein Projekt, das darauf abzielt, blinde und sehbehinderte Menschen an die Form von nicht greifbaren Elementen heranzuführen. Diese Formen, die Menschen mit Sehvermögen offensichtlich erscheinen, können schwer vorstellbar sein, wenn man sie nicht sehen kann. Vision Tactile, richtet sich auch an Sehende. Es kann zu einer Reflexion über all die anderen Elemente führen, die wir kennen und doch haben wir sie nie berührt. Darüber hinaus werden sie auch die Farbarbeit und den naiven Aspekt der Zeichnungen zu schätzen wissen, die sicherlich sowohl Erwachsene als auch Kinder unterhalten wird. Dieses interaktive und spielerische Projekt lädt Kinder ein, die Augen zu schliessen und die Werke zu berühren, um zu experimentieren, die Berührung bewusst zu erleben und ihre Erfahrungen miteinander zu teilen. Dadurch werden Verbindungen zwischen sehenden und blinden Kindern im Rahmen derselben Sinneserfahrung hergestellt.

Vision Tactile © Valérian Felder


Agnès Ferla

Kontakt mail@agnesferla.ch www.agnesferla.ch

Biographie Agnès Ferla (1986) analysiert und fasst die malerischen Konstanten in einer Synthese zusammen. Von Januar bis Juni 2017 war sie im Kanton Waadt an der „Cité internationale des Arts de Paris“ wohnhaft. Nach dem Bachelor-Abschluss in Bildender Kunst an der ECAL (École cantonale d’art de Lausanne) im Jahr 2011 zog sie 2012 nach San Francisco, wo sie am „Wattis Institute for Contemporary Arts“ arbeitete und parallel die Gruppenausstellung „Fight or flight“ organisierte. Im Jahr 2013 schloss sie ihr Masterstudium an der ECAL ab und gründete den Kunstraum „La Sas“, wo sie für die Gestaltung zahlreicher Ausstellungen junger Künstler aus der Lausanner Szene verantwortlich war.


Künstlerischer Ansatz „Ich mache hauptsächlich Gemälde. Und ich frage mich, ob das, was ich kreiere noch ein Gemälde ist und welche Art von Grösse, Form, Installation oder Druck man noch zu dem Typ Bild zählen kann. Ich lasse meiner Handbewegung ihren Lauf, dadurch entsteht etwas Spontanes; die Neigung des Bodens, die Temperatur des Ortes, die ganze Umgebung hat einen Einfluss auf den Entstehungsprozess. Das Bild setzt seinen Prozess durch Trocknen und durch Kristallisierung fort. Mich fasziniert das Scheinbild von Tiefe und Materie während ich eine flache Oberfläche auf meinen Leinwänden habe. Meine jüngsten Arbeiten kombinieren Bild und Malerei, ich sammle diese Fotos seit einigen Jahren und nutze sie manchmal als Ausgangspunkt. Das Gemälde auf diesen Druckbildern verziert nicht, es zensiert auch nicht. Es geht mir darum bestimmte Teile hervorzuheben und mit bestehenden Formen zu spielen. Für diese Ausstellung im Sensorium präsentiere ich "eine Leinwand für eine weiche Vase". Diese Leinwand spielt mit dem Objekt, der Bedeutung und der Form, der Darstellung der Vase, einem funktionalen und häuslichen Objekt, das zerbrechlich und kostbar ist. Das Gemälde dieser versteigerten Wucai-Vase aus dem 17. Jahrhundert gilt als unberührbar und stellt die Umwandlung dieses Objekts in eine Kissenleinwand dar.“

# 83 Wucai © Agnès Ferla


Carina Kirsch

Kontakt carina.kirsch@posteo.eu

Biographie Ansichten der Bewegung und Ruhe Festgehalten in Skulptur und Relief: Durch bildhauerische Techniken findet eine Auseinandersetzung mit natßrlichen oder inszenierten Haltungen statt. Sie erscheinen ungereimt, keiner Bedeutung folgend, angespannt. Fragestellungen ergeben sich dabei ganz grundlegend im Beobachten menschlicher Bewegung und deren Positionierung im Raum. Einzelne KÜrperteile finden Betonung durch Hervorhebung oder durch Freilegung von Fragmenten. Momentaufnahmen werden herausgearbeitet, Augenblicke eingefroren; in der Bewegung bilden sich Ruhepunkte ab. Die verwendeten Materialien sind Gips, Kunststein und Wachs. Sie gelangen nach dem Giessprozess zu einer festen, beständigen Form. Carina Kirsch, Bildhauerin


Künstlerischer Ansatz Das Relief erzählt von einer Art des Sehens. Hergestellt aus Gips und verschiedenen Metalloxiden, nimmt es Bezug auf Gegenstände des Alltags. Sie werden hier als eine Verformung mineralischer Grundstoffe betrachtet, sind als solche jedoch meist nicht mehr erkennbar. Täglich berühren wir Dinge mineralischen Ursprungs, ohne uns je deren Hintergrund und Weg der Umgestaltung vom Rohstoff zum fertigen Produkt bewusst zu machen. Diese Tatsache inspirierte die Bildhauerin, eine Auswahl solcher Rohstoffe auf der Oberfläche des Reliefs festzuhalten. Der Arm, in diesem Zusammenhang Träger dieser Rohstoffe, stellt eine inhaltliche Konzentration auf den Körperteil dar, der von uns zum Fassen, und damit zum Berühren, wohl am häufigsten benutzt wird.

zu_fassen © Carina Kirsch


Isabelle Klaus

Kontakt ik@artamis.org www.isabelleklaus.ch

Biographie Die Arbeiten von Isabelle Klaus (Absolventin von HEAD) hinterfragen weibliche Stereotypen. Sweety, Handtaschen, Aschenputtel und stellen Fragen nach kultureller Zugehörigkeit und ihren ästhetischen Idealvorstellungen, Ana kont fi swisra shuwaya keda, ApothiCaire, Tribunal und hinterfragen die Zuverlässigkeit des Blickes, Container, Siwa, Blindheit. Ihre Werke werden mit Medien wie zum Beispiel mit Malerei, Video, „Ready-Mades”, (Alltagsgegenständen) Fotografien oder Installationen hergestellt.


Künstlerischer Ansatz „Sweety #2” „Sweety”, Wandmalerei in situ mit rosa Nagellack ist ein Vorschlag zu den elementaren Komponenten der Malerei. Jeder Abdruck ist einzigartig und von mir selbst umgesetzt. Der Leerraum zwischen den Schienen wird in seiner Beziehung zum Träger, der Wand, betrachtet. Die für dieses Stück verwendete monochrome rosa Farbe aus der Kosmetikindustrie ist ein Stereotyp der Verführung. „Jedes Zeichen ist eine Signatur und gleichzeitig das Kennzeichen einer geleisteten Arbeit: Eine Aufgabe ist eine Aufgabe.“ Niele Toroni

„[...] Die wohlhabendsten Mädchen blieben in ihren Häusern eingesperrt und warteten auf einen Mann und verbrachten ihre Zeit damit, fleissig die Kunst der weiblichen Verführung zu erlernen, die der einzige Weg war, den Mann zu behalten sobald dieser erbeutet war. “ Nawal El Saadaoui

„Habiby” Nahe dem Ergebnis ethnographischer Forschungen ist «Habiby” der Zeuge eines performativen Aktes: Die Haare an den Beinen von drei Männern werden schwarz, rot und blond gefärbt, dann wird mit Enthaarungsstreifen ein rechteckiger Kapillarbereich entfernt. Diese haarigen Streifen, die auf Velinpapier geklebt und dann individuell gerahmt werden, haben eine Ästhetik, die der Gravur ähnelt und präsentieren sich als als typische Muster des modernen Menschen.

„Sweety” © Isabelle Klaus

„Habiby” © Isabelle Klaus


Esther Michaud

Kontakt mcd.esther@gmail.com www.esthermichaud.fr

Biographie Esther Michaud wurde 1993 in Epernay, Frankreich, geboren. Nach einem Austauschprogramm an der Rietveld Academy in Amsterdam im Bereich Textil, erwarb sie 2018 einen Master-Abschluss an der École Nationale Supérieure des Arts Décoratifs in Druckbild. Ihre Arbeit und ihre interdisziplinäre Ausbildung spiegeln sich in ihrem Schaffen und der Diversität von unterschiedlichen Medien wieder: Textilien, Zeichnungen, Skulpturen und Installationen. Nach ihrem Abschluss wurde sie 2019 für die Ausstellung „100%“ in La Villette in Paris ausgewählt und präsentierte ihre Arbeiten dann in einer Duo-Show in der Fibery Gallery (Paris). Anschliessend nahm sie an mehreren Gemeinschaftsausstellungen teil, der „Low Res“ in Casablanca (Marokko) und dem Kunstprojekt „Emerging Lines“ in Wroclaw (Polen). Heute lebt und arbeitet sie in Paris.


Künstlerischer Ansatz Esther Michaud interessiert sich für die Wechselwirkungen zwischen menschlichen Konstruktionen und der Natur. Sie achtet auf komplexe Strukturen und auf die Art und Weise ihrer Anordnung: die strenge und geometrische Wiederholung an Gebäudefassaden, die reiche Entwicklung von Pflanzen, die Wurzeln, die Beton durchbrechen, oder dem Moos, welches sich an den Wänden ausbreitet. Indem sie diese Details aufgreift, schafft sie neue Formen, in denen ein strenges geometrisches Raster die grafische Vielfalt der Pflanzenwelt offenbart. In ihren Werken werden regelmässig sorgfältig gesammelte Rohstoffe mit traditioneller Handwerkskunst kombiniert. Die hybriden Objekte, die sie anfertigt, konfrontieren uns mit der Grenze zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren, dem Natürlichen und dem Künstlichen. Die präsentierten Werke „Empreintes“ und „Intersections“ verwenden beide eine direkte Probe des Materials: den Holzdruck. Sorgfältig auf Stoff oder Papier montiert, wirkt die Holzstruktur mit handgefertigten Designs und Webereien zusammen. Die in ihrer Arbeit allgegenwärtige Textilfaser suggeriert hier die pflanzliche Taktilität.

Intersections © Esther Michaud

Empruntes © Esther Michaud


Dylan Quiquerez

Kontakt dylan@quiquerez.ch www.dylan.quiquerez.ch

Biographie Dylan Quiquerez ist ein junger Fotograf aus Neuenburg, der in Landeron lebt. Geboren 1998, beschäftigt er sich leidenschaftlich mit Fotografie, Musik und Natur. Er ist Schlagzeuger in einer Rockband und wird in einigen Jahren den Bel-Air Estate Zoo seiner Mutter übernehmen. Seit mehr als 5 Jahren interessiert er sich für Fotografie. Im Jahr 2018 gründete er sein eigenes Unternehmen. Er ist ausgebildeter Sanitärinstallateur und absolviert derzeit seine zweite Ausbildung in der Landwirtschaft. Seine Lieblingsgebiete sind die Makrofotografie und die Tierfotografie. Er weitete sein Tätigkeitsgebiet damit aus, indem er Fotos von Veranstaltungen, Porträts, Hochzeiten, Firmen und Berichten anbot.


Künstlerischer Ansatz Die Ausstellung „Une main, une histoire“ ist die erste Fotoserie von mir. Die Idee ist es, darzustellen, was uns tagtäglich verbindet und was je nach Lebenslauf auf die eine oder andere Weise altert. Die Hände zeichnen auf, wie eine Person gelebt hat. Sie alle haben eine lange Geschichte. Deshalb benötigen die Bilder keine Beschreibung, die Hände sagen genug, um sich ihre Vergangenheit vorstellen zu können. Ein schwarzer Hintergrund und eine an jede Aufnahme angepasste Nachbearbeitung habe ich vorgenommen, um alle Facetten der Hände hervorzuheben.

Une main, une histoire © Dylan Quiquerez


Myriam Streiff

Kontakt myriam.streiff@yahoo.fr www.myriamstreiff.ch

Biographie Ich wurde 1987 geboren. Als ich klein war, habe ich einmal genüsslich ein ganzes Glas des Wassers getrunken mit dem ich gerade gemalt habe. Scheinbar war das mein persönlicher Zaubertrank! Auf jeden Fall hat sich seitdem meine Leidenschaft für Malerei stets weiterentwickelt. Aufgewachsen bin ich in Neuenburg und in Biel. Nach dem Bachelor an der Hochschule der Künste Bern habe ich 2013 den Master of Arts in fine Arts in Major Art Teaching an der Hochschule Luzern absolviert. Zurzeit lebe und arbeite ich in Biel.


Künstlerischer Ansatz In meinen Malereien habe ich versucht die soziale Ebene des Tastsinnes einzufangen. Berührt man ein Lebewesen, dann wirkt diese Geste anders als bei einem leblosen Gegenstand. Es entsteht eine Verbindung, vielleicht eine Erwartung, positive oder negative Gefühle. Eine Berührung kann von Aggression bis zur sanften Streichelei gehen. So spielen unsere Gesten, die ausgeführten sowie die zurückgehaltenen, eine wichtige Rolle in unseren sozialen Beziehungen. Wenn man ein Bild betrachtet entsteht auch eine Verbindung. Es können Fragen, Gefühle und Erinnerungen hochkommen. Vielleicht denkt man beim Betrachten daran, dass man sich selbst schon einmal in einer ähnlichen Situation befand. Man schaut auf diesen entblössten Bauch, so nackt und schutzlos. Würden die meisten Leute ihn wohl am liebsten berühren wollen? Und wie würde diese Berührung aussehen: ein Piksen, ein Kitzeln oder eher ein Streicheln? Oder würde man sich für die respektvolle Distanz entscheiden, zu welcher uns die Malerei per se zwingt? Die Antwort würde einiges über unsere Verbindung zur dargestellten Person im Bild verraten.

Kontakte © Myriam Streiff


Yaeka Tabara

Kontakt niiya1120@outlook.fr www.niiya1120.wixsite.com/yaeka

Biographie Yaeka Tabara wurde 1986 in Fukuoka, Japan, geboren. Nach einem Austauschprogramm an der HEAD (Haute école d’art et de design) in Genf in gemischten Medien, erhielt sie 2012 ihren Bachelor of Fine Arts an der Kyoto University of Art and Design in Japan. 2014 trat sie in die Haute Ecole des Arts de Berne ein, wo sie 2016 ihren Master, Art MA CAP in Contemporary Art Practice erhielt. Sie arbeitete als Assistentin für mehrere internationale Künstler, was sie bei der Verwendung verschiedener Materialien und bei der Entwicklung ihrer Werke beeinflusste. Sie nahm an mehreren Gruppenausstellungen teil: „AFFAIRE“ (Centre Pasquart de Bienne) „Was sollen wir jetzt tun?”(Hochschule der Künste Bern, Bern). Nach ihrem Abschluss arbeitete sie an der Produktion von Sets für StopMotion-Animationsfilme (Heliumfilm), Theater und für verschiedene kulturelle Veranstaltungen (Weizen- und Brotfestival in Echallens...). Sie verwendet verschiedene Medienformen wie beispielsweise: Malerei, Keramik- und Videoinstallationen (Projektionskartierung). Derzeit lebt sie in Vevey.


Künstlerischer Ansatz Influence: „Ripple“ und „Céramique“ Gemeinsamer Prozess: Zwischen diesen beiden Werken gibt es mehrere Regeln, die ich mir auferlege, um die Werke zu erstellen, aber nur eine der Regeln habe ich in beiden angewandt. Ich schalte mein Bewusstsein während des kreativen Prozesses ab. Ich sondere meinen Verstand und Geist voneinander ab, um den Prozess nicht nach meinen ästhetischen Kriterien bestimmen und stören zu lassen, denn mein primärer physischer Sinn würde das wahrscheinlich verbergen, wenn ich die volle Kontrolle über die Entstehung meiner Werke hätte. Gemeinsamer Prozess und Unterschiede: „Ripple“ - darauf achten, dass sich die Linien nicht gegenseitig berühren - wenn die Linien eine der Kanten des Blattes berühren, stoppe ich den Prozess und die Arbeit ist beendet. - Arbeiten in 2 Dimensionen - Hohe Konzentration und Disziplin „Céramique“ - fühlen, berühren - Arbeiten in 3D - das Material während der Erstellung Modellierung frei laufen lassen - zufällig, autonom

Influence © Yaeka Tabara


Olivia Malena Vidal Contact ovidalch@gmail.com www.oliviamalenavidal.com

Biographie Nach dem Abschluss ihres Studiums als Übersetzerin in Genf trat Olivia Malena Vidal an der Hochschule für Kunst und Design in Luzern in die Abteilung Camera Arts ein. Dann, an der Gerrit Rietveld Academy in Amsterdam, entwickelte sie einen experimentellen und multidisziplinären Ansatz für ihre Kunst. Ihre Interessenschwerpunkte sind Videos, Performances, Collagen, Fotografien, Schreiben und Malen. Olivia Malena Vidal interessiert sich besonders für Kunstgeschichte, das persönliche Gedächtnis, die Wahrnehmung von Kunstwerken und die Vergegenwärtigung von Bildern. Tatsächlich betrachtet sie Objekte und Bilder als wertvolle Zeugen der Vergangenheit, die nicht vergessen werden sollten. Letztere, die aus der Vergangenheit oder der Gegenwart stammen, werden aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgelöst und materialisieren sich in einer neuen Form durch ihre Kunst. So inszeniert der Künstler durch Schneiden, Wiederzusammensetzen, Collagen, Malen und modelliert seine visuellen Erinnerungen an Träume und Realität in immersiven Umgebungen, Installationen, Performances oder Videos.


Künstlerischer Ansatz Olivia Malena Vidal begrüsst die Besucher in einem persönlichen Raum, der im Gegensatz zu Renaissance-Schränken keine ungewöhnlichen Objekte zeigt, die Gelehrten vorbehalten sind. Sie konzentriert sich auch nicht auf die Archivierung von Sammlungen, wie sie in den Fenstern begeisterter Entomologen des 19. Jahrhunderts erscheinen. Dennoch bietet der Raum einen geheimen Garten, den der Erinnerung, den des Gedächtnisses, der Objekte und Bilder neu zusammensetzt, die gesammelt, dekonstruiert und dann wieder zusammengeflickt wurden. Das Kabinett ist das der „Naturalia”*, Exemplare der Natur und das der „Artificialia”, seltene oder bizarre Objekte. Modifiziert spiegeln die Gemälde, Zeichnungen und Objekte die raffinierte Ästhetik vergangener Jahrhunderte wider: Farben, Materialien, Formen sind der besondere Charakter. Der Besucher ist eingeladen sich davon erfüllen und berühren zu lassen. Das Kabinett ist nicht mehr der heilige und eingefrorene Ort des traditionellen Museums und so ist er ein Juwel, dessen perfekter Rahmen das Sensorium ist. *Die in den Schränken ausgestellten Objekte wurden in vier Kategorien eingeteilt: Naturalia (Kreaturen und Naturobjekte), Artificialia (vom Menschen geschaffene oder modifizierte Objekte), Exotica (exotische Pflanzen und Tiere) und Scientifica (wissenschaftliche Instrumente).

Olivias Kuriositätenkabinett © Olivia Malena Vidal

Profile for Anne-Sophie Marchal

Gemeinschaftsausstellung 2020 - Sensorium  

Im Rahmen der jährlichen Ausstellung „Berührt!“ lädt Sie das Sensorium ein, die sensiblen Arbeiten von zehn Künstlern zu diesem inspirierend...

Gemeinschaftsausstellung 2020 - Sensorium  

Im Rahmen der jährlichen Ausstellung „Berührt!“ lädt Sie das Sensorium ein, die sensiblen Arbeiten von zehn Künstlern zu diesem inspirierend...

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