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Kiefer Anatol Rettberg MA20/21 Anne

TANKE Transformation innerstädtischer Tankstellen in Berlin



Anatol & Anne


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READY STEADY GO


13 Eine Reise 15 Die Geschichte der Tanke 22 Die Tankstellenexpert*innen 26 Die Tanke als Teil eines Systems 30 Das Auto das liebste Stück 38 Stadt Land Tanke 46 60ig Tankstellen in Berlin 54 Tankstellen Kategorien 60 Berliner Luxustankstellen 62 Same Same but different 70 Alles Potenziale 76 Die neue Mobilistin 80 Fakten Fakten Fakten 84 Der Treibstoff der Zukunft 88 Eine Antwort 100 Das Manifest der Tanke 103 K 1 Salz & Pfeffer 104 K 2 Der Tempel der Mobilist*innen 112 K 3 Das Verkehrskreislaufsystem 124 Zeitstrahl 130 The Golden One 132 Tanke an 136 Quellen 138


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15 Wir begeben uns auf eine Reise fernab aller exotischen Länder, innerhalb des Berliner Rings zu den Tankstellen dieser Stadt. Orte die, uns faszinieren, deren Einzigartigkeit wir schätzen und bewahren wollen. Orte des Rituals, Orte der kurzen Entspannung, Orte der Demokratie ohne Klassengesellschaft – tanken muss der kleine Polo genauso wie der Porsche. Orte der allzeitigen Verfügbarkeit, Orte der Versorgung, Orte für einen kleinen Snack, Orte für ein kurzes Gespräch, Orte der Auskunft, Orte, die man an ihrem speziellen Geruch erkennt. Orte, die wie kleine Inseln im Stadtarchipelago schwimmen, Orte, die einem Orientierung geben. Orte der Coolness, Orte zu denen jeder eine Geschichte erzählen kann, Orte der Sehnsucht, Orte des Fernwehs, Orte der Nostalgie. Noch sind sie eine Bühne des Automobils mit speziellen Requisiten, die an jeder Tankstelle in anderen Farben und Formen, doch immer mit den gleichen Funktionen im Bild erscheinen. Aber was passiert mit diesen Orten in einer Zukunft, in der das treibstoffgeladene Auto zunehmend an Bedeutung verliert?


blicken über die Stadt Berlin und fahren los. Wir wollen das Netzwerk dieser Tankstellen begreifen. Wir untersuchen sie auf verschiedenen Ebenen und wollen wissen welche Zusammenhänge es gibt. In welchem städtebaulichen Kontext tauchen sie auf, in was für einer Wechselwirkung stehen sie zu ihrem unmittelbaren Umfeld, von welchen Architekturen sind sie umgeben, an welchen Straßen gelegen? Wir sehen in dem Netzwerk an Tankstellen eine Chance, eine neue stadtübergreifende Typologie zu entwickeln. Bevor der letzte Tropfen Benzin die Zapfsäule verlässt und die Abrissbagger rollen, wollen wir diese Orte noch einmal genau unter die Lupe nehmen und die Potenziale der Berliner Tankstellen freilegen. Wir fragen uns, ob es am Ende vielleicht Tankstellen sind, die zu den neuen infrastrukturellen und gesellschaftlichen Knotenpunkten unserer Stadt werden.

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ERINNERN DISKUTIEREN REFLEKTIEREN

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Die derTanke Im Jahr 1888 soll Bertha Benz auf eigene Faust ohne das Wissen von ihrem Mann Karl Benz eine Fernreise mit dem neuen Automobil gemacht haben. Die Fahrt war als eine Art Werbeaktion für die Neuerfindung ihres Mannes gedacht, die keinerlei Nachfrage erfuhr. Nach mehreren Kilometern ging ihr der Sprit aus, woraufhin Bertha Benz kurzerhand zur nächstgelegenen Apotheke in Wiesloch fuhr. Dort kaufte sie Ligroin – Waschbenzin. Die erste Tankstelle war geboren. In den Anfängen des Automobils war das Tanken eher eine an andere Gewerbe angegliederte Funktion. So konnte man den Treibstoff in Apotheken aber auch zum Beispiel bei Friseuren, Fahrradläden oder in Kolonialwarenhandlungen erwerben.1 Die Menschen begannen außerdem den Kraftstoff im Keller oder in Hinterhöfen zu lagern und mit Fasspumpen manuell abzupumpen. Nach einigen Explosionen sah man ein, dass dieses Unterfangen zu gefährlich war und entwickelte erste manuelle Zapfgeräte, die

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ein sicheres und sauberes Tanken ermöglichten. Man stellte den Tankstationen öffentliche Flächen zur Verfügung, was schon damals zu manchem Unmut über das verschandelte Stadtbild führte.2 1922 begann die Firma Olex erste kleine Tankpavillons zu errichten. Nach und nach wurden immer mehr Zapfstellen errichtet.1 Parallel wurden Schlossereien und Schmiedewerkstätten zu Autowerkstätten umfunktioniert und mit Zapfsäulen ausgestattet.3

Um das Tanken nicht den feinen Herrschaften zuzumuten stellte man einen Tankwart ein. Der Tankwart versorgte damals nicht nur das Auto mit Sprit, sondern sorgte auch für einen allround Service, bei dem das Auto gepflegt und gewartet wurde. Mit wachsendem Automobilverkehr stieg die Zahl der


23 Zapfstationen. Sehr verbreitet waren alleenartige Tankstationen, an denen mehrere Zapfsäulen unterschiedlicher Marken am Straßenrand aufgestellt wurden, die Benzin anboten.4 Das Modell der “Hamburger Tankstelle“ war 1931 ein erster Versuch, ein standardisiertes Design einzuführen.5 Im dritten Reich wurde der moderne Stil durch den Heimatschutzstil ersetzt.2 Um die Tankstellen harmonisch in die Landschaft zu integrieren, wurden sie unter einem Satteldach versteckt. Nach dem zweiten Weltkrieg war fast die Hälfte aller Tankstellen zerstört worden, der Sprit war rationiert, die Zahl der Autos gering.3

Für Architekten galt das Entwerfen einer Tankstelle als spielerische Fingerübung Die Tankstellen der 60iger Jahre brachten mit ihren extravaganten Architekturen den wirtschaftlichen Aufschwung und die Liebe zum Auto zum Ausdruck. Für Architekten galt das Entwerfen einer Tankstelle als spielerische Fingerübung, wie zum Beispiel die Tankstelle von Frank Lloyd Wright, die vielmehr an einen Tankpalast erinnert und deren Zapfsäulen aus Glas zwar sehr ästhetisch wirkten, aber wohl weniger funktional waren. An der modernen Tankstelle sollten möglichst viele Autos über genau geregelte Ein- und Ausfahrten abgefertigt werden. Der Tankwart benötigte einen Lager- und Aufenthaltsraum, indem später auch die Kasse sowie Toilettenräume untergebracht wurden. Die Hebebühne im Freien wurde schon bald zur Werkstatt, zunächst “AutoPflegehalle“ genannt. Doch vor allem mussten es die Kunden komfortabel haben, während der Tankwart seiner Arbeit nachging. Und so bekamen zunächst die einzelnen Zapfsäulen kleine Dächer, die später

zu einem großen Dach vereint wurden.2 1961 wurde die erste automatische Waschstraße in Hamburg in Betrieb genommen, bis heute ist diese Funktion an den Tankstellen geblieben und wird auch in Zukunft weiter gefragt sein.6 1969 erreichte man in Deutschland einen Höchststand an Tankstellen mit 46.684 Stück.7 Man begann für Tankstellen serielle Entwürfe zu machen die durch modulare Systeme an ihre jeweilige Umgebung angepasst werden sollten. Ein sehr minimalistischer Versuch ist die Tankstelle von den bekannten Architekten J. und H. Prouvé, den man heute noch im Vitra Museum besichtigen kann. Seit 1979 gibt es die ersten Selbstbedienungs-Tankstellen.3 Das Ende des Tankwarts könnte man meinen, und tatsächlich verschwand der Tankwart als Serviceperson über einen Zeitraum. Bis Shell sich irgendwann dazu entschloss wieder Servicepersonal an seinen Tankstellen einzustellen. Über die Zeit hinweg wurden Tankstellen von Mineralölkonzernen glattgebügelt und in ein formales Korsett gesteckt. Sie ähneln sich zunehmend in ihrem äußeren Erscheinungsbild. Die Tankstelleneuphorie scheint vorbei zu sein, heute zählt man nur noch knapp 14.500 Tankstellen in Deutschland, manche reden sogar von einem Tankstellensterben.7 Doch die großen Konzerne bleiben optimistisch: Die Tankstellen als Dreh- und Angelpunkte unserer Mobilität werden auch in Zukunft noch eine große Rolle spielen, nur die Mobilität wird sich ändern. 1 – Klanten, 2018, S6. f. 2 – Rossner, 2015, www.monumente.de 3 - Motus das Mobilitätsmagazin, 2019, www.motusmagazin.de 4 – Grube, 2008, www.spiegel.de 5 – Polster, 1996, S. 211 6 – Beunink, 2012, www.welt.de 7 – Kords, 2021, www.de.statista.com


Autos Architektur

1886 entwickelt Carl Benz den ersten Motorwagen.

1922 wird in Hannover der erste Tankpavillon der Marke Olex aufgestellt.

1931 wird bei dem Modell der “Hamburger Tankstelle“ das Dach vom Kiosk getrennt.

Zapfsäule

Der Spritverkauf war zunächst ein Nebenerwerb für Friseure, Kleinwarenhändler oder auch Apotheken.

Tankwärterin

Zu Beginn gab es oftmals ganz spatanische Zapfsäulen am Straßenrand.

Service

Damit sich die feinen Herrschaften beim Tanken die Finger nicht schmutzig machen wurde der Tankwart eingeführt.

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Die Qual der Wahl - wie Bäume einer Alle standen Zapfsäulen unterschiedlicher Marken am Straßenrand.


25 1974 ist der VW Golf der Durchbruch für Frontantrieb und die Kompaktbauweise.

1939 wurden Tanken im Heimatschutzstil entworfen, die Formensprache sollte sich harmonisch in die Landschaft integrieren.

1953 entwickelten J. und H. Prouvé eine der ersten seriell hergestellten Tankstellen.

Eine zylinderförmige Zapfsäule, ein Designklassiker von Eliot Noyes.

F.L. Wright entwickelte diese extravagante Zapfsäule aus Glas.

In den 70igern wird der Tankwart durch moderne und vor allem günstigere SB-Tankstellen ersetzt.

1961 geht die erste vollautomatische Waschstraße an einer Tankstelle in Hamburg in Betrieb.

Heutzutage ist die Tankstelle zu einer umfassenden Konsum- und Servicezone geworden.


Expert*innen Lena Fiedler & Konstanze Scheidt

Journalistin und Medienwissenschaftlerin Sie beschäftigen sich schon länger aus persönlichem Interesse mit dem Thema der Tankstelle. In einem Workshop bei dem Re:publica Festival diskutierten sie mit verschiedenen Akteuren über die Zukunft der Tankstelle.

“Wir kommen aus dem Ruhrgebiet, da hat man eine bisschen andere Beziehung zu Tankstellen. Dort gibt es nicht so viele Kioske, sodass man eher an der Tankstelle abgehangen hat. Und damals war das auch der Ort, an dem die coolen Kinder abgehangen haben, um sich Alkopops zu kaufen. Interessant wäre es, wenn man etwas findet, das man nur an der Tankstelle der Zukunft bekommt. Wenn Tankstellen nur zu Kulturorten werden, kommen wahrscheinlich nicht mehr alle dahin und das wäre doch schade!“

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Friedrich Liechtenstein Musiker, Schauspieler und Unterhaltungskünstler

Friedrich Liechtenstein vertritt die steile These: “Tankstellen sind die romantischsten Orte der Welt“. In der Arte Dokumentation “Tankstellen des Glücks“ stellt er eine Hommage an die Tankstelle und fährt zu den unterschiedlichsten Tankstellen Europas.

“Ich glaube Tankstellen sind sehr exemplarische Orte. Hier versteht jeder, was hier stattgefunden hat. Wenn sich Tankstellen jetzt wandeln, ist das für alle plausibel. Wenn man dann sagt: Hier haben wir Fehler gemacht und hier drehen wir das jetzt um und machen alles besser. Tankstellen sind eine Kette, die weltweit den ganzen Globus umspannt. Wenn wir hier jetzt das Richtige machen, haben wir schon mal einen sehr guten Hebel. Das finde ich gut!“


27 Dida Zende

Künstler in Berlin Dida Zende ist Gründer und Betreiber der FIT Tankstellen. Ein Kollektiv von Freien Internationalen Tankstellen, an denen man heute vor allem Kultur tanken kann.

"Ich berufe mich im Endeffekt auf Joseph Beuys. Auf die Idee der sozialen Skulptur. Das was hier an der FIT Tankstelle im Prenzlauer Berg passiert ist eine soziale Skulptur. Der Name FIT ist angelehnt an die FIU die freie internationale Universität, die Joseph Beuys Mitte der 70er bei der Documenta in Kassel gemacht hat. Die Idee ist daran angeleht, dass alle irgendwie Knowledge haben, dass auch immer in direkter Art und Weise weitergegeben werden kann. Es gibt keine Eliten und auch keine Unterschiede. Die Tankstelle ist die Plattform, auf der wir alle gleich sind."

Dr. Johann Hartl Stadtplaner

Er hat in den Neunzigern das Überbauungspotenzial im Auftrag des Stadtplanungsamt von Tankstellen in Westberlin überprüft. Er bekam eine Liste mit 249 Tankstellen, die er alle fotografiert und dokumentiert hat.

"Ich finde es furchtbar, dass sich diese Tankstellen zum Supermarkt für Sixpacks entwickelt haben. Die Pächter verdienen an den Lebensmitteln, oder besser den Ersatzlebensmitteln, die sie da verkaufen, mehr als am Tanken. Das ist eine verkehrte Welt! Aus meiner Sicht sollten die, die Lizenz dazu haben Sprit zu verkaufen. Aus, Punkt, Ende. Und vielleicht noch der Service, der mit dem Auto zusammenhängt. Aber nicht das ganze Andere. Außer Kaffee vielleicht noch, weil den braucht man ja ab und zu. Aber das ganze Andere: Bitte nicht!"


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Die Tanke als Teil eines

Sprit kommt selbstverständlich von der Tankstelle. Aber wie lange ist die Leitung vom Rohstoff bis zur Zapfsäule wirklich? Über Millionen von Jahren, unter hohem Druck ruht das schwarze Gold in den Tiefen unserer Erde. Mit großem Aufwand wird es gewonnen, quer durch die Welt geschifft und in Raffinerien durch spezielle Prozesse veredelt. Von dort wird es mit Tanklastern oder Wagons in Tanklager gebracht und nach geheimer Rezeptur der jeweiligen Marke zu Sprit gemischt. Im Anschluss wird der Treibstoff mit Tanklastern an die Tankstellen gefahren, um es am Ende in einen kleine Polo zu tanken und zu verbrennen.1

Das ist mitten in einem Naturschutzgebiet.

Wenn man an Ölförderung denkt, kommt einem nicht gerade Deutschland als erstes in den Sinn. Doch es gibt auch hierzulande Ölvorkommen. In der Nordsee thront eine letzte Ölplattform. Die Mittelplate liegt vor der Norddeutschen Küste, auf halbem Seeweg zwischen Cuxhaven und Büsum.

Das Rechenbeispiel macht deutlich: Wir sind abhängig von Rohölimporten. Eine Abhängigkeit, die besonders zu spüren ist, wenn der Suezkanal blockiert wird oder die Druschba Pipeline durch unreines Rohöl verstopft ist. An der Spitze der Importeure steht über

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Die Mittelplate wird seit 33 Jahren von der WintershallDEA betrieben. In dieser Zeit wurden laut eigenen Angaben 37 Millionen Tonnen Rohöl gefördert.1 Verglichen mit dem deutschen Tagesbedarf an Rohöl im Jahr 2019 hätte diese Menge für gerade einmal 115 Tage gereicht.

Die Druschba Pipeline bedeutet übersetzt Freundschafts Pipeline


31 Jahrzehnten Russland. Die Pipeline Druschba, was übersetzt “Freundschaft“ bedeutet, pumpt seit 57 Jahren das schwarze Gold in das Herz der Maschinen. Die Gesamtlänge der Druschba inklusive aller abzweigenden Nebenleitungen beträgt 8900 km. Sie hat eine Transportkapazität von 2,5 Mio Barrel pro Tag. Die Nordleitung beginnt in Tartastan bei den russischen Ölfeldern und endet in der nördlich von Berlin gelegenen Stadt Schwedt.2 
 Im Allgemeinen kommt das Rohöl nach Deutschland via Öltanker oder Pipeline. Die Schnittstellen, an denen das Öl in das deutsche Pipelinenetzwerk gepumpt wird, sind Schwedt (Druschba), Rostock, Wilhelmshaven, Triest und Rotterdam. Von diesen Punkten ziehen sich Pipelines bis ins Landesinnere. An den Pipelines liegen die Raffinerien der großen Ölkonzernes: BP in Gelsenkirchen und Lingen, Total in Leuna, Shell in Hamburg und Köln.
 
 In den Raffinerien wird das Rohöl weiterverarbeitet. Aus einem Barrel Rohöl gewinnt man LKW Diesel für ca 65 km, Benzin für 450 km oder einen Liter Motoröl. Alternativ dazu benögt man dieselbe Menge für 170 Geburtstagskerzen, 540 Zahnbürsten, 750 Kämme, 75 Plastikbecher, 135 Gummibälle, 39 Polyester Shirts, 195 Messbecher, 65 Plastikkehrbleche, 11 Telefongehäuse, 15 kleine Campinggasflaschen, 70 kWh Strom, 23 Spielzeugreifen oder 4 kg Asphalt.3 Wenn wir also vom Zeitalter des Öls sprechen sieht man hier ganz deutlich, dass damit nicht nur die fossile Mobilität gemeint ist. Rohöl ist in vielen Bereichen unseres modernen Lebens eine unverzichtbare Grundlage. 
 
 Tankstellen sind Teil eines Globalen Systems. In Deutschland gibt es Markentankstellen und Freie Tankstellen. Markentankstellen sind an bestimmte Ketten der großen Ölkonzerne gebunden. In Deutschland sind die Hauptvertreter: BP (Aral), Shell, Phillips 66 bei (Jet) oder

ExxonMobil (Esso). Sie gehören zu den A-Gesellschaften und werden auch als die “Großen Fünf“ bezeichnet. Zusätzlich zu den A-Gesellschaften gibt es viele weitere mittelständische Ketten. In Berlin gibt es neben Aral und Shell vor allem viele Star Tankstellen, die von dem polnischen Konzern PKN Orlen betrieben werden. Es gibt sogar Mineralölgesellschaften, die manche Marken nur noch betreiben, um die Markenrechte durch “Ausübung“ zu schützen, wie zum Beispiel die Gasolin-Tankstellen.

Tankstellenpächter*innen verdienen 1ct Brutto pro verkauftem Liter Dabei werden Tankstellen noch nicht einmal unbedingt von den Ölkonzernen selbst betrieben. In Form von Franchise-Konzepten werden viele Filialen an Pächter vergeben. Laut der Reportage „Das Aral-System - Tankstellen unter Druck“ werden von den 2500 Aral Tankstellen in Deutschland mehr als die Hälfte von selbstständigen Pächtern geführt. Dabei werden Tankstellenshop, Waschanlage und eventuelle Werkstatt von den Pächter*innen mit eigenem Risiko betrieben. Beim Sprit sind Pächter*innen lediglich Handelsvertreter. Sie verdienen 1 ct Brutto pro verkauftem Liter Sprit. Den Hauptumsatz machen Tankstellenpächter*innen mit zusätzlich angebotenen Waren und Dienstleistungen. Einen großen Profit machen die Pächter*innen damit leider nicht. Die Ware darf nur von von den Großkonzernen vorgegebenen Vertragspartnern bezogen werden und ist schon im Einkauf teuerer als im Supermarkt. Bei gewinnbringenden Filialen soll es sogar zur Zahlung von Sonderpachten gekommen sein. Durch das System kommt es nicht selten zur Verschuldung der Tankstellenpächter*innen, wohingegen die Großkonzerne meist als Gewinner aus dem Geschäft gehen.4


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Die Freien Tankstellen verkaufen ihren Sprit im eigenen Namen und für eigene Rechnung und sind nicht Teil eines Vertriebssystems einer Markenfirma. Das Benzin ist an Freien Tankstellen meist um einige Cent günstiger, was manche Verbraucher skeptisch werden lässt. Ohne Grund. Das Benzin stammt aus den gleichen Raffinerien, mit dem Unterschied, dass für die Markentankstellen noch markeneigene Zusatzstoffe hinzugefügt werden, die laut einer Studie des ADAC aber keinerlei Einfluss auf Qualität, Motorleistung oder Benzinverbrauch haben.5 Welche Machtposition Mineralölkonzerne haben, wird klar, wenn man sich beispielsweise die Zahlen des BP Konzerns genauer anschaut. Die Firma ist weltweit in 70 verschiedenen Ländern mit insgesamt 18.000 Tankstellen vertreten und bedient täglich circa 13 Millionen Kunden. 2016 erwirtschaftete sie einen Jahresumsatz von 183 Milliarden US-Dollar und beschäftigte 74.500 Mitarbeiter.6

13 Millionen Kunden bedient BP täglich weltweit Eine gute Bilanz, doch der Schein trügt. Im mexikanischen Golf ereignete sich im Jahre 2010 auf der Bohrinsel Deepwater Horizon ein verheerendes Unglück. Durch eine Explosion starben elf Menschen und die Bohrinsel versank im Meer. Auf dem Meeresgrund verblieb ein offenes Bohrloch in 1500 m Tiefe. Unmengen an Rohöl strömten aus dem Bohrloch in den mexikanischen Golf. In einer 76 Tage andauernden Rettungsaktion wurde versucht das Bohrloch zu schließen. Mehrere Versuche scheiterten. Die Umweltkatastrophe war immens. Ein riesiger Teppich von Rohöl verschmutze den mexikanischen Golf und die angrenzenden Küstenregionen.7

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Verantwortlich für die Ölkatastrophe war der Betreiber der Bohrinsel BP. Das einst unter dem Namen British Petroleum bekannte Unternehmen hieß zur Zeit des Unglücks schon Beyond Petroleum. Eine Namensänderung, die in einer kostspieligen Werbekampagne beworben wurde. Inhaltlich hatte die Namensänderung jedoch nur wenig Folgen für das Unternehmen. Das Kerngeschäft dieser Firma ist und bleibt die Förderung, die Verarbeitung und die Vermarktung von Öl.

British Petroleum heißt jetzt Beyond Petroleum Doch Umweltorganisationen wehren sich: 2015 wurde BP von der Umweltschutzbehörde USEPA zur Rekordstrafzahlung in Höhe von 20,8 Mrd. US-Dollar verurteilt.8 
„Das finde ich eben auch interessant bei Tankstellen. Dieses Gefühl von Schuld, also nicht nur Gefühl, sondern, dass wir uns alle schuldig gemacht haben an unserem blauen Planeten. Und das ist auch so ein interessantes Gefühl. Das verbindet uns. Einerseits haben wir die Schuld, andererseits macht es irgendwie auch schuldlos, weil: Das haben ja alle gemacht. Oder: Was sollten wir denn machen? Aber wenn man genau hinsieht, haben wir uns mit Schuld beladen, weil wir getankt haben. Und das ist auch ein Aspekt, der irgendwie für Romantik sorgt. Für Trauer, wenn man dann zusammen sitzt und sagt: Naja, haben wir alle gemacht. Wir haben getankt.“ Friedrich Liechtenstein

“Wir alle haben uns Schuldig gemacht, wir haben getankt“ Wir blicken zurück, auf 125 Jahre Erdöl betriebene Mobilität. Doch die Zeiten, in denen das Öl fast von alleine aus dem Erdboden quoll, sind vorbei. Das Ende des Öls wurde mehrfach vorausgesagt.


35 Doch mit stets neuen Methoden werden immer neue Ölquellen erschlossen. Wenn der Ölpreis steigt, lohnt auch die Investition. Bei einem sehr hohen Ölpreis würden sogar in Niedersachsen die Ölpumpen wieder laufen.
 
 Der Motor der Gesellschaft will und muss weiterlaufen. Mit dem steigenden Selbstvertrauen, das durch neue Technik und Erfahrung entsteht, wird auch mehr gewagt. Vielleicht eine Selbstüberschätzung. Die Bilder von brennenden Ölplattformen, verunglückten Tanklastern und gekenterten Öltankern gehen um die Welt. Schuldige zu finden fällt dabei meistens leicht. Doch Ölfirmen bedienen am Ende auch nur eine Nachfrage. Jeder getankte Liter, jede weitere Flugreise und jeder benutze Plastikbecher bestätigt die Ölindustrie auf ihrem Weg. Wir sind abhängig vom Öl. Und die Tankstellen sind unsere Dealer.
 1 – Wintershall Dea, www.wintershalldea.de 2 – Wikipedia, Erdölleitung Freundschaft, www. wikipedia.de 3 – BP, www.bp.com 4 – ZDF, 2015, www.zdf.de 5 – Drescher, 2012, www.augsburger-allgemeine.de 6 – Wikipedia, Deep Water Horizon, www.wikipedia.de 7 – Taylor/Watts, 2019, www.theguardian.com 8 - BP, BP, Wikipedia


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“Tankstellen werden immer darauf schauen, dass sie auffallen. Manche tun so, als wären sie ein Staat und stellen überall Fahnen auf. “ Dr. Johann Hartl


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"Das Auto ist nen riesen Fetisch! Aber es verändert sich wirklich, das haben ja auch schon viele festgestellt, gerade in den Städten."

Friedrich Liechtenstein


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43 Kein anderes Verkehrsmittel hat unsere Städte so sehr geprägt wie das Auto! Wir alle wissen, dass das Auto schlecht für die Umwelt ist und eigentlich wissen wir auch, wie viel schöner unsere Städte wären, wenn es keine Autos mehr gäbe. Wie schön es wirklich ist, merken wir aber immer leider erst, wenn es dann mal soweit ist. Davor wollen wir uns von den Vorzügen des Autos auf keinen Fall trennen! Kann die Tanke der Zukunft diese Vorzüge des Autos vielleicht ersetzen und uns damit den Verzicht erleichtern?


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Stadt Land Tanke 46


47 Uns ist bewusst, dass die Tankstelle auf dem Land eine ganz andere Bedeutung hat als die Tankstelle in der Stadt. Auf dem Land wird man auch in Zukunft noch viel mit dem Auto unterwegs sein, wohingegen in der Stadt die Zahl der Personen, die einen eigenen PKW besitzen, stetig weniger werden. Damit sinkt auch die Zahl der Tankstellen. In Westberlin gab es 1990 noch 113 Tankstellen heute sind es in ehemals Westberlin nur noch 44, wie uns der Stadtplaner Dr. Johann Hartl im Interview erklärte. Auch wenn man es nicht so ganz glauben will, die Berliner Stadttankstellen sind vom Aussterben bedroht!


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“Also aufm Dorf, da ist die Tankstelle immer noch das Tor zur Welt.“

Friedrich Liechtenstein


FREILEGEN BEOBACHTEN ORDNEN

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59 Wir haben Tankstellen innerhalb des Berliner Autobahnrings gefunden. Die meisten befinden sich in absoluten Premiumlagen an wichtigen Schnittstellen der Stadt. In unserer Analyse haben wir die Tankstellen in drei Überkategorien und 11 Unterkategorien sortiert. Die Kategorien beziehen sich dabei weniger auf die Architekturen der bestehenden Tankstellen, sondern vielmehr auf das städtebauliche Umfeld, in dem sie gelegen sind. Wir behaupten, dass die Tankstellen je nach Kategorie unterschiedliche Transformationspotenziale mit sich bringen.


INSEL

ABGUSS

EINHORN

UFO

NASE

Tankstellen

K1 Bestand

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K2 Brandwände


K3

Gleise

Autobahn

UMSCHLAGPLATZ

PLANKTON

HALTESTELLE

TASCHE

BLOCKSCHLUSS

BLOCK ÖFFNER

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63 Bezeichnend für die Berliner Tankstellen ist ihr verschwenderischer Umgang mit kostbarer Fläche im städtischen Raum. Ähnlich wie Supermarktdiscounter stehen die leichten Flugdächer meist losgelöst vom Kontext, einsam auf überdimensionierten Grundstücken. In anderen Großstädten wie z.B. in Paris oder in Wien sind viele Tankstellen ein Bestandteil anderer Typologien. Dort stehen vereinzelte Zapfsäulen im Erdgeschoss, im Hinterhof oder sogar einfach auf dem Bordstein. Einen Shop gibt es nur, wenn es der Platz auch zulässt. Die Darstellung Zeigt die bebaute Fläche im Verhältnis zur Grundstücksfläche von Berliner Tankstellen.

100 m


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67 Auf den Tankstellen Grundstücken in Berlin steht zu 36% eine Shell und zu 32% eine Aral Tankstelle. 86% der Grundstücke sind Eckgrundstücke. Im Durchschnitt hat die Berliner Tankstelle eine Fläche von 1289 m2 Sie ist im Mittel von 6 Straßenspuren umgeben (4+2). An den meisten Grundstücken schließen 2 Brandwände mit einer Länge von 34 m an.


Radius von einer Tankstellen zur nächsten Tankstelle

1000 m

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69 Grundstücksgröße Berliner Tankstellen

25 m


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71 Für die meisten Menschen sind Tankstellen rein funktionale Orte, die in ihrer Wahrnehmung keine größere Rolle spielen. Dabei schreien diese Orte nahezu nach Aufmerksamkeit. Nur wenige andere Typologien haben im Stadtkontext eine so visuelle Präsenz wie Tankstellen. Vollplakatiert mit Werbung und das immer leuchtende Dach lässt die Tankstelle schon aus mehreren hundert Metern erkennen. Wie Ufos stehen sie mitten in der Stadtlandschaft. Aus typologischer Sicht ist die Standardtankstelle eine Komposition aus einem Flugdach und einem kleinen eingeschossigen, rechteckigem Baukörper für den Shop. Das Dach und die Box sind meistens miteinander verbunden, damit der Kunde stets im Trockenen bleibt. Gegebenenfalls wird dieses Duo ergänzt durch eine Waschstraße oder eine kleine Reparaturwerkstatt im vergleichbaren Stil wie der Shop. Auch wenn Tankstellen seit den 60ern immer weiter standardisiert wurden, haben wir bei unserer Analyse der Tankstellen in Berlin festgestellt, dass sich die Architekturen doch mehr unterscheiden als man denkt. Die Einzelbaukörper der Tankstelle passen sich meist mit kleinen Gesten an ihre unmittelbare Umgebung an.


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75 "Ich liebe es, wenn man Nachts an die Tankstelle kommt und nur noch der Nachtschalter geöffnet hat. Dann hört man die andere Person durch den Laden laufen. Das klingt dann so als wäre sie ganz nah, dabei ist sie schon in den Untiefen der Tankstelle verschwunden und fragt dich nach den bestimmten Paprikachips, die du haben möchtest. Das hat dann sowas szenisches, wenn man an diesem Fenster steht."

Lena Fiedler


01_ Tanken

02_ Anzeige

06_ Pflege

12_ Überdachung

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03_ Tag und Nacht

07_ Würstchen

13_

Beleuchtung

14_ Marke


77 04_ Reinigung

08_ Reparatur

05_ Luft

09_ Romantik

15_ Stilles Örtchen

10_ Auskunft

16_ Treffpunkt

05_ Spaß

11_ Versorgung

17_ Logistik


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Die neue

“Niemals zuvor schob sich die Fortbewegung derart in den Vordergrund einer Kultur. In den westlichen Industriestaaten nimmt sie etwa ein Drittel der gesamten Zeit in Anspruch. Selbst ein Nomadenvolk wie die Tuareg verbringt lediglich drei Zehntel seiner Zeit damit umherzuziehen.“ 1

Niemals zuvor schob sich die Fortbewegung derart in den Vordergrund einer Kultur Auch in der Zukunft wird die Mobilität weiter steigen. Dies hängt unter anderem mit der zunehmenden Individualisierung des Menschen zusammen. Das Zukunftsinstitut spricht von Multigrafien. Aus klassischen dreiphasigen Lebensläufen wird eine selbstbestimmte, flexible Lebensführung. Neue Familienmodelle sowie der Trend zu immer häufiger wechselnden Jobs setzten eine aktive Mobilität voraus.

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Hinzu kommt eine immer extravagantere Freizeit- und Urlaubsgestaltung. Privat als auch geschäftlich wird man in Zukunft noch mehr unterwegs sein.2 Gerade in Großstädten wird Mobilität eher mit negativen Emotionen in Verbindung gebracht. Man ist gestresst, weil es laut ist, man im Stau steht und alles mal wieder länger dauert als geplant oder einem der Bus direkt vor der Nase davonfährt. Aber kann das Unterwegssein auch attraktiver gestaltet werden? Um die Großstädte von hohen Verkehrsaufkommen zu entlasten soll zunächst der private Pkw reduziert, in manchen Städten sogar ganz abgeschafft werden. So wie es Prof. Knoflacher aus Wien mit dem Titel seines Buchs "Stehzeuge" treffend formuliert hat, handelt es sich bei den privaten Fahrzeugen viel mehr um Stehzeuge, die im Durchschnitt 90 % ihrer Zeit einfach nur rumstehen und extrem viel Platz verbrauchen.3


81 Das muss sich ändern. In Zukunft soll der öffentliche Nahverkehr durch kleinere Fahrzeuge für die letzte Meile - die Strecke zwischen Haltestelle und Haustür ergänzt werden. In der Stadt Berlin gibt es dafür schon ein breites Angebot. Unter anderem versucht die App Jelbi die verschiedenen Fortbewegungsmittel und Marken in einer App zu vereinen. Hier bekommt man eine große Auswahl an Leihrädern, kleinen Scootern, Elektrorollern aber auch Pkws und sogar kleine Transporter. Die Grenzen zwischen privaten und öffentlichen Verkehrssystemen werden immer weiter verwischen, man spricht von intermodalen Reiseketten. Eine Fahrt auf der verschiedene Verkehrsmittel zum Einsatz kommen. Ein klassisches Beispiel ist eine Zugfahrt, für die der Reisende vor Fahrtantritt mit dem Fahrrad von Zuhause bis zum Bahnhof fährt. Auf Intermodalen Reisen können auch drei oder vier verschiedene Verkehrsmittel zum

Einsatz kommen. Kombinationen aus Scooter, Zug, Mietwagen, Taxi oder Bus sind möglich, für manche sind sie schon jetzt alltäglich. Ein weiteres großes Thema für die Zukunftsmobiliät, ist das autonome Fahren. Durch selbstfahrende Flottenfahrzeuge soll das Unterwegssein kostengünstiger, effizienter, sicherer und inklusiver gemacht werden. Die Reisezeit kann der Fahrgast nutzen, um zu arbeiten, Meetings abzuhalten oder sich mit Freunden zu treffen.2 Auch für den Güterverkehr, der sich vor allem durch den Online-Handel bis 2040 verdoppeln wird, würden sich die Shuttles eignen.5 Das Fahrzeug könnte den Einkauf ohne den Nutzer im Voraus selbstständig erledigen und ihn dann gemeinsam mit der Ware nach Hause bringen. Damit wären die Flotten stets in Bewegung und auch ohne Fahrgäste gut ausgelastet.

Aus klassischen dreiphasigen Lebensläufen wird eine flexible Lebensführung2

ALTER JOBS

FAMILIEN


Das Angebot könnte über Echtzeitdaten an die Nachfrage angepasst werden und das “Stehzeug“ wäre damit endlich passé. Zudem werden mithilfe des autonomen Fahrzeugs alte Menschen und Menschen mit körperlichen Einschränkungen mobiler, da sie nicht selbst am Steuer sitzen müssen und individuell abgeholt werden können.2 Würden in Zukunft alle Stadtbewohner auf Carsharing und Flottenfahrzeuge umsteigen, gäbe es 90% weniger Autos in der Innenstadt und der CO2 Ausstoß würde um gut ein Drittel sinken. Dementsprechend könnten Straßen kleiner werden und vor allem Stellplätze anderweitig genutzt werden.5 Wird man in Zukunft wirklich komplett auf den privaten PKW verzichten? Laut manchen Mobilitätsforschern nicht unrealistisch. Immer mehr junge Leute sehen ein eigenes Auto als Belastung, der Trend geht weg vom Auto als Prestigeobjekt. Zudem rücken die Menschen zunehmend von Besitz ab und genießen die Vorzüge der Sharing-Ökonomie. Ein gutes Beispiel dafür ist der MusikStreaming-Dienst Spotify.

Mobilität als Service dienstleistung überall und jederzeit verfügbar auch im Ausland Die Stadt Helsinki ist ein Testläufer für “Mobility as a Service“. Hier kann man über eine App ein Monatsabo für 49 Euro abschließen in dem alle Öffentlichen Verkehrsmittel, Leihräder, Kurzstreckentaxis und Leihwagen für 50 Euro Aufpreis enthalten sind. Vergleichbar mit Google Maps zeigt einem die App die optimale Route zum Zielort. Zudem hat man hier noch weitere Wahlmöglichkeiten, zwischen möglichst komfortabler, CO2 neutralster oder z.B. sportlichster Route. Man spricht von Zugang anstatt Besitz. Dieser

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Zugang kann erworben werden und wird in Zukunft nicht viel anders funktionieren als das Roaming-Prinzip eines Mobilfunkvertrags. Mobilität als Servicedienstleistung überall und jederzeit verfügbar, auch im Ausland.7

Man spricht von Zugang anstatt Besitz Berlin gilt als Condensed Space, ein urbaner Raum mit hoher Mobilitätsdichte durch öffentlichen und Individualverkehr. Schon jetzt verfügt die Stadt über ein breites Angebot an Sharingangeboten die eine Alternative zum privaten PKW bieten.2 Für den mobilen Menschen der Zukunft, die neue “Mobilistin“ werden die Orte des Transits eine wichtige Rolle spielen. Durch die Abnahme privater PKWs in Innenstädten wird der öffentliche Raum neu strukturiert und verteilt werden können. Genauso wie das Auto wird diese neue Art der Mobilität unsere Stadtstrukturen nachhaltig prägen. 1 - Polster, 1996, S. 141 2 - ADAC e.V., 2017, www.adac.de 3 - Asendorpf, 2013, www.deutschlandfunkkultur.de 4 - Aral, 2019, www.aral.de 5 - Heller, 2021, www.deutschlandfunk.de Statistiken auf den nächsten Seiten: 1 - Heller, 2021, www.deutschlandfunk.de 2- Jacobs, 2020, www.tagesspiegel.de 3 – Berlin Stadt, www.berlin.de 4 – Kords, 2020, www.statista.de


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FAKTEN FAKTEN FAKTEN

3,7 Wege pro Tag 15 km/h min pro Tag im Verkehr 20 km Strecke

2

ÖPVN

Autos

2

Rad Fußgänger

ALTERNATIVEN ZUM AUTO3 ÖPVN

Carsharing Ridesharing Fahrräder E-Roller

S-Bahn U-Bahn Nachtbus Bus Straßenbahn

Car2Go Miles Cambio Berlin WeShare Share Now Flinkster greenwheels Cambio mobileeeee

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Berlkönig Clevershuttle

Wheels Nextbike Lidl Bikes LimeBike Jump Byke DonkeyRepublic

Roller

Circ Coup Jump (jetzt Tier) Tier Emmy Bird Lime Voi Moo Scooter


85 Nur noch Autofahrten pro Jahr will die Initiative “Berlin Autofrei“ erlauben. Alle privaten PKWs sollen damit aus dem Ring verschwinden2

Berliner*innen in Besitz eines privaten PKWs2

1.105.732

PKWs IN BERLIN 3

Fährt man pro Tag in Berlin mit dem Rad3

1.221.433

in Friedrichshain - Kreuzberg (Innerstädtisch)

in Reinickendorf Spandau oder Zehlendorf (Außerhalb des Rings)

2010

2020


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87 1

Historisch gesehen sind Tankstellen untrennbar mit dem Auto verbunden. Seit über hundert Jahren ist das Automobil ein treuer Begleiter des Menschen. Es nimmt einen Großteil an Raum und Zeit unseres Lebens ein und Tankstellen sind ein Teil davon. Heute rückt die Klimakrise diese Liebe zum Automobil in ein anderes Licht. Es ist an der Zeit umzudenken. In Zukunft wird das schwarze Öl durch einen bunten Kraftstoffmix ersetzt werden. Die Mobilität wird kleinteiliger und mit der Zeit wird sich der mobile Stadtbewohner von dem privaten PKW verabschieden müssen. Wenn der private PKW unsere Stadt verlässt, gehen dann Tankstellen mit? Fakt ist, dass der mobile Mensch auch ohne Auto eine gewisse Infrastruktur benötigen wird. Wenn wir jetzt die Chance nutzen und Tankstellen als Teil dieser neuen Mobilitätsinfrastruktur begreifen, könnten es vielleicht sogar Tankstellen sein, die zu den Antreibern der Mobilitätswende werden.


Der Treibstoff der

Um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommen zu erreichen, muss Deutschland seine CO2 Bilanz deutlich verbessern. Neben der Industrie spielt dabei natürlich auch der Verkehr eine wichtige Rolle. Der Verkehrsminister Andreas Scheuer möchte bis 2035 die Neuzulassungen von fossilen Verbrennungsmotoren verbieten.1 Aber welche Alternativen gibt es? Elektro, Wasserstoff, Biokraftstoffe oder synthetische Kraftstoffe? Über den Treibstoff der Zukunft wird aktuell noch viel debattiert.

Für Tankstellen kämen in dem Fall nur Ultraschnellladesäulen in Frage, die sind aber mit einer halben Millionen Euro Anschaffungskosten extrem teuer und daher noch kaum existent.3 Auch die Zahlen sprechen für sich: Aktuell fahren 4.886 Elektro Autos auf den Berliner Straßen, was nur einem Bruchteil des gesamten Verkehrs entspricht.4

In Berlin setzt die Gigafactory von Tesla neue Maßstäbe für die ELEKTROMOBILITÄT. Auch die deutschen Hersteller ziehen mit eigenen Modellen hinterher. Das größte Problem ist nach wie vor die mangelnde Infrastruktur für das Tanken von Strom. Die Stadt Berlin verfügt über ein Netz von 345 Ladesäulen, die über die ganze Stadt verteilt sind.2 Die meisten sind unabhängig von Tankstellen an Parkplätze gekoppelt, da die Ladezeiten nach wie vor sehr lang sind.

Mit WASSERSTOFF könnte die bestehende Struktur der Tankstellen größtenteils erhalten bleiben. Problematisch ist nach wie vor die Herstellung des Treibstoffs, die mit einem hohen Energieaufwand verbunden ist. In Berlin gibt es aktuell nur eine einzige Wasserstofftankstelle.4

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In Berlin gibt es aktuell nur eine einzige Wasserstoff-Tankstelle

Einige Tankstellen in Berlin verkaufen auch BIOKRAFTSTOFFE. Diese gibt es in reiner oder gemischter Form.


89 E10, mit 10% Bioethanol Anteil, bekommt man mittlerweile an jeder Tankstelle. Eine interessante, aber sich bisher noch in der Entwicklungsphase befindende Lösung sind SYNTHETISCHE KRAFTSTOFFE. Durch das Hinzufügen von Kohlenstoff zu Wasserstoff entsteht eine ölähnliche Substanz. Die synthetischen Kraftstoffe, auch E-Fuels genannt, sind von den Eigenschaften nahezu identisch mit den bisherigen fossilen Kraftstoffen und können daher ganz einfach in alle Verbrennungsmotoren getankt werden. Das könnte zum Fortbestand der Tankstellen beitragen und außerdem Verbraucher und Umwelt entlasten, weil keine Neuwagen angeschafft werden müssten.5 Den einen goldenen Kraftstoff gibt es bisher noch nicht. Das größte Problem der neuen Kraftstoffe ist meistens die sehr energieaufwendige Herstellung. Nur wenn der Strom für die Herstellung aus klimafreundlichen

Energiesystemen kommt, ist der Treibstoff am Ende auch wirklich CO2 neutral. Bis wir diesen Punkt erreicht haben, kann es noch einige Zeit dauern. Bis dahin wird es wahrscheinlich einen Energiemix für unterschiedliche Antriebe geben. 1 – Finke, 2021, www.autozeitung.de 2 - Berlin Stadt, 2019, www.berlin.de 3 – Przybilla, 2020, www.sueddeutsche.de 4 – Kords, 2020, www.de.statista.com 5 – Geo Basis, 2021,www.h2tankstellen.cleanenergypartnership.de 6 – Deuse, 2020, www.dw.com Tabelle auf der nächsten Seite: 1 - Ruck Keene, 2020, www.easyelectriclife.groupe.renault.com 2 - Allianz Direct, www.allianzdirect.de 3 - Greenpeace, www.greenpeace.de 4 - Rudschies, 2020, www.adac.de


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91 ELEKTROANTRIEB1 CO2 neutral - Nur mit Ökostrom! Nahezu geräuschlos Besonders effizient für kleine Fahrzeuge im Stadtverkehr

Lange Ladezeit (an Parkplatz gekoppelt) Bisher noch geringe Reichweiten Komplett neue Infrastruktur Batterie mit seltenen Edelmetallen Hoher Verschleis der Batterien

WASSERSTOFF1 CO2 neutral - Nur mit Ökostrom in der Gewinnung! Hohe Reichweite Schnelle Ladezeiten Infrastruktur muss nur umgebaut werden

Teuer in der Anschaffung und im Verbrauch Hoher Energieaufwand in der Herstellung Hoch explosiv Bisher kaum vorhande Ladestationen

BIOKRAFTSTOFFE2,3 Natürliche Ressourcen Weniger CO2 Austoß Bestehende Autos können umgerüstet werden Infrastruktur kann bleiben

Der Verbrauch steht in keinem Verhältnis zur Herstellung (außer Biogas) Moralisch bedenklich - Man Tankt “Grundnahrungsmittel“ CO2 Einsparung oft nur gering im Verhältnis zu fossilen Kraftstoffen

SYNTHETISCHE KRAFTSTOFFE4 CO2 neutral - Nur mit Ökostrom in der Gewinnung! Autos können weiterverwendet werden Infrastruktur kann bleiben

Noch in der Entwicklungphase Bisher sehr teuer


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93 Tankstellen befinden sich längst in einem Prozess der Transformation. Der eigentliche Tankprozess ist zumindest an innerstädtischen Tankstellen immer mehr zu einer Nebenfunktion geworden, wie es auch der Werbeslogan von Aral verspricht: “Hier kann man auch tanken“. Das Tanken wird überlagert durch diverse andere Funktionen. Die Tankstelle von heute ist zu einer Konsum- und Servicezone geworden. Es stellt sich die Frage, ob Tankstellen auch ohne das Tanken weiter existieren werden. Oder tankt man in Zukunft eher im metaphorischen Sinne und ganz andere Dinge?


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MOBILITÄT TYPOLOGIE SPRIT AKTEURE SERVICE 98


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101 Im Laufe unserer Arbeit haben wir festgestellt, dass sich die Transformation der Tankstellen nicht in einem Satz oder für uns als Architekt*innen mit einem klassischen Entwurf beantworten lässt. Die Geschichte ist weitaus komplexer. Wenn man über die Transformation der Tankstelle spricht, muss man ein wenig weiter ausholen und diese in ihrem gesamten Kontext betrachten. Dazu gehören die großen Ölkonzerne, genauso wie die leckeren Bockwürstchen, die es an jeder Tankstelle zu kaufen gibt. Es geht uns nicht darum, diese Orte in ihrem Ist-Zustand zu konservieren. Es sollen keine Denkmäler der fossilen Mobilität werden. Keine Hommage an den Verbrennungsmotor. Im Gegenteil! Wenn wir jetzt die Lücken einfach schließen und die Geschichte dahinter mit einer monofunktionalen Blockrandbebauung überschreiben, wäre das ein verschenktes Potenzial. Die Typologie befindet sich in einer Zeit

des Umbruchs. Wenn in der Vergangenheit der Wendekreis des Autos das Maßgebende Element war, werden es in Zukunft andere Dinge sein, die das Erscheinungsbild der Tankstellen bestimmen werden. Fest steht, der Verkauf von Benzin entwickelt sich zunehmend zurück zu dem, was er ursprünglich war - ein Nebenerwerb. Viele haben daher mit der innerstädtischen Tankstelle längst abgeschlossen. In ihren Augen ist die Tankstelle nur noch ein zweckmäßiger Unort. Ein viel zu überteuerter Konsumtempel, an dem man schnell seine ursprüngliche Mission vergisst und sich von Schokoriegeln und diversen anderen Dingen verleiten lässt. Die Gentrifizierung der Tankstelle ist in unseren Augen bereits ein Beginn der Transformation. Tankstellen sind zu Service und Konsumzonen mutiert. Sie haben ihre Authentizität verloren. Sie sind auf der Suche nach einer neuen Identität. Wir machen eine Neudefinition und gründen die:


POST OIL POWER Tanke kurz POP Die ursprüngliche Tankstelle wird von ihrer Abhängigkeit zum Automobil befreit und zu einer eigenständigen Typologie entwickelt. Die Handlung des Tankens wird losgelöst vom Sprit und für eine Neuinterpretation geöffnet. Es liegt an uns, was wir an den POP Tanken in Zukunft tanken werden: Mobilität, Kultur, Wissen, Austausch, Sonne oder Menschlichkeit. Tankstellen müssen auch in Zukunft in ihrem Netzwerk weitergedacht werden. Sie sind über die ganze Stadt verteilt und liegen oft in absoluten Premiumlagen an wichtigen Schnittstellen der Stadt. Wenn wir die Chance ergreifen und Tankstellen in Zukunft mit den richtigen Funktionen belegen, können wir ein Netzwerk an innerstädtischer Infrastruktur generieren. Eine Infrastruktur, die eine nachhaltige Mobilität fördert und Berlin damit zu einer lebenswerteren Stadt werden lässt. Mit dem Manifest der POST OIL POWER, das sich auf die Potenziale der ursprünglichen Tankstelle beruft, soll ein Gestaltungskodex für alle Tankstellen Berlins festgelegt werden.

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Wo beginnt man? Im Prinzip braucht es nur wenige Mittel, um aus Tankstellen tolle Orte zu machen. Die Tankstellen in Berlin, in ihrem einheitlichen Design aus Shopbox als bedienender Raum und Flugdach als bedienter Raum eignen sich hervorragend für eine Umnutzung wie wir sie in unserer ersten Kategorie vorschlagen. Mit dem Manifest der POST OIL POWER möchten wir lediglich einen Rahmen für die Transformation vorgeben. Das Manifest zielt nicht darauf ab, den POP Tanken ein einheitliches Design zu geben. Jede Tankstelle sollte individuell betrachtet werden. Dabei spielen der städtebauliche Kontext und die Lage eine wichtige Rolle. Unsere 60 Tankstellen haben wir demnach in 3 Kategorien sortiert. Jede Kategorie bringt unterschiedliche Transformationspotenziale mit sich, die wir auf den folgenden Seiten in neue Konzepte übertragen. Neben dem Kontext und der Lage, ist auch die Zeitlichkeit im Transformationsprozess von besonderer Bedeutung. Wir befinden uns in einer vergleichbaren Aufbruchsstimmung wie vor 100 Jahren als die Pferde der Kutschen vom lauten Motorengeräusch des Automobils verschreckt wurden. Wir stehen an einem Wendepunkt. Das Zeitalter des fossilen Verbrenners neigt sich dem Ende zu und eine neue Ära bricht an.


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1. Die POP Tanke ist ein Ort, an dem nicht mehr das Automobil, sondern der Mensch im Fokus steht. 2. Die POP Tanke ist ein Ort der Demokratie ohne Klassengesellschaft - An der POP Tanke sind alle gleich. 3. Die POP Tanke ist ein heterogener Ort, der eine Nutzungsmischung forciert. eine Monofuktion ist ausgeschlossen. 4. Die POP Tanke ist ein Ort, der eine nachhaltige Mobilität fördert. 5. Die POP Tanke dient zur Beratung, Auskunft und Vermittlung. 6. Die POP Tanke ist rund um die Uhr geöffnet. 7. Die POP Tanke als Station gewährleistet nicht kommerzielle Aufenthaltsqualitäten. 8. Die POP Tanke verfügt über ein offenes, barrierefreies,überdachtes, öffentliches Erdgeschoss, das wechselnde Nutzungen zulässt 9. Die POP Tanke wird durch ein spezielles Design eine Fernwirkung erzeugen und immer als POP Tanke erkennbar sein. 10. Das Licht der POP Tanke geht niemals aus.


Kategorie 1

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105 "Die Architektur der Tankstelle ist absolut multinutzbar, da kannst du heute ne Galerie drin haben und morgen nen Covid Testcenter. Das haste in zwei Stunden umgebaut." Dida Zende

"Tankstellen sind der Nippel der Moderne." "Nicht nur ein Mittelalterbogen und Fachwerkhäuschen, sondern auch Tankstellen haben eine Bedeutung für unsere Entwicklung. Ich finde da die Korallenriffmetapher wirklich am besten. Städte dürfen nicht gleichgeschaltet sein, das Hauptkriterium ist Diversität. Dass man Tankstellen einfach abreist und dann so ein Hochhaus mit langgezogenen Fenstern hinsetzt, das finde ich schon traurig." Friedrich Liechtenstein


Tankstellen der Kategorie 1 sind Tankstellen, die entweder Teil einer bestehenden Architektur sind, nicht überbaut werden können oder frei im Stadtkontext stehen. Tankstellen sind schön! "Genauso wie wir heute Plastik-Sofas aus den 70ern feiern, werden wir eines Tages auch das omnipräsente Design der Tankstelle lieben." Friedrich Liechtenstein Mit der Kategorie 1 möchten wir zeigen, dass es nur ein bisschen “Salz und Pfeffer“ braucht um aus bestehenden Tankstellen tolle Orte zu machen. Die Hardware der Tankstelle aus Shopbox und Flugdach bleibt, nur die Software wird ausgetauscht. Das öffentliche Dach als bedienter Raum und die Boxen als bedienender Raum bieten Platz für kulturelle, sportliche oder politische Aktivitäten. Die unterirdischen Tanks werden ausgegraben und recycelt. Aus ihnen wird der der “Belvedere“ konstruiert und die Grube kann wie in der Zeichnung exemplarisch dargestellt für andere Dinge genutzt werden. Die Wiederverwertung der Tanks ist ein Symbol für das Ende des Fossilen Verbrenners und der Beginn der Ära der POST OIL POWER.

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Kategorie 2

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113 "Das Grundstück ist viel viel mehr wert als die Tankstelle, im innerstädtischen sowieso. Ich hoffe, es werden viele davon in die Hände der Gemeinschaft fallen. Denn ich finde es sind Orte der Gemeinschaft, die dann in Zukunft zum Symbol dafür werden, dass sich die Gesellschaft doch ändern kann." Dida Zende


Die Kategorie 2 schreit nach Veränderung! Meist von großen Brandwänden umgeben, sitzt die Tankstelle der Kategorie zwei wie ein fauler Zahn im Blockrand. Ein Zahn, der gezogen werden möchte, um die Lücke mit einem neuen weißen Einzimmer-Luxusappartement Zahn zu füllen. Man möchte am liebsten so tun als wäre nie etwas gewesen. Die Lücken einfach versiegeln, die Geschichte dahinter vergessen. Ein verschenktes Potenzial! Wird die Lücke geschlossen muss es ein Goldzahn werden. Eine Monofunktion ist an dieser Stelle ausgeschlossen! Die Tankstellen in ihren Premiumlagen haben das Potenzial, zu einem stadtübergreifenden Netzwerk an Serviceleistungen zu werden. Naheliegend wären Angebote, die zum einen, die Stadt der kurzen Wege fördert wie z.B. Minimarkt, Packstation, Kita on Demand, Fast Office, Sports on Demand. Gleichzeitig könnte die Tankstelle zu einer nachhaltigeren Mobilität beitragen, indem sie eine passende Infrastruktur dafür anbietet. Dazu gehören: Ein kostenloser erste Hilfe Reparaturservice für Fahrräder, ein Verleihservice für Lastenräder, ein öffentliches, sauberes W.C., ein Trinkwasserbrunnen, Ruhezonen zur kurzen Entspannung, überdachte Sitzmöglichkeiten, Schließfächer und in fernerer Zukunft auch Umsteigemöglichkeiten für Shuttles on Demand. In dem Transformationsprozess wird das ehemalige Dach der Tankstelle zu einem neuen mehrgeschossigen Baukörper mit einer öffentlichen Erdgeschosszone transformiert, die verschiedene temporäre Nutzungen zulässt. Es soll ein einladender Raum sein, der weder Drinnen noch Draußen ist, an dem Grenzen verwischen. Über den “Belvedere“ gelangt man zu dem öffentlichen Dachgarten mit einer Orientierung gebenden Aussicht über die Stadt Berlin.

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OASIS

CAFE

VERANSTALT

PACKSTATION

RADSTRASSE


A AP GR BIK E

OP

SH REPARATUR

SHUTTLES ON DEMAND

EG

TUNG

RW

NE

Ü GR

BELVEDERE




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Kategorie 3

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Die Tankstellen der Kategorie 3 befinden sich an der Schwelle zum Stadtrand, in städtischen Mischgebieten, oft in unmittelbarer Nähe zur Ringautobahn. Zusätzlich zu den in Kategorie 2 aufgezählten Serviceleistungen könnten diese Tankstellen noch weitere Aufgaben übernehmen. Sie könnten zu den Sammlern und Verteilern unserer Stadt werden. Die Gebiete, in denen die Tankstellen stehen, bieten ausreichend Platz für Umschlagsplätze und Park & Ride Systeme. Die Autos werden am Stadtrand geparkt und man steigt um auf Shuttles oder das vor Ort geliehene Rad oder Lastenrad. Größere Lieferungen kommen von der Autobahn und werden an diesen Stationen umverteilt auf kleinere Auslieferer. Die bestehenden Tankstellen werden durch größere, flexible Logistik-Architekturen ergänzt. Die neue POP Tanke wird zum Impulsgeber für eine Neustrukturierung des gesamten Areals. In den Parkhaustowern könnten zunächst normale PKWs parken und in fernerer Zukunft dann selbstfahrende Flotten. Je nach Verkehrslage in der Stadt werden von dort die Flotten wie kleine Blutkörperchen in das Verkehrssystem eingeschleust. Gibt es weniger Bedarf kommen die Fahrzeuge an die Stationen zurück und können dort geparkt, gereinigt und gewartet werden. Damit fällt diese Infrastruktur an den zentraleren Tankstellen weg und es gibt mehr Platz für andere Dinge.

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ZEITSTRAHL 1888 B. Benz tankt zum ersten mal in einer Stadtapotheke

70iger Erste SB Tankstellen

1973 Erste Ölkrise 1969 Höchstand Tankstellen in BRD 1928 Erste Tankstelle in Berlin (Lohmühleninsel)

1900 Zündung

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2015 Pariser Klima Abkommen

1980 Zweite Ölkrise

2000

1950 Tankstellensterben

Depression


131 Tanken nur als Nebenfunktion Tankstelle nur für Autos Infrastruktur der alten Tankstelle mit neuer (Zwischen)Nutzung Tankstelle der modernen Stadtmobilität

2050 Tankstellenrennaissance

2100 Neuer Boom

Die Entwicklung der Tankstelle wurde durch historische Ereignisse geprägt und wird auch in Zukunft von Politik und Wirtschaft bestimmt werden. Seit dem Höchststand 1969 mit 40.000 Tankstellen bundesweit, hat die Anzahl der Tankstellen stark abgenommen. An immer weniger Tankstellen wird immer mehr Sprit verkauft. Das Netzwerk wird ausgedünnt und genau das gilt es zu verhindern. Die obsolet gewordenen Tankstellen müssen direkt in den Prozess der Transformation eingebunden werden, damit die Grundstücke nicht verloren gehen. Nur so ist es möglich, das Netzwerk zu erhalten und eine neue Infrastruktur durch POP Tanken zu generieren.



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THE ONE “Genauso wie wir heute noch Lagerfeuer machen oder mit Kutschen fahren, werden wir auch in 100 Jahren noch Auto fahren.“ Friedrich Liechtenstein Vielleicht dann eben nur noch zu ganz besonderen Anlässen. Etwas nostalgisch werden wir mit offenem Fenster und unserer Lieblingsmusik im Radio, wenn es das überhaupt noch gibt, die eine Fahrt im Jahr uns gönnen. Und um dieses Gefühl zu vervollständigen werden wir natürlich auch an die goldene Tankstelle fahren. Schwungvoll das Auto vor der Zapfsäule parken. Wahrscheinlich erst mal falsch parken - wir haben vergessen auf welcher Seite der Tankdeckel ist. Anstatt genervt, schwungvoll noch mal neu parken. Die Autotür beim Austeigen laut zuknallen. Ein tiefer Atemzug des toxischen Benzingeruchs lässt uns in einem Moment der Nostalgie nach unseren Zigaretten, die sind geblieben, greifen um im selben Moment die Hand schnell wieder zurückzuziehen – auch das hatten wir schon fast vergessen! Stattdessen greifen wir zum Tankrüssel. Wehmütig lauschen wir dem Rattern des Zäh-

"Das ist der Hauptimpuls, glaube ich, dass man sagt, ja diese Orte werden verschwinden. Aber am Ende ist es dann wie immer, wenn etwas verschwindet, dann wird man kurz sentimental und sagt: och eigentlich schade, war doch eigentlich ganz schön." Friedrich Liechtenstein

lers, jeder weitere Cent ist es uns wert! Im Shop erst mal die Bockwurst mit besonders viel Ketchup, besonders viel Senf, ganz besonders ungesund aber einfach nur geil. Wir essen die Wurst auf dem Dach unseres Autos. Gönnerhaft knackt sie beim ersten Biss. Geil! Ketchup tropft auf unser Shirt. Auch Geil! Wir beobachten die Anderen, wie sie andächtig ihr Auto polieren. Man spürt die Ruhe, die Menschlichkeit, mit der man sich hier begegnet. Brüderlich werden das Reinigungsmittel und die Frischetücher geteilt. Nach der besinnlichen Reinigung gibt es dann vielleicht noch den Moment, eines kurzen Gesprächs: Das Wetter – wechselhaft, die Familie – wie immer, die neuen Umweltauflagen der Regierung – die Meinungen trennen sich. Aber über eines ist man sich am Ende dann doch einig: Die Tankstelle wird bleiben.




Prof. Jan Kampshoff als Mentor unserer Abschlussarbeit und eigentlich unseres gesamten Studiums. Die gemeinsamen Mittagessen bei denen nicht nur über die Zukunft der Tankstelle, sondern auch über unsere Zukunft als angehende Architekt*innen viel diskutiert wurde. Wir sind gespannt wohin die Reise geht! Unseren Zweitprüfer Prof. Jörg Stollmann für den perfekten Input, der für uns alles auf den Punkt gebracht hat! die freie Klasse, über den regen Austausch und den gegenseitigen Support in diesem doch sehr speziellen Semester. Wir hoffen, dass davon auch in Zukunft noch was bleibt! die Tankstellenexpert*innen Dida Zende, Lena Fiedler und Konstanze Scheidt, Friedrich Liechtenstein und Herrn Dr. Johann Hartl für die sehr inspirierenden Gespräche. David Bauer für die vielen Inspirationen und Tipps! Peter Fischer, Christoph und Arthur Schmock für die Unterstützung und Equipment im digitalen Semester. unsere Freunde und Verwandte die uns unterstützt und laufend mit Bildern von Tankstellen aus aller Welt versorgt haben. Der SB Tanke in der Marchstraße für die coolen Sprüche, die Snacks an Feiertagen und das Nerven kühlende Bier im wärmenden Schein des Neonlichts.

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Quellen ADAC e.V. (2017): Die Evolution der Mobilität. verfügbar unter: https://www.adac.de/-/ media/pdf/vek/fachinformationen/urbanemobilitaet-und-laendlicher-verkehr/evolution-der-mobilitaet-adac-studie.pdf [Zugriff 23.02.2021](Diagramm von S.18) Allianz Direct: Alles rund um Kraftstoffe. verfügbar unter: (https://www.allianzdirect.de/ kfz-versicherung/kraftstoff-ratgeber/ [Zugriff 29.03.2021] Aral (2019): Studie Tankstelle der Zukunft. Mobilitätstrends 2040. verfügbar unter: https://www.aral.de/content/dam/aral/business-sites/de/global/retail/presse/pressemeldungen/2019/Aral_Studie_Tankstelle_der_ Zukunft_2019.pdf [Zugriff 08.12.2020] Asendorpf, Dirk (2013): Nutzen statt besitzen. verfügbar unter: https://www.deutschlandfunkkultur.de/nutzen-statt-besitzen.1162. de.html?dram:article_id=255788 [Zugriff:22.04.2021] Berlin Stadt: Anbieter von Car-, Scooter- und Bikesharing in Berlin. verfügbar unter: https://www.berlin.de/tourismus/infos/verkehr/sharing/ [Zugriff 16.01.2021] Berlin Stadt (2019): Ladestationen für E-Autos. verfügbar unter: https://www.berlin.de/ tourismus/infos/4927092-1721039-ladestationen-fuer-eautos.html [Zugriff 29.03.2021] Beunink, Ralf (2012): Wie zwei Augsburger die Autowäsche erfanden. in: Welt, verfügbar unter: https://www.welt.de/regionales/muenchen/article108509798/Wie-zwei-Augsburger-die-Autowaesche-erfanden.html [Zugriff 03.04.2021]

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BP: Aus einem Barrel Öl. verfügbar unter: https://www.bp.com/de_de/germany/home/ wer-wir-sind/bp-in-deutschland/raffineriegeschaeft/erdoel-im-alltag/aus-einem-barreloel.html [Zugriff 15.03.2021] BP (2017/2018): Zahlen und Fakten. verfügbar unter: https://www.bp.com/content/dam/ bp/country-sites/de_de/germany/home/ pdfs/bp-zahlen-und-fakten-2017-2018.pdf [Zugriff 19.04.2021] Deuse, Klaus (2020): Auf der Suche nach dem Sprit von morgen. verfügbar unter: https://www.berlin.de/tourismus/ infos/4927092-1721039-ladestationen-fuereautos.html [Zugriff 29.03.2021] Drescher, Stefan (2012): Sprit vom Supermarkt genauso gut wie der von der Marken-Tankstelle: https://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/Sprit-vom-Supermarkt-genauso-gut-wie-der-von-der-Marken-Tankstelle-id19000641.html [Zugriff 19.04.2021] Greenpeace: Biodiesel. Mogelpackungauf Kosten der Umwelt. verfügbar unter: https:// www.greenpeace.de/themen/endlager-umwelt/biodiesel-mogelpackung-auf-kostender-umwelt [Zugriff 29.03.2021] Grube Michael (2008): Als Volltanken noch Spaß machte. in: der Spiegel, verfügbar unter: https://www.spiegel.de/geschichte/ vergessene-orte-als-volltanken-noch-spassmachte-a-946782.html [Zugriff 21.12.2020] Finke, Christina (2021): Deutsche wollen Verbrenner laut Umfrage behalten. in: Auto Zeitung, verfügbar unter: https://www.


139 autozeitung.de/zev-benziner-diesel-verbotbis-2050-116894.html [Zugriff 29.03.2021] Geo Basis (2021): Live Karte mit Wasserstofftankstellen. verfügbar unter: https://h2tankstellen.cleanenergypartnership.de [Zugriff 29.03.2021] Heller,Piotr (2021): Wie wir demnächst von A nach B Kommen. in: Deutschlandfunk, verfügbar unter:https://www.deutschlandfunk. de/zukunft-der-mobilitaet-wie-wir-demnaechst-von-a-nach-b.740.de.html?dram:article_id=427850 [Zugriff 16.01.2021] Jacobs, Stefan (2020): Berliner fahren aufs Rad ab und laufen viel. verfügbar unter: https://www.tagesspiegel.de/berlin/studiezur-mobilitaet-in-berlin-berliner-fahren-aufsrad-ab-und-laufen-viel/25646492.html [Zugriff 16.01.2021] Kords, Martin (2020): Anzahl der Personenkraftwagen mit Elektroantrieb im Bundesland Berlin im Zeitraum der Jahre 2012 bis 2020. verfügbar unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/709212/umfrage/personenkraftwagenmit-elektroantrieb-in-berlin/ [Zugriff 29.03.2021] Motus das Mobilitätsmagazin (2019): Die Geschichte der Tankstelle. Von der Apotheke zum Tankpalast. in: Motus das Mobilitätsmagazin, verfügbar unter: https://www.motusmagazin.de/mobilitaet/die-geschichte-dertankstelle/ [Zugriff 21.12.2020]

Przybilla, Steve (2020): Strom an der Tanke. in: Süddeutsche Zeitung, verfügbar unter: https://www.sueddeutsche.de/auto/ladesaeulen-tankstellen-1.5086843 [Zugriff 27.11.2020] Klanten, Robert/ Fuls, Sally (2018): It´s a GAS. The Allure of the Gas Station. Gestalten, Berlin. Kords, Martin (2020): Bestand an PKWs in Berlin bis 2020: verfügbar unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/255179/umfrage/bestand-an-pkw-in-berlin/ [Zugriff 16.01.2021] Kords, Martin (2021): Tankstellen in Deutschland bis 2021. verfügbar unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2621/umfrage/anzahl-der-tankstellen-indeutschland-zeitreihe/ [Zugriff 03.04.2021] Polster, Bernd (1996): Super oder Normal. Tankstellen - Geschichte eines modernen Mythos. 2. Auflage, DuMont Buchverlag, Köln. Rossner, Christiane (2015): Eine kleine Kulturgeschichte der Tankstelle. Der Preis der Freiheit. in: Monumente, verfügbar unter: https://www.monumente-online.de/de/ausgaben/2015/4/der-preis-der-freiheit.php [Zugriff 21.12.2020] Ruck Keene, Emily (2020): Elektroautos vs. Wasserstoffautos wo liegen die Unterschiede? verfügbar unter:https://easyelectriclife. groupe.renault.com/de/ausblick/technologie/elektroautos-vs-wasserstoffautos-wo-liegen-die-unterschiede/ [Zugriff 29.03.2021]


Gespräche weitere Quellen

Gespräche

Rudschies, Wolgang (2020): Synthetische Kraftstoffe -Energieträger der Zukunft. Verfügbar unter:https://www.adac.de/verkehr/ tanken-kraftstoff-antrieb/alternative-antriebe/ synthetische-kraftstoffe/ [Zugriff 29.03.2021]

Alle wörtlichen Zitate im Buch stammen aus unseren selbstgeführten Interviews:

Taylor, Matthew/ Watts, Jonathan (2019): Revealed: the 20 firms behind a third of all varbon emissions. verfügbar unter: https:// www.theguardian.com/environment/2019/ oct/09/revealed-20-firms-third-carbon-emissions [Zugriff 19.04.2021] 
 Wikipedia: Deep Water Horizon. verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Deepwater_Horizon [Zugriff 19.04.2021] Wikipedia: Erdölleitung Freundschaft. verfügbar unter: Wikipedia https://de.wikipedia. org/wiki/Erdölleitung_Freundschaft [Zugriff 19.03.2021] Wintershall Dea: Mittelplate. Erfolgsgeschichte im Wattenmeer. verfügbar unter: https:// wintershalldea.de/de/wo-wir-sind/mittelplate [Zugriff 15.03.2021] ZDF (2015): Tankstellenpächter unter Druck. verfügbar unter: https://presseportal.zdf.de/ pressemitteilung/mitteilung/tankstellenpaechter-unter-druck-zdfzoom-beleuchtet-dasaral-system/ [Zugriff 18.04.2021]
 
 Die ganze Dokumentation verfügbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=wIbbOH_-Bis&t=5s [Zugriff 18.04.2021]

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Gespräch mit Dida Zende am 28.01.2021 Gespräch mit Lena Fiedler am 16.02.2021 Gespräch mit Johann Hartl am 17.03.2021 Gespräch mit Friedrich Liechtenstein am 23.03.2021


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Abbildungen Bildquellen Alle Bilder im Buch sind eigene Bilder der Autoren Anne Kiefer und Anatol Rettberg mit Ausnahme von: Der Collage auf S. 24 und 25 Die Collage ist zusammengesetzt aus Bildern von folgenden Buch- und Internetquellen die am 12.01.2021 abgerufen wurden: Polster, Bernd (1996): Super oder Normal. Tankstellen - Geschichte eines modernen Mythos. 2. Auflage, DuMont Buchverlag, Köln. Klanten, Robert/ Fuls, Sally (2018) It´s a GAS. The Allure of the Gas Station. Gestalten, Berlin. https://berufe-dieser-welt.de/?s=Tankwart https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_ des_Automobils https://cdn.pixabay.com/photo/2016/02/09/20/26/petrol-stations-1190385_1280.jpg (Starzapfsäule) https://www.autohaus-michael-krammer.de/ fileadmin/user_upload/Krammer_Autohaus_ Michael/Allgemein/team_1200.jpg (Tankwärterinnen) https://www.b4bschwaben.de/cms_media/ module_img/276/138152_1_articledetail_ der-rundlaeufer-war-die-erste-automatischeautowaschanlage-der-welt-und-der-medienrenner-im-jubilaeumsjahr-foto-washtec.jpg (Waschstraße Hamburg)

https://cdn.antenne.de/thumbs/images/ galleries/462469/145740_mib_waschanlage_wesumat1.0e2a1205.jpg https://www.amb-mineraloel.de/produkte/ autopflege/ (AMB Waschstraße) https://i.pinimg.com/originals/24/6b/ d5/246bd57b06062466aba15436fde53996. jpg (Luxuscabrio) https://karow900.startbilder.de/bilder/einwunderschoener-roter-bmw-x6-428149.jpg (SUV) https://www.raststaette-taunusblick.de/wordpress/wp-content/uploads/raststaette-taunusblick_bildergalerie_tankstelle_07.jpg (Shop) Den Bildern der Experten auf S. 26 und 27: D. Zende:https://www.imago-images.de/ st/0081865032 F. Liechtenstein: https://futureday.network/ superheld-alge-warum-sie-unsere-welt-rettet/ Dr. J. Hartl:https://www.xing.com/profile/Johann_Hartl8 L. Fiedler und K. Scheidt. https://www.linkedin.com/pub/dir/Lena/Fiedler https://de.linkedin.com/in/konstanzescheidt-6aba79196 Den Bildern unserer Freunde auf S. 137


Impressum Eidestattliche Versicherung Hiermit erklären wir, dass wir die vorliegende Arbeit selbständig und eigenhändig sowie ohne unerlaubte fremde Hilfe und ausschließlich unter Verwendung der aufgeführten Quellen und Hilfsmittel angefertigt haben. Zur Unterscheidung und Bewertung der Gruppenarbeit erklären wir uns jeweils für folgende einzelne Arbeitsabschnitte verantwortlich: S. 1-79 Anne Kiefer S.80 -141 Anatol Rettberg Berlin, den Unterschrift:

Anne Kiefer

Anatol Rettberg

TANKE Masterarbeit TANKE Transformation innterstädtischer Tankstellen in Berlin Wintersemester 2020/21 Institut für Architektur T.U. Berlin Verfasser*in: Anatol Rettberg Anne Kiefer Betreuer: Prof. Jan Kampshoff Zweitprüfer: Prof. Jörg Stollmann Kontakt: a.rettberg@gmx.de mail@annekiefer.de



MASTERARBEIT TANKE


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