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Axel Klingenberg

Alleine oder mit dem Rock’n’Roll-Lesetrio »Read Em All« kommt er gerne auch in Ihre Stadt.

ISBN 978-3-945715-58-1 9,50 EUR (D)

Neben mir im Zug sitzt eine Frau. Ich glaube, sie versucht in meinen Notizblock zu gucken und schreibt Sich irgendwas auf über mich. Ich kann aber ihre Schrift nicht lesen, Weiß also nicht, was sie sich notiert.

Vorgezogener Nachlass

Axel Klingenbergs »Vorgezogener Nachlass« ist eine über viele Jahre entstandene Liebeserklärung an die Dichtung und an die Wahrheit, an die Welt und an das Dasein. Der Sammelband enthält meist komische, manchmal aber auch melancholische Gedichte über das Leben und das Lesen, über die Liebe und das Reisen sowie über das Schreiben und Sich-Treiben-Lassen.

Axel Klingenberg

AXEL KLINGENBERG lebt als »schnoddriger Heimatschriftsteller« (Braunschweiger Zeitung), »Kult-Autor« (subway), reisender Reporter und Dozent für kreatives Schreiben in Braunschweig und dem Rest Europas.

Vorgezogener Nachlass Gedichte


Axel Klingenberg

Vorgezogener Nachlass Leseprobe

Gedichte


Axel Klingenberg Vorgezogener Nachlass Gedichte Gestaltung: Andreas Reiffer 1. Auflage 2019 Š Verlag Andreas Reiffer ISBN 978-3-945715-58-1 Verlag Andreas Reiffer, Hauptstr. 16 b, D-38527 Meine www.verlag-reiffer.de www.facebook.com/verlagreiffer


Ferien im Freibad Es ist blauer Himmel Und es herrscht große Hitze. Es sind Sommerferien, Das Shirt riecht nach Schwitze. Wir wollen ins Waldbad fahren, Wo die Fahnen wehen. Erst in die Umkleidekabine Und dann duschen gehen. In den Schwimmer springen Und Riesenwellen machen, Dazu grölen und singen Und noch lauter lachen. Er trägt weiße Hosen Und er hat braune Haut. Sein Hemd ist immer offen, Er schreit: »Nicht so laut!«


Noch’n Köpper machen Und ’ne Arschenbombe. Er schreit: »Müll aufsammeln! Ab in die Katakombe!« Dann mit Wasser spritzen Und dem Handtuch hauen, Jetzt in der Sonne sitzen, Den Mädchen nachschauen. Schließlich Bahnen ziehen Und andere untertauchen Und vom Dreier springen Und dabei fast absaufen. Nun zieht ein Gewitter auf, Es heißt: »Ihr müsst alle raus!« Noch schnell ein Eis geschleckt Und jetzt ab nach Haus.


Notiert Neben mir im Zug sitzt eine Frau. Ich glaube, sie versucht in meinen Notizblock zu gucken und schreibt Sich irgendwas auf Ăźber mich. Ich kann aber ihre Schrift nicht lesen, WeiĂ&#x; also nicht, was sie sich notiert.


Ein Liebesgedicht ... »Ich kann dich gut leiden sehen«, sagte sie zu mir. »Das mag ich gar nicht hören«, antwortete ich. »So will ich dich verlassen«, fuhr sie fort. »Die Sonne scheint unterzugehen«, stellte ich fest.

... ist dies nicht


Das Gedicht von dem Herrn Brecht und wie er gefeiert wird Gerne gefeiert wird Bertolt Brecht. Als Anlass Dient das Jubiläum Seines Geburts- oder Todesjahres Oder auch nur die Gewohnheit. Und so wie Ernst Jünger Gefeiert wird, Weniger als Dichter, Denn als Deutscher, So loben sie Brecht Nicht als Kommunisten, Sondern als Künstler.


Und gerade die, die Es gut mit ihm meinen, Schwärmen Von lieblicher Lyrik, Packender Prosa Und drängenden Dramen: Denn auch sie interessiert Nur der Künstler, Nicht der Kommunist. Und die Moral von dem Gedicht? Auch Feuilletonisten Sollten einsehen, Dass Brecht immer nur Verschieden interpretiert wird, Dabei kömmt es darauf an, Ihn neu zu schreiben. Denn es interessiert Der Kommunismus Nicht die Kunst.


Ausflugsfahrt Nach Theodor Fontane: »John Maynard« Unser Floß schippert auf dem Oker-Fluss, Enten fliegen davon, noch sind wir gut in Schuss. Vom Ablegesteg schwimmt es bis irgendwo, Unser Durst ist groß und wir sind froh. Die Passagiere – hauptsächlich Männer und Frauen – mit Tunnelblick kaum das Ufer schauen. Und plaudernd an den Ausflugsleiter heran tritt der Sprecher der Gruppe: »Wie weit noch, Steuermann?« Der blickt tief ins Glas und schaut in die Rund: »Noch dreißig Minuten, vielleicht auch ’ne halbe Stund’.«


Alle Herzen sind froh, alle Herzen sind frei, da klingt’s vom Getränkestand her wie ein Schrei: »Sauft, Leute!«, war es, was da klang, »Heute wollen wir trinken mit Wein, Weib, Gesang!« Und die Passagiere blau und vermengt steh’n bei den Fässern, sehr dicht gedrängt. Der Wirt verkündet: »Wir haben vom Biere noch an die 50 Litter und auch noch drei Flaschen Wolfenbütteler Magenbitter. Noch fünfzig Liter sind es bis zum Heimathafen. Dort können wir dann unseren Rausch ausschlafen.« Um es kurz zu machen: Zwei Stunden später legten wir an. Doch erinnern kann sich fast niemand dran.


Axel Klingenberg

Alleine oder mit dem Rock’n’Roll-Lesetrio »Read Em All« kommt er gerne auch in Ihre Stadt.

ISBN 978-3-945715-58-1 9,50 EUR (D)

Neben mir im Zug sitzt eine Frau. Ich glaube, sie versucht in meinen Notizblock zu gucken und schreibt Sich irgendwas auf über mich. Ich kann aber ihre Schrift nicht lesen, Weiß also nicht, was sie sich notiert.

Vorgezogener Nachlass

Axel Klingenbergs »Vorgezogener Nachlass« ist eine über viele Jahre entstandene Liebeserklärung an die Dichtung und an die Wahrheit, an die Welt und an das Dasein. Der Sammelband enthält meist komische, manchmal aber auch melancholische Gedichte über das Leben und das Lesen, über die Liebe und das Reisen sowie über das Schreiben und Sich-Treiben-Lassen.

Axel Klingenberg

AXEL KLINGENBERG lebt als »schnoddriger Heimatschriftsteller« (Braunschweiger Zeitung), »Kult-Autor« (subway), reisender Reporter und Dozent für kreatives Schreiben in Braunschweig und dem Rest Europas.

Vorgezogener Nachlass Gedichte

Profile for Andreas Reiffer

Axel Klingenberg: Vorgezogener Nachlass (Leseprobe)  

Axel Klingenberg: Vorgezogener Nachlass. Gedichte (Leseprobe) Dezember 2019, Klappenbroschur 11,0 x 18,5 cm, 132 S., ISBN 978-3-945715-58-1...

Axel Klingenberg: Vorgezogener Nachlass (Leseprobe)  

Axel Klingenberg: Vorgezogener Nachlass. Gedichte (Leseprobe) Dezember 2019, Klappenbroschur 11,0 x 18,5 cm, 132 S., ISBN 978-3-945715-58-1...

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