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Editorial

Info Der Rundbrief ist für unsere Mitglieder, PatInnen und SpenderInnen kostenlos, ansonsten an unseren Ständen (siehe Termine S. 19), per Mail an freeanimal@gmx.de oder in bekannten Tierrechtsshops für 1,50 Euro + Porto zu beziehen. Um Porto zu sparen, steht für unsere Mitglieder, PatInnen und SpenderInnen auch eine PDF-Version per Mail zur Verfügung. Wenn gewünscht, bitte eine kurze Mail an obige Adresse.

Inhalt 2 Editorial 3 Tätigkeitsbericht 4 Neuigkeiten 5 Lebenshof „Hild“ 6 Vegane Ernährung von Hunden und Katzen 11 Lebenshof „Endstation Hoffnung“ 12 Lebenshof „Große Freiheit“ 14 Hund & Mensch 16 Lebenshof „Pferdeglück“ 18 Selbstverständnis 19 Rückblick Termine 20 Mitgliedsformular Spenden

Impressum Herausgeber: Free Animal e. V. Postfach 111303 20413 Hamburg freeanimal@gmx.de www.free-animal.de Redaktion: Angelika Jones (V.i.S.d.P.) Fotos: Free Animal e. V Gestaltung: vego – Büro für Mediengestaltung Druck: flyerpilot.de auf Ökopapier

Liebe Leserinnen und Leser, wie seit Anfang des Jahres angekündigt, haltet ihr die erste Ausgabe des Free-AnimalRundbriefes in den Händen. Wir sind stolz, dass es doch in so kurzer Zeit geklappt hat, und wir meinen, er ist uns gelungen. Der Rundbrief ist und soll kein Ersatz für die Tierbefreiung sein, das können und wollen wir nicht leisten. Und auch ist unser Ansatz ein anderer. Wir wollen in unserem Rundbrief über den Verein, die Arbeit der Lebenshöfe und der Projekte berichten und in jeder Ausgabe ein oder zwei tierrechtsrelevante Themen aufgreifen. In dieser Ausgabe stellen sich Endstation Hoffnung, der Free-Animal-Lebenshof Hild, Pferdeglück e. V. und Große Freiheit vor, mit teilweise sehr persönlichen Eindrücken und Erfahrungen. Ein Leben für die Tiere oder Warum ich tue, was ich mache lassen die LeserInnen ein wenig hinter die Kulissen schauen, warum sich Menschen dieser Aufgabe widmen und sich ein doch oft hartes Lebens abseits der Konsumgesellschaft ohne Urlaub, Wochenende und 8-Stunden-Tag ausgesucht haben. Free Animal e. V. stellt die Arbeit des letzten Jahres vor, unser Selbstverständnis ist auch fertig und wir blicken ein wenig zurück in die Vergangenheit. Als Sachthemen haben wir uns für Pro und Contra vegane Hunde- und Katzenernährung und Hundetraining, Mensch & Hund, entschieden. Beide Themen sorgen immer wieder für „Zündstoff “ in der Bewegung. Gerade die „Haustierhaltung“ ist umstritten, allerdings in der Gegenwart auch in der Tierrechtsbewegung unumgänglich. Wenn wir Hunde – aus meist übelsten Umständen – aufnehmen, die dringend irgendwo ein Zuhause brauchen, müssen wir auch lernen, mit ihnen umzugehen, und sie mit uns und der neuen Situation. Vielen Dank an Sabine Koch für den interessanten Bericht über ihre Arbeit und an Sandra und Andreas für das Interview. Gerne berichten wir auch in den nächsten Ausgaben über Soli-Aktionen für die Lebenshöfe und Free Animal e. V. Es soll auch nicht ein Rundbrief von uns für euch sein, sondern wir stellen uns einen Rundbrief von allen für uns alle vor. Wir würden uns daher über LeserInnenbriefe oder auch Artikel von euch freuen. Viel Freude beim Lesen! Angelika Jones-Singh


Tätigkeitsbericht 2011

Free-Animal-Lebenshöfe Große Freiheit Ausführliche Informationen ab Seite 12

Castrop-Rauxel Dort leben zurzeit 56 Tiere, darunter 3 Esel, 7 Hunde und 20 Katzen. Castrop-Rauxel wurde 2011 mit 2910 Euro aus freien Spenden unterstützt.

Stellichte In Stellichte leben zurzeit 138 Tiere, darunter 22 Großtiere (Pferde, Ziegen und Schafe) und 55 Vögel. Die Stellichter wurden 2011 mit 4260 Euro, davon 2723 Euro aus freien und zweckgebundenen Spenden für die Lübecker Tiere, unterstützt.

Pferdeglück Ausführliche Informationen ab Seite 16

Hof Hild Ausführliche Informationen ab Seite 6

Projekt „Befreite Hühner“ Zurzeit leben dort 12 Hühner und 1 Hahn. Das Projekt wurde mit 840 Euro, davon 730 Euro aus freien Spenden, unterstützt.

Hard 2 Heart Hard2heart wurde 2011 mit 970 Euro aus freien Spenden unterstützt. Aufgrund gesundheitlicher Probleme ist die Kommunikation mit H2H leider gegen Ende 2011 etwas eingeschlafen, so dass wir nicht wissen, wie viele Tiere dort leben. Wir hoffen, dass sich die Situation für die HofbetreiberInnen bald bessert.

Endstation Hoffnung Ausführliche Informationen ab Seite 11

Die große Herausforderung für Free Animal war im vergangenen Jahr die Auflösung des Tierparks in Lübeck. Wir konnten, nachdem wir um Hilfe gefragt wurden, 35 Tiere übernehmen. Bis auf die Frettchen konnten alle Tiere auf den von Free Animal e. V. unterstützten Höfen und in den Projekten aufgenommen werden. Alle Tiere mussten tierärztlich versorgt werden, alle männlichen kastriert werden, die Zwergkaninchen und einige Ziegen haben wir schwanger übernommen. Für den Freikauf, den Transport und die Erstversorgung der „Lübecker“ wurden 4636,33 Euro gespendet; Free Animal hat zusätzlich die Höfe und Projekte, die diese Tiere aufgenommen haben, mit 2608,32 Euro aus freien Spenden unterstützt. Weiterhin unterstützten wir Kafkas mit 170 Euro für Klara aus freien Spenden, die Katzenhilfe allgemein (Fütterung und tierärztliche Versorgung von Wildkatzen) wurde intensiviert und eine rumänische Straßenhündin wurde aufgenommen. Der Antitierbenutzungshof wurde 2011 mit 420 Euro davon 264 Euro aus freien Spenden unterstützt. Alle Zahlen sind dem Tätigkeitsbericht 2011 entnommen. Der gesamte Tätigkeits- und Finanzbericht ist auf unserer Webseite zu finden: www.free-animal.de

Katzenhilfe Lanzarote Nachdem der Kontakt dorthin einige Jahre umzugsbedingt abgebrochen war, ist Sigrid seit April 2011 wieder bei uns. Sigrid kümmert sich zurzeit um 99 Katzen, die bei ihr leben, und um Notfälle, notwendige Kastrationen und die Versorgung der in den Hotelanlagen auf Lanzarote lebenden Katzen. Auch das Durchsuchen der Müllcontainer, in denen kleine Katzen gerne entsorgt werden, gehört schon fast zu ihrem Alltag. Sigrid wurde von uns mit 3030 Euro unterstützt, darin enthalten 1200 Euro, die im Laufe der Jahre für sie zweckgebunden eingegangen waren, aber nicht überwiesen werden konnten, 600 Euro zweckgebunden und 1230 Euro aus freien Spenden.

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Aktiv

Soli-Aktionen für Lebenshöfe Tombolas und Flohmarkt-Stände

Soli-Aktionen der Tierrechtsgruppe „Frankfurt Vegan“

Wir von Frankfurt Vegan sind eine Tierrechtsgruppe aus Frankfurt am Main und Umgebung, die sich im Sommer 2010 zusammengefunden hat. Seitdem machen wir mit vielfältigen, teils kreativen und stets gewaltfreien Aktionen auf Speziesismus aufmerksam, treten für die Rechte der nichtmenschlichen Tiere ein und wollen zur Verbreitung des Veganismus beitragen. Wie auch andere Gruppen aus der Tierrechtsbewegung halten wir Infostände und Protestaktionen zu den verschiedensten Tierrechtsthemen ab, beteiligen uns an internationalen Kampagnen (beispielsweise gegen den Echtpelzhandel oder den „Versuchs“tier-Transport von Air France/ KLM), organisieren die Wiesbaden-Pelzfrei-Demo mit, veranstalten vegane Picknicks u.v.m. Seit neuestem haben wir es uns zum Ziel gesetzt, mit Soli-Aktionen Gelder für verschiedene Projekte – insbesondere für der Tierrechtsbewegung nahestehende Lebenshöfe - zu sammeln. Den Stein ins Rollen brachte der Aufruf „Bis jeder Käfig leer steht?“ des Netzwerkes Tierbefreiung-Hamburg, in dem appelliert wurde, dass sich die Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung besser um ihre „Bewegungsstiefkinder“ – die Lebenshöfe – kümmern solle. Bis dahin hatten einzelne Aktivist_innen von uns als Privatpersonen kleinere Daueraufträge für Lebenshöfe am Laufen oder arbeiteten mal für

ein paar Tage tatkäftig auf einem solchem Hof mit. Nun beschlossen wir, auch als Gruppe in dieser Angelegenheit aktiv zu werden. Den Anfang machten wir schon kurze Zeit später mit einer Soli-Tombola an unserem Stand auf der diesjährigen Wiesbaden Pelzfrei Demo. Dank der vielen großzügigen Sachpreis-Spender_innen sowie den zahlreichen, nicht minder großzügigen Loskäufer_innen konnten wir nach der Demo 100€ an den Antitierbenutzungshof überweisen. Zudem wurde am selben Tag mithilfe des von uns mitorganisierten Soli-After-Demo-Konzertes, auf dem FaulenzA und Paul Blume ihre mitreißenden, Mut machenden, lustigen wie auch nachdenklich stimmenden Lieder zum Besten gaben, 140 Euro für den Lebenshof Rhön eingenommen. Einige Wochen später nutzten wir den Flohmarkt des alternativen Wiesbadener Kulturzentrums „Schlachthof “ als weitere Gelegenheit, um Gelder zu sammeln. An unserem Soli-Flohmarkt-Info-Stand boten wir neben Infos zu Veganismus und verschiedenen Tierrechtsthemen vielerlei „gute Stücke“ zum Handeln und Feilschen dar. Vom Tamagotchi bis zum Hutschenreuter Goldrand-Geschirr konnten wir unseren „Krempel“ gut unter die Leute bringen und 150€ für den Lebenshof Hild von Free Animal e. V. einnehmen. Und dies soll erst der Anfang sein! Weitere Soli-Aktionen sind bereits in Planung. So werden wir beispielsweise auf der Welthungerdemo am 5. Mai in Köln erneut mit einer Tombola Gelder sammeln. Thematisch zur Demo passend sollen die Einnahmen an diesem Tag nicht an einen Lebenshof gehen, sondern einer Organisation gespendet werden, die zum Thema Welthunger aktiv ist. Selbstverständlich werden wir auch weiterhin für Lebenshöfe mit Soli-Aktionen unterwegs sein. Zwar sind wir uns darüber bewusst, dass unsere Spenden für die nichtmenschlichen Tiere sowie die helfenden Hände vor Ort nur einen Tropfen auf dem heißen Stein darstellen dürften; dennoch sollte jeder Beitrag – und sei er auch noch so klein – besser sein als tatenloses Zusehen und reine Solidaritätsbekundungen. In dieser Angelegenheit aktiv zu werden kann so einfach sein, deshalb überlegt auch ihr euch, wie ihr den Lebenshöfen in ihrer finanziellen Not weiterhelfen könnt! Frankfurt Vegan / www.frankfurt-vegan.de

Free Animal sagt Danke! Danke an alle Untenstehenden für eure Unterstützung und Solidarität. Vegane Soliküche Göttingen • Vegane Pizzeria Sfizy Veg in Berlin • Fastvoods Catering Kollektiv Hamburg • Silent Cries Distro • VegaDo Buy MerchSave Animals • Frankfurt Vegan • Vegetarische Initiative • Lush Fresh Handmade Cosmetics • Benefind • Tierbefreiung Hamburg BgT Hamburg • Albino • Tierrechtsgruppe Dresden und allen SpenderInnen, PatInnen und Mitgliedern! Falls wir jemanden vergessen haben, bitte meckern und melden!

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Free-Animal-Rundbrief Frühling 2012


Verein

Free Animal e. V. Für die Rechte der Tiere Am Anfang war es eine Vision, nämlich der Gedanke, vom Menschen verfolgte Tiere aufzunehmen, zu beschützen und ihnen bis an ihr natürliches Lebensende das „Gnadenbrot“ zu geben. Ein Lebenshof als ein Signal voller Gefühl an eine Gesellschaft, in der Tiere kaum eine Überlebenschance haben. 1990 begann unsere Geschichte mit einem Pferd, welches ein Tierrechtler spontan in seine Obhut nahm. Schnell kamen weitere so genannte Nutztiere, Schweine, Rinder und Pferde, dazu. Eine Art Arche Noah war entstanden. Aus dem Gedanken „Beschützen“ wuchs schnell der Tierrechtsgedanke. Für uns gibt es keine Versuchstiere, Nutztiere und es gibt auch keine Haustiere! Diese Definition der Menschen, um die Tiere für ihren Zweck bzw. den entsprechenden Zweck auszubeuten, lehnen wir ab. Bei uns gibt es Tiere (Mitlebewesen), und alle haben ein Recht auf Leben. Es gibt unterschiedliche Rassen und Arten, aber alle haben das gleiche Recht auf Leben. Mittlerweile unterstützen wir drei große und drei kleine Höfe sowie private Initiativen, die gerade versuchen einen Lebenshof aufzubauen, mit fast 350 Tieren jeder Art und Spezies, die zum Teil dank „offener Tierbefreiungen“ der Massentierhaltung entkamen. Andere kamen traumatisiert, misshandelt oder ausgesetzt durch andere Initiativen zu uns. Die Menschen bei Free Animal e. V. und auch die Menschen auf den Höfen arbeiten ehrenamtlich. Finanziert wird das Ganze durch Spenden, Patenschaften und Mitgliedsbeiträge und auch von uns privat. Mit unserer Arbeit wollen wir die Menschen bewegen umzudenken und ihnen durch und auf den Höfen zeigen, dass Tiere Rechte haben und der Umgang mit ihnen in dieser Gesellschaft falsch ist.

Wir haben seit Bestehen des Vereins und der Höfe viele Leben gerettet und Tieren ein Zuhause gegeben, ohne Ausbeutung und Verfolgung durch die Menschen. Das Leben eines Tieres steht im Vordergrund. Es ist legitim ein Schloss zu knacken oder eine Kette durchzuschneiden, um dieses Leben zu retten. Sicherlich sind die Tiere, die aus den offenen Tierbefreiungen stammen, per rechtlicher Definition „illegal“ befreit. Aber welches Schicksal hätte sie erwartet, wenn es Menschen, die das tun, nicht gäbe und wir die Tiere nicht aufnehmen würden? Wir lehnen jede Art von Ausbeutung der Tiere ab. Tiere haben Rechte und für diese kämpfen wir. Sie haben selber keine Stimme, daher geben wir ihnen eine. Es ist ein „Befreiungskampf “. Hört sich vielleicht utopisch an, aber die Befreiung der Tiere ist unser Ziel. Wir vertreten Veganismus und versuchen auf den Höfen, diese Utopie zu leben und so weit es überhaupt in dieser Gesellschaft möglich ist, den Tieren dort die Rechte zu geben, die ihnen millionenfach Tag für Tag abgesprochen und genommen werden. Leider kostet diese „Utopie“ viel Geld und die finanzielle Situation sieht nicht gut aus. Wir sind auf Spenden mehr denn je angewiesen oder auch auf Menschen, die für ein Tier eine Patenschaft übernehmen. In den letzten Jahren konnten wir mehr als 95 % aller Einnahmen direkt an die Höfe und Initiativen weitergeben. Der Verwaltungsaufwand wird so gering wie eben möglich gehalten. Free Animal e. V. Angelika Jones-Singh

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Hof Hild in Irmenach

Leben

Ein für die

Tiere

Miss Piggeldy lebte bis Oktober 2011 in Einzelhaltung im Saarland. Sie wurde von den Tierversuchsgegnern Saar vermittelt.

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Free-Animal-Rundbrief Frühling 2012

Hof Hild Im Hunsrück leben zurzeit 36 Tiere; darunter 4 Pferde, 3 Ponys, 5 Kühe und 5 Schweine. Aufgenommen wurden Ben, ein älterer Rottweiler ohne Vermittlungschancen aus einem Tierheim, und Tripod, eine dreibeinige Hündin aus der Türkei, Remus, ein Voltigierpferd, der ausgedient hatte und zum Schlachter sollte, Bella, eine Haflingerstute, und Max, ein kleiner Ponywallach, die irgendwann auf der Weide vergessen wurden, beide in sehrschlechtem gesundheitlichen Zustand. Gegen Ende Oktober kam Miss Piggeldy, die Schweinedame, über die TVG Saar nach Irmenach. Der Hof wurde 2011 mit 17334,29 Euro unterstützt, davon 4480,33 Euro aus freien Spenden.


Hof Hild in Irmenach

Anfang der 90er Jahre begannen Peter und Brigitte Hild Großtiere (Kühe, Schweine, Pferde) aufzunehmen. Diese brachten sie in verschiedenen Mietställen unter. Die Versorgung der Tiere war sehr umständlich und meistens auch nicht mit der Vorstellung von Tierhaltung der jeweiligen Stallbesitzer zu vereinbaren. Die Mietkosten waren so immens hoch, dass man einige Zeit später beschloss, einen eigenen Hof zu suchen. 1997 siedelten Peter und Brigitte mit den ersten Tieren auf den Hof in Irmenach um. Es kamen immer mehr Tiere hinzu und bald waren die Kosten mit privaten Mitteln nicht mehr zu decken. Deshalb wurde der Verein Free Animal e. V. gegründet, der seitdem den Lebenshof in Irmenach unterstützt. Parallel zu dieser Geschichte begann ich fernab von Irmenach und ohne die geringste Ahnung davon, dass es einen Lebenshof in Irmenach oder einen Verein namens Free Animal e. V. gibt, mir immer mehr Gedanken um so genannte Nutztiere zu machen. Ausschlaggebend hierfür war mein Hund Bobby, den ich im Alter von 8 Wochen von Bekannten übernahm. Mit ihm erlebte ich hautnah die Gefühlswelt eines Hundes und schnell war mir klar, dass genau wie er auch die so genannten Nutztiere über die gleichen Gefühle verfügen wie wir Menschen. Die nächsten Jahre engagierte ich mich bei den Tierversuchsgegnern Aachen e. V. Im Herbst 2001 entdeckte ich auf einer Weide eine Kuh mit ihrem Kalb. Die beiden waren alleine auf der Weide, einen Unterstand gab es nicht und of-

fensichtlich wurden die beiden nicht versorgt. Beschwerden beim Besitzer und beim zuständigen Veterinäramt blieben ergebnislos. Als ich am Morgen des 26. September 2001 wieder mal die beiden Kühe besuchte, lag die Mutterkuh im Sterben. Auch der sofort herbeigerufene Tierarzt konnte nicht mehr helfen. Die Kuh starb und ihr Kalb blieb alleine zurück. Ein Bauer aus dem Ort – er und seine Familie Kalbfleischliebhaber – wollten dem Besitzer das Kalb abkaufen, um es nach dem Wochenende schlachten zu lassen. Ich mischte mich ein, bot dem Besitzer eine Unsumme an Geld und versprach ihm, am nächsten Morgen das Geld zu bringen und dafür den Rinderpass von Lena (wie ich das Kalb inzwischen getauft hatte) zu erhalten. Tja, was dann folgte, war das Nervenaufreibendste, was ich je erlebt hatte. Erst begann ich mich bei den ortsansässigen Landwirten nach einem Platz für Lena zu erkundigen und bekam nur Absagen. Auch die Bauern in den Nachbarorten lehnten es ab, mir einen Stall zu vermieten. Ein Biobauer in Aachen hätte Lena zwar übernommen, wollte allerdings zusätzlich zur Stallmiete jedes Jahr ein Kalb von ihr zum Schlachten. Lena war ein so genanntes Fleischrind und somit waren ihre Kälber ein lukratives Geschäft. Eine Bekannte bei den Tierversuchsgegnern erinnerte sich dann an einen Hof „irgendwo im Hunsrück, wo der ..... immer schon mal Hunde hingebracht hatte und wo es auch Kühe gibt“. Und so liefen die Fäden zusammen: Auch

in Irmenach lehnte man die Aufnahme von Lena zunächst aus Platzmangel ab. Da ich aber nicht locker ließ und Peter zuerst stündlich, dann halbstündlich und später quasi im Minutentakt angerufen habe, sagte er irgendwann vollkommen entnervt: „Ja, dann bringen Sie sie halt her!“ Mir fielen gleich tonnenweise Steine vom Herzen! Am 29. September 2001 trat Lena dann die Reise ins 250 km entfernte Irmenach an. Es folgten regelmäßige Besuche und am 30.03.2004 siedelte ich selbst nach Irmenach um. Seitdem führe ich zusammen mit Peter den Lebenshof. Obwohl ich aufgrund meiner Besuche schon einen relativ guten Einblick in den Tagesablauf auf einem Lebenshof hatte, war mir nicht wirklich klar, was auf mich zukommen würde. Die Unmenge an Arbeit, die riesige Verantwortung, die ständigen Sorgen um alte und kranke Tiere, die schwere finanzielle Situation sind nicht leicht zu verkraften und bereiten manche schlaflose Nacht. Es ist z. B. grauenvoll, wenn Tiere sterben und man der Situation machtlos gegenübersteht. Ein kleiner Teil von mir stirbt jedes Mal mit. Ich kenne ja nun zwei Leben: einmal ein ganz „normales“ als Hausfrau mit Nebenjob, Mutter, mit 2 Hunden, einer sauberen schön eingerichteten Wohnung, einem ganz guten Auskommen, Hobbys und Freizeit und dann das extreme Leben auf dem Lebenshof, das mit einem „normalen“ nicht zu vergleichen ist. Und ich weiß eines ganz genau: Dieses Leben für die Tiere möchte ich um nichts auf der Welt missen! Ruth Wirtz Anzeige


Pro & Contra

Free Animal e.V . wurde im letzten Jahr vorgeworfen, die „Schlachthofkultur“ zu fördern, weil wir nicht alle Hunde und Katzen auf den Höfen vegan ernähren. Wir haben es versucht mit dem Ergebnis, dass einige Hunde es angenommen haben, die Katzen total verweigert haben und die alten und kranken Hunde an Erbrechen und Durchfall litten. Wir wollen die Tiere nicht hungern lassen, bis sie die vegane Ernährung akzeptieren, und wollen ihnen auch nicht unsere Lebensweise aufzwingen. Hat das nicht auch etwas mit Unterdrückung und Macht durch den Menschen zu tun? Die Höfe sind bei mehr als 60 Katzen und an die 40 Hunden auch auf Futterspenden angewiesen, die meistens nicht vegan sind. Wir sind nicht glücklich darüber, es belastet alle Menschen auf den Höfen und die Problematik ist uns durchaus bewusst, wird nicht verdrängt, sondern kritisch gesehen. Allerdings können wir nur das tun, was auch machbar ist.

Auch weigern wir uns, nur noch von Natur aus vegan lebende Tiere auf den Höfen und in den Projekten aufzunehmen. Wir werden auch keine Kaninchen schlachten, um sie dann den Katzen zu essen zu geben, weil das ehrlicher wäre und die Kaninchen wenigstens bis dahin ein „schönes“ Leben hatten. Der Vorwurf verursachte einiges an „Wirbel“. Wir hatten in einem Newsletter um Meinungen gebeten. Eine kleine Auswahl veröffentlichen wir davon. Wir möchten uns für die Mails bedanken und hoffen, dass die Diskussion weitergeführt wird. Traurig, dass wir leider den Eindruck bekommen haben, dass einige Menschen Angst davor haben sich zu outen, dass auch sie ihre Katze oder ihren Hund nicht vegan ernähren. Repression in der eigenen Bewegung? Erschreckend! Die AbsenderInnen der zitierten Mails sind uns bekannt.

Vegane Ernährung von Hunden und Katzen

Ich bin von Beruf und Berufung Biologin und von daher bin ich überzeugt, dass sich auf diesem Planeten nicht alle Lebewesen vegetarisch oder vegan ernähren. Wir Menschen können das, davon bin ich überzeugt, aber Katzen und Hunde sind doch Raubtiere. Ich denke nicht, dass sie fleischlos artgerecht gehalten werden können. Ich kann aber verstehen, dass manche das wirklich schwierig finden. Einerseits bin ich ja wirklich froh und glücklich, damals den Weg zum Veganismus für mich gefunden zu haben, andererseits verstehe ich viele Menschen nicht, die dieses Denken Tieren, die so nicht leben können, aufzwingen wollen. Ist zwar eine Zwickmühle, aber wir leben, was Veganismus und Tierrechte angeht, in einer Anfangsphase. Natürlich ist das nicht schön, aber warum wird übersehen, dass die „Schützlinge“ nun mal mitunter omnivor leben? Und wenn ich eine Katze sterben lasse, weil sie nicht vegan leben will/kann, ist das dann ethisch korrekt? (…) Auch ich frage mich immer wieder, ob es okay ist die Katzen mit Futter toter Tiere zu versorgen. Unsere Katzen leben auf Kosten anderer Tiere! Ein Aspekt, warum ich einigermaßen damit umgehen kann, ist der, dass ich versucht habe auf veganes Futter umzustellen. Was ist passiert: die Überreste toter Mäuse und Vögel im Keller stiegen sprunghaft an. Das Futter haben nicht alle gefressen, aber die meisten. Trotzdem ist es so, ich müsste sie einsperren, wenn ich sie vegan ernähren wollte, und das ist für unsere Katzen sicher nicht artgerecht, sie sind seit Geburt Freigang gewöhnt. Es ist ein klassisches Dilemma: es gibt in der Natur Fressen und Gefressenwerden. Ich habe keine Antwort hierauf.

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La Vita

Free-Animal-Rundbrief Frühling 2012

Neulich kam im Fernsehen ein Bericht über Schneeleoparden in Asien. Die Tiere leben in einem riesigen Gehege, um sie vor den Jägern zu schützen. Wie werden sie gefüttert? Es gibt eine Herde Esel, alle paar Tage wird einer geschlachtet. Die Alternative wäre, die Schneeleos schutzlos den Jägern zu überlassen? (…) Ich bin übrigens mit Euch einer Meinung, was veganes Tierfutter angeht – das muss nicht sein. Carnivore Tiere essen nun einmal Fleisch, sie können ihre Nahrung, im Gegensatz zum Menschen, nicht reflektieren. Die Schöpfung bzw. Naturbedingungen können wir nicht ändern. Daher bin ich nach wie vor dafür Katzen und Hunde auch mit entsprechender Fleischnahrung zu versorgen. Meine Katze bekommt auch kitekat! Ich selbst lebe vegan, aber ich frage mich, ob ich meinem Hund – meiner Katze diese Entscheidung auch aufdrücken darf. (…) Ich persönlich kann das Wissen darum, dass es nun einmal Fleischfresser sind, nicht ausblenden. Deshalb füttere ich Bio-Trockenfutter. Das ist mein Kompromiss. Fleisch aus Massentierhaltung lehne ich ab. Ich finde es gut und würde es nie verurteilen, wenn Menschen ihre Hunde/Katzen vegan ernähren, nur ich kann das Wissen nicht ausblenden und möchte meine Lebensweise den Tieren bei mir nicht aufdrängen.  Unsere Enten z. B. holen sich ihr Fleisch in Form von Würmern, Schnecken, Fliegen usw. selbst. In der Natur leben Tiere oft auf Kosten anderer Tiere/Lebewesen, das ist in der freien Natur völlig normal. Hund und Katze würden in freier Wildbahn eben jagen, um zu überleben (…)


INTERVIEW Sandra und Andreas leben seit vielen Jahren vegan. Im Interview erzählen sie von ihren Erfahrungen mit veganer Katzennahrung. Ihr habt Leon und Tom, 2 junge, kränkliche Kater, aus dem Tierheim geholt und ihnen veganes Katzenfutter gegeben. Wie haben die beiden es angenommen? Sie waren aus dem Tierheim vor allem konventionelles Trockenfutter gewohnt. Das Amicat Trockenfutter wurde von ihnen sofort sehr gut angenommen und sie lieben es bis heute sehr gern. Uns ist allerdings bewusst, dass Trockenfutter für Katzen nicht das Gesündeste ist und ziemlich weit von ihrer ursprünglichen Nahrung entfernt ist. Wir haben daher versucht es (für eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme) mit Wasser versetzt anzubieten – leider erfolglos. Auch das momentane Angebot an Nassfutter-Ersatz konnte sie nicht überzeugen. Leider haben sie Vegusto nur sehr schlecht angenommen und oft völlig verschmäht. Auch unser Versuch Trockenfutter mittels der Vegecat-Zusätze selbst herzustellen scheiterte an der Nichtakzeptanz unserer Katzen. Beide waren ja sehr kränklich. Hatte das vegane Futter Auswirkungen auf die Gesundheit? Zur Vorgeschichte: Die Jungs wurden gemeinsam mit vielen weiteren Katzen vom Veterinäramt aufgrund desolater Zustände beschlagnahmt und ins Tierheim gebracht. Als sie bei uns ankamen, hatten sie unzählige gesundheitliche Beschwerden. Die Palette reichte von chronischem Katzenschnupfen über massive Zahnfleischentzündungen bis hin zu Linseneintrübungen, die bei Tom sogar in der völligen Erblindung des rechten Auges gipfelten. Zudem waren sie eher untergewichtig und hatten massiv mit Durchfall und Erbrechen zu kämpfen. Wir waren längere Zeit in intensiver tierärztlicher Behandlung mit ihnen und haben mit ihnen in den letzten Jahren mehrere OPs durchgestanden, in denen beiden der Großteil der Zähne und Tom zusätzlich noch das erblindete, völlig entzündete Auge entfernt werden musste. Sie sind auch nach wie vor empfindlicher als die anderen beiden Katzen, die bei uns leben. Diese gesundheitlichen Beschwerden bestanden unabhängig von der veganen Ernährung auch schon vorher und besserten sich mit sehr viel Zeit, Geduld und Fürsorge und die Jungs nahmen endlich zu. Dennoch hatten wir das Problem, dass v. a. Leon ohne eine ausreichende Menge an Nassfutter immer wieder abnahm. Schon 2-3 Tage reichten für einen deutlich sichtund fühlbaren Gewichtsunterschied aus. Da sie aber kaum/kein Vegusto, sondern nur das Amicat gegessen haben, wussten wir, dass wir etwas unternehmen müssen. Ihr musstet dann also auf konventionelles Futter umstellen. Wie haben die beiden das angenommen? Wir haben uns dann entschieden zumindestens konventionelles Nassfutter anzubieten. Die Akzeptanz ist auch hierbei ein sehr heikles Thema, denn die Jungs essen nur sehr ausgewählte (und leider nicht immer sehr hochwertige) Sorten gern. Es war daher schwierig ein geeignetes konventionelles Nassfutter zu finden, von dem sie ausreichende Mengen essen. Inzwischen haben wir aber 2-3 Sorten, die sie ganz gern essen. Das Amicat geben wir ihnen nach wie vor, denn sie lieben es wirklich

Ich denke, dass man dieses auf jeden Fall versuchen muss. Bei Hunden habe ich damit durchaus gute Erfahrung gemacht. Es gab keine Probleme damit, dass das Futter nicht angenommen worden wäre. Bei Katzen dagegen ist es schwieriger. Ich bin der Meinung, dass man die Tiere nicht dazu zwingen sollte oder sie aushungern sollte, in der Hoffnung, dass sie es irgendwann aus der Not heraus fressen. Wir haben es bei unseren Katzen versucht und sie haben leider das vegane Nassfutter nicht angenommen. Nun gehen wir einen Kompromiss ein: das Nassfutter ist nicht vegan, die Leckerchen sind AMI Trockenfutter und werden sehr gut angenommen. (…) Ich kann den Ansatz, auch Tiere vegan zu ernähren, grundsätzlich schon verstehen. Ist letztlich irgendwo konsequent. In einer idealen Welt wäre es für mich auch absolut zu erwarten. Nur leben wir nicht in einer solchen. Wir müssen immer die Realitäten im Auge

sehr und wenn wir einen Engpass haben und ausnahmsweise mal konventionelles Trockenfutter geben müssen, dann lehnen sie dieses inzwischen sogar ab, weil es ihnen scheinbar nicht so gut schmeckt. Hat sich ihr GesundLeon (vorne) und Tom heitszustand anschließend gebessert? Ja, wir merken v. a. an Leon deutlich, dass für ihn das konventionelle Nassfutter wichtig ist und er sein Gewicht damit besser halten kann. Ob das jetzt unbedingt daran liegt, dass es tierische Bestandteile enthält, können wir natürlich nicht mit Sicherheit sagen. Es ist auf jeden Fall so, dass bei Leon gesichert sein muss, dass er genügend Nährstoffe zu sich nimmt. Das allein über Amicat abzudecken ist bei ihm aber schwierig, da er ja fast keine Zähne mehr hat und das Trockenfutter daher schlechter aufnehmen und verarbeiten kann. Vielleicht wäre sein Gewicht auch mit einer ausreichenden Vegusto-Aufnahme in Ordnung. Da er wie die anderen drei Katzen dieses aber nicht annimmt, stellt sich uns die Frage nicht (mehr). Was das vegane Trockenfutter betrifft, haben wir keinerlei Bedenken es weiter zu geben. Wir glauben, dass konventionelles Trockenfutter auf gar keinen Fall gesünder sein kann als das vegane, eher umgekehrt. Mal angenommen, die beiden wären kerngesund gewesen. Hättet ihr das vegane Futter dann weiterhin gegeben? Wir würden diese Frage nicht (nur) daran festmachen, ob die Katzen gesund sind. Ein großer Faktor ist unserer Erfahrung nach, ob die Katzen das vegane Tierfutter überhaupt annehmen. Das ist zunächst ja die Grundvoraussetzung für eine Umstellung auf die vegane Ernährung. Wir sind inzwischen eher skeptisch und würden eine rein vegane Ernährung bei den Katzen (so sie denn angenommen wird) nur dann in Erwägung ziehen, wenn wir sichergehen könnten, dass sie ihren Bedarf im Zweifelsfall anderweitig mit decken könnten (durch Mäuse jagen etc.). Das Amicat werden wir aber definitiv weiter geben. Nach euren Erfahrungen: Was würdet ihr anderen empfehlen, die Katzen vegan ernähren möchten? Probiert vieles aus um herauszufinden, was eure Katzen mögen und was nicht. Achtet auf die empfohlenen Nährwertangaben. Zwingt ihnen nichts auf. Achtet genau darauf wie es euren Katzen mit dem veganen Futter geht. Und zuletzt: Seid nicht zu enttäuscht und haltet nicht unnötig daran fest, wenn es nicht klappt. Sie haben nun einmal ihren eigenen Willen und den sollten wir auch respektieren.

haben. Ist es finanzierbar (für den Menschen) und verträglich (für das Tier). Gerade bei Tieren, die schon älter sind und aus ganz anderer Haltung kommen, halte ich‘s für nicht realisierbar. Außerdem hat‘s in meinen Augen etwas von Jesu Aussagen im Neuen Testament: Auf den Splitter im Auge des ‚Bruders‘ hinweisen, aber den Balken im eigenen nicht bemerken. Ich glaube nicht, dass es einem Menschen überhaupt gelingen kann, Leid anderer vollständig zu vermeiden. Natürlich sollte man versuchen Leid zu verhindern/zu begrenzen. Aber letztlich wird Mensch immer töten um zu leben. Es hat dann schon etwas von Scheinheiligkeit, anderen im Tierschutz/recht aktiven Menschen vorzuwerfen, dass sie ihre Tiere (artgerecht) füttern. Letztlich muss die Entscheidung von jedem/r Einzelnen(R) getroffen werden. Und gerade Tierrechtler werden sich die Entscheidung über die Nahrung ihrer Tiere nicht leicht machen.

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Pro & Contra

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich im Artikel „Free Animal und der Antitierbenutzungshof “ gefunden: Dort wird von Vorwürfen geschrieben, die beinhalten, ihr würdet die Hunde und Katzen auf dem Hof nicht vegan ernähren. Verständlich erklärt ihr, weshalb es euch nicht möglich ist dies zu tun (Tiere nehmen es nicht an, eigene Lebensweise nicht aufzwingen wollen etc.). Allerdings wird auch auf die finanzielle Komponente hingewiesen und es könnte der Eindruck entstehen, dass es theoretisch möglich ist Katzen und Hunde vegan zu ernähren, wenn man es sich „leisten kann“. Das ist jedoch falsch, denn beide Tierarten sind Fleischfresser, die zwar das komplette Beutetier, also auch Mageninhalt etc., verzehren, jedoch ist es völlig ausgeschlossen Katzen vegan oder auch nur vegetarisch zu ernähren. Bei Hunden erfordert die vegetarische Ernährungsweise große Sachkenntnis. Ich verstehe den Wunsch, die Schlachtindustrie und damit das Leiden vieler Tiere auf gar keinen Fall unterstützen zu wollen, jedoch sollte Artgerechtheit für alle Tiere gelten und insbesondere für Katzen stellt rein pflanzliche Ernährung schlicht und einfach Quälerei dar, insbesondere wenn sie von menschlicher Fütterung abhängig sind. Wer sich um diese Tiere kümmern möchte, muss wohl damit leben ihnen Fleisch zu verfüttern. Und immerhin gibt es Möglichkeiten dies zu kleinerem Schaden zu tun, als die billige Dose beim Discounter zu kaufen. (Man denke an Barfen mit Fleisch von möglichst artgerecht gehaltenen Tieren oder Dosen von zertifizierten Biohöfen.) (…) Ich kann mir nicht vorstellen, dass bestimmte Hunde und Katzen lieber verhungern, als vegane Nahrung zu probieren, noch dazu bei all der Geschmacksvielfalt, die möglich ist. Kranke und behinderte Tiere sind natürlich anfälliger als andere, aber das ist bei kranken Menschen nicht anders. Nicht allen kann geholfen werden, aber für ein Wesen andere zu opfern ist nicht akzeptabel, vor allem, wenn es nur darum geht, wer euch näher steht. Wenn ihr nun Mäuse betreuen würdet, würdet ihr diese umbringen lassen, damit Katzen was zu essen haben? Das ist doch verrückt. Diese Hunde und Katzen entscheiden sich für bestimmte Nahrung aus Gewohnheit oder Appetit, aber das heißt ja nicht, dass sie sich nicht genauso gut mit anderem Essen arrangieren könnten. Der Logik nach, dass sie selbst wählen sollten, müsstet ihr euren Katzen beispielsweise auch Fischeier (Kaviar) anbieten, und wenn sie diese lieber mögen als „Fleisch“, dann müsstet ihr ihnen fortan dieses Essen geben, oder wohin soll das führen? Warum ist das eine (billige) Tierprodukt dann plötzlich besser oder akzeptabel und das andere (teurere) nicht? Vielleicht schmeckt ihnen Menschenfleisch noch besser oder ihre eigenen Artgenossinnen? Wollt ihr es ihnen dann beschaffen? Vor allem wenn die Katzen Freigang haben, könnten sie ja auch wirklich Jagen probieren, statt aus dem Napf was Veganes zu essen. Ich finde eure Argumentation inkonsequent und geradezu peinlich, die Nichtmenschen sollen wählen, was sie essen? Sie wissen weder, dass sie vegan noch unvegan sind, sie haben keinen Begriff von Grausamkeit durch „Fleisch“konsum oder Tiernutzung, d. h. sie können gar keine moralischen Entscheidungen in der Ernährung treffen. Ihr sagt selber, freie Wildbahn gibt’s nicht mehr, aber beharrt darauf, Nichtmenschen das zu essen zu geben, was ihr als deren „natürliche“ Nahrung empfindet. Hinzu kommt, dass es eben nicht nur 10

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um die Nichtmenschen geht, die ihr gerade in eurem Besitz habt, sondern vor allem die, die jeden Tag in den Nutzungs- und Tötungshallen leiden und sterben, derer Körper ihr euch bedient und wo ihr auch nicht sagt, „das ist jetzt nicht in Ordnung, sie dafür zu benutzen“, bei „euren“ Nichtmenschen aber sehr wohl. Das empfinde ich als Heuchelei, besonders der finanzielle Aspekt. Ich kann auch keine Nichtmenschen bei mir aufnehmen, die ich dann nicht versorgen kann bzw. auf den Menschen übertragen, wer würde Kinder „halten“ und sie mit anderen Kindern ernähren, selbst wenn es teurer wäre Gemüse zu kaufen? Beim Menschen würdet ihr sicher kein Auge zudrücken. (…) Wir haben einen Hund und sechs Katzen. Ich selbst bin seit Jahren vegan, schlucke aber auch seit Jahren und wohl bis zum Lebensende hoch dosiert B12 und Eisen. Ich kenne die Zustände, wenn die Reserven verbraucht sind. Mit veganer Ernährung kann ich meinen Bedarf also nicht decken. Von dieser persönlichen Erfahrung gehe ich unter anderem auch aus, wenn ich mir überlege, wie ich unseren Hund und die Katzen ernähren kann. Wenn ihnen etwas fehlt, können sie es mir nicht sagen. Ich merke es, wenn der Mangelzustand so schlimm ist, dass sie ernsthaft krank werden. Bei unserer Hündin halten wir den Fleischanteil so gering wie möglich. Unsere Katzen machen die Umstellung auf vegane Ernährung nicht mit. Sie würden eher verhungern oder sich ein anderes Zuhause suchen. Mir ist das Problem durchaus bewusst. Ich öffne morgens eine Futterdose mit Kaninchen, füttere die Katzen und anschließend Karla und Keaton, unsere Kaninchen. Der Vorschlag, doch die eigenen Lebenshoftiere zu verfüttern, da sie ja immerhin ein tolles Leben hatten, ist zynisch. Ich kann aber nachvollziehen, dass man auf theoretischer Ebene darauf kommt, um uns unsere Haltung vorzuwerfen. Wir können uns da auch nicht rausreden. Es ist klar, dass es ethisch problematisch ist, auf der einen Seite die Individuen wie Karla und Keaton vor Ausbeutung und Tötung bis an ihr natürliches Lebensende zu schützen. Auf der anderen Seite aber für andere Individuen wie die Kater Otto und Schneemann die Ausbeutung und Tötung anonymer Tiere zu unterstützen, indem das Katzenfutter gekauft und verfüttert wird. Was tun? Nur von Natur aus vegan lebende Tiere aufnehmen? Nicht vegan lebende Tiere ihrem Lebenselend überlassen? Wir haben uns dafür entschieden, auch Katzen und Hunde aufzunehmen. Und leben jeden Tag mit unserem ethisch widersprüchlichen Handeln. (…) Eine Welt, in der es keine Tiere, die sich mit Fleisch ernähren, oder gar keine, in Menschenhand mehr gibt, ist ja das, was wir erst anstreben. Da es ja bekanntlich kein richtiges Leben im falschen gibt, müssen wir mit den noch bestehenden Widersprüchen umgehen. (Ich bin übrigens für Kastrationen, gerade damit die von Menschen gezüchteten Tiere aussterben und es – irgendwann – nur noch frei lebende, sog. Wildtiere, gibt. Bei manchen Tieren ist es auch nötig, um sie vor Krankheiten zu bewahren, bspw. bei Kaninchenweibchen, die unkastriert ein enorm hohes Krebsrisiko haben). Und dazu gehört für mich, diese Widersprüche auch auszuhalten und sie zu benennen und auch den SpenderInnen gegenüber nicht unter den Teppich zu kehren. Wenn wir unsere politische Arbeit überzeugend machen wollen, gehört für mich solch transparenter Umgang mit den Widersprüchen unbedingt dazu. (…)


Lebenshof

Endstation Hoffnung Ich bin 1983 geboren, lebe in einem kleinen unterfränkischen Dorf und bin eigentlich gelernte Übersetzerin und Dolmetscherin für Englisch, arbeite aber halbtags am Empfang einer größeren Firma. In meiner Familie gab es immer Hunde, ich kenne es nicht anders, ich wurde mit Hunden groß, bei uns haben Hunde immer im Bett schlafen dürfen und ich habe von klein auf gelernt, dass es „Familienmitglieder“ mit eigenen Bedürfnissen und Vorlieben sind. Ich mag Hunde unheimlich um ihrer selbst willen, für ihre schiere Existenz. Im kleinen Rahmen habe ich schon zu Studienzeiten angefangen, von dieser Gesellschaft verstoßenen Tieren ein möglichst schönes Leben Busti und Raffaela zu geben. Meine ersten eigenen Tiere in meiner WG damals waren zwei Meerschweinchen, dann kam mein erster eigener Hund, blind, alt, ein Herzenshund, der meine Erwartungen und Vorstellungen vom Leben mehr geprägt hat als sonst irgendwer. Mit der Zeit sind noch Kaninchen eingezogen und irgendwann kam der zweite Hund. Entsprechend dem mir zu Verfügung stehenden Platz wurden es mehr Tiere, denn in einer kleinen WG kann man nicht so vielen helfen wie wenn man mehr Raum für die Tiere nutzen kann. Seit über drei Jahren lebe ich nun in einem Einfamilienhaus mit Garten und meiner bunten Schar an Tieren. Ich würde mit niemandem tauschen wollen. Ich lebe bescheiden und anspruchslos, aber ich habe genau das erreicht, was ich im Leben wollte. Ich habe keine großen Ziele mehr, ich lebe mit und für die bei mir lebenden Tiere und sie bereiten mir jeden Tag Freude. Ich bin in vielerlei Hinsicht sicher jemand, der nicht in diese Gesellschaft passt – ich konsumiere bewusst, lebe bewusst, versuche ethisch korrekt zu leben und die Umwelt zu schonen… für mich gehört all das zu einem Lebenshof dazu. Es ist Ausdruck meiner Achtung vor der Natur und der Umwelt… genauso, wie ich nichtmenschlichen Tieren Respekt und Achtung entgegenbringe. Ich könnte mir ein Leben ohne Hunde nur schwer vorstellen, einfach weil sie immer Teil meines Lebens waren. Und ich kann die Leute nicht verstehen, die einen Welpen nehmen… ich würde jeden noch so behinderten, alten Hund jedem Junghund vorziehen, aber gut, das ist meine Einstellung. Dieses Leben macht mich so reich und ich bin sehr dankbar dafür...für die Unterstützung und den Zuspruch, den mein Leben und meine „Arbeit“ findet...dass ich eine kleine, heile Welt für ein paar weggeworfene, wertlos gewordene und nicht mehr gewollte Tierindividuen schaffen konnte, das gibt mir sehr viel und ich bin, trotz aller Opfer und Entbehrungen, ein glücklicher Mensch – ich wüsste nicht, was ich mit meinem Leben machen sollte, wenn ich es nicht für die Schwachen, Chancenlosen und Verstoßenen einsetzen würEndstation Hoffnung de. Zu sehen, welchen Charakter Tiere entwiIm Moment werden hier 64 Tiere ckeln, wie einst gefanbetreut: 7 Hunde, 7 Katzen, 32 Meergene, eingesperrte und schweinchen und 18 Kaninchen. nutzlos gewordene Tiere Endstation Hoffnung wurde 2011 mit 5581 Euro, davon 2515,71 Euro aus wieder aufblühen, wie sie freien Spenden und zweckgebundenen ihr Leben genießen, all Spenden für die Lübecker Tiere unterdas ist für mich der Lohn stützt. für alle Anstrengungen. Raffaela Göhrig

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Tierrechtshof „Große Freiheit“ Mitte 2011 gründete eine Hamburger Tierrechtlerin den Tierrechtsverein Themis und den Lebenshof Große Freiheit. Bis Ende 2011 fanden dort 21 Tiere ein neues Zuhause, darunter auch Flocke und Taiga, die beiden Ponys aus dem geschlossenen Tierpark Lübeck. Free Animal e. V. unterstützt Themis mit Patenschaften für Flocke und Taiga und durch Übernahme der Hufschmied- und Tierarztkosten für die beiden. Themis wurde ab September 2011 mit insgesamt 640 Euro aus freien Spenden und zweckgebundenen Spenden für die Lübecker Tiere unterstützt.

Tierrechtshof

& Themis Tierrechtsverein e. V. Nach intensiver Planung und langer Objektsuche konnte die Idee von einem Lebenshof für Tiere im Februar 2011 umgesetzt werden. Parallel dazu wurde der Tierrechtsverein Themis e. V. gegründet; er wurde bereits als gemeinnützig anerkannt. Zweck des Vereins ist in erster Linie die aktive Arbeit zur Förderung des Rechts der Tiere. Zusätzlich soll der Tierrechtsgedanke an die breite Öffentlichkeit getragen werden. Weiterer wichtiger Vereinszweck ist der Aufbau von Lebenshöfen für Tiere. Vereinssitz von Themis ist das Ostfriesische Rhauderfehn, wo sich auch der Tierrechtshof „Große Freiheit“ befindet. Den Anfang machte vor einigen Jahren der Kater Merlin im 250 Kilometer entfernten Hamburg. Reinrassiger Perserkater, Leukose positiv, sucht dringend ein neues Zuhause. So lautete damals der Aufruf des Hundeschutzvereins Neu Wulmstorf für Merlin. Der Kater wurde vom Verein als „Trennungsfall“ aus 12

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einer Wohnung geholt; die Frau, die sich zwei Rassekatzen angeschafft hatte, verließ ihren Partner und ließ die Tiere zurück. Der Mann hatte kein Interesse für „ihre“ Tiere. Als Merlin endlich zum Verein kam, war er abgemagert, verwurmt, verfloht, sein Fell war stark verfilzt. Seine Schwester war bereits in der Wohnung gestorben. Merlin wurde vermittelt. Er fand ein neues Zuhause in einer Wohnung in Hamburg und lebte nach und nach auf. Es war schön, miterleben zu dürfen, wie ein Tier, das in seinem Leben viel Schlechtes durchmachen musste, wieder neue Energie und Lebenslust entwickelt. Vier Jahre konnte Merlin sein Leben in Hamburg genießen. Dann starb er unter Vollnarkose, während ein Tierarzt versuchte, seinen Harnleiter durchgängig zu machen. Die Vollnarkose war nicht abgesprochen, somit auch nicht genehmigt. Der anschließende Streit mit dem Tierarzt machte Merlin nicht wieder lebendig.

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Ich bin seit Jahrzehnten aktive Tierrechtlerin und weiß um die immer wieder stattfindenden, hitzigen Diskussionen rund um die Lebenshöfe, auch Gnadenhöfe genannt. Was bin ich, wenn ich ein Tier aufnehme, wie damals Merlin, ihn in meine Wohnung sperre, ihm tote Tiere zu essen gebe und somit die Tierausbeutungsindustrie unterstütze? Befriedigt er meine Bedürfnisse nach Streichel- und Schmuseeinheiten? Hab ich so ein Bedürfnis? Ist er bloß das Mittel zum Zweck, ein Lebewesen von mir abhängig machen zu können? Will ich das überhaupt? Bewusst oder unbewusst? Wie groß ist Freiheit? Sind es 45 qm? Das Doppelte? Oder die große Freiheit Hamburgs als Revier für den Kater Merlin? Was ist mit seiner Leukose, dem Virus, der ansteckend ist. Müssen die Viren nicht eingesperrt bleiben? Zum Schutz anderer Tiere? Diese und viele andere Fragen stehen im Mittelpunkt der bereits erwähnten Diskussion. Und ich bin mir ihrer theoretischen Brisanz durchaus bewusst.


Themis Tierrechtsverein e. V. und Tierrechtshof „Große Freiheit“

Was mir als aktive Tierrechtlerin allerdings Herde, kam von einem Pferdehof. Er wurauch bewusst ist und was mich im Leben zu de dort von einer Frau zurückgelassen, ihr Aktionen antreibt, oftmals auch ohnmächtig Pony nahm sie mit. Abgesehen von seinen zurücklässt, sind die vielen Individuen, ihr ersten Lebensmonaten hatte Mecky keiimmer wiederkehrendes tägliches, individu- nen Kontakt zu anderen Ziegen. Die Pferelles Leid, verursacht durch die vielen ver- dehofbetreiberin hörte von unserem Hof, schiedenen Formen der Ausbeutung durch besuchte uns und beschloss, dass es ein den Menschen. Ich demonstriere mit Flug- guter Ort für Mecky ist. Er gewöhnte sich blättern und Transpis vor Orten, an denen schnell ein, erkor Elli zu seiner Traumziedie Ausbeutung der Tiere stattfindet; vor ge und hat immer ein Auge auf seine kleiVersuchsanstalten, Pelzläden, Zoos usw. Ich ne Herde. schreie: „Menschen haben Rechte. Tiere auch!“, „Hände weg von Tieren!“, „Artgerecht ist nur die Freiheit!“ Schreibe Artikel über Ausbeutungsformen. Informiere. Kläre auf. Lebe vegan. Und das Tier? Merlin war eines der Tiere. Von der Tierzuchtindustrie nach aktuellen Schönheitsidealen krankgezüchtet, erst ausgebeutet als Haustier, dann zurückgelassen und vergessen. Merlin hätte ein Transpi nicht geholfen, weder ein Artikel noch eine DiskussionsveranstalFlocke kam aus dem Tierpark Lübeck auf den Tierrechtshof tung hätte gereicht. Damals wuchs der Wunsch in mir, mehr Raum und mehr Geld zu haben, um Tieren wie Merlin ein besseres Leben bieten zu können. Ein Leben ohne Ausbeutung, ohne Ängste und Zwänge. Ein Leben in größtmöglicher Freiheit. Ein Haus musste her. Mit Land. Ein Verein, der sowohl den Tierrechtsgedanken vertritt und verbreitet als auch Spendengelder für Tiere sammeln kann. Verein und Hof sind gegründet. Mittlerweile leben auf dem Tierrechtshof „Große Freiheit“ zahlreiche Tiere mit ihren unterschiedlichen Lebenshintergründen. Da sind z. B. die drei Geschwister Betzi, Louise und Boris. Sie lebten in einem engen, dunklen Stall und waren abgemagert. Ihr Bruder starb wahrscheinlich aufgrund von Unterernährung. Boris, der kastrierte Ziegenbock, tyrannisierte vor allem seine hornlose Schwester Louise. Der Stall bot ihr keinen Schutz vor seinen Hornhieben. Die Freiheit der drei ist heute einen halben Hektar groß. Sie leben dort mit der Ziege Elli, ihrem Enkel Tom und dem Anführerbock Mecky. Mecky, der älteste der

Die Hühner Molly, Polly und Dolly legten keine Eier mehr. Und zum Schlachten waren sie nicht mehr zu gebrauchen, weil zu alt (3 Jahre), so die Frau, bei der sie lebten. So kamen sie kurzerhand mitsamt dem Hahn Constantin zu uns. Die Freiheit der vier Gefiederten ist schier grenzenlos; es gibt kein Gehege, dennoch bleiben sie auf Sicht- bzw. Hörweite. Im offenen Wintergarten lebt die Süße; eine 12-jährige, schwerhörige Katze. Sie wurde uns mit zwei weiteren, ebenso alten „Haus“katzen gebracht, da die Frau, bei der sie lebten, verstorben war. Ihr Partner verlor die Wohnung. Beim Tierheim wurde er abgewiesen. Die Katzen seien zu alt für eine Vermittlung. Die Süße fühlt sich in ihrem neuen Quartier sichtlich wohl. Hin und wieder streift sie durch den Garten. Die anderen beiden Katzen, Lissy und Schmusi, haben einen größeren Freiheitsdrang. Nur selten sind sie an der Futterstelle zu sehen. Vor einigen Wochen nahmen wir die beiden Ponys Flocke und Taiga auf. Sie lebten in einem kleinen Gehege des Lübecker Zoos.

Ihr Lebenszweck war, von Menschen tagein, tagaus begafft zu werden. Nach langjähriger Tierrechtsarbeit wurde der Zoo 2010 endlich geschlossen; die zahlreichen Insassen wurden nach und nach verkauft. Auch Flocke und Taiga konnten herausgekauft werden. Beide sind Reheponys. Die Rehe ist aber nicht chronisch. Taigas Haut war anfänglich stark trocken, schuppig und wies ekzemartige Stellen auf. Nach entsprechender Pflege hat es sich deutlich gelegt. Flocke ist übergewichtig und hat einen Reheansatz. Er wird entsprechend behandelt, damit die Rehe nicht ausbricht. Ihre Freiheit ist heute knapp einen Hektar groß. Sie laufen abwechselnd bei den Ziegen und auf einer eigenen Weide. Neben den Ziegen, den Hühnern, dem Hahn, den Katzen und Ponys leben auf dem Tierrechtshof „Große Freiheit“ zwei Kaninchen, weitere Katzen und eine Hündin. Sie alle teilen sich das Land und genießen offensichtlich ihre kleinen und großen Freiheiten. Merlin hätte es hier sicher auch gefallen. Wie schon geschrieben, existieren der Verein sowie der Hof erst seit einigen Monaten. Die ersten Schritte sind gemacht. Für einige Tiere gibt es bereits Patenschaften, z. B. für Flocke und Taiga von Free Animal e. V., so dass ein kleiner Teil des finanziellen Aufwandes monatlich gesichert ist. Unterstützung in Form von Sach- oder Zeitspenden sind auch willkommen. Und natürlich freuen wir uns über Interessierte, die mehr über unseren Hof und die Arbeit von Themis e. V. erfahren wollen. Artgerecht ist nur die Freiheit. Das stimmt. Und wird auch immer richtig sein. Wir wissen, dass es heute nicht möglich ist, Menschen und Tieren ein Leben in echter Freiheit zu ermöglichen. Bis es soweit ist, versuchen wir, auf unserem Hof und durch die Tierrechtsarbeit ihnen wenigstens ein großes Stück Freiheit zu bieten. Clarissa Scherzer und Manuela Scherzer-Brosch

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Thema: Hund

Mensch

& Hund Sabine Koch arbeitet als Hundetrainerin und Verhaltensberaterin. Trainingsmethoden, die auf Angst oder Strafe aufbauen, lehnt sie trikt ab! „Mein Ziel ist eine vertrauensvolle Beziehung, in der der Hund freudig mit seinem Menschen kooperiert und von sich aus das erwünschte Verhalten zeigt.“ Weitere Informationen über Sabine Koch gibt es auf ihrer Webseite unter www.hunde-verstehen.de Es gibt viele Tierrechtler_innen, die ihr Leben mit Hunden teilen. Für mich ist das prinzipiell ein sehr sympathischer Gedanke, da gerade diese Hunde frei von Unterdrückung und Ausbeutung leben sollten. Leider ist die Realität aber oftmals eine ganz andere. Aus Unwissenheit über Hundeverhalten werden die vierbeinigen Freunde oftmals zu „Problemhunden” und in ihrer Verzweiflung greifen dann auch Tierrechtler_nnen auf fragwürdige und – manchmal sogar – tierschutzwidrige Erziehungsmaßnahmen zurück. Immer wieder höre ich leider sogar von Tierrechtler_innen vom „dominanten Hunde”, dem mensch zeigen muss, wer der Rudelfüher ist.

Mythos „Dominanz” „Dominanz” ist auch heute noch ein recht häufig verwendeter Begriff in der Hundeerziehung. Egal ob der Hund gerne im Bett oder am Sofa liegt, als erster durch die Tür drängelt, an der Leine zieht oder sein Futter knurrend verteidigt. Alle Erklärungen werden oftmals simpel auf „Dominanz” zurückgeführt. Und hier beginnt dann leider die Spirale der Gewalt. Denn dem „dominanten Hund” müsse man schließlich zeigen, wer der Boss ist. So dürfe der Hund niemals ein Spiel von sich aus beginnen oder gar beim Zerrspiel gewinnen, nicht als Erster sein Essen bekommen und schon gar nicht sich irgendwelchen Kommandos widersetzen. Aber Hunde liegen gerne auf dem Sofa, weil es gemütlicher ist als am Boden, sie ziehen an der Leine, weil sie es nicht anders gelernt haben, und verteidigen ihr Futter, eben weil sie die leidvolle Erfahrung gemacht haben, dass der Mensch es ihnen wegnimmt, um zu prüfen, ob sie denn eh nicht dominant wären. Und egal, wie oft Euer Hund ein Spiel mit Euch beginnt, er will ganz sicher nicht die Macht an sich reißen ;-) Es gibt übrigens keine einzige wissenschaftliche Studie, die Dominanz gegenüber Menschen beim Hund belegen würde! 14

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Adorno und Sabine Koch

Als Hundetrainerin und Tierrechtlerin arbeite ich mit Hunden über positive Motivation und Bestärkung und lehne Erziehungsmethoden ab, die auf Angst oder Strafe aufbauen. Gewaltfreies Training heißt für mich, dass der Hund mit mir kooperiert, weil er eine tolle Belohnung dafür bekommt (z. B. Futter, Spielzeug, positive Zuwendung), und nicht um etwas Unangenehmes zu vermeiden (z. B. angeschrien zu werden, einen Leinenruck oder das typische hintenruntergedrückt-werden beim “sitz” ). Gute Bindung hat für mich nichts mit gutem „Gehorsam” zu tun, sondern ist eine Vertrauenssache. Der perfekte “Grundgehorsam” zu jeder Zeit an jedem Ort ist deshalb definitiv nicht das Ziel meiner Arbeit. Ein Hund, dem ständig gesagt wird, was er tun bzw. nicht soll, hat keine Möglichkeit seine Persönlichkeit zu entfalten. Jeder Hund hat seine individuellen Stärken und Schwächen, seine guten und schlechten Tage. Entscheidend ist, dass Hund und Mensch den Alltag sicher bewältigen können. Dazu ist es natürlich notwendig, dass Hunde gewisse Regeln des Zusammenlebens lernen. Anstatt aber dem Hund ständig zu sagen, was er nicht tun darf, sollten wir mehr Augenmerk darauf legen, was er richtig macht, und dies auch positiv bestärken. Das stärkt das Selbstvertrauen und natürlich auch die Vertrauensbasis zwischen Mensch und Hund. Wer immer nur hört, was er falsch macht, wird schnell frustriert sein und bald die Freude am Ausprobieren und Erkunden verlieren.

Körperliche Signale von Hunden erkennen! Wer mit Hunden zusammenlebt, sollte sich außerdem mit ihrem Kommunkationsverhalten auseinandersetzen. Hunde sind hochsoziale Lebewesen, die darum bemüht sind, Konflikte zu vermeiden. Viele Probleme in der Mensch-Hund-Beziehung entstehen deshalb, weil wir die körpersprachlichen Signale


unserer Vierbeiner missverstehen oder ignorieren. Beschwichtigungssignale (Calming Signals) sind ein wesentlicher Bestandteil der Hundekommunikation und dienen dazu, Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen bzw. sie zu entschärfen. Hunde zeigen Beschwichtigungssignale sowohl untereinander als auch gegenüber uns Menschen. Und zwar immer dann, wenn sie beunruhigt sind, sich bedroht, überfordert oder unsicher fühlen. Sie versuchen damit sich selbst bzw. das Gegenüber zu beruhigen und Spannungen abzubauen. Die am häufigsten gezeigten Beschwichtigungssignale sind Kopf wegdrehen/Blickkontakt unterbrechen, Blinzeln, Körper wegdrehen, über die Nase lecken, Gähnen, Verlangsamen der Bewegungen (Zeitlupentempo), Vorderkörpertiefstellung (wie Spielaufforderung, nur in der Bewegung viel langsamer), hinsetzen/hinlegen, am Boden schnüffeln, Pfote heben, im Bogen aufeinander zulaufen etc. Auch wir Menschen sollten Beschwichtigungssignale erkennen und entsprechend darauf reagieren. Streicheln wir z.B. einen Hund und er beginnt zu gähnen oder leckt sich über die Nase, dann zeigt er uns damit, dass es ihm bereits zu viel ist. Die meisten Hunde mögen es nicht, von oben am Kopf gestreichelt zu werden und reagieren oftmals mit klaren Signalen. Unter Hunden ist es äußerst unhöflich frontal aufeinander zuzugehen. Auch wir Menschen sollten uns Hunden – vor allem uns unbekannten – in einem Bogen nähern und sie dabei nicht anstarren, sondern den Blickkontakt immer wieder unterbrechen.

Brustgeschirr statt Halsband Leider wissen es auch viele Tierrechter_innen nicht besser und führen ihre/n vierbeinige/n Freund_in oftmals am Halsband. Jeder Hund sollte ein Brustgeschirr tragen, auch wenn er nur ganz selten an der Leine geht. Es schont die Halswirbelsäule, den Kehlkopf und die Luftröhre. Eine immer noch gängige Meinung ist, dass ein Hund, der stark zieht, ein Halsband braucht, weil ihm am Geschirr das Ziehen erleichtert wird. In Wahrheit ist es aber so, dass ein Hund, der an der Leine zieht, erst recht dem unangenehmen Gefühl entkommen möchte und noch mehr zieht. Durch ein gut sitzendes Brustgeschirr wird der Druckpunkt weg von Kehlkopf und Halswirbelsäule auf den Brustkorb verlagert. Weiters besteht gerade beim Halsband die Gefahr einer Fehlverknüpfung, wenn der Hund z. B. das Gefühl des Gewürgtwerdens mit dem Erscheinen eines anderen Hundes oder von Kindern assoziiert, und das kann wiederum zu Aggressionsverhalten führen. Sabine Koch ist Hundetrainerin und Verhaltensberaterin. Sie lebt in Wien und arbeitet schwerpunktmäßig mit verhaltensauffälligen Hunden.

Lesetipps: Anders Hallgren: „Das Alpha-Syndrom – Über Führung und Rangordnung bei Hunden, was das ist und was nicht” Turid Rugaas: „Die Beschwichtigungssignale der Hunde” Clarissa v. Reinhardt: „Calming Signals Workbook” Dorothee Schneider: „Die Welt in seinem Kopf – Über das Lernverhalten von Hunden”

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Thema: Hund


Lebenshof Pferdeglück

Warum ich tue, was ich mache Ich wurde in eine Familie hineingeboren (beide Eltern zu ihrer Zeit sehr bekannte Schauspieler), in der immer schon die Rechte der Tiere genauso viel galten wie die Rechte der Menschen. Es war besonders für meinen Vater unerträglich, wenn es irgendeinem Tier in irgendeiner Weise schlecht ging. So hat er oft nachts, nach den Vorstellungen, mit Kollegen und Intendanten Tiere aus schlechter Haltung geholt. Eine seiner bekanntesten Kolleginnen, die er nachhaltig beeinflusste, war Tana Schanzara. Sie erzählte einmal in einer Talkshow bei Biolek auf seine Frage, wie sie zu ihrer Haltung bezüglich Tieren gekommen sei, dass der Hubert Suschka ihr die Augen geöffnet habe. Auch meine Mutter hat ihr ganzes Leben, neben ihrer Arbeit, immer schwerstkranke, verletzte und misshandelte Tiere gepflegt. So war es nicht verwunderlich, dass ich schon als Kind den Traum hatte einen Ort zu schaffen, an dem Tiere ohne Ausbeutung in Sicherheit leben können. Was mich besonders glücklich macht, ist, dass meine Kinder die gleiche Einstellung haben wie ich. Vor vielen Jahren, als mein jüngster Sohn Oskar eingeschult wurde, rief am Einschulungstag nachmittags seine Klassenlehrerin an. Sie war völlig aus dem Häuschen und sagte, dass sie mir etwas Unglaubliches erzählen müsste. Seit zwanzig Jahren fragt sie alle frisch eingeschulten Kinder, was sie meinen, was der Sinn des Lebens sei. Immer bekam sie gleich lautende Antworten: viel Geld verdienen, ein großes Auto fahren, schön Urlaub machen, ein großes Haus haben etc … Aber noch nie habe sie eine Antwort erhalten, wie mein Sohn sie gab: Der Sinn des Lebens ist es dafür zu sorgen, dass es den Tieren gut geht! Auch mein Mann steht mir zur Seite, hilft und repariert und holt Futter ran. Dieser Ort hier ist eigentlich eine Utopie, aber wie alles zieht es Kreise und langsam, ganz allmählich greifen Veränderungen um sich. So ist mein Traum kein Traum mehr! Christiane Suschka

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Lebenshof Pferdeglück

Pferdeglück Auf Pferdeglück leben zurzeit 121 Tiere, darunter 26 Pferde, 1 Pony, 3 Schweine, 2 Ziegen, das Eselpaar Paulchen und Esmeralda und 54 Katzen. Die meisten Katzen, die einfach so kamen, sind halb verwildert und brachten ihre Jungen auf Pferdeglück zur Welt. Alle sind geblieben, tierärztlich versorgt und kastriert worden. Pferdeglück wurde 2011 mit 19009,50 Euro, davon 9164,85 Euro aus freien Spenden und zweckgebundenen Spenden für die Lübecker Tiere, unterstützt.

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Verein

Selbstverständnis Der Verein setzt sich für jedes tierliche Leben ein, unabhängig von der Art, Aussehen/Schönheit, Gesundheit oder Alter, ungeachtet dessen, ob das Tier für den Menschen Wert hat und unabhängig davon, ob das Tier dem Menschen dienen kann oder irgendeinem Zweck dient. Jedes Tier hat das Recht auf körperliche und psychische Unversehrtheit sowie das Recht auf ein Leben in Freiheit und einen natürlichen Tod. Der Nutzungsgedanke wird diskussionslos abgelehnt. Auf den Lebenshöfen dürfen die Tiere einfach sie selbst sein, dort und in den Projekten wird diesen Grundsätzen Rechnung getragen. Free Animal e. V. strebt eine herrschaftsfreie Gesellschaft an, die Tierhaltung überflüssig macht, in der heutigen Gesellschaft utopisch, aber wir hoffen, dass es irgendwann so ist. Eine Zusammenarbeit mit Personen und Gruppen, die satzungsgemäßen Zwecken nicht entsprechend handeln, radikal religiösen und/oder sektiererischen Gemeinschaften und deren Untergruppen sowie rechten, rassistischen, nationalistischen und anderweitig diskriminierenden und gewaltbereiten Personen oder Gruppierungen ist ausgeschlossen.

Zweck des Vereins • • • •

die ideelle Unterstützung des Lebenshofgedankens und die finanzielle Unterstützung von Lebenshöfen und ähnlichen Projekten. die Aufklärung der Bevölkerung über jegliche Art der Ausbeutung von Tieren sowie die Arbeit von Lebenshöfen die aktive Arbeit zur Förderung und Verbreitung des Tierrechtsgedankens direkte Hilfsaktionen für in Not geratene Tiere, die auf einem Lebenshof ein neues Zuhause finden.

Lifestyle • •

Der Vorstand und die Hof-/ProjektbetreiberInnen, die von Free Animal unterstützt werden, sind vegetarisch bzw. vegan lebend. Die vegane Lebensweise wird bevorzugt. Die Tiere auf den Höfen und in den Projekten leben in größtmöglicher Freiheit und frei von Ausbeutung in jeglicher Form. Sie werden artgerecht ernährt, nach Möglichkeit vegan/vegetarisch.

Vermittlung von Tieren • Die Tiere auf den Höfen und in den Projekten bleiben bis an ihr natürliches Lebensende. In Ausnahmefällen kann zum Wohl des Tieres eine Vermittlung stattfinden. Free Animal e. V. Hamburg, Februar 2012

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Verein

Rückblick Im Jahr 1996 gründete sich der Verein Free Animal mit dem Ziel die wirtschaftliche Existenz von Lebenshöfen zu sichern. Bis Ende 2011 war Free Animal ein ‚Projekt‘ des Vereins „die tierbefreier“. Im Tierrechtsmagazin „Tierbefreiung“ wurde seit den 1990er Jahren über die Tiere auf den Lebenshöfen und über den Verein berichtet. Einige Ausschnitte aus den Anfangsjahren sind auf dieser Seite zu sehen. Seit 2012 steht Free Animal auf eigenen Pfoten, Hufen und Füßen.

Termine Free Animal wird auf folgenden Events mit einem Infostand vertreten sein: 28.04.2012 Demo gegen Tierversuche in Bremen 02.06.2012 Vegan Summer Breeze in Magdeburg 09.06.2012 Vegan Life in Köln 11.08.2012 Veggie Street Day in Dortmund

Material Unsere Flyer sind weiterhin im Shop des tierbefreier e.V. erhältlich: w www.tierbefreiershop.de A6-Flyer, Buttons und Aufkleber können per E-Mail bestellt werden: w freeanimal@gmx.de

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Mitglie oder Pate dnschaft

www.free

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auch onlin

Spendenkonto:

Ein Tier zu retten, verändert nicht die Welt. Aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier.

-animal.d

e.

Nassauische Sparkasse Wiesbaden Konto: 11 30 60 425 BLZ: 510 50015 Free Animal e. V. ist als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Spenden sind steuerabzugsfähig. Mitglieder, PatInnen und SpenderInnen erhalten den Rundbrief kostenlos.

Ich werde Mitglied bei Free Animal und unterstütze damit die Lebenshöfe! Ich werde Mitglied bei Free Animal e. V. Mit meinem Mitgliedsbeitrag helfe ich dem Verein weiterhin die Lebenshöfe zu unterstützen. Meine Mitgliedschaft kann ich jederzeit fristlos kündigen. Mein monatlicher Mitgliedsbeitrag beträgt Der Mindestbeitrag beträgt 48 Euro / Jahr.

4 Euro

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Anderer Betrag:

Euro

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Einzugsermächtigung Die nachfolgende Einzugsermächtigung kann ich jederzeit widerrufen.

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Bitte einsenden an: Free Animal e V. Postfach 111303 20413 Hamburg oder per Fax an: 03221 1135080 Mitglied- und Patenschaft sind auch online möglich! t www.free-animal.de Free Animal e. V. ist als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Spenden sind steurlich absetzbar.

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