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Nr. 4 | Winter 2016/2017

NEU

Das Magazin für Ihre Gesundheit

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bitte lächeln | Herbst 2015


Editorial

bitte lächeln, liebe Leserin, lieber Leser, denn auch, wenn's gerade in der Welt nicht so sehr zum Lächeln aussieht, sollten wir in unserem Alltag viele Dinge finden, die uns freuen: Ein Spaziergang im Schnee, klare Luft und kalte Wintersonne, aufwärmen bei einer schönen Tasse Tee zuhause auf dem Sofa. Ich möchte Sie einladen, diese kleinen Glücksmomente zu finden und zu genießen – auch und gerade jetzt. Und vielleicht setzen Sie sich ja mit Ihrer Ausgabe von bitte lächeln aufs Kuschelsofa? Ich wünsche viel Vergnügen! bitte lächeln informiert Sie seit über zwei Jahren fundiert und unterhaltsam über gesundheitliche Aspekte. Sie haben das Magazin beim Zahnarzt, Kieferorthopäden oder Implantologen Ihres Vertrauens erhalten – unser thematischer Schwerpunkt liegt stets auf den Zähnen und der Mundgesundheit. In dieser Ausgabe haben wir uns die Arten und Wirkungsweisen unterschiedlicher kieferorthopädischer Geräte näher angesehen und für Sie zusammen getragen. Gewiss merken Sie beim Lesen, dass Kieferorthopädie ein faszinierendes Teilgebiet der (Zahn-)Medizin ist – welches mitunter das Wohlbefinden des gesamten Körpers steigert. Wussten Sie beispielsweise, dass chronische Kopfschmerzen ihre Ursache in einer Fehlstellung des Kiefers haben können? Denken Sie bei Kieferorthopädie überwiegend an Kinder und Jugendliche, so haben Sie den zweifellos größten Patientenkreis im Kopf. Doch Kieferorthopädie leistet für alle Altersgruppen Wertvolles: Bei angeborenen schweren Kieferwachstumsproblemen, beispielsweise der so genannten Lippen-KieferGaumenspalte, kann eine kieferorthopädische Behandlung schon bei Neugeborenen angezeigt sein. Bei Erwachsenen kann sie Schmerzen der Kaumuskulatur reduzieren, bei Senioren wiederum den Tragekomfort von Zahnersatz verbessern. Es gibt heute kein Lebensalter mehr, das eine kieferorthopädische Behandlung ausschließt! Erzählen Sie uns doch Ihre ganz persönliche Geschichte zur Kieferorthopädie! Was hat Ihr Fachzahnarzt für Kieferorthopädie für Sie geleistet? Wie hat sich dadurch Ihr Leben verbessert? Lassen Sie andere Leserinnen und Leser an Ihren Erfahrungen teilhaben und schreiben Sie uns. Ich wünsche Ihnen einen erlebnisreichen Winter, viele Anlässe zum Lächeln und viel Spaß beim Schmökern in dieser Ausgabe!

Ihre Doris Hoy-Sauer, Herausgeberin

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7 Inhalt

Winter 2016/2017

Blasenentzündung – lästiges Übel in der Winterzeit

Warum Sie zu Cranberry-Produkten greifen sollten

Aktuell notiert 6

Mandelentzündungen: Wann kann eine Mandelentfernung sinnvoll sein? Unterstützung pflegender Angehöriger bei der Mundhygiene: Zehn Kurzfilme auf YouTube

7

Blasenentzündung – lästiges Übel Welche Cranberry-Produkte helfen können

8

Empfindliche Zähne – was tun? Fünf Tipps zur Linderung Weißt du, wie viel Zähne stehen? Hypero- und Hypodontie verändern Gebissstruktur

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Titel 10

Zähne in der Klammer: Arten & Wirkung von Zahnspangen

13

„Herausnehmbar oder festsitzend?“ Wo die Unterschiede zwischen diesen kieferorthopädischen Geräten liegen

15

Buchtipp: Mein Gesicht

16

„Unsichtbare Zahnspangen“ Lingualtechnik: Brackets auf den Innenseiten der Zähne

18

Zahnspangen richtig aufbewahren und reinigen Extra: Tipps zu Zahnpflege und Ernährung

19

Zahnspange bei Nickelallergie? Meist kein Problem – im Gegenteil!

Zwiebeln: Wahre Alleskönner

Nützliche Waffe gegen Erkältungen

25

Heilpflanzen 22

Zwiebel – Wundergewächs aus dem Boden

Hausapotheke 23

4

Honig: natürliches Heiltalent Rezept: Gegrillte Feigen mit Ziegenfrischkäse Lecker orientalisch!

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10 Zähne in der Klammer: Arten & Wirkung von Zahnspangen

Wann welche kieferorthopädische Apparatur zum Einsatz kommt – und mit welchem Nutzen

23

Leben & Genießen 24

Voll Feige! Winterlicher Energielieferant

25

Rezept: Gegrillte Feigen mit Ziegenfrischkäse

26

Spagat zwischen Job und Familie – Tipps für ein entspanntes Familienleben ohne Stress und Streit

Gesundheit & Fitness 28

Im Bett nicht denken Tipps für erholsamen Schlaf

29

Herzschwäche – eine Frage des Schicksals?

Pflege & Wellness Honig: Desinfizierend und antibakteriell So wenden Sie ihn an

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30

Wenn’s im Winter spannt und schuppt... So fühlen Sie sich wohl in Ihrer Haut

31

Winter-Wellness für strahlende Augen Sagen Sie verschlafenen Winteraugen den Kampf an!

Spaß & Wissen 32

Je öfter man Zähne putzt, desto besser – Wahrheit oder Mythos? Honig um’s Maul schmieren – woher kommt’s?

33

Kreuzworträtsel

Zu guter Letzt 34

Tierische Überlebensstrategien in der Kälte

Vorschau & Impressum 35

Vorschau auf die kommenden Ausgaben Impressum & Kontakt

Spagat zwischen Job und Familie: Tipps für ein entspanntes Familienleben Kein Stress und Streit mehr!

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Aktuell notiert

Mandelentzündungen: Problem wächst sich oft aus

Doch wann kann eine Mandelentfernung sinnvoll sein? AHHH! Eine Mandelentzündung ist für den Arzt deutlich sichtbar.

Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Fieber – besonders Kinder leiden häufig an Mandelentzündungen. Wenn diese Symptome mehrmals pro Jahr wiederkehren oder die Mandeln dauerhaft entzündet sind, denken Eltern über eine Entfernung der Mandeln nach. „Doch auch eine Operation kann Halsentzündungen nicht vollständig verhindern. Sie kann sie nur weniger wahrscheinlich machen“, so Dr. Andreas Waltering, stellver-

tretender Leiter des Ressorts Gesundheitsinformation beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Bei einer Mandelentzündung typische Beschwerden wie Halsschmerzen und Fieber lassen sich mit schmerzlindernden und fiebersenkenden Mitteln behandeln, zum Beispiel mit Ibuprofen oder Paracetamol. Bei einer bakteriellen Mandelentzündung können auch Antibiotika helfen. Dass ein Kind von einer Mandelentfernung profitiert, ist wahrscheinlicher, wenn es stärkere Beschwerden hat. Von „stärkeren Beschwerden“ sprechen Ärzte, wenn ein Kind in den letzten beiden Jahren jeweils mindestens fünf Mandelentzündungen hatte, die mehrere Tage andauerten. Jede Operation bringt zudem Unannehmlichkeiten und Risiken mit sich. Nach der Mandelentfernung kann die Wunde wehtun und das Schlucken schmerzhaft sein. Auch Übelkeit und Geschmacksstörungen sind möglich. Außerdem können bei dem Eingriff Komplikationen wie Nachblutungen auftreten. Wenn Eltern über eine Mandelentfernung nachdenken, ist es wichtig, dass sie diese Vor- und Nachteile kennen – und wissen, dass Mandelentzündungen oft mit den Jahren von selbst seltener werden oder ganz verschwinden. Dr. Waltering: „Nur: Bei welchem Kind sich das Problem einfach auswachsen wird, lässt sich leider nicht vorhersagen.“ ■

Unterstützung pflegender Angehöriger bei der Mundhygiene Zehn Kurzfilme auf YouTube Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hat in Kooperation mit dem Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) zehn Kurzfilme – Pflegetipps für Angehörige und Pflegepersonal für die Mundpflege von Hochbetagten, Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung – erstellt. Die zehn Kurzfilme stehen auf YouTube Patienten, Pflegern und Zahnarztpraxen zur Verfügung. Die Erklärvideos zu Themen wie Mundpflege bei Menschen mit Behinderung, Mundtrockenheit, Prothesenreinigung, Bedeutung der Mundgesundheit für die Allgemeingesundheit, Zahnfleischerkrankungen, Anwendung von Haftcreme etc. sind bewusst verständlich und kurz gehalten, sie sollen breit aufklären. Denn 1,3 Millionen – etwa die Hälfte der pflegebedürftigen Menschen – werden in Deutschland Zuhause von Familienangehörigen oder nahestehenden Personen gepflegt. ■

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INFO: Die zehn Kurzfilme finden Sie hier: https://www.youtube.com/channel/ UCwmGBPNN7xOxFbtrnzN86aw


Blasenentzündung – lästiges Übel Hochkonjunktur haben zurzeit Erkältungskrankheiten. Ebenfalls außergewöhnlich hoch ist das Risiko einer Blasenentzündung, die oft von einer Unterkühlung ausgelöst wird. Ständiger Harndrang und Brennen beim Wasserlassen sind die Folgen. Leserin Gabriele P. aus Garbsen bei Hannover schrieb bitte lächeln: „Ich habe jetzt bereits zum dritten Mal innerhalb von vier Monaten eine Blasenentzündung. Ich wollte jetzt mal Cranberry-Extrakte probieren, können Sie mir hierzu etwas empfehlen?“ bitte lächeln hat die Frage zur fachkundigen Beantwortung an Dr. Martina Weber weitergegeben, Ökotrophologin bei BioProphyl, einem Hersteller natürlicher Nahrungsergänzungsmittel. Dr. Martina Weber: „Cranberrys werden insbesondere aufgrund ihrer sekundären Pflanzenstoffe, der so genannten Proanthocyanidine (PAC), geschätzt – denn im Gegensatz zu den meisten anderen Früchten enthalten sie diese in der seltenen A-Form. Als optimal bezeichnen aktuelle Studien den täglichen Verzehr von 36 – 72 mg PAC aus Cranberrys der Gattung Vaccini-

Experte Ökotrophologin Dr. Martina Weber arbeitet bei BioProphyl, einem Hersteller natürlicher Nahrungsergänzungsmittel.

um macrocarpon. Sind der PAC-Gehalt und die Cranberryart nicht angegeben oder handelt es sich um Cranberryprodukte einer anderen Gattung als Vaccinium macrocarpon, sollten Sie einen Wechsel des Präparats in Betracht ziehen.“ ■

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Aktuell notiert

Empfindliche Zähne – was tun? Ist es draußen winterlich, machen sich beim Einatmen der kalten Luft überempfindliche Zähne unangenehm bemerkbar. Bei heißen Getränken, süßem Gebäck sowie bei der Mundhygiene können die Zähne ebenfalls schmerzhaft ziehen. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz gibt Ihnen Tipps, was bei sensiblen Zähnen hilft:

Tee, Kaffee oder Glühwein — sensible Zähne machen sich beim Genuss von Heißgetränken unangenehm bemerkbar.

Ihr Zahnarzt kann die Ursache für die Überempfindlichkeit feststellen. In den meisten Fällen sind freiliegende Zahnhälse der Auslöser für den Schmerz – und häufig Alarmsignal für eine behandlungsbedürftige Parodontitis. Bei freiliegenden Zahnhälsen ist eine schonende Zahnpflege wichtig. Dafür empfiehlt sich eine Zahnbürste mit weichen, abgerundeten Kunststoffborsten. Beim Putzen sollten Sie möglichst wenig Druck auf Zähne und Zahnfleisch ausüben. Für empfindliche Zähne gibt es spezielle Zahncremes, deren Inhaltsstoffe die Zahnhälse ummanteln. Zusätzlich kann eine Mundspülung helfen, die Schmerzempfindlichkeit zu reduzieren.

Fluoridhaltige Gelees aus der Apotheke reduzieren die Schmerzen. Außerdem härten sie den Zahnschmelz und schützen die freiliegenden Zahnhälse vor Karies. Bei starker Überempfindlichkeit versiegelt der Zahnarzt die Zahnhälse mit einem kräftigenden Fluoridlack und lindert so die Überempfindlichkeit. ■

Weißt du, wie viel Zähne stehen? Hypero- und Hypodontie verändern Gebissstruktur 20 Milchzähne und 32 bleibende Zähne weist das menschliche Gebiss im Normalfall auf. Doch was viele nicht wissen: In manchen Fällen rufen angeborene Veranlagungen eine Über- oder Unterzahl – meist im bleibenden Gebiss – hervor. Mediziner sprechen hier von Hyperobeziehungsweise Hypodontie. „Letztgenannte zählt insbesondere durch fehlende Weisheitszähne zu den häufigsten Anomalien“, erklärt Dr. Christoph Sliwowski, Leiter der Zahnimplantat-Klinik Düsseldorf im St. Vinzenz-Krankenhaus sowie Supervisor des „Curriculum Implantologie“ in Deutschland und Polen. „Eine Hyperodontie hingegen ist nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich, da die überzähligen Zähne nicht unbedingt durchbrechen und dann im Kiefer verborgen bleiben.“ Überzählige Zähne treten am häufigsten im Bereich der oberen Schneidezähne auf und zeigen sich als sogenannte Zapfenzähne, die eine kleine, rundliche Form ohne scharfe Kanten aufweisen. Kommt es durch die Hyperodontie zu Engständen oder verspüren Betroffene Beschwerden wie Schmerzen oder Druckgefühle, entfernt der Zahnarzt den störenden Zahn. „Wir prüfen vorab genau, welche

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Zähne sich am besten in die Zahnreihe einfügen oder sich durch eine nachfolgende kieferorthopädische Behandlung optimal richten lassen“, sagt Dr. Sliwowski. Fehlen hingegen Schneide- oder Backenzähne, sollten Sie ebenfalls mit dem Zahnarzt weitere Maßnahmen abstimmen. „Mit der Zeit kippen benachbarte Zähne in die Lücke und sorgen somit für Fehlstellungen im gesamten Gebiss“, erläutert Dr. Sliwowski. „Zusätzlich baut sich durch die mangelnde Kaubelastung der Kieferknochen ab.“ ■

Experte Dr. Christoph Sliwowski Leiter der Zahnimplantat-Klinik Düsseldorf im St. Vinzenz-Krankenhaus und Supervisor des „Curriculum Implantologie“ in Deutschland.


Zahnzusatzversicherung – eine Frage des Alters? Die Möglichkeiten, die die moderne Zahnmedizin und Kieferorthopädie heute bieten, tragen viel dazu bei, dass sich jeder ein strahlendes Lächeln ein Leben lang bewahren kann. Sorge um Bezahlbarkeit Einziges Problem dabei: Hochwertige zahnärztliche und kieferorthopädische Versorgung wird von den Krankenkassen nicht bezahlt. Die gesetzliche Krankenversicherung bietet eine Grundversorgung für medizinisch notwendige Maßnahmen, die ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein müssen. So steht es im Sozialgesetzbuch. Deshalb treibt viele Menschen die Sorge um, dass sie sich vielleicht keine schönen Zähne mehr leisten können. Clever ist, wer rechtzeitig vorsorgt Mit einer privaten Zahnzusatzversicherung können Sie Vorsorge treffen und sich vor überraschenden Zahnarztkosten schützen. Moderne Zahnzusatzversicherungen übernehmen bis zu 90 % der Gesamtkosten für Zahnersatz und Zahnbehandlung.

Zu letzterem gehören u. a. hochwertige Füllungen, Wurzelbehandlungen und Prophylaxemaßnahmen. Vorsorge ist keine Frage des Alters „In meinem Alter bekomme ich doch bestimmt keine Zahnzusatzversicherung mehr. Ich habe ja schon einige Kronen und Brücken“ Diese Befürchtung haben viele, doch sie ist unnötig. Eine Zahnzusatzversicherung kann in jedem Alter abgeschlossen werden. Versicherer dürfen schon seit etlichen Jahren kein „Höchsteintrittsalter“ mehr festlegen. Den Gebisszustand darf der Versicherer aber abfragen. Und hier entscheiden die einzelnen Versicherer ganz unterschiedlich. Was der eine Versicherer ablehnt oder nur mit Zuschlag versichert, nimmt der andere ohne Wenn und Aber an. Vorsorge für Kinder Auch viele Eltern stellen sich die Frage, ob sie eine Vorsorge für ihre Kinder treffen sollten. Eine Zahnzusatzversicherung für Kinder ist sinnvoll, wenn sie Kosten für kiefer-

orthopädische Leistungen erstattet. Je nach Schwere einer Zahnfehlstellung werden fünf „Kieferindikationsgruppen“ unterschieden (KIG 1 bis 5). KIG 1 kennzeichnet leichte Fehlstellungen, in KIG 5 werden schwerwiegende Fehlstellungen eingestuft. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt nur die Grundkosten bei KIG 3,4 und 5. Da hilft dann eine Zahnzusatzversicherung, die 80 bis 90 % der Gesamtkosten erstattet. Allerdings muss sie frühzeitig abgeschlossen werden. Wurde das Kind bereits von einem Kieferorthopäden untersucht und der Behandlungsbedarf festgestellt, dann ist es für Absicherung zu spät. Fachleute, die sich auf das Thema „Zahnzusatzversicherung“ spezialisiert haben (zum Beispiel Vergleichsportal im Internet www.todentta.de mit kostenfreier telefonischer Beratung unter 071169306435), kennen die Annahmerichtlinien der Versicherer und finden für Jung und Alt die Zahnzusatzversicherung, die am besten passt. ■

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Titel

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Zähne in der

Klammer Arten & Wirkung von Zahnspangen: Wann welche kieferorthopädische Apparatur zum Einsatz kommt – und mit welchem Nutzen Fehlstellungen der Zähne und Kiefer bereiten natürlich besonders beim Beißen, Kauen und Sprechen Probleme. Sie können aber auch für Erkrankungen und Beschwerden im gesamten Körper verantwortlich sein, beispielsweise Kopf- und sogar Rückenschmerzen auslösen. Zudem sind „schiefe Zähne“ nicht nur unschön, sondern auch schwer sauber zu halten. Knapp zwei Drittel aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland erhalten daher eine Zahnspange. Bei Erwachsenen nimmt die Korrektur von Zahnfehlstellungen ebenfalls zu. Welche verschiedenen kieferorthopädischen Geräte dabei zum Einsatz kommen? bitte lächeln liefert Ihnen auf den folgenden Seiten einen Überblick!

S

chneekette – so nennen Heranwachsende laut „Wörterbuch der Jugendsprache“ ihre festsitzende Zahnspange mitunter. Brackets gehören zum Erscheinungsbild junger Erwachsener ganz selbstverständlich dazu. Das Spektrum kieferorthopädischer Apparaturen ist aber wesentlich breiter: Von herausnehmbaren über beinahe unsichtbare Zahnspangen auf der Innenseite der Zähne bis hin zu aufwändigeren Apparaturen wie Headgear und HerbstScharnier. „Ziel ist es, die Zähne physiologisch korrekt anzuordnen und die Situation lebenslang so zu halten“, erklärt Prof. Dr. Dr. Ralf J. Radlanski von der Charité Berlin in seinem Fachbeitrag „Über die Notwendigkeit kieferorthopädischer Behandlungsmaßnahmen“ (in: umwelt.·medizin.·gesellschaft.; 3/2015; S. 181 – 185). ►

Bevor Ihnen bitte lächeln auf den folgenden Seiten die unterschiedlichen Arten & Wirkungsweisen vorstellt, erfahren Sie einführend spannende Details zur Kieferorthopädie generell.

Zwar nicht sofort als solche erkennbar, aber ebenfalls eine Art Zahnspange. Herbst 2015 | bitte lächeln Winter 2016/2017

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Titel

Ungehemmt lachen und selbstsicher auftreten — mit gesunden und schönen Zähnen fällt das wahrlich leicht.

Die kieferorthopädische Behandlung Erwachsener ist heutzutage keine Seltenheit mehr.

er Ausnutzen d natürlichen ng Zellerneueru „Das menschliche Kauorgan unterliegt naturgemäß Umbauvorgängen. In vielen Fällen kommt es während der Gebissentwicklung und auch noch nach Ausbildung des vollständigen Gebisses zu Zahnfehlstellungen, die langfristig einer kieferorthopädischen Therapie bedürfen, wenn die Zähne lebenslang erhalten werden sollen“, so Prof. Radlanski. Der klassische Zeitraum in der Behandlung schief stehender Zähne von Kindern und Jugendlichen ist die Phase des Wechselgebisses: in der Regel beginnen die kieferorthopädischen Therapien zwischen dem zehnten und zwölften Lebensjahr. Warum ist das so? Damit die kieferorthopädischen Geräte zuverlässig arbeiten und die gewünschten Zahnbewegungen steuern können, brauchen sie festen Halt. In der Zeit des Wechselgebisses – also wenn die Milchzähne gehen und die bleibenden Zähne nachrücken – sind meist genügend Zähne vorhanden, welche die Behandlung unterstützen.

Mädchen ist er ab zehn Jahren, bei Jungen ab zwölf Jahren zu erwarten“, erläutert Prof. Radlanski. Kieferorthopädie arbeitet also mit dem natürlichen Gewebe zusammen; die Natur lässt sich aber nicht hetzen – deshalb dauert eine Zahnumstellung in der Regel mehrere Jahre.

ädie Kieferorthop im Alter

Hartnäckig hält sich das Missverständnis, kieferorthopädische Behandlungen seien ausschließlich während dieser Wachstumsphase möglich, also lediglich bei Kindern und Jugendlichen. Doch solange die Zähne gesund und genügend Knochenstruktur vorhanden sind, gibt es keine Altersgrenze. „Die Kieferorthopädie ist in Diagnostik und Therapie sehr vielfältig und sie umfasst die Zeitspanne vom Säuglingsalter bis zum Hochbetagten, der noch alle oder zumindest letzte Zähne trägt“, so Prof. Radlanski.

Daher erzielt Kieferorthopädie bei Erwachsenen ebenfalls beachtliche Behandlungserfolge: Manche holen eine klassische kieferorthopädische Behandlung nach, Weiterer Grund ist der Wachstumsschub in dieser Lebensdie ihre Familie in der Kindheit nicht ermöglichen konnphase: Der Körper, somit auch Kieferknochen und weiches te oder wollte. Andere leiden unter Kauproblemen oder Gewebe rund um die Zähne, sind in Bewegung; die kieferSchmerzen aufgrund des gestörten Zusammenspiels von orthopädische Behandlung nimmt die neu entstehenden Ober- und Unterkiefer und lassen dies einstellen. ManZellen sozusagen gleich dorthin mit, wo sie gemäß Plan che haben Munderkrankungen, gerade stehende Zähder Natur eigentlich sein sollten. „Hierzu eignet sich bene erleichtern hier Behandlung und Ausheilung. Wieder sonders der Hauptwachstumsschub in der Pubertät. Bei andere benötigen Zahnersatz, für den jedoch nicht der erforderliche Platz vorhanden ist – diesen schaffen dann Kieferorthopäden für den behandelnden Zahnarzt oder Implantologen. Viele Kau- und Haltungsbeschwerden, die sogenannte Craniomandibuläre Dysfunktion Prof. Dr. Dr. Ralf J. Radlanski, Direktor der (CMD), haben ihre Ursachen mitAbteilung für Orale Struktur- und Entwickunter ebenfalls in einer falschen lungsbiologie am Charité Centrum für Zahn-, Zahnstellung und lassen sich mit Mund- und Kieferheilkunde, Charité Univerden verschiedenen kieferorthopädisitätsmedizin Berlin. schen Geräten wirksam beheben. ■

Experte

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„Herausnehmbar oder festsitzend?“ Wo die Unterschiede zwischen diesen kieferorthopädischen Geräten liegen und wann welche Art zum Einsatz kommt Sie ist häufig zu hören in Gesprächen zwischen Kindern und Jugendlichen, aber auch unter Eltern – diese eine Frage nach den ersten Besuchen beim Kieferorthopäden: „Und, bekommst du eine herausnehmbare oder eine feste Spange?“ In der Regel stellen diese beiden Arten von „Zahnspangen“ aber keine Alternativen für eine Behandlung dar, sondern beide kieferorthopädische Apparaturen haben ihre ganz spezifischen Aufgaben. Mit bitte lächeln behalten Sie den Überblick – die nachfolgenden Informationen haben wir mit freundlicher Unterstützung der „Informationsstelle Kieferorthopädie“ zusammengetragen. „Herausnehmbare Spangen“ Herausnehmbare Apparaturen korrigieren in der Regel weniger stark ausgeprägte Fehlstellungen sowie Größe, Form und Lage der Kiefer – und optimieren ihre Funktion. Beispiel gefällig? Der Oberkiefer ist schmaler als der Unterkiefer, zwischen den Zähnen oben und unten entsteht so eine Stufe. Hier dehnen dann herausnehmbare Apparaturen den Oberkiefer im notwendigen Umfang; damit gelangen auch die Zähne in eine natürlichere Position – und der Biss stimmt wieder. Herausnehmbare Geräte bestehen in der Regel aus einer individuell im Labor angefertigten Kunststoffbasis mit Klammern und Korrekturelementen aus Edelstahldraht, zum Teil auch mit kieferorthopädischen Schrauben.

Vorteile herausnehmbarer Spangen: Es gibt keinerlei Schwierigkeiten beim Essen oder Zähneputzen. Ein Nachteil hingegen ist, dass diese kieferorthopädischen Geräte nur dann wirken, wenn sie auch getragen werden – gute Mitarbeit ist also entscheidend!

Sie denn rbe hätten Welche Fa ürfen die Patienten d gern? Klar he äußern. sc n ü W u rz hie

Je öfter die Spange getragen wird, umso besser und schneller reguliert sich das Gebiss. Daher sollte sie immer nachts und mindestens einige Stunden am Tag im Mund sein, beim Essen und beim Sport hingegen nicht. Auf keinen Fall sollte man mit dem Tragen der Spange über einen längeren Zeitraum aussetzen: Bereits nach wenigen Tagen können sich Zähne und Kiefer wieder in die alte Stellung zurückbewegen – und das monatelange fleißige Tragen war umsonst. „Festsitzende Spangen“ Im Allgemeinen verwenden Kieferorthopäden festsitzende Apparaturen im bleibenden Gebiss zur Korrektur ausgeprägter Fehlstellungen sowie im Rahmen einer prächirurgischen oder präprothetischen Therapie. Festsitzende Apparaturen bestehen aus Bändern, Brackets (das sind kleine Metall-, Keramik- oder Kunststoffplättchen), Drahtbögen und ggf. weiteren Behandlungs- und Verankerungselementen. Bänder fixiert der Kieferorthopäde mit Befestigungszement auf den Zähnen, Brackets halten mithilfe von Kunststoffkleber auf dem Zahnschmelz. In die

Bänder und Brackets kommen dann Regulierungsbögen – so lassen sich die Zähne in die gewünschte Position bewegen. Schwierigkeiten bei der Eingewöhnung treten meist nur in den ersten Tagen auf. Beeindruckende Fortschritte ließen sich in den letzten Jahren bei der Weiterentwicklung dieser kieferorthopädischen Apparaturen und Materialien beobachten: Brackets sind nun kleiner und dank teilweise zahnfarbener Materialien wie Keramik oder Kunststoff weniger auffällig. Für Regulierungsbögen wiederum gibt es heute neben Stahldrähten auch sehr flexible

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Titel

ihrer Hilfe entwickelt sich der Oberkiefer meist so weit nach vorn, dass eine spätere operative Lagekorrektur nicht mehr notwendig ist (Abb. s. links).

Drähte aus Titan-, Molybdän-, Nickel-, Kupfer- und Cobalt-Legierungen; diese bewirken Änderungen der Zahnstellung mit sehr schwachen und somit schonenden Kräften. Besondere Spangen: Außenspange (Headgear): Zum Verschieben der oberen Backenzähne nach hinten, um Platz zu schaffen und vorstehende Schneidezähne zurückbewegen zu können. Vielfach lässt sich durch das Tragen der Außenspange das Ziehen von Zähnen vermeiden. Herbst-Scharnier, nach seinem Erfinder benannt, dem Zahnmediziner Emil Herbst: Zur Vorverlagerung und Wachstumsförderung des Unterkiefers;

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das Herbst-Scharnier besteht aus teleskopartigen Scharnieren, die an den oberen und unteren Seitenzähnen befestigt sind. Es erzielt eine rasche Positionsänderung des Unterkiefers, weshalb ein HerbstScharnier besonders bei geringem Restwachstum sinnvoll sein kann (Abb. s.o. re.). Gesichtsmaske: Bei einigen Patienten ist einer Unterentwicklung des Oberkiefers entgegenzuwirken. In diesen Fällen lassen sich das Wachstum des Oberkiefers und seine Entwicklung nach vorn gezielt fördern. Als günstigstes Behandlungsalter gilt die Zeit zwischen dem 6. und 8. Lebensjahr. Die Apparatur wirkt zwar aufwändig, doch mit

Und was ist ein „Retainer“? Es ist geschafft! Durch die kieferorthopädische Behandlung ließen sich die Zahnstellung verbessern, die Kiefer korrekt zueinander einstellen, die Funktion des Gebisses verbessern und ein äußerlich harmonisches Resultat erzielen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene hat dies viel Einsatz und Mühe gekostet. Doch Vorsicht: Ohne abschließende Sicherungsmaßnahmen bleibt dieser Behandlungserfolg nur selten stabil, daher muss sich in einer Phase der Stabilisierung – auch Retentionsphase genannt – das Gebiss festigen. Wie diese Retentionsphase genau abläuft, entscheidet der Kieferorthopäde bzw. die Kieferorthopädin. Nach einer Behandlung mit herausnehmbaren Geräten können diese beispielsweise einige Zeit weiter getragen werden, bei schrittweise reduzierter Tragedauer. Die Spange sollte immer gut und locker sitzen. Ein Klemmen oder eine schlechte Passform zeigen, dass sich die Zahnstellung noch verändert – dass also eine Rückfallneigung besteht.


Auch nach Entfernung einer festsitzenden Apparatur ist eine Stabilisierung erforderlich, und zwar so lange, bis sich die Zähne in ihrer neuen Position gefestigt haben. Hierzu wird beispielsweise ein hinter die Zähne fest eingeklebter Draht, ein sogenannter Retainer, verwendet. ■

Oftmals hegen Kinder, Jugendliche und Erwachsene Vorurteile gegen entweder herausnehmbare oder festsitzende Apparaturen. Fachzahnärzte für Kieferorthopädie nehmen sich gern Zeit, um über die unterschiedlichen Aufgaben beider Gerätearten aufzuklären, auf die individuelle Mundsituation einzugehen und eine optimale Lösung zu finden.

Mein Gesicht

BUCHTIPP

Jeder hat ein Gesicht. Und jeder ragt mit ihm oben aus der Kleidung heraus. Schöne Menschen werden oft bevorzugt – und nicht nur angehimmelte Stars jagen den Schönheitsidealen des Mainstreams nach. Aber was macht unser Gesicht eigentlich aus? Warum haben wir Haare und warum fallen sie aus? Was ist in den Tränensäcken drin? Wie wächst die Nasenspitze? Warum schwindet das Zahnfleisch und warum wandern die Zähne?

Prof. Dr. Dr. Ralf J. Radlanski Mein Gesicht Haare, Haut, Augen, Nase, Ohren, Knochen, Mund und Zähne. Warum sehen wir so aus? Anatomische Erklärungen

ISBN 978-3-86867-338-8 Hardcover, 272 Seiten, 51 Abbildungen Quintessenz Verlags-GmbH 19,95 €

In diesem Buch erklärt der Autor – Professor an der Charité Berlin und Direktor des Centrums Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Abteilung für Orale Struktur- und Entwicklungsbiologe – auf unterhaltsame Weise sowie hier und da mit einem provozierenden Augenzwinkern die Einzelheiten und die anatomischen Zusammenhänge des Gesichts. Er beschreibt, was unter der Haut alles zu finden ist und wie es funktioniert. Illustriert mit zahlreichen eigenen Zeichnungen des Autors bietet dieses Buch kurzweiliges und lehrreiches Lesevergnügen! ■

bitte lächeln verlost fünf Exemplare des Buches. Schicken Sie dazu einfach bis zum 1. März 2017 eine E-Mail mit dem Stichwort „Mein Gesicht“ an gewinnspiel@bitte-laecheln-web.de. Viel Glück!

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Titel

„Unsichtbare“ Zahnspangen

Lingualtechnik: Brackets auf den Innenseiten der Zähne

Lingualbrackets kleben auf den Zahninnenseiten — und sind somit von außen nicht sichtbar. Sorgfältige Mundhygiene ist während der Behandlung das A und O.

In der Regel sind festsitzende kieferorthopädische Apparaturen auf den Außenflächen der Zähne angebracht, also im sichtbaren Bereich (Labialtechnik). Speziell geschulte Kieferorthopäden bieten in geeigneten Fällen aber auch an, die Brackets und Bögen auf den Innenseiten der Zähne zu befestigen (Lingualtechnik). „Die beinahe unsichtbare feste Zahnspange – auch als Lingualbrackets bekannt – ist beispielsweise für Jugendliche und Erwachsene eine passende und raffinierte Lösung, wenn die kieferorthopädische Behandlung in Schule und Beruf nicht auffallen soll“, erklärt Dr. Claudia Obijou-Kohlhas, 2. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Linguale Orthodontie (DGLO). Die Herstellung der Lingualbrackets übernimmt ein Speziallabor unter Verwendung modernster digitaler Verfahren und 3D-Drucker. „Die lingualen Brackets werden, im Gegensatz zu den Außenbrackets, für jeden Zahn einzeln produziert und die Drähte von einem High-TechRoboter gebogen, weshalb sie nicht ganz billig sind. Die Anwendung der Lingualtechnik hört sich kompliziert an, ist aber für den geschulten Fach-

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Weitere Informationen zu „unsichtbaren“ Zahnspangen sowie zur Deutschen Gesellschaft für Linguale Orthodontie finden Sie unter www.dglo.org.

zahnarzt für Kieferorthopädie kein Problem“, so Dr. Obijou-Kohlhas. Durch die zungenwärts angebrachte Apparatur ist mit einer längeren Eingewöhnungszeit zu rechnen, insbesondere was das Sprechen anbelangt. So können zunächst Lispeln und Irritationen der Zunge auf Grund des eingeengten Zungenraums auftreten – Leseübungen in den ersten beiden Wochen trainieren die Zungenmuskulatur um. Zumeist kein Problem hingegen ist das Putzen, mit ein bisschen Übung geht dies gut von der Hand. Für die tägliche Mundhygiene hat Dr. Obijou-Kohlhas einen Tipp parat: „Zur Unterstützung kann ein Kosmetik-

spiegel dienen, mit dem sich in den Mund schauen und das Putzergebnis kontrollieren lässt.“ Um das Behandlungsergebnis zu sichern, schließt sich an eine Lingualbehandlung ebenfalls eine Retentionsphase an – entweder mit herausnehmbaren Geräten, die nachts getragen werden, oder mit einem festsitzenden Retainer auf der Innenseite der Schneidezähne. „Aktuell bieten rund zehn Prozent aller Kieferorthopäden diese Lingualspange an“, so Dr. Obijou-Kohlhas, „welcher Kieferorthopäde in Ihrer Nähe das ist, können Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Linguale Orthodontie erfragen.“ ■

Expertin Dr. Claudia Obijou-Kohlhas, 2. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Linguale Orthodontie (DGLO).


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Titel

Zahnspangen – richtig aufbewahren und reinigen Extra: Tipps zu Zahnpflege und Ernährung bei festsitzenden Apparaturen Drähten sowie an Brackets und Bändern setzen sich häufig Beläge und Speisereste fest; sie können zu Karies und Zahnfleischentzündungen führen. Spülen Sie zu Beginn der Zahn- und Spangenreinigung gründlich mit Wasser aus. So entfernen Sie die gröbsten Speisereste. Putzen Sie jeden Zahn einzeln mit Zahnbürste und Zahnpasta sowie in kreisenden Bewegungen. Zur Reinigung der Drähte, Bänder und Brackets erhalten Sie in Drogerien und Apotheken spezielle „Ortho-Bürsten“.

Eine tägliche, sanfte Reinigung der herausnehmbaren Spange mit Zahnbürste und Zahnpasta ist ein Muss. Allerdings sollten Sie für die Zahnspange nicht die gleiche Zahnbürste verwenden wie für Ihre Zähne – haben Sie also am besten immer zwei Zahnbürsten griffbereit. Fassen Sie bei der Reinigung die Spange stets am Kunststoff und nicht an den Drähten an – diese könnten verbiegen. Bürsten Sie so lange unter fließendem lauwarmem Wasser, bis keine Beläge mehr sichtbar sind.

Glas und spülen Sie die Spange nach dem Reinigungsbad sorgfältig ab.

Alternativ können Sie auf spezielle Reinigungstabletten zurückgreifen, die Sie in Drogeriemärkten erhalten: Geben Sie Ihre Spange einfach zusammen mit einer Tablette in ein

Gründlich Zähne putzen! Wer eine festsitzende kieferorthopädische Apparatur im Mund hat, sollte extra sorgfältig Zahn- und Mundhygiene betreiben. Warum? An den

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Bitte kochen Sie die Spange niemals aus, da sich dabei der Kunststoff verformt. Zur Aufbewahrung empfiehlt sich eine Spangendose, in der die Spange trocknen kann. Luftdichte Dosen – wie zur Aufbewahrung von Lebensmitteln verwendet – lassen die Feuchtigkeit nicht entweichen; es könnten sich gesundheitsschädliche Fäulnis- und Schimmelpilze bilden.

Nach der Reinigung nochmal mit Wasser ausspülen und anschließend eine halbe Minute lang mit einer antibakteriellen Lösung spülen. Tipps zur Ernährung Verzichten Sie während einer kieferorthopädischen Behandlung mit festsitzenden Apparaturen am besten auf Süßigkeiten: Klebrige Gummibärchen, Kaugummi oder Lakritz sind nur schwer wieder aus Drähten und Brackets zu entfernen. Meiden Sie zudem Nüsse und Karamellbonbons. Harte Nahrung wie Äpfel und Karotten schneiden Sie in mundgerechte Stückchen – und kauen vorsichtig, um die Drähte nicht zu verbiegen. ■


SPIEL & SPASS

mit Tim

Hättest du’s gewusst? In Australien ist jetzt Sommer! Im Dezember in T-Shirt und kurze Hose schlüpfen, im Januar ab an den Strand und ins Meer – oder ein leckeres Eis zur Abkühlung schlecken, denn es hat über 30 Grad! Eine komische Vorstellung, was?! In Australien ist das aber ganz normal. Denn während jetzt bei uns tiefer Winter herrscht, ist es in Australien Sommer. Tim erklärt dir, warum das so ist. Das hat damit zu tun, dass die Erde um die Sonne kreist. Für einen ganzen Kreis um die Sonne braucht sie genau ein Jahr. Dabei scheint die Sonne nicht immer gleichmäßig auf alle Länder der Erde: Einmal bekommt die Nordhalbkugel mehr Sonne ab, danach wieder die Südhalbkugel. Auf der Halbkugel, auf der gerade mehr die Sonne scheint, ist Sommer – auf der anderen Seite der Welt gleichzeitig Winter. Während bei uns also Schnee liegt, schwitzen die Australier. Dafür holen sie dann im Juli und August ihre dicken Jacken heraus und frieren – denn dann ist dort Winter. Winter 2016/2017 | bitte lächeln

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Schatten-Rätsel Welcher der Schatten von A bis D gehört zu dem fröhlichen Schlittschuhläufer?

A D B

C

Auch Tiere haben Milchzähne! Weißt du, wie viele Zähne du hast? Zähl doch mal nach. Das Milchgebiss bei Kindern besteht aus 20 Zähnen, falls schon alle da sind und noch keiner ausgefallen ist. Das ist aber nichts im Vergleich zu Katzen! 26 Milchzähne haben junge Kätzchen. Genau wie wir Menschen kommen sie erst ohne Zähne zur Welt. Nach sechs Wochen sind alle Milchzähne zu sehen. Später drücken die neuen Zähne die Milchzähne heraus. Junge Hundewelpen haben sogar noch mehr Milchzähne, nämlich 28. Wusstest du, dass Hunde starke Schmerzen haben, wenn sie ihre Milchzähne verlieren? Dann hilft es ihnen, an Tüchern zu zerren oder an Kauknochen zu knabbern. Von Milchzähnen spricht man übrigens bei Säugetieren, die als Baby die Muttermilch saugen. Weil das die meisten Säugetiere tun, haben fast alle Säugetiere Milchzähne. Eine Ausnahme sind Delfine, Faultiere und Meerschweinchen. Bei ihnen gibt es keinen Wechsel von den Milchzähnen zum Dauergebiss. Sie haben also keine Wackelzähne, die ausfallen. Dafür bekommen sie aber auch keine Überraschung von der Zahnfee!

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Zahnspange bei Nickelallergie? Meist kein Problem! Zahnspange kann Nickelallergie sogar vorbeugen Sie wissen es – oder kennen es aus eigener Erfahrung: Nickel in Uhren, Ketten oder Ohrringen kann zu rötender Haut, Juckreiz und Bläschen führen. Etwa 15 bis 20 Prozent der deutschen Frauen und fünf Prozent der deutschen Männer reagieren auf Nickel allergisch – damit gilt das Metall als häufigste Ursache sogenannter Kontaktallergien. Zahnspangen können ebenfalls Nickel enthalten. Die Schleimhaut der Mundhöhle kommt jedoch meist problemlos damit klar: „Bei kieferorthopädischen Behandlungen im Mundraum beobachten wir so gut wie nie Entzündungsreaktionen oder Ekzeme“, erklärt Dr. Lina Gölz, Oberärztin der Poliklinik für Kieferorthopädie des Universitätsklinikums Bonn. Unterschiede in den Zellen Als Grund vermuteten Wissenschaftler bislang, dass im Mundraum andere Typen von Immunzellen arbeiten. Diese würden auf das Metall weniger aggressiv reagieren als ihre Pendants in der Haut. „Wir konnten nun erstmals zeigen, dass sich die lokalen Gewebszellen der Schleimhaut selbst ganz anders verhalten als die der äußeren Haut“, sagt Dr. Gölz. So produzieren diese Zellen in der Mundschleimhaut nur ein Zwanzigstel der Entzündungssignale, die Hautzellen unter identischen Bedingungen bilden. Gleichzeitig hemmen Botenstoffe aus der Mundschleimhaut entzündliche Prozesse.

Expertin Dr. Lina Gölz Oberärztin und Habilitandin der Poliklinik für Kieferorthopädie des Universitätsklinikums Bonn.

somit gewissermaßen wie eine sublinguale Immuntherapie.“ Eine sublinguale Immuntherapie ist eine bestimmte Form der Hyposensibilisierung bei Pollenallergikern – hierbei tropfen sich die Patienten das Allergen unter die Zunge, mit meist guten Erfolgen. Wer eine Zahnspange trägt, legt damit augenscheinlich also nicht nur die Basis für ein schönes Gebiss!

Zahnspange kann desensibilisieren Interessanterweise scheint eine kieferorthopädische Behandlung – etwa mit einer festsitzenden Zahnspange – die Entstehung einer Nickelallergie zu verhindern. Das konnte Dr. Gölz durch eine Analyse bereits veröffentlichter Studien zeigen. Dieser „protektive Effekt“ war vor allem bei Menschen zu beobachten, die sich erstmals ein Piercing setzen ließen, nachdem sie sich einer kieferorthopädischen Behandlung unterzogen hatten. „Schon die geringen Nickelmengen, die von den Spangen konstant in den Mundraum abgegeben werden, scheinen das Immunsystem zu desensibilisieren“, erläutert Dr. Gölz. „Eine Zahnspange wirkt

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Heilpflanzen

Zwiebel –

Wundergewächs aus dem Boden

Die Zwiebel ist eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt – und erfreut sich großer Beliebtheit beim Kochen und in Salaten. „Aber auch ihre gesundheitlichen Vorteile weisen eine enorme Vielseitigkeit auf“, so Daniel Scheel, Geschäftsführer von medizinfuchs.de, einem Internetportal für Medikamenten-Preisvergleich. Aufgrund des hohen Anteils an schwefelhaltigen Verbindungen zählen Zwiebeln zu den streng riechenden Nahrungsmittelsorten. Aber genau diese Inhaltsstoffe machen das Gemüse so gesund: Denn ihr Verzehr kann Entzündungen und Keime hemmen. Wahrer Alleskönner In Zwiebeln enthaltene Antioxidantien fangen schädliche freie Radikale ein; Wissenschaftler machen diese für vorzeitige Alterung und Krebs verantwortlich. In roten Zwiebeln befinden sich dabei doppelt so viele Radikalfänger wie in jeder anderen Art dieser Pflanze. „Schon der Verzehr von drei bis vier roten, rohen Zwiebeln pro Woche unterstützt die körpereigene Entgiftung maßgeblich“, weiß Daniel Scheel. Da die lebenswichtigen Vitamine vor allem im äußeren Teil des Gemüses sitzen, sollten Sie so wenig Schichten wie möglich abschälen.

Natürliche Waffe gegen Erkältungen Vor allem als Tee zubereitet, wirkt die Zwiebel in Mund- und Halsraum antibakteriell sowie entzündungshemmend und hilft etwa bei Halsschmerzen, Schnupfen und Husten. Dafür einfach Wasser mit frisch geschnittenen Zwiebeln aufkochen lassen und von der warmen Mixtur maximal zwei Tassen pro Tag trinken. Etwas Honig hilft, den Geschmack zu verbessern. In rohem Zustand entfalten Zwiebeln ihre Wirkung noch besser. Da der Mensch die durch sie aufgenommenen Schwefelverbindungen nicht über die Verdauung, sondern über den Atem ausscheidet, passieren diese Lunge und Bronchien und lassen gereizte Schleimhäute abschwellen. Auf die Ohren gelegte Zwiebelsäckchen können durch ihre abgegebenen ätherischen Öle außerdem Entzündungen und Schmerzen im Gehörgang lindern. Dazu eine frische rohe Zwiebel in kleine Würfel schneiden, in ein Küchentuch einwickeln und über Nacht durch ein Stirnband fixiert an den Ohren wirken lassen. ■

Von der Zwiebe

l zur Kapsel

In Lebensmittel form aufgenommen kann der Körper die enthaltenen W irkstoffe laut Wissenschaftler n am besten erkennen und ve rwerten. Wer Zwiebeln jedoch nicht mag oder sie nicht im Speiseplan unterbringt, kann auf Produkte aus der Apothe ke zurückgreifen. Als Kapsel, Pulver oder Saft enthalten vi ele Präparate die wichtigen N ährstoffe des scharfen Lebens mittels in konzentrierter Form .

Experte Daniel Scheel ist Geschäftsführer bei medizinfuchs.de. Zwiebeln gibt es in verschiedenen Farben und Formen. Sie unterscheiden sich in Schärfegrad und Süße.

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natürliches Heiltalent Honig ist eine heilende Wunderwaffe. Das wussten bereits die alten Griechen, verdankten ihre Götter dem Honig doch ihre Unsterblichkeit. Auch Hippokrates, bekanntester Arzt der Antike, stellte fest: Honig wirkt fiebersenkend, entzündungshemmend und unterstützt die Wundheilung. Erkältungssymptome lindern Wir kennen Honig – vermischt mit warmer Milch oder Tee – vor allem als altbewährtes Rezept gegen Halsschmerzen, Husten und Schnupfen. Es gilt lediglich zu beachten, die Flüssigkeit abkühlen zu lassen und dann den Honig einzurühren, denn ab 40 Grad verliert der Honig seine heilenden Eigenschaften. Milch mit Honig vor dem Zubettgehen zu trinken, hat übrigens gleich zwei positive Effekte: Nächtliche Hustenanfälle werden gelindert und das Einschlafen erleichtert, denn das in der Milch enthaltene Tryptophan fördert die Bildung der beiden „Schlafhormone“ Serotonin und Melatonin. Tipp: Den nächtlichen Trunk vor dem Zähneputzen genießen – ihre Zähne danken es ihnen.

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ahr einem J r te n u r e circa ab Für Kind bu; erst ta ig r eignet n o ist H bensjah e L n e it e ukt als dem zw aturprod ittel. Bei N s a d sich ausm svolles H nwendunwirkung A n e m, eitlich gesundh hlt es sich zude oe fi p ermarkth gen em gen Sup li il b en Sie n e kein en. Greif d n e w r e Imker, nig zu v kte vom aus u d ro P f r u lieber a eformhaus ode R m e d . s au rück theke zu der Ap o

Ebenso wie bei Erkältungen hilft Honig in warmer Milch oder Tee (z. B. Kamillen- oder Fencheltee) auch bei Magen-Darm-Beschwerden. Wen Blähungen plagen, kann folgendes Rezept probieren: 3 Teelöffel Apfelessig und 1 Teelöffel Honig in ein Glas, mit lauwarmem Wasser auffüllen. Nicht besonders lecker, aber effektiv. Desinfizierend & antibakteriell Honig besitzt viele gesunde Inhaltsstoffe, darunter Mineralien wie Calcium, Eisen und Magnesium und Vitamine. In seiner vielfältigen Zusammensetzung hat er desinfizierende und antibakterielle Wirkung. Seine anti-entzündlichen Eigenschaften reduzieren Schmerzen, Schwellungen und Sekretbildung. Honig wird deshalb mitunter zur Wundheilung eingesetzt. Bei oberflächlichen Schnitt- und Schürfwunden oder leichten Verbrennungen können Sie ihn direkt auf die Wunde auftragen. Hierfür empfiehlt sich ein extra keimfrei aufbereiteter Honig, der rezeptfrei in der Apotheke erhältlich ist. Bei eitrigen und tiefen Wunden sollten Sie aber besser auf Selbstversuche verzichten!

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Auch bei Wunden im Mund sowie bei Herpes hat sich die Heilkraft des Honigs bewährt. Hier ist es ratsam, mehrmals täglich Honig auf die entzündeten Stellen zu streichen – am besten Manuka-Honig, da er das Wachstum der Bakterien sogar noch in verdünnter Form hemmt. Bei oberflächlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte kann normaler ManukaHonig ebenfalls die Symptome lindern. ■

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Hausapotheke

Honig:


Leben & Genießen

Voll Feige!

Winterlicher Energielieferant Sie sind der Äpfel, Orangen und Birnen in Ihrer Obstschale überdrüssig? Dann ist es jetzt an der Zeit für etwas Exotisches: Greifen Sie doch mal zu Feigen! Feigen zaubern Sie durch ihren süßen und nussigen Geschmack gedanklich nicht nur in den Orient, sondern hellen durch energiespendende Inhaltsstoffe auch noch Ihre Stimmung auf. Bereits in der Antike schätzten die Menschen die Frucht als Grundnahrungsmittel. Feigen stammen ursprünglich aus Vorderasien, schnell verbreiteten sich die Feigenbäume im Mittelmeerraum; heute sind sie auch in Kalifornien und Australien zu finden. Ein Feigenbaum trägt bis zu drei Mal im Jahr Früchte. Da der Ertrag in der Regel hoch ist, trocknen die Feigenbauern einen großen Teil ihrer Ernte. Die Feige ähnelt von der Form her der Zwiebel: Die Schale ist violett, im Inneren liegen kleine Kerne eingebettet in rosa oder rotes Fruchtfleisch. Feigen sind wahre Fitnessbomben: Sie enthalten einen großen Anteil an Mineralstoffen wie Calcium, Magnesium und Kalium – wichtig für gesunde Zähne, starke Knochen und Energie, gerade jetzt im Winter. Zudem sind die Früchte reich an Ballaststoffen und unterstützen die Verdauung: Speziell getrocknete Feigen sollen gegen Verstopfung helfen und sind im Rahmen von Diäten eine wichtige Ernährungsergänzung. Feigen lassen sich wunderbar zu Süßspeisen verarbeiten, aber auch mit deftigen Zutaten kombinieren: Frisch servieren Sie die Früchte am besten mit Ziegenkäse und Parmaschinken, im Salat oder geschmort an Lammfilet. Feigenmarmelade macht sich hervorragend auf dem Frühstückstisch – und auch ins Kompott oder in den Kuchen passen die Früchte großartig. Nicht fehlen dürfen Feigen im beliebten Früchtebrot. Einfach lecker! ■

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Beeindruckend: Rund 80 bis 100 Kilogramm frische Feigen liefert ein einzelner Baum im Jahr.


Zutaten für 1 Portion: 1/4 l roter Traubensaft 5 TL Akazienhonig 1/2 TL getrockneter grüner Pfeffer 1/2 Bund Thymian 30 g Pistazienkerne 125 g Ziegenfrischkäse frisch gemahlener schwarzer Pfeffer 2 große frische Feigen ZUBEREITUNGSZEIT: 40 Min. GRILLZEIT: ca. 6 Min. PRO PORTION: ca. 205 kcal

Gegrillte

Feigen

Ziegenfrischkäse

1 Den Traubensaft mit 3 TL Honig aufkochen, in ca. 15 Min. bei starker Hitze offen zu einem Sirup einkochen. Den Backofen auf 220° (Umluft 200°) vorheizen. Den grünen Pfeffer im Mörser zerstoßen und zum Sirup geben. Den Thymian abspülen und trockenschütteln. Einige Zweige beiseite legen, von den übrigen die Blättchen hacken. Pistazienkerne hacken. 2 Ziegenfrischkäse mit einer Gabel zerdrücken, mit restlichem Honig, Pfeffer, Thymian und Pistazien mischen.

mit

Buch Tipp Bettina Matthaei, Mohamad Salameh MEZZE − Ein magischer Genuss Reihe: GU Länderküchen 170 Seiten, Preis 14,99 € ISBN 978-3-8338-3606-0

3 Die Feigen halbieren und in die Mitte eine leichte Vertiefung drücken. Die Feigenhälften mit der Käsemasse füllen, in eine feuerfeste Form setzen und in den Backofen (Mitte) schieben. Grillfunktion zuschalten. Feigen ca. 6 Min. grillen, bis sie weich sind und der Ziegenkäse leicht bräunt. 4 Feigen heiß auf einem Spiegel von Traubensirup servieren und mit Thymianzweigen dekorieren. ■ Herbst 2015 | bitte lächeln Winter 2016/2017

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Leben & Genießen

Spagat zwischen Job und Familie Tipps für ein entspanntes Familienleben Kinder zu bekommen und großzuziehen ist die wohl schönste und wichtigste Aufgabe auf der Welt – aber auch die anstrengendste, das werden wohl die meisten Eltern bedingungslos unterschreiben. Besonders Mütter, die heutzutage oft schon nach kurzer Zeit wieder in den Beruf zurückkehren, reiben sich häufig an dem Spagat zwischen Job und Familie auf. Ständiger Stress und Streit sind die Folgen, die viele Familien sehr belasten. „Der Anspruch, im Arbeitsalltag volle Leistung zu bringen und auch noch eine perfekte Familienidylle zu gestalten, bringt viele Frauen, aber auch immer mehr Männer an ihre Grenzen“, sagt Jürgen Höller, Erfolgs- und MotivationsExperte. Er ergänzt: „Konflikte gibt es in jeder Familie und das ist auch gut so. Entscheidend ist nur, wie man damit umgeht.“ Niemand ist perfekt Besonders Frauen neigen dazu, es immer allen recht machen zu wollen. Im schlechtesten Fall können sie dann gar keine Aufgabe mehr zufriedenstellend bewerkstelligen und haben permanent ein schlechtes Gewissen. Der Experte: „Ich rate allen Müttern, zu Hause auch mal fünfe gerade sein zu lassen und einfach mal den Spaß in den Vordergrund zu stellen.“ Zimmer müssen nicht immer perfekt aufgeräumt oder die Küche blitzeblank sein. Stattdessen sollten Mamas das Zusammensein mit Kindern – gerade wenn sie noch klein sind – genießen. Statt sich halbherzig neben dem Kind gleichzeitig noch mit diversen anderen Dingen zu beschäftigen, sollten Eltern sich lieber

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kürzer, aber dafür mit voller Aufmerksamkeit auf ihr Kind konzentrieren und mit ihm spielen. Reden ist Gold In vielen Familien rückt das Gespräch leider immer mehr in den Hintergrund. Moderne Kommunikationsmittel wie Smartphone, Tablet, Spielekonsole und Fernseher ersetzen oft den persönlichen Dialog. Dabei ist es immens wichtig, miteinander zu reden. „So sollten zum Beispiel am Esstisch Handy und Co tabu sein“, sagt der Experte. Während einer gemeinsamen Mahlzeit können stattdessen alle Familienmitglieder erzählen, was sie tagsüber erlebt haben – das sorgt für ein positives Familienerlebnis. „Grundsätzlich sollte in der Erziehung immer folgende Regel gelten: In der Sache konsequent bleiben, aber im Ton liebevoll.“ Richtig streiten will gelernt sein Konflikte gehören zum Alltag dazu. „Wenn gar nicht mehr gestritten würde, wäre dies ein Zeichen von Gleichgültigkeit. So kann ein Streit auch immer eine Chance darstellen, wenn man die richtigen Erkenntnisse daraus zieht und die Regeln für richtiges Streiten beachtet“, weiß Jürgen Höller. Oft kommt es gerade in stressigen Alltagssituationen zu unbedachten Äußerungen und schon ergibt ein Wort das nächste und es bricht entweder ein handfester Streit mit gegenseitigen Verletzungen vom Zaun oder alle Beteiligten hüllen sich in wütendes oder trauriges Schweigen. Durch ein respektvolles Verhalten in der Streitsituation bietet sich die Chance zur endgültigen Klärung des Konfliktes. Streithähne sollten deshalb zum

Beispiel auf jeden Fall aufmerksam zuhören, Verallgemeinerungen wie „nie“ und „immer“ vermeiden und ganz gezielt unerwünschte, aber auch gewünschte Verhaltensweisen benennen. Außerdem ist es hilfreich, sogenannte positive „IchBotschaften“ wie beispielsweise „Ich hätte mir gewünscht, dass“ zu formulieren, um eigene Gefühle und Bedürfnisse zu transportieren. Tipp vom Experten: „Bei einem Streit ist es sinnvoll, dass jeder fünf Minuten in ein eigenes Zimmer geht. Danach trifft man sich neu und bespricht dann den Anlass, sachlich und mit weniger Emotion, ganz in Ruhe.“ In solch einer Atmosphäre können alle Beteiligten gemeinsam überlegen, wie eine Lösung des Problems aussehen könnte. Klare Regeln erleichtern den Alltag Endlose Diskussionen darüber, wer welche Aufgaben im Haushalt zu erledigen hat, stehen leider in vielen Familien auf der Tagesordnung. Durch das Festlegen von bestimmten Pflichten, aber auch Rechten für jedes Familienmitglied, lassen sich klare Strukturen schaffen und jeder weiß, woran er ist. An gut sichtbarer Stelle im Haus angebracht und für kleinere Kinder mit Bildern versehen, hilft ein gemeinsam erstellter Plan bei der Verinnerlichung. „Grundsätzlich gibt es Kindern ein gutes Gefühl und macht sie stolz, wenn sie etwas zur familiären Gemeinschaft beisteuern können“, betont der Motivationstrainer. Lob und Anerkennung verstärken das positive Erlebnis noch, wenn eine Aufgabe gemeistert wurde. Auch kleine Belohnungen spornen hier noch weiter an. „Ich rate aber von der Gabe von Geld ab, denn das


setzt eindeutig falsche Signale für später. Besser eignen sich Zeitkontingente für Spiel und Spaß.“ Kleine Kinder merken schnell, dass Mama mehr Zeit zum Spielen hat und weniger gestresst ist, wenn das Geschirr mit abgeräumt oder der Müll schon einmal rausgetragen wurde. Kleine Auszeiten spenden neue Kraft Mütter und natürlich auch Väter sollten zudem versuchen, eine gesunde Portion Egoismus an den Tag zu legen und sich nicht völlig für den Nachwuchs aufzuopfern. Davon profitiert letztlich die ganze Familie, denn nur eine zufriedene Mama oder ein Papa kann den Kindern gerecht werden und diesen Zustand auf sie übertragen. Jedes Familienmitglied sollte sich daher feste kleine Auszeiten nehmen, um nur etwas für sich zu tun. „Sind der Partner, Oma, Opa oder Babysitter nicht verfügbar, können sich befreundete Paare mit Kindern oder Nachbarn gegenseitig feste Freiräume schaffen, indem sie sich die Kinder abwechselnd abnehmen“, rät Jürgen Höller abschließend. ■

Experte Jürgen Höller arbeitet als Erfolgs- und Motivationstrainer

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