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Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten • 6/12

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten

Dezember 2012

Herausforderung Personalbesetzung

DKOU 2012

EndoCert am Start


Editorial

Hat die Orthopädie und Unfallchirurgie ein „Imageproblem“? Wohl kaum, denn die deutsche Orthopädie und Unfallchirurgie scheint in letzter Zeit zunehmend zum Sprungbrett für Politiker zu werden: Daniel Bahr hat die Öffentlichkeitskampagne des BVOU im Herbst 2010 als Schirmherr begleitet – und wurde im Mai 2011 Bundesgesundheitsminister. Dr. Joachim Gauck hielt im Herbst 2011 die bewegende Mittagsvorlesung „Freiheit als Verantwortung“ – und wurde im März 2012 zum Bundespräsidenten gewählt. Gleichzeitig scheint die inhaltliche Leistung von O und U mehr und mehr hinterfragt zu werden: So wird im aktuellen Krankenhausreport 2013 der AOK mit dem Schwerpunktthema „Mengendynamik: mehr Menge - mehr Nutzen?“ dargestellt, dass sich zum Beispiel die Operationszahlen bei Wirbelsäulenoperationen zwischen 2005 und 2010 mehr als verdoppelt haben. Und es geht gleich weiter: Die Techniker Krankenkasse berichtet, dass „85 Prozent aller Rückenoperationen in Deutschland unnötig sind.“ Wer erschrocken nach der Originalpublikation sucht, tut sich zunächst einmal schwer: In der wissenschaftlichen Literatur findet man keine Arbeit mit diesem Ergebnis. Schlussendlich findet sich die Quelle dieser von vielen Medien zitierten Zahl im TK-Rückenreport. Dort wird das TK-Angebot „Zweitmeinung vor Wirbelsäulen-Operation“, bei der sich Versicherte vor einer Rückenoperation eine kostenlose Zweitmeinung holen können, ausgewertet: „In einem von 30 bundesweit eingerichteten Schmerzzentren untersucht ein Expertenteam aus Physio-, Schmerz- und Psychotherapeuten den Patienten erneut und empfiehlt gegebenenfalls eine Alternativtherapie. (…) In knapp zwei Jahren haben bereits mehr als 500 Patienten dieses Angebot genutzt. Bei über 420 von ihnen konnten die Experten Alternativen zur Operation wie zum Beispiel Physio- oder Schmerztherapie empfehlen.“ Auf solchen Analysen – erhoben von Personen mit zum Teil sicherlich fraglicher

muskuloskelettaler Kernkompetenz in einem hochselektierten Versichertenkollektiv – basiert also die Aussage, dass 85 Prozent der jährlichen Eingriffe an der Wirbelsäule, das sind circa 550.000, nicht indiziert sind. … Die AOK stellt dann dar, dass Deutschland international an der Spitze steht – bei der Versorgung mit Hüft- und Knieendoprothesen (296 bzw. 213 je 100.000 Einwohner) – und vergleicht diese Zahlen mit dem Durchschnitt der OECD-Länder, der bei etwa der Hälfte liegt (154 bzw. 118). Hierbei muss man sich über die OECDMitglieder im Klaren sein: Dazu zählen zum Beispiel auch Griechenland (140 je 100.000), Ungarn (99), Estland (88), Slowakei (78), Polen (44), Chile (19), Südkorea (17) und Mexiko (8). Ganz ehrlich gesagt, ich verstehe nicht, warum wir uns nicht darüber freuen und stolz sind, in einem Land zu leben, in dem der Mobilitätserhalt – nicht nur durch die PKWQuote – ein große Rolle spielt. Höhere Fallzahlen in allen westlichen Ländern Der Krankenhausreport der AOK berichtet weiter, „dass sich Mengenentwicklungen vor allem in denjenigen Fallgruppen vollziehen, die wirtschaftlichen Gewinn versprechen“, im Vordergrund ständen beispielsweise die Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems mit einem Fallzahlanstieg von 302.000 zwischen 2007 und 2011. Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang nur, dass dieser deutliche Fallzahlanstieg muskuloskelettaler Erkrankungen in allen westlichen Ländern zu verzeichnen ist, genauso wie der deutliche Anstieg der Operationszahlen bei Endoprothesen und Wirbelsäuleneingriffen – also auch in Ländern wie Skandinavien oder England, in denen der wirtschaftliche Gewinn durch die Akteure im Gesundheitssystem nicht unmittelbar abgezogen werden kann. Möglicherweise spielen ja doch andere Komponenten, wie technischer Fortschritt oder einfach das höhere Bedürfnis der Patienten, eine Einbuße an Mobilität und Lebensqualität

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

Prof. Dr. Karsten Dreinhöfer, BVOU-Vizepräsident

nicht zu akzeptieren, sofern es adäquate Instrumente gibt, eine wesentliche Rolle. Zudem wird über erhebliche regionale Unterschiede berichtet: So sei die Wahrscheinlichkeit, eine Hüft-TEP zu bekommen, in einigen Regionen zwei- bis dreimal höher als in anderen. Dass es sich hierbei allerdings nicht um eine oft unterstellte angebotsinduzierte Nachfrage handelt, belegt der Versorgungsatlas, der gerade in den Regionen mit den meisten niedergelassenen Orthopädenpraxen eine geringere Operationsfrequenz aufweist – ein Hinweis auf kompetente konservative Versorgungsmöglichkeiten in einigen Regionen bei möglicherweise fehlender ausreichender Kompetenz in anderen. Parallel wird dann aber in vielen Diskussionen im Bereich der Kostenträger und der KVen hinterfragt, ob eine verbesserte Honorierung der konservativen Leistungen im ambulanten und stationären Bereich gerechtfertigt sei. Seelische Gesundheit leidet zunehmend Während auf der einen Seite – im Bereich der muskuloskelettalen Erkrankungen und Verletzungen – über viel zu viel Leistungserbringungen geklagt wird, wird auf der anderen Seite mit großer Besorgnis in der Bevölkerung und der Politik wahrgenommen, dass die seelische Gesundheit der Nation zunehmend leidet: Die Zahl der Krankschreibungen

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Editorial

aufgrund eines Burnouts sind nach einer Studie der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) seit 2004 um 700 Prozent, die Zahl der betrieblichen Fehltage sogar um fast 1.400 Prozent (!) gestiegen. Gleichzeitig betont der zukünftige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), dass „Burnout für sich genommen keine Krankheit, aber ein Risikozustand für die psychische und physische Gesundheit (ist) und deshalb sehr ernst genommen und untersucht werden (muss).“ Nach Ansicht der DGPPN handelt es sich beim Burnout primär um ein Problem der Arbeitswelt. Eine aktuelle repräsentative Umfrage der Siemens-Betriebskrankenkasse belegt, dass „95 Prozent der Menschen Burnout für eine ernste Erkrankung halten und jeder Dritte schon Symptome verspürt hat, seit so viel darüber geredet wird“. Während ich es einerseits begrüße, dass durch die „breite Berichterstattung und das neue Bewusstsein für psychische Krankheiten erste Warnsignale wie Erschöpfung und innere Gleichgültigkeit (eher) beachtet werden“, erscheint es mir andererseits wichtig zu sehen, dass nicht jedes festgestellte Stress-Syndrom ein „Burnout“ sein muss. Bei einem Blick auf die ambulanten Diagnosedaten der TK zeigt sich, dass jedem fünften Studenten und jungen Erwerbstätigen mindestens einmal pro Jahr eine psychische Diagnose gestellt wird. Jede fünfte Pille, die ein Hochschüler verschrieben bekommt, ist ein Medikament zur Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems.

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Parallele Entwicklungen mit gegensätzlichen Interpretationen in der Öffentlichkeit: Während die psychischen Erkrankungen als offensichtlich lange Zeit unterschätzt eingeordnet werden und viel Unterstützung benötigen, scheinen muskuloskelettale Erkrankungen schon immer ausreichend und kompetent behandelt worden zu sein und die Leistungserbringer in diesem Bereich bei einer Behandlungsverdichtung nur Gewinnmaximierung betreiben zu wollen. Muskuloskelettale Erkrankungen und Verletzungen werden unterschätzt Die Orthopädie und Unfallchirurgie scheint ein Imageproblem zu haben – und leider erscheinen auch muskuloskelettale Krankheiten und Verletzungen vielen als nicht bedrohlich und „un-sexy“. Während Erschöpfung von jedem Hausarzt und den meisten Betroffenen als Alarmzeichen angesehen wird, werden osteoporotische Erstfrakturen weiterhin nur von 20 Prozent als Risikofaktor für weitere Frakturen und gegebenenfalls massives Leiden eingeschätzt. Es scheint sich damit aber auch ganz wesentlich um ein Darstellungsproblem des Faches zu handeln. Die Orthopädie und Unfallchirurgie ist in der sehr speziellen Lage, bei vielen gesundheitlichen Problemen eine deutliche Verbesserung zu erzielen. Es gibt aber häufig keine standardisierten Schwarz-Weiß-Kriterien, wann welche Maßnahme angebracht ist, sondern vielmehr ist der Gesundheitszustand des einzelnen Patienten ebenso zu

berücksichtigen wie seine Erwartungen und Befürchtungen. Hierfür benötigen wir – neben Leitlinien und Indikationskriterien – Orthopäden und Unfallchirurgen, die sich Zeit nehmen für den einzelnen Menschen, um die wirklichen Belange zu verstehen – und denen diese Leistung auch entsprechend vergütet wird. Sicherlich ist es Aufgabe der Fachgesellschaften und Berufsverbände, die Entwicklungen im Fach eng zu beobachten und gegebenenfalls positiv zu steuern. Das Engagement von BVOU und DGOU zeigt sich neben vielen anderen Aktivitäten zum Beispiel auch in der Ausrichtung des Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung 2013, in dem gerade Fragen der Über-, Unter- und Fehlversorgung analysiert und diskutiert werden sollen. Es ist aber vor allem Aufgabe eines jeden Einzelnen – Arztes, Kassenvertreters, Politikers und auch Patienten –, das Motto des Vortrages von Joachim Gauck „Freiheit als Verantwortung“ für sein eigenes Handeln anzuwenden. Im Namen der Redaktion wünsche ich Ihnen und Ihren Familien besinnliche und geruhsame Feiertage und alles Gute für das Neue Jahr! Ihr

Karsten Dreinhöfer

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Editorial

INTERV IE W

Hat die Orthopädie und Unfallchirurgie ein "Imageproblem"?

„Von Gejagten der Problematik zu Jägern der Probleme werden“

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633 PR E I S E / E H RU N G E N

Impressum

638

And the Winner is ...

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TAG D E R S T U D I E R E N D E N

Nachrichten

Interesse am Fach O und U wecken 640

Kurz und bündig

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DKOU 2012: Unter dem Motto „Qualität – Ethik – Effizienz“ fand vom 23. bis 26. Oktober 2012 in Berlin der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie statt. Seine Präsidenten Dr. Andreas Gassen, Prof. Christoph Josten und Prof. Wolfram Mittelmeier (v. li. n. re.) setzten bei der Programmgestaltung auf Nachhaltigkeit und Verantwortung im Fach O und U.

Gesundheitsministerium unterstützt Endoprothesenregister 640 DGUV-Projekt: „Du kannst mehr als du denkst“ 641

E R FA H RU N GSB E R I CH T

Instrument der Nachwuchsförderung

672

TAG DER TECHNISCHEN ORTHOPÄDIE

Plattform für intensiven Gedankenaustausch

673

DKOU-BER AT UNGS BÖR S E

Medizinische Doktorarbeiten sind besser als ihr Ruf

641

Neues EU-Programm: Horizont 2020

642

Nobelpreis für Medizin geht an Orthopäden

671

642

Ärztliche Karriere – Thema mit vielen Facetten VO RTR AG

Leistungsorientierte Mittelvergabe in der Hochschulmedizin

676

S Y M P OS I U M

Offizielles Gastland Polen

Politik

674

677

A BSCH LUSS V E R A N S TALT U N G

Voller Erfolg für ein Dream Team

678

NEUER EBM E N DO C E RT

Mehr Mittel für die Grundversorgung

680

EndoCert am Start: Im Rahmen des diesjährigen DKOU gab die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) EndoCert, das weltweit erste Zertifizierungsverfahren für Endoprothesenzentren, frei.

644

Startschuss für Endoprothesenzentren

680

SPD - GESUNDHEITSPOLITIK

Osten ist Modell für die Zukunft

645

WEITERBILDUNG

O und U – das Fach auf dem Prüfstand

R E SOLU T I O N

Bonuszahlungen von Chefärzten müssen von Zahl der Operationen entkoppelt werden

683

NEUE OR ALE ANTIKOAGUL ANZIEN

646

Relevanz für die Orthopädie und Unfallchirurgie

685

Aus unserem Fach

ORTHOPÄDISCHE RHEUMATOLOGIE

DKO U 20 1 2

„Den Bechterew übersehe ich nicht – ich mache mit“ 686 648

Qualität - Ethik - Effizienz

B I O LO GI K ATH E R A PI E PRÄSIDENTENREDE PROF. MIT TELMEIER

Qualität als Aufgabe in O und U

12 Prozent – egal, wer es macht

687

654 W E I T E R B I LD U N GSO R D N U N G

PRÄSIDENTENREDE PROF. JOSTEN

Neue Profil für die ORh

Ethik in der Medizin – wo stehen wir?

708

Personalberechnung: Wie viele Ärzte und Pflegekräfte braucht eine Abteilung im Krankenhaus wirklich? Verschiedene Berechnungsmodelle helfen, das herauszufinden.

636

688

SUMMER SCHOOL 2012

657 PRÄSIDENTENREDE DR. G A SSEN

Effizienz - Segen oder Fluch?

„Das Beste, was man machen kann“ 689 WEITERBILDUNG

659

Fit für den Facharzt in acht Modulen 691

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BVOU

BADEN-BADEN

VSOU-Kongresspräsident greift sensible Themen auf

693

DEUTSCH-POLNISCHER KO NGRE SS

Orthopädie im Schloss

694

F R AG I L I T Y F R AC T U R E M E E T I N G

Alterstraumatologie im internationalen Vergleich

695

Faszination Chirurgie erleben

Geschlossenheit ist der größte Erfolg

723

Protokoll der Mitgliederversammlung 2012

740

Schadenmeldungen zum Haftpflicht-Rahmenvertrag für BVOU-Mitglieder

726

31. Fort- und Weiterbildungskurs der Initiative ‛93 Technische Orthopädie

743

Neue Mitglieder

728

Änderungen der Mandatsträger in den BVOU-Bezirken

V E RE I N I G U N G D E R BAYR I S CHEN CHIRU RG E N

KÜNDIGUNG

Bericht über die Mitgliederversammlung der DGOU

698

702

WE T TBE WERBSRECHT

Stolpersteine beim InternetMarketing

704

PE R SO N A L B E R ECH N U N G

Herausforderung Personalbesetzung 708

Unzulässige Rechnungskürzungen

730

Jahresbericht der Sektion Grundlagenforschung

733

Jahresbericht der Sektion DMGP e.V.

735

Neue Mitglieder

737

GERICHTSGUTACHTEN

713

746

DGU

Neue Geschäftsordnung der DGOU 732

HON O R A R Ä R Z T E

Vereinigung Technische Orthopädie wählt neuen Vorstand 745 Neue Mitglieder

DGOU

Neue Fallen tun sich auf

728

697

Recht und Wirtschaft Ein Leben lang Chefarzt?

DGOOC

Aus der Präsidiumssitzung und Mitgliederversammlung

748

Georg Friedrich Louis StromeyerMedaille 2012

749

Die DGU stiftet Promotionspreis

750

Traumaversorgung in Deutschland bleibt vorbildlich 751 Jahresbericht der AG Fuß

755

Neue Mitglieder

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Unterwegs ÖGO

Facharztausbildung in Österreich

716

Namen Personalia

718

Wir gratulieren...

719

Nachruf

720

Für Sie gelesen

758

Die Vorstände von BVOU, DGOOC, DGOU und DGU wünschen allen Mitgliedern frohe Tage im Kreise ihrer Familien und einen schwungvollen Start ins neue Jahr!

Für unsere Mitglieder Service/Preise

761

Kursangebote

768

Kleinanzeigen

784

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

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Impressum

Herausgeber Für den Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. Präsident Helmut Mälzer Für die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. Generalsekretär Prof. Dr. med. Fritz Uwe Niethard Für die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e. V. Generalsekretär Prof. Dr. med. Hartmut Siebert Schriftleitung DGOOC Prof. Dr. med. Fritz Uwe Niethard (V.i.S.d.P.) Geschäftsstelle DGOOC Luisenstr. 58/59 10117 Berlin Tel.: (0 30) 84 71 21 31 Fax: (0 30) 84 71 21 32 E-Mail: funiethard@dgooc.de Schriftleitung BVOU Prof. Dr. med. Karsten Dreinhöfer (V.i.S.d.P.) Abt. Orthopädie und Unfallchirurgie Medical Park Berlin Humboldtmühle An der Mühle 2 – 9 13507 Berlin Tel.: (0 30) 30 02 40 92 12 Fax: (0 30) 30 02 40 92 19

Schriftleitung DGU Prof. Dr. med. Hartmut Siebert Joachim Arndt Geschäftsstelle der DGU Luisenstr, 58/59 10117 Berlin Tel.: (0 30) 20 21 54 90 Fax: (0 30) 20 21 54 91 E-Mail: hsiebert@office-sha.de Redaktion Jana Ehrhardt-Joswig Tel.: (0 30) 84 71 21 31 E-Mail: jana.ehrhardt@gmx.de

Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V.

Vorstand

Geschäftsführender Vorstand

Geschäftsführender Vorstand

Präsident Helmut Mälzer, Berlin

Präsident (und Präsident der DGOOC) Prof. Dr. Wolfram Mittelmeier, Rostock

Präsident Prof. Dr. med. Wolfram Mittelmeier, Rostock

Vizepräsident Dr. med. Andreas Gassen, Düsseldorf

Stellv. Präsident (und Präsident der DGU) Prof. Dr. Christoph Josten, Leipzig

Vizepräsident Prof. Dr. med. Karsten Dreinhöfer, Berlin Schatzmeister Dr. med. Peter Heppt, Erlangen Vorstandsmitglied Dr. med. Helmut Weinhart, Starnberg Vorstandsmitglied Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig

Erscheinungsweise 6 x jährlich: Februar/April/Juni/August/ Oktober/Dezember Zur Zeit gültiger Anzeigentarif Nr. 16 vom 1. Oktober 2011 ISSN 2193-5254 Satz und Layout Georg Thieme Verlag KG Druck Grafisches Centrum Cuno GmbH & Co. KG Gewerbering West 27 39240 Calbe

Mitglied der Arbeitsgemeinschaft LA-MED Kommunikationsforschung im Gesundheitswesen e. V. Mitglied der Informationsgesellschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. Mitglieder dieser Vereine erhalten die Zeitschrift im Rahmen der Mitgliedschaft.

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2. Vizepräsidenten von DGU und DGOOC 2. Vizepräsident Prof. Dr. med. Bernd Kladny, Prof. Dr. Reinhard Hoffmann, Herzogenaurach Frankfurt/Main Prof. Dr. Bernd Kladny, Herzogenaurach Generalsekretär Prof. Dr. med. Fritz Uwe Niethard, Berlin Generalsekretär (und Generalsekretär der DGU) Prof. Dr. Hartmut Siebert, Schwäbisch Hall Schatzmeister Prof. Dr. med. Werner E. Siebert, Kassel Stellv. Generalsekretär (und Präsident des Berufsverbandes BVOU Generalsekretär der DGOOC) Helmut Mälzer, Berlin Prof. Dr. Fritz Uwe Niethard, Aachen

Vorstandsmitglied Dipl.-Med. Frank-Ullrich Schulz, Brandenburg

Schatzmeister Prof. Dr. Werner E. Siebert, Kassel

Leiter der Ordinarienkonferenz Prof. Dr. med. Joachim Grifka, Bad Abbach

Generalsekretär der DGOU Prof. Dr. med. Hartmut Siebert, Schwäbisch Hall

Vertreter der nichtselbständigen Ärzte aus dem nichtständigen Beirat Dr. Kai Dragowsky, Berlin

2. Vorsitzender des VLOU Prof. Dr. med. Volker Ewerbeck, Heidelberg

Geschäftsstelle des BVOU Kantstr. 13 10623 Berlin Tel.: (0 30) 79 74 44 44 Fax: (0 30) 79 74 44 45 E-Mail: bvou@bvou.net www.bvou.net

Leiter des Ausschusses Versorgung, Qualität und Sicherheit Prof. Dr. Reinhard Hoffmann, Frankfurt/Main Leiterin des Ausschusses Bildung und Nachwuchs Prof. h.c. Dr. Almut Tempka, Berlin

Geschäftsstelle der DGOOC Langenbeck-Virchow-Haus Luisenstr. 58/59 10117 Berlin Tel.: (0 30) 84 71 21 31 Fax: (0 30) 84 71 21 32 E-Mail: info@dgooc.de www.dgooc.de

Leiter des Wissenschaftsausschusses Prof. Dr. Dr. h.c. Joachim Grifka, Bad Abbach

Verlag Georg Thieme Verlag KG Kathrin Jürgens Rüdigerstr. 14 70469 Stuttgart Tel.: (07 11) 89 31 617 Fax: (07 11) 89 31 623 E-Mail: kathrin.juergens@thieme.de Verantwortlich für den Anzeigenteil Christine Volpp, Thieme Media, Pharmedia Anzeigen- und Verlagsservice GmbH Rüdigerstr. 14 70469 Stuttgart Tel.: (07 11) 89 31 603 Fax: (07 11) 89 31 569 E-Mail: christine.volpp@thieme.de

1. Vizepräsident Prof. Dr. med. Dieter Kohn, Homburg / Saar

Vertreter des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie Helmut Mälzer, Berlin Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie Geschäftsführender Vorstand Präsident Prof. Dr. Christoph Josten, Leipzig Erster Vizepräsident Prof. Dr. Tim Pohlemann, Homburg/Saar Zweiter Vizepräsident Prof. Dr. Reinhard Hoffmann, Frankfurt/Main Dritter Vizepräsident Prof. Dr. Bertil Bouillon, Köln Generalsekretär Prof. Dr. Hartmut Siebert, Schwäbisch Hall Schatzmeister Prof. Dr. Joachim Windolf, Düsseldorf Schriftführer und Schriftleiter der Website www.dgu-online.de Prof. Dr. Andreas Seekamp, Kiel Geschäftsstelle der DGU Luisenstr. 58/59 10117 Berlin Tel.: (0 30) 20 21 54 90 Fax: (0 30) 20 21 54 91 E-Mail: office@dgu-online.de www.dgu-online.de

Vertreter des Berufsverbandes Deutscher Chirurgen Dr. Jörg-A. Rüggeberg, Bremen

DGOU-Geschäftsstelle Luisenstr. 58/59 10117 Berlin Tel.: (030) 20 21 54 80 Fax: (0 30) 20 21 54 81 office@dgou.de www.dgou.de

Vorstand Präsident Prof. Dr. Stefan Nehrer, Krems/Österreich 1. Vizepräsident Prim. Dr. Josef Hochreiter, Linz/Österreich 2. Vizepräsident Prim. Dr. Peter Zenz, Wien/Österreich Generalsekretär Univ. Prof. Dr Alexander Giurea, Wien/ Österreich Kassierer Prim. Univ. Prof. Dr. Karl Knahr, Wien/ Österreich Schriftführer Prof. Dr. Catharina Chiari, Wien/Österreich Fachgruppenobermann Dr. Rudolf Sigmund, Oberwart/Österreich Sekretariat der ÖGO c/o Wiener Medizinische Akademie Alserstraße 4 A-1090 Wien Kontakt: Silvia Konstantinou Tel.: +43-1 - 405 13 83 21 Fax: +43-1 - 405 13 83 23 E-Mail: sk@medacad.org

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Nachrichten Kurz und bündig Erratum In dem Kasten „Zur Person“ im Rahmen des Interviews mit Prof. Jürgen Probst, „Die Augenblickspräsenz des Unfallchirurgen“, OUMN 5/2012, Seiten 526 bis 528, hat sich ein Fehler eingeschlichen. Dort heißt es, Prof. Probst sei von 1989 bis 1997 Generalsekretär der DGU und der Deutschen Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie gewesen. Richtig ist, dass Prof. Probst in dieser Zeit DGU-Generalsekretär Prof. Jürgen Probst war. Zum Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie wurde er 1992 ernannt. Im gleichen Jahr erhielt er auch die Ehrenmitgliedschaft der DGU. (red)

Techniker Krankenkasse ausgezeichnet Die Techniker Krankenkasse erzielte beim Medizin-ManagementPreis 2012 den zweiten Platz für ihre Leistung, alle Rettungswagen und -hubschrauber in Baden-Württemberg, RheinlandPfalz und dem Saarland mit dem „Pädiatrischen Notfalllineal“ auszustatten. An ein verunglücktes Kind angelegt, zeigt das Lineal je nach Körpergröße die empfohlene Dosierung der wichtigsten Notfall-Medikamente an. (red)

Ausgezeichnete Initiative Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) hat im November 2012 erstmals den Perspektivpreis verliehen: an die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd). Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und ging an die bvmd „nicht für schöne Reden und Absichtserklärungen. Sondern dafür, dass sie wirklich etwas tut.“, wie Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), in seiner Festrede die Entscheidung der Jury begründete. (SpiFa)

Gesundheitsministerium unterstützt Endoprothesenregister Das Bundesgesundheitsministerium unterstützt das Endoprothesenregister Deutschland mit rund 330.000 Euro. Für Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr ist das EPRD ein „wichtiges Instrument, um die hohe Qualität der Versorgung mit künstlichen Hüft- und Kniegelenken weiter zu verbessern.“ Er appellierte zugleich an Kliniken und Patienten, freiwillig beim EPRD mitzumachen: „Das EPRD nützt Patienten und Kliniken gleichermaßen.“ Das EPRD kann schon bald mit der Arbeit beginnen. Bereits im Oktober ist der Probebetrieb in mehreren Kliniken gestartet. „Wir sind stolz darauf, nun loslegen zu können, zumal das Interesse bei den Krankenhäusern groß ist“, so EPRDGeschäftsführer Prof. Joachim Hassenpflug. Neben den Kliniken, die am Probebetrieb teilnehmen, haben sich über 200 weitere Krankenhäuser beim EPRD gemeldet. Hassenpflug: „Wir gehen davon aus, dass wir bereits Anfang nächsten Jahres auch auf diese Kliniken zugehen können.“ EPRD-Kliniken erhalten klinikspezifischen Jahresbericht Patienten und Kliniken profitieren vom EPRD in vielfältiger Weise. So erhalten EPRD-Kliniken exklusiv einmal im Jahr einen klinikspezifischen Bericht vom Register. Er gibt unter anderem Aufschluss darüber, wie sich die Zahl der Wechseloperationen entwickelt hat und warum es zu Wechseloperationen gekommen ist – bezogen auf das eigene Haus und im Vergleich zum Durchschnitt aller teilnehmenden Kliniken. Zugleich erleichtert es das EPRD, Patienten bei Bedarf rasch und gezielt über ihr Implantat zu informieren. „Das ist prinzipiell auch heute schon machbar, aber nur mit einem vergleichsweise großen Aufwand“, so EPRD-Geschäftsführer Hassenpflug. In Deutschland werden jährlich rund 400.000 künstliche Hüftund Kniegelenke eingebaut. Ziel des EPRD ist es, wichtige Daten über diese Endoprothesen zu erfassen – angefangen vom Zeitpunkt des Protheseneinbaus über die Art der Prothese und ihre einzelnen Bestandteile bis hin zu einem eventuell notwendigen Auswechseln des künstlichen Hüft- oder Kniegelenks. „Es ist dann einfacher zu erkennen, ob die verwendeten Implantate, das operative Vorgehen oder patientenspezifische Merkmale für eine erneute Operation verantwortlich sind. Insgesamt erhöht sich die Patientensicherheit“, so Hassenpflug.

Foto: Stier

Quelle: EPRD

Die bvmd Präsidentinnen Melissa Camara Romero (li.) und Sonja Essmann (re.) nahmen den SpiFa-Perspektivpreis entgegen.

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Nachrichten

DGUV-Projekt: „Du kannst mehr als du denkst“ Drei Athleten – ein Film. „Gold“ soll ab Frühjahr 2013 eine klare Botschaft in deutsche Kinosäle tragen: „Du kannst mehr als Du denkst“. Dazu haben die Kamerateams der Produktionsfirma Hamburger Parapictures seit Juni 2011 drei Athleten auf dem Weg zu den Paralympischen Spielen in London 2012 begleitet.

Interessant dürfte neben den drei spannenden Lebensgeschichten sein, wie die Filmemacher die sensible Thematik umsetzen und ob es ihnen gelingt, behinderte Leistungssportler zu porträtieren, ohne in Opfer- und Heldenklischees zu verfallen. (red)

Foto: DGUV

Alle drei sind gestandene Leistungssportler und mit drei paralympischen Goldmedaillen ausgestattet: Die deutsche Schwimmerin Kirsten Bruhn beendete ihre paralympische Karriere in London mit erneutem Gold über 100 Meter Brustschwimmen; auch der australische Rollrennfahrer Kurt Fearnley und der blinde kenianische Läufer Henry Wanyoike stehen im Fokus. Der Film ist das zentrale Element eines Projektes auf Initiative der Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Es solle „Menschen (mit und ohne Handicap) in den nächsten zwei Jahren auf abwechslungsreiche und ungesehene Weise“ mit der Botschaft „Du kannst mehr als Du denkst“ konfrontieren, heißt es auf der Internetseite www.du-bist-gold.de. Die Athleten Kirsten Bruhn, Henry Wanyoike und Kurt Fearnley sind Träger paralympischer Goldmedaillen. Ab Frühjahr 2013 sind sie im Film „Gold“ auf der Leinwand zu sehen.

Medizinische Doktorarbeiten sind besser als ihr Ruf

Während in der Vergangenheit fast alle Ärzte einen „Dr. med“Titel erwarben, promovierten in den letzten Jahren weniger als zwei Drittel der Nachwuchsmediziner. Einen Grund sieht Prof. Dr. Reinhard Pabst von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) im Ärztemangel. Angehende Mediziner fänden heute auch ohne Promotion eine interessante Weiterbildungsstelle. Aber auch die öffentliche Meinung habe dem Ruf der medizinischen Promotion geschadet. Nach verschiedenen Plagiatsfällen würde der Nutzen medizinischer Doktorarbeiten immer wieder in Frage gestellt, so Pabst. Vorwürfe wie „Flachforscher“, „Ramschware Dr. med.“ oder „Dr. med. nachgebessert“ wurden laut. Diese Kommentare bezögen sich zwar auf Einzelfälle an einzelnen medizinischen Fakultäten, die aber gerne verallgemeinert würden, schreibt Prof. Pabst in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift (DMW), wo er die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage unter Doktoranden der MHH veröffentlicht.

Foto: Fotolia

Entgegen einer verbreiteten Ansicht verwenden angehende Ärzte viel Zeit und Mühe auf ihre Doktorarbeit. In einer Umfrage bezifferten die Doktoranden den Zeitaufwand auf durchschnittlich 47 Wochen reine Arbeitszeit. Obwohl die wissenschaftliche Arbeit an der Dissertation das Studium beeinträchtigt, betrachten die meisten Doktoranden sie als Gewinn für ihre berufliche Laufbahn.

ben ihrem Studium bewältigen. In der Umfrage gaben 34 Prozent an, dass die Prüfungsvorbereitung unter der Doktorarbeit gelitten habe. Zudem konnten 35 Prozent Vorlesungen nicht besuchen. Trotzdem betrachteten die meisten die Dissertation als Gewinn: 70 Prozent sahen sich anschließend befähigt, wissenschaftliche Daten zu beurteilen, 81 Prozent meinten, Originalpublikationen besser beurteilen zu können. Insgesamt 98 Prozent der Befragten würden jungen Studierenden zur Promotion raten. Auch die Qualität der Doktorarbeiten kann sich sehen lassen: Viele Ergebnisse werden in internationalen Zeitschriften publiziert und als Vortrag oder Poster auf Kongressen vorgetragen. Quelle: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin

Diese gaben den zeitlichen Aufwand für die Promotion im Mittel mit 1.798 Stunden an, was 47 Wochen Arbeitszeit entspricht – ohne Feiertage und ohne Urlaub, wie Pabst betont. Während in vielen nicht-medizinischen Fächern Doktoranden bereits eine feste Anstellung haben und ihnen ein Zeitkonto für Forschung zur Verfügung steht, müssen Ärzte die Dissertation neOrthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

PROMOTIONSPREIS DER DGU Um das Interesse des medizinischen Nachwuchses an einer medizinischen Promotion zu fördern, hat die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie einen Promotionspreis ausgeschrieben. Details dazu finden Sie in diesem Heft auf Seite 750.

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Nachrichten Neues EU-Programm: Horizont 2020 Damit Forschungsergebnisse effizienter in konkrete Produkte und Dienstleistungen umgesetzt werden können, stellt die Europäische Union (EU) 80 Milliarden Euro bereit. Das Programm Horizont 2020 bündelt alle EU-Finanzierungsprogramme für Forschung und Innovation. So sollen es Forschungsergebnisse schneller zur Marktreife schaffen und uns in Form von innovativen Produkten und Dienstleistungen das Leben vereinfachen und neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen. Drei Kernziele sollen finanziert werden:

Die weltweit führende Stellung Europas in der Wissenschaft muss erhalten bleiben – für dieses Ziel werden 24,6 Milliarden Euro bereitgestellt. Das Budget des Europäischen Forschungsrats, der bereits die Arbeit europäischer Spitzenforscher fördert, wird um 77 Prozent aufgestockt. Sicherung der industriellen Führungsposition in der Innovation – hierfür sind 17,9 Milliarden Euro vorgesehen. Darin enthalten sind Investitionen in Schlüsseltechnologien und Hilfen für kleine Unternehmen mit Finanzierungsbedarf. 31,7 Milliarden Euro werden für folgende Bereiche zur Verfügung gestellt, die vielen Europäern Sorgen bereiten: ■ Gesundheit, demografischer Wandel und Wohlergehen; ■ Lebensmittelsicherheit, umweltfreundliche Landwirtschaft, marine und maritime Forschung sowie Biowirtschaft;

■ sichere, saubere und effiziente Energie; ■ intelligenter, umweltfreundlicher und integrierter Verkehr; ■ Klimaschutz, Ressourceneffizienz und Rohstoffe sowie ■ integrative, innovative und sichere Gesellschaften. Den Bürokratieabbau will die Kommission durch eine Vereinfachung der Erstattungsverfahren für EU-finanzierte Forschungsprojekte vorantreiben. Außerdem sollen der bei der Vorbereitung eines Forschungsvorschlags anfallende „Papierkram“ reduziert, unnötige Kontrollen und Audits abgeschafft und die Wartezeit zwischen der Annahme eines Vorschlags und dem tatsächlichen Erhalt der Gelder verkürzt werden. Das Programm greift viele Elemente aus dem aktuellen Programm auf. So werden die Investitionen in wichtige Basistechnologien wie Nanotechnologien fortgeführt. Auch die Initiativen zur Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen, Forschungszentren und Unternehmen, die internationale Zusammenarbeit und die Finanzierung junger Wissenschaftler werden weiterhin gefördert. Noch vor Ende 2013 sollen sich die zuständigen EU-Minister und die Mitglieder des Europäischen Parlaments über die Pläne einigen. Quelle: Europäische Kommission

Nobelpreis für Medizin geht an Orthopäden

Bild: Gladstone Institute

Einer der beiden diesjährigen Gewinner des Nobelpreises für Medizin ist ein Orthopäde: der Japaner Shinya Yamanaka von der Universität Kyoto. Er erhielt den Preis zusammen mit dem Briten John Gurdon von der Universität Cambridge. Damit würdigte das Nobelpreis-Komitee ihre Erkenntnisse zur Rückprogrammierung von gewöhnlichen Körperzellen zu Stammzellen. Von diesen sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) erhoffen sich Forscher, dass eines Tages Ersatzgewebe oder -organe geschaffen werden können, die vom Empfänger nicht abgestoßen werden, weil sie aus ihrem eigenen Körper stammen. John Gurdon war als Erstem der Nachweis gelungen, dass körpereigene Zellen sich in einen anderen Zelltyp mit anderen Funktionen verwandeln können. Zudem hatte er 1962 zum ersten Mal ein Tier geklont, nämlich einen Frosch. Yamanakas Arbeit sattelt auf der Grundlagenforschung Gurdons auf. Er brachte 2006 vier bestimmte Gene in die Hautzellen von Mäusen, die diese in iPS-Zellen umwandelten. Etwas später gelang ihm dies auch mit menschlichen Zellen. (je)

Shinya Yamanaka

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Politik

NEUER EBM

Mehr Mittel für die Grundversorgung Der neue EBM nimmt Gestalt an: „Unser Kapitel wird vorgezogen werden. In die Erarbeitung seiner Struktur sind wir intensiv eingebunden“, schilderte der BVOU-Tagungspräsident Dr. Andreas Gassen. Zusammen mit BVOU Vorstandsmitglied Frank-Ullrich Schulz hatte er die KBV-Honorarexpertin Dr. Patricia Klein auf den DKOU eingeladen, damit sie die Besucher auf den aktuellen Stand bringt. Den Pauschalen geht es an den Kragen, ein bisschen zumindest. So erhalten die Hausärzte über 70 Prozent ihres Honorars als Pauschale. Dr. Patricia Klein von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (Abteilung Vergütung, Honorarverteilung, Morbiditätsorientierung) schilderte die Überarbeitung im Versorgungsstrukturgesetz. Diese Pauschalen sollen nur noch abgebildet werden – „also besteht die Möglichkeit, Leistungen herauszunehmen. Bei Fachärzten hat sich in dieser Hinsicht bis auf einen zusätzlichen Passus zur telemedizinischen Versorgung nichts verändert.“ Die Unterscheidung zwischen neu auftretenden und bekannten Erkrankungen ist ein frischer Gedanke des Gesetzes, der aber bei den Orthopäden und Unfallchirurgen nur beschränkt anwendbar sein wird. Die Prämisse bei Alt-Neu: Bereits in Behandlung befindliche Patienten haben einen geringeren Behandlungsaufwand, etwa durch den Fortfall der Anam-

nese, als Neupatienten. Das war sicher eine gute Idee, aber: Es gibt auch neue Patienten, die wenig Aufwand erzeugen, aber Altpatienten, die wiederum sehr aufwändig sein können – eine 1:1-Beziehung ist in der Versorgungsrealität sehr schwierig. Es wurde deshalb auch modifiziert: Jetzt heißt es, dies kann gegebenenfalls als Kriterium herangezogen werden – in Fachgruppen, wo dies wirklich sinnvoll ist, und in anderen, wenn erforderlich. „Gut gemeint, aber wenn man Sachen zu Ende denkt, tauchen doch Schwierigkeiten auf“, berichtete Patricia Klein auf dem DKOU während einer Sitzung zum neuen Gesetz. Neuer EBM

Geplant ist: Es soll fünf Altersklassen statt drei geben. Die Altersklassen bei Kindern wurden stärker differenziert, zwei neue im höheren Alter hinzugefügt. Auch werden wohl Zuschläge für Multimorbidität eingebaut sowie Abschläge für Leistungen bei auftragsbezogeVERSORGUNGSSTRUKTURGESETZ ner, fachgleicher Überweisung, die Das Versorgungsstrukturin der Grundpauschale enthalten gesetz mit seinen Auswirsind – dies ist, so Honorarexpertin kungen beschäftigte die Klein, auch nachvollziehbar. Fachgruppe auch im Rahmen des Deutschen KonEs soll mit dem neuen EBM eine gresses für Orthopädie Umstellung des Systems auf eine und Unfallchirurgie. Eine fallbezogene Fixkostenpauschale berufspolitische Session erfolgen, das heißt bei den Fachunter dem Vorsitz von Dr. Andreas Gassen und ärzten gibt es eine bestimmte Frank-Ullrich Schulz beleuchtete das Gesetz hinStruktur, die zum Beispiel eine sichtlich seiner Bedeutung für die Orthopädie und Orthopädie- und UnfallchirurgenUnfallchirurgie. Patricia Klein bewertete es aus Sicht praxis vorhalten muss, weil anders der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Sie schilgar nicht gearbeitet werden kann. derte die Struktur des Gesetzes; auch ging sie auf In dieser Struktur würde über den Stand des sich in Planung befindlichen EBM ein. eine relativ hoch angesiedelte FixDer SPD-Bundestagsabgeordnete Steffen-Claudio kostenpauschale die LeistungserLemme sprach über die Vorstellungen seiner Partei bringung bis zur Kostendeckung fivon einer sozialen und gerechten Gesundheitsvernanziert. Die Kosten werden daher sorgung. Einer seiner Schwerpunkte war die Lotsenaus der Grundpauschale herausfunktion des Hausarztes. genommen. Und für die Behandlungsfälle darüber hinaus werden dann die variablen Kosten und die,

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die für die ärztliche Leistung anfallen, beglichen. 250 Millionen Euro fließen zusätzlich ins System Im Zuge der jüngsten Einigung zwischen Kassen und KBV wird ab dem 1. Januar 2013 zusätzliches Geld in Höhe von 250 Millionen Euro ins System fließen. Im ersten Halbjahr wird dieses Geld mangels passender EBM-Ziffern pauschal an alle ausgeschüttet; im 2. Halbjahr können die Gelder gezielt verteilt werden. So erhalten die Hausärzte zusätzliche Ziffern für die Geriatrie und die Palliativmedizin; bei den Fachärzten wird vor allem an die konservativ Tätigen gedacht: Die konservativen Fälle erhalten einen Strukturzuschlag, um so die fachärztliche Grundversorgung zu fördern. Dies werde voraussichtlich über die sogenannten KO-Kataloge laufen, damit Fälle mit und ohne Zuschlag ersichtlich sind: „Die fachärztliche Grundversorgung steht im Beschluss, die genaue Ausgestaltung ist derzeit in Arbeit“, so Patricia Klein. Bis zum 1. Juli 2013 müsse allerdings die Systematik stehen, sonst könnten die Gelder nicht abgerufen werden. Auch soll es indikationsspezifische Zuschläge geben. Dazu habe der BVOU sehr gute Vorschläge gemacht. Bei bestimmten Erkrankungen werde es bestimmte Zuschläge geben. Multimorbidität würde zum Beispiel einen höheren Zuschlag auslösen. Der Gedanke dahinter: Kommt ein Patient zweimal im Quartal – einmal wegen Kniebeschwerden, und ein zweites Mal wegen seines Rückens –, ist die Grundpauschale schon aufgebraucht. Dieses Missverhältnis soll über das Zuschlagsmodell abgemildert werden. Auch werde erwogen, dies für bestimmte qualitätsgesicherte Leistungen und Einzelleistungen nutzbar zu machen. Zu denken wäre beispielsweise an Schmerzoder Rehatherapie. Zu möglichen Um-

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Politik

schichtungen aufgrund des gedeckelten Honorartopfes erläuterte Patricia Klein: „Wir müssen abwarten, ob sich ab dem 2. Halbjahr 2013 mit dem Zuschlag nennenswerte Vergütungen darstellen lassen. Oder ob man aus bestimmten technischen Leistungen, von denen wir wissen, dass sie zu hoch bewertet sind, Geld herausnimmt und dieses dann noch mal auf die Zuschlagspauschale addiert. Dies muss abgewartet werden.“

weisungsvorbehalt ebenso beschlossen wie eine Überweisung auf Basis einer gesicherten Diagnose – „Verdachtsdiagnose, auch wenn nur bei schwerem Verlauf, dies kann ja am Ende alles sein.“ Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) habe dagegen ein ganz anderes Interesse: Sie ziele auf ein vollständig geöffnetes System. Hier käme es aus Sicht der KBV darauf an, dass die Spieße gleich lang sind.

Die Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung (ASV) entwickele sich leider zu einer unendlichen Geschichte, monierte die Honorarexpertin. Dennoch sieht sie Fortschritte: So wurde der Über-

Als abgehakt bezeichnete Patricia Klein die Zusammenarbeit zwischen Krankenhaus und Vertragsärzten auf Basis der Honorararzttätigkeit. Der AOP-Vertrag sei geändert – danach sei jetzt die Zu-

sammenarbeit möglich: Das Krankenhaus vergütet dem ambulant operierenden Vertragsarzt seine Leistung, und das Haus kann dies abrechnen. Joachim Stier

Joachim Stier, freier Journalist in Berlin/ Aachen

SPD - GESUNDHEITSPOLITIK

Osten ist Modell für die Zukunft Für die SPD ist eine alters- und behindertengerechte Medizin ein Garant für soziale Teilhabe. Dies hat Steffen-Claudio Lemme, MdB aus Thüringen, Sprecher Gesundheit/Zahnärztevergütung und Sprecher für die Facharztversorgung bei der SPD, betont.

Für seine Partei ist die Patientenperspektive entscheidend – „die jetzige Regierung geht eher von der Ärzteperspektive aus.“ Deshalb sei auch die sektorenübergreifende Versorgung entscheidend, damit die Patienten unabhängig von ihrer Krankheit und deren Schwere in zumutbarer Weise die für sie notwendigen Leistungen in Anspruch nehmen können. Eine flexible und kleinräumige Versorgungsplanung sei daher sinnvoll. In Sachen Vertragsärzte unterstrich Steffen-Claudio Lemme die Sicherstellung der lokalen Verfügbarkeit; Über-

und Fehlversorgung seien zu vermeiden. Ein probates Mittel sehe die SPD daher durch den Aufkauf von Arztsitzen durch das KV System.

Auch das heiß diskutierte Thema nichtärztlicher Gesundheitsberufe sprach der Bundestagsabgeordnete Lemme an: Die SPD will die Schulung der Medizinischen Fachangestellten (MFA) im Besonderen und die Professionalisierung von Gesundheitsberufen im Allgemeinen vorantreiben. Darüber hinaus sieht sie in der hausärztlichen Versorgung eine Schlüsselfunktion: HausKO M M E N TA R V O N D R . A N D R E A S G A S S E N ärzte sollen den Patienten „Hier weht nicht nur alte Sozialdurchs System navigieren. romantik durch die Luft. Man muss Auch während des Medizinkonstatieren, dass die SPD den bisstudiums soll bei Studieher mehr als unbefriedigenden renden das Image der hausOutcome der Stärkung der hausärztlichen Versorgung verärztlichen Versorgung schlicht bessert werden. Mit dazu ignoriert. Trotz des unbestrittenen beitragen würde daher Bedarfs an wohnortnaher fachärztauch sicherlich eine besselicher Versorgung liebäugelt die re Bezahlung. Es solle also SPD wohl immer noch mit der Verlagerung der Fachärzte an mehr Lehrstühle für AllKliniken oder Medizinische Versorgungszentren.“ gemeinmedizin und einen

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höheren Stellenwert des Faches in der Ausbildung geben. Insgesamt werde die Medizinerausbildung neu ausgerichtet in Bezug auf die Auswahl der Studierenden, des Lehrkörpers und der Studieninhalte. Der Ablauf solle stärker auf die Versorgung ausgerichtet und die Zusammenarbeit aller Heilberufe soll im Curriculum verankert werden. Dass die SPD kein Fan der PKV ist, ist allen Interessierten klar, daher war die Forderung nach einer einheitlichen Honorarordnung nicht überraschend. Denn die unterschiedliche Vergütung von GKV und PKV erzeuge Fehlanreize etwa in der Niederlassung von Hausund Fachärzten in Regionen mit einem hohen Anteil an Privaten. Lemmes Fazit: Gesundheitsversorgung müsse unabhängig vom Geldbeutel des Einzelnen für alle gewährleistet sein: „Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Solidarität bei der Gesundheitsfinanzierung.“ Joachim Stier

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Politik

RESOLUTION

Bonuszahlungen von Chefärzten müssen von Zahl der Operationen entkoppelt werden In ihrer Resolution fordert die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin einen Paradigmenwechsel bei den variablen Vergütungssystemen.

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Die demografische Entwicklung, die damit einhergehende längere Lebenserwartung sowie der medizinische Fortschritt haben die Finanzierbarkeit des deutschen Gesundheitswesens in den letzten Jahren vor große Herausforderungen gestellt. Der Gesetzgeber versucht deshalb seit längerem, die Finanzierbarkeit der Gesundheitsversorgung durch umfassende Reformvorhaben sicherzustellen. Ein zentrales Reformvorhaben war die Einführung diagnoseorientierter Fallpauschalen (DRGs), wodurch die Krankenhäuser nicht mehr ihren tatsächlichen Aufwand, sondern lediglich pauschal kalkulierte Entgelte für die jeweiligen Behandlungen abrechnen können. Hierdurch verwandelten sich die Krankenhäuser von Einrichtungen der Daseinsfürsorge in gewinnorientierte Unternehmen. Der Konkurrenzdruck zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Krankenhäusern sowie Konzentrationsprozesse im Krankenhausmarkt verstärkten diesen Effekt. Das Primat der Ökonomie wirkt sich in den Häusern der Maximalversorgung auf besondere Weise aus. Zu ihnen gehören mit einem Anteil von 50 Prozent die Universitätskliniken, die zudem in erster Linie den Aufgaben der Forschung und Lehre verpflichtet sind. Ihre Spezifika können durch das DRG-System nur teilweise abgebildet werden. So sind insbesondere die komplexen Bildungsaufgaben der Universitätskliniken im DRG-Entgeltkatalog nur unvollständig enthalten. Auf diesen dringenden Reformbedarf hat die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin schon mehrfach hingewiesen.

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Der ökonomische Druck wurde durch die Abschaffung des Liquidationsrechts vor zehn Jahren und die zeitgleiche Implementierung auf öko-

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nomische Zielgrößen ausgerichteter Chefarztverträge auf die chefärztliche Leitungsebene übertragen. Diese Chefarztverträge sehen variable Vergütungsklauseln mit Bonusregelungen vor. Diese variablen Vergütungsanteile belaufen sich teilweise auf über 50 Prozent der Gesamtvergütung und sind grundsätzlich in nahezu allen Chefarztverträgen, insbesondere im Bereich der Hochschulklinika, anzutreffen.

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Die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin hält es für nicht hinnehmbar, dass Chefärzte für das Erreichen bestimmter Mindestfallzahlen oder Operationsmengen honoriert werden. Die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin lehnt fallzahlorientierte Bonusregelungen ab. Der Arztberuf ist ein freier Beruf und kein Gewerbe. Dieser Grundsatz der ärztlichen Berufsordnung hat im Interesse der Patienten Vorrang vor ökonomischen Überlegungen – auch und gerade im herrschenden System der Finanzierung des deutschen Gesundheitswesens. Fallzahlorientierte Bonus- oder Malusregelungen sind ethisch nicht verantwortbar. Sie gefährden die berufsrechtlich gebotene ärztliche Unabhängigkeit und zerstören das Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und Arzt. Gerade dieses Vertrauensverhältnis aber ist die Basis jeder ärztlichen Tätigkeit. Fallzahlorientierte Bonusregelungen höhlen damit unweigerlich den Anspruch der Klinika auf eine den ärztlich-medizinischen Erfordernissen gerechte Patientenbehandlung aus.

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Die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin spricht sich für einen Paradigmenwechsel im Chefarztvertragsrecht aus. Die bisher bestehenden quantitativen, ökonomisch ausgerichteten Parameter im Bereich der variablen

Vergütung sind durch qualitative Parameter zu ersetzen. In Betracht kommen hier insbesondere medizinisch-qualitative Kriterien wie Operationsergebnisse, Patientensicherheit, aber auch die Wahrnehmung von Aufgaben in der Aus- und Weiterbildung sowie Personalführung.

ARBEITSGEMEINSCHAFT HOCHSCHULMEDIZIN In der Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin sind die maßgeblichen Institutionen der deutschen Hochschulmedizin zusammengefasst. Sie wird von folgenden Institutionen getragen: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften Präsident: Univ.-Prof. Dr. Karl Heinz Rahn Bundesärztekammer Präsident: Prof. Dr. Frank-Ulrich Montgomery Bundesvereinigung der Landeskonferenzen ärztlicher und zahnärztlicher Leiter von Kliniken, Instituten und Abteilungen der Universitäten und Hochschulen Deutschlands Vorsitzender: Univ.-Prof. Dr. Christian Ohrloff Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e. V. Präsidentin: Melissa Camara Romero Deutsche Gesellschaft für Medizinrecht Präsident: Dr. Albrecht Wienke Deutscher Hochschulverband Präsident: Univ.-Prof. Dr. Bernhard Kempen Marburger Bund Vorsitzender: Rudolf Henke Medizinischer Fakultätentag Präsident: Univ.-Prof. Dr. Heyo Kroemer

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D KO U 2 0 1 2

Qualität – Ethik – Effizienz Vor dem Hintergrund der Schlagzeilen des Jahres 2012 – PIP-Skandal, giftige Prothesen, erhöhte Operationszahlen, verkaufte Organe – war das Motto des diesjährigen Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie vom 23. bis 26. Oktober 2012 in Berlin eine glatte Punktladung. Die drei Kongresspräsidenten Prof. Wolfram Mittelmeier (DGOU/DGOOC), Prof. Christoph Josten (DGU) und Dr. Andreas Gassen (BVOU) haben damit gutes Gespür für aktuelle Fragestellungen bewiesen.

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Mediziner sind keine Halbgötter in Weiß, und sie tun auch keine Wunder, sondern sie heilen Menschen. Krankheiten besiegen und Verletzungsfolgen beseitigen sind allerdings nicht die einzigen Herausforderungen, die sie bewältigen müssen. Der moderne Medizinbetrieb ist eine Maschinerie, die wie geschmiert laufen und nebenbei auch noch Geld abwerfen soll. Der Gesundheitsmarkt wächst rasant. Mit der Zahl der älteren Menschen nimmt die Zahl der Kranken zu. Auch der Begriff der Gesundheit selbst wandelt sich: Häufig steht nicht mehr die Bekämpfung von Krankheit im Zentrum medizinischer Bemühungen, sondern Prävention. Außerdem sind immer mehr Menschen bereit, nicht wenig Geld in ihre Gesundheit zu investieren. Sie konsumieren aktiv, wo sie vor nicht allzu langer Zeit ausschließlich die Anweisungen von Ärzten befolgt haben. Ärzte stehen also ziemlich unter Druck, ob sie nun im Krankenhaus beschäftigt oder in der Niederlassung tätig sind. Medizinischer Fortschritt allein, neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden reichen nicht mehr aus, die Erwartungen der Patienten an die Heilkunst zu erfüllen. Vielmehr müssen wir uns mit der Frage auseinandersetzen, wie die Rädchen im Getriebe der Krankenversorgung am besten ineinandergreifen können. Oder anders ausgedrückt: wie das Zusammenspiel der Akteure im Gesundheitssystem organisiert sein kann – um qualitativ hochwertige Ergebnisse zu erzielen, dabei niemanden zu benachteiligen, und das Ganze auch noch effizient. Vor diesem Hintergrund haben die diesjährigen Präsidenten des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie – Prof. Wolfram Mittelmeier (DGOU/DGOOC), Prof. Christoph Josten (DGU) und Dr. Andreas Gassen (BVOU) – ihr Kongressmotto „Qualität – Ethik – Effizienz“ gewählt. Es eignete sich hervorragend als Überschrift für die medizinischen Schwerpunktthemen: Sehr passend nach den Olympischen Sommerspielen und den Paralympics stand etwa die Frage auf der Agenda, wie Orthopäden und Unfallchirurgen Spitzen- und Breitensportler therapieren und wie Verletzungen effektiv vorgebeugt werden können. Besonders wichtig sind dabei eine maßgeschneiderte Prävention und Rehabilitation, da sie lange Arbeitsausfälle, Immobilität sowie chronische Schäden am Haltungs- und Bewegungsapparat vermeiden. Ältere Menschen und Kinder im Fokus

11.055 Besucher davon

7.505 registrierte Teilnehmer 2.096 Vertreter aus Industrie und Wirtschaft 1.135 Fachbesucher 239 Journalisten 80 Betroffene (beim Patiententag)

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Dabei standen insbesondere ältere Menschen und Kinder im Fokus. „Rund ein Drittel aller über 65-Jährigen stürzt mindestens einmal im Jahr schwer“, erläuterte Prof. Josten bei der Eröffnungs-Pressekonferenz. Das Risiko, an den Folgen einer Oberschenkelhalsfraktur zu versterben, sei für ältere Menschen besonders hoch: „Jeder dritte bis vierte Patient über 85 Jahre mit hüftgelenksnaher Fraktur stirbt innerhalb des ersten Jahres“, so Josten. Alte Menschen, die im Heim leben, seien besonders gefährdet. Sie sind in der Regel nicht mehr so mobil wie diejenigen, die sich in den eigenen vier Wänden selbst versorgen. Das unterstreicht die Bedeutung nicht nur einer gezielten Sturzprävention, sondern überhaupt von Sport und Bewegung bis ins hohe Alter, um körperlich fit zu bleiben. Denn ein Sturz mit Verletzungsfolgen markiert oft den Eintritt in einen Teufelskreis: „Die Angst, erneut zu stürzen – das sogenannte ‚Post Fall Syndrome‘ – schränkt Betroffene in ihrem Aktionsradius radikal ein“, erklärte Josten. Sie trauen sich nicht, ihre alten

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Gewohnheiten aufzunehmen, bewegen sich seltener und treiben weniger Sport. Daraus resultieren Folgeerkrankungen wie Osteoporose, Muskelabbau sowie eine Schwächung des Kreislaufes und der geistigen Verfassung. Prof. Karsten Dreinhöfer, Vizepräsident des BVOU, empfahl in diesem Zusammenhang, dass sich Menschen ab 50 Jahren spätestens nach dem ersten Knochenbruch auf Osteoporose untersuchen lassen sollten. Noch immer erhalte nur ein knappes Drittel der Patienten eine leitliniengerechte Therapie. Fatal, denn: „Bereits der erste Osteoporose bedingte Kno-

chenbruch verdoppelt das Risiko für eine weitere Fraktur“, so Dreinhöfer. Mittels einer Knochendichtemessung und einer Abklärung der Risikofaktoren könnten Maßnahmen eingeleitet werden, mit denen sich ein erneuter Knochenbruch vermeiden ließe. Prävention als gesamtgesellschaftlicher Auftrag Die Prävention beginnt jedoch viel früher, schon während der Kindheit. Welches große Interesse die Öffentlichkeit dem Thema Kindergesundheit beimisst,

ETHISCHE ANFORDERUNGEN AN POLITISCHES HANDELN

Einer der Höhepunkte des Kongresses war die Festansprache von Prof. Dr. Kurt Biedenkopf anlässlich der DKOUEröffnungsfeier. Der frühere Ministerpräsident Sachsens (1990 bis 2002) sprach über „Ethische Anforderungen an politisches Handeln“ und schloss damit direkt an die Eröffnungsreden der drei Präsidenten an, die sich den Kongressthemen „Qualität, Ethik und Effizienz“ widmeten. „Als ich den Titel zum ersten Mal sah, habe ich mir die Frage gestellt, ob die Ethik das Kind in der Mitte ist, ob sie zwischen Qualität und Effizienz eingeklemmt wird“, begann er mit seinen Überlegungen, in denen er immer wieder auf die Gedanken seiner Vorredner zurückkam. So auch auf die Effizienz, die man nicht im ArztPatientenverhältnis suchen dürfe, ohne gegen die Würde des Menschen zu verstoßen, sondern vielmehr im System, das an völlig verkehrten Steuerungswirkungen kranke. Die Verantwortung, diese Fehlanreize aus der Welt zu schaffen, verortet er in der Politik: „Die Politiker haben eine ganz entscheidende, ethische Verantwortung, das System so weiterzuentwickeln, dass eine Gesundheitsvorsorge und der Erhalt der Gesundheit zu einem wesentlichen Auftrag des Gesamtsystems wird.“ Vorher hatte er die zwei Aufgaben medizinischer Betreuung definiert: die eine ziele auf die Wiederherstellung der Gesundheit – Biedenkopf gebrauchte dafür den wenig schmeichelhaften Begriff „Reparaturmedizin“ –, die andere darauf, die Gesundheit des Menschen so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Diese Gesundheitsvorsorge könne nur eine gesamtgesellschaftliche Auf-

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gabe sein, und angesichts des demografischen Wandels komme ihr eine immer wichtigere Bedeutung zu. Allerdings sei eine älter werdende Bevölkerung nicht zwangsläufig eine, die pflegebedürftiger ist als die Generationen vorher – das würde nur dann zutreffen, wenn die Menschen nicht auf ihre Gesundheit achten würden, weil sie dazu nicht motiviert werden. Dies sei das Risiko von Freiheit: „Wer gesundheitliche Risiken auf sich nimmt, wird finanziell dafür nicht zur Verantwortung gezogen, weil die Gemeinschaft für die Folgen einspringt.“ Das heiße nicht, dass an der notwendigen medizinischen Versorgung gespart werden solle, sondern vielmehr, dass sich die Grundhaltung innerhalb der Gesellschaft ändern müsse. Auch die Erwartungen an den Fortschritt müssten zurückgeschraubt werden, denn sie stießen mittlerweile „an Grenzen, die nicht mehr durch uns und unseren Willen gesetzt sind, sondern an der Realität dessen, was die Erde für die Menschen leisten kann.“ Deshalb müssten wir lernen, so zu handeln, „dass meine Enkel eines Tages sagen, das war richtig“ – heute sei das Gegenteil der Fall, „wir akzeptieren eine immer größere Hypothek auf die Lebenschancen unserer Nachkommen.“ Zu einem auf die Zukunft gerichteten Handeln gehöre eine gute Gesundheitsausbildung der Kinder – womit Biedenkopf auf die Gesundheitsvorsorge als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zurückkam. „Wenn man die Ethik als Kind in der Mitte betrachtet, wirkt sich diese Betrachtungsweise sowohl auf die Qualität als auch auf die Effizienz aus … sie ergeben sich nicht wertneutral aus ihren jeweiligen Begriffen, sondern wertgebunden.“ Diese Wertbindung sei der eigentliche Auftrag eines ethischen Denkens an die Politik. (je)

zeigten bei der Pressekonferenz die zahlreichen Wortmeldungen von Journalisten. Wundern muss man sich darüber nicht, denn 15 bis 20 Prozent der Kinder in Deutschland sind übergewichtig, Tendenz steigend. Für den in diesen Lebensjahren wichtigen Aufbau von Muskeln und Knochen ist regelmäßige Bewegung unerlässlich, die Weltgesundheitsorganisation fordert eine Stunde körperliche Anstrengung pro Tag. Doch laut KiGGS, einer Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland des Robert Koch-Instituts, bewegen sich nur rund 14 Prozent der Kinder dreimal die Woche. „Sie sitzen täglich etwa 1,5 Stunden vor dem Fernseher – die Nutzung von Spielekonsolen und PC nicht mit eingerechnet“, berichtete etwa Prof. Dr. Bernd Kladny, Präsident der DGOOC 2013. „Motorische Defizite nehmen hierdurch erheblich zu. Die Folge: Etwa ein Viertel aller Kindergartenkinder kann weder einen Purzelbaum schlagen noch auf einem Bein hüpfen.“ DGOU/DGOOCPräsident Prof. Mittelmeier bekräftigte erneut die Forderung nach mehr Schulsport, die Orthopäden und Unfallchirurgen seit Jahren vorbringen. Er plädierte darüber hinaus für ein Schulfach Gesundheitslehre – „dieses könnte ‚Sport und Gesundheit‘ heißen, und die Hauptsache wäre, dass es nicht im Sitzen ausgeübt wird.“ Um Kindern Freude an Bewegung zu vermitteln, veranstaltet der BVOU im Dezember die Aktionswoche „Zeigt her Eure Füße“. „Fachkundige Orthopäden informieren Kinder an Grundschulen spielerisch über die Wichtigkeit ihrer Füße während des Wachstums und vermitteln ihnen Freude an körperlicher Bewegung und Sport“, erläuterte BVOUPräsident Dr. Gassen die Ziele der Kampagne: „Wir haben einen gesellschaftspolitischen Auftrag. Wir wollen darauf hinweisen, dass Bewegung nicht nur für den Einzelnen, sondern für die gesamte Gesellschaft wichtig ist.“ Darüber hinaus informierten Experten über neueste Erkenntnisse in der Versorgung von Infektionen an Knochen und Gewebe. Über eine halbe Millionen Menschen erleiden jährlich Infektionen durch Krankenhauskeime. Wie das Klinikpersonal die Fallzahl durch verbesserte Hygienestandards reduzieren kann und welche Therapien helfen, um bereits entstandene Schäden an Knochen und Gewebe zu beheben, war deshalb ein wichtiger Programmpunkt. „Hierbei wie

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auch in allen anderen Disziplinen unseres Faches zählen Qualität, Ethik und Effizienz als Grundbausteine für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Versorgung der Patienten“, betonten die Kongresspräsidenten. Qualität ist eine Frage der Perspektive Doch das Kongressmotto „Qualität – Ethik – Effizienz“ spiegelte sich nicht nur in der Gestaltung des wissenschaftlichen Programms. Das war spätestens nach der Festansprache des ehemaligen sächsischen Ministerpräsidenten Prof. Kurt Biedenkopf, der die ethischen Dimensionen politischen Handelns im Bezug auf das Gesundheitswesen auslotete (siehe Kasten), nicht anders zu erwarten. So fand beispielsweise eine Podiumsdiskussion zur Frage „Wieviel Qualität können wir uns leisten?“ statt, zu der offiziell auch die Presse eingeladen war, um dieses Thema in die Öffentlichkeit zu tragen. Der Diskussion stellten sich unter anderem Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, Johannes Singhammer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/ CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag für die Bereiche Gesundheit, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, und Jürgen Malzahn vom AOK-Bundesverband. Dabei zeigte sich schnell: Qualität ist eine Frage der Perspektive. Dass es die Fachgesellschaften ernst meinen, wenn sie für eine Qualitätssicherung eintreten, verdeutlichen zwei noch junge Initiativen: zum einen das Endoprothesenregister, dem pünktlich zum Kongress vom Bundesgesundheitsministerium eine Finanzspritze in Höhe von 330.000 Euro zugesprochen wurde. Zum anderen das EndoCert-Projekt zur Zertifizierung von Endoprothesenzentren, das die DGOOC anlässlich des DKOU freigegeben hat (siehe: „Endoprothesenzentren am Start“, Seite 680).

Fachärztinnen und -ärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie. Auch die Ausbildung der Medizinstudierenden in Diagnostik und Therapie solcher Erkrankungen und Verletzungen hat Nachholbedarf. „So besteht die Gefahr, dass künftige Allgemeinmediziner und andere fachfremde Ärzte muskuloskeletale Beschwerden schnell verkennen oder unterschätzen. Die Folge: Fehldiagnosen und daraus resultierende Folgeerkrankungen“, warnt Prof. Fritz Uwe Niethard, Generalsekretär der DGOOC. Deshalb sei es einerseits wichtig, allen Medizinstudierenden

mehr Basiswissen über orthopädische und unfallchirurgische Diagnostik und Therapie zu vermitteln. „Andererseits müssen mehr Anreize für die Facharztweiterbildung geschaffen werden, um für ausreichend Nachwuchs in Orthopädie und Unfallchirurgie zu sorgen“, fordert auch Dr. Gassen. Dem Jungen Forum scheint es beim „Tag der Studierenden“ durchaus zu gelingen, das Fach O und U der nachrückenden Medizinergeneration schmackhaft zu machen, wie man aus dem begeisterten Feedback der jungen Leute folgern kann (siehe: „Interesse am

J O U R N A L I S T E N P R E I S O R T H O PÄ D I E U N D U N FA L L C H I R U R G I E 2 0 1 2 Zwei TV-Dokumentationen, beide vom SWR, hatten es der Jury gleichermaßen angetan: „Mordskerle – Zwei Jungs kämpfen sich zurück ins Leben“ von Harold Woetzel und „Tour in Ungewisse – Die unverwüstlichen Vier“ von Heidi und Bernd Umbreit. Deshalb überreichte der Vorsitzende der Jury, Prof. Dr. Karsten Dreinhöfer, bei der Eröffnungsfeier des DKOU in diesem Jahr zwei erste Preise. Harold Woetzel begleitet in seiner zweiteiligen Reportage zwei 17- und 19-jährige Männer, die nach schweren Unfällen bein- und armamputiert sind, über ein Jahr bei ihrem Weg „Zurück ins Leben“, der von zahlreichen Operationen, Problemen der Orthopädietechniker, dem Anpassen von Arm-und Beinprothesen und Physiotherapie gekennzeichnet ist. Orthopädietechnik, Physio- und Ergotherapie, das große Spektrum der Rehabilitativen Medizin im Bereich der Orthopädie und Unfallchirurgie stehen dabei im Vordergrund. Der Wunsch, ein normales Leben zu führen, zu lernen, Berufswünsche zu realisieren, mit den Freunden zusammen zu sein und einfach wieder dazu zugehören,

wird eindringlich dargestellt.

Eindringlich erzählt und dabei hochspannend ist auch der Zweiteiler von Heidi und Bernd Umbreit, die vier Handbiker, Männer zwischen 24 und 49 Jahren, bei einer „Tour ins Ungewisse“ begleiten: 1.100 Kilometer und 5.500 Höhenmeter in 72 Stunden mit dem Handbike. Nonstop Tag und Nacht von Sonthofen bis nach Flensburg. Die Vier sind Tetraplegiker mit einer hohen Querschnittlähmung im Halswirbelbereich. Sie schildern, wie sie mit ihrer Lähmung nach schweren Unfällen umgehen, beschreiben die Herausforderungen des Alltags und ihren unbedingten Lebenswillen. Torben Müller erhielt für seinen Artikel „Empfindliche Dämpfer“ über Knorpelschäden im Kniegelenk, erschienen im „Stern Gesund leben“, den zweiten Preis.

Seit das Junge Forum der DGOU vor vier Jahren zum ersten Mal den „Tag der Studierenden“ organisiert hat, ist dieser Schnuppertag für den Nachwuchs zu einer festen Größe im Kongressprogramm geworden. Mit gutem Grund: Während einerseits Verletzungen im „Aktivalter“ ebenso zunehmen wie die Verschleißerkrankungen am Bewegungsapparat, sinkt gleichzeitig die Zahl der jungen

Von links: Prof. Josten, Prof. Dreinhöfer, Heidi Umbreit, Dr. Gassen, Bernd Umbreit, Harold Woetzel, Pro. Mittelmeier

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Foto: Starface

Fokus auf Nachwuchs und Weiterbildung

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Aus unserem Fach

Fach O und U wecken“, Seite 671, und „Instrument der Nachwuchsförderung“, Seite 672). Vor allem, aber nicht ausschließlich an den Nachwuchs richtete sich die Beratungsbörse, die sich an jedem Kongresstag einem anderen relevanten Thema widmete und bei der Experten in Einzelgesprächen über Karriereplanung und -förderung informierten (siehe: „Ärztliche Karriere – Thema mit vielen Facetten“, Seite 674). Dass es den Gesellschaften ernst ist mit der vielbeschworenen Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zeigte sich unter anderem auch an der „Kinderinsel“, die mittlerweile so stark nachgefragt wird, dass sie ihren angestammten Platz verlassen und in einen geräumigen Saal in der Nähe des ICC-Foyers umziehen musste. Neu beim DKOU Noch Newcomer im Kongressgeschehen sind die Orthopädietechniker. Doch die

Zusammenarbeit mit dem Bundesinnungsverband Orthopädietechnik, die im vergangenen Jahr mit dem ersten „Tag der technischen Orthopädie“ ihren Auftakt hatte, wird weiter intensiviert. So wurde in diesem Jahr ein Fachbeirat Technische Orthopädie gegründet (siehe OUMN 4/2012, Seite 393), und der diesjährige „Tag der technischen Orthopädie“ (siehe Seite 673: „Plattform für intensiven Gedankenaustausch“) war sehr gut besucht. Neu im Programm sind die „Seminare“, die die Präsidenten als Bestandteil des Weiterbildungskonzepts ins Programm aufgenommen haben. Sie dienten der theoretischen Vertiefung orthopädischer und unfallchirurgischer Grundlagen und regten zur Diskussion unter Experten und Teilnehmern an. Als Ausgleich zum wissenschaftlichen Programm fand erstmals an zwei Kongresstagen eine Sportstunde statt. Keine Gymnastik, sondern etwas mit Power: Dr. Jürgen Fritzsche, Trainer des Olym-

pischen Sportbundes, bot den Kongressteilnehmern Karate-Seminare an. Alles in allem war der diesjährige DKOU ein sehr vielseitiger Kongress, der womöglich einen Trend gesetzt hat: Gut vorstellbar, dass die Kongresse von Orthopäden und Unfallchirurgen in der Zukunft nicht mehr umhin kommen, Fragen in Sachen Qualität, Ethik und Effizienz ins Kongressprogramm aufzunehmen. Nicht als Motto, aber als Themen, um die Mediziner von heute einfach nicht mehr herumkommen. Jana Ehrhardt-Joswig

Jana Ehrhardt-Joswig ist freie Journalistin und Redakteurin der OUMN.

Foto: Privat

DREI FR AGEN AN … … Harold Woetzel. Der Filmemacher ist beim Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie kein Unbekannter: Vor zwei Jahren präsentierte er die SWR-Serie „Die KnochenDocs“ und sprach darüber, wie Fakten und Fiktion im Fernsehen funktionieren. In diesem Jahr erhielt er den Journalistenpreis für Orthopädie und Unfallchirurgie. Grund genug, ihn zu fragen, was ihn am Fach fasziniert.

Was macht das Fachgebiet O und U aus Ihrer Sicht eines Journalisten interessant? Woetzel: Die Orthopädie und Unfallchirurgie ist meines Erachtens die perfekteste Kombination für einen Filmemacher, um Geschichten zu erzählen. Die Orthopäden haben ja den Wahlspruch „Bewegung ist Leben“, und darin steckt schon die ganze Bandbreite des Faches. Wir alle haben irgendwann einmal etwas an unserem Bewegungsapparat gehabt, hatten einen (kleinen oder großen) Unfall,

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der uns in unseren Bewegungen einschränkte. Das Identifikationspotenzial mit den Geschichten aus der Orthopädie und Unfallchirurgie ist für die Zuschauer also enorm hoch. Außerdem kann man in dieser Disziplin die oft unglaublichen Fortschritte der modernen Medizin ad oculos demonstrieren. Es sind ja auch Anklänge an große Mythen, wenn ein Arzt einen Lahmen wieder zum Laufen bringt oder einen Krummen wieder gerade macht ...

Was bedeutet der Preis für Sie? Der Preis hat uns sehr überrascht und noch mehr gefreut, weil wir ihn für eine Geschichte bekommen haben, die es nicht in „Die Knochen-Docs“ geschafft hatte. Aber wir wussten, dass wir die Geschichte dieser beiden Jungs, deren Leben durch ihre Unfälle so radikal verändert wurde, erzählen müssen – egal in welchem Format. Vor allem für die Jungs, also für Philipp und Stefan, freut es uns, dass ihre Geschichten eine Beachtung und Würdigung über die reine Sendung hinaus bekommen haben.

Gibt es weitere orthopädisch-unfallchirurgische Themen, von denen Sie sich vorstellen könnten, sie mit der Kamera zu begleiten? Haben Sie vielleicht sogar schon eines in Arbeit? Eben liefen die „Herz-Docs“ im Fernsehen (auch im Ersten), gerade sind die „Kinder-“ (oder „Baby-)Docs“ in Bearbeitung. Aus der Serie „Die Knochen-Docs“ ist also ein Sendeformat geworden, eine SWR-Marke sozusagen. Die Folgen aus einer Uni-Herz- und einer Uni-Kinderklinik haben Kollegen übernommen, denn es ist schwierig für einen Filmemacher, über Jahre hinweg immer wieder mit solchen berührenden Geschichten, oft auf Leben und Tod, konfrontiert zu sein und diese dann entsprechend zu erzählen. Mir war es wichtig, wieder mal raus aus der Klinik zu kommen. Die Geschichten dort filmt man ja nicht nur einfach ab, man nimmt sie auch mit zu sich nach Hause, als Schicksale von Menschen, die oft zu Freunden werden im Laufe der Dreharbeiten. Im nächsten oder übernächsten Jahr kann ich mir aber gut vorstellen, wieder in diesem Bereich zu drehen. Die Geschichten jedenfalls gehen dort nie aus. Fragen: Jana Ehrhardt-Joswig

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Aus unserem Fach

P R Ä S I D E N T E N R E D E P R O F. M I T T E L M E I E R

Qualität als Aufgabe in O und U In seiner Eröffnungsansprache widmete sich der DGOU/DGOOC-Präsident Prof. Wolfram Mittelmeier der Qualität in der Medizin und wie diese noch besser sichergestellt werden kann – etwa durch verschiedene Qualitätsinitiativen der Fachgesellschaften.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, verehrte Ehrengäste,

Wenn ich Sie hier begrüßen darf, verehrter Herr Prof. Biedenkopf, darf ich zunächst mit Begeisterung feststellen, dass wir heute – mehr als 20 Jahre nach dem politischen Ereignis des Mauerfalls – in unserer täglichen Arbeit kein OstWest-Problem mehr fühlen. Dass dies so gelungen ist, ist ein großer Eindruck für mich, und ich danke all denen, die daran mitgewirkt haben, und ganz besonders symbolisch Ihnen, Herr Prof. Biedenkopf. Zu viele Operationen? Meine Damen und Herren, einige Pressemitteilungen haben sich in letzter Zeit sehr intensiv mit der Frage beschäftigt, ob wir zu viel operieren. Natürlich sind solche Schlagzeilen immer schön plakativ, sind gut verkaufbar und erschrecken viele Patienten. Lassen Sie mich dieses Thema aufgreifen, bevor ich auf das Thema Qualität zurückkomme. Es geht um zwei Faktoren, nämlich Angebot und Nachfrage. Die Zahlen der Hüftendoprothetik – als Beispiel aus meinem originären Fachgebiet – sind gar nicht wesentlich angestiegen, vielmehr ist die Kurve sogar gesättigt; die Zahlen der Knieendoprothetik sind weiter leicht angestiegen. Es geht beim Knieersatz um das zunehmende Vertrauen in die Sicherheit dieser Technologie und natürlich um Demografie. Die Operationszahlen an der Wirbelsäule sind vielleicht aktuell erhöht, was an fachübergreifenden, verschiedenen Niederlassungszahlen liegt. Aber man kann grundsätzlich nicht einfach sagen: zu viele OPs. Denn was heißt

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heute habe ich den Auftrag und die große Ehre, die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie zu vertreten sowie die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie.

Prof. Wolfram Mittelmeier: „Die DGOU ist kein Zug auf starren Schienen. Wir bewegen uns wie ein Hochleistungs-PKW mit vielen Zylindern, die sich bewegen, zum Glück immer mehr im Gleichtakt.“

zu viel? Zu viel Kosten? Fehlende Indikationsgrenzen? Gerade bezüglich Alter und Indikationen sind Grenzen schwierig zu ziehen – eine entsprechende Priorisierung steht uns Ärzten nicht zu. Zu viel ist allenfalls meines Erachtens das, was dem Patienten nicht angemessen hilft – oder wo mit übertriebenem Aufwand, mit überhöhtem Risiko oder zu wenig Qualität behandelt wird – oder wo es vielleicht bessere Alternativen gibt. Zu wenig Geld im System? Ist zu wenig Geld im System? Solange wir auf zahlreiche unserer Leistungen im Gesundheitssystem Mehrwertsteuer bezahlen, scheint genügend Geld in die Staatskasse zurückzufließen. Des Einen Gewinn ist des Anderen Last. Der Gesundheitsmarkt ist einer der wichtigsten Märkte und Wachstumsfaktoren in Deutschland. Die Gesundheitswirtschaft stellt insbesondere einen großen und wachsenden Exportmarkt dar. Wir haben gute Beispiele hiesiger, qualitätsproduzierender Firmen mit hoher internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Die Gesundheitswirtschaft leistet also an Arbeitsplatzsicherung und Steuerbeträgen Erhebliches für den Staat. Der medizintechnischen Industrie gebührt Aner-

kennung, dass sie in Deutschland weiter produziert und entwickelt. Große Krankenhauskonzerne rühmen sich mit zweistelligen Millionengewinnen, auch da scheint noch Geld im System zu sein. Auch bei den ständig mit Weltuntergangsstimmung belasteten Krankenkassen gibt es aktuell gesunde Rücklagen. Diese reichen zwar nach Aussage der betreffenden Kassen nicht lange, aber Rücklagen fühlen sich besser an als die sonst beklagten Defizite. Nachhaltige Qualität Wo geben wir denn wirklich Geld aus? Wir geben Geld aus für Dinge, die dem Patienten nicht direkt oder mittelbar und besonders nicht mit nachhaltiger Qualität von Nutzen sind. Dann, wenn der Arzt im Klinikalltag bis zu 30 Prozent seiner Arbeitszeit dokumentiert und Büroarbeit erledigt, – als sekundäre Bürokraft mehr dokumentiert, als er Zeit für den Patienten hat –, ist dies verlorene Zeit und Verlust. Wenn zudem in modernen Kliniken hohe Anteile der DRG-Erträge planmäßig in Verwaltungskosten aufgehen, steckt bezüglich bürokratischer Anteile offenbar noch viel Sparpotenzial im System.

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Der dabei auf die Implantat-Hersteller ausgeübte Kostendruck ist kontraproduktiv. Wir brauchen hochwertige, wirklich hochwertige Produkte, damit sie möglichst lange nachhaltig funktionieren und ihren ursprünglichen Preis auch rechtfertigen. Wir sind bezüglich der Endoprothesenpreise unbestritten ein Billigland geworden, wenn wir uns etwa mit Italien, Spanien und den USA vergleichen. Zu befürchten ist, dass sich dieser Trend zunehmend negativ in der Weiterentwicklung und der klinischen Qualitätssicherung niederschlägt. Also der falsche Weg. Wir brauchen ein Umdenken zu sinnvolleren Qualitäts-bezogenen Verfahren und weniger Bürokratie. Dann haben wir auch mehr Kapital übrig für die zielgerechte Behandlung der Patienten. Forschung als wichtige Aufgabe Dabei ist die Forschung eine wichtige Aufgabe. Laut Karl Popper hat Wissenschaft die Aufgabe, sich selbst und ständig zu hinterfragen. Wir müssen uns immer mehr der Versorgungsforschung in Orthopädie und Unfallchirurgie widmen: Was nutzt dem Patienten? Hier gibt es wichtige Initiativen, wofür ich den betreibenden Kollegen danke. Wir müssen subjektiv und objektiv wissen, was dem Patienten hilft, wenn er älter wird. Bedenken Sie, dass unsere Bürger durchschnittlich älter werden sowie im Alter selbstständig mobil bleiben wollen und müssen. Wir müssen also mehr präklinisch, vor dem Einbau, testen. Mithilfe moderner Computertechnologien können wir beispielsweise simulieren, wie ein Patient stolpert und welche Kräfte, Spannungen und kinematischen Prozesse dabei in seinem Kniegelenk auftreten. Überzeugende aktuelle Studien zeigen, dass wir bereits relativ viel vor dem Einbau von Endoprothesen simulieren und somit zunehmend Schäden vermeiden könnten. Es ist unsere Aufgabe, den Fokus der Drittmittelgeber, der Industrie, der Politik und auch der Patienten auf dieses Thema zu lenken. Forschung vor dem Einbau der Implantate kann sehr sinnvoll sein. Ein guter Weg in Richtung der Darstellung des Forschungspotenzials in unserem Fach ist, dass wir jetzt ein „Weißbuch der muskuloskelettalen Forschung 2012 der DGOU“ auf den Weg bringen

werden, das in den nächsten Tagen fertiggestellt wird. Anreize für den medizinischen Nachwuchs schaffen Wir müssen Qualität auch mit dem Nachwuchs betreiben, das heißt sehr gute und bestmögliche Nachfolge-Ärzte erzeugen, gerade in unserem Fach. Der weibliche Nachwuchs drängt in die Medizin. Wir freuen uns darüber, obwohl es noch nicht ganz gelungen ist, die damit entstehenden Bedürfnisse zu realisieren. Das betrifft uns Chefärzte, Krankenhausverwaltungen und andere beteiligte Institutionen. In unserer jetzigen Weiterbildungssystematik muss unser Nachwuchs teilweise mehrfach den Arbeitsplatz wechseln und in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern umziehen. Das ist nicht zumutbar, so dass wir gute junge Leute für unser breites Fach verlieren. Bereitschaftsdienste, Kinderbetreuung, Karrierechancen müssen wir glaubhaft und realistisch anpassen. Wir haben bislang zwei Ordinaria, das heißt zwei Kolleginnen, die W3-Professuren in unserem Fach an deutschen Universitäten begleiten, als Professorinnen für Orthopädie. Es ist absehbar und zeitgerecht überfällig, dass auch im Bereich der speziellen Unfallchirurgie weiblich besetzt werden wird. Aber wofür brauchen wir eigentlich WStellen? Wir haben mit dem gemeinsamen Fachgebiet in den letzten Jahren einen wesentlichen Weg geschaffen. Unsere Vorgänger und viele von Ihnen haben mitgewirkt, diesen Weg in verschiedenen Versorgungsbereichen zu realisieren. Aber unsere Universitäten haben teilweise noch ein Problem der sinnvollen Etablierung des Faches im Hinblick auf seine Breite und Spezialisierungsmöglichkeiten. Es muss dringlich in Strukturmodellen entwickelt werden, wofür W-Professuren eingesetzt werden sollen, zum Beispiel für Spezielle Unfallchirurgie, Spezielle Orthopädie, Spezielle Kinderorthopädie, Rheumaorthopädie, Handchirurgie usw. Am besten für alle, aber die Universitäten müssen mit ihren Ressourcen haushalten. Es muss gelingen, unser Fach möglichst breit darzustellen. O und U darf kein Mittel zum Einschrumpfen, sondern –

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besonders an den Universitäten – zum Weiterentwickeln des Systems zugunsten einer hochwertigen Versorgung der Patienten sein. Universitäten bieten ein besonderes Potenzial zur Spezialisierung und gleichzeitigen Synergie-reichen Vernetzung. Große Erfolge bei der Implantatentwicklung Implantate sind – auch in unserem Fach – aktuell sehr umstritten. In den letzten 50 Jahren wurde eine große Breite und Leistungsfähigkeit von Implantaten für den Bewegungsapparat entwickelt. Vergessen Sie nicht, dass allen negativen Pressemeldungen zum Trotz seit der Pionierzeit enorme Erfolge erreicht wurden mit einem unvergleichlich hohen Gewinn an Lebensqualität für hunderttausende Patienten. Sehr früh habe ich als Sohn eines dieser Pioniere mitverfolgen dürfen, dass es in den 70er und 80er Jahren ein großer Erfolg war, wenn ein Patient vier bis fünf Jahre schmerzfrei gehen konnte. Sind die berichteten Implantat-Probleme wirklich alle grobe Versager? Die Demografie spielt eine große Rolle. Unsere Implantate müssen länger halten. Letzte Woche war zu lesen, dass sich eine 91-jährige Bürgermeisterin in Kanada zur Wiederwahl stellen will. Gestern hatten wir hier einen Karate-Funktionär als Ehrengast, der 71 Jahre als ist und gerade den 8. Dan erreicht hat. Mit den Ansprüchen an die Lebensqualität steigen die Anforderungen an die Beanspruchbarkeit der Implantate. Wir brauchen eine selbstständige Mobilität im Alter. Unsere Gesellschaft wandelt sich auch in der Lebensform. Zum Beispiel sind in den ländlichen Regionen die Generationen getrennt, so dass die selbstständige Lebensbewältigung für die älteren Mitbürger erschwert ist und ein hoher selbstständiger Mobilitätsgrad erwartet wird. Zudem nehmen Trendsportarten zu. Es gibt begeisterte Ski-Fahrer und TennisSpieler, auch Motocross-Fahrer, die höhere Stoß-Belastungen ihrer Gelenke und höhere Sturzrisiken in Kauf nehmen. Der Patient muss letztlich angemessen informiert werden und verstehen, dass er mit seinem künstlichen Gelenk haushalten muss; sein Körper muss zugleich – schonend – regelmäßig trainiert werden, damit er mobil alt wird.

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Normen international angleichen Andererseits muss mit Nachdruck erreicht werden, die Leistungsfähigkeit und Haltbarkeit neuer Produkte nicht erst in klinischen Auswertungen oder Studien zu ermitteln. Eine politisch diskutierte Verschärfung klinischer Studien zur Zulassung wie im Arzneimittelgesetz verteuert das System und setzt zu spät an. Vielmehr müssen die Zulassungsbedingungen international besser abgeglichen, CE-Zulassungsstellen straffer kontrolliert und sogenannte Konformitätszulassungen eingeschränkt werden. Es gibt Normen, die international abgestimmt werden müssen. Diese Normen beschreiben eine Mindestqualität von Implantaten. Es ist beispielsweise international abgestimmt, dass ein künstliches Hüftgelenk fünf Millionen Belastungszyklen unter Standardgehen standhalten muss. Meine Damen und Herren, unsere Patienten verlangen heute viel mehr von diesen Gelenken. Entsprechend müssen wir uns noch mehr dafür einsetzen, dass die internationalen Normen an diese Anforderungen angepasst werden. Diese Chance hat unser Staat, diese Verantwortung hat aber auch die Europäische Union. Denken Sie an die Kennzeichnung Ihrer Autoreifen. Sie wissen sicherlich, dass Ihre Reifen hinsichtlich ihrer eingeschränkten Beanspruchbarkeit gekennzeichnet sind – mit einer international nachvollziehbaren Beschriftung. Es gibt also für Anwender und Verbraucher bei bestimmten Produkten eine Kennzeichnung, wofür sie getestet sind. Warum kann nicht auch für Kunstgelenke in einem Aufklärungsbogen sowie in einem Endoprothesenpass verständlich angegeben werden, unter welchen Beanspruchungen diese getestet sind und welche Belastungssituationen schädlich sind? Wir müssen insgesamt weg von diesem Diktat der Kurzfristigkeit, des Quartalsdenkens an verschiedenen Stellen im Gesundheitssystem. Es muss lohnend sein, Implantate mit einer möglichst großen Haltbarkeit und sicheren Anwendbarkeit zu entwickeln und einzusetzen. Wir müssen aber als Ärzte auch bekennen, dass wir noch disziplinierter sein müssen im Umgang mit Schadensfällen. Es gibt zwar ein Medizinproduktegesetz und Handlungsrichtlinien, es scheint

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alles geregelt. Aber es gibt darin zu viele Lücken und Unsicherheiten, so auch in der Beschreibung der Meldepflicht bei Schadensfällen. Es muss unmissverständlich geregelt sein, welche Revisionen – zum Beispiel nach welcher Standzeit – gemeldet werden müssen. Es würden dann auch Problemfälle konsequenter angezeigt und erfasst werden, damit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) angemessene Zahlen zur Bewertung der Produkte zur Verfügung stehen. Nur dann können frühzeitig Produkt-spezifische Fehler identifiziert und konsequent analysiert werden, damit schnell sowie angemessen darauf reagiert werden kann. Qualitätsinitiativen der Fachgesellschaften Von Seiten unserer Fachgesellschaft haben wir mit Initiativen reagiert, und ich bedanke mich sehr bei meinen Vorstandskollegen: Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie hat aktuell zugestimmt, dass wir eine Arbeitsgemeinschaft Implantatsicherheit ins Leben rufen, in der sich Ingenieurkapazitäten und auf diesem Gebiet spezialisierte Mediziner intensiv und für verschiedenste Implantate am Bewegungsapparat dieser Thematik widmen werden. Die Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik hat Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Explantaten, also ausgebauten Kunstgelenken, veröffentlicht. Verschiedene Fort- und Weiterbildungskurse in unserem Fach dienen der Qualitätsverbesserung – nicht nur bezüglich der Anwendung von Medizinprodukten. Das TraumaNetzwerk der DGU ist ein großartiges Beispiel für eine Qualitätsinitiative. Ich verneige mich vor all den Kollegen, die dazu beigetragen haben, dieses weltweit angesehene Projekt aufzustellen, dazu noch unter Einbeziehung der Teleradiologie. Wir können aber auch das aus Initiative der DGOOC gestaltete Endoprothesenregister Deutschland aufweisen, welches jetzt nach einer enormen Energieleistung von Herrn Hassenpflug an den Start geht. Besonders wertvoll im Hinblick auf die Endoprothetik ist das aktuell am 18. Oktober 2012 eröffnete Projekt EndoCert. Aus einer kleinen Initiative aus Rostock wurde eine konzertierte Aktion mit einer zweistufigen Testphase. Mein ausdrücklicher Dank gilt den beteiligten Fachleuten, exemplarisch

den Kollegen Holger Haas und KlausPeter Günther, aber auch den beteiligten Kollegen unseres Berufsverbandes BVOU. Mit EndoCert wurde ein besonderes Projekt aufgestellt, womit Kliniken sich als Endoprothetikzentren zertifizieren lassen können, wenn sie geforderte Kriterien an Struktur- und Prozessqualität darstellen können und sich zu jährlichen eingehenden Überprüfungen dieser Qualitätskriterien einschließlich der Ergebnisqualität durch externe Fachexperten bereit erklären. Ein international beispielhaftes Konzept. Ich danke allen Akteuren, die diese Projekte entwickelt haben, danke aber auch den Vertretern von Kostenträgern und Industrie, die diese Konzepte im Rahmen der Entwicklungsphasen kritisch und konstruktiv diskutiert haben. Fazit Mein Fazit ist: Wir haben ein schönes breites Fach. Wir gehen von der Geburt bis in das höchste Alter mit dem Patienten mit. Wir können von konservativ bis hochspezialisiert operativ arbeiten. Wir sind im Gespräch mit den Patienten, wir arbeiten mit verschiedensten Instrumenten wie auch mit hochtechnisierten Medizinprodukten. Wir haben also ein sehr breites Spektrum mit sehr großer Spezialisierungschance für den Nachwuchs. Es wurde in der bisherigen Zusammenführung unseres Faches Unglaubliches geleistet, speziell auch in der Einbindung all dieser verschiedenen Facetten. Großer Dank gilt unseren Generalsekretären Siebert und Niethard, die in diesem Prozess mit viel Einsatz für Kontinuität gesorgt haben. Die DGOU ist – erlauben Sie mir diese Metapher – kein Zug auf starren Schienen. Wir bewegen uns wie ein Hochleistungs-PKW mit vielen Zylindern, die sich bewegen, zum Glück immer mehr im Gleichtakt. Es klingt manchmal noch ein bisschen rau, aber immer besser, mit zunehmendem Drehmoment. Wenn wir dieses Vehikel klug steuern, entwickeln wir ein starkes, spursicheres Instrument in Richtung eines politisch hörbaren Gewichts sowie im Sinne nachhaltiger Qualitätsarbeit für den Patienten. Prof. Wolfram Mittelmeier

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P R Ä S I D E N T E N R E D E P R O F. J O S T E N

Ethik in der Medizin – wo stehen wir? In seiner Präsidentenansprache anlässlich der Eröffnung des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie widmete sich DGU-Präsident Prof. Christoph Josten dem Spannungsfeld von Medizin und Ethik.

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Festgäste,

Um das Spannungsfeld zu verdeutlichen, möchte ich exemplarisch folgende Fragen stellen:

Kann das Gewährleisten von höchster Qualität für den Einzelnen unter heutigen ökonomischen Aspekten wirklich effizient für das Gesamte sein? Ist das Hochhalten bester medizinischer Maßnahmen als Ausdruck unseres ärztlichen Könnens immer noch ethisch vertretbar? Sind effiziente Strukturen, die schnelle und rationale Prozesse voraussetzen, manchmal nicht die größten Gegner eines individuellen, persönlichen und auch ethischen Umgangs mit unseren Patienten?

Der englische Schriftsteller Gilbert Cesterton (bekannt für seine Kriminalromane um Pater Brown, aber auch für Schriften wie „Verteidigung des Unsinns“) hat die These erstellt, dass die Werte in dem Moment verstärkt werden, in dem sie in Frage gestellt werden. So formuliert er sehr kritisch: „Wenn ein Volk dabei ist, in allen Dingen schwach und untüchtig zu werden, dann fängt es an, von Effizienz zu reden“. Nun: Ich möchte einige Gedanken zur Ethik in der Medizin mit Ihnen teilen:

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es ist für mich und mein Team in Leipzig eine große Ehre, heute als Präsident die Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie zu repräsentieren und zu Ihnen sprechen zu dürfen. In unseren Präsidentenansprachen haben wir uns des Mottos und der Überschrift unseres Kongresses angenommen, des Spannungsfelds zwischen „Qualität, Ethik und Effizienz.“ Dies sind drei Bereiche, die jeder für sich genommen fast einen Alleinstellungsanspruch in unserem täglichen Leben einnehmen könnten. Prof. Dr. Christoph Josten: „Menschliche Zeit ist Grundvoraussetzung ethischen Handelns in der Medizin, und sie ist das Wertvollste, was unser Gesundheitssystem zu bieten hat.“

Das Wort „Ethik“ stammt aus dem Griechischen (Ethos) und bedeutet Sitte/ Brauch. Wissenschaftlicher Begründer der Ethiklehre war Aristoteles mit der Tugendhaftigkeit. Im Laufe der Jahrhunderte gab es verschiedenste Richtungen der Ethik, sehr bekannt ist die von Immanuel Kant die des „kategorischen Imperativs“. Von den vielen Formen ethischen Daseins, insbesondere in der angewandten Ethik, findet neben der politischen insbesondere die Medizinethik großes öffentliches Interesse. Die Medizinethik beschäftigt sich mit den sittlichen Normsetzungen, die für das Gesundheitswesen gelten sollen. Sie hat sich aus der ärztlichen Ethik entwickelt, betrifft aber alle im Gesundheitswesen tätigen Personen, Institutionen und Organisationen, zuletzt auch den Patienten selbst. Die Medizinethik beschreibt vier grundlegende Werte:

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Verbot zu schaden („Primum non nocere“) Das Wohlergehen des Menschen (Sanitas) Das Recht auf Selbstbestimmung („Autonomitas“)

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Das Gebot der Menschenwürde („Integritas“)

Trotz des großen gesellschaftlichen Focus‘ bestehen diesbezüglich nur wenige schriftliche Regelungen und Formulierungen. Unveränderte Basis ist und bleibt der Eid des Hippokrates aus dem 4. Jahrhundert vor Christus sowie in jüngerer Zeit das Genfer Ärztegelöbnis von 1948 und die Deklaration von Helsinki aus dem Jahre 1964. Hervorzuheben ist auch der Nürnberger Codex aus dem Jahre 1947, der die Grundlage für ethisch haltbare medizinische Versuche legte. Individualethik einerseits und Sozialethik andererseits Die Medizinethik bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen Individualethik einerseits und Sozialethik andererseits. Warum wird diese Diskussion jetzt zunehmend intensiv geführt? Hier drängen sich verschiedenste Fragen auf:

Wie weit können wir die Ausdehnung unserer Indikationen beim multimorbiden Patienten vertreten?

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Wie ist die dramatische Zunahme vieler invasiver Eingriffe zu begründen? Ist es ethisch vertretbar, wenn Bezüge von ärztlichen Entscheidungsträgern, von monetären Erlösen des Krankenhauses abhängen? Ist das DRG-System, unter dem Aspekt einer Kontrollfunktion ein Fortschritt, aber unter ethischem Aspekt ein Rückschritt?

Obwohl wir in Deutschland international das komplexeste und umfassendste DRG-System besitzen, wurde es nie auf seine ethische Wertigkeit evaluiert. Die komplexe Maschinerie moderner Medizin ist von enormem Nutzen, wenn ein junges Leben nach Polytrauma oder bei tumoröser Erkrankung zu retten ist. Sie ist aber auch in der Lage, einem alten, gebrechlichen Menschen nicht mehr so sehr sein Leben zu retten, als vielmehr sein Sterben qualvoll und inhuman zu verlängern. Viele Menschen erwarten von der modernen Medizin, dass diese kontinuierlich sowohl die Lebensqualität verbessert als auch die Lebensjahre verlängert, dass es für die Erhaltung der Gesundheit keine Grenzen und Begrenzungen gibt, und dass sie immer das beste Mittel mit der neuesten Technik erhalten. Diese Erwartungshaltung wird reichlich genährt durch populäre Medien, aber auch durch unsere Politik, quer über alle Parteien. Hier kann man zu Recht die Frage aufwerfen: Ist mehr Medizin die ethischere Medizin? Das Gesundheitssystem stößt an seine Grenzen Die 85-Jährigen sind die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe. Wenn es darüber hinaus Fakt ist, dass wir ein Drittel unserer Gesundheitskosten für das letzte Lebensjahr aufbringen, können wir uns fragen, wie lange wir uns das noch leisten können. Damit ist klar: Medizinischer Fortschritt und demografischer Wandel werden die Gesundheitsausgaben weiter in die Höhe treiben, aber ebenso muss es uns klar sein, dass die Begrenzungen der Ausgaben und Ressourcen im Gesundheitswesen eher früher als später eintreten, trotz der momentan guten finanziellen Situation der Krankenkassen. Dan Bernanke, Direktor der Amerikanischen Notenbank, warnte schon 2008 davor, dass die Gesundheitskosten den ökonomischen Wohlstand

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angreifen und auf Dauer aufweichen würden. Mein Eindruck: Unser Gesundheitssystem kommt mit Mensch und Material an seine Grenzen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ein Sozialsystem, dass an seine Grenzen gelangt, lässt ethisch-menschliche Aspekte immer mehr aus den Augen. Die zentrale Frage ist also, wie der resultierenden Mittelknappheit in einer ethisch vertretbaren Art und Weise begegnet werden kann. Allerdings: Die Gesundheitsversorgung allein nach ökonomischen Prinzipien zu organisieren, dem stehen viele wichtige Werte entgegen. Ein wichtiges Argument ethischer Werte setzt an den besonderen Eigenschaften der „guten Gesundheit“ an. Im Vergleich zu vielen anderen Werten nimmt die Gesundheit eine grundlegende, zentrale Stellung ein. Was auch immer wir in unserem Leben erstreben, wir benötigen die Gesundheit als Voraussetzung, um unsere Ziele und Pläne zu verwirklichen. Deshalb ist gleicher Zugang zur Gesundheitsversorgung und eine gerechte Verteilung dieser knapper werdenden medizinischen Ressourcen Grundbedingung für die oft beschworene Chancengleichheit in unserer Gesellschaft. Alter als Basis für Rationierung? Kann das Kriterium „Alter“ in dieser ethischen Wertediskussion als Basis für die Rationierung dienen? Ein diesbezüglich häufig genutztes, ich würde sagen missbrauchtes Modewort ist die Lebenserwartung/Lebensspanne. Dieses Argument der natürlichen Lebensspanne ist sehr umstritten und geht davon aus, dass die zur Verfügung stehenden medizinischen Ressourcen jüngeren Menschen zukommen sollten, die sonst der Chance beraubt würden, genauso lange zu leben wie ältere Menschen, die eben schon den größten Teil ihres zu erwartenden Lebenszyklus hinter sich hätten. Dieser auf Lebensalter basierenden Rationierung stehen entscheidende ethische Argumente entgegen, einschließlich des wichtigen Einwandes, dass jeder Mensch den gleichen Wert besitzt, unabhängig von Alter, sozialem Status, oder anderen Faktoren. Nur das Individuum selbst kann den Wert seines eigenen Lebens einschätzen, und es darf nicht unterstellt werden, dass ältere Menschen nicht noch weitere wichtige Lebensziele

haben. Müßig zu erwähnen, dass eine altersbasierte Rationierung eine eindeutige Diskriminierung gegenüber Frauen darstellen würde, die eine deutlich längere Lebenserwartungen haben. Folglich: Alter kann und darf kein Kriterium sein! Es stellt sich des Weiteren die Frage, ob von uns Ärzten erwartet werden kann, dass wir weitreichende ethische Entscheidungen treffen. Ist es nicht so, dass gerade unsere Gesellschaft von uns Ärzten eine Führungsrolle in der Ressourcenverwaltung erwartet? Dieser Erwartung und Anforderung können wir uns nicht entziehen. (Dies scheint durchaus möglich zu sein.) Obwohl viele Ärzte nur widerwillig die Rolle des Rationierers einnehmen, haben zahlreiche Studien belegt, dass sie durchaus auch diese Aufgabe übernehmen können, indem sie die Rationierung entsprechend klinischer Kriterien wie Krankheitsschwere und Prognose vornehmen. Ich zitiere David Gruenewald: „Dabei scheinen Chirurgen im Vergleich zu Internisten und Intensivmedizinern deutlich bessere Fähigkeiten zu haben, knappe Ressourcen zu managen.“ Arzt-Patientenbeziehung ist Grundstein medizinischer Ethik In diesem Spannungsfeld zwischen Rationierung und Rationalisierung nimmt das Verhältnis zwischen Arzt und Patient eine Schlüsselrolle ein. Die Beziehung zwischen diesen beiden dient als Anker unserer Entscheidungen und Prozesse und ist der Grundstein medizinischer Ethik. Doch unsere Patienten haben das Gefühl, trotz unverkennbarer und auch bewunderter medizinischer Fortschritte schlechter behandelt zu werden. (Ich persönlich glaube, dass 30 einsame Minuten in der Röhre eines MRTs, die medizinisch durchaus notwendig sein können, ein ärztliches Gespräch nicht ersetzen können, welches Sicherheit und Geborgenheit vermittelt). Warum beklagen unsere Patienten seit Jahren in gleicher Form und Intensität die fehlende persönliche Zuwendung und deuten dies als Interesselosigkeit? Fehlende menschliche Zeit ist also Hauptursache der Unzufriedenheit unserer Patienten. Meiner Einschätzung nach bedeutet Effizienz heute, die notwendigen medizinischen Maßnahmen mit möglichst geringen

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Kosten und Personalaufwand umzusetzen.

nach ausreichend Mitarbeitern Gesundheitssystem.

im

Effizienz spart Zeit, menschliche Ressourcen und damit Geld, Ethik verlangt nach Zeit und menschlichen Ressourcen (und damit Geld). Menschliche Zeit ist Grundvoraussetzung ethischen Handelns in der Medizin, und sie ist das Wertvollste, was unser Gesundheitssystem zu bieten hat. Und diese Zeit und persönliche Zuwendung des Arztes kann nie durch technische Untersuchungen ersetzt werden. Medizinische Ethik unter sozialpolitischem Aspekt verlangt deshalb

Ethik in der Medizin bedeutet, dass wir als Chirurgen glaubwürdig bleiben und eine von außen unbeeinflusste Partnerschaft mit den Patienten aufrecht halten. Die Indikationsstellung zu einer Behandlung muss sich alleine an den Notwendigkeiten, Bedürfnissen und Wünschen des Patienten orientieren. Medizinische Ethik bedeutet das korrekte Anwenden unseres Wissens und Könnens unter Abwägen aller Wertegüter, aber immer im Interesse unseres Patienten. Medizinische Ethik bedeu-

tet, den Patienten mitzunehmen, Zuversicht und Vertrauen zu geben und Angst zu nehmen. Ethik beinhaltet auch die Pflicht, für diese ethischen Werte zu kämpfen. Ich zitiere Thomas Mann: „Gesinnungen leben nicht, wenn sie keine Gelegenheit haben zu kämpfen.“ Und diese Kampfbereitschaft für unser ärztlich-medizinisches Ethos wollen wir mit diesem Kongress bei Vielen stärken, bei Manchen wiederbeleben. Es ist höchste Zeit, dafür zu kämpfen! Prof. Dr. Christoph Josten

PRÄSIDENTENREDE DR. GASSEN

Effizienz – Segen oder Fluch? Über Effizienz – oder im Klartext: Kostendämpfung – im Gesundheitssystem sprach Dr. Andreas Gassen (BVOU) in seiner Präsidentenrede. Dabei zeigte er deutlich auf, dass der Effizienz Grenzen gesetzt sind – nämlich überall da, wo Menschen ins Spiel kommen. Effizienz

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,

Effizienz ist grundsätzlich wichtig – effizient zu arbeiten geht oft mit guter Qualität einher. Aber Effizienz in der Medizin kann nicht gleichgesetzt werden mit Effizienz beispielsweise in der Industrie. Es ist sinnvoll, die Effizienz in Fertigungsprozessen zu steigern – das steigert die Produktivität und letztlich den wirtschaftlichen Outcome. Effizienz ist in der Industrie mitbestimmend für den Shareholde Value eines Unternehmens. Wo Roboter Punktschweißungen durchführen, wird man Effektivität immer noch steigern können. Aber auch in der Industrie stellt man fest, dass Effizienz Grenzen hat, wo sie Mitarbeiter betrifft.

Qualität Ethik Effizienz

Entspricht dieser Anspruch auch der Realität? Wenn dies nicht der Fall ist, warum ist das so? Ist der Arzt von heute nicht qualitätsbewusst, ethisch oder effizient? Natürlich ist er das. Aber Ärzte – und das ist jetzt nicht ganz leicht für uns – sind auch nur Menschen. Es hat den Anschein, dass dieser Anspruchsdreiklang in der heutigen Alltagsrealität manchmal ein wenig zu viel des Anspruchs ist. Wo liegen die Gründe? Wir haben schon einiges zu Qualität gesagt – Qualität ist toll und etwas, auf dass man zu Recht stolz sein kann. Hier sind wir als Ärzte

Foto: Starface

Begriffe, die der Medizin gut zu Gesicht stehen. Möchten wir doch alle nach diesen Grundsätzen behandeln oder für den Fall, dass wir selbst oder unsere Angehörigen erkranken, behandelt werden. Eigentlich selbstverständlich.

Dr. Andreas Gassen: „Effizienz kann nur in Verbindung mit Qualität und Ethik von Nutzen für unsere Patienten sein.“

bereits sehr aktiv, ein Beispiel ist das Projekt EndoCert und das Endoprothesenregister. Es ist auch unumgänglich, dass die Qualitätssicherung in ärztlicher Hand bleibt. Auch über die Ethik wurde vieles Richtige gesagt – sie sollte ärztliches Handeln immer mitbestimmen.

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Dem versucht man zu begegnen, indem man allerlei Initiativen zur Entspannung am Arbeitsplatz durchführt – Arbeitsmediziner haben alle Hände voll zu tun. Dieses Phänomen sucht man im Medizinbetrieb meist vergeblich. In der Medizin arbeiten Menschen an Menschen. Wie kann man die Effizienz hier bewerten oder steigern? Wie misst man die Effizienz eines Aufklärungsgesprächs? Wann

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ist eine Behandlung effizient? Wann wäre sie noch effizienter? Wir können definieren, wann eine Behandlung qualitativ gut war: Der Patient ist geheilt. War die Behandlung effizient? Hier liegt die Problematik. Die heutige Gesundheitsökonomie hat sich der Effizienz mit Haut und Haaren verschrieben, und zwar einer Art der Effizienz, die sich über möglichst niedrige Kosten definiert. Effizient ist die Behandlung, die zum Beispiel einen Patienten möglichst schnell aus dem Krankenhaus nach Hause entlässt, effizient ist die Behandlung, die Kosten definiert. Damit wir uns nicht missverstehen: Einen Patienten so zu behandeln, dass er schnell wieder nach Hause kommt, ist toll. Meist ist es Folge einer guten medizinischen Behandlung – das ist dann auch Zeichen guter Qualität, und eine gute, qualitativ hochwertige Behandlung ist auch ethisch eine gute Sache. Effizienz als Nebenprodukt von Qualität Bei genauerer Betrachtung fällt aber auf, dass hier sozusagen Effizienz zusätzlich als Nutzen abfällt, quasi als Nebenprodukt. Politik oder Krankenkassen betrachten medizinische Behandlung nur noch im Hinblick auf finanzielle Auswirkungen und fordern effiziente Strukturen. Wie effizient ist eine Behandlung? – diese Frage meint meist nichts anderes als: Welche Kosten löst das aus? Ärztliche Behandlung soll ungeachtet dessen qualitativ möglichst hervorragend sein – ethisch ohnehin ohne Fehl und Tadel. Nur kosten soll sie möglichst nichts. Die Kosten einer Behandlung sind natürlich nicht ganz ohne Bedeutung, aber eigentlich sollte die erste Frage sein, ob diese Behandlung Menschen helfen kann. Effizienz ist kein Selbstzweck. Ärztliche Behandlung taugt nur bedingt zur Optimierung einer Wertschöpfungskette. Ein Preisdumping funktioniert vielleicht beim Textildiscounter, aber nicht beim Arzt. Dem Kostendämpfungsverhalten von Politik und Kostenträgern – aus deren Sicht gut nachvollziehbar – steht heutzutage die zunehmende Industrialisierung des Medizinbetriebes gegenüber. Damit meine ich nicht die pharmazeutische Industrie oder die Hersteller von Medizintechnik und Medizinprodukten. Hier ist Effizienzsteigerung wichtig und sicher auch sinnvoll.

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Dass dabei gutes Geld verdient wird, ist völlig in Ordnung. Die Aussicht auf Gewinn ist in einer freien Marktwirtschaft unabdingbar – wo blieben sonst Unternehmergeist, Innovation, Leistungsbereitschaft? Sind der Politik oder den Kostenträgern die Kosten hierfür zu hoch, steht es ihnen frei, mit den entsprechenden Unternehmen sozusagen in den Ring zu steigen – das ist keine ärztliche Baustelle. Aber zunehmend tummeln sich börsennotierte Klinikketten, klinikkonzerneigene MVZs etc. auf dem Markt der Patientenversorgung. Dieser Markt ist gigantisch – allein im Bereich der GKV macht er rund 185 Milliarden Euro jährlich aus. Der Effizienzfaktor Mensch Hier geht es dann schon um den Effizienzfaktor Mensch. Medizin ist personalintensiv – es geht nicht darum, Roboter Punktschweißungen durchführen zu lassen, sondern um die Heilung Kranker. Lassen Sie mich das ruhig so pathetisch sagen. Was ist die Folge, wenn Effizienz das Maß aller Dinge ist? Der Arzt – ob es der Chefarzt im Krankenhaus ist, der zum Rapport zum Geschäftsführer muss und nach der Menge der abgerechneten DRGs beurteilt wird, oder der Niedergelassene, der einen Regress bekommt oder im Globalbudget umsonst behandelt –, dieser Arzt wird zum entscheiden Ansatzpunkt für die Steigerung der Effizienz. Das heißt, er soll mehr und bessere Leistung zu einem möglichst kleinen Preis erbringen. Personal in Krankenhäusern wird also abgebaut. Aktuell wird die Diskussion angefacht durch die Infektionen auf der Neugeborenenstation: Statt einer Pflegekraft pro Frühchen kümmert sich auf vielen Stationen in Deutschland eher eine Pflegekraft um drei bis vier Frühchen. Auch in den Praxen findet Personalabbau statt, da die Honorarsituation den meisten Kollegen keine andere Wahl lässt. Damit sitzt letztlich der Arzt, wie es im Amerikanischen so schön heißt, „between a rock and a hard place“. Wird gegen diese Effizienzforderung aufbegehrt, wird die ethische Keule geschwungen und Qualität zum Instrument der Qual. Es bekommt einen unappetitlichen Beigeschmack, wird dabei auf eine angemessene Vergütung gepocht. Diese

Entrüstung motiviert viele Player im System Gesundheit – seien es Politiker mit und ohne Fliege, Kassenfunktionäre oder Journalisten – zu Äußerungen wie zum Beispiel, alle Ärzte seien korrupt, geldgierig oder faul. Die aktuelle Honorardiskussion hat uns diese Mechanismen nachdrücklich vorgeführt. So kann und wird es nicht weitergehen. Denn Ärzte werden knapper – leider oder Gott sei Dank, wenn man an die Ökonomen Marshall und Walras und den Zusammenhang von Angebot und Nachfrage denkt. Wir müssen diese Situation nutzen und wieder zur Aktion finden, statt immer nur zu reagieren. In kaum einem anderen Beruf wird so viel und so hart gearbeitet wie in der Medizin. Trotzdem übt die große Zahl der Ärzte ihren Beruf mit großer Freude und Hingabe aus – trotz dieser Rahmen-bedingungen. Die durchschnittliche Arbeitszeit eines Niedergelassenen beträgt knapp 60 Stunden pro Woche. Ein Fluglotse beispielsweise verdient im Schnitt circa 135.000 Euro – und das nach einer dreijährigen Ausbildung und mit allen Segnungen des Angestelltendaseins. Dafür arbeitet er an vier Tagen die Woche vier mal zwei Stunden. Ärzte haben auch den Anspruch und das Recht, für ihre gute Leistung nach einer langen und schwierigen Ausbildung gutes Geld zu verdienen. Wer das in Abrede stellen will, soll sich die Qualität, Ethik und Effizienz in sozialisierten Gesundheitssystemen anschauen – ich denke nur an die unselige Diskussion in Großbritannien vor einigen Jahren, welche OP oder Behandlung sich ab welchem Alter noch lohnt. Die Effizienz ärztlicher Behandlung ist ein erstrebenswertes Ziel. Sie kann aber nur in Verbindung mit Qualität und Ethik von Nutzen für unsere Patienten sein. Wir haben in Deutschland eine Gesundheitsversorgung, die im stationären und ambulanten Bereich unverändert internationale Spitzenklasse darstellt. Wenn man dieses System in seiner hohen Qualität erhalten will, ist es zu kurz gesprungen, nur nach mehr Effizienz – im Klartext Kostendämpfung – zu rufen. Nur unter den Voraussetzungen hoher Qualität und ethischen Anspruchs kann Effizienz entstehen, die dem Ziel der möglichst optimalen Versorgung der uns anvertrauten Patienten dient. Dr. Andreas Gassen

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Prof. Wolfram Mittelmeier: „Zusammen mit den Politikern müssen wir einen Weg finden, der gewährleistet, dass nur gut ausgewählte und vorgeprüfte Produkte in die Versorgung kommen. Dann müssen wir hinterher weniger streiten.“

Prof. Christoph Josten: „Wenn wir über Qualität und Ethik reden, können wir die Prävention nicht außen vor lassen. (…) Wir wollen die Politiker darauf aufmerksam machen, dass sie hier auch in der Pflicht sind.“

Dr. Andreas Gassen: „Wir brauchen keine negative Presse, um uns um Qualität zu bemühen, sondern tun das von uns aus.“

INTERVIEW

„Von Gejagten der Problematik zu Jägern der Probleme werden“ Anderthalb Jahre haben die drei Kongresspräsidenten Dr. Andreas Gassen (BVOU), Prof. Wolfram Mittelmeier (DGOU/DGOOC) und Prof. Christoph Josten (DGU) an ihrem gemeinsamen Kongress gefeilt. Im OUMN-Interview lassen sie ihr Thema „Qualität – Ethik – Effizienz" und ihren Kongress Revue passieren. Die Orthopädie und Unfallchirurgie ist im Laufe dieses Jahres ins Kreuzfeuer der Berichterstattung geraten. Haben Sie vor diesem Hintergrund Ihr Kongressmotto „Qualität – Ethik – Effizienz“ gewählt? Prof. Josten: Nein, unser Motto haben wir schon vor anderthalb Jahren festgelegt. Qualität, Ethik und Effizienz sind drei Begriffe, die immer wieder ins Spiel kommen. Dass wir uns nun aktuell zur Prothetik äußern mussten, war nicht vorauszusehen – hat aber gut ins Kongressprogramm gepasst. Prof. Mittelmeier: Qualität, Ethik und Effizienz – das ist ein Thema, das sich immer stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit hochgearbeitet hat. Deshalb haben wir es aufgegriffen. Um uns öffentlich damit auseinanderzusetzen, haben wir haben unter anderem eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Presse, Politik, Medizin, Krankenkassen und Patientenvereinigungen organisiert. Insgesamt gab es mehrere Veranstaltungen auf diesem Kongress, die sich wie kleine Mosaiksteine zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Dr. Gassen: Ich möchte das Ganze noch etwas weiter fassen. Der Punkt, dass

„Qualität – Ethik – Effizienz“ im Kongressprogramm so starken Niederschlag gefunden haben, ist ein Zeichen dafür, dass wir Ärzte in dieser Hinsicht wesentlich proaktiver sind, als uns gemeinhin unterstellt wird. Das zeigen auch das gerade angeschobene Endoprothesenregister oder die EndoCert-Initiative. Beide wurden von langer Hand vorbereitet. Wir brauchen also keine negative Presse, um uns um Qualität zu bemühen, sondern tun das von uns aus. Josten: Wir wollten sozusagen von Gejagten der Problematik zu Jägern der Probleme werden. Mit dem Endoprothesenregister und EndoCert haben die Fachgesellschaften einen großen Schritt nach vorn getan. Was erwarten Sie nun von Seiten der Politik? Prof. Mittelmeier: Diese Projekte aufzustellen war eine enorme Energieleistung aller Beteiligten. Jetzt müssen wir zeigen, dass wir die Vorgaben, die wir gemacht haben, auch in der Realität effektiv, ethisch und qualitativ hochwertig umsetzen. Sprich: Wir müssen Ergebnisse vorweisen. Nun kommt die Politik an die Reihe. Es gibt das Patientenrechtegesetz, das erst noch zeigen muss, was es für die

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Patienten erreichen kann. Daneben brauchen wir strengere Zulassungskriterien für Medizinprodukte, allerdings ohne bürokratische Regularien, die den Patienten nichts bringen. Sonst besteht die Gefahr, dass wir Verhältnisse wie in den USA bekommen, wo aufgrund des Regelwerks der FDA (Food and Drug Administration) Innovationen nur sehr verzögert auf den Markt kommen. Zusammen mit den Politikern müssen wir einen Weg finden, der gewährleistet, dass nur gut ausgewählte und möglichst zielgerecht vorgeprüfte Produkte in die Versorgung kommen. Kürzere Innovationszyklen auf der einen und strengere Zulassungskriterien auf der anderen Seite – passt das zusammen? Mittelmeier: Ich würde die Innovationszyklen nicht verkürzen, aber ich würde sie auch nicht unnötig verlängern. Es geht darum, Probleme gezielter herauszufiltern, um Komplikationen zu vermeiden. Ist EndoCert die Antwort auf die gescheiterten Mindestmengen? Wird es dazu führen, dass einige der 1.100 Krankenhäuser, die heute Endoprothetik anbieten, das mittelfristig nicht mehr können?

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Prof. Mittelmeier: Weder geht es darum, das verunglückte Mindestmengenkonzept zu retten, noch darum, Krankenhäuser von der Versorgung auszuschließen. Es geht einzig und allein um Qualität und darum, Strukturen zu fördern, die sich der Qualität verschreiben wollen – auf freiwilliger Basis. Auch ohne EndoCertSiegel kann ein Krankenhaus Endoprothesen einbauen. Wenn es jedoch das EndoCert-Siegel möchte, muss es mindestens zwei Ärzte beschäftigen, die jeweils eine bestimmte jährliche Mindestmenge in der Knie- bzw. Hüftendoprothetik erbringen.

Strukturmodell entwirft, muss man sich bewusst sein, dass dort nicht alle hineinpassen. Davon abgesehen kann man das TraumaNetzwerk und die EndoCertInitiative nicht völlig gleichsetzen. Das TraumaNetzwerk ist gezielt auf einen bestimmten Patientenstrom ausgerichtet, nämlich auf die Schwerverletzten. Das ist eine überschaubare Gruppe – nicht zu vergleichen mit der volkswirtschaftlich enorm hohen Zahl von ProthesenPatienten. EndoCert soll eine Masse von Patienten in Zentren lenken; das ist etwas völlig anderes als eine strukturierte Notfallversorgung.

Prof. Josten: Trotzdem ist Ihre Frage berechtigt. Zwar geht es in erster Linie um die Qualität. Sie können jedoch nicht alle Krankenhäuser vom Netz nehmen, die die EndoCert-Kriterien nicht erfüllen. Ich denke an die Patienten, die stürzen und danach eine Prothese brauchen. Das betrifft immerhin 150.000 Menschen pro Jahr. Die können nicht unter Schmerzen in ein 30 Kilometer entferntes Prothesenzentrum gebracht werden, wenn es vor ihrer Haustür ein Krankenhaus gibt, in dem viele Jahre lang solche Eingriffe gemacht wurden. Diese Notversorgung darf nicht ausgeklinkt werden.

Prof. Mittelmeier: Das TraumaNetzwerk kann auch nicht jede Krankenhaus-Einrichtung ungezielt aufnehmen. Vergleichbar ist dies mit EndoCert. Sinnvolle, qualitätsorientierte Kriterien müssen erfüllt werden und regelmäßig überprüfbar sein. Das Interesse der Kliniken daran ist groß, bereits mehr als 100 haben angekündigt, dass sie mitmachen möchten. Die Zusammenarbeit von Zentren verschiedener Ausstattungsstufen ist bei EndoCert implementiert. Definierte Problemfälle sollen vom Endoprothesenzentrum der Basisstufe bei Bedarf indikationsbezogen ins Zentrum der Maximalversorgung verlegt werden. Die Endoprothetikzentren der Basisversorgung müssen sich daher verpflichten, mit Zentren der maximalen Versorgungsstufe zusammenzuarbeiten. Das ist mit dem TraumaNetzwerk durchaus vergleichbar.

Prof. Mittelmeier: Die Notversorgung der in Endoprothetikzentren behandelten Patienten wird keineswegs ausgeklinkt, sie ist vielmehr implementiert. In einem nächsten Schritt wird das EndoCert-System um ein Modul für Frakturbezogene Endoprothetik ergänzt werden, das wir noch gemeinsam erarbeiten müssen. Wir haben jetzt ein Siegel, das Patienten, insbesondere für die elektive Endoprothetik, als Orientierungshilfe und den betreffenden Kliniken als Leitfaden dienen kann. Das TraumaNetzwerk hat vorgemacht, wie gut eine solche Qualitätsoffensive funktionieren kann. Dort wird auch niemand ausgeschlossen, die Zahl der Krankenhäuser, die sich daran beteiligen, wird immer höher. Prof. Josten: Das stimmt. Gleichwohl ist zu sagen, dass einige Krankenhäuser, die dem TraumaNetzwerk beitreten wollten, die Kriterien nicht erfüllt haben und das entsprechende Siegel nicht bekommen haben. Wenn man ein derartiges

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weist regelmäßig mit seiner Aktion Orthofit auf Bewegungsmangel und Fehlernährung bei Kindern hin. Gelingt es Ihnen auf diesem Weg, mit den Politikern in Sachen Prävention ins Gespräch zu kommen? Dr. Gassen: Prävention wird ja ständig im Mund geführt, jeder Politiker baut das Wort in seine Reden ein. Aber eigentlich herrscht da eine große Ratlosigkeit. Wenn Sie konkret nachfragen, was sie sich darunter vorstellen, schauen Sie meist in ratlose Gesichter. Ich würde sagen, die Politiker sind willens, aber nicht wissend. Wir Ärzte können Anstöße geben, brauchen aber entsprechende Rahmenbedingungen. Es ist uns zum Beispiel gelungen, mit einer Krankenkasse auszuhandeln, dass wir für eine orthopädische Schuleingangsuntersuchung von mitversicherten Kindern eine Vergütung von 40 Euro bekommen. Wir hoffen, dass daraus ein flächendeckendes Angebot wird, denn so können wir Fehlentwicklungen früh erkennen und mit den Eltern Maßnahmen besprechen. Für Anläufe wie diese brauchen wir Ärzte Unterstützung. Dafür müssen Ressourcen geschaffen werden. Im Rahmen des Präventionsgesetzes, über das seit Jahren debattiert wird?

Prof. Josten: Wenn wir über Qualität und Ethik reden, können wir die Prävention nicht außen vor lassen. Viele Kinder sind heutzutage übergewichtig und amotorisch. Sie haben ein wesentlich höheres Verletzungs- oder Sportverletzungsrisiko. Die geriatrischen Frakturen nehmen im Zuge des demografischen Wandels ebenfalls massiv zu. Wir zeigen, dass wir diese Probleme behandeln können. Aber wir wollen auch die Politiker darauf aufmerksam machen, dass sie hier in der Pflicht sind.

Prof. Mittelmeier: Ich fürchte, dass das Präventionsgesetz, wie es derzeit diskutiert wird, einen Teil des Zieles verfehlen wird. Es wird dabei viel zu wenig über Prävention am Bewegungsapparat diskutiert. Es hilft auch nichts, dass wir den Menschen immer wieder plakativ vorhalten: ‚Ihr müsst euch mehr bewegen. Schon in den Kitas und Schulen muss den Kindern ein Bewegungsbewusstsein beigebracht werden: Wie sitzt man richtig, wie hebt man richtig, wie viel Bewegung täglich braucht man? Stattdessen fällt leider der bisherige, stark leistungsbezogene Sportunterricht in der Schule häufig aus. Wenn wir das nicht ändern, werden wir die Rückenschmerzen und entsprechende Dauerschäden mit allen damit verbundenen Versorgungs- und Kostenproblemen in unserer Gesellschaft bereits in Kürze nicht mehr beherrschen können.

Herr Dr. Gassen, sind die Politiker für das Thema empfänglich? Der Berufsverband

Prof. Josten: Wie heißt es so schön: Mens sana in corpore sano. Aber die Po-

Neben Qualitätssicherung ist Prävention ein oft gehörtes Wort auf diesem Kongress. Wo sind da die Berührungspunkte?

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litik – Herr Dr. Gassen hat es angedeutet – zieht sich aus der Verantwortung. Sie beklagt, dass zu viel operiert wird. Sie beklagt, dass immer mehr Menschen künstliche Gelenke bekommen. Dabei wird alles noch viel schlimmer kommen, wenn nämlich die übergewichtigen Kinder von heute, die nicht mehr lernen, sich zu bewegen, in 20 bis 30 Jahren dicke Erwachsene sind - mit einem Skelett, das sich nicht gesund ausbilden konnte und eine viel zu große Last tragen muss. Herr Dr. Gassen, Sie haben von Ressourcen gesprochen. Wird das Versorgungsstrukturgesetz den Ärzten mehr Ressourcen verschaffen? Dr. Gassen: Die Situation wird sich sicherlich etwas bessern, da das Versorgungsstrukturgesetz kein reines Kostendämpfungsgesetz ist. Aber was kein Politiker gerne ausspricht: Es geht vor allem um eine Ressourcenallokation, also um eine Verteilung knapper Güter. Wir werden uns von dem Gedanken verabschieden müssen, dass es in jedem Dorf in der Uckermark oder auf der Bayrischen Alb einen Fach- oder Hausarzt gibt. Die Menschen werden immer mobiler, der Versorgungsbedarf steigt, die Arztzahl nimmt jedoch ab. Ein Großteil der Kollegen in der Niederlassung hat das 40. Lebensjahr schon deutlich hinter sich gelassen. In zehn Jahren wird der Versorgungsbedarf zehn Prozent über dem heutigen liegen, und erfüllen soll ihn eine Ärzteschaft, die deutlich älter als heute ist. Wir müssen akzeptieren, dass man nicht überall für Jeden alles anbieten kann. Und das ist auch gar nicht notwendig. Es ist in anderen Ländern völlig üblich, auch mal 20 Kilometer zum Arzt zu fahren. Auch eine Wartezeit von 14 Tagen oder vier Wochen kann man Patienten, wenn es um regelhafte Routineuntersuchungen geht, zumuten. Wichtig ist, dass wir eine Notfallversorgung aufrechterhalten. Aber es hilft nichts, wenn die Politiker uns auffordern, die langen Wartezeiten in den Griff zu kriegen. Die werden sich nur zu einem gewissen Teil regeln lassen. Die Politiker wären gut beraten, diese Wahrheit zuzulassen. Auch die Krankenkassen müssen sich vom Diktat der allumfassenden Versorgung verabschieden. Das SGB V regelt ganz klar, wie die ärztliche Versorgung zu sein hat: wirtschaftlich, ausreichend, notwendig und zweckmä-

ßig – mehr nicht. Alles andere ist ein Sahnehäubchen obendrauf. Wie das zu finanzieren ist, muss man sehen. Aber es kann nicht sein, dass die Ärzteschaft für Strukturprobleme der Bundesländer zur Verantwortung gezogen wird. Was gibt es Neues im großen Fach O und U? Dr. Gassen: Bahnbrechende Neuigkeiten wie seinerzeit den Küntscher-Nagel gibt es nicht. Aber wir haben viele Verbesserungen im Detail. Die Prothesenstandzeiten werden länger, die Verfahren immer weniger invasiv. Die Patienten erholen sich viel schneller. Ich habe gestern einen Kollegen gesprochen, der eine Reha-Klinik mit Akut-Betten in Süddeutschland hat. Der kriegt seine Patienten häufig am zweiten oder dritten Tag aus der Klinik und beginnt mit der Früh-Reha. Das ist sensationell. Zu danken ist dies zum einen der verbesserten technischen Qualität der Implantate, aber auch der verbesserten ärztlichen Leistung. Aber diese Verbesserungen geschehen in kleinen Schritten, selten in großen Sprüngen. Prof. Mittelmeier: Gerade in den vergangenen Jahren zeigte sich, dass wir mittlerweile nicht nur sehr gute Produkte zur Verfügung haben, sondern deren Anwendung immer anwenderfreundlicher wird. Die Instrumentenentwicklung hat enorm viele Fortschritte gemacht. Daneben gibt es immer Produkt-Verbesserungen. In der Kinematik von Knieendoprothesen gibt es schrittweise mehr individuell ausgerichtete Konzepte, Fortschritte gibt es bezüglich Entwicklungen auf dem Weg zu antiinfektiven Oberflächen, etwa Antibiotika- oder Kupferionenbeschichtungen bei Endoprothesen oder auch bei der Osteosynthese. Und in französischen Krankenhäusern werden jetzt bereits konsequent Kupfergriffe an Krankenhaus-Türen angebracht. Die Vermeidung von Infektionen ist das Thema der nächsten Jahre. Hinsichtlich Vermeidung und Umgang mit Schadensfällen gibt es tragfähige Initiativen aus O und U, beispielsweise seitens der AE und der neu gegründeten AG Implantatesicherheit der DGOU. Prof. Josten: Wir haben neue frakturbezogene Versorgungskonzepte, etwa für die osteoporotischen Frakturen. Auch

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in der Versorgungsqualität von Beckenund Wirbelfrakturen im Alter sind wir einen großen Schritt weitergekommen. Ein großer Fortschritt ist, dass wir aufgrund des TraumaRegisters, in dem wir mittlerweile Daten von zigtausend Patienten gesammelt haben, sehr viel über das Polytrauma dazu gelernt haben. Wir können jetzt genauere Prognosen bei bestimmten Verletzungskombinationen und Behandlungsstrategien stellen. Dann möchte ich noch die Navigation erwähnen – die ist mittlerweile Standard bei der Frakturversorgung. Hätten Sie irgendetwas anders gemacht? Dr. Gassen: Eine Frage, die sich grundsätzlich stellt, ist meines Erachtens, inwieweit sich die klassische Mittagsvorlesung auf Dauer erhalten lässt. Aufgrund der extremen Bandbreite des Kongresses finden sehr viele Kurse auch über die Mittagszeit statt, so dass wir trotz hochkarätiger Referenten erleben, dass die Mittagsvorlesung relativ schlecht besucht ist. Vielleicht sollte man sich auf einen gemeinsamen Redner verständigen – aber das müssen unsere Nachfolger entscheiden. Prof. Josten: Mich treibt noch immer die Frage um, wie man den Nerv des Interesses unserer Mitglieder genauer treffen kann. Veranstaltungen zur Prothetik, Schulter und Wirbelsäule sind immer sehr voll, bei anderen Themen kann man nie so genau voraussagen, wie viele Besucher man damit erreichen wird. Das ist für mich nach wie vor eine Unbekannte, an der wir weiter arbeiten müssen. Prof. Mittelmeier: Ich bin noch nicht zufrieden bezüglich der Einbindung von Kursen und Seminaren. Ich habe das Gefühl, dass es noch zu viele Parallelstrukturen gibt. Wir haben verschiedene Kurse in O und U, die eventuell zusätzlichen wertvollen Input liefern könnten. Wenn es uns gelingen würde, diese Kurse oder Module von derartigen Kurssystemen noch systematischer in den Kongress einzubinden, wäre der DKOU wohl noch wertvoller. Vielen Dank für das Gespräch! Interview: Jana Ehrhardt-Joswig

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PREISE/ EHRUNGEN

And the Winner is … Der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie legt Jahr für Jahr Zeugnis davon ab, dass im Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie auf höchstem Niveau geforscht wird. Das spiegelt sich in der langen Liste von Preisträgern, die jährlich im Rahmen des DKOU ausgezeichnet werden. Daneben werden Vertreter des Faches für ihr Engagement in den und für die Fachgesellschaften geehrt.

Ehrenmitgliedschaften Sein Name ist aus der Orthopädie nicht mehr wegzudenken: Prof. Dr. Reinhard Graf, ehemaliger Ärztlicher Leiter des Landeskrankenhauses Stolzalpe, Österreich. Der Doyen der Hüftsonografie wurde für seine wegweisende Arbeit schon mit mehreren internationalen und nationalen Preisen ausgezeichnet, darunter das Große Ehrenzeichen der Republik Österreich 2008 für die Entwick-

Abb. 1 Ehrenmitgliedschaft DGOU

Abb. 3 Ehrenmitgliedschaft DGOOC

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lung der Hüftsonografie. Beim DKOU 2012 erhielt er die Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (Abb. 1). Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie verlieh die Ehrenmitgliedschaft an Prof. Dr. Hartwig Bauer, der zehn Jahre lang – von 2002 bis 2012 – Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie war (Abb. 2). Zum Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie wur-

de Prof. Dr. Heinrich Heß ernannt. Heß gründete 1975 die orthopädische Klinik in Saarlouis mit 12 Betten; als er 1997 aus dem Chefarztdienst ausschied, hatte sich die Bettenzahl verzehnfacht. Der Gründungspräsident der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) machte sich einen Namen als Arzt der Fußball-Nationalelf und ist Träger des Bundesverdienstkreuzes erster Klasse. Noch heute berät er DFB, FIFA und UEFA als Mitglied und Leiter

Abb. 2 Ehrenmitgliedschaft DGU

Abb. 4 Korrespondierendes Mitglied DGU

Abb. 5 Korrespondierendes Mitglied DGU

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mehrerer Sportmedizinischer Kommissionen (Abb. 3). Korrespondierende Mitglieder Prof. Dilip Tanna (Abb. 4), ehemaliger Orthopädie-Lehrstuhlinhaber an der Universität von Mumbai, Indien, und Prof. Dr. Francesco Biggi (Abb. 5), Direktor der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie in Belluno und Präsident der OTODI (Ortopedici e Traumatologi Ospedalieri D’Italia), wurden zu Korrespondierenden Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie ernannt. Auch die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie wählte zwei renommierte Kollegen aus dem Ausland zu Korrespondierenden Mitgliedern: Dr. Enrique Villalobos aus Mexico City (Abb. 6), Elect Vicepresident der Lateinamerikanischen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie (SLAOT), und Prof. Dr. Claus Grob (Abb. 7), ehemaliger Profes-

Abb. 6 Korrespondierendes Mitglied DGOOC

Abb. 9 Johann-Friedrich-Dieffenbach-Büste

sor für Management im Gesundheitswesen an der Universidad Austral de Chile, Valdivia, Chile. Ebenso die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie: Prof. Dr. Yan Wang vom 301 Orthopaedic Hospital of the General Hospital of Chinese People’s Liberation Army, Peking, und Jens Robert Chapman, MD, Chair an der University of Washington, Department of Orthopaedic Surgery and Sports Medicine an der School of Medicine in Seattle, Washington.

Award 2002, gehen auf sein Konto. Darüber hinaus ist er ein begeisterter Cellist, der bereits mit der weltberühmten Sopranistin Emma Kirkby auf der Bühne stand. Auch als Maler und Bildhauer ist Per Aspenberg bekannt. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie ehrte den Mediziner mit der Pauwels-Gedächtnismedaille (Abb. 8). Johann-Friedrich-Dieffenbach-Büste der DGU

Pauwels-Gedächtnismedaille der DGOOC Prof. Dr. Per Aspenberg, Orthopädie-Professor an der Universität von Linköping, Schweden, passt in keine Schublade. Er hielt die diesjährige Pauwels-Gedächtnisvorlesung zum Thema „Medikamentöse Werkzeuge in der Knochenchirurgie“. Zu diesem Thema hat er umfassend geforscht. Insgesamt 244 PUBMEDgelistete Veröffentlichungen und elf internationale Preise, darunter der Volvo

Die Johann-Friedrich-Dieffenbach-Büste wurde 1982 als ehrenvolle Auszeichnung für wissenschaftliche Verdienste um die Unfallheilkunde gestiftet. Sie wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich durch hervorragende wissenschaftliche Leistungen um die Unfallchirurgie besonders verdient gemacht haben. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an Prof. Dr. Christian Krettek, Chefarzt der Klinik

Abb. 7 Korrespondierendes Mitglied DGOOC

Abb. 8 Pauwels-Gedächtnismedaille der DGOOC

Abb. 10 Carl-Thiem-Gedenkmünze

Abb.11 Ehrennadel der DGU

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für Unfallchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (Abb. 9). Carl-Thiem-Gedenkmünze der DGU Die Carl-Thiem-Gedenkmünze wurde 1997 anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie gestiftet. Sie wird verliehen für besondere Verdienste um die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie unter Einbeziehung berufspolitischer und berufsständischer Leistungen. Die Ehrung wurde in diesem Jahr Prof. Dr. Karl Heinrich Winker, Ärztlicher Direktor der BG-Kliniken Halle, Standort Halle, und Chefarzt der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Helios Klinikum Erfurt, zuteil (Abb. 10). Goldene Ehrennadel der DGU Die Goldene Ehrennadel der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie ging in

Abb. 12 Georg-Friedrich-LouisStromeyer-Medaille der DGU

Abb. 15 Innovationspreis der DGU

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diesem Jahr an Dr. Michael Burgkhardt. Er ist niedergelassener Facharzt für Allgemein-, Notfall- und Suchtmedizin und seit vergangenem Jahr Vorsitzender der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands (BAND) (Abb. 11). Georg-Friedrich-Louis-StromeyerMedaille der DGU Prof. Dr. Stefan Rehart wurde in diesem Jahr mit der Georg-Friedrich-LouisStromeyer-Medaille ausgezeichnet. Er erhielt den Literaturpreis der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie für seine deutsche Übersetzung aus dem Französischen des Buches „Chirurgie de la main – 1. L‘ urgence“ – „Chirurgie der Hand – Der Notfall“. DGU-Senator Prof. Jürgen Probst würdigte in seiner Laudatio (den vollständigen Text finden Sie auf Seite 749) Reharts Übersetzung als „Meisterleistung“, mit der er sich um die Unfall-

Abb. 13 Reha-Forschungspreis der DGOU

und Handchirurgie verdient gemacht habe (Abb. 12). Reha-Forschungspreis der DGOU Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie verlieh in diesem Jahr den Preis zur Förderung der Rehabilitationsforschung an Dr. Ronny Langenhan (Abb. 13), Oberarzt an der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie am Hegau-Bodensee-Klinikum Singen. Er erhielt die Auszeichnung für seine Arbeit „Postoperative functional rehabilitation after repair of quadriceps ten-don ruptures: a compaison of two different protocols“. In einer retrospektiven Studie wurden an zwei Kollektiven (gesamthaft 66 Patienten, vergleichbare demografische Datenlage, vergleichbare OP-Technik) mit operativ versorgter Quadrizepssehnenruptur die klinischen Ergebnisse nach unterschiedlichen Nachbehandlungsprotokollen

Abb. 14 Hans-Liniger-Preis der DGU

Abb. 16 Themistocles-Gluck-Preis DGOOC

Abb.17 Heinz-Mittelmeier-Forschungspreis

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untersucht. Bezüglich des subjektiven IKDC Scores, der Dauer der Arbeitsunfähigkeit und der Komplikationen wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen dem restriktiven und dem frühfunktionellen Rehabilitationsschema gesehen. Die frühfunktionelle Nachbehandlung mit axialer Vollbelastung und abgestuftem Bewegungsaufbau nach operativ versorgter Quadrizepssehnenruptur ist sicher. Aufgrund des demografischen Wandels in der Gesellschaft wird diese Verletzung zunehmend ältere Menschen betreffen. Die vitale Notwendigkeit der frühen funktionellen Nachbehandlung unter Vollbelastung der unteren Extremitäten in geriatrischen Patientenkollektiven konnte bereits für viele andere Verletzungsarten (zum Beispiel proximale Femurfrakturen) gezeigt werden. Hans-Liniger-Preis der DGU Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie verlieh den Hans-Liniger-Preis in diesem Jahr an PD Dr. Sebastian Lippross (Abb. 14), Oberarzt an der Klinik für Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel. Seine Forschungsergebnisse könnten langfristig die Therapie von offenen Knochenbrüchen, Erkrankungen von Gelenken und Sehnen sowie die Behandlung großer Knochendefekte durch Unfälle oder Tumoren verändern. Er hat neue Grundlagen für die Wirkung von Thrombozytenkonzentrat, dem sogenannten körpereigenem plättchenreichem Plasma (PRP), in der orthopädischen und unfallchirurgischen Anwendung erforscht. „Die Untersuchungen von Sebastian Lippross liefern mögliche Erklärungen für die schnellere Heilung von Sehnenentzündungen unter dem Einsatz von plättchenreichem Plasma, dessen positiver Einfluss auf das Zellwachstum bereits bekannt war. Er hat zudem die antibakterielle Wirkung von PRP bestätigt und damit eine Perspektive geschaffen, das Risiko von Infektionen bei offenen Frakturen künftig zu reduzieren“, erklärte DGU-Präsident Prof. Dr. Christoph Josten anlässlich der Preisverleihung. Zudem habe Lippross durch das direkte Spritzen von plättchenreichem Plasma ins Gelenk ein neues Feld für den klinischen Einsatz von PRP bei entzündlichem Gelenkverschleiß eröffnet.

Innovationspreis 2012 der DGU Für ihre Erkenntnisse zur verbesserten Knochenheilung bei Schwerverletzen erhielt Prof. Dr. Anita Ignatius (Abb. 15), Direktorin des Instituts für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik an der Universität Ulm, in diesem Jahr den Innovationspreis 2012 der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie. Sie beschäftigte sich in ihren Studien mit Trauma-Patienten, also mehrfach verletzten Menschen. Nach bisherigen Beobachtungen ruft eine Verletzung des Brustkorbs zusätzliche entzündliche Reaktionen hervor. Die Knochenheilung im gesamten Körper wird dadurch nachhaltig verzögert. Diese Erkenntnis konnte die Direktorin des Instituts für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik am Universitätsklinikum Ulm in Experimenten erstmals bestätigen und gleichzeitig einen effektiven Therapieansatz finden. „Durch die Gabe eines Entzündungshemmstoffes unmittelbar nach dem Unfall kann jedoch der schädliche Effekt der Brustkorbverletzung auf die Knochenheilung positiv beeinflusst werden“, erklärte DGU-Präsident Prof. Josten. „Diese Ergebnisse könnten zu einer ganz neuen therapeutischen Strategie führen, um die verzögerte Knochenheilung bei schwerverletzen Patienten zu verhindern.“ Zudem könne so das Risiko einer langwierigen Knochenheilung minimiert werden. Themistocles-Gluck-Preis der DGOOC Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie vergab den Themistocles-Gluck-Preis in diesem Jahr an PD Dr. Sandra Utzschneider (Abb. 16), Funktionsoberärztin an der Orthopädischen Klinik und Poliklinik am Campus Großhadern der LudwigMaximilians-Universität München. Die DGOOC zeichnet damit ihre Arbeit „Zytokinexpression unterschiedlicher carbonfaserverstärkter PEEK-Abriebpartikel im Vergleich zu UHMWPE in vivo“ aus. Utzschneider untersuchte darin die Eigenschaften von faserverstärktem Polyaryl-ether-ether-keton (CFR-PEEK), das zunehmend experimentell aufgrund seiner mechanischen Eigenschaften in der Endoprothetik, zum Beispiel als Gleitpaarungsmaterial im Knie, eingesetzt wird, ohne dass bis dato über die biologische Reaktion von Abriebpartikeln in

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vivo ausreichende Ergebnisse vorliegen. Ziel der Studie war es deshalb, die Abriebpartikel von zwei faserverstärkten PEEK-Varianten im Vergleich zu konventionellem Polyethylen (ultra-high-molecular-weight-polyethylene = UHMWPE) auf ihre inflammatorische Aktivität in vivo zu testen. Dabei zeigte sich, dass insbesondere im Knochenmark beide PEEK-Varianten im Vergleich zur Kontrollgruppe und zu UHMWPE zu einer erhöhten Zytokinexpression führten. Darüber hinaus kam es bei der Verwendung von CFR-PEEK pitch zu einer erhöhten Zytokinsekretion im Bereich des Gelenkknorpels, was sich bei der Verwendung als Gleitpaarungsmaterial für unikondyläre Schlitten auf den Restknorpel negativ auswirken könnte. Utzschneider machte damit bewusst, dass faserverstärktes PEEK (CFR-PEEK pitch und CFRPEEK PAN) als Gleitpaarungsmaterial, vor allem im Bereich der unikondylären Knieendoprothetik, eher zurückhaltend eingesetzt werden sollte. Heinz-Mittelmeier-Forschungspreis der DGOOC Der Heinz-Mittelmeier-Forschungspreis für Anwendungen von keramischen Implantaten in der Endoprothetik 2012 ging in diesem Jahr an Dr. sc. hum. Dipl.-Ing. Jan Philippe Kretzer (Abb. 17), der das Labor für Biomechanik und Implantatforschung an der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Heidelberg leitet. Kretzer untersuchte die „Metallionenfreisetzung beim künstlichen Kniegelenk“. Aseptische Lockerungen werden in der Knieendoprothtik seit langem mit Polyethylen (PE)-Verschleißpartikeln assoziiert. Da die Artikulation im Gelenk allerdings nicht ausschließlich am verhältnismäßig weichen PE stattfindet, sondern auch an den angrenzenden metallischen Komponenten, untersuchte Kretzer, wie viel metallischer Verschleiß an einem künstlichen Kniegelenk entsteht. Dafür wurde ein klinisch etabliertes Implantatsystem auf einem AMTI-Knieverschleißsimulator für fünf Millionen Zyklen untersucht (entspricht circa zwei bis drei Jahren beim Patienten). Ergebnis: Über die gesamte Belastungsdauer hinweg werden metallische Verschleißprodukte freigesetzt. Die kumulative Freisetzung von Kobalt betrug am Ende 1,63 ± 0,28mg, von Chrom 0,47 ± 0,06mg und von Molyb-

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dän 0,42 ± 0,06 mg. Für Titan wurden 1,28 ± 0,14mg gemessen. Parallel wurde für PE eine Verschleißrate von 7,28 mg/Millionen Zyklen bestimmt. Insgesamt entstanden also zusätzlich und in Relation zur PE-Verschleißmasse circa 12 Prozent metallische Verschleißprodukte. Es muss daher davon ausgegangen werden, dass auch in der Knieendoprothetik relevante Mengen metallischer Verschleißprodukte freigesetzt werden, die für metallsensible Patienten klinisch relevant werden könnten. Für diese Patienten könnten alternativ nichtmetallische Komponenten in Betracht gezogen werden. Gerade nach der Metall-Metall-Debatte bei künstlichen Hüftgelenken ist dieses Ergebnis von großer Relevanz für O und U. Preis für Rekonstruktive Chirurgie und Orthopädie Die DGOOC verleiht seit 1973 im Wechsel mit der DGCH den von der Firma Ethicon gestifteten Preis für Rekonstruktive

Chirurgie und Orthopädie alternierend an Chirurgen und Orthopäden, um die rekonstruktive Chirurgie unter Einschluss des zeitweiligen und endgültigen Organersatzes zu fördern. Er wird an Persönlichkeiten vergeben, die durch hervorragende klinische oder wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der rekonstruktiven Chirurgie aufgefallen sind. In diesem Jahr ist das Prof. Dr. Reiner Gradinger (Abb. 18), hauptamtlicher Ärztlicher Direktor des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München. Georg-Hohmann-Plakette der DGOOC Für seine besonderen Verdienste um die deutsche Orthopädie ist Klaus-Jürgen Lotz (Abb. 19), der Präsident des Bundesinnungsverbandes für OrthopädieTechnik (BIV-OT) mit der Georg-Hohmann-Plakette der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie ausgezeichnet worden. Die Georg-Hohmann-Plakette wird Persön-

Abb. 18 Preis für Rekonstruktive Chirurgie und Orthopädie

Abb. 20 Konrad-Biesalski-Preis der DGOOC

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lichkeiten verliehen, die sich auch außerhalb des wissenschaftlichen Bereiches und als Nichtärzte um die Entwicklung der deutschen Orthopädie in besonderer Weise verdient gemacht haben. KlausJürgen Lotz, Jahrgang 1964, ist Orthopädie-Techniker-Meister. Seit 2006 ist er Obermeister der Landesinnung Hessen für Orthopädie-Technik. 2011 wurde er zum BIV-OT-Präsidenten gewählt und übernahm den stellvertretenden Vorsitz der Bundesfachschule für OrthopädieTechnik. 2012 initiierte er während seiner Präsidentschaft die Gründung des Fachbeirates Technische Orthopädie. Vor ihm erhielten Persönlichkeiten wie Max Näder (1985), Sepp Heim (2001) oder Dr. Jacques Chêneau (2004) die Auszeichnung. Konrad-Biesalski-Preis der DGOOC Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie verleiht im Zusammenwirken mit der Familie

Abb. 19 Georg-Hohmann-Plakette der DGOOC

Abb. 21 Resorba-Reisestipendium Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


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Biesalski alle zwei Jahre den Konrad-Biesalski-Preis. Damit will die DGOOC den Nachwuchs fördern und besondere Leistungen auf dem Gebiet der Rehabilitation und der Biomechanik auszeichnen. 2012 fiel ihre Wahl auf Prof. Dr. Wolfgang Lehmann (Abb. 20), den Geschäftsführenden Oberarzt der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum HamburgEppendorf, für seine „Biomechanischen Untersuchungen zu peri- und interprothetischen Frakturen am Femur“. Hintergrund der Studie ist, dass die zunehmende Anzahl an Hüft- und Knieprothesen gleichzeitig zu einer Steigerung interprothetischer Frakturen führt. Ziel war es zu prüfen, wie groß das Risiko einer Femurfraktur bei gleichzeitigem Vorliegen von zwei intramedullären Implantaten ist. Weiterhin sollte untersucht werden, wie stabil sich eine interprothetische Fraktur mit einer winkelstabilen Platte versorgen lässt. Dabei zeigte sich, dass die Kombination einer Hüftprothese mit einem weiteren intramedullären Kraftträger in Form eines Verriegelungsnagels das Risiko für eine Fraktur des Femurs um 50 Prozent erhöht. Durch die Versorgung mit einer winkelstabilen Platte beim Vorliegen einer Fraktur zwischen den Implantaten ergibt sich eine ähnliche Frakturfestigkeit wie beim nativen Femur.

Abb. 22 MSD Reisestipendium

Resorba-Reisestipendium Die Firma Resorba Wundversorgung finanziert in jedem Jahr die Kongressteilnahme zweier Assistenten des vorjährigen DGOOC-Präsidenten. In diesem Jahr können sich Dr. Jochen Jung, Chefarzt am Orthopädie und Unfallchirurgie Marienhaus der Klinik Ottweiler, und Dr. Oliver Steimer, Geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg/Saar, darüber freuen (Abb. 21). DGOU-Fellowship 2012 2012 hat die DGOU zum zweiten Mal ihr Visiting Fellowship über die European Society for Trauma and Emergency Surgery (ESTES) ausgeschrieben. Das mit 2.500 Euro dotierte Stipendium soll jüngeren ausländischen Fachärzten für Orthopädie und/oder Unfallchirurgie einen vierwöchigen Aufenthalt an einer oder mehreren orthopädischen und un-

Abb. 23 DGU-Reisestipendium

fallchirurgischen Kliniken in Deutschland ermöglichen. Diesjähriger Visiting Fellow ist Frau Marieke Wertenbroek aus Zwolle/Niederlande. Sie verbrachte ein halbes Jahr in der unfallchirurgischen Klinik des Universitätsklinikums der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt/ Main.

diesjährige MSD-Reisestipendium, das von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie ausgelobt wird. Es beläuft sich auf 12.000 Euro und soll Tohidnezhad eine mehrwöchige Reise an eine Institution im Inoder Ausland ermöglichen, wo sie sich neue wissenschaftliche Verfahrensweisen aneignen kann.

MSD-Reisestipendium Reisestipendium der DGU Dr. Mersedeh Tohidnezhad (Abb. 22), wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Anatomie und Zellbiologie an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, erhielt das

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Dr. David Löttrich (Abb. 23), Assistenzarzt in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Unfallkrankenhaus Berlin, kann sich auf eine Reise zu einer

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klinisch oder experimentell bedeutenden ausländischen Einrichtung freuen. Er erhielt das diesjährige Reisestipendium der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, das mit 2.500 Euro dotiert ist. Hubert-Waldmann-Plakette des BVOU Für die Verdienste um Orthopädie und Unfallchirurgie sowie für die langjährige Tätigkeit im geschäftsführenden Vorstand des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie und als Schriftführer der „Orthopädie Mitteilungen“ wurde Dr. Friedel Hartmann (Abb. 24) aus Teltow mit der HubertWaldmann-Plakette geehrt. BVOU-Kongresspräsident Dr. Andreas Gassen und BVOU-Präsident Helmut Mälzer überreichten die Plakette während des Präsidentendinners. Wilhelm-Roux-Preis Abb. 24 Hubert-Waldmann-Plakette

Mit dem Wilhelm-Roux-Preis kürt die Sektion Grundlagenforschung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie jährlich den besten Vortrag aus der Grundlagenforschung, der beim Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie gehalten wird. Der Preis wird von der Firma Aesculap gestiftet und ist mit 2.000 Euro dotiert. Er ging in diesem Jahr an Dr. Richard Stange und seine Arbeitsgruppe – Melanie Timmen, Britta Wieskoetter, Heriburg Hidding, T. Pap, M. Raschke, G. Schett, J. Zwerina – an der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Münster. Der preisgekrönte Vortrag trug den Titel „Einfluss des TNF-alpha Blockers Infliximab auf die Frakturheilung im chronischen Entzündungsmodell“. EbM-Preis Mit dem EbM-Preis werden Kolleginnen und Kollegen ausgezeichnet, die sich in ihrem Vortrag eng an die Kriterien evidenzbasierter Medizin gehalten haben. In diesem Jahr ging er an zwei Arbeitsgruppen: 1) D. Schulz, R. Dieckmann, G. Gosheger, K. Daniilidis, C. König, S. Höll, Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie, Thema: „Die Rolle von Gelenkpunktionen zur Diagnostik von Infektpersistenz beim zweizeitigen Prothesenwechsel“.

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2) H. Godry, M. Backhaus, M. Aach, R. Meindl, Th. Schildhauer, M. Citak, Ruhr Universität Bochum, Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil, Bochum, Thema: „Risikofaktoren für die Entwicklung von heterotopen Ossifikationen nach frischem Rückenmarkstrauma: Eine Fall-KontrollStudie“.

„Grüntee-Polyphenole führen zu einer signifikanten Reduktion von oxydativem Stress in humanen Osteoblasten bei signifikanter Steigerung der Zellviabilität und Funktionsfähigkeit ausgedrückt in vermehrter Produktion von extrazellulärer Matrix“.

Posterpreise: Experimentelle Arbeiten

Der 1. Posterpreis ging an: B. Vogt, J. Pöpping, H. Tretow, K. Daniilidis, T. Buller, F. Schiedel, R. Rödl; Thema: „Temporäre Epiphysiodese zur Korrektur von Beinlängendifferenzen – Vergleich zwischen Blount-Klammer und 8-Plate“. Der 2. Posterpreis ging an: M. Herbort, B. Schliemann, S. Lenschow, S. Roßlenbroich, W. Petersen, M. Raschke, T. Zantop, Thema: „Anatomische Einzel- oder Doppelbündelrekonstruktion? Klinische Ergebnisse einer prospektiven matched pair Studie“. Den 3. Posterpreis bekamen: G. Mattiassisch, M. MayrhoferStelzhammer, W. Huber, L. Dorniger, A. Kröpfl, für ihr Poster zum Thema „Ergebnisse der frühfunktionellen Therapie mittels modifizierter Traktionsschiene nach intraartikulären Mittelgliedbasisfrakturen der Finger“.

In der Kategorie „Tissue-engineering“ verlieh die Sektion Grundlagenforschung ihren Posterpreis an die Arbeitsgruppe J. Steinmeyer, Saskia Schadow, G. Lochnit und J. Kordelle aus Gießen für ein Poster zum Thema: „Die Wirkung von verschiedenen Kollagenhydrolysaten auf humane arthrotische Gelenkknorpelexplantate“. In der Kategorie „Biomechanik“ ging der Posterpreis der Sektion Grundlagenforschung an die Arbeitsgruppe C. Rosso, K. Koton, B. McKenzie, A. Nazaräern, V. Valderrabano, J. DeAngelis und A. Ramappa aus Basel. Titel ihres Posters: „Vergleich von all-Inside Meniskus-Refixationen mit ihren übereinstimmenden inside-out Techniken“. Der Posterpreis der Sektion Grundlagenforschung in der Kategorie „Polytrauma/Inflammation“ ging an Helen Vester, N. Holzer, S. Benzing, P. Biberthaler, M. Neumaier, M. van Griensven, A. Nüssler und Lilianna Schyschka aus München für ihr Poster:

Posterpreise: Klinische Arbeiten

Zusammengestellt von Jana Ehrhardt-Joswig.

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Fotos: Junges Forum

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Versuch macht klug: Neben Vorträgen und Diskussionen standen praktische Erfahrungen auf dem Programm, so bei Workshops zur Wund- und Frakturversorgung oder in einem Nahtkurs.

TA G D E R S T U D I E R E N D E N

Interesse am Fach O und U wecken Auch in diesem Jahr organisierte das Junge Forum der DGOU im Rahmen des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie einen ganzen Tag für Studierende der Medizin, um diesen Einblicke in das Fach Orthopädie und Unfallchirurgie zu gewähren und Interesse daran zu wecken.

Der Tag der Studierenden, welcher beim diesjährigen DKOU am 25. Oktober 2012 unter Leitung von Dr. Maya Niethard und Dr. Stefanie Donner zum vierten Mal in Folge stattfand, hat sich als fester Part im Kongressprogramm etabliert. Die DGOU unterstützt traditionell 100 Medizinstudenten mit einem Reisestipendium in Höhe von 300 Euro. Ziel dieser Veranstaltung ist es, den Teilnehmern tiefe Einblicke in das weite Spektrum des Faches Orthopädie und Unfallchirurgie zu gewähren und dessen Attraktivität zu steigern. Zu Beginn des Tages wurden die Teilnehmer von den Kongresspräsidenten Prof. Wolfram Mittelmeier (DGOOC), Prof. Christoph Josten (DGU) und Dr. Andreas Gassen (BVOU) persönlich begrüßt. Im Anschluss wurden sie in kleine 10erGruppen aufgeteilt und rotierten im Verlauf des Tages über verschiedene Stationen wie Diskussionsgruppen, Vorträge sowie Workshops für Osteosynthese, Naht-und Knotenlehre. Dabei wurden sie von ihren Tutoren betreut. Im offenen Gespräch mit Chefärzten/Ordinarien, die sich als Mentoren zur Verfügung

stellten, konnten Unklarheiten beseitigt und die vielen Fragen der Studenten beantwortet werden. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Karriereplanung, Weiterbildungskonzepte und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hierbei fand ein reger Austausch statt, von dem alle Gesprächspartner profitierten. Bei den Workshops erlernten die Teilnehmer die Basisprinzipien der Wund- und Frakturversorgung. Nach kurzer Einführung in die unterschiedlichen Techniken durch Dr. Dirk Albrecht und sein Team konnten sie selber Hand anlegen. Dabei wurden unter Instruktion der Tutoren Frakturen am Kunstknochen mittels Zugschraube und Plattenosteosynthese versorgt. Außerdem hatten die Studenten die Möglichkeit, die Wundversorgung am Nahttrainer ganz ohne den Zeitdruck der realen OP-Situation zu üben. Die Vorträge haben die Studenten gemeinsam mit anderen Kongressteilnehmern besucht, wobei bei der Auswahl der Themen ein Augenmerk auf Inhalte gelegt wurde, die sich besonders gut für Studenten klinischer Semester eignen. Bei der gemeinsamen Mittagspause konnten sich die

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Teilnehmer stärken und Kräfte für die weiteren Veranstaltungen sammeln. Den Besuch der Industrieausstellung nutzten viele Teilnehmer, um sich über den neuesten Stand der Technik zu informieren. Zusammenfassend war auch der diesjährige Tag der Studierenden ein voller Erfolg. Bei vielen Teilnehmern konnte ein ernsthaftes Interesse für das Fach Orthopädie und Unfallchirurgie geweckt beziehungsweise gefestigt werden. In diesem Zusammenhang möchten wir uns ganz herzlich bei allen Mitwirkenden bedanken, die eine so reibungslose Durchführung ermöglichten. Moritz Mayr

Moritz Mayr ist Mitglied im Jungen Forum der DGOU. Kontakt: moritz.mayr@gmx.net

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E R FA H R U N G S B E R I C H T

Instrument der Nachwuchsförderung Andreas Hammerschmidt studiert Medizin in Hannover. Er war einer der 100 Teilnehmer am Tag der Studierenden, den das Junge Forum der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie beim DKOU organisiert hatte. Hammerschmidt genoss die offene, zugewandte Atmosphäre beim DKOU und ist sich sicherer denn je, dass O und U das Richtige für ihn ist. Orthopädie und Unfallchirurgie hatten ten Themen konnte sich unsere Grup- Neuerungen in der Orthopädie und Unmich bereits seit Anfang meines Studi- pe nochmals in einem Gespräch mit fallchirurgie zu informieren. Den Abschluss des Taums interessiert: ges bildete eine Die neu geschafSitzung des fene FacharztZwar war ich in meinem Wunsch, Orthopäde und Unfallchirurg zu Jungen Forums weiterbildung erwerden, bereits sehr festgelegt, jedoch hat der Tag der Studierenden der DGOU, das streckt sich über dazu beitragen, meine Entscheidung weiter zu verfestigen. sich mit Theein breites Spekmen beschäftrum von Krankheiten, unterschiedlichsten möglichen Dr. Eberhardt Schneider, Chefarzt der tigte, die speziell für Assistenzärztinnen Tätigkeitsfeldern und Behandlungs- Klinik für Fachübergreifende Früh- und -ärzte, aber auch Studierende von ansätzen, die sich von akuter Notfall- rehabilitation am St. Antonius-Hospital Bedeutung sind. versorgung bis hin zu langfristigen Eschweiler, widmen. Dabei stellten wir funktionsorientierten Therapieansät- beispielsweise fest, dass eine Facharzt- Der Tag der Studierenden zeichnete sich zen erstrecken. Der Tag der Studieren- weiterbildung Orthopädie und Unfall- durch ein sehr vielfältiges Programm aus, den auf dem Deutschen Kongress für chirurgie eine Fülle von Tätigkeitsfel- im Rahmen dessen man versuchte, eiOrthopädie und Unfallchirurgie stellte dern von der rein operativen oder kon- nen umfassenden Einblick in Orthopädie für mich daher eine willkommene Mög- servativen Tätigkeit bis hin zur Tätigkeit und Unfallchirurgie zu ermöglichen. Wir lichkeit dar, verstärkt Einblick in wis- in einer Rehabilitationsklinik bietet. wurden den ganzen Tag über von freundsenschaftliche Aspekte des Fachgebiets Karrierewege müssen dabei nicht im- lichen, aufgeschlossenen Tutorinnen und zu gewinnen, aber auch meine Affinität mer geradlinig in eine Richtung verlau- Tutoren begleitet. Im Allgemeinen ist mir zum Fachgebiet zu überprüfen und ge- fen, „Richtungswechsel“ sind durch die die gute, zugewandte Atmosphäre aufgegebenenfalls zu verfestigen. Vom Tag der Breite des Fachgebietes ausdrücklich fallen, sodass ich den Eindruck gewann, Studierenden und dem Reisestipendium möglich. Wir stellten dabei aber auch dass man den Tag als ein Instrument der hatte ich über die Website des Jungen fest, dass die Vereinbarkeit von Beruf Nachwuchsförderung sehr ernst nimmt. und Familie immer noch an vielen Häu- Ich kann eine Teilnahme am Tag der StuForums der DGOU erfahren. sern schwierig ist, auch wenn sich im- dierenden, aber auch am Kongress im Allmer mehr Kliniken dem Problem stellen gemeinen ausdrücklich empfehlen. Karrierewege verlaufen nicht immer und Lösungsansätze entwickeln. geradlinig Andreas Hammerschmidt Nach der Begrüßung durch die drei Kon- Aufgeschlossenen Tutorinnen und gresspräsidenten besuchte ich eine Vor- Tutoren tragssession zum Thema „Schulter, Labrum, Glenoid“. Dr. Andreas Junge, Chef- Im nachfolgenden praktischen Kurs wurAndreas Hammerschmidt arzt der Klinik für Unfall- und Wieder- den uns die Grundlagen der osteosynstudiert im 10. herstellungschirurgie am Krankenhaus thetischen Versorgung sowie verschiedeSemester Medizin an Barmherzige Brüder in Trier, nahm sich ne Naht- und Knotentechniken erläutert. der Medizinischen anschließend Zeit, um unsere fachlichen Die erworbenen Kenntnisse konnten wir Hochschule Hannover. Kontakt: andreas. Fragen, aber auch Fragen rund um die dann in praktischen Übungen verfestihammerschmidt@stud. Themen „Weiterbildung“ und „Karrie- gen. Die Industrieausstellung war sehr mh-hannover.de rewege“ zu beantworten. Letztgenann- interessant, um sich über technische

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TA G D E R T EC H N I S C H E N O R T H O PÄ D I E

Plattform für intensiven Gedankenaustausch Zum zweiten Mal hat der Bundesinnungsverband für OrthopädieTechnik (BIV-OT) beim Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) mit der Vereinigung Technische Orthopädie (VTO) und der Fortbildungsinitiative ̕93 einen „Tag der Technischen Orthopädie“ durchgeführt.

Unterstützt wird die Initiative vom Fachbeirat Technische Orthopädie mit den Vorsitzenden Orthopädietechniker-Meister (OTM) Matthias Bauche, Vizepräsident des BIV-OT, Prof. Dr. Bernhard Greitemann, Ärztlicher Direktor der Klinik Münsterland, und Prof. Dr. Wolfram Mittelmeier, Direktor der Orthopädischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Rostock und 2012 DKOU-Kongresspräsident für die DGOOC. Dabei wird der BIV-OT beim DKOU 2012 erstmals als „Kooperierende Fachgesellschaft“ aufgeführt. Damit konnten die auch bei vorherigen Kongressen angebotenen Fortbildungsveranstaltungen unter einem organisatorischen Dach, einem Markenzeichen, beworben werden. Der „Tag der Technischen Orthopädie“ soll auch 2013, dann zusammen mit dem Kongresspräsidenten Prof. Dr. Bernd Kladny, mit einem umfangreichen Fortbildungsprogramm für Orthopäden und Unfallchirurgen angeboten werden. Das Sonderprogramm im Rahmen des DKOU am Mittwoch, 24. Oktober 2012, bestand aus einem Fortbildungskurs zu Beinlängendifferenz und Beckenschiefstand, der Mitgliederversammlung der

Vereinigung Technische Orthopädie (VTO), einem Wissenschaftsblock und einem interprofessionellen Block zu Fragen der messbaren Qualität in der Orthopädie-Technik und speziell in der Prothetik sowie einem Block zur Gonarthrose. Bereits am Vortag wurde die technische Orthopädie in der Ausbildung zum neuen Facharzt beleuchtet, weiter wurden von den Firmen Bauerfeind und Julius Zorn Workshops angeboten. Alle Veranstaltungen waren sehr gut besucht, teilweise waren die Säle deutlich zu klein. Bei einem Mittagsbrunch in der Pullman Lounge mit rund 85 Gästen stellte sich der neue Fachbeirat Technische Orthopädie vor. Der DKOU-Kongresspräsident Prof. Dr. Wolfram Mittelmeier betonte in seinem Grußwort die enge Verbindung zwischen Ärzteschaft und Technikern, Therapeuten, Ingenieuren und Industrie. In weiteren Grußworten begrüßten Klaus Lotz, Präsident des BIV-OT, und Prof. Dr. Bernd Greitemann, neu gewählter Vorsitzender der VTO, die zunehmend engere Verbindung der Verbände und Organisationen rund um die konservative Orthopädie. Insgesamt wurde von allen Beteiligten festgestellt, dass es mit

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diesem Tag und den damit verbundenen Möglichkeiten zum Gedankenaustausch und zur kritischen Diskussion hervorragend gelungen ist, eine Plattform für die Technische Orthopädie im Rahmen des Gesamtkongresses zu finden. Bernd Wünschmann

Dipl.-Soz. Bernd Wünschmann, Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik, Koordination Fachbeirat Technische Orthopädie, Vorstand Vereinigung Technische Orthopädie VTO

N E U E R V T O - V O R S TA N D Bei der Mitgliederversammlung der Vereinigung Technische Orthopädie im Rahmen des DKOU wurde ein neuer Vorstand gewählt. Vorsitzender wurde Prof. Bernhard Greitemann. Weitere Informationen finden Sie in dieser OUMN auf Seite 745.

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a /Fotoli urhan Bild: K

Den Arztberuf gibt es nicht: Es gibt viele Möglichkeiten, den Arztberuf auszugestalten. Welcher Weg der richtige ist, hängt von jedem einzelnen Mediziner, seiner Lebensplanung und seinen Karrierewünschen ab.

D KO U - B E R AT U N G S B Ö R S E

Ärztliche Karriere – Thema mit vielen Facetten Zum vierten Mal fand im Rahmen des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie im ICC Berlin eine Beratungsbörse statt: Neben fachspezifischen Vorträgen und Seminaren gab es hier ein individuelles Gesprächsangebot zu Fragen rund um die Themen Berufsausübung und Karriereplanung.

Die große Resonanz aus dem Vorjahr wurde noch einmal übertroffen. Vertreten war ein breites Spektrum an Interessenten: junge Kollegen und Kolleginnen in Weiterbildung ebenso wie Fachärzte und Fachärztinnen auf dem Weg zur ersten Oberarztstelle und ärztliche Führungskräfte vor dem Wechsel in eine (neue) Chefarztposition. Und immer ging es um die Frage: „Wie kann ich meinen ärztlichen Berufsweg optimal gestalten bzw. meine jetzige Berufssituation verbessern?“

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Ist die Arbeitsmarktsituation tatsächlich so günstig? Fast kleinlaut richtete ein frisch gebackener Orthopäde/Unfallchirurg diese Frage an Frau Rebmann, die als Karriere- und Personalberaterin die Arbeitsmarktsituation quasi täglich vor Augen hat. Er selbst habe sich nach erfolgreicher Facharztprüfung in Berlin nun schon vielfach an Münchner Kliniken beworben und warte immer noch auf eine positive Rückmeldung. Stimmt also die hoffnungsvolle

Einschätzung des Arbeitsmarktes doch nicht, oder liegt es an der eigenen Bewerbungsstrategie? Ganz anders ist die Situation einer Fachärztin, die in ihrer Ausbildungsklinik auf einer Assistentenstelle geblieben ist. Inzwischen hält sie es nicht mehr für realistisch, dort in absehbarer Zeit auf eine Oberarztstelle zu gelangen. Soll sie sich weiter spezialisieren, zum Beispiel noch die Weiterbildung zur Kinderchirurgin oder Kinderorthopädin anstre-

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ben? Aber was kommt danach, und lohnt sich dieser Aufwand überhaupt?

bereits eine Oberarztposition erreicht, klagt aber, dass der Klinikalltag ihn zermürbe und er kaum mehr Zeit für seine Familie habe. Liegt es an der speziellen Abteilungsstruktur? Würde ein Wechsel an ein anderes Krankenhaus die Situation verbessern? Oder ist es nicht an der Zeit, über alternative ärztliche Berufs-

die Ausnahme als die Regel in chirurgischen Abteilungen.

Ausfüllen einer Führungsposition Dies sind zwei Beispiele, die in verschiedenen Varianten in der Beratung aufIn vielen Beratungsgesprächen ging es tauchten. Aber die Frage „Kann ich in entweder partiell oder ausschließlich um meiner eigenen Planung den günstigen Aspekte der beruflichen Karriere, des inArbeitsmarktzahlen trauen?“ beschäfdividuellen beruftigte keineswegs lichen Weiterkomnur die Jüngeren, mens. Immer wiesondern auch etEine allgemein günstige Arbeitsmarktsituation bedeutet nicht der aber tauchten liche Oberärzte, zwangsläufig, dass der eigene Karrierefahrplan ein Selbstläufer ist. auch Fragen nach die mittel- oder Zu stark spielen fachliche und regionale Präferenzen des Einzelnen der Gestaltung von langfristig eine Anfängen, TeamChefarztstelle aneine Rolle, und in jedem Fall wird die Luft bei einer Chefarztbewerfähigkeit und Fühstreben. Eine allbung deutlich dünner als noch bei einer Oberarztstelle. r ungskompetenz gemein günstige auf. Auch langjähArbeitsmarktsituation bedeutet eben nicht zwangsläu- felder (beispielsweise MVZ/Reha) nach- rige Chefärzte tragen den Gedanken in sich, durch eine Teambildungsmaßnahfig, dass der eigene Karrierefahrplan da- zudenken? me in der Gesamtabteilung oder ein Leimit ein Selbstläufer ist. Zu stark spielen hier fachliche und regionale Präferenzen Ein anderer Facharzt für Orthopädie hat tungscoaching für Chef- und Oberärzte des Einzelnen eine Rolle, und in jedem sich frühzeitig für den „Ausstieg“ ent- einen Veränderungsprozess zu gestalten. Fall wird die Luft bei einer Chefarzt- schieden und ist in die eigene Praxis gebewerbung deutlich dünner als noch bei gangen. Allerdings gestaltet sich der Um- Formal für eine Stelle qualifiziert zu sein, gang mit seinen Praxismitarbeiterinnen meinte ein Leitender Oberarzt in der Beeiner Oberarztstelle. viel schwieriger als gedacht. Hat er den ratung, sei eben nur die eine Seite der „falschen“ Weg gewählt, oder ist er inner- Medaille – die Position als Person dann Anforderungsprofile lich einfach noch nicht in seiner Funktion auch wirklich auszufüllen, sei und bleiEine Chefarztposition strebt auch der als Leiter einer Praxis angekommen? Am be eine Herausforderung. Insofern wolle Geschäftsführende Oberarzt eines west- Ende der Beratung bei Frau Dr. Schlein er sich ausdrücklich für das außergedeutschen Schwerpunktkrankenhauses stellt er fest, dass er sich bisher nur im wöhnliche Beratungsangebot im Rahmen an. Anders als mancher Kollege kann er begrenzten Umfang als Führungskraft des Kongresses bedanken. Für das Berasich durchaus die Leitung einer großen, gesehen hat. Indem er seine Rolle neu tungsteam war dies nicht nur ein positiungeteilten Abeilung für Orthopädie und sieht, bekommt er auch einen anderen ves Feedback, sondern auch motivierend Unfallchirurge vorstellen. Sein Plan ist, Zugang zu den Erwartungen und dem für die weitere Tätigkeit. Die nächste Bedas eigene operative Spektrum in den Verhalten seines Praxisteams und der ratungsbörse in 2013 ist in Vorbereitung. nächsten zwei Jahren noch einmal zu daraus resultierenden Information und Dr. Ulrike Schlein vertiefen; zugleich stellt sich ihm aber Kommunikation. Ingrid Rebmann auch die Frage, ob sein betriebswirtschaftliches Know-how für eine solche Sind Bezahlung und volle WeiterbilFührungsposition ausreicht. Muss er dungsverträge ausreichend für eine noch einen MBA-Studiengang absolvie- wirkliche Zufriedenheit im Beruf? Könnren? Wie sehen die Profile eventueller te man es sich bequem machen? Von Dr. Ulrike Schlein, Personal- und Mitbewerber aus, und wie schneidet er den nachgeordneten Ärzten, aber auch Organisationsden Oberärzten wird trotz verbesserter selbst in einem solchen Vergleich ab? entwicklung im finanzieller Rahmenbedingungen immer Gesundheitsbereich, Fragen nach der Notwendigkeit einer wieder thematisiert, dass sie Interesse Fachärztin für Chirurgie, Notärztin, Bad zusätzlichen Qualifizierung wurden viel- und Engagement ihrer Vorgesetzten zum Wildungen. fach in die Beratung eingebracht: Dabei Thema Personalentwicklung und Fühging es um den Erwerb eines zusätzli- rung innerhalb der Abteilung vermissen. chen Schwerpunktes, um die Habilita- Die jüngere Generation wünscht sich tion, aber auch um nicht-medizinische einen kooperativen Führungsstil, OriQualifikationen (zum Beispiel MBA) und entierung durch Feedback- und Kritikgespräche und einen Austausch über die Fortbildungen zum Thema Führung. Ingrid Rebmann, M.A. (Karriere- und wechselseitigen Erwartungen. MitarbeiPersonalberatung, tergespräche oder Führungsteam-RunZufriedenheit im Beruf / Alternativen Coaching), ist den, in denen es um die Art und Weise Geschäftsführerin der Ein junger Orthopäde/Unfallchirurg, der Zusammenarbeit geht – jenseits des mainmedico GmbH in Frankfurt am Main. Vater von zwei kleinen Kindern, hat tagesaktuellen Geschehens – sind eher

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VORTR AG

Leistungsorientierte Mittelvergabe in der Hochschulmedizin In seinem Vortrag „Kriterien zur Messung der Leistung von Wissenschaftlern“ analysierte Prof. Stefan Hornbostel am 24. Oktober 2012 in Berlin die Chancen und Schwächen der qualitativen Bewertung von Veröffentlichungen für eine leistungsorientierte Mittelvergabe.

Der Vortrag war ein Programmpunkt des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU), Europas größter Wissenschaftstagung auf diesem Gebiet, der vom 23. bis 26. Oktober 2012 im ICC Berlin stattfand und rund 11.000 Fachbesucher anzog. Seit Mitte der 1990er Jahre ist in den meisten Wissenschaften eine leistungsorientierte Mittelvergabe (LOM) sowohl zwischen den Hochschulen als auch innerhalb der Hochschulen etabliert. „Medizin war die erste Disziplin, die LOMKriterien eingeführt hat“, sagte Hornbostel, Leiter des Instituts für Forschungsinformation und Qualitätssicherung und Professor für Wissenschaftsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Prof. Stefan Hornbostel: „Das Impact-Verfahren führt dazu, dass insbesondere die Chirurgie, deren Fachzeitschriften eher einen niedrigen Journal Impact aufweisen, bei der Vergabe von Forschungsgeldern systematisch benachteiligt wird.“

Publikationen als Gradmesser Ein wichtiger Indikator zur Messung des wissenschaftlichen Outputs sind Publikationen. Relevant für ihre qualitative Bewertung ist die Bedeutung (Impact) der Fachzeitschrift, in der sie erscheinen. Im einfachsten Fall wird eine Publikation über den sogenannten Journal Impact Factor (JIF) der jeweiligen Fachzeitschrift gewichtet. Die Qualität einer Publikation anhand dieses Kriteriums zu bewerten, ist jedoch methodologisch umstritten. „Der einfache Schluss von der Zahl der Zitationen, die eine durchschnittliche Publikation eines bestimmten Journals generiert, auf die Qualität einer einzelnen darin erscheinenden Publikation ist problematisch“, sagte Hornbostel. „Dies charakterisiert in den seltensten Fällen den tatsächlichen Impact.“ So erhalte ein Artikel in einer High-Impact-Fachzeitschrift automatisch einen hohen Impact der Zitierung, unabhängig davon, ob er tatsächlich zitiert wurde oder nicht. Da-

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gegen gehe ein viel zitierter Artikel, der in einer Low-Impact-Fachzeitschrift veröffentlicht wurde, mit einem geringeren Faktor in die LOM ein. Das Verfahren führe zudem dazu, dass insbesondere die Chirurgie, deren Fachzeitschriften eher einen niedrigen JIF aufweisen, bei der Mittelvergabe systematisch benachteiligt werde, beispielsweise im Vergleich zur Biomedizin. „Referenzgröße sollten hier die Fachjournals sein, die für das Fachgebiet spezifisch sind. Diese sind jedoch im LOM-System meist völlig unterbewertet oder auch gar nicht bewertet“, erklärte Hornbostel. Umfragen unter Wissenschaftlern zu den wahrgenommenen Effekten der LOM zeigten jedoch auch viele positive Ergebnisse. Die Befragten gaben an, dass die Verteilung der Mittel gerechter geworden sei und dass die Reputation und Leistungsmotivation steige. Auf der anderen Seite gebe es häufiger Konflikte um KoAutorschaft. Und schließlich sehen viele

die Gefahr, dass Mainstream-Forschung belohnt werde. In der Transparenz der Leistungskriterien sieht Hornbostel jedoch insgesamt einen großen Fortschritt: „Allein, dass es einen Diskurs darüber gibt, hat eindeutig positive Effekte.“ Miriam Buchmann-Alisch

Miriam BuchmannAlisch ist Redakteurin bei der DGU.

QUELLE Der Artikel wurde am 29. Oktober 2012 auf www.berlin-sciences.com erstveröffentlicht.

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Prof. König, Prof. Haaker, Prof. Josten, Prof. Bohatyrewicz, Prof. Synder, Prof. Wall und Mitarbeiter

SYMPOSIUM

Offizielles Gastland: Polen Am 24. Oktober 2012 fand im Rahmen des DKOU auf Einladung des Präsidenten der DGOU, Prof. Dr. Josten, ein deutsch-polnisches Symposium zur periprothetischen Fraktur statt.

Zu dem gleichermaßen hochrangigen wie auch intimen Symposium fanden sich neben Prof. Bohatyrewicz aus Stettin, derzeit Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie, Prof. Synder aus Lodz und Prof. Wall (emeritierter Ordinarius aus Breslau und gleichzeitig Ehrenmitglied der DGOU) ein. Auch Vertreter der Klinik in Katowice, deren Klinikleiter Prof. Kusz Präsident der Polnischen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie (PGOT) ist, sowie eine Kollegin aus der rheumaorthopädischen Klinik in Warschau, deren Chefarzt Prof. Maldyk bis Anfang September dieses Jahres Präsident der PGOT gewesen ist, waren zugegen. Als Referenten traten Dr. Fuchs aus der Unfallchirurgischen Universitätsklinik in Münster (Direktor Prof. Raschke) sowie Prof. König aus Viersen, der den deutsch-polnischen Kongress im September in Viersen (siehe Seite 694: „Orthopädie im Schloss“) ausgerichtet hat, auf.

Neben den Themen der periprothetischen Frakturversorgung wurde auch die Langlebigkeit der Keramikprothetik in Form der Autophorprothesen, eingeführt von Prof. Heinz Mittelmeier, vorgetragen und diskutiert. Kontrovers diskutiert wurde vor allem die Versorgung der periprothetischen Oberschenkelfrakturen mit Platten und Cerclagen bzw. winkelstabilen LISS-Platten.

derübergreifende multizentrische Studien zu bestimmten Implantaten durchzuführen. Beiden Wünschen gegenüber zeigten sich alle Anwesenden durchaus aufgeschlossen, und sowohl Prof. Haaker als auch Prof. Josten wurden offiziell zum nächsten Jahreskongress der PGOT in Breslau vom 16. bis 20. September 2014 eingeladen. Prof. Dr. Rolf Haaker

Im Anschluss an das Symposium wurde zu einem kleinen Imbiss bei dem Präsidenten der DGU/DGOU, Prof. Christoph Josten aus Leipzig, geladen. Dabei wurde der Wunsch laut, auf orthopädischtraumatologischem Gebiet stärker zusammenzuarbeiten und die derzeit parallel existierenden deutsch-polnischen Freundeskreis-Gruppierungen auf orthopädischer und auf unfallchirurgischer Seite mit Schwerpunkt in Frankfurt/Oder zusammenzuführen. Prof. Bohatyrewicz sprach ebenfalls den Wunsch aus, län-

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Prof. Dr. Rolf Haaker ist Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Traumatologie und Orthopädische Rheumatologie am St. Vincenz Hospital in Brakel.

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Fotos: Starface

Dream Team: Sie haben es geschafft – die diesjährigen Kongresspräsidenten Prof. Christoph Josten, Prof. Wolfram Mittelmeier und Dr. Andreas Gassen.

A B S C H L U S S V E R A N S TA LT U N G

Voller Erfolg für ein Dream Team Entspannung am Schluss: Die Abschlussveranstaltung des DKOU am 26. Oktober setzte einen gutgelaunten Schlusspunkt hinter das turbulente Geschehen der vier Kongresstage. Man freute sich über eine rundum gelungene Veranstaltung, verabschiedete sich von den diesjährigen Präsidenten und begrüßte die Präsidenten 2013 in ihrem neuen Amt.

Es wurde viel gelacht bei dieser Abschlussveranstaltung. Der Grund zur Freude war groß. Hinter den Anwesenden lagen vier Tage der intensiven Auseinandersetzung mit neuen Trends und Entwicklungen im großen gemeinsamen Fach Orthopädie und Unfallchirurgie sowie mit den aktuellen politischen und ethischen Fragestellungen, die mit dem Kongressmotto „Qualität – Ethik – Effizienz“ einhergingen. Den Präsidenten Dr. Andreas Gassen (BVOU), Prof. Christoph Josten (DGU) und Prof. Wolfram Mittelmeier (DGOOC/DGOU) stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Erleichterung und Freude darüber, dass das Konzept ihrer Veranstaltung aufgegangen war. Und sicherlich auch darüber, dass sie ihren Arbeitsalltag – zumindest vorerst – nicht länger mit der Organisation eines solchen Events unter einen Hut bringen müssen. Die Kongressteams der Präsidenten ließen diese Vorbereitungen Revue passie-

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ren, und beinahe ließen ihre Präsentationen vergessen, dass hinter der Planung und Vorbereitung eines so großen Kongresses wie des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie ein enormer Kraftakt steckt. Die KongressAssistenten nahmen es sportlich und staffierten ihre Chefs mit Fußball-Trikots aus. Ein lustiger Einfall, der bei allem Spaß ziemlich gut auf den Punkt brachte, was ein Kongress für drei Präsidenten mit gemeinsamen Zielen, jedoch ganz eigenen Identitäten – nicht nur in persönlicher Hinsicht, sondern gerade im Hinblick auf ihre Verbandsherkunft – bedeutet: Wenn man sich nämlich wie im Falle von Mittelmeier, Josten und Gassen auf eine gemeinsame Strategie einigt, sich zum Fairplay verpflichtet, zusammen für die Weiterentwicklung von Orthopädie und Unfallchirurgie agiert und es damit schafft, mehr als 11.000 Besucher ins ICC zu locken, dann sorgt das genauso für Begeisterung wie ein verwandelter Elfmeter.

Neben zahlreichen Fotos von den vorbereitenden Sitzungen zeigten die Assistenten auch ihre Visionen vom Leben der Präsidenten nach dem Kongress: Dr. Andreas Gassen war da als künftiger Präsident des olympischen Komitees zu sehen, Prof. Josten als FIFA-Präsident – „weil die etwas Ethik brauchen“ –, und Prof. Mittelmeier gar als Nachfolger Obamas – „denn wer so gute Kontakte nach Südamerika hat, kann Nordamerika gleich mit übernehmen“. Nach diesem launigen Abschied übergaben die frischgebackenen Präsidenten a.D. die Insignien ihres Amtes an ihre Nachfolger 2013. Den Anfang machte dabei Dr. Gassen, der dem BVOU-Kongresspräsidenten 2013, Prof. Karl-Dieter Heller, eine Art gläsernen Wanderpokal überreichte. Dr. Gassen selbst hatte im vergangenen Jahr noch einen Hirtenstab erhalten, der aber nur eine Amtsperiode überdauert hat. Beim Wanderpokal wird es nun wohl bleiben. Einst sollen ihn die

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Der Wanderpokal des BVOU zieht weiter: Prof. Karl-Dieter Heller (li.) nimmt ihn von Dr. Andreas Gassen entgegen.

DGOOC-Präsident 2013: Prof. Dr. Bernd Kladny betonte, dass er sich der Bedeutung der Namen, die bereits in die Präsidentenkette der DGOOC eingraviert sind, bewusst ist.

DGU-Präsident 2013: Prof. Dr. Reinhard Hoffmann freut sich über den Zepterstab der DGU, der seinen Amtsantritt markiert.

Die DoppelPräsidenten: Prof. Mittelmeier, in diesem Jahr DGOOC- und DGOU-Präsident in einem, überreicht den DGOU-Staffelstab an Prof. Hoffmann, der 2013 Präsident der DGU und DGOU ist.

Namen aller BVOU-Kongresspräsidenten zieren, die ihn ein Stückchen auf ihrem Weg mit sich nehmen durften. „Es ist sehr schön, dass mit Herrn Prof. Heller ein Kliniker das Amt des BVOU-Kongresspräsidenten übernimmt“, betonte Dr. Gassen bei der Übergabe, „weil er damit zeigt, dass der Berufsverband offen ist für alle, egal ob sie Kliniker oder Niedergelassene sind.“ Mit den Worten „Das Zepter wird mit dir einen sehr würdigen Handhalter haben“, überreichte Prof. Josten den Zepterstab seiner Gesellschaft an Prof. Reinhard Hoffmann. Das Amt des Kongresspräsidenten sei nicht immer leicht, gab er ihm mit auf den Weg, „doch mit jeder gelösten Aufgabe wird es leichter.“ Gleiches gilt wohl auch für Prof. Bernd Kladny, Präsident 2013 der DGOOC. Prof. Mittelmeier überreichte ihm die eindrucksvolle goldene Kette der DGOOC und betonte, dass die Kombination aus einem „nicht-operativ tätigen Franken“

– Kladny ist Direktor einer Reha-Klinik – mit dem Direktor einer BG-Klinik – Prof. Hoffmann – sicher einen ganz besonders spannenden Kongress erwarten lasse. Anschließend gab er in seiner Funktion als DGOU-Präsident den DGOU-Staffelstab an Prof. Hoffmann weiter, der im nächsten Jahr die Doppelpräsidentschaft DGU/DGOU innehaben wird. Prof. Hoffmann übernahm es unmittelbar nach Amtsantritt, den neuen Kongressort 2013 vorzustellen. Unter dem Motto „Menschen bewegen – Erfolge erleben“ findet der DKOU vom 22. bis 25. Oktober 2013 nämlich nicht wie gewohnt in der Messe Nord, sondern in der Messe Süd statt. „Wir sind schon seit anderthalb Jahren für Sie in einem intensiven Gedankenaustausch“, erzählte sein Amtskollege Kladny. „Wir werden versuchen, das neue Äußere des Kongresses mit positiven Inhalten zu füllen.“

KO N G R E S S P R Ä S I D E N T E N 2 0 1 3 BVOU Prof. Dr. Karl-Dieter Heller Chefarzt der Orthopädischen Klinik am Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig DGOOC Prof. Dr. Bernd Kladny Chefarzt der Fachabteilung für Orthopädie an der Fachklinik Herzogenaurach DGOU/DGU Prof. Dr. Reinhard Hoffmann Ärztlicher Direktor der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt/Main Informationen zum DKOU 2013 finden Sie ab sofort unter: www.dkou.org/dkou2013 Dort können Sie sich auch Impressionen vom neuen Kongressort, der Messe Süd, ansehen.

Jana Ehrhardt-Joswig

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Aus unserem Fach

390.000

Fotos: BVMed

Das ist die Anzahl der künstlichen Gelenke, die jedes Jahr in Deutschland eingebaut werden. Die EndoCert-Initiative der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie soll eine qualitativ hochwertige Durchführung solcher Engriffe sicherstellen.

ENDOCERT

Startschuss für Endoprothesenzentren Im Rahmen des diesjährigen DKOU gab die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) nach einer mehr als dreijährigen Vorbereitungszeit EndoCert, das weltweit erste Zertifizierungsverfahren für Endoprothesenzentren, frei. Somit können sich ab sofort Kliniken und Einrichtungen, die sich intensiv mit dem Gelenkersatz beschäftigen, als Endoprothesenzentren und Endoprothesenzentren der Maximalversorgung zertifizieren lassen.

Die Erhöhung der Patientensicherheit und der Versorgungsqualität gehört zu den wesentlichen Tätigkeitsschwerpunkten der DGOOC. Mit mehr als 390.000 Ope-

rationen pro Jahr stellt der Bereich der Endoprothetik auch gesundheitspolitisch einen wesentlichen Anteil der orthopädischen Versorgungsrealität dar. Daher

ZERTIFIZIERTE TEILNEHMER DER PILOTPHASEN I UND II

endoBonn - Gemeinschaftskrankenhaus Bonn Universitätsklinikum Bonn Herzogin-Elisabeth-Hospital Braunschweig Annastift Hannover St. Remigius KH Opladen Asklepios Bad Abbach, Universitätsklinikum Regensburg Sana Klinikum Ostholstein, Oldenburg Universitätsklinikum Rostock Universitätsklinik Friedrichsheim, Frankfurt Rotkreuzklinikum München Universitätsklinikum Aachen Klinikum Garmisch-Partenkirchen St. Vincenz- und Elisabeth Hospital Mainz Lukaskrankenhaus Bünde Diakoniekrankenhaus Bremen OCM MVZ München / Sana Kliniken Solln Sendling St. Marien-Hospital Borken Klinikum Großhadern der LMU München Universitätsklinikum Dresden Gemeinschaftspraxis Havelklinik Berlin St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn

(EPZmax) (EPZmax) (EPZmax) (EPZmax) (EPZmax) (EPZmax) (EPZ) (EPZmax) (EPZmax) (EPZ) (EPZmax) (EPZ) (EPZmax) (EPZmax) (EPZmax) (EPZmax) (EPZmax) (EPZmax) (EPZmax) (EPZ) (EPZ)

wurde auf Anstoß von Prof. Wolfram Mittelmeier im Jahr 2009 eine Initiative zur Zertifizierung von Endoprothesenzentren durch die DGOOC ins Leben gerufen. Daran waren neben Vertretern der DGOOC die Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik als Sektion der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und der Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) beteiligt. Nachdem die einberufene Expertenkommission die Anforderungen an Endoprothesenzentren erarbeitet hatte, wurde das Verfahren in zwei Pilotphasen an insgesamt 23 Kliniken auf seine Durchführbarkeit und Relevanz im Hinblick auf die Patientenversorgung untersucht. An der ersten Phase nahmen Kliniken teil, die sich bereits intensiv mit der Implantation von Endoprothesen beschäftigten. Hierbei wurde der Schwerpunkt auf die Relevanz der aufgestellten Anforderungen für die Patientensicherheit und Ergebnisqualität gelegt. In die zweite Pilotphase wurden auch Einrichtungen einbezogen, die von der klassischen Klinikstruktur abweichende Organisationsformen auf-

(in der Reihenfolge der Zertifizierung)

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Zertifikat erteilt: 21 Kliniken erhielten im Rahmen des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie das EndoCert-Siegel.

wiesen. Somit konnte die Umsetzbarkeit der Zertifizierungskriterien auch in neuen Versorgungsstrukturen nachgewiesen werden. Zudem wurden von der DGU als Pilotkliniken benannte Abteilungen berücksichtigt. Im Anschluss an jede Pilotphase wurden die Ergebnisse kritisch bewertet und die Anforderungen entsprechend überarbeitet. Nach finaler Abstimmung mit den beteiligten Gruppen konnte das System nun am 19. Oktober 2012 freigegeben werden.

Wesentliche Merkmale des EndoCertSystems Neben der auch in anderen Zertifizierungsverfahren üblichen Bewertung der Struktur- und Prozessqualität wird im EndoCert-Verfahren auch die Ergebnisqualität in die Bewertung einbezogen. Alle aufgestellten Anforderungen sind nach derzeitigem Stand der wissenschaftlichen Literatur relevant für die Patientensicherheit und stellen belegbare Erfolgsfaktoren für die Behandlung der Patienten dar. Die wesentlichen Elemente sind hierbei:

Interdisziplinär organisierter Behandlungspfad: Endoprothesenzentren müssen über einen interdiszi-

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plinär gestalteten Behandlungspfad verfügen. Angewandte Maßnahmen und Verfahren müssen leitliniengestützt sein. Die geltenden Zuständigkeiten müssen geregelt sein und eine regelmäßige, interdisziplinäre Überprüfung und Anpassung des Pfades erfolgen. Eine intensive Begleitung des Patienten während seiner Behandlung und eine ausführliche Information über die vorgesehene Behandlung. Hierdurch gelingt eine verbesserte Beteiligung und Einbindung des Patienten in seine Behandlung mit dem Ergebnis einer gesteigerten Versorgungsqualität. Überprüfbare Aus-, Weiter-, Fortbildung aller beteiligten Berufsgruppen: So müssen alle an der Operation beteiligten Mitarbeiter im Umgang mit den Implantaten geschult und eingewiesen sein. Teilnahme des Zentrums an externen Qualitätssicherungsmaßnahmen sowie hiervon abgeleitet die Festlegung von Qualitätszielen Durchführung bzw. Unterstützung von Forschungsvorhaben Vorhaltung von Strukturelementen, die für eine sichere und qualitativ hochwertige Patientenversorgung

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erforderlich sind. Beispielsweise ist die strikte Einhaltung der Bestimmungen in Bezug auf Medizinprodukte ebenso wie das Vorliegen verbindlicher Regelungen im Umgang mit Explantaten und Schadensfällen sicherzustellen. Hinsichtlich der erreichbaren Versorgungsqualität besteht eine seit Jahren nachgewiesene positive Korrelation zur Anzahl der durchgeführten Versorgungen. Diese Aussage gilt für die durch die Klinik bzw. Einrichtung versorgte Fallzahl ebenso wie für die Anzahl durchgeführter Operationen des einzelnen Operateurs. Dieser positive Einfluss zeigt sich somit für die interdisziplinäre Behandlung des Patienten während der gesamten Behandlungskette ebenso wie für die Routine und Erfahrung der Operateure. Die Operateure sollen daher in ihrer Weiterbildung für die Endoprothetik besonders ausgewiesen sein (Spezielle Orthopädische Chirurgie). Die Erarbeitung und Bewertung der aufgestellten Kriterien durch eine Expertengruppe unserer Fachgesellschaft stellt gemeinsam mit der Tatsache, dass die Zertifizierung durch besonders geschulte, langjährig endoprothetisch täti-

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ge Fachexperten erfolgt, sicher, dass für rungsprozess eingesetzten Fachexperten die Patientenversorgung praxisrelevan- ausgesprochen wird. te Aspekte bei der Bewertung berücksichtigt werden. Bereits die Vorbereitung auf die Zertifzierung führt Durch die enge Verbesserungen in den einzelnen Einrichtungen. Anbindung des Verfahrens an die Fachgesellschaft DGOOC wird zudem ein Zertifizierungsstelle: Die praktische Schutz vor missbräuchlicher Anwendung und organisatorische Abwicklung des Zertifizierungsverfahrens für die einzelgewährleistet. ne Klinik erfolgt durch die Firma ClarCert Für die Erfassung der Ergebnisqualität in Neu-Ulm. werden zum jetzigen Zeitpunkt verschiedene, im Wesentlichen radiologische Ausblick Kriterien herangezogen. Durch die Verpflichtung der zertifizierten Endopro- Die weitere Verbesserung der in Deutschthesenzentren zur Teilnahme am Endo- land bereits hohen Versorgungsqualität prothesenregister Deutschland (EPRD) in der endoprothetischen Versorgung ist ist eine auch langfristige Fokussierung das wesentliche Ziel der EndoCert-Initiauf die Ergebnisse der Patientenversor- ative. Dies soll durch die konsequente, gung gewährleistet. Daneben sollen auch flächendeckende Einführung der ZertifiKriterien der Patientenzufriedenheit mit zierung erreicht werden. Auch die Kostdem Behandlungsergebnis erfasst und enträger haben bereits großes Interesse zunächst in Pilotprojekten ausgewertet an dem Verfahren geäußert. In naher werden. Hiermit ergeben sich interes- Zukunft soll zudem durch die erneute sante weiterführende Perspektiven für Einbindung der DGU bei der Erarbeitung die zukünftige Bewertung der endopro- eines Moduls zur Frakturendoprothetik eine umfassende Unterstützung des Verthetischen Versorgung in Deutschland. fahrens durch alle auf diesem Gebiet tätigen Fachgesellschaften erreicht werden. Organe des Zertifizierungsprozesses

Zertifizierungskommission: Die Zertifizierungskommission hat die wesentliche Aufgabe, das Verfahren in enger Anbindung an die Fachgesellschaft weiter zu entwickeln und Grundsatzfragen aus dem Zertifizierungsprozess zu klären. Die Kommission wird von Dr. Holger Haas, Bonn, geleitet. Der stellvertretende Vorsitzende ist Prof. Dr. Wolfram Mittelmeier, Rostock.

Patienten werden zukünftig durch die zusätzliche Transparenz in ihren Entscheidungen unterstützt und können besser an der Therapie teilhaben. Da sich die zertifizierten Zentren dazu verpflichten, nachfolgende Generationen auszubilden, leistet EndoCert einen wesentlichen Beitrag zur Zukunftssicherung unseres Fachs. Die konsequente Weiterentwicklung des Verfahrens und seine Etablierung als lernendes System ist wesentliche Aufgabe der Zertifizierungskommission, die zudem als Bindeglied zwischen Fachgesellschaft und den direkt am Zertifizierungsverfahren Beteiligten fungiert.

Zertifikatserteilungsausschuss: Der Zertifikatserteilungsausschuss, der sich aus erfahrenen, endoprothetisch tätigen Operateuren aus unterschiedlichen Versorgungsformen zusammensetzt, entscheidet über die Erteilung des Zertifikats. Basis für die Entscheidung ist die Empfehlung, die durch die im Zertifizie-

Schon wenige Wochen nach Freigabe haben sich zahlreiche Kliniken zur Zertifizierung angemeldet. Dies zeigt die gute Akzeptanz von EndoCert in den verschiedenen Versorgungsstrukturen. In den Pilotphasen hat sich gezeigt, dass bereits die Vorbereitung auf die Zertifizierung zu greifbaren Verbesserungen in

Trägerin des Verfahrens ist die DGOOC. Die an der Erarbeitung der Anforderungen beteiligten Gruppen sind über Vertreter in der Zertifizierungskommission repräsentiert.

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den einzelnen Einrichtungen führt. So profitieren Kliniken direkt von EndoCert, auch wenn ein Engagement für dieses neue und wegzu greifbaren weisende Verfahren mit Aufwand für die Teilnehmer verbunden ist. Insgesamt bestehen hohe, aber durchaus erfüllbare Anforderungen, die schon jetzt viel Beachtung im europäischen Ausland finden.

Dr. Holger Hass Prof. Dr. Wolfram Mittelmeier

Dr. Holger Haas, Leiter der Zertifizierungskommission, ist Chefarzt des Zentrums für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin am Gemeinschaftskrankenhaus Bonn.

Prof. Dr. Wolfram Mittelmeier, stellv. Leiter der Zertifizierungskommission, ist Direktor der Orthopädischen Klinik und Poliklinik der Universität Rostock.

FR AGEN? Informationen zu EndoCert erhalten Sie auf E-Mail-Anfrage bei der Geschäftsstelle der DGOOC: info@dgooc.de

AUTORENGRUPPE Michael Ebner, Saal/Saale Joachim Grifka, Regensburg Klaus-Peter Günther, Dresden Holger Haas, Bonn Karl-Dieter Heller, Braunschweig Wolfram Mittelmeier, Rostock Fritz Uwe Niethard, Aachen Henning Windhagen, Hannover Mitglieder der Autorengruppe (alphabetisch) bei Beginn der Entwicklungsphase 2009

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Viele Wege führen zur Facharztprüfung: Dass die Weiterbildung in O und U stark von den unterschiedlichen Gegebenheiten in den Kliniken und den jeweiligen Versorgungsstrukturen sowie den Regelungen der Landesärztekammern abhängt, zeigte sich beim Runden Tisch in Berlin recht schnell.

WEITERBILDUNG

O und U – das Fach auf dem Prüfstand Der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie existiert seit mittlerweile acht Jahren. Rund 7.000 Anerkennungen gab es bis Ende 2011. Doch wie gut funktioniert die Weiterbildungsordnung in der Praxis? Um Erfahrungen aus dem klinischen Alltag zusammenzutragen, luden die Präsidenten und Generalsekretäre der DGOU am 5. Oktober 2012 an einen Runden Tisch in Berlin.

Zum Auftakt sagte DGOU-Präsident Prof. Wolfram Mittelmeier: „Wir möchten die interne Entwicklung des Fachs diskutieren und gerne mehr darüber erfahren, wie wir den Facharzt O und U in Deutschland leben.“

geforderten OPs überall umsetzbar? Bietet der gemeinsame FA nicht genügend allgemeine chirurgische Grundlagen, und sollten insbesondere konservative Inhalte gestärkt werden? Oder ist der FA im Gegenteil eher zu breit aufgestellt und sollte auf klar definierte Essentials als Basis verschlankt werden?

einzelnen Abteilungen die Anzahl ihrer Pflicht-Operationen zu erreichen, stellt sich die Situation vor allem im ländlichen Raum anders dar.

In überwiegend ambulant tätigen Praxen scheitert eine strukturierte Weiterbildung in O und U vor allem an klaDie rund 20 eingeladenen Orthopäden ren Regelungen der Kammern und der und Unfallchirurgen mit unterschiedlichen Schwerpunkten in operativer und Schnell zeigte sich, dass die Meinungs- Kassenärztlichen Vereinigung, obwohl konservativer Praxis sollten unvorein- vielfalt in diesen Fragen stark mit den wesentliche Inhalte der Facharzt-Weiterbildungsordnung qualigenommen Austativ wie quantitativ überkunft zu einem wiegend im ambulanten breiten Spektrum Trotz größerer Meinungsvielfalt wird das Fach O und U Bereich angeboten werden an Fragen geben: immer mehr gelebt. Vor allem jüngere Kollegen haben das – zum Beispiel konservative Wie wird die Weineue Selbstverständnis für O und U bereits verinnerlicht. Behandlungen und arthrosterbildung in den kopische Operationen. einzelnen Kliniken umgesetzt? Wo liegen die Probleme? Wie unterschiedlichen Gegebenheiten in funktioniert die Qualitätssicherung? Wie den Kliniken und den jeweiligen Versor- Kooperationen mit anderen Kliniken realitätsbezogen ist die Weiterbildung im gungsstrukturen, aber auch mit den ReHinblick auf Familienplanung? Welche gelungen der regionalen Ärztekammern Zahlreiche Kliniken überbrücken die fehProbleme und Lösungsmöglichkeiten gibt zusammenhing. Während einige Klini- lenden Möglichkeiten im eigenen Haus es, Assistentinnen einzusetzen, die wäh- ken mehrere Weiterbildungsassistenten durch Kooperationen mit anderen Klinirend ihrer Schwangerschaft nicht operie- O und U beschäftigen, die dort auch ge- ken. Mit festen Rotationspartnern könren dürfen? Ist die Zahl und Auswahl der nügend Möglichkeiten finden, in den nen die Weiterbildungsassistenten durch

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zusätzliche Anteile profitieren, zum Beispiel in der Intensivmedizin, in der Pädiatrie oder in der Radiologie. In einigen wenigen Fällen gibt es auch funktionierende Kooperationen mit niedergelassenen Ärzten. Doch nicht immer lässt sich eine solche Rotationskooperation problemlos praktizieren. Zum Teil wurde von großen Problemen in der Umsetzung berichtet, insbesondere wenn Absprachen nicht bis ins Detail getroffen waren. Zudem berichteten einige Chefärzte von Problemen mit Ärztekammern bei der Erteilung der Weiterbildungsbefugnis und beklagten insbesondere die langen und oft nicht transparenten Prüfwege. Was die Umsetzung der Weiterbildungsordnung betrifft, berichteten einige der Teilnehmer, dass die Erfüllung der Anforderungen im klinischen Alltag manchmal auch an klinikinternen Problemen scheitere. Beispielsweise müssten sie öfter in den Operationsplan eingreifen, damit ihre Oberärzte nicht zu viel operieren, sondern die Weiterbildungsassistenten die geforderte Anzahl an OPs erfüllen können. Akutbehandlung sichern Einig war man sich darin, dass die Dauer der Facharztweiterbildung aus Gründen der Konkurrenzfähigkeit nicht verlängert werden sollte. Die Tendenz ging bei vielen Teilnehmern eher zu einer Verschlankung. Bei der inhaltlichen Ausgestaltung allerdings gingen die Meinungen zum Teil sehr weit auseinander. Umstritten war die Notwendigkeit, eine sehr breite einheitliche Weiterbildung für ganz verschiedene Aufgaben im Krankenhaus zu fordern. Die Mehrheit sprach sich eher für eine solide Basis mit diagnostischen Tools aus, um als Facharzt in beiden Teilbereichen O und U häufige Verletzungen selbst behandeln und operieren, seltene Verletzungen zumindest erkennen zu können, um auch die Akutbehandlung zu sichern. Verletzungen zumindest erkennen zu können, um auch die Akutbehandlung zu sichern.

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In Bezug auf die Qualitätssicherung der Weiterbildung wurde das Schweizer Modell diskutiert: eine transparente Darstellung der jährlichen Evaluation durch die Weiterzubildenden, die Überprüfbarkeit der Inhalte nicht nur im konservativen Bereich sowie Audits von Weiterbildungseinrichtungen. Alle Teilnehmer plädierten mit Nachdruck für mehr Transparenz und sprachen sich für klare bundeseinheitliche Regelungen bei der Erteilung der Weiterbildungsbefugnis und bei der Überprüfung der Inhalte aus. Ebenso forderten sie mehr Flexibilität der Weiterbildungsordnung – beispielsweise durch die Anerkennung von zertifizierten Kursen und Hospitationen. Den Vertretern der DGOU-Gremien wurde aufgetragen, diese Punkte bei der anstehenden Novellierung der Muster-Weiterbildungsordnung zu berücksichtigen. Darüber hinaus wurde an die Fachgesellschaft als Wunsch formuliert, zukünftig Muster-Weiterbildungscurricula und E-Learning-Module unter dem Label der DGOU anzubieten. Das nicht berufspolitisch behaftete Gespräch gab viele neue Impulse und zeigte, dass trotz größerer Meinungsvielfalt das Fach O und U immer mehr gelebt wird. Während bei einigen Teilnehmern terminologisch noch deutlich war, dass sie sich entweder O oder U zugehörig fühlen, hatten jüngere Teilnehmer das neue Selbstverständnis für O und U bereits verinnerlicht. Einig war man sich, dass es eine Fortsetzung dieses Meinungsaustauschs geben soll. Miriam Buchmann-Alisch

Miriam BuchmannAlisch ist Redakteurin bei der DGU.

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N E U E O R A L E A N T I KO A G U L A N Z I E N

Relevanz für die Orthopädie und Unfallchirurgie Seit 2011 sind in Deutschland drei neue orale Antikoagulanzien zugelassen, denen man im klinischen Alltag zunehmend begegnet: Dabigatran (Pradaxa®), Rivaroxaban (Xarelto®) und Apixaban (Eliquis®). Diese Präparate stellen Alternativen zu Marcumar bzw. Heparinen dar im Rahmen der Prophylaxe des Schlaganfalls bei Vorhofflimmern sowie der venösen Thrombembolie nach Elektiv-OP (Hüft-/Knie-TEP). Zudem ist in den nächsten Jahren eine Erweiterung der Indikationen zu erwarten.

Diese neuen Präparate sind überaus effektiv, da sie Enzyme inhibieren, die am Ende der Gerinnungskaskade stehen. Es erfolgt eine vornehmlich renale Elimination. Alle drei Antikoagulanzien haben den großen Vorteil der oralen Verabreichung in einer jeweils festen Standarddosierung ohne Notwendigkeit des Monitorings. Perioperatives Management Bei Patienten, die unter Dauereinnahme eines dieser Präparate stehen, sollte das perioperative Management von der Halbwertszeit des Präparates, von der Größe des chirurgischen Eingriffes sowie vor allem von der Nierenfunktion (Kreatininclearance) abhängen. Zum Beispiel sollte Dabigatran bei HochrisikoOperationen zwei bis drei Tage vor dem Eingriff abgesetzt werden, bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion gegebenenfalls vier bis fünf Tage vorher. Rivaroxaban und Apixaban haben kürzere Halbwertszeiten, hier sollte jeweils auf die Fachinformation zurückgegriffen werden. Im Allgemeinen ist laut der Hersteller aufgrund der kurzen Halbwertszeiten im Gegensatz zu Marcumar ein Bridging oder Monitoring nicht notwendig, das heißt nach Absetzen kann am Folgetag bis zur OP die Antikoagulation mit Heparinen in therapeutischer Dosierung fortgeführt werden. Zur Thrombembolieprophylaxe nach orthopädischen Eingriffen soll Dabigatran in halber Dosis ein bis vier Stunden nach OP und in voller Dosis am Folgetag verabreicht werden. In jeweils voller Dosierung werden Rivaroxaban sechs bis acht Stunden bzw.

Apixaban zwölf bis 24 Stunden nach Wundverschluss initiiert. Es gilt zu berücksichtigen, dass alle diese Präparate den Patienten innerhalb von zwei bis vier Stunden nach Einnahme bereits voll antikoagulieren. Monitoring Während das Monitoring von Rivaroxaban und Apixaban mittels der üblichen Anti-Xa-Assays möglich ist, liegt keine verlässliche Methode vor, um den Effekt von Dabigatran zu messen. Die Thrombinzeit (TZ) ist zumindest hochsensitiv bezüglich Dabigatran, das heißt, falls die TZ normal ist, ist kein Dabigatran in der Blutprobe. Bei verlängerter TZ im Rahmen einer akuten Blutungssituation sollte entsprechend daran gedacht werden, dass womöglich eine Antikoagulation mit Dabigatran zu Grunde liegt. Zusammenfassend gilt für alle drei Präparate, dass die Routinediagnostiktests (INR, PTT) kaum Aussagekraft besitzen. Problem bei akuter Blutung Den antikoagulatorischen Effekt aufzuheben ist äußert schwierig, da keine Antidote existieren. Bei Schwerverletzten, die ein solches Präparat eingenommen haben, können daher entsprechend massive Gerinnungsstörungen und lebensbedrohliche Blutungen resultieren. Tierexperimentelle Untersuchungen zeigen in solchen Fällen einen günstigen Einfluss von PPSB in Kombination mit Faktor VIIa. Eine valide Datenbasis für die Anwendung dieses Regimes beim schwerverletzten Patienten mit bedrohlicher Blu-

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tung existiert aktuell nicht. Die einzige Möglichkeit einer Medikamentenelimination stellt dann die Hämodialyse dar, die im akuten Trauma mit Blutung jedoch sicherlich in der Anwendung Limitierungen hat. Solange keine verlässlichen klinischen Studien vorliegen, sollten primär entsprechend der lokalen Gegebenheiten leitliniengerechte Massentransfusionsalgorithmen genutzt werden (FFP, Gerinnungsfaktoren, Tranexamsäure etc.). Bei allen erwiesenen Vorteilen dieser neuartigen oralen Antikoagulanzien können sie im Falle eines akuten Traumas für den meist älteren Patienten eine Blutungsneigung erheblich steigern. Bei dem zunehmenden Alter der schwerverletzten Patienten besteht hier für die Zukunft noch Bedarf für praktikable Handlungsanweisungen. Dr. Arasch Wafaisade Klinikum Köln-Merheim, Universität Witten/Herdecke Dr. Thomas Paffrath Kliniken der Stadt Köln, Orthopädie, Unfallchirurgie und Sport Prof. Dr. Sascha Flohé Leiter der Sektion Notfall-, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung der DGU

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O R T H O PÄ D I S C H E R H E U M AT O L O G I E

„Den Bechterew übersehe ich nicht – ich mache mit“ Im Jahr 2013 wird sich die BVOU-Sektion Orthopädische Rheumatologie (ORh) intensiv der Früherkennung der axialen Spondyloarthritis und ankylosierenden Spondylitis widmen. Zehn Jahre, bis der Morbus Bechterew erkannt wird, sind zu viel. Deshalb soll der 33. Geburtstag der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB) im kommenden Jahr Anlass sein, an diesem Zustand etwas zu ändern. Teilnahme an einer der regionalen Veranstaltungen „Den Bechterew übersehe ich nicht – ich mache mit“ berechtigt bereits die orthopädischen Praxen – ganz ohne Prüfung übrigens –, dies unter anderem über ein Zertifikat nach außen zu dokumentieren. Es gibt für die Teilnehmer Praxisposter, Patientenflyer und Patientenfragebögen. „ B e i s p i el s we i s e auf Papier und im Internet können orthopädische Praxen offensiv im Dienst der guten Versorgung des Patienten ein stimmiges Praxismarketing betreiben. Tue Gutes, rede darüber und zeige das auch nach Außen – das ist im Sinne für noch unerkannte BechterewPatienten“, fasst ORh-Sektionsleiter Dr. Uwe Schwokowski zusammen. Die teilnehmenden Praxen sollen zum Beispiel in Arztsuchmaschinen des BVOU entsprechend kenntlich gemacht und als „Bechterew-Praxen“ leichter zu identifizieren sein. Auftakt ist der 26. Januar in Berlin unter Teilnahme der Qualitätsnetzlei„Den Bechterew übersehe ich nicht – ich mach mit“: Plakat zum Auftakt des Morbus Bechterew-Aktionsjahres 2013 ter. Dann zieht der Aus 33 Jahren werden 33 Veranstaltungen für Orthopäden und Orthopädische Rheumatologen, die die DVMB und die Sektion ORh im Verbund mit der Akademie Deutscher Orthopäden (ADO) gemeinsam durchführen werden. Die

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Tross mit 32 Veranstaltungen durch die regionalen Qualitätsnetze unter Federführung der jeweiligen Leiter. Gemeinsam mit Ludwig Hammel, dem Geschäftsführer der DVMB, wurde das Konzept erarbeitet. An den regionalen Veranstaltungen wird immer ein Vertreter des DVMB teilnehmen. „Ludwig Hammel ist bekannt für deutliche Worte: Ihm ist es egal, wer die Früherkennung durchführt – Hauptsache, sie passiert! Die Orthopäden greifen dies jetzt entschlossen auf“, erläutert Uwe Schwokowski. Und es geht weiter: Es ist auch eine begleitende Versorgungsforschung zum Morbus Bechterew geplant. Details sind aktuell in der Abstimmung. Fünf Fragen und zwei zentrale Untersuchungen – dann müsste mit wenig Aufwand, aber hoher Trefferquote der MB durch den Orthopäden erkannt sein (Quelle: ASAS – Assessment in Ankylosing Spondylitis International Working Group; Sensitivität: 79,6 Prozent; Spezifität: 72,4 Prozent)

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Frage 1: Alter bei Beginn < 40 Jahre Frage 2: langsamer Beginn Frage 3: Besserung bei Bewegung Frage 4: keine Besserung in Ruhe Frage 5: nächtliche Schmerzen (mit Besserung durch Aufstehen)

Diese Fragen – ein entzündlicher Rückenschmerz liegt vor, wenn mindestens vier von fünf Kriterien erfüllt sind – in Kombination mit einer Spezialröntgenaufnahme (SIG) und dem positiven HLA-B27 ergibt eine sehr hohe Diagnosesicherheit. Eine anschließende Kooperation mit einem Rheumatologen ist erwünscht.

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


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Uwe Schwokowski unterstreicht ausdrücklich: „Die Aktion richtet sich an alle Orthopäden – denn Rückenbeschwerden gehören zu unserem täglichen Brot in der konservativen Orthopädie.“ Ausbildung der Medizinischen Fachangestellten Bessere Compliance beim Patienten – das ist das Ziel einer ORh-Fortbildung der Medizinischen Fachangestellten (MFA). Beispiel: 50 Prozent der Osteoporosepatienten nehmen nach einem Jahr ihre wichtigen Medikamente nicht mehr ein. In der Fortbildung sollen die MFA, so ORh-Sektionsleiter Dr. Uwe Schwokowski, das Programm der konservativen Orthopädie/Orthopädischen Rheumatologie durchlaufen. Sie sollen dadurch

befähigt werden, Patienten gezielt Erläuterungen zu geben und die Therapiedurchführung begleiten. „Das entlastet uns als Ärzte und den Patienten, weil es einen Ansprechpartner gibt, der seine Sprache spricht“, so Uwe Schwokowski. Weiterführendes Ziel ist die Schulung in der Konservativen Therapie – unter anderem Rückenschmerz, Arthrose, Osteoporose, Arthritis und Schmerztherapie: „Da können die MFA uns helfen.“

mit Leben füllen, was wir in der Reform der Weiterbildungsordnung (WBO) erst planen.“ Deutlich unterstreicht der Ratzeburger Orthopäde das Ziel der Patientencompliance – Unterricht in Sonografie etc. soll es nicht geben: „Wir reden von Delegation, nicht von Substitution.“ Joachim Stier

Geplant ist ein Einführungskurs in Hamburg im 1. Quartal 2013. Die Struktur wird aus Aufbaukursen und Blockkursen bestehen. Eingebunden werden insbesondere konservative Orthopäden mit den Spezialgebieten Osteologie, Schmerztherapeuten, Rheumatologie, Reha-Medizin und andere: „So können wir jetzt schon

Joachim Stier ist freier Journalist in Aachen/ Berlin.

B I O L O G I K AT H E R A P I E

12 Prozent – egal, wer es macht

Quelle: Dr. Martin Talke

Bundesweit hat die Sektion Orthopädische Rheumatologie (ORh) eine Abfrage unter Teilnehmern an den Qualitätsnetzen zur Durchführung der Biologikatherapie angestoßen. Federführend ist Dr. Martin Talke.

Was sich gerade bundesweit abspielt, hat nahezu deckungsgleich mit denen der In- ■ um so für die Sektion Rheumatologie Martin Talke in Berlin bereits getestet: ternistischen Rheumatologen sind“, fand Schwerpunkte zu finden, in einer Umfrage zur Biologikatherapie. Martin Talke, Sprecher der QN-Leiter in ■ die dann mit Unterstützung des Über das Ergebnis berichtete er auf dem der Sektion ORh, heraus. Er hatte die 20 BVOU angegangen werden könnten. DKOU. Demnach führen zwölf Prozent Teilnehmer seines Netzes befragt – zehn der Berliner Teilnehmer am Qualitätsnetz haben geantwortet. Von den überwie- „Wir wollen motivieren, dass der Spaß ORh die Biologikatheraauftritt, und uns nicht pie an Patienten durch, auf die Versorgung des die bei ihnen die BasisRückens beschränken. Die Orthopädische Rheumatologie ist eine Möglichkeit, therapie durchlaufen haAusreden, dass wir keidie konservative Orthopädie zu retten. ben. „Das sind Werte, die ne Zeit haben, sollen gend operativ tätigen Kollegen führen wir nicht mehr gelten lassen“, so Martin Basistherapie Biologika-Therapie nur zehn bis 20 Prozent eine DMARD- Talke. Die konservative Therapie werde Therapie im Vergleich zu den rein kon- eingehen, wenn sich die Orthopäden und 38 5 (13%) servativ tätigen orthopädischen Rheu- Unfallchirurgen nicht engagieren. Dabei 50 12 (24%) matologen durch. ist die Orthopädische Rheumatologie 178 22 (12%) eine Möglichkeit, die konservative Or120 18 (22%) Die Aufgaben der Qualitätsnetzleiter be- thopädie zu retten: schrieb Martin Talke so: 145 18 (12%) ■ Wer zu viel igelt, wird sich aus der 30 15 (50%) konservativen Orthopädie rausigeln. ■ interdisziplinäre Probleme vor Ort 280 28 (10%) darstellen, ■ Wer zu viel operiert, konserviert zu 232 11 ( 5%) wenig. ■ Fragen der KV-Abrechnung , die überall unterschiedlich auftreten, ■ Wer keine Opfer auf sich nimmt, der 1073 129 (12%) opfert die konservative Orthopädie. ■ Praxisorganisationsfragen, wie rheuTab. 1 Umfrageergebnisse zur Biologikatherapie matologisch ausgebildete mediziniunter Teilnehmern des Berliner ORh sche Fachassistentinnen, zusammen- Joachim Stier Qualitätsnetzes fassen, Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

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WEITERBILDUNGSORDNUNG

Neues Profil für die ORh Die Inhalte der konservativen Orthopädie sollen in der neuen WBO stärker hervortreten, erläutert Prof. Dr. Wolfgang Rüther, Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie am UKE Hamburg und Ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopädie und Orthopädische Rheumatologie Bad Bramstedt.

Deren Inhalte werden zwar nicht volumenmäßig ausgeweitet, sondern, das ist das Neue, sollen abprüfbar nachweisbar sein: „Der Facharztkandidat muss seine Arztbriefe sammeln und einreichen.“ Zusatzweiterbildung ORh Sie wird auf zwei Jahre verkürzt mit der Konsequenz: „Mit der neuen Zusatzweiterbildung ORh sind wir nicht mehr symmetrisch zu den internistischen Rheumatologen, die auf drei Jahre Common Trunk und drei Jahre Rheumatologie setzen. Ob uns das schadet, glaube ich eher nicht.“ Bei den Orthopäden wird das Muster wie folgt aussehen: Zwei Jahre Common Trunk, vier Jahre Spezialisierung und zwei Jahre ORh, von denen, wer das möchte, ein Jahr versenkt werden kann. In der Zusatzweiterbildung ORh wird es zu einer erheblichen Rücknahme der

WEITERBILDUNG IN DER PRAXIS „Sehr gute Frage“, kommentierte Prof. Wolfgang Rüther. Der Berliner Orthopädische Rheumatologe Martin Talke hatte nach der Weiterbildungsermächtigung für Niedergelassene gefragt: Sollen abzuarbeitende Zeiten in den Praxen festgelegt oder „nur“ ermöglicht werden? Ohne Niedergelassene wird es nicht gehen; sie müssen mit eingebunden werden, so Rüther. Zu überlegen ist, wie dies zu finanzieren ist. Eine Weiterfinanzierung durch die Kliniken in dieser Zeit wird es nicht gehen. Für Niedergelassene, die dies aus Budgetgründen nicht unterbringen können, muss man Möglichkeiten schaffen. Die Kooperation zwischen Kliniken und Praxen sollte ausgebaut werden. Die derzeitige Ausbildungspraxis zeige, so die Erfahrungen des Auditoriums, dass die Landesärztekammern wie Kassenärztliche Vereinigungen sehr kulant und dankbar sind, wenn im niedergelassenen Bereich ausgebildet wird.

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operativen Inhalte kommen, berichtet Prof. Rüther: Die OP Zahlen werden mehr als halbiert, und es wird genügen, Operationen in erster Assistenz zu begleiten. „Wenn wir das Operationspaket nicht so schnüren würden, dann würden wir im Zuge der Übergangsbestimmungen unsere Basis nicht verbreitern können“, fasst Wolfgang Rüther zusammen. Die operative Kompetenz soll in Zertifikaten zum Ausdruck kom- Prof. Dr. Wolfgang Rüther: „Mit der neuen Zusatzweiterbildung ORh sind men: Operative wir nicht mehr symmetrisch zu den internistischen Rheumatologen, die auf ORh, technische drei Jahre Common Trunk und drei Jahre Rheumatologie setzen.“ Orthopädie oder haben alle Orthopäden die Chance erhalChirotherapie sollten Pflichtkurse werden für den or- ten, die Unfallchirurgie abprüfen zu lassen thopädischen Rheumatologen, wobei und umgekehrt. Dies müsse auch in Bezug es auch wichtig ist, klinisch-praktische auf die ORh so umgesetzt werden. Erfahrungen zu sammeln: „Es sollen nicht nur Kurse abgehakt werden, um Prof. Rüther rechnet mit einem siebendie Zusatzweiterbildung zu bekommen.“ bis achtjährigen Übergang. Die OrthopäDes Weiteren muss in der WBO deutlich den und Unfallchirurgen, die die Zusatzgemacht werden, dass der orthopädi- weiterbildung nicht führen, sollen diese sche Rheumatologe selbstverständlich unter Rückgriff auf ihre frühere Zeit erdie gesamte Palette der medikamentö- werben können. sen Therapie lernt. „Das ist das, was wir brauchen. Zu überlegen ist, in welcher Operative Zentren für ORh sollen mittels Tiefe diese medikamentöse Ausbildung Zertifikaten als solche besonders hervorgehoben werden können – ähnlich wie erfolgen soll“, so Rüther. es aktuell in der Endoprothetik umgeNicht weniger wichtig sind die Über- setzt wird. Dann aber sollen auch, so Prof. gangsbestimmungen: Die Orthopäden, Rüther, die orthopädisch-rheumatologidie diese Zusatzweiterbildung derzeit schen Operationen ausschließlich in dienicht im Titel tragen, sollen die Chance er- sen Zentren erfolgen. halten, diese zu erwerben. Als der Orthopäde und Unfallchirurg eingeführt wurde, Joachim Stier Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Fotos: Junges Forum

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Voller Erfolg: Die Summer School 2012 wurde von den teilnehmenden Studierenden begeistert aufgenommen.

SUMMER SCHOOL 2012

„Das Beste, was man machen kann“ Am 19. und 20. September fand die 4. Summer School der DGOU in Herzogenaurach statt. Von 122 Bewerbern aus dem gesamten Bundesgebiet wurden 30 Medizinstudenten ausgewählt. An der Summer School nahmen dann 17 Studentinnen und 12 Studenten teil.

An den zwei Tagen erhielten die Studenten einen interessanten Einblick in das Fachgebiet Orthopädie und Unfallchirurgie im Rahmen eines abwechslungsreichen und hochinteressanten Programms. Einen Schwerpunkt bildete die praktische manuelle Tätigkeit eines Orthopäden und Unfallchirurgen. Die Teilnehmer wurden von den zweiten Vizepräsidenten der DGOOC und der DGU, Herrn Prof. Kladny und Herrn Prof. Hoffmann, sowie dem amtierenden Präsidenten der DGU, Herrn Prof. Josten, begrüßt. Es schlossen sich verschiedene Präsentationen an, die die Teilnehmer mit dem Fachgebiet Orthopädie und Unfallchirurgie, der Weiterbildung sowie den wissenschaftlichen Fachgesellschaften und dem Jungen Forum der DGOU sowie dem BVOU vertraut machten. Die

Studentinnen und Studenten erhielten einen Einblick in mögliche Tätigkeitsbereiche während und nach der Weiterbildung. In Kleingruppen konnten sie zu den Themen Bewerbung und Bewerbungsgespräch, Karriereplanung, Familie und Beruf individuell Fragen an die anwesenden Experten stellen und intensiv diskutieren. Der Nachmittag des ersten Tages war ausgefüllt mit praktischen Übungen. Neben dem AO Playground konnten die Teilnehmer in Kleingruppen von je fünf Teilnehmern Hüftendoprothesen implantieren, arthroskopieren und sonografieren. Der gemeinsame Abend fand in einem typisch fränkischen Fischlokal statt und gab allen Studenten die Möglichkeit, sich mit den anwesenden Experten und Tutoren auszutauschen. Herr Prof. Mittelmeier begrüßte die Studenten mit einer äußerst launigen Ansprache.

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

Am nächsten Morgen wurden die praktischen Übungen fortgesetzt. Den Ab-

E VA L U AT I O N D E R S U M M E R SCHOOL 2012 Termin Unterbringung Vorträge insgesamt Präsentation der Vorträge Praktischer Teil Präsentation der prakt. Teile Darstellung O und U Organisation des Ablaufs Betreuung vor Ort Engagement der Tutoren Verpflegung Abendveranstaltung Summer School insgesamt

1,7 1,2 1,4 1,3 1,1 1,1 1,2 1,1 1,0 1,0 1,0 1,2 1,1

Teilnehmer (n = 29) 1 (sehr gut) bis 5 (ganz schlecht)

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schluss der Summer School bildeten Fallvorstellungen unter Einbeziehung der Teilnehmer, die sich rege an der Diskussion beteiligten. Berufswunsch O und U bestätigt 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich bereits vor der Summer School für das Fachgebiet Orthopädie und Unfallchirurgie entschieden und wurden in ihrer Meinung bestärkt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Fünf Teilnehmer hatten vor der Summer School noch kein konkretes Weiterbildungsziel, wovon sich einer nach der Summer School für das Gebiet Orthopädie und

SUMMER SCHOOL 2012

„Herzogenaurach – ist da nicht Adidas?“ Diesen Gedanken hatte wohl der ein oder andere, als die E-Mail mit der Zusage zur Teilnahme an der Summer School 2012 eintraf. Die Freude war groß, eine/r der bundesweit 30 ausgewählten Studierenden zu sein und im September zwei Tage in der Facharztklinik Herzogenaurach mit Vertretern aus dem Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie verbringen zu dürfen. Von der Unterbringung im Hotel über den Bustransfer bis hin zur Abendveranstaltung und der allgemeinen Verpflegung während der gesamten Veranstaltung (für Studenten ein bekanntermaßen nicht unerheblicher Aspekt) war an alles gedacht. Zum Auftakt erfolgte eine Vorstellung der Referenten, der Organisatoren, des Jungen Forums der DGOU und aller Studierenden sowie eine Einführung in den Themenbereich Orthopädie und Unfallchirurgie. Dabei wurden uns die Vielfalt der Tätigkeitsfelder und Berufsmöglichkeiten – Traumaversorgung, Endoprothetik, Praxisniederlassung, Rehabilitation – aufgezeigt und der Weg zum Facharzt skizziert. Im Anschluss fanden in Kleingruppen Gesprächsrunden zum Thema Bewerbung, Karriere- und Familienplanung statt. Im persönlichen Dialog erhielten wir von führenden Experten der O und U wertvolle Tipps und Informationen. Und dann ging der Spaß erst richtig los. In Workshops durften wir uns nach Herzenslust an (im Studium oft vermissten) praktischen Übungen versuchen. Gelenksonografie, Arthroskopie, Endoprothetik sowie Hämmern, Bohren und Schrauben im „AO-Playground“

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Unfallchirurgie entschied. Drei Studenten konnten auch nach der Summer School noch keine genaue Festlegung treffen, und einer von den vor der Veranstaltung unentschlossenen Teilnehmern entschied sich für ein anderes Fachgebiet, ohne die Gründe zu benennen.

Dank sei allen, die an der Summer School so engagiert mitgewirkt und diese unterstützt und damit möglich gemacht haben.

Die Evaluation ergab sehr gute Ergebnisse, die Gesamtnote betrug 1,1. Es fanden sich viele begeisterte handschriftliche Anmerkungen auf den Evaluationsbögen. Alle können die Teilnahme an der Summer School weiterempfehlen. Ein Teilnehmer fügte den Zusatz an: „Unbedingt, das ist das Beste, was man machen kann“.

Prof. Dr. Reinhard Hoffmann DGOU/DGU

ließen keine Wünsche offen. Die engagierten Dozenten leiteten uns geduldig bei der endoprothetischen Versorgung von Kunstknochen, mit Hüft-TEPs und der arthroskopischen Entfernung von Fremdkörpern aus dem Kniemodell an. Selbst der iatrogen herbeigeführte Knorpelschaden erntete hier ein aufmunterndes Kopfnicken. Im „AO Playground“ wurden uns anhand von Versuchsaufbauten und Informationstafeln die Grundzüge der Biomechanik nähergebracht. Detaillierte Modelle führten uns die Prinzipien der Osteosynthese vor Augen und förderten ein grundsätzliches Verständnis für die Versorgung von Frakturen sowie den natürlichen Prozess der Knochenheilung. In den Pausen und während der Workshops standen uns die Dozenten Rede und Antwort, auch über die fachlichen Aspekte hinaus. Man unterhielt sich über persönliche Hintergründe, Weiterbildungsmaßnahmen und Karrierewege.

Evaluation ging die Veranstaltung am Nachmittag zu Ende.

Der erste Kurstag endete mit einer gemeinsamen Abendveranstaltung in einem traditionellen fränkischen Fischrestaurant, in deren Rahmen auch der Präsident der DGOU zu uns stieß und den Nachwuchs mit einer motivierenden und amüsanten Rede begeisterte. Bei kulinarischen Köstlichkeiten und nicht nur einer Flasche Wein wurde in entspannter Atmosphäre bis in die Nacht diskutiert, gelacht und sich ausgetauscht. Am nächsten Morgen ging es für die Kleingruppen in den Workshops weiter, bis jede Station durchlaufen und auch das letzte Knochenmodell mit einer Platte versorgt war. Im Anschluss wurden uns noch einige ausgewählte Falldarstellungen präsentiert, an denen wir uns mit Vorschlägen zur Diagnosesicherung und Therapie rege beteiligten. Mit einer abschließenden

Prof. Dr. Karl-Dieter Heller BVOU

Prof. Dr. Bernd Kladny DGOU/DGOOC Dr. Matthias Münzberg Junges Forum DGOU

In der Summer School hatten wir Studierenden die Möglichkeit, uns intensiv mit dem Berufswunsch des Orthopäden/Unfallchirurgen zu befassen und in die Materie des Fachbereiches einzutauchen. In persönlichen Gesprächen wurde uns eine große Aufmerksamkeit zuteil. Manch einer hatte bereits auf Grund des Terminus „Haken halten – Klappe halten“ im PJ mit der Wahl dieser Fachrichtung gehadert. Manch anderer war sich vielleicht noch nicht sicher, diesen Weg überhaupt gehen zu wollen, verunsichert durch Schauergeschichten über das Privatleben strapazierende Dauerdienste. Wir wurden ernst genommen, man interessierte sich für unsere Fragen, Vorstellungen und Zweifel. Wir erhielten die einmalige Gelegenheit, uns im persönlichen Gespräch mit hochrangigen Vertretern der Fachgesellschaft und mit Gleichgesinnten auszutauschen. Das Ziel der Veranstalter und Organisatoren, den Nachwuchs für die Orthopädie und Unfallchirurgie zu begeistern, ist in jedem Fall gelungen. Allen Beteiligten, die an dieser Veranstaltung mitgewirkt haben, die sich in der Nachwuchsförderung engagieren und uns diese Möglichkeiten eröffnen, gilt unser herzlicher Dank!

Martina Müller

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Fotos: Buchmann-Alisch

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Arbeit in Kleingruppen: Zentraler Bestandteil des Fit-after-eight-Konzeptes ist die Analyse von Fallbeispielen in Kleingruppen von acht bis zehn Teilnehmern – weg vom Frontalunterricht, hin zu einem problemorientierten Lernen.

WEITERBILDUNG

Fit für den Facharzt in acht Modulen „Fit-after-eight“ ist eine seit 2008 bestehende berufsbegleitende Facharztvorbereitung mit innovativem Konzept. In einem der Doppelmodule, das vom 26. bis 29. September 2012 an der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie in Osnabrück stattfand, stand die Behandlung von Gelenkerkrankungen, Weichteilschäden, Wunden und Gelenkverletzungen im Mittelpunkt.

Assistenzarzt Dr. Dirk Reedwisch vom leme zu erkennen, sie zu werten und zu Klinikum der Stadt Köln hat mit dem Be- lösen.“ such des viertägigen Programms schon sechs von acht Modulen hinter sich. „Die Unter anderem diskutierten die rund Fit-after-eight-Modulreihe ist eine sehr 40 Teilnehmer mit dem Begründer diepraxisnahe Art, an tägliche Fragen in der ses Weiterbildungsformats, Prof. Wolf Orthopädie und Unfallchirurgie heranzutreten. Es kommen verschieden vor„Wir wollen weg vom Frontalunterricht und gebildete Kollegen zusamoffenem, problemorientiertem Lernen.“ men und diskutieren mit Dr. Martin Engelhardt ihrem Wissen auf offener Basis alle Möglichkeiten und Herangehensweisen der Fallbeispie- Mutschler, Direktor der chirurgischen le“, sagt der 33-Jährige, der kurz vor dem Klinik der Universität München-InnenAbschluss seiner Facharztausbildung stadt, über sämtliche Arten der Wundsteht. „Wir werden hier ermutigt, Prob- exploration und -versorgung. Zur Debatte

„FIT- AF TER-EIG HT“-MODULE Modul 1 und 2: Frakturen Teil 1 / Infektionen; Frakturen Teil 2 / Tumore Modul 3 und 4: Gelenkerkrankungen, Schwerpunkt Arthrose; Weichteilschäden, Wunden, Gelenkverletzungen Modul 5 und 6: Polytrauma, Aufklärung, Haftpflicht, Begutachtung; Erkrankungen von Knochen und Weichgeweben Modul 7 und 8: Fehlbildungen, Formabweichungen; Rückenschmerz Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

stand dabei auch der reflektierte Umgang mit dem Antiseptikum Octenisept. Wichtig ist Mutschler, das Ziel der Behandlung jeweils genau zu definieren, um „eine dem individuellen Patienten adäquate diagnostische und therapeutische Lösung mit hoher Evidenz“ zu finden. Auf moderne Lehrmethoden setzt auch Prof. hin zu Peter Strohm, Leitender Oberarzt der Uniklinik Freiburg und einer der mitverantwortlichen Experten für die Weiterbildung: „Wir legen Wert auf eine nachhaltige Vermittlung von praxisrelevantem Wissen. Viele der Tutoren haben Zusatzqualifikationen für die Lehre, wie zum Beispiel den Master of Medical Education.“ Konzentrierte Arbeit in Kleingruppen Ein zentraler Bestandteil des Weiterbildungskonzepts ist die Analyse von Fallbeispielen in Kleingruppen von acht bis zehn Teilnehmern. Dabei geht es um reale Fälle, die in einigen Teilen modi-

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Dirk Reedwisch, Assistenzarzt in Köln: „Die Fit-after-eightModulreihe ist eine sehr praxisnahe Art, an Lernen in der Orthopädie und Unfallchirurgie heranzutreten.“

Berit Kröner, Medizinstudentin: „Mir macht es viel Spaß, so zu lernen.“

fiziert wurden. „Wir wollen weg vom Frontalunterricht und hin zu offenem, problemorientiertem Lernen“, erklärt Dr. Martin Engelhardt, Chefarzt am Klinikum Osnabrück. „In unserem Konzept sind Tutoren von Anfang bis Ende dabei, jeweils ein erfahrener und ein etwas jüngerer Tutor pro Gruppe.“

sehr frühzeitig in die Weiterbildung hineinzuschnuppern. Auch für sie gehört problemorientiertes Lernen bereits zum Studienalltag: „Ich bin an der Uni Witten/ Herdecke, wo ich im Modellstudiengang Medizin studiere. Wir lernen täglich problemorientiert und interdisziplinär.“

Dr. Thomas Kuntz, der lange als Chirurg in der Charité – Universitätsmedizin Berlin tätig war und seit einigen Jahren als niedergelassener Orthopäde arbeitet. „Und natürlich entstehen Netzwerke, die für die Zukunft wichtig sein werden.“

Mehr Sicherheit in kniffligen Situationen zu gewinnen, ist für die berufliche Laufbahn von genereller Bedeutung. Einer der Tutoren ist Dr. Casper Grim. Das in Deutschland innovative Konzept ist für Für die meisten der jungen Ärzte ist da- „Man ist im Laufe seiner medizinischen ihn nicht ganz neu, er hat problemorien- gegen ein eher hierarchisch organisierter Karriere sicher einmal der Verantwortliche und muss die Enttiertes und integriertes scheidungen fällen“, sagt Lernen schon in seinem Reedwisch. „Das nimmt Studium in Maastricht „Die offene Diskussion verschiedener Meinungen ist einem keiner ab. Darauf in den Niederlanden gern gesehen und auch gewollt.“ werden die Teilnehmer verinnerlicht. „Wir verDr. Dirk Reedwisch hier sehr gut vorbereitet.“ mitteln praxisnah den klinischen Alltag“, sagt Grim, der seit vier Jahren Oberarzt am Klinikalltag und Frontalunterricht in der Die „Fit-after-eight“-Module finden vierKlinikum Osnabrück ist. „Es geht darum, Weiterbildung die Regel. Hier möchte mal jährlich rotierend an unterschiedkritisch mitzudenken und sich auf Fach- „Fit-after-eight“ eine Lücke schließen. lichen Kliniken in Deutschland statt. arztstandard zu fragen: Warum mache „Der Austausch ist größtenteils füh- Einsteigen kann man jederzeit – zum ich bestimmte Dinge überhaupt? Das rungsfrei. Wir werden häufig nur gelenkt Beispiel in das nächste Doppel-Modul Feedback auf unsere Module ist immer durch die Tutoren“, schildert Reedwisch. zu Polytrauma, Aufklärung, Haftpflicht, „Die Teilnehmer aus der konservativen, Begutachtung und Erkrankungen von enorm gut.“ der orthopädischen oder der trauma- Knochen und Weichgeweben, das Anfang tologischen Chirurgie bringen unter- 2013 im Universitätsklinikum MannLebenslanges Lernen schiedliche Herangehensweisen mit. Das heim stattfindet. Interaktion, eine individuelle Betreu- muss nicht besser oder schlechter sein, ung und ständiges Feedback haben sondern geschieht mit anderem Hinter- Miriam Buchmann-Alisch zum Ziel, die jungen Ärzte rundum zu grundwissen. Die offene Diskussion verschulen. Dazu gehört nicht nur die Ver- schiedener Meinungen ist gern gesehen mittlung von Fakten, sondern auch von und auch gewollt.“ Konzepten, Prozeduren und ärztlichem Verhalten sowie der Einstieg in lebens- Gemeinsam getragen wird die Weiterbillanges Lernen. Als Grundlage dient ein dung von den medizinischen Fachgesellvon Experten validierter Lernzielkatalog schaften DGOU, DGU und DGOOC sowie mit ausführlichem und einheitlich ge- dem Berufsverband BVOU. Bei einer der Miriam BuchmannAlisch ist Redakteurin staltetem Lehrmaterial. Zwischen den abendlichen Veranstaltungen in Osnabei der DGU. Veranstaltungsmodulen werden die Teil- brück mit weiteren Programmpunkten nehmer darüber hinaus über E-Learning- war neben zahlreichen Chefärzten und Oberärzten auch Prof. Hartmut Siebert, Angebote betreut. MEHR INFOS Generalsekretär der Deutschen Gesellwww.dgou-fit-after-eight.de „Mir macht es viel Spaß, so zu lernen“, schaft für Orthopädie und Unfallchisagt Berit Kröner. Die Studentin im drit- rurgie (DGOU), in geselliger Runde dabei. ten vorklinischen Semester bekam ge- „Wann hat ein junger Arzt schon einmeinsam mit einer Kommilitonin die mal die Möglichkeit, so nah Kontakt zu Chance, auf Einladung der Klinik schon Chefärzten zu bekommen?“, sagt Tutor Lernen über Hierarchien hinweg

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BADEN-BADEN

VSOU-Kongresspräsident greift sensible Themen auf Unter der Präsidentschaft von Dr. Hermann Locher aus Tettnang findet vom 1. bis 4. Mai 2013 die 61. Jahrestagung der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden und Unfallchirurgen im Baden-Badener Kongresshaus statt. Der Kongress wendet sich an alle Ärztinnen und Ärzte, die in Praxis, Klinik, Forschung, Industrie und Gesundheitswesen tätig sind. Für junge Kollegen gibt es ein spezielles Assistentenprogramm. Die nächste Jahrestagung der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden und Unfallchirurgen verspricht besonders interessant zu werden, da man sich thematisch unter anderem in das Spannungsfeld zwischen ärztlicher Freiberuflichkeit, Forschung, Politik, Wirtschaft und Sozialgefüge begeben möchte. „In einer Zeit der hochdifferenzierten Diagnostikmöglichkeiten einerseits und der spezifischen physischen und psychischen Belastungssituationen unserer Patienten andererseits kann es nicht sein, dass wir unser ärztliches Handeln dem Zeitdiktat einer kostenorientierten Gesundheitspolitik und der Gewinnmaximierung der Krankenhauskonzerne unterwerfen, eine zeitfressende Bürokratie befriedigen und dabei die Ergebnisse aus translationaler Forschung, Hirnforschung und Schmerzforschung vernachlässigen“, so der diesjährige Kongresspräsident Dr. Locher. Mit

ZUR PERSON

Dr. Hermann Locher studierte Medizin in Berlin, Tübingen und Rom. Die Facharztausbildung zum Orthopäden erhielt er am Wirbelsäulenzentrum Cuxhaven, an der Gemelli-Klinik in Rom, am Städtischen Klinikum Friedrichshafen und an der Argentalklinik in Isny/ Neutrauchburg. Er ist seit 1987 in Tettnang niedergelassen. Dr. Locher ist wissenschaftlicher Koordinator der Deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin (DGMM-MWE) und Gründungsmitglied der Interdisziplinären Gesellschaft für orthopädische und un-

dem Leitsatz „Heute war gestern noch morgen“ und dem dahineilenden Radfahrer auf dem Kongressprogramm als Symbol für die unaufhaltbaren Veränderungen, die sich in der Welt, unserem Umfeld und insbesondere auch in dem Fach Orthopädie und Unfallchirurgie vollziehen, möchte er insbesondere auf die zunehmende Geschwindigkeit der Veränderungen hinweisen.

Low Back Pain: Translationale Forschung, konservative orthopädische und unfallchirurgische Schmerztherapie, Manuelle Medizin, Injektionen, mikroinvasive Verfahren, Dekompression, Stabilisierung

Orthopädie und Traumatologie bei Kindern und Jugendlichen: Skoliose, Säuglingshüfte, Klumpfuß, Morbus Perthes, kindliche Frakturen

Degenerative und metabolische Veränderungen und Erkrankungen an Knochen, Gelenken und Muskeln: Arthrose, Osteoporose, Muskelschmerz

Epidemiologie, Versorgungsforschung und Gesundheitspolitik: Epidemiologische Entwicklungen, Demografie, gesetzliche Krankenversicherung und Selbstverwaltung in Zukunft, Selektivverträge, GOÄ, Zukunft ärztlicher Freiberuflichkeit, WBO Orthopädie und Unfallchirurgie, Auswirkungen der NVL Kreuzschmerz

Hauptthemen des Kongresses Mit etwa 400 Programmpunkten, informativen Fach-Vorträgen, Workshops, Seminaren und Podiumsdiskussionen, mit hochkarätigen Referenten und einer Industrieausstellung mit ca. 160 Ausstellern möchte der Kongress seine Erfolgsgeschichte fortsetzen. Folgende Hauptthemen wurden festgelegt:

fallchirurgische Schmerztherapie (IGOST). Er bildet Ärzte für die Qualifikation „Manuelle Medizin/Chirotherapie“ in Deutschland, Österreich und Italien aus und ist wissenschaftlicher Direktor der italienischen Gesellschaft für Manuelle Medizin und Schmerztherapie (AITODOMM). Er ist Mitglied der Autorengruppe „Nationale Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz“ und arbeitet in der Schmerztherapiekommission der KV BadenWürttemberg sowie in der Qualitätskommission Akupunktur Baden-Württemberg. Er leitet die wissenschaftliche Arbeitsgruppe Manuelle Medizin in der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) und ist seit dem Sommersemester 2011 Lehrbeauftragter für Manuelle Medizin an der Technischen Universität München (Klinikum Rechts der Isar).

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

Weiterhin sollen die freien Themen die Möglichkeit bieten, Aktuelles und Interessantes außerhalb der Hauptthemen zu präsentieren und zu diskutieren.

MEHR INFOS Organisation und Kongressleitung: Geschäftsstelle der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden und Unfallchirurgen e. V. Maria-Viktoria-Straße 9 76530 Baden-Baden Tel.: (0 72 21) 2 96 83 info@vsou.de www.vsou.de

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Aus unserem Fach

Dr. M. von Grabowski, (1. V. li.), Prof. Dr. J. Widuchowski, (3. v. li.), Prof. Dr. S. Dragan (4. v. li.), Prof. Dr. M. Synder, (6. v. li.), Prof. Dr. B. Greitemann (2. v. rechts), Prof. Dr. A. Karbowski (3. v. re.), Prof. Dr. D. C. Wirtz (4. v. re.)

D E U T S C H - P O L N I S C H E R KO N G R E S S

Orthopädie im Schloss Vom 6. bis 8. September 2012 traf sich auf Schloss Krickenbeck in Nettetal der Deutsch-Polnische Freundeskreis zu seinem 13. Kongress. Gleichzeitig fand dort der 7. Kongress der LVR-Klinik Viersen unter Leitung von Prof. Dr. Dietmar Pierre König statt.

Bei gutem Wetter konnte schon der Gettogether-Abend am 6. September in gemütlicher Atmosphäre stattfinden, und die weit gereisten polnischen Kollegen, unter ihnen beispielsweise Prof. Dragan, Ordinarius der Orthopädischen Klinik in Breslau, Prof. Synder, Ordinarius der Orthopädischen Klinik in Lodz und designierter Präsident der Polnischen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie (PGOT), sowie Prof. Widuchowski, Chefarzt der Klinik in Pikary Slaskie, ebenso wie Mitarbeiter der Klinik in Krakau sowie Kollegen aus Danzig konnten adäquat begrüßt werden. Von deutscher Seite nahmen neben dem Vorsitzenden der Gesellschaft, Prof. Dr. Haaker, Brakel, der gesamte Vorstand wie Kassenwart Prof. Dr. Rütt, Köln, und Schriftführer Dr. Rosenfeldt, Krefeld, teil sowie viele Mitglieder aus ganz Deutschland. Am Vormittag des 7. September 2012 fand dann der eigentliche deutsch-polnische Kongress mit einer Sitzung über Hüftendoprothetik sowie einer Sitzung zur Knieendoprothetik statt. Hier wurden bemerkenswert qualitativ gute Vorträge, insbesondere auch von Seiten der polnischen Kollegen, gehalten. Ergänzt wurde der Kongress um einen

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Vortrag über die Ponseti-Behandlung des Klumpfußes sowie über Wirbelsäulenfusionen. Kongress der LVR-Klinik Am Nachmittag des 7. September begann dann der 7. Kongress der LVR-Klinik, ebenfalls zur Thematik Wirbelsäulenchirurgie. Dieser Kongressteil wurde dann auf Deutsch abgehalten. Die polnischen Kollegen, die der deutschen Sprache mächtig sind, nahmen selbstverständlich auch an dieser Veranstaltung teil. Am Abend fand ein Festabend im Rittersaal des Schlosses Krickenbeck statt. Dort wurden von deutscher und polnischer Seite das perfekte Organisationsteam um Herrn Prof. König entsprechend gelobt und die nächsten Veranstaltungen des Deutsch-Polnischen Freundeskreises im Oktober 2013 in Krakau sowie im Juli 2014 in Breslau (Kongress der PGOT unter der Präsidentschaft von Prof. Dragan, Mitglied des Freundeskreises) festgelegt. Am 8. September 2012 endete gegen 14 Uhr der eigentliche LVR-Kongress. Es schloss sich ein Kulturprogramm mit Besuch des Museums in Xanten und eine weitere Abendveranstaltung an. Diese

wurde um zwei sehr spannende Vorträge bereichert: Der Archivar des DeutschPolnischen Freundeskreises, Dr. von Grabowski, sprach über Ärzte-Verbrechen in der Nazizeit; und Dr. Friedrich Leidinger, Arzt der Psychiatrie der LVR-Kliniken, referierte zum Thema „Brückenschläge über historische Abgründe – von der Vernichtung psychisch Kranker in Polen durch die deutschen Besatzer zum deutsch-polnischen Dialog in der Psychiatrie“. Erst im Laufe des Sonntagvormittages verließen die letzten Gäste die schöne Atmosphäre des Schlosses Krickenbeck in Nettetal. Ein Wiedersehen folgte dann auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin. Prof. Dr. Rolf Haaker

Prof. Dr. Rolf Haaker, Chefarzt der Orthopädischen Klinik am Akademischen Lehrkrankenhaus Göttingen

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Fragility Fracture Network: Vom 6. bis zum 8. September 2012 fand der erste internationale Kongress des Fragility Fracture Network (FFN) in Berlin statt.

FR AGILIT Y FR AC TURE NE T WORK

Alterstraumatologie im internationalen Vergleich Das Fragility Fracture Network (FFN) bemüht sich schwerpunktmäßig darum, den Behandlungsprozess und damit das Gesamtergebnis für ältere Patienten mit Frakturen zu optimieren. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. David Marsh (England) und Prof. Karsten Dreinhöfer (Deutschland) fand vom 6. bis zum 8. September 2012 der erste internationale Kongress des Fragility Fracture Network (FFN) in Berlin mit mehr als 300 Teilnehmern aus aller Welt statt.

Beeindruckend waren Interesse und internationale Beteiligung an dieser Tagung insbesondere aus dem englischsprachigen und nordeuropäischen Raum sowie in ansehnlicher Zahl aus Nord- und Südamerika, Australien und Asien. Deutsche orthogeriatrische Kompetenz war vergleichsweise gering vertreten. Obwohl mehr als die Hälfte der Besucher Orthopäden und Unfallchirurgen waren, reflektierte die restliche Teilnehmerstruktur den interdisziplinären Charakter der Tagung: So waren vor allem Geriater, Rehabilitationsmediziner, Osteologen und Rheumatologen neben Krankenschwestern, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten vertreten. Themenblöcke entlang der Behandlungskette beschäftigt sich mit der prä- und perioperativen Versorgung, der operativen Behandlung, sekundärer Prävention weiterer Frakturen, „Repair, Recovery

and Rehabilitation“ sowie Forschung und Lehre, zudem aber auch mit den Möglichkeiten und Problemen bei der Etablierung strukturierter – gegebenenfalls sogar sektorenübergreifender – Behandlungskonzepte. Orthogeriatrische Kooperation alternativlos Der 1st FFN Global Congress kann als international eindrückliches Up Date dafür herangezogen werden, dass die orthogeriatrische Kooperation in der Behandlung des Alterstraumas auf dem Weg einer Verbesserung des Behandlungsoutcome alternativlos ist. Für die Wirksamkeit entsprechender Initiativen und Programme stehen dafür beispielhaft die Daten der vergangenen vier Jahre aus England. Die „National Hip Fracture Database“ kann international durchaus als Vorbild für die unmittelbaren Auswirkungen eines solchen „Audits“ auf die Prozess-

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IN KÜRZE

Wir reden in diesem Text von „Orthogeriatrie“. Es handelt sich dabei um die direkte Übersetzung des im englischsprachigen Raum für diesen Versorgungsbereich verwendeten Begriffes „ortho-geriatrics“. Er bezeichnet die multidisziplinäre, sektorenübergreifende Versorgung von älteren Patienten, die unter anderem auch Frakturen erlitten haben können. Wir sind deshalb mit dem Begriff „Orthogeriatrie“ nicht ganz glücklich, verwenden ihn an dieser Stelle aber dennoch, da er vielen unserer Mitglieder aus dem Ausland bereits geläufig sein dürfte. Wir sind auf der Suche nach einem Begriff, der diesen Versorgungsbereich genauer definiert. Bis wir uns auf einen neuen verständigt haben, reden wir weiterhin von „Orthogeriatrie“. Denn wichtiger als die Begrifflichkeit ist eine inhaltliche Verbesserung der Versorgungslandschaft, für die wir uns einsetzen.

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Aus unserem Fach

qualität und teilweise auch bereits auf die Ergebnisqualität bei der Behandlung coxaler Femurfrakturen erachtet werden. Der Beitrag zur flächendeckenden Qualitätsverbesserung und zur Versorgungsforschung durch ein nationales Programm ist ungleich größer, als dies in Deutschland unter den derzeitigen politischen Rahmenbedingungen unseres Gesundheitssystems mit auf Freiwilligkeit basierenden Initiativprojekten möglich ist. Teilnahme an Database führt zu Qualitätsverbesserungen Allein mit der Teilnahme an der National Hip Fracture Database können die teilnehmenden Kliniken in England über den Verlauf von vier Jahren Verbesserungen für definierte Qualitätsindikatoren in der Breite nachweisen. Der Zeitraum bis zur Operation innerhalb von 48 Stunden wurde deutlich verkürzt, die Häufigkeit von neu aufgetretenen Dekubitalulzera gesenkt. Mehr Patienten erhalten bereits präoperativ ein geriatrisches Assessment und mit ihrer Entlassung aus der stationären Behandlung eine Osteoporosemedikation ebenso wie ein Assessment zum Sturzrisiko. Die Auswirkungen auf die 30-Tages-Mortalität sind weiter zu beobachten. Die erreichten Qualitätsverbesserungen bedingen sich multifaktoriell. Die jährliche Teilnahme an der Datensammlung führt per se bereits zu einer Sensibilisierung der Akteure für ihre Behandlungsqualität, und die inzwischen nahezu obligate orthogeriatrische Zusammenarbeit am Patienten mit verpflichtenden Standards und Behandlungsprotokollen wird wirksam. Eine in dieser Weise breit angelegte Qualitätsoffensive findet ihre Entsprechung vor Ort in einem „clinical leadership“ als Motor für kontinuierliche Verbesserungsprozesse.

„Using audit to improve care“ Die AG Alterstraumatologie der DGU war eingeladen, ihr Projekt „Auditverfahren – Kompetenz zur Steigerung von Qualität und Sicherheit in der Alterstraumatologie“ im internationalen Kontext zur Diskussion zu stellen.

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Teilnehmende Kliniken und Zentren werden bei der Umsetzung orthogeriatrisch interdisziplinärer Kooperation in der klinischen Praxis unterstützt. Die Auditierung durch Fachexperten ist dabei als konstruktive Begleitung einer kontinuierlichen Qualitätsverbesserung zu begreifen. Erfolge über den zeitlichen Verlauf sollen in Kennzahlen und Qualitätsindikatoren messbar werden. Geplant ist der Beginn mit einigen wenigen „harten“ Kennzahlen, die im Verlauf den Kliniken auch ein Benchmark untereinander erlauben. Die konsequente Zukunft liegt dann in einem Alterstraumaregister (analog Traumaregister), nicht zuletzt auch als Beitrag zur Versorgungsforschung.

Selbstverwaltung organisiertes Gesundheitswesen erlaubt. Die Notwendigkeit einer Ressourcenallokation begünstigt also offensichtlich eine nationale Versorgungsforschung, was zukünftig wohl auch für Deutschland zu erwarten sein wird. Last but not least – und auch das können wir aus dem internationalen Vergleich lernen: Nehmen wir den international gängigen Begriff der orthogeriatrischen Kooperation auch in Deutschland ernst und nutzen dieses Projekt als ein gemeinsames Ziel für ein weiteres Zusammenwachsen von Unfallchirurgie und Orthopädie auch in der Alterstraumatologie! Dr. Thomas A. Friess Prof. Dr. Karsten Dreinhöfer

„Good practice examples“ Mit diesen Zielen des Auditverfahrens erschließt sich, dass die alleinige Vergabe eines Zertifikats an die teilnehmenden Kliniken/Zentren nicht das primäre Ansinnen ist – ebenso wenig soll allzu vordergründig gezeigt werden, das zertifizierte Kliniken besser sind als solche ohne Zertifikat. Vielmehr werden die teilnehmenden Kliniken mit ihrer Qualitätsentwicklung für „good practice examples“ stehen. Trotz einer inzwischen hohen Sensibilisierung der deutschen Unfallchirurgie für das Thema Alterstraumatologie wird im internationalen Vergleich deutlich, dass strukturierte ortho-geriatrische Kooperationen bei der Behandlung des Alterstraumas in Deutschland noch jung und nicht durchgehend akzeptiert sind. Dabei werden für die internationalen Unterschiede die Relevanz von nationalen Programmen und Registern, von „Fracture Liaison“-Projekten und QMKulturen offensichtlich. Deutlich wird dabei auch, dass Deutschland – im Gegensatz zum angelsächsischen Raum – für die Altersfrakturen kaum über belastbare Daten aus der Versorgungsforschung verfügt. Länder mit entsprechenden nationalen Programmen (zum Beispiel die „National Hip Fracture Database“ in England) können auf eine bessere Datenlage zurückgreifen, als es unser dezentral und über die ärztliche

Dr. Thomas Friess, Unfallklinik mit Orthopädie und Handchirurgie, St. Clemens Hospitale Sterkrade, Oberhausen

Prof. Dr. Karsten Dreinhöfer, Charité Universitätsmedizin und Medical Park Berlin Humboldtmühle

MEHR INFOS Abstracts und Präsentationen des 1st FFN Global Congress finden sich unter: www.ffn-congress.com Der 2. Kongress findet erneut in Berlin vom 29. bis 31. August 2013 statt und sollte diesmal sicherlich auch durch eine verstärkte deutsche Beteiligung an Bedeutung gewinnen.

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Aus unserem Fach

V E R E I N I G U N G D E R B AY E R I S C H E N C H I R U R G E N

Foto: VBC

Faszination Chirurgie erleben VBC-Ehrenmitgliedschaft für Prof. Tscherne: Prof. Michael Nerlich überreicht Prof. Tscherne die Urkunde über die Ehrenmitgliedschaft der Vereinigung der Bayerischen Chirurgen. Prof. Tim Pohlemann (Homburg) hob in seiner Laudatio die außergewöhnlichen Leistungen des ersten Lehrstuhlinhabers für Unfallchirurgie in Deutschland, „einem Motor und Schrittmacher der Deutschen Unfallchirurgie“, heraus – 13 Lehrstuhlinhaber, 55 Chefärzte und über 1.100 Publikationen kamen aus dem 30-jährigen Wirken von Herrn Prof. Tscherne hervor. Prof. Tscherne hat die European Trauma Society (ETS) gegründet und ist Träger des Verdienstkreuzes der 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland.

Kernpunkte wie die Förderung des Nachwuchses speziell für Schüler bzw. Studenten im Rahmen von Sessions und Wettbewerben, Integration der Frauen in das Berufsfeld der Chirurgie in Form einer Podiumsdiskussion unter der hochkarätigen Leitung von Dr. Astrid Bühren (Vorstandsmitglied im Hartmannbund), Prof. Dr. Beate Hanson (AO-Forschungs-

Die 89. Jahrestagung der Vereinigung der Bayerischen Chirurgen (VBC) fand vom 25. bis 27. Juli 2012 in Regensburg unter dem Motto „Ratio et emotio in chirurgia“ statt. 1.200 Besucher nahmen daran teil. Neben den regulären wissenschaftlichen Sitzungen in drei Parallel-Sessions wurden erstmals durchgehende Live-OP-Präsentationen aller beteiligten Fachrichtungen angeboten.

institut), Prof. Dr. Christiane Bruns (leitende Oberärztin, LMU München), Prof. Dr. Susanne Modrow (Frauenbeauftragte an der Universität Regensburg) nebst Chirurginnen aus dem Universitätsklinikum und Prof. Dr. Hartwig Bauer (Generalsekretär der Dt. Gesellschaft für Chirurgie a.D.) fesselten die Zuhörer. Zudem war es Prof. Michael Nerlich gelungen,

den gesamten AO-Playground, drei AO Skill-Stations als auch den Homburger Beckensimulator nach Regensburg zu holen. Workshops, die unter dem Motto „Chiurgischer Fitness-Parcours“ standen, und Laparoskopietrainer rundeten nicht nur das Programm ab, sondern gaben Ansporn zum mit Preisen dotierten Wettbewerb unter Ärzten, Schülern und Studenten. Dass Chirurgie nicht durch Ratio, sondern vor allem durch Emotio lebt und getragen wird, dass wir alle wegen der Faszination Chirurgie diesen Beruf gewählt haben, dass wir den „Flow“ – das vollständige Aufgehen in der operativen Tätigkeit – lieben, dies konnte der Kongress, gekrönt von der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft des VBC für Herrn Prof. Dr. Hartmut Tscherne, vermitteln. Prof. Dr. Michael Nerlich Dr. Antonio Ernstberger

Erstmals fanden Live-OPs statt. Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

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KÜNDIGUNG

Foto: Fotolia

Ein Leben lang Chefarzt? Einmal Chefarzt – immer Chefarzt: Diese vermeintliche Sicherheit gibt es nicht mehr, da Chefärzte und Klinikdirektoren zunehmend wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unterliegen. Konflikte scheinen dabei vorprogrammiert.

Mit der Bestellung zum Direktor oder Leiter einer klinischen Abteilung eines Universitätsklinikums oder eines Krankenhauses haben leitende Ärztinnen und Ärzte in aller Regel den Zenit ihrer beruflichen Karriere erreicht. Sie gehören damit zugleich zu einer Berufsgruppe von Führungspersönlichkeiten, die nach der Ärztestatistik der Bundesärztekammer derzeit etwa 10.000 Ärztinnen und Ärzte in Deutschland umfasst. Unter Berücksichtigung der verschiedenen ärztlichen Fachgebiete ist der Markt für potenzielle Bewerber allerdings weitaus geringer, da es in manchen (kleinen) Fächern nur wenige freie oder frei werdende Positionen gibt. Man könnte also meinen, dass Chefärzte mit Erreichen ihrer jeweiligen Führungsposition ein zwar verantwortungsvolles und in jeder Hinsicht arbeitsreiches, aber doch auch sicheres Tätigkeitsfeld und ein ebenso gutes berufliches Auskommen haben. Lange ist in Deutschland die Chefarztposition daher zu Recht auch als Lebens(zeit)stellung angesehen worden, was besonders darin zum Ausdruck kam, dass eine Kündigung des Chefarztes nach Ablauf der Probezeit seitens des Krankenhausträgers nur noch aus wichtigem Grund möglich war. Heute haben sich die Verhältnisse geändert. Das Thema Kündigung und die Sicherung des Arbeitsplatzes werden nun auch für Chefärzte mehr und mehr relevant: In den vergangenen Wochen erfuhr ein Urteil des Hessischen Landesarbeitsgerichts Frankfurt (LAG) aus dem Jahre 1989 neues Interesse. Obwohl die Entscheidung 23 Jahre alt ist, hat sie dennoch nichts an Aktualität und grundsätzlicher Bedeutung eingebüßt. Das Krankenhaus hatte einem Chefarzt wegen eines drastischen Belegungsrückgangs seiner Abteilung und der damit einhergehenden wirtschaftlichen Einbußen gekündigt. Das LAG Frankfurt hatte die Kündigung zum damaligen Zeitpunkt eingedenk der vertraglich vereinbarten Regelungen für unwirksam erklärt. Ob diese Entscheidung nach den Maßgaben des Muster-Chefarztvertrages der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) auch heute noch so ergehen würde, darf man mit Fug und Recht bezweifeln. Das nach wie vor große Interesse am Thema Chefarzt-Kündigung soll daher zum Anlass genommen werden, einen Überblick über die wichtigsten und zum Teil überraschenden gerichtlichen Entscheidungen der letzten Jahre zu geben und auf die praktische Relevanz hinzuweisen.

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Wider der landläufigen Meinung sind Chefärzte vor Kündigungen nicht sicher – dies belegen einige überraschende gerichtliche Entscheidungen der vergangenen Jahre. Ein Überblick.

Die Kündigungsvoraussetzungen An Universitätskliniken tätige, verbeamtete Chefärzte (Klinikdirektoren) genießen in der Regel den Vorzug einer Lebenszeitverbeamtung. Eine (vorzeitige) Entlassung eines solchen Beamten aus dem aktiven Dienst ist nur in dringenden, außergewöhnlichen Fällen möglich. Wie aber der Beschluss des Verwaltungsgerichtshofes Mannheim vom 24. April 2009 (S 9 603/09) zur Kündigung einer mit einem medizinischen Hochschullehrer abgeschlossenen Berufungsvereinbarung und das Urteil des Landesgerichts Essen vom 12. März 2010 (1 StR 692/10) zur Strafbarkeit eines auf Lebenszeit verbeamteten Klinikdirektors wegen verschiedener vermögensrechtlicher Straftaten noch in jüngster Zeit deutlich gemacht haben, gibt es solche Entlassungen von verbeamteten Klinikdirektoren aus dem Beamtenverhältnis bei außergewöhnlichen Pflichtverletzungen heute immer noch. Wer sich aber nichts Vergleichbares zu Schulden kommen lässt, genießt als Klinikdirektor im Beamtenverhältnis – kündigungsrechtlich gesehen – ein ruhiges Leben. Anders sieht dies bei angestellten Klinikdirektoren und Chefärzten aus: Auch Chefärzte an Hochschulkliniken werden heute in aller Regel nicht mehr in ein Beamtenverhältnis auf Lebenszeit berufen, sondern bei der jeweiligen Hochschule oder dem Universitätsklinikum angestellt. Nach den Beamtengesetzen der Länder sollen Professorinnen und Professoren im Fachbereich Medizin regelmäßig in einem privatrechtlichen Dienstverhältnis beschäftigt werden (vgl. zum Beispiel § 49 Abs. 2 LBG NW). Mit diesen nunmehr in fast allen Bundesländern gehandhabten Veränderungen ist der sattelfeste Kündigungsschutz verbeamteter Chefärzte nicht mehr gegeben; vielmehr richtet sich der Kündigungsschutz medizinischer Hochschullehrer an universitären Einrichtungen weitgehend nach den Voraussetzungen, die auch bei angestellten Chefärzten kommunaler oder privater Krankenhäuser gelten. Ferner ist entgegen eines langläufigen Irrglaubens zu bedenken, dass angestellte Klinikdirektoren und Chefärzte nicht zur Gruppe der Leitenden Angestellten im betriebsverfassungsrechtlichen Sinne zählen. Zwar fallen wie Leitende Angestellte auch die Chefärzte nicht unter die Regelungen des Arbeitszeitgesetzes und können daher unbegrenzt viel arbeiten; allerdings ist mittlerweile in der arbeitsrechtlichen Rechtsprechung und Literatur anerkannt, dass Chefärzte keine eigene Personal- und Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


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unternehmerische Entscheidungskompetenz besitzen, sondern regelmäßig nur Vorschlagsrechte geltend machen können. Daher gehören sie nicht zur Gruppe der Leitenden Angestellten im betriebsverfassungs- und kündigungsschutzrechtlichen Sinne. Sie genießen daher den besonderen Kündigungsschutz des Kündigungsschutzgesetzes. Hiervon ausgehend bedarf jede Kündigung einer sozialen Rechtfertigung. Diese kann aus personen-, verhaltens- oder betriebsbedingten Gründen vorliegen. Auch dem Chefarzt, dessen ordentliche, das heißt fristgebundene Kündigung vertraglich ausgeschlossen ist, kann aus wichtigem Grund außerordentlich gekündigt werden. Für die besonders relevante verhaltensbedingte Kündigung ist dabei neben einem Kündigungsgrund, der in einer erheblichen Vertragsverletzung oder einem Verstoß gegen berechtigte Weisungen des Arbeitgebers liegen kann, grundsätzlich auch eine vorangegangene Abmahnung erforderlich. Denn der Zweck der verhaltensbedingten Kündigung ist in erster Linie nicht die Sanktion für eine Vertragspflichtverletzung, sondern die Vermeidung des Risikos weiterer erheblicher Pflichtverstöße. Dies erfordert die negative Prognose, dass sich der Arbeitnehmer trotz Kündigungsandrohung auch künftig in gleicher oder ähnlicher Weise verhalten werde. Sowohl bei verhaltensbedingter als auch bei der Kündigung aus Gründen in der Person des Chefarztes ist zudem immer eine Interessenabwägung zwischen dem Bestandsinteresse des Chefarztes an der Fortführung des Arbeitsverhältnisses einerseits und dem Kündigungsinteresse des Arbeitgebers andererseits vorzunehmen. Dabei spielen regelmäßig das Ausmaß des Verstoßes, die Qualität der Arbeit des Chefarztes im Übrigen, die Dauer der Betriebszugehörigkeit, sein Alter, Chancen auf dem Arbeitsmarkt, sozialer und familiärer Hintergrund etc. eine mitentscheidende Rolle für oder gegen die Rechtmäßigkeit einer Kündigung. Einzelfälle Nachstehend werden aus der arbeitsrechtlichen Rechtsprechung Einzelfälle dargestellt, die stellvertretend die mittlerweile gestiegenen Risiken für Chefärzte in ihren Dienstverhältnissen aufzeigen sollen. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass jeder gerichtlichen Entscheidung, auch den nachfolgend dargestellten, stets ein individueller Sachverhalt zu Grunde liegt. Sowohl die tatsächlichen Umstände als auch die rechtlichen, insbesondere vertraglichen und/oder tarifvertraglichen, Grundlagen sind oftmals sehr unterschiedlich und können im Einzelfall zu einer abweichenden rechtlichen Beurteilung vermeintlich ähnlich gelagerter Fallkonstellationen führen. Daher dient die Darstellung der nachstehenden Einzelfälle nur der exemplarischen Anschauung: Unzulässige Kündigung wegen schlechter Belegungsrate (Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 21. Dezember 1989 – 12 Sa 568/89) In dem eingangs erwähnten Fall des LAG Frankfurt/Main hatte ein Krankenhausträger dem Chefarzt der Frauenklinik wegen des erheblichen Rückgangs der Belegung und unter Berufung auf das Wirtschaftlichkeitsgebot gekündigt und sich dabei auf ein Gutachten berufen, wonach andere Ursachen als das Verhalten des Chefarztes für den Belegungsrückgang nicht in Betracht kamen. Der Dienstvertrag des Chefarztes enthielt die übliche Klausel, wonach er auf eine ausreichende Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

Belegung hinzuwirken habe. Das LAG erklärte die Kündigung für unwirksam, da keine konkreten und nachweisbaren Verstöße des Chefarztes vorgetragen worden waren. Darüber hinaus fehlte es an einer vorherigen Abmahnung des Chefarztes. Ergänzende Hinweise: In zahlreichen Chefarztverträgen findet sich die Formulierung, dass der Chefarzt auf eine ausreichende Belegung hinzuwirken und dazu geeignete Maßnahmen wie kollegiale Kontakte zu niedergelassenen Ärzten, Vorträge für Patienten etc. zu ergreifen hat. Er wird damit aber nicht zu einem bestimmten Erfolg, sondern nur zu erfolgsorientiertem Arbeiten verpflichtet. Das LAG hat zutreffend entschieden, dass allein aufgrund des Ausbleibens eines Erfolgs nicht auf ein pflichtwidriges Verhalten des Chefarztes geschlossen werden kann. Konkrete Nachweise sind auch erforderlich, um dem Chefarzt überhaupt das beanstandete Verhalten vor Augen führen und ihn gegebenenfalls abmahnen zu können. Sofern der Chefarzt jedoch beharrlich die in seinen Dienstaufgaben festgeschriebenen Aktivitäten unterlässt, die einer guten Belegung seiner Abteilung dienen, kommt durchaus – nach vorheriger Abmahnung – eine Kündigung in Betracht. Unzulässige Kündigung wegen Zweitehe des Chefarztes einer katholischen Klinik (Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 8. September 2011 – 2 AZR 543/10) In einem bemerkenswerten Urteil aus dem Jahre 2011 erklärte das BAG die Kündigung eines Chefarztes einer katholischen Klinik für unzulässig, der Jahre nach der Scheidung von seiner ersten Ehefrau seine neue Lebensgefährtin standesamtlich geheiratet hatte, nachdem er mit ihr bereits seit zwei Jahren in nichtehelicher Lebensgemeinschaft zusammengelebt hatte. Seinem Dienstvertrag waren ausdrücklich die Grundsätze der katholischen Glaubens- und Sittenlehre zugrunde gelegt worden. Dabei waren insbesondere die Wiederheirat und das Leben in nichtehelicher Lebensgemeinschaft als mögliche Kündigungsgründe genannt. Das BAG entschied in dem Fall zweierlei: Zum einen bekräftigte es zwar das verfassungsrechtlich garantierte Selbstbestimmungsrecht der Kirchen, welches ihnen erlaubt, selbst festlegen zu können, welches Verhalten einen schwerwiegenden Loyalitätsverstoß und damit möglichen Kündigungsgrund darstellt. Andererseits betonte das BAG auch, dass dieses Recht nicht grenzenlos ausgeübt werden dürfe: Auch die kirchlichen Arbeitgeber seien zu einer umfassenden Interessenabwägung verpflichtet. Diese fiel eindeutig zu Gunsten des Chefarztes aus: Zum einen wusste der Krankenhausträger bereits seit Jahren von der nichtehelichen Lebensgemeinschaft, die als solche bereits Kündigungsgrund gewesen wäre; zum anderen wartete er auch noch mehrere Monate nach der Heirat, bis die Kündigung erfolgte. Aus diesem Grund bewertete das BAG das Bestandsinteresse des Chefarztes höher als das Kündigungsinteresse des Krankenhausträgers. Ergänzende Hinweise: Nur der Staat beschäftigt in Deutschland mehr Arbeitnehmer als die Kirchen. Daher weist das Urteil des BAG vom 8. September 2011 eine große praktische Relevanz auf. Zwar gilt unverändert das Recht der Kirchen, ihre Loyalitätspflichten und damit potenzielle Kündigungsgründe selbst zu bestimmen. Kündigungen wegen Wiederheirat sind also weiterhin grundsätzlich möglich. Durch das Urteil des BAG wird den Arbeitnehmern jedoch eine gewisse Rechtssicher-

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heit in die Hand gegeben, indem die kirchlichen Arbeitgeber zur umfassenden Interessenabwägung verpflichtet werden. In der Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse ist niedergelegt, welche kirchlichen Maßstäbe für die Bewertung vertraglicher Loyalitätspflichten zu Grunde zu legen sind und welche Schwere dem jeweiligen Loyalitätsverstoß zukommt. Diese „Grundregeln“ kirchlichen Lebens sind auch von Chefärzten in konfessionell getragenen Krankenhäusern zu beachten. Unzulässige Kündigung nach grobem Behandlungsfehler (LAG Düsseldorf, Urteil vom 17. März 1998 – 16 Sa 632/96) Ein Krankenhausträger hatte einem Chefarzt fristlos gekündigt, der durch (nachgewiesenen) groben Behandlungsfehler bei einer Entbindung den Tod eines Neugeborenen verursacht hatte. Das LAG erklärte die Kündigung für unzulässig, da ein einmaliges, wenn auch schwerwiegendes Versagen nicht ausreiche, auch wenn das gegenseitige Vertrauen dadurch Einbußen erlitten habe. Ergänzende Hinweise: Die Frage, ob ein Behandlungsfehler die Kündigung nach sich ziehen kann, ist naturgemäß für viele Chefärzte interessant. Erforderlich ist dafür nach der Rechtsprechung in jedem Fall ein schwerwiegender Fehler. Die Interessenabwägung wird aber bei einem einmaligen Vorfall regelmäßig zugunsten des Chefarztes ausfallen müssen. Dies bedeutet aber auch, dass bei wiederholten Behandlungsfehlern eine Kündigung durchaus in Betracht kommen kann. Zulässige Kündigung wegen unterlassener DRG-Codierung (Sächsisches LAG, Urteil vom 1. Dezember 2010 – 2 Sa 56/10) Ein Krankenhausträger hatte dem Chefarzt der chirurgischen Abteilung gekündigt, nachdem dieser es mehrfach unterlassen und nicht nachgeholt hatte, Operationen ausreichend zu dokumentieren und die entsprechende DRG-Codierung vorzunehmen. Sein Dienstvertrag enthielt die gängige Klausel, wonach er für eine vollständige und richtige Codierung und Dokumentation der Diagnosen und Prozeduren nach Maßgabe der jeweiligen Codier-Richtlinie verantwortlich ist. Die Lücken waren jeweils durch das Medizincontrolling entdeckt und der Chefarzt daraufhin abgemahnt worden. Da es anschließend erneut zu Versäumnissen bei der Dokumentation gekommen war, bestätigte das LAG eine negative Prognose und erklärte die Kündigung für wirksam. Ergänzende Hinweise: Das Urteil des LAG zeigt in diesem Einzelfall anschaulich, dass die vertraglich übernommenen Pflichten konsequent und sorgfältig erfüllt werden müssen. Gerade bei der DRG-Codierung sollte darauf geachtet werden, diese stets unmittelbar nach der Operation vorzunehmen und auch entsprechende interne Anweisungen an das nachgeordnete Personal zu erteilen. Dies gilt umso mehr, als das Urteil ebenfalls aufzeigt, wie wenig vorhersehbar die Interessenabwägung ausfallen kann: So verwundert es doch, dass die Kündigung im vorliegenden Fall trotz der 15-jährigen Betriebszugehörigkeit des Chefarztes und seines Alters von 55 Jahren bei ansonsten untadeliger fachlicher Leistung zulasten des Chefarztes ging. Sicher wird es sich hier um eine Ausnahmeentscheidung handeln, bei der möglicherweise ganz andere Umstände im

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Hintergrund Auslöser für die Kündigung waren; die Entscheidung zeigt aber anschaulich, dass gerade die für den Krankenhausträger oftmals auch in wirtschaftlicher Hinsicht wichtige Dokumentation aller Vorgänge eine besondere Bedeutung hat. Nachlässigkeiten werden in diesem Zusammenhang oftmals bitter bestraft. Zulässige Kündigung wegen Verschweigens einer Straftat (Hessisches LAG, Urteil vom 5. Dezember 2011 – 7 Sa 524/11) Für wirksam erachtet hat das Hessische LAG die Kündigung eines Chefarztes für Gynäkologie und Geburtshilfe, der seinem Arbeitgeber ein gegen ihn gerichtetes Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung eines Neugeborenen durch einen verspätet eingeleiteten Kaiserschnitt im Jahre 2002 verschwiegen hatte. Bei seiner Einstellung im Jahr 2009 unterzeichnete er den Dienstvertrag, nach dem er ausdrücklich verpflichtet war, Untersuchungen der Staatsanwaltschaft oder Polizei unverzüglich zu melden. Darüber hinaus erklärte er schriftlich, dass keine Straf- oder Ermittlungsverfahren gegen ihn anhängig seien und verpflichtete sich, von jedem Straf- oder Ermittlungsverfahren und jeder Verurteilung Mitteilung zu machen. Dennoch musste sein Arbeitgeber schließlich aus der Presse erfahren, dass der Chefarzt zu einer Geldstrafe verurteilt worden war. Spätestens nach Erhalt der Ladung zur Hauptverhandlung aber hätte nach Ansicht der Richter der Chefarzt den Sachverhalt melden müssen. Ergänzende Hinweise: Die ohne weiteres nachvollziehbare Entscheidung zeigt, dass nicht nur die Begehung, sondern auch das Verschweigen einer begangenen Straftat die Kündigung nach sich ziehen kann. Ausschlaggebend war hier insbesondere, dass die Tat in unmittelbarem Zusammenhang mit der ärztlichen Tätigkeit des Chefarztes stand. Erschwerend wirkte sich zudem aus, dass der Verstoß gegen die Mitteilungspflicht als besonders hoch einzustufen war, da der Arbeitgeber ausweislich der Formulierungen des Dienstvertrages offenkundig dem guten Leumund seines (insbesondere leitenden) Personals einen hohen Stellenwert einräumte und der Chefarzt darüber hinaus extra eine Verpflichtungserklärung abgegeben hatte. Unzulässige Kündigung wegen Bestechlichkeitsverdachts (Arbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 6. April 2011 – 14 Ca 8029/10) Ein Krankenhausträger kündigte einem seiner Chefärzte wegen des Verdachts, „Schmiergelder“ entgegengenommen zu haben. Der Chefarzt soll einem Bauunternehmer dazu verholfen haben, den Auftrag für einen Klinikneubau zu erhalten und dafür über eine Million Euro erhalten haben. Dass das Arbeitsgericht die Kündigung als unwirksam erachtete, lag allerdings weniger daran, dass das Verhalten des Chefarztes keinen ausreichenden Kündigungsgrund lieferte. Vielmehr war die erforderliche Anhörung der Mitarbeitervertretung zur Vorbereitung der Kündigung nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden. So hatte der Krankenhausträger einige entlastende Tatsachen nicht vorgetragen. Ferner hatte er das Arbeitsverhältnis mit dem Chefarzt noch nach Bekanntwerden des Verdachts und Einleitung eines Ermittlungsverfahrens einige Zeit lang einvernehmlich fortgesetzt, so dass sein Kündigungsinteresse als nachrangig bewertet wurde.

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Ergänzende Hinweise: Dieses Urteil zeigt ebenfalls, dass auch bei Vorliegen eines Kündigungsgrundes immer eine Einzelfallbetrachtung erforderlich ist und eine umfassende Interessenabwägung vorzunehmen ist. Bei Straftaten mit wirtschaftlichen Auswirkungen (zum Beispiel wegen Abrechnungsbetrugs, Bestechlichkeit, Vorteilsnahme oder bei Verstoß gegen die persönliche Leistungserbringungspflicht) ist aber grundsätzlich die Kündigung zulässig. Die Strafbarkeitsrisiken des Abrechnungsbetruges sind mit der jüngsten Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 25. Januar 2012 (1 StR 45/11) erheblich gestiegen; der BGH lässt für den Eintritt eines Betrugsschadens den Verstoß gegen Abrechnungsvorschriften ausreichen (sogenannter normativer Schadensbegriff). Eine Verurteilung wegen Abrechnungsbetrugs beim Verstoß gegen den Grundsatz der persönlichen Leistungserbringung bei der persönlichen Ermächtigung nach § 116 SGB V oder bei der bewusst fehlerhaften Abrechnung privatärztlicher Leistungen ist daher viel eher möglich als früher. Zugleich kann dies zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen bis hin zu einer berechtigten Kündigung führen. Budgetüberschreitung für Notfalloperationen zulässig (Arbeitsgericht Gelsenkirchen, Beschluss vom 20. Dezember 1996 – 1 Ga 45/96) Ein etwas zurückliegender, aber nicht weniger aktueller Beschluss des Arbeitsgerichts Gelsenkirchen zeigt, dass der Chefarzt nicht jeder Weisung des Krankenhausträgers unterworfen ist. Der Chefarzt einer chirurgischen Abteilung hatte vom Krankenhausträger die Anweisung erhalten, vor dem Hintergrund von Budget-Überschreitungen vorerst keine Implantat-Operationen mehr durchzuführen. Der Chefarzt verlangte daraufhin, zumindest in Notfällen solche Eingriffe durchführen zu dürfen. Das Arbeitsgericht gab dem Chefarzt Recht mit der Begründung, dass die ihm allein zustehende Therapiefreiheit nicht von haushaltsrechtlichen Erwägungen abhängig gemacht werden dürfe. Ergänzende Hinweise: Zwar ging es in dem Verfahren nicht um eine Kündigung, jedoch lässt sich aus den Ausführungen des Arbeitsgerichts ableiten, dass eine Kündigung wegen einer Nichtbefolgung von unzulässigen Weisungen des Arbeitgebers in aller Regel nicht zulässig wäre. Kündigungsgrund kann immer nur der Verstoß gegen berechtigte Weisungen sein. Kündigung wegen sonstiger Vertragspflichtverletzungen Die dargestellten Urteile geben einen Überblick über mögliche Kündigungsgründe von Chefarztverträgen und zeigen Fallbeispiele auf. Grundsätzlich kommt eine Kündigung aber immer dann in Betracht, wenn ein (beharrlicher) Verstoß gegen vertraglich auferlegte Pflichten vorliegt. Mögliche Kündigungsgründe können daher auch

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die Verletzung vertraglich geschuldeter Organisationspflichten, die unterbliebene Anzeige einer Nebentätigkeit, die fehlerhafte Meldung der Liquidationserlöse, das Unterlassen der Aus- bzw. Weiterbildung des nachgeordneten Personals, ein Verstoß gegen die Pflicht zur wirtschaftlichen Haushaltsführung,

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die Verweigerung an der Mitwirkung an einem indizierten Schwangerschaftsabbruch alle in der Person des Chefarztes liegende Gründe (Krankheit, Trunksucht etc.) oder auch „Mobbing“ etc. sein.

Voraussetzung für die Wirksamkeit einer Kündigung ist jedoch immer, dass das vorgeworfene Verhalten konkretisiert und nachweisbar ist, da auch nur dann eine zunächst regelmäßig erforderliche Abmahnung ausgesprochen werden kann. Schlussfolgerungen Die dargestellten Einzelfälle zeigen, dass sich das Berufsbild des Chefarztes mit Lebensstellung in der heutigen Zeit verändert hat. Chefärzte kommunaler und kirchlicher Träger und Klinikdirektoren universitärer Einrichtungen unterliegen mehr und mehr dem Diktat wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Diese beeinflussen ihrerseits die medizinische und ärztliche Entscheidungsfreiheit. Damit werden zwangsläufig Konflikte aufgebaut, die es früher in Zeiten einer ungebremsten Ausgabenpolitik nicht – jedenfalls nicht in diesem Maße – gegeben hat. Auch die Entwicklung des Chefarztvertragsrechts macht deutlich, dass der Pflichtenkatalog der Chefärzte gegenüber früheren Regelungen erheblich angestiegen ist. Daher kommt es zwangsläufig zu einer höheren Verfehlungsrate, die arbeitsrechtliche Maßnahmen nach sich ziehen kann. Im Einzelfall kommt es aber nach wie vor für die Beurteilung der Wirksamkeit der Kündigung nicht nur auf das Vorliegen eines handfesten Kündigungsgrundes an. Es ist auch eine sorgfältige Interessenabwägung zwischen dem Interesse des Chefarztes einerseits und dem des Arbeitgebers andererseits vorzunehmen. Das Erfordernis dieser Interessenabwägung zeigt, dass die dargestellten Urteile selten allgemeingültigen oder generellen Charakter haben. Es kommt daher immer auf den konkreten Einzelfall und auch auf die in der Person des Chefarztes begründeten Umstände an. Dennoch verschaffen die Entscheidungen einen guten Überblick über die Tendenzen der Rechtsprechung bei der Beantwortung der Frage, was der Chefarzt „darf“ und was er besser unterlassen sollte. Grundsätzlich gilt daher: Jeder Chefarzt sollte seinen Vertrag und die darin enthaltenen Verpflichtungen gut kennen und bei Unklarheiten das Gespräch mit seinem Arbeitgeber suchen und gegebenenfalls nachverhandeln, um so von vornherein Auseinandersetzungen über seine Verpflichtungen zu vermeiden. RA Dr. Albrecht Wienke

RA Dr. Albrecht Wienke, Kanzlei Wienke & Becker, Köln. Kontakt: AWienke@ kanzlei-WBK.de

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HONORARÄRZTE

Neue Fallen tun sich auf Die Tätigkeit von Honorarärzten im Krankenhaus ist ab 2013 legalisiert. Umfassende Rechtssicherheit besteht jedoch nicht. Wahlärztliche Leistungen dürfen sie zum Beispiel nicht erbringen. Auch hinsichtlich der Sozialversicherungspflicht und des Mitbestimmungsrechts können Probleme auftreten. Ganz zu schweigen von der Frage, welches Honorar angemessen ist. Im Zuge der letzten Gesundheitsreform hatte der Gesetzgeber mit dem Versorgungsstrukturgesetz bereits Klarstellungen zum Einsatz von Honorarärzten in Krankenhäusern vorgenommen. Danach können seit dem 1. Januar 2012 ambulant durchführbare Operationen im Krankenhaus auch auf der Grundlage vertraglicher Kooperationen des Krankenhauses mit niedergelassenen Vertragsärzten erfolgen. Zudem dürfen vorund nachstationäre Krankenhausleistungen ebenfalls von niedergelassenen, nicht am Krankenhaus angestellten Ärzten im Krankenhaus oder in der Arztpraxis selbst erbracht werden.

die fachlichen Anforderungen und Nachweispflichten in dem Umfang erfüllen, wie sie auch für das ärztliche Krankenhauspersonal bestehen. Diese Sicherstellung erstreckt sich zum Beispiel auf die Facharztqualifikation für den jeweiligen Tätigkeitsbereich, das Vorliegen von Fortbildungszertifikaten der Ärztekammern, die Durchführung einer Einweisung gemäß Medizinprodukte-Betreiberverordnung, die regelmäßige Teilnahme an Maßnahmen des Risikomanagements (zum Beispiel CIRS), Kenntnisse der Standard- sowie der Notfallabläufe im Krankenhaus und Kenntnisse von internen Dienstanweisungen etc.

Darüber hinaus hatte sich zu Beginn des Jahres 2012 bereits eine weitere Änderung des Krankenhausentgeltgesetzes abgezeichnet, mit der auch die stationäre Tätigkeit von Honorarärzten legalisiert werden soll. Diese Absichten sind nun durch entsprechende positive Beschlüsse des Bundestags und des Bundesrats umgesetzt worden.

Der Gesetzgeber weist in der Begründung zu den Neuregelungen darauf hin, dass die Durchführung und Vergütung von allgemeinen Krankenhausleistungen nicht vom Status des ärztlichen Personals im Krankenhaus (Beamten- oder Angestelltenverhältnis oder sonstige Vertragsbeziehung) abhängen dürfe. Die gesetzlichen Vorgaben für Krankenhäuser in § 107 Absatz 1 SGB V, jederzeit verfügbares ärztliches Personal vorzuhalten, seien statusneutral; es sei daher nicht geboten, allgemeine Krankenhausleistungen nur durch fest angestellte Ärztinnen und Ärzte erbringen zu lassen. Hinzu komme, dass die Versorgungsrealität, insbesondere in strukturell benachteiligten Räumen von

Voll- und teilstationäre Krankenhausleistungen

Längst überfällige Klarstellung Die Neuregelungen beinhalten eine längst überfällige gesetzliche Klarstellung einer bislang rechtlich sehr strittigen Situation. Honorarärzte treten gleichzeitig aus einer rechtlichen Grauzone heraus und unterliegen in Bezug auf Kooperationen mit Krankenhäusern zukünftig nicht mehr den mancherorts vorschnell geäußerten Korruptionsvorwürfen. Die Neuregelungen treten am 1. Januar 2013 in Kraft. Soweit – so gut. Aber: Indes ist fraglich, ob diese gesetzlichen Neuregelungen ausreichen, um beim Thema stationäre Leistungen von Honorarärzten im Krankenhaus wirklich umfassende Rechtssicherheit herzustellen. Zu bedenken ist nämlich, dass die Tätigkeit von nicht am Krankenhaus fest angestellten niedergelassenen Ärzten weitere Rechtsfragen aufwirft, die mit den neuen gesetzlichen Regelungen nicht zufriedenstellend beantwortet oder gelöst werden. Ganz im Gegenteil: Stationäre privatärztliche Leistungen

Zu nennen ist hier zunächst das ProDanach können zukünftig voll- und teilblem, dass wahlärztliche, also stationäre stationäre Krankenhausleistungen auch privatärztliche Leistungen (sogenannte durch nicht fest am Krankenhaus anChefarztbehandlung) nach § 17 Absatz 3 gestellte Ärztinnen und Ärzte erbracht des Krankenhausentwerden. Dabei hat geltgesetzes (KHEntG) das Krankenhaus nur von angestellten sicherzustellen – so Wer sichergehen will und eine engere Kooperation mit oder beamteten Ärzten der Wortlaut der einem Krankenhausträger anstrebt, sollte sich als niederdes Krankenhauses erNeuregelung weiter gelassener Arzt im Rahmen eines sozialversicherungspflichtibracht werden dürfen. –, dass die nicht im Honorarärzte, die nach Krankenhaus fest gen Teilzeitanstellungsverhältnisses beschäftigen lassen. der Neuregelung ausangestellten Ärztindrücklich nicht fest am nen und Ärzte für ihre Tätigkeit im Krankenhaus die glei- Flächenländern, flexible Möglichkeiten Krankenhaus angestellte Ärzte sind, sind chen Anforderungen erfüllen, wie sie der Zusammenarbeit von Krankenhäusern weder Beamte noch am Krankenhaus anauch für fest im Krankenhaus angestellte mit niedergelassenen Ärzten erfordere, gestellt, so dass die Voraussetzungen für Ärztinnen und Ärzte gelten. Damit soll um eine ordnungsgemäße Patienten- die Durchführung und Abrechnung wahlärztlicher Leistungen ersichtlich nicht gegewährleistet werden, dass Honorarärzte versorgung sicherzustellen.

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geben sind. Zu berücksichtigen ist ferner einem Weisungsrecht des Arbeitsgebers te an den jeweiligen Krankenhausträger in diesem Zusammenhang, dass Honorar- unterliegt. Selbstständig ist demgegen- verbergen. Die Zuweisung von Patienten gegen Entgelt ist aber ärzte auch nicht auf sowohl in berufsVeranlassung liquidatirechtlicher als auch onsberechtigter andeHonorarärzte treten aus einer rechtlichen Grauzone heraus in vertragsarztrechtlirer Krankenhausärzte, und unterliegen in Bezug auf Kooperationen mit Krankencher Hinsicht unzulässondern unmittelbar häusern zukünftig nicht mehr den mancherorts vorschnell sig. Bei der Gestaltung im Auftrage des jeweider Vergütungshöhe ligen Krankenhausträgeäußerten Korruptionsvorwürfen. ist daher auf einen gers tätig werden. Die Vergleichsmaßstab Voraussetzungen des § 17 Abs. 3 des Krankenhausentgeltgeset- über derjenige, der im Wesentlichen frei mit den übrigen am jeweiligen Krankenzes zur Abrechnung wahlärztlicher statio- seine Tätigkeit gestalten und seine Ar- haus beschäftigten Ärztinnen und Ärzte närer Leistungen liegen demnach bei der beitszeit bestimmen kann. Müssen sich zu achten. Leistungserbringung durch Honorarärzte, danach Honorarärzte so stark in das bedie nicht am Krankenhaus angestellt sind, stehende Organisations- und Arbeitsum- Die aufgezeigten Probleme machen deutnicht vor. Dies bedeutet, dass eine Chef- feld des jeweiligen Krankenhausträgers lich, dass die Tätigkeit von Honorarärzten arztbehandlung und Abrechnung sol- bzw. der jeweiligen Abteilung einglie- im Krankenhaus auch durch die zum Jahcher Leistungen bei Leistungserbringung dern, dass sie ihre Tätigkeit – wie andere resbeginn 2013 in Kraft tretenden Neudurch Honorarärzte nicht möglich ist. angestellte Ärzte des Krankenhausträ- regelungen längst nicht geklärt ist. Wer Hier hätte der Gesetzgeber im Zuge der gers auch – insbesondere in zeitlicher, sichergehen will und eine engere KoNeuregelungen ebenfalls eine Ergänzung räumlicher und tatsächlicher Hinsicht operation mit einem Krankenhausträger von § 17 Abs. 3 des Krankenhausentgelt- erbringen, spricht Einiges dafür, dass sol- anstrebt, sollte sich als niedergelassener gesetzes vornehmen müssen, was er of- che Honorarärzte in Wahrheit als abhän- Arzt im Rahmen eines sozialversichegig beschäftige weisungsunterworfene rungspflichtigen Teilzeitanstellungsverfensichtlich übersehen hat. Ärzte gelten. Dies kann bei einer Prüfung hältnisses beschäftigen lassen. Die zuAls weiteres Problem kommt hinzu, dass der Sozialversicherungsträger zu einer lassungsrechtlichen Neuregelungen, die es sich bei der Tätigkeit von Honorar- nachträglichen Erhebung von Sozialver- in diesem Zusammenhang bereits mit ärzten, die nicht fest am Krankenhaus sicherungsbeiträgen beim Krankenhaus- dem Versorgungsstrukturgesetz in Kraft getreten sind, erlauben es jedem niederangestellt sind, ungeachtet der schrift- träger führen. gelassenen Arzt, neben seiner Tätigkeit lich dazu festgehaltenen Regularien und in eigener Praxis eine Teilzeitanstellung Vereinbarungen um eine sozialversiche- Höhe der Honorierung bis zu 13 Stunden pro Woche bei einem rungspflichtige Tätigkeit handeln kann. Hierbei ist nämlich nicht auf den jewei- Zu diesen Problemen treten Fragen der Krankenhausträger einzugehen. Hierbei ligen Inhalt des abgeschlossenen Vertra- richtigen Honorierung der Honorarärzte handelt es sich dann zweifelsfrei um eine ges zwischen Honorararzt und Kranken- ebenso hinzu wie Fragen der mitbestim- weisungsabhängige, sozialversicherungshausträger abzustellen; vielmehr ist das mungsrechtlichen Einbindung der Ho- pflichtige Beschäftigung, so dass auch Gesamtbild der tatsächlichen Arbeitsleis- norarärzte in das übrige Personal des die aufgezeigten Probleme der Durchtung bei der Beurteilung einer etwaigen jeweiligen Krankenhausträgers. Bei der führung und Abrechnung wahlärztlicher sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit Vergütung der Honorarärzte ist insbeson- Leistungen nicht entstehen. Solange also zu berücksichtigen. Sozialversicherungs- dere darauf zu achten, dass sich die Höhe der Gesetzgeber die aufgezeigten rechtpflichtiger Arbeitnehmer ist nach ständi- der an den Honorararzt zu zahlenden Ver- lichen Probleme durch entsprechende ger Rechtsprechung, wer aufgrund eines gütung an den Üblichkeiten und gegebe- gesetzliche Ergänzungen nicht aus der privatrechtlichen Vertrages im Dienst nenfalls tariflichen Regelungen orientiert, Welt schafft, sollten Honorarärzte oder eines Anderen zur Leistung weisungs- die der jeweilige Krankenhausträger der niedergelassene Ärzte, die gleichzeitig in gebundener fremd bestimmter Arbeit in Vergütung der übrigen angestellten Ärzte eigener Praxis tätig sind, eine Kooperapersönlicher bzw. in wirtschaftlicher Ab- des Krankenhauses zu Grunde legt. Geht tion mit Krankenhausträgern für statiohängigkeit verpflichtet ist. Die Leistung die Vergütung des Honorararztes erheb- näre Leistungen lediglich auf Basis einer ist dabei in fremder Arbeitsorganisation lich über diesen üblichen Rahmen hinaus, Teilzeitanstellung eingehen. zu erbringen. Die Eingliederung in eine können sich in diesen Differenzen unter solche Arbeitsorganisation zeigt sich ins- Umständen verkappte Provisionen für die RA Dr. Albrecht Wienke besondere daran, dass der Arbeitnehmer Zuweisung von Patienten der Honorarärz-

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olia z/Fot rangiz : o t o F

rer auf ih Ärzte estimmte n n e W gen eb epag e Leistun e Hom isch ten dies in iz med llen, soll ihre oder e vorst nbasier t n nachge n ie ie ie n d t li u n t it a S r le lgsga n ung in Wirk sein. Er fo en dür fe h n c e e s r n. p e s wie r d r e v e eil nw und H bgegebe t der h a nicht nfalls dro teren u re la e n d u n r A e ur f d w r o V ung. Werb

WE T TBE WERBSRECHT

Stolpersteine beim Internet-Marketing In den letzten Jahren hat die Nutzung neuer Medien für medizinische Dienstleister enorm an Bedeutung gewonnen. Gerade das Internet ist aus dem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken. Aus diesem Grund nutzen sowohl Krankenhäuser als auch Arztpraxen den Auftritt auf einer eigenen Homepage mittlerweile, um die Praxis/das Krankenhaus nach Außen vorzustellen und vielfältige Informationen zu vermitteln. Hierbei gibt es jedoch für medizinische Dienstleister diverse rechtliche Vorschriften zu beachten, die letztendlich zu mannigfaltigen Problemstellungen in den unterschiedlichsten Bereichen führen können.

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Insbesondere hat die Problematik der wettbewerbsrechtlichen Abmahnungen vermehrt zugenommen. Es ist aufgrund des umfangreichen Spektrums dieser Abmahnmöglichkeiten, die insbesondere bei Ärzten so vielschichtig und individuell sind, äußerst schwierig, eine umfassende Beleuchtung vorzunehmen. Deshalb soll sich dieser Artikel auf die wettbewerbsrechtliche Abmahnung wegen irreführender Werbung aufgrund eines Hinweises auf bestehende Therapiemöglichkeiten beschränken.

steht auch ärztlichen Kollegen als Mitbewerbern zur Verfügung, eine unlautere Wettbewerbshandlung untersagen zu lassen. Die anschließende Einleitung von Gerichtsverfahren zur Durchsetzung des Unterlassungsbegehrens ist dabei ebenfalls nicht selten. Es stellt sich also die Frage, inwiefern durch die Darstellung eines Therapieverfahrens auf der Homepage eines Arztes oder eines Krankenhauses ein Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) vorliegt.

Oftmals tritt hier als Abmahnender der Verband Sozialer Wettbewerb e. V. auf, der zur Abgabe einer rechtsverbindlichen Unterlassungserklärung sowie zur Erstattung der erforderlichen Aufwendungen (Rechtsanwaltskosten) auffordert. Jedoch

Definition der Werbung Eine allgemeine Definition des Werbebegriffs lässt sich in der Judikatur leider nicht ausfindig machen. Ebenso gibt es bislang keine Legaldefinition der Wer-

bung im medizinrechtlichen Sinne. Den unterschiedlichen Begriffen liegt jedoch eine gewisse Kernaussage zugrunde. Die allgemeine Definition des Bundesgerichtshofs für Werbung bezieht sich auf ein Verhalten, das darauf gerichtet ist, andere dafür zu gewinnen, die Leistungen des Beworbenen in Anspruch zu nehmen (vgl. Hüttl P., Werberecht für Arztpraxen und Medizinische Versorgungszentren, MWV Verlag 2009, S. 7). Das Oberlandesgericht Zweibrücken hat hierzu entschieden, dass produkt- oder leistungsbezogene Aussagen heilmittelrechtlich Werbung sind, wenn sie darauf angelegt sind, die Aufmerksamkeit der angesprochenen Verkehrskreise zu erregen, deren Interesse zu wecken und damit den Absatz von Waren oder Leistungen zu fördern. Im Gesundheits-

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bereich versteht der Verkehr jedenfalls auch eine objektive, sachliche Information als Werbung (vgl. Oberlandesgericht Zweibrücken, Urteil vom 28. Mai 2009 – 4 U 160/08; BGH, Urteil vom 27. April 1995 – I ZR 116/93). Folglich können nach Ansicht des Verfassers die auf einer Homepage zur Verfügung gestellten Informationen über Behandlungsmöglichkeiten als Werbung klassifiziert werden. Auch das Einstellen eines Fachartikels über eine Behandlungsmethode auf der Homepage einer Arztpraxis kann daher grundsätzlich als Werbung angesehen werden. Dies wohl unabhängig davon, ob hiermit ein Hinweis auf die Praxis des einstellenden Arztes oder darauf, ob diese Therapie in seiner Praxis durchgeführt wird, enthalten ist. Das Einstellen solcher Informationen ist in der Regel zulässig, solange keine sachwidrige, das heißt anpreisende, irreführende oder vergleichende Werbung vorliegt. Irreführende Werbung Nachdem das Werbeverhalten von Ärzten nicht nur an den standesrechtlichen, sondern auch an den allgemeinen Gesetzen zu messen ist, muss hierbei insbesondere das Heilmittelwerbegesetz (HWG) herangezogen werden, welches sich im Übrigen an jedermann richtet. Das HWG beinhaltet sowohl Normen zur Reglementierung der Werbung außerhalb der Fachkreise, also gegenüber nicht fachlich gebildeten Dritten, als auch gegenüber Fachkreisen (vgl. Hüttl P., a. a. O., S. 39 ff.). Gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 2 HWG finden dessen Vorschriften Anwendung auf die Werbung für andere Mittel, Verfahren, Behandlungen und Gegenstände, soweit sich die Werbeaussage auf die Erkennung, Beseitigung oder Linderung von Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhaften Beschwerden bei Mensch oder Tier bezieht, sowie operative plastisch-chirurgische Eingriffe, soweit sich die Werbeaussage auf die Veränderung des menschlichen Körpers ohne medizinische Notwendigkeit bezieht. § 3 Satz 1 HWG verbietet die irreführende Werbung, welche nach Satz 2 Ziffer 1 insbesondere vorliegt, wenn Arzneimitteln, Medizinprodukten, Verfahren, Behandlungen, Gegenständen oder anderen Mitteln eine therapeutische Wirksamkeit oder Wirkung beigelegt werden, die sie nicht haben.

Daneben liegt eine irreführende Handlung gemäß § 5 Absatz 1 Satz 2 Nr. 1 UWG vor, wenn sie unwahre Angaben über wesentliche Merkmale der beworbenen Sache enthält. Unter Angaben in diesem Sinne versteht man Tatsachenangaben, also inhaltlich nachprüfbare Aussagen über geschäftliche Verhältnisse. Irreführend sind diese Angaben nach der Rechtsprechung dann, wenn sie die Wirkung einer unzutreffenden Angabe erzeugen, das heißt den von ihr angesprochenen Verkehrskreisen einen unrichtigen Eindruck vermitteln (vgl. Landgericht Frankfurt, Urteil vom 8. Juli 2010 – 2-03 O 48/10). Es kommt vorliegend somit maßgeblich auf die durch die Werbemaßnahme bei den angesprochenen Verkehrskreisen erzeugte subjektive Wirkung an, welche den irreführenden Eindruck der therapeutischen Wirksamkeit oder Wirkung der Therapiemethode, die sie nicht haben, erweckt (vgl. Landgericht Hildesheim, Urteil vom 4. November 2009 – 11 O 19/09). Nach ständiger Rechtsprechung ist für diese Beurteilung jedoch nicht auf jede Aussage isoliert abzustellen, sondern es muss stets die Gesamtwirkung der Werbung betrachtet werden (vgl. Landgericht Hildesheim, a. a. O.; Hüttl P., a. a. O., S. 46). Die Judikatur geht bezüglich dieser Irreführung über Therapiemöglichkeiten in der Regel davon aus, dass ein Heilmittel oder eine Behandlungsmethode die ihr beigelegte therapeutische Wirksamkeit oder Wirkung schon dann nicht hat, wenn die Wirksamkeit oder Wirkung tatsächlich umstritten oder nicht hinreichend nachgewiesen bzw. abgesichert ist (vgl. Landgericht Bayreuth, Urteil vom 24. Juni 2009 – 13 KH O 55/07; Oberlandesgericht Zweibrücken, a. a. O.). An die Richtigkeit, Klarheit und Eindeutigkeit gesundheitsbezogener Werbeaussagen müssen jedoch strenge Anforderungen gestellt werden. Grund hierfür ist die der menschlichen Gesundheit zukommende besondere Bedeutung und die hierdurch zu erwartende besondere Wertschätzung einer Werbung, welche an die Gesundheit anknüpft (vgl. Oberlandesgericht Zweibrücken, a. a. O.; Oberlandesgericht Karlsruhe, Urteil vom 12. August 2010 – 4 U 93/10).

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Mit einer gesundheitsfördernden Wirkung darf nach ständiger Rechtsprechung nicht werben, wer die wissenschaftliche Absicherung seiner Werbung nicht dartun kann (vgl. BGH GRUR 1991, 848; Oberlangdesgericht Karlsruhe, a. a. O.). Zum Zeitpunkt der Werbung muss die wissenschaftliche Absicherung gegeben sein (vgl. Landgericht Hildesheim, a. a. O.). Fraglich ist jedoch, wann von einem ausreichenden wissenschaftlichen Beleg einer Therapiemöglichkeit ausgegangen werden kann. Nach Meinung des Landgerichts Frankfurt muss hier keine absolute Gewissheit der wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen (vgl. Landgericht Frankfurt, a. a. O.). Allerdings ist strittig, welcher Grad an Gewissheit notwendig ist. Soweit es sich nicht um eine unbestrittene Einzelmeinung handelt, genügen die Erkenntnisse einzelner Wissenschaftler jedenfalls nicht (vgl. Landgericht Frankfurt, a. a. O.). Bei der Verwendung fachlich umstrittener Meinungen besteht nach Ansicht der Rechtsprechung gegenüber einem nicht unbeachtlichen Teil der angesprochenen Verkehrskreise die Irreführungsgefahr, außer es erfolgt ein deutlicher Hinweis auf den Meinungsstreit (vgl. Landgericht Frankfurt, a. a. O.). Ansonsten muss die gesundheitsfördernde Wirkung einer Behandlung wissenschaftlich unumstritten sein (vgl. Landgericht Bayreuth, a. a. O.). Sofern eine die Wirkungsaussage unterstützende (ernsthafte) Mindermeinung existiert, kann es für die wettbewerbsrechtliche Unbedenklichkeit ausreichen, wenn im Rahmen der Werbung auf den Umstand hingewiesen wird, dass keine allgemein wissenschaftliche Anerkennung der behaupteten Wirkung besteht, sondern diese nur von einer Mindermeinung vertreten wird (vgl. Oberlandesgericht Karlsruhe, a. a. O.). Das Landgericht Hildesheim hat aber beispielsweise den einschränkenden Zusatz, dass die Therapie und Methoden schulmedizinisch nicht gesichert seien, als nicht ausreichend für das Entfallen der Irreführung angesehen. Denn nach Auffassung des Gerichts erwecke ein solcher Hinweis den wiederum unrichtigen Eindruck, dass den beworbenen Methoden die behaupteten Wirkungen zukommen,

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lediglich der wissenschaftliche Nachweis insoweit fehlen würde (vgl. Landgericht Hildesheim, a. a. O.). Zumindest ist bei wissenschaftlich umstrittenen Wirkungsaussagen eine Glaubhaftmachung erforderlich (vgl. Oberlandesgericht Karlsruhe, a. a. O.). Leitlinien und Studien als Wirkungsnachweis Als Nachweis gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnis können beispielsweise Leitlinien vorgebracht werden. Leitlinien sind nach Definition der KBV und Bundesärztekammer systematisch entwickelte Entscheidungshilfen über die angemessene ärztliche Vorgehensweise bei speziellen gesundheitlichen Problemen. Sie stellen folglich wissenschaftlich begründete und praxisorientierte Handlungsempfehlungen und Orientierungshilfen dar, von denen nur in begründeten Ausnahmefällen abgewichen werden soll. Leitlinien können somit nach Ansicht der Rechtsprechung einen Anhaltspunkt für den derzeitigen Stand der Wissenschaft und den anerkannten Behandlungsstandard geben (vgl. Landgericht Hamburg, Urteil vom 21. April 2009 – 312 O 136/09). Ferner können zur Glaubhaftmachung bzw. zum Beweis der Wirksamkeit Studien herangezogen werden. Diese Studien sollten jedoch einer Überprüfung auf Mängel durch das Gericht standhalten. Die Rechtsprechung stellt hierbei beispielsweise an wirksamkeitsbezogene Werbeaussagen für Heilmittel die Anforderung, dass die Studien den wissenschaftlichen Goldstandard einer doppelverblindeten, randomisierten, placebokontrollierten Studie erfüllen (vgl. Landgericht Hamburg, a. a. O.). Zudem darf der Aussagewert einer Studie keinen Zweifeln unterliegen. Aus Studien über Behandlungsmethoden muss sich beispielsweise ergeben, dass die Teilnehmer sich an die Weisungen gehalten haben und dies auch kontrolliert wurde, es muss die statistische Planung der Studie beschrieben werden. Ferner wird aus Sicht der Rechtsprechung der sogenannte P-Wert gefordert. Hierdurch wird bezeichnet, mit welcher Wahrscheinlichkeit das mit einer Probandengruppe gewonnene Ergebnis auf die Allgemeinheit übertragen werden kann. Eine medizinische Studie ist umso besser, je geringer der P-Wert ist. Dieser muss in der medizinischen Wissenschaft

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kleiner als 0,05 sein. Dies bedeutet, dass die Studie – bezogen auf die Allgemeinheit – signifikant ist, wenn der Wert darunter liegt. Bei einem darüber liegenden Wert ist das Testergebnis nicht ausreichend. Derartige Angaben müssen in Studien enthalten sein (vgl. Landgericht Bayreuth, a. a. O.). Die Unrichtigkeit der Werbeaussage muss grundsätzlich derjenige beweisen, der die Unrichtigkeit behauptet. Aufgrund der im Gesundheitswesen jedoch geltenden strengen Maßstäbe kommt bei hinreichend substantiiertem Vortrag des Abmahnenden über das Fehlen gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse nach ständiger Rechtsprechung dem Werbenden die Darlegungs- und Beweislast für die Richtigkeit der Werbebehauptung zu, wenn eine fachlich nicht gesicherte Behauptung von ihm in die Werbung übernommen wird (vgl. Oberlandesgericht Zweibrücken, a. a. O.; Landgericht Hildesheim, a. a. O.; Landgericht Frankfurt, a. a. O.). Somit wäre in diesen Fällen, in denen sich der Arzt einer Abmahnung ausgesetzt sieht, er als Werbender ausnahmsweise beweisbelastet, wenn er ohne jegliche Erwähnung der Gegenmeinung sich über die Wirksamkeit einer in der Wissenschaft umstrittenen Behandlung in einer bestimmten Form äußert. Er übernimmt nach Auffassung der Rechtsprechung folglich die Verantwortung für die uneingeschränkte Richtigkeit der getroffenen Aussage, die er im Streitfall eben auch zu beweisen hat (vgl. Landgericht Frankfurt, a. a. O.). Sofern die Voraussetzungen der § 5 Absatz 1 S. 2 Nr. 1 UWG und § 3 Absatz 1 S. 2 Nr. 1 HWG erfüllt sind, steht etwaigen Mitbewerbern bzw. dem Verband Sozialer Wettbewerb e. V. ein Unterlassungsanspruch nach § 8 UWG zu. Ferner können sich Schadensersatz- und Gewinnherausgabeansprüche ergeben. Nachdem die §§ 5 Absatz 1 Satz 2 Nr. 1 UWG, 3 HWG auch dazu bestimmt sind, im Interesse der Marktteilnehmer das Marktverhalten zu regeln, stellt deren Verletzung gleichzeitig eine unlautere Handlung im Sinne des § 4 Nr. 11 UWG dar, weshalb sie ebenfalls gemäß § 3 UWG zu unterlassen ist. Neben dem Verstoß gegen die genannten Vorschriften ist jedoch notwendig, dass der Verstoß nicht nur unerheblich den Wettbewerb

zum Nachteil der Mitbewerber, Verbraucher oder sonstiger Marktteilnehmer beeinträchtigt (vgl. Hüttl P., a. a. O., S. 111). Abschließende Betrachtung Da nach ständiger Rechtsprechung der mit einer gesundheitsbezogenen Werbeaussage Werbende durch die Verwendung dieser Aussage die in Anspruch genommene therapeutische Wirkung behauptet, ist es somit von immenser Wichtigkeit, vor dem Bereitstellen von Informationen über Behandlungsmethoden auf der Homepage oder auch in anderen Medien die wissenschaftliche Absicherung der Werbeangaben zu überprüfen. Denn diese muss im Falle eines Rechtsstreits von ihm bewiesen bzw. glaubhaft gemacht werden, sofern die Gegenseite das Fehlen der wissenschaftlichen Grundlage einer gesundheitsbezogenen Werbeaussage hinreichend substantiiert vorträgt. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass mit Erfolgsgarantien und Heilversprechen ebenfalls nicht geworben werden darf. Im Falle eines Rechtsstreits wird die wissenschaftliche Absicherung durch das Gericht grundsätzlich nur durch ein Sachverständigengutachten geklärt werden können. Es verbietet sich somit eine generelle Empfehlung, ob im Falle einer ausgesprochenen Abmahnung bereits außergerichtlich die damit einhergehende rechtsverbindliche Unterlassungserklärung abgegeben und die in diesem Zusammenhang anfallenden Abmahnkosten übernommen werden sollten. Im Übrigen normiert das UWG nicht nur zivilrechtliche Beseitigungs-, Unterlassungs-, und Schadensersatzansprüche, sondern sieht für einige Fälle auch strafrechtliche Sanktionen (§ 16 strafbare Werbung) vor. Eine juristische Beratung wird in solchen Fällen deshalb dringend empfohlen. Dr. Jörg Heberer

Dr. Jörg Heberer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Medizinrecht in München, ist der Justiziar des BVOU e.V.

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PER SONALBERECHNUNG

Herausforderung Personalbesetzung Arbeitsorganisation und Personaleinsatz im Krankenhaus müssen sich am tatsächlichen Bedarf orientieren sowie Organisations- und Führungspraxis in Einklang bringen. Verschiedene Berechnungsmethoden helfen, Orientierungswerte für Standardprozesse zu ermitteln und vorhandene (Zeit-)Ressourcen ergebnisorientiert zu nutzen.

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Der Personalbedarf entspricht dem benötigten Arbeitszeitbedarf, der durch das mittlere individuelle Arbeitszeitangebot je Vollzeitkraft zu teilen ist: Personalbedarf =

Arbeitszeitbedarf Arbeitszeitangebot je Vollkraft

Beispiel: Wenn der errechnete jährliche Arbeitszeitbedarf 9.240 Stunden umfasst und jeder Vollzeitarzt nach Abzug unter anderem von Urlaub oder Fortbildung pro Jahr durchschnittlich 1.680 Stunden verfügbar ist, beträgt der Personalbedarf (9.240 Stunden : 1.680 Stunden/Vollzeitkraft = 5,5 Vollzeitkräfte (VK).

Unabhängig davon, nach welcher konkreten Erhebungsmethode vorgegangen wird, ermittelt sich der erforderliche Arbeitszeitbedarf stets als Quotient aus dem Arbeitsergebnis und der hierfür benötigten Arbeitszeit:

Arbeitszeitbedarf =

Arbeitsergebnis Arbeitszeit

Das Arbeitsergebnis wiederum ist das Produkt aus der Anzahl der einzelnen Arbeitseinheiten und der hierfür jeweils erforderlichen Zeitbindung:

=

Arbeitsergebnis Anzahl Arbeitseinheiten A x Zeitbindung pro Arbeitseinheit A + Anzahl Arbeitseinheiten B x Zeitbindung pro Arbeitseinheit B + Anzahl Arbeitseinheiten C x Zeitbindung pro Arbeitseinheit C +…

B E I S P I E L E F Ü R D I E S TAT I O N S A R Z T TÄT I G K E I T A U F E I N E R C H I R U R G I S C H E N N O R M A L S TAT I O N

Wie viele Ärzte werden gebraucht? Der Personalbedarf errechnet sich aus dem benötigten Arbeitszeitbedarf geteilt durch das mittlere individuelle Arbeitszeitangebot je Vollzeitkraft.

Ein chirurgischer Assistenzarzt, der durchschnittlich 2,5 Stunden pro Tag im OP eingesetzt wird, kann für die Stationsarbeit 5,5 Stunden pro Regeldienst einsetzen. Davon sind durchschnittlich rund 30 Minuten für sonstige Tätigkeiten abzuziehen (rund neun Prozent des leistungsbezogenen Anteils). ■ Durchschnittliche Verweildauer sechs Tage → Ein Arzt kann bei Bewältigung von jeweils rund zwei Aufnahmen und Entlassungen pro Tag rund zwölf stationäre Patienten neben seiner OP-Tätigkeit betreuen: 2 Aufnahmen x 30 Minuten + 2 Entlassungen x 30 Minuten + 12 Patienten pro Tag x 15 Minuten = 300 Minuten oder fünf Stunden. 12 Patienten pro Tag : 2 Aufnahmen = 6,0 Tage pro Patient. ■ Durchschnittliche Verweildauer 5,6 Tage und Aufnahme der Patienten in einer vorgelagerten Aufnahme (zum Beispiel ZNA) → Ein Arzt kann bei Bewältigung von jeweils rund 2,5 Übernahmen von der ZNA und Entlassungen pro Tag rund 14 stationäre Patienten neben seiner OP-Tätigkeit betreuen: 2,5 Übernahmen x 5 Minuten + 2,5 Entlassungen x 30 Minuten + 14 Patienten pro Tag x 15 Minuten = 298 Minuten oder fünf Stunden. 14 Patienten pro Tag : 2,5 Übernahmen = 5,6 Tage pro Patient.

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Die verschiedenen Methoden zur Ermittlung des Personalbedarfs unterscheiden sich letztendlich nur dadurch, auf welcher Verdichtungsebene das Arbeitsergebnis erhoben wird (1). So lässt sich beispielsweise der Personalbedarf berechnen, indem man

die einzelnen täglichen Arbeitsaufgaben (unter anderem Anamnese- und Aufklärungsgespräche, körperliche und funktionsdiagnostische Untersuchungen, Operationen, Telefonate mit Einweisern, PC-Eingaben) erfasst, deren jeweilige Anzahl mit der Zeitbindung multipliziert und anschließend über alle Einzeltätigkeiten summiert oder die jährliche Patienten- oder Fallzahl zugrunde legt und daraus die erforderliche Ärztezahl ableitet. Hinter einer Aussage wie „unser Ziel sind 200 Case-Mix-Punkte im Jahr pro ärztlicher Vollzeitstelle“ verbirgt sich dann eine Vielzahl von Annahmen bezüglich der pro Fall erforderlichen durchschnittlichen Zeitbindungen für die einzelnen vom Arzt auszuübenden Tätigkeiten.

Ermittlung eines Personalbedarfs auf Basis des mittleren Verdichtungsniveaus Leistungsbereich

Verdichtungsebene für die Leistungserfassung

Notaufnahme/Rettungsstelle

Stationäre Patientenaufnahme

Ambulanter Patientenkontakt Station (Normalstation, Interdisziplinäre Intensivmedizin (IST) und Intermediate Care-Station (IMC), Stroke-Unit)

(Prä)stationäre Patientenaufnahme Laufende Stationsarbeit Patientenentlassung

Funktionsbereich

Diagnostische Funktionsleistung Interventionelle Funktionsleistung

Regelsprechstunde

Ambulanter Patientenkontakt

Operationen

OP (zum Beispiel chirurgische Maßnahmenzeit)

Tab. 1 Orientierungswerte für Standardprozesse Standardprozess

Orientierungswert

Die Bestimmung des leistungsgerechten ärztlichen Personalbedarfs ist somit immer die Suche nach dem goldenen Mittelweg zwischen „Fliegenbeinzählerei“ und „Hausnummern-Ansage“:

(Prä)stationäre Patientenaufnahme • chirurgisch • internistisch

30 Minuten 45 Minuten

Ambulanter Patientenkontakt (Notfall) • chirurgisch • internistisch

15 Minuten 20 Minuten

Patientenentlassung

30 Minuten

Laufende Stationsarbeit (3) • Normalstation • Intensivstation • ITS: reine Überwachungspatienten • Überwachungsstation (IMC)

15 Minuten pro Tag 140 Minuten pro Tag 90 Minuten pro Tag 30 bis 90 Minuten pro Tag (4)

Die Bedarfsermittlung auf Basis von Einzeltätigkeiten ist in der Regel mit einem unvertretbar hohen Erhebungsaufwand verbunden, da der Genauigkeitszuwachs im Verhältnis zu Erhebungszeit und -kosten fast immer zu gering ist. Die bei Krankenhauscontrollern erfahrungsgemäß beliebten hoch verdichteten Kennwerte auf der anderen Seite besitzen den Nachteil, dass mit ihnen das Risiko steigt, „Äpfel mit Birnen zu vergleichen“. Zudem lassen sich aus ihnen nur selten Hinweise ableiten, in welchen Leistungsbereichen konkrete Verbesserungen möglich sein könnten. Der zunächst geringe Erhebungsaufwand steigt dann meist mit der Suche nach Ursachen für einen im Vergleich zu schlechten Wert sowie aufgrund erforderlicher Nacherhebungen (2).

Tab. 2

Um bei angemessenem Erhebungsaufwand Resultate mit hoher Aussagekraft für die Festlegung des Stellenplans und die Steuerung des ärztlichen Personaleinsatzes zu erhalten, bietet es sich daher an, den Arbeitszeitbedarf spezifisch für die einzel-

B E I S P I E L E F Ü R D I E S TAT I O N S TÄT I G K E I T A U F E I N E R I N T E R N I S T I S C H E N N O R M A L S TAT I O N

Die tägliche Arbeitszeit im Regeldienst eines Stationsarztes, der ausschließlich dort eingesetzt wird, beträgt acht Stunden. Davon sind durchschnittlich rund 45 Minuten für sonstige Tätigkeiten wie unter anderem Verwaltungstätigkeiten, Begleitungen von Patiententransporten, Abteilungsbesprechungen abzuziehen (was einem Anteil von rund zehn Prozent (5) der leistungsbezogenen Zeit von 7,25 Stunden entspricht). ■ Durchschnittliche Verweildauer 7,6 Tage → Ein Stationsarzt kann bei Bewältigung von jeweils rund 2,25 Aufnahmen und Entlassungen pro Tag rund 17 stationäre Patienten betreuen: 2,25 Aufnahmen x 45 Minuten + 2,25 Entlassungen x 30 Minuten + 17 Patienten pro Tag x 15 Minuten = 424 Minuten oder 7,1 Stunden. 17 Patienten pro Tag : 2,25 Aufnahmen = 7,6 Tage pro Patient. ■ Durchschnittliche Verweildauer fünf Tage → Ein Stationsarzt kann bei Bewältigung von jeweils rund 2,8 Aufnahmen und Entlassungen pro Tag rund 14 stationäre Patienten betreuen: 2,8 Aufnahmen x 45 Minuten + 2,8 Entlassungen x 30 Minuten + 14 Patienten pro Tag x 15 Minuten = 420 Minuten oder sieben Stunden. 14 Patienten pro Tag : 2,8 Aufnahmen = 5,0 Tage pro Patient. ■ Durchschnittliche Verweildauer 5,1 Tage und Aufnahme der Patienten in einer vorgelagerten Aufnahme (Zentrale Notaufnahme ZNA), die zwei Drittel der Aufnahmetätigkeiten übernimmt → Ein Stationsarzt kann bei Bewältigung von jeweils rund 3,5 Übernahmen von der ZNA und Entlassungen pro Tag rund 18 stationäre Patienten betreuen: 3,5 Übernahmen x 15 Minuten + 3,5 Entlassungen x 30 Minuten + 18 Patienten pro Tag x 15 Minuten = 428 Minuten oder 7,1 Stunden. 18 Patienten pro Tag : 3,5 Übernahmen = 5,1 Tage pro Patient.

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Jeder auf dieser Verdichtungsebene erfasste Standardprozess besteht aus mehreren einzelnen Prozessschritten. Die stationäre Aufnahme eines Patienten zum Beispiel beginnt in der Regel mit der Übergabe des Patienten durch den Notarzt oder Rettungssanitäter, gefolgt von Anamnese (einschließlich Medikamenten- und gegebenenfalls Fremdanamnese) und körperlicher Untersuchung, gegebenenfalls Sichtung von Vorbefunden und Anmeldung zu diagnostischen Untersuchungen, um nach Sichtung und Bewertung der Befunde mit dem Stellen der Aufnahmediagnose und der Übergabe des Patienten an die aufnehmende Abteilung oder zum Beispiel der Rücksprache mit dem Oberarzt zu enden.

In vielen Krankenhäusern erweist sich die Gestaltung der Schnittstelle zwischen zentraler Notaufnahme und bettenführender Abteilung als verbesserungsfähig – was etwa anhand einer zu hohen durchschnittlichen Zeitbindungssumme über die gesamte Prozesskette der stationären Aufnahme erkennbar ist. Für die Standardprozesse auf den Normalstationen ist vielfach eine Anpassung der Orientierungswerte in Abhängigkeit vom Case-Mix- Index sinnvoll. Neben dem Schweregrad der Erkrankung wird dadurch auch dem hiermit in der Regel verbundenen höheren Aufwand etwa für Vorbefundsichtungen und Telefonate mit niedergelassenen Kollegen Rechnung getragen. Die leistungsadäquate ärztliche Besetzung der Arbeitsbereiche lässt sich einfach ermitteln, indem die Anzahl der Standardprozesse mit dem jeweiligen Orientierungswert multipliziert wird (Kasten Seite 710).

Mit Orientierungswerten planen

Mit bis zu 20 Patienten pro Stationsarzt kalkulieren

Die durchschnittliche Dauer eines Standardprozesses hängt natürlich von diversen Faktoren ab, angefangen von der Aufgabenverteilung zwischen den Ärzten und anderen Berufsgruppen über die IT-Unterstützung bis zum Erfahrungs- und Routinegrad der hiermit betrauten Ärzte. Nicht zuletzt ist auch der „Service-Level“ von Bedeutung, der in den deutschen Krankenhäusern durchaus erheblich streut.

In Abhängigkeit von der durchschnittlichen Verweildauer und der Organisation des Aufnahmeprozesses sowie dem Anteil der oberärztlichen Unterstützung ist für eine internistische oder chirurgische Normalstation – bei ausschließlicher Stationsarzttätigkeit – ein Betreuungsumfang von rund 15 bis 20 Patienten pro Stationsarzt grundsätzlich leistungsgerecht. Größere Betreuungsbereiche werden vielfach in unfallchirurgischen

nen ärztlichen Leistungsbereiche auf einem mittleren Verdichtungsniveau zu ermitteln (Tab. 1).

Dennoch lassen sich Orientierungswerte angeben, bei deren Überschreitung der Abteilungsleiter zunächst nach strukturellen und/oder ablaufbezogenen Verbesserungsmöglichkeiten suchen sollte, bevor andere Erklärungsansätze herangezogen werden. Denn diese Orientierungswerte, die zum Teil auf Fortschreibungen der vor vielen Jahren von den kommunalen Prüfungsverbänden erhobenen Daten basieren, werden von hinreichend gut organisierten Krankenhäusern regelmäßig erreicht, wie wir im Rahmen unserer bundesweiten Beratungs- und Begutachtungstätigkeit immer wieder feststellen (Tab. 2). Höhere Orientierungswerte sollten wegen der zu erfüllenden ärztlichen Zuwendungserwartungen bei onkologischen Patienten angesetzt werden (zum Beispiel in der internistischen Onkologie jeweils 45 Minuten für Aufnahme und Entlassung sowie 20 Minuten pro Tag für die laufende Stationsarbeit). Im Falle interner Verlegungen wiederum ist für die interne Aufnahme oder Verlegung nur ein Anteil der jeweiligen Orientierungswerte zu berücksichtigen. Wenn beispielsweise der Aufnahmeprozess bereits vollständig in einer zentralen Notaufnahme erfolgt ist, wären für den Stationsarzt zur Sichtung der Dokumente lediglich fünf bis zehn Minuten erforderlich.

B E I S P I E L E F Ü R E I N E I N T E N S I V S TAT I O N M I T D E R DIVI-EMPFEHLUNG

(„Für acht bis 12 Betten sind mindestens sieben Arztstellen erforderlich (40-StundenWoche), neben der Stelle des Leiters und dessen Ausfallkompensation, zusammen also rund 8,2 Vk“) Es sind durchschnittlich zehn Betten belegt. Bei 900 Patienten im Jahr beträgt die mittlere Verweildauer auf der Intensivstation rund (zehn Patienten pro Tag x 365 Tage: 900 Patienten =) 4,1 Tage. Der Anteil der reinen Überwachungspatienten beläuft sich auf zehn Prozent, der Anteil der externen Aufnahmen auf 80 Prozent und der Anteil der externen Entlassungen auf 15 Prozent. Externe Aufnahmen: 900 Patienten x 0,8 x 45 Minuten = 32.400 Minuten oder 540 Stunden Interne Aufnahmen: 900 Patienten x 0,2 x 10 Minuten = 1.800 Minuten oder 30 Stunden Externe Entlassungen: 900 Patienten x 0,15 x 30 Minuten = 4.050 Minuten oder 68 Stunden Interne Entlassungen: 900 Patienten x 0,85 x 15 Minuten = 11.475 Minuten oder 191 Stunden Laufende Stationsarbeit: 3.650 Belegungstage x 0,9 x 140 Minuten = 459.900 Minuten oder 7.665 Stunden 3.650 Belegungstage x 0,1 x 90 Minuten = 32.850 Minuten oder 548 Stunden Der Arbeitszeitbedarf für in- und externe Aufnahmen und Entlassungen sowie die laufende Stationsarbeit umfasst somit rund 9.042 Stunden. Hinzu kommen im Beispiel funktionsdiagnostische Leistungen durch die Ärzte der Intensivstation (unter anderem Sonografien, Echokardiografien, Bronchoskopien, Herzschrittmacheranlagen) im Umfang von jährlich rund 2.000 Stunden. Wenn für sämtliche sonstigen Leistungen einschließlich Führungsaufgaben, internen Schulungen und Einarbeitungszeiten ein Pauschalaufschlag auf den leistungsbezogenen Bedarf von 18 Prozent angesetzt wird, ergeben sich hierfür rund (9.042 Stunden + 2.000 Stunden) x 0,18 = 1.988 Stunden. Der auf dieser Basis kalkulierte Arbeitszeitbedarf beträgt damit insgesamt rund (9.042 Stunden + 2.000 Stunden +1.988 Stunden =) 13.030 Stunden. Bei einer Netto-Jahresarbeitszeit (Brutto-Jahresarbeitszeit abzüglich der Abwesenheitszeiten) von 1.680 Stunden beläuft sich der Personalbedarf dann auf rund (13.030 Stunden: 1.680 Stunden =) 7,8 VK – womit er von der DIVI-Empfehlung mit rund 8,2 VK nicht allzu weit entfernt wäre.

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und orthopädischen Kliniken bei hoher Tätigkeitsdelegation an nicht ärztliches Personal erreicht. Für eine Intensivstation enthält der Kasten auf Seite 711 anhand eines Beispiels einen überschlägigen Abgleich der vorgeschlagenen Berechnungsmethode mit der Empfehlung zur Stellenzahl (6) der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Gerade für Intensivstationen wird immer wieder diskutiert, wie hoch der zusätzliche Bedarf (zum Beispiel durch die Rotation im Rahmen der Ausbildung zum Facharzt) für einzuarbeitende Mitarbeiter anzusetzen ist. Diesbezüglich gut aufgestellte Kliniken benötigen für die reine Einarbeitungsphase, in der der Arzt „on top“ mitläuft, nicht mehr als zehn Dienste. Anschließend werden diese Ärzte in der Regel für weitere ein bis drei Monate im Tagdienst eingeteilt, sodass sie unter Anleitung eines Oberarztes bereits genauso effizient eingesetzt werden können wie die schon länger dort tätigen Ärzte. Der Personalbedarf in einer Notaufnahme-Einheit (zum Beispiel ZNA) hängt maßgeblich von der Anzahl der für stationär aufzunehmende Patienten in der Notaufnahme durchzu-

führenden Prozessschritte ab. In den meisten Notaufnahmen wird der Tätigkeitsumfang so festgelegt, dass spätestens nach durchschnittlich 30 Minuten ärztlicher Zeitbindung (7) der Patient weitergeleitet wird (was auch deshalb sinnvoll ist, um ein unnötiges Herauszögern von Diagnose- und Therapieentscheidungen zu vermeiden. Für die ambulanten Patientenkontakte können grundsätzlich die beschriebenen durchschnittlichen Bindungszeiten zugrunde gelegt werden. Leistung an Patientenaufkommen anpassen Da das Patientenaufkommen in Notaufnahmen im Zeitverlauf vielfach erheblich schwankt, stellt sich oft die Frage, ob für Zeiten einer Unterauslastung ein personeller Aufschlag vorzusehen ist. Günstiger ist es jedoch, für solche Phasen organisatorische Vorkehrungen zu treffen, um Produktivitätseinbußen zu vermeiden. Diese bestehen – neben Maßnahmen zur Flexibilisierung der Arbeitszeit – vor allem darin, dass der Umfang der hier erbrachten Leistungen an das jeweilige Patientenaufkommen angepasst wird:

ANMERKUNGEN

(1) Unabhängig von der Verdichtungsebene kommt dann meist noch die Entscheidung bezüglich eines heranzuziehenden Vergleichswerts hinzu – zum Beispiel, ob man sich an „Best Practice“ oder am Durchschnittswert einer Stichprobe orientieren möchte. (2) Dies liegt unter anderem auch daran, dass aufgrund der arztspezifischen Arbeitszeitregelungen das mit der Einheit „Vollzeitkraft (VK)“ verbundene Arbeitszeitangebot in Abhängigkeit vom Umfang des Bereitschaftsdienstes und der Einsatzzeiten innerhalb der Rufbereitschaft sehr unterschiedlich sein kann. (3) Unter anderem einschließlich Röntgen/CT/MRT-Nachbefundungen, Sichtungen eingehender Befunde, Befundgespräche mit Patienten, Verbandskontrollen/-wechsel, Aufklärungsgespräche für Funktionsdiagnostik, verbleibende ärztliche Blutentnahmen und VK-Anlagen/Wechsel (bei Annahme, dass nur jeweils rund ein Fünftel ärztlich erfolgt). (4) Die Zeitbindung für die tägliche Stationsarbeit auf Überwachungsstationen hängt neben der konkreten Organisation (zum Beispiel alleinige Betreuung der Patienten oder Mitbetreuung durch andere Abteilungen) stark vom jeweiligen IMC-Konzept ab. Hier treten bundesweit große Variationen auf, wobei der durchschnittliche Schweregrad der Erkrankungen und damit der neben der Überwachung verbundene Behandlungsaufwand für die IMC-Patienten beträchtlich variiert. Daher lässt sich für IMC-Stationen ein konkreter durchschnittlicher Zeitbindungswert derzeit in der Regel nur nach Betrachtung im Einzelfall angeben. (5) Bei Oberärzten ist der Anteil für sonstige Tätigkeiten erfahrungsgemäß höher. Über die gesamte Abteilung liegt er meist zwischen zwölf und 14 Prozent. (6) Jorch, G. et al. (2010). Empfehlungen zur Struktur und Ausstattung von Intensivstationen – Hintergrundtext. Verabschiedet mit Beschluss des Präsidiums der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) vom 30. November 2010 (www.diviorg.de/Strukturempfehlungen2011-und.44.0.html). (7) Die ärztliche Zeitbindung darf nicht mit der in der Regel längeren durchschnittlichen Verweildauer in der ZNA verwechselt werden.

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In Phasen einer hohen Auslastung der ZNA wird dann beispielsweise ein Patient mit schnell erkennbarer Zuordnung zur relevanten Fachdisziplin „durchgewunken“ und nach kurzem Erstkontakt in der ZNA umfänglich in der betreffenden Abteilung aufgenommen. Bei geringer ZNA-Auslastung werden dann zum Beispiel zusätzliche funktionsdiagnostische Leistungen übernommen, die sonst erst von den Ärzten der weiterbehandelnden Abteilung erbracht werden.

Wichtig ist dabei insbesondere die detaillierte Abstimmung der in der ZNA zusätzlich zu übernehmenden beziehungsweise entfallenden ärztlichen Tätigkeiten gemeinsam mit den nachgelagerten Abteilungen. Nur so lassen sich Doppelarbeiten und „Pseudo-Entlastungen“ aufgrund zufallsabhängiger Variation des Behandlungsstandards einerseits oder der Verschiebung von Kapazitätsengpässen in hierfür ungeeignete und aktuell darauf nicht vorbereitete Bereiche andererseits ausschließen. Jan Kutscher

Jan Kutscher ist Gesellschafter der Dr. Hoff Weidinger Herrmann Arbeitszeitberatung in Berlin. Kontakt: jan.kutscher@arbeitszeitberatung.de

QUELLE Der Beitrag erschien ursprünglich in „Arzt und Krankenhaus“, 5/2012. Nachdruck mit freundlicher Genehmigung des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK).

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Foto: Gina Sanders/Fotolia

Die Honorarbewertung eines Gutachtens richtet sich nicht nur nach dem Schwierigkeitsgrad einer Kausalitätsbeurteilung, sondern auch nach der Komplexität der medizinischen Problematik.

G E R I C H T S G U TA C H T E N

Unzulässige Rechnungskürzungen Zunehmend häufiger sind in den letzten Jahren Rechnungskürzungen zu medizinischen Gutachten bei Sozialgerichten zu verzeichnen; so sollen offenbar die durch vermehrte Klagen ausgelösten Kostensteigerungen begrenzt werden. Dies geschieht nicht zuletzt auf der Grundlage eines Beschlusses des Hessischen Landessozialgerichts (HLSG) vom 11. April 2005 (L 2/9 SF 82/04) zur Rückstufung eines Gutachtens von M-3 nach M-2, der aus medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar ist. Der Beschluss erscheint in seinen Begründungen inkonsequent, was im Folgenden gezeigt werden soll.

Die Ausarbeitung eines medizinischen Gutachtens folgt einer Systematik, die dem Außenstehenden wenig bekannt ist und von ihm kaum zutreffend bewertet werden kann. So werden Gutachtenpassagen in ihren Schwierigkeiten verkannt und nicht adäquat berücksichtigt. Dies ist auch in dem oben angeführten richtungsweisenden Urteil ersichtlich. Generell ist festzustellen, dass die eigentliche Schwierigkeit oft in der Fassung einer aussagekräftigen Diagnose und weniger in der Kausalität liegt. Nach dem Justizvergütungs- und Entschädigungsgesetz (JVEG) vom 5. Mai 2004 (BGBl. I S. 718, 776) sind für die medizinische Vergütung in der Anlage 1 zu § 10 drei Niveaustufen ausgewiesen:

M-1: einfache gutachtliche Beurteilungen, insbesondere zur Minderung der Erwerbsfähigkeit nach einer Monoverletzung (Fachkenntnis erforderlich, aber einfache ohne Zweifel zu erstellende Diagnostik ohne Kausalitätsfragen) M-2: beschreibende (Ist-Zustands-) Begutachtung (Aufzählung von Fakten, bereits erarbeitete Diagnosen und/oder Funktionsbeeinträchtigungen, vorgegebene Bewertungen) ■ nach standardisiertem Schema (zum Beispiel einfache logische Schlussfolgerungen: Wenn-dannZusammenhang), ■ ohne Erörterung spezieller Kausalzusammenhänge (allgemein bekannte Bewertungskriterien,

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keine individuellen oder gar strittigen Besonderheiten; somit keine eingehende ■ wenngleich möglicherweise umfangreiche – Ausarbeitung vorhandener Daten), ■ mit einfacher medizinischer Verlaufsprognose und mit durchschnittlichem Schwierigkeitsgrad. Es handelt sich hierbei insbesondere um Gutachten in Verfahren nach Sozialgesetzbuch IX und um Gutachten zur Minderung der Erwerbsfähigkeit und zur Invalidität. Dieser klaren Definition ist zu folgen, nicht aber der vom HLSG eingeführten Erweiterung einer eingehenden Zusammenhangsüberlegung.

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Es ist eine allgemeine Zusammenhangsüberlegung (abgestellt auf den vorliegenden Fall), nicht aber eine speziell auf den Fall eingehende Überlegung gefordert. Somit sind (Renten-)Gutachten – zumindest in Widerspruchsverfahren, wenn es sich um individuelle medizinische Belange handelt – entgegen dem HLSG-Urteil nach M-3 einzustufen. Das Gleiche gilt für Begutachtungen mit einfacher Kausalität, aber schwieriger Ausarbeitung von Diagnosen und abzuleitenden Funktionsbeeinträchtigungen. Ebenso nicht zu folgen ist der gerichtlichen Interpretation zu M-2, die darun-

leme und/oder Beurteilung der Prognose und/oder Beurteilung strittiger Kausalitätsfragen), insbesondere Gutachten ■ zum Kausalzusammenhang bei problematischen Verletzungsfolgen und ■ zu ärztlichen Behandlungsfehlern. Gutachten werden nicht mehr nach der Gebührenordnung für Ärzte abgerechnet. Anzugeben ist die jeweils „objektiv“ benötigte Zeit für Vorbereitung, Aktenstudium, Untersuchung, Gutachtenabfassung et cetera. Die Autoren sind dazu übergegangen, für größere Gutach-

Die Bewertung eines Gebäudes nach weitgehend starren Berechnungsformeln ist mit 95 Euro höher angesetzt als die medizinische Bewertung der dynamischen Körperfunktionen mit ihren komplexen Verhältnissen. ter auch Gutachten mit „eingehenderen Überlegungen zum Leistungsvermögen“ und zu Fragen des Zusammenhangs versteht, als auch Auseinandersetzungen mit Vorgutachten fordert. In diesen Fällen gehen die Ausarbeitungen eindeutig über das gesetzlich vorgegebene Niveau hinaus; sie sind nach M-3 einzustufen.

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M-3: Gutachten mit hohem Schwierigkeitsgrad (Begutachtungen spezieller Kausalzusammenhänge und/ oder differenzialdiagnostischer Prob-

ten die einzelnen Schritte gesondert zu dokumentieren (orientierende Aktendurchsicht, Briefe, Aktenstudium und Auszüge, Klinikakten, Untersuchungszeiten, Auswertung von Befunden und Bildern, Befunddiktat, gegebenenfalls Stellungnahmen zu Vorgutachten, Gutachtenabfassung und Endbearbeitung). Es ist erstaunlich, welche Zeiten dabei zusammenkommen. Dieses Arbeitsblatt wird dem Abrechnungsformblatt zur Transparenz beigelegt.

Die Wertung M-2 (60 Euro Honorar pro Stunde) oder M-3 (85 Euro) richtet sich nicht nur nach dem Schwierigkeitsgrad einer Kausalitätsbeurteilung, sondern zumindest in gleicher Weise nach der Komplexität der medizinischen Problematik. Für die Zuordnung ist es wesentlich zu wissen, dass nach der Originalvorgabe für M-2 keine „vertiefende“, sondern eine standardisierte Beurteilung ausgewiesen ist. Weitergehende Ausarbeitungen sind demnach M-3 zuzuordnen. Auf aufschlussreiche Vergleiche mit anderen Sachgebieten wird verzichtet, doch sei angemerkt, dass die Bewertung eines Gebäudes nach weitgehend starren Berechnungsformeln mit 95 Euro höher angesetzt ist als die medizinische Bewertung der dynamischen Körperfunktionen mit ihren komplexen Verhältnissen. Dr. Michael Janusz Koss Dr. Harald Burggraf

QUELLE Der Artikel wurde im Deutschen Ärzteblatt 2012; 109(39): A-1951 / B-1587 / C-1559 erstveröffentlicht. Nachdruck mit freundlicher Genehmigung.

ZUM WEITERLESEN Weitere Ausführungen und eingehende Begründungen finden Sie auf: www.aerzteblatt.de/121951

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Unterwegs

ÖGO

Facharztausbildung in Österreich Die Weiterbildungsordnung in O und U steht in Deutschland auf dem Prüfstand. Grund genug, einen Blick über die Grenze zu werfen. Der Weg zum Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie ist zum Beispiel in Österreich ein anderer als hierzulande.

Die gesetzlichen Grundlagen für die Facharztausbildung werden in Österreich im Ärztegesetz und in der darauf beruhenden Ärzteausbildungsordnung geregelt. Gesetzlich verordnet werden die Anzahl der Sonderfächer, die Sonderfachdefinitionen und die Ausbildungsdauer in den einzelnen Fächern. In der 14. Ärztegesetz-Novelle wurde in einem „übertragenen Wirkungsbereich“ die inhaltliche Ausgestaltung der Facharztausbildung an die Österreichische Ärztekammer übertragen. Ebenso wird in der Verordnung festgehalten, dass die inhaltliche Ausbildung nach „Kenntnissen“, „Erfahrungen“ und „Fertigkeiten“ zu differenzieren ist. Unter „Kenntnissen“ wird das theoretische Wissen als Grundlage für die praktische Ausführung ärztlicher Tätigkeit verstanden. „Erfahrungen“ bezeichnen empirische Wahrnehmungen ärztlicher Tätigkeit in aktiver oder passiver Rolle im Zuge der Betreuung von Patienten; und „Fertigkeiten“ bezeichnen ärztliche Tätigkeiten, die Ärzte unmittelbar am oder mittelbar für Menschen ausführen. Für jede Facharztausbildung werden darüber hinaus vom Bundesministerium für Gesundheit gesellschaftlich relevante Ausbildungsinhalte, wie Berücksichtigung von geschlechtsspezifischen Besonderheiten, Psychosomatik, fachspezifische Geriatrie, fachspezifische Schmerztherapie, fachspezifische medizinische Betreuung von Behinderten sowie Palliativmedizin vorgegeben. Die Beschreibung der Ausbildungsinhalte in den einzelnen Fächern erfolgt durch die Österreichische Ärztekammer in Zusammenarbeit mit den wissenschaftlichen Fachgesellschaften.

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Für eine sinnvolle Rotation Die Österreichische Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie (ÖGO) verfolgt zusammen mit der Ärztekammer seit Jahren eine festgelegte Philosophie: In den Kenntnissen muss sich die gesamte Breite des Faches wiederfinden. Die Erfahrungen werden sicher spezifisch durch den Charakter der Ausbildungsstätte definiert sein, und daher tritt die ÖGO für eine sinnvolle Rotation ein. Die Fertigkeiten, die erlernt werden sollen, müssen dem Abbild der orthopädischen Krankheitsbilder in der Bevölkerung entsprechen. Das führte bereits in der Vergangenheit dazu, dass sich unsere Fachgesellschaft einerseits für eine Basisausbildung ausgesprochen hat, die sich an der Basisversorgung orientiert, und andererseits für Spezialisierungen in einzelnen Krankheitsbildern, die diese Basisausbildung vertiefen. Für die Facharztausbildung sind die Primarärzte der Fachabteilungen mit Ausbildungsstellen verantwortlich. Um die Breite des Faches in den Kenntnissen in strukturierter und qualitativ hochwertiger Form anbieten zu können, und um die praktische Facharztausbildung in den Krankenhäusern zu entlasten, veranstaltet die ÖGO seit vielen Jahren Ausbildungsseminare. Seit 2009 gibt es diese in verbreiteter und verbesserter Form. In 18 zweitägigen Seminaren werden Grundlagen, Vertiefendes zu einzelnen Krankheitsbildern, die beiden bestehenden Additivfächer, Bereiche der konservativen Orthopädie und pharmakologische Aspekte behandelt. Dabei werden

jeweils drei Ausbildungsseminare in einer Woche geblockt. Damit können die in Ausbildung stehenden Fachärzte mit einem Aufwand von jeweils zwei Wochen im Jahr in drei Jahren das gesamte Programm absolvieren. Um den zukünftigen Fachärzten für Orthopädie einen „akademischen Mehrwert“ anzubieten, werden diese Ausbildungsseminare auch als „certified program“ in Kooperation mit der DonauUniversität Krems als Voraussetzung für ein daran anschließendes zweisemestriges Masterstudium angeboten. Damit stellt die ÖGO sicher, dass jährlich etwa 50 neue kompetente Fachärzte für Orthopädie ins Gesundheitssystem kommen. Besonders erfreulich ist, dass bei dem 2009 gestarteten Masterlehrgang in diesem Herbst mit Abschluss der ersten Masterthesen auch die ersten Graduierungen zum Master of Science (MSc orthopedics) erfolgen werden. Die Facharztausbildung ist auf dem Weg zur „Bologna“- und damit zur Europareife. Prof. Dr. Stefan Nehrer

Prof. Dr. Stefan Nehrer ist Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie.

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Namen

Personalia

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Dr. Stefan Bartsch, zuvor Ärztlicher Direktor und Chefchirurg am Krankenhaus Bethel in Brückburg, ist dort in die Position des Leitenden Arztes der Sektion für Schulter- und Gelenkchirurgie gewechselt. Zugleich ist er in der Praxis am Wall in Rinteln als niedergelassener Arzt tätig.

Dr. Norbert Langen hat die Ärztliche Leitung der Paracelsus-Klinik in Bremen übernommen. Dort war der niedergelassene Facharzt für Orthopädie, physikalische und rehabilitative Medizin, Chirotherapie bislang als Belegarzt tätig und wirkte maßgeblich am Aufbau der integrativen Abteilungen der Klinik mit.

Prof. Dr. Stefan Endres, ehemals geschäftsführender Oberarzt des orthopädischen Schwerpunktkrankenhauses Elisabeth-Klinik, Klinik für Orthopädie, Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Bigge-Olsberg/Sauerland, wurde zum Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie am Krankenhaus Rheinfelden/Lörrach gewählt.

Prof. Dr. Andreas Leithner ist seit 1. Oktober 2012 der neue Klinikvorstand der Universitätsklinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie an der Medizinischen Universität in Graz. Er leitete diese Klinik bereits kommissarisch seit 2010.

Dr. Gernot Felmet, ärztlicher Leiter der Artico-Sportklinik in Villingen-Schwenningen, wurde im Rahmen des Worlds Sports Trauma Congress und des 7. EFOST Congress zum Vizepräsidenten des Executive Board der European Federation of National Associations of Orthopaedic Sports Traumatology (EFOST) gewählt.

PD Dr. Sabine Ochman, geschäftsführende Oberärztin an der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie des Universitätsklinikums Münster, wurde im Fach Orthopädie und Unfallchirurgie mit der Arbeit „Beschleunigung der Knochen- und Muskelregeneration nach akutem Trauma durch Stimulation der Angiogenese“ habilitiert.

PD Dr. Jörg Holstein, Oberarzt an der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie des Universitätsklinikums des Saarlandes, ist der Wissenschaftspreis 2012 der AO Deutschland verliehen worden. Seine Forschungsarbeit trägt den Titel: „Exercise enhances angiogenesis during bone defect healing in mice“.

Prof. Dr. Hans-Jörg Oestern, früherer Chefarzt der unfallchirurgischen Klinik am Allgemeinen Krankenhaus Celle, erhielt von der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung in Anerkennung seiner innovativen Forschung auf dem Gebiet der Chirurgie die Volkmann-Plakette. Außerdem verlieh ihm die European Society for Trauma and Emergency Surgery (ESTES) ihre Ehrenmitgliedschaft.

Prof. Dr. Andreas Lahm, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie „Master of Public Health“ mit dem Schwerpunkt „Management im Gesundheitswesen“, ist seit dem 1. Oktober 2012 Geschäftsführer sowie Sprecher der Geschäftsführung der Kliniken Maria Hilf in Mönchengladbach.

Univ.-Prof. Dr. Michael J. Raschke, Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie des Universitätsklinikums Münster, wurde von der AO Deutschland zum Präsidenten 20132014 gewählt. Er folgt damit dem derzeitigen Präsidenten Prof. Dr. Hans-Jörg Oestern (Celle).

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Namen

Wir gratulieren... Prof. Dr. Michael Schädel-Höpfner ist ab dem 1. Januar 2013 neuer Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie am Lukaskrankenhaus Neuss. Er tritt damit die Nachfolge von Dr. Honke Hermichen an. Prof. Schädel-Höpfner war seit 2005 an der Klinik für Unfallund Handchirurgie des Universitätsklinikums Düsseldorf tätig und dort seit 2008 leitender Oberarzt. Dr. Julia Seifert, Leitende Oberärztin in der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Unfallkrankenhaus Berlin, übernimmt kommissarisch das Amt der Vizepräsidentin des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen (BDC). Auf der Mitgliederversammlung des BDC am 1. Mai 2013 stellt sie sich ihrer ordentlichen Wahl.

… Herrn Prof. Dr. Hans K. Uhthoff, Ottawa, Ontario, Kanada, zum 87. Geburtstag. Prof. Uhthoff ist seit 1989 korrespondierendes Mitglied der DGOOC, im Jahr 2007 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft verliehen. … Prof. Dr. Otto Oest, Düsseldorf, zum 80. Geburtstag. Er war 1980 Präsident der 30. Tagung der Norddeutschen Orthopädenvereinigung und mehrfach Kassenprüfer beim Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie.

Herzlichen Glückwunsch! Wir möchten Ihnen auf diesem Weg dafür danken, dass Sie unsere Gesellschaften mit Ihrem Einsatz und Ihren Ideen mitgestaltet und vorangebracht haben. Ihnen alles erdenklich Gute zu Ihrem Jubiläum! Die Vorstände von BVOU, DGOOC, DGOU und DGU

Prof. Dr. Werner Siebert, Ärztlicher Direktor der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel, wurde kürzlich in Mailand zum Präsidenten der European Hip Society (Europäische Gesellschaft für Hüfterkrankungen) gewählt. Er folgt auf den schwedischen Orthopäden Gösta Ullmark.

Prof. Dr. Hans-Ulrich Steinau ist seit September 2012 Senior Consultant für plastische Chirurgie am Universitätsklinikum Essen. Er emeritierte im Juni 2012 und schied nach über zwanzigjähriger Tätigkeit aus den Diensten des Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil und der Ruhr-Universität Bochum aus. Prof. Dr. Ulrich Stöckle, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Unfallund Wiederherstellungschirurgie der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Tübingen, wurde zum Schatzmeister der AO Deutschland für die Jahre 2013 bis 2016 gewählt.

Prof. Dr. Paul Otte wird 90 Paul Otte hat am 14. November 2012 das 90. Lebensjahr vollendet. Sein Leben hat er von Anfang an der Orthopädie gewidmet. Nach dem Studium in Hamburg war er zunächst wissenschaftlicher Assistent unter C. Mau, dann nach seiner Habilitation 1962 Oberarzt und später sogar kommissarischer Direktor der Klinik. Sein besonderes wissenschaftliches Interesse galt während seiner gesamten aktiven Zeit der Knorpelforschung. Seine Habilitationsschrift „Über das Wachstum des Gelenkknorpels“ wurde von der DGOT 1966 mit dem Heine-Preis ausgezeichnet. Von der Knorpel- zur Arthroseforschung ist es nicht weit. Und so hat sich Otte mit seiner Berufung nach Mainz an die neu gegründete orthopädische Universitätsklinik unter der Leitung von Brussatis dann vor allem mit der „Systematik des Arthroseprozesses und Zuordnung der pathophysiologischen Phänomene“ beschäftigt. In seiner klinischen Tätigkeit hat er sich durch die Gründung eines kooperativen Rheumazentrums von Mainz und Bad Kreuznach hervor getan, was durch die Präsidentschaft der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie 1979/80 gewürdigt wurde. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie hat ihn in Anerkennung seiner Verdienste 1994 zum Ehrenmitglied ernannt. Der Vorstand gratuliert Paul Otte zum 90. Geburtstag und wünscht ihm alles Gute. Prof. Dr. Fritz Uwe Niethard Generalsekretär DGOOC

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Namen

In Memoriam Prof. Dr. Erwin Georg Hipp risation des menschlichen Skelettes“, insbesondere des Hüftkopfes. Die damals von ihm und Kollegen entwickelte Methode der Gefäßdarstellung im Bereich des Hüftkopfes war wegweisend. Sehr früh (1954/1955) war er als Resident in den USA und hat dort die neuesten Entwicklungen in der medizinischen Ausund Weiterbildung erfahren und das Potential erkannt. Dies hat er stets versucht, auch in Deutschland umzusetzen. 1957 begann er seine Facharztausbildung für Orthopädie bei Prof. Max Lange, der eine Autorität auf dem Gebiet der Orthopädie der damaligen Zeit war. Die Untersuchungen zu Knochennekrosen wurden fortgesetzt und vertieft, wobei er neben den angiographischen Darstellungen histologischer Untersuchungen mit neuentwickelten Techniken weitere Fortschritte auf diesem Gebiet brachte. Von 1966 bis 1970 war er Chefarzt der Orthopädischen Klinik in Dortmund, die zu den ganz großen orthopädischen Kliniken der damaligen Zeit gehörte.

Erwin Hipp, *29. August 1928, † 2. Oktober 2012

Am 2. Oktober 2012 ist Prof. Hipp nach einem erfüllten Leben im Kreise seiner Familie verstorben. Erwin Hipp wurde am 29. August 1928 in Zell bei Füssen geboren. Er war der Sohn des weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannten Zimmermeisters Joseph Hipp und seiner Ehefrau Barbara. Er wuchs in einem von der katholischen Kirche geprägten Umfeld auf. Er war leidenschaftlicher alpiner Sportler und fand in diesem Kreis viele Freunde, die ihn sein ganzes Leben begleiteten. Als Bergsteiger war er weltweit sehr aktiv und galt als herausragender Kletterer, der alle möglichen Schwierigkeitsgrade, einschließlich einer Erstbesteigung, gemeistert hat. Er war deshalb in der Bergsteigerszene hoch geachtet. Am Ende des Zweiten Weltkrieges gelang ihm die Flucht vor einer SS-Streife von Innsbruck über die Berge bis in seine Heimat, was ihm im damaligen harten Winter nur durch eine äußerst starke Physis und Psyche gelingen konnte. Diese Erlebnisse waren für ihn lebensprägend – wie er mir selbst persönlich schilderte. Nach dem Studium der Medizin in Freiburg und München begann er seine medizinische Ausbildung zunächst in der Anatomie der LMU bei Prof. Ritter Titus von Lanz. Seine Doktorarbeit über die „Embryonale Entwicklung des Kniegelenkes“ schloss er 1953 mit summa cum laude ab. Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit lag auf dem Gebiet der „Vaskula-

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Am 2. April 1970 nahm er seine Arbeit als Ordinarius für Orthopädie am Klinikum rechts der Isar auf. Er gehörte somit der Gründergeneration der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität München an. Früh hat er die Problematik von Gelenkersatz und Infektionen erkannt und daraus die Konsequenz eines sogenannten „hochreinen OP-Bereichs“ in seiner Klinik umgesetzt. Er startete bei Null (Büro) und entwickelte die Klinik mit drei Stationen, eigener Operationseinheit, eigener Intensiveinheit und einer Forschungseinheit, die zunächst biomechanisch ausgerichtet war. Sein persönliches wissenschaftliches Kernthema blieben die Knochennekrosen und speziell die Hüftkopfnekrose. Für Letztere führte er die operative Therapie mit elektromagnetischer Feldbehandlung ein, welche im weltweiten Vergleich Erfolge feiern konnte. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Gebiet der Tumororthopädie, die Schritt für Schritt, sowohl organisatorisch (Tumorboard) wie auch thematisch (Tumorendoprothetik) weiter entwickelt wurde. Da er selbst ein sehr sportlicher Mensch war und unter anderem mit der Betreuung der Eishockey-Nationalmannschaft betraut war, lag ihm die Sportorthopädie am Herzen. Daraus entwickelte sich letztendlich eine Abteilung für Sportorthopädie in der Klinik für Orthopädie. Dies hat zu weiterem nationalem Ansehen geführt. Prof. Dr. Erwin Georg Hipp hat aus der kleinsten orthopädischen Klinik Deutschlands eine weltweit anerkannte Institution gemacht. Ich selbst bin dankbar, dass ich an vielen Lehrbüchern von ihm mitwirken konnte und ihm letztendlich auf den Lehrstuhl für Orthopädie und Sportorthopädie nachfolgen durfte. Die Taten bleiben, die Ideen werden weiterleben. Univ.-Prof. Dr. Reiner Gradinger

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Aus den Verbänden

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Aus unseren Verbänden Berichte und Angebote Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie

Liebe Mitglieder! Auf den nachfolgenden Seiten berichten die Fachgesellschaften und der Berufsverband aus ihren Gremien und Geschäftsstellen. Hier erfahren Sie, welche Arbeit im zurückliegenden Jahr geleistet wurde, wie künftige Pläne aussehen, welchen Benefit Sie von Ihrer Mitgliedschaft bei uns haben.

Sie fragen – Ihr Vorstand antwortet. Wenn Sie Fragen zur Arbeit Ihres Vorstandes haben, zögern Sie bitte nicht, sich damit via E-Mail an uns zu wenden. Wir werden Ihre Anfragen unverzüglich an den passenden Ansprechpartner weiterleiten und Frage und Antwort in der nachfolgenden Ausgabe der „OU Mitteilungen und Nachrichten“ veröffentlichen. Je nachdem, von wem Sie es genauer wissen wollen, richten Sie Ihre Anfrage bitte an die Geschäftsstelle des Berufsverbandes: bvou@bvou.net der DGOOC: info@dgooc.de der DGOU: office@dgou.de der DGU: office@dgu-online.de

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Geschlossenheit ist der größte Erfolg Bericht von der BVOU-Mitgliederversammlung

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Ein neues Kapitel der Ärzteproteste ist seit September 2012 aufgeschlagen, betonte BVOU-Vizepräsident und Kongresspräsident des DKOU Dr. Andreas Gassen in seinem Bericht zur Mitgliederversammlung beim DKOU 2012. Das, was mit der Allianz der Berufsverbände begonnen wurde, werde weiterverfolgt und laufend verbessert. „Unsere Geschlossenheit war einer der größten Erfolge dieser Auseinandersetzungen. Auch die KBV hat sich einen gewaltigen Schritt bewegt, in dem ihr Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Köhler den Sicherstellungsauftrag auf den Prüfstand der ärztlichen Basis gestellt hat“, unterstrich Andreas Gassen. Auch wenn es nicht gelungen sei, in wirklich befriedigendem Maße die medizinische Leistung im Interesse des Patienten abzusichern, so konnten doch einige Weichenstellungen erreicht werden. Dr. Gassen ist einer der stellvertretenden Vorsitzenden der KBV-Vertreterversammlung und als Vorstandsmitglied des Spitzenverbandes Fachärzte Deutschlands (SpiFa) in die Allianzarbeit eingebunden gewesen. Als weichenstellendes Strukturelement sieht BVOU-Vize Gassen die Herauslösung der genehmigungspflichtigen Psychotherapie inklusive der probatorischen Sitzungen aus der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung – also nicht des gesamten Kapitels 35. Den Vorteil beschrieb Andreas Gassen am Beispiel Nordrhein: „Die Honorarsteigerungen sind teils so hoch, dass Honorarsteigerungen für uns Fachärzte dadurch aufgezehrt werden. Die Steigerung für die Fachärzte für 2012 war bereits im 1. Quartal durch die Psychotherapie verbraucht – ab diesem Zeitpunkt sind Realverluste zu verzeichnen. Deshalb ist die jetzt getroffene Regelung zumindest ein Schritt in die richtige Richtung – Ziel bleibt weiterhin, das gesamte Kapitel 35 aus unserem Topf auszulagern.“ Das zweite weichenstellende Strukturelement sind zusätzliche Mittel für die medizinische Grundversorgung. Je 125 Millionen gibt es für Fach- und Hausärz-

te. Andreas Gassen verwies auf das neue EBM-Kapitel für Orthopäden und Unfallchirurgen, das 2013 vorgezogen werden wird: „In unserem Kapitel haben wir grundversorgende, konservative Strukturen eingezogen, die durch die neuen Mittel finanziell besser ausgestattet werden.“: unter anderem Pauschalen, die die Morbidität abbilden; Doppelbesuche; technischer Grundkomplex. Wegen der negativen Honorarentwicklung für die Orthopädie und Unfallchirurgie in fast allen KVen suchte der BVOUVize auf regionaler Ebene das Gespräch. Die Probleme haben einen gemeinsamen Nenner: Die Honoraranforderungen und die Fallzahlen sinken – von Quartal zu Quartal zwar nur ein wenig, „aber auf Dauer höhlen wir so unseren Facharzttopf aus.“ Beispiel Nordrhein: Vom 1. Quartal 2009 bis jetzt geht jedes Quartal ein halbes Prozent verloren. Die Gründe sind weit gespannt: Sie reichen von der inneren Emigration, weil es nicht mehr viel für die Leistung gibt, bis zum Ausweichen in ein Übermaß an individuellen Gesundheitsleistungen. „Wir dürfen nicht vergessen, dass das Vorgängerjahr das Aufsatzjahr für das aktuelle Regelleistungsvolumen bildet. Unser Leistungsabbau wird so manifest. Wir reduzieren unser RLV jedes Jahr mehr und mehr.“ Daraus könne es nur einen Schluss geben: „Wenn wir die EBM-Änderung durchbekommen, dann erhalten wir einen vermehrten Aufgriff von Leistungen bei reduzierter Prüfzeit im fachärztlichen Versorgungsbereich. Wir steigern sozusagen unseren virtuellen orthopädischen Topf. Dies wird auch mit einem gesteigerten Honoraranteil einhergehen, der bei vier bis fünf Prozent liegen kann. Aber wenn wir weiter Anteile abgeben, kommen wir am Ende auf einen Null-Zuwachs. Denn wir haben in den Jahren zuvor wahrscheinlich bereits vier bis fünf Prozent verloren.“ Die Orthopäden müssen also ins Hamsterrad gehen, mehr Leistung erbringen – wie die anderen Fachgruppen dies auch tun, um dann im nächsten Jahr von der EBMReform zu profitieren: „Wir müssen mehr

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GKV-Leistung erbringen und weniger Gutachtertätigkeit oder IGeL.“ Durchaus beeindruckend – ein Blick aus dem Ausland Die deutschen Orthopäden und Unfallchirurgen nutzten den EFORT-Kongress zuletzt vor 17 Jahren in Deutschland, um die Bandbreite von konservativ bis operativ ihres Faches vorzustellen, berichtete BVOU-Vize Prof. Dr. Karsten Dreinhöfer. Jenseits der deutschen Grenze liegt der Schwerpunkt auf dem Operativen. „Wir konnten einen ergänzenden Akzent setzen: Indem wir zeigten, wie breit der deutsche Orthopäde aufgestellt ist. Die auswärtigen Besucher waren von der orthopädischen Landschaft bei uns sehr beeindruckt.“ Der DKOU 2013 wird nicht nur auf das Südgelände der Berliner Messe ziehen; er wird inhaltlich gewissermaßen erweitert durch den erstmals stattfindenden Deutschen Kongress für Versorgungsforschung. Gefahr erkannt – Gefahr gebannt? Der konservative Notstand im Land ist bei den Entscheidungsträgern angekommen. Prof. Dreinhöfer zitierte dazu den letzten Ärztetag in Nürnberg. Dort wurde das Fehlen konservativer Inhalte in fast allen Bundesländern festgehalten. Auch am Willen mangele es nicht, diese wieder zu positionieren – ein wichtiger Anstoß für die Reform der Weiterbildungsordnung (WBO). Es gehe darum, die konservativen Inhalte im Fach Orthopädie und Unfallchirurgie klarer zu machen; diese sind, so Prof. Dreinhöfer, dort zwar schon alle abgebildet, aber die Überprüfung und der Nachweis sind nur sehr vage gehalten. Der negative Effekt dieser laxen Haltung: Das Konservative könne auch in einer rein operativen Einrichtung „gelernt“ werden. Ein wichtiges Vehikel, konservative Inhalte zu verankern, ist die Zusatzqualifikation von Interessierten – dazu wird entweder eine neue Qualifikation eingeführt

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oder eine bestehende so umorganisiert, dass sie als Sammelbecken des Konservativen dienen kann. Prof. Dr. Almut Tempka, Charité Berlin, leitet dazu einen Arbeitskreis. Weil in den kommenden beiden Jahren über die Ärztetage nichts zu erreichen sein wird, kann man erste Pflöcke mittels der Überprüfungsmöglichkeiten bereits über die Landesärztekammern einschlagen. „Gegenwärtig denken wir, dass wir die Orthopädische Rheumatologie als ein solches Sammelbecken heranziehen. Das Ziel ist es, dass sich O und U weiter mit ihrer Kernkompetenz operativ/konservativ positionieren kann und soll“, erklärte Karsten Dreinhöfer. Die Neustrukturierungsziele der Bundesärztekammer fasste Prof. Dreinhöfer so zusammen: Zeitlich entschlackt, aber ihrer Inhalte nicht beraubt; weniger formalistisch nach Schema F, dafür gestaltbaren Raum für Interessenausbildungen lassen. So soll die Flexibilisierung vorrangig über Inhalte, nicht über Zeiten definiert werden. Gleichzeitig sollen Berufs- und Sozialrecht in Einklang gebracht werden – die WBO soll näher an die spätere Berufsausübungswirklichkeit rücken. Auch soll die WBO starke ambulante Ausbildungsteile umfassen, die auch berufsbegleitend absolviert werden können: „Die sehr straffe und formelle WBO, die wir durchlaufen haben, soll gelockert werden“, schildert Karsten Dreinhöfer. Des Weiteren wird geplant, die Richtzahlen abzusenken. Kurzum: „Es sollen realistische Anforderungen erarbeitet werden, deren Erfüllung und Nachweis realistisch sein werden.“ Jedes Fachgebiet soll separat einen Lernzielkatalog mit einem Kernkompetenzblock erstellen. Auf das Land kommt es an BVOU-Vorstandsmitglied Dipl.-Med. Frank Schulz stellte heraus, wie wichtig die intensive orthopädisch-unfallchirurgische Arbeit in den Ländern ist. Hier würden sich Dinge vorantreiben lassen, die auf Bundesebene stocken könnten. Schulz war Listenführer der Facharztfraktion bei der Kammerwahl in Brandenburg: „Wir sind die zweitstärkste Fraktion geworden: ein sehr gutes Ergebnis. Es kommt bei den Vorstandswahlen jetzt auf die Positionierung der stärksten Fraktion, den Marburger Bund, an, ob sie wieder ein Bündnis mit den

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Hausärzten anstreben wird mit der Folge, dass die Fachärzte politisch außen vor bleiben könnten (Wahlen nach Redaktionsschluss am 17. November 2012). Wir führen intensive Gespräche, um dies abzuwenden.“ Medizinstudierende so früh wie möglich abholen Einig mit seinem Vorstandskollegen Frank Schulz zeigte sich Dr. Helmut Weinhart hinsichtlich der Bedeutung der Regionen. Ihnen komme eine Transmitterfunktion als berufspolitische Werkstatt zu. Nicht minder bedeutsam ist für Helmut Weinhart das Junge Forum der DGOU, der Zusammenschluss der jungen Orthopäden in Weiterbildung. Breiter BVOU-Konsens herrscht in der Überzeugung, die jungen Medizinstudierenden so früh wie möglich abzuholen. Helmut Weinhart identifizierte zwei Interessengruppen: „Eine Gruppe kommt direkt nach dem Abitur mit hoher Unsicherheit, was sie nach dem Studium machen soll; die andere Gruppe, die auf den Medizinstudienplatz warten muss und sinnvoll überbrückt, hat eine klarere Vorstellung vom Studienziel. Diese unterschiedlichen Facetten gilt es aufzufangen.“ Eine weitere Herausforderung: Urologen, Orthopäden und Unfallchirurgen müssen sich gleichermaßen damit beschäftigen, dass nur zehn Prozent der weiblichen Studentinnen diese Fächer wählen und dies bei 60 Prozent Studienanfängerinnen! Aktuelle Projekte der beiden BVOU-Beauftragten: der Aufbau eines Famulaturund Hospitationspools. „Ich bitte meine Kolleginnen und Kollegen, sich bei uns zu melden“, fordert Helmut Weinhart auf. Außerdem wurde an der Medizinischen Fakultät der Universität Göttingen das Wahlfach in der Vorklinik als Modellprojekt installiert. In der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns ist Helmut Weinhart im Beratenden Fachausschuss der Vorsitzende der Fachärzte und gemeinsam mit Dr. Matthias Graf mit der Umsetzung des HVMs beschäftigt. Zum Abschluss noch Informationen zur Haftpflichtversicherung: Nicht die Schadensfälle, aber die Schadenshöhen seien nach oben gegangen. Das Problem: Die Anzahl an Schäden sei relativ gering, aber die Häufung mache Sorgen. Die Vorgabe

des BVOU war, eine möglichst moderate Erhöhung des Beitrags zu erreichen. Deshalb wurde eine Zusatzgebühr für die Injektion in den Spinalkanal akzeptiert; so konnten beim stationären und ambulanten Operieren die übrigen Beiträge beibehalten werden. Ein Versichererwechsel wäre nicht sinnvoll gewesen – denn das Patientenrechte-Stärkungsgesetz werde zu einem Problem für die Haftpflichtversicherer. Wolle man mit einem neuen Versicherungsprofil bei einem neuen Versicherer abschließen, müsse man damit rechnen, dass gerade in der Anfangsphase die Beiträge in der Gruppenversicherung explodierten. Herausgenommen wurde aus der Gruppenversicherung die kostenfreie Mitversicherung der Praxisvertretung. Diese wurde geopfert, um die Beiträge an sich stabil zu halten. GOÄ – ein Trauerspiel nimmt seinen Lauf Ab geht es mit der App der ADO. Prof. Dr. Karl-Dieter Heller stellte das nützliche mobile Programm für Android Smartphones vor. Dieses ermöglicht die schnelle Kurssuche: „Wir erwarten für die ADO eine positive Bilanz 2012. Durch die Bereicherung der ORh-Zertifzierungskurse gibt es eine Menge an Kursen, die wir bewältigen möchten“, so der BVOU-Vorstand. Der auch für ihn unerfreulichste Teil seines Berichts zur Mitgliederversammlung bezog sich auf die neue GOÄ. Von dieser hofft auch Prof. Heller mittlerweile, dass es besser bei der Altfassung bliebe: „Ein Trauerspiel nimmt seinen Lauf.“ Der PKV-Verband fordere eine Abstufung, er wolle weniger bezahlen. Es herrsche also maximaler Dissens, und bis zur Wahl wird sich nichts entscheiden. Je nach Ausgang der Bundestagswahl rechnet Prof. Heller mit einer spannenden Entwicklung. Karl-Dieter Heller wird, in Nachfolge von Andreas Gassen, 2013 der BVOU-Kongresspräsident des DKOU sein: „2013 darf ich in die Bütt.“ Umarmung nach dem Erfolg Prof. Dr. Hartmut R. Siebert, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, stellte das Verschmelzen von Orthopädie und Unfallchirurgie in den Mittelpunkt seines Beitrags. Gemeinsam solle man die Öffentlichkeitswirkung nach innen und außen verstärken. Geplant ist unter anderem eine neue

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Homepage der DGOU 2013: „Man soll erkennen, dass es ein neues Fach gibt.“ Als weitere Etappenziele sieht er eine Bürogemeinschaft, Synergien im Bereich der Mitgliederverwaltung und Kommunikation. Die aktuelle Projektzusammenarbeit belege eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Als Ansporn will er seine Haltung verstanden wissen, sich nicht „vor dem Erfolg zu umarmen“, sondern nach dem Erreichten. Auch er bezeichnete die Gewinnung des Nachwuchses als zentrale Aufgabe. Bei ihm könne man punkten, wenn die Einheit von Berufsverband und Fachgesellschaft deutlich werde: „Dazu müssen wir uns alle bewegen und den Jüngeren vermitteln, was ihr Vorteil ist, wenn sie bei uns sind.“ Rekordverdächtig, aber... Im Jahr 2011 wurde mit 209.000 Euro ein Rekordüberschuss erzielt. Wie ein Lottogewinn ist dieser geeignet, Begehr-

lichkeiten zu wecken. Deshalb wies der BVOU-Schatzmeister Dr. Peter Heppt schon auf eine weniger rosige Zukunft hin. Die guten Zahlen beruhen auf Effekten wie der Beitragserhöhung und der Beteiligung an den Einnahmen des DKOU. Auch zeige die Umstrukturierung Wirkung: geringere Geschäftsführerkosten, Rechts- und Beratungskosten. Überdies seien die Ausgaben für den Personalaufwand rückläufig. Stabil seien die Ausgaben für die Reise- und Bürosachkostenvergütung aller Mandatsträger in Bund und Ländern. Die Rücklagen belaufen sich auf 900.000 Euro – das sei top.

Mitglieder in eigener Praxis; 1.000 aus Klinik, und die am stärksten wachsende seien die Ruheständler (beitragsfrei). Der Schatzmeister, so Peter Heppt, kann wegen der Fesselung durch Fixkosten nichts mehr gestalten: „Am besten wäre es, wenn wir mehr Mitglieder bekämen.“

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Der Präsident dankte allen Mitarbeitern der Geschäftsstelle für Ihr Engagement in diesem Jahr.

Beitragserhöhung und Altersstatistik belegen: Der BVOU ist ein alternder Verein: „Wir sind einer der wenigen Vereine, der 55-Jährigen die Möglichkeit bietet, zu den Jüngeren zu gehören. Das Problem sind nicht Austritte, sondern die fehlenden Eintritte.“ Die Mitgliederzusammensetzung sieht wie folgt aus: 3.600

Joachim Stier, freier Journalist in Berlin/ Aachen

AUFBRUCH IM UMBRUCH ■ Berufsunzufriedenheit – Sicherstellungsauftrag wird hinterfragt: eine Initiative der KBV, der sich der BVOU angeschlossen hat ■ mehr Nähe zum Patienten – Stärkung der konservativen Therapie in Ound U ■ Honorar – Vorschläge zur EBM-Reform liegen bei KBV ■ Bürokratie – Abschaffung der 10 Euro Praxisgebühr

system, das auf Inhalte und Motivation setzt, den Arztberuf nach Beendigung des Studiums auch auszuüben. Wir haben ein wunderbares Fach Orthopädie und Unfallchirurgie, mit dem wir die gesamte Spannbreite der medizinischen Versorgung abdecken können. Dieses breite Spektrum müssen wir auch den Medizinstudierenden nahebringen. Unsere Youngsters sind dabei sehr aktiv.

Die Stimmung der diesjährigen Mitgliederversammlung während des DKOU könnte man mit „Umbruch“ beschreiben. Würden Sie dem zustimmen, Herr Präsident Mälzer?

Darin steckt viel Arbeit.

Und die Stärkung der Therapie konservativ – rheumatologisch- operativ.

Helmut Mälzer: Umbruch bedeutet Wandel. In einem stetigen Wandel stecken der BVOU und die Ärzteschaft im Allgemeinen. Es ist richtig, dass man die Umbrüche an den Themen der Mitgliederversammlung festmachen machen kann. Dabei hat der BVOU bereits Strukturen geschaffen, mit deren Hilfe sich der Wandel gestalten lässt:

Erfreulich zuerst, dass wir Orthopäden und Unfallchirurgen im Verband zusammenhalten – nicht Austritte sind das Problem. Hier setzt der Vorstand unter anderem auf unsere Youngsters. Durch die aktive Einbindung der Studenten und späteren jungen Assistenten wird sich der Verband für die nachrückende Generation öffnen. Die Zusammenarbeit mit dem Jungen Forum der DGOU wird verstärkt.

Die diesjährige Mitgliederversammlung brachte viele neue Themen auf die Tagesordnung. Eine Bewertung gibt BVOU-Präsident Helmut Mälzer im Interview.

■ überalterte Mitgliederstruktur – Youngsters ■ zu wenig junge Ärzte für O und U – unter anderem Reform der Weiterbildungsordnung

Im Einzelnen: die Mitgliederstruktur des BVOU.

Wichtig für die Jüngeren ist die Reform der WBO. Das ist richtig. Weg vom starren Korsett, hin zu einem flexiblen Aus- und Weiterbildungs-

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Das Konservative ist ein wichtiger, aber bekanntermaßen von den Kassen vernachlässigter Aspekt unserer Arbeit. Eine bessere Finanzierung für „Basisversorgung“ scheint in Sicht und wird vor dem Bewertungsausschuss verhandelt werden. Die Schnittmenge zur Rheumatologie ist wichtig. Die Öffentlichkeit weiß noch zu wenig davon. Die Aufklärungsarbeit unseres Kollegen Schwokowski und seiner Kollegen in den Qualitätsnetzen ist sehr erfolgreich. Wichtig ist auch unsere jahrelange Forderung nach Abschaffung der Bürokratie (Praxisgebühr), damit mehr Zeit für unsere Patienten bleibt. Interview: Joachim Stier

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BVOU

Aus den Verbänden

Schadenmeldungen zum HaftpflichtRahmenvertrag für BVOU-Mitglieder

SERVICE FÜR BVOU-MITGLIEDER

Der BVOU kooperiert schon seit vielen Jahren mit der Funk-Hospital-Versicherungsmakler GmbH, auch hinsichtlich einer privaten Unfallversicherung. Für Informationen und die Erstellung von Angeboten für BVOUMitglieder stehen die Mitarbeiter des BVOUKooperationspartners gerne zur Verfügung.

Dr. Stefan Wilhelmi, Funk-Gruppe

Immer wieder tauchen Unklarheiten im Zusammenhang mit der Behandlung von Schadenfällen auf, welche zum Haftpflicht-Rahmenvertrag gemeldet werden. Mit den nachfolgenden Ausführungen soll versucht werden, diese Unklarheiten zu beseitigen:

in seiner Lebensführung erstattet werden.

Was ist eine Reserve/Rückstellung? Nach Anmeldung eines Schadenfalls beim Versicherer bildet dieser eine Rückstellung. Diese Rückstellung wird in der Höhe gebildet, in der der Versicherer glaubt, Aufwendungen zur Erledigung des Schadenfalles vornehmen zu müssen. Ergeben sich neue Erkenntnisse im Laufe eines Verfahrens (zum Beispiel neue Gutachten, Bescheide der Schlichtungsstelle, Gerichtsentscheidungen, etc.), werden diese Rückstellungen je nach Bedarf nach oben oder unten entsprechend berichtigt.

Wie errechnet sich die Schadenquote eines Vertrages? Die Schadenquote berechnet sich aus dem Verhältnis der eingezahlten Prämie zum Schadenaufwand, wobei sich der Schadenaufwand aus den gebildeten Rückstellungen und den tatsächlich erbrachten Zahlungen zusammensetzt. Wie setzen sich geltend gemachte Ansprüche zusammen? Die Ansprüche können aus verschiedenen Komponenten bestehen:

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Schmerzensgeld: Diese Ansprüche beziehen sich auf einen immateriellen Schaden. Dem Geschädigten soll ein billiger Ausgleich für erlittene Schmerzen und Beeinträchtigungen

Schadenersatzansprüche: Hiermit wird Ersatz für die tatsächlich entstandenen Schäden beansprucht (Verdienstausfall, Mehraufwendungen für die Haushaltsführungen, eventuell erforderliche Umbaumaßnahmen, etc.). Regresse der Kostenträger: Hier nehmen die Krankenkassen den Verursacher (schädigender Arzt) hinsichtlich der Kosten in Anspruch, die durch die fehlerhafte Berufsausübung entstanden sind (weitere OP, Reha-Kosten, etc.). Dabei wird also nicht der geschädigte Patient, sondern vielmehr die dahinterstehende Krankenkasse aktiv. Hier ist zu beobachten, dass Krankenkassen verstärkt versuchen, die betroffenen Mediziner in Regress zu nehmen. Hinsichtlich dieser Regressansprüche sind zahlreiche Krankenkassen und Haftpflicht-Versicherer an einem sogenannten „Teilungsabkommen“ beteiligt. In diesem Teilungsabkommen sind zwischen Haftpflicht-Versicherer und Krankenkasse vereinbarte Regulierungsquoten festgelegt, damit arbeits-, zeit- und kostenintensive Einzelermittlungen vermieden werden können. Der Vorteil liegt zudem in der Vermeidung negativer Publicity (öffentliche Aufmerksamkeit im Hinblick auf einen Haftpflichtfall, der durch die Presse wandert). Voraussetzungen: ■ Ein Mitglied der Krankenkasse wird verletzt. ■ Die Krankenkasse ersetzt die Aufwendungen.

Kontakt: Funk-Hospital-Versicherungsmakler GmbH Funk Ärzte Service Valentinskamp 20 20354 Hamburg Tel.: (0 40) 35 91 4-285 s.wilhelmi@funk-gruppe.de www.funk-gruppe.de

■ Es besteht eventuell ein Schadenersatzanspruch des Versicherten. ■ Zwischen eingetretenem Schaden und dem versicherten Risiko besteht ein Zusammenhang.

Ablauf: Kommt ein Teilungsverfahren zur Anwendung, wird auf die Prüfung der Haftungsfrage verzichtet. In der Regel erfolgt keine Anrechnung der vom Haftpflicht-Versicherer zu erbringenden Leistung auf die Schadenquote des Arzt-Haftpflicht-Vertrages.

Ergebnis: Eine Vereinbarung ersetzt die Prüfung der Haftungsfrage. Die Krankenkasse erhält vom HaftpflichtVersicherer einen bestimmten Prozentsatz ihrer Aufwendungen.

Ausnahme: Besonders gravierende Einzelfälle.

Wer entscheidet über das Schicksal eines Haftpflichtanspruchs? Nach Meldung eines Haftpflichtfalles bei einem Versicherer ist der HaftpflichtVersicherer alleiniger Herr des Verfahrens. Er allein entscheidet darüber, ob ein Anspruch zurückgewiesen, verglichen oder befriedigt wird. Natürlich ist es wünschenswert, dass eine entsprechende Abstimmung zwischen Versicherer und Versicherungsnehmer erfolgt. Eine

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rechtliche Verpflichtung für den Versicherer hierzu gibt es jedoch nicht. Widerspricht der Versicherte einem Regulierungsvorschlag des Versicherers, so läuft er Gefahr, letztlich die Aufwendungen selbst tragen zu müssen, die über dem ursprünglichen Regulierungsvorschlag des Versicherers liegen. Soweit ist größte Vorsicht geboten (Beispiel im nebenstehenden Kasten). In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass der betroffene Mediziner verpflichtet ist, seinem Haftpflicht-Versicherer alle zur eigenen Beurteilung erforderlichen Unterlagen zur Verfügung zu stellen und ihn wahrheitsgemäß über den Sachverhalt zu unterrichten. Nur so kann der Versicherer in die Lage versetzt werden, seinen Aufgaben nachzukommen: nämlich nach qualifizierter Prüfung eines Haftpflichtanspruches zu entscheiden, ob der Anspruch zurück-

gewiesen, verglichen oder voll reguliert werden soll.

BEISPIEL Ein Patient macht wegen einer angeblichen Fehlbehandlung einen Anspruch von 100.000 Euro geltend. Der Versicherer möchte diesen Anspruch durch die Zahlung eines Betrages von 50.000 Euro erledigen. Der betroffene Arzt widerspricht einer solchen Regelung, weil er der Auffassung ist, ein solcher Betrag sei überhöht. Der Versicherer verzichtet daraufhin wegen der Einwände des Versicherungsnehmers auf einen Vergleich und lässt den Vorgang von einem Gericht ausurteilen. Das Gerichtsverfahren endet mit einer rechtskräftigen Verurteilung zur Zahlung der eingeklagten 100.000 Euro. In diesem Fall zahlt der Versicherer nur 50.000 Euro, nämlich den Betrag, mit dem er die Sache im Vorfeld hätte erledigen können. Auf dem Rest bleibt der betroffene Mediziner sitzen, der sich zuvor einer vergleichsweisen Erledigung widersetzt hatte.

Falls weitere Fragen bestehen sollten, so stehen die Mitarbeiter der Funk Hospital Versicherungsmakler GmbH als BVOUKooperationspartner gerne zur Verfügung.

Neue Mitglieder Boris, Bakki Dr. med. · Heidelberg Dierk, Oliver Dr. med. · Hamburg Dragendorf, Lars Dr. med. · Potsdam Elbel, Martin Dr. med. · Göppingen Friedrich, Claudia Dr. med. · Mainz Gal, Judith · Hamburg Harder, Steffen · Güstrow Kaiser, Anne · Cottbus Karbe, Ulf Dr. med. · Lüneburg

Mayer, Bernd Dr. med. · München Mlinaric, Mario Dr. med. · Augsburg Niemeier, Andreas Prof. Dr. med. · Hamburg Peljak, Peter Dr. med. · Achern Riedel, Christiane Dr. med. · Wiesbaden Rutkowksi, Marek Dr. med. · Berlin Scharl, Carolin Dr. med. · München Schmidt, Sebastian Dr. med. · Dortmund Stuber, Florian · Lüneburg

Tutuli, Fadil Dr. med. · Kirchheim Varvaritou, Chrysanthi Dr. med. · Frankfurt a. M. Weidemann, Friederike · Greifswald, Hansestadt Weinrich, Mirko Dr. med. · Berlin Wendl, Markus Dr. med. · Nürnberg Wille, Wolfgang Dr. med. · Düsseldorf Wirthmann, Lilly Dr. med. · Hamburg

Änderungen der Mandatsträger in den BVOU-Bezirken Niedersachsen Bezirk Hannover. Dr. Frank Heininger aus Hannover ist von seinem Amt als Bezirksvorsitzender zurückgetreten. Bezirk Oldenburg. Dr. Frank Andreas Schade aus Vechta wurde als Bezirksvorsitzender wiedergewählt, Als Stellvertreter wurde wieder Ralf Drews aus Oldenburg gewählt. Schleswig-Holstein Landeswahlen. Dr. Christian Hauschild aus Lübeck wurde wieder zum Landesvorsitzenden gewählt. Als stellv. Landesvorsitzender wurde Dr. Joachim Splieth aus Kellinghusen gewählt, er ist Nachfolger von Dr. Uwe Schwokowski aus Ratzeburg. Bezirkswahlen. Region Nord (West- und Ostküste) – Dr. Tim Zidorn aus Flensburg bleibt Bezirksvorsitzender; Region Neumünster – Dr. Bertram Schaar aus Neumünster bleibt Bezirksvorsitzender; Region Kiel – Dr. René Schwall aus Altenholz wurde zum neuen Bezirksvorsitzenden gewählt, er ist Nachfolger von Dr. Hauke Jensen aus Kiel; Region Lübeck – Dr. Christian Hauschild bleibt Bezirksvorsitzender.

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Bericht über die Mitgliederversammlung der DGOU 24. Oktober 2012, 12.45 Uhr bis 14.15 Uhr, Saal 3, ICC/Messe Berlin

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1. Begrüßung und Eröffnung der Mitgliederversammlung An der Mitgliederversammlung nehmen 157 Mitglieder teil. Der Präsident, Prof. Dr. Wolfram Mittelmeier (Rostock), begrüßt im Namen des Vorstandes die Teilnehmer, stellt die fristgemäße Ladung wie auch die Beschlussfähigkeit fest und eröffnet die Sitzung. Ergänzungen zur vorgeschlagenen Tagesordnung werden nicht gewünscht. 2. Bericht der Präsidenten Als erstes berichtet der Stellvertretende Präsident Prof. Dr. Christoph Josten (Leipzig) über den aktuellen Kongress. Die drei Bestandteile des Mottos „Qualität, Ethik, Effizienz“ wurden stringent bei der Programmerstellung beachtet. Neu eingeführt wurden Seminare, die eine eher theoretische Ausrichtung haben. Das Programm beinhaltet 1.128 Vorträge in 269 Sitzungen und repräsentiert die volle Bandbreite des Faches. Die Resonanz betr. Anmeldungen ist bisher sehr gut. Besonders die Anmeldungen für die Kurse und Seminare sind weit höher als im letzten Jahr.

Im Berichtsjahr konnte die DGOU nicht zuletzt dank gestraffter Vorstandsstrukturen weiterentwickelt werden. In der Nachwuchsarbeit werden mit der jährlichen Summer School und dem Studierendentag beim DKOU attraktive Programme durchgeführt. Noch unbefriedigend ist die Situation von Orthopädie und Unfallchirurgie an den Hochschulen, hier muss eine Besetzung von Lehrstühlen nach der Formel „2+X“ angestrebt werden. Das Projekt Endocert kann nun endlich anlaufen, Ziel ist die Sicherstellung einer Mindestqualität in der Endoprothesenversorgung. Ein Traumamodul wird noch eingearbeitet. Die DGOU hat eine AG Technische Implantatesicherheit eingerichtet, die unter anderem bei Implantateversagen kompetent als Ansprechpartner für Medien und Öffentlichkeit zur Verfügung stehen soll.

Zahlreiche Bündnispartner, gerade auch Nicht-Ärzte, wurden berücksichtigt: Tag der Technischen Orthopädie, Rheumatag, Rettungssymposium, Pflegeprogramm.

Zum Abschluss dankt er den Generalsekretären für die viele gute Arbeit, die sie im Interesse des Faches und der Fachgesellschaften leisten.

Auch die Kontakte zu ausländischen und internationalen Fachgesellschaften werden verstärkt, zum Beispiel durch Abhaltung eines presidential breakfast im Rahmen des Kongresses.

3. Bericht der Generalsekretäre

Der Score der Abstract-Bewertung war höher als im Vorjahr; auch gute Vortragsanmeldungen konnten nicht alle angenommen werden, zumal wegen des Anteils der gesetzten Vorträge. Die verkaufte Ausstellungsfläche entspricht in etwa der des Vorjahres.

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Der Präsident Prof. Dr. Mittelmeier übernimmt und lobt die gute Zusammenarbeit bei der Vorbereitung des Kongresses, für die er seinen Mitpräsidenten Prof. Josten und Dr. Gassen herzlich dankt.

Zu Beginn seines Vortrags dankt der Generalsekretär Prof. Dr. Hartmut Siebert seinem Mit-Generalsekretär Prof. Dr. Fritz Uwe Niethard und dem Vorstand für die gute Zusammenarbeit. Ebenso dankt er den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle. Die DGOU befindet sich zur Zeit in einer Konsolidierungs- und Orientierungsphase. Das Personal der gemeinsamen Geschäftsstelle soll aufgestockt werden,

um den gestiegenen Anforderungen besser gerecht werden zu können; auch raummäßig ist eine Vergrößerung unumgänglich; die Suche nach entsprechenden Objekten in Berlin läuft. Die neue Struktur der „Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten“ (OUMN) hat sich bewährt und soll durch entsprechende elektronische Zusatzangebote noch attraktiver gestaltet werden. Die inhaltliche und gestalterische Neuausrichtung der DGOU-Website (www. dgou.de) ist in Bearbeitung und kann voraussichtlich im März 2013 online gehen. Für die verschiedenen Gremien der DGOU sind nun Geschäftsordnungen verabschiedet worden, die zum neuen Jahr in Kraft treten. Eine Verbesserung der Kooperation zwischen der DGOU und ihren Sektionen, vornehmlich den rechtlich selbstständigen Vereinen, wird angestrebt und konkrete Maßnahmen dazu im Dialog mit den Vereinen erarbeitet werden. Besonders aktiv war die DGOU in diesem Jahr bezüglich Bildung im Fach Orthopädie und Unfallchirurgie; konkrete Vorschläge zur Stärkung der konservativen Inhalte wurden in einem Workshop im März besprochen und erarbeitet; ein Workshop mit den in den Weiterbildungsgremien der Kammern aktiven Mitglieder ist für den November vorgesehen. Die beiden Akademien ADO und AUC bieten zahlreiche Kurse in der Fort- und Weiterbildung an; es ist vorgesehen, die Zusammenarbeit der Akademien zu stärken und das Kursangebot noch bekannter zu machen. Verstärkt werden soll die Erarbeitung von Modellvorhaben curriculärer Fort- und Weiterbildungskurse, zum Beispiel in der Wirbelsäulenbehandlung oder technischen Orthopädie als Modellprojekt in Baden-Württemberg. Er hofft, dass die Landesärztekammern bereit sein werden, diese Curricula zu akzeptieren. Der Workshop „Der Facharzt O und U auf dem Prüfstand“, der im Oktober statt-

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fand, diente einer Art Bestandsaufnahme im gemeinsamen Fach. Neben großen Erfolgen gibt es natürlich auch eine Vielzahl von Problemen, vor allem bezüglich der Umsetzung der Weiterbildung. Die DGOU wird auch weiterhin versuchen, Lösungen hierfür zu finden und mit den Partnern umzusetzen. Mit der geplanten Novellierung der Muster-Weiterbildungsordnung wird auch die DGOU gefordert sein, sich engagiert einzubringen und die Interessen der in ihr organisierten Mitglieder und des Nachwuchses wahrzunehmen. Ein großes Thema, das von der DGOU, namentlich dem Jungen Forum, zusammen mit dem Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) angegangen wird, ist die Nachwuchswerbung. Neben den seit mehreren Jahren erfolgreich laufenden Projekten Summer School und Studierendentag beim DKOU gibt es seit diesem Jahr auch das von BVOU und DGOU getragene Nachwuchsprojekt „Youngsters“, welches sich an Medizinstudierende wendet. Er bittet die Mitglieder, vor Ort dieses Projekt zu fördern. Die DGOU hat sich mit verschiedenen Aktivitäten an der Diskussion und Gestaltung der Versorgungswirklichkeit beteiligt. Besonders ist hier das Positionspapier vom April zu den Honorar-/Kooperationsärzten zu nennen, welches bereits seinen Niederschlag in der Gesetzgebung (PsychEntgeltGesetz) gefunden hat. Von DGOOC, DGU und DGOU sind zahlreiche Projekte in Vorbereitung oder schon im Laufen, von Seiten der DGOU besonders zu nennen ist die Erhebung der DRG-Abbildung der Wechselendoprothetik und die geplante Erhebung zur Messung der Vorhaltekosten für die Notaufnahmen der Krankenhäuser. Siebert schließt mit einem herzlichen Dank an die vielen Unterstützer seiner Arbeit.

Stellv. DGOU-Präsident 2013: Prof. Dr. Bernd Kladny, Chefarzt der Fachabteilung für Orthopädie der Fachklinik Herzogenaurach

4. Bericht des Schatzmeisters Prof. Dr. Werner E. Siebert (Kassel) berichtet kurz über die Finanzlage des Vereins. Da die DGOU vornehmlich durch die Mitgliedsbeiträge der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) und der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) getragen wird, ist die DGOU stabil finanziert. Zusätzliche Einnahmen rühren aus den Beiträgen der nunmehr rund 1.230 Einzelmitglieder der DGOU her (Stand: Oktober 2012). Die DGOU schließt Ende 2012 mit rund 12.000 Euro Guthaben ab. Für eine Übergangsregelung während der Jahre 2013 und 2014 soll die DGOU auch weiterhin wesentlich durch die Mitgliedsbeiträge von DGU und DGOOC getragen werden, beide Fachgesellschaften zahlen während der beiden Jahre bis zu 150.000 Euro jährlich an die DGOU, sofern diese Bedarf hat. Nach zwei Jahren soll erneut über die Finanzierung der DGOU entschieden werden unter Berücksichtigung der Entwicklung ihrer Mitgliederzahlen und der Übernahme von Aufgaben der DGOOC und DGU durch die DGOU. Prof. Siebert stellt anschließend die bereits in Heft 4 der OUMN abgedruckte neue Beitragsordnung ab 2013 vor. 4.1. Abstimmung über die neue Beitragsordnung ab 1. Januar 2013 Die neue Beitragsordnung wird mit 131 Ja-Stimmen gegen 7 Nein-Stimmen angenommen. 14 Mitglieder enthalten sich. Die neue Beitragsordnung der DGOU tritt damit zum 1. Januar 2013 in Kraft. 5. Bericht der Kassenprüfer für das Rechnungsjahr 2011 Prof. Dr. Heino Kienapfel (Berlin) berichtet, auch im Namen seines Mitprüfers PD

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Dr. Reinhold-Alexander Laun (Berlin), über die am 28. Juni im LangenbeckVirchow-Haus in Berlin stattgefundene Kassenprüfung. Diese erfolgte in Anwesenheit der zuständigen Sachbearbeiterin des Steuerberaters, des Schatzmeisters und zweier Mitarbeiterinnen der DGOU-Geschäftsstelle. Ein Kassenbericht des Steuerberaters der DGOU lag vor, die Rechnungsunterlagen und Kontoauszüge standen vollständig zur Verfügung. Die stichprobenartige Überprüfung anhand der Unterlagen gab keine Veranlassung zur Beanstandung.

DGOU

DGOU-Präsident 2013: Prof. Dr. Reinhard Hoffmann, Ärztlicher Direktor der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt/Main

6. Entlastung des Vorstands Prof. Dr. Kienapfel stellt den Antrag auf Entlastung des Vorstandes. Die Mitglieder versammlung folgt diesem Antrag mit 138 Ja- zu 2 Nein-Stimmen bei 11 Enthaltungen. 7. Wahlen Zu Beginn der Wahlen wird eine Probeabstimmung durchgeführt, um die Mitglieder mit dem elektronischen Wahlgerät vertraut zu machen. 7.1. Wahl des Präsidenten 2013 Zur Wahl steht Prof. Dr. Reinhard Hoffmann (Frankfurt/Main), ergänzende Wahlvorschläge werden nicht gemacht. Die Wahl hat folgendes Ergebnis: 127 JaStimmen, 12 Nein-Stimmen und 15 Enthaltungen. Prof. Dr. Hoffmann nimmt die Wahl an und dankt für das Vertrauen. 7.2. Wahl des Stellvertretenden Präsidenten 2013 Auch für diese Wahl werden keine ergänzenden Wahlvorschläge gemacht. Zum Stellvertretenden Präsidenten wählt die Mitgliederversammlung Prof. Dr. Bernd Kladny (Herzogenaurach) mit 127 JaStimmen, 7 Nein-Stimmen und 19 Enthaltungen. Prof. Dr. Kladny nimmt die Wahl an und dankt für das Vertrauen.

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Aus den Verbänden

7.3. Wahl des Nichtständigen Beirates 2013 - 2015 Zur Wahl für vier neu zu besetzende Plätze im Nichtständigen Beirat stehen neun Kandidaten zur Auswahl. Ergänzende Wahlvorschläge werden nicht gemacht. Über die einzelnen Kandidaten wird nacheinander abgestimmt. Aufgrund eines Fehlers der Wahlorganisation kann das Ergebnis nicht während der Mitgliederversammlung bekanntgegeben werden. Dies holen wir an dieser Stelle nach und bitten um Entschuldigung (siehe Kasten).

DGOU

7.4. Wahl der Kassenprüfer Der Vorstand schlägt Herrn Prof. Dr. Heino Kienapfel (Berlin) und Herrn PD Dr. Reinhold-Alexander Laun (Berlin) vor. Auf Prof. Kienapfel entfallen 103 Ja-Stimmen, 7 Nein-Stimmen und 12 Enthaltungen, auf PD Dr. Laun 111 Ja-Stimmen, 3 Nein-Stimmen und 8 Enthaltungen.

8. Verschiedenes

WA H L E N Z U M N I C H T S TÄ N D I G E N B E I R AT 2 0 1 3 – 2 0 1 5

Die Präsidenten des nächsten Jahres, Prof. Dr. Kladny und Prof. Dr. Hoffmann, berichten kurz über die Vorbereitungen des DKOU 2013, der erstmals auf dem Messegelände Süd stattfinden wird. Die Website ist online; die Abstract-Einreichung hierüber läuft bis zum 15. Januar. Parallel zum DKOU richten das Deutsche Netzwerk für Versorgungsforschung und die DGOU gemeinsam den Deutschen Kongress für Versorgungsforschung aus, der vornehmlich im ICC stattfinden wird. Zwischen dem DKOU-Gelände (Messe Süd) und dem ICC wird ein Busshuttle eingerichtet werden, um den Mitgliedern den Besuch beider Kongresse zu ermöglichen.

Gewählt wurden (in absteigender Reihenfolge der abgegebenen Ja-Stimmen):

Der Präsident dankt für die Teilnahme, wünscht den Mitgliedern einen erfolgreichen Kongressbesuch und schließt die Mitgliederversammlung 2012.

1. Prof. Dr. Stefan Rammelt (Dresden): 74 Ja-Stimmen 2. PD Dr. Ulf Culemann (Celle): 64 Ja-Stimmen 3. Prof. Dr. Alexander Beck (Würzburg): 62 Ja-Stimmen 4. Dr. Richard Stange (Münster): 53 Ja-Stimmen Nicht gewählt wurden: Prof. Dr. Sascha Flohé (52 Ja-Stimmen), Dr. Dirk Albrecht (51), Prof. Dr. Dietmar Pierre König (51), PD Dr. Hansjörg Heep (48) und Dr. Matthias Psczolla (45). Alle gewählten Kandidaten haben ihr Einverständnis und Annahme der Wahl erklärt.

Neue Geschäftsordnung der DGOU Mehr Transparenz in der Zusammenarbeit und Wirkweise der verschiedenen Organe und Gremien unserer Gesellschaft Prof. Dr. Hartmut Siebert

Vor einem Jahr wurde auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie die Satzung der DGOU novelliert. Erfahrungen der Arbeit in den Gremien unserer Gesellschaft wurden aufgenommen sowie Strukturen wie der Geschäftsführende Vorstand und der Gesamtvorstand verschlankt, um die Arbeitsfähigkeit der Lenkungsstrukturen unserer Gesellschaft zu verbessern. Auf der Grundlage der novellierten Satzung und Erfahrungen der Gremienarbeit hat die Projektgruppe „Geschäftsordnung“ unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Norbert Südkamp die Geschäftsordnungen der Sektionen, der Ausschüsse, aber auch der Organe Gesamtvorstand, Geschäftsführender

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Vorstand und Mitgliederversammlung überarbeitet. Die Vorschläge dazu hatten Frau PD Dr. Julia Seifert und Herr Prof Dr. Jochen Eulert mit viel Aufwand 2009 erarbeitet. Diese wurden vom Geschäftsführenden Vorstand in seiner Sitzung am 21. Oktober 2012 in Berlin nach Diskussion und Beratung in der nun vorliegenden Form gebilligt. Damit liegen für die wichtigsten Organe und Gremien unserer Gesellschaft Regelungen zur Aufgabenstellung, Arbeitsweise, und Zusammensetzung der Gremien, Organe und Arbeitsplattformen vor und sind für jedermann auf unserer Homepage www.dgou.de unter der Rubrik „Mitglied“ einsehbar.

Wir sind uns dabei bewusst, dass diese Regelungen entsprechend der weiteren Entwicklung unserer Gesellschaft anzupassen sind und hoffen gleichzeitig, dass damit der Prozess des Zusammenwachsens gefördert wird.

Prof. Dr. Hartmut Siebert ist Generalsekretär der DGOU.

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V O R S TA N D D E R S E K T I O N G R U N D L A G E N F O R S C H U N G

Aus den Verbänden

Prof. Dr. Sascha Flohé Beisitzer

Prof. Dr. Ulrich Nöth Schatzmeister

Prof. Dr. Dipl.-Ing. Rainer PD Dr. Ing. Christoph Hurschler, Bader, Beisitzer Netzwerksprecher

Prof. Dr. Susanne Grässel Schriftführerin und Netzwerksprecherin

DGOU

Prof. Dr. Markus Schwarz Prof. Dr. Anita Ignatius 2. Präsidentin 1. Präsident

Prof. Dr. Markus HuberLang Netzwerksprecher

Jahresbericht der Sektion Grundlagenforschung Prof. Dr. Markus Schwarz im Namen des Vorstandes

Die Präsidenten haben auf der Mitgliederversammlung am 25. Oktober 2012 in Berlin gewechselt. Herr Prof. Dr. Marzi, Frankfurt, scheidet turnusgemäß aus dem Vorstand nach zweijähriger Amtszeit aus, in der er die zweite Hälfte als 1. Präsident gewirkt hatte. Wir bedanken uns sehr herzlich bei ihm für sein Engagement für die Sektion im Allgemeinen und die Grundlagenforschung im Besonderen. Herr Prof. Dr. Markus Schwarz rückt als 1. Präsident auf, und Frau Prof. Dr. Anita Ignatius, Ulm, wurde zur 2. Präsidentin gewählt. Wiedergewählt wurden Herr Prof. Dr. Uli Nöth, Würzburg, zum Schatzmeister, und Herr Prof. Dr. Sascha Flohé, Düsseldorf, sowie Herr Prof. Dr. Rainer Bader, Rostock, als Beisitzer. Die Sektion möchte sich stärken für ihre Aufgaben; deshalb wurde eine Satzungsänderung beschlossen, die es zulässt, den Vorstand auf bis zu acht Personen zu erweitern. Besonders die Netzwerksprecher sollen damit eine Stimme im Vorstand bekommen, und die Nach-

wuchsbetreuung sowie die Pflege des Internetauftrittes der Sektion sollen damit besser wahrgenommen werden können. Der Schatzmeister konnte einen positiven Kassenstand auf der Mitgliederversammlung vorweisen, und die Gemeinnützigkeit der Sektion wurde wieder bestätigt. Grundlagenforschungspreis in Höhe von 20.000 Euro wird ausgelobt Der Stellenwert der Grundlagenforschung wird unterstrichen durch einen neuen Grundlagenforschungspreis, der mit 20.000 Euro für das nächste Jahr erstmals ausgelobt werden wird. Wir bedanken uns bei der DGOU und ihrem Präsidium für die Mittel und damit die Stärkung der Grundlagenforschung. Die Regularien werden auf den Internetseiten der DGOU bzw. der DGOOC und der DGU sowie des MSB-Net (MSB-Net. org) bekannt gegeben. Traditionell wurde beim Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie

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(DKOU) 2012 der Wilhelm-Roux Preis für den besten Vortrag im Bereich Grundlagenforschung verliehen. Er ging an die Arbeitsgruppe Stange et al., Münster, für den Vortrag mit dem Titel: „Einfluss des TNF-alpha Blockers Infliximab auf die Frakturheilung im chronischen Entzündungsmodell“. Ein Posterpreis ging in der Kategorie „Tissue Engineering“ an die Arbeitsgruppe Steinmeyer et al., Gießen, für ihr Poster mit dem Titel: „Die Wirkung von verschiedenen Kollagenhydrolysaten auf humane arthrotische Gelenkknorpelexplantate“; in der Kategorie „Biomechanik“ an die Arbeitsgruppe Rosso et al. aus Basel für das Poster mit dem Titel: „Vergleich von all-Inside Meniskus-Refixationen mit ihren übereinstimmenden inside-out Techniken“; und in der Kategorie „Polytrauma / Inflammation“ an die Arbeitsgruppe von Frau Helen Vester, München, für das Poster mit dem Titel: „Grüntee Polyphenole führen zu einer signifikanten Reduktion von Oxydativem Stress in humanen Osteoblasten bei signifikanter Steigerung der Zellviabilität und Funktionsfähigkeit

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Aus den Verbänden

ausgedrückt in vermehrter Produktion von Extrazellulärer Matrix“. Die Sektion bedankt sich für die Unterstützung in der Posterpreisverleihung bei den Gutachtern und Herrn Prof. Henning Madry, der die Postersession und die Preisevaluation exzellent organisiert hatte. Die Sektion bedankt sich bei der Firma DePuy für die Mittel zur hälftigen Finanzierung der Posterpreise, die zweite Hälfte wurde von der SGF beigesteuert.

DGOU

Wilhelm-Roux-Preis auf 10.000 Euro aufgestockt Besonders bedanken möchte sich die Sektion bei der Firma Aesculap für die Zusage, den Wilhelm-Roux Preis auf 10.000 Euro aufzuwerten und in dieser Höhe ab 2013 zur Verfügung zu stellen. Die Regularien zur Ermittlung der Wilhelm-Roux-Preisträger in der Zukunft werden in Kürze bekanntgegeben. Alle drei Netzwerke tagten im Rahmen des diesjährigen DKOU in Berlin. Die kostenlose Teilnahme konnte auch den Netzwerkteilnehmern möglich gemacht werden, die weder Mitglieder in der SGF sind, noch einer unserer anderen Standesvertretungen angehören. Dafür und dass die Mitglieder der SGF am Donnerstag, den 25. Oktober, einen ermäßigten Einlass zu den Sitzungen im Bereich Grundlagenforschung bekommen haben, bedanken wir uns ganz herzlich bei den Präsidenten der DGOU und der Firma Intercongress, die das Vorgehen unterstützt hatten. Netzwerk Traumaforschung Im Netzwerk Traumaforschung (NTF) fand auf dem diesjährigen Netzwerktreffen in Frankfurt vom 2. bis 3. März 2012 ein reger wissenschaftlicher und methodischer Austausch statt. Dabei wurden nahezu 20 Kooperationsprojekte identifiziert und eine entsprechende Vernetzung geplant. Darüber hinaus wurden die Konditionen, strukturellen Voraussetzungen und der notwendige Support für eine gemeinsame, dezentrale, deutschlandweite Polytraumaserumbank sowie Wundflüssigkeitenbank definiert. Während des Treffens wurden der Sprecher (Prof. Dr. Markus Huber-Lang) und die stellvertretende Sprecherin (PD Dr. Stefanie Flohé) für weitere drei Jahre gewählt.

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Am 28. September 2012 erfolgte in Ulm auf Initiative des NTF-Nachwuchses eine „Fall School“ mit Fokus auf der angeborenen Immunantwort nach Trauma. Eine erfreulich hohe Teilnehmerzahl erarbeitete diese zentrale NTF-Thematik in interaktiven Impulsreferaten und Seminararbeiten auf hohem wissenschaftlichem und didaktischem Niveau. Zusätzlich ist inzwischen ein eigenes charakteristisches NTF-Emblem entstanden. Das nächste NTF-Treffen mit Vorstellung erster Ergebnisse aus den Kooperationen und Startschuss für die NTF-Polytraumaserum- und NTF-Wundflüssigkeitenbank ist für 4. / 5. Oktober 2013 in Frankfurt am Campus Westend geplant. Netzwerk Muskuloskelettale Regeneration Im Netzwerk Muskuloskelettale Regeneration (MR-Net) wurden auf dem diesjährigen Netzwerktreffen die Sprecherin (Prof. Dr. Susanne Grässel) und der stellvertretende Sprecher (Prof. Dr. Norbert Schütze) für weitere zwei Jahre gewählt. Erfreulicherweise finden die Netzwerkzertifizierungen weiterhin reges Interesse. Für die neue Runde 2011 bis 2015 sind bis dato 13 Laborstandorte als MRNetzwerklabor zertifiziert.

eines fünften Clusters „Biomechanik der Wirbelsäule“ unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Joachim Wilke fokussiert. An der konstituierenden Sitzung des neuen Clusters nahmen elf Wissenschaftler aus fünf Arbeitsgruppen teil. Ein weiterer Themenschwerpunkt wurde im Rahmen des Clusters „Numerische Simulation“ aufgenommen, hierzu hat sich eine Arbeitsgruppe zum Thema „Numerische Simulation der Mechanobiologie“ formiert. Für den Zeitraum von 2011 bis 2015 konnten insgesamt 13 Labore des MSB-Net die Standards für eine Zertifizierung erfüllen. Weitere Aktivitäten des Netzwerks umfassten die Ausrichtung von Veranstaltungen zu den Themen der Numerischen Simulation (SimOrtho: 1st International Symposium on Numerical Simulation in Orthopaedic Biomechanics – Rostock, August 2011) und der klinischen Bewegungsanalyse (GAMMA Tagung – Hannover, Oktober 2012) sowie die Herausgabe eines Sonderhefts zum Thema Biomechanik in der Zeitschrift „Der Orthopäde“. Das erste von zwei Heften ist im Oktober erschienen (Ausgabe 10/2012), ein zweites ist für April 2013 geplant (Ausgabe 4/2012) und befindet sich in Bearbeitung. Herausgeber des Sonderhefts sind Prof. Markus Schwarz und PD Christof Hurschler, ehemaliger bzw. aktueller Sprecher des MSB-Net.

Experimentelles Stammzellnetzwerk Das 2011 von der DGOOC geförderte Experimentelle Stammzellnetzwerk, welches sich aus sieben Mitgliedern des MRNet rekrutierte, konnte aufgrund dieser Anschubförderung zwei DFG-Projektförderungen und mehrere Publikationen generieren. Damit ist diese Förderrunde erfolgreich abgeschlossen. Forschungsnetzwerk Muskeloskelettale Biomechanik Das Forschungsnetzwerk Muskeloskelettale Biomechanik (MSB-Net) hat im Jahr 2012 zwei Treffen abgehalten. Das traditionelle Labortreffen, bei dem sich die Teilnehmer in einem der beteiligten Labore zum wissenschaftlichen und methodischen Austausch treffen, fand mit großer Beteiligung vom 22. bis 23. Juni 2012 im Institut für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik der Universität Ulm statt. Ein zweites Treffen fand im Rahmen des DKOU am 26. Oktober 2012 in Berlin statt. Das MSB-Net hat sich inhaltlich weiter auf die Gründung

Von Seiten der Sektion ist die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung geplant, möglichst im Rahmen des Süddeutschen Orthopäden/ Unfallchirurgenkongress in Baden-Baden im Frühjahr 2013, um die beschlossenen Satzungsänderungen umzusetzen. Eine Einladung dazu wird gesondert und rechtzeitig ergehen, sobald die Änderungen vereinsrechtlich in Kraft getreten sind. Zusammenfassend können wir auf ein aktives Jahr in der Geschichte der Sektion zurückblicken und freuen uns auf eine breite Darstellung der Grundlagenforschung auf dem DKOU 2013; die Voraussetzungen dazu sind gut, weil die Stellung der Sektion und ihre Inhalte innerhalb der Fachgesellschaften mit attraktiven Preisen weiter unterstrichen wurde. Der alte und der neue Vorstand bedanken sich für das auf der Mitgliederversammlung ausgesprochene Vertrauen.

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Aus den Verbänden

… bei der DMGP 2012 über volle Vortragssäle, ...

… rege Workshop- und Arbeitskreisbeteiligung ...

… und eine interessante Industrieausstellung.

Jahresbericht der Sektion DMGP e.V.

DGOU

Fotos: DMGP

Kongresspräsident Dr. Mark Mäder und die 1. Vorsitzende Dr. Doris Maier freuten sich ...

Dr. Doris Maier

486 Mitglieder (Stand 10/12) geworden. Die größte Gruppe stellen dabei zwar die ärztlichen Mitglieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, jedoch ohne die übrigen Mitglieder aus den zahlreichen anderen medizinischen Berufsgruppen wäre insbesondere die Rehabilitation Querschnittgelähmter undenkbar.

nische Netzwerk (European Multicenter Study about Spinal Cord Injury) vertritt, welches sich mit neuen Assessments sowie künftigen Therapien von Schädigungen des Rückenmarkes weitreichend wissenschaftlich beschäftigt. Die Arbeitskreise entsenden jeweils einen Abgesandten in den wissenschaftlichen Beirat der Gesellschaft, der den Vorstand berät.

Die Berufsgruppen und, mit Hinzutreten einer vielfältigen Grundlagen-, aber auch klinischen Forschung, die verschiedensten Schwerpunktarbeitsgruppen sind in Arbeitskreisen organisiert. So unterhält die DMGP einen Arbeitskreis „Ärzte in der Paraplegiologie“, welcher sich vornehmlich aus Orthopäden und Unfallchirurgen, darüber hinaus Rehabilitationsmedizinern, Neurologen, Neuro-Urologen und Internisten zusammensetzt, einen Arbeitskreis Neurourologie, einen Arbeitskreis Ergotherapie, einen Arbeitskreis Physiotherapie, einen Arbeitskreis Sporttherapie/Sportmedizin, einen Arbeitskreis Sozialdienst, einen ArbeitsV O R S TA N D D E R D M G P kreis Pflege, einen Arbeitskreis Logopädie, einen Ar1. Vorsitzende: Dr. Doris Maier, Murnau beitskreis Psychologie/Psy2. Vorsitzender: PD Dr. Rainer Abel, Bayreuth chotherapie, einen ArbeitsPast-Präsidentin: Dr. Rennée Maschke, Perugia kreis Beatmung sowie einen 1. Schriftführerin: Dipl. Psych. Martina Neikes, Hamburg Arbeitskreis „EMSCI“, der das 2. Schriftführer: Richard Altenberger, Bad Häring große, gleichnamige mediziSchatzmeister: PD Dr. Wolfgang Diederichs, Berlin

Der Vorstand setzt sich zusammen aus dem 1. und 2. Vorsitzenden, dem PastPräsidenten, den beiden Schriftführern sowie dem Schatzmeister. Die Amtsperiode des 1. Vorsitzenden beträgt zwei Jahre, danach rückt automatisch der 2. Vorsitzende nach.

Die Deutschsprachige Medizinische Gesellschaft für Paraplegie e.V. (DMGP) wurde am 6. Oktober 1985 mit der Zielsetzung gegründet, medizinisch-wissenschaftlich, aber auch praktisch sämtliche Belange der Behandlung Querschnittgelähmter bezüglich der Akutbehandlung und in der Rehabilitation zu fördern. Diese Initiative, welche maßgeblich auf Prof. Dr. Volkmar Paeslack (Universitätsklinikum Heidelberg) zurückgeht, war ein Pionierprojekt im deutschsprachigen Raum und lehnte sich an die grundlegende Arbeit von Sir Ludwig Guttmann, dem Begründer der spezifizierten Behandlung Rückenmarkverletzter. Diese ist per se eine interdisziplinäre Aufgabe und nur als solche zu bewerkstelligen, sodass die DMGP, anders als damals die meisten übrigen medizinischen Fachgesellschaften, bereits in den Anfängen Wert auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit aller in der Behandlung und Rehabilitation Querschnittgelähmter beteiligten Berufsgruppen legte. Aus damals 24 Gründungsmitgliedern sind mittlerweile

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Forschungsförderung und Wissenschaftspreise Wissenschaftliche Arbeiten und Forschungsvorhaben aus dem Bereich der Paraplegiologie werden von der Gesellschaft gefördert und auch finanziell unterstützt. So schreibt die DMGP unter anderem alljährlich den „Ludwig-Guttmann-Preis“ für eine „hervorragende wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der umfassenden Rehabilitation Querschnittgelähmter und der damit verbundenen Forschung“ aus. Der „DMGP-Förderpreis für patientennahe Forschung bei Querschnittlähmung“ will geplante und

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Aus den Verbänden

laufende patientennahe Projekte und Arbeiten im Zusammenhang mit der umfassenden Versorgung von Querschnittgelähmten im deutschsprachigen Raum ermöglichen und unterstützen.

DGOU

Internationale Zusammenarbeit Seit 1997 ist die DMGP mit der International Spinal Cord Society (ISCoS) affiliiert. Zahlreiche Mitglieder der DMGP arbeiten federführend in der ISCoS mit, insbesondere in deren „E-LearningProgram“, einem web-basierten Fortbildungstool, mit dessen Hilfe es jedem Arzt, Therapeuten und Wissenschaftler weltweit möglich sein soll, einen internetbasierten Zugang zu den therapeutischen Möglichkeiten bei Querschnittlähmung zu haben. Dr. Yorck Kalke, Ulm, vertritt derzeit die Interessen der DMGP in der ISCoS als Delegierter und gehört in dieser Funktion dem Council an. Insbesondere in den letzten fünf Jahren hat sich die DMGP um die Intensivierung der europäischen Zusammenarbeit bemüht und hierbei zunächst ein kleineres Netzwerk mit den paraplegiologischwissenschaftlichen Fachgesellschaften Italiens, Frankreichs, Dänemarks und Großbritanniens entstehen lassen. Die ersten gemeinsamen europäischen Wissenschaftsprojekte auf dem Gebiet der Paraplegiologie sind bereits gestartet. Für das größte davon mit dem Titel „Comparative effectiveness research in management of severe cutaneous complications after a spinal cord injury (EuPopSCI)“ wurden gemeinsam europäische Fördermittel beantragt.

FÜR DEN TERMINKALENDER Die 26. Jahrestagung der DMGP findet 2013 vom 5. bis 8. Juni in Murnau satt. Unter dem Schwerpunkttitel „Neue Technologien! Neue Perspektiven!? Neue Ergebnisse?“ sollen neue Strömungen in Forschung und Praxis der Behandlung Querschnittgelähmter beleuchtet und deren therapeutischer Einfluss diskutiert werden. Letztendlich wird im Wesentlichen die Frage „Was haben wir erreicht?“ im Mittelpunkt des Interesses stehen. Die Deadline für die Einreichung der Abstracts ist der 31. Januar 2013, und die DMGP freut sich über ein reges Interesse. Auch Bewerbungen für den „Ludwig-GuttmannPreis“ sowie den „DMGP Forschungsförderpreis“ nehmen wir gerne zahlreich entgegen.

tizität hat sich sowohl die Primär- als auch die Folgebehandlung Querschnittgelähmter stark verändert und wird es in der Zukunft weiter tun. Gerade jetzt gilt es, sowohl die Forschung in diesen Bereichen weiter zu fördern, neue Assessments zu etablieren, Empfehlungen und Leitlinien zu erarbeiten oder anzupassen, Aus- und Weiterbildung interdisziplinär zu standardisieren und zu fördern. Hierzu ist fachübergreifende Kompetenz gefragt, sodass die Integration in einem großen, namhaften Dachverband zum Zwecke einer kompetenten, interdisziplinären Zusammenarbeit zeitgemäß ist und nahe lag. Der Vorstand der DMGP sieht in Zielsetzungen, Aufgaben und Aktivitäten der DGOU vielfältigste Gemeinsamkeiten. Die Aufnahme in der DGOU mit dem Status „Sektion“ im August 2011 wird als großer und richtiger Schritt in die Zukunft gesehen und von allen Mitgliedern begrüßt.

Maier, Murnau, als Sektionsdelegierte war. Jahrestagung 2012 in Basel Traditionell richtet die DMGP jährlich eine Jahrestagung aus, die in diesem Jahr in der Zeit vom 21. bis 23. Juni in Basel stattfand. Der diesjährige Kongresspräsident, Dr. Mark Mäder, Chefarzt des REHAB Basel, freute sich über die stattliche Zahl von mehr als 400 Besuchern, die bei den Sitzungen, Workshops, Diskussionsrunden mit dem Schwerpunktthema „Innen und außen – Räume, Grenzen, Übergänge“ sowie auf der Industrieausstellung großes Interesse und rege Beteiligung zeigten. Wie beim diesjährigen DKOU in Berlin nahmen auch in Basel ethische Themen einen besonderen Raum ein. Überschattet wurde der Kongress vom Verlust unseres Ehrenvorsitzenden Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm Meinecke, der am 7. Mai 2012 im Alter von 88 Jahren verstarb. Prof. Meinecke war bis zu seiner Pensionierung Chefarzt des Querschnittgelähmtenzentrums des BG-Unfallkrankenhauses Hamburg und Gründungsmitglied der DMGP. Er hat nach seiner Ausbildung bei Guttmann in Stoke Mandeville zusammen mit Prof. Paeslack in Deutschland die interdisziplinäre Behandlung Querschnittgelähmter begründet und die weitere Entwicklung auf diesem Gebiet über Jahrzehnte hinweg maßgeblich beeinflusst.

Sektion DMGP der DGOU Nach wie vor resultieren die meisten Schädigungen des Rückenmarks aus Verletzungen oder anderen Schädigungen der Wirbelsäule, sodass Orthopädie und Unfallchirurgie in sämtlichen Facetten einen großen Raum in der Behandlung Rückenmarkverletzter einnehmen. Die Rehabilitation und die Komplikationsbehandlung greift vielfältig in den Bereich der Neuro-Orthopädie, so dass auch hier der Schulterschluss naheliegt. Insbesondere durch die in den letzten zehn Jahren extrem ergiebige Grundlagenforschung im Bereich Neuroprotektion, Neuroregeneration und Neuroplas-

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Bereits auf dem diesjährigen DKOU in Berlin konnte sich die „Sektion DMGP“ mit einer kleinen Sitzung im Forum mit dem Titel „Die hohe Querschnittlähmung – eine interdisziplinäre Herausforderung“ beteiligen. In der Zukunft sollen vor allem die Themen Aus-und Weiterbildung, Empfehlungen und Leitlinien sowie die Netzwerkbildung, zum Beispiel im Bereich „Akutversorgung Rückenmarkverletzter“, Schwerpunkte der Sektionsarbeit sein. Die Vertretung der Sektion DMGP in der DGOU nimmt derzeit Frau Dr. Doris

Dr. Doris Maier, Murnau, ist 1. Vorsitzende der DMGP und Delegierte für die Sektion DMGP der DGOU.

DIE SEKTION IM NETZ Die Homepage der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegie e.V. (DMGP) finden Sie unter: www.dmgp.de Die Kongress-Website mit allen wichtigen Informationen finden Sie unter: www.dmgpkongress.de

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Aus den Verbänden

A Abd Ali, Sumar · Rheda-Wiedenbrück Abeln, Marcus · Köln Abendroth, Ellen · Bochum Abu El Qomsan, Daoud · Wietmarschen Adolphs, Bastian, Dr. med. · Düsseldorf Akalin, Erol · Münster Al Ghazal, Michel, Dr. med. · Hannover Al Jian, M. Ziad · Potsdam Al-Quzwini, Muhammed · Berngau Al-Umaray, Iskender Georg · Frankfurt a.M. Ansorge, Christian, Dr. med. · Hamburg Aselmeyer, Martin · Hildesheim

Dongowski, Nicole, Dr. med. · Buseck Dulce, Stephan, Dr. med. · Berlin

E Eckers, Franziska · Berlin Eichberger, Sebastian · Düsseldorf Eichkorn, Tobias · Schwerin Elhardt, Georg, Dr. med. · Putzbrunn Elkabbani, Mohamed · Rotenburg (Wümme) Ellwein, Alexander, Dr. med. · Hannover Engel, Christine · Stuttgart Essert, Sergej · Frechen

B

F

Baki, Mustafa · Berlin Bartl, Thomas, Dr. med. · München Bäumlein, Martin · Marburg Beck, Ricardo · Dresden Behnam, Nadim · Mannheim Behrendt, Felix · Kiel Bellen, Kathrin, Dr. med. · Inden Bendiks, Martin · München Bitschnau, Achim, Dr. med. · Wiesbaden Bittrich, Thomas · Münster Blumstengel, Maren, Dr. med. · Berlin Boche, Mary · Krielow Boden, Stephanie · Zürich Böhm, Jasper · Bochum Bredow, Jan, Dr. med. · Köln Bremert, Toni · Werder (Havel) Briese, Thorben · Münster Brinkmeier, Paul · Münster Briusuk, Juri, Dr. med. · Berlin Buhr, Volker, Dr. med. · Regensburg Busch, Jan Hendrik · Dortmund

Fähling, Ronald · Neuruppin Fanst, Ingo · Merzig Farid, Skalenny · Berlin Feustel, Steffen · Berlin Fischer, Sebastian, Dr. med. · Frankfurt a. M. Flachsel, Sandra, Dr. med. · Stuttgart Forster, Stefan , Dr. med. · München Franceschini, Ivo, Dr. med. · Amerang Franz, Thorsten · Sankt Augustin Frey, Mathias, Dr. med. · Heidenheim an der Brenz Friedrich, Max, Dr. med. · Köln Friedrich, Maximilian, Dr. med. · Ingolstadt Fuchs, Anne-Cathérine, Dr. med. · Hannover Fussi, Jasmin · Wien

C Cremer, Claus, Dr. med. · Brig

D Dabravolski, Dzmitry, Dr. med. · Donauwörth Dallinger, Reinhold, Dr. med. · Wels Davis, Michelle · München de Oliveira Krampe Resende, Patrick · Merzig Deborre, Christoph · Bonn Deichmann, Jan · Köln Derveaux, Christian · Völklingen Diekmann, Jan-Henrik · Mannheim Dieterich, Jan · Wien Dlaska, Constantin Edmond, Dr. med. · Maria Enzersdorf Dlugosch, Johannes · Nagold

Halbhübner, Silke, Dr. med. · Berlin Hammer, Robert, Dr. med. · Erlangen Hartwig, Karen · Berlin Heidrich, Arne · Bochum Heinemann, Steffen · Magdeburg Heinrich, Nora · Berlin Hellweger, Andreas, Dr. med. · Hamburg Henniges, Ulrike · Hamburg Henning , Martin, Dr. med. · Münster Hepp, Sebastian · Berlin Herr, Manfred, Dr. med. · Laupheim Hesse, Matthias · Berlin Heyn, Olaf, Dr. med. · Lippstadt Hillenbrand, Hanno · Saarbrücken Hinz, Pia · Berlin Hochhäusler, Marc · Hamburg Hoffmann, Kathrin · Goldkronach Hoffmeister, Meike, Dr. med. · Ahlen Hoffmeister, Lars, Dr. med. · Bremen Hofmann, Ulf Krister · Tübingen Höller, Melanie · Potsdam Horas, Konstantin, Dr. med. · Frankfurt a. M. Höschele, Ewald · Östringen Hunger, Franz, Dr. med. · Olching

I Ibrahim, Schirin · Zürich Imrecke, Julia · Hannover Ipach, Ingmar, Dr. med. · Tübingen Irlenbusch, Lars, Dr. med. · Leipzig

G

J

Ganzenmüller, Lucas · Keltern Gärtner, Christian, Dr. med. · Bremen Gassenferth, Katja · Heidelberg Gaugenrieder, Alois · Karlsfeld Gauna, Pablo Sebastian · Idar-Oberstein Gehlen, Tobias · Berlin Gerold, Daniel · Frankfurt am Main Gerson, Anika · Ketzin Gick, Sascha, Dr. med. · Köln Glamann, Marco · Goch Glaubitt, Christina · Eggersdorf Götz, Matthias · Übersee Grams, Guido · Herdecke Groß, Jens, Dr. med. · Rheine Gruner, Karsten, Dr. med. · Erfurt Grünewald, Heide · Freiburg im Breisgau

Jäger, Jakob, Dr. med. · Hamburg Jagla, Magnus Clemens · Berlin Jansen, Wolfgang , Dr. med. · Pulheim Jelting, Yvonne · Würzburg

H Haberer, Christine Suzanne, Dr. med. · Landau i. d. Pfalz Häfner, Hans, Dr. med. · München

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

DGOU

Neue Mitglieder

K Kakar, Bismillah Yosuf · Saarbrücken Kammerer, Sebastian · Rednitzhembach Kampe, Michael · München Kasumovic, Senad · Berlin Kazrani, Emran · Rauen Kehrer, Michael · Köln Keller, Peter · Berlin Kempa, Bernhard, Dr. med. · Heidenheim an der Brenz Kern, Regina · Eppelheim Khosrawipour, Veria, Dr. med. · Bochum Kleinert, Kathrin, Dr. med. · Traunstein Klier, Julia · Stuttgart Klüter, Tim, Dr. med. · Kiel Knabe, Marco · Bochum

737


Aus den Verbänden

Kneisel, Jürgen · Gilching Knobloch, Nadina · Bochum Kohler, Christopher · Berlin Korbmacher, Jan · Mainz Koslowsky, Thomas, PD Dr. med. · Köln Köster, Annika, Dr. med. · Tübingen Krämer, Martin, Dr. med. · Friedrichshafen Kranz, Dieter, Dr. med. · Offenbach Krause, Eva, Dr. med. · Krefeld Kreutzträger, Martin · Berlin Kübrich, Marion, Dr. med. · Nürnberg Kürff, Martin · Reinbek Kwisda, Sebastian, Dr. med. · Hannover

DGOU

L Lambertz, Tatiana · Köln Lange, Hans-Jürgen · Berlin Langenstein, Peter · Tübingen Laurich, Stephan · Buseck Leibold, Christiane · Aachen Leps, Nils · Greifswald Leuze, Michaela · Jena Ley, Josef, Dr. med. · Bergisch Gladbach Leyerer, Ulrich, Dr. med. · Plochingen Lindemer, Peter, Dr. med. · Bad Schwalbach Link, Christopher · Nürtingen Luigart, Sylvia · Berg

M Mahjoub, Moustafa, Dr. med. · Berlin Mahlberg, Rena, Dr. med. · Bonn Majerus, Melanie, Dr. med. · Köln Malousek, Richard, Dr. med. · München Malysch, Tom · Werder (Havel) Marx, Christian, Dr. med. · Köln Maslaris, Alexander · Hannover Massel, Sebastian · Magdeburg Meisel, Bernd, Dr. med. · Fürth Menekes, Thomas , Dr. med. · Stuttgart Mezger, Dorothee, Dr. med. · Tübingen Michael, Linus Johann · Berlin Miestereck, Jan · Köln Mindler, Gabriel · Wien Mißbach, Tobias · Limbach-Oberfrohna Moe, Merethe Kristina · München Mohammad, Fadi · Witten

738

Mörtl, Michael · Erding Müller, René · Greifswald

N Nakoff, Constantin · Köln Naversnik, Katrin, Dr. med. · Stuttgart Neumann, Arvid · Leipzig Neumann, Jürgen, Dr. med. · Haan Nürnberger, Benedikt · München

O Obwegeser, Florian, Dr. med. · Berlin Oechsler, Thomas, Dr. med. · Fellbach Oezel, Lisa · Gießen Oppermann, Johannes · Köln Ortmaier, Reinhold · Salzburg

P Paetzold, Charlotte · Hamburg Palm, Hans-Georg, Dr. med. · Ulm Pfränger, Jan, Dr. med. · Leipzig Philipp, Henry · Leipzig Pioro, Gerhard · Ludwigshafen am Rhein Plesak, Ladislav, Dr. med. · Niedereschach Pletzer, Benedikt · Regensburg Pour, Miroslav, Dr. med. · Zwiesel Preuß, Nico · Berlin Pronk, Johannes · Berlin

R

Schneppendahl, Johannes, Dr. med. · Pittsburgh, PA Schöll, Hendrik, Dr. med. · Ulm Schweninger, Christian · Berlin Sen, Bernard, Dr. med. · Durmersheim Sesselmann, Stefan M., Dr. med. · Fürth Seyffer, Karolin · Heidelberg Sprengel, Harro, Dr. med. · Hof Stahnke, Katharina · Berlin Steinert, Joachim, Dr. med. · Niederwiesa Steinmann, Urs, Dr. med. · Villingen-Schwenningen Suren, Christian, Dr. med. · München

T Taheri, Pouria, Dr. med. · Berlin Tatus, Walter, Dr. med. · Dortmund Thomeer, Bastiaan · Haren Todorova, Radina · Hamburg Trulson, Alexander · Wien Tschenschner, Nora Sophie · Hannover

U Ullrich, Monika · Kempten Uzun, Akin, Dr. med. · Dortmund

V

Raschke, David · Göttingen Rebhan, Benjamin, Dr. med. · Bispingen Rickers, Olaf, Dr. med. · Schweinfurt Rink, Matthias, Dr. med. · Küttigen

Vogel, Hans-Jörg, Dr. med. · Magdeburg Vogt, Geeske Sana · Oldenburg Vollmann, Niko, Dr. med. · München von der Heide, Nadine, Dr. med. · Frankfurt am Main Von Matthey, Francesca · München

S

W

Sachsenmaier, Saskia · Tübingen Schäfer, Christoph, Dr. med. · Gießen Scheer, Juliane · Düsseldorf Schmelzeisen, Charlotte · Karlsruhe Schmiddem, Uli, Dr. med. · Hannover Schmidt, Ina, Dr. med. · Brig

Wagner, Martin, Dr. med. · Pulheim Wirths, Katrin · Mannheim

Z Zinke, Michael · Stuttgart

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Aus den Verbänden

Protokoll der Mitgliederversammlung 2012 am Dienstag, 23. Oktober 2012, 12.45 bis 13.25 Uhr, ICC Berlin, Saal 3

1. Anträge zur Tagesordnung Der Präsident eröffnet die Mitgliederversammlung, auf deren Einladung 80 Mitglieder erschienen sind, und stellt die Beschlussfähigkeit fest. Die Ladung ist fristgemäß und formgerecht erfolgt. Weitere Anträge zur Tagesordnung liegen nicht vor und werden nicht gestellt.

bracht wurden: Netzwerk Versorgungsforschung, Weißbuch Forschung in O und U, Endoprothesenregister EPRD, der aktuelle Start des Projektes EndoCert zur Zertifizierung von Kliniken, die Vorbereitung zur Gründung einer AG Implantatesicherheit und vieles mehr. Mit einer Verschlankung des Geschäftsführenden Vorstandes der DGOU ist man drei Jahre nach deren Gründung ein gutes Stück in Richtung effektiverer Strukturen voran gekommen.

DGOOC

2. Bericht des Präsidenten Eingangs führt Prof. Mittelmeier aus, dass der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie mit circa 1.130 Vorträgen in 270 Sitzungen an den Start geht und die Kurse höher als im Vorjahr ausgelastet sind. Das bewährte Kongressformat wird weiter geführt. Gastländer in diesem Jahr sind Lateinamerika und Polen, das internationale Programm kann insgesamt jedoch auf 20 anwesende Präsidenten ausländischer Fachgesellschaften verweisen. „Qualität, Ethik, Effizienz“ als Kongressmotto werden nicht nur in den Eröffnungsreden der drei Kongresspräsidenten Mittelmeier, Josten und Gassen vertieft, sondern beispielsweise auch am 24. Oktober in einem Roundtable-Gespräch mit Politikern mit der Frage „Wie viel Qualität können wir uns leisten“. Er dankt Prof. Kladny für die qualitativ hochwertige Gestaltung der Summer School zur Nachwuchsgewinnung gemeinsam mit Prof. Hoffmann von der DGU am 19./20. September in Herzogenaurach. Als Schwerpunktthemen der DGOOC im Jahr 2012 zählt Prof. Mittelmeier zahlreiche Projekte auf, die wesentlich voran geMITGLIEDSBEITRÄGE

Strategische Aufgabe bleibt es, die Zukunft des gemeinsamen Faches Orthopädie-Unfallchirurgie im Blick zu haben, die Inhalte stärker zu definieren und weiter zu entwickeln; insbesondere in den Bereichen Kinderorthopädie, orthopädische Rheumatologie und nicht zuletzt der konservativen Inhalte von O und U. Auch die Nachwuchsförderung bleibt mit Fortführung von Summer School und Studierendentag auf dem DKOU, Imagekampagne „Youngsters“, Arbeitszeitmodellen und Forschungsstipendien für Studierende ein Schwerpunkt der Vorstandsarbeit. Er dankt den Vorstandsmitgliedern und insbesondere dem Generalsekretär für das Geleistete und fordert alle Mitglieder auf, sich für die Weiterentwicklung von Orthopädie und Unfallchirurgie zu engagieren. Zu den Ausführungen gibt es keine weiteren Fragen oder Anmerkungen. 3. Bericht des Generalsekretärs Prof. Niethard stellt an den Beginn seiner Ausführungen, dass sich die Aufgaben in der DGOOC-Geschäftsstelle vervielfacht haben und die räumlichen Verhältnisse im Langenbeck-VirchowHaus so beengt sind, dass nunmehr gemeinsam mit DGU und BVOU intensiv nach einem neuen Domizil gesucht wird. Wenngleich die GeschäftsDGOU/DGU/ stellen bereits jetzt eng zusammenarbeiten, erDGOOC hofft man sich von einem gemeinsamen Büro 0€ weitere Synergieeffekte. Im Bereich Finanzen hat Herr Schulz die Aufgaben von Frau Goetze übernommen, die Ende September wegen Umzugs 30 € ausgeschieden ist. Er dankt allen Mitarbeitern der Geschäftsstelle für das überdurchschnittliche Engagement in allen Belangen der Gesellschaft.

DGOU

DGOOC DGOU

DGU/DGOU

Studierende (Bescheinigung jährlich einzureichen bis 31. März)

0€

0€

0€

Assistenzärzte in Weiterbildung (Bescheinigung jährlich einzureichen bis 31. März)

30 €

30 €

30 €

Fachärzte, Funktionsoberärzte

60 €

60 €

60 €

60 €

120 €

120 €

120 €

120 €

40 €

40 €

40 €

40 €

320 €

320 €

320 €

320 €

1.200 €

1.200 €

1.200 €

1.200 €

Ärzte in selbständiger/ leitender Position (Oberärzte, Chefärzte, Niedergelassene) Pensionäre Außerordentliche Mitglieder, Körperschaften Fördernde Mitglieder

Die Themen im Jahr 2012 waren bzw. sind geprägt von der Weiterentwicklung des gemeinsamen Faches Orthopädie und Unfallchirurgie: Der EFORT-Kongress in Berlin im Frühjahr dieses Jahres war der bislang besucherstärkste. Nun geht es darum, dass das starke Fach O und U in Deutschland adäquat im EFORT-Vorstand vertreten ist, zu dem bisher nur je ein Vertreter von

Tab. 1 Die neue Beitragsordnung

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Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Aus den Verbänden

DGOOC und BVOU gehören. Die DGU ist inzwischen aber auch Mitglied.

gen auf nunmehr ca. 3.300 und erfreulicherweise auch die Zahl der zahlenden Mitglieder.

Zur Einbindung der hohen Fachkompetenz soll die enge Zusammenarbeit mit den Sektionen der DGOOC vertieft werden, die bis auf wenige Ausnahmen inzwischen auch DGOU-Sektionen sind.

Neben den Ausgaben für zahlreiche Stipendien und Preise als satzungsgemäßen Auftrag der DGOOC gehören die Büro- und Reisekosten zu den größeren Ausgabepositionen. Letztere sind trotz wachsender Aktivitäten zumindest nicht weiter angestiegen.

Schwerpunkte der Diskussion im Bereich Weiterbildung waren in 2012 die Orthopädische Rheumatologie und die konservative Orthopädie. Da das Thema bis zur Novellierung der Weiterbildungsordnung nicht warten kann, muss hier rasch eine Übergangslösung gefunden werden.

Die Verbandsbeiträge in Organisationen wie der DGCH, EFORT, AWMF usw. sind gerechtfertigt, da die Gesellschaft nur durch eine Mitgliedschaft an den entsprechenden Stellen ihren Einfluss geltend machen kann.

Die Nachwuchsförderung in O und U wurde unter anderem durch die Kurse Spezielle Orthopädische Chirurgie und das Kursformat „Fit after eigth“ mit modernen didaktischen Methoden unterstützt.

Neben den zweckgebundenen Rücklagen für Projekte wie zum Beispiel das Netzwerk Versorgungsforschung werden auch immer Rücklagen zum Ausgleich für eventuelle Verluste aus dem Kongressgeschehen gebildet.

An Dr. Halder geht Dank für die intensive Arbeit zur Überarbeitung und Erstellung diverser Leitlinien in O und U. Die DGOOC konzentriert sich inzwischen auf die S-2-Leitlinien, da Leitlinien justiziabel geworden sind.

Insgesamt steht die Gesellschaft durch das ausgeglichene Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben finanziell auf gesunden Füßen.

Als aktuelle Projekte werden vom Generalsekretär hervorgehoben:

■ ■

Das EPRD Endoprothesenregister Deutschland, an dessen Pilotphase sich aktuell 40 Kliniken beteiligen. Spätestens im 2. Quartal 2013 soll zum regulären Betrieb übergegangen werden. Das Projekt EndoCert zur Zertifizierung von Endoprothesenzentren ist mit einer Pressekonferenz am 19. Oktober 2012 offiziell gestartet worden. Dank geht an Herrn Malzahn von der AOK, der das gemeinsam mit den Kostenträgern gestaltete Projekt Versorgungsatlas mit zahlreichen Vorschlägen und Hinweisen unterstützt. Das Projekt Registerforschung ist mit der Bewilligung einer Anschubfinanzierung durch die DGOOC in Höhe von 210.000 Euro auf den Weg gebracht. Um die beteiligten Ärzte von einer überbordenden Bürokratie fernzuhalten, soll das Projekt mit den EPRD-Routinedaten verknüpft werden. Das DGCH-Projekt „Einheit der Deutschen Chirurgie“ mit derzeitigen Schwerpunkten in den Bereichen PR/Öffentlichkeitsarbeit, Aus-/ Weiter-/ Fortbildung sowie Wissenschaft und Forschung geht derzeit etwas langsam voran, da die Konsensbildung unter neun chirurgischen Fachgesellschaften nicht ganz einfach zu bewerkstelligen ist.

Da die Anwesenden keine Fragen zum Bericht haben, stellt Prof. Siebert das Modell der neuen Beitragsordnung vor, deren Notwendigkeit sich aus der Vereinheitlichung und Anpassung an die Änderungen der Mitgliedsbeiträge in der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) ergibt. Demnach gliedert sich für ordentliche Mitglieder bei Teilnahme am Lastschrifteinzugsverfahren die Beitragshöhe wie in der Tabelle dargestellt. Vorteil der Vereinheitlichung ist, dass jedes Mitglied nur noch einen Beitrag zahlen braucht bei freier Wahl der Mitgliedschaft in DGOOC, DGOU und/oder DGU. Im Ergebnis der geheimen Wahl wird die neue Beitragsordnung mit 67 Ja-Stimmen, 3 Nein-Stimmen und keiner Enthaltung angenommen.

5. Bericht der Kassenprüfer

DGOOC

Erfreulich ist die sehr enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Rheumaliga in zahlreichen Projekten, die als Patientenvereinigung mit mehr als 260.000 Mitgliedern große politische Bedeutung hat. Frau Prof. Gromnica-Ihle nimmt zum Beispiel regelmäßig als Gast an den DGOOC-Vorstandssitzungen teil.

Prof. Kienapfel trägt den Bericht der Kassenprüfer für das Geschäftsjahr 2011 vor. Demnach haben er und PD Dr. Jens A. Richter in den Räumen der Geschäftsstelle die Prüfung durchgeführt und nach gründlicher Durchsicht der Rechnungen und Bücher keinerlei Hinweise auf Unregelmäßigkeiten gefunden. 6. Entlastung des Vorstands Prof. Kienapfel stellt den Antrag auf Entlastung des Vorstandes. Ergebnis der geheimen Abstimmung: 56 Ja-Stimmen, 6 Nein-Stimmen, 10 Enthaltungen. Damit ist der Vorstand entlastet.

7. Wahlen 4. Bericht des Schatzmeisters 7.1. Wahl des 3. Vizepräsidenten Prof. Werner Siebert erläutert die fortgesetzt positive Bilanz im Berichtszeitraum: Mit Hilfe der Umstellung auf eine effiziente elektronische Mitgliederverwaltung ist die Zahl der Mitglieder weiter angestieOrthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

Der Vorstand schlägt Herrn Prof. Dr. Rüdiger Krauspe, Orthopädische Klinik des Universitätsklinikums Düsseldorf, als Kandidaten für den 3. Vizepräsidenten und damit für das Amt des

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Aus den Verbänden

Präsidenten für das Jahr 2015 vor. Prof. Krauspe, der sehr aktiv im Bereich Kinderorthopädie und Wirbelsäulenorthopädie ist, hat im Vorfeld den Vorschlag des Gesamtvorstands der DGOOC, für dieses Amt zu kandidieren, angenommen. Da es keine weiteren Vorschläge für dieses Amt gibt, entscheiden sich die Anwesenden in geheimer Wahl mit 48 Ja-Stimmen, 18 Nein-Stimmen und 6 Enthaltungen für Prof. Krauspe.

Er erhebt sich und nimmt die Wahl an. Auch Prof. Meurer wird mit überwältigender Mehrheit von 60 JaStimmen, 7 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen in den Beirat gewählt.

Sie freut sich, einen weiblichen Part im Vorstand übernehmen zu können, und nimmt die Wahl gern an. 7.3. Wahl der Kassenprüfer

Prof. Krauspe nimmt die Wahl an und sichert zu, sich tatkräftig im Vorstand zu engagieren. 7.2. Wahl des Beirats

DGOOC

Ende 2012 laufen die Amtzeiten von folgenden Beiratsmitgliedern ab: Herrn Prof. Dr. Heiko Reichel, Orthopädische Universitätsklinik am RKU in Ulm, Herrn Prof. Dr. Martin Krismer, Orthopädie der Universitätsklinik Innsbruck sowie PD Dr. Stephan Kirschner, Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Universitätsklinik Dresden.

Vom Vorstand zur Wiederwahl vorgeschlagen werden Prof. Dr. Andreas Kienapfel, Auguste-Victoria-Klinikum, Abt. Orthopädie, Berlin und PD Dr. Jens Alexander Richter, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Marienhospital, Gelsenkirchen. Beide sind mit einer erneuten Kandidatur einverstanden. Ergebnis der geheimen Abstimmungen für die oben genannten Kandidaten: Prof. Kienapfel: 66 x Ja, 5 x Nein, 1 Enthaltung; PD Dr. Richter: 59 x Ja, 7 x Nein, 3 Enthaltungen.

Prof. Dr. Krismer und PD Dr. Kirschner können für eine weitere Amtsperiode wiedergewählt werden und stehen für das Amt erneut zur Verfügung.

Prof. Kienapfel nimmt die Wahl an – zugleich auch im Auftrag von PD Dr. Richter, der zur Wahl persönlich nicht anwesend sein kann.

Prof. Dr. Reichel kann nicht wiedergewählt werden. Der Vorstand schlägt daher Frau Prof. Dr. Andrea Meurer, Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim, als Kandidatin für den gewählten Beirat vor. Frau Prof. Dr. Andrea Meurer hat im Vorfeld ihre Bereitschaft zur Kandidatur für dieses Amt erklärt. Weitere namentliche Anträge werden nicht gestellt.

Verschiedenes Da es keine weiteren Fragen oder Hinweise gibt, dankt Prof. Mittelmeier den Anwesenden und bittet abschließend auch um eine rege Teilnahme an der DGOU-Mitgliederversammlung am Mittwoch, 24. Oktober 2012 im ICC/Berlin.

Für jeden Kandidaten wird in geheimer Abstimmung wie folgt einzeln entschieden: 48 Ja-Stimmen, 17 Nein-Stimmen und 6 Enthaltungen für eine weitere Amtszeit von PD Dr. Kirschner.

Wegen einer parallelen Veranstaltung ist er nicht persönlich anwesend, hat jedoch vorab erklärt, ein positives Votum anzunehmen.

Prof. Dr. Wolfram Mittelmeier Präsident DGOOC

Prof. Dr. Fritz Uwe Niethard Generalsekretär DGOOC

Mit 52 Ja-Stimmen, 15 Nein-Stimmen und 6 Enthaltungen wird auch Prof. Krismer wieder gewählt.

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Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Aus den Verbänden

31. Fort- und Weiterbildungskurs der Initiative̕93 Technische Orthopädie Dr. Andreas Lison, Warendorf

Bei der Zusammenstellung der Referate hatte Prof. Greitemann nicht nur auf die hohe Qualität der Referenten geachtet. Konsequent folgten die Themen dem methodisch unverzichtbaren Prinzip, anhand relevanter Krankheitsbilder und Funktionseinschränkungen die Systematik und Möglichkeiten einer fundierten Hilfsmittelversorgung darzustellen. Dabei blieben auch kassen- und versorgungsrechtliche Fragen nicht außer Acht. Hier konnten in der Diskussion die anwesenden Kolleginnen und Kollegen des MDK einen wichtigen Beitrag leisten, für ein Miteinander und regen Informationsaustausch zu werben. „Ein guter Chirurg muss wissen, wann er mal nicht operiert“, stellte Dr. Lars Gerres, Facharzt für Chirurgie, Unfallund Handchirurgie am Klinikum Osnabrück, fest. Eine Orthese bedeute immer auch eine Funktionseinschränkung, an der Hand beinhalte aber eine kleine Ein-

schränkung schon eine große Störung. Unter strenger Beachtung der Anatomie, Biomechanik und Wundheilung seien Orthesen postoperativ an der Hand daher so kurz und so wenig einschränkend wie möglich zu verordnen. Die Referenten der Bundesfachschule für Orthopädietechnik in Dortmund schilderten in beeindruckender Weise die biomechanischen Grundüberlegungen bei der Planung und Anfertigung einer individuellen orthetischen Versorgung an den Extremitäten und am Rumpf. Klar wurde, dass in komplexen Fällen konfektionierte Orthesen hinter den Möglichkeiten einer Individualanfertigung zurückbleiben. Auch die Versorgung mit einem Rollstuhl folgt grundlegenden biomechanischen Überlegungen, die gerade bei Patienten mit hohem Anspruch an Teilhabe wesentlich über die Funktionalität in Alltag und Beruf entscheiden. Hier ist ein enger Dialog zwischen verordnendem Arzt, Techniker und Kostenträger unverzichtbar, um im Rahmen des Wirt-

DGOOC

Hochrangige Referenten

Foto: Initiative ̕93

„Die Rehabilitation fängt auf dem OPTisch an!“ Besser hätte Dr. Rainer Eckhardt die Bedeutung einer systematischen Rehabilitationsplanung und qualitativ hochwertigen orthopädietechnischen Versorgung wohl nicht auf den Punkt bringen können. Mehr als 40 interessierte Kolleginnen und Kollegen aus Klinik, niedergelassener Praxis und dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) waren vom 14. bis 16. September 2012 nach Bad Rothenfelde gekommen, um ihr Wissen über Orthetik, Rollstuhlversorgung und Hilfsmittelversorgungen in der Neuroorthopädie, bei Querschnittsläsionen und in der Kinderorthopädie zu vertiefen. Prof. Dr. Bernhard Greitemann, Kursleiter, Chefarzt der Klinik Münsterland und selbst ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der technischen Orthopädie, hatte mit einem Team aus mehr als 20 hoch erfahrenen Kolleginnen und Kollegen ein Programm zusammengestellt, welches ohne Einschränkung als beispielhaft bezeichnet werden kann.

Der 31. Fort- und Weiterbildungskurs der Initiative̕93 Technische Orthopädie fand vom 14. bis 16. September in Bad Rothenfelde statt. Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

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Aus den Verbänden

TERMINE 2013 Modul 2 und 4 Amputationschirurgie, Prothesenversorgung, Schuhtechnik, Kompressionstherapie 8. bis 10. März 2013 Rehabilitationszentrum der AUVA in Bad Häring/Tirol Modul 1 und 3 Orthetik, Rollstuhlversorgung, Neuroorthopädie, Querschnittläsion, Kinderorthopädie 27. bis 29. September 2013 Moritz-Klinik Bad Kloster Lausnitz Anmeldung unter: www.technischeorthopaedie.de

schaftlichkeitsgebots Über- oder Unterversorgungen zu vermeiden.

DGOOC

Hilfsmittelversorgung in der Kinderorthopädie

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Die Hilfsmittelversorgung in der Kinderorthopädie stellt eine besondere Herausforderung dar, in die auch die Eltern mit einbezogen werden müssen. Nach dem Prinzip „so wenig wie möglich, soviel wie nötig folgt die Orthese der Funktion“, so Prof. Dr. Robert Rödl, Chefarzt für Kinderorthopädie, Deformitätenrekonstruktion und Fußchirurgie des Universitätsklinikums Münster. Um das Sich-auf-den-Bauch-drehen und Krabbeln zu erleichtern, sollen Orthesen erst nach Laufbeginn verordnet werden und zunächst leicht, einfach und ohne Gelenke gestaltet sein. Erst mit sich entwickelnder Motorik seien komplexere Orthesen sinnvoll. PD Dr. Ute Maronna berichtete aus ihrem großen Erfahrungsschatz bei der orthetischen Versorgung von Hüftdysplasien bei Kindern und beschrieb eine Vielzahl von Fallstricken, die geeignet sind, die Problematik zu verschärfen.

Wirbelsäulenorthesen, Mieder und Rumpfbandagen in der Therapie der Osteoporose, der Skoliosebehandlung und Therapie von Rückenschmerzen waren das Thema des letzten Kurstages. Dr. Jan Matussek, Orthopädische Universitätsklinik Regensburg, stellte die unverzichtbaren Prinzipien einer stadiengerechten Korsettversorgung dar. Ohne in das Korsett eingearbeitete Freiräume sei eine dreidimensionale Wachstumslenkung nicht denkbar, gleichzeitig könne eine frühzeitige qualitativ hochwertige Korsettversorgung operative Eingriffe verhindern. Exoskelette = Zukunftsmusik? Ob Handschienenherstellung oder die gemeinsame „Rolli-Erfahrung“, auch praktische Vorführungen waren Bestandteil des Kurses. Besonders eindrucksvoll war in diesem Zusammenhang die Demonstration des Exoskeletts der Firma Argo Medical Technologies Ltd., Göttingen, welches in der Lage ist, Paraplegikern Stand und Gang und damit eine Teilhabe in „Augenhöhe“ zu ermöglichen. Konstruktion, technischer Aufwand und Kosten zwi-

schen 55.000 und 100.000 Euro regten die Teilnehmer zur Diskussion und Nachdenken über die Integration und Inklusion von Menschen mit Behinderung an. Prof. Greitemann, der mit fünf Referaten aus den unterschiedlichsten Gebieten wesentlich zur hohen Qualität des Kurses beitrug, machte in seinem Schlusswort nochmals klar: Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung gewinnen die konservative Therapie und damit die technische Orthopädie zunehmend an Bedeutung. Die rasante Entwicklung im Bereich der Werkstoffe, Herstellungsverfahren, des Wissens um Biomechanik und Neurophysiologie sowie der Elektronik lässt Ungeahntes zu. Gleichzeitig bestehen große Wissenslücken und mangelnde Erfahrung bei der Verordnung geeigneter Hilfsmittel. Doch wer verordnet, muss ärztlich abnehmen, das heißt kritisieren, kontrollieren und den Therapieverlauf steuern. In diesem Sinne hat der 31. Fort- und Weiterbildungskurs der Initiative ̕93 Technische Orthopädie in Bad Rothenfelde zweifellos das Prädikat „Besonders wertvoll“ verdient, stellte er doch einen herausragenden Beitrag zu einer fachlich qualifizierten, wirtschaftlichen und patientengerechten Versorgungspraxis dar. Danke, Bad Rothenfelde!

Dr. Andreas Lison, Warendorf, schildert als Teilnehmer des 31. Fort- und Weiterbildungskurses der Initiative ̕93 Technische Orthopädie seine Eindrücke von der Veranstaltung.

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Foto: VTO

Aus den Verbänden

Der neue VTO-Vorstand (v. li. n. re.): Dr. Frank Braatz, 2. Vorsitzender, Prof. Dr. Bernhard Greitemann, 1. Vorsitzender, Dr. Johannes Schröter, Schriftführer, Bernd Wünschmann, Schatzmeister.

Prof. Dr. Bernhard Greitemann

Anlässlich des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie 2012 in Berlin fand im Rahmen der Mitgliederversammlung der Vereinigung Technische Orthopädie (VTO) eine Vorstandswahl und Vorstandsneubesetzung statt. Zum neuen Vorsitzenden wurde mit beeindruckender Mehrheit Prof. Dr. Bernhard Greitemann, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik Münsterland in Bad Rothenfelde, gewählt. Der weitere Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:

■ ■ ■

2. Vorsitzender: Dr. Frank Braatz, Heidelberg Schriftführer: Dr. Johannes Schröter, Wiesbaden Schatzmeister: Bernd Wünschmann, Dortmund

Münster, und dem bisherigen Schriftführer, Dieter Berkau, München, für ihre geleistete Arbeit für die VTO. Als wesentliche Aufgabenfelder seiner Arbeit bezeichnete Greitemann die Verbesserung der Außendarstellung der Vereinigung Technische Orthopädie, um die vielfältigen Aktivitäten, die in diesem wichtigen Bereich der konservativen Orthopädie laufen, auch nach außen erkennbar zu machen. „Technische Orthopädie ist unverzichtbarer und wichtiger Bestandteil der konservativen Inhalte unseres Fachgebietes“, so Greitemann. Der neue Vorsitzende plant unter anderem die Einrichtung von Arbeitskreisen in der Vereinigung Technische Orthopädie. Gedacht ist an:

■ In seiner Begrüßungsrede nach der Wahl dankte Prof. Greitemann dem scheidenden Vorsitzenden Prof. Hans H. Wetz,

Ausbildung (Initiative ’93 Technische Orthopädie) Forschung

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

■ ■

Leitlinienentwicklung/Behandlungspfade Öffentlichkeitsarbeit/Symposium

DGOOC

Vereinigung Technische Orthopädie wählt neuen Vorstand

Die Vereinigung Technische Orthopädie (gleichzeitig Sektion 11 der DGOOC) versteht sich als interdisziplinäre fachübergreifende Vereinigung von Ärzten, Orthopädieschuh- und Orthopädietechnikern sowie allen am Gebiet der Technischen Orthopädie Interessierten und würde sich über Kontaktaufnahme durch Interessenten in diesem Bereich freuen.

Prof. Dr. Bernhard Greitemann, Bad Rothenfelde, ist der neue Vorsitzende der VTO. Kontakt: b.greitemann@ osnanet.de

745


Aus den Verbänden

Neue Mitglieder Folgende Personen haben einen Antrag auf Mitgliedschaft in der DGOOC gestellt. Laut Satzung der DGOOC § 5 Abs. 2 können Einsprüche gegen die Aufnahme bis zu vier Wochen nach der Bekanntgabe (in den Orthopädie Mitteilungen) mit eingehender schriftlicher Begründung beim Generalsekretär geltend gemacht werden. Afzali, Dariush · Bielefeld Akasheh, Amirpoya · München Bahr, Kathrin · Rostock Bausch, Dr. med. Karl-Peter · Albstadt Bletzer, Dr. med. Jutta · Hirschberg an der Bergstraße Bredow, Dr. med. Jan · Köln Breitenfelder, Dr. med. Michael · Ludwigshafen am Rhein

Draeger, Andreas · Braunschweig

Millenet, Maria · Hamburg

Fischer, Dr. med. Andreas · Thierachern

Mühlhofer, Dr. med. Heinrich · München

Fuchs, Annabelle · München

Müller, Dr. med. Wencke · Varel

Füting, Antje · Berlin

Nixdorf, Maximilian · Rostock

Gartner, Robert · Münster

Sachs, Dr. med. Michael-Georg · Berchtesgaden

Gleißner, Dr. med. Franz · Burghausen Götze, Dr. med. Marco · Tübingen Guttke, Dr. med. Till · Bremen Hennig, Daniel · Berlin

Salzberg-Radbruch, Dr. med. Charlotte · Potsdam Sander, Dr. med. Julia · München Söller, Dr. med. Felix · München

Jordan, Martin · Würzburg Kertai, Dr. Michael · Regensburg Keshmiri, Dr. med. Armin · Regensburg Khayyat, Dr. med. Ahmed · Berlin Kirchner, Dr. med. Rainer · Lübeck Klene, Laura Emine · Tübingen Knieß, Dr. med. Ronald · Hamburg Koch, Dr. med. Andreas · Düsseldorf

Claaßen, Dr. med. Leif · Hannover

Korsen, Melanie · Greifswald

Dietrich, Dr. med. Matthias · Mannheim

Majid, Mohammed · Mühlheim-Kärlich

Doustdar Haghighi, Sepehr · Hirschberg

Meißner, Dr. med. Meike · Hamburg

Tisztl, Michael · Rostock Tönnes, Uli-Michael · Köln Töpper, Anke · Rogäk Trabold, Dr. med. Odilo · München Walter, Dr. med. Gerrit · Berlin Wex, Marco · Rostock Winnecken, Dr. med. Hans-Jörg · Vechelde Wittig, Sabrina · Hagen Würtinger, Dr. med. Christoph · München Zirzow, Elisabeth · Rostock

DGOOC

Burger, Sebastian · Düsseldorf

Theis, Dr. med. Christoph · Frankfurt a. M.

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Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Aus den Verbänden

Aus der Präsidiumssitzung und Mitgliederversammlung Prof. Dr. Hartmut Siebert, DGU-Generalsekretär

Vor und während des DKOU finden traditionell Sitzungen der Gremien unserer Gesellschaft statt. Die wichtigsten davon sind die Präsidiumssitzung und die Mitgliederversammlung. Im Folgenden finden Sie einige wichtige Informationen aus den beiden Zusammenkünften. Zum Dritten Vizepräsidenten im nächsten Jahr und damit Präsident der DGU 2015 ist Prof. Dr. Michael Nerlich von der Mitgliederversammlung gewählt worden. Er ist Direktor der Abteilung des Universitätsklinikums Regensburg. Zum Generalsekretär ab 1. Januar 2014 hat das Präsidium der DGU auf Vorschlag der Findungskommission Prof. Dr. Reinhard Hoffmann (Frankfurt/Main) gewählt. Da Prof. Hoffmann nächstes Jahr Präsident der DGU (und der DGOU) sein wird, wird Prof. Hartmut Siebert die Geschäfte des Generalsekretärs noch ein Jahr kommissarisch führen. Die Mitgliederversammlung hat am 25. Oktober für die Zeit ab 1. Januar 2013 eine neue Beitragsordnung beschlossen. Die Mitglieder sind in der Zwischenzeit per Post vom Generalsekretär und dem Schatzmeister informiert worden. Das Wichtigste in Kürze:

DGU

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DGU-Mitglieder sind auch weiterhin Mitglied in der DGOU. Zukünftig können sie kostenfrei auch noch Mitglied der DGOOC werden. Entsprechende Anträge sind an die DGOOC-Geschäftsstelle zu stellen. Nähere Informationen hierzu unter www.dgooc.de. Beitragspflichtige Mitglieder, die uns keine Einzugsermächtigung erteilen oder keinen Dauerauftrag einrichten, müssen zukünftig zusätzlich zum Beitrag eine Verwaltungsgebühr von 10 Euro entrichten. Wir möchten da-

her nachdrücklich für Erteilung einer solchen Ermächtigung bzw. Einrichtung eines Dauerauftrages bei Ihrer Bank werben und wären denjenigen, die das noch nicht getan haben, für die Einsendung einer Einzugsermächtigung oder den Nachweis der Einrichtung des Dauerauftrages an die Geschäftsstelle dankbar, gerne auch per E-Mail oder Fax. Grundsätzlich werden wir zukünftig den Mitgliedern, die per Einzug oder Dauerauftrag zahlen, keine Rechnung oder Bestätigung des gezahlten Beitrages mehr zusenden. Wer eine Bescheinigung über den gezahlten Beitrag oder die Mitgliedschaft benötigt, kann diese gerne bei der Geschäftsstelle anfordern. Der ermäßigte Beitrag von bisher 40 Euro verringert sich für die in Weiterbildung befindlichen Mitglieder auf 30 Euro, während die Fachärztinnen und Fachärzte und Funktionsoberärztinnen und -ärzte nun 60 Euro zu zahlen haben. Mitglieder können nach Übertritt in den Ruhestand auf Antrag von der Beitragspflicht befreit werden. Bei Vorliegen besonderer Umstände können auch andere Mitglieder auf Antrag vom GF-Vorstand von der Beitragspflicht auf Zeit befreit werden (§ 6, 3 Satzung der DGU ). Damit tritt für diese Mitgliedsgruppe keine Änderung ein ( Bestandsschutz). Die Bestätigung, dass die Voraussetzung für einen ermäßigten Beitrag vorliegt, erfolgt durch den Leiter der Klinik und sollte bitte bis Ende März jeden Jahres bei der Geschäftsstelle eingereicht werden. Auf der Website www.dgu-online.de befindet sich in der Rubrik DGU/Wer sind Wir/Mitgliedschaft ein entsprechendes For-

mular; Zusendung des ausgefüllten Formulars an die Geschäftsstelle auch gerne per Fax oder E-Mail. Die Amtszeit folgender Mitglieder des Nichtständigen Beirates endet Ende des Jahres: Dr. Dirk Albrecht (Tübingen), Professor Dr. Alexander Beck (Würzburg), PD Dr. Ulf Culemann (Celle), Prof. Dr. Sascha Flohé (Düsseldorf), Prof. Dr. Stefan Rammelt (Dresden) und PD Dr. Christine Voigt (Hannover). Zu neuen Mitgliedern des Nichtständigen Beirates 2013 bis 2015 wählte die Mitgliederversammlung Dr. Markus Burkhardt (Homburg/Saar), Prof. Dr. Frank Hildebrand (Aachen), PD Dr. Sven Lendemans (Essen), Dr. Philipp Schwabe (Berlin), Dr. Fabian Stuby (Tübingen) und Dr. Christoph Wölfl (Ludwigshafen). Das Präsidium wählte Prof. Dr. Peter Biberthaler (München) zum neuen Leiter des Grundsatzausschusses der DGU ab 1. Januar 2013. Er war bisher Stellvertretender Leiter. Die bisherige Leiterin, PD Dr. Julia Seifert (Berlin), wird neue Stellvertretende Leiterin des Ausschusses. Zu Kassenprüfern für das Rechnungsjahr 2012 wurden Dr. Frank Hoffmann (Frankfurt/Oder) und Prof. Dr. Christian Jürgens (Hamburg) gewählt. Der Vorstand dankt den aus ihren Ämtern ausscheidenden Mitgliedern für ihr hervorragendes Engagement und beglückwünscht die Gewählten zu ihren Ämtern. Prof. Dr. Ch. Josten, DGU-Präsident 2012 Prof. Dr. H. Siebert, DGU-Generalsekretär

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Foto: Starface

Beim Präsidentendinner nahm Prof. Dr. Stefan Rehart (2. v. re.) die Georg Friedrich Louis Stromeyer Medaille von Prof. Hartmut Siebert (re.), Generalsekretär DGU, entgegen. Die Laudatio hielt Prof. Jürgen Probst (2. vo. li.). Der Präsidnet der DGU, Prof. Christoph Josten (li.) gratulierte dem Preisträger ebenfalls sehr herzlich.

Georg Friedrich Louis Stromeyer-Medaille 2012

Literaturpreis der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie Prof. Dr. Jürgen Probst

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie hat Herrn Professor Dr. med. Stefan Rehart Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie Agaplesion Markus-Krankenhaus Frankfurt am Main für seine deutsche Übersetzung aus dem Französischen des Buches Chirurgie de la main – 1. L‘ urgence Chirurgie der Hand – Der Notfall die GEORG FRIEDRICH LOUIS STROMEYER-MEDAILLE

Diese Buchveröffentlichung aus der Nancy-Schule stellt in idealer Komposition die einmalige Komplexität der Struktur der Hand, damit ihre Verletzlichkeit und ihren Anspruch, jede ihrer Verletzungen als Notfall zu verstehen, dar. Die ausgezeichnete Übersetzung aus dem Französischen ist nicht nur eine Meisterleistung

an sich, sondern sie erschließt diese für den chirurgischen Alltag ebenso wichtige wie praktisch hilfreiche klinische und operationstechnische Beschreibung des Organsystems Hand dem großen deutschsprachigen Interessentenkreis. Stefan Rehart ist es – wie schon bei anderen Werken – gelungen, die diffizilen

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

sprachlichen Eigentümlichkeiten, die dem Werk seine spezielle Bedeutung verleihen, auch in der deutschen Sprache treffend, verständig und mit hohem Sprachgefühl wiederzugeben. Er hat sich damit um die Unfallchirurgie und Handchirurgie verdient gemacht.

DGU

mit folgender urkundlicher Laudatio verliehen:

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Aus den Verbänden

Die DGU stiftet Promotionspreis Prof. Dr. Jürgen Probst

Das Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie hat am 22. Oktober 2012 die Stiftung eines Promotionspreises beschlossen. Dieser soll erstmals auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2013 verliehen werden. Der Preis wird für die beste eingereichte Dr. Dissertation aus

den Jahren 2011 bis 2013 im Fachgebiet Orthopädie und Unfallchirurgie vergeben und besteht aus einer Urkunde und einem Geldbetrag von 2.500 Euro.

10117 Berlin, in 3-facher Ausfertigung einzureichen. Weiteres ist den nachstehend abgedruckten Verleihungsbestimmungen zu entnehmen.

Bewerbungen sind bis 31. März 2013 an den Generalsekretär der DGU, Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstraße 58/59,

Promotionspreis der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie

1

Das Alter des/der Bewerbers/Bewerberin darf bei Einreichung an die Fakultät 32 Jahre nicht überschritten haben.

2

6

Der Preis besteht aus einem Geldbetrag in Höhe von 2.500 Euro und einer Urkunde. Der Preis ist nicht teilbar.

DGU

3

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4

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie stiftet einen Promotionspreis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses für besondere Leistungen im Fachgebiet Orthopädie und Unfallchirurgie unter besonderer Berücksichtigung der Speziellen Unfallchirurgie sowie in der disziplin-übergreifenden Unfallheilkunde und Traumatologie einschließlich trauma-bezogener Naturwissenschaften.

Die Bewertung erfolgt durch Vorlage einer abgeschlossenen und durch den Promotionsausschuss der jeweiligen Fakultät/Universität/Hochschule bereits angenommenen Promotionsarbeit (Dissertation) in deutscher oder englischer Sprache. Bei Vorlage einer Promotionsarbeit in englischer Sprache ist eine die Ergebnisse wiedergebende Zusammenfassung in deutscher Sprache beizufügen. Sofern die Arbeit bereits ein anderweitiges Leistungsausschreiben durchlaufen hat und dieses abgeschlossen ist, hat der Bewerber dies anzugeben; das Ergebnis dieses Leistungsausschreibens ist mitzuteilen. Während eines anderweitigen laufenden Leistungsausschreibungsverfahrens darf die Arbeit nicht zur Bewerbung eingereicht werden.

Zur Bewerbung zugelassen sind Arbeiten in Einzelautorschaft, auch als sogenannte kumulative Arbeiten sowie Arbeiten einer Autorengruppe, deren Erstautor/Erstautorin aufgrund derselben promoviert worden ist.

5

Zugelassen zur Bewertung sind Arbeiten, die im Jahr der Bewerbung oder in den diesem vorangegangenen zwei Kalenderjahren der jeweiligen Fakultät vorgelegt bzw. von dieser angenommen worden waren.

7

Zur Bewerbung sind bis zum 31. März des laufenden Jahres drei Exemplare der Arbeit beim Generalsekretär der DGU unter Beifügung einer Versicherung der Einhaltung guter wissenschaftlicher Praxis einzureichen. Der Bewerbung ist ein kurzgefasster Le-benslauf beizufügen.#

8

Das Präsidium der DGU bestellt eine Preiskommission, bestehend aus einem Mitglied des Ständigen Beirats, einem in leitender Position tätigen Mitglied des Nichtständigen Beirats der laufenden oder der vorangegangenen Amtsperiode und einem Mitglied des

Senats. Die Kommission entscheidet mit einfacher Mehrheit. Für jedes Kommissionsmitglied ist eine Ersatzperson zu bestellen.

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Die Preisverleihung erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Es besteht kein Anspruch auf Bekanntgabe der Entscheidungsgründe.

10

Die Preisverleihung erfolgt durch den Präsidenten der DGU im Rahmen des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie.

11

Der Preisträger verpflichtet sich zur Hergabe einer bis zu 5.000 Zeichen umfassenden Ergebnisbeschreibung für die „Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten“.

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Die Ausschreibung des Preises erfolgt jeweils zum Jahresende in den „Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten“. Außerdem wird sie in der Zeitschrift „Der Unfallchirurg“ und in den „Mitteilungen“ der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie sowie im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht. Jeder deutschen Medizinischen Fakultät wird die Ausschreibung bekanntgegeben.

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Fotos: P. Mommsen

Aus den Verbänden

Mit 84 Teilnehmern stieß der Veranstaltungsraum an seine Kapazitätsgrenze, der engagierten Diskussion tat das aber keinen Abbruch.

Traumaversorgung in Deutschland bleibt vorbildlich Bericht vom zweiten Jahreskongress der Sektion NIS Heiko Trentzsch, Christoph Wölfl, Gerrit Matthes, Thomas Paffrath, Ulrike Nienaber, Rolf Lefering, Sascha Flohé

Was gibt′s Neues im Bereich Schwerverletztenversorgung? Die erste Session gab einen Überblick über neue Entwicklungen in der Schwerverletztenversorgung. Im Eröffnungsvortrag gab S. Flohé (Düsseldorf) einen Überblick über die wichtigsten Neue-

rungen in der zweiten Auflage des Weißbuches[1]. Er erläuterte weiter die neue Definition zum Einschluss von Patienten in das TraumaRegister DGU® (TR-DGU). Kliniken, die am TR-DGU teilnehmen, sind verpflichtet, ihre Patienten vollständig und vollzählig in das Register einzugeben. Nach der neuen Definition sind zukünftig alle über den Schockraum aufgenommenen Patienten mit anschließender Intensiv- oder IntermediateCare-Überwachung und alle Patienten, die die Klinik mit Lebenszeichen erreichen und vor Aufnahme auf die Intensiv-/ Intermediate-Care-Station (IMC) versterben, in das TR-DGU einzuschließen. Außerdem sind alle zuverlegten Patienten im TR-DGU zu dokumentieren, für die in der erstbehandelnden Klinik eine Trauma-Register-Dokumentation (mindestens Bogen A und B) begonnen wurde. Auch ging Flohé auf die Bedeutung der

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Telekommunikation in den Netzwerken ein und verwies auf das Projekt TeleKooperation TNW®. Hierbei handelt es sich nicht nur einfach um den Austausch von diagnostischem Bildmaterial, sondern, wie aus dem Name des Projektes ersichtlich, um ein Werkzeug für Kommunikation und Kooperation, zum Beispiel im Rahmen von Konsilen. Im Weiteren berichtete A. Ernstberger (Regensburg) über Effekte, die nach Zertifizierung des TraumaNetzwerks Ostbayern beobachtet wurden. Es zeigte sich, dass die Behandlung von relevant Schwerverletzten vor allem in den überregionalen Traumazentren stattfindet, ohne dass sich die Patientenströme mit der Zertifizierung relevant verändert hätten. Nach der Zertifizierung kam vor allem in lokalen Traumazentren vermehrt die CT-Diagnostik zum Einsatz,

DGU

Am 7. September 2012 traf sich die Sektion Notfall-, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung (NIS) zu ihrem zweiten Jahreskongress an der Medizinischen Hochschule (MHH) in Hannover. An das wissenschaftliche Symposium bestehend aus vier Sessions rund um die aktuellen Entwicklungen in der Schwerverletztenversorgung folgte die kommentierte Ausgabe des TraumaRegister DGU®-Jahresberichtes 2012. Die Sektionsmitglieder trafen sich am folgenden Tag zu einem Arbeitstreffen.

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Aus den Verbänden

die Zeiten von der Klinikaufnahme bis zum CT konnten dabei deutlich gesenkt werden. Die Krankenhausverweildauer blieb unverändert. Es zeigte sich ein Trend für eine leicht gesenkte Sterblichkeit, der jedoch statistisch nicht signifikant war. Im zehnten Jahr nach Inauguration des ATLS-Schulungsprogramms in Deutschland stellte C. Wölfl (Ludwigshafen) fest, dass ATLS fester Bestandteil der Versorgungsrealität ist. Der direkte Vergleich zwischen der 8. Edition des ATLS-Kursmanuals mit der S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung zeigt, dass hier weitgehende Übereinstimmung für die Handlungsempfehlungen besteht. Die Frage, ob ATLS einen messbaren Effekt auf Morbidität und Mortalität habe, konnte er hingegen noch nicht abschließend beantworten. Er hofft hier auf die Erkenntnisse, die ein neu gestarteter Forschungsverbund zur systematischen Evaluierung des deutschen ATLS-Programms liefern soll. H. Andruszkow (Hannover) analysierte die aktuelle Literatur hinsichtlich der Vorteile und Limitierungen notarztgestützter Systeme gegenüber paramedic-basierten Systemen zur Schwerverletztenversorgung und nahm anhand eigener Daten aus der Hannoveraner Traumadatenbank einen Vergleich zwischen Luftrettung und bodengebundenem Notarzt vor. Zusammenfassend zeigt sich, dass notärztliche Versorgung und Einsatz der Luftrettung zwar die präklinische Versorgungszeit aufgrund vermehrt durchgeführter Interventionen verlängert, dies aber zugunsten einer gesenkten Mortalität. Er sieht daher die Vorteile einer notarztbasierten Schwerverletztenversorgung und der Luftrettung bestätigt.

DGU

Für Sie gelesen: Wichtige wissenschaftliche Arbeiten des vergangenen Jahres Traditionellerweise werden anlässlich der Ausgabe des TraumaRegister DGU® Jahresberichtes die wichtigsten Arbeiten des zurückliegenden Jahres vorgestellt, die auf der Datenbasis des Registers veröffentlicht wurden. Die erste vorgestellt Arbeit stammt von M. Hoffmann (Hamburg) et al., die sich mit der Diagnose und Prognoseabschätzung bei SHT kritisch auseinandersetzt

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Der Gastgeber Prof. C. Krettek begrüßt die Teilnehmer am zweiten NIS-Jahreskongress in Hannover.

[2]. Die Autoren stellen fest, dass für die Überlebensprognose anhand der motorischen Komponente der GCS (mGCS) kombiniert mit der Pupillenreaktion die beste Vorhersage gelingt. Der daraus abgeleitete Eppendorf-Cologne-Score (ECS) wird zur weiteren Evaluierung in das TRDGU aufgenommen werden. Den zweiten Vortrag in dieser Session bestritt B. Hussmann (Essen). Er widmete sich den Effekten der Volumentherapie nach schwerem Trauma. Die Arbeit zeigt, dass die Gabe von Flüssigkeitsmengen über 1.500 Milliliter mit einer deutlichen Verschlechterung der Blutgerinnung, einem höheren Bedarf an Blutprodukten und einer höheren Sterblichkeit einhergeht [3]. Außerdem stellte er Daten einer vergleichbaren Untersuchung an pädiatrischen Traumapatienten vor. In der Tendenz sind die Ergebnisse denen der Erwachsenen ähnlich, die Zahlen sind aufgrund der geringen Fallzahl aber nicht belastbar[4]. Als drittes präsentierte R. Lefering (Köln) in Vertretung von J.-T. Grässner (Kiel) eine Arbeit, die in Kooperation des TRDGU mit dem Reanimationsregister der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) erstmals eine vollständige Betrachtung des klinischen Verlaufs nach Reanimation wegen traumatisch bedingten Herzkreislaufstillstandes vornehmen konnte. Bemerkenswerterweise verlässt immerhin doch jeder 14. Patient die Kli-

nik lebend, wobei jeder 50. Patient direkt nach Hause entlassen werden kann. Die Autoren fordern daher, dass auch bei traumatischem Herz-Kreislaufstillstand die Reanimation begonnen werden sollte, solange die Ressourcen dies zulassen [5]. Als eine Neuerung in diesem Jahre wurden zum Ende der Session erstmals die „Trauma Papers of the Year“ vorgestellt. Dabei handelt es sich um Arbeiten, die die Mitglieder der Sektion dem NISBoard im Vorfeld als besonders lesenswert empfohlen haben. Ausgewählte Arbeiten sollten nicht wesentlich älter als ein Jahr sein. P. Mommsen (Hannover) stellte daraus ein interessantes Review zusammen und referierte vier ausgewählte Arbeiten [6-9]. Unfallchirurgie und Intensivmedizin – Was sollte jeder wissen? Einen Ausflug in die Intensivmedizin unternahmen S. Lendemans (Essen) und J. Swol (Bochum) in der dritten Session „Unfallchirurgische perioperative- und Intensivmedizin – Was sollte jeder wissen?“. S. Lendemanns referierte über „Gerinnungstherapie – Was ist gesicherter Standard?“ und gab eine umfassende Rückschau auf die verfügbare Evidenz zur Gerinnungstherapie. J. Swol gab eine Zusammenfassung der aus ihrer Sicht relevanten Themengebiete für die inten-

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Aus den Verbänden

worben werden könne. Weiter wurde beklagt, dass die gegenwärtigen Bemühungen zur Verbesserung der technischen Fertigkeiten darauf ausgerichtet sind, die frühe Phase nach der Klinikaufnahme zu bedienen. Langfristig wird aber auch ein Konzept benötigt werden, dass über die ersten 72 Stunden nach Klinikaufnahme hinausgeht. Hier zeichnet sich mittelfristig ebenfalls dringender Handlungsbedarf ab.

sivmedizinische Versorgung von Schwerverletzten. Aus einer Fülle von Themen scheint ihr die Fähigkeit, eine korrekte Einschätzung des Patientenzustandes hinsichtlich der Operabilität vornehmen zu können, die wichtigste Kompetenz, die jeder Unfallchirurg aus der intensivmedizinischen Weiterbildung mitnehmen sollte. Notfälle in der Traumatologie Mit einem Notfall im wahrsten Sinne des Wortes setzte sich in der vierten Session zunächst M. Oberst (Aalen) auf berufspolitischer Ebene auseinander. Er sieht die Schwerverletztenversorgung gefährdet, weil durch eine immer früher einsetzende Spezialisierung und mangelnden Nachwuchs in absehbarer Zeit ein gravierender Kompetenzverlust droht. Da sich die unfallchirurgischen Abteilungen immer stärker alleinstehend organisieren, schwinden Überschneidungspunkte mit angrenzenden operativen Fächern, insbesondere mit der Allgemeinchirurgie. Gelegenheiten, um Fähigkeiten im Bereich der Körperhöhlen durch Zusammenarbeit mit anderen Subspezialitäten zu erwerben, würden damit immer seltener. Gleichzeitig führe die Zusammenlegung der Fächer Orthopädie und Unfallchirurgie zu einer Verschlankung des Weiterbildungskatalogs und damit zu einer immer früher einsetzenden Spezialisierung. Eine Vorhaltung zahlreicher Spezialisten, die gemeinsam alle Bereiche der Schwerverletztenver-

sorgung abdecken können, sei angesichts der Verknappung der Ressourcen im Gesundheitswesen zunehmend nicht finanzierbar. Gerade die Versorgung an der Basis werde dadurch erheblich gefährdet. Er warnt weiter, dass im Zuge der aktuellen Entwicklung die Unfallchirurgie Gefahr laufe, die Rolle des „Kümmerers“ für die Schwerverletztenversorgung aufzugeben, und fordert die Etablierung (oder Wiederbelebung) der Generalisten. Damit meint er chirurgische Allrounder, die neben der unfallchirurgischen Kompetenz auch Kompetenz für Notfalleingriffe in den Körperhöhlen mitbringen, um alleine allen Ansprüchen der Schwerverletztenversorgung gerecht werden zu können. Neben der ungeklärten Frage, wie eine Weitebildungsordnung für so einen Generalisten strukturiert sein müsste, beklagt er weiter, dass es zusätzlich zum Nachwuchsmangel auch immer schwieriger wird, den veränderten Ansprüchen der Weiterbildungsassistenten im Hinblick auf die „work-life-balance“ gerecht zu werden und diese gleichzeitig für die Rolle des Generalisten begeistern zu können. Dem Vortrag folgte eine sehr engagierte und emotional geführte Diskussion, in der das Auditorium den gemachten Ausführungen zustimmte und dringenden Bedarf für eine Lösung dieses Problems anmeldete. Man war sich einig, dass alleine durch Rotationen in angrenzende Gebiete und die Einrichtung von Kursformaten wie zum Beispiel DSTC® wahrscheinlich keine ausreichende Expertise im Bereich der Körperhöhlen er-

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Aktuelle Kennzahlen des TraumaRegisters DGU® 2012 Die Veranstaltung wurde traditionsgemäß beendet durch die Ausgabe des TraumaRegister DGU®-Jahresberichts 2012 durch R. Lefering und T. Paffrath (beide Köln). Hierzu referierte R. Lefering die aktuellen Zahlen des Berichtes, der die Patienten des zurückliegenden Jahres 2011 beschreibt: Im vergangenen Jahr nahmen am TR-DGU 509 Kliniken aktiv teil, davon 487 aus Deutschland. Das entspricht mehr als der Hälfte der von AKUT katalogisierten Traumazentren. Die Entwicklung des Registers verläuft durch den Input der im TraumaNetzwerk DGU® aktiven Kliniken sehr gut. Lediglich 12 Prozent der Patienten im Register stammen noch aus der Zeit vor Beginn der Online-Dateneingabe in 2002. Die Fallzahlentwicklung ist enorm und erreichte 2011 eine Gesamtfallzahl von 93.024 Fällen, davon alleine 23.416 Fälle im Jahr 2011. Davon wurden 19.719 (84 Prozent) primär behandelt, 1.585 (7 Prozent) frühzeitig weiterverlegt und 2.112 (9 Prozent) sekundär verlegt.

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Prof. Flohé gibt im Eröffnungsvortrag einen Überblick über Neuigkeiten aus Weißbuch und Traumanetzwerken.

Im zweiten Vortrag dieser Session referierte D. Gümbel (Greifswald) eine systematische Literaturanalyse zur Versorgung offener Frakturen an der unteren Extremität. Er fand eine starke Evidenzlage für eine frühzeitige antibiotische Therapie und ein chirurgisches Wunddebridement. Über den Zeitpunkt der operativen Therapie und für die Verfahrenswahl ist die Evidenz jedoch nur unzureichend verfügbar. Gümbel sieht hier noch deutlichen Bedarf für mehr hochwertige klinische Studien.

Der durchschnittliche Schwerverletzte im Register ist im Mittel 46,3 Jahre alt, männlich (72 Prozent) und hat in 95 Prozent ein stumpfes Trauma erlitten. Häufigster Unfallhergang bleiben Verkehrsunfälle mit dem Auto (25,2 Prozent). Die mittlere Verletzungsschwere lag 2011

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Aus den Verbänden

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bei einem Injury Severity Score (ISS) von 18,3 Punkten. Insgesamt setzt sich damit der Trend für eine Abnahme der mittleren Verletzungsschwere fort. Erklärt werden könnte dies durch das Wachstum des Registers und eine damit verbundene Zunahme an leichter verletzten Patienten. Mit einem Schwerverletzten-Anteil (Patienten mit ISS≥16 Punkten) von 53 Prozent bleibt das TraumaRegister DGU® aber weiterhin eines der größten Register für schwerverletzte Patienten weltweit. Interessant ist die Beobachtung, dass sich die Rate für GanzköperCTs in den letzten drei Jahren bei circa 70 Prozent eingependelt hat (2011: 69 Prozent) und dass in 52 Prozent der Fälle im Schockraum ein Thorax-Röntgen durchgeführt wurde. Ebenfalls interessant sind die mittleren Liegezeiten (Gesamtliegezeit im Primärkrankenhaus 17,2 Tage, Intensivliegezeit 7,5 Tage). Die Frühletalität, also die Sterblichkeit innerhalb der ersten 24 Stunden, liegt 2011 bei 5,3 Prozent und die Gesamtletalität bei 10,3 Prozent. Bei einer prognostizierten Letalität von 12,1 Prozent nach dem RISC-Score ergibt sich eine standardisierte Mortalitätsrate von 0,84. Das Überleben nach schwerem Unfalltrauma hat sich also auch in 2011 wieder ein wenig verbessert und zeigt bessere Resultate, als mittels RISC-Prognose erwartet werden durften.

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Auch konnte eine weitere Verbesserung der Datenqualität beobachtet werden. Weil sie für die Erstellung von Risikoprognosen nach RISC- oder TRISS-Methode benötigt werden, stellen insbesondere Parameter wie Base Excess und Gerinnungsparameter bei Schockraumaufnahme, präklinischer GCS und die Atemfrequenz bekannte Probleme dar. Im zurückliegenden Jahr konnte hier aber eine deutliche Verbesserung beobachtet werden. So war im Vergleich zu 2010 dank vollständiger Datensätze eine RISC-Prognose in 26 Prozent statt in 17 Prozent, nach Anwendung der Ersätzungsregeln für fehlende Werte in 85 Prozent statt in 81 Prozent und für die TRISS-Methode in 59 Prozent statt in 53 Prozent der Fälle möglich.

Die wissenschaftliche Leistung hinter dem TraumaRegister DGU® bleibt ungebrochen und findet Niederschlag in der großen Anzahl national und international publizierter Arbeiten, die auf der Datenbasis des Registers entstanden. Im Jahr 2011 wurden 19 Publikationen veröffentlicht, im Jahr 2012 sind bereits 16 Publikationen in renommierten peerreviewten Fachzeitschriften erschienen. Zehn weitere Arbeiten wurden darüber hinaus in 2012 zur Publikation angenommen. Der kumulative Impact für 2012 liegt bereits bei über 45 Punkten. Der vollständige Jahresbericht 2012 kann auf der Homepage des TraumaRegisters DGU® unter www.traumaregister.de heruntergeladen werden. Er enthält weitere Details zur Bogenrevision für das Jahr 2013. Fazit und Ausblick Der zweite Jahreskongress der Sektion Notfall-, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung (NIS) unterstreicht die besondere Bedeutung des Themas Schwerverletztenversorgung innerhalb des Faches Orthopädie und Unfallchirurgie und adressierte alle drei inhaltlichen Säulen der Sektion. Dem hohen wissenschaftlichen Niveau und der Expertise der Referenten, Moderatoren und dem Programm-Komitee ist es zu verdanken, dass das Treffen zu einem gelungenen und informativen Wissensaustausch wurde. Der Jahreskongress der Sektion NIS ist nunmehr zu einem etablierten und wichtigen Veranstaltungstermin innerhalb der deutschen Orthopädie und Unfallchirurgie geworden, und wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten Jahreskongress, der am 6. September 2013 am Klinikum Rechts der Isar in München stattfinden wird.

Korrespondierender Autor: Dr. Heiko Trentzsch, München. Kontakt: heiko.trentz@ med.uni-muenchen.de

Literatur 1 Deutsche Gesellschaft Für Unfallchirurgie (2012) Weißbuch Schwerverletztenversorgung, 2. erweiterte Auflage - Empfehlungen zur Struktur, Organisation und Ausstattung der Schwerverletztenversorgung in der Bundesrepublik Deutschland. Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilung und Nachrichten:4-34 2 Hoffmann M, Lefering R, Rueger JM et al. (2012) Pupil evaluation in addition to Glasgow Coma Scale components in prediction of traumatic brain injury and mortality. Br J Surg 99 Suppl 1:122-130 3 Hussmann B, Lefering R, Waydhas C et al. (2012) Does increased prehospital replacement volume lead to a poor clinical course and an increased mortality? A matched-pair analysis of 1896 patients of the Trauma Registry of the German Society for Trauma Surgery who were managed by an emergency doctor at the accident site. Injury 4 Hussmann B, Lefering R, Kauther MD et al. (2012) Influence of prehospital volume replacement on outcome in polytraumatized children. Crit Care 16:R201 5 Grasner JT, Wnent J, Seewald S et al. (2011) Cardiopulmonary resuscitation traumatic cardiac arrest--there are survivors. An analysis of two national emergency registries. Crit Care 15:R276 6 Morrison CA, Carrick MM, Norman MA et al. (2011) Hypotensive resuscitation strategy reduces transfusion requirements and severe postoperative coagulopathy in trauma patients with hemorrhagic shock: preliminary results of a randomized controlled trial. J Trauma 70:652-663 7 Roquilly A, Mahe PJ, Seguin P et al. (2011) Hydrocortisone therapy for patients with multiple trauma: the randomized controlled HYPOLYTE study. JAMA 305:12011209 8 Saltzherr TP, Bakker FC, Beenen LF et al. (2012) Randomized clinical trial comparing the effect of computed tomography in the trauma room versus the radiology department on injury outcomes. Br J Surg 99 Suppl 1:105-113 9 Yang TY, Wang TC, Tsai YH et al. (2012) The effects of an injury to the brain on bone healing and callus formation in young adults with fractures of the femoral shaft. J Bone Joint Surg Br 94:227-230

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Jahresbericht der AG Fuß Prof. Dr. Thomas Mittlmeier, Prof. Dr. Stefan Rammelt

Die Patientenrekrutierung für zwei der von der AG Fuß durchgeführten klinischen Multicenter-Studien ist mittlerweile abgeschlossen, und die Studien zur prä- und postoperativen Diagnostik von Lisfranc-Luxationsfrakturen sowie zur intraoperativen Kontrolle der Syndesmosenkongruenz bei Luxationsfrakturen im oberen Sprunggelenk befinden sich in der Auswertung. Eine prospektiv-randomisierte Studie zur konservativ-funktionellen versus operativen Therapie von Dreibandrupturen am Außenbandapparat des oberen Sprunggelenks läuft noch. Mitglieder der AG Fuß waren und

sind auch an Aufbau und Pflege des Sprunggelenk-Endoprothesenregisters beteiligt, welches gemeinsam von der D.A.F. und Memdoc entwickelt wurde. Mitglieder der AG Fuß sind weiterhin aktiv im Rahmen der Weiterbildung bei praktischen Kursen zum Thema Sprunggelenk und Fuß, wobei neben der Abbildung der Unfallchirurgischen Inhalte im achtgliedrigen Kurssystem der D.A.F. jährlich stattfindende Kurse der AO Trauma (2012 bereits zum 11. Mal) und die vierteilige Seminarreihe des BDC zu erwähnen sind. Für die Abbildung der Fußtraumatologie im DRG-System ist Frau PD Dr. S. Ochman (Münster) federführend tätig und in den entsprechenden Gremien aktiv. Regelmäßige Treffen der AG Fuß finden zu den Jahreskongressen der D.A.F. sowie anlässlich des DKOU in Berlin statt. Bereits zum zweiten Mal (nach 2008 in Coburg) wurde der Jahreskongress der D.A.F. mit einem traumatologischen Schwerpunkt ausgerichtet. Dieser stand vom 23. bis 24. März 2012 in Dresden unter dem Thema „Rekonstruktion des Fußes“ und war mit circa 400 Teilnehmern aus elf Ländern ein großer Erfolg. Tagungspräsident war

Prof. S. Rammelt, stellvertretender Leiter der AG Fuß. Prof. H. Zwipp, langjähriger Leiter und Mitbegründer der AG Fuß, wurde im Rahmen dieses Kongresses die Ehrenmitgliedschaft der D.A.F. verliehen, wobei von D.A.F.-Präsident Dr. J. Dohle neben dessen jahrzehntelangen Verdiensten um die Fuß- und Sprunggelenkchirurgie besonders dessen Engagement für die Einheit von Orthopäden und Unfallchirurgen in unserem Spezialgebiet hervorgehoben wurde. Die AG Fuß, welche seit 2008 an der Herausgeberschaft der Zeitschrift „Fuß und Sprunggelenk“, dem offiziellen Organ der D.A.F., beteiligt ist, hat im Frühjahr 2012 ein weiteres Themenheft mit einem Unfallchirurgischen Schwerpunkt herausgegeben. Nationale und internationale Experten widmeten sich dem schwierigen Thema der Pilon tibaleFrakturen. Die AG Fuß blickt auf ein fußchirurgisch ereignisreiches Jahr zurück und freut sich jederzeit über aktive Kollegen, die sich im Rahmen der D.A.F. an den genannten Arbeitsschwerpunkten einbringen wollen.

Prof. Dr. Thomas Mittlmeier, Rostock, leitet die AG Fuß der DGU. Kontakt: thomas. mittlmeier@med.unirostock.de

Auf der Terrasse des Kongresszentrums während des D.A.F.- Jahreskongresses in Dresden. Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

DGU

Die AG Fuß der DGU umfasst aktuell 52 eingetragene Mitglieder. Sie ist seit 2008 mit der Deutschen Assoziation Fuß & Sprunggelenk (D.A.F.), einer Gesellschaft mit über 1.400 Mitgliedern, fusioniert und bildet innerhalb dieser einen Arbeitskreis für klinische Studien. Das Zusammengehen von Orthopädie und Unfallchirurgie in der D. A. F. fand im März 2012 seinen offiziellen Ausdruck in der Verabschiedung eines neuen Logos durch die Mitgliederversammlung in Dresden. Die D.A.F. bildet somit auch die Sektion „Fuß und Sprunggelenk“ innerhalb der DGOU.

Prof. Dr. Stefan Rammelt, Dresden, ist stellvertretender Leiter der AG Fuß. Kontakt: stefan.rammelt@uniklinikum-dresden.de

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Aus den Verbänden

Neue Mitglieder Seit dem Redaktionsschluss des vorigen Heftes bis zum Redaktionsschluss dieses Heftes haben folgende Personen einen Antrag auf Mitgliedschaft in der DGU gestellt:

Renz, Philipp Dr.med. · Hamburg Reuter, Cora Dr.med. · Ludwigsfelde Roeske, Ullrich Dr.med. · Fürstenfeldbruck Rohleder, Stephan · Mainz Rüdiger, Malte · Mechernich Runge, Clemens · Itzehoe Rupp, Andreas Dr.med. · Nürnberg Salzbrenner-Savin, Heike · Bruchsal Schernberger, Ralph Dr.med. · Berlin Schilling, Barbara Dr.med. · Hamburg Schulte, Babette · Mechernich Schulze-Waltrup, Jan Paul Dr.med. · Lünen Schweder, Brian · Lübeck Sporkmann, Markus Dr.med. · Lünen Steiger, Petra · Traunstein Steinhorst, Bernward Dr.med. · Stade Turcanu, Mihail · Marktredwitz Wilsenack, Klaus · Mülheim/Ruhr Yang-Strathoff, Sera · Lünen Yarar, Sinef Dr.med. · Hamburg

Laut § 4 Abs. 3 der Satzung der DGU gelten die vorgenannten Antragsteller als endgültig aufgenommen, sofern nicht innerhalb von vier Wochen nach Veröffentlichung Einspruch gegen die Mitgliedschaft erhoben wird.

DGU

Alpen, Andreas Dr.med. · Eutin Antoniadis, Antonius · Bochum Aytac, Sara Dr.med. · Ludwigshafen Baumgarten, Klaus · Gummersbach Bausch, Matthias Dr.med. · Lahnstein/Rhein Bébin, Julie · Berlin Becker, Claudia · Magdeburg Bezard, Georg Dr.med. · Wien/Österreich Blaschke, Matthias Dr.med. · München Byner, Cathrin · Hamburg Drexel, Linda Dr.med. · Hof Dümmler, Melanie · Fürth Fanoulas, Ilias · Melle Fayyad, Azzam · Dinslaken Fischer, Ralph Dr.med. · Müllheim Freytag, Andreas Dr.med. · Aalen Fürst, Sascha Dr.med. · Brake Fuß, Ivonne · Bernau Gass, Lisa · Darmstadt Gattung, Martina · Rüsselsheim Giesecke, Moritz Tobias · Berlin Gradl, Gertraud Dr.med. · Aachen Hadel, Daniel · Neunkirchen Hebestreit, Ulrike · Ludwigsburg

Heine, Till · Ludwigsfelde Herbert, Sascha · Nauen Hillmann, Thorsten · Köln Himmerich, Maximilian W. · Bochum Hoffmann, Daniel Bernd · Göttingen Hoffmann, Markus · Wolfenbüttel Huber, Wolfgang Dr.med. · Balingen Karl, Joachim Dr.med. · München Kattwinkel, Jana Dr.med. · Hamburg Keitel, Judith Susanne Dr.med. · Essen Kirchner, Rainer Dr.med. · Lübeck Klopfer, Tim · Tübingen König, Uwe Dr.med. · Bremen Korte, Benjamin Dr.med. · Kempten Kowsky, Sebastian Dr.med. · Oldenburg Krause, Renita Dr.med. · Karlsruhe Krowiorsch, Richard · Krumbach Krug, Mike Dr.med. · Memmingen Kühlert, Liz Gertrud Hermine · Rheine Lackner, Dirk Dr.med. · Berlin Lamarche, Alexander · Berlin Meiswinkel, Friedemann Dr.med. · Ludwigsburg Meyer, Stefan Dr.med. · Paderborn Offermann, Michael Dr.med. · Leverkusen Ohm, Christina · Darmstadt Omar, Mohamed Dr.med. · Hannover Park, Hi-Un · Berlin Paulovich, Juri · Hamburg Pflugfelder, Miriam Dr.med. · Kempten

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Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Für Sie gelesen

Thews ∙ Fritz TCM und Akupunktur in Merksätzen Haug Verlag 2012, 2. Auflage 29,95 Euro

Behrends ∙ Gerdelmann KrankenhausRechtsprechung (KRS) Erich Schmidt Verlag, 2012 154 Euro

Focks Lernkarten Körperakupunktur Urban & Fischer Verlag, 2010 48,95 Euro

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Gut zu merken Die Traditionelle Chinesische Medizin nimmt zu Recht immer mehr Einzug in die ärztliche Praxis, da sie das Therapiespektrum westlicher Medizin erheblich erweitert. Mitunter ist es für den westlich orientierten Mediziner schwierig, die komplexen, in der östlichen Philosophie verankerten Denkansätze der TCM zu verstehen und umzusetzen. Hier setzt nun das vorliegende Buch an, welches das nach Grundlagen, Organbezügen sowie Akupunkturpunkten gegliederte Wissen der TCM in Merksätzen vermittelt. Dabei bedient sich das Autorenteam der entsprechenden Standardwerke der TCM („Der Gelbe Kaiser“), greift aber zu gleichen Teilen auf eigenes, im Laufe der Jahre an diversen Lehrstätten der Chinesischen Medizin erworbenes Wissen zurück. Das Buch muss nicht von hinten nach vorne durchgelesen werden, sondern man kann sich punktuell Informationen, ähnlich wie bei einem Lexikon, herausziehen. Die einzel-

nen Merksätze werden ausführlich und prägnant kommentiert. Im Übrigen bietet jeder Abschnitt ausreichend Platz für Notizen. Besonders interessant und von hoher Praxisrelevanz sind sicherlich die Kapitel „Akupunkturpunkte-Familien“ und „Punktkombinationen“. Im Ersteren werden die verschiedenen Punktekategorien beschrieben und deren klinische Bedeutung hervorgehoben. Jeder Abschnitt schließt mit einer sehr übersichtlichen, tabellarischen Darstellung der Punkte ab. Im Kapitel „Punktkombinationen“ werden dem Leser einige exemplarische Rezepturen mit an die Hand gegeben, die in der täglichen Praxis von Nutzen und gerade in der Akutbehandlung einsetzbar sind. Fazit: Dieses Merksätze-Buch mit seiner hohen Informationsdichte ist absolut allen zu empfehlen, die die TCM praktizieren.

Juristische Rahmenbedingungen für die Medizin Seit der in MuN (DGU) 64 (2011) erfolgten Besprechung sind weitere zehn Lieferungen (Nr. 45 bis 54) erschienen. Diese Reihe enthält, weit über ihren Titel hinausgreifend, Urteile der ordentlichen, arbeits-, sozial- und verwaltungsgerichtlichen Gerichtsbarkeit aller Stufen, auch des BGH, sogar auch von Finanzgerichten. Die Urteilstitel reichen von Aufklärung bis Zulassung, sie betreffen sowohl das ärztliche Handeln als auch zahlreiche Vorgänge im Krankenhaus bzw. solche, die das Krankenhaus im Verhältnis zu Behörden, Ämtern etc. betreffen. Die Eingewobenheit des Tagesgeschehens eines Krankenhauses und der in diesem tätigen Ärzte und anderen Medizinalpersonen in die noch kaum

übersehbaren Rechtsbeziehungen lassen es geraten erscheinen, die mit dieser Sammlung zur Verfügung gestellte Judikatur aufmerksam zu verfolgen. Die Vielzahl der zitierten bzw. referierten Titel vermittelt einen Eindruck der vielseitigen Verflechtungen der Medizin im Recht, insbesondere aber der unmittelbaren Betroffenheit der Ärzte von rechtlichen und gesetzlichen Regelungen, die im ärztlichen Denken oftmals nicht wahrgenommen werden. Man muss sich fragen, ob der „Medizinbetrieb“ noch ohne ständige Beobachtung der juristischen Rahmenbedingungen auskommt.

Rechteckig. Praktisch. Gut. Die schon in 2. Auflage erschienenen, handlichen Lernkarten sind allen zu empfehlen, die eine ‚visuelle‘ Ergänzung zu den gängigen Lehrbüchern suchen und denen die Atlanten zu schwerfällig sind. Sie umfassen die Punkte der zwölf Hauptmeridiane und die der beiden außerordentlichen Meridiane Du mai und Ren mai. Darüberhinaus finden sich noch Übersichtszeichnungen der einzelnen Meridiane. Im Einzelnen sind die Lernkarten sehr übersichtlich strukturiert mit einem enormen Informationsgehalt. Auf der Vorderseite wird der jeweilige Punkt in chinesischer und deutscher Übersetzung benannt und cun-genaue Angaben zur Lokalisation und Punktion gemacht. Sehr schön ist, dass die Stichrichtung und die Nadelempfehlung sowie mögliche Kontraindikationen durch piktogramm-ähnliche Zeichnungen verdeutlicht

werden. Im Weiteren werden dann die entsprechenden Wirkspektren beschrieben und die Besonderheiten des jeweiligen Punktes hervorgehoben. Genügend Platz ist dann noch für eigene Notizen vorhanden, so dass man zum Beispiel gängige Punktekombinationen ergänzen kann. Auf der Rückseite finden sich die Körperbilder, welche ansprechend farbig gestaltet sind und den aus Atlanten bekannten Abbildungen in nichts nachstehen. Neben dem jeweiligen Punkt sind unter anderem die wichtigsten anatomischen Strukturen und entsprechende Abstandsangaben in cun eingezeichnet. Fazit: Eine wirklich lohnenswerte Investition von knapp 50 Euro, nicht nur für die Prüfungsvorbereitung, sondern auch für die tagtägliche Anwendung in der Praxis.

Dr. Christian Martin Smit, Gelsenkirchen

Prof. Dr. Jürgen Probst

Dr. Christian Martin Smit, Gelsenkirchen

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Für Sie gelesen

Waldt ∙ Eiber ∙ Wörtler Messverfahren und Klassifikationen in der muskuloskelettalen Radiologie Thieme Verlag 2011, 149,95 Euro

Bühren ∙ Keel ∙ Marzi Checkliste Traumatologie Thieme Verlag, 2011, 7. Auflage 44,99 Euro

Von hohem didaktischen Wert Wer immer dieses Buch aufschlägt, wird sich der Unzulänglichkeit und Fehlerhaftigkeit nicht standardisierter, bei allfälliger Gelegenheit „freihändig“ vorgenommener, eher als Skizzen denn als Messungen zu bezeichnender Röntgenbildauswertungen erinnern, die oft genug auch noch unter ungenauen Einstellungen oder – im Fall der Beinlängen oder -achsendarstellungen – unzureichenden Filmformaten litten. Geschahen diese „Messungen“ überwiegend zur Operationsvorbereitung, hat sich das Messen inzwischen extensiv zur diagnostischen Seite hin ausgeweitet, indem es über die anatomische Betrachtung hinausgehend nicht abbildbare Formationen (Gewebe) virtuell sichtbar macht, dadurch den Eindruck des „klinischen Blicks“ verifiziert und dem „Befund“ eine wesentlich größere Aussagekraft verleiht. Die Verfasser haben auf überschaubarem Raum eine erstaunliche Vielzahl von teils weniger bekannten, in der verstreuten Literatur schwer auffindbaren, aber ausnahmslos für die Praxis nützlichen Messstellen samt ihren radiologischen Voraussetzungen und Methodik zusammengetragen und die grundlegenden radiologischen und klinischen Gesichtspunkte

eindeutig und überzeugend beschrieben. Erfasst ist das gesamte muskuloskelettale System, nicht nur auf orthopädische, sondern auch auf traumatologische Sachverhalte (außer Frakturen) ausgerichtet. Der sehr hoch zu veranschlagende didaktische Wert dieses Buches ergibt sich neben der sorgfältigen textlichen Gestaltung aus der großen Zahl der ebenso exakt wie einprägsam gefertigten Schemata, zum Teil begleitet von gut ausgesuchten Röntgen- oder NMR-Aufnahmen. Klinische Klassifikationen, zum Beispiel die praktisch sehr bedeutungsvolle der verschiedenen Läsionen der skapholunären Region, sind in die jeweiligen Kapitel eingearbeitet und damit für den Leser im Gesamtkomplex verfügbar. Unter mehreren allein klassifikatorischen Kapiteln sticht besonders dasjenige der muskuloskelettalen Tumoren hervor, das in dieser geschlossenen Darstellung und durch seine schematischen Präsentationen einen sehr hilfreichen Informationswert vermittelt. Dieses Lernund Nachschlagewerk sei jedem Unfallchirurgen und Orthopäden bestens empfohlen!

Mehr Inhalt geht nicht Mit der 7. Auflage erscheint die „Checkliste Traumatologie“ erstmalig unter dem neuen Herausgeber-Team Volker Bühren, Marius Keel und Ingo Marzi. Sie hat eine vollständige Überarbeitung erfahren und ist an die aktuellen wissenschaftlichen und klinischen Erkenntnisse adaptiert worden. Dabei liegt der Fokus nicht alleine auf der Unfallchirurgie, sondern es werden alle Aspekte der interdisziplinären Versorgung von Schwerstverletzten dargestellt. Die Checkliste umfasst mehr als 600 Seiten mit über 500 Zeichnungen, Bildern und Tabellen. Beibehalten wurde der strukturierte Aufbau mit einer Farbunterteilung der insgesamt vier Abschnitte, der ein schnelles und gezieltes Nachschlagen ermöglicht. Besonders wichtige Zusammenhänge und Hinweise werden farblich hervorgehoben. Der erste Teil widmet sich dem präklinischen und klinischen Management von Schwerverletzten. Umfassend werden im Weiteren Zugänge und diagnostische Maßnahmen erläutert. Im zweiten Abschnitt werden Verletzungen der einzelnen Organsysteme sowie spezielle Verletzungsarten wie zum Beispiel Verletzungen durch Schusswaffen oder Strahlung dargestellt. Einen großen Teil dieses Abschnitts nimmt auch die Behandlung von Komplikationen ein (Frakturheilungsstörungen, Achsfehlstellungen, Infektionen etc.). Frakturversorgungen stehen im

dritten Abschnitt im Vordergrund. Es werden zunächst die Wirbelsäulen- und Beckenverletzungen abgehandelt, bevor die Extremitätenverletzungen erläutert werden. Dabei ist jeder Komplex klar strukturiert. Nach einer kurzen Erläuterung der Grundlagen werden die apparative Diagnostik und die konservativen sowie operativen Verfahren beschrieben. Abschließend gehen die Autoren auf die Nachbehandlung sowie mögliche Komplikationen ein. Im letzten Abschnitt erfährt der Leser Tipps und Tricks zu den verschiedenen Operationstechniken, und es wird auf die unfallchirurgische Rehabilitation und Begutachtung eingegangen. Im Anhang findet sich dann unter anderem ein umfangreiches Anschriftenverzeichnis. Wichtig ist zu erwähnen, dass die Neuauflage der „Checkliste Traumatologie“ in inhaltlicher Abstimmung mit der der „Checkliste Orthopädie“ entstanden ist, so dass bei Besitz beider Checklisten somit eine optimale Voraussetzung für die Vorbereitung auf die Facharztprüfung Orthopädie und Unfallchirurgie gegeben ist. Aufgrund ihrer Inhaltsfülle ist die Checkliste darüberhinaus auch denen zu empfehlen, die weitere Qualifikationen anstreben oder auch einfach nur ihr Fachwissen auffrischen wollen.

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

Prof. Dr. Jürgen Probst

Dr. Christian Martin Smit, Gelsenkirchen

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Für Sie gelesen

Sommer Operationstechniken in der Fußchirurgie Springer Verlag, 2012 87,50 Euro

Konermann ∙ Gruber Ultraschalldiagnostik der Bewegungsorgane Thieme Verlag, 2011. 3. Auflage 199,99 Euro

Thomann ∙ Schröter ∙ Grosser Professionelles Erstellen orthopädischunfallchirurgischer Gutachten Urban & Fischer, 2012 79,95 Euro

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Blick über die Schulter des Operateurs In zunehmender Zahl suchen Patienten den Orthopäden wegen Fußproblemen auf. Entsprechend hat sich die Fußchirurgie in der vergangenen Dekade als eigenständige und anspruchsvolle Subspezialität etabliert. Die komplexe Anatomie und Biomechanik sowie ästhetische Aspekte des Fußes zeichnet sie aus. Für den Allgemeinpraktiker hat der Autor bereits ein übersichtliches Buch zu den Grundlagen der Fußchirurgie verfasst. Nun kommt er dem wachsenden Interesse der operativ tätigen Orthopäden mit einem detaillierten und reich bebilderten Werk zu Operationstechniken am Fuß entgegen. Der Fokus liegt bewusst auf praktischen peri- und intraoperativen Aspekten. In einem allgemeinen Teil werden Voruntersuchung, Anästhesie mit Schwerpunkt

Regionalblocks und postoperative Versorgung dargestellt. Im speziellen Teil lässt der operationserfahrene Autor den Leser regelrecht über seine Schulter blicken. Die häufigsten Krankheitsbilder von Vorfuß, Fußwurzel und Rückfuß werden in einem einheitlichen Schema dargestellt: Diagnostik, Operationsprinzip, Operationstechnik, Nachbehandlung und Komplikationen. In einem lebendigen Vortrag mit vielen kleinen, aber feinen Einzelheiten und hochwertigen Abbildungen gelingt der Wissenstransfer mühelos. Man spürt die hohe Achtung des Autors vor seiner Kunst, aber auch die Leidenschaft, mit der er seine Erfahrung in diesem komplexen Thema vermittelt.

Kombination aus Lehrbuch, Atlas und DVD Es gibt nicht viel Literatur zur Ultraschalldiagnostik der Bewegungsorgane. Als Kombination aus Lehrbuch und Atlas mit einem Überblick über das aktuelle Wissen im Bereich aller relevanten Gelenkregionen und Weichteile kann man das vorliegende Buch durchaus als Standardwerk bezeichnen. Die Herausgeber haben das Buch entsprechend der DEGUM Richtlinien in Grund-, Aufbauund Abschlusskurs gegliedert. Im Grundkurs ist jede Schnittebene einer Gelenkregion auf einer Doppelseite dargestellt. Linksseitig befinden sich jeweils sehr übersichtlich die Schallkopfposition am Patienten, das entsprechende sonografische Bild und eine vierfarbige anatomische Abbildung zur Orientierung. Gegenüber sind dann jeweils die Pathologien in der entsprechenden Ebene im Kleinformat abgebildet als Vorschau auf den speziellen Teil. Dort finden sich dann diese Schnitte wie-

der, allerdings lehrbuchartig nach Gelenkregionen und Krankheitsbildern geordnet. Das Buch hat einen festen Einband und ist im Großformat angelegt mit über 1.300 Abbildungen. Es beinhaltet zudem eine DVD mit 90 Lehrfilmen zum Grundkurs, die die dynamischen sonografischen Untersuchungen aller Schnittebenen zeigen – demonstriert am Patienten und als Monitorbild. Außer neuen Kapiteln zur Sonografie peripherer Nerven und knöcherner Verletzungen begeistert der Beitrag von Prof. Graf zur Säuglingssonografie. Fast 30 Seiten mit wunderbaren Fotografien zur Lagerung des Säuglings, detaillierten Grafiken der Hüftgelenkskonfigurationen und natürlich auch sonografischen Schnittbildern mit umfangreichen Erläuterungen bilden ein eigenes kleines Lehrbuch dieser wichtigen Anwendung.

Orientierung für Gutachten-Einsteiger Dieses neue Buch zum Thema Begutachtung richtet sich bewusst an ärztliche Kollegen, die nur gelegentlich Gutachten abgeben. Im Unterschied zu den bekannten Spezial-Werken enthält es ganz konkret ausformulierte 38 anonymisierte Mustergutachten verschiedenster Fälle. Daran kann sich der gutachterliche Einsteiger orientieren und erhält Hinweise, um auch problematische Fragestellungen in geeigneter Weise zu bewältigen. Die Aufgabenstellungen und Voraussetzungen für die Bearbeitung von Gutachtenaufträgen in den unterschiedlichen Rechtsgebieten im Bereich von Unfallversicherung, Berufskrankheitenrecht, Rentenversicherung,

Arbeitslosenversicherung, Haftpflichtversicherung werden übersichtlich dargestellt. Auch finden sich exemplarische Fälle aus dem Bereich der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung sowie der privaten Krankentagegeldversicherung. Natürlich fehlen auch nicht die üblichen Einschätzungsempfehlungen für die jeweiligen Versicherungsfälle. Fazit: Ob die Lücke, die dieses Buch im Bereich der Gutachtenliteratur schließen will, tatsächlich existiert bzw. wie groß diese ist, werden die Verkaufszahlen zeigen. Für die angepeilte Zielgruppe ist es ohne jeden Zweifel ganz klar zu empfehlen.

Dr. Martin Ihle, Worms/Berlin

Dr. Martin Ihle Worms / Berlin

Prof. Jobst-Henner Kühne, München

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Service / Preise

EBM-Preis der DGOU Zur Förderung der evidenzbasierten Medizin in Orthopädie und Unfallchirurgie schreibt die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. (DGOU) den mit 5.000 Euro

dotierten EBM-Preis aus. Der Preis wird auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) für eine herausragende, wissenschaftliche Arbeit zu einer diagnostischen oder anwendungstechnischen, klinischen Studie mit hohem EBM-Niveau vergeben. Die Arbeit muss als Vortragsanmeldung

für den DKOU des Jahres zusammen mit der Bewerbung für den EBM-Preis (an die Geschäftsstelle, siehe unten) eingereicht und als Vortrag akzeptiert worden sein. Die Jury entscheidet, welche der eingereichten Arbeiten für einen EBMKommentar beim Kongress in Frage kommen. Unter diesen wird der Preisträger während des Kongresses bestimmt. Die Bewerbung erfolgt durch Einreichen einer wissenschaftlichen Arbeit bis zum 15. Januar 2013. Anderweitig bereits ausgezeichnete Arbeiten oder Arbeiten, die zu einem anderen Preiswettbewerb angemeldet wur-

den, können nicht eingereicht werden. Der oder die Verfasser der Arbeit haben schriftlich zu erklären, dass andere Personen, die nicht in der Autorenschaft genannt sind, nicht an der vorgelegten Arbeit mitgewirkt haben. Bewerbungen an: DGOU Geschäftsstelle Luisenstr. 58/59 10117 Berlin Tel.: (0 30) 20 21 54 80 Fax: (0 30) 20 21 54 81 office@dgou.de www.dgou.de

Heinz-Mittelmeier-Forschungspreis der DGOOC Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e.V. (DGOOC) verleiht im Zusammenwirken mit der CeramTec GmbH jährlich den mit 5.000 Euro

dotierten Forschungspreis (bis 2003 ehemals BIOLOX®-Preis). Der Forschungspreis wird an junge Mediziner, Ingenieure oder Wissenschaftler bis 40 Jahre für hervorragende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten auf dem Gebiet der Biokeramik und Verschleißproblematik bei Endoprothesen und in Verbindung mit klinischen Ergebnissen keramischer Implantate vergeben. Die Arbeit kann in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift

oder bereits in Buchform veröffentlicht sein. Auch unveröffentlichte Manuskripte, deren Publikation beabsichtigt ist oder bereits eingeleitet wurde, werden angenommen. Gleichfalls werden Diplomarbeiten, Dissertationen und Habilitationen akzeptiert. Ausgenommen sind lediglich Arbeiten, die bereits mit einem vergleichbaren Preis ausgezeichnet wurden. Die Auswahl des Preisträgers erfolgt durch eine Jury der DGOOC. Der Forschungspreis des Jahres 2013 wird anlässlich des gemeinsamen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e.V. (DGOOC), der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e. V. (DGU) und des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU)

vom 22. bis 25. Oktober 2013 in Berlin vergeben. Zur Teilnahme sind sieben Exemplare der Arbeit in englischer oder deutscher Sprache bis zum 31. August 2013 (Poststempel) mit einer entsprechenden Erklärung, dass die Arbeit mit noch keinem vergleichbaren Preis ausgezeichnet wurde, einzureichen bei: Deutsche Gesellschaft für Orthäpdie und Orthopädische Chirurgie e. V. (DGOOC) Luisenstr. 58/59 10117 Berlin Tel. (0 30) 84 71 21 31 Fax (0 30) 84 71 21 32 E-Mail: info@dgooc.de www.dgooc.de

DGOOC-Forschungsstipendium für Studenten 2013 Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) will den studentischen Nachwuchs fördern, der sich durch wissenschaftliche Arbeit im Fach Orthopädie und Unfallchirurgie profiliert. Die DGOOC unterstützt daher Studenten mit bis zu 500 Euro

bei Sonderausgaben, die im Rahmen der Erstellung einer Dissertationsarbeit im Bereich von Orthopädie und Unfallchirurgie anfallen (vorrangig Reisekosten für die Präsentation der Ergebnisse). Anträge mit einem kurzen Curriculum Vitae und Darstellung des Inhaltes und Standes der Dissertationsarbeit sowie Aspekte der Geldverwendung sind bis zum 31. März 2013 zu richten an:

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

Deutsche Gesellschaft für Orthäpdie und Orthopädische Chirurgie e. V. (DGOOC) Prof. Dr. Fritz Uwe Niethard Generalsekretär Luisenstraße 58/59 10117 Berlin Tel. (030) 84 71 21 31 Fax (030) 84 71 21 32 E-Mail: info@dgooc.de

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Service / Preise

MSD Stipendium Knochenerkrankungen (Schwerpunkte Arthrose/Arthritis und Osteoporose) in Kooperation mit der DGOOC 2013 Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie schreibt gemeinsam mit der Firma MSD Sharp & Dohme GmbH für 2013 ein Stipendium für Muskuloskelettale Erkrankungen mit Schwerpunkt Schmerz und Knochenstoffwechsel aus. Das Stipendium ist mit 15.000 Euro

dotiert. Es soll jungen promovierten Humanmedizinern/innen oder Naturwissenschaftler/-innen aus Deutschland ermöglichen, bei einem mehrwöchigen Aufenthalt an einer Institution im In- oder Ausland neue wissenschaftliche Verfahrensweisen zu erlernen, um sie dann an ihrem Heimatinstitut bzw. an ihrer Heimatklinik zu implementieren. Die Auswahl des Sti-

pendiaten wird von einer unabhängigen Jury aus hochrangigen Wissenschaftlern getroffen. Bewerben können sich promovierte Humanmediziner/-innen oder Naturwissenschaftler/-innen aus Deutschland bis zum 40. Lebensjahr. Der Antrag ist per E-Mail oder in Papierform formlos zu stellen mit: ■ Anschreiben des Antragstellers ■ Titel des Forschungsvorhabens ■ Beschreibung der bisherigen wissenschaftlichen Tätigkeiten ■ Erläuterung der geplanten Aktivitäten am Gastinstitut ■ Bestätigung des Gastinstituts (kann nachgereicht werden) ■ Erläuterung der Umsetzung in der Heimatklinik / dem Heimatinstitut ■ Bestätigung der geplanten Implementierung sowie Befürwortung des

■ ■ ■

Antrages durch den Instituts-/ Klinikdirektor des Bewerbers Lebenslauf Publikationsliste Passfoto (fakultativ)

Einsendeschluss ist der 31. Mai 2013. Die Bewerbungsunterlagen richten Sie bitte an: DGOOC-Geschäftsstelle Luisenstr. 58/59 10117 Berlin Tel.: (0 30) 84 71 21 31 Fax (0 30) 84 71 21 32 E-Mail: info@dgooc.de www.dgooc.de

Deutsch-Lateinamerikanisches Fellowship Das Deutsch-Lateinamerikanische Fellowship, ein Stipendium der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), ermöglicht im Wechsel bis zu drei deutschen Stipendiaten oder drei lateinamerikanischen Stipendiaten, für drei Wochen ausgesuchte Ziele in Lateinamerika (2014) oder in Deutschland (2015) für die orthopädisch-unfallchirurgische Weiterbildung aufzusuchen. Die jeweiligen Kandidaten repräsentieren ihre Fachgesellschaft klinisch und wissenschaftlich, aber auch durch ihr Auftreten mit hoher sozialer Kompetenz. Das Stipendium wird gegenwärtig mit bis zu 3.500 Euro

pro Person unterstützt. Die detaillierte Abrechnung erfolgt am Ende der Reise und kann diesen Betrag nicht überschreiten. Für die Auswahlkommission von Bedeutung sind ein Lebenslauf mit beruf-

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lich-wissenschaftlichem Werdegang, der Nachweis von entsprechenden fremdsprachigen Publikationen und Sprachkenntnissen, Auflistung der bisher veröffentlichten Originalarbeiten, Vorträge, Abstracts, Buchbeiträge etc. Wenn vorhanden, sind wissenschaftliche Preise für die Gewährung des Stipendiums förderlich. Zwei Vortragsthemen, die angeboten werden können, wären für die Auswahl ebenfalls bedeutsam. Ein gemeinsames Auswahlkomitee der Präsidenten und Generalsekretäre der DLAOT (DeutschLateinamerikanische Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie) und SLAOT (Sociedad Latino-Americano de Ortopedia y Traumatologia) wird aus den eingereichten Bewerbungen bis zu drei Kandidaten auswählen. Für das Jahr 2014 wird das Stipendium für die deutschen Kollegen für eine Reise nach Lateinamerika ausgeschrieben. Für 2015 wird das Auswahlkomitee bis zu drei lateinamerikanische Kollegen aus-

suchen, die deutsche Kliniken besuchen können. Bei den Aufenthaltsorten und Kliniken werden die Wünsche der ausgesuchten Stipendiaten natürlich wenn möglich berücksichtigt. In jedem Fall beginnt das Lateinamerika-Stipendium der deutschen Stipendiaten mit einem Aufenthalt in Chile. Weitere Orte werden dann in Absprache mit den Stipendiaten und den lateinamerikanischen Kollegen festgelegt. Der Reisetermin liegt in aller Regel in den Monaten Oktober/November und beinhaltet bei den lateinamerikanischen Stipendiaten den Besuch des DKOU 2015. Die Bewerbungen mit Lebenslauf und Darstellung der beruflichen Qualifikationen sind jeweils bis zum 30. Dezember 2013 zu richten an: DGOOC-Geschäftstelle Luisenstrasse 58/59 10117 Berlin Tel.: (030) 84 71 21 31 Fax: (030) 84 71 21 32 E-Mail: info@dgooc.de

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Service / Preise

Reisestipendium der DGU 2013 Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. schreibt für 2013 ihr Reisestipendium aus. Das Stipendium soll wissenschaftlichen Nachwuchs beim Besuch einer klinisch oder experimentell bedeutenden ausländischen Einrichtung unterstützen, deren Tätigkeit hauptsächlich oder überwiegend der Unfallchirurgie gewidmet ist. Das Stipendium ist mit 5.000 Euro

dotiert. Das Stipendium kann geteilt werden. Bewerber müssen Mitglied der Gesellschaft sein und sich in nichtselbstständiger Stellung befinden. Die Bestimmungen finden Sie auf der Website www.dgu-online.de, Rubrik „Bildung“. Der Bewerbung sind in dreifacher Ausfertigung zuzufügen: ■ Lebenslauf ■ Verzeichnis der Veröffentlichungen ■ Beschreibung des mit dem Aufenthalt verbundenen Zwecks

Bescheinigung der einladenden Einrichtung und der entsendenden Institution

Die Bewerbungen sind bis zum 28. Februar 2013 zu richten an: Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. Luisenstr. 58/59 10117 Berlin

Promotionspreis der DGU Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie hat einen Promotionspreis ausgeschrieben. Dieser soll erstmals auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2013 verliehen werden. Der Preis wird für die beste eingereichte Dr.-Dissertation aus den Jahren 2011 bis 2013 im Fachgebiet Orthopädie und Un-

fallchirurgie vergeben und besteht aus einer Urkunde und einem Geldbetrag von 2.500 Euro. Die Verleihungsbestimmungen finden Sie in dieser Ausgabe auf Seite 750 .

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie Prof. Dr. Hartmut Siebert Generalsekretär Luisenstraße 58/59 10117 Berlin

Bewerbungen sind bis 31. März 2013 in 3-facher Ausfertigung einzureichen.

Albert-Hoffa-Preis der Norddeutschen Orthopäden- und Unfallchirurgenvereinigung Die Norddeutsche Orthopäden- und Unfallchirurgenvereinigung e.V. verleiht im Jahr 2013 wieder den Albert-HoffaPreis. Als Preis wird eine Prämie von 2.500 Euro

ausgesetzt. Der Preis wird verliehen für eine hervorragende wissenschaftliche Arbeit aus dem Bereich der Orthopädie und Unfallchirurgie bzw. ihrer Grenzgebiete, die in den letzten beiden Jahren vor Erteilung des Preises im Druck erschienen ist. Es kann auch ein nachweislich zum Druck angenommenes Ma-

nuskript eingereicht werden. Die Arbeit muss in deutscher oder englischer Sprache verfasst sein. Das Bewerbungsschreiben muss eine Erklärung enthalten, ob für dieselbe Arbeit bereits ein Preis verliehen wurde und ob und gegebenenfalls wo dieselbe Arbeit zuvor oder gleichzeitig zu einem anderen Preis eingereicht worden ist. Die Prüfung der Arbeit erfolgt durch die Albert-Hoffa-Preiskommission. Die Arbeit muss in vier Exemplaren eingereicht werden und bis spätestens 31. März 2013 bei dem Vorsitzenden der Albert-Hoffa-Preiskommission eingegangen sein:

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

Prof. Dr. Alfred Karbowski Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Spezielle Orthopädische Chirurgie Krankenhaus der Augustinerinnen Jakobstr. 27-31 50678 Köln Die Bekanntgabe des Preisträgers und die Preisverleihung erfolgen in der Eröffnungsveranstaltung der 62. Jahrestagung der Norddeutschen Orthopäden- und Unfallchirurgenvereinigung vom 13. bis 15. Juni 2013 in Hamburg.

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Service / Preise

Alwin Jäger Videopreis 2013 der DVSE Im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie (DVSE) wurde 2012 erstmals der Alwin Jäger Preis vergeben. Von 2013 an vergibt die Alwin Jäger Stiftung im zweijährigen Turnus diesen Preis in Höhe von 2.500 Euro

für einen kommentierten Videobeitrag zur Innovation im Bereich der arthroskopischen Schulter- und Ellenbogenchirurgie. Dieser Videobeitrag inklusive Audiokommentar sollte zum Zeitpunkt der Einreichung noch nicht publiziert sein, noch keinen vorherigen Preis verliehen bekommen haben, eine Länge von fünf bis sieben Minuten aufweisen und nach wissenschaftlichen Kriterien einer „Technical Note“ gegliedert sein.

Bitte richten Sie Bewerbungen für 2013 (drei DVDs inklusive kurzer einseitiger Zusammenfassung in Textform) bis zum 1. März 2013 an: Angelika Magritsch Sekretärin der DVSE e.V. Krankenhaus Agatharied Norbert Kerkel-Platz 83734 Hausham E-Mail: sekretariat@dvse.info

Best Paper Preis der DVSE 2013 Auch 2013 wird wieder der Best Paper Preis der Deutschen Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie (DVSE) auf der Jahrestagung im Juni 2013 vergeben, der mit einem Preisgeld von 3.000 Euro

dotiert ist. Die Deadline zum Einreichen der Abstracts ist der 7. Januar 2013. Die Abstracts können unter http://dvse-kongress.de/dvse2013/kongress/ Abstracteinreichung.php5 eingereicht werden. Der Gewinner dieses Preises wird seine wissenschaftliche Arbeit als Repräsentant der DVSE auf dem Jahreskongress der Europäischen Schulter- und

Ellenbogengesellschaft (SECEC/ESSSE) in der Sitzung der Nationalgesellschaften präsentieren. Die Reise wird finanziell von der DVSE unterstützt. Informationen über die Teilnahmebedingungen sind der Internetseite www.dvse.info zu entnehmen.

Jochen-Loehr-Preis der DVSE 2013 Die Deutsche Vereinigung für Schulterund Ellenbogenchirurgie (DVSE) e.V., Sektion der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie sowie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), vergibt 2013 erneut den jährlichen Jochen-Loehr-Preis in Höhe von 3.000 Euro

für eine innovative klinische Arbeit aus dem Gebiet der Schulter- und Ellenbogenchirurgie. Teilnahmeberech-

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tigt sind Orthopäden und Unfallchirurgen; die Jury kann in Ausnahmefällen auch Angehörige anderer Berufsgruppen zulassen. Es können nur Arbeiten vorgelegt werden, welche noch nicht prämiert oder nicht vor dem 31. Januar 2012 publiziert wurden. Der Umfang sollte den einer üblichen Originalpublikation nicht überschreiten. Es wird gebeten, die Arbeit in deutscher oder englischer Sprache in elektronischer Form bis zum 31. Januar 2013 beim Präsidenten der Deutschen Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie einzureichen:

Prof. Dr. U. Brunner Krankenhaus Agatharied Norbert Kerkel-Platz 83734 Hausham E-Mail: brunner@khagatharied.de, sekretariat@dvse.info Die Preisverleihung erfolgt anlässlich der Jahrestagung der DVSE. Weitere Informationen über die Teilnahmebedingungen sind der Internetseite www.dvse.info zu entnehmen

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Service / Preise

DVSE -Tornier Ellenbogen Fellowship (Graham J. W. King, Canada) 2013 Die Deutsche Vereinigung für Schulterund Ellenbogenchirurgie (DVSE) e.V., Sektion der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) sowie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), schreibt ein Ellenbogen Fellowship aus. Das Fellowship beinhaltet einen fünfwöchigen ununterbrochenen Aufenthalt bei Prof. Graham King, London Ontario, Kanada, Upper Limb Centre, Western University. Der Fellow wird im Observerstatus an den wöchentlichen OPTagen von Prof. Graham King, den Sprechstunden, Visiten und täglichen klinischen Konferenzen teilnehmen sowie bei den Partnern, Prof. Ken Faber und Dr. George Athwal, klinisch operativ eingesetzt. Der Fellow sollte in der wöchentlichen wissenschaftlichen Fortbildung einen Vortrag zu einem ellenbogen-spezifischen Thema halten. In Absprache mit dem Ellenbogenkomitee der DVSE wird ein wissenschaftliches Projekt in Zusammenarbeit mit Prof. G. King geplant.

Das Fellowship wird von der Firma Tornier mit 3.000 Euro

unterstützt. Voraussetzung für die Bewerbung sind die Mitgliedschaft in der DVSE, ein vertieftes Interesse an Erkrankungen und Behandlungen des Ellenbogengelenks, der Nachweis wissenschaftlicher Leistungen sowie ein Alter unter dem 40. Lebensjahr. Die Western University in London Ontario ist eine der führenden kanadischen Universitäten auf halbem Weg zwischen Toronto und Detroit sowie zwischen dem Huron- und dem Erisee gelegen. Prof. Graham J. W. King zählt mit seinen klinisch wissenschaftlichen Themen zu den weltweit führenden Experten der Chirurgie des Ellbogengelenks und ist Entwickler osteosynthetischer und prothetischer Implantate für Ellenbogengelenkspathologien. Schwerpunkte sei-

ner Arbeiten liegen auf den ligamentären Verletzungen des Ellenbogengelenks, der (navigierten) Ellenbogenprothetik sowie den traumatischen Verletzungen des Radiuskopfes. Die Bewerbung einschließlich Lebenslauf, Nachweis der wissenschaftlichen Aktivitäten und Motivationsschreiben sind bitte bis zum 31. Dezember 2012 zu richten an: Universitätsklinik Köln Unfall-, Hand- und Ellenbogenchirurgie Herrn Univ. Prof. Dr. Lars Peter Müller Kerpener Str. 62 50937 Köln Bewerbungsunterlagen: OP-Katalog Curriculum Vitae Publikationsliste Motivation für die Bewerbung und Ziele

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Perthes-Preis der DVSE 2013 Die Deutsche Vereinigung für Schulterund Ellenbogenchirurgie (DVSE) e.V., Sektion der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie sowie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), vergibt erneut den jährlichen PerthesPreis in Höhe von 3.000 Euro

für eine innovative experimentelle Arbeit oder eine Arbeit aus der Grundlagenforschung aus dem Gebiet der Schulterund Ellenbogenchirurgie. Teilnahme-

berechtigt sind Orthopäden und Unfallchirurgen; die Jury kann in Ausnahmefällen auch Angehörige anderer Berufsgruppen zulassen. Es können nur Arbeiten vorgelegt werden, welche noch nicht prämiert oder nicht vor dem 31. Januar 2012 publiziert wurden. Der Umfang sollte den einer üblichen Originalpublikation (30 Seiten mit Abbildung) nicht überschreiten. Es wird gebeten, die Arbeit in deutscher oder englischer Sprache in elektronischer Form (PDF oder WordDokument) bis zum 31. Januar 2013 beim Präsidenten der Deutschen Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie einzureichen:

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

Prof. Dr. U. Brunner Krankenhaus Agatharied Norbert Kerkel-Platz 83734 Hausham E-Mail: brunner@khagatharied.de, sekretariat@dvse.info Die Preisverleihung erfolgt anlässlich der Jahrestagung der DVSE. Weitere Informationen über die Teilnahmebedingungen sind der Internetseite www.dvse.info zu entnehmen.

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Service / Preise

Ludwig-Guttmann-Preis der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegie Die Deutschsprachige Medizinische Gesellschaft für Paraplegie e. V. (DMGP) schreibt für das Jahr 2013 den LudwigGuttmann-Preis aus. Der Preis wird für eine hervorragende wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der umfassenden Rehabilitation Querschnittgelähmter und der damit verbundenen Forschung verliehen. Die Arbeit muss in deutscher Sprache verfasst und soll nicht älter als zwei Jahre sein. Sie darf noch keinen Preis erhal-

ten haben. Der Preis soll im Verlauf der 26. Jahrestagung der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegie e.V., die vom 5. bis 8. Juni 2013 in Murnau stattfinden wird, verliehen werden. Weitere Infos auf der DGMP-Website www.dmgp.de in der Rubrik Preise.

Dipl.-Psych. Martina Neikes Berufsgenossenschaftliches Unfallkrankenhaus Hamburg Bergedorfer Str. 10 21039 Hamburg, Tel.:(0 40) 73 06 36 79 E-Mail: Martina.Neikes@buk-hamburg.de

Bewerbungen sind bis spätestens 28. Februar 2013 per E-Mail zu richten an:

Arthur-Vick-Preis der DGORh Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh) schreibt 2013 zum fünfzehnten Mal den Arthur-Vick-Preis zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlern in der orthopädischen Rheumatologie aus. Der Preis ist mit 4.000 Euro

dotiert. Eingereicht werden können Arbeiten zur angewandten Forschung bzw. zur Therapie rheumatischer Erkrankungen mit dem Schwerpunkt der orthopädischen Rheumatologie. Die Arbeiten sind im Original und in fünf geblindeten Exemplaren einzureichen, die keine Rückschlüsse auf die Autoren zulassen. Einsendeschluss für die Bewerbung: 30. April 2013.

Prof. Dr. St. Rehart Präsident der DGORh Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie Markus-Krankenhaus Wilhelm-Epstein-Str. 4 60431 Frankfurt a. M. Rehart@fdk.info www.orthopaedische-rheumatologie.de

Reisestipendium der DGORh Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh) schreibt auch 2013 ein Reisestipendium aus. Es ist mit 1.000 Euro

dotiert. Vorgesehen ist die Unterstützung einer internationalen Studienreise mit dem klinischen Schwerpunkt auf dem Gebiet der Orthopädischen Rheumatologie. Voraussetzungen für eine Bewer-

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bung: orthopädische AssistentInnen im fortgeschrittenen Ausbildungsstadium oder FachärztInnen für Orthopädie/Unfallchirurgie mit Interesse an der „Orthopädischen Rheumatologie“. Die Erfahrungen aus dieser Studienreise sollen publiziert und im Rahmen der Mitgliederversammlung der DGORh vorgetragen werden. In der Bewerbung soll das mit der Reise angestrebte orthopädischrheumatologische Ziel erläutert werden. Einsendeschluss für die Bewerbung: 30. April 2013

Prof. Dr. St. Rehart Präsident der DGORh Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie Markus-Krankenhaus Wilhelm-Epstein-Str. 4 60431 Frankfurt a. M. Rehart@fdk.info www.orthopaedische-rheumatologie.de

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Service / Preise

AFOR-Wissenschaftspreis Die Schweizer Stiftung AFOR (Association for Orthopaedic Research) mit Sitz in Solothurn/Schweiz, verleiht den AFORWissenschaftspreis für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten aus klinischer oder experimenteller Forschung auf dem Gebiet der Orthopädie und Traumatologie. Das Preisgeld beträgt

12.500 Euro

Der Preis soll der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses dienen. 50 Prozent des Preises sind für weitere Forschungen auf dem Gebiet der ausgezeichneten Forschungsarbeit zweckgebunden.

6.250 Euro stehen dem Preisträger frei zur Verfügung. Die Arbeiten können als druckfertiges Manuskript vorliegen und sollten nicht vor 2011 publiziert worden sein. Weitere Information sowie die Bewerbungsformulare finden Sie im Internet unter www.afor.org. Bewerbungen in schriftlicher und digitaler Form sind bis zum 28. Februar 2013 einzureichen.

AFOR-Forschungsförderung Die AFOR-Stiftung unterstützt im Jahre 2013 Forschungsvorhaben. Gefördert werden Vorhaben mit einem klinischen Hintergrund oder klarem klinischen Be-

zug zur Orthopädie oder Traumatologie bis jeweils maximal 10.000 Euro

Weitere Information sowie die Bewerbungsformulare finden Sie im Internet unter www.afor.org. Bewerbungen in schriftlicher und digitaler Form sind bis zum 28. Februar 2013 einzureichen.

AFOR-Förderung im Bereich der technischen Orthopädie Die AFOR-Stiftung unterstützt 2013 Forschungsvorhaben im Bereich der konservativen oder post-operativen/rehabilitativen Orthopädie mit einem starken Bezug zur Orthopädietechnik bis maximal 10.000 Euro

Bei Auswahl eines Forschungsvorhabens basierend auf dem eingereichten Studienprotokoll werden 50 Prozent des Preises zweckgebunden bei Beginn des Projektes zur Verfügung gestellt. Nach Publikation der Studie stehen dem Erstautor 50 Prozent der Fördersumme für weitere Forschungsprojekte zur Verfügung. Wei-

tere Information sowie die Bewerbungsformulare finden Sie im Internet unter www.afor.org. Bewerbungen in schriftlicher und digitaler Form sind bis zum 28. Februar 2013 einzureichen.

Erlernen von Arbeitstechniken. Die Höhe des AFOR-Stipendiums beträgt jeweils

Weitere Information sowie Bewerbungsformulare finden Sie im Internet unter www.afor.org. Einsendeschluss für Anträge und Bewerbungen ist der 15. April 2013.

AFOR-Reisestipendien Reisestipendien dienen der Unterstützung junger Kliniker und Wissenschaftler für einen Ausbildungsaufenthalt an einer anerkannten Klinik, zum Zwecke des Kennenlernens der gegebenen wissenschaftlichen Einrichtungen und dem

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

2.000 Euro

767


Service / Fort- und Weiterbildung

1. Kursangebote der Akademie Deutscher Orthopäden (ADO) Liebe Mitglieder, gern können Sie die Akademie ansprechen unter Tel.: (0 30) 79 74 44-51, -59, Fax: (0 30) 79 74 44-57, E-Mail: info@institut-ado.de.

Veranstaltern sind wir bei der Zertifizierungen Ihrer Fortbildungskurse über die jeweilige Landesärztekammer sowie bei der Veröffentlichung über unsere Medien behilflich.

Anmeldungen sind jetzt auch direkt auf der Homepage möglich unter www.institut-ado.de

Facharztvorbereitungskurse Berlin FAB Termine 2012 Ort

Kursthema

Termin

Leitung

Info/ Anmeldung

Gebühr

Punkte

Berlin

Facharztvorbereitungskurs

03. - 08.06.13 18. - 23.11.13

Dr. med. Thilo John, Prof. Dr. Michael Wich, Dr. Stephan Tohtz

Akademie Deutscher Orthopäden Tel. 030. 797 444-59 Mail: info@institutado.de

590 € 1 790 € 2

47

Rheuma-Zertifizierungskurse I und II in 2013 Ort

Kursthema

Termin

Leitung

Info/ Anmeldung

Gebühr

Punkte

Meerbusch

Kurs I

19.01.2013

Dr. Schwokowski

Kurs I

16.02.2013

Ludwigshafen

Kurs I

09.03.2013

Frankfurt a.M.

Kurs I

16.03.2013

Akademie Deutscher Orthopäden Tel. 030. 797 444-59 Mail: info@institutado.de

Kurs I: 100 € 1 130 € 2 Kurs II 130 € 1 150 € 2

6

Bielefeld

6 6 6

Hamburg

Kurs I

13.04.2013

6

Bad Wildbad

Kurs I

20.04.2013

6

Frankfurt a.M.

Kurs II

09.02.2013

6

Baden-Baden

Kurs II

03.05.2013

6

Hamburg

Kurs II

15.06.2013

6

Köln

Kurs II

2. Quartal

6

2. Knorpelsymposium Berlin

1

768

Ort

Kursthema

Termin

Leitung

Info/ Anmeldung

Gebühr

Punkte

Berlin

Leitlinien, Innovative Verfahren, ACT,

12.04.2013

Dr. John Dr. Laute

Intercongress GMbH Tel. 0761/69699-0 info.freiburg@intercongress.de

Chefärztin /-arzt, Oberärztin/-arzt: 75 € Assistenzärztin /-arzt: 50 € Physiotherapeut/ -in: 50 € Student/-in: 30 €

7

BVOU-Mitglieder, 2 Nichtmitglieder Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Service / Fort- und Weiterbildung

Kurse zum VSOU 2013 Ort

Kursthema

Termin

Leitung

Info/ Anmeldung

Gebühr

Baden-Baden

3D/4D Wirbelsäulenverm. Kurs

01.05.2013

Dr. Jahn

150 € 200 € 2

4D motion Kurs

01.05.2013

Dr. Jahn

Sensomotorik

02.05.2013

Dr. Pfaff

Akademie Deutscher Orthopäden Tel. 030. 797 444-59 Mail: info@institutado.de www.institut-ado.de

Arbeitskreis Oberflächen EMG

02.05.2013

n.n.

Kompaktkurs Oberflächen EMG

03.05.2013

Dr. Meichsner

150 €

Rheuma Zertifizierungskurs II

03.05.2013

Dr. Schwokowski

130 € 1 150 € 2

Arbeitskreis Niedergelassene Operateure

03.05.2013

Dr. Heppt, Dr. Weinhart

kostenlos

Punkte

1

75 € 1 95 € 2 kostenlos kostenlos

Orthopädieschuhtechnik

03.05.2013

Dr. Stinus

30 €

Taping-Crashkurs/ DRK Kliniken

03.05.2013

Geuenich

120 €

DIGEST Stoßwellenzertifizierungskurs

03.05.2013

Dr. Thiele, Dr. Gleitz

220 €

Röntgenaktualsierungskurs

04.05.2013

Dr. Flechtenmacher

200 € 1 400 € 2 50 € Assistensärzte

MRT

04.05.2013

Dr. Goldmann, Dr. Mauch

kostenlos

K-Logic-Taping Kurse für Ärzte/ Arzthelferinnen und Physiotherapeuten Ort

1

Kursthema

Termin

Leitung

Ingo Geuenich

Info/ Anmeldung

Gebühr

Akademie Deutscher Orthopäden, Kantstr. 13, 10623 Berlin, info@ institut-ado.de, Tel: 030/ 797 444 -51/-59

190 € 230 € 2

Nur für Ärzte

120 €

Punkte

1

Berlin

Taping-Crashkurs

25.01.2013

6

Aachen

Basiskurs

15. - 16.03.2013

Baden-Baden

Taping-Crashkurs

03.05.2013

Berlin

Basiskurs

14. - 15.09.2013

17

Berlin

Basiskurs

20. - 21.09.2013

17

16

Aachen

Basiskurs

27. - 28.09.2013

16

Berlin

Aufbaukurs

25. - 26.10.2013

17

Aachen

Aufbaukurs

06. - 07.12.2013

16

BVOU-Mitglieder, 2 Nichtmitglieder

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

769


Service / Fort- und Weiterbildung

QM Schulungen BVOUcert Ort

Kursthema

Termin

Leitung

Berlin

Quereinsteiger

23.02.2013

Dr. Heber

Berlin

Einsteiger

24.02.2013

Dr. Heber

München

Quereinsteiger

29.06.2013

Dr. Hager

München

Einsteiger

30.06.2013

Dr. Hager

Info/ Anmeldung

Gebühr

Punkte

Akademie Deutscher Orthopäden Tel. 030. 797 444-51/59 Mail: info@institut-ado. de, Quereinsteigerschulungen nur für Ärzte die bereits das alte BVOUcert oder eine Schulung über den BVOU hatten

Quereinsteiger 500 €, Einsteiger 1.500 €, inkl. Zertifizierung

keine

Punkte

BITTE ein Laptop mitbringen!!!

3D/4D Wirbelsäulenvermessung und 4D motion Kurs Termine 2012 Ort

Kursthema

Termin

Leitung

Info/ Anmeldung

Gebühr

Akademie Deutscher Orthopäden Tel. 030. 797 444-51/59 Mail: info@institut-ado. de in Kooperation mit Indermed-Forum e.V.

3D/4D: Mitglieder 150 € Nichtmitglieder 200 € 4D motion: Mitglieder 150 € Nichtmitglieder 200 € inkl. Handouts und Verpflegung,

Köln

3D/4D

02.02.2013

Dr. Jahn

Berlin

3D/4D

06.04.2013

Dr. Jahn

Baden-Baden

3D/4D

01.05.2013

n.n.

München

3D/4D

06.07.2013

Dr. Jahn

Wiesbaden

3D/4D

07.09.2013

Dr. Jahn

Berlin

3D/4D

26.10.2013

Dr. Jahn

Wiesbaden

4D motion Kurs

02.03.2013

Dr. Jahn

n.n. n.n. n.n. n.n. n.n. n.n. n.n.

Baden-Baden

4D motion Kurs

02.05.2013

n.n.

Hamburg

4D motion Kurs

15.06.2013

Dr. Jahn

n.n.

n.n.

NRW

4D motion Kurs

09.11.2013

Dr. Jahn

n.n.

ADO Kooperationen Einführung in die neuromuskuläre Funktionsanalyse mit Oberflächen EMG, EMG-Diagnostik orthopädischer und sportmed. Indikationen, Biofeedbackgestützte Therapie, Umzusetzung in der Praxis Ort

Kursthema

Termin

Leitung

Info/ Anmeldung

Gebühr

Akademie Deutscher Orthopäden Tel. 030. 797 444-59 Mail: info@institutado.de www.institut-ado.de

245 €

Köln

Muskelfunktionsdiagnostik

13.04.2013

Dr. Meichsner

Köln

CMD-Diagnostik

12.04.2013

Dr. Scheele

Baden-Baden

Muskelfunktionsdiagnostik

03.05.2013

Dr. Meichsner

Berlin

Muskelfunktionsdiagnostik

24.10.2013

Dr. Meichsner

Punkte

125 € 125 € 125 €

Sonographiekurse Hamburg Betthäuser Termine 2013 Ultraschallkurse Bewegungsorgane, Sonograpfiekurse gemäß §6 KBV-Richtlinien und zerifiziert von DEGUM, DGOOC, ADO, HÄK, BLÄK

1

770

Ort

Kursthema

Termin

Tegernsee

Kurswoche Grund- und Aufbaukurs Bewegungsapparat (BI und BII)

10.-15.02.2013

Hamburg

Aufbaukurs Säuglingshüfte (S II)

15.-16.06.2013

Abschlusskurs Säuglingshüfte

19.-20.10.2013

Leitung

Info/ Anmeldung

Gebühr

Dr. Betthäuser

Schulterzentrum Maurepasstr. 95, 24558 Hamburg Frau Habermann Tel.: 04193/ 959966 sono-kurse@t-online.de www.Schulter-Zentrum. com

auf Anfrage

Punkte

52

21 16

BVOU-Mitglieder, 2 Nichtmitglieder Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Service / Fort- und Weiterbildung

MRT-Kurse in Stuttgart Termine 2013 Kernspintomographie in der Orthopädie und Unfallchirurgie Ort Sportklinik Stuttgart

Kursthema

Termin

Obere Extremitäten

15. - 16.03.2013

Wirbelsäule

19. - 20.04.2013

Untere Extremitäten

05. - 06.07.2013

Differentialdiagnose MRT

11. - 12.10.2013

Zusammenfassung

15. - 16.11.2013

Leitung

Info/ Anmeldung

Gebühr

Punkte

Dr. med. Frieder Mauch

Sportklinik Stuttgart, Dr. med. Frieder Mauch Sekretariat Frau Schneider Taubenheimstr. 8 70372 Stuttgart Tel.: 0711/5535-111, Fax: 0711/5535-188, www.sportklinik-stuttgart.de

Pro Kurs: 300 € alle 5 Kurse: 1400 €

80

DGMSM Kurse Manuelle Medizin e.V. 2012/2013 LBB 1Zugangsvoraussetzung: Medizinstudium und Approbation (Nach der neuen WBO ist die Facharztanerkennung Voraussetzung für die Erteilung der Zusatzbezeichnung Manuelle Medizin.) Ort

Kursthema

Termin

Boppard

LBB1

30.01.03.02.2013

Bad Füssingen

LBB1

13. - 17.03.2013

Boppard

LBB1

10. - 14.04.2013

Hamburg

LBB1

08. - 12.05.2013

Boppard

LBB1

19. - 23.06.2013

Leitung

Info/ Anmeldung

Gebühr

Dr. Matthias Psczolla

Deutsche Gesellschaft für Muskuloskelettale Medizin (DGMSM) e.V. Akademie Boppard e-mail: kontakt@ dgmsm.de Tel. 06742/8001-0 www.dgmsm.de

Gebühren auf Anfrage unter www.dgmsm.de

Punkte

46 36 46 40 46

Boppard

LBB1

04. - 08.09.2013

46

Prien

LBB1

09. - 13.10.2013

36

Boppard

LBB1

04. - 08.12.2013

46

Masterkurse 2012/2013 (nur für Ärzte mit abgeschlossener Weiterbildung in der MM/Chirotherapie

1

Ort

Kursthema

Termin

St. Goar

Chamäleon Leistenschmerz

23.02.2013

11

Trier

CTÜ, Schultergürtel, Verkettungen

02.03.2013

12

Boppard

Muskuloskeletale Medizin 1 (MSM 1)

22. - 24.03.2013

26

Remscheid

HWS- Kopfgelenk- manualmed. Diagnostik und Therapie

23.03.2013

26

Boppard

Muskuloskeletale Medizin 2 (MSM 2)

19. - 21.04.2013

26

Bad Füssingen

Top 10 d. myofasz. Behandlungsmethoden

27. - 28.04.2013

15

Boppard

Muskuloskeletale Medizin 1 (MSM 1)

23. - 25.08.2013

26

Hamburg

Manualmed. Diagnostik u. Therapie BWS - Rippen

24.08.2013

9

Boppard

Muskuloskeletale Medizin 2 (MSM 2)

18. - 20.10.2013

26

Boppard

Muskuloskeletale Medizin 1 (MSM 1)

08. - 10.11.2013

26

Trier

Kopfgelenke u. Kiefergelenke mit klinischen Syndromen

09.11.2013

12

St. Goar

BWS mit Zwerchfell und Atmung

30.11.2013

11

Hamburg

Manualmed. Diagnostik u. Therapie HWS - Kopfgelenke

14.12.2013

9

BVOU-Mitglieder, 2 Nichtmitglieder

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

771


Service / Fort- und Weiterbildung

GHBF Haltuns- und Bewegungsdiagnostik Termine 2013 Grundlagen der Propriorezeption, Bewegungssteuerung, Haltungsanalyse, Craniomandibuläres System, binokularer Sehakt, vestibuläres System, sensomotorische, propriorezeptive Einlagen, statodynamische Messsysteme: Wirbelsäulenvermessung, EMG, Ganganalyse, Balancetests, etc. Ort

Kursthema

Termin

Berlin

Grundkurs

25. - 26.01.2013

Stuttgart

Grundkurs

01. - 02.02.2013

Köln

Grundkurs

22. - 23.02.2013

Salzburg

Grundkurs

15. - 16.03.2013

Hamburg

Grundkurs

07. - 08.06.2013

Jena

Grundkurs

06. - 07.09.2013

Frankfurt a.M.

Grundkurs

13. - 14.09.2013

München

Grundkurs

06. - 07.12.2013

München

Abschlusskurs

12. - 13.04.2013

München

Abschlusskurs

08. - 09.11.2013

Grassau

Kombi-Kurs I+II

21. - 23.06.2013

Leitung

Info/ Anmeldung

Gebühr

Dr. Pfaff, Michael Kaune, Dr. Götz

Freitagstermin: 14.30-20.00 Uhr, Samstagtermin: 09.00-16.30 Uhr, Kompaktkurs: Fr. 10:00 bis So. 15:30 , GHBF, Fax: 089-33 04 03 05, www.ghbf.de Kurs I: 300 € Kurs II: 350 € Kombikurs I+II: 455 €

Grundkurse (zweitägig) 300 € Abschlußkurse 350 € (inklusive Kursmaterial, Speisen und Getränke)

Punkte

Dr. Karl-Sell-Ärzteseminar (MWE) e.V. Manuelle Medizin Termine 2013 Zugangsvoraussetzung: Approbation als Arzt abgeschlossene Weiterbildung Chirotherapie/ Manuelle Medizin. Die MWE bietet in Zusammenarbeit mit der DAAO e.V. und dem Philadelphia College of Osteopathic Medicine eine osteopathische Fortbildung für Ärzte an. Ort

772

Kursthema

Termin

München

Einsteiger Teil 1

11. - 13.01.2013

München

Einsteiger Teil 2

18. - 20.01.2013

Neuss

Einsteiger Teil 1

04. - 06.01.2013

Neuss

Einsteiger Teil 2

11. - 13.01.2013

Bad Krozingen

Einsteiger

05. - 12.01.2013

Karlsruhe

Einsteiger Teil 1

25. - 27.01.2013

Karlsruhe

Einsteiger Teil 2

01. - 03.02.2013

Ulm

Einsteiger Teil 1

08. - 10.02.2013

Ulm

Einsteiger Teil 2

15. - 17.02.2013

Isny

Einsteiger

06. - 13.04.2013

Damp

Einsteiger

20. - 27.04.2013

Gelsenkirchen

Einsteiger Teil 1

08. - 10.02.2013

Gelsenkirchen

Einsteiger Teil 2

14. - 16.06.2013

Isny

Einsteiger

06. - 13.07.2013

Dresden

Einsteiger Teil 1

13. - 15.09.2013

Dresden

Einsteiger Teil 2

20. - 22.09.2013

Karlsruhe

Einsteiger Teil 1

20. - 22.09.2013

Karlsruhe

Einsteiger Teil 2

27. - 29.09.2013

Damp

Einsteiger

19. - 26.10.2013

Hannover

Einsteiger

15. - 21.11.2013

Berlin

Einsteiger Teil 1

22. - 24.11.2013

Berlin

Einsteiger Teil 2

29.11.01.12.2013

Leitung

Info/ Anmeldung

Gebühr

Punkte

Dr. Karl-SellÄrzteseminar Neutrauchburg (MWE) e.V. Riedstr. 5 88316 IsnyNeutrauchburg Tel: 07562/9718-14 Fax:07562/9718-22 email: falkowski@ aerzteseminar-mwe.de www.aerzteseminarmwe.de

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Service / Fort- und Weiterbildung

Tages-Refresher Ort

Kursthema

Termin

Hannover

HWS/BWS

26.01.2013

Ascheffel

Best of WS und Extremitäten Was gibt es Neues?

16.03.2013

Ascheffel

Manualmed. Algorithmus bei Verkettungssyndromen

28.09.2013

Neuss

HWS

16.11.2013

Hannover

LWS/SIG

23.11.2013

Wochenend-Refresher Isny

LWS/SIG/unt. Extremitäten

20. - 21.04.2013

Isny

HWS/Thorax

28. - 29.09.2013

Gesamt-Refresher (Kompetenzerhaltungskurs) Reschen/Italien

Gesamtrefresher

16. - 23.02.2013

Castelletto di Brenzone/ Italien

Gesamtrefresher

09. - 12.05.2013

Königstein

Gesamtrefresher

03. - 10.08.2013

Proliferationskurs

21. - 22.06.2013

Sonderkurs Isny

Manuelle Medzin bei Kindern Isny

Kurs A Diagnostik 1

30.01.02.02.2013

Isny

Kurs B Diagnostik 2

13. - 16.03.2013

Isny

Kurs C Therapie I

25. - 28.09.2013

Isny

Kurs D Therapie II

14. - 16.11.2013

Hannover

Kurs C Therapie I

07. - 09.02.2013

Hannover

Kurs D Therapie II

14. - 16.03.2013

Hannover

Kurs A Diagnostik 1

18. - 21.09.2013

Hannover

Kurs B Diagnostik 2

27. - 30.11.2013

Einführungskurs - Osteopathie Bad Iburg

Kurs E

10. - 12.01.2013

Isny

Kurs D

07. - 09.02.2013

Isny

Kurs E

20. - 22.06.2013

Bad Iburg

Kurs D

05. - 07.09.2013

AGR-Fernlehrgang Von der Verhaltens- zur Verhältnisprävention Sie erhalten über 3 Monate in einem Fernlehrgang die Zusatzqualifikationen Referent für rückengerechte Verhältnisprävention Ort

Kursthema

Termin

Leitung

Info/ Anmeldung

Gebühr

Punkte

Fernlehrgang

Zusatzqualifikation

jeden 1. eines Monats

AGR e.V.

Aktion Gesunder Rücken e.V., Tel. 04284/ 92 69 990, Fax: 04284/ 92 69 991, info@agr.de, www.agr-ev.de

BVOU Mitglieder 295 €

39

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

773


Service / Fort- und Weiterbildung

Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik Termine 2013 Ort

Kursthema

Termin

Leitung

Info/ Anmeldung

Gebühr

Punkte

Glonn

AE-Tutorial Endoprothetik des Kniegelenkes

28. - 30.01.2013

Prof. Heisel, Prof. Rickert

Jelena Bindemann Projektleiterin Veranstaltungen Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik Dienstleistungs GmbH Kongressorganisation Oltmannsstraße 5, 79100 Freiburg Tel 0761 / 45 64 76 66 Fax 0761 / 45 64 76 60 j.bindemann@aegmbh.com www.ae-gmbh.com

250 €

Ofterschwang

AE-Kurs Hüfte

28.02.02.03.2013

Prof. Dr. Ascherl Prof. Dr. Neugebauer

295 €

27

Ofterschwang

AE-Masterkurs Hüfte

28.02.02.03.2013

Prof. Dr. Puhl Prof. Dr. Gebhard

395 €

28

Dresden

AE-Kompaktkurs Zement und Zementiertechik

15.03.2013

Prof. Dr. Kasten, Dr. Hartmann, PD Dr. Kirschner, Prof. Günther

40 €

Düsseldorf

AE Masterkurs Knie

21.-22.06.2013

Dr. Alois Franz, PD Dr. R. Decking, Prof. Dr. M. Wagner, Prof. Dr. W. Siebert

Hamburg

10. AE-ComGen-Kongress Jubiläumskongress

28.-29.06.2013

Dr. med. Alexander Beier, Dr. med. Bernhard Egen, Dr.med. Ines Schleicher

Berlin

AE-Kurs Schulterchirurgie

30. - 31.08.2013

Dr. Ambacher, Prof. Fink, Prof. Scheibel, Prof. Brunner

Dresden

AE-Kurs " Komplexe Revisionseingriffe in der Hüftendoprothetik"

13.-14.09.2013

Prof. Dr. med. K.-P. Günther, Prof. Dr. med. C. Perka

220 €

Initiative̕93 Technische Orthopädie 2013

774

Ort

Kursthema

Termin

Leitung

Info/ Anmeldung

Bad Häring/A

Modul 2+4 Amputationschirurgie, Prothesenversorg.

08. - 10.03.2013

Dr. Walochnik, Dr. Landauer

Innsbruck/A

Modul 6 - Spezielle Amputationschirurgie

27. - 28.09.2013

Dr. Landauer

Bad Klosterlausnitz

Modul 1+3 - Orthetik, Rollstuhlversorg., Neuroortho., Querschnittsläsion

08. - 10.11.2013

Dr. Neumann, PD Dr. Brückner

Mitglieder DGOOC/DGOU, BVOU 300 € , Nichtmitglieder 400 €

Dortmund

Modul 5 - Refresher u. Prüfungskurs

29. - 30.11.2013

Prof. Greitemann, Herr Kokegei

Mitglieder DGOOC/DGOU, BVOU 200 €, Nichtmitglieder 300 €

Tel. +49(5424)220-100 per Fax an: (0 54 24) 2 20-4 44 o. Heike.schulz@initiative93.de oder per Post an:Klinik Münsterland, Sekretariat Prof. Dr. med. B. Greitemann Initiative 93, Auf der Stöwwe 11 49214 Bad Rothenfelde

Gebühr

Punkte

Mitglieder DGOOC/DGOU, BVOU 300 € , Nichtmitglieder 400 € Mitglieder DGOOC/DGOU, BVOU 200 €, Nichtmitglieder 300 €

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Service / Fort- und Weiterbildung

DAF Zertifikat Fußchirurgie 2013 Jahresprogramm der Deutschen Assoziation für Fuß und Sprunggelenk e.V. Ort

Münster

Kursthema

Abschlusskurs – Kursreihe 2012

Termin

25. - 26.01.2013

Leitung

Info/ Anmeldung

Gebühr

Kontakt Zertifikat Fußchirurgie der Deutschen Assoziation für Fuß und Sprunggelenk e.V. Veronika Ullisch Kongress- und MesseBüro Lentzsch GmbH Seifgrundstr. 2, 61348 Bad Homburg Tel.: +49 (0)61726796-0 Fax: +49 (0)61726796-26 veronika.ullisch@kmblentzsch.de www.fuss-chirurgie.de

DAF Mitglieder 330 € Nichtmitglieder 430 €

Punkte

M. Thomas, A. Koller, T. Kostuj

MRT Kurse Erlangen Kernspintomographie in der Orthopädie und Unfallchirurgie Ort

Kursthema

Termin

Siemens AG Erlangen

Ruhpolding

Kurs 4 Weichteil-, Knochen,Gelenk-Erkrankungen

18. - 19.01.2013

Fuß/Alter/Kind und Sport, Sportschuhe, Ernährung, Herzgruppe, klinische und bildgebende Diagnostik

03. - 10.02.2013

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

Leitung

Info/ Anmeldung

Gebühr

Punkte

Dr. Axel Goldmann

Orthopädie Centrum Erlangen, Dr. Axel Goldmann, z. Hd. Frau Barnickel, Nägelsbachstr. 49a, 91052 Erlangen, Tel. 09131 - 7190 - 51, Email: goldmann@orthopaeden.com

Pro Kurs: 300 € alle 5 Kurse: 1400 €

88

Dr. Mellerowicz Prof. Dr. Weber Prof. Dr. Niebauer

Aktion Gesunder Rücken e.V., Tel. 04284/ 92 69 990, Fax: 04284/ 92 69 991, info@agr.de, www. agr-ev.de

Kurs-Gebühr Ärzte: 460 €

n.n.

775


Service / Fort- und Weiterbildung

Kursangebote der AUC – Akademie der Unfallchirurgie GmbH Weitere Informationen und Kursanmeldungen sind online möglich unter: https://www.auc-kursportal.de

Ort

Kongress / Kurs

Termin

Januar Offenbach

ATLS-In-house-Kurs

12. / 13.01.2013

Köln

ATLS-Providerkurs

18. / 19.01.2013

Hamburg

ATLS-Providerkurs

25. / 26.01.2013

Hannover

ATLS-Providerkurs

26. / 27.01.2013

Leipzig

ATLS-Providerkurs

01. / 02.02.2013

München

ATLS-Providerkurs

02. / 03.02.2013

Hannover

ATLS-Providerkurs

02. / 03.02.2013

München

ATLS-Providerkurs

09. / 10.02.2013

Bielefeld

ATLS-Teamkurs

16. / 17.02.2013

Köln

ATLS-Providerkurs

15. / 16.02.2013

Hannover

ATLS-Providerkurs

23. / 24.02.2013

Ludwigshafen

ATLS-Providerkurs

23. / 24.02.2013

Murnau

ATLS-Providerkurs

23. / 24.02.2013

Leipzig

ATLS-Providerkurs

02. / 03.03.2013

Hannover

ATLS-Providerkurs

02. / 03.03.2013

Leipzig

ATLS-Providerkurs

08. / 09.03.2013

Hannover

ATLS-Providerkurs

09. / 10.03.2013

Februar

März

München

ATLS-Teamkurs

09. / 10.03.2013

Bielefeld

ATLS-Teamkurs

16. / 17.03.2013

Koblenz

ATLS-In-house-Kurs

15. / 16.03.2013

Berlin UKB

ATLS-Providerkurs

22. / 23.03.2013

Hamburg

ATLS-Providerkurs

22. / 23.03.2013

München

ATLS-Providerkurs

23. / 24.03.2013

ATLS-Providerkurs

06. / 07.04.2013

Kiel

ATLS-Providerkurs

05. / 06.04.2013

Ulm

ATLS-In-house-Kurs

13. / 14.04.2013

Vechta

ATLS-In-house-Kurs

13. / 14.04.2013

Hannover

ATLS-Providerkurs

13. / 14.04.2013

April Bielefeld

776

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Service / Fort- und Weiterbildung

2. Kalender

Veranstaltungen der DGU, DGOOC bzw. DGOU Unter Schirmherrschaft der DGU, DGOOC bzw. DGOU

Ort

Kongress/Kurs

Termin

Leitung

Info/Anmeldung

Neuss

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs, Teil 1

04.01. - 06.01.

Hamburg

Operationskurs "Defektdeckungen an Hand und Unterarm"

10.01. - 11.01.

Bad Krozingen

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs

05.01. - 12.01.

http://manuelle-mwe.de

Bad Iburg

Einführungskurs Osteopathie

10.01. - 12.01.

http://manuelle-mwe.de

Mühlheim a. d. Ruhr

CoST OP-Kurs Fuß & Sprunggelenk

10.01. - 12.01.

Neuss

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs, Teil 2

11.01. - 13.01.

http://manuelle-mwe.de

München

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs, Teil 1

11.01. - 13.01.

http://manuelle-mwe.de

Milano/Italien

1st European Congress on the development and definition of a reconstruction ladder for the treatment of musculoskeletal conditions using regenerative approaches

14.01. - 15.01.

Prof. G. M. Calori

valeria.vasco@devitalservice.com

London

Trauma Innovation Ausstellung und Konferenz

15.01. - 17.01.

N.N.

www.traumainnovation.com

Mayrhofen/Österreich

31. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV)

16.01. - 19.01.

Prof. H.-O. Rennekampff, Prof. Dr. A. Adams

http://www.dav2013.at/

Hamburg

5. Treffen der Arbeitsgruppe Osteologische Forschungszentren

17.01. - 18.01.

Prof. H. Siggelkow, Prof. C.C. Glüer

Freiburg

Freiburger Knorpeltage 2013

18.01. - 19.01.

Prof. Dr. N. P. Südkamp, PD Dr. H. O. Mayr, PD Dr. P. Niemeyer

http://www.freiburgerknorpeltage.de

Weimar

11. Weimarer UnfallchirurgischOrthopädisches Symposium

18.01. - 19.01.

PD Dr. med. Olaf Bach

http://www.unfallsymposium-weimar.de

Bonn

1. D-Arzt-Forum des Bundesverbandes der Durchgangsärzte

18.01. - 19.01.

Prof. Dr. F. Bonnaire, Prof.Dr. C. Burger

http://www.comed-kongresse.de

Berlin

BMC-Kongress: "Zukunftsmodelle der medizinischen Versorgung - Impulse für das Wahljahr 2013"

22.01. - 23.01.

Prof. V. Amelung

http://www.bmcev.de/ bundesverband-managedcare-ev/veranstaltungen/ bmc-kongress/

Januar

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

http://manuelle-mwe.de

Dr. K.-D. Rudolf

Dr. med. Th. Patsalis, Prof. Dr. med. Dr. h.c. J. Jerosch, Dr. med. J. Schunck, Prof. Dr. med. T.J. Filler

http://www.buk-hamburg. de/34-0-Veranstaltungen. html

http://www.jerosch. de/upload/Vorprog_ FussSprung_2013_web.pdf

777


Service / Fort- und Weiterbildung

München

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs, Teil 2

18.01. - 20.01.

http://manuelle-mwe.de

Zürich/Schweiz

International 31th ISMISS Course for endoscopic & minimal invasive spinal surgery

24.01. - 25.01.

PD Dr. med. Hj. Leu

http://www.ismiss.com/ files/fapn31_1.pdf

Schruns/Österreich

18. Forum Wirbelsäulenchirurgie

24.01. - 26.01.

Dr. K. Schnake, Dr. L. Gobisch, Dr. P. Lübke, Dr. M. Leimert

http://www.dwg-schruns.de

Berlin

DGOOC-Wirbelsäulekurs

24.01. - 26.01.

München

2nd Munich Arthroplasty Convention – Innovations in Shoulder Arthroplasty

24.01. - 26.01.

Münster

DAF-Zertifikat Fußchirurgie – Abschlusskurs Kursreihe 2012 VIII

25.01. - 26.01.

Köln

29. Jahrestagung der AG Notärzte in NordrheinWestfalen e.V.

25.01. - 26.01.

Karlsruhe

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs, Teil 1

25.01. - 27.01.

Onlineregistrierung: http:// www.registration.intercongress.de Prof P. Habermeyer, Prof. M. Loew

http://shoulder-convention. org/ http://www.fuss-chirurgie. de

Dr. med. A. Bartsch, Prof. Dr. med. Th. Weber, Prof. Dr. med. D. Paravicini, F. Riebandt, Dr. med. P. Gretenkort

http://www.comed-kongresse.de

http://manuelle-mwe.de

Hannover

Tagesrefresher HWS/BWS

26.01.

Sölden/Österreich

7. RuhrOnWintertour

26.01. - 02.02.

Prof. Dr. R. H. Wittenberg, Dr. U. Schneider, Dr. J. Keemss

http://www.ruhrsportwoche.de

http://manuelle-mwe.de

München/Glonn

AE Tutorial "Endoprothetik des Kniegelenkes"

28.01. - 30.01.

Prof. C. Heisel, Prof. M. Rickert

http://www.ae-gmbh.com/ eventeinzelheiten/22/-/aetutorial-endoprothetik-deskniegelenekes

Isny

Manuelle Medizin bei Kindern – Diagnostikkurs 1

30.01. - 02.02.

Dr. med. W. Coenen

http://manuelle-mwe.de

Paris

17th International ArgoSpine Symposium

31.01. - 01.02.

http://www.argospine.org

Karlsruhe

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs, Teil 2

01.02. - 03.02.

http://manuelle-mwe.de

Hannover

Manuelle Medizin bei Kindern – Therapiekurs I

07.02. - 09.02.

Isny

Einführungskurs Osteopathie

07.02. - 09.02.

http://manuelle-mwe.de

Ulm

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs, Teil 1

08.02. - 10.02.

http://manuelle-mwe.de

Hamburg

Kongress „Kinderreha ist kein Luxus“

14.02. - 16.02.

http://www.rehakind.com

Paris/Frankreich

International Shoulder Course

14.02. - 16.02.

Ulm

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs, Teil 2

15.02. - 17.02.

Frankfurt (Main)

AFOR-Kurs „Der Rücken im Fokus“

16.02.

Februar

778

Dr. med. W. Kemlein

A. Castagna, C. Gerber, J. Iannotti, M. Scheibel, G. Walch, K. Yamaguchi

http://manuelle-mwe.de

http://www.paris-shouldercourse.com http://manuelle-mwe.de

Prof. Dr. med. I. Marzi

http://www.afor.org

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Service / Fort- und Weiterbildung

München

3. Münchener Symposium für experimentelle Orthopädie, Unfallchirurgie und muskuloskelettale Forschung

21.02. - 22.02.

PD Dr. R. Burgkart, Prof. M. v. Griensven, Prof. P. Müller, Prof. M. Schieker, Prof. A. Schilling, PD S. Vogt

sandra.peter@med.unimuenchen.de

Berlin

Endoprothetikkongress Berlin 2013

21.02. - 23.02.

Prof. C. Perka

http://www.endokongress. de

Reschen/Italien

Kompetenzerhaltungskurs

16.02. - 23.02.

Köln

Von der Idee zur Publikation - Anleitung zum erfolgreichen wissenschaftlichen Arbeiten

27.02. - 02.03.

Prof. E. A. M. Neugebauer

Wiesbaden

DINK 2013: 4. Deutscher Interdisziplinären Notfallmedizin Kongress

28.02. - 02.03.

Dr. J. C. Brokmann, Prof. R. Rossaint, Prof. A. Schleppers

Berlin

DGOOC-Kniekurs

28.02. - 02.03.

München

4. Deutscher Botulinumtoxin – Kongress München

01.03. - 02.03.

Prof. A. Ceballos-Baumann, Dr. U. Fietzek, Prof. F. Heinen, Arbeitskreis Botulinumtoxin e. V.

http://www.botulinumtoxinkongress.de/index.html

Augsburg

27. Jahrestagung der Vereinigung für Kinderorthopädie

01.03. - 02.03.

Dr. H. Wiedmann, Dr. A. Forth.

http://www.kinderorthopaedie.org

Halle (Saale)

17. Tagung des Arbeitskreises Mitteldeutscher Orthopäden und Unfallchirurgen (AMOU)

01.03. - 02.03.

Prof. Dr. K.-St. Delank

http://www.amou.de

Dresden

Thementag „Schulter und Ellenbogen im Sport“

06.03.

Prof. Dr. med. P. Kasten

Weimar

Osteologie 2013

06.03. - 09.03.

PD Dr. G. Lehrmann, PD Dr. A. Roth

http://www.osteologie13.de

Davos/Schweiz

3rd International Knee Update – reconstructive surgery in the young arthritic patient

07.03. - 09.03.

Dr. U. Munzinger, PD Dr. P. Schöttle

http://www.gelenkzentrum. com

Halle (Saale)

3. AFOR Prüfarztkurs

08.03. - 09.03.

Prof. Dr. P. Augat, Prof. Dr. R. Bader

http://www.afor.org

Heidelberg

3. Deutscher Arthrosekongress

08.03. - 09.03.

Dr. med. E. Basad

http://www.arthrosekongress.de

Kiel

Kieler Arthroskopiekurs 2013

08.03. - 09.03.

Prof. A. Seekamp, Prof. J. Sievers, Dr. F. Pries, Dr. J. Fay

http://www.kieler-arthroskopiekurs.de

Bad Häring/Österreich

32. Fort- und Weiterbildungskurs Technische Orthopädie

08.03. - 10.03.

Dr. med. N. Walochnik

http://www.technischeorthopaedie.de

Isny

Manuelle Medizin bei Kindern – Diagnostikkurs 2

13.03. - 16.03.

Dr. med. W. Coenen

http://manuelle-mwe.de

Bonn

3. Bonner DRG-Workshop für Orthopädie und Unfallchirurgie

14.03. - 15.03.

Prof. D. C. Wirtz

www.ortho-unfall-bonn.de

Hannover

Video- und Gelenksymposium 2013

14.03. - 16.03.

Prof. C. Krettek, Prof. M. Jagodzinski

http://www.videosymposium.de

Hannover

Manuelle Medizin bei Kindern – Therapiekurs II

14.03. - 16.03.

Dr. med. W. Kemlein

http://manuelle-mwe.de

Düsseldorf

Unfallmedizinische Tagung des Landesverbandes West der DGUV

15.03. - 16.03.

Prof. Rixen, Prof. Schildhauer

http://www.comed-kongresse.de

http://manuelle-mwe.de

http://www.dink2013.de/ grusswort.php Onlineregistrierung: http:// www.registration.intercongress.de

März

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

779


Service / Fort- und Weiterbildung

Ascheffel

„Best of“ WS und Extremitäten – was gibt es Neues?

16.03.

http://manuelle-mwe.de

Ulm

Instructional Course: Orthopaedic Spine Surgery

17.03. - 22.03.

Prof. Dr. med. B. Cakir

http://www.rku.de

Bonn

Facharztvorbereitungskurs "Fit zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie"

18.03. - 22.03.

Prof. D. C. Wirtz, Prof. C. Burger, Dr. H. Goost

www.ortho-unfall-bonn.de

Ascona/Italien

Communicating Medical Error

18.03. - 22.03.

München

Knorpelkurs 2013

22.03. - 23.03

Guangzhou/China

Orthopedic & Rehacare Canton 2013

29.03. - 31.03.

http://en.cantonrehacare. com/

Isny

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs

06.04. - 13.04.

http://manuelle-mwe.de

Bonn

bonner orthopädie- und unfalltage (bout) 2013

12.04. - 13.04.

Prof. D. C. Wirtz, Prof. C. Burger

www.ortho-unfall-bonn.de

Luxemburg

2nd Luxembourg Osteotomy Congress

12.04. - 13.04.

PD Dr. D. Pape, Prof. Dr. R. Seil

http://www.crp-sante.lu/ Events

Bad Klosterlausnitz

27. Internationale Bad Klosterlausnitzer Symposium-Endoprothetik und Fraktur

13.04.

Dr. U. Neumann

http://www.moritz-klinik.de

Nürnberg

Unfallmedizinische Tagung des Landesverbandes Südost der DGUV

19.04. - 20.04.

Prof. V. Bühren

http://www.comed-kongresse.de

Isny

Refresher LWS/SIG/unt. Extremität

20.04. - 21.04.

http://manuelle-mwe.de

Damp

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs

20.04. - 27.04.

http://manuelle-mwe.de

Wien/Österreich

Kongress Biospine4 „Biotechnologies for spinal surgery“

24.04. - 26.04.

Berlin

DGOOC-Schulterkurs

25.04. - 27.04.

Onlineregistrierung: http:// www.registration.intercongress.de

Karlsruhe

17. Internationale Fachmesse für Rehabilitation, Therapie und Prävention

25.04. - 27.04.

http://www.rehab-fair.com

München

130. DGCH-Kongress

30.04. - 03.05.

Prof. K.-W. Jauch

http://www.chirurgie2013. de

Nürnberg

54. Symposium der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Handchirurgie

02.05. - 04.05.

Prof. B. Reichert, PD P. Schaller

www.dah.at/2013

Baden-Baden

61. Jahrestagung der VSOU Vereinigung Süddt. Orthopäden und Unfallchirurgen e. V.

01.05. - 04.05.

Dr. H. Locher

http://www.vsou.de

http://www.come.usi.ch/ Prof. A. B. Imhoff, PD Dr. S. Hinterwimmer

http://www.sportortho.de

April

Prof. M. Ogon, Dr. C. Eder, Prof. H. J. Meisel

http://www.biospine4.org

Mai

780

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Service / Fort- und Weiterbildung

Kassel

XIII. Frühjahrsakademie der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) 2013

08.05. - 10.05.

Prof. E. M. Noah

http://www.vdaepc-kongress.de

Castelletto di Brenzone/ Italien

Kompetenzerhaltungskurs

09.05. - 12.05.

Irdning/Österreich

DVOST-Symposium „Rund um die Hüfte“

29.05. - 02.06.

Dr. D. Rogmans, Prof. Dr. W. Pförringer

http://www.dvost.de/taetigkeiten/events.html

Berlin

Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit

05.06. - 07.06.

Senator a.D. U. Fink, Dr. I. Völker

http://www.hauptstadtkongress.de

Murnau

26. Jahrestagung der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegie

05.06. - 08.06.

Dr. D. Maier

http://www.dmgp-kongress. de

Istanbul/Türkei

14. EFORT-Kongress

05.06. - 08.06.

Prof. J. M. Guys

http://www.efort.org/istanbul2013

Leipzig

14th Congress of the European Paediatric Surgeons’ Association (EUPSA)

05.06. - 08.06.

http://www.eupsa2013.org

Gelsenkirchen

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs, Teil 1

07.06. - 09.06.

http://manuelle-mwe.de

Berlin

Unfallmedizinische Tagung des Landesverbandes Nordost der DGUV

13.06. - 14.06.

Prof. A. Ekkernkamp, Prof. Th. Mittlmeier

http://www.comed-kongresse.de

Hamburg

62. Jahrestagung der Norddeutschen Orthopäden- und Unfallchirurgenvereinigung e. V. (NOUV) 2013

13.06. - 15.06.

Prof. T. Gehrke, Prof. C. Jürgens

www.nouv-kongress.de

Mannheim

28. Dt.-Österr.Schweiz. Kongress für Sportorthopädie und Sporttraumatologie

14.06. - 15.06.

Prof. H. Schmitt

http://www.gots-kongress. org

Gelsenkirchen

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs, Teil 2

14.06. - 16.06.

http://manuelle-mwe.de

Berlin

4. Forum Qualitätskliniken

18.06. - 19.06.

http://www.forum-qualitaetskliniken.de/2013

Würzburg

DVSE 2013

19.06. - 22.06.

Isny

Einführungskurs Osteopathie

20.06. - 22.06.

Frankfurt/Main

32. Jahrestagung der Sektion Kindertraumatologie

21.06. - 22.06.

Isny

Proliferationskurs

21.06. - 22.06.

http://manuelle-mwe.de

Berlin

DGOOC-Fußkurs

27.06. - 29.06.

Onlineregistrierung: http:// www.registration.intercongress.de

Freyburg/Unstrut

8. Saale-Unstrut-Symposium für Klinische Chirurgie (SUS) 2013

28.06. - 29.06.

http://manuelle-mwe.de

Juni

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

Prof. F. Gohlke

http://www.dvse-kongress. de http://manuelle-mwe.de

Prof. I. Marzi

Dr. W. Asperger, DM J. Bretschneider

http://www.intercongress. de/deutsch/Kongresse/ KongressFactsheet. php?ID=578550.0&Jahr=13

http://www.saale-unstrutsymposium.de

781


Service / Fort- und Weiterbildung

Juli Isny

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs

06.07. - 13.07.

http://manuelle-mwe.de

Kompetenzerhaltungskurs

03.08. - 10.08.

http://manuelle-mwe.de

Berlin

DGOOC-Hüftkurs

05.09. - 07.09.

Onlineregistrierung: http:// www.registration.intercongress.de

Bad Iburg

Einführungskurs Osteopathie

05.09. - 07.09.

http://manuelle-mwe.de

Frankfurt

44. Deutscher Sportärztekongress

06.09. - 07.09.

Prof. Dr. med. K. Völker

http://www.dgsp.de/kongress/

Münster

44. JT d. Dt. Ges. d. Plastischen, Rekonstruktiven & Ästhetischen Chir. (DGPRÄC) e. V. und 18. JT d. Vereinig. d. Dt. ÄsthetischPlastischen Chirur. (VDÄPC) e.V.

12.09. - 14.09.

Dr. A. Krause-Bergmann, Dr. W. D. Lüerßen

http:// www.dgpraectagung.de

Krems

ÖGO-Kongress 2013

12.09. - 14.09.

Prof. Dr. S. Nehrer

http://intern.orthopaedics. or.at/ok.aspx

Dresden

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs, Teil 1

13.09. - 15.09.

Hannover

Manuelle Medizin bei Kindern – Diagnostikkurs 1

18.09. - 21.09.

Dr. med. W. Kemlein

http://manuelle-mwe.de

Wiesbaden

30. AGA-Kongress

19.09. - 21.09.

PD Dr. J. Agneskirchner, PD Dr. T. Zantop

http://www.aga-kongress. info

Dresden

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs, Teil 2

20.09. - 22.09.

http://manuelle-mwe.de

Karlsruhe

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs, Teil 1

20.09. - 22.09.

http://manuelle-mwe.de

Isny

Manuelle Medizin bei Kindern – Therapiekurs I

25.09. - 28.09.

Karlsruhe

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs, Teil 2

27.09. - 29.09.

http://manuelle-mwe.de

Ascheffel

Tagesrefresher Manualmedizinischer Algorithmus bei Verkettungssyndromen

28.09.

http://manuelle-mwe.de

Isny

Refresher HWS/Thorax

28.09. - 29.09.

http://manuelle-mwe.de

Berlin

51. Jahrestagung der DGPW e.V.

10.10. - 12.10.

PD Dr. med. E.-E. Scheller

http://www.dgpw-kongress2013.de

Düsseldorf

54. Kongress der Dt. Gesellschaft für Handchirurgie und 18. DAHTH e.V. Jahrestagung

10.10. - 12.10.

Prof. J. Windolf, Prof. M. Schädel-Höpfner

http://www.dgh-kongress. de

Berlin

DGOOC-Tumorkurs

10.10. - 12.10.

August Königstein

September

http://manuelle-mwe.de

Dr. med. W. Coenen

http://manuelle-mwe.de

Oktober

782

Onlineregistrierung: http:// www.registration.intercongress.de

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012


Service / Fort- und Weiterbildung

Damp

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs

19.10. - 26.10.

http://manuelle-mwe.de

Berlin

12. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung

23.10. - 25.10.

Prof. Dr. K. Dreinhöfer, Prof. Dr. E. A. M. Neugebauer, PD Dr. D. Stengel

Berlin DKOU 2013

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie

22.10.-25.10.

Prof. K.-D. Heller, Prof. B. Kladny, Prof. R. Hoffmann

Baden-Baden

Unfallmedizinische Tagung des Landesverbandes Südwest der DGUV

09.11. - 10.11.

Prof. Dr. P. Grützner, Prof. Dr. U. Stöckle

http://www.dguv.de/landesverbaende/de/veranstaltung/index.jsp

Isny

Manuelle Medizin bei Kindern – Therapiekurs II

14.11. - 16.11.

Dr. med. W. Coenen

http://manuelle-mwe.de

Hannover

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs

15.11. - 21.11.

http://manuelle-mwe.de

Neuss

Tagesrefresher HWS

16.11.

http://manuelle-mwe.de

Berlin

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs, Teil 1

22.11. - 24.11.

http://manuelle-mwe.de

Hannover

Tagesrefresher LWS/SIG

23.11.

Hannover

Manuelle Medizin bei Kindern – Diagnostikkurs 2

27.11. - 30.11.

Berlin

Weiterbildung Manuelle Medizin / Chirotherapie – I. Kurs, Teil 2

29.11. - 01.12.

131. DGCH-Kongress

25.03. - 28.03.

15. EFORT-Kongress

04.06. - 07.06.

http://www.dkvf2013.de

November

http://manuelle-mwe.de Dr. med. W. Kemlein

http://manuelle-mwe.de http://manuelle-mwe.de

2014 März Berlin

Prof. J. Jähne

http://www.chirurgie2014. de

Juni London/GB

September Innsbruck/Österreich

31. AGA-Kongress

Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

http://www.aga-kongress. info

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Service / Kleinanzeigen

Stellengesuche

Praxiskooperation

FÄ für Orthopädie sucht Mitarbeit im Klinik/Reha Bereich oder Praxis Raum München. Reha-und Praxiserfahrung vorhanden. Chiffre: 21 12 62

Praxiskooperation München-Stadt oder Land Große konservative Orthopädiepraxis bietet Kooperation mit operativer Praxis. Hohes operatives Potential – Biete KV Zulassung – ÜÖ GP – etc. alle Kooperationen möglich – attraktive Lage E-Mail: team2013@web.de

Praxisvertretung Suchen Sie eine Praxisvertretung? Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie, Osteopathie, Atlastherapie nach Arlen. War bis vor Kurzem in eigener Praxis (Gemeinschaftspraxis ) tätig, Medistar, Vertretung bundesweit, bevorzugt Raum Dortmund, Unna , Soest. Chiffre: 21 12 61

Antworten auf Chiffre-Anzeigen senden Sie bitte unter Angabe der Chiffre-Nummer an: Pharmedia, Anzeigen- und Verlagsservice GmbH Frau Esther Eckstein Postfach 30 08 80 70448 Stuttgart

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Orthopädie und Unfallchirurgie Mitteilungen und Nachrichten | Dezember 2012

Orthopädie und Unfallchirurgie Dezember 2012 - Mitteilungen und Nachrichten  

Herausforderung, Personalbesetzung, DKOU 2012, EndoCert am Start

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