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VOLK AUF DEM WEG Nr. 6 Juni 2013 64. Jahrgang Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V.

Dr. Hans-Peter Friedrich, Bundesminister des Innern, Festredner der Feierstunde

Bundestreffen der Landsmannschaft am 29. Juni 2013 in Augsburg


31. BUNDESTREFFEN 2013

Politprominenz beim 31. Bundestreffen der Landsmannschaft

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ahlreiche Vertreter der Bundesund bayerischen Landespolitik haben ihre Mitwirkung am 31. Bundestreffen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland zugesagt, das am 29. Juni 2013 im Messezentrum Augsburg stattfindet:

Horst Seehofer, Ministerpräsident des Landes Bayern, hat die Schirmherrschaft übernommen

Dr. Hans-Peter Friedrich, seit dem 3. März 2011 Bundesminister des Innern, hat die Festrede im Rahmen der Feierstunde übernommen.

Horst Seehofer

"Die Deutschen aus Russland sind in ihrer neuen Heimat Bayern angekommen. Über eine halbe Million von ihnen haben sich in Bayern neu und tief verwurzelt. Sie sind zu einem kräftigen und jungen Stamm herangewachsen, der den Freistaat bereichert und stärkt." Horst Seehofer in seiner Rede beim Bayerischen Landestreffen in Augsburg 2010 Dr. Rudolf Seiters, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes und von 1991 bis 1993 Bundesministerin des Innern, nimmt den erstmals verliehenen Katharinen-Preis entgegen "Die Verwirklichung der Menschenrechte in ganz Europa und die Zukunftssicherung der deutschen Minderheiten im Osten sind gemeinsame Aufgaben aller Deutschen. ... Ich rufe daher alle Deutschen zur Solidarität mit unseren Landsleuten im Osten auf." Rudolf Seiters in seinem Grußwort aus Anlass des Pfingsttreffens der deutschen Vertriebenen 1991 2

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Christine Haderthauer

Christine Haderthauer, Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, beteiligt sich an der Feierstunde "Ministerpräsident Seehofer war es eine Ehre, die Schirmherrschaft über das Bundestreffen zu übernehmen, und ich selbst beteilige mich sehr gerne an der Feierstunde. Wir bringen dadurch unsere besondere Wertschätzung zum Ausdruck, die wir der Arbeit der Landsmannschaft entgegenbringen." Christine Haderthauer, Grußwort zur Jubiläumsbroschüre 2013 der Landesgruppe Bayern

Dr. Christoph Bergner, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten "Der Erlebnisgeneration, den sog. Trudarmisten, fühlt sich die Bundesregierung besonders verpflichtet. Wenn sie auch zu ihren Lebzeiten nicht rehabilitiert wurden und keine Anerkennung als Opfer des Stalinregimes fanden, so soll wenigstens das Gedenken an sie moralische Wiedergutmachung leisten und den Hinterbliebenen ideellen Trost spenden." Dr. Christoph Bergner, Grußwort zur Gedenkschrift "Dunkle Jahre" der Landsmannschaft

Dr. Rudolf Seiters

Dr. Christoph Bergner


DIE LANDSMANNSCHAFT Auf ein Wort...

Die Landsmannschaft im Internet: Homepage: www.deutscheausrussland.de E-Mail: Lmdr-ev@t-online.de

Aus dem Inhalt Politprominenz beim Bundestreffen der Landsmannschaft 2 Bundesvorsitzender Waldemar Eisenbraun 3 Wissenschaftliche Konferenz und Feierstunde in Augsburg 4 31. Bundestreffen 2013 – Angebote - Chöre und Gesangsgruppen 5 - Landeskulturmesse 7 - Viktor Hurr 7 - Literatur 8 - Tanzgruppen 9 - Solistinnen 10 Freundschaftsbrücke Niedersachsen – Perm 11 Niedersachsen: Unterstützung für Landsmannschaft und BdV 11 Ich wünsche mir mehr Selbstbewusstsein von den Deutschen aus Russland 12 Ehrennadel für Ludmilla Holzwarth 13 Wanderausstellung 14 Dr. Christoph Bergner in Hamburg 15 Deutsche in Russland: Sprache ist die wahre Heimat 16 Literaturwettbewerb 17 Die Friedenstaube – ein Nachtrag zum Pfingstfest 18 7. Sternwallfahrt der Deutschen aus Russland nach Altötting 18 Augsburg: Vorbereitungen auf das Bundestreffen 20 JSDR-Beilage 21-22, 27 Beilage zum Bundestreffen 23-26 Internationale Konferenz zum Einwanderungsjubiläum 28 Bücherangebot 29 Landsmannschaft regional 30 Förderverein der Landsmannschaft in Augsburg 39 Glückwünsche 40 Ewald Rickert: Die ewigen Wanderer 41 Zum Gedenken 42 Das Leben und Sterben von Johannes Schweizer 46 Hamm: Ökumenischer Gottesdienst mit dem Gesangverein "Melodie" 48

Redaktionsschluss der Juli-Ausgabe 2013: 20. Juni 2013

Bundesvorsitzender Waldemar Eisenbraun

Liebe Landsleute, viele fleißige Hände arbeiten zusammen, um das 31. Bundestreffen am 29. Juni 2013 in Augsburg - das erste nach einer längeren Pause von vier Jahren - Wirklichkeit werden zu lassen und es unseren Mitgliedern und Freunden mit einem reichhaltigen Angebot und in einem würdigen Rahmen anbieten zu können. Diesem Bundestreffen kommt vor allem deshalb besondere Bedeutung zu, da sich 2013 zum 250. Mal die Veröffentlichung des Einladungsmanifests der Zarin Katharina II. (der Großen) vom 22. Juli 1763 jährt, der im Jahr darauf die Gründung der ersten deutschen Kolonien an der Wolga folgte. Als Motto haben wir daher "1763 - 2013. 250 Jahre russlanddeutscher Geschichte" gewählt. Das Treffen wird ein wesentlicher Beitrag zu den Bemühungen der Landsmannschaft sein, die Aufnahme der Geschichte und Kultur der Deutschen in Russland sowie in der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten in die allgemeine deutsche Geschichtsschreibung voranzutreiben. Zudem werden wir durch die Darstellung der hohen Integrationsbereitschaft der Deutschen aus Russland und ihrer vorbildlichen Integrationserfolge einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung ihrer Akzeptanz durch die einheimische Bevölkerung leisten. Künstlerische Darbietungen im Rahmen eines Heimatnachmittags und Präsentationen verschiedener Aspekte der landsmannschaftlichen Arbeit werden das Bild abrunden und eine aktive Volksgruppe und ihren Verband zeigen. Hinzu kommt die Landeskulturmesse der Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft, die in das Bundestreffen eingebunden ist, und nicht zuletzt die erstmalige Verleihung des in diesem Jahr vom Bundesvorstand gestifteten Katharinen-Preises der Deutschen aus Russland. Als Preis-

Allen Delegierten, die mir am 27. April bei der Wahl zum Bundesvorsitzenden ihre Stimme gegeben haben, danke ich ganz herzlich für ihr Vertrauen. Und ich hoffe zuversichtlich und wünsche mir, dass sich alle, die in unserem Verein Verantwortung übernommen haben, in solidarischer Weise an der Arbeit beteiligen werden, die vor uns liegt. Der neue Bundesvorstand wird mit Bedacht und Umsicht ergebnisorientiert entscheiden und handeln. Uns ist jeder willkommen, der die Ziele der Landsmannschaft unterstützen und sich am Erfolg und den Fortschritten beteiligen will. Gegenwärtig geht es nun darum, die tatsächliche Lage der Landsmannschaft festzustellen, vorhandene Abläufe zu durchleuchten, Gremien zu gründen und Arbeitsschwerpunkte zu priorisieren. Zentrale Aufgaben und Inhalte wie das Bundestreffen, der neu geschaffene Katharinen-Preis, die Gründung eines Hilfswerks oder auslaufende Projekte müssen erfüllt und geregelt werden. Unerwartete Herausforderungen sind leider durch den mehrwöchigen krankheitsbedingten Ausfall unserer Bundesgeschäftsführerin Frau Dr. Ludmila Kopp entstanden. Gerade in der gegenwärtigen Situation sind Loyalität, Aktivität und Produktivität wichtiger denn je! Waldemar Eisenbraun träger hat sich die Jury für den Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes entschieden, der vor allem in den ersten Jahrzehnten nach dem II. Weltkrieg unschätzbare Dienste bei der Suche nach vermissten Familienangehörigen in der damaligen Sowjetunion und bei der Zusammenführung getrennter russlanddeutscher Familien geleistet hat. Der Präsident des Roten Kreuzes und ehemalige Bundesinnenminister Dr. Rudolf Seiters und die Leiterin des DRK-Suchdienstes, Dorota Dziwoki, werden den Preis im Rahmen der Feierstunde gemeinsam entgegennehmen. Über das weitere Programm des Bundestreffens, über Ehrengäste und Mitwirkende informieren wir Sie in aller Ausführlichkeit auf den Seiten dieser Ausgabe von "Volk auf dem Weg". Aktuelles erfahren Sie im Internet unter www.deutscheausrussland.de Ich bin fest davon überzeugt, dass sich eine Teilnahme an unserem Bundestreffen für Sie lohnen wird, und freue mich darauf, Sie am 29. Juni 2013 in Augsburg willkommen heißen zu dürfen. Ihr Waldemar Eisenbraun 3

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31. BUNDESTREFFEN 2013

Wissenschaftliche Konferenz aus Anlass des 250. Jahrestages der Einladung von Katharina II. zur Einwanderung nach Russland

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m Vortag des Bundestreffens veranstaltet der Augsburger Förderverein der Landsmannschaft ab 9.30 Uhr im Rathaus der Stadt Augsburg eine wissenschaftliche Konferenz aus Anlass des 250. Jahrestages der Einladung von Katharina II. zur Einwanderung nach Russland. Es handelt sich um eine geschlossene Veranstaltung; einzelne Teilnahmewünsche können evtl. noch berücksichtigt werden.

Feierstunde am 28. Juni 2013 um 18.30 Uhr im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses anlässlich des 250. Jahrestages der Veröffentlichung des Einladungsmanifestes der Zarin Katharina II. Programm: Begrüßung: Dr. Kurt Gribl, Oberbürgermeister der Stadt Augsburg Grußwort:, Juri Heiser, Vorsitzender des Fördervereins der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in Augsburg e.V. Grußwort: Dr. Christoph Bergner, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Festansprache: Dr. Alfred Eisfeld, Nordost-Institut Lüneburg an der Universität Hamburg Verleihung des Katharinen-Preises der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. an den Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes Laudatio: Waldemar Eisenbraun, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland Ansprache: Dr. Rudolf Seiters, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes Im Anschluss findet im Oberen Fletz des Rathauses ein Empfang mit Imbiss statt. 4

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Programm: 9.30 Uhr: Grußworte: • Oberbürgermeister der Stadt Augsburg, Dr. Kurt Gribl • Bischof Dr. Konrad Zdarsa • Präsident der NKA, Heinrich Martens • Präsident der NKA der Wolgadeutschen, Dr. Juri Haar 10.00 Uhr: • Einführung in das Konferenzthema, Dr. Alfred Eisfeld (Göttingen) 10.15 Uhr: • Neue Heimat an der Wolga – Einrichtung und Entwicklung im 18. und 19. Jahrhundert; Referenten: Prof. Dr. Igor Pleve, Doktorandin Valerija Khegai (Saratov) 11.30 Uhr: • Wolgadeutsche Sprache – gab/gibt es die? Referentin: Prof. Dr. Nina Berend (Mannheim) 12.15 Uhr: • Zwischen Ausharren und Auswandern, Hoffnung und Resignation (ökonomische, politische und kulturelle Umbrüche zwischen 1871 und 1941); Referent: Dr. Alfred Eisfeld (Göttingen)

Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. plant in einer international besetzten Fachtagung einen wertenden Blick auf ausgewählte Fragen der 250-jährigen Geschichte und Kultur der Wolgadeutschen zu richten. Im Mittelpunkt der Betrachtung sollen vor allem identitätsstiftende Werte und Ausdrucksformen und deren Tradierung sowie auch heute noch sichtbare Spuren ihrer Präsenz und ihres Wirkens im Wolgagebiet stehen. Die Beiträge dieser Tagung sollen bis zum Jahresende als Sammelband veröffentlicht und einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Dr. Alfred Eisfeld (in der Konzeption der wissenschaftlichen Konferenz) 14.00 Uhr: • Das verhinderte 150-jährige Jubiläum (1914); Referent: Dipl.-Germ. Victor Herdt (Göttingen) 14.15 Uhr: • Hessen – Wolga, volkskundliche Beobachtungen; Referentin: Helene Arnd (Saratov) 15.30 Uhr: • Deutsche Spuren an der Wolga; Referentin: Prof. Dr. Olga Litzenberger (Saratov) 16.45 Uhr: • Heimat im Herzen – mündliche Überlieferungen weltweit; Referent: Dr. Johann Windholz 17.30 Uhr: Ende der Veranstaltung 18.30 Uhr: Empfang im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses. Änderungen vorbehalten!

Blick auf das Augsburger Rathaus.


31. BUNDESTREFFEN 2013 - ANGEBOTE

Chöre und Gesangsgruppen

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ingen und Musizieren gehörten schon immer zur Familientradition der Deutschen in Russland, die auch in der Verbannung nach dem Zweiten Weltkrieg nicht vollständig verloren gegangen ist. Viele Ortsgruppen der Landsmannschaft haben Chöre ins Leben gerufen, einige von ihnen sind bekannt und beliebt in ihren Wohnorten und darüber hinaus. Mit ihrem volkstümlichen, geistlichen oder internationalen Repertoire beleben sie die deutsche Kulturlandschaft. Ihre Auftritte sind aus dem Programm von Heimatnachmittagen bei Ortsgruppenveranstaltungen, bei Landes- und Bundestreffen nicht mehr wegzudenken. Für viele Mitglieder der Landsmannschaft bilden sie das eigentliche Herzstück des Vereins.

Der Augsburger Chor "Heimatmelodie" beim Chorfestival in Pforzheim 2013.

Chor „Heimatmelodie“ (Augsburg) Bei zahlreichen Auftritten zeigt der Chor „Heimatmelodie“ aus Augsburg (Leitung Aljona Heiser) immer wieder große gesangliche Klasse. Vor zwei Jahren feierte

die „Heimatmelodie“ ihr 25-jähriges Bestehen; in dieser Zeit hat der Chor sich stetig weiterentwickelt. Zu seinem Repertoire gehören nicht nur Volkslieder in Deutsch, Russisch und Ukrainisch, sondern auch anspruchsvolle Chorwerke zur

Das Orchester Hubert und der Chor „Souvenir“ aus Bayreuth.

Gestaltung von Gottesdiensten, moderne Songs sowie Lieder, die Aljona Heiser auf Texte von Deutschen aus Russland komponiert hat. Als Leiterin hat Aljona Heiser den Chor mit viel Engagement und musikalischem Verständnis zum Aushängeschild der Ortsund Kreisgruppe Augsburg gemacht. Seit 1998 ist der Chor „Heimatmelodie“ bei mehr als 350 Veranstaltungen aufgetreten, in fast 40 deutschen Städten, aber auch im Ausland, in Italien und Kroatien. Einer der Höhepunkte der Chorgeschichte war die erfolgreiche Teilnahme an der internationalen Chorolympiade 2004 in Bremen mit 360 Chören und 18.000 Sängern. Zusammen mit Anna Hosmann, Larissa Beller und Tatjana Zier hat Aljona Heiser außerdem 2001 das Vokalquartett „Rudemus“ ins Leben gerufen. Orchester Hubert und Chor „Souvenir“ (Bayreuth) Als die Huberts 1993 aus Nowokusnezk, Sibirien, nach Deutschland kamen, spielten von den 31 Mitgliedern der Großfamilie 16 im Orchester. Bereits am vierten Tag ihres Aufenthalts musizierten sie in der Kirche des Aufnahmelagers. Bald beeindruckte das Familienorchester die Zuhörer in Bayreuth, Nürnberg, Stuttgart, Mainz, Wiesbaden und anderen Orten mit Musik vom Barock bis zur Gegenwart. Als Familienorchester waren die Huberts schon in Russland bekannt. Die Eltern Peter und Erna Hubert, selbst leidenschaftliche Musikliebhaber, sorgten dafür, dass ihre sieben Kinder eine gediegene Musikausbildung erhielten. Später arbeiteten fünf Geschwister in einer Musikfachschule und gründeten ein Kammerorchester, das durch Auftritte, auch im Fernsehen, landesweit bekannt wurde. Mit den Nowosibirsker Philharmonikern reisten die Huberts sogar nach Rom. Das HubertOrchester spielte mehrfach bei Festivals der deutschen Kultur in der ehemaligen Sowjetunion. Auch in Deutschland sind viele Musiker aus der Familie Hubert pädagogisch tätig und spielen im Familienorchester, das aus dem kulturellen Leben Bayreuths nicht mehr wegzudenken ist. Beim Bundestreffen der Deutschen aus Russland 2007 in Wiesbaden gestaltete das Orchester Hubert (Leitung: Albert Hubert) die musikalische Umrahmung der Feierstunde. Der Chor „Souvenir“ unter der Leitung von Emilia Adler wurde 2007 gegründet. Seitdem treffen sich 30 motivierte Sängerinnen und Sänger ein- bis zweimal wöchentlich zu Proben. 2011 kam die erste Zusammenarbeit mit dem Orchester Hubert zustande. Seitdem hatte der Chor zahlreiche Auftritte in Bayreuth und auf Landesebene mit dem Orchester. Das Re5

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31. BUNDESTREFFEN 2013 - ANGEBOTE pertoire umfasst weltliche wie auch geistliche Musik in deutscher und russischer Sprache. Frauenchor "Harmonie" (Schweinfurt) Seit zwölf Jahren leistet der Chor „Harmonie“ mit seinen Auftritten bei Veranstaltungen der Orts- und Kreisgruppe Schweinfurt der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland ebenso wie bei verschiedenen Stadtveranstaltungen seinen Beitrag zur Kultur- und Öffentlichkeitsarbeit der Landsmannschaft in Schweinfurt und Umgebung. Der Chor ist aus einem Deutschkurs des Evangelischen Frauenbundes Schweinfurt entstanden. Die Frauen kommen aus Russland, Kasachstan, Ukraine und Usbekistan und haben in Schweinfurt eine neue Heimat gefunden. In den vergangenen Jahren haben neben der Gründerin Tatjana Merger auch Ljuba Alberg und Olga Baluyev als Chorleiterinnen sowie Viktor Strikhar als musikalischer Begleiter das Profil des Gesangsensembles geprägt und geschärft. Im abwechslungsreichen Repertoire des Chores haben deutsche und russische Volkslieder ihren Platz gefunden, aber auch Lieder von Russlanddeutschen, die ihre Werke in der ehemaligen Sowjetunion veröffentlicht haben. Spaß am gemeinsamen Singen, gegenseitiges Unterstützen und Austausch sind für den Frauenchor "Harmonie" sehr wichtig. Bis zu 20 Auftritte im Jahr absolviert der Chor. Erst kürzlich veranstaltete er ein Benefizkonzert zu Gunsten der Auferstehungskirche am Bergl, das von der Gemeinde und zahlreichen Gästen mit großer Freude aufgenommen wurde. Mit ihren Auftritten tragen die ca. 20 Chormitglieder zur positiven Akzeptanz der Deutschen aus Russland in der Region und zur Popularisierung der mitgebrachten Kultur bei. Der Chor hat immer wieder bestätigt, wie wertvoll es ist, die Kulturtradition und das Brauchtum der Vorfahren zu pflegen und an jüngere Generationen zu vermitteln. Das Trio „Melodia“ (Hof) Das Trio „Melodia“ aus Hof mit Lidia Schukov, Rosa Machnatschov und Ida Schindler ist nicht nur in ihrer Heimatstadt und den benachbarten Orten ein Begriff, beliebt und bekannt sind die drei Sängerinnen, die dreistimmig a-capella Volksweisen, Chansons, Balladen, Romanzen und geistliche Lieder singen, auch in der weiteren Umgebung, in Städten wie Würzburg oder Burgkunstadt. Seit 2005 treten sie zusammen auf. Dank 6

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Der Frauenchor "Harmonie" aus Schweinfurt.

ihrer Musik - aus der alten Heimat haben sie auch plattdeutsche Lieder ihrer Vorfahren mitgebracht, haben sie sich gut integriert. Ihre Auftritte, wie beispielsweise im Rahmen der Vorführung „Zu Gast auf einer wolgadeutschen Hochzeit“ in Wunsiedel oder bei einem Kulturfest in Regensburg, sind immer kleine Brücken zwischen der deutschen und russischen Sprache und Kultur. Die Gründerin des Trios, Lidia Schukov, kam vor 13 Jahren aus Omsk, Sibirien, nach Deutschland. Sie engagiert sich seitdem ehrenamtlich beim Diakonischen Werk und singt im Chor mit. Lidias Schwester Rosa Machnatschov kam vor 16 Jahren nach Hof. Ihr wurde die Musik ebenfalls gewissermaßen in die Wiege gelegt, und sie weiß ihr Talent auch in der neuen Heimat einzubringen.

Das Trio "Melodia" aus Hof.

Ida Schindler, die Dritte im Bunde, kam vor über 20 Jahren mit ihrer Familie aus Kasachstan nach Deutschland. Ihre Schützlinge im Kindergarten der Auferstehungskirche hatten ihr den Spitznamen „Singfrau“ verliehen. Ihr Kindergartenchor ist sehr beliebt. Das Repertoire der Gruppe reicht von deutschen, russischen und ukrainischen Volksliedern über Romanzen und Balladen bis hin zu orthodoxen Psalmen. Seit der Gründung vor sieben Jahren hat das Trio zahlreiche Zuschauer bei den verschiedensten Veranstaltungen in der Region durch seinen Gesang bezaubert. Die drei Hobbysängerinnen haben viele Fans und werden auch von Profis hoch geschätzt. Im Dezember 2008 haben sie eine eigene CD mit ihren besten Liedern veröffentlicht.


31. BUNDESTREFFEN 2013 - ANGEBOTE Landeskulturmesse der Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft Gewidmet dem 250-jährigen Jubiläum der Veröffentlichung des Einladungsmanifestes der Zarin Katharina II.

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m Rahmen des 31. Bundestreffens der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland am 29. Juni 2013 in Augsburg wird eine Landeskulturmesse zur kulturell-geschichtlichen Bildung für russlanddeutsche Kulturgruppen der Landesgruppe Bayern und Ehrenamtliche der kulturellen Breitenarbeit veranstaltet.

Bei der Landeskulturmesse, die dem 250-jährigen Jubiläum der Veröffentlichung des Einladungsmanifestes der Zarin Katharina II. gewidmet ist, kommt die ganze kulturelle Vielfalt der Russlanddeutschen zum Ausdruck. Die Gäste der Landeskulturmesse erwartet ein vielfältiges Programm mit einer Einführung in das Thema „Reise in die Geschichte und Kultur der Deutschen aus Russland“ und Präsentationen an Ständen mit künstlerischen bzw. kulturellen Inhalten. An diesen Ständen können sich die Besucher über die Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen informieren und austauschen. Weitere Angebote, die vorbereitet werden: • Museum der russlanddeutschen Kulturgeschichte Detmold; • Forschungsverein der Deutschen aus Russland; • Theater (Ortsgruppe Karlsruhe); • Folkloretanz, Chorgesang und Orchestermusik; • Autorenlesung des Literaturkreises Bayern der Landsmannschaft; • Filmtag mit Filmen zur russlanddeutschen Geschichte und Diskussionen; • Trachten der Russlanddeutschen; • Erzählcafé mit Zeitzeugen; • Wanderausstellung der Landsmannschaft „Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland“; • Öffentlichkeitsarbeit der Landsmannschaft. Eine öffentliche Kulturveranstaltung mit Künstlern und Kulturgruppen der Deutschen aus Russland und Gastgruppen aus der Region rundet die Landeskulturmesse ab. Veranstalter der Maßnahme ist die Landesgruppe Bayern in Kooperation mit dem landesweiten Projekt „Ehrenamt fördern – Gemeinschaft stärken". Das Projektvorhaben wird gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen über das Haus des Deutschen Ostens München.

Viktor Hurrs Bilderzyklen zur Geschichte der Volksgruppe

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iktor Hurr erhielt seine künstlerische Ausbildung als Grafiker und Aquarellmaler an der Moskauer Kunstvolkshochschule und der Kunstschule Taschkent, Usbekistan, als Bildhauer und Kunstlehrer. Schon in der alten Heimat beteiligte sich Viktor Hurr an Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen in Taschkent, Viktor Hurr

St. Petersburg und Moskau sowie 1993 an der Wanderausstellung „Moderne Kunst“ in den Republiken der ehemaligen Sowjetunion. Ab 1994 lebte Viktor Hurr in Osnabrück, wo er mehrfach ausstellte. Derzeit ist er in Meersburg am Bodensee zu Hause. Als Künstler ist er vielfältig und experimentierfreudig, Malerei und Bildhauerei wechseln sich in seinem Schaffen ab. Er hat unterschiedliche Techniken ausprobiert, etwa Aquarelle und Collagen, aber am liebsten arbeitet er in Öl.

Viktor Hurr: Anwerbung.

"Vom langen Weg zurück" In Deutschland hat sich Hurr verstärkt der Malerei zugewandt; dabei ist der BilderZyklus „Vom langen Weg zurück" entstanden, der sich mit der Auswanderungs- und Leidensgeschichte der Russlanddeutschen in der Sowjetunion auseinander setzt. Dem gleichen Thema ist sein umfangreicher graphischer Zyklus (45 Zeichnungen) gewidmet, der in den letzten Jahren entstanden ist und sich mit der russlanddeutschen Geschichte in ihrer ganzen Breite – mit allen Höhen und Tiefen – beschäftigt. Als emotionale und inhaltliche Grundlage für das Entstehen der beiden Zyklen dienten dem Künstler Erinnerungen und Berichte seiner Eltern und Großeltern sowie anderer Verwandter und Bekannter über ihre Erfahrungen in den 1930er und 1940er Jahren in der Sowjetunion. Auch die Erinnerungsliteratur der älteren Generation der Russlanddeutschen stellte für den Künstler eine umfangreiche Wissensquelle dar, die ihm für das Umsetzen der Themen zahlreiche Details und Inspirationen lieferte. 7

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31. BUNDESTREFFEN 2013 - ANGEBOTE

Literaturfreunde kommen auf ihre Kosten

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ür die Lesung wurden Autoren eingeladen, die sich mit ihren Veröffentlichungen bereits einen Namen gemacht haben. Ihre Texte lesen der Dichter Wendelin Mangold aus Königsstein/Taunus, die Schriftstellerin Eleonora Hummel aus Dresden und die Schriftsteller Alexander Reiser aus Berlin und Artur Rosenstern (Böpple) aus Herford.

weiter bis nach Murmansk. Ende der 90er Jahre wanderte er nach Deutschland aus und lebt in Berlin. Veröffentlichungen: - „Das alte JohannesEvangelium", gewidmet seinem im Lager umgebrachten Großvater; - „Die Rückkehr des Odysseus" mit der Geschichte eines Auswanderers nach Deutschland; „Die Luftpumpe. Lustige Geschichten aus dem Leben der Aussiedler"; - Sammelband „99 Anekdoten von Aussiedlern“, veröffentlicht gemeinsam mit Reinhold Schulz; - „Robbenjagd in Berlin. Humorvolle Erzählungen aus dem Leben eines Russlanddeutschen“. Artur Rosenstern

Eleonora Hummel

Wendelin Mangold

Wendelin Mangold wurde 1940 in einer Bauernfamilie im Gebiet Odessa (Südukraine) geboren und kam mit 50 in das Land seiner Vorfahren. Seit den frühen 1970er Jahren veröffentlicht Mangold seine Werke in deutschsprachigen Periodika und Sammelbänden russlanddeutscher Autoren – in der ehemaligen Sowjetunion und seit 1990 in Deutschland. Seine Werke sind in mehreren Einzelbänden erschienen, darunter „Die bitteren Äpfel von 1941“, „Rund um das Leben“, „Russlanddeutsche Literatur. Lesebuch“, „Deutschland, hin und zurück“, „Zu sich wandern“, „Sprung ins Wasser. Integration – Gedichte und Texte“ sowie die Tragikomödie „Vom Schicksal gezeichnet und geadelt. Zum 250. Jahrestag der Ansiedlung der Deutschen an der Wolga“. Eleonora Hummel erhielt 2006 den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis für ihr Buch "Die Fische von Berlin". Für die Arbeit am Nachfolgeprojekt „Die Venus im Fenster“ erhielt Eleonora Hummel ein Arbeitsstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen für sächsische Schriftsteller. Für den Romanauszug „Dreizehn Winter“, in dem sie die Odyssee einer russlanddeutschen Familie beschreibt, wurde sie 2002 mit dem Förderpreis des Russlanddeutschen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. 8

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Eleonora Hummel wurde 1970 in Kasachstan geboren. Als Zwölfjährige siedelte sie mit ihrer Familie in die ehemalige DDR, nach Dresden, über. Sie studierte Fremdsprachenkorrespondentin und ist seit 1995 literarisch aktiv. Alexander Reiser

Artur Rosenstern

Alexander Reiser

wurde 1962 in Sibirien geboren und bereiste Alexander Reiser als Seemann die Pazifikküste Russlands von Sachalin über Kamtschatka bis zur Beringstraße und

schreibt Prosa und Lyrik in deutscher Sprache. Neben einigen Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften ist Anfang 2012 sein Buch „Planet Germania“ erschienen. Artur Rosenstern wurde 1968 in Kasachstan geboren. Nach dem Studium der Musik an der Hochschule der Künste und der Arbeit als Orchestermusiker im Staatszirkus in Bischkek kam er 1990 nach Deutschland und betätigte sich zunächst als Privatmusiklehrer und Übersetzer. Neben der Arbeit studierte er Medien-, Musikwissenschaft und Mittelalterliche Geschichte sowie Belletristisches Schreiben. „Planet Germania" ist eine Erzählung über zwei junge Einwanderer aus Kasachstan. „Lichtjahre sind manche Völker und einzelne Menschen voneinander entfernt, als lebten sie auf verschiedenen Planeten, als seien sie nicht gewillt, zu verstehen, dass der Verstand, der uns gottgegeben ist, vor allem dazu da ist, um Brücken zueinander zu bauen und nicht ausgeklügelte Kriege gegeneinander zu führen", schreibt Rosenstern im Nachwort.


31. BUNDESTREFFEN 2013 - ANGEBOTE

Tanzgruppen

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uch auf dem Gebiet der Choreographie können sich Deutsche aus Russland sehen lassen. Zahlreiche Choreographen mit russlanddeutschen Wurzeln engagieren sich entweder ehrenamtlich (in Zusammenarbeit mit Wohltätigkeitsverbänden, der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und in Integrationsprojekten vor Ort) oder hauptamtlich, indem sie Tanzstudios und Tanzschulen gründen. So erleichtern sie so manchem Aussiedlerjugendlichen den Start in das neue Leben und fördern das Verständnis zwischen Jugendlichen aus verschiedenen Kulturkreisen.

Das Tanzensemble „Birkenhain“ aus Aschbach.

Tanzensemble „Birkenhain“ (Aschbach/Franken) Das 2004 gegründete Tanzensemble „Birkenhain“ mit der Leiterin Nadja Fuchs besteht überwiegend aus jungen Menschen, die aus dem deutschen Dorf Podsosnowo in der westsibirischen Kulunda-Steppe stammen. Das Ensemble „Birkenhain“ hält die Volkstänze und das Brauchtum, die in der deutschen Siedlung in Sibirien gepflegt

Die „Crazy Dancers“ aus Bad Neustadt/Saale.

wurden, lebendig und vermittelt sie der deutschen Öffentlichkeit durch bundesweite Auftritte. Zu sehen war „Birkenhain“ unter anderem mehrfach bei Bundestreffen der Landsmannschaft, bei Tagen der Russlanddeutschen Kultur in Berlin, beim Jahrmarkt der Kulturen in Bad Salzuflen, beim Sommerfest des Landesverbandes Bayern der Landsmannschaft in Augsburg und bei vielen anderen Kulturmaßnahmen.

2008 wurde dem Tanzensemble für seine jahrelange Popularisierung des russlanddeutschen Brauchtums im In- und Ausland die Ehrengabe des Russlanddeutschen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg verliehen. „Crazy Dancers“ (Bad Neustadt/Saale) Vier Tanzgruppen mit über 80 Teilnehmern im Alter von fünf bis 24 Jahren gehören derzeit zu den „Crazy Dancers“, die 2001 von der Tanzleiterin Anna Hergert gegründet wurden und beim TSV Brendlorenzen trainieren. Gegründet wurde die Gruppe im Rahmen eines Integrationsprojektes der Bad Neustädter Caritas. Über den Tanz sollten Spätaussiedler und Einheimische zusammenkommen. Nach zwölf Jahren ehrenamtlichen Engagements sind sie eine feste Größe der Kulturlandschaft in Unterfranken und Vorbild für die Jugendarbeit im Aussiedlerbereich. Zum umfassenden Programm mit über 20 Tänzen gehören moderne, klassische, internationale, Kinder- und Jugenddarbietungen. Der Erfolg der Gruppe ist nur möglich, weil viele Personen an einem Strang ziehen: die Mitglieder der Gruppe, ihre Eltern und Verwandten. Aber ohne die Gruppenleiterin und Choreografin Anna Hergert wären das hohe Niveau, der Spaß am Tanzen und die hohe Identifikation mit der Gruppe nicht denkbar. Auch bei den sehr aufwändigen Kostümen legt Anna Hergert immer wieder Hand an. Die in Kasachstan geborene Anna Hergert ist Mitbegründerin des Tanzensembles „Crazy Dancers“ und seit Beginn künstlerische Leiterin und Inspiratorin der Gruppe. Sie lebt seit 1997 in Deutschland und engagiert sich ehrenamtlich im Bereich Tanz beim TSV Brendlorenzen und bei der Deutschen Jugend in Europa. Tanzensemble LETAS (München) Das Tanzensemble LETAS (L-eidenschaftlich im Tanz; E-motional auf der Bühne; T-alentiert bei der Umsetzung der eigenen kreativen Ideen; A-ktiv im Leben; S-ehenswert auf jeden Fall) wurde im Sommer 2010 ins Leben gerufen. Die choreografische Leitung liegt in der Hand von Elena Müller. Geboren in Kasachstan, lebt sie seit über zehn Jahren in Deutschland. Auch hier lebt die Absolventin und Solistin des Tanzstudiums „Surprise“ in Ekibastus, Kasachstan, ihre Tanzleidenschaft mit viel Herz aus: Als Choreografin und Leiterin des Tanzen9

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31. BUNDESTREFFEN 2013 - ANGEBOTE

Das Ensemble LETAS aus München.

sembles „Fantasy“ in Bad Reichenhall, als Tänzerin im Zentrum der russischen Kultur „MIR“ in München und jetzt bei LETAS. Das Ensemble bietet in jeder Hinsicht große tänzerische Klasse und Unterhaltung höchsten Grades. Jeder Auftritt ist eine Geschichte für sich mit einzigartigem Charakter und vielfältigen Emotionen auf

der Bühne. Es verfügt über ein umfangreiches Repertoire mit zahlreichen Volkstänzen aus aller Welt, das durch moderne und Showtänze bereichert wird. Die inzwischen acht Tänzerinnen mit der internationalen Folklore im Gepäck beeindrucken durch Professionalität, phantasievolle Choreographie und farbenfrohe, aufwändig gefertigte Bühnentrachten.

Solistinnen

Lina Neuwirt

Lina Neuwirt Durch ihre Auftritte hatte sich die Sängerin und Liederautorin Lina Neuwirt schon in der ehemaligen Sowjetunion einen guten Namen gemacht. 1989 gründete sie die Volkskunstgruppe “Morgenlicht” in Sowetskoje, Nordkasachstan. Auf der Volkskunstschau in Pawlodar im Oktober 1989 präsentierte die Kulturgruppe zum ersten Mal ihr Können und erntete auf Anhieb den Sympathiepreis der Zuschauer. Das Ensemble interpretierte überwiegend Lieder, die Lina Neuwirt komponiert hatte, 10

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aber auch alte deutsche Stimmungslieder gehörten zum Programm. Das Lied “Mein Heimatdorf” von Lina Neuwirt (Text und Musik) wurde zum Lieblingslied vieler Russlanddeutscher. Das Lied hat sie ihrer Mutter gewidmet, die ihr Leben lang den Erinnerungen an die alte Heimat auf der Krim, die sie mit dem Ausbruch des deutsch-sowjetischen Krieges 1941 verlassen musste, nachhing. Auch das Lied „Wo bist du geblieben?“ hat sie ihrer Mutter gewidmet. Es ruft schmerzliche Erinnerungen an die erste Liebe und die durch den Krieg erfolgte Trennung vom Geliebten in Erinnerung. Lina Neuwirt lebt seit 1993 in Bayern. In den vergangenen Jahren hat sich die Musikerin immer wieder zu neuen Liedern inspirieren lassen; ihre Texte und ihre Musik berühren durch die ihr eigene leicht sehnsüchtige und sentimentale Note, sie berühren das Herz und lassen keinen Zuhörer gleichgültig. Marina Kechter Die Sängerin Marina Kechter kommt aus Charkiw, Ukraine, in Deutschland ist sie derzeit bei ihren Verwandten in Ingolstadt zu Gast. In der Ukraine ist sie nicht nur durch ihre Lieder bekannt. Sie ist Verdiente Künstlerin der Autonomen Republik Krim, tritt

Marina Kechter

als Künstlerin bei Fernsehsendungen und Wettbewerben, aber auch mit Solo-Konzerten auf. Mehr als 50 Lieder, Text und Musik von ihr selbst verfasst, sind inzwischen auf vier Alben erschienen. Marina Kechter wurde in Kasachstan geboren und trägt den Namen ihrer deutschen Mutter, deren Vorfahren sich im 18. Jahrhundert an der Wolga niederließen. 1941 wurde ihre Mutter als junges Mädchen mit ihren Eltern in das Gebiet Swerdlowsk (Krasnoturjinsk) deportiert. Später zog die Familie nach Zelinograd, Kasachstan, wo sich Marina Kechter schon als Studentin einer Kulturhochschule als Chorleiterin engagierte. Nach dem Hochschulabschluss arbeitete Kechter sieben Jahre an einer Kunstschule als Chorleiterin. 1993 stand sie zum ersten Mal auf einer professionellen Bühne in Charkiw. „Als ich anfing, öffentlich aufzutreten, nahm ich den Mädchennahmen meiner Mutter an – Kechter. Dadurch habe ich ihr und vielen anderen Landsleuten geholfen, wieder aufrecht gehen zu lernen. Meine Mutter hat ihr Leben lang geschwiegen und mir nie über die Deportation und andere grauenhafte Erlebnisse erzählt. Ich konnte zwar einiges erahnen, aber das ganze Ausmaß des Grauens gegenüber meiner Volksgruppe habe ich erst mit 24 Jahren erfahren“, erzählt Kechter. So ist auch das Lied „Mutter“ (Text und Musik) nach den Erzählungen der Mutter und ihrer Verwandten entstanden. „In der ersten Zeit konnte ich das Lied kaum singen, Tränen schnürten mir die Stimme zu. Ich weine den Schmerz und das Leid meiner Mutter und meiner Volksgruppe in diesem Lied aus“, sagt die Sängerin.


DIE LANDSMANNSCHAFT Freundschaftsbrücke Niedersachsen – Perm 1993-2013 Die Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. lädt herzlich ein zu den Projekttagen anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Partnerschaft des Landes Niedersachsen mit der Region Perm in Russland unter dem Motto „Freundschaft über die Grenzen“ Zahlreiche Künstler aus Niedersachsen und Perm werden am Sport- und Kulturprogramm teilnehmen. Eingeladen sind Vertreter der Politik, der Kirchen, der Verbände, der Öffentlichkeit und der Medien, Landsleute aus der ehemaligen Sowjetunion und einheimische Mitbürger. Das Programm der Projekttage: • 22.6.2013: Sportfest um 11.00 Uhr im Grenzdurchgangslager Friedland (Heimkehrerstr. 18, 37133 Friedland). Angeboten werden Wettbewerbe in den Disziplinen Schach, Tennis, Volleyball und Minifußball. Anmeldungen bei Alexander Rudi, Tel.: 05361-76002730, E-Mail: arudi11@gmx.de • 23.6.2013: Kulturfestival um 13.00 Uhr mit Kulturgruppen aus Perm und Niedersachsen in der Aula der Marie-Curie-Schule in Ronnenberg, Am Sportpark 1. Wir bitten um Rückmeldung bis zum 15.6.2013 unter folgender Anschrift: Lilli Bischoff, Friedensburg 7, 30890 Barsinghausen Tel.: 05035-336, Mobil: 0162-8221654. Fax: 05035-188945 E-Mail: lillibischoff@t-online.de

Niedersachsen: Unterstützung für Landsmannschaft und BdV

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m 13. Mai besuchte die Landesvorsitzende der Landsmannschaft in Niedersachsen, Lilli Bischoff, mit zwei weiteren Mitgliedern des Landesvorstandes, Svetlana Judin und Marianna Neumann, in Begleitung des Landesvorsitzenden des Bundes der Vertriebenen in Niedersachsen, Oliver Dix, den neuen Vizepräsidenten des Niedersächsischen Landtages, KlausPeter Bachmann MdL (SPD).

Bei dem über eine Stunde dauernden Gespräch tauschte man sich in freundschaftlicher und lockerer Atmosphäre über die neuen Zuständigkeitsbereiche und Koordinationspartner der neuen Niedersächsischen Landesregierung aus. Nicht zuletzt spielte dabei der zuvor über Jahre gepflegte konstruktive Kontakt eine große Rolle. Oliver Dix wies auf die aktuellen Probleme bei der Härtefallregelung im Spätaussiedleraufnahmeverfahren hin und bat die

Beim Gespräch mit dem Vizepräsidenten des Niedersächsischen Landtages (von links): Oliver Dix, Svetlana Judin, Aylin Saral (Mitarbeiterin des Landtagsvizepräsidenten), Marianna Neumann, Lilli Bischoff, Klaus-Peter Bachmann MdL.

SPD-Landtagsfraktion um Unterstützung beim Festlegen einer verbesserten Regelung. Zum Abschluss sprach Lilli Bischoff mehrere Einladungen an den Landtagsvizepräsidenten aus, unter anderem zum Internationalen Sportfest am 22. Juni 2013 im Grenzdurchgangslager Friedland und zum Kulturfestival am 23. Juni 2013 in Ronnenberg, die beide im Rahmen eines Delegationsbesuches aus Perm stattfinden werden. Klaus-Peter Bachmann sagte für beide Veranstaltungen spontan zu. Marianna Neumann

Erika Steinbach dankt Ministerpräsident Horst Seehofer für Kabinettsentscheidung zum Gedenktag

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it großer Freude haben wir den Beschluss der Bayerischen Staatsregierung zur Kenntnis genommen, ab 2014 einen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation einzuführen. Damit geht der Freistaat Bayern bei der Einführung eines Gedenktages in Deutschland voran. Er soll ab 2014 künftig immer am zweiten Sonntag im September stattfinden. Es ist Ministerpräsident Horst Seehofer sehr zu danken, dass dieser Kabinettsbeschluss verabschiedet wurde. Damit ist Bayern das erste Bundesland in der Bundesrepublik Deutschland, das diesen längst überfälligen Gedenktag für die eigenen Opfer einführen wird. Es setzt dadurch ein deutliches Zeichen der Solidarität. Mit diesem Beschluss will Bayern nun auch seinen Dank gegenüber den Vertriebenen abstatten, die mit Fleiß und Willensstärke viel zum Aufbau dieses Bundeslandes geleistet haben. Wichtig ist die Aussage des Ministerpräsidenten, dass solch ein Gedenktag auch im Zeitalter der Globalisierung die Bedeutung von Heimat unterstreiche. Mit der Einführung dieses Gedenktages zeigt Bayern erneut, dass sich die Heimatvertriebenen mit ihren Anliegen in diesem Bundesland geborgen fühlen können. Man kann sich Ministerpräsident Horst Seehofer nur anschließen, wenn er sagt, man wolle sich gemeinsam seiner Geschichte erinnern und gemeinsam in die Zukunft gehen. Pressemitteilung des BdV 11

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KULTUR

„Ich wünsche mir mehr Selbstbewusstsein von den Deutschen aus Russland“ Dr. Christoph Bergner bei der Nürnberger Veranstaltungsreihe 2013

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m Rahmen der Nürnberger Veranstaltungsreihe 2013, die vom 24. Januar bis 8. September unter dem Motto „Einmal Russland und zurück!“ stattfindet, luden die Organisatoren am 10. Mai zu einer Vortragsveranstaltung und Diskussion mit dem Aussiedlerbeauftragten der Bundesregierung, Dr. Christoph Bergner, in die Evangelische Stadtakademie Nürnberg im „Eckstein“ ein. Zu den Veranstaltern gehörten neben der SinN-Stiftung des Evangelisch-Lutherischen Dekanats und der Evangelischen Stadtakademie das Haus der Heimat Nürnberg, der Verein ARTEC-Proiectum, das Haus der Heimat Nürnberg und die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (Ortsgruppen Nürnberg und Fürth). Vor einem zahlreich erschienenen Publikum mit Gästen aus der Kommunalpolitik, von Einrichtungen und Vereinen sowie der breiten Öffentlichkeit aus Nürnberg und Umgebung eröffneten Pfarrer Willi Stöhr, Leiter der Evangelischen Stadtakademie Nürnberg, und Dr. Sabine Arnold, Projektleiterin der SinN-Stiftung, die Veranstaltung. Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland war unter anderem durch den neuen Bundesvorsitzenden Waldemar Eisenbraun und den stellvertretenden Bundesvorsitzenden Ewald Oster vertreten. Warum gingen Deutsche vor 250 Jahren nach Russland, und warum bewahrten sie ihr Deutschsein, bis sie wieder zurückkehrten? Kamen sie als Deutsche oder als Fremde zurück in das Land ihrer Vorväter? Welche Herausforderungen stellten die Deutschen aus Russland für die in Deutschland Geborenen dar? Diese und andere Fragen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung und des Vortrags von Dr. Christoph Bergner zum Thema „Einmal Russland und zurück. 250 Jahre Katharinenerlass“. In seiner Ansprache betonte der Aussiedlerbeauftragte, dass Anlässe wie „250 Jahre Katharinenerlass“ vor allem eine gute Gelegenheit bieten, über die Geschichte und die Integrationserfolge der russlanddeutschen Spätaussiedler zu sprechen und die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen. Er lobte die Nürnberger Veranstaltungsreihe als eine nachahmenswerte Initiative.

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Teilnehmer der Vortragsveranstaltung in Nürnberg (von links): Rudi Walter, Horst Göbbel, Dorothea Walter, Dr. Christoph Bergner, Dr. Sabine Arnold, Willi Stöhr und Waldemar Eisenbraun.

„Ich begrüße Initiativen, die dieses Datum würdigen“, sagte Bergner. "Die Russlanddeutschen haben eine reiche 250-jährige Siedlungs- und Kulturgeschichte entstehen lassen. Auf ihrem langen Weg, nach freiwilliger und erzwungener Wanderung, nach Abschied, Entbehrungen und Enteignungen hatten sie oft keine Möglichkeiten, die Zeugnisse und Erzeugnisse ihrer Kultur mitzunehmen. Aber jeder kam mit seiner eigenen Geschichte, mit wenigen materiellen Dingen, aber mit umso mehr Erinnerungen.“ Der Erhalt dieser Erinnerungskultur habe eine wichtige identitätsstiftende Mission, sagte der Aussiedlerbeauftragte mit Blick auf die dunklen Seiten der russlanddeutschen Geschichte. „Am 28. August 1941 erließ das Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR den Erlass zur Deportation der Wolgadeutschen, mit dem Stalin an den sowjetischen Staatsbürgern deutscher Nationalität Rache für den Überfall Hitlers auf die Sowjetunion nahm. Die Russlanddeutschen waren für diesen verbrecherischen Überfall in keiner Weise verantwortlich. Aber sie waren Deutsche, und allein deshalb wurden sie noch Jahre nach Kriegsende zum inneren Feind erklärt, unterdrückt und benachteiligt.“ Daraus ergebe sich die „besondere historisch-moralische Verpflichtung Deutsch-

lands gegenüber der Russlanddeutschen“. Und es „passt nicht in diese historischmoralische Verpflichtung, dass die 2,5 Millionen Russlanddeutschen kein staatlich gefördertes Museum haben“, betonte der Aussiedlerbeauftragte. Das Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold, eine Privatinitiative, sei das erste und bisher einzige Museum in Deutschland, das sich dauerhaft mit der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen befasst. Wichtig sei auch, dass sich die russlanddeutschen Organisationen verstärkt selbst zu Wort melden, unterstrich Bergner. „Ich wünsche mir mehr Selbstbewusstsein von den Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion“, sagte er, wobei er unter anderem die gelungene Integration der Russlanddeutschen herausstellte und das Streben vor allem junger Leute, sich aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft zu beteiligen, lobte. Immerhin fassten die meisten Russlanddeutschen den Entschluss zur Auswanderung in das Land der Vorfahren wegen ihrer Kinder, die es besser haben sollten. „Als Kind, das es einmal besser haben sollte“ stellte sich Waldemar Eisenbraun als Bundesvorsitzender der Landsmannschaft vor und griff das Stichwort „mehr Selbstbewusstsein“ auf, indem er den Ge-


KULTUR danken äußerte, die Deutschen aus Russland sollten aus der Opferrolle und dem „Jammertal“ herauskommen und lernen, mit mehr Selbstbewusstsein und auf Augenhöhe aufzutreten. Auch Horst Göbbel, Vorsitzender des Nürnberger Hauses des Heimat, griff den Gedanken mit den Worten auf: „Wir waren und bleiben Leistungsträger.“ Im Anschluss zeigten junge Künstler des ARTEC-Proiectum im Haus der Heimat (Leitung: Irina Trautwein) Bilder, die sie unter dem Titel „Gestern. Heute. Morgen“ in einem Workshop der SinN-Stiftung im Rahmen der Veranstaltungsreihe gemalt hatten. Der Malkurs und Workshop unter der Leitung von Irina Trautwein stellte sich auch mit einer beeindruckenden Bilderausstellung zu den Themen „Geschichte, Migration und Integration“ vor.

Eine anschließende Diskussionsrunde mit Fragen der Anwesenden und Antworten des Aussiedlerbeauftragten, der sich danach auch Zeit für individuelle Gespräche nahm, schloss die gelungene Veranstaltung. Musikalisch wurde der Abend vom Kinderchor des Hauses der Heimat (Leiterin: Olga Philipp) und dem Chor der SinNStiftung „Nostalgia“ (Leiterin: Tajana Sokolova) umrahmt. Zur Geschichte der Russlanddeutschen informierte zusätzlich die fünfteilige Ausstellung „250 Jahre Einladungsmanifest Katharinas II. – 250 Jahre russlanddeutscher Kulturgeschichte“ des Historischen Forschungsvereins der Deutschen aus Russland. Die Landsmannschaft lud die Gäste zu einem Imbiss ein. Nina Paulsen

Um Heimatpflege der Russlanddeutschen verdient gemacht Waiblingen: Ehrennadel für Ludmilla Holzwarth

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ür ihre besonderen Verdienste um die Heimatpflege hat die Vorsitzende der Orts- und Kreisgruppe Stuttgart der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Ludmilla Holzwarth, die Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart erhalten. Ludmilla Holzwarth ist seit 27 Jahren in der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland aktiv und amtiert seit 2005 als stellvertretende Vorsitzende der Landesgruppe Baden-Württemberg.

Kurz nach ihrem 9. Geburtstag im Oktober 1943 wurde sie in den Warthegau umgesiedelt. Nach der Einbürgerung in Lodz wurden die Familienmitglieder in einem Aufnahmelager bei Wien untergebracht, mussten aber als deutsche Staatsbürger nach dem Krieg Österreich verlassen. Ihre landsmannschaftlichen Aktivitäten begannen 1954 in der Ortsgruppe Stuttgart mit regelmäßigen Sprechstunden für ihre Landsleute. Zwei Jahre später gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern der Landesgruppe Baden-Württemberg und wurde zusammen mit weiteren Mitgliedern in

Bei der Ehrung in Waiblingen (von rechts): Oberbürgermeister Andreas Hesky, Ludmilla Holzwarth, Friedlinde Gurr-Hirsch vom Arbeitskreis Heimatpflege und Regierungspräsident Johannes Schmalzl.

Die Landesgruppe Baden-Württemberg gratuliert Frau Holzwarth ganz herzlich zu ihrer hohen Auszeichnung. Wir danken Ihnen für Ihren Einsatz und freuen uns, dass wir Sie haben. Leontine Wacker, Landesvorsitzende den ersten Landesvorstand gewählt. 1956 war sie dabei, als sich die baden-württembergischen Ortsgruppen konstituierten. 1957 zog sie nach Berlin und schied daher aus dem Landesverband aus. In "Volk auf dem Weg" tauchte ihr Name 1978 als Vorstandsmitglied der Kirchlichen Gemeinschaft in Bad Sooden-Allendorf wieder auf. In den 1980er Jahren war Ludmilla Holzwarth wieder da, wo ihr zweites Leben begonnen hatte: in Stuttgart. In den Jahren von 1987 bis 1995 wurde sie als ehrenamtliche Richterin an das Verwaltungsgericht und an das Landgericht in Stuttgart berufen. Auch in und für die Landsmannschaft erfüllte sie eine Vielzahl von Aufgaben und erfüllt sie zum Teil bis heute: Unterstützung ihres Mannes als Vorsitzender der Stuttgarter Orts- und Kreisgruppe, Vorsitzende der Orts- und Kreisgruppe seit 1997, Mitglied der Jury für den Russlanddeutschen Kulturpreis von Baden-Württemberg. Im Bereich des Landesverbandes des Bundes der Vertriebenen ist sie seit vielen Jahren ein aktives Mitglied des Landesvorstandes. "Jeder Mensch braucht eine Heimat, das Gefühl, Halt zu haben in einer in rasendem Tempo sich entwickelnden Welt. Nur wer fest in einer eigenen kulturellen Identität - und damit Heimat - verankert ist, wird die Herausforderungen unserer Zeit und ihre Unwägbarkeiten meistern", so Regierungspräsident Johannes Schmalzl bei der Preisverleihung im Saal des Adolph-Kolping-Gemeindezentrums in Heilbrunn-Kirchhausen. "Ohne Ihre freiwillige ehrenamtliche Arbeit wären wir um ein Stück unserer Kultur ärmer. Ihr Engagement aber wirkt identitätsstiftend und dient der Vermittlung dessen, was für uns Heimat bedeuten kann." In diesem Jahr zeichnet der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart zum wiederholten Mal Personen aus, die sich auf lokaler oder regionaler Ebene auf vielfältige Weise in der Heimatpflege besonders engagiert haben. "Jedes Jahr wird uns eine große Anzahl an Personen vorgeschlagen, die für die Auszeichnung mit der Ehrennadel des Arbeitskreises in Frage kommen, und die Auswahl ist immer sehr schwer", so Schmalzl. "Waiblinger Kreiszeitung", 27. April 2013 13

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ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Wanderausstellung der Landsmannschaft Termine Juni und Juli 2013 Pirmasens, Rheinland-Pfalz: Bis 9. Juni: Kulturzentrum Dynamikum, Fröhnstr. 8, Tel.: 06331-239430. Organisation: Vera Schreitel, Tel.: 06331-78812. Gießen, Hessen: Bis 19. Juni: Neues Rathaus, Berliner Platz 1, Tel.: 0641-3060. Organisation: Dr. Ludwig Brake, Tel.: 0641-3061540 oder -3061541, Rosa Tugova, Tel.: 06418778466. Merseburg, Sachsen-Anhalt: Bis 20. Juni: Kreisverwaltung/Schloss, Domplatz 9, Tel.: 03461-401318, 03461 -402010 bzw. 03461-402005, Frau Dr. Heise, Frau Hoffmann. Bergisch Gladbach, NRW: 3. bis 15. Juni: Rhein-Berg-Galerie/Einkaufszentrum, Hauptstr. 131, Tel.: 02202927520110. Eröffnung am 6. Juni, 18 Uhr, im Rahmen eines Abends der Begegnung. 8. Juni: Kinder- und Familientag. 15. Juni: Fest der Kulturen. Iserlohn, NRW: 3. bis 17. Juni: Kreisverwaltung des Märkischen Kreises, Bürgerbüro, Griesenbraucker Str. 6, Tel.: 02351-966 60. Eröffnung am 3. Juni, 17 Uhr, mit Vortrag, Film und Kulturprogramm. Tübingen, Baden-Württemberg: 4. bis 18. Juni: Regierungspräsidium, Konrad-Adenauer-Str. 20, Tel.: 070717573008, Christine Braun-Nonnenmacher. Eröffnung: 4. Juni, 16 Uhr, im Rahmen eines Nachmittags der Begegnung. Grußworte: Hermann Strampfer, Regierungspräsident des Regierungsbezirkes Tübingen; Leontine Wacker, Vorsitzende der Landesgruppe Baden-Württemberg der Landsmannschaft. Husum, Schleswig-Holstein: 5. bis 18. Juni: Rathaus/Stadtverwaltung, Zingel 10, Tel.: 04841-666102, Frau Holst. Eröffnung am 5. Juni, 19 Uhr, im Rahmen eines Abends der Begegnung. Landshut, Bayern: 7. bis 12. Juni: Fachakademie für Sozialpädagogik der Schulstiftung Seligenthal, Bismarckplatz 14, Tel.: 0871-821302, Schulleiter: Dr. Stefan Brembeck. Halver, NRW: 10. bis 11. Juni: Anne-Frank-Gymnasium, Kantstr. 2, Tel.: 02353-5451. Rendsburg, Schleswig-Holstein: 12. bis 14. Juni: Gymnasium Kronwerk, Eckernförder Str. 58, Tel.: 04331-782511, Schulleiterin: Renate Fritzsche. 15. bis 22. Juni: Evangelisches Gemeindehaus Parksiedlung, Pastor-SchröderStr. 70, Tel.: 04331-203446 bzw. 015205377351, Olga Ebauer. Präsentation am 14

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Zuständig für die Ausstellung "Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland" sind die Projektleiter der Landsmannschaft, Jakob Fischer (Tel.: 0711-166590 bzw. 0171-4034329, E-Mail: fischer.russlanddeutsche@t-online.de) und Josef Schleicher (Tel.: 0176-29477353, E-Mail: schleicher@rikon.com). Bei allen Eröffnungsund Abschlussveranstaltungen und bei Begegnungstagen führen sie in die Ausstellung ein, präsentieren Filme auf Großleinwand und halten Vorträge zum Thema "Geschichte und Kultur der Deutschen in Russland/UdSSR/GUS und Integration der Russlanddeutschen in Deutschland". Sie organisieren nach Vereinbarung auch Führungen für Gruppen und Schulklassen. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung ist frei! 15. Juni von 12 bis 19 Uhr im Rahmen eines Tages der Begegnung. Ellwangen, Baden-Württemberg: 13. bis 14. Juni: Peutinger-Gymnasium, Peutinger Str. 16, Tel.: 07961-84850. Ulm, Baden-Württemberg: 17. Juni bis 7. Juli: Haus der Stadtgeschichte – Schwörhaus, Weinhof 12, Tel.: 0731-1614210, Ulrich Seemüller. Eröffnung am 17. Juni, 18.30 Uhr, im Gewölbesaal. Grußworte: Ivo Gönner, Oberbürgermeister der Stadt Ulm; Leontine Wacker. Rastatt, Baden-Württemberg: 18. bis 22. Juni: Gustav-HeinemannHauptschule mit Werkrealschule, Rheinauer Ring 158, Tel.: 07222-101822. Am 18. Juni findet um 19.30 Uhr ein Abend der Begegnung statt. Grußworte: Hans Jürgen Pütsch, Oberbürgermeister der Stadt Rastatt; Andreas von der Forst, Schulleiter der Gustav-Heinemann-Schule Rastatt; Leontine Wacker. Weiden, Bayern: 22. bis 23. Juni: Max-Reger-Halle/Gustav-von-Schlör-Saal, Dr. Pfleger-Str. 17, Tel.: 0961-4808102, Jürgen Haubner. Präsentation am 22. Juni von 13 bis 19 Uhr im Rahmen eines Tages der Begegnung. Bad Hersfeld, Hessen: 23. Juni bis 21. Juli: Kurhaus, Am Kurpark 10, Tel.: 06621-201277, Reinhold Schott, Tel.: 06622-916957, Eva Scharf. Eröffnung am 23. Juni um 14 Uhr im Rahmen eines Nachmittags der Begegnung. Dortmund, NRW: 23. bis 24. Juni: Kulturzentrum Mengede, Am Mengeder Markt 10 / Am Hohen Teich 14, Tel.: 0231-337690. Eröffnung am 23. Juni, 13 Uhr, im Rahmen einer Festveranstaltung zum 250. Jahrestag des Manifestes der Zarin Katharina II. Eschwege, Hessen: 24. Juni bis 8. Juli: Kreisverwaltung/

Rittersaal, Schlossplatz 1, Tel.: 056513021160, Herr Klinge. Eröffnung am 24. Juni, 18 Uhr, im Rahmen eines Abends der Begegnung. Plauen, Sachsen: 25. Juni bis 15. Juli: Rathaus, Unterer Graben 1, Tel.: 03741-2911183, Nadine Läster, Presseamt. Eröffnung am 25. Juni, 18 Uhr, im Rahmen eines Abends der Begegnung. Fürstenfeldbruck, Bayern: 26. bis 27. Juni: Fachoberschule und Berufsoberschule, Münchner Str. 67, Tel.: 08141-53487200, Schulleiter: Otto Kolbe. Augsburg, Bayern: 27. Juni bis 1. Juli: Rathaus, Rathausplatz 2, Unterer Rathausflez. Präsentation am 28. Juni, 19 Uhr, im Rahmen einer Festveranstaltung im Goldenen Saal des Rathauses. 28. bis 29. Juni: Messe, Am Messezentrum 5, Tel.: 0821-25720. Präsentation im Rahmen des 31. Bundestreffens der Landsmannschaft. Aichach, Bayern: 1. bis 28. Juli: Landratsamt, Münchener Str. 9, Tel.: 08251-92312, Anja Hermann. Eröffnung am 1. Juli, 19 Uhr, im Rahmen eines Abends der Begegnung. Kitzingen, Bayern: 2. bis 13. Juli: Rathaus, Kaiserstr. 13/15, Tel.: 09321-22239, Astrid Glos. Eröffnung am 2. Juli, 19 Uhr, im Rahmen eines Abends der Begegnung Grußworte: Siegfried Müller, Oberbürgermeister der Stadt Kitzingen; Waldemar Eisenbraun, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft. Landau an der Isar, Bayern: 3. bis 5. Juli: Gymnasium, Harburger Str. 12, Tel.: 09951-98370, Schulleiter: Peter Wurzer. Jakob Fischer und Josef Schleicher


ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Dr. Christoph Bergner besuchte Aussiedlerorganisationen in Hamburg

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m 3. Mai besuchte der Aussiedlerbeauftragte der Bundesregierung, Dr. Christoph Bergner, Aussiedlerorganisationen in Hamburg. Im Haus der Heimat versammelten sich Vertreter des Hamburger Vereins der Deutschen aus Russland und der Ortsgruppe Hamburg der Landsmannschaft sowie Vertreter der Bundes- und Landespolitik. In Hamburg leben etwa 50.000 deutsche Aussiedler aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Zuletzt besuchte der Aussiedlerbeauftragte Hamburg zum 60. Jahrestag der Gründung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. In seiner Ansprache berichtete Christoph Bergner über aktuelle Entwicklungen in der Aussiedlerpolitik, insbesondere in Hinsicht auf die 2011 in Kraft getretene Härtefallregelung, nach der in Fällen von Härte in der Heimat verbliebene Familienangehörige eines im Bundesgebiet lebenden anerkannten Spätaussiedlers nachträglich in seinen Aufnahmebescheid aufgenommen werden können. In einigen Fällen konnte auf diesem Wege Abhilfe geschaffen werden. Das Gesamtergebnis ist allerdings noch weit von den erhofften Zahlen entfernt. Dr. Bergner berichtete über seine aktuellen Bemühungen, den nachträglichen Nachzug zu einem Spätaussiedler auch ohne ein Härteerfordernis zu ermöglichen. Auch in Sachen Bekämpfung von Altersarmut unter Spätaussiedlern und einer geordneten Anrechnung der Renten, die Aussiedlern aus der Russischen Föderation zustehen, ist noch einiges zu tun. Nur ein Rentenversicherungsabkommen mit der Russischen Föderation kann zur Entspannung dieses Problems beitragen. Bisher konnten sich das zuständige Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit Vertretern der Russischen Föderation in mehreren Verhandlungsrunden über ein Abkommen nicht abschließend einigen. Ein weiteres Themenfeld, für das sich das Auditorium im Haus der Heimat interessierte, waren Aussiedler in der öffentlichen Meinung und Darstellung. Das Bild, das von Russlanddeutschen gezeichnet wird, entspricht selten der tatsächlichen Situation dieser Menschen. Der Integrationserfolg, der durch zahlreiche Studien bestätigt wird, ist in dieser Hinsicht für die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit ambivalent. Heute fällt die Mehrheit der Russlanddeutschen und anderer Aussiedlergruppen kaum auf. Ihre Integrationser-

Stellungnahme zur Gründung der Partei EDINSTWO

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amburg: Nachdem die Organisation EDINSTWO ("Einheit") in Köln bekannt gegeben hat, dass sie zur Durchsetzung der politischen Interessen der Aussiedler und Migranten aus der ehemaligen UdSSR eine Partei gegründet hat, veröffentlichen der Hamburger Verein der Deutschen aus Russland, die Ortsgruppe Hamburg der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und die Spätaussiedler des Integrationsbeirates Hamburg dazu eine Stellungnahme im Namen der Hamburger Aussiedler und Spätaussiedler. Die Gründung der Partei EDINSTWO sehen die Aussiedler und Spätaussiedler in Hamburg als nicht notwendig und nicht förderlich an. Dr. Christoph Bergner

folge sorgen selten für Schlagzeilen. Oft wird aber auch ein falsches Bild von den Russlanddeutschen gezeichnet. Hier sollten sich sowohl die Politiker als auch die Verbände der Aussiedler in der Pflicht sehen, dem aufklärend entgegenzuwirken. Um ein korrektes Bild von sich selbst in der Öffentlichkeit abzugeben, empfahl der Beauftragte, Bemühungen um eine einheitliche Sprache zu verstärken. Das haben die Russlanddeutschen selbst in der Hand. Es sei wichtig, so Dr. Christoph Bergner, dass sich Russlanddeutsche aktiv gesellschaftlich und politisch engagieren, vor allem in den etablierten demokratischen Parteien. Bestrebungen, Russlanddeutsche als russischsprachige Migranten zu bezeichnen oder sie sogar zu einer russischen Diaspora zu erklären, führen sowohl vom Anliegen des Bundesvertriebenengesetzes als auch vom Anliegen der „Wiedergeburtsbewegung“ weg. Der Aussiedlerbeauftragte betonte, dass Deutsche aus Russland ein Teil der deutschen Kulturgemeinschaft sind; ihre Wiederbeheimatung in Deutschland solle sich in den Konzepten der Willkommenskultur der Integrationspolitik niederschlagen. Eine öffentlichkeitswirksame Selbstdarstellung kann in der Wahrnehmung der Mehrheitsgesellschaft die Verhältnisse gerade rücken. Das diesjährige Jubiläum des Einladungsmanifestes von Katharina der Großen zur Ansiedlung in Russland ist ein hervorragender Anlass, sich und die eigene Kultur angemessen zu präsentieren. Edwin Warkentin

Die Partei EDINSTWO möchte sich landes- und bundesweit etablieren, um im Jahr 2014 an den Kommunal- und Europawahlen teilzunehmen. Als Motivation für die Gründung gibt EDINSTWO an, dass die neue Partei Zuwanderern einen gleichberechtigten Zugang zu allen gesellschaftlichen Bereichen Deutschlands ermöglichen soll. Das ist für Aussiedler und Spätaussiedler aber bereits gesetzlich garantiert. Alle Deutschen, also auch Aussiedler und Spätaussiedler, haben in Deutschland das Recht, politisch und gesellschaftlich aktiv mitzuwirken. Notwendig ist, dass die Integration der Aussiedler und Spätaussiedler gefördert wird und sie ausreichend über ihre Partizipationsmöglichkeiten aufgeklärt sind. Für dieses Ziel setzen sich der Hamburger Verein der Deutschen aus Russland, die Ortsgruppe Hamburg der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und die Spätaussiedler des Integrationsbeirates Hamburg ein. Eine erfolgreiche Integration ist die wichtigste Voraussetzung für die politische und gesellschaftliche Beteiligung der Zuwanderer in Deutschland, nicht die Gründung einer Aussiedler- und Migranten-Partei. Deshalb regen wir alle Aussiedler und Spätaussiedler aus der ehemaligen UdSSR dazu an, sich verantwortungsbewusst und differenziert mit den Vorhaben der Partei EDINSTWO auseinander zu setzen. Diese sind aus unserer Sicht fragwürdig und gehen nicht konform mit den Integrationszielen der Aussiedler und Spätaussiedler in Deutschland. 15

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KULTUR

Deutsche in Russland: Sprache ist die wahre Heimat Sprache der Minderheit in der Gegenwart - Sprachkonferenz in Moskau

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eutsche in Russland: Sprache der Minderheit in der Gegenwart. Perspektiven. Prioritäten. Potential“ – unter diesem Motto fand vom 27. April bis 1. Mai in Moskau die 3. Internationale wissenschaftlichpraktische Sprachkonferenz statt. Die Konferenz wurde vom Internationalen Verband der deutschen Kultur (IVDK) in Zusammenarbeit mit dem Institut für ethnokulturelle Bildung „BIZ“ und mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums des Innern (BMI) organisiert. Als Vertreter der Bundesregierung war auf der Konferenz Edwin Warkentin anwesend, Referent des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Christoph Bergner, in dessen Namen er die Teilnehmer und Gäste der Konferenz begrüßte. „Sprache ist die wahre Heimat“, zitierte dieser in seinem Grußwort einen Satz von Wilhelm von Humboldt. Es sei „eine Herausforderung, die Identitätssprache einer Minderheit unter den Bedingungen der globalen Welt zu bewahren. Eine größere Herausforderung ist es, die Sprache einer weit verstreuten Minderheit zu bewahren. Und je mehr die Minderheitensprachen verdrängt werden, desto schneller wird der Volksgruppe die Identitätsgrundlage entzogen." „Ich bin davon überzeugt, dass die Fragen nach der Vermittlung und Wiederbelebung der deutschen Sprachbindung als Merkmal der ethnischen Identität ein Beitrag zur kulturellen Rehabilitierung der Russlanddeutschen ist. Es muss sich für die Russlanddeutschen wieder lohnen, ihre Muttersprache zu revitalisieren und sie im familiären und nachbarschaftlichen Umfeld zu pflegen. Auf jeden Fall lohnt es sich für die Politik, alle Bemühungen der Revitalisierung zu unterstützen, da sie als Identitäts- und Sprachträger ein wichtiges Bindeglied unserer Gesellschaften und ein Garant unserer guten Beziehungen sind“, so Dr. Bergner weiter. Von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland wirkten in Rahmen des Partnerschaftsprojektes „Grenzüberschreitende Partnerprojekte mit russlanddeutschen Dachverbänden“ drei Sprachexperten mit, Marina Stepanov, Peter Wiens und Alexander Reiser. Nachstehend ihre Eindrücke.

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Die Teilnehmer der Sprachkonferenz in Moskau

Alexander Reiser (Berlin): Zur Eröffnung wurden die Teilnehmer in die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland eingeladen, wo sie nach der feierlichen Eröffnung durch Vertreter der Deutschen Botschaft in Russland, des Deutsch-Russischen Hauses, der Organisationen der Russlanddeutschen, des DAAD sowie des Goethe-Instituts begrüßt wurden. Heinrich Martens, Vorsitzender des IVDK, sprach sich in seinem Grußwort klar für den Erhalt der deutschen Sprache als grundlegende Priorität für die zukünftige Arbeit russlanddeutscher Verbände und Organisationen in Russland aus. An der Konferenz nahmen über 100 Wissenschaftler und Lehrer, Experten, Vertreter gesellschaftlicher Organisationen und staatlicher Institutionen aus Russland, Kasachstan, Kirgisien, Usbekistan, Polen, Deutschland und der Ukraine teil. Zum krönenden Abschluss der Konferenz fand am Abend des 30. April die Preisverleihungszeremonie des 3. gesamtrussischen Wettbewerbs „Freunde der deutschen Sprache“ statt, an dem in diesem Jahr mehr als 3.000 Menschen teilgenommen hatten. Marina Stepanov (Münster): Beim Internationalen Verband der deutschen Kultur und dem Institut für ethnokulturelle Bildung ist es schon eine gute Tradition, internationale Sprachkonferen-

zen zu veranstalten. Solche Maßnahmen haben das Ziel, durch die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern, Politikern, Deutschlehrern und Dozenten die deutsche Sprache und Kultur zu entwickeln und zu fördern. Einer der Schwerpunkte der Sprachkonferenz war die Popularisierung der deutschen Sprache in Russland. In den russischen Schulen und Universitäten verliert heute nämlich Deutsch wegen der Dominanz der englischen Sprache an Bedeutung. Die russischen, deutschen und polnischen Teilnehmer erarbeiteten gemeinsame Konzeptionen und Vorschläge. In vier Sektionen wurden zahlreiche Ideen für kreative, didaktische und wissenschaftliche Sprachprojekte vermittelt. Vertreter der deutschen Autonomien, Mundartforscher und Dialektträger diskutierten über die Rolle der deutschen Mundarten für die Russlanddeutschen. Die Erhaltung der Dialekte, die ein identitätsstiftender Faktor der russlanddeutschen Kultur sind, ist heute nur schwer zu erfüllen. Peter Wiens (Oerlinghausen): Wer glaubt, dass die Deutschen inzwischen komplett aus Russland ausgereist sind, hat sich vertan: Diesseits und jenseits des Ural-Gebirges leben heute locker eine halbe Million Menschen mit deutschen Wurzeln. Ein Teil von ihnen spricht


KULTUR immer noch Deutsch und/oder einen der Dialekte bzw. Plautdietsch. Nicht nur in Moskau, sondern auch an vielen anderen Punkten des wahnsinnig weiten Landes gibt es Personen und Institutionen, die sich zum Ziel gesetzt haben, den aktiven Gebrauch der deutschen Sprache in Russland zu fördern. Es sind vor allem die Selbstorganisationen der Deutschen in Russland mit ihrem Dachverband IVDK, der in den letzten Jahren selbstbewusster und einflussreicher geworden ist. Diesen Eindruck habe ich jedenfalls, wenn ich mir anschaue, wie viel seit der ersten Konferenz dieser Art im Jahr 2009 geschehen ist. Was mittel- und langfristig ein wirklich großer Gewinn für die deutsche Sprache in Russland ist, ist der "Sprachrat der Selbstorganisation der Russlanddeutschen", der im Zuge dieser Konferenzen entstanden ist und bereits viel in Bewegung gebracht hat. Dass ich auch dieses Jahr wieder auf Plautdietsch-Sprecher in Moskau gestoßen bin, sogar unter den Mitarbeitern des IVDK, hat mich natürlich besonders gefreut! Die Konferenzsprachen waren Deutsch und Russisch, ganz im Sinne der geforderten Mehrsprachigkeit. Was ich vermisst habe, war die deutsche Version der gemeinsam formulierten Resolution am Ende der Konferenz. Bei den guten Konferenzdolmetschern, die anwesend waren, wäre eine Übertragung leicht möglich gewesen. Mit der niederdeutschen Version hatte ich natürlich erst gar nicht gerechnet... VadW Mammad Jafarli: "Politischer Terror und das Schicksal der aserbaidschanischen Deutschen", Stuttgart, 2012, 323 Seiten, 104 Fotos. Der Autor schildert die Entstehung, Entwicklung und den hohen kulturellen Stand der schwäbischen Siedlungen im Kaukasus in den knapp 120 Jahren ihrer Existenz. Ihr gewaltsamer Untergang und die Praxis des staatlichen Terrors in den Jahren 1933 bis 1941 werden auf Grundlage von Geheimarchiven des NKWD beschrieben. Aufgeführt sind Untersuchungsprotokolle mit typischen Gefängnisfotos, Urteile der berüchtigten "Troika" und Akten zu Erschießungen. Enthalten ist eine Liste der Verhafteten in Helenendorf, von denen nur 16 Personen überlebten. Zu beziehen (20 €, Versand 3 €) bei: - Rolf Wacker, Tel.: 0711-613405; - Adeline Lorenz, Tel.: 07633-9233530.

Literaturwettbewerb anlässlich des 250. Jubiläums des Manifestes von Katharina der Großen

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nlässlich des 250. Jahrestages der Veröffentlichung des Manifestes von Katharina der Großen schreibt der Literaturkreis der Deutschen aus Russland e.V. einen Literaturwettbewerb aus.

Es gibt drei Kategorien: 1. Bester Prosabeitrag, Umfang bis 10-12 Normseiten (30 Zeilen x 60 Anschläge!). 2. Bestes Gedicht (von einem Autor können max. fünf Gedichte eingesandt werden). 3. Bester Beitrag eines jungen Autors unter 35 J. (Gedicht oder Prosa!). Das Thema ist frei wählbar. Alle drei Gewinner werden die Möglichkeit bekommen, ihre Beiträge ohne finanzielle Beteiligung im Almanach 2013 (Literaturblätter deutscher Autoren aus Russland) zu publizieren! Sie erhalten jeweils ein kostenfreies Exemplar des Almanachs. Alle drei Gewinner werden zusätzlich die Möglichkeit haben, ihre Beiträge am deutschen Abend des Deutsch-Russischen Literaturfestivals in Detmold (18. Oktober 2013) vorzutragen! Für diese Veranstaltung ist überregionale Werbung geplant, etliche regionale und überregionale Medien werden informiert. Erwartet werden zu dieser Veranstaltung ebenso einige Autoren aus Russland, Mitglieder des russischen Schriftstellerverbands. Der Sonderpreisträger, ein Autor unter 35 Jahren, bekommt zusätzlich einen Geldpreis in Höhe von 50 Euro! Alle anderen Autoren, deren Beiträge die Redaktion für den Almanach für geeignet befindet, werden rechtzeitig kontaktiert, um weitere Modalitäten zu besprechen. Eingesandt werden können auch Auszüge aus aktuellen Büchern. Als Werbung eignet sich der Almanach bestens. Grundsätzlich gilt: Die Beiträge werden nach grammatikalischen, stilistischen, dramaturgischen und formalen Kriterien beurteilt. Daher bitte die Beiträge vorher möglichst professionell lektorieren lassen! Teilnahmebedingungen: Die Teilnahme ist unabhängig von Alter, Wohnort und Religionszugehörigkeit. Gäste, d.h. Nicht-Mitglieder des Literaturkreises der Deutschen aus Russland e.V., können sich ebenso am Wettbewerb beteiligen. Weitersagen! Die Beiträge als Word-Dokument einsenden. Falls Sie nicht wissen, wie eine Normseite auszusehen hat, bitte informieren Sie sich im Internet. Es gibt dort fertige Vorlagen. Bei direkter Rede (Dialogen) bitte die in Deutschland üblichen Anführungszeichen verwenden („ “). Keine automatische Worttrennung verwenden! Ihre Zusendungen bitte an die Redaktion des deutschsprachigen Almanachs 2013: a.rosenstern@gmail.com Einsendeschluss ist der 31. August 2013! Mit dem Beitrag soll ein kurzes Autorenprofil (Biographie) von etwa 10 bis 15 Zeilen eingesandt werden! Sonstiges: Der Literaturkreis deutscher Autoren aus Russland ist insbesondere um die Förderung junger Autoren und Autorinnen bemüht und würde sich über die zahlreiche Beteiligung junger Autoren sehr freuen. In Zukunft sind u.a. sponsorengeförderte Autorenseminare für junge Autoren geplant. Die Autoren werden dort in Sachen Schreibtechniken, Veröffentlichungsmöglichkeiten und Autoren-(Selbst)vermarktung Hilfe bekommen. Redaktion und Vorstand Literaturkreis deutscher Autoren aus Russland, Mai 2013 Wer den Literaturwettbewerb unterstützen möchte, kann durch die Vorbestellung des neuen Almanachs helfen, eine höhere Auflage zu erzielen und damit die russlanddeutsche Literatur und die Autoren bekannter zu machen. 17

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HEIMAT IM GLAUBEN

Die Friedenstaube – ein Nachtrag zum Pfingstfest

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Theologen, kann dies im Reden vom Du zum Du (Gottes) geschehen, in der Sprache des Alltags, in der existentiellen Betroffenheit und Not. So werden wir des „Ich-bin-da“ gewahr. Wenn es einen Motor für die Ökumene gibt, einen Motor zur Vertiefung des eigenen Glaubens, dann ist dies in besonderer Weise die Botschaft von Pfingsten. Sie verbindet uns im Heiligen Geist zu einer Gemeinschaft in Christus, über alle Sünde und Trennung hinweg. Sie heilt die alten Wunden und stiftet Frieden. Pablo Picassos Friedenstaube hat in Noas Geschichte ihren Ursprung. Sie ist zum internationalen Symbol des Friedens geworden und trägt verborgen die Friedensbotschaft Gottes weiter. Möge Gott uns allen diesen Frieden schenken und in unseren Herzen damit beginnen.

ablo Picasso malte 1949 für den Pariser Weltfriedenskongress eine Friedenstaube. Das Bild ist biblisch inspiriert. Es erinnert an die von Noah losgeschickte Taube, die nach der Sintflut mit einem frischen Olivenzweig im Schnabel zur Arche zurückkehrte. Für Noah und die Israeliten ist diese Taube mit der Botschaft – Land in Sicht! – zu einem Zeichen des Friedensschlusses zwischen Gott und den Menschen geworden, und Picassos Friedenstaube wurde zum internationalen Friedenssymbol. Die Taube ist an Pfingsten auch für die Christen ein wichtiges Symbol. In manchen Kirchen wird beim Festgottesdienst die Pfingsttaube herabgelassen als Zeichen des Heiligen Geistes, den Jesus seinen Freunden sandte, um über diesen Geist für immer mit ihnen verbunden zu bleiben. Jesus sendet den Glaubenden den Geist Gottes und verbindet damit die Menschen zu einer Einheit in Gott. Erst in dieser Verbindung können wir an Gott, können wir an Christus glauben. – „Keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet.“ (1 Kor 12,3). Gott selbst ist daran gelegen, in Verbundenheit mit seinen Geschöpfen zu leben. Diesen Wunsch deutet Gott bereits gegenüber Mose an: „So sollst du zu den Israeliten sagen: Der 'Ich-bin-da' hat mich zu euch gesandt." (Ex 3, 14). In Jesus Christus bekommt dieses Dasein Gottes in der Welt ein Gesicht, eine menschliche Gestalt. Im Johannes-Evangelium haben wir den Satz „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ (Joh 14,9). Diese Selbstoffenbarung Gottes in der Zeit soll nicht als ein singuläres Ereignis verblassen und aus dem Gedächtnis verschwinden. Vielmehr soll die Sendung des Geistes die Glaubenden zu einer erweiterten Einheit in Gott verbinden. Es ist derselbe Geist der Liebe, der Vater und Sohn vereint. Daher dürfen wir Söhne und Töchter Gottes heißen, sind wir eine Gemeinschaft in Christus, eine in Gott geeinte Christenheit. Alle Spaltung und Sünde kann diese 18

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Vorleistung Gottes nicht ungeschehen machen. Wir sind eingeladen, in diese Einheit einzutreten. Für Sören Kierkegaard (1813-1855), den berühmten dänischen Philosophen und

Im Gebet mit Ihnen verbunden, Ihr Msgr. Dr. Alexander Hoffmann, Visitator DaR

In deinem Zelt möchte ich Gast sein 7. Sternwallfahrt der Deutschen aus Russland nach Altötting Liebe Landsleute! Ich lade Sie herzlich zu unserer 7. Sternwallfahrt zur Gottesmutter von Altötting ein, die am Samstag, den 13. Juli 2013 stattfindet. Wir denken in diesem für unsere Landsmannschaft ereignisreichen Jahr an 250 Jahre Auswanderung nach Russland. Im Festgottesdienst, der in einem großen Zelt vor der Basilika stattfinden wird, werden wir unserer Väter und Mütter gedenken, all jener, die wir bei der Ausreise nach Deutschland in der russischen Erde zurücklassen mussten. Wir werden in diesem Gottesdienst aber auch für die Gnade der Heimkehr danken, die Gott in seiner Güte uns noch einmal geöffnet hat. Unsere diesjährige Wallfahrt steht unter dem Motto „In deinem Zelt möchte ich Gast sein“ (Ps 61,5). Der Satz will uns an das Schicksal unserer Landsleute erinnern. Er ist zugleich ein Hinweis auf den

Glauben unserer Väter und Mütter, der ihr Leben und ihre Hoffnung getragen hat. Kommen Sie mit nach Altötting! Lasst uns wieder zusammenkommen und Einkehr halten – im Zelt Gottes. Wir wollen dabei an unsere Verstorbenen denken, aber auch für uns selbst und unsere Jugend beten – für die, die noch auf der Suche nach Heimat sind, für die, die sichtbar oder im Verborgenen Not leiden. Den Festgottesdienst um 11.00 Uhr wird dieses Jahr der bischöfliche Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Weihbischof Dr. Reinhard Hauke, Erfurt, leiten. Von den Philippinen wird unser früherer Visitator (damals noch in Königstein), Pater Eugen Reinhard, anreisen. Er wird in der Ansprache die Frohe Botschaft in die heutige Zeit übersetzen. Nach dem Mittagessen um 14.00 Uhr beginnt im gleichen Zelt der Festakt. Weihbischof Dr. Reinhard Hauke aus Erfurt wird die Festansprache halten. Die musikalische Gestaltung haben der Chor


HEIMAT IM GLAUBEN Ulrichswoche 2013 in Augsburg

"Mit dem Mund bekennen und mit dem Herzen glauben: Gott ist der Herr." Wir laden Sie herzlich ein zu den Veranstaltungen im Rahmen der Ulrichswoche 2013 in Augsburg: • 5. Juli, 17 Uhr: Wallfahrt für Spätaussiedler nach St. Ulrich und Afra mit H.H. Domkapitular Dr. Michael Kreuzer, Leiter des Bischöflichen Seelsorgeamtes. • 5., 6. und 8. Juli, 12.30 bis 13.30 Uhr: "Ikonen-Anschauen und Beten". Führungen durch die Bartholomäuskapelle in St. Ulrich und Afra, Kontakt: Bischöfliches Seelsorgeamt, Referat Spätaussiedlerseelsorge, Kappelberg 1, 86150 Augsburg, Tel.: 0821-3152-321. E-Mail: spaetaussiedlerseelsorge@ bistum-augsburg.de

250 Jahre Katharinas Manifest 250 Jahre russlanddeutscher Kulturgeschichte Info- und Anleitungsmappe der Landsmannschaft

„Singende Herzen“ aus Ingolstadt unter der Leitung von Ida Haag und die Musikgruppe aus Bad Abbach unter der Leitung von Viktor Dukart übernommen. Der Festtag wird im Zelt mit einer Marienandacht abgerundet, die erworbenen

Gegenstände (Rosenkränze, Bildchen etc.) werden in dieser Schlussandacht gesegnet werden. Um 16.30 werden wir uns auf den Heimweg machen. Ihr Msgr. Dr. Alexander Hoffmann, Visitator DaR

Zeugen für Christus In die fünfte Auflage der "Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts", die 2011 erschienen ist (Paderborn 2010, ISBN 978-3-506-75778-4), sind 76 neue Namen von Glaubenszeugen aus der Zeit des Nationalsozialismus und des Kommunismus aufgenommen worden. Unter ihnen befinden sich acht russlanddeutsche Priester und 14 Laien, die unter Stalin umkamen, fünf donauschwäbische Priester unter Tito, zwei in Albanien erschossene Priester, sieben sudetendeutsche Gewaltopfer und weitere aus Ostpreußen und Schlesien. Ostkirchliche Information

Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland stellt ihren Ortsgliederungen sowie allen anderen Interessenten eine Materialsammlung mit Informationen, Vorlagen, Tipps und Anschauungsmaterial zum Thema „250 Jahre Katharinas Manifest - 250 Jahre russlanddeutscher Kulturgeschichte“ zur Verfügung. Interessierte Landsleute können die Mappe auf CD (per Post) oder auch per Mail im Haus der Deutschen aus Russland in Stuttgart anfordern. Kontakt: Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. Raitelsbergstraße 49 70188 Stuttgart Telefon (0711) 16 65 90 Telefax (0711) 2 86 44 13 E-mail: Lmdr-ev@t-online.de www.deutscheausrussland.de 19

VOLK AUF DEM WEG Nr. 6 / 2013


DIE LANDSMANNSCHAFT Augsburg:

Vorbereitungen auf das Bundestreffen Goldene Ehrennadel für Juri Heiser

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m 11. Mai hatten 150 Mitglieder und Freunde unserer Landsmannschaft die Möglichkeit, im großen Saal des Herrenhauses Bannacker im Süden von Augsburg die Qualifikation ihrer Ortsgruppe für eine maßgebliche Beteiligung an der Gestaltung des 31. Bundestreffens der Landsmannschaft am 29. Juni d.J. auf dem Augsburger Messegelände zu testen. Offizieller Anlass des Treffens war der 50. Geburtstag des Vorsitzenden der Ortsund Kreisgruppe, Stadtrat Juri Heiser. Tatsächlich wurde es aber eine unvergessliche Feier mit allem, was sich die Herzen und Gaumen der prominenten und interessierten Besucher wünschten. Um es vorwegzunehmen: Der Test ist dank der rührenden Bemühungen ehrenamtlicher Helfer und der großen Anteilnahme von Honoratioren aus Politik, Kirche, Vereinen und karitativen Verbänden voll und ganz gelungen. Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl setzte mit seinem Besuch und einfühlsamen Worten die über 60-jährige parteienübergreifende Tradition Augsburger Stadtoberhäupter in ihrem loyalen Verhältnis zu unserer Volksgruppe in guten und schweren Zeiten fort. Die fast familiären Beziehungen von Landsmannschaft und Amtsträgern der Stadt wurden auch durch die Präsenz von alten Bekannten und neuen Freunden aus dem Stadtrat unterstrichen, von denen sich Bernd Kränzle, Ingrid Fink und Johannes Hintersberger wie eh und je mit ihrem "Volk auf dem Weg" gerne auf Augenhöhe unterhielten. Konfessionen übergreifend und zu Herzen gehend war einmal mehr die Ansprache von Pfarrer Wolfgang Küffer, in dessen evangelisch-lutherischer Sankt-AndreasGemeinde Jahr für Jahr das große russlanddeutsche Sommertreffen in Augsburg stattfindet. Das kulturelle Programm wurde wie immer vom Chor "Heimatmelodie" der Ortsgruppe unter der Leitung von Aljona Heiser gestaltet. Verstärkung kam vom Rudemus-Quartett und der Kindergruppe des Tanzstudios Alisa. In seiner Laudatio zu Ehren des Geburtstagskindes Juri Heiser betonte der ehrenamtliche Geschäftsführer der Orts- und Kreisgruppe Augsburg, Karl Kromer, dessen Verdienste um die Integration der Deutschen aus Russland.

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Augsburgs OB Kurt Gribl überreichte Juri Heiser die Goldene Ehrennadel. Rechts der ehrenamtliche Geschäftsführer der Orts- und Kreisgruppe Augsburg, Karl Kromer, links Friedrich Wilhelm Böld vom Augsburger Förderverein der Landsmannschaft. Bild: Wadim Beller

Goldene Ehrennadel für Juri Heiser Am 11. Mai wurde Stadtrat Juri Heiser in Anerkennung seiner langjährigen Verdienste in vielen Bereichen öffentlicher Arbeit die goldene Ehrennadel der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland verliehen. Juri Heiser ist seit 1993 Mitglied der Landsmannschaft, seit 2004 Vorsitzender der Ortsgruppe Augsburg und seit 2008 Mitglied des Vorstandes der Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft. Darüber hinaus ist er Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen aus Russland in Augs-

burg und Mitglied des Augsburger Integrationsbeirates. Das sind alles Ehrenämter, die er trotz starker beruflicher Beanspruchung als Pendler zwischen Augsburg und München erfüllt, nicht zuletzt dank dem großartigen Engagement der ganzen Heiser-Familie: Die bessere Ehehälfte Aljona leitet seit vielen Jahren den weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannten Chor der Ortsund Kreisgruppe Augsburg, und die beiden Söhne Arthur (24) und Richard (19) erfüllen bei vielen landsmannschaftlichen Veranstaltungen Aufgaben, für die junge Kräfte besser als ältere Semester geeignet sind. VadW

1763 - 2013 250 Jahre russlanddeutscher Geschichte Herzlich willkommen zum 31. Bundestreffen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. am 29. Juni 2013 in Augsburg (Messegelände)!


BEILAGE

JSDR - JUNI 2013

Jugend- und Studentenring der Deutschen aus Russland www.jsdr.de

"Planung des Sommercamps" "Jugendarbeit vor Ort"

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it Themen wie den in der Überschrift genannten haben sich die Teilnehmer der Multiplikatorenschulung zu Methoden der Jugendarbeit befasst, die vom 3. bis 5. Mai in der Jugendherberge Lindlar von der JSDR-Gruppe NRW mit der Unterstützung des landsmannschaftlichen Projektes "Wir in NRW" (gefördert durch das Bundesministerium des Innern; Projektleiter Alexander Böttcher) organisiert und durchgeführt wurde. Zu den Referenten der Schulung gehörte Zhanna Tashmetova aus Omsk, Russland. Vor 13 Jahren gründete Zhanna zusammen mit Alexander Böttcher den Jugendclub "Duzfreund" im Deutschen Nationalkreis Asowo.

Bei der Schulung wurde zwischen "Duzfreund", aus dem inzwischen eine regionale Agentur für Jugendinitiativen geworden ist, und der JSDRGruppe NRW ein Partnerschaftsabkommen unterschrieben. Zum Treffen in Lindlar kamen fast 30 Jugendliche und junge Erwachsene aus verschiedenen Ecken NordrheinWestfalens, aus Münster, Bielefeld, Bonn, dem Rheinisch-Bergischen Kreis, aus Heinsberg und anderen Städten. Einige Teilnehmer hatten ihre ersten Erfahrungen in der Jugendarbeit bereits im letzten Jahr bei unserem Sommercamp gesammelt und wollten sich durch das aktuelle Seminar weiter verbessern. Zhanna Tashmetova präsentierte uns ihre neuen und interessanten Ideen,

Die Teilnehmer der Multiplikatorenschulung in Lindlar.

JSDR - Juni 2013 - 1

die von den Teilnehmern mit großem Engagement angenommen wurden. Während der Multiplikatorenschulung wurden unter anderem die folgenden Themen angesprochen: • Erarbeitung eines Programms für das Sommercamp im August 2013; • Spielbeispiele mit Kindern und Jugendlichen; • erfolgreiche Teamarbeit in einer Jugendgruppe und im Sommerlager. Der Gesamteindruck der Teilnehmer von dem dreitägigen Seminar war sehr positiv. Die Themen waren für uns umso interessanter, als sie nicht nur in der Camparbeit, sondern auch bei anderen Aktivitäten vor Ort angewendet werden können. JSDR NRW


JSDR - JUNI 2013

Seminar für pädagogische Leiter bei Moskau

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m Rahmen des Projektes „Grenzüberschreitende Partnerschaften mit Verbänden der deutschen Minderheit in der Russischen Föderation“ (siehe Kasten) haben drei Jugendleiter des Jugend- und Studentenrings der Deutschen aus Russland, Yana Weibert, Alexander Specht und Daniel Kraus, an dem Seminar für pädagogische Leiter „Moderner Ansatz zur Organisation & Durchführung des Sprachcamps“ in Udeljnaja, Gebiet Moskau, teilgenommen.

Die Jugendleiter des JSDR unterstützten ihre Partner vom IVDK und vom JdR bei der Erarbeitung von Konzepten eines Sprachcamps und bereiteten sich auf den zukünftigen Einsatz als Sprachassistenten vor. Zum Schluss des Seminars bekamen alle Teilnehmer eine Auszeichnung bzw. ein Zertifikat. „Es war ein sehr interessantes Programm mit zahlreichen Übungen, Präsentationen und Trainingseinheiten“, beschrieb Yana Weibert die Tagung. Auch Daniel Kraus zeigte sich sehr zufrieden: „In erster Linie ging es bei dem Seminar um Partnerschaft und Zusammenarbeit. Dank guter Organisation und kompetenter Referenten hatten wir die einzigartige GeleProjekt „Grenzüberschreitende Partnerschaften mit Verbänden der deutschen Minderheit in der Russischen Föderation“ Das Partnerschaftsprojekt haben die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und der JSDR von deutscher Seite sowie der Internationale Verband der Deutschen Kultur (Moskau) und der Jugendring der Russlanddeutschen (Moskau) von russischer Seite entwickelt und realisieren es in engster Kooperation. Im Rahmen der Deutsch-Russischen Regierungskommission für die Angelegenheiten der Russlanddeutschen zur Förderung empfohlen, wird das Partnerschaftsprojekt der Unterzeichnerverbände seit 2009 vom Bundesministerium des Innern (Deutschland) und dem Ministerium für Regionale Entwicklung (Russland) gefördert

Die Teilnehmer des Sprachseminars im Gebiet Moskau.

genheit, uns weiterzuentwickeln und unseren Horizont auf pädagogischer Ebene zu erweitern. Hoch motiviert und voller Energie arbeiteten junge

Menschen in Teams zusammen. Die frisch erworbenen Erfahrungen und das Fachwissen werden wir in den Camps anwenden können.“ JSDR

Sommerlager 2013 Liebe Eltern, Kinder und Jugendliche, der Sommer ist bald wieder da, und erneut laden wir euch zu unserem beliebten Sommerlager für Kinder und Jugendliche in der Ferienzeit ein. Die Aktion wird von der JSDR-Gruppe NRW und der Kreisgruppe Münster der Landsmannschaft mit Unterstützung des SKV „Adler“ organisiert und durchgeführt und findet vom 10. bis 18. August 2013 in der Jugendherberge Lindlar statt. In diesem Jahr feiern die Deutschen aus Russland das 250-jährige Jubiläum der Veröffentlichung des Manifestes der Zarin Katharina II. Dieses Ereignis hat eine sehr große Bedeutung in der Geschichte der Russlanddeutschen, und wir möchten das Thema des Lagers diesem Jubiläum widmen. Außer viel Sport, Spiel und Spaß erwartet euch eine kleine Zeitreise in die Geschichte mit dem Ball der Zarin! Die Teilnahme erfolgt für alle Kinder und Jugendlichen ab acht Jahren nach der schriftlichen Anmeldung. Anmeldeformulare werden per E-Mail geschickt. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt! Bei Fragen oder für den Anmeldewunsch sind die Ansprechpartner: Andreas Wolzenin 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Münster der Landsmannschaft Tel.: 02597-20730944, 0152-53677160 E-Mail: lmdr.muenster@googlemail.com und Alexander Böttcher stellv. Vorsitzender der JSDR-Gruppe NRW Tel.: 02433-442137, 0178-8684509 E-Mail: alexander-boettcher@t-online.de Sommercamp 2012: http://jsdr-forum.blogspot.de/2012/08/ sommercamp-in-meinerzhagen-voll-sport.html JSDR - Juni 2013 - 2


BUNDESTREFFEN 2013 Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. Raitelsbergstraße 49, 70188 Stuttgart Telefon (0711) 16 65 90 Telefax (0711) 2 86 44 13 E-mail: Lmdr-ev@t-online.de www.deutscheausrussland.de

Sonderbeilage

„1763 – 2013 250 Jahre russlanddeutscher Geschichte“

31. Bundestreffen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. am 29. Juni 2013 in Augsburg (Bayern) Messe Augsburg, Am Messezentrum 5 Schirmherrschaft: Horst Seehofer, Ministerpräsident des Landes Bayern Programm: 9.00 Uhr 9.00 Uhr 9.00 Uhr 9.30 - 10.00 Uhr 10.00 Uhr 10.00 Uhr 11.00 - 13.00 Uhr 13.00 Uhr 13.00 Uhr 13.00 Uhr

Einlass in die Hallen, zu den Messeständen und Treffpunkten Eröffnung der Landeskulturmesse der Landesgruppe Bayern (Halle 7) Russlanddeutsche Unternehmer stellen sich vor (Halle 7) Gemeinsamer Gottesdienst (Halle 1) Pressekonferenz (Tagungscenter, 1. Stock) Beginn des Filmprogramms im Rahmen der Landeskulturmesse (Tagungscenter, 1. Stock) Feierstunde (Halle 1, Programm siehe unten) Einzelberatungen zu sozialen Fragen (Tagungscenter, Erdgeschoss) Autorenlesungen (Tagungscenter, 1. Stock) - Kinderprogramm/JSDR (Halle 7) - Kulturdarbietungen zum 250-jährigen Jubiläum des Einladungsmanifestes, Wettbewerb mit Quiz (Halle 7) - Rahmenprogramm (Halle 7): - Landes-, Orts- und Kreisgruppen der Landsmannschaft stellen sich vor - "Volk auf dem Weg", Pflege der Heimatkultur - Publikationen der Landsmannschaft, Heimatbücher - Stände weiterer Organisationen (Kirchen, HFDR, Wolgadeutsche Landsmannschaft u.a.)

Freundliche Förderung: BUNDESTREFFEN 2013 - 1


BUNDESTREFFEN 2013

13.00 Uhr 14.00 - 14.45 Uhr

14.00 Uhr 14.45 Uhr 15.00 - 16.30 Uhr

18.00 Uhr 19.00 Uhr

- Wanderausstellung "Volk auf dem Weg" - Ausstellung "Deutsche aus Odessa und dem Schwarzmeergebiet" - Ausstellungen russlanddeutscher Künstler - Autogrammstunden mit bekannten russlanddeutschen Künstlern und Sportlern - Gäste aus dem Ausland (Mitwirkung am Kulturprogramm) - Lieder der Heimat (gemeinsames Singen mit Jakob Fischer; Chor-Marathon) Führung durch die Wanderausstellung "Volk auf dem Weg" (Tagungscenter) Diskussions- und Fragestunde mit Dr. Christoph Bergner, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten (Tagungscenter, 1. Stock) Filmvorführung "Nemez" mit Regisseur und Hauptdarsteller (Tagungscenter, 1. Stock) Präsentationen russlanddeutscher Organisationen aus dem In- und Ausland (Halle 7) Heimatabend, Moderation: Ida Martjan und Jakob Fischer, Musik-, Gesang- und Tanzgruppen der Deutschen aus Russland, kulturelle Darbietungen aus dem Ausland (Halle 1) Abschlussveranstaltung mit Preisverleihung der Landeskulturmesse der Landesgruppe Bayern (Halle 7) Geselliger Abend, Tanz (Halle 7)

Ablauf der Feierstunde (11.00 - 13.00 Uhr, Halle 1) Eröffnungsgebet Grußwort Begrüßung Grußwort

Ansprache Ansprache Verleihung des Katharinen-Preises Festrede Totenehrung

Pfarrer Edgar L. Born Dr. Kurt Gribl, Oberbürgermeister der Stadt Augsburg Adolf Fetsch, Ehrenvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. Juri Heiser, Vorsitzender der Orts- und Kreisgruppe Augsburg und stellvertretender Vorsitzender der Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. Christine Haderthauer, Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen Waldemar Eisenbraun, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. Dr. Rudolf Seiters, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes Dorota Dziwoki, Leiterin des DRK-Suchdienstes Dr. Hans-Peter Friedrich, MdB, Bundesminister des Innern Monsignore Dr. Alexander Hoffmann Großer Gott, wir loben dich! Bayernhymne Deutschlandlied Musikalischer Rahmen: Orchester Hubert

Großer Gott, wir loben dich!

Bayernhymne

Großer Gott, wir loben dich! Herr, wir preisen deine Stärke. Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit.

1. Gott mit dir, du Land der Bayern, deutsche Erde, Vaterland! Über deinen weiten Gauen ruhe Seine Segenshand! Er behüte deine Fluren, schirme deiner Städte Bau Und erhalte dir die Farben Seines Himmels, weiß und blau!

Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Serafinen, stimmen dir ein Loblied an, alle Engel, die dir dienen, rufen dir stets ohne Ruh' heilig, heilig, heilig zu.

2. Gott mit dir, dem Bayernvolke, dass wir, uns’rer Väter wert, fest in Eintracht und in Frieden bauen uns’res Glückes Herd! BUNDESTREFFEN 2013 - 2

Dass mit Deutschlands Bruderstämmen einig uns ein jeder schau und den alten Ruhm bewähre unser Banner, weiß und blau!

Deutschlandlied Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland! Danach lasst uns alle streben brüderlich mit Herz und Hand! Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand. Blüh im Glänze dieses Glückes, blühe, deutsches Vaterland!


BUNDESTREFFEN 2013

Optimale Erreichbarkeit von allen Seiten. Anreise Auto/Omnibus: Über Autobahnen und die B17 kommen Sie schnell zum Bundestreffen. Anreise Bahn/Nahverkehr: Die Messe Augsburg erreichen Sie über den Augsburger Hauptbahnhof, die DB-Haltestelle "Messe" sowie mit Bus und Tram. Näheres unter http://www.messeaugsburg.de/ BUNDESTREFFEN 2013 - 3


BUNDESTREFFEN 2013

Wichtige Hinweise zum Bundestreffen

Getränke: Wir bitten alle Besucher dringend, auf die Mitnahme "harter" Getränke zu verzichten.

Eintrittspreis: 5 Euro. Jugendliche unter 14 Jahren freier Eintritt. Wir bitten um Verständnis für die Stempel auf die Hand, ohne die es leider nicht geht.

Verloren - gefunden: Wenden Sie sich bitte an den Informationsstand.

Allgemeine Informationen am Informationsstand in der Eingangshalle. . Ehrenamtliche Mitarbeiter melden sich bitte am Informationsstand. Mitgliedschaft, "Volk auf dem Weg": Alles dazu finden Sie am Informationsstand Glasflaschen und andere Gegenstände aus Glas dürfen aus Sicherheitsgründen nicht mit in die Hallen genommen werden.

Zeugensuche: Nutzen Sie die einmalige Gelegenheit, Zeugen aus der alten Heimat zu finden. Das geht am besten an den Tischen der Siedlungsgebiete. Das Aufstellen von Ständen und Verkaufswagen im Außenbereich der Messe sowie auf den Parkplätzen ist grundsätzlich verboten. Das Verteilen von Zeitungen und Flugblättern außerhalb der zugewiesenen Stände ist nicht gestattet. Achtung: Taschen, Regenschirme und ähnliche Gegenstände dürfen nicht mit in die Hallen genommen werden.

Herzlich willkommen am 29. Juni 2013 in Augsburg! BUNDESTREFFEN 2013 - 4


JUNI 2013

Klettern in Aachen: Für jeden war etwas dabei

Beim Kletterausflug im Aachener Wald.

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ei der JSDR-Gruppe in NRW ist es zur guten Tradition geworden, mit der Ortsgruppe AachenDüren der Landsmannschaft im Mai einen Ausflug in den Kletterwald Aachen zu organisieren. Unerwartet viele hatten sich auch diesmal angemeldet: Über 50 Teilnehmer erschienen am 18. Mai zum Klettern, und nicht nur aus Aachen, sondern auch aus Heinsberg, Köln, Mönchengladbach und Düsseldorf. Nachdem es die ganze Woche davor geregnet hatte, schenkte uns die Natur am Veranstaltungstag gutes Wetter. Zu unserer Verfügung standen zwölf Parcours mit Gerüsten auf einer Höhe von einem bis 22 Metern. Auch kleinere Kinder konnten daher etwas Passendes finden. Ganz mutige Akrobaten versuchten sogar, auf einem wackligen Brücklein in zehn Metern Höhe mit dem Fahrrad zu fahren. Nach dem Klettern unterhielten sich die Vertreter der Gruppen beim gemeinsamen Grillen über ihre Aktivitäten und diskutierten über weitere Pläne. Der Kletterausflug wurde teilweise durch die Friedlandhilfe e.V. gefördert. Organisatorische Unterstützung wurde im Rahmen des Projektes "Wir in NRW" (gefördert durch das Bundesministerium des Innern) von Projektleiter Alexander Böttcher geleistet. Der Vorstand

Sommercamps bringen junge Russlanddeutsche zusammen Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. Jugend- und Studentenring der Deutschen aus Russland Sommercamps werden von den Verbänden der deutschen Minderheit in Kasachstan als Maßnahmen zur Sprach- und Identitätsförderung von Kindern und Jugendlichen organisiert. Im Rahmen der Kooperation zwischen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und dem JSDR mit ihren Partnern aus Kasachstan - der Assoziation der gesellschaftlichen Vereinigungen der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“ und dem Verband der Deutschen Jugend Kasachstans - wollen wir die Sommercamps mit unseren Jugendleitern unterstützen. Nachstehend Ausschreibungen als Sprachassistenten: Sommercamp

Zeitraum Was machen die Sprachassistenten?

Sprachcamp "Wun1. Juli – derinsel mit der 10. Juli Zarin Katharina II" für Kinder (8-13 Jahre) in Karaganda, Kasachstan

Sprachassistent: Arbeitet im Tandem mit den Betreuern und Lehrern aus Kasachstan und hilft beim Deutschunterricht sowie bei der Organisation der zahlreichen Maßnahmen.

1. Juli – 10. Juli

Sprachassistent: Arbeitet im Tandem mit den Betreuern und Lehrern aus Kasachstan und hilft beim Deutschunterricht sowie bei der Organisation der zahlreichen Maßnahmen.

Sprachcamp „Realstadt 2013“ für Jugendliche (14-18 Jahre) in Taldyqorghan, Kasachstan

Was wird übernommen? Flugkosten bzw. Bahnkosten; Unterkunft und Verpflegung. Schicken Sie uns per E-Mail ein kurzes Motivationsschreiben. Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung bei: Natalia Ort, info@jsdr.de, Tel.: 0711-1665915 JSDR - Juni 2013 - 3


GESCHICHTE Düsseldorf, Gerhart-Hauptmann-Haus:

Internationale Konferenz zum 250-jährigen Einwanderungsjubiläum

A

m 24. und 25. Mai fand im Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf eine internationale Konferenz zum Thema „Russlanddeutsche im Wandel der Zeit. 250 Jahre Kultur und Geschichte“ statt. Bekannte Wissenschaftler aus Deutschland und Russland diskutierten zwei Tage lang über historische und aktuelle Probleme der Geschichte und Kultur der russlanddeutschen Volksgruppe. Die Konferenz wurde vom Verein zur Integration der russlanddeutschen Wissenschaftler und Akademiker IRWA (Vorsitzender Dr. Edgar Flick) und der Forschungsstelle für Geschichte und Kultur der Deutschen in Russland am Seminar für Osteuropäische Geschichte der Universität Heidelberg (Dr. Viktor Krieger) mit logistischer Unterstützung des GerhartHauptmann-Hauses (Direktor Dr. Winfrid Halder) vorbereitet und durchgeführt. Das Vorhaben fand erfreulicherweise die Zustimmung und finanzielle Unterstützung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bernd Neumann. Zu Beginn verlas Winfrid Halder das Grußwort des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Christoph Bergner.

Historische Längsschnitte Thematisch wurden die Beiträge in drei Sektionen unterteilt. Die erste Sektion "Historische Längsschnitte" beschäftigte sich mit wichtigen Aspekten nationaler Geschichte. Prof. Dr. Victor Dönninghaus (Lüneburg) ließ in seinem Vortrag die fast tausendjährige Geschichte der deutschen Präsenz in Russland Revue passieren. Dagegen zeichnete sich der Auftritt von Prof. Dr. Inge Auerbach aus dem Hessischen Staatsarchiv Marburg durch detaillierte Informationen über die Auswanderungsbewegung aus Hessen in den Jahren 1766/67 aus. Dr. Viktor Krieger nahm das Thema der Konferenz zum Anlass, um vergleichend über Einwanderungsjubiläen der Deutschen an der Wolga als identitätsstiftende Ereignisse im 19. und 20. Jahrhundert zu berichten. Dabei stellte er fest, dass nach der bolschewistischen Machtübernahme die Bedeutung des Einwanderungsmanifestes der Zarin Katharina II. heruntergespielt worden sei, während das Autonomiedekret von 1918 von der wolgadeutschen Partei- und Sowjetführung 28

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hervorgehoben wurde. In der Nachkriegszeit prägten diese beiden wichtigen Rechtsakte (1763 und 1918) die deutsche Autonomiebewegung. Weitere Vorträge behandelten regionale Aspekte der russlanddeutschen Geschichte. Dr. Tamara Tschernowa (Berlin) referierte über die Deutschen im Transkaukasus vor 1917, Dr. Irina Tscherkazjanowa (St. Petersburg) gewährte interessante Ein- Teilnehmer und Organisatoren der Konferenz (von links): Prof. blicke in die deutschen Dr. Viktor Kirillow, Dr. Edgar Flick und Dr. Viktor Krieger. Siedlungen rund um die Stadt Petersburg/Petrograd/Leningrad bis Sehr ergreifend war der Auftritt des neuzu ihrer gewaltsamen Auflösung 1941/42, en Bundesvorsitzenden der Landsmannund Prof. Dr. Viktor Kirillow (Nishni Ta- schaft, Waldemar Eisenbraun, der dem gil) präsentierte Ergebnisse der Arbeit am zweiten Konferenztag beiwohnte. In seiGedenkbuch über die deutschen Zwangs- nem leidenschaftlichen Plädoyer sprach arbeiter des Lagers Tscheljabmetallurg- er über die Bedeutung der Landsmannschaft, die mit anderen russlanddeutschen stroj des NKWD der UdSSR. Jeder Beitrag rief in den abschließenden Vereinen eine gedeihliche ZusammenarDiskussionsrunden lebhafte Wortmeldun- beit zum Wohle der Volksgruppe pflegen gen der Anwesenden hervor, was einmal wolle. mehr das wachsende Interesse sowohl an In der dritten Sektion berichtete Dr. Dabekannten wie auch weniger bekannten niel Dorsch (Berlin) über die erfolgreiche Seiten der wechselhaften Vergangenheit Integration der ausgesiedelten Russlanddeutschen in ihrer neuen Heimat. Mit viel unserer Volksgruppe verdeutlichte. empirischem Material wurde der Vortrag Kulturellen Perspektiven von Prof. Dr. Waldemar Vogelgesang und heutige Lage (Trier) untermauert, der über Integrationsverläufe jugendlicher Spätaussiedler der Russlanddeutschen aus Russland berichtete und vorwiegend in der Bundesrepublik positive Trends im Bildungsbereich, in Der zweite Tag war den kulturellen Per- sozialen Beziehungen und in der Beschäfspektiven (2. Sektion) und der heutigen tigungsstruktur feststellen konnte, aber Lage der Russlanddeutschen in der Bun- auch über noch vorhandene Problemgrupdesrepublik (3. Sektion) gewidmet. pen zu berichten wusste. Die Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Der bekannte Schriftsteller Dr. Wendelin Annelore Engel-Braunschmidt ging an- Mangold (Königstein) referierte über den hand ausgewählter literarischer Zeugnis- Stand der russlanddeutschen Literatur in se auf die Bedeutung der Mundarten für der Bundesrepublik Deutschland und anadas nationale Selbstverständnis der Kolo- lysierte einige wichtige Erscheinungen nisten und ihrer Nachkommen bis in die der letzten Jahre. heutige Zeit ein. Der Spezialist für aus- In den abschließenden Worten zeigte sich landsdeutsche Literatur, Prof. Dr. Hartmut Dr. Winfrid Halder sehr zufrieden mit der Fröschle (Stuttgart), der mehr als 30 Jahre Konferenz, in der viele neue Aspekte der in Kanada Germanistik lehrte, aber auch Vergangenheit und Gegenwart der russdrei Semester in Saratow wirkte, berichte- landdeutschen Volksgruppe in Vorträgen te u.a. über seine Funde zum Literaturle- und Diskussionsrunden angesprochen ben der Wolgadeutschen in der Zwischen- worden seien, und drückte seine Hoffkriegszeit im Engels-Archiv. nung aus, dass die Beiträge in erweiterter Dr. Katharina Neufeld (Detmold) schil- Fassung und mit wissenschaftlichem Ziderte verschiedene Aspekte der russland- tierapparat versehen, doch bald in einem deutschen Kultur und ihre Präsentation in Sammelband erscheinen werden. musealen Ausstellungen. VadW


BÜCHERANGEBOT DER LANDSMANNSCHAFT HEIMATBÜCHER 1954, Gesamtübersicht über das Russlanddeutschtum 1955, Geschichte, Kultur, Wolgagebiet 1956, Odessa, Geschichte, Kultur u.a. 1957, Saporoshje, Großliebenthal u.a. 1958, Dnjepropetrowsk, Kronau, Orloff u.a. 1959, Sibirien, Mittelasien, Wolhynien u.a. 1960, Krim, großes Auswanderungsverzeichnis u.a. 1961, Kaukasus, Wirtschaft, Kultur u.a. 1962, Wolhynien, städtisches Deutschtum u.a. 1963, Russlanddeutsche in Übersee 1964, Sibirien, Wolga, Kirchen, Schulen u.a. 1965, Heutige Lage, Schrifttum, Volkstum 1966, Aussiedlung und die Vertreibung 1967/68, Hof und Haus, Kultur (Preis, je HB 1954 bis 1968 - 8,- Euro + Versandkosten) 1969-72, Joseph Schnurr, “Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen”, Katholischer Teil, 23,- Euro, Evangelischer Teil, 19,- Euro 1973-81, Hungersnot, Deportation u.a., 11,- Euro 1982-84, mit Karte der ASSR der Wolgadeutschen, 12,- Euro 1985-89, Geschichte, Literatur, Aktuelles, 10,- Euro 1990/91, Krieg und Frieden, Rückkehr, 10,- Euro 1992-94, Deportation, Ausreise, 284 S., 10,- Euro 1995/96, Heimat Deutschland, Trudarmee, 336 S., 10,- Euro 1997/98, Deportation, Jugenderinnerungen, 340 S., 10,- Euro 2000, I. Teil, Geschichte der Volksgruppe, Heimat 10,- Euro 2000, II. Teil, Geschichte der Volksgruppe, Heimat 10,- Euro Heimatbuch 2001/02, 60 Jahre Vertreibung 10,- Euro HEIMATBUCH 2003, 2004, 2005, 2006, 2007/08 Je 10,00 EURO

WEITERE LITERATUR V. Aul, “Das Manifest der Zarin”, 7,- Euro Anton Bayr, “Vergessene Schicksale”, 17,- Euro Dr. E. Biedlingmaier, "Ahnenbuch von Katharinenfeld in Georgien, Kaukasus. Chronik der Familien", Sonderpreis: 60,- Euro. Bosch/Lingor, “Entstehung, Entwicklung und Auflösung der deutschen Kolonien am Schwarzen Meer”, 7,- Euro N. Däs, “Alle Spuren sind verweht. Rußlanddeutsche Frauen in der Verbannung”, 10,- Euro N. Däs, “Der Schlittschuhclown”, 8,- Euro N. Däs, “Kochbuch der Deutschen aus Rußland”, 10,- Euro N. Däs, “Laßt die Jugend sprechen”, 5,- Euro N. Däs, “Rußlanddeutsche Pioniere im Urwald”, 9,- Euro N. Däs, “Wölfe und Sonnenblumen”, 10,- Euro “Die Deutschen im Prikamje. XX. Jahrhundert”, drei Bände, 58,- Euro F. Dortmann, “Olga von der Wolga”, Lieder im Volkston, 12,Euro Peter Dück “Kasachstan - Faszination des Unbekannten”, Bildband, 19,90 Euro A. Eisfeld, "Etappen eines langen Weges Beitrag zur Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland", 5,- Euro A. Fitz, “Puteschestwie na semlju”, 5,- Euro O. Geilfuß, “Für alle Kinder”, Kinderlieder, 5,- Euro V. Harsch, “Aus der Lebensbeichte meiner Mutter”, 4,- Euro V. Heinz, “In der Sackgasse”, 13,- Euro W. Hermann, “Das fremde Land in dir”, 7,- Euro E. Imherr, “Verschollene Heimat an der Wolga”, 10,- Euro

Dr. Karl Stumpp, "Die Auswanderung aus Deutschland nach Rußland in den Jahren 1763-1862", 1020 S. 48,- Euro Alfred Eisfeld (Herausgeber), "Von der Autonomiegründung zur Verbannung und Entrechtung", Sonderband der Reihe "Heimatbücher der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V., 292 Seiten, 10,- Euro J. und H. Kampen, “Heimat und Diaspora”, Geschichte der Landsmannschaft, 8,- Euro R. Keil, “Rußland-Deutsche Autoren, 1964-1990”. 7,- Euro W. Mangold: “Rußlanddeutsche Literatur”, 7,- Euro I. Melcher, “Kurze Prosa”, 3,- Euro R. Nachtigal: “Die Dondeutschen 1830 bis 1930”, deutsche und russische Ausgabe, je 17,- Euro G. Orthmann, “Otto Flath, Leben und Werk”, 5,- Euro "Andreas Prediger. Ich träume in Bildern", Katalog mit Werken des Künstlers, 28,- Euro Rosalia Prozel, “Weißer Tee”, 5,- Euro M. Schumm, “Sketche und Kurzgeschichten”, 3 Euro G. Steinmüller, “Perlen der russischen Volksmedizin”, 6,- Euro I. Walker, “Fatma” - eine historische Lebensgeschichte aus dem Kaukasus, 10,- Euro J. Warkentin, “Geschichte der rußlanddeutschen Literatur”, 8,- Euro D. Weigum, “Damals auf der Krim”, 6,- Euro Liederbuch “Deutsche Volkslieder aus Russland”, 10,-Euro Kassette Nr. 1, “Bei uns, ihr Leit, ist Hochzeit heit”, 7,- Euro Kassette Nr. 2, “Ai, ai, was ist die Welt so schön”, 7,- Euro CD Nr. 1, “Bei uns, ihr Leit, ist Hochzeit heit”, 10,- Euro CD Nr. 2, “Ai, ai, was ist die Welt so schön”, 10,- Euro

GEDICHTE E. Fotteler, "Im winterlichen Park", 9,- Euro J. Warkentin, “Rußlanddeutsche Berlin-Sonette”, 5,- Euro W. Mangold, “Rund um das Leben”, 7,- Euro K. Lubomirski, “Propyläen der Nacht”, 10,- Euro Nelly Wacker, “Es eilen die Tage”, 7,- Euro A. Brettmann, Stimmen des Herzens, 10,- Euro

WIEDER AUF DER LISTE I. Fleischhauer, "Die Deutschen im Zarenreich", 30,- Euro H. Gehann, "Schwänke und Scherzlieder", 6,- Euro O. Geilfuß, "Klaviersonate", 6,- Euro B. Pinkus, I. Fleischhauer, "Die Deutschen in der Sowjetunion", 30,- Euro J. Schnurr, "Aus Küche und Keller", 2,- Euro

Richten Sie Ihre Bestellungen bitte an: Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. Raitelsbergstr. 49, 70188 Stuttgart Telefon: 0711-1 66 59 22 Telefax: 0711-2 86 44 13 E-Mail: versand@lmdr.de 29

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LANDSMANNSCHAFT REGIONAL

BadenWürttemberg Freiburg Liebe Landsleute, die Ortsgruppe Freiburg organisiert eine Busfahrt zum 31. Bundestreffen der Deutschen aus Russland am 29. Juni in Augsburg. Wenn Sie Interesse haben mitzufahren, nehmen wir gerne Ihre Anrufe entgegen: Walter Wittmann, Tel.: 0761-8866137; Katharina Schneider, Tel.: 0761-8866777; Waldemar Lingert, Tel.: 0761-16569. Der Vorstand

Heidelberg Die Vorstandsmitglieder der Ortsgruppe Heidelberg laden alle Landsleute mit ihren Freunden und Verwandten herzlich ein zur Busfahrt zum Bundestreffen in Augsburg am 29. Juni um 7 Uhr. Weitere Informationen: Erika Neubauer, Tel.: 06221-712946;Tamara Naumann, Tel.: 06224-76126; Alexander Stach, Tel.: 06201-182796; Regina Oswald, Tel.: 06224-82407; Katharina Bech, Tel.: 06222-9509506. Erika Neubauer

Heilbronn Die Ortsgruppe Heilbronn organisiert eine Busfahrt zum 31. Bundestreffen der Deutschen aus Russland am 29. Juni 2013 von Heilbronn nach Augsburg und zurück. Anmeldungen bei Anette Stroh, Tel.: 0713134685. Der Vorstand

nerstag um 19 Uhr im Sozialraum des Martinskindergartens in Lahr, Kanadaring 25/2. Alle, die Interesse und Spaß am Singen haben, sind herzlich eingeladen. Das Ensemble „Sonnenschein“ (mit Kindern und Jugendlichen) probt jeden Samstag (außer in den Schulferien) von 10 bis 12 Uhr in der Musikschule Eichler in Lahr, Schwarzwaldstr. 88. Wir laden herzlich dazu ein. Die Jugendpatengruppe trifft sich jeden ersten Samstag des Monats um 16.30 Uhr im Konzertsaal des Hauses am Pflug in Lahr. Jugendliche bis 18 Jahre sind herzlich willkommen. Die Mal- und Zeichengruppe für Kinder und Jugendliche lädt jeden Freitag von 15 bis 17 Uhr alle, die gerne malen und zeichnen, in das Bürgerzentrum K2 ein. Anmeldungen bei Frau Held. Die Sozialberatung findet freitags von 1719 Uhr in den Räumlichkeiten des Bürgerzentrums K2 in Lahr, Kanadaring 2, statt. Der Sprachförderunterricht Englisch/ Französisch für Anfänger und Fortgeschrittene (Schüler) findet jede Woche statt. Anmeldungen bei Frau Held oder Frau Taranenko, Tel.: 07821-5495429. Erwachsene, die Englisch lernen bzw. ihre Englischkenntnisse verbessern wollen, können sich ebenfalls bei Frau Held oder Frau Taranenko melden. Wer nähen und schneidern lernen will, kann jeden Donnerstag von 9 bis 12 Uhr im Bürgerzentrum K2 unter der Leitung von Helene Sauer damit anfangen. Alle, die Spaß an Handarbeiten haben, sind jeden Freitag außerhalb der Schulferien von 15 bis 17 Uhr im Bürgerzentrum K2 herzlich willkommen.

Bitte beachten Sie bei allen Vorstandswahlen in den Orts- und Kreisgruppen § 18 Abs. 7 unserer Satzung: “Die ordnungsgemäß einberufene Mitgliederversammlung ist beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte der stimmberechtigten Mitglieder anwesend ist. Ist das nicht der Fall, kann eine Stunde später eine weitere Mitgliederversammlung einberufen werden, die ohne Rücksicht auf die Anzahl der anwesenden Mitglieder beschlussfähig ist.” Wer Spaß am gemeinsamen Kochen hat, ist herzlich zu unserem Familienkochtreffen eingeladen, das jeden 4. Montag eines Monats von 18 bis 20 Uhr in der Melanchthongemeinde in Lahr, GeorgVogel-Str. 1, stattfindet. Anmeldungen bei Frau Held. Das Existenzgründerzentrum der Ortsgruppe Lahr wurde als Unternehmerverband der Deutschen aus Russland (UVDR), OG Lahr, reorganisiert. Alle Mitglieder, die sich angesprochen fühlen, melden sich bitte unter E-Mail waldemar. held@gmx.de. Der Vorstand

Oberschwaben-Allgäu Die Mitglieder der Ortsgruppe Oberschwaben-Allgäu haben am 5. Mai satzungsgemäß ihren neuen Vorstand gewählt. Zur Wahl stellten sich Ida Jobe, Peter Oks, Marija Krämer und Pius Lutz, die bereits bisher dem Vorstand angehörten, und als Neulinge Margarete Stickel, Irene Driediger und Johannes Kraft. Alle Kandidaten stellten sich den Versammelten vor, konnten ihr volles Vertrauen ge-

Lahr Im Mai 2013 hat in Lahr und Ettenheim der Kurs „Identität Plus“ begonnen, der die Sprachkenntnisse und die Alltagskompetenzen von Aussiedlern verbessern soll. Es gibt noch die Möglichkeit, in den laufenden Kurs einzusteigen; Anmeldungen bei Olga Held, Tel.: 07821-402530, E-Mail: olgaheld@gmx.de. Wer mit uns zum Bundestreffen am 29. Juni in Augsburg fahren möchte, wird gebeten, sich bei Waldemar Held, E-Mail: waldemar.held@gmx.de, zu melden. An allen Werktagen bis zum 1. Juli 2013 ist in den Räumlichkeiten des Grundeigentümervereins "Haus & Grund Lahr" eine Ausstellung mit Werken der russlanddeutschen Künstlerinnen Elvira Unruh und Natalia Taranenko zu sehen. Die Bastelgruppe für Grundschulkinder trifft sich jeden Dienstag um 17.30 Uhr im Bürgerzentrum K2 (Kanadaring 2, Lahr). Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Singgruppe „Heimatstimme“ der Ortsgruppe Lahr trifft sich jeden Don30

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Der Pforzheimer Chor "Gute Laune" beim traditionellen Chortreffen am 4. Mai im Mehrgenerationenhaus Pforzheim (in der 1. Reihe als 4. von links die Initiatorin Irma Hartter). Der ausführliche Bericht musste aus Platzgründen auf die nächste Ausgabe verschoben werden. Der Bericht und zahlreiche Bilder sind schon jetzt auf der Homepage der Landsmannschaft unter www.deutscheausrussland.de zu finden..


LANDSMANNSCHAFT REGIONAL Ich würde mich sehr freuen, viele von Ihnen beim Bundestreffen begrüßen zu können. i.A. Ludmilla Holzwarth, Vorsitzende

Ulm und Umgebung

Der neue Vorstand der Ortsgruppe Oberschwaben-Allgäu (von links): Pius Lutz, Johannes Kraft, Margarete Stickel, Marija Krämer, Irene Driediger, Ida Jobe und Peter Oks.

winnen und wurden mit großer Zustimmung in den Vorstand gewählt. Pius Lutz

Pforzheim Am 9. Juni findet unser nächster Kulturnachmittag im Mehrgenerationenhaus in Pforzheim, Marienburger Str. 18, mit Ehrungen für unsere langjährigen Mitglieder statt. Als Ehrengast wird Leontine Wacker, Vorsitzende der Landesgruppe Baden-Württemberg und stellvertretende Bundesvorsitzende, zu uns sprechen. Am 29. Juni findet das 31. Bundestreffen unserer Landsmannschaft in Augsburg

Aufgrund eines Versehens wurden in der MaiAusgabe von VadW die Glückwünsche zum Geburtstag für das langjährige engagierte Mitglied der Ortsgruppe Pforzheim, Angelina Zweifel, ohne Bild veröffentlicht. Wir bitten um Nachsicht, holen hiermit das Versäumte nach und schließen uns den Glückwünschen der Ortsgruppe an.

(Bayern) statt. Es besteht die Möglichkeit, mit dem Bus von Pforzheim aus zum Bundestreffen zu fahren. Anmeldungen bitte bei Irma Hartter, Tel.: 07231-75754 oder 07231-7799962. Die Orts- und Kreisgruppe Pforzheim hat mit Peter Regehr, geb. 1943, gest. im April 2013, ein langjähriges Mitglied verloren. Peter Regehr hinterlässt zwei Söhne mit Familien. Der Vorstand der Orts- und Kreisgruppe spricht den Angehörigen von Peter Regehr im Namen aller unserer Mitglieder sein tiefstes Beileid aus. Edmund Siegle

Stuttgart Wir gratulieren unserem Vorstandsmitglied Augustine Fichtner sehr herzlich zu ihrem 70. Geburtstag am 15. Mai 2013. Wir wünschen ihr für das neue Lebensjahr alles erdenklich Gute, Gesundheit und Gottes Segen. Wir danken ihr für ihre Mitarbeit im Vorstand unserer Kreis- und Ortsgruppe. Am 29. Juni findet in Augsburg das 31. Bundestreffen der Deutschen aus Russland statt. Wir empfehlen unseren Mitgliedern sowie den Mitgliedern der Ortsgruppen Rems-Murr und Backnang die Fahrt zum Bundestreffen mit der Bundesbahn. Mit dem "Schönen-Wochenend-Ticket" zahlen fünf Leute 44 Euro am Schalter oder 42 Euro am Automaten für die Fahrt nach Augsburg und zurück. Mit dem Ticket können Sie alle Nahverkehrszüge der Bundesbahn (S-Bahn, RB, RE, IRE) in der 2. Klasse benutzen. Das Ticket ist einen Tag gültig von 0 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages für beliebig viele Fahrten im Geltungsbereich. Bitte Namen und Vornamen vor Antritt der Reise eintragen, und zwar für den, der die längste Reisestrecke hat. Andere Sparangebote bitte bei der Bahn anfragen.

Wir laden alle Landsleute mit ihren Verwandten und Bekannten ganz herzlich ein zu unserer Busfahrt zum 31. Bundestreffen der Landsmannschaft am 29. Juni 2013 in Augsburg. Der Bus fährt um 9 Uhr in Ulm-Wiblingen (Parkplatz vor der Sporthalle des Schulzentrums) los. Um 19 Uhr fahren wir von Augsburg wieder zurück. Anmeldungen bis zum 20. Juni bei Frau Ruff, Tel.: 0731-1762984, Frau Gugel, Tel.: 0731-43440, oder Frau Burbach, Tel.: 07306-925962. Wir machen Sie schon jetzt auf die beiden folgenden Veranstaltungen unserer Ortsgruppe aufmerksam: • 5. Oktober: Herbstfest. • 7. Dezember: Weihnachtsfeier. Der Vorstand

Bayern Augsburg Wir laden Sie herzlich ein zum Sommerfest der Landsmannschaft am 23. Juni bei der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde St. Andreas in AugsburgHerrenbach, Eichendorffstr. 41 (mit der Straßenbahnlinie 64 ab "Moritzplatz" bis zu den Haltestellen "Schwaben-Center" oder "Am Eiskanal"). Programm: • Festgottesdienst und Kindergottesdienst mit dem Chor "Heimatmelodie" der Deutschen aus Russland der Gemeinde St. Andreas (Pfarrer Wolfgang Küffer) unter Mitwirkung der Ziongemeinde (Pastor Ewald Fischer). • Sommerfest im Pfarrgarten mit Mittagessen, Spiel und Spaß für Kinder, musikalischer Unterhaltung und einem offenen Schachturnier. Der Vorstand

Forchheim Der Vorstand der Ortsgruppe Forchheim hatte beschlossen, in diesem Jahr eine Busfahrt nach Berlin anzubieten. Am 27. April war es dann soweit. Ein Reisebusunternehmen aus der Region hatte die Organisation mit detailliertem Rahmenprogramm übernommen. Sehr früh am Samstag ging es los in Richtung Bundeshauptstadt. Am Berliner Hauptbahnhof wurde unsere Gruppe schon von einer kompetenten Stadtbil31

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LANDSMANNSCHAFT REGIONAL derklärerin erwartet, die uns während einer Stadtrundfahrt begleitete. Sie gab interessante Informationen zur deutschdeutschen Geschichte, zum Mauerbau, den historischen Gebäuden und zu Neu-Berlin. Der Weg führte vorbei am Brandenburger Tor, an Botschaften, dem Gendarmenmarkt, der Museumsinsel und dem Berliner Dom. Mit dem Highlight der Reise, dem Besuch des Musicals "Tanz der Vampire", endete der erste Tag. Alle Teilnehmer waren begeistert vom wechselnden Bühnenbild und den grandiosen Darstellern. Am Sonntagmorgen fuhren wir zu unserem Termin im Bundestag. Hier mussten wir uns zuerst den strengen Sicherheitskontrollen unterziehen. Danach konnten wir zur Besichtigung der Glaskuppel nach oben laufen und auf der Die Reisegruppe aus Forchheim vor dem Berliner Bundestag. Dachterrasse des Reichstages Kocnov seinen Auftritt, den ersten unter der Landsmannschaft, den Chor „Poljaüber ganz Berlin blicken. Bei schönem Wetter durften wir eine dem neuen Namen. Das Lied war gleich- nuschka“. Gleich nach ihrer Aussiedlung Schifffahrt auf der Spree genießen, um zeitig auch eine „Visitenkarte“ des Cho- nach Deutschland engagierte sie sich ehres, ein Symbol des Neuanfangs und An- renamtlich bei der Landsmannschaft und anschließend die Heimreise anzutreten. außerhalb des Vereins. Der Chor unter ihDie Busfahrt gestaltete sich sehr lustig. kommens in Bayern. Es wurden Lieder gesungen und von den Der Chor „Melodie“ mit insgesamt 16 rer Leitung zeigte Präsenz bei unzähligen beeindruckenden Erlebnissen des gelun- Künstlern präsentierte sich mit einem Kulturveranstaltungen in München und vielfältigen Programm auf hohem Ni- Umgebung und begeisterte das Publikum genen Wochenendes geschwärmt. Der Vorstand veau. Der Chor präsentierte eine beachtli- vor allem mit russischen Volksliedern. che kulturelle Vielfalt, die die Zuwanderer Zu verschiedenen Zeiten haben immer aus der ehemaligen Sowjetunion in ihren wieder auch einheimische Deutsche im München Herkunftsgebieten gepflegt und mit nach Chor mitgesungen. Allmählich entwickelDeutschland gebracht haben. Dem russi- ten sich aus dieser Tradition zwei Chöre. Fest der Musik Das Gala-Konzert des Chores „Melodie“ schen Klassiker „Kalinka“ folgten weitere „Poljanuschka“ mit Anna Lengenfelder (ehem. „Russkaja duscha“ / “Russische bekannte russische Lieder aus verschiede- tritt nach wie vor auf. Seele“) am 17. Mai, zu dem die Ortsgrup- nen Zeitperioden, russische Romanzen, Auch der zweite Chor mit dem Namen pe München eingeladen hatte, versam- ukrainische und deutsche, volkstümliche „Russkaja duscha“ sang sich schnell in melte zahlreiche Zuschauer im EineWelt- und moderne Lieder. Das „Deutschland- die Herzen der Zuschauer. Fünf Jahre lang Haus zu einem Fest der Musik und des lied“ rundete das Gala-Programm ab. wurde er von Alla Fischmann geleitet, seit Die Geschichte des Chores reicht in das 2009 ist Eleonore Kocnov die bereits in Gesangs. Mit dem Lied „Patrona Bavariae“ begann Jahr 1963 zurück. Damals gründete, Anna Kasachstan Erfahrungen gesammelt hat, der Chor unter der Leitung von Eleonore Lengenfelder, eine langjährige Aktive Leiterin und Dirigentin des Chores. Der Kern des Gesangsensembles ist über viele Jahre erhalten geblieben, auch einige einheimische Sängerinnen machen nach wie vor leidenschaftlich mit. Zweimal pro Woche kommt man zu Proben zusammen; gemeinsam werden Geburtstage gefeiert und Ausflüge unternommen. Das ohnehin reichhaltige Repertoire wird ständig erneuert und erweitert. Und so ist der Chor ein gern gesehener Gast bei Stadtfesten und landsmannschaftlichen Veranstaltungen jeglicher Art. Der neue Name „Melodie“ ist Programm: Alle Chormitglieder sind leidenschaftliche Musik- und Gesangsliebhaber. Ihre Begeisterung vermittelten sie auch an dieDer Chor "Melodia" bei seinem Auftritt am 17. Mai in München. 32

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LANDSMANNSCHAFT REGIONAL sem Nachmittag in stimmungsvollen, lustigen oder nostalgischen Melodien ihrem Publikum, das dem Chor zum Schluss mit lang anhaltendem Beifall dankte. VadW Wir gratulieren unserem Vorstandsmitglied Waldemar Axt ganz herzlich zu seinem 65. Geburtstag am 9. Juni. Der Jubilar wurde 1948 in Dzhetysaj, Kasachstan, geboren und reiste 1966 in die Bundesrepublik DeutschWaldemar Axt land aus. Nach Abitur und Studium in München arbeitete er von 1977 bis 1981 als Dozent für Russisch. Von 1979 bis 1981 war er Bundesgeschäftsführer der Landsmannschaft und anschließend bis 2000 stellvertretender Leiter bzw. Leiter der Wirtschaftsabteilung beim BRK München. Außerdem befasste er sich mit der Gründung und Beratung diverser Handelsfirmen. 2006 wurde er in den Bundesvorstand der Landsmannschaft gewählt und gehörte ihm als stellvertretender Bundesvorsitzender an. In weiteren Funktionen engagierte er sich innerhalb der Landsmannschaft von 1969 bis 1979 in der Jugendarbeit, von 1979 bis 1983 in der kirchlichen Arbeit und seit 1979 in Vorständen auf Orts-, Landes- und Bundesebene sowie als Mitglied des Organisationsausschusses. Von 2001 bis 2005 war er Bundesreferent für die Bundesgeschäftsstelle und von 2006 bis 2013 Bundesreferent für Organisation und Finanzen. Seit 2012 ist er Vorstandsmitglied der Ortsgruppe München. Wir wünschen Waldemar Axt alles Gute für die Zukunft und vor allem eine bessere Gesundheit. Der Vorstand

Regensburg

Platzgründen unter Tel. 0911-8002638 erforderlich. Am 8. Juli bieten Kulturgruppen aller Aussiedlerverbände Musik, Gesang, Trachten und Tanz in der Nürnberger Altstadt nach folgendem Programm an: • 14-16 Uhr: Auftritte von Tanz- und Trachtengruppen zeitgleich auf dem Hallplatz, dem Ludwigsplatz und dem Hauptmarkt. • 16-18 Uhr: Platzkonzert der Siebenbürger Blaskapelle Nürnberg auf dem Sebalder Platz. • 16.30-17 Uhr: Andacht, umrahmt von Trachtenträgern in der Nürnberger Sebalduskirche. • Ab 17:30 Uhr werden die Aussiedlerkulturtage im Krafft’schen Hof, Theresienstr. 7, mit einem festlichen Empfang abgeschlossen. Über zahlreiche Zuschauer auf den öffentlichen Plätzen sowie Teilnehmer an der Andacht würden sich die Kulturgruppen und Gestalter der Aussiedlerkulturtage sehr freuen. Herzlich willkommen! Doris Hutter, Haus der Heimat Nürnberg

Busfahrt zum Bundestreffen nach Augsburg Für die Fahrt zum Bundestreffen der Landsmannschaft am 29. Juni in Augsburg haben wir einen Bus organisiert. Dieser macht seine erste Station um 7.15 Uhr in Etterzhausen Mitte (Bushaltestelle). Die zweite Station ist um 7.30 Uhr am Donau-Einkaufszentrum (Bushaltestelle vor der OMV-Tankstelle) in Regensburg. Bei vielen Anmeldungen kann eine weitere Station in Neutraubling angeboten werden. Bitte Bedarf melden! Mitglieder erhalten Vergünstigungen. Anmeldungen und Auskunft unter 0941-9308683 oder info@ldr-regensburg.de Wir bitten um eine rege Teilnahme am Bundestreffen, das zuletzt 2009 in Nordrhein-Westfalen stattgefunden hat. Pilgerfahrt nach Altötting Die Pilgerfahrt nach Altötting findet am 13. Juli statt. Weitere Informationen folgen in der nächsten Ausgabe von „Volk



Beitrittserklärung (Nur für neue Mitglieder. Die Mitgliedschaft von Landsleuten, die bereits Mitglied sind, verlängert sich automatisch.)

Ich erkläre hiermit meinen Beitritt zur Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. Die Zeitung “VOLK AUF DEM WEG” wird mir als Mitglied zugestellt. Die Mitglieds- und Bezugsgebühr beträgt jährlich 30,- Euro in den alten Bundesländern und 27,- Euro in den neuen Bundesländern. Spätaussiedler zahlen in den ersten drei Jahren ihres Aufenthaltes in Deutschland 15,- Euro. Name

Vorname (Vorname des Ehegatten)

Straße

PLZ

Geburtsdatum

Ort Einreisedatum

Nürnberg Der Beitrag ist jährlich im Voraus zu bezahlen. Herr/Frau

hat mich geworben.

Einzugsermächtigung Hiermit ermächtige ich die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland widerruflich, die Mitglieds- und Bezugsgebühr durch Einzugsauftrag (Lastschrift) von meinem Konto einzuziehen. Meine Konto-Nr.

Bankleitzahl

Bank/Sparkasse 

Unter der Schirmherrschaft des Nürnberger Oberbürgermeisters Dr. Ulrich Maly kann man diesmal die zur Tradition gewordenen Aussiedlerkulturtage nicht nur in Nürnberg-Langwasser, sondern auch in der Nürnberger Altstadt erleben. Am 7. Juli findet ab 18.30 Uhr im Haus der Heimat Nürnberg, Imbuschstr. 1, ein Vortrag zum Thema „250 Jahre Katharinenerlass" statt, musikalisch umrahmt von der Art-Gruppe Rosenstock. Außerdem ist eine Bilderausstellung des Malkurses der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland unter der Leitung von Wladimir Egorow zu bewundern. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist jedoch aus

Datum

Unterschrift 33

VOLK AUF DEM WEG Nr. 6 / 2013


LANDSMANNSCHAFT REGIONAL auf dem Weg“. Mitglieder erhalten Vergünstigungen. Anmeldungen und Auskunft unter 0941-9308683 oder info@ldrregensburg.de Der Vorstand

Hamburg Vom 1. bis 5. Mai fand in Hamburg der Deutsche Evangelische Kirchentag statt. Alle zwei Jahre kommen rund 100.000 Menschen zusammen, um gemeinsam Gottesdienste zu feiern und über ethische, soziale und politische Themen zu diskutieren. In diesem Jahr lautete das Motto „Soviel du brauchst“ (2. Mose 16,18). Auch eine Reihe von politischen Größen nutzte den Kirchentag, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und zu hören, was die Kirchentagsbesucher bewegt Neben Bundespräsident Joachim Gauck, der den Kirchentag mit einem Open-AirGottesdienst in der Hafencity eröffnete, und Bundeskanzlerin Angela Merkel fand auch der Aussiedlerbeauftragte der Bundesregierung, Dr. Christoph Bergner, den Weg nach Hamburg. Bei einem Treffen mit dem Vorstand der Landesgruppe Hamburg der Landsmannschaft im Haus der Heimat konnten fruchtbare Gespräche über die Integration der Spätaussiedler geführt werden. Organisiert wurde diese Veranstaltung von Gottlieb Krune, Vorsitzender des Hamburger Vereins der Deutschen aus Russland, und von Dr. Otto Horst, Vorsitzender der Ortsgruppe Hamburg der Landsmannschaft. Anwesend waren außerdem unter anderem Marcus Weinberg, Landesvorsitzender der CDU in Hamburg, der Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft, Dietrich Wersich, sowie Vertreter anderer Parteien. Auch der Bürgerschaftsabgeordnete Nikolaus

Haufler, Willibald Piesch, Lilia Heffel und Irina Adam vom Landesverband der vertriebenen Deutschen, Anna Thyssen vom Integrationsbeirat Hamburg und Vertreter anderer Landsmannschaften nahmen an dem Gespräch teil. Anschließend besuchte die Gesprächsrunde den Markt der Möglichkeiten in den Hamburger Messehallen mit einer Wanderausstellung der Aussiedlerseelsorge der Evangelischen Kirche in Deutschland. Nicht nur die Geschichte der Russlanddeutschen konnte dort nachverfolgt werden, auch der Aufbau eines originalgetreu nachgebildeten typischen Wohnhauses deutscher Siedler in Russland faszinierte die Besucher. Die Betreuung des Standes wurde auch von Spätaussiedlern organisiert. Fragen von Kirchentagsbesuchern und Journalisten beantwortete Dr. Bergner im Anschluss gerne. Unser diesjähriges Sommerfest mit Volksliedern findet am 22. Juni um 15 Uhr im Kulturzentrum Bürgerhaus Meiendorf in Hamburg, Saseler Str. 21, statt. (Sie fahren mit der Regionalbahn R10 bis „Rahlstedt“, anschließend mit dem Metro-Bus 24 bis „Saseler Straße“ oder nehmen die U1 bis „Berne“, anschließend mit dem Bus 275 bis „Bargkoppelweg“.) Unter anderem treten der Chor “Hoffnung” und die Tanzgruppe “Koletschko” auf. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Der Vorstand

Hessen Gießen Zum 250. Jahrestag der Veröffentlichung des Einladungsmanifestes der Zarin Katharina der Großen am 22. Juli 1763 führt die Kreis- und Ortsgruppe Gießen in Kooperation mit mehreren Partnern eine Veranstaltungsreihe zur Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland

Die Bundesgeschäftsstelle Zentrale Raitelsbergstr. 49, 70188 Stuttgart Tel.: 0711/1 66 59-0 Fax: 0711/ 286 44 13 E-Mail: lmdr-ev@t-online.de Homepage: www.deutscheausrussland.de Mitgliederverwaltung, Anzeigen für Volk auf dem Weg: 0711/166 59-17 und -18 Versand (Bücher etc.): 0711/166 59-22 Projekte: Tel.: 0711-16659-23 Öffentlichkeitsarbeit: 0711/166 59-0 MBE - Migrationsberatung: Stuttgart: Tel.: 0711-16659-19 und -21 München: Tel.: 089-44141905 Neustadt/Weinstraße: Tel.: 063219375273 Hannover: Tel.: 0511-3748466 Dresden: Tel./Fax: 0351-3114127 durch. Alle Veranstaltungen finden im Rathaus Gießen, Berliner Platz 1, statt. Mitglieder und Freunde der Landsmannschaft sowie alle Interessenten werden zu den Veranstaltungen dieser Reihe im Juni ganz herzlich eingeladen (Infos bei Rosa Tugova unter der Tel.-Nr. 06418778466): • 4. Juni, 19 Uhr: Literaturcafé zum Thema „Chronistin der Russlanddeutschen Nelly Däs“ im Pausenraum des Rathauses; Vortrag und Moderation Eckhard Scheld, Studiendirektor der Wilhelmvon-Oranien-Schule in Dillenburg. • 8. Juni, 11 Uhr: Erzählcafé zum Thema „Russlanddeutsche Dialekte“ mit Vorführung des Films „Gelungene Integration“ im Pausenraum des Rathauses. • 14. Juni, 18 Uhr: Vortrag zum Thema „Auf der Suche nach Beheimatung und Anerkennung - Einblicke in die Geschichte und Gegenwart der russlanddeutschen Literatur“ im Pausenraum des Rathauses; Referentin Nina Paulsen, Redakteurin und Publizistin aus Nürnberg. • 15. Juni, 13.30 Uhr: Vortrag zum Thema „Einwanderung aus Hessen nach Russland: historische Forschung und offene Fragen“ im Konzertsaal des Rathauses; Referent Dr. Alfred Eisfeld, Historiker aus Göttingen. Anschließend Führung durch die Ausstellung „Volk auf dem Weg“ mit Projektleiter Josef Schleicher. Der Vorstand

Kassel

Hamburg: Treffen mit Dr. Christoph Bergner beim Evangelischen Kirchentag. 34

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Liebe Landsleute, wir laden Sie ganz herzlich zu unseren nächsten Aktivitäten ein: • 8. Juni: Fahrt nach Weilburg zum Hessischen Familientag.


LANDSMANNSCHAFT REGIONAL chen Trachten zum Mitmachen beim Tanzen und Spielen, die Clowns organisierten Spiele mit Kindern.

Mitglieder der Ortsgruppe Kassel unterwegs.

• 9. Juni: Familienfest am Fulda-Ufer. • 12. Juni: Fahrt nach Frankfurt zum Seminar „Mobile Jugendarbeit in Hessen: Konzeptentwicklung“ mit Staatsministerin Petra Müller-Klepper. • 14. Juni, 18.30 Uhr: Besuch des Konzertes von Helene Fischer im Auestadion Kassel. • 15. Juni, 14 Uhr: Volkstumsnachmittag im Rahmen des 53. Hessentages in der Auesporthalle. Es spricht Ministerpräsident Volker Bouffier. Im Programm: Verleihung des Hessischen Preises „Flucht, Vertreibung, Eingliederung“. • 22. Juni: Fahrt nach Bad Hersfeld zur Eröffnung der Ausstellung „Volk auf dem Weg“ mit Jakob Fischer und Josef Schleicher. • 23. Juni: Festzug im Rahmen des 53. Hessentages. • 29. Juni: Busfahrt nach Augsburg zum 31. Bundestreffen; • 3. Juli: Fahrt nach Wiesbaden auf Einladung der Frauen-Union Hessen. Die Sprechstunden von Svetlana Paschenko und der anderen Betreuern finden mon-

tags von 16 bis 20 Uhr und nach Vereinbarung im Zimmer W 212 des Kasseler Rathauses statt. Weitere Auskünfte erteilen gerne: Svetlana Paschenko, Tel.: 0561-7660119, Natalie Paschenko, Tel.: 0561-8906793, und Lydia Gitschew, Tel.: 0561-8618573. Der Vorstand

MecklenburgVorpommern Waren/Müritz Gemeinsame Aktion am 1. Mai: Am Internationalen Tag der Arbeit lud die SPD in Waren/Müritz Vereine und Einrichtungen zu einem bunten Kulturnachmittag ein, bei dem sich die Ortsgruppe Waren der Landsmannschaft aktiv einbrachte. Die Tanzgruppe animierte die Besucher und Zuschauer in volkstümli-

Patenschaft über das Ehrenmal am Stüde: Seit ihrer Gründung im Jahr 2009 nimmt die Ortsgruppe Waren/Müritz an den alljährlichen Gedenkveranstaltungen zum Ende des Zweiten Weltkrieges am 8. Mai an der Gedenkstätte am Stüde teil. Seit drei Jahren haben die Mitglieder der Ortsgruppe die Patenschaft über das Ehrenmal übernommen und halten die Stätte der Erinnerung in Ordnung. Das Ehrenmal mit der „Sitzenden Trauernden“, oft verglichen mit der Darstellung einer weinenden Mutter, ist auch eine Gedenkstätte. Sie wurde in den Jahren 1960/61 für die 1945 gefallenen oder anders zu Tode gekommenen Angehörigen der Roten Armee errichtet. Den Sommer über kümmert sich der Verein um die Pflege der Anlage. Die Aktion leitet Stefan Breimann, der Vereinsälteste. Unter seiner Anleitung wurde pünktlich zum Tag der Kapitulation auch in diesem Jahr die Bepflanzung mit 150 Eisblumen erneuert. Der 1931 geborene Breimann verlor früh seine Eltern und ist in einem Kinderheim aufgewachsen. „Ich mache das für meine Mutter“, erklärt er sein Engagement zur Pflege der Gedenkstätte. Die Paten wollen auch dazu beitragen, dass die Namen der Beigesetzten wieder sichtbar werden und in Erinnerung bleiben – immerhin hat der Zahn der Zeit Spuren hinterlassen. Die Vereinsmitglieder streben die Errichtung einer Ehrentafel mit den Namen der gefallenen Soldaten und Offiziere an. In einer Veranstaltung zum 8. Mai lud die Ortsgruppe Landsleute ein und präsentierte die Aktivitäten der Landsmannschaft. Johanna Kaschapowa, Vorsitzende

Niedersachsen Braunschweig

Mitglieder der Ortsgruppe Waren/Müritz vor dem Ehrenmal am Stüde.

Die Ortsgruppe Braunschweig bietet folgende Veranstaltungen an: • 3. Juni, 15 Uhr: Im Haus der Begegnung (Donaustraße 17a) informiert die Elternmoderatorin Elisabeth Steer die Eltern über die folgenden Themen: „Mehrsprachigkeit“ – wie wir die Kinder bei der Pflege der Herkunftssprache unterstützen können; „Visualisierung des Netzwerkes“ – was wir beim Netzwerk und den Kontaktpersonen unserer Kinder beachten müssen; „Berufswahl“ – wichtige Tipps/Hinweise; es geht um konkrete Hilfestellungen, über Möglichkeiten und 35

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LANDSMANNSCHAFT REGIONAL

Der neue Vorstand der Ortsgruppe Hannover (von links): A. Belinson, M. Neumann (Vorsitzende), S. Judin, L. Bernhard, I. Makagonow, A. Welz-Chomina, A. Welz. Auf dem Bild fehlen die beiden Vorstandsmitglieder O. Welz und D. Singer.

Perspektiven, die Berufschancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. • 10. Juni, 15 Uhr: Das Präventionsteam der Polizei mit Kriminalhauptkommissarin Liane Jäger von der Polizeiinspektion Braunschweig veranstaltet ein Info-Treffen mit Jugendlichen und Erwachsenen zum Thema „Jugendstrafrecht“. Wir treffen uns im Haus der Begegnung (Donaustraße 17a), um gemeinsam zur Polizeidienststelle zu fahren. Der Vorstand

Hannover Am 20. April fanden turnusgemäß Neuwahlen in der Ortsgruppe Hannover statt. Vorab erfreuten der Chor „Heimatmelodie“ und der Kinderchor unter der Leitung von Olga Welz die Besucher der Wahlversammlung mit ihren Liedern in Deutsch und Russisch. Mit einem Rückblick auf die letzten drei Jahre der Vereinsarbeit eröffnete die Vorsitzende Lilli Hartfelder die Sitzung. Alexander Belinson berichtete über die Projekte „Rabentratsch“ und „Theater Vernissage“. Kassenwartin Svetlana Judin legte in ihrem Rechenschaftsbericht dar, dass der Verein in finanzieller Hinsicht auf einem guten Fundament steht. Die Kassenprüferin bescheinigte ihr zudem, dass ihre Kassenführung sehr übersichtlich und nicht zu beanstanden sei. Danach wurde der alte Vorstand entlastet und ein neuer gewählt. Dabei ergaben sich einige Veränderungen. Die langjährige Vorsitzende Lilli Hartfelder und die Vorstandsmitglieder Lilli Siebert und Alina Knorr kandidierten nicht mehr. Alle anderen Vorstandsmitglieder blieben bei ihrer Kandidatur und bekamen das Votum der versammelten Mitglieder der Ortsgruppe. Zur neuen Vorsitzenden wur36

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de in einer Vorstandssitzung am 25. April Marianna Neumann gewählt. Die Landesgruppe Niedersachsen erwartet vom 21. bis 25. Juni eine Delegation aus Perm. Im Rahmen des Besuches sind u.a. ein Sportfest in Friedland und ein Kulturfestival in Ronnenberg geplant. Zu diesen Veranstaltungen laden wir unsere Leser sehr gerne ein: • 22. Juni, 11 Uhr: Internationales Sportund Begegnungsfest in Friedland, auf dem Gelände des Durchgangslagers. • 23. Juni, 13 Uhr: Kulturfestival. KGS Ronnenberg, Am Sportpark 1. Marianna Neumann

Lüneburg Wie angekündigt, fand am 10. April die Wahlversammlung der Ortsgruppe Lüneburg statt. Als Ehrengäste waren die Vorsitzende der Landesgruppe Niedersachsen, Lilli Bischoff, und die Sozialberaterin Svetlana Judin eingeladen. Die Vorsitzende der Ortsgruppe, Gertrud Sorich, berichtete über die in der letzten Amtsperiode geleistete Arbeit. Seit 2009

wurden mehrere Veranstaltungen durchgeführt, bei denen sich die Menschen trafen und näher kennen lernten. Sehr viel Wert wurde auf die Beratung in sozialen Fragen gelegt, nicht zuletzt in Rentenangelegenheiten und bei Anträgen zur Grundsicherung. Unsere dafür zuständigen Ehrenamtlichen Maria Itermann und Elvira Gugutschkin bemühten sich stets, sich mit den neuesten gesetzlichen Regelungen vertraut zu machen und ihre Kenntnisse weiterzugeben. Andreas Adam, Gertrud Sorich und Alexander Zlobin, die gemeinsam die Kulturarbeit organisierten, trugen viel zur Belebung dieses Bereiches in unserer Ortsgruppe bei. Bei den Veranstaltungen, die von unseren Landsleuten und Einheimischen gleichermaßen gerne besucht wurden, wurde stets eine warme Atmosphäre geschaffen, die mit großen Erwartungen auf die nächste blicken ließ. Mit vollem Einsatz waren auch die anderen Vorstandsmitglieder Nina Volf, Helene Vetter und Waldemar Goldnik dabei, so dass Lilli Bischoff voller Überzeugung die Tätigkeit des Lüneburger Vorstandes loben konnte. Die Ortsgruppe Lüneburg ist eine der aktivsten landsmannschaftlichen Gliederungen in Niedersachsen und beteiligt sich regelmäßig auch an Veranstaltungen auf Landesgruppenebene. Nachdem die stellvertretende Ortsgruppenvorsitzende Elvira Gugutschkin und der für die Jugendarbeit zuständige Waldemar Goldnik aus familiären Gründen nicht mehr kandidierten, wurden folgende Personen in den neuen Vorstand gewählt: - Gertrud Sorich, Vorsitzende; - Alexander Zlobin, stellvertretender Vorsitzender und Kulturarbeit; - Nina Volf, Kassenführung; - Andreas Adam, Schriftführung; - Maria Itermann, Sozialarbeit; - Helene Vetter, Aufnahmehilfe; - Johannes Künstler, Mitglied. Im Auftrag des Vorstandes: Elvira Gugutschkin

Die Vorsitzende der Landesgruppe Niedersachsen, Lilli Bischoff (3. von links), mit den Mitgliedern des neuen Vorstandes der Ortsgruppe Lüneburg.


LANDSMANNSCHAFT REGIONAL Schladen Für die Vorbereitung des Frühlingsfests im Schladener Dorfgemeinschaftshaus hatte Minna Egel wieder einmal junge und erwachsene Landsleute zusammengetrommelt. In intensiver Gruppenarbeit bastelten die Kinder unter der Anleitung von Erwachsenen Hasen und Blumen für das Fest. Eine andere Kindergruppe, angeleitet von erfahrenen Hausfrauen, übte sich im Backen von Keksen und Kuchen. Nachher wurden Leckereien wie Pelmeni und Buletten vorbereitet. Auch der Saal und die Tische wurden gemeinsam festlich geschmückt – vor allem mit selbst gebastelten Dekorationen. Am 23. März war es dann soweit: Das Frühlingsfest wurde von einem Frauenchor aus der Siedlung Hessen (Osterwieck), Sachsen-Anhalt, unter der Leitung von Lydia Kelsch eröffnet. Zum Schluss sang der Chor gemeinsam mit den Gästen das bekannte russische Lied „Immer scheine die Sonne“ in deutscher Sprache. Anschließend begann das Unterhaltungsprogramm für Kinder und Erwachsene mit lustigen Spielen und Tänzen, organisiert von zwei Clowns. Zum Schluss verfolgte das gemischte Publikum das Theaterstück „Eine Prinzessin, die nicht lachen wollte“ nach einem russischen Märchen, gespielt von einer russlanddeutschen Theatergruppe. Kinder und Erwachsene waren gleichermaßen beeindruckt, und alle hatten viel Spaß. Die Initiatorin Minna Egel bedankte sich im Namen der Versammelten ganz herzlich bei allen ehrenamtlichen Helfern und Künstlern. Viel Lob verdienten Jewgenija Ernst, Lea Romanowa, Olga und Andreas Kriger, Sergej Kriger, Ina Jesske und Olga Egel. VadW

Besatzung von 1941 bis 1944 bekannt als Klein Glückstal) im Gebiet Odessa als jüngstes von vier Geschwistern geboren. Im März 1944 musste seine Familie flüchten. Es war ein beschwerlicher Weg in das Wartheland und dann weiter bis nach Kölleda in Thüringen. Ende 1944 wurde sein Vater in die Deutsche Wehrmacht eingezogen, so dass die Familie auf sich allein gestellt war. Im September wurde seine Mutter mit den Kindern von russischen Truppen in die Autonome Udmurtische Sowjetrepublik im Norden Russlands verschleppt. Erst nach langer Odyssee, die über Kasachstan und Moldawien führte, war die gesamte Familie 1976 wieder in Deutschland vereint. 1977 wurde Helmut Kieß in den Vorstand der Ortsgruppe Wolfsburg der Landsmannschaft berufen und füllte darin verschiedene Funktionen aus. Von 1982 bis 1986 war er Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen. 1983 gehörte er zu den Gründern des "Chores der Deutschen aus Russland" in Wolfsburg, dessen 1. Vorsitzender er zwei Jahrzehnte lang war. Bis zum heutigen Tag ist Helmut Kieß für die Belange unserer Landsleute im Einsatz. Darüber hinaus hält er Vorträge zu unterschiedlichen Themen; besonders am Herzen liegt ihm die Geschichte der Russlanddeutschen. 2006 wurde ihm mit der Goldenen Ehrennadel die höchste Auszeichnung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland verliehen. Helmut Kieß ist verheiratet und hat zwei Kinder und vier Enkel. Wir sprechen ihm hiermit unseren Dank aus. Wir sind stolz, Landsleute wie ihn in unseren Reihen zu haben, und wünschen ihm und seiner Familie weiterhin Gesundheit und alles Gute. Der Vorstand

Wolfsburg Am 8. Juni veranstaltet die Ortsgruppe Wolfsburg ab 10 Uhr ein Volleyballturnier in der 3-Felder-Sporthalle im Schulzentrum Westhagen. Es wird wieder ein spannender Wettbewerb unter altbekannten Mannschaft sein. In der Wettbewerbspause ist Chorgesang vorgesehen. Am 23. Juni feiert Helmut Kieß seinen 70. Geburtstag. Der Vorstand der Ortsgruppe Wolfsburg gratuliert ihm herzlich zu diesem ehrenvollen Tag. Helmut Kieß wurde am 23. Juni 1943 in dem Dorf Tjatra (wähHelmut Kieß rend der deutschen

NordrheinWestfalen Aachen-Düren Liebe Mitglieder der Ortsgruppe AachenDüren, wir laden Sie herzlich ein zur außerordentlichen Mitgliederversammlung mit Neuwahlen des Vorstandes der Ortsgruppe. Sie findet am 8. Juni 2013 um 17.30 Uhr beim Deutschen Roten Kreuz in Aachen, Robensstr. 49 (1. Etage), statt. Wir weisen ausdrücklich auf § 18 Abs. 7 der landsmannschaftlichen Satzung hin (siehe S. 32 dieser Ausgabe). Der Vorstand

Dortmund Die Ortsgruppe Dortmund der Landsmannschaft lädt herzlich ein zum Fest "250 Jahre - Nach Russland und zurück" am 23. Juni um 13 Uhr im Mengeder Saalbau in Dortmund-Mengede, Mengeder Markt 10. Im Programm: • Kurze Bühnenstücke zur russlanddeutschen Geschichte: Manifest der Zarin, Anwerbung, Auswanderung, Ankunft, Leben in Russland, Rückkehr, Leben in Deutschland. • Berichte und Interviews zum Thema "Russlanddeutsche Frauen drüben und hier". • Sketsche und Gedichte. • Russlanddeutsche Lieder. Eintritt frei. Am Buffet erhalten Sie Kaffee und Tee. Der Vorstand

Duisburg Liebe Landsleute und Freunde der Landsmannschaft, wir laden Sie ganz herzlich ein zur Veranstaltung „250 Jahre - doppelte Heimat: Dass die alten deutschen Rezepte unserer Vorfahren erhalten bleiben“, die am 29. Juni ab 12 Uhr im Internationalen Zentrum der VHS Duisburg, Flachsmarkt 15, stattfindet. Es gibt viele leckere Sachen zu probieren und ein buntes Bühnenprogramm. Alle Fragen an Alla Fuhr, Tel.: 02034827932, oder Maria Shefer, Tel.: 02035186796. Der Vorstand

Heinsberg Die Ortsgruppe Heinsberg lädt alle Landsleute aus den Kreisen Heinsberg und Viersen sowie der Stadt Mönchengladbach herzlich ein zum Sommerfest 2013 am 15. Juni ab 12 Uhr am Jugendzeltplatz des Hauses Sankt Georg in Wegberg, Mühltalweg 7-11. Im Programm: Hüpfburg und Spielmobil, Schminken für Kinder, Spiele und Wettbewerbe für die ganze Familie, Dokumentation zur Geschichte der Deutschen aus Russland, Infoveranstaltung „Was macht die Landsmannschaft“. Für das leibliches Wohl wird bestens gesorgt (Getränke Schaschlik u.a.). Kommt hin, macht mit! Nähere Information: Tel.: 02433-442137 (Alexander Böttcher), Tel.: 0176-70631356 (Dimitri Singer). Der Vorstand

Münster In der Kreisgruppe Münster haben sich bereits gute Traditionen entwickelt. Zu ihnen gehört das Feiern des Muttertages, um den Besten, den Müttern, zu gratulieren. 37

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LANDSMANNSCHAFT REGIONAL

Muttertagsfeier der Kreisgruppe Münster.

Unser letztes Fest für die Mütter und Großmütter am 12. Mai hatten aktive Mitglieder der Kreisgruppe gemeinsam mit Kindern aus Münster und Senden vorbereitet. Wir danken der Organisatorin Valentina Eckel für das interessante Programm des Tages, das die Teilnehmer in festliche Laune versetzte. Auf dem Programm standen Musik, Lieder, Gedichte, Spiele und Wettbewerbe für Kinder und ihre Mütter. Höhepunkt des Treffens war der Auftritt der Sängerin Marina Trokos, der ebenso wie den jungen Talenten Viktoria Wolzenin (Saxophon) und Mark Vogel (Klavier) rauschender Applaus zuteil wurde. Im Laufe des Tages war außerdem eine Ausstellung mit Bastel- und Werkarbeiten der Kinder des Kreativstudios "Prestige" zu sehen. Der liebevolle Empfang mit Blumensträußen für Frauen, die den II. Weltkrieg erlebt haben, rührte die Besucher zu Tränen. Mit einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen klang das Fest in entspannter Atmosphäre aus. Der Vorstand

Witten Begegnungen Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Begegnungen mit interessanten Menschen“ fand am 23. April ein besonderer Gast den Weg zur Ortsgruppe Witten der Landsmannschaft: Udo Reineke, Referent für Aussiedlerbildung im Erzbistum Paderborn, stellte sich an diesem Abend den Fragen und Anregungen der Teilnehmer. Mit seiner freundlichen und ungezwungen natürlichen Art berichtete er über seine Arbeit, zukünftige Projekte und vergangene Erfahrungen, was von seinen Zuhörern mit Spannung verfolgt wurde. Rosa Schmer bedankte sich bei dem Gast und unterstrich das positive Gefühl, das Udo Reineke bei den Anwesenden hinterlassen hatte. Einige Ausflüge und Veranstaltungen für die nahe Zukunft wurden geplant und or38

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ganisiert und die Unterstützung seitens des Erzbistums Paderborn zugesichert. Interessierte sind herzlich eingeladen und können sich zwecks weiterer Informationen an Irina Ulrich von der Ortsgruppe Witten wenden. Tanz in den Mai Einen ereignisreichen Abend erlebten die zahlreichen Teilnehmer der Ortsgruppe Witten am 7. Mai, als fröhlich der Tanz in den Wonnemonat auf dem Programm stand. Das Pfarrheim St. Marien an der Hauptstraße in Witten verwandelte sich an diesem Tag in einen Ort des Tanzes, der Fröhlichkeit, der Besinnung, der Begegnung, des Essen und Trinkens, des Feierns und des Gesangs. Möglich wurde der rundum gelungene Abend durch den Einsatz vieler freiwilliger Helfer, denen an dieser Stelle einmal Dank gesagt werden darf. Auch der Vorstand der Ortsgruppe Witten um Rosa Schmer, Ira und Irina Ulrich und Emma Wagner-Schatz trug wesentlich zum Gelingen der Veranstaltung bei und wurde stellvertretend für die vielen engagierten Mitglieder mit Blumen überrascht, die ihnen der Vorsitzende Siegfried Dinges überreichte. Bewegende Gedichte und kleine Vorträge rund um den „Tanz in den Mai“ wurden unter anderem von Rosa Schmer und Ira

Witten: Blumen für das Geburtstagskind Siegfried Dinges.

Ulrich vorgetragen, und auch der Opfer des II. Weltkrieges und dessen Beendigung wurde gedacht. Das reichhaltige Buffet mit vielen landestypischen Speisen und Getränken wurde eröffnet, und dann spielten die beiden Musiker Alexander Pawlitchenko (Sänger) und Leo Sperling (Akkordeon) zum Tanz auf. Dem sichtlich bewegten Geburtstagskind Siegfried Dinges wurde ein Geschenk vom Vorstand überreicht, Reden wurden gehalten, Neuigkeiten ausgetauscht und neue Gäste herzlich willkommen geheißen. So wurde der Abend eine rundum gelungene Feier; alle Teilnehmer waren begeistert und freuen sich auf die weiteren Aktivitäten der Ortsgruppe Witten. Dirk Jaeger, Öffentlichkeitsarbeit Wir gratulieren

Frieda und Johann Janzen

Das Leben ist wie ein Buch mit vielen Siegeln; man weiß nie, welche Geheimnisse es in sich birgt. Offensichtlich hat das Ehepaar Frieda und Johann Janzen den richtigen Schlüssel zu den Siegeln gefunden, der die Tür zu den Geheimnissen des Glückes öffnet. Am 15. Juni 2013 feiern sie ihre goldene Hochzeit! Frieda und Johann haben als langjährige Mitglieder der Landsmannschaft aktiv in der Ortsgruppe Witten mitgemacht. Johann war mehrere Jahre Vorsitzender und stellv. Vorsitzender, Frieda war als Hilfe und Stütze immer an seiner Seite. Mit den folgenden Strophen wünschen wir dem Jubiläumspaar von ganzem Herzen noch viele schöne Jahre im Kreis ihrer großen Familie: Des Lebens Frühling ist vergangen,/ Der Blütensommer ist vorbei./ Schon melden sich die kühlen Stunden,/ Doch in den Herzen blüht der Mai. Der Liebe Glück kennt keine Grenzen,/ Wenn jeder etwas dafür tut./ Ja, auch nach fünfzig Ehelenzen/ Ist Liebe schön und seelengut. Seit fünfzig Jahren "Guten Morgen",/ Zusammen stets und hilfsbereit./ Ein Wandeln zwischen Freuden, Sorgen,/ Ein Lichtstrahl Frieden, Fröhlichkeit.

Der Vorstand


DIE LANDSMANNSCHAFT Wir stellen vor:

Förderverein der Landsmannschaft in Augsburg

D

er Förderverein der Landsmannschaft in Augsburg ist ein anerkannter gemeinnütziger Verein, der seit 2005 die Arbeit der Orts- und Kreisgruppe Augsburg aktiv unterstützt. In ihm haben sich aktive und ehrenamtlich tätige Mitglieder zusammengeschlossen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, das Ansehen der Deutschen aus Russland in der Öffentlichkeit zu verbessern. Sie unterstützen die Aktivitäten der Orts- und Kreisgruppe Augsburg finanziell und organisatorisch. Zwei Mitglieder des Fördervereins gehören darüber hinaus dem Vorstand der Orts- und Kreisgruppe an und sind damit direkt in deren Arbeit involviert. Der Verein ist einer der wichtigsten Förderer der Sommerfeste und anderer großer Veranstaltungen der Landsmannschaft in Augsburg. In besonderem Maße unterstützt der Förderverein die Integrationsund Jugendprojekte der Landsmannschaft; vor allem die Verwirklichung ihrer Kleinprojekte verdankt die Ortsgruppe der tatkräftigen Unterstützung der Mitglieder des Vereins, die u.a. bei der Einrichtung eines zweisprachigen Kindergartens Starthilfe geleistet haben. Ein anderes Projekt des Fördervereins mit dem Hauptziel, eine schnelle, umfangreiche und greifende berufliche Integration von Haupt- und Mittelschulabgängern zu erreichen, hat am 26. Februar 2011 in Augsburg begonnen und heißt „Bilde deine Zukunft“. Dafür hat der Förderverein der Landsmannschaft die Trägerschaft und

somit auch die Verantwortung übernommen. Finanzielle Unterstützung kommt durch den Europäischen Sozialfonds und den Förderverein. Mit dem Projekt „Bilde deine Zukunft“ bietet der Förderverein den Teilnehmern – meist Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren – schulbegleitend einen QA-Vorbereitungskurs mit fachlicher und sozialpädagogischer Betreuung bei der Suche nach beruflichen Maßnahmen an. Zusätzlich zum Unterricht in den Prüfungsfächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Arbeit-Wirtschaft-Technik, Geschichte-Sozialkunde-Erdkunde und Physik-Chemie-Biologie werden den Jugendlichen Seminare unter dem Motto Persönlichkeit und Kompetenz angeboten, was wichtig bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz und bei der Eingliederung in die berufliche Welt ist. Zurzeit ist das Projekt im dritten Jahr und kann für die vergangenen zwei Jahren gute Ergebnisse vorweisen. Der 250. Jahrestag der Veröffentlichung des Einladungsmanifestes der Zarin Katharina II und das 31. Bundestreffen in Augsburg waren für den Förderverein wichtige Anlässe, durch seine organisatorische und finanzielle Unterstützung die Durchführung einer wissenschaftlichen Konferenz zur Geschichte der Deutschen aus Russland am 28. Juni zu ermöglichen. Dank der inzwischen breiten Anerkennung ihres Engagements im integrativen Bereich ist es den Vereinsmitgliedern gelungen, für die Durchführung der Konferenz die Sitzungsräume des Augsburger Stadtrates im Rathaus zu erhalten.

Darüber hinaus veranstaltet der Förderverein gemeinsam mit der Stadt Augsburg am 28. Juni im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses einen Empfang aus Anlass der Jubiläumsfeier. Die Realisierung dieser Vorhaben wurde durch die Bereitschaft der Mitglieder des Fördervereins, sich maßgeblich an den entstehenden Kosten zu beteiligen, möglich. Zudem konnte der Förderverein in der Stadtsparkasse Augsburg einen Partner gewinnen, der die geplanten Maßnahmen tatkräftig unterstützt. Auch zur erfolgreichen Durchführung des Bundesführung hat der Förderverein seinen Beitrag geleistet, indem er die Finanzierung einer Vielzahl von Werbeartikeln ermöglichte. Getreu der Zielsetzung des landsmannschaftlichen Projektes "In Augsburg gemeinsam“ wirbt der Verein nach wie vor um neue Mitglieder, um durch einen breit gefächerten Mitarbeiterstab eine würdevolle und gleichberechtigte Gegenwart und Zukunft zu sichern. Er unterstützt durch großzügige Geld- und Sachspenden zahlreiche Kulturevents und trägt mit seiner fundierten Pressearbeit zur ImageVerbesserung der Deutschen aus Russland bei. Ohne seine Tätigkeit wäre es der Orts- und Kreisgruppe Augsburg nicht möglich, ihre Veranstaltungen im gewohnten Umfang und mit der bisherigen gesellschaftlichen und politischen Resonanz durchzuführen. Unter dem Vorsitz von Herrn Juri Heiser leistet der Förderverein eine beispiellose Arbeit. Helene Sauter

Veranstaltungen der Orts- und Kreisgruppe Augsburg und ihres Fördervereins sind traditionell gut besucht. 39

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GLÜCKWÜNSCHE Zum 85. Geburtstag am 28.6.2013 gratulieren wir ganz herzlich Ida Dick geb. Steinbrenner geb. in Josefstal, Dnjepropetrowsk. Das Lebensbuch hat viele Seiten,/ die Kummer und auch Freud' bereiten./ In diesen vielen, langen Jahren/ hast du von beidem was erfahren. Wir wünschen dir zu diesem Feste/ Gesundheit, Glück und nur das Beste./ Und lebe froh noch jeden Tag,/ den dir der Herrgott schenken mag. In Liebe: deine Tochter und deine Schwester mit Familien. Wir gratulieren Eugen Lipp geb. in Rosenfeld, Gebiet Nikolajew, ganz herzlich zum 85. Geburtstag am 17.6. Wir wünschen ihm viel Glück, Gesundheit, Gottes Segen und noch ein langes Leben. In Liebe: deine Freundin Maria Merk, Kinder, Enkel und Urenkel. Zum 80. Geburtstag am 21.6.2013 gratulieren wir von Herzen Irma Drewler geb. Meier geb. in Neukron, Ukraine. 80 Jahre sind es wert,/ dass man dich besonders ehrt./ Bleib, wie du bist, zu jeder Stund',/ vor allem aber bleib gesund. Drum wollen wir dir heute sagen,/ wie schön es ist, dass wir dich haben./ Wir wünschen noch ein langes Leben,/ Gesundheit, Glück und Gottes Segen. Familie Link mit Kindern, Enkeln und Urenkeln. Zum 80. Geburtstag am 21.6.2013 gratulieren wir unserer lieben Mutti, Oma und Schwiegermutter Irma Drewler geb. Meier geb. in Saporoschje, Ukraine. Für deine Mühe in all den Jahren/ möchten wir dir "Danke" sagen./ Wir sind froh, dass es dich gibt,/ und haben alle dich sehr lieb. Wir wünschen noch ein langes Leben,/ Gesundheit, Glück und Gottes Segen. Deine Töchter Olga mit Familie und Ludmila mit Familie. 40

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Wir gratulieren Irmgard Rempfer ganz herzlich zum 85. Geburtstag am 10.6. 2013. Der Himmel ist sehr gnädig mit dir und hat dir schon so viele schöne Jahre geschenkt. In der Hoffnung auf noch weitere zahlreiche Geburtstage wünschen wir dir alles Liebe und Gute bei bester Gesundheit. Wir freuen uns, dich in unserer Mitte zu haben! Dein Ehemann Adolf, Kinder mit Familien, Enkel und Urenkel. Zum 90. Geburtstag gratulieren wir meinem lieben Mann, unserem Vater, Opa und Uropa Jakob Kronhard geb. am 7.6.1923 in Kronsfeld, Saporoschje, wohnhaft in Hamburg. Wir senden ihm die allerherzlichsten Glückwünsche zum Geburtstag. Es macht uns immer wieder großen Spaß, deinen Geburtstag mit dir zu feiern, weil du uns, deine Familie, so liebevoll umsorgst. Wir wünschen dir Gesundheit, Glück und Gottes Segen. Du wirst gebraucht, geliebt, geschätzt,/ weil es keinen gibt,/ der dich ersetzt./ Wir haben sich sehr lieb. Deine Ehefrau Alma, Sohn Waldemar, Tochter Nelli, Tochter Wilma und Anatoli, Tochter Lydia und Alexander, Enkelkinder und Urenkel. Zum 50. Geburtstag am 22.6. gratulieren wir herzlich Lidia Lippert geb. Zhirnova und wünschen ihr Gesundheit, Glück, alles Gute für die Zukunft und Gottes Segen. In Liebe: Ehemann Johann; Schwiegermutter Mathilda, Rosa, Helena und Waldemar; Lilia, Mike und Alexander; Otto, Elena und Jana; Maria, Johann, John, Erik, Mark und Marie.

Bekanntschaft (Zuschriften bitte an die Adresse der Bundesgeschäftsstelle.) Er, seit zwei Jahren Witwer, 76 J., unabhängig, lebt allein, mit großer Wohnung, möchte auf diesem Wege eine nette, allein stehende Frau im passenden Alter kennen lernen, um mit ihr gemeinsam durchs Leben zu gehen. Zu zweit ist es besser. M 11.

Zum 60. Geburtstag gratulieren wir von Herzen Irina Fix geb. Erik geb. am 25.6.1953 in Kellerowka, Kasachstan. 60 Jahre von Gott geschenkt/ und durch seinen Rat gelenkt. Im neuen Jahr viel Sonnenschein,/ das sollen unsere Wünsche sein./ Gesundheit, Glück und ein langes Leben,/ das möge der liebe Gott dir geben. In Liebe und Dankbarkeit: dein Mann Kasper, Tochter Swetlana und Peter, Enkel Julia, Sophie, Larisa und Thomas. (Tel.: 062056534.) Liebe Mama, Oma und Uroma Anna Reger geb. Holz geb. in der Ukraine: 80 Jahre sind es wert,/ dass man dich besonders ehrt./ Drum wollen wir dir heute sagen,/ es ist schön, dass wir dich haben! Beste Gesundheit, viel Freude und Gottes Segen wünschen dir von Herzen deine Kinder, Enkelkinder und Urenkelkinder. Zum 80. Geburtstag am 13.6. gratulieren wir ganz herzlich unserem Vater und Opa Du bist mit deinen 80 Jahren/ noch voll im Leben mittendrin./ Die Kraft magst du noch lang bewahren,/ das wär' für alle ein Gewinn. Wir sind so froh, dass wir dich haben./ Für alles, was du für uns tust,/ ein DANKESCHÖN in Großbuchstaben,/ es bleibe fern dir jeder Frust. Gesundheit, Glück und ein langes, schönes Leben wünschen dir deine Frau, deine Kinder und Enkelkinder.

Werden auch Sie Mitglied der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland!


DIE VOLKSGRUPPE Ewald Rickert

Die ewigen Wanderer Vor zweihundertfünfzig Jahren überfielen Russland oft Tataren. Sie und Mongolen überfielen oft das Land, in dem fast niemand sich befand. Das Land war groß, war ganz verwildert, und weil man keine Kräfte findet, die das Land könnten behausen, holte man herbei die Kräfte von außen. Das Russische Reich zu jener Zeit hatte sich von den Tataren befreit. Und da kamen gleich die Fragen, wie man das Land künftig schützt vor Barbaren. Dazu kamen große Sorgen, dass das große Land von morgen wird besiedelt und bebaut und bringt Nutzen überhaupt. Gerade zu der damaligen Zeit war man in Deutschland zum Auswandern bereit. Die wirtschaftliche Lage war angespannt, und viele wollten verlassen das Land. Da kam das Manifest der Zarin gerade recht. In ihm hat Katharina versprochen, keine Wehrpflicht, keine Steuer, auch Land auf ewig sei euer. Zum Vererben oder auch zum Schenken, da gab es für viele nichts zu bedenken. Alles galt ab jetzt sofort, dafür gab die Zarin ihr Wort. Das Angebot war so verlockend, dass die Auswanderung

nicht mehr war zu stoppen. Nicht einmal durch die großen Schwierigkeiten, die die lange Reise den Menschen bereiten. Alle kamen sie darin überein: Dort werden wir endlich freier sein. Das Angebot nahmen sie an, und die Vorbereitung zur Reise begann. Alle Probleme nahm man gerne in Kauf, und die Auswanderung nahm ihren Lauf. Von den Strapazen auf der Fahrt wurde vieles schon gesagt, und auch oftmals schon geredet, wie es geht auf solchen Wegen. An dem Ziele angekommen, wurde alles wahrgenommen: Da fehlte es an allen Ecken, an Zugvieh, Häusern und Geräten und auch noch an vielem mehr. Die Arbeit, die wartete, war viel zu schwer. Dazu war mehrmals jedes Jahr das Leben der Siedler voller Gefahr. Hinterrücks wurden die Menschen überfallen, zu Opfern von wilden Tieren und Wandalen. Jeder musste sich gegen sie wehren, mit dem Knüppel und mit Gewehren. Das Klima machte gleichfalls zu schaffen, dagegen war nur wenig zu machen. Die Menschen hatten gewusst es voraus,

Gewidmet meinen Eltern Johannes und Margarete Rückert, meiner Oma Margarete Rückert sowie meiner Frau und meinen Kindern in tiefster Dankbarkeit. dass das Leben an der Wolga wurde kein Schmaus. Daher gab es für sie kein Zurück, nur nach vorne gerichtet der Blick. Doch die Arbeit zahlte sich aus, bald schon hatte jeder sein Haus. Und die Arbeit ging fleißig fort, aus vielen Häusern entstand Ort für Ort. Die Arbeit auf dem Lande gereicht gewiss niemandem zur Schande. Sie ist eine harte Nuss, die man ständig knacken muss, wenn man haben will Erfolg, damit der Trog wird immer voll. Schritt für Schritt ging es voran mit der Arbeit auf dem Land. Die wilde Steppe war verschwunden, Felder blühten ohne Zahl. Den Deutschen war es jetzt gelungen, Getreide zu ernten überall. Und nicht nur in einem Ort ging die Arbeit fleißig fort, sondern auch in allen Gebieten, in denen die Deutschen residierten. Die schwere Arbeit fast vergessen das Leben wurde immer besser. Der Wohlstand stieg mit jedem Jahr alles wäre gewesen wunderbar... Aber mit dem Wohlstand stieg der Neid auf die Deutschen weit und breit. Daher wurde eingeführt antideutsche Politik: Dass den Deutschen viele Rechte in dem Lande sind erlaubt, und die Russen sind die Schwächsten, ihnen wird das Land geraubt.

Oskar Aul: "Auswanderung an die Wolga".

So lange klagte man nach oben, bis das Manifest wurd' aufgehoben. Das Manifest der großen Katharina, mit dem sie Bauern wollte gewinnen. Fortsetzung in der nächsten Ausgabe. 41

VOLK AUF DEM WEG Nr. 6 / 2013


ZUM GEDENKEN SELMA EFFENBERGER geb. 4.9.1924 in Dolinowka/ Uljanowsk gest. 8.5.2013 in Karlsruhe Du bist von uns gegangen, aber nicht aus unsren Herzen. Die Erinnerung an dich, an dein Lachen, an deine Liebe bleibt immer bei uns und bei allen, die dich kannten. Du fehlst uns sehr, aber du lebst in unseren Herzen weiter.

In Liebe und tiefer Trauer: deine Kinder, Enkel und Urenkel.

OLGA HOFFMANN geb. 21.10.1926 in Zürichtal/Cherson/ Ukraine gest. 2.4.2013 in Kirchheim Teck/ BadenWürttemberg Und immer sind da Spuren des Lebens, Augenblicke, Gefühle, Bilder und Erinnerungen... Erinnerungen, die niemals vergehen.

In Liebe und Dankbarkeit: Tochter Elsa mit Familie.

„In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Johannes 16,33)

In dankbarer Erinnerung nehmen wir Abschied von NINA GELLERT geb. Kärcher geb. 12.7.1937 in Alexanderfeld/ Ukraine gest. 6.2.2013 in GöppingenJebenhausen Wenn wir dir auch Ruhe gönnen, ist doch voll Trauer unser Herz. Dich leiden sehen und nicht helfen können, war für uns der größte Schmerz. Du bleibst in unseren Herzen.

Deine Tochter Helene und deine Geschwister Sina, Ira, Viktor, Waldemar, Nelli und Artur mit Familien. Lege alles still in Gottes Hände: das Glück, den Schmerz, den Anfang und das Ende.

HILDE HAUSAUER geb. Brose geb. 27.5.1928 in Hoffnungstal/ Odessa gest. 21.4.2013 in Heilbronn Müh und Arbeit war dein Leben, treu und fleißig deine Hand. Ruhe hat dir Gott gegeben, denn du hast sie nicht gekannt. Wer so gelebt wie du im Leben, wer so erfüllte seine Pflicht, wer stets sein Bestes hergegeben, der stirbt in unseren Herzen nicht. Es ist so schwer, dies zu verstehen, dass wir uns hier nicht wieder sehen. Nun hast du Ruh, uns bleibt der Schmerz, schlaf wohl, du liebes Mutterherz.

In stiller Trauer: Ehemann Philipp; Kinder Helmut, Frieda, Erich und Lora mit Familien; Enkel und Urenkelin. 42

VOLK AUF DEM WEG Nr. 6 / 2013

Zum 20-Jahres-Gedenken AGNES STICKA, geb. Thomas geb. 9.3.1913 in Landau/Odessa gest. 26.6.1993 in Amberg Zum 15-Jahres-Gedenken JOHANN STICKA geb. 29.11.1908 in Rastatt/Odessa gest. 5.6.1998 in Amberg Nun schlaft in Frieden, ruhet sanft, in unseren Herzen bleibt ihr immer unvergessen.

In Liebe, Dankbarkeit und stiller Trauer: eure Kinder mit Partnern, Enkel, Urenkel und Angehörige. Jesus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt. (Joh. 11,25)

PETER VOLZ geb. 21.11.1931 in Matjuschowka/ Odessa gest. 19.4.2013 in Chemnitz/ Sachsen Nach schwerer Krankheit ist unser Vater, Opa und Uropa heimgegangen. In Liebe und Dankbarkeit: Sohn Peter und Irina Volz mit Kindern, Tochter Ida Böttcher (geb. Volz) mit Kindern und Enkeln. Wir danken allen Verwandten, Freunden und Bekannten für die Anteilnahme an unserer Trauer.

Du bist nicht mehr da, wo du warst, aber du bist immer in unseren Herzen.

Wir nehmen Abschied von unserer lieben Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter ILSE STOLL geb. Häring geb. 16.9.1924 in Luxemburg/ Kaukasus gest. 8.4.2013 in Espelkamp und danken für die Liebe, Wärme und Geborgenheit, die du uns geschenkt hast. In Liebe: deine Kinder Viktor, Elvira und Lilli mit Familien. Ein alter Zettel an Tisches Rand, den du geschrieben hast. Ordentlich reihen sich Buchstaben an, sicher und ohne Hast. Wie viel Charakter in dieser Schrift, den ich so gut gekannt. Was mich erst jetzt so ins Herze trifft: Sie ist nicht mehr da, die Hand. Auch die Geschichten, die du erzählt, erzählst du uns jetzt nicht mehr, die dich das ganze Leben gequält und die dich bedrückten schwer. Auch deine Sehnsucht nach Elternhaus in herzlich geliebtem Ort ist jetzt verklungen und ist jetzt aus. Du bist nun für immer fort.

Wir trauern um unseren Großfamilienvater HUGO SCHMIDTGALL geb. 30.5.1922 in Eugenfeld/ Saporoschje gest. 30.3.2013 in Ahrensburg/ Schleswig-Holstein Ehefrau Christina Schmidtgall (geb. Adam), Kinder, Schwiegerkinder, Enkel und Urenkel. In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von meinem Ehemann, unserem Vater und Opa HEINRICH BECKER geb. 23.4.1928 in Kukkus/Saratow gest. 4.5.2013 in Neuss am Rhein Autor des autobiographischen Romans „Geographie meines Lebens“, veröffentlicht in „Volk auf dem Weg“. Eugenie Becker, Willi Becker; Alwin, Yana und Adelia Becker.


ZUM GEDENKEN FRANZ MERDIAN geb. 27.11.1931 in Eremeewka/ Odessa gest. 15.3.2013 Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume. Ich lebe in euch und geh durch eure Träume. Glaubt nicht, wenn ich gestorben, dass wir uns ferne sind. Es grüßt euch meine Seele als Hauch im Sommerwind. Und legt der Hauch des Tages am Abend sich zur Ruh, send ich als Stern vom Himmel euch meine Grüße zu.

Deine Frau Rosa mit Kindern, Enkeln und Urenkeln. Zum 15-jährigen Gedenken an GEORG EPP geb. 10.9.1925 in Freiland/Odessa gest. 10.6.1008 in Neunkirchen Vor 15 Jahren bist du gegangen auf eine Reise ohne Wiederkehr. Oft stehe ich an deinem Grabe und danke Gott, dass es dich gab. Wo du jetzt bist, da gibt es keine Schmerzen. Dort ist Frieden, dort ist Licht. Du bleibst bei uns in unseren Herzen, vergessen werden wir dich nicht. O Herr, gib ihm die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihm. Herr, lass ihn ruhen in Frieden. Amen.

In Dankbarkeit und Trauer: deine Ehefrau Anna, alle Angehörigen und Verwandten. Zum 30-Jahres-Gedächtnis an unseren lieben Vater, Opa und Uropa RAFAEL KASTNER geb. 27.5.1926 in Katharinental/ Odessa gest. 3.6.1983 in Saretschnyj/ Zelinograd Wo du jetzt bist, da gibt es keine Schmerzen. Dort ist Frieden, dort ist Licht. Du bleibst bei uns in unseren Herzen, vergessen werden wir dich nicht.

In Liebe: deine Ehefrau Lydia (geb. Krause), Töchter Elsa Rusch (geb. Kastner) und Olga Dewald (geb. Kastner) mit Familien.

Zum Gedenken

VIKTOR RUSCH

Ganz still und ohne ein Wort gingst du aus diesem Leben fort.

Mit großer Trauer haben die Mitglieder der Ortsgruppe Osnabrück am 18. April 2013 Abschied von unserem Landsmann und ehemaligen Vorsitzenden der Landsmannschaft in Osnabrück NIKOLAUS RAPP genommen. Nikolaus Rapp wurde am 23. September 1928 in Golubowka, Ukraine, geboren. 1941 kam er mit seinen Eltern und Geschwistern in die Verbannung nach Kasachstan. Bereits mit 15 Jahren wurde er in die Arbeitsarmee mobilisiert und musste in einer Kohlengrube Schwerstarbeit leisten. Nach einem schweren Arbeitsunfall kämpfte Rapp lange ums Überleben. Gleich nach der Aufhebung der Kommandantur bemühte sich die Familie Rapp um die Ausreise nach Deutschland. 1968 zog sie nach Estland, doch erst im September 1974 durften die Rapps auswandern. In Deutschland wurden die Eheleute ganz schnell Mitglieder der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. Ihre ganze Energie setzten sie dafür ein, ihren Verwandten, Freunden und Bekannten die Ausreise nach Deutschland zu erleichtern. Nikolaus Rapp füllte unzählige Anträge aus und half seinen Landsleuten mit Rat und Tat. Seit 1989 und später als Vorsitzender engagierte er sich als Vorstandsmitglied der Ortsgruppe Osnabrück für die Belange der Aussiedler. Er war immer dort, wo man ihn brauchte: Er besuchte die Lager in Osnabrück und Bramsche und unterstützte die Landsleute, wo er nur konnte. Lange Jahre sang er mit seiner Ehefrau im Chor der Deutschen aus Russland mit. Wir trauern mit den Angehörigen und werden unserem Landsmann ein ehrendes Andenken bewahren. Der Vorstand und der Chor der Ortsgruppe Osnabrück.

geb. 23.7.1925 in Swerdlowo/ Saratow gest. 9.5.2013 in Neumünster/ SchleswigHolstein Wo du jetzt bist, da gibt es keine Schmerzen, da ist Friede, da ist Licht. Du bleibst bei uns in unseren Herzen, vergessen werden wir dich nicht.

In stiller Trauer: deine Frau Rosalia, deine Kinder mit Familien, deine 13 Enkel und 15 Urenkel. Wir danken herzlich allen Verwandten, Freunden und Bekannten für die herzliche Anteilnahme. Ich lieg und schlafe ganz in Frieden. Das höchste Gut ist mir beschieden. Der Himmel ist mir aufgetan, ich schau und bete Jesus an.

In Liebe und stiller Trauer nahmen wir Abschied von meinem viel geliebten Ehemann, unserem Papa, Opa, Bruder und Schwager ERWIN HORST geb. 22.2.1991 in Worms/Odessa gest. 13.4.2013 in Crumstadt/ Hessen Die Spuren deiner Liebe hast du in unseren Herzen zurückgelassen. In stiller Trauer: deine Alma, Sohn Viktor mit Familie, Tochter Margarete mit Familie und alle Angehörigen. Ein herzliches Dankeschön allen Teilnehmern unserer Trauerfeier. Immer, wenn wir von dir erzählen, fallen Sonnenstrahlen in unsere Seelen. Unsere Herzen halten dich gefangen, so, als wärst du nie gegangen. Was bleibt, sind Liebe und Erinnerung

IRMGARD VOHRER geb. 9.9.1923 gest. 17.5.2013 Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren von Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.

In Liebe und Dankbarkeit: deine Töchter Rita und Nelli, Schwiegersöhne Lothar und Viktor, Enkel Hanne und Mats, Stefan und Dagmar, Maria und Tim.

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ZUM GEDENKEN Still ruhen deine Hände, der Kampf des Lebens ist zu Ende. Du hast gesorgt, du hast geschafft, bis dir die Krankheit nahm die Kraft. Wie schmerzlich war's, vor dir zu stehen, dem Leiden hilflos zuzusehen. Ruhe hast du nie gekannt, schlafe wohl und habe Dank.

Nach längerer Krankheit verstarb meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Oma, Uroma, Schwester, Schwägerin, Tante und Cousine EMMA RECKE geb. Lehmann geb. 26.7.1935 in Iwanowka/ Kasachstan gest. 27.4.2013 in Stuttgart In stiller Trauer: Ehemann Nikolai mit Kindern Eugen, Andreas und Ina mit Familien. Wir danken allen Verwandten, Freunden und Bekannten für ihr zahlreiches Kommen und ihre herzliche Anteilnahme.

Zum 10-Jahres-Gedächtnis an meinen Mann, unseren Vater, Opa und Uropa DANIEL NERING geb. 5.8.1930 in in Leso-Buda/ Schitomir/ Ukraine gest. 29.7.2003 in Münster gelebt in Karaganda Wo du jetzt bist, dort ist Friede, dort ist Licht. Du bleibst in unseren Herzen, wir vergessen dich nicht. Meine Lieben, weinet nicht, Sterben ist doch Menschenpflicht. Aber um eines bitte ich euch, um eine milde Gabe, ein Vaterunser betet für mich an meinem stillen Grabe.

In Liebe und tiefer Trauer: deine Ehefrau Anna Nering, geb. Siemens, Kinder Rudolf und Olga, Irma und Andrej, Daniel, Anna und Olga, zehn Enkel und acht Urenkel.

Nachruf auf Jakob Friesen

A

Jakob Friesen

m 13. Mai 2013 verstarb friedlich im Alter von 84 Jahren das langjährige Mitglied der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland JAKOB FRIESEN

Jakob Friesen wurde am 25. Dezember 1928 als drittes Kind von Gerhard und Anna (geb. Enns) Friesen in Scharapowka, Gebiet Omsk, geboren. 1940 zog die Familie wegen besserer Lebensbedingungen nach Kirgisien um. Im Herbst 1941 wurde Jakobs Vater eingezogen, danach sein ältester Bruder Gerhard. Einige Monate später mussten seine Mutter und die älteste Schwester Anna zusammen mit anderen Frauen weit weg von den Kindern zum Bau des Tschujsker Bewässerungskanal in Kasachstan. Nach eineinhalb Jahren Zwangsarbeit kehrte die Mutter, die vom Kommandanten als lebens- und arbeitsunfähig eingetragen worden war, krank nach Hause zurück. 1944 kam die Nachricht, dass der Vater im Arbeitslager in einem metallurgischen 44

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Werk bei Tscheljabinsk ums Leben gekommen war. Als der Vater noch zu Hause war, hatte er gesehen, dass Jakob gut in der Schule war und eine gute Lernfähigkeit in Sprachen, Geschichte und Mathematik zeigte. Es war daher sein Wunsch, dass Jakob studierte, doch in den Zeiten der Sonderkommandantur nach dem Zweiten Weltkrieg war es für die Deutschen in der Sowjetunion so gut wie unmöglich zu studieren Obwohl es das Regime der Kommandantur strengstens verbot, den zugewiesenen Wohnort zu verlassen, besuchte Jakob eine Abendschule in Frunse. Er wurde deshalb mehrmals in die Milizabteilung gebracht, weil er den Befehl des Kommandanten nicht befolgt hatte. Trotzdem konnte er die Abendschule erfolgreich abschließen und bewarb sich anschließend an einer Filiale der Moskauer Buchhalterkurse. 1950 beendete er sein Fernstudium und arbeitete gleichzeitig als Buchhalter in der Kolchose eines kirgisischen Dorfes und unterrichtete in der Schule Russisch. Am 1. Mai 1952 heiratete er Margarete Neumann. Das Fernstudium an der Moskauer Hochschule für Mathematik und Physik beendete er nach drei Jahren zusammen mit seinem Freund Otto Hertel, der sich später

Trauer um Johannes Haag Nur wenige Monate nach seiner geliebten Frau Ida Haag verstarb am 8. Mai 2013 der ehemalige Vorsitzende der Ortsgruppe München JOHANNES HAAG Ebenso wie seine Frau war Johannes Haag der Inbegriff eines engagierten und ehrlichen Menschen, der über Jahrzehnte nicht aus der Landsmannschaft in München wegzudenken war. Johannes Haag wurde am 14. Dezember 1929 in Klein-Liebenthal, Ukraine, als neuntes von zehn Kindern des Ehepaares Josef und Eugenie (geb. Kaul) Haag geboren. Von 1942 bis 1945 war die Familie nach Kasachstan verschleppt. Trotz aller Widrigkeiten der Nachkriegsjahre konnte Johannes Haag von 1946 bis 1954 eine Abendschule in Solikamsk, Ural, und von 1955 bis 1959 das Technikum für Maschinenbau in Kungur, Ural, besuchen. Von 1948 bis 1994 war er überwiegend als Konstrukteur tätig. 1959 bis 1964 absolvierte er ein berufsbegleitendes Studium am Polytechnischen Institut der Universität Perm. 1959 heiratete Johannes Haag Ida geb. Braunagel. Aus dieser Ehe gingen die Kinder Elli (geb. 1960), Lilli (1963) und Anton (1973) hervor. 1975 konnte die Familie ausreisen und kam nach kurzem Aufenthalt im Grenzdurchgangslager Friedland über das Übergangslager Geretsried nach München. Wir haben mit seinem Tod einen weiteren schweren Verlust erlitten. Wir sind in Trauer und drücken seinen Hinterbliebenen unser tief empfundenes Beileid aus. Der Vorstand der Orts- und Kreisgruppe München. in Deutschland unter anderem als Gründer des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold einen Namen machte. Beide hatten das Ziel, vier kleine Schulen in den nächstgelegenen Dörfern in einer "Gesamtschule" zu vereinigen, in der die Kinder Deutsch als Muttersprache lernen konnten. Sie wandten viel Kraft auf, um ihren Plan zu realisieren, und erhielten von der kirgisischen Regierung die Genehmigung zum Bau eines neuen Schulgebäudes.


ZUM GEDENKEN Die Schule wurde, teilweise mit Hilfe der Eltern, rasch gebaut, um bereits das nächste Schuljahr im neuen Gebäude beginnen zu können. Otto Hertel übernahm die Leitung der Schule und den Physikunterricht, Jakob Friesen unterrichtete Mathematik und Deutsch. Nachdem Otto Hertel Jakob Friesen vorgeschlagen hatte, gemeinsam ein Fernstudium an der Hochschule für Fremdsprachen in Alma-Ata zu beginnen, um ihre Lehrerstellen zu sichern, fuhren sie zu Seminaren, studierten und absolvierten die Prüfungen.

1966 bewarb sich Jakob Friesen mit Erfolg an der Fremdsprachenfakultät der Kirgisischen Staatlichen Universität als Dozent für den Deutschunterricht. Nach einigen Jahren war er Lehrstuhlleiter der deutschen Abteilung und widmete sich der Forschung. In seiner 24-jährigen Tätigkeit als Dozent bildete er Hunderte von Fachleuten aus. Im August 1990 kamen Margarete und Jakob Friesen mit ihren Kindern nach Wuppertal (NRW), wo ihre älteste Tochter mit ihrer Familie bereits lebte. Gleich nach der Einreise wurden sie Mitglied der Lands-

mannschaft der Deutschen aus Russland in Wuppertal und später in Krefeld. Jakob Friesen war auch in seiner neuen Heimat nicht untätig. Er half vielen Neuankömmlingen aus der ehemaligen Sowjetunion, sich in Deutschland zu integrieren. 1992 gründete er ein Übersetzungsbüro, in dem alle seine Kinder mit ihren Ehegatten beschäftigt waren, bis sie sich beruflich neu orientieren konnten. Der Vorstand und die Mitglieder der Ortsgruppe Wuppertal der Landsmannschaft drücken den Angehörigen des Verstorbenen ihr tief empfundenes Beileid aus.

Trauer um Artur Immel geb. 25. Juni 1930, gest. 2. Mai 2013

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Artut Immel

ie Kreisgruppe Rhein-Sieg der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland hat mit tiefer Trauer die Nachricht vom Tod ihres langjährigen aktiven Mitgliedes ARTUR IMMEL erhalten.

Artur Immel wurde am 25. Juni 1930 in Schönfeld, Ukraine, geboren. Als er drei Jahre alt war, wurde sein Vater verhaftet; er kam nie wieder zurück. Dann wurde such seine Mutter verhaftet, und Artur blieb mit seinen beiden älteren Brüdern - der älteste war acht - auf sich allein gestellt. Sie wurden auf verschiedene Kinderheime aufgeteilt. Als die Mutter nach einigen Jahren aus der Haft entlassen wurde, fand sie ihren jüngsten Sohn Artur nach langem Suchen in einem Kinderheim. Ihre beiden ältesten Kinder waren zunächst unauffindbar; die Familie fand erst 1956 nach Aufhebung der Sonderkommandantur im Verbannungsort Swerdlowsk wieder zusammen. 1976 siedelte Artur Immel mit seiner Frau und zwei Töchtern aus Usbekistan nach Deutschland aus und war dort bis 1994 berufstätig. Seit 1977 war er Mitglied der Landsmannschaft. Vielen Landsleuten half er in deren Anfangszeit in Deutschland bei Behördengängen, bei der Wohnungssuche und anderen Problemen. Er organisierte mehrere Bildungsfahrten für Spätaussiedler nach Oerlinghausen. Die letzten Jahre leitete er den Seniorentreff in St. Augustin, wo sich ältere Landsleute einmal im Monat trafen, um miteinander zu singen, zu reden und zu tanzen. Artur Immel war Gründungsmitglied der Kreisgruppe Rhein-Sieg-Kreis und wurde

für seinen vorbildlichen Einsatz über viele Jahre hinweg mit der silbernen Ehrennadel der Landsmannschaft ausgezeichnet. Mit ihm haben wir einen treuen Mitstreiter für unsere gemeinsame Sache verloren.

Der Vorstand der Kreisgruppe RheinSieg-Kreis der Landsmannschaft und der Seniorenkreis St. Augustin drücken den Hinterbliebenen von Artur Immel ihr tief empfundenes Beileid aus.

Nachruf auf Innozenz Grad Am 28. Mai 2013 ist unser Landsmann INNOZENZ GRAD ehemaliger Vorsitzender der Landesgruppe NieInnozenz Grad dersachsen der Landsmannschaft und ehemaliger Ortsgruppenvorsitzender in Rotenburg/Wümme, im Alter von 74 Jahren verstorben. Innozenz Grad wurde am 6. Mai 1939 in Josefstal, Odessa, geboren. Warthegau, Deutschland und seit 1945 Gebiet Perm, nördlich von Solikamsk in Russland, waren bis 1957 weitere Stationen seiner Familie. Danach zogen die Grads nach Tadschikistan. Er selbst siedelte in den 60er Jahren nach Estland um. Von dort wanderte er 1974 mit seiner Familie nach Deutschland aus – auf den Tag genau 30 Jahre nach der "Repatriierung". Hier machte er seinen Maschinenbaumeister und setzte sich für die Eingliederung seiner Landsleute ein. Er baute in Rotenburg/Wümme eine Ortsgruppe der Landsmannschaft auf, deren Vorsitzender er von 1991 bis 2010 war. Lange Jahre war er auch in der Landesgruppe Niedersachsen als Schriftführer, Sozialbetreuer und Vorstandsmitglied aktiv, 2002 bis 2006 als Vorsitzender. Ab 1988 arbeitete Grad acht Jahre beim Landkreis als Betreuer für Aussiedler aus

der ehemaligen Sowjetunion, betreute und begleitete seine Landsleute in allen Lebensfragen. Viele Jahre engagierte er sich auch parteipolitisch im CDU-Gemeindeverband Rotenburg und im CDU-Kreisverband Rotenburg, wo er Vorstandsmitglied und Aussiedlerbeauftragter war. Über 15 Jahre lang war Innozenz Grad CDU-Stadtrat in seiner Gemeinde. Als Mitglied der CDU-Stadtratsfraktion arbeitete er in den Ausschüssen Bau, Soziales, Umwelt und Kultur mit. Die Landesgruppe Niedersachsen und die Ortsgruppe Rotenburg/Wümme trauern mit den Hinterbliebenen und wünschen ihnen viel Kraft.

In den Heimatbüchern der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland spiegelt sich das Schicksal einer verfolgten Volksgruppe. 45

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DIE VOLKSGRUPPE

Das Leben und Sterben von Johannes Schweizer

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ohannes Schweizer erblickte am 18. Oktober 1909 in Neu-Stuttgart in der Nähe des Asowschen Meeres in der Ukraine das Licht der Welt. Er war der älteste von drei Söhnen des Ehepaares Elisabeth (geb. Rau) und Gottlieb Schweizer. Das Dorf Neu-Stuttgart, in dem er aufwuchs, wurde 1831 als letztes der vier Dörfer des Kirchspiels, zu denen außerdem Neuhoffnung, Neuhoffnungstal und Rosenfeld gehörten, gegründet. Die Bewohner der vier Dörfer stammten aus Baden und Württemberg und waren Anfang des 19. Jahrhunderts in die Ukraine ausgewandert. Sie gründeten dort unter sehr schweren Bedingungen neue Gemeinden, bauten Häuser und Dörfer. Es dauerte Jahrzehnte, bis die Neuankömmlinge ihre Existenz einigermaßen gesichert hatten. Sie alle waren gläubige Lutheraner; ihr Glaube half ihnen, in schweren Zeiten zusammenzuhalten und sich gegenseitig zu unterstützen. In einem geschichtlich relativ kurzem Zeitabschnitt entstanden schöne Dörfer und blühende Landschaften. Die meisten Dorfbewohner hatten ihre eigene kleine Landwirtschaft, mit der sie ihre Familien ernähren konnten. Sorgfältig gepflegt wurden die verwandtschaftlichen und nachbarschaftlichen Beziehungen. Die Bewohner besuchten ihre Verwandten in den anderen Ortschaften des Kirchspiels, die jungen Leute in den benachbarten Orten lernten sich kennen und heirateten untereinander. So war es auch in der Familie von Johannes Schweizer. Sein Vater Gottlieb heiratete 1905 Elisabeth Rau aus dem nahe gelegenen Tiefenbrunn. Am Anfang wurden die Eheleute von ihren Familien unterstützt. Es wurden ihnen Land, Nutzvieh und landwirtschaftliche Geräte zugeteilt, den Rest musste die junge Familie selbst erwirtschaften. In den ersten zwei Jahren bauten sie ein Haus, legten einen Garten an und trennten den Hof, wie es in Neu-Stuttgart üblich war, durch eine Steinmauer von der Straße ab. Die Familie wurde größer; nach dem Erstling Johannes kamen Karl, Christian und der Jüngste, David, zur Welt. Die Jungen wuchsen heran, und nach der Schule halfen sie im Haushalt und später in der Landwirtschaft kräftig mit. 46

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Im Dorf gab es eine Kirche und eine Grundschule, gesprochen wurde ausschließlich deutsch. Das änderte sich aber bereits mit Beginn des I. Weltkrieges, als die Lage in den deutschen Dörfern angespannter wurde. Keine Probleme gab es mit zwei ukrainischen Familien, die nach Neu-Stuttgart zogen. Sie lernten ziemlich schnell Deutsch und integrierten sich gut in das dörfliche Leben. Nach dem I. Weltkrieg und der Oktoberrevolution wusste keiner im Dorf, wie es weitergehen sollte. Fortgesetzt wurde die Arbeit natürlich trotzdem. Gottlieb Schweizer besaß neben seiner Landwirtschaft eine kleine Schmiede; dort wurde nach der Feldarbeit geschmiedet, und man reparierte die landwirtschaftlichen Geräte. Seine Kinder durften zuschauen, wie das Eisen auf dem Amboss unter den Hammerschlägen des Meisters die gewünschte Form annahm. Später durfte Johannes auch selbst mit dem Schlaghammer zuschlagen und lernte so das Schmiedehandwerk. Nach der Enteignung der Familie wurde er in der Kolchose "Roter Stern" in Neu-Stuttgart als Schmied eingestellt. 1932 heirateten Johannes Schweizer und Olga Rau, die aus ihrem Dorf als "Kulakentochter" fliehen musste. Sie bauten ein kleines Häuschen am Ende des Dorfes. 1934 kam Adolf und 1936 Oskar auf die Welt. Nach den schrecklichen Jahren des Umbruchs schien sich das Leben allmählich zu normalisieren. Aber das war nur die Ruhe vor dem Sturm... Die Jahre 1937 und 1938 mit all den Gräueln des "Roten Terrors" standen noch bevor. 1937 kam es auch in Neu-Stuttgart zu den ersten Verhaftungen. Am 1. Februar, spät in der Nacht, wurde an der Tür der Familie von Johannes Schweizer geklopft. Draußen standen zwei Milizionäre und ein Mann aus dem Dorf, sagten, Johannes solle ins Kolchoskontor mitkommen. Er brauche nichts mitzunehmen, es sei nur eine Kleinigkeit, und er würde auch gleich wieder zurückkommen. Als Olga Schweizer jedoch am nächsten Morgen zum Kolchoskontor ging und fragte, wo ihr Mann geblieben sei, antworteten ein Milizionär, man habe ihn nach Hause bringen wollen. Mehr wüsste man nicht. Es war alles gelogen, denn der Milizionär wusste genau, dass man ihren Mann mitgenommen hatte. Die verzweifelte Frau wusste nicht, was sie tun sollte, und blieb mit ihren beiden

kleinen Kindern bis zum Mittag im Kolchoskontor sitzen. Am Nachmittag kam der Vorsitzende der Kolchose und sagte, dass ihr Mann festgenommen worden sei. Man habe ihm aber gesagt, dass er in ein paar Tagen wieder zurück sei. Doch die "paar Tage" gingen vorbei, und Johannes Schweizer kam nicht zurück. Seine Frau fuhr also zur Milizabteilung in Berdjansk, wo die Milizionäre erneut so taten, als wüssten sie nicht Bescheid. Erst nach langem Hin und Her zeigte man ihr einen Zettel mit Datum und seiner Unterschrift und meinte, er sei zwar hier, aber ein Treffen mit ihm sei strengstens verboten. Sie solle nach Hause fahren, und wenn die Angelegenheit geklärt sei, würde ihr Mann auch wieder nach Hause kommen. Olga Schweizer wartete volle 20 Tage, ohne eine Nachricht zu erhalten. Als sie es nicht mehr aushielt, fuhr sie noch einmal nach Berdjansk. Dort erfuhr sie lediglich, dass man ihren Mann nach Saporoschje weitergeleitet hätte. Weinend kehrte sie in ihr Dorf zurück, brachte die Kinder bei Verwandten unter und fuhr nach Saporoschje. Auf der Gebietsmilizverwaltung sagte man ihr kurz und knapp, dass ihr Mann nach Paragraph 58 als "Feind des Volkes" zu 25 Jahren Haft ohne das Recht auf Briefwechsel verurteilt worden sei. Er sei bereits unterwegs zu seiner Haftanstalt, und man rate ihr, schleunigst nach Hause zu fahren, sonst würde auch sie Probleme bekommen. Verzweifelt und verängstigt fuhr Olga Schweizer zurück zu ihren Kindern, in der Hoffnung, es möge doch noch ein Wunder geschehen und ihr Johannes käme zurück. Doch dieses Wunder geschah nicht. Die Verhaftungen waren voll im Gange; es wurden immer mehr Männer abgeholt und verschwanden wie Johannes Schweizer. Es wurden Gerüchte gestreut, die "volksfeindlichen Elemente" wollten die Kolchose zerstören, das Kolchosvieh vergiften und die Ställe in Brand setzen. Die Menschen waren völlig eingeschüchtert und trauten sich gegenseitig nicht mehr. Man suchte nach Verrätern in den eigenen Reihen. Bald war das Dorf fast ohne jüngere Männer; geblieben waren nur ältere Männer und Frauen mit Kindern. Dann kamen einige der Verhafteten wieder nach Hause, und die Hoffnung flammte auf, dass alles doch noch ein glückliches


DIE VOLKSGRUPPE Ende haben würde. Aber dem war nicht so: Das menschenfeindliche System hatte es geschafft, die Leute so zu verängstigen, dass sie es nicht mehr wagten, wegen dem Schicksal ihrer Angehörigen nachzufragen. Wer dies tat, musste nämlich damit rechnen, dass es ihm genauso erging wie seinem Angehörigen. Erst Jahre nach dem Tod des blutrünstigen Henkers Stalin traute man sich nach dem Schicksal der Nächsten zu fragen. Wie so viele andere bekamen auch wir erst viel später, 1973, einen Rehabilitationsbescheid, in dem stand, dass Johannes Schweizer unschuldig verurteilt worden sei. Nichts stand in dem Schreiben allerdings darüber, was mit ihm nach der Verurteilung geschah und ob er noch am Leben war. Erst nach mehreren Briefen an die Staatsanwaltschaft der Sowjetunion, die diese an den Gebietsstaatsanwalt von Saporoschje weiterleitete, wurde meine Mutter beim KGB in Frunse vorgeladen. Da sie schreckliche Angst hatte, musste ich sie begleiten. Vorgelassen wurde aber nur meine Mutter. Ein Beamter erklärte ihr kurz, dass ihr Mann fünf Jahre nach seiner Verurteilung 1943 im Iwdellag im Ural an Tuberkulose gestorben sei. Mehr könne er ihr nicht ausrichten. Meine Mutter musste unterschreiben, dass man sie über die Angelegenheit unterrichtet habe, und wurde entlassen. Doch auch diese Auskunft war eine Lüge! Nach mehreren Schreiben an Justizorgane der Sowjetunion erhielten wir 1990 die Sterbeurkunde meines Vaters, in der steht: "Tod durch Erschießen, vollzogen am 3. November 1938 in der Stadt Saporoschje." So musste mein Vater mit 29 Jahren ohne jegliche Schuld sein junges Leben dem verbrecherischen System opfern. Meine Mutter hatte über Jahrzehnte gehofft, dass er irgendwo noch am Leben war, und diese Hoffnung erst 1973 nach dem KGB-Besuch verloren. Sie hatte ihm die Treue gehalten und damit auch ihr eigenes Leben geopfert. Der Schuss am 3. November 1938 in Saporoshje löschte zwei Leben aus. Schicksale wie die meiner Eltern gab es in der Sowjetunion Stalins zu Hunderttausenden, und nicht nur unter Deutschen. Oskar Schweizer

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ERBEN GESUCHT Verwandte, auch weitläufige Verwandte, von Andreas PITSCHULIN, geboren im Jahre 1900 in Uspenka/Ukraine, nach anderer Auskunft in Stanislawow/Ukraine. Meldungen erbeten an Dipl.-Kfm. Wolfgang Moser, Hauptstr. 4, 76534 Baden-Baden, Tel.: 07221-36 96 35 (Fax: -30), E-Mail: erben@moser-baden-baden.de Wendelin Schlosser - "Vertreibung" Ein ganzes Volk war auf dem Weg,/ von Memel bis nach Baden,/ von Osten nach West zog der Treck,/ zu Fuß und mit dem Wagen. Die auf der Flucht gewaltsam starben,/ voller Blut und mit tiefen Narben,/ ihr Leid war groß und unermessen,/ man kann's bis heute nicht vergessen. Fortsetzung des Gedichts folgt im Gedichtband "Das Leben hat einen tiefen Sinn".

Filme im Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte Detmold

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as Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte öffnete am 12. Mai, dem Internationalen Museumstag, seine Türen und präsentierte zunächst einige Kurzfilme als Ergebnis der Schülerprojektarbeit und anschließend den gewohnten Film am Sonntag. Schüler des August-Hermann-Francke-Gymnasiums Detmold erarbeiteten Kurzfilme zum Thema „Arbeit und Alltag der Deutschen in Russland". In den Kurzfilmen beleben Lego-Figuren die Exponate des Museums und bieten Einblicke in das Alltagsleben der Deutschen aus Russland. Der Dokumentarfilm „Die alte Heimat. Dorf Nr. 3 Tatjanowka, Altai" stellt das Dorf Tatjanowka vor, das ca. 1907 in der Altairegion von deutschen Umsiedlern aus der Ukraine gegründet wurde. Hier spielt sich die Geschichte mit seinen Höhen und Tiefen des gesellschaftlichen Lebens der Mennoniten in der Sowjetunion ab. Nach der Filmpräsentation wurden Führungen durch die Ausstellung des Museums mit anschließender Diskussion angeboten. Das Museum hat in seinen Beständen zahlreiche wertvolle Dokumentarfilme zu den Themen Geschichte, Kultur und Leben der Russlanddeutschen.

Seit Januar 2013 wird wieder wie schon 2012 an jedem zweiten Sonntag im Monat eine Auswahl dieser Filme als Veranstaltungsprogramm gezeigt. Weitere Informationen zum Museum unter www.russlanddeutsche.de Heinrich Wiens

Festveranstaltung ,,250 Jahre russlanddeutsche Geschichte" - ein Museum macht Theater Unter der Schirmherrschaft von Dr. Christoph Bergner, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, lädt das Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte Detmold zur Festveranstaltung „250 Jahre russlanddeutsche Geschichte" am 17. Juli 2013 um 18 Uhr im Detmolder Sommertheater ein. Weitere Termine: • 29. Juni, 18 Uhr, im Neuen Theater Espelkamp. • 2. Juli, 19.30 Uhr, im Theater Paderborn, Kammerspiele. • 15. Juli, 19.30 Uhr, im Detmolder Sommertheater. 47

VOLK AUF DEM WEG Nr. 6 / 2013


VOLK AUF DEM WEG erscheint monatlich, viermal im Jahr mit der Beilage "Heimat im Glauben". Der Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. Der Mitgliedsbeitrag von 30,- Euro ist laut Satzung am Jahresanfang für das laufende Kalenderjahr im Voraus zu entrichten. Verleger und Herausgeber: Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. Raitelsbergstr. 49, 70188 Stuttgart Telefon: (0711) 1 66 59-0, Telefax: (0711) 2 86 44 13 E-Mail: Lmdr-ev@t-online.de, Homepage: www.deutscheausrussland.de Stuttgarter Volksbank AG, Konto-Nr.: 214758001, BLZ 600 901 00 Herstellung: PD Druck Augsburg Redaktion: Hans Kampen, Nina Paulsen Alle Beiträge geben die Meinung der Autoren wieder, die sich nicht unbedingt mit den Auffassungen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und der Redaktion decken muss. Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder Fotos kann keine Haft- oder Rücksendepflicht übernommen werden.

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Hamm: Ökumenischer Gottesdienst mit dem Gesangverein "Melodie"

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ertraut den neuen Wegen“, lautete das Motto des ökumenischen Gottesdienstes in der Johanneskirche in Hamm-Norden am 28. April, den der Chor „Melodie“ des gleichnamigen Gesangvereins (Vorsitzende Ella Wiebe) gestaltete. Neben dem Gesangverein sorgte auch der Posaunenchor der evangelischen Kirche (Leitung: Christian Bachtrop) für die musikalische Umrahmung. Die Predigten hielten Edgar Born, Aussiedlerbeauftragter der Evangelischen Kirche von Westfalen, Pfarrer Frank Millrath und Diakon Matthes Mustroph. „Im Gottesdienst wollen wir daran erinnern, dass vor 250 Jahren, dem Einladungsmanifest von Katharina II. folgend, viele Deutsche nach Russland aufgebrochen sind. Sie haben sich an der Wolga und später in anderen Siedlungsgebieten niedergelassen, ihre Nachkommen kehren in den letzten Jahrzehnten in die Heimat ihrer Vorfahren zurück“, so Ella Wiebe. In dem 2004 gegründeten Gesangverein „Melodie“ wirken russlanddeutsche Hob-

bysänger mit, die aus unterschiedlichen Regionen der ehemaligen Sowjetunion kommen. Er singt Klassik, Volkslieder, Schlager, Walzer und geistliches Liedgut. Auch beim Gottesdienst in der voll besetzten Kirche erklangen neben kirchlichen auch weltliche Lieder auf Deutsch und Russisch, etwa „Kommt gut heim“ oder „Wolgaträume“ von Otto Groll mit den Worten „Grüß mir meine Heimat fern am Wolgastrand, wo in meiner Jugend ich die Liebste fand...“, die in vielen Russlanddeutschen schmerzvolle Erinnerungen hervorrufen. Die Pfarrer und Sprecher vermittelten einen Einblick in die Geschichte der Deutschen im Zarenreich und in der Sowjetunion. Es wurde die Balalaika angestimmt, und der Posaunenchor der Gemeinde begleitete den Chorgesang. Neben der Chormeisterin Oksana Kwitko wirkten auch Ernst Lange und Ludmila Kilani bei der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes mit. „'Vertraut den neuen Wegen' – das Lied, das dem Gottesdienst seinen Namen gibt, entstand zur Zeit großen Aufbruchs in

Der Gesangverein "Melodie" beim ökumenischen Gottesdienst in Hamm. 48

VOLK AUF DEM WEG Nr. 6 / 2013

unserem Lande... In diesem Gottesdienst denken wir besonders an Menschen, die aus unserem Land aus widrigen Umständen vor 250 Jahren aufbrachen, um in Russland für sich und ihre Familie neues Land und eine lohnende Zukunft zu suchen. Und wir denken an ihre Nachkommen, die als Deutsche aus Russland in großer Zahl in den letzten 25 Jahren zurückkamen, um im Land ihrer Urahnen ihre alte neue Heimat zu finden“, sagte Pfarrer Edgar Born. Abgerundet wurde der Gottesdienst mit Fürbitten und dem „Vaterunser“, gesungen vom Chor „Melodie“. Am 9. Juni findet eine Wiederholung des Gottesdienstes in der Auferstehungskirche in Hamm-Bockum-Hövel statt. Die Spenden, die bei beiden Gottesdiensten gesammelt werden, kommen den Kindern aus Jelsk (Tschernobylkinder-Aktion des Kirchenkreises Hamm) zugute. Zu einem weiteren Termin am 7. Juli um 15 Uhr lädt der Gesangverein in die Sachsenhalle Hamm ein. Dort findet eine musikalische Reise unter dem Motto „Der weite Weg zurück“ statt. VadW

Vadw Juni 2013  

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