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Zeitschrift der Franziskaner-Minoriten 77. Jahrgang – Nr. 1 – 2011

Foto: Martin Kowalewski

Pfarrkirche St. Franziskus in Hamburg-Barmbek


Schnee und Eis zur Genüge beschert uns dieser extreme Winter. Wird das auch für den Februar noch gelten? Ich lasse es darauf ankom­ men und präsentiere Ihnen den Minoritenkonvent in Hamburg auf der Titelseite in einem höchst ungewöhnlichen Outfit. Respekt vor den Minoriten aus der Danziger Or­ densprovinz, dass sie sich als Seel­ sorger in diese riesige Diasporastadt gewagt haben! Vielleicht stutzen Sie beim Namen des Guardians und Pfarrers, P. Andreas Lengenfeld, bei dessen Pri­ miz im Mai 1991 ich eingeladen war. Mit seinen Eltern August und Ursula, beide noch in Friedens­ zeiten geboren, konnte ich mich ganz normal auf Deutsch unterhalten, da sie beide ursprünglich eine deutsche Schule besucht hatten. Das hübsche Heimatdorf von Pater Andreas liegt keine zwei Ki­ lometer östlich der Weichsel: Neumünsterberg, der nördlichste Ortsteil der Landgemeinde Schöne­ berg. Mehr über Hamburg, allerdings aus einer eher fränkischen Perspektive, erzählt uns Diakon Br. Steffen Behr in seinem Interview. Diesmal ist es lange hin bis Aschermittwoch. Entsprechend ausgiebig können die Narren den Karneval bzw. den Fasching feiern. Dass diese, liturgisch gesehen, „grüne Zeit das Jahr hin­ durch“ - im Gegensatz zu den festlich geprägten Zeiten, die sich um Weihnachten oder Ostern ranken - ihren tiefen theologischen Wert hat, das zeigt uns P. Josef Fischer in seiner Meditation auf. Er demonstriert die Gewichtigkeit von Normalität an einem Beispiel, das er nicht hoch­ rangiger hätte wählen können: an den dreißig unscheinbaren Jahren, die Jesus in der Heiligen Familie in Nazaret verbracht hat. Die meisten frommen Christen, selbst sonst eifrige Prediger, blenden diese heilswirksame Zeit, die Jesus in Nazaret zugebracht hat, weitgehend aus. Es ist auch schwer, Darstellungen zu finden ohne einen süßlichen, frömmlerischen oder kitschigen Ein­ schlag. Wahrscheinlich müssen wir auf Band III des Werkes „Jesus von Nazareth“ warten, aus der

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Feder unseres Papstes, mit seinen Gedanken zur Kindheitsgeschichte, damit uns die Bedeutung der drei­ ßig Lebensjahre Jesu aufgeht, die er in unspektakulärer Normalität verbrachte. Der Blick auf unsere Geschöpf­ lichkeit, die Erschaffung aller Kreatur durch ein bloßes Wort, im zweiten Teil der Besinnung von Pater Josef, darf uns stolz machen. Als unterstützende Dar­ stellung habe ich ein Aquarell gewählt, ge­ schaffen von der südafrikanischen Künstlerin Joan Rankin. So leicht tat sich der Schöpfer, ein Wort von ihm genügte, und alles entstand. Einige Wohltäter unseres Peru-Missionars Br. Miguel Stockinger fördern noch die Aktion „Zum ersten Mal ein eigenes Bett“. Doch inzwischen wurden bereits neun Holzhäuser bezugsfertig an bedürftige Familien übergeben, die bisher hinter Strohwänden gehaust haben. Die beiden abgedruckten Dankbriefe schildern plastisch und ergreifend, welches Geschenk ein solches (in unseren europäischen Augen) besseres „Garten­ häuschen“ für jene Menschen bedeutet. Viel Platz in diesem Heft habe ich unseren jungen Mitbrüdern eingeräumt. Nehmen Sie ihre Angebote ruhig in Anspruch! Geben Sie die Informationen zum Laudato-Workshop weiter, zum Weltjugendtag, zur Ministrantenwallfahrt, zu den Sommerzeltlagern und den Zugang zu unseren Internet-Seiten. Einigen Heften ist auch ein Flyer beigelegt, der zur Teilnahme an einer Padua-Wallfahrt Anfang Mai einlädt, veranstal­ tet als Busreise über das Kloster Bildungshaus Schwarzenberg, begleitet von Br. Andreas Murk. Bleiben Sie uns Minoriten verbunden! Ihr dankbarer


Minoritenkloster Hamburg Seit 1993 wirken Minoriten aus der Danziger Ordensprovinz in der Großstadt Hamburg. Die Zusammensetzung der Pfarreimitglieder von St. Franziskus ist nicht typisch für Deutschland: ein Viertel sind Ausländer, ein Drittel wird jährlich ausgetauscht infolge Wohnungswechsel, und mehr als die Hälfte von ihnen sind jünger als vierzig Jahre alt. Um den Platz des ersten Minderbrüderklosters in Hamburg zu sehen, muss man das Rathaus der zweitgrößten Stadt Deutschlands besuchen: dort stand einst das Magdalenenkloster – der Ort, an dem sich die Brüder des heiligen Fran­ ziskus im 13. Jahrhundert zuerst niederließen. Einmal, so erzählt der heutige Guardian des Hamburger Konventes, Br. Andreas Lengen­ feld, habe sogar das Generalkapitel des Ordens in Hamburg getagt. Mit der Reformation war das Wirken der Franziskaner dann zunächst einmal beendet. Erst 1993 sind die Franziskaner-Minoriten aus der Danziger Ordensprovinz nach Hamburg zurückgekehrt und seither für die Seelsorge in der Pfarrei St. Franziskus im Stadtteil Barmbek verantwortlich. Im Jahr 2003 kam außerdem die Verantwortung für die Pfarrei St. Johannis hinzu; im April 2005 wurden beide Gemeinden zur „Pfarrei St. Franziskus“ fusioniert. Br. Andreas Lengenfeld als Pfarrer und Br. Andrzej Walkowiak als Kaplan werden in der Seelsorge von einer Gemeindereferentin und einem Diakon mit Zivilberuf unterstützt. Seit seiner Diakonenweihe im März 2010 ist auch Br. Steffen Behr aus der deutschen Minoritenpro­ vinz als Praktikant in der Pfarrei tätig. Er wohnt im Konvent bei der Kirche St. Franziskus, zu dem auch noch Br. Bogusław Kuca (Hausmei­ ster und Sakristan) sowie – bis vor kurzem – Br. Marek Sobkowiak (Krankenhausseelsorger im Stadtteil Reinbek) gehören. Da seine Stelle im Herbst letzten Jahres aufgelöst wurde, ist Br. Marek seit einigen Monaten im Konvent der polnischen Minoriten in Duisburg tätig. Zur Hamburger Pfarrei St. Franziskus gehö­ ren knapp über 8.000 Katholiken – ein kleiner

Bruchteil der fast 1,8 Millionen Einwohner der Hansestadt. Bedenkt man, dass nur etwa zehn Prozent aller Hamburger katholisch sind, kann man sich vorstellen, wie weit sich das Pfarrge­ biet trotz Stadtlage ausdehnt. Der Blick in die Statistik verrät noch einiges mehr: auffällig ist zum einen, dass über 50 Prozent der Pfarreimit­ glieder nicht älter als 40 Jahre sind. Den Grund dafür kennt Br. Andreas: die Wohnungen im Stadtteil sind relativ günstig und deshalb be­ liebt bei Studenten. Weil die allerdings immer nur für kurze Zeit in der Stadt sind, kann man sagen, dass jedes Jahr ungefähr ein Drittel der Pfarreimitglieder ausgetauscht wird. Eine zwei­ te Auffälligkeit ist die Internationalität: ein Vier­ tel aller Pfarrmitglieder kommt aus dem Aus­ land, aus insgesamt 78 Nationen. Polen ist mit 752 Pfarrmitgliedern am stärksten vertreten, gefolgt von Kroatien und Spanien. Mit unter zehn Gläubigen sind zum Beispiel Usbekistan, Zaire, Kenia und Neuseeland vertreten. Br. An­ dreas erklärt stolz: „Der aus dem Griechischen stammende Begriff ‚katholisch‘ bedeutet wört­ lich ‚die ganze Erde umfassend‘. Wir hier an St. Franziskus in Hamburg können sagen, dass wir wirklich eine ‚katholische‘ Pfarrei sind!“ Br. Andreas Murk Kontakt: Kloster der Franziskaner-Minoriten Kranichweg 20, 22305 Hamburg Telefon: 040-617714 www.st-franziskus-hamburg.de

Der Minoritenkonvent an St. Franziskus in HamburgBarmbek (v. l.): Hausmeister und Sakristan Br. Bogusław Kuca, Seelsorge-Praktikant Diakon Br. Steffen Behr, Pfarrer und Guardian Br. Andreas Lengenfeld und Kaplan Br. Andrzej Walkowiak. Foto: Martin Kowalewski


Interview mit Diakon Br. Steffen Behr Br. Steffen, seit März 2010 bist du nun im Rahmen eines Pastoralpraktikums in der Pfarrei St. Franziskus in Hamburg-Barmbek tätig. Nach den Jahren des Studiums in Würzburg war das bestimmt eine große Umstellung. Ja, anfangs war es für mich tatsächlich eine ziemliche Umstellung. In Würzburg lebte ich mit fast 30 Brüdern in einem großen Kloster zusammen und in Hamburg sind wir zu viert. Viele Alltagsabläufe sind hier anders geregelt, daran musste ich mich erst gewöhnen. Die Atmosphäre in meinem neuen Konvent ist familiär, alleine schon deshalb, weil wir zah­ lenmäßig viel weniger sind. Auch die Groß­ stadt Hamburg mit ihren vielen verschiedenen Facetten war zuerst sehr fremd für mich. Von den Brüdern im Konvent und den Gemein­ demitgliedern wurde ich aber sehr herzlich aufgenommen und ich merkte immer mehr, dass die Franken und Hamburger gar nicht so unterschiedlich sind: Genauso wie in meiner Heimat beobachtet man hier erst einmal aus der Distanz; wenn man aber jemanden näher kennen gelernt hat, dann öffnet man das Herz. Du lebst in deinem neuen Konvent in Hamburg mit drei Brüdern aus der Danziger Ordensprovinz zusammen. Wie klappt die Verständigung zwischen euch? Alle drei Brüder verstehen und sprechen sehr gut Deutsch. Mein Guardian, Br. Andreas Len­ genfeld, lebt und arbeitet bereits seit 19 Jahren

Pfarrkirche St. Franziskus in Hamburg-Barmbek.

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in Deutschland. Unser Stundengebet beten wir auf Deutsch und auch im alltäglichen Mitein­ ander reden alle Brüder Deutsch. Organisato­ rische Dinge, die mich nicht betreffen, werden nach wie vor auf Polnisch geklärt. Manchmal können wir uns aber auch beim Mittagessen schon etwas auf Polnisch unterhalten, da ich bei unserer Gemeindereferentin, die aus Polen stammt, einmal in der Woche Polnischunter­ richt nehmen darf. Weil in Deutschland inzwi­ schen viele polnische Minoriten tätig sind, ist es gar nicht so schlecht, wenn man ein paar Wörter Polnisch versteht. Wo liegen deine Tätigkeitsschwerpunkte? Meine pastoralen Einsatzfelder sind breit gefächert. Ich darf die Taufe spenden und bei Trauungen assistieren. Aber auch Beerdigungen gehören zu den Schwerpunkten meines Prak­ tikums. Ich predige recht häufig und gerne in unseren beiden Kirchen, St. Franziskus und St. Johannis. Außerdem war ich mit unseren Firmlingen in Taizé, habe ein Wochenende mit den Kommunionkindern gestaltet und für ver­ schiedene Seniorenkreise Themennachmittage gehalten. Es sind also alle Altersklassen gut vertreten. Besonders hervorheben möchte ich meine Arbeit mit den Messdienern. Wir haben in der Gemeinde St. Franziskus 15 Ministranten, die sich einmal in der Woche zur Gruppenstun­ de treffen. Ich versuche ihnen Wissenswertes zu Themen wie Liturgie, Glaube oder Dienst am Altar zu vermitteln, aber natürlich sollen Spiele und Spaß bei diesen Treffen nicht zu kurz kommen. Einige von den älteren Ministranten werden diese Gruppenstunden später weiter­ führen, da ich voraussichtlich nur bis zum Mai 2011 in Hamburg sein werde. Aufgrund der geringen Zahl an Katholiken in Hamburg kann man fast schon von einer „Diasporagemeinde“ sprechen, in der du lebst und arbeitest. Gibt es Besonderheiten, die dir hier aufgefallen sind? Eine schöne Tradition ist, dass sich sehr viele Gemeindemitglieder nach dem Sonntags­


Kaffeerunde nach dem Sonntagsgottesdienst, mit Br. Steffen Behr.

gottesdienst im Gemeindehaus zum gemein­ samen Kaffeetrinken treffen. Da die katho­ lischen Christen in Hamburg oft weit verstreut leben, ist dieser wöchentliche Treffpunkt für unsere Gemeinde sehr wichtig. Wie ich schon erwähnt habe, gehört die Beerdi­ gung zu meinen Schwerpunkten. Im Gegensatz zu meiner Heimat werden hier die Bestattungen in einem sehr kleinen Rahmen abgehalten. In einer großen Stadt wie Hamburg leben viele Menschen alleine und anonym. Dies führt dazu, dass die Trauerfeiern von Verstorbenen oft nur mit drei oder vier Gläubigen (oder Gästen) stattfinden. Vor dem einfachen Sarg steht ein dürftiger Kranz, und ein CD-Player spielt das „Ave Maria“. Manchmal sind gar keine Ange­ hörigen dabei, und der Bestatter „vergräbt“ die Urne auf einer „anonymen Wiese“. Auf der anderen Seite kommt es hier häufig zu einer Erwachsenentaufe. Erst vor kurzem durfte ich einer 15-Jährigen dieses Sakrament spenden. Direkt neben eurem Konvent steht die „Franzvon-Assisi-Schule“, eine Haupt- und Realschule mit katholischer Prägung. Hast du dort auch hin und wieder zu tun? Meine Hauptaufgaben liegen natürlich in der Gemeindearbeit. Aber ich begleite mit der Fach­ stelle „Jugendarbeit und Schule“ verschiedene Klassen auf sogenannten „Tagen der Orientie­ rung“. Die Schüler verbringen vier Tage mit einem Betreuerteam in einem Bildungshaus und beschäftigen sich mit Lebens- und Glau­

Fotos: Martin Kowalewski

bensfragen. Außerdem übernehme ich öfters die Predigt in den Schülergottesdiensten un­ serer Pfarrkirche. Auf diesem Gebiet war für mich ganz neu und interessant, dass in Hamburg an keiner staatlichen Schule das Fach Katholische Reli­ gionslehre unterrichtet wird. Es gibt hierfür entweder den privaten Religionsunterricht, den die Pfarreien organisieren, oder 21 katholische Privatschulen. Diese werden von ungefähr 9.500 Schülerinnen und Schülern besucht (zum Vergleich: die Einwohneranzahl von Hamburg beträgt ca. 1,7 Millionen). Hamburg bietet als zweitgrößte Stadt Deutsch­lands sicher eine Menge an Kultur – eine vielleicht willkommene Abwechslung zur Arbeit. Konntest du dieses große Angebot schon erkunden? Das Kulturprogramm ist in Hamburg natürlich sehr vielschichtig. So gehört sicher auch das be­ kannte Musical „Der König der Löwen“ dazu, das ich zusammen mit meinen Eltern besuchen konnte. In den Sommermonaten habe ich die Metropole Hamburg oft mit dem Fahrrad erkundet, auf der Suche nach architektonisch interessanten Zielen, denn davon gibt es hier sehr viele: von der „Speicherstadt“ (Ende 19. Jh.), über das „Chilehaus“ (1924) bis hin zur neuen modernen „Hafencity“. Man sieht, ein Besuch in Hamburg lohnt sich immer! Die Fragen stellte Br. Andreas Murk

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D e r R u f n a c h e n t la s t e n d e r N o r m a lit ä t Bis in den März hinein herrscht die liturgische Farbe Grün vor. Sie bedeutet die gewöhnliche, übliche Zeit das Jahr hindurch, im Unterschied zu festlich geprägten Zeiten, etwa Weihnachten oder Ostern. Eine langweilige Zeit? Pater Josef erinnert an die etwa dreißig unauffälligen,

Foto: Archiv MSA

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verborgenen Jahre Jesu in Nazaret, vor seinem öffentlichen Auftreten. Waren es langweilige Jahre, unwichtige, wertlose? Diese Meditation kann dazu verhelfen, einige Perspektiven zurechtzurü�en und das Gewöhnliche in unserem Leben gewichtig einzuschätzen.


Das Außergewöhnliche ist für uns Menschen schon immer fesselnder gewesen als das Ge­ wöhnliche. Da genügt ein Blick auf die Schlag­ zeilen und die Bilderflut in der unüberschaubar gewordenen Medienlandschaft. Und dennoch: es gibt auch eine Sehnsucht, eine Faszination des Gewöhnlichen. Um nicht missverstanden zu werden - es geht mir nicht um ein Plädoyer für Oberflächlichkeit und platte Zufriedenheit. Als Christenmenschen arrangieren wir uns nicht mit Banalitäten, huldigen wir keinem Fatalismus. Wir suchen in allem die Handschrift des göttlichen Künstlers zu entziffern, den Glanz im Gewöhnlichen und Außergewöhn­ lichen zu entdecken. Ich spreche von dem stillen, doch immer ver­ nehmlicheren Ruf nach einer Art entlastender Normalität. „Wenn das und jenes Ziel oder Fest oder Großereignis geschafft ist, dann wird es hoffentlich ruhiger“, so oder ähnlich lautet ein gar nicht seltener, verhaltener Stoßseufzer. Er ist vernehmbar ganz in meiner Nähe, unter den Mitbrüdern und bei den Angestellten des Klosters und Bildungshauses: Wenn das Fami­ lienfest Schwarzenbergtag (erstmals ist 2011 ein Mutter-Teresa-Spiel für den letzten Samstag im Juni vorgesehen) nur gut über die Bühne geht... Wenn der Papstbesuch in unserem Land der Reformation brückenbauend und nachhaltig wirkt… Wenn wir als Brüder der deutschen Ordensprovinz gut durch unser Kapitel kom­ men, gemeint ist die alle vier Jahre zelebrierte Versammlung, diesmal im Advent 2011… Wenn unsere Kinder die Prüfung bestanden haben… Wenn mein Jubiläum endlich vorbei ist… Ja, was dann!? Die Atempausen zwischen dem einen und dem anderen Ereignis sind oft nur kurz, im Älterwerden werden sie wohl länger.

Das Grün der Hoffnung Die Kirche ist eine gute Pädagogin. Im litur­ gischen Kalender gönnt sie uns ausgiebig „grüne Zeiten“. Gemeint sind die „norma­ len“ Sonn- und Werktage im Jahreskreis, also zwischen den geprägten Festzeiten gelegen, die sich um Weihnachten und Ostern ranken, die Feier der Geburt bzw. des Todes und der Auferstehung Jesu Christi. Es ist indirekt ein

Ja zur Gewöhnlichkeit. Die Kirche bekennt un­ aufdringlich und doch deutlich sichtbar Farbe. Es ist Grün, die Farbe der Hoffnung. Wenn sich schon der Lebensweg Jesu etwa 30 Jahre lang in der Verborgenheit Nazarets abgespielt hat, im dörflich-kleinstädtischen Rahmen einer Fami­ lie, während sich sein öffentliches Wirken auf die Spanne von nur drei Jahren konzentriert, um wieviel mehr ist dann die Wertschätzung und Heiligung des Alltags für uns, seine Nach­ folger und Nachfolgerinnen angesagt, jenseits öffentlicher Schlagzeilen. Heuer ist der Start für die österliche Bußzeit relativ spät, die vierzigtägige Vorbereitung auf das höchste Fest der Christenheit, das Pascha Domini, den alles entscheidenden Vorübergang des Herrn. Durch die Mitfeier der Fastenzeit und der Drei Heiligen Tage üben wir ein, was uns endgültig bevorsteht: sich loslassen auf den Lebendigen hin, der uns trägt und hält. Unsere Hoffnung – genau mit diesen beiden Worten ist das wegweisende, immer noch lesenswerte Dokument der Würzburger Synode überschrie­ ben, die vor 40 Jahren am 3. Januar eröffnet wurde -, unsere Hoffnung besteht doch einfach gesagt darin, dass wir einmal für immer der wahren Liebe ins Gesicht schauen zu dürfen und uns daran sattsehen können. Ab und an blitzt dieses geheimnisvolle Vis-à-vis ja schon auf.

Das Gewöhnliche ist außergewöhnlich Bis zum Aschermittwoch am 9. März ergibt sich liturgisch eine längere „grüne Welle“ – wir können auch sagen, eine Zeit wohltuender „Normalität“. Eine Sehnsucht stellt sich in mir ein, ich nenne sie einmal mit Christiane Florin „die Liebe zum Normalbetrieb des Transzen­ denten“. Mir scheint, dass uns als Menschen, die mit der Kirche leben wollen, umso mehr nach den Erschütterungen der letzten Monate, das Zeugnis von stiller Verlässlichkeit und Klar­ heit gut ansteht. Dietrich Bonhoeffer spricht von der Beruhigung der „aufgescheuchten Seelen“ in Gottes Gegenwart. Pierre Kretz, geboren 1950, hat mit seinem Buch „Ich, der kleine Katholik“ eine literarische Kostbarkeit geschaffen, die sich wohltuend von

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überschwänglichen Lobliedern auf die Kirche und andererseits Abrechnungen und Schwanen­ gesängen unterscheidet. Der Elsässer schildert seine Kindheitserinnerungen kurzweilig. Den kleinen Katholiken treiben Versuchungen und Beichten, Prozessionen und die Tour de France um. Im Katechismusunterricht laden ihm Geist­ liche so manches auf, aber er fühlt sich bei den Sakramenten beheimatet. Sie haben tragende Kraft. Seine Mutter Kirche versprüht nicht nur Heiligen Geist, sondern auch Witz und Esprit. Fünfziger Jahre? Es war einmal? Nachklang einer Volkskirche, die es so nicht mehr gibt? Oder eine Berührung mit der wunderbaren Größe des Kleinen und Unspektakulären, ge­

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paart mit katholischer Weite?! Werfen wir nach diesem Hinweis auf die literarisch erinnerte Vergangenheit mit dem Stichwort ‚Gewöhn­ lichkeit‘ einen Blick in die Osternacht, denn mitten im Fest ist eine Wertschätzung des Un­ spektakulären enthalten. Es bleibt unbestritten, dass das Wunder des Alten Testamentes im Exodus Israels besteht; im Neuen Testament ist es die Auferweckung Jesu – also außerge­ wöhnliche Ereignisse, bei denen Gott eingreift! Die Lesungen in der Vigilfeier der Osternacht beginnen jedoch mit den ersten Seiten der Bibel, die vom Wachsen und Werden handeln, und nicht sofort mit Exodus Kapitel 14. Leider wird der erste Schöpfungsbericht aus pastoralen


Gründen nicht immer in der Langfassung oder überhaupt gelesen. Ist nicht die Deutung von Genesis 1 der biblische Grund schlechthin für die Ehrfurcht vor allem Geschaffenen? Wird damit nicht alles Gewöhnliche außergewöhn­ lich, weil es aus dem Gedankenreichtum des Schöpfers stammt? Gott sah, dass alles lücklos gut, ja sogar sehr gut war und ist.

Sprache ist schöpferisch Hier sei auf die Bedeutung der Sprache auf­ merksam gemacht. Wenn Gott spricht, setzt er Wirklichkeit – und er benennt! Wie die Dinge heißen, ist keine Nebensächlichkeit, vielmehr

„Chefsache“. Gott nennt das Licht „Tag“ und die Finsternis „Nacht“, das Trockene nennt er „Land“ und das Nasse nennt er „Meer“ – Er, und sonst niemand. Sprache wird zur Schöp­ fung. Durch Sprache kann Gott ­ und in abge­ leiteter Weise auch der Mensch ­ Dinge und Sachverhalte entstehen lassen. Eine lebenslange Beziehung kann mit den Worten „Ich liebe dich“ beginnen. Gott benennt, was ihm gehört. In der Bibel wird ständig benannt und umbe­ nannt. Abram wird zu Abraham, zum Vater der Glaubenden; Jakob wird zu Israel, zum Gottes­ streiter. Jesus gibt seinem Jünger Simon einen Auftrag und ruft ihn mit einem neuen Namen: Fels – Kephas – Petrus. Diese Tradition wirkt bis heute in der Kirche Jesu Christi nach. Welchen außergewöhnlichen Stellenwert die Namens­ gebung hat, sieht man bei der Taufe und allen folgenden Sakramenten. „Welchen Namen habt Ihr Eurem Kind gegeben?“, fragt der Taufende die Eltern. Welche Macht mit weitreichendsten Konsequenzen wird hier Müttern und Vätern gegeben! Namensgebung ist ein wunderbarer Ort gegen jegliche platte Gewöhnlichkeit!

Name wird Berufung Wir denken an die großen Gestalten unserer Zeitgeschichte wie Papst Benedikt, der auf den Namen Joseph Aloisius an einem Karsamstag getauft wurde, oder an Mutter Teresa, die m.E. vieles der kleinen und großen Teresa in sich vereinte, mit Taufnamen allerdings weniger bekannt ist: Agnes Gonxhe Bojaxhiu. Hebt der Name auf den wir getauft wurden, nicht jede und jeden aus unserer scheinbaren Gewöhn­ lichkeit? Das hat Konsequenzen in Alltagsvoll­ zügen: Wie spreche ich andere an, wie lasse ich mich anreden? Bin ich mit meinem Namen versöhnt? Wie kam ich dazu? Kenne ich meinen Namenspatron, meine Namenspatronin? Ist er/ sie mir ein Vorbild? In diesem Sinne wünsche ich eine „außergewöhnliche“ Osternacht, mit Freude an der Gewöhnlichkeit. Beim Vortrag von Genesis 1: Ich bin ein originelles Wort Gottes! Bei der Tauferneuerung: Ich bin mit meinem klingenden Namen gerufen! P. Josef Fischer

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Neun Holzhäuser für bedürftige Familien in Peru Nachdem nun 45 Kinder in ihrem eigenen Bett schlafen können, starteten wir die Aktion „Holzhaus“. Viele Familien sind in ihren Stroh­ hütten schutzlos Wind, Kälte und Feuchtigkeit ausgesetzt. Bei Jahresende 2010 waren neun Häuser aus Holz, mit Zementfußboden und festem Dach, bezugsfertig. In Deutschland dürfte das einfachste Gartenhaus komfortabler ausgestattet sein. Doch für Familien in extremer Armut, mit einer Decke als Haustüre, sind diese neuen Häuser aus Holz ein großer Fortschritt. Die Möbel fehlen noch weitgehend. Ebenso mangelt es noch an einer Toilette oder gar einer Dusche, um den „Luxus“ komplett zu machen. Hier in der abgelegenen Wüste gibt es bisher kein Abwasser. Eine „ökologische Grube“ für eine provisorische Toilette hätte ihren Preis. Wir werden sehen. Der erste Schritt ist getan: ein ei­ genes Holzhaus! Vergelt’s Gott an alle Wohltäter! Bruder Miguel Stockinger

Das Weihnachtsgeschenk Liebe Wohltäter-Familie! Mein Name ist Juan Torres Chacón, ich bin 60 Jahre alt

und habe sieben Töchter. Für die drei jüngsten Töchter bin ich noch verantwortlich, die anderen wohnen nicht mehr hier. Ich bin Vater und Mutter für sie, denn meine Frau hat uns vor sechs Jahren verlassen. Das war der größte Schmerz meines Lebens. Aber ich habe das überwunden. Leider hat meine Tochter Eloisa den Weggang ihrer Mutter nicht überwunden. Vor allem an den Weihnachtsfeiertagen war es schwer für sie. Davon abgesehen, dass nicht das auf dem Tisch war (Festessen oder Geschenke), was andere an Weihnachten haben, denn uns fehlte ja alles – am meisten fehlte ihr die Mutter, um sie in die Arme zu nehmen und sie zu küssen. Das tat mir immer weh, dass ich ihr das schönste Weihnachtsgeschenk nicht machen konnte: die Mutter an der Seite zu haben. Aber heute habe ich wieder das schöne Lächeln meiner Tochter gesehen, und das kommt von dem schönen Haus, das Sie uns geschenkt haben. Meine Töchter und ich danken Ihnen von ganzem Herzen für dieses Haus, das wir jetzt haben.

Der Gelegenheitsarbeiter Juan Torres Chacón, vor ihm seine Tochter Eloisa.

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Eine feste Arbeit habe ich nicht, aber ich habe viel Lust und Energie zu arbeiten. Ich schwöre Ihnen, nie im Leben habe ich davon geträumt, einmal so ein Haus zu haben. Ich verspreche Ihnen, dass ich sehr gut auf unser Häuschen aufpassen werde. Vor allem auf meine Töchter werde ich gut aufpassen und sie gut behüten. Heute verstehe ich, dass Gott uns Engel zur Seite stellt – und diese Engel sind für uns Sie. Obwohl Sie uns gar nicht kennen, sind Sie bereit, sich einzuschränken, auf etwas zu verzichten – um mit anderen zu teilen! Vielen Dank! Mit einer großen freundschaftlichen Umarmung aus der Ferne grüße ich Sie herzlich Ihr Juan Torres Chacón-

Die Kinder der Sommerzeltlager 2010 bei un­ seren Klöstern Maria Eck, Schönau und Schwar­ zenberg verkauften Selbstgebasteltes nach den Sonntagsgottesdiensten. Mit dem Gesamterlös von 900 Euro schenkten sie der 10-jährigen Lurdes in Chimbote / Peru ein Holzhaus. Sie bedankte sich am 15. Dezember:

Kinder helfen Kindern Liebe Brüder Minoriten! Liebe Kinder, die ihr bei den Zeltlagern in Deutschland teilgenommen habt! Hier schreibe ich euch einen Brief aus Chimbote in Peru. Ganz herzlich grüße ich euch und wünsche Euch: Gott möge euch immer behüten, auch eure Familien! Mein Name ist Lurdes Tania Jiménez Ponte. Zehn Jahre bin ich jetzt alt, schon sehr fleißig und verantwortungsvoll. Und ich gehe gerne zur Schule, obwohl ich einen ziemlich weiten Schulweg habe. Ich bin stolz auf meine Familie. Mein Vater heißt Modesto, meine Mutter Apolinaria, meine beiden Brüder heißen Julián und Daniel Jiménez Ponte. Bisher lebten wir in einer Stohhütte. Besonders traurig war es immer im Winter,

wenn wir die Kälte spürten. Und alles wurde nass, wenn es regnete. Diese Zeiten sind vorbei, Gott sei Dank. Und wir danken auch euch. Nun sind wir sehr zufrieden und glücklich über unser schönes neues Haus. Ihr habt uns das ermöglicht. Mit meinen Brüdern und meinen Eltern verspreche ich euch, dass wir das neue Haus gut behandeln werden, dass wir es pflegen und sauber halten. Früher musste ich auf der Straße Süßigkeiten verkaufen und sonstige Kleinwaren. Dies ist jetzt nicht mehr nötig. Unterstützt vom Schülerhort-Programm der Aktion LENTCH, darf ich jetzt zur Schule gehen und habe auch genügend Zeit, in Ruhe meine Hausaufgaben zu erledigen. Für all dies vielen Dank an euch alle! Wir beten für euch, damit Gott euch immer behüten und segnen möge. Er segne auch Padre Miguel und alle aus dem LENTCH-Team, die so gut sind zu uns und zu den anderen armen Kindern. Eine herzliche Umarmung und liebe Grüße von meiner ganzen Familie Eure Lurdes Tania Jiménez Ponte

Die fleißige Schülerin Lurdes Tania Jiménez Ponte vor ihrer bisherigen Wohnhütte.

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Laudato si, o mi Signore! Über 250 neue geistliche Lieder enthält das neu herausgegebene franziskanische Liederbuch „Laudato“. Gedacht ist es speziell für junge Menschen und für alle, die jung bleiben wollen. Zum Kennenlernen laden wir ein nach Schwarzenberg: Workshop am Pfingstwochenende 10. – 13. Juni. „Ich will singen dem Herrn mein Leben lang, Loblieder bringen meinem Gott, so lange ich bin…“ Dieses Versprechen eines Neuen Geist­ lichen Liedes aus den 1970er Jahren nahmen sie ernst, die jungen Brüder unserer Gemeinschaft, die die „Arbeitsgruppe Jugend- und Berufungs­ pastoral“ bilden. Und so wurde wochen- und monatelang überlegt, ausgewählt, verworfen, Korrektur gelesen, das Layout gestaltet, es wurden die Rechte erkauft, Akkorde gesucht, Zwischentexte eingefügt, Bilder für die Um­ schlagseiten ausgewählt… bis es dann endlich im vergangenen Herbst, in zahlreichen Kisten verpackt, aus der Druckerei kam: das neue franziskanische Liederbuch „Laudato“.

Wer singt, betet doppelt Es wurde eine neue Wahl getroffen, als Ergän­ zung zum von allen geschätzten „Gotteslob“. Viele altgediente „Schlager“ aus diesem Genre der NGLs sucht man vergeblich im neuen Lau­ dato, doch richtig neue, teilweise fremdspra­ chige findet man reichlich. Lieder des Lobes und Dankes, Lieder für Morgen und Abend, Lieder zur Eucharistiefeier, Lieder zum christ­ lichen Leben und zur Gemeinschaft, Lieder an Maria, Lieder für den Frieden, Lieder aus

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Taizé, Lieder zu Weihnachten: zu den verschie­ densten Anlässen ist durch gute Sortierung und einfache Handhabung schnell das Passende gefunden. Der Anhang mit Elementen aus dem Stundengebet ermöglicht zudem das gemein­ same Beten von Laudes, Vesper und Komplet. Schon der Kirchenvater des vierten Jahrhun­ derts Augustinus hat es erkannt: „Wer singt, betet doppelt.“ Doch das Neue Geistliche Lied, das stilistisch durch die Popularmusik beein­ flusst ist und vor allem liturgische oder biblisch orientierte Texte beinhaltet, hat es zunächst schwer gehabt. Den ersten Aufbrüchen in den 1960er Jahren wurde durch ein Verbot vom Kölner Erzbischof Josef Kardinal Frings Einhalt geboten, 1966 sprach sich auch die Deutsche Bischofskonferenz gegen die Verwendung von NGLs im Gottesdienst aus. Vor allem durch den Musiker und Komponisten Peter Janssens (1934-1998) erfuhr die Bemühung um zeitge­ mäße Kirchenmusik aber eine Fortsetzung. Er prägte in den 70ern den Begriff des „Sacro Pop“ (= „heilige Popmusik“) für Kompositi­ onen im Stil der Popmusik mit religiösen bzw. christlichen Texten für Gottesdienst, Musicals und Oratorien. Bis heute sind NGLs teilweise umstritten, auch wenn sie sich in der Kirche inzwischen als gültige Ausdrucksform des Glaubens etabliert haben.

Rhythmisch und meditativ Zu einem ersten Workshop-Wochenende zum Kennenlernen der unbekannten Lieder des Laudato wollten sich die jungen Brüder im vergangenen November

Erster Laudato-Workshop im November 2010 in Schwarzenberg.


im Bildungshaus Kloster Schwarzenberg tref­ fen. Doch prompt standen 15 Jugendliche aus Werdohl (Sauerland) und Oggersheim (Pfalz) vor der Tür, die von den Brüdern unserer dor­ tigen Konvente nach Schwarzenberg geschickt wurden, um die neuen Lieder in ihre Heimat zu bringen. Nur kurz waren die Pausen, die wir zum Ölen der beanspruchten Stimmen machen durften, bevor die nächsten Lieder lautstark ertönten. Der Eifer beim rhythmischen Singen und Klatschen oder bei den besinnlich-medi­ tativen Liedrufen kam an kein Ende. Spontan gestalteten wir mit diesem „Chor“ die Sonn­ tagsmesse in der Klosterkirche Schwarzenberg und konnten die Mitfeiernden mitreißen. Im von Bruder Andreas Murk im Advent eingeführten und stets gut besuchten „Jungen Gottesdienst“ sonntags um 17.30 Uhr in der Hauskapelle des Klosters Schwarzenberg findet das Laudato ebenfalls Verwendung. Jede Wo­ che unterstützt eine andere Band die singende Gemeinde, so dass dort Kirche wahrlich als lebendig erlebt werden kann.

Vergiss nicht zu danken! Die jungen Brüder im Juniorat, die verschie­ denen Tätigkeiten nachgehen oder sich im Studium befinden und sich auf die späteren seelsorglichen Aufgaben vorbereiten, lernen die NGLs des Laudato ebenfalls mit Hingabe und Freude in ihrer gemeinsamen Eucharistie­ feier am Mittwoch. So konnten sie bereits bei ihrem monatli­ chen Einkehrtag mit außerge­ wöhnlich vertonten Psalmen die Kreuzschwestern in Ge­ münden beim Abendgebet be­ geistern. „Vergiss nicht zu dan­ ken dem ewigen Herrn, er hat dir viel Gutes getan. Bedenke, in Jesus vergibt er dir gern. Du darfst ihm so wie du bist nah’n. Barmherzig, geduldig und gnädig ist er, viel mehr als ein Vater es kann. Er warf uns­ re Sünden ins äußerste Meer, kommt, betet den Ewigen an.“ So schallte es durch die Kapelle.

Die Planungen für das Bekanntmachen des Laudato mit seinen Liedern als Ausdruck ge­ lebten und gefeierten Glaubens gehen weiter: Zum Pfingstfest vom 10. bis 13. Juni laden die jungen Brüder alle Sangesfreudigen, alle Neugierigen und alle Interessierten zu einem weiteren Workshop-Wochenende zum Kennen­ lernen der NGLs ins Kloster Schwarzenberg ein. Anmelden zu diesem vielversprechenden Wochenende kann man sich ab sofort (siehe Informationskasten). Und wer einfach nur auf das Liederbuch erpicht ist, kann es für 12 Euro erwerben. Das Ziel, das die jungen Brüder mit der Herausgabe des Liederbuchs verfolgen, ist klar: durch Singen und Musizieren möchten sie einen Beitrag dazu leisten, dass das Lob für den Schöpfer nicht verstummt. „Laudato si, o mi Signore!“ Br. Konrad Schlattmann

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Wir gratulieren unserem Mitbruder

Zur Aufnahme in den

Seraphischen Messbund genügt eine formlose Anmeldung.

Br. Ulri� Bauer im Altenheim St. Hildegard in Adelholzen zu 85 Lebensjahren am 26. Februar

Beitrag für die Aufnahme Lebender (mit voller Anschrift)

je 25,– €

Beitrag für die Aufnahme Verstorbener (Name, Vorname) je 10,– €

Bestellung von heiligen Messen nach besonderer Meinung (Intention) Stipendium jeweils 10,– €

Mit den Minoriten zum Weltjugendtag August 2011 in Madrid Einladung an junge Menschen zwischen 16 und 35 Jahren. Unser internationales Quartier: in der Schule der spanischen Minoritenprovinz – gemeinsam mit etwa 1.000 anderen Jugendlichen. Reguläre Teilnahme am Programm des Weltjugendtages, zusätzliche franziskanische Highlights. Termin: 14.-23. August 2011 Kosten: 425,00 € Anmeldeschluss: 25. März 2011 Flyer mit Informationen bei unseren Klöstern/Kirchen. Anmeldung: Br. Andreas Murk Bildungshaus Kloster Schwarzenberg Telefon 09162/92889-0 jugend@franziskaner-minoriten.de

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der Wunderbaren Medaille in Cellophanhülle, mit zwei Gebeten. Stückpreis 50 Cent, zuzüglich Briefporto. der Monatszeitschrift Sendbote des heiligen Antonius

Jahres-Abonnement

29,– €

Bestellungen an: Ordensapostolat Postfach 11 05 62 97032 Würzburg ordensapostolat@ofmconv.de

Gebetsmeinungen der M.I. Februar – März Damit jene, die Leid erfahren, in Christus Tröstung und Kraft finden, um ihre schmerzliche Prüfung zu bestehen. Damit die österliche Bußzeit zur Bekehrung des Herzens führe und zur Achtsamkeit auf die Bedürfnisse des Nächsten.


keit vor dem Vater im ewigen Leben darbringt, wo „Gott alles in jedem wird“ (1 Kor 15,28).

M. I. Erweiterte Vater-unser-Bitten Beim Gebet des Vater unsers erweitert Franziskus die einzelnen Bitten durch ganz persönliche Formulierungen. Es sind dies keine Erklärungen oder Ausdeutungen, wie wir sie von den Kirchenvätern kennen. Sondern er verbleibt in der Atmos­phäre und in der Stilform des Betens. Er zeigt, wie vertraut er ist mit dem Gebet des Herrn. „Zu uns komme dein Reich, damit du der Herr bist in uns.“ Damit erfleht Franz von As­ sisi, dass durch die Opferungen im Geist des Abel, des Abraham und des Melchisedek die Herrschaft Gottes unser Leben durchdringt. „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden, damit wir dich aus ganzem Herzen lieben im steten Gedenken an dich, aus ganzer Seele streben nach dir, aus ganzem Gemüt, indem wir all unsere Absichten auf dich umstellen, in allen Dingen deine Ehre suchen.“ Das ist Mitvollzug des Willens und Wirkens Gottes, Opfer im Geist des Abraham mit vollstem Einsatz der eigenen Person. „Damit wir auch unseren Nächsten lieben wie uns selbst, indem wir alle nach Kräften deiner Liebe zuführen, über das Glück der andern uns freuen, als wär’s unser eigenes, mit ihrem Unglück Mitleid haben und niemanden irgend­ wie beleidigen.“ Das ist gelebte Ordnung des Melchisedek in höchster Intensität nach dem evangelischen Rat der Keuschheit, die alle dem Bräutigam Christi zuführen will. Dazu „gib uns unser tägliches Brot: deinen geliebten Sohn, unsern Herrn Jesus Christus“. Franz sieht die Kommunion als Mittel, dass wir aus dem Lebensverbund mit Christus heraus, erfüllt mit seiner Kraft, den Willen des Herrn auf Erden vollziehen, wie er „im Himmel“ von Christus und den Engeln vollzogen wird. Wenn Franziskus zuweilen nichts anderes mehr beten konnte als: „Mein Gott – mein Alles“, dann glimmt eine Vorahnung auf vom vollende­ ten Opfer Christi, das er jetzt in seiner Herrlich­

Ganz Armut geworden

Wie Franziskus sein Leben lang in seinen Opferungen der Messe sich stetig tiefer im Geist des Abel, des Abraham, nach der Ordnung des Melchisedek ins Opfer mit Christus hineinlebte, so ist sein Sterben erst die Vollendung seiner Opferungen in den Tod Christi hinein gewor­ den. Wie sehr Franziskus in der Bewirtschaf­ tung und im Umgang mit den Dingen dieser Welt unter die Herrschaft Gottes gekommen war, deutet eine Legende: Als man mit dem schon vom Tod gezeichneten Franziskus nach Assisi unterwegs war, begegneten der Gruppe drei Frauen: Sie verneigten sich mit einem nie gehörten Gruß: „Willkommen, Herr Armut.“ Franz geriet in Entzücken über diesen Gruß. Um seine Lebensentscheidung für die Armut Christi bis ins Letzte zu vollziehen, hielt er mit seinen Brüdern eine Vorübung für sein Sterben im Geist des Abel: Er ließ sich ausziehen und auf den bloßen Boden legen und bekannte vor den Umstehenden: „Ich habe das Meine getan; was ihr zu tun habt, möge Christus euch lehren!“ Aus dem Nachlass von P. Dr. Agathon Kandler FRIEDE UND HEIL, Zeitschrift der deutschen Franziskaner-Minoriten Herausgeber: Deutsche Franziskaner-MinoritenProvinz St. Elisabeth, Franziskanergasse 7, Würzburg, Tel. 09 31/3 09 01-0, Fax 09 31/3 09 01-21, e-mail: friede.und.heil@ofmconv.de. Kurzadresse: Ordensapostolat Postfach 11 05 62 97032 Würzburg

Redaktion: P. Dr. Polykarp Götz OFM Conv. Mit kirchlicher Druckerlaubnis. Druck: Benedict Press, 97359 Münsterschwarzach. Erscheinungsweise: fünfmal jährlich. Die Zeitschrift FRIEDE UND HEIL vermittelt den Mitgliedern der Franziskanischen Gemeinschaft (FG), der Marianischen Initiative – P. Kolbe (M.I.) und des Seraphischen Meßbundes sowie Freunden und Wohltä­ tern unseres Ordens und seiner Missionen Anregungen für ein christliches Leben im Geist Mariens und des heiligen Franziskus. Statt eines Abonnements bitten wir alle Bezieher, einen Unkostenbeitrag von mindestens 10,– € pro Jahr an uns direkt (oder an unsere Förderer zwecks Sammelüberweisung) zu entrichten. Unser Konto: Ordensapostolat, LIGA Regensburg (BLZ 750 903 00) Kto. 3016307 IBAN: DE88 7509 0300 0003 0163 07 BIC (SWIFT-Code): GENODEF1M05.

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Junge Minoriten zukunftsorientiert

Br. Konrad Schlattmann, Br. Bernardin M. Seither, Br. Martin Koch, Br. Andreas Murk, Br. Steffen Behr (v. l.)

Die Arbeitsgruppe „Jugend- und Berufungspastoral“ der deutschen Minoritenprovinz St. Elisabeth plant eine Minoriten-Ministranten-Wallfahrt im Juni nach Würzburg sowie Sommerzeltlager für Kinder bei den Konventen Maria Eck, Schönau, Schwarzenberg und Kaiserslautern. Aktuelles erfahren Sie auf unseren Internet-Seiten, mit Links zum sozialen Netzwerk facebook: www.franziskaner-minoriten.de www.franziskanerkloster-wuerzburg.de www.kloster-schwarzenberg.de www.sendbote.com


Friede und Heil