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Pressestimmen und Fotos über die Wanderausstellung „Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland“ im Mai 2012 als Projekt gefördert vom Bundesministerium des Innern, Berlin, und Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Nürnberg Projektleiter: Jakob Fischer und Josef Schleicher, Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, e.V., Stuttgart

32825 Blomberg /Kreis Lippe / NRW Hermann-Vöchting-Gymnasium 02.05.12 – 04.05.12 Ausstellung "Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland" im Hermann-Vöchting-Gymnasium Blomberg kommt gut an VON JUSTIN BLUM Geschichte hautnah: Blomberger Gymnasiasten haben sich mit dem Thema Migration beschäftigt. "Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland" heißt die Ausstellung.

Reges Interesse: Projektleiter Josef Schleicher im Gespräch mit den Schülern Mathis (links) und Jan-Philipp. | Foto: Blum Blomberg. Über 20 mit Texten, Dokumenten und Bildern bestückte Tafeln hatten Jakob Fischer und Josef Schleicher von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland mit in die Ellipse des Hermann Vöchting-Gymnasiums (HVG) gebracht. Die beiden Fachleute präsentieren die Ausstellung im Rahmen des bundesweiten Schulunterrichtsprojektes "Migration und Integration". Es geht darum, die Schüler über die Geschichte der Deutschen aus Russland zu informieren und Vorurteile abzubauen. Unterstützt mit allerhand Schaubildern, Karten und 1


Videobeiträgen, gelang es dem Historiker Josef Schleicher schnell, die jungen Zuhörer zu fesseln. Selbst in einem damals deutschen Dorf in Russland geboren, erzählte der Projektleiter nicht nur interessante Geschichten aus seiner eigenen Jugend, sondern holte auch immer die Zuhörer mit ins Boot. "Was sind denn überhaupt Aussiedler?" - Eine wirklich überzeugende Antwort konnte ihm zunächst keiner der Neuntklässler geben, die als Erste die Ausstellung besuchten. Also erklärte der Fachmann, der in Sibirien Geschichte, Pädagogik und Journalismus studiert hat, zunächst einmal einige Eckdaten: Warum wanderten die Deutschen überhaupt nach Russland aus? Wie haben sie in diesem für sie zunächst völlig fremden Land gelebt und warum kamen sie schließlich zurück? Nach und nach trugen die Schüler immer mehr Nachfragen an Josef Schleicher heran, der es nicht nur verstand, diese kompentent und knapp zu beantworten, sondern auch immer kleine Anekdoten am Rande auf Lager hatte. In einem dicken Buch mit über 100 000 Namen von deutschen Auswanderern konnte anschließend jeder Schüler nachschauen, ob seine Familie vielleicht auch einmal in Russland ansässig war. Zum Schluss konnten sich die Schüler dann selbst an den aufgestellten Tafeln informieren. "Vor allem durch die Filme konnte man aber echt einen guten Einblick in die Geschichte bekommen. Ich finde das auch spannend, weil wir ja auch einige Schüler hier bei uns haben, die selbst Familien mit Wurzeln in Russland haben", sagte eine Schülerin zum Abschluss der LZ. http://www.lz.de/home/nachrichten_aus_lippe/blomberg/blomberg/6681729_Ausstellung_Mi gration_und_Integration_im_Hermann-Voechting-Gymnasium_kommt_gut_an.html http://vrweb.linguatec.net/vrweb/popup1?srcurl=http%3A%2F%2Fwww.lz.de%2Fhome%2F nachrichten_aus_lippe%2Fblomberg%2Fblomberg%2F6681729_Ausstellung_Migration_und _Integration_im_Hermann-VoechtingGymnasium_kommt_gut_an.html&guilang=de&lang=dede&readcontent=text&srctype=html&srccharset=iso-88591&customerid=11327&cache=0&sndpitch=100&sndspeed=95&sndtype=1&sndquality=4&sn dgender=W&simpleparse=1&brhandling=0

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Wanderausstellung 端ber Deutsche aus Russland und Unterrichtsprojekt "Migration und Integration" am Gymnasium Blomberg Geschrieben am 03.5.2012 von Redaktion - GuN

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Mittwoch,2. Mai 2012, Gymnasium Blomberg, Kreis Lippe, NRW Die Eröffnung der Ausstellung am Hermann-Vöchting-Gymnasium in Blomberg wurde von Josef Schleicher, Projektleiter, Michael Hanke, Stellv. Schulleiter, Karsten Fahrenkamp, Schulleiter und Heinrich Zertik, Vorsitzender Freundschaft e.V., begrüßt. Die Vortragenden waren Josef Schleicher und später, im direkten Gespräch mit den Schülern, Heinrich Zertik 1. Vorsitzender, von dem Verein „Freundschaft-Druschba e.V.“. Sie stellten die Ausstellung vor und erläuterten die Infogramme und Texte, für diejenigen, die sie noch nicht kannten. Denn die Wanderausstellung „Migration und Integration“ ist jetzt bereits zum 15. mal in Lippe zu sehen. Zusammen mit ihren jeweiligen Lehrern hatte die Schüler/innen am Gymnasium die Gelegenheit, die Geschichte der Migration und Integration an dem Beispiel der Deutschen in Russland nachzuverfolgen. Die Schüler/innen waren interessiert an den authentisch vorgetragenen Erzählungen von Josef Schleicher. Vor allem durch seine persönlichen Geschichten konnte den Schülern nahe gebracht werden, was es heißt, Vorurteile zu haben und völlig falsch zu liegen. Schleicher erzählte von seiner ersten Fahrt nach Bayern, mit Zwischenstopp in Franken. „Niemand trug Lederhosen, aber alle an der Schule dort Hausschuhe, auch die Lehrer“. Das verblüffte ihn dann doch. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland sind die Themenbereiche, die behandelt werden. Begrifflichkeiten werden er- und geklärt, Fakten präsentiert und vor allem auf Hintergründe eingegangen. Interkulturelle Unterschiede wurden deutlich gemacht. Das Schulunterrichtsprojekt „Migration und Integration“ wird vom Bundesministerium des 4


Inneren und Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert. Hauptziel des Vereins ist es, Aussiedlern aus den GUS-Staaten, insbesondere Kindern und Jugendlichen, bei der Integration und Anerkennung zu helfen. Am Gymnasium Blomberg werden Schulklassen von der 8. bis zur 12. Klasse an der Ausstellung innerhalb des Politik- oder Geschichtsunterrichts teilnehmen. Eine innovative Unterrichtsart, wenn man bedenkt, wie heterogen die Schülerklientel ist. Die Ausstellung in der Ellipse hat viele Stellwände und bearbeitet in einem geschichtlichen Abriss, wie die Geschichte der Deutschen in Russland begann, ob als „Wolgadeutsche“ oder Fachkräfte, die ins Land kamen, ob freiwillig oder durch Sklaverei. Der Werdegang der Gemeinschaften innerhalb des russischen Reichs wird genau beschrieben und auch zeitgeschichtliche Umstände erklärt. Ein Schulunterrichtsprojekt zum Thema: "Integration in Deutschland am Beispiel der Deutschen aus Russland.", mit Filmvorführung, Vortrag und Führung durch die Wanderausstellung: "Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland.". In Russland waren sie immer Deutsche, die weiterhin deutsch sprachen. 1941, vor dem Einmarsch der Wehrmacht, existierten 3.500 deutsche Siedlungen und 1.300 deutsche Schulen in der Sowjetunion. Heute sind die Deutschen aus Russland in Deutschland Aussiedler und/oder „Russenland-Deutsche“, die Russisch, Plattdeutsch und/oder Deutsch sprechen. Heinrich Zertik betont, dass man ruhig seine bilinguale Vorbildung nutzen sollte, da mehrere Sprachen in der heutigen Zeit immer von Vorteil sind. Der Verein zur Integrationshilfe für Aussiedler und Spätaussiedler „Lippisches Interkulturelles Zentrum“ hat seine Hauptstelle in Schieder- Schwalenberg. http://blomberg-voices.de/index.php?mainsite=58&article=1504

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„Migration – Integration” – viel Neues erfahren! Schulprojekt vom 2. bis 4. Mai 2012 am Gymnasium Blomberg, NRW

Wer hat sich wirklich schon einmal mit den Schwierigkeiten und Problemen von Menschen befasst, die sich in Deutschland einleben und integrieren wollen? Wer kennt schon die Geschichte der sogenannten Russlanddeutschen? Wer macht sich eigentlich klar, dass fast ein Fünftel der deutschen Bevölkerung einen Migrationshintergrund hat? Genug Fragen, auf die die Wanderausstellung über Deutsche aus Russland und das Schulunterrichtsprojekt “Migration – Integration” Antworten geben konnte. Im Mittelpunkt stand die Geschichte der sogenannten “Russlanddeutschen”, denen mit Unterstützung der deutschstämmigen Zarin Katharina II. ab 1763 in Russland zunächst viele Vorteile geboten wurden. Es bildeten sich 3.536 deutsche Siedlungen. Im Zusammenhang mit den zwei Weltkriegen wurde die Lage der Deutschen in Russland immer schwieriger, schließlich wurden sie ab 1941 nach Zentralasien vertrieben, wurden benachteiligt und unterdrückt und durften die deutsche Sprache nicht mehr sprechen. Erst 1970 hatten sich die Bundesrepublik und die Sowjetunion so weit verständigt, dass Menschen mit deutschem Migrationshintergrund ausreisen durften. Der Projektleiter der Ausstellung, Josef Schleicher, konnte die historischen Zusammenhänge durch viele eigene Erlebnisse verdeutlichen. Durch Filmbeispiele wurden die Schwierigkeiten aller Migranten verdeutlicht, die nach Deutschland kommen. Es beeindruckten die Bemühungen, hier in Deutschland Fuß zu fassen. 6


Inzwischen haben das viele Menschen geschafft. Josef Schleicher konnte viele KarriereBeispiele aus Migrationsfamilien präsentieren. “Das haben wir nicht gewusst”, war eine oft zu hörende Bemerkung bei den Schülerinnen und Schülern. Josef Schleicher bedauerte, dass nicht noch mehr Klassen und Kurse in den drei Tagen, die Wanderausstellung besucht haben. “In einer Berufsschule habe ich in drei Tagen schon einmal 44 Gruppen betreut”, erinnerte er sich. Die kleine Stadt Blomberg habe ihm allerdings sehr gut gefallen. Als er von seinem Hotelzimmer einen Blick auf Marktplatz und Altstadt geworfen habe, sei ihm spontan die Idee zu einem Gedicht gekommen. Ein Blick aus dem Fenster: Der Marktplatz ist leer, das Rathaus beleuchtet, die Stadt tief im Schlaf; nur ich – ein verspäteter Gast bewundere Blomberg – ich mache hier Rast. Die Sonne steht auf. Vorbei ist die Nacht. Die Nelkenstadt Blomberg Entfaltet ihr` Pracht... http://gymnasium-blomberg.de/2012/05/08/migration-integration-viel-neues-erfahren/

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58455 Witten / Ennepe-Ruhr- Kreis / NRW Werkstadt / Messe für Integration 04.05.12 – 05.05.12

Schau mal über den Tellerrand: Messe für Integration und Städtepartnerschaften in Witten, NRW Unter dem Motto „Schau mal über den Tellerrand“ fand am 5. Mai in der Wittener WerkSTADT die diesjährige Messe für Integration und Städtepartnerschaften statt. Veranstalter waren: Kontrakt – Unternehmen für Bildung e.V. und die Stadt Witten. Ein buntes Treiben lud zum gegenseitigen Kennenlernen ein. Von 12 bis 17 Uhr konnten sich Interessierte über die Aktivitäten in Witten informieren und Kontakte knüpfen. Über 40 Vereine und Institutionen von der Arbeitsagentur bis zu Caritas hatten eigene Stände aufgebaut. Mit dabei waren verschiedene Partnerschaftsvereine, das Jugendamt, der Kreissportbund, Pro Familia, die VHS und viele andere. Sie präsentierten ihre Aktivitäten rund um das Thema Integration. Auch die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland war sichtbar präsent. Das Treppenhaus zum Obergeschoss schmückte die landsmannschaftliche Fahne. Dann folgten im Saal die Stellwände, Plakate und Infotische des Unternehmerverbandes der Deutschen aus Russland, des Jugend- und Studentenrings der Deutschen aus Russland, der Wanderausstellung „Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland“ und der LMDR-Ortsgruppe Witten. Waldemar Weiz, stellv. Bundesvorsitzende der Landsmannschaft führte zahlreiche Gespräche mit Ausstellern und Besuchern. An Infotischen unterstützten ihn Siegfried Dinges (JSDR NRW) und Alexander Böttcher (LMDR). Sie besuchten auch alle Aussteller, verteilten Infohefte über die Geschichte der Russlanddeutschen und Aktivitäten der LMDR und JSDR und führten viele sachliche Gespräche. Oft wurden sie von jungen Landsleuten angesprochen, die in anderen Integrationsvereinen oder Institutionen aktiv oder auch hauptberuflich tätig sind, und die mit großem Interesse sich gern über die LMDR und JSDR informierten. Einige füllten sofort die Eintrittserklärungen aus oder nahmen mehrere Formulare mit. Interessenten konnten sich an diesem Tag bei Josef Schleicher über die Geschichte der Deutschen aus Russland oder über die Möglichkeiten der gemeinsamen Präsentation der landsmanschaftlichen Wanderausstellung und Durchführung von Schulprojekttagen zum Thema „Migration und Integration in Deutschland“ informieren. Direkt auf die Wand zwischen den Stellwänden der Ausstellung wurde die Schulprojektpräsentation „Migration und Integration in Deutschland“ (Idee: Jakob Fischer, Gestaltung: Veronika Fischer) mit Hilfe eines Projektors ausgestrahlt. Diese inhaltsreiche Präsentation lief in einer Schleife den ganzen Tag und mancher Besucher stand längere Zeit vor dieser improvisierten „Leinwand“. Auch der Stand der Ortgruppe Witten war ein wahrer Magnet. Hier konnte man nicht nur Gegenstände wie ein Samowar und die berühmte Matrjoschki aus der Alltagskultur der Russlanddeutschen kennenlernen, sondern auch verschiedenes Gebäck von Rievelkuchen bis Piroshki probieren. Auch die Bürgermeisterin der Universitätsstadt Witten Sonja Leidemann genoss die russlanddeutsche Küche, machte sich mit den Inhalten der LMDR- und JSDRStänden bekannt, begrüßte die Bitte der Ortsgruppen-Vorsitzende Emma Wagner-Schatz die Wanderausstellung in Räumlichkeiten des Rathauses auszustellen und bat Frau WagnerSchatz in Kürze für ein Vorbereitungsgespräch sie im Rathaus zu besuchen.

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Die Messe „Schau mal über den Tellerrand“ sprach mit ihren Angeboten nicht nur die Wittener Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund, sondern auch die Alteingesessenen und viele Gäste der Stadt an. Für viele Teilnehmer war die Messe ein erfolgreiches gegenseitiges Kennenlernen und ein Impuls für weitere Integrationsarbeit.

Bei der Präsentation der Wanderausstellung am 04.05.12 in Witten, NRW

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Die Vorbereitungsgruppe der Wanderausstellung am 04.05.12 in Witten, NRW

25767 Albersdorf / Kreis Dithmarschen / Schleswig-Holstein Regionalschule 14.05.12 – 16.05.12

Lebenseinstellung als Vorbild Vom 14. bis zum 16.05.2012 fanden an unserer Regionalschule am Brutkamp, Albersdorf, Schleswig-Holstein, die Schulprojekttage zum Thema „Migration und Integration in Deutschland“ statt. Wir möchten uns ausdrücklich beim BMI, BAMF und der LMDR e.V. für die Unterstützung bedanken, dass so eine Wanderausstellung im Rahmen unserer Projekttages stattfinden konnte. Wir sind ein Schulstandort mit 19 umliegenden Heimeinrichtungen, ein Landkreis mit ¼ Kinderarmut. Wir haben die pädagogische Herausforderung, jeden jungen Menschen mit seinen individuellen Lebenswegen zu integrieren. Umso dankbarer war es für uns Pädagogen zu erleben, mit wie viel Engagement, Herzenswärme und fundiertem Fachwissen Herr Josef Schleicher uns bei unseren Projekttagen unterstützt hat. Die Kinder konnten erleben, dass ihre Schule zu einer Begegnungsstätte wird. Unsere ehemalige Schülerin Olga Becker (geb. Huber) und ihr Vater Robert Huber haben uns eingeladen, die 250 Jahre Geburtstagsfeier ihrer Familie als Integrationsfamilie mitzufeiern. So wurde in einem russisch-deutschen Abend ein hochkarätiges Musikprogramm dieser Familie geboten, und die rund 100 Gäste aus Albersdorf und Umgebung waren tief 10


beeindruckt, wie viel Freundschaft ihnen geschenkt wurde. Die Familie Huber ist sehr stark ehrenamtlich in unserem Ort eingebunden und für viele junge Menschen in ihrer Lebenseinstellung ein Vorbild. An unseren Vorträgen und Informationsveranstaltungen haben ca. 220SchülerInnen der Klassen 8 bis 10 teilgenommen. Darüber hinaus hat sich eine Projektarbeitsgruppe des Berufsbildungszentrums Heide, Kreis Dithmarschen, (12. Klasse) gleich zweimal auf dem Weg gemacht, die Ausstellung einen Vormittag und einen Nachmittag zu besuchen. Als Schulleiterin erlebe ich es im Alltag der Jugendlichen, dass Grenzen dort entstehen, wo wir uns nicht offen mit dem Gegenüber austauschen. Durch die Ausstellung, die Filme und die „Gesamtkomposition“ von Schrift, Bild und Ton gelingt es Josef Schleicher, die Jugendlichen mit auf den Weg zu nehmen, sich auf ihre Begegnungssuche einzulassen. Er gibt Anweisungen, Hinweise und Angebote und hilft ihnen, Wege zu verstehen. Am Ende der Veranstaltungsreihe haben die Jugendlichen viele Fragen entwickelt, was mir zeigt, dass sie sich eigene Gedanken machen. Zitat G. E. Lessing: „Nicht die Wahrheit, in deren Besitz irgend ein Mensch ist, oder zu sein vermeint, sondern die aufrichtige Mühe, die er angewandt hat, hinter die Wahrheit zu kommen, macht den Wert des Menschen.“

Robert Huber macht die Schüler mit seiner Familiengeschichte bekannt

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Josef Schleicher in seinem Element als Lehrer an der Regionalschule Albersdorf, SchleswigHolstein, 15.05.12

94315 Straubing / Bayern Berufsschulen I und III 21.05.12 – 25.05.12

Bei der AusstellungserĂśffnung am 21.05.2012

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36320 Kirtorf / Vogelsbergkreis / Hessen Gleentalhalle und Museum 31.05.12 – 17.06.12

Wanderausstellung über die Geschichte und Integration der Russlanddeutschen macht Halt vom 03. Juni bis 17. Juni 2012 im Museum Kirtorf Die Wanderausstellung ist Teil eines bundesweiten Integrationsprojektes, gefördert vom Bundesministerium des Innern, Berlin, und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg. Die Stadt Kirtorf und der Heimatverein Kirtorf unterstützen diese Ausstellung, die mit Vorträgen, Schaubildern, Filmen und Tafeln das wechselvolle Schicksal und illustriert die Historie und die kulturellen Verknüpfungen der Russlanddeutschen mit dem riesigen Land Russland zeigt. Eröffnung der Ausstellung: Donnerstag, 31. Mai 2012, 19.30 Uhr, Gleentalhalle Kirtorf, Rabenbornsweg 14 http://www.stadt-kirtorf.de/

„Wir waren wieder nemez - Sprachlose“ 02.06.2012 - KIRTORF Ausstellung über Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland eröffnet - Bis 17. Juni in Kirtorf zu sehen

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Projektleiter Jakob Fischer moderierte den Abend der Begegnung am 31.05.12 in Kirtorf (gsi). Wer sind die Deutschen aus Russland? Wie wurden sie zu „Russendeutschen“? Warum waren sie zwei Jahrhunderte zuvor nach Russland emigriert? Und warum hat man sie als „Spätaussiedler“ seit den 80er und 90er Jahren wieder aufgenommen? Diese Fragen beantwortet die Ausstellung „Volk auf dem Weg“, die der Kirtorfer Heimatverein gemeinsam mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland organisiert hat. Sie ist noch bis 17. Juni in der Gleentalhalle in Kirtorf zu sehen. Am Donnerstagabend führte Projektleiter Jakob Fischer in die Ausstellung ein. Informieren über die Geschichte der Russlanddeutschen - von ihrer Auswanderung nach Russland bis zur Rückkehr ihrer Nachkommen nach Deutschland - das ist das große Anliegen der Landmannschaft der Deutschen aus Russland. Fischer bedauerte, dass dieses Thema als Teil sowohl im Geschichtsunterricht als auch in den Familien der deutschstämmigen russischen Spätaussiedler meist keine Rolle spiele. Umso mehr setzt sich sein Verband für Aufklärung und Integration ein. Kirtorfs Bürgermeister Ulrich Künz betonte in seinem Grußwort seine besondere Verbundenheit mit dieser Volksgruppe. 2,5 Millionen Menschen seien in den vergangenen Jahrzehnten nach Deutschland gekommen, Nachkommen von Menschen, die im 18. und 19. Jahrhundert ausgewandert waren, wie Jakob Fischer später noch genauer skizzierte. Das Schicksal, das die deutschstämmigen Russen nach der Oktoberrevolution, während und nach dem Zweiten Weltkrieg erdulden mussten, rechtfertigte laut Ulrich Künz die Bemühungen zur Rücksiedlung dieser Menschen in ihre alte Heimat. Sie sei erst Ende der 80er Jahre unter Michail Gorbatschow möglich geworden und habe in Deutschland politische Diskussionen hervorgerufen. Heute sieht Künz die Spätaussiedler in der Gesellschaft gut integriert, was für ganz Deutschland große Vorteile mit sich bringe. Nicht zuletzt überzeugten gerade die jungen Zuwanderer und ihre Kinder durch einen großen Leistungswillen, ein hohes Maß an sozialer Kompetenz und einen gewaltigen Beitrag zur Wirtschaftsleistung des Landes. Doch: „Noch 14


sind sie vielen immer noch fremd und ihre Geschichte unbekannt geblieben.“ Um das zu ändern, um einander besser zu verstehen und akzeptieren zu können, dazu könne die aktuelle Ausstellung ein Beitrag sein, denn, so Künz: „Es gilt zu verstehen, dass es sich nicht um die Geschichte Fremder handelt, sondern dass sie ein Teil der deutschen Geschichte ist.“ Wie es zu dieser Ausstellung gekommen ist, erläuterte Helmut Meß, der Vorsitzende des Heimatvereins. Dabei erinnerte er auch an eine erste persönliche Begegnung mit einem Spätaussiedler vor 20 Jahren und er machte darauf aufmerksam, dass der Kirtorfer Männergesangverein seit zehn Jahren von den musikalischen Begabungen ihrer aus Russland kommenden deutschstämmigen Chorleiterinnen profitiert. „Heimisch werden ist Bestandteil von Integration. Es bleibt zu hoffen, dass die Deutschen aus Russland hier bei uns eine neue Heimat gefunden haben und inzwischen hier heimisch geworden sind“, lautete sein Wunsch an diesem Abend.

„Wir waren wieder nemez - Sprachlose“ Ausstellung über Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland eröffnet - Bis 17. Juni in Kirtorf zu sehen. Kirtorf, Ein Bericht vom 02.06.12

Projektleiter Josef Schleicher betreute der Büchertisch zur Wanderausstellung am 31.05.12 in Kirtorf , Hessen Dass die Integration musikalisch gelungen ist, bewiesen direkt im Anschluss die Sänger des Kirtorfer Männergesangsvereins unter der Leitung von Viktoria Lanz-Winter, die in Almaty (Kasachstan) geboren wurde und 1989 mit ihrer Familie nach Deutschland gekommen war. Dann führte Jakob Fischer in die Geschichte der Deutschen in Russland ein: 1763 seien etwa 100 000 Deutsche der Einladung von Zarin Katharina II. gefolgt, die die unbesiedelten Flächen des expandierenden Reiches urbar machen wollte. Obwohl nur wenige der großen Versprechungen der Zarin erfüllt worden seien, seien die Deutschen nach einer bis zu zwei Jahre währenden Anreise in Russland geblieben und hätten die Gebiete an der Wolga bevölkert. Dort seien deutsche Kolonien entstanden, in denen die Deutschen ihre Kultur, ihre Bildung und auch ihre Sprache und Religion pflegen durften. Den harten Anfangszeiten sei ein Jahrhundert der wirtschaftlichen Blüte und der kulturellen Autonomie gefolgt. Im Ersten Weltkrieg seien Deutsche und Russen erstmals Kriegsgegner gewesen. Der Umgang mit der deutschstämmigen Bevölkerung habe sich daraufhin 15


gewandelt, es sei zu Enteignungen und Deportationen gekommen. Deutsche Kolonien seien aufgelöst, die deutsche Sprache verboten und der Zugang zur Bildung erschwert worden. Die Repressalien hätten sich mit der Oktoberrevolution und später im Verlauf des Zweiten Weltkriegs noch verschärft. Deutsche, so Fischer, galten im Kollektiv als Kollaborateure und wurden gezielt nach Sibirien und Mittelasien vertrieben. Heute kämen die meisten Spätaussiedler daher aus Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan. Versuche, die Situation deutschstämmiger Russen nach dem Zweiten Weltkrieg zu verbessern, waren wenig erfolgreich, so Fischer, der selbst als Lehrer in Kasachstan tätig war. Erst mit der Öffnung des Eisernen Vorhanges und der Möglichkeit nach Deutschland zurückzukehren, habe sich eine Chance ergeben, diesen Kriegsfolgen entgegenzuwirken. Doch: „Wir waren wieder nemez Stumme, Sprachlose.“ Anfangs in Russland und nun in Deutschland, wo die Spätaussiedler mit vielen Vorurteilen in der Politik und der Bevölkerung zu kämpfen hätten. Diese zu widerlegen und immer weiter an der Integration zu arbeiten, ist Fischers Anliegen und das Anliegen der Ausstellung. Die Ausstellung mit einem umfangreichen Büchertisch ist noch bis zum 17. Juni in der Gleenhalle in Kirtorf zu sehen. Sonntags gibt es zwischen 13 und 17 Uhr fachkundige Führungen. Interessenten können sich bei Jakob Fischer unter d 0171/4034329 oder fischer.russlanddeutsche@t-online.de anmelden. http://www.oberhessischezeitung.de/lokales/vogelsbergkreis/kirtorf/b_12040155.htm?skip=0&uri=/lokales/vogelsbergk reis/weitere-gemeinden/kirtorf/12040162.htm

Bürgermeister der Stadt Kirtorf, Ulrich Künz, und Projektleiter Jakob Fischer bei der Ausstellungseröffnung am 31.05.12 in Kirtorf, Hessen

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Presse zu der Wanderausstellung, Mai 2012